Kristina Schröder sagt auch, was gesagt werden muß

und erntet dieselben Reflexe, die Günter Grass erfahren hat. Denn Feminismus-Kritik ist dasselbe verminte Gelände wie Israel-Kritik.

Scharfe Kritik in offenem Brief

Schröder-Gegner starten Internetkampagne

Von Annett Meiritz und Anna Reimann

 

Der Widerstand gegen die Politik von Familienministerin Kristina Schröder wächst: Ihre Gegner machen mobil, mehrere prominente Grünen-Politiker haben eine Kampagne im Netz gestartet. Die Ministerin steht wegen ihres Feminismus-Buchs und des umstrittenen Betreuungsgeldes in der Kritik.

[...]

Schröder hat schwere Tage und Wochen hinter sich: Der Streit um das Betreuungsgeld, das Schröder als zuständige Ministerin in ein Gesetz gießen muss, eskaliert in der eigenen Partei. Schröders Modell der flexiblen Frauenquote stößt auch bei Frauen in den eigenen Reihen auf Ablehnung.

Ihr Buch “Danke, emanzipiert sind wir selber!” wurde durchgehend vernichtend rezensiert. Als Schröder das Buch an diesem Dienstagabend in Berlin-Prenzlauer Berg vorstellte, kamen hämische Zwischenrufe aus dem Publikum. Ein Team der Satiresendung “Extra 3″ verhöhnte die Ministerin mit einem Lied, Moderator Tobias Schlegl überreichte Schröder für ihren Einsatz fürs Betreuungsgeld eine goldene Schürze.

Kritik hagelt es außerdem von der Opposition an der Rolle von Schröders Co-Autorin. SPD und Grüne verlangten Aufklärung: “Es ist nicht die Aufgabe von Mitarbeitern, ein privates Buch für die Ministerin zu schreiben.”

Auf SPIEGEL ONLINE hatten sich am Donnerstag Frauen aus ganz Deutschland gegen das Betreuungsgeld ausgesprochen – darunter prominente Unionsanhängerinnen. Auch SPIEGEL-ONLINE-Leser stimmten deutlich gegen die Prämie: Mehr als 7300 Leser stimmten über das Betreuungsgeld ab, knapp 85 Prozent der Vote-Teilnehmer sprachen sich gegen den Zuschuss aus.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,828620,00.html

Und schon läuft die nächste Pressekampagne, angeschoben von den getroffenen Mainstream-Feministinnen in Medien und Politik, die zurecht aufheulen, wenn jemand die Entideologisierung der Geschlechterrollen fordert. Es ist mal wieder eine Scheindiskussion, die mit den realen Frauen nicht geführt werden könnte, denn die haben andere Sorgen. Und wie üblich kommt es zu einer Personalisierung, die an Unsachlichkeit nicht zu überbieten ist, wie ein Blick auf den Blog ›Mädchenmannschaft‹ belegt.

Kotztüte Kristina Schröder hat ein Buch geschrieben, wie wir leider zur Kenntnis nehmen mussten. Recht und Geschlecht hat es gelesen, rezensiert und Pressestimmen eingefangen.

Antje Schrupp dagegen will Schröders Buch nicht lesen. Nicht, weil sie alles schlecht findet, was die Ministerin tut oder nicht tut, sondern weil Schröder in “Danke, emanzipiert sind wir selber!” sämtliche platten Argumente des Antifeminismus’ bedient.

Was Schröder so alles nicht tut, listet dann noch einmal Karnele in einem sehr wütenden Beitrag auf.

StopTalk kritisiert den Brief gegen Schröder, weil die nationalistischen und rassistischen Ideologien der Ministerin bei der Kritik unter den Tisch gefallen sind.

http://maedchenmannschaft.net/kotztueten-und-andere-ekelfaelle-die-blogschau/

http://nichtmeineministerin.de/

Zur Sache:

1.

Kristina Schröder wird vorgeworfen, sich für das Betreuungsgeld einzusetzen.

Das war nicht ihre Idee, sondern die der CSU, die es der CDU abtrotzte. Schröder hat insoweit nur die Wahl, zurückzutreten oder den entsprechenden Gesetzentwurf mit zusammengebissenen Zähnen vorzubereiten. Wählt sie die erste Option, erhält eine stramme Parteisoldatin ihren Job.

2.

Kristina Schröder wird vorgeworfen, den Kita-Ausbau nicht voranzutreiben.

Der Kita-Ausbau ist Sache der Kommunen.

3.

Kristina Schröder wird vorgeworfen, zu wenig für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu tun.

Diese Forderung muß zuständigkeitshalber an Frau von der Leyen adressiert werden.

4.

Kristina Schröder wird vorgeworfen, gegen die Frauenquote in Aufsichtsräten von DAX-Unternehmen zu sein.

Man kann auch aus feministischen Gründen gegen Quotenfrauen sein:

http://www.emma.de/hefte/ausgaben-2011/winter-2011/warnung-vor-der-quote/

Letztlich ist es ohnehin nur Symbolpolitik für ein paar happy few, die bei einigen Sitzungen im Jahr das abnicken, was die entscheidenden Aufsichtsratsausschüsse und der Vorsitzende ihnen präsentieren, wofür sie fürstlich entlohnt werden.

5.

Kristina Schröder wird vorgeworfen, nichts gegen den Gender Pay Gap in Höhe von 23 % zu unternehmen.

Sorry, selbst wenn es ihn gäbe, wäre sie dafür ebensowenig zuständig. Das statistische Bundesamt konnte überdies nur eine Einkommenslücke von 8% entdecken, für die es noch keine Erklärung gibt. Aber Mythen leben eben lange…

Existiert in der Wirtschaft oder im öffentlichen Dienst auch nur ein einziger Tarifvertrag, in dem zwischen männlichen und weiblichen Arbeitnehmern/Angestellten differenziert wird? Haben wir nicht ein Antidiskriminierungsgesetz, nach dem auf gleiche Bezahlung geklagt werden kann? Gibt es nicht auch den Niedriglohnsektor für Männer (Wachschutz, Gebäudereiniger)? Werden Frauen gezwungen, in Branchen zu arbeiten, in denen weniger verdient wird als in anderen?

Zwischen der sozialen und der Geschlechterfrage muß getrennt werden. Denn das abgehängte Drittel unserer Gesellschaft besteht aus Frauen, Männern und Kindern. Familien, Ledigen und Alten. Immigranten und Deutschen.

Die alle sind der Ministerin zutiefst dankbar, daß sie sich gegen eine Ideologie wendet, die in Wahrheit eine Gruppe bevorteilen und die andere diskriminieren will, ohne die realen Gegebenheiten in den Blick zu nehmen. Und Rechtsstaat ist schon gar nicht deren Ding. In Österreich lassen sich die Auswüchse dieses Wahns gerade besichtigen:

Medizin-Studium: Frauen-Bevorzugung rechtswidrig

Weil Frauen beim EMS-Eignungstest für das Medizin-Studium schlechter abgeschnitten haben als Männer, sollen sie beim nächsten Test bevorzugt werden. Laut einem Gutachten im Auftrag der Hochschülerschaft ist das jedoch rechtwidrig, berichtet „Die Presse online“.

Der Testwert, der über die Zulassung entscheidet, soll am 6. Juli erstmals nach Geschlechtern getrennt ausgewertet und die Ergebnisse der Frauen um einen „Ausgleichsfaktor“ erhöht werden. Diese Art der Auswertung könnte zur Folge haben, dass eine Frau etwas schlechter abschneidet, aber dank „Ausgleichsfaktor“ gleich gut wie ein besserer Mann gereiht wird. An der Medizin-Uni Wien waren zuletzt 56 Prozent der Bewerber Frauen; unter den Zugelassenen waren sie jedoch nur noch zu 43 Prozent vertreten.

Gutachter: „Umgekehrte Diskriminierung“

Laut dem Gutachten des Juristen Joseph Marko von der Universität Graz ist der geplante „Ausgleichsfaktor“ jedoch nicht zulässig. Marko sieht in der genderspezifischen Auswertung „zwar das verfassungs- wie europarechtlich legitime Ziel des Ausgleichs einer objektiven Benachteiligung verfolgt“, jedoch im Sinne des Prüfungsmaßstabes der Bundesverfassung sowie der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) eine „umgekehrte und indirekte Diskriminierung“.

http://wien.orf.at/news/stories/2529840/

(Danke, Nina, für den Tip!)

Ich halte es lieber mit Adam Soboczynski:

Lasst mich mit eurem Geschlecht in Ruhe!

Warum uns das Gerede von weiblicher und männlicher Befindlichkeit verdummt.

Jeder Humanbiologe kann einem schlüssig darlegen, dass es zwar körperliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt, die auch ihr Alltagsverhalten beeinflussen, dass aber die charakterlichen Unterschiede zwischen einzelnen Individuen, wenn man vom Geschlecht absieht, noch immer weitaus größer sein können als die zwischen Mann und Frau. Den weinerlichen Mann gibt es heute im Alltag genauso wie die nicht nur im Berufsleben über Leichen gehende weibliche Führungskraft, den verzärtelten Bartträger in Berlin-Mitte genauso wie die kommunikationsgestörte, empathielose Mutter.

[...]

Die Beschwörung des Geschlechts lenkt nur vom Unbehagen an den Produktionsverhältnissen ab. Das Selbstverwirklichte ist heute das Unfreie. Wer das Geschlecht mit einem trügerischen Freiheitsversprechen befrachtet, spricht doch nur wie ein Unternehmensberater: Er setzt auf Männer und Frauen, die über Kommunikations-, Kooperations- und Empathiefähigkeit verfügen, den Schmierstoffen des allerneuesten Kapitalismus. Wer von Frauen spricht, spricht in Wahrheit von keinem Geschlecht, sondern vom neuen Menschen. Der aber ist ein Angestellter, der von einer Bürokarriere träumt, nicht von Emanzipation.

http://www.zeit.de/2012/12/Identitaetsdebatte-Geschlechterrollen/komplettansicht

Update (mit Dank an Oliver Thomas):

Kristina Schröder

“Mutter, Karriere, Geliebte. Das erschlägt Frauen”

Familienministerin Kristina Schröder legt sich mit Feministinnen und Konservativen an: Dafür erntet sie giftige Kritik. Doch der Gegenwind schreckt sie nicht. Im Gegenteil. Von Ulf Poschardt

[...]

Welt Online: Die Kritik war zum Teil sehr persönlich und giftig.

Schröder: Das belegt die These des Buches. Über die Lebensentwürfe von Frauen tobt eine wahnsinnig heftige Debatte – wie man bei der Buchvorstellung am Dienstagabend im Prenzlauer Berg sehen konnte. Die Medienberichte über den Abend waren aber übertrieben.

Richtig ist, ein Teil der Besucher in dem Saal war auf Krawall gebürstet – aber das waren bekannte Aktivisten. Bei denen konnte ich nicht mit Beifall rechnen.

[...]

Welt Online: Eigentlich machen Sie etwas theoretisch Linkes. Sie dekonstruieren Normen und Mythen, aber gerade die Linke hasst Sie besonders.

Schröder: Auch da gibt es Leute, die kritisch, aber konstruktiv diskutieren. Angegriffen werde ich von den Ideologen.

[...]

Welt Online: Die Opposition wirft Ihnen vor, eine Mitarbeiterin Ihres Ministeriums als Co-Autorin missbraucht zu haben. Ist das so?

Schröder: Nein, natürlich nicht. Meine Co-Autorin Caroline Waldeck war auch ziemlich entsetzt, dass Frau Künast ernsthaft so tut, als müsste man einer erwachsenen Frau verbieten, in ihrem Urlaub an einem Buch mitzuschreiben. So weit kommt es noch.

http://www.welt.de/politik/deutschland/article106207522/Mutter-Karriere-Geliebte-Das-erschlaegt-Frauen.html?wtmc=google.editorspick?wtmc=google.editorspick

Mariam Lau hat in der ZEIT vom 19.4.2012, S. 5, Folgendes zu der turbulenten Buchvorstellung geschrieben:

 In der Backfabrik-Lounge übereichen ihr ein paar Witzbolde von Extra 3 eine goldene Schürze, ein Frauenchor singt ein Dankeslied dafür, dass man zurückdarf an den Herd, und eine Studentin ruft empört: »Ist Ihnen nicht klar, wie viele Mädchen da draußen rumlaufen, die nicht wissen, wo ihre Klitoris ist?«

Wenn Alice Schwarzer das wüßte, die sie doch für Deutschland erfunden haben will…

Mariam Lau:

Offenbar nicht. Unbekümmert, etwas spröde, aber hartnäckig beharrt die Familienministerin (eine Frauenministerin möchte sie eigentlich gar nicht sein) auf ihrer These, dass der Feminismus die Frauen gern als Opfer sieht und bevormundet, bis hinein in die Auswahl des richtigen Schuhwerks und der verträglichen Sexualpraktiken. Täte er das nicht, wer bräuchte dann noch eine Frauenbewegung? »Feminismus ist die Antwort«, hat die von Schröder viel zitierte Autorin Katharina Rutschky einmal geschrieben, »aber was war nochmal die Frage?«

Ach, die großartige Katharina Rutschky! Aus dem Nachruf von Harry Nutt:

Das wichtigste Medium ihres intellektuellen Ausdrucks war der Streit. Im Kampf um das richtige Argument konnte Katharina Rutschky schnell in Rage geraten. Unterschwellig Gesagtes spürte sie unerbittlich auf, Ungenauigkeiten duldete sie nicht. Dabei war sie alles andere als streitsüchtig. Sie wusste ihre scharfe Zunge stets mit damenhafter Eleganz einzusetzen.

Zu einer besonderen Probe ihrer aufgeklärten Empfindsamkeit geriet Anfang der 90er Jahre die Debatte um sexuellen Missbrauch, in der Katharina Rutschky schonungslos die Ambivalenzen des Missbrauchsbegriffs aufdeckte und vor dessen Missbrauch warnte. Die Angst vor dem Missbrauch, so Rutschkys Kernthese, grassiere wie ein ideologischer Virus, der zur Diskreditierung alles Sexuellen führe.

Für ihr Engagement gegen eine Instrumentalisierung des Missbrauchsbegriffs wurde Rutschky in öffentlichen Diskussionen körperlich attackiert und in feministischen Kreisen zur Persona non grata erklärt. Als Feministin der ersten Stunde der 68er Bewegung wurde sie später zur strengen Kritikerin eines feministischen Fundamentalismus, den sie als spießig und lustfeindlich kritisierte.

http://www.fr-online.de/kultur/nachruf-katharina-rutschky-die-aufklaererin,1472786,3150092.html

Genauso ist es gekommen.

In der Dunkelkammer der selbstgerechten Empörung habe ich dann doch noch ein aufgeklärtes freiheitliches Funkelstück entdeckt, das zu lesen sich lohnt (und das nicht nur wegen der Schwarzer-Sottise zu Beginn… Bei Geld hört die Feindschaft bekanntlich auf):

Birgit Kelle in THE EUROPEAN:

21.04.2012

Kristina im Gouvernantenstadl

Der flächendeckende Beißreflex des versammelten weiblichen Feuilletons beweist alleine schon: Familienministerin Kristina Schröder hat mitten ins feministische Herz getroffen.

[...]

Ich komm vor Lachen gar nicht mehr in den Schlaf ob des raffinierten Schachzuges von Kristina Schröder, sich erst vor wenigen Wochen überraschend und ungefragt mit versprochenen Subventionen in das Herz von Alice Schwarzer einzukaufen, um jetzt mit ihrem neuen Buch deren Feminismusdefinition eine volle Breitseite zu verpassen. Dabei hatten die Damen Schröder und Schwarzer sich doch erst kürzlich gegenseitig und öffentlich wärmende Worte zugeflötet. Von wegen Zickenkrieg. Vergessen war der Unfähigkeitsvorwurf von Alice an die junge Ministerin. Man darf gespannt sein, wie die Grande Dame der Emanzipation nun reagieren wird. Noch sind die Gelder zur Rettung ihres FrauenMedia Turmes in Köln nicht geflossen, sie muss sie artig, bürokratisch und vorschriftsmäßig beantragen und erstmal genehmigen lassen. Was also tun? In den aktuellen Shitstorm einsteigen und Klein-Kristina abwatschen, oder auf die Zunge beißen und haareraufend erst die Überweisung aus dem Ministerium abwarten?

http://theeuropean.de/birgit-kelle/10803-shitstorm-ueber-dem-familienministerium

 

49 Gedanken zu “Kristina Schröder sagt auch, was gesagt werden muß

  1. Christine Schröder: Eine Frau mit Charakter sagt, was gesagt werden muss!(?)

    Streit um Homo-Ehe in der CDU
    “Schröder verzichtet auf Platz eins”

    “Schröder teilte dazu mit, sie respektiere, dass ihre Haltung zur Homo-Ehe nicht die Mehrheitsmeinung ihres hessischen Landesverbands sei. Ihre Position zu gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften vertrete sie bereits seit Jahren und bitte deshalb auch “um Respekt, dass ich deshalb auch nicht als Spitzenkandidatin der hessischen CDU für die Bundestagswahl antreten wollte”.
    http://www.n-tv.de/politik/Schroeder-verzichtet-auf-Platz-eins-article10460376.html

    Diese Frau ist tatsächlich (und gibt das nicht irgendwie politisch vor) an Gleichstellung interessiert!

  2. Pingback: Antifeminismus Weltweit – Sektion Deutschland

  3. Nun haben wir den Salat… Schon wieder…

    Sobald Ideologien, wie Feminismus, oder die diktierte PC, wie in der Diskussion über G.Grass und sein Gedicht, sich “angegriffen” fühlen, wird die Schleuse für die Flut der klassischen Diskussionsstopper geöffnet. Welch starke Gefühle.

    Der Text der Dame mit dem bezeichnenden Blognamen “stop!talking” scheint alles an Verbalklischees zu reproduzieren, die in den Medien täglich präsentiert werden.

    Ich möchte nur darauf aufmerksam machen, daß eine ad hominem Einleitung eher eine attitude reflektiert, als analyses, wie es in “stop!talking” deutlich gezeigt wird.

    Über den Inhalt ist schon genügend geschrieben.

    Nur eins fand ich interessant:

    Zitat
    [..]Wolff ignores the fact that the de-construction and de-ideologisation of gender roles is one, if not the most, important part of feminist movements and ideologies[...] Zitatende

    denn hier hat die Dame vergessen zu erwähnen, daß die multiplen Bewegungen und Ideologien des Feminismus einfach einseitig andere Genderrollen konstruieren und ideologisieren. Was, naturgemäß, zu dem Gleichen führt nur in einer anderen Tüte.

    Somit, denke ich, ist diese Aussage der Dame unwahr.

    Der programmatische Name des Blogs ist mir auch ein Rätsel: wer soll aufhören zu reden?

    Da ich notorisch unter Assoziationen leide, hatte ich auch hier eine: stop ranting (Gabriele, falls dieses ein no-go ist, bitte löschen).

    Der Kampf um die Meinungs- und Deutungshoheit scheint in die nächste Runde zu gehen. Wieviel ist dieser Kampf davon abhängig, daß finanzielle und wirtschaftliche Faktoren (wie in jedem Krieg) den Grund bieten, um überhaupt einen solchen Kampf führen zu wollen, ist statistisch schwer aufzuschlüsseln.

    Nur, daß diese Faktoren eminent sind, kann and der Heftigkeit der Schläge herauslesen.

    Daher ich glaube, Gabriele, Du und im Blog-Schreibende genau die richtigen Fragen gefragt haben und die richtigen Antworten gegeben haben.
    Congratulations!

    LQ, QV

    • Ja, über das ruhige und sachliche Fahrwasser hier und die vielen Informationen, die hier eingebracht werden, bin ich tatsächlich erfreut. Das Kommentar-Programm von wordpress funktioniert, lästige Werbe-Mails werden zuverlässig gleich in den Spam überführt (manchmal leider auch richtige Kommentare, die man dann zufällig zur Kenntnis nimmt, weil man auf Spam-Postings nicht hingewiesen wird). Und auch sonst ist das Programm eigenwillig: generell freigeschaltete Poster kommen mal durch und mal nicht, und zwei Mal wurde mir selbst, obwohl eingeloggt, zugemutet, mich freizuschalten…

      Update:

      Ich ergänze, daß dieser Kommentar umstandslos in den Spam-Ordner geleitet wurde. Sachen gibt’s!

      Aber da es der Ton ist, der die Musik macht, hatte ich es bislang ausgesprochen selten mit inhaltslosen oder gar beleidigenden Postings zu tun. Das sieht in unserer vergangenen gemeinsamen Heimat ganz anders aus. Schon gesehen?

      http://stscherer.wordpress.com/2012/04/23/der-rat-vom-anwalt-beleidigen-sie-doch-einfach-mal-sanktionslos-die-buhne-dafur-bereite-ich-ihnen/#comment-1240

  4. Gesprächsverweigerung von Antje Schrupp! Ich finde es ja schon erhellend, wie gewisse selbsternannte Feministinnen mit Kritik und Widerspruch umgehen: Ich habe ja gestern noch Folgendes Posting bei Antje Schrupp eingestellt:

    @Anje Schrupp

    Wenn Du den Text von Aigner liest, dann würde dieser wohl gerade das Gegeneil behaupten:

    “Autoren, die auf diese Weise ihre Meinung äußern, sind dann sehr schnell einmal “sexistisch”, “reaktionär”, “Väterrechtler”, “ultrarechts” – auf jeden Fall: “das Letzte vom Letzten”.
    Diese extreme Spaltungsneigung in Gut und Böse habe ich selbst als zu Vater- und Männerthemen Referierender x-mal erlebt: Sagst du etwas zu den Problemen von Männern, verleugnest du die Frauenprobleme; sagst du etwas zum häufigeren Vorkommen nichtsexueller Gewalt gegen Kinder in der Familie, bist du ein Verharmloser sexuellen Missbrauchs durch Männer; sagst du etwas zum Anteil von Müttern an der familiären Gewalt, wirst du bezichtigt, den Frauen die Schuld an der Gewalt gegen Kinder zu geben; sagst du etwas zu den Problemen von Burschen und Männern, gerätst du in die Nähe eines verdächtigen “Maskulisten” (wobei die Pendants zu “Feminismus” und “Frauenrechtlerin” interessanter Weise politisch unkorrekt sind!); man könnte die Liste fortsetzen: Hickhack!

    Diese Art moralischer Empörung (von der schon Brecht sagte, dass sie immer erkenntnismindernd sei), wie sie sich in Zuschriften an den Standard Luft machte, lässt denn auch bezeichnender Weise die realen Probleme völlig aus dem Blick geraten: nämlich jene, die zeigen, dass das Patriarchat sozusagen auch seine männlichen Kinder frisst und die im Sinne einer egalitären Geschlechterpolitik einfach nicht unter den Tisch fallen dürfen! Vaterlosigkeit, Bubenprobleme, höhere Krankheits- und Suizidraten, Bildungsprobleme usw. werden flugs zu “antifeministischen” Allgemeinplätzen heruntergemacht.

    Es gibt diese Probleme aber nachweislich – zum Beispiel die massiven Verunsicherungen und Auffälligkeiten, die wir bei heranwachsenden männlichen Jugendlichen beobachten können. Ich habe das Wochenende vor dem 8. März auf einer Tagung mit führenden deutschen Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten verbracht, also mit Frauen (!) und Männern, die seit Jahrzehnten mit den Schwierigkeiten und Symptomen von Mädchen und Jungen befasst sind und die wissen, wovon sie sprechen: von zunehmenden prekären Situationen des Heranwachsens vor allem männlicher Kinder und Jugendlicher, von der Schnellschussetikette “ADHS”, die zu mehr als 85 Prozent Buben betrifft, mittels derer sie medikamentös ruhiggestellt werden sollen, von den häufigeren Geschlechtsidentitätsproblemen, der Vatersehnsucht, den Sprach-, Schreib- und Lesestörungen usw., die allesamt viel mehr Buben als Mädchen betreffen. Fachleute, die seit Jahrzehnten solche Erfahrungen machen, sehen auch die teilweise drastischen Veränderungen in dieser Zeit bei jungen Männern.

    Es kann nicht Anliegen einer “emanzipatorischen” Bewegung sein, Fakten wie diese unter den Tisch zu kehren. Schon vor fast zehn Jahren haben prominente Geschlechterforscher wie etwa der Dresdner Soziologe Lothar Böhnisch auf die Männlichkeits-Defizite aufmerksam gemacht; nicht zuletzt Pierre Bourdieu, einer der meistzitierten Autoren feministischer Kolleginnen, hat von “marginalisierten” Männern abseits hegemonialer Herrschaft gesprochen; die Anzahl dieser Männer, die aus verschiedenen gesellschaftlichen Gründen unter die Räder kommen, scheint zuzunehmen. Darum müssen wir uns kümmern – und wenn auch mein Kummer über das Wohl männlicher Aufsichtsräte gering ist, der über Buben, die im Gestrüpp des maroden patriarchalen Systems zu
    Schaden kommen, ist groß.
    http://derstandard.at/1297821396652/Kommentar-der-Anderen-Die-Einaeugigkeit-der-Geschlechterdebatte

    Wenn Du z,B. mal die Bücher von Lothar Böhnisch lesen würdest, insbesondere über Männliche Sozialisation
    http://www.lothar-böhnisch.de/literatur.php

    dann würde Dir auffallen, dass sogar ein Wissenschaftler, der sein Leben lang “Kritische Männer- und Geschlechterforschung” betrieben hat und der Kritischen Theorie nahesteht, immer mehr durchblicken lässt, dass er gewisse Spielarten des Feminismus dogmatisch und dichotomistisch empfindet.

    Ich selbst wurde z.B. vorwiegend durch Autoren wie Bourdieu (hat z.B. das Buch “Die männliche Herrschaft” geschrieben”), Foucault, Deleuze, Derrida, Noam Chomsky, Roland Barthes, Althusser, Hobsbawm, Böhnisch, Jürgen Link, Siegfried Jäger, Judtih Butler, Altvater, Beck, Beck-Gernsheim, Giddens, Elias, Goffman etc. theoretisch stark beeinflusst und sozialisiert, sicherlich alles Theoretiker, die einem Feminismus wohlgesonnen sind und vielfach in der feministischen Literatur auch rezipiert werden. Nur hindert mich das überhaupt nicht daran, gewisse Spielarten des Feminismus je länger je mehr äusserst kritisch zu betrachten. Wenn ich z.B. sehe, wie teilweise in der akademischen Frauen- und Geschlechterforschung dogmatisch argumentiert wird und diejenigen, die keine radikalkonstruktivistische Geschlechterontologie präferien, mit dem Vorwurf des Biologismus und der wissenschaftliche Antiquiertheit ausgegrenzt werden, dann sieht man, wie “ideologisch” sogar im wissenschaftlichen Diskurs gewisse Spielarten des Feminismus operieren.
    Ich habe übrigens den Eindruck, das wohl derjenige Feminismus, dem Du anhängst, je länger je mehr von einem eher konservativen “Feminismus” und einer eher linken und liberalen Männerrechtsbewegung mit gewisser Glaubwürdigkeit unter Druck gesetzt wird, sodass sich dieser doch in mittelfristiger Perspektive modifizieren und öffenen wird/muss, wenn er nicht an erheblichem Einfluss verlieren will.”

    Als Antwort kam dann von Antje Schrupp Folgendes:

    “@Chomsky – Kein Mensch nirgendwo und auch keine Feministin bestreitet, dass es Probleme auf dieser Welt gibt und dass unter diesen Problemen auch Männer leiden und in bestimmten Situationen und unter bestimmten Aspekten vielleicht manchmal sogar mehr als Frauen. Ansonsten wäre es nett und auch eine Sache des Respektes, wenn du in meinem Blog über meine Themen diskutieren würdest und deine Themen in einem eigenen Blog behandelst. Da du neu hier bist und das vielleicht noch nicht weißt, daher dieser Hinweis: Solche langen und vom eigentlichen Thema wegführenden Kommentare schalte ich hier normalerweise nicht frei.”

    http://antjeschrupp.com/2012/04/18/um-es-nochmal-klar-zu-machen-kristina-schroder-hat-recht/#comment-18655

    Mein letztes Posting bei Antje Schrupp, letztes Posting deshalb, weil man wirklich das Gefühl bekommt, dass Antje Schrupp an einer Auseinandersetzung kein Interesse hat oder man sich doch lieber einer kritischen Diskussion nicht stellen will und dann lieber nicht sagt oder mehr oder weniger Allgemeinplätze vom Stapel lässt, wird dann Folgendes sein:

    @Antje
    Aigner sagt ja gerade in etwa das Gegenteil von dem, was Du hier proklamierst: „Es kann nicht Anliegen einer “emanzipatorischen” Bewegung sein, Fakten wie diese unter den Tisch zu kehren.“ Was in etwa so viel heisst: dass z.B. Aigner sehr stark das Gefühl und offenbar in der Realität auch schon vielfach erlebt hat, dass eine emanzipatorische Bewegung (hier wohl gewisse Spielarten des Feminismus gemeint), gewisse Problematiken negiert und bestreitet, wenn sie nicht in ihr Weltbild passen.

    Nun, ob mein Beitrag zur Thematik passt: M.E. passt mein Beitrag sehr wohl als Antwort auf einen Kommentar von Dir, und wenn man nicht gleich Fastfood-Brocken in die Runde werfen und ‚nur’ eine nette Plauderei veranstalten möchte, sondern seinen Standpunkt auch begründen will, dann ist es m.E. unumgänglich, dass man mehr als zwei, drei Sätzes dazu schreibt. Aber ich frage mich gerade ein bisschen, weshalb Du in Deinem Blog überhaupt die Kommentar-Funktion zulässt: Fragen von mir an Dich wurden quasi allesamt nicht beantwortet und zu guterletzt wird noch mitgeteilt, dass der Kommentar zu lang und am Thema vorbei sei. Das lässt ja nur auf eine „Diskussionsverweigerung“ schliessen: also wo zumindest ich den Eindruck bekomme, dass an einem Diskurs (im Sinne von Habermas) kein Interesse besteht! :-)

    • Dieser Artikel von Aigner
      http://derstandard.at/1297821396652/Kommentar-der-Anderen-Die-Einaeugigkeit-der-Geschlechterdebatte

      faßt die Lage sehr treffend zusammen (und das schon im Jahr 2011). Die Diskussionsverweigerung ist flächendeckend vorhanden – und immer wieder erheiternd ist der Verweis darauf, daß ein Beitrag zu lang sei, als ob Länge dasselbe sei wie Weitschweifigkeit.
      Im übrigen gibt es im Net keine Seitenbegrenzung. Das sollte sich doch langsam herumgesprochen haben.

      • @Gabriele

        Ich finde, die gesamte Gender-Diskussion ist in der Schweiz viel entspannter und nicht so verhärtet wie in Deutschland. Das hat m.E. u.a. damit zu tun, dass die Schweiz nicht in der EU ist und somit das Gender-Mainstreaming nicht quasi in einem Top-Down-Modell implementiert wurde wie zum Beispiel in Deutschland. In der Schweiz würde ein so flächendeckendes Gender-Mainstreaming zumindest heute keine Chance haben, von der Bevölkerung angenommen zu werden.

        Man kann sich dann eben auch fragen, ob solche Top-Down-Modelle eben nicht quasi dogamtisch daherkommen müssen (quasi Systemimmanenz), damit sie überhaupt umgesetzt werden können. Also: Ich denke, nicht nur die EU hat ein Demokratiedefizit, sondern wohl auch Deutschland. :-)

    • Guten Tag, Chomsky!

      Ich weiß nicht, ob Du jemals das Glück hattest, mit den … ich weiß nicht, wie ich die nennen soll: “Wissenschaftlicher Kommunismus”, “Dialektischer Materialismus”, “Historischer Materialismus” und “Politische Ökonomie” in Berührung zu kommen.

      Interessanterweise, an Feminismus als Ideologie und an die Folgeerscheinungen, wie die feministische Theorie, die feministische Philosphie, die feministische Psychologie, denkend habe ich, nur die o.g. im Sinn…

      Ich möchte meine Sozialisierung zurückgeben.

      LG, QV

      • Hallo QuoVadis

        Ich hatte Glück, dass ich relativ früh in meinem Leben Theoretiker gelesen haben, die sich zwar intensiv mit Marx et al. auseinandergesetzt oder sich quasi an ihm abgearbeitet haben, aber eben immer mit einem kritischen Impetus.

        Pierre Bourdieu hat ja schon frühzeitig die Klassenanalyse von Marx mit den Einsichten von Max Weber modifiziert, sodass bereits ein viel komplexeres und realistischeres Modell als die marxsche Klassenanalyse entstehen konnte.

        Michel Foucault hat ja quasi mit Nietzsche gegen Marx gearbeitet und das Basis-Überbau-Problem mit seiner Diskurstheorie reformuliert (Einsatz des Nominalismus): Diskurse sind nun eben nach Foucault vollgültige Materialitäten ersten Grades und nicht nur ein Überbau-Phänmen, abgeleitet aus den ökonomischen Verhältnissen.

        Bei Gilles Deleuze haben wir quasi einen Anti-Hegelianismus, der mit seinen zwei Büchern Anti-Ödipus und Tausend Plateaus eine fundamentale Kritik am Freude-Marxismus übte.

        Und bei Noam Chomsky haben wir einen Vertreter aus der analytischen Philosophie, dem wohl jegliche idealistische Philosophie ein Greuel ist und somit natürlich auch Distanz zu Marx und Hegel übte.

        So las ich Marx eigentlich nur, wenn ich dies im Studium gerade musste, aber sonst nie freiwillig! :-D

  5. @ Oliver Thomas und Miriam K.
    Nein, das sehe ich auch, daß der Blog-Titel ›Stop! Talking‹ Programm ist: der richtet sich an die Mitmenschen, die ihr widersprechen. Aber Silke Burmester ist ja genauso – unglaublich! Nur daß sie nichts gegen die Kommentare unternehmen kann, die ihren Beitrag auseinandernehmen:
    Silke Burmester:

    Familienministerin Schröder
    Die Feindin aller Frauen

    [...]
    Und jetzt Ihr Buch! Ein Buch, in dem Sie eine Emanzipationswut anprangern, die seit 20 Jahren nicht mehr existent ist. Ein Buch, in dem Sie sich vor einem “Weltanschauungsfeminismus” fürchten, der Männer verteufelt, der aber mit dem Aufgehen von Alice Schwarzer als “Bild”-Maskottchen und als Ratetante im Fernsehen untergegangen ist und den außer Ihnen niemand mehr sieht.

    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,828803,00.html

    Da irrt sie sich aber gewaltig… Und immer wieder dasselbe falsche Mantra:

    Und diese Frauen, viele junge, viele Ihrer Generation, sind wütend. Und formieren sich. Zusammen mit den anderen, die die gläserne Decke nicht länger hinnehmen wollen oder die Ungerechtigkeit, für die gleiche Arbeit durchschnittlich 23 Prozent weniger Geld zu bekommen als Männer.

  6. Mal wieder ein sehr schöner Artikel.

    Es ist schade, dass im Feminismus gleich auf Feindschaft gegangen wird und nicht offen über Kritik diskutiert werden kann. Gleichzeitig wird dann Schröder vorgeworfen, dass sie sich zu deutlich gegen den Feminismus dieser Art stellt, von dem ihr gegenüber ja im wesentlichen nur Häme; Spott und Kritik kam.

  7. @ Oliver Thomas:
    http://gabrielewolff.wordpress.com/2012/04/21/kristina-schroder-sagt-auch-was-gesagt-werden-mus/#comment-340

    Du hast es offenbar immer noch nicht verstanden, daß man ›Gläubigen‹ mit Daten, Fakten und Realität nicht beikommen kann.
    Hast Du Dich, wie Du eigentlich wolltest, mal mit unserem Gegenpart Stop!Talking befaßt?

    http://gabrielewolff.wordpress.com/2012/04/21/kristina-schroder-sagt-auch-was-gesagt-werden-mus/#comment-339

    In dieser Parallelwelt der Ideologie gilt ›Faktengläubigkeit‹ als Ideologie, gleichwertig mit der, die ohne Fakten auskommt. Marie hat dort auch prompt gepetzt, daß hier keine produktive Auseinandersetzung möglich sei:

    http://stoptalk.wordpress.com/2012/04/21/do-your-homework/?replytocom=406#respond

    Diese Einschätzung verstehe ich, denn nachdem ihr die Argumente ausgingen, fiel ihr nichts anderes ein, als die Länge von Kommentaren als unlesbar zu kritisieren. Mal sehen, ob sie die Länge des Kommentars ihrer Verbündeten

    http://stoptalk.wordpress.com/2012/04/21/do-your-homework/?replytocom=409#respond

    genauso wertet…

    • @Gabriele

      Klar weiß ich, dass man “Fundamentalos” bzw. “Gläubigen” mit Daten, Fakten und Realität nicht beikommen kann. Diese picken sich die passenden Daten aus Studien heraus und verquicken das mit ihren ideologische Konstrukten. Deswegen freut es mich, dass man hier bei dir eine Plattform und Möglichkeit hat, reale Tatsachen darzustellen und andere Menschen auch zu erreichen und auszutauschen, zu informieren, evtl. zu überzeugen oder zu diskutieren. Schlussendlich dient mir dein Blog auch zur Wissenserweiterung im Bereich der Juristik, Soziologie, Humanismus und anderen Themen. Dafür bin ich sehr sehr dankbar.

      Diese accalmie von StopTalking scheint nicht zu wissen, was sie überhaupt schreibt und um was es hier überhaupt geht. Da könnte man Fakten liefern so lange man wollte. Ihre Beiträge sind in einem Maße persönlich, in Bezug auf dich und deine Beiträge, die ich so nicht aktzeptieren kann und daher auch nicht ernst nehme. Polemik pur und unglaublich persönliche Rhetorik.

      http://stoptalk.wordpress.com/2012/04/21/do-your-homework/
      Ein Beispiel:

      Yes, because “pleasing” your party and “winning profile” is what battling neo-Nazis is all about. Again, I miss a more argumentative line here than your simple “No, she isn’t.”
      ……
      Beispiel:
      You see, it are little things like this paragraph that show what kind of person you actually are.
      ……..

      Nach dem Statement:
      “The funniest point in your sadly non-arguing document is this link you posted, trying to prove that low income risk is higher for women than for men. >>>Unfortunately the paper didn’t give clear clues.<<<<>>>>But since she is an academic who does not make sweeping conclusions as you do (“free and unbiased”, I know…), it would be silly to take her seriously.<<<<>> …..<<<<) noch darauf antworten?? Ernst nehmen??

      “I asked rhetorically expecting a NO: »Existiert in der Wirtschaft oder im öffentlichen Dienst auch nur ein einziger Tarifvertrag, in dem zwischen männlichen und weiblichen Arbeitnehmern/Angestellten differenziert wird?«”

      Auf deine rhetorische Frage bekommst du eine negierende rhetorische Antwort: Im weiteren:
      “The old first one did, in fact (I do realize that it is too old, so there’s more in the other links), as does the actually intended one. And the second link says “by the way”, a subtle hint about the point I just made: you asked very specific questions about gender discrimination to, as you admit, inevitably receive a “No”. The problem is: if only you acknowledged that problems at hand for their complexity, that would not be the case anymore. So I opted for linking a piece that shows that, in public offices, it’s illegal to discriminate against women (…whereas structural discrimination persists), but that you are, thus, ignoring the actual problem of women working in the private job market sector. I really thought you would get that…”

      Die Antwort sagt alles. Sie hat die Links ausgewechselt.Ich hatte ja über den ersten Beitrag geschrieben. Und wo bleibt das Leseverständnis beim zweiten Beitrag??

      Der “Abschuss” war aber der Link zum Br.de Fernsehen, comedian-Beitrag des BR. Das ist ein “no go”, wenn man seriös daherkommen möchte wie obige Bloggerin,

      http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/quer/120419-quer-schroeder100.html
      http://stoptalk.wordpress.com/2012/04/21/do-your-homework/

      Sorry, ich kann diesen Blog nicht Ernst nehmen!

      Über Miriam schreibt sie folgendes:

      @kiturak: Aaaaw… ;)
@Marie: Thank you! “Miriam K.” wants to publish the same things she wrote over at Gabriele Wolff on here, interspersed with lovely little insults, of course. I personally think that might push things too far, so I’ll give her the opportunity to think it through again :)…
      REPLY
      http://stoptalk.wordpress.com/2012/04/21/do-your-homework/

      REPLY : Miriam kann sich die Mühe auf diesem Blog wohl sparen, aber, vielleicht kann Miriam ihre reply hier einsetzen.
      LG OT

      Den fragwürdigen und schlecht recherchierten Artikel über Kristina Schröder auf diesem Blog kann man hier lesen:

      http://stoptalk.wordpress.com/2012/04/19/not-my-representatives/#comment-398

      Nach all den Studien, Beiträgen und Artikeln, die man/Ich zu diesem Thema lesen konnte, waren viele Kommentare auf diesen, na ja, Artikel von Silke Burmester lesenswert:
      http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,828803,00.htm

      Ich meinte die Kommentare!!, nicht den Artikel!

      LG OT

      • wordpress spinnt wieder:

        Ich hatte geschrieben und wurde nicht von wordpress übernommen:

        ……………………..
        …………………….
        Nach dem Statement:
        “The funniest point in your sadly non-arguing document is this link you posted, trying to prove that low income risk is higher for women than for men. >>>Unfortunately the paper didn’t give clear clues.<<<<>>>>But since she is an academic who does not make sweeping conclusions as you do (“free and unbiased”, I know…), it would be silly to take her seriously.<<<<< As to the rest of your “rebuttal”: In the same paragraph I quoted the sources, I also mentioned that people at the Statistisches Bundesamt, you and other “free and unbiased” thinkers usually evoke the same explanations why it is “only really” 8 per cent and why that cannot be explained at all. If you look at the sources again, you see the critique of this line of argument.”

        Genau gelesen:
        “…But since she is an academic who does not make sweeping conclusions as you do (“free and unbiased”, I know…), it would be silly to take her seriously…”

        http://stoptalk.wordpress.com/2012/04/21/do-your-homework/

        Was will man da noch darauf antworten?? Ernst nehmen??

        ………………
        …………….

  8. @ Stringa:
    Sie meinen diese Zusammenstellung?
    http://www.microaggressions.com/

    Ja, so ist es wohl. Ich habe immer die These vertreten, daß die Neigung, einer stringenten Welt-Elends-Erklärungs-Ideologie anheimzufallen, biographisch bedingt ist. Und wie man an dieser Sammlung von verbalen Mini-Aggressionen (die ich zum Teil nicht einmal als solche erkenne) ablesen kann, sind es eben subjektiv empfundene Verletzungen, die jemanden für Erlösungskonzepte empfänglich machen: nicht anders funktionieren Religionen, die höchsten und wirkmächtigsten aller Ideologien.

    Schlechte Zeiten für Oliver Thomas und Chomsky, die hier harte Zahlen und facts aus der Realität herankarren, wie ich das auch tue. Was vermag die Realität gegen deren Evaluation durch Gefühl? Wenig, zumal interessegeleitete Wissenschaft der Mehrheitsmeinung gern mit Mainstream-Interpretationen per konstruierten Dunkelziffern zur Seite springt. Nur als Mainstream-Wissenschaftler bekommt man Forschungsgelder. (Das gilt auch für die Klimaforschung oder die Frage, ob Margarine gesünder ist als Butter.)

    Da hilft nur, weiterzubloggen.

  9. @ Oliver Thomas:
    zu:
    http://gabrielewolff.wordpress.com/2012/04/21/kristina-schroder-sagt-auch-was-gesagt-werden-mus/#comment-333

    Das ist ja interessant!
    Bei mir taucht bei dem ersten YES zur rhetorischen Frage, ob es diskriminierende Tarifverträge gebe, dieser Artikel auf:

    Gemeinsames Projekt der ÖTV und der Stadt Hannover
    Tarifverträge werden auf Diskriminierung von Frauen überprüft

    27.06.2000, 16:32 Uhr

    ap HANNOVER. Die Stadtverwaltung Hannover und die Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr gehen gemeinsam der Benachteiligung von Frauen durch Tarifverträge für den öffentlichen Dienst nach. In einem wissenschaftlich begleiteten Projekt würden die Bewertungsmaßstäbe für die Tätigkeiten von Männern und Frauen geprüft, sagte der städtische Personaldezernent Frank Bsirske am Dienstag. Ziel sei es, eine unterschiedliche Bezahlung gleichwertiger Tätigkeiten von Frauen und Männern zu unterbinden und den Grundsatz “gleiches Entgelt für gleichwertige Arbeit” zu verwirklichen.

    http://www.handelsblatt.com/archiv/gemeinsames-projekt-der-oetv-und-der-stadt-hannover-tarifvertraege-werden-auf-diskriminierung-von-frauen-ueberprueft/1990884.html

    In dem natürlich auch nichts steht, das zur Bejahung der Frage führen könnte.

    Mein Kommentar bei Stop! Talking ist jetzt freigeschaltet:
    http://stoptalk.wordpress.com/2012/04/21/do-your-homework/?replytocom=407#respond

    Der von Miriam K. nicht:
    http://stoptalk.wordpress.com/2012/04/21/do-your-homework/?replytocom=410#respond

    Und ich habe auch schon eine lange Erwiderung von ›accalmie‹ bekommen:
    http://stoptalk.wordpress.com/2012/04/21/do-your-homework/?replytocom=409#respond

    Die ich mir noch in Ruhe ansehen muß… (Ist aber nicht so leicht, die Ruhe zu bewahren, wenn der Router nicht richtig funktioniert und man sich nur minutenweise im Netz aufhalten kann.)

    • Liebe Frau Wolff,
      Haben Sie sich mal das Microagressivity Projekt auf Stoptalk angesehen ?
      Ach du lieber Gott !
      Da hat jemand akribisch alle richtigen und eingebildeten Beleidigungen gesammelt – seit der Schulzeit wohlgemerkt.
      Man weiß gar nicht, ob man mehr Mitleid haben soll oder mehr Widerwillen.
      Ich hatte sehr ambivalente Gefühle beim Lesen.

  10. @Gabriele
    Köstlich der Artikel im European von Birgit Kelle ( Die Beiträge von European kann man auch direkt über Facebook beziehen, sehr viele gute Artikel (Vorsicht Werbung ☺ !)

    Adam Soboczynski´s Artikel in der Zeit hat mir auch sehr gut gefallen, er steht ja für die Frauenquote, wenn ich jedoch die Zahlen, Daten und Fakten in nachfolgenden Studien lese , die ich verlinkt habe, würde mich doch eher interessieren ob eine Gesamtdurchschnitt der Frauen in Deutschland hinter dem stehen, was feministische Vorkämpferinnen verlangen. Ich bin da skeptisch.
    Ich bin sogar skeptisch, ob diese Frauenquote von 40% in bestimmten Bereichen in der Realität überhaupt ( außer man verzichtet auf Qualifikation in verschiedenen Bereichen) erreicht werden kann.

    Zu diesem gender pay gap in Höhe von 23 %
    Dieser gender pay gap ist ein volkswirtschaftlicher Begriff und beschreibt den Unterschied der durchschnittlichen Stundenlöhne von Männern und Frauen einer gesamten Volkswirtschaft. Dieser Pender pay gap von 23% beruht auf unbereinigten und nicht direkt vergleichbaren Werten (insbesondere Berufswahl, Ausbildungsgrad, Erziehungszeiten etc..) Dies als „Lohnlücke“ zu bezeichnen (häufig von Feministinnen) und mit Schlagworten zu versetzen Lohndiskriminierung „Gleicher Lohn für gleiche Leistung“ , erachte ich als irreführend. Ein besserer Ausdruck wäre „Einkommensunterschied/Lohnunterschied“.

    Hier habe ich das Dossier des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend:

    Entgeltungleichheit zwischen Frauen und Männern in Deutschland

    http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Abteilung4/Pdf-Anlagen/dossier-entgeltungleichheit,property=pdf,rwb=true.pdf
    Seite 5

    Nach wie vor verdienen Frauen in Deutschland im Durchschnitt 23 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Damit liegt Deutschland im EU-Vergleich auf dem siebt- letzten Platz. Bei Hochschulabsolventen und Führungskräften ist der Abstand noch größer.”

    Seite 6


    Definition der geschlechtsspezifischen Entgeltungleichheit
    In der amtlichen Statistik wird der Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern durch den Strukturindikator „Gender Pay Gap“ (GPG) abgebildet. Der GPG stellt den prozentualen Unterschied zwischen dem durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von Frauen zu dem der Männer dar (Alter 16–64 Jahre, Wochenarbeitszeit mind. 15 Stun- den). Berücksichtigt werden dabei die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der gesamten Wirtschaft, ab 2006 ohne Alters- oder Arbeitszeitgrenze (allerdings bislang ohne öffentliche Verwaltung). Als Datengrundlage dient seit dem Jahr 2006 EU-einheit- lich die vierjährliche Verdienststrukturerhebung. Für die Jahre zwischen den Erhebun- gen werden nationale Quellen zur Schätzung herangezogen, in Deutschland die viertel- jährliche Verdiensterhebung. Die Berechnung des GPG durch das Statistische Bundesamt (Destatis) ist zugleich Grundlage der alljährlichen Ermittlung des Strukturindikators für die Europäische Kommission durch Eurostat, mit dem die europäische Vergleichbarkeit gewährleistet wird.
    Grundlage dieser Berechnungen ist immer die sog. unbereinigte (durchschnittliche bzw. einfache) Lohnlücke, d. h. der einfache Vergleich der Bruttolöhne von Frauen und Männern. Dieser prozentuale Lohnunterschied ergibt sich grundsätzlich aus der Diffe- renz zwischen den jeweiligen durchschnittlichen/mittleren Löhnen von Frauen und Männern (in Prozent der durchschnittlichen/mittleren Löhne von Männern).”

    http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Abteilung4/Pdf-Anlagen/dossier-entgeltungleichheit,property=pdf,rwb=true.pdf

    Hier die Studie zu

    “Entgeltungleichheit
    Qualitative Studie über den Zusammenhang zwischen objektiver Entgeltungleichheit und den Motiven bei Gehaltsverhandlungen seitens der Frauen und seitens der Arbeitgeber”

    http://www.sinus-institut.de/uploads/tx_mpdownloadcenter/Entgeltungleichheit_zwischen_Frauen_und_Maennern.pdf

    Ein Kommentar von BDA Arbeitgeber. Argumente
    Lohnunterschiede von Frauen und Männer

    “Fakt: Gleiche Arbeit beim gleichen Arbeit- geber wird gleich bezahlt
    ƒ Wenn Frauen beim gleichen Arbeitgeber die gleiche Arbeit leisten wie ein Mann, dann werden sie auch gleich entlohnt. Das­ist­nicht­nur­betriebliche­Praxis,­sondern­wird­darüber­ hinaus auch nach Recht und Gesetz verlangt. Es wäre zudem ökonomisch unsinnig, Männern bei gleicher Arbeit mehr zu zahlen als Frauen.
    ƒ Dazu steht nicht im Widerspruch, dass Männer und Frau- en, obwohl sie beim gleichen Arbeitgeber im gleichen Beruf tätig sind, dennoch oftmals unterschiedlich verdienen. Schließlich werden bei der lohn- und gehaltsrelevanten Einstufung auch die individuellen Vorkenntnisse und Fä- higkeiten, der Grad der Belastung und die Verantwortung des Arbeitnehmers, Art, Vielfalt und Qualität und die damit zusammenhängenden Aufgabenarten und Anforderungen der Tätigkeit berücksichtigt. Dies erklärt, warum z. B. nicht jeder­ Lehrer,­ jeder­ Krankenpfleger­ oder­ jeder­ Verkäufer­ gleich viel verdient.
    ƒ Tarifvertraglich geregelte Eingruppierungsverfahren unter- stützen die gleiche Bezahlung gleicher Arbeit.
    ƒ Welche Arbeit als gleich oder gleichwertig zu bewerten ist,­ lässt­ sich­ nur­ branchenspezifisch­ beurteilen.­ Eine­ branchenübergreifende Bewertung von Tätigkeiten, z. B. die eines/-r Lagerarbeiter/-in mit der eines/-r Kellners/-in, ist nicht möglich. Gesetzliche Reglementierungen zur Ar- beitsbewertung­ könnten­ branchenspezifischen­ Besonder- heiten nicht gerecht werden und wären ein Eingriff in die Tarifautonomie.”

    http://www.bda-online.de/www/arbeitgeber.nsf/res/48FC8569C45A8DE0C12575D8002BCD60/$file/Lohnunterschiede.pdf

    Der bereinigte Gender pay gap liegt bei etwa 8 %.

    Statitistisches Bundesamt 2006

    “Verdienstunterschiede zwischen Männern und Frauen”
    http://www.familien-schutz.de/wp-content/uploads/2010/10/Verdienstunterschiede-zwischen-Männern-und-Frauen.pdf

    Seite V:
    “Der bereinigte Gender Pay Gap liegt in Deutschland bei etwa acht Prozent. Dies bedeutet, dass im Durchschnitt Frauen auch dann weniger als Männer verdienen, wenn sie vergleich­bare Arbeit leisten. Der ermittelte Wert ist eine Obergrenze. Er wäre geringer ausgefallen, wenn der Berechnung weitere lohnrelevante Eigenschaften – vor allem Angaben zu Erwerbs­unterbrechungen – zur Verfügung gestanden hätten.”

    Seite 6:
    “Im Gegensatz zum unbereinigten Gender Pay Gap erlaubt der bereinigte Strukturindikator Aussa­ gen zur Höhe des Unterschieds im Bruttostundenverdienst von Frauen und Männern mit ver­ gleichbaren Eigenschaften. Bei der Berechnung des bereinigten Gender Pay Gap wird also jener Teil des Verdienstunterschieds herausgerechnet, der auf strukturelle Unterschiede (beispielswei­ se unterschiedliche Bildungsstruktur) zwischen den Geschlechtergruppen zurückzuführen ist.”

    Auf Seite 49 + 56 sind die genauen Ergebnisse

    http://www.familien-schutz.de/wp-content/uploads/2010/10/Verdienstunterschiede-zwischen-Männern-und-Frauen.pdf

    ALLESEVOLUTION hat eine gelungene Zusammenfassung und weitere Info:
    http://allesevolution.wordpress.com/2010/11/11/gehaltsunterschiede-mann-frau/

    Die Süddeutsche schreibt am 13.12.2010:

    Männer und Frauen: Gehaltsunterschied
    Von wegen benachteiligt
    13.12.2010, 11:15

    “Kein Grund mehr zu jammern? Eine neue Studie belegt, dass Frauen gar nicht so viel weniger als ihre männlichen Kollegen verdienen wie bisher gedacht. Die Unterschiede, die es gibt, haben einen Grund.

    Umsonst gejammert? Frauen verdienen nach einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) gar nicht so viel weniger als Männer – jedenfalls wenn sie genauso qualifiziert sind. Dieses Studienergebnis, das in Köln veröffentlicht wurde, bestätigt Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Das Amt hatte in den vergangenen Jahren konstant einen Lohnabstand von 23 Prozent ermittelt, vor zwei Wochen veröffentlichte es jedoch bereinigte, niedrigere Zahlen.”

    http://www.sueddeutsche.de/karriere/maenner-und-frauen-gehaltsunterschied-von-wegen-benachteiligt-1.1021530

    Die feministischen Propaganda „Weniger Lohn für gleiche Arbeit“ unter Verwendung des unbereinigten gender pay gap von 23% dient der feministischen Lobby zur Übertreibung der tatsächlichen Situation, wenn man den bereinigten Wert von 8 % liest.

    http://nichtmeineministerin.de/

    Zur obigen PR der Feministinnen:
    Ob tatsächlich so viele Frauen Karriere machen wollen, oder sich für Arbeit/Teilzeitarbeit oder Familie und Kindererziehung entscheiden wollen, mehr Kita-Plätze benötigen, sich ungleich behandelt fühlen, eine Frauenquote in Aufständen und Aufsichtsräten benötigen, ließe sich doch sehr einfach klären, wenn man Frauenumfragen erstellt, welche alle Bildungsschichten beinhaltet und geografische Gesichtspunkte (Nord-Süd, Ost-West, ländlich, städtisch ) etc. berücksichtigt.

    Zu den Forderungen nach mehr Kita-Plätzen durch die Feministinnen:

    Das ist ein Punkt, den ich überhaupt nicht nachvollziehen kann. In der BRD ist die Geburtenrate stark rückläufig. In unserer Grundschule hat sich die Situation nach 6 Jahren so verschärft, dass man 2 Grundschulen zusammenlegen musste, von 4 Klassen á 28-30 Kinder auf 3 Klassen mit je 24, 17, 18 Kinder:

    ▪ Die Zahl der Geburten ist seit den Baby-Boomer-Jahren (1960er) im Trendverlauf stark rückläufig. Eine deutliche Trendumkehr ist nicht zu erwarten.
    ▪ Seit 1998 ist die Anzahl der potentiellen Mütter (Frauen im Alter zwischen 15 und 49 Jahren) rückläufig. Weniger Mütter können folglich in Zukunft auch weniger Kinder gebären.
    ▪ Das Alter der Mütter bei der ersten Geburt ist seit den 1960er Jahren kontinuierlich gestiegen, d.h. der Zeitpunkt der Familiengründung hat sich im Lebensalter weiter nach hinten verlagert.
    ▪ Der Anteil nichtehelicher Geburten ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Im Jahr 2010 wurde jedes dritte Kind von einer nichtverheirateten Mutter geboren. Dies kann sich auf die Anzahl und Struktur alleinerziehender Eltern auswirken.
    ▪ Die Anzahl der geborenen Kinder nimmt mit steigendem Bildungsstand der Eltern ab.

    http://bloq.demographie-kommunal.de/demographischer-wandel/die-kinderbetreuung-von-morgen-schon-heute-optimal-planen-247.html
    http://bloq.demographie-kommunal.de/demographischer-wandel/die-kinderbetreuung-von-morgen-schon-heute-optimal-planen-247.html

    oder hier:
    “Geburtenrate in Deutschland seit Wiedervereinigung regional stark rückläufig”
    http://www.mixed-zone.de/html/geburtenrate_deutschland__gebu.html

  11. @Stop! Talking.

    Of course, it is necessary for argumentatively forceful replies to entitle themselves with a hint of rebel and anti-political correctness, so her article is named “Kristina Schröder also says what has to be said”. Indeed, it is always a great selling point to construct your argument as the only voice of reason in a firestorm of mass media political correctness; as the sole keeper of truth and decency in this jungle (yes, I am using that consciously) of anti-racism and anti-sexism that leaves such devastating effects on public interests you alone have discovered, and to imagine yourself as being the censored minority publisher,
     
    Ich kann die Behauptungen, die Sie hier aufstellen im gesamten Text Frau Wolffs nicht finden. Aber man spürt deutlich, dass Ihnen nicht gefällt, dass möglicherweise jemand tatsächlich gegen den Strom schwimmt, weil Sie diesen Platz vielleicht schon für sich selbst erkoren haben und gerne ein bisschen auf intellektuelle Avantgarde und Opfer der bösen konservativen Gesellschaft machen? Schon blöd, wenn die vermeintliche Avantgarde in Wirklichkeit „lahmer Mainstream“ geworden ist, ohne dass man es gemerkt hat, wenn es doch nur darum geht, aufzufallen und anders sein zu wollen. Sie müssten schon die Seiten wechseln, um ihr Bild der tollen Undergroung-Bloggerin, die am Rande der Gesellschaft selbiger den Spiegel vorhält, aufrechtzuerhalten.
     
    Frau Schröders Argumente als konservativ und antifeministisch zu bezeichnen ist also kein Mainstream? Wie kann es dann sein, dass sich in so kurzer Zeit schon 10. 000 Unterschriften  unter einem schnell verfassten Brief finden, dazu auch noch die von nicht wenigen Politikern, die ganz besonders prüfen müssen, was sie da unterschreiben, ja sogar normalerweise erst einmal den Puls des Volkes fühlen wollen, bevor sie so ein PR-Risiko für sich und ihre Partei eingehen? Welche Ideen schaffen es bitte in der heutigen Zeit so viele Menschen in so wenig Zeit so schnell auf ein paar Sätze zu bündeln?
    Das geht nur, wenn die “richtige” Einstellung schon so klar formuliert ist, dass sich alle darüber bewusst sind, dass man ihre Haltung, die sie mit der Unterschrift unter solcherlei Briefen ausdrücken, nicht kritisieren wird. Wer stellt sich schon öffentlich gegen Frauenbewegungen  (selbst wenn sie Forderungen aufstellen, die gegen unser Grundgesetz sind) und wer stellt sich hinter jemanden, der als Verhinderung der Gleichstellung der Frau von selbigen verschrien wird? 
     
    when all you do is repeat the same arguments that every other Stammtisch and the millions of people who bought Thilo Sarrazin’s and Eva Herrman’s book and will, without doubt, also buy Schröder’s, think and argue all along.
     
    Wild irgendwelche Namen, um die e s hier nicht geht, in den Raum zu werfen, die allesamt die erhofften Reflexe des “damitmöchteichnichtszutunhabens” auslösen sollen, sind ein schaler Ersatz für ein Argument – das ist Stammtisch-Streitkultur.
     
    After having made this introductory maverick statement, Wolff continues that

    und erntet dieselben Reflexe, die Günter Grass erfahren hat. Denn Feminismus-Kritik ist dasselbe verminte Gelände wie Israel-Kritik.

    I find it marvellous that people have to step into every trap of cliché they possibly can to defend Schröder. Günther Grass has written a ‘poem’ that accused Israel of wanting to “eradicate” the Iranian people; he then complained about the “gleichschaltung” of the media (as you seem to do, but you have the sense to not use that word), and imagined himself, just as Wolff does, as the sole voice of reason in this politically correctness crazed world.

    Ich finde es klasse, dass Sie so wunderbar zielsicher auf der Welle der öffentlichen Meinung surfen, dass Sie dabei, ohne es zu merken, jeglichen Intellekt, den Sie zweifelsohne haben, verschließen vor den Fakten, die der Kritik zugrunde liegen und dem, was tatsächlich geschrieben steht. Aber wenn man lesen würde, was tatsächlich geschrieben steht, kann man natürlich nicht die schon so oft eingeübten Reden schwingen – da müsste man sich ja mal neue Gedanken machen. Bei dieser einhelligen Meinung der angeblich so unabhängigen und vielstimmigen Presse, die man bei Grass erleben konnte (abgesehen von ein paar mutigen Kommentatoren) könnte man durchaus von einer Gleichschaltung reden- zwar keiner solchen  aufgrund eines Diktators, aber durchaus einer solchen, die von der politischen correctness diktiert wurde. 

    Indeed, what Wolff does here, is to play with the implicit belief that both feminism and Israel (as a state? As a government? As “the Jews”?) are so powerful and all-consuming forces that any form of criticism leads to inevitable, horrific repercussions (hence: the “mine field” analogy); a very subtle hint at the continuous and revoltingly anti-Semitic idea that both have a secret power network and are above democratic influence and are somehow capable of pulling every string. This is how antifeminist and anti-Israel prejudices work, apparently: regardless of the fact that an explicitly and outspokenly anti-feminist is now germany’s Federal Minister for women and that Israel has been up for every form of criticism (and attack) since its existence, and middle-Eastern conflicts seem to be a little more complicated than what Günther Grass makes of them, somehow both feminism and Israel have been the secret victors all along.

    Wo wir wieder beim Lesen wären.. Hätten Sie Ihre Hausaufgaben gemacht, hätten Sie die Artikel von Frau Wolff über das Grass Gedicht gelesen und wüssten, worauf die Kritik abzielt. Mit Sicherheit nicht gegen eine angebliche jüdische Weltverschwörung. Sie haben mit diesem Kommentar nicht die Arbeitsweise von Kritikern der Israel-Politik und der Genderforderungen aufgezeigt, sondern lediglich Ihre eigenen. Denn das Einzige, das Sie zu entgegnen wissen, ist Dinge zu behaupten, die weder geschrieben noch ansatzweise suggeriert worden sind.

    Weder findet man antisemitische Gedanken noch Frauenfeindlichkeit in den besagten Ausführungen. Und da liegt ihr Kernproblem. Sie (und nicht nur Sie) können oder wollen nicht auf sachlicher Ebene diskutieren, sondern sämtliche Streitthemen mit persönlichen Tiefschlägen ausfechten. Deswegen gibt es in Ihrer Welt auch keine Kritik an der Politik Israels, nein, es ist immer gleich die Kritik gegen die Juden an sich und deshalb ist auch jeder, der die Politik kritisiert in Ihren Augen ein Antisemit. Haben Sie jemals eine Kritik der französischen Politik als Kritik gegen das französische Volk oder dessen Religion verschrien? Ne? Warum machen Sie es dann hier? Weil es sich gut anhört und die anderen Antifa-Kumpels das auch immer erzählen? (Und jetzt bitte nicht auch noch die Rassismus-Keule schwingen – das verbietet sich schon aufgrund meiner Abstammung.) Und nun? Kollaborateur? Verräterin?

    - Woran gleich nochmal?

    Ebenso verhält es sich mit der Kritik am Feminismus. Entweder man ist für oder gegen uns -das ist es, das sie ausstrahlen und das ist es, was man zu spüren bekommt, wenn man nicht blind Unterschriften unter schlecht elaborierte Briefe setzt.

    Niemand hat von einer angeblichen Weltverschwörung oder einem „secret power network“ geschrieben oder ein solches angedeutet, was Sie aber nicht daran hindert, das zu suggerieren. Es gäbe auch keinen Grund dazu, denn die Macht des feministischen Zeitgeist ist kein bisschen versteckt. Sie spiegelt sich in unserer Rechtsprechung wieder, in Politik, an der Nibelungentreue deutscher Talkshowredaktionen Frau Schwarzer zu jedem Thema einzuladen, wo es auch nur ansatzweise um Frauen gehen könnte  und man sieht sie immer besonders deutlich bei Sorgerechtsentscheidungen.

    Wenn Ihre einzigen Argumente gegen Kritik an Ihren Anliegen das Unterstellen blödsinniger Verschwörungstheorien sind, die angeblich die Grundlage der Kritik seien, womit Sie nichts weiter wollen als den Kritiker persönlich anzugreifen und abzulenken, passen Sie sich wunderbar in die Politik Ihrer selbsternannten Führerin Schwarzer ein, die ja mit ihrer Liaison mit der BILD zumindest öffentlich zugibt (wenn auch unfreiwillig), wofür sie steht. 

    Ihr Beweis für eine angebliche antifeministische Gesellschaft soll Kristina Schröder in Person sein, weil sie als angebliche Antifeministin Ministerin geworden ist. Warum sie als Beweis gelten soll, erklären Sie wieder nicht – als wäre der angebliche Antifeminismus von einer solchen Offensichtlichkeit und allgemein anerkannt, dass es keiner Erklärung mehr bedürfte. 

    Wolff then selectively cites a number of replies and reviews of Schröder’s book and policies from different media outlets to construct their argument that the “mass media” is somewhat hostile and can only attack ad hominem. I find it remarkable, however, that feminist outlets like Mädchenmannschaft and myselfare now suddenly this country’s majority. Who knew? I don’t even know what to do with all that sudden power and discursive influence… :)

     

    Und wieder: warum haben Sie Ihre Hausaufgaben nicht gemacht? Googlen Sie einfach mal „Kristina Schröder“ und „Buch“ dann finden Sie die Artikel der Medien, die hier gemeint waren.

    Der Stern schreibt:

    „Über das Ende der Frauenpolitik
    Kristina Schröder hat mit ihrem Buch die Belange der Frauen ins Private verbannt – und damit ihr Versagen als Ministerin dokumentiert. Ein Gastbeitrag von Manuela Schwesig“
     
    Grüne und SPD sind so empört, dass sie sich eine neue Wulff-Affäre herbeizaubern wollen:
     
    Vorwürfe wegen Schröder-Buch
    Grüne und SPD wollen Klarheit.

    RP-Online schreibt

    Buch der Ministerin löst erneut Kritik aus
    Die Pannen der Kristina Schröder
     
    Die ZEIT schreibt
    Feminismus-Buch Schröder schreibt ihre eigene Bankrotterklärung
    ZEIT ONLINE - ‎18.04.2012‎
     
    Kristina Schröder, die überforderte Ministerin
    Rhein-Zeitung - ‎20.04.2012‎
    Familienministerin Kristina Schröder (CDU) hat ein Buch geschrieben, das politisch sein will, vor allem aber eines offenbart: dass die 34-Jährige die Ansprüche ihres Amtes nicht erfüllt.
     
    Kristina Schröder kapituliert vor der Frauenfrage
    Spiegel Online - ‎16.04.2012‎
    Von Anna Reimann Kristina Schröder hat ein Buch über Frauen in Deutschland geschrieben – sie klagt darin über starre Rollenbilder, vor allem aber rechnet sie mit dem Feminismus ab. Was die Familienministerin als Liberalität tarnt, ist in Wahrheit der …
     
    Frankfurter Rundschau
    Die Leere im Denken der Kristina Schröder

    Probleme der Frauen? Wen kümmert’s! Das Buch von Familienministerin Kristina Schröder offenbart auf erschreckende Weise, wie unpolitisch sie denkt.

    Kristina Schröder erntet Kritik und Unmut
    Augsburger Allgemeine - ‎19.04.2012‎
     
    CDU-Ministerin unter Beschuss: „Kristina Schröder ist eine kapitale Fehlbesetzung“
    Handelsblatt - ‎17.04.2012‎
     
    Kristina Schröder - Kein Mut! Keine Ideen! Kein Erfolg!
    BILD - ‎17.04.2012‎
    Nix ist öder als die Politik von Frau Schröder Freude am Job? 
     
    ..und ich habe nicht alle hier aufgezählt. Das war die Grundlage für den Eindruck, hier eine Pressekampagne gegen Frau Schröder zu erleben.
     
    Einige wenige Gegenstimmen gibt es als kleines Denkmal der schwindenden öffentlichen Meinungsfreiheit dennoch, diese hier z.B. :

    „Vergessen war der Unfähigkeitsvorwurf von Alice an die junge Ministerin. Man darf gespannt sein, wie die Grande Dame der Emanzipation nun reagieren wird. Noch sind die Gelder zur Rettung ihres FrauenMedia Turmes in Köln nicht geflossen, sie muss sie artig, bürokratisch und vorschriftsmäßig beantragen und erstmal genehmigen lassen. Was also tun? In den aktuellen Shitstorm einsteigen und Klein-Kristina abwatschen, oder auf die Zunge beißen und haareraufend erst die Überweisung aus dem Ministerium abwarten?

    Sagen muss Frau Schwarzer eigentlich nichts mehr, das haben ihre Gefolgsgenossinnen schon hinreichend im deutschen Blätterwald übernommen. Breite Einigkeit herrscht darüber, die kann es nicht, sie ist zu jung, zu blöd, zu naiv, sie hat keine Lösungen, sie verrät die Frauen, sie vertritt sie nicht mehr, wenn dann höchstens noch die Mütter (sind das keine Frauen?). Sie habe keinen Mut, keine Ideen, keinen Erfolg, kein Konzept und sollte mal besser nach Hause gehen und den Platz räumen für jemanden, der weiß, was Frauen wirklich wollen. Die Antwort darauf würde auch Männer sicher brennend interessieren.

    Liebe Frau Schröder, bleiben Sie. Ich finde es erfreulich, dass sich endlich mal ein Generationenwechsel in der Frauenpolitik abzeichnet. Ihr Bild, oder besser gesagt ihre Vision von der emanzipierten und vor allem freien Frau ist derart avantgardistisch, dass es nicht wundert, dass sich die ewig Gestrigen offensichtlich nicht in der Lage sehen, es nachzuvollziehen. Die geernteten Reaktionen bestätigen zahlreiche Kapitel Ihres Buches, das mit der einseitig beanspruchten Deutungshoheit der Feministinnen im Land abrechnet. Quod erat demonstrandum.“

    http://nachrichten.t-online.de/kommentar-shitstorm-ueber-dem-familienministerium/id_55802962/index?news

     Leider habe ich keine Zeit mehr für den Rest, später vielleicht, denn dazu gibt es noch viel zu sagen. 

    • Wenn sie sich kürzern halten könnten, wäre man eventuell tatsächlich in der Lage diese Texte zu lesen. Haben Sie nie gelernt das LANGE Texte sich nicht fürs Web eignen??

      • Ich schätze die Möglichkeiten des Netzes sehr, sich von der Häppchen-Kultur der Leitmedien distanzieren zu können. Lange Texte (und der Kommentar von Miriam K. ist doch nicht lang?!) eignen sich lediglich für Nicht-Leser nicht.

        @ Miriam K.

        Ich habe Stop! Talking gerade selber einen Kommentar zukommen lassen. Mal sehen, ob sie ihn akzeptiert.

      • @GabrieleWolff

        Viel Erfolg! Ich hatte meinen zeitgleich auch auf ihrem Blog gepostet, bisher ist er allerdings noch nicht freigeschaltet (so lang ist das aber auch noch nicht her).

      • @Gabriele

        “Ich habe Stop! Talking gerade selber einen Kommentar zukommen lassen. Mal sehen, ob sie ihn akzeptiert.”

        Wenn er nicht veröffentlicht wird, bringst du deinen Beitrag hoffentlich hier? Bin sehr interessiert :)

        Ich warte mal ab, ob dein und Miriams Beitrag überhaupt veröffentlicht wird und schreibe dann evtl. auch einen Beitrag.

        StopTalking hat ja deine Fragen eingestellt, die Beantwortung deiner Fragen kann man nachlesen, hier gehe ich nähers darauf ein:

        “Existiert in der Wirtschaft oder im öffentlichen Dienst auch nur ein einziger Tarifvertrag, in dem zwischen männlichen und weiblichen Arbeitnehmern/Angestellten differenziert wird?”
        http://stoptalk.wordpress.com/2012/04/21/do-your-homework/

        Erhälst du die Antwort:
        1. Yes, in a sense

        http://www.badische-zeitung.de/wirtschaft-3/viele-tarifvertraege-diskriminieren-frauen-systematisch–54389261.html

        Das ist praktisch so gut wie keine Antwort, auf deine Frage das einzige was man direkt zu Tarifverträgen der Gleichstellungsbeauftragten Tondorf feinden kann ist dies: Und das lässt sich über Tarifverträge „Gleicher Lohn-gleiche Arbeit“ so nicht vergleichen.

        BZ: Wo konkret werden Ihrer Ansicht nach Frauen beim Lohn systematisch benachteiligt?
        Tondorf: Bei der Bewertung von Arbeit fehlen oftmals typische Anforderungen und Belastungen. Psychosoziale Anforderungen wie Kommunikations- oder Kooperationsfähigkeit werden bei Dienstleistungsarbeit zwar abgefordert, aber nicht bewertet und nicht bezahlt. Verantwortung wird meist einseitig ausgelegt, als Verantwortung für Geld- und Sachwerte oder Führung, während die Verantwortung für Menschen kaum beachtet wird. Ein anderer wichtiger Punkt: Körperliche Anforderungen werden meist nur bei gewerblicher Männerarbeit bewertet, bei weiblichen Angestelltentätigkeiten ist das selten der Fall. Denken Sie an die Altenpflege. Das Heben und Tragen von pflegebedürftigen alten Menschen ist sehr anstrengend. Oder an die Lärmbelastungen von Erzieherinnen, an ständiges Stehen bei Verkäuferinnen. Es ist in Deutschland nicht üblich, solche Belastungen zu honorieren. Das alles führt zu einer Unterbewertung und Unterbezahlung von Frauenarbeit.

        Sehr fragwürdig geht es in diesem Artikel aber weiter:

        “Tondorf: Sie muss ihren Verdacht näher begründen können. Das ist oft nicht ganz einfach.Denn sie muss ihre Arbeit und ihr Entgelt mit der Arbeit und dem Entgelt eines Mannes vergleichen. Erhält sie für die gleiche Arbeit gleiches Geld? >>>>>>>>>>>>>Falls sie eine andere Tätigkeit ausübt, zum Beispiel als Sekretärin – ist ihre Arbeit gleichwertig mit der eines Facharbeiters im selben Betrieb oder Tarifbereich?”<<<<<<<<<<>>… <<< darüber ein Interview zu geben, braucht man nicht rätseln, sondern sollte als Gleichstellungsbeauftragte über Tarifverträge Bescheid wissen und dies auch kommunizieren können, vor allem wenn man darüber spricht. Im Interview.

        Und die zweite Antwort auf deine 1. Frage lautet: “and by the way…”
        http://www.sueddeutsche.de/karriere/diskriminierung-von-frauen-karriere-ist-maennersache-1.405283

        und gibt KEINE Antwort auf deine gestellte Frage.

        (Das ist schon wirklich wischi-wasch-Taktik?)

        Deine (Gabriele) zweite Frage lautet:
        Haben wir nicht ein Antidiskriminierungsgesetz, nach dem auf gleiche Bezahlung geklagt werden kann?

        Antwort von StopTalking lautet:

        Yes, but….(page 12)

        http://www.bmi.bund.de/cae/servlet/contentblob/134774/publicationFile/14308/Rassismus_Info_Brief_Nr_8.pdf

        Die Antwort lautet ja, aber auf Seite 12 liest man und leider kann man nicht vollziehen, wo rechtsstaatliche Prinzipien wirklich verletzt sein könnten. Stop Talking gibt darüber keine Auskunft.

        Dritte Frage von Gabriele lautet:
        Gibt es nicht auch den Niedriglohnsektor für Männer (Wachschutz, Gebäudereiniger)?

        Die Antwort lautet: “Yes, but…”

        Und man erhält eine nette Broschüre:
        http://www.uni-due.de/imperia/md/content/ekfg/hat_niedriglohn_ein_geschlecht.pdf

        Meine Antwort auf deine Frage, Gabriele, auf den Niedriglohnsektor für Männer lautet. Es gibt nicht nur ein Niedriglohnsektor für Männer im Bereich Wachschutz und Gebäudereiniger, nein, sondern auch bei der Müllabfuhr, im Handwerk und auf dem Bau, in der Industrie am Fließband und Montage, bei der Bundeswehr und den Dienstleitungen etc. so wie in vielen einfachen Frauenberufen eben auch.

        Vierte Frage von Gabriele lautet:

        “Werden Frauen gezwungen, in Branchen zu arbeiten, in denen weniger verdient wird als in anderen?”

        Antwort von StopTalking:

        “No, but…”

        Und man erhält einen netten Genderbericht, der zur gestellten Frage keine Antwort gibt und keinen Bezug herstellt!

        http://www.bmfsfj.de/doku/Publikationen/genderreport/2-Erwerbstaetigkeit-arbeitsmarktintegration-von-frauen-und-maenner/2-8/2-8-1-horizontale-segregation-frauen-und-maennerdomaenen.html

  12. @ Chomsky:

    http://gabrielewolff.wordpress.com/2012/04/21/kristina-schroder-sagt-auch-was-gesagt-werden-mus/#comment-321

    Ich sehe gerade, daß Antje Schrupp alle Deine Kommentare und ihre Antworten an Dich aus den Kommentaren gelöscht hat: es werden 37 Kommentare angekündigt, aber es sind nur noch 31 vorhanden:
    http://antjeschrupp.com/2012/04/18/um-es-nochmal-klar-zu-machen-kristina-schroder-hat-recht/#comments
    Dafür hat der letzte von Dir zitierte Kommentator auf meinen Beitrag hier verlinkt… Ob der Link auch bald weg ist?! :-))

  13. Kristina im Gouvernantenstadl
    21.04.2012, 13:33 Uhr | Ein Kommentar von Birgit Kelle

    Familienministerin Kristina Schröder sorgt mit ihrem Buch für viel Gesprächsstoff (Quelle: dapd)
    Ich komm vor Lachen gar nicht mehr in den Schlaf ob des raffinierten Schachzuges von Kristina Schröder, sich erst vor wenigen Wochen überraschend und ungefragt mit versprochenen Subventionen in das Herz von Alice Schwarzer einzukaufen, um jetzt mit ihrem neuen Buch deren Feminismusdefinition eine volle Breitseite zu verpassen. Dabei hatten die Damen Schröder und Schwarzer sich doch erst kürzlich gegenseitig und öffentlich wärmende Worte zugeflötet. Von wegen Zickenkrieg.

    Vergessen war der Unfähigkeitsvorwurf von Alice an die junge Ministerin. Man darf gespannt sein, wie die Grande Dame der Emanzipation nun reagieren wird. Noch sind die Gelder zur Rettung ihres FrauenMedia Turmes in Köln nicht geflossen, sie muss sie artig, bürokratisch und vorschriftsmäßig beantragen und erstmal genehmigen lassen. Was also tun? In den aktuellen Shitstorm einsteigen und Klein-Kristina abwatschen, oder auf die Zunge beißen und haareraufend erst die Überweisung aus dem Ministerium abwarten?

    http://nachrichten.t-online.de/kommentar-shitstorm-ueber-dem-familienministerium/id_55802962/index?news

  14. Liebe Schröder-Verteidiger,
    da ich “gerne” mit Menschen diskutiere die meine Sichtweise nicht teilen und davon ausgehe, dass ich hier Menschen finde, denen es ähnlich geht (ich hoffe es zumindest), möchte ich einen anderen Blickwinkel einbringen.
    Ich halte mich dabei kurz, denn lange Texte sind meines Erachtens im Internet ungünstig.

    Frau Schröder möchte sich trennen von Rollenzwängen aus feministischen und strukturkonservativen Lagern. Ich höre von ihr aber keinerlei Kritik an konservativen Zwängen. Als Mutter habe ich JEDEN Tag aufs neue mit konservativen Bremsklötzen zu tun, die mich in meiner Lebenswahlverwirklichung aufhalten. Ich bin in meiner Arbeitsplatzsuche eingeschränkt, ich MUSS auf eine private Kita “zurückgreifen”, weil die staatlichen nicht liefern können, was ich benötige. Frau Schröder als Familien- und Frauenministerin hat in ihrem Ressort bisher nichts getan, das eine spürbare Verbesserung zur Folge hätte und verfasst nun ein Buch, in dem sie verdeutlicht, dass sie auch in Zukunft nicht vorhat etwas zu tun.

    An dieser Stelle liegt das Problem. Sie hat nicht vor etwas zu ändern. Warum ist sie dann Ministerin? Ohne Gestaltungswillen hat man (meiner Meinung nach) in der Politik nichts zu suchen.
    Mag sein dass viele Medien sich unangemessen äussern, aber ich finde den Grundtenor durchaus angemessen. Und das Ganze mit der Debatte um Grass zu vergleichen ist einfach nur falsch.

    • In ihrem Buch geht es, so hat sie es selbst gesagt, nicht um Politik, sondern gegen das Diktat von Leitbildern – und dabei hat sie sich auch auf “strukturkonservative” Leitbilder bezogen. Was die Krippenplätze angeht, verweise ich auf den Kommentar von Miriam K.:

      Wie man hier lesen kann:
      http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,796200,00.html

      ” “Ich verstehe die Länder nicht, das Bundesgeld ist da, und die Zeit drängt”, sagte die CDU-Politikerin dem SPIEGEL. Von 2,15 Milliarden Euro, die der Bund bis 2013 bereitgestellt hat, sind bis Oktober erst 1,24 Milliarden Euro abgerufen worden.”

      http://gabrielewolff.wordpress.com/2012/04/21/kristina-schroder-sagt-auch-was-gesagt-werden-mus/#comment-308

      Was sollte sie als Bundesministerin mehr tun als diese finanzielle Förderung bereitzustellen?
      Die Vergleichbarkeit der Art und Weise der medialen Behandlung ergibt sich für mich wie von selbst: ein einheitlicher Sturm der Entrüstung, der auf die Person abzielt und der das Buchthema verfehlt. Sollten wir nicht wirklich mit Leitbildern für ein gelungenes (Frauen)leben Schluß machen? Und die Politik sich darauf beschränken, optimale Startchancen und menschenfreundlichere Arbeitsbedingungen für alle zu schaffen, statt Erwerbsarbeit zum Fetisch zu
      machen und optimales Humankapital zu fördern?

    • Salut Marie!

      Ich sehe schon eine gewisse Parallele zwischen der Grass-Debatte und der Schröder-Debatte: M.E. sind beide Debatten doch vielfach ad hominem/ad personam geführt worden (Antisemit/Antisemitismus vs Anitfeminismus/antifeministisch): Zudem bin ich wirklich der Überzeugung, dass die Schöder-Debatte doch unter einem falschen Label läuft: Es geht m.E. wirklich nicht primär um Akezptanz oder NIchtakzeptanz des Feminismus, sondern doch eher darum, welches Wohlfahrtsstaatsmodell in der Frauenfrage durchgesetzt werden soll: Schröder vertritt ganz sicherlich kein sozialdemokratisches Wohlfahrtsstaatsmodell, wie es z.B. in Schweden umgesetzt wurde. Und hier ist es dann sicherlich legitim die Frage aufzuwerfen: will man ein solch etatistisches Wohlfahrtsstaatsmodell wie z.B in Schweden? Daran anschliessend würde sich dann auch die Frage stellen: Stehen Freiheit und Egalität/soziale Sicherheit/Gleichheit in einem Spannungsverhältnis wie z.B. Sicherheit und Freiheit in einem Spannungsverhältnis stehen? Ein Blogbeitrag auf einem anderen Blog zeigt doch m.E. sehr gut, dass die Schröder Debatte doch auch sehr stark ad personam/ad hominem geführt wurde:

      “Ich habe das Buch nicht gelesen und es ist mir auch recht egal was da drinsteht. Auffällig ist allerdings die Kritik gegen Fr. Schröder die doch stark von ad hominem geprägt ist. Wenn Ihre Ideen so abstrus sind warum ist es dann nötig die Person zu zerstören?

      Da wird Fr. S. als ungebildetes “Püppchen” bezeichnet (käme das von einem Mann würde man es wohl sexistisch nennen) oder auch einfach als “Kotztüte”. Solche Gegenreaktionen lassen auf die Tiefe der zugefügten Verletzung schließen. Demnach hat Fr. Schröders Attacke tief gesessen.

      Jana Hensel schreibt ihm Freitag sie sei “keine von uns, keine für uns” – was doch stark danach klingt sie sei keine “richtige” Frau. Eine Frau ist also entweder für “uns” oder gegen “uns”. Das schließt an den älteren Blogpost von Frau Schrupp an, den ich für sehr treffend halte.

      Katrin Rönicke schreibt ebenfalls im Freitag: “Natürlich untersuchten Kritiker auch die Doktorarbeit von Kristina Schröder. Hinweise auf Betrug aber gab es keine, deshalb ließ man die Sache auf sich beruhen. ”

      Da musste ich beinahe lachen. Man liess also “die Sache” auf sich beruhen nachdem niemand ein Fehlverhalten feststellen konnte. Mit anderen Worten: “die Sache” gibt es gar nicht, aber ein bisschen anrüchig klingt es ja doch also rein damit in den Text.

      Beispiele für diese Art von Diskurs gibt es mehr als genug. Letztendlich begreift sich der moderne Feminismus eben nach wie vor nicht als politische Strömung, der man entweder angehören kann oder nicht. Man kann eben nur Feminist sein, oder reaktionär. Daher auch die ganze Aufregung über Dinge, die man so von einer CDU-Ministerin eigentlich nicht anders erwarten könnte.

      Wenn Feminismus für die Gleichberechtigung der Frau steht, sollte er Fr. Schröder dann nicht selbstverständlich auch das Recht zugestehen jedwede Art von politischer Meinung zu vertreten? Man wird nun vielleicht geneigt sein zu sagen das er das ja täte, aber das Fr. Schröder dann eben auch mit der entsprechenden Kritik zu rechnen habe. Der Subtext der meisten “Kritiken” ist aber eben doch ein ganz anderer.
      http://antjeschrupp.com/2012/04/17/antifeminismus-pur-warum-ich-kristina-schroders-buch-nicht-lesen-werde/#comments

      • Dass diese Debatte, wie nahezu alle öffentliche Debatten der letzten Jahre (und sicher auch schon früher), zum Teil ekelhaft, niveaulos und über die Person hinweg geführt wird, geschenkt, da würde ich nie zu widersprechen wagen. Das ist zwar eine Gemeinsamkeit mit Grass, aber auch mit dutzenden anderen öffentlichen Diskussionen. (Charlotte Roche fällt mir da schnell ein, Bettina Wulff, Marina Weisband, endlose Liste).

        Kritikpunkte an Frau Schröders Politik und ihren nun folgenden Äusserungen gibt es Zuhauf. Da müsste man eigentlich nicht persönlich werden.
        Als Bundesministerin müsste sie die Gelder nicht nur bereitstellen sondern die Kommunen aktiv unterstützen, eventuell sogar Sanktionen androhen. Aber DAS ist wieder ihre Politik: Pff, ich hab Euch doch Möglichkeiten vor die Füße geworfen, wenn Ihr sie nicht ergreifen könnt oder wollt – Euer Pech.”
        Diesen Tenor hat ja scheinbar auch ihr Buch. “Wir brauchen keinen Feminismus, wir bracuhen keine Frauenpolitik – machts halt selber.”

        Es hat aber nicht jede Frau ihre Möglichkeiten. Nicht jede Frau kann ihren Job kündigen, wenn ihr Chef ihr nicht die Möglichkeiten gibt Beruf und Familie zu vereinbaren. Nicht jede Frau kann sich hocharbeiten, wenn ihr Vorgesetzter lieber einen Kerl, statt eine gleichqualifizierte Frau einstellt, weil er keine Lust auf “Rumgezicke” hat. Die Liste ist ENDLOS.
        Nicht alles, was zu ändern ist fällt in ihren Aufgabenbereich. Aber sich, trotz dieser Baustellen zurückzulehnen und zu sagen: “Ist doch eure Sache wie ihr lebt, das geht die Politik nichts an!” Da verstehe ich diesen Entrüstungssturm durchaus. Ich bin ja selbst auch, gelinde gesagt, empört über derartige Äusserungen.

        Jeder Mensch hat das Recht zu entscheiden wie er leben will, da hat Frau Schröder Recht. Und es geht die Politik nichts an. Vollkommen. Aber dann muss
        es auch die Möglichkeiten geben, diese Entscheidungen zu leben. Und die sind in die eine Richtung (Hausfrauenehe) momentan eher gegeben als in die andere Richtung.
        Und das ist die Realität in der viele Frauen heute leben.
        Und das

    • Liebe Marie,

      ich sehe mich nicht als “Schröder-Verteidiger”, habe aber trotzdem eine andere Sicht als Sie.
      Sie werfen der Ministerin vor, dass sie gar nichts ändern will – was schon aus dieser Distanz etwas merkwürdig erscheint. Sie werfen ihr vor, dass sie keinen “Gestaltungswillen” hätte, hm, wenn Sie einen haben – denn wenn ich es richtig verstehe, sind Sie ja mit ihrer eigenen Lebenssituation unzufrieden, wäre es doch zumindest schon mal ein Anfang, wenn Sie sagen könnten, WIE Sie sich ihre “Lebenswahlverwirklichung” vorstellen!
      Immer nur darauf zu warten, dass endlich alles so ist, wie man sich das wünscht OHNE selber einen Beitrag zu leisten, funktioniert meist nicht.
      Darf ich Sie noch fragen, was an ihrer “privaten KiTa” nicht gefällt? Es ist immer etwas schwierig zu diskutieren, wenn der Diskussionspartner gar nicht sagt, worum es ihm konkret geht.
      Und da ist es dann auch immer von Vorteil, wenn man sich um die Sache kümmert und nichts an Personen festmacht – gerade in der Politik wechselt das Personal ja doch häufiger…..

  15. Danke für den Hinweis auf diesen Artikel – habe ich in meinen Artikel nachgetragen/verlinkt.

    Diese Abstimmungen online sind mir sehr suspekt, weil einerseits höchstwahrscheinlich ohnehin nur eine ideologisch zur Seite passende Zielgruppe abstimmt und damit das Ergebnis fast feststeht und andererseits nicht prüfbar ist, wer von diesen Abstimmern auch Kinder hat und die damit verbundene Lebenssituation einschätzen kann bzw. erlebt (hat).
    Ich vermute, zu den letzten gehören dabei kaum welche.

  16. Pingback: Wieder Zivilcourage: Ministerin Kristina Schröder [ergänzt] | K U L I S S E N R I S S

  17. Pingback: Do Your Homework. « stop! talking.

  18. Vielen Dank für diesen wunderbaren Artikel.

    Ich beobachte das kategorische Niederschreiben von Frau Schröder ebenso mit wachsender Empörung und versuche zu verstehen, warum sich alle mehr damit befassen, persönliche Kriege gegen Einzelpersonen zu führen, als das tatsächliche Thema sinnvoll zu diskutieren. Die eigentlichen Themen, die Grass und Schröder ansprechen verkümmern angesichts dieses kollektiven Schnappatmens immer mehr zur Randnotiz und es ist offenbar mittlerweile so, dass man sich schon gar nicht mehr dafür schämt, Leute abzulehnen, bevor man sie angehört hat, sondern es sogar ganz offen ausspricht und das wiederum als besonderer Loyalitätsbeweis für die eigene Sache verstanden wird, wie in diesem Zitat, das Sie erwähnt haben:

    “Antje Schrupp dagegen will Schröders Buch nicht lesen. Nicht, weil sie alles schlecht findet, was die Ministerin tut oder nicht tut, sondern weil Schröder in “Danke, emanzipiert sind wir selber!” sämtliche platten Argumente des Antifeminismus’ bedient.”

    Wie man hier lesen kann:
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,796200,00.html

    ” “Ich verstehe die Länder nicht, das Bundesgeld ist da, und die Zeit drängt”, sagte die CDU-Politikerin dem SPIEGEL. Von 2,15 Milliarden Euro, die der Bund bis 2013 bereitgestellt hat, sind bis Oktober erst 1,24 Milliarden Euro abgerufen worden.”

    hat sich Frau Schröder durchaus für den Ausbau der Kitaplätze stark gemacht – und das zurecht, denn ich sehe diesen Misstand in der Betreuung durchaus als eines der Grundprobleme für Familien mit Kind. In den neuen Bundesländern ist diese Situation deutlich besser, wenn auch nicht perfekt, da in der DDR eine arbeitstätige Frau durchaus üblich und auch gewollt war, wohingegen die alten Bundesländer damit noch zu kämpfen haben, weil deren Familienbild eben ein anderes war und sich erst im langsamen Wandel befindet. Das ist auch der Kernpunkt, der in dem von Ihnen erwähnten Emma-Artikel zur Frauenquote, auch zurecht bearbeitet wird. Die Einstellung ist das Problem und dagegen kann Politik wenig ausrichten. Die Einstellung in den Köpfen beider Geschlechter. Ob es nun die angesprochenen Männer-Clubs sind oder die Frauen, die arbeitstätige Mütter als Rabenmütter bezeichnen (denn es sind meist Frauen, die das tun, weil sie ihr eigenes Lebenskonzept als Vollzeitmutter von diesen angegriffen fühlen).

    Die Politik muss dafür sorgen, dass die Rahmenbedingungen gegeben sind (da stimme ich mit den Aggro-Feministen überein), aber die sind wie Sie schon sagten, größtenteils schon da (abgesehen von der verheerenden Situation der Kindertagesstätten, deren dramatische Auswüchse für das Leben junger Mütter in meinem persönlichen Umfeld schon zuhauf erlebt habe), durch die offene Tür müssen die Menschen selbst gehen. Bildung und Kommunikation scheinen mir die einzigen Wege, dieses Problem vernünftig anzugehen und das im privaten als auch im gesellschaftlichen Bereich – die Politik wird das Problem nicht richten können, da (mitdenkende) Frauen sich von einer mithilfe bspw. einer verbindlichen Frauenquote bevorteilenden Politik, zurecht genauso zumindest moralisch diskriminiert fühlen können (denn das suggeriert, wir bräuchten den starken Arm der Politik, der uns in Führungspositionen heben muss, alleine schaffen wir’s ja nicht) wie Männer, die es dadurch zumindest teilweise tatsächlich werden, wie man an dem Uni-Beispiel aus Österreich ablesen kann.

    Dieser Vorschlag von Ministerin Schröder ist zumindest einer, der den jeweiligen menschlichen Konsequenzen, die eine solche Umsetzung mitbringt, mehr Beachtung schenkt:

    “Schröder: Mein Vorschlag einer flexiblen Quote ist eine intelligente Quote. Wir verpflichten die Unternehmen, sich selbst eine Quote zu geben. Die müssen sie dann aber öffentlich machen und einhalten bei empfindlichen Sanktionen. Da sagen mir Kritiker, wenn die Unternehmen sich selbst eine Quote geben können, dann geben die sich alle eine Quote von fünf Prozent. Ich sage, das können die Unternehmen sich im Jahr 2012 gar nicht mehr leisten. Wer so argumentiert, unterschätzt den Druck, den Transparenz erzeugt.

    Im Zeitalter des Internets gibt es dann kein Entkommen. Und er unterschätzt eines: Bei meiner FlexiQuote sind die Unternehmen zu einer Debatte im Betrieb gezwungen. Bei einer starren Quote ändert sich an der Unternehmenskultur gar nichts. Die Dax-30-Unternehmen, mit denen ich schon jetzt solche Regelungen gefunden habe, wollen bis zu 35 Prozent auf allen Führungsebenen mit Frauen besetzen. Ein schöner Erfolg, weil er nicht nur ein paar Dutzend Aufsichtsräte in den Blick nimmt, sondern die gläserne Decke von unten durchbricht. ”

    Es ist mir unverständlich, warum eine solche Chance zur Diskussion und Bildung beider Seiten über deren jeweilige Situation, die dieses Buch darstellt, mit persönlichen Angriffen verschenkt wird. Anstatt zu reden, wird ein Wettbewerb veranstaltet, wer Frau Schröder jetzt noch ein bisschen mehr nicht leiden kann und wer noch vernichtendere Beurteilungen schreiben kann… absurd und armselig.

    • Darüber kann man wirklich nur rätseln, wieso es kaum möglich ist, ohne ideologische Aufladung und ohne Schaum vorm Mund Probleme vernünftig anzugehen: weil es eigentlich immer um Macht und Durchsetzung von Klientel-Interessen geht? Weil durch Privatfernsehen und Internet die Sitten verrohen? Weil Journalismus heutzutage gestalten und nicht nur vermitteln/kommentieren will?

      Man könnte noch eine Etage tiefer steigen und die Begriffe Schadenfreude und Todestrieb aufrufen – denn rational sind diese Erregungsstürme mit ihrem verletzenden Potential nicht mehr zu begreifen. Glücklicherweise macht Frau Schröder einen sehr standfesten Eindruck.

      @ Chomsky:

      Frau Schrupps Antwort ging nicht so recht auf Deine Fragen ein, oder täusche ich mich?

      • @Gabriele
        Ohne nun Frau Schrupp nahe treten zu wollen: Ich bin ja nur bereits dankbar, dass mein Kommentar überhaupt veröffentlicht wurde. Bei mädchenmannschaft.net wurde ich bereits nach meinem ersten Kommentar endgültig und unwiderruflich aussortiert (Kommentare, die nicht in ihr ideologisches Weltbild passen, werden offenbar definitiv nicht freigeschaltet – dagegen wäre ja nichts einzuwenden, nur sollte man dies auch gleich hinschreiben, dass nur Kommentare veröffentlicht werden, die ins ideologische Weltbild passen, dann kann sich Mann die Mühe gleich ersparen, einen Kommentar zu veröffentlichen), nur weil ich darauf hingewisen habe, dass man in einem Gerichtsverfahren von einem “mutmasslichen Opfer und einem mutmasslichen Täter” sprechen muss, weil sonst die EMRK (Unschuldsvermutung) verletzt würde.

        Zu Frau Schrupp: M.E. ist ihre Argumentation doch sehr widersprüchlich: Sie versucht quasi nun den Spiess umzudrehen: Frau Schröder wirft ja gewissen Feminismen vor, dass diese in Duktus und Gestus quasi “totalitär” seien. Nun wirft A. Schrupp der Schröder vor, sie sei selbst quasi “totalitär”, nur m.E. eben auf eine Art und Weise, dessen Duktus und Gestus selbst quasi wieder “totalitär” ist. Also m.E. verwickelt sich hier Antje Schrupp in “heillose” Widersprüche, und ev. fiel ihre Antwort auch deshalb sehr knapp aus, weil sie es ev. und vielleicht selbst auch bemerkt hat, dass ihre Argumentation sehr widersprüchlich und “totaltiär” daherkommt; sie quasi den gleichen Fehler macht, den sie der Schröder vorwirft.:-) Aber vermutlich ging es Antje Schrupp nicht um einen widerspruchsfreien Diskurs, sondern um eine politische Diskurstaktik: Man wirft doch am besten dem Gegenüber auch gleich mal präventiv das Selbe an den Kopf, was einem selbst vorgehalten wurde. :-)

        PS: Unter “totalitär” meine ich übrigens, dass man seine Sichtweise als einzig richtige und legitime ansieht.

      • @Gabriele
        Habe noch einmal einen Text verfasst auf die Antwort von Antje Schupp!

        @ Antje Schrupp

        “Wenn Du einen universalen Freiheitsbegriff ablehnst und Dich also auf die postmodernistische Linie begibst (partikularer Freiheitsbegriff), dann kann es m.E. logischerweise auch kein gemeinsames Ziel bezüglich der Freiheit von Frauen geben. Schröder hat offenbar einen anderen Freiheitsbegriff als Du (beide Positionen haben offenbar partikulare Freiheitsbegriffe). Indem Du jedoch sagst, dass Du anerkennst, dass „wir uns an einem gemeinsamen Ziel orientieren, nämlich einer Welt, in der Frauen frei sind“, konterkarierst Du Deine Aussage, dass Du an einem partikularen Freiheitsbegriff orientiert bist. Wenn Dein Freiheitsbegriff partikular und der Freiheitsbegriff von Schröder partikular ist, dann kann es kein gemeinsames Ziel bezüglich der Freiheit von Frauen geben – zumindest was Dich und Schröder betrifft (sondern unterschiedliche Ansichten darüber, welche Lebensentwürfe Frauen für sich als freiheitlich betrachten und empfinden), ausser Du willst Deine partikulare Sichtweise (Deinen Freiheitsbegriff) wieder durch die Hintertüre universalisieren und somit für allgemeingültig erklären (was Du m.E. eben auch zumindest implizit wieder machst). M.E. hast Du hier schon eine sehr widersprüchliche Argumentationslinie, wo dann eben doch der Eindruck entstehen kann, dass Schröder nicht ganz so falsch liegt, wenn sie gewissen Spielarten des Feminismus vorwirft, diese würden andere Lebensentwürfe von Frauen, die nicht in ihr Weltbild passen, die Existenzberechtigung absprechen.
        Interessant wäre zudem von Dir zu erfahren, an welchen Aussagen Du bei Schröders Buch festmacht, dass sie keine Argumente austauscht, sondern explizit oder implizit intendiert, dass ihre Sichtweise die einzig mögliche und legitime ist.
        Mein abschliessendes Resumee über Deine Kritik an Schröder: Deine Argumentation ist m.E. alles andere als konsistent und widerspruchsfrei und zumindest für mich nicht sehr einleuchtend. Ich vermute jedoch, dass es Dir jedoch nicht um eine widerspruchsfreie und konsistente Auseinandersetzung mit dem Buch von Schröder gegangen ist, sondern eher um ein politisch diskurstaktisches Manöver.
        Ich finde übrigens, dass es in dieser Debatte um Schröder gar nicht unbedingt so um Feminismus oder Antifeminismus geht: vielmehr geht es m.E. darum, welches Sozialstaatsmodell (Wohlfahrtsstaatsmodell) auch in der Frauenfrage durchgesetzt werden soll: das sozialdemokratische Modell (Schweden etc.), das liberale Modell (USA, Australien, UK) oder eben das konservative Modell (christlichdemokratische, Deutschland, Frankreich etc.), das eher auf Subsidiarität aufgebaut ist.”
        http://antjeschrupp.com/2012/04/18/um-es-nochmal-klar-zu-machen-kristina-schroder-hat-recht/#comment-18632

  19. Im Blog von Antje Schrupp habe ich übrigens Folgendes geschrieben (hier mit leichten Modifikationen) bezüglich der Schröder-Debatte:
    http://antjeschrupp.com/2012/04/18/um-es-nochmal-klar-zu-machen-kristina-schroder-hat-recht/#comments

    “@Antje Schrupp

    Du hast offenbar etwas gegen eine Rechtfertigung, also möchtest Dich nicht rechtfertigen. Dies finde ich m.E. ein bisschen eine eigenartige und problematische Einstellung. M.E. ist z.B. quasi der gesamte wissenschaftliche Duktus (wissenschaftliche Methodologie) darauf aufgebaut, dass jegliche Entscheidung, Operationalisierung, Definition etc. so begründet werden muss, damit eine intersubjektive Nachvollziehbarkeit gewährleistet ist und eben auch die Möglichkeit besteht, die vorgenommenen und intersubjektiv begründeten Entscheidungen zu falsifizieren (quasi Voraussetzung dafür, um eine Falsifikation zu betreiben). Vielleicht könnte man ja den Begriff „Rechtfertigung“ auch durch den Begriff „Begründung“ ersetzen, und dann bekommt das Ganze eine sehr sinnvolle Dimension. Gut, offenbar willst Du Dich überhaupt nicht auf eine inhaltliche Diskussion mit dem Buch von Schröder einlassen, weil Du offenbar die Inhalte völlig absurd findest und ihnen mit einer inhaltlichen Auseinandersetzung nicht noch Autorität zusprechen möchtest. Ok, das kann man so sehen: Ich selbst würde mich inhaltlich auch nie auf eine Diskussion von Henryk M. Broder einlassen, weil ich Inhalt wie Duktus/Gestus vielfach völlig absurd finde und es sich m.E. vielfach nicht lohnt, sich ernsthaft damit auseinander zu setzen.

    Interessant und wohl die Schlüsselstelle ist m.E. nun folgender Satz von Dir:

    „Begebe ich mich mit meiner Kontrahentin in eine politische Auseinandersetzung, tausche ich mit ihr Argumente aus, mache meine andere Meinung deutlich, erkenne aber gleichzeitig an, dass wir uns an einem gemeinsamen Ziel orientieren, nämlich einer Welt, in der Frauen frei sind? Oder benutze ich sie als Beispiel, das illustrieren soll, dass meine Sichtweise die einzig mögliche und legitime ist?“

    Hier würde sich dann folgende Fragen stellen:

    - An welchen Stellen machst Du bei Schröder aus, dass sie keine Argumente austauscht, sondern dass ihre Sichtweise die einzig und möglich legitime Sichtweise ist? Es würde sich dann sogleich auch die Frage stellen: Willst Du nicht Frau Schröder das unterstellen, was Frau Schröder gewissen Spielarten des Feminismus unterstellt?
    – Warum müssen sich „Frauen“ (alle Frauen auf der gesamten Welt) an einem gemeinsamen Ziel orientieren? Habe alle Frauen auf der gesamten Welt das gleiche Ziel? Und was bedeutet für Dich Freiheit? Und gibt es quasi einen universellen, ahistorischen, akulturellen Begriff von Freiheit, dem alle Frauen konsensorientiert zustimmen würden? Könnte es nicht sein, dass es unterschiedliche Freiheitsbegriffe gibt? Dass jede Frau das, was sie unter Freiheit versteht, immer wieder ein bisschen anders auslegt? Solltest Du der Meinung sein, dass es quasi einen universalen Freiheitsbegriff gibt, dem alle Frauen zustimmen müssen, dann würdest Du ja wieder das machen, was Du offenbar Frau Schröder vorwirfst: dass meine Sichtweise die einzig mögliche und legitime ist.”

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