https://gabrielewolff.wordpress.com/2014/09/28/ukraine-informationskrieg-um-mh-17-1/
https://gabrielewolff.wordpress.com/2014/10/23/ukraine-informationskrieg-um-mh-17-2/
https://gabrielewolff.wordpress.com/2015/01/19/ukraine-informationskrieg-um-mh-17-3/
Ein kleiner Hinweis: die Lektüre dieses Artikels setzt die Kenntnisnahme der vorangegangenen Artikel voraus.
Als aufgeklärter Bürger fragt man sich, wieso sich gerade im Januar 2015 ersichtlich voreingenommene Medien wie Correctiv und SPIEGEL mit dem regierungstreuen britischen Blogger Eliot Higgins und seiner Bellingcat-Plattform verbündeten, um die von Anfang an durch den ukrainischen Geheimdienst produzierte Narration eines Buk-Abschusses der MH 17 durch eine aus Rußland gelieferte Buk-Abschußrampe (natürlich mit russischem Personal) zu bestätigen.
Obwohl Beweise dafür nicht existieren.
Es könnte daran liegen, daß etwaige durchgesickerte Ergebnisse der strafrechtlichen Ermittlungen dem westlichen Narrativ widersprechen. Schließlich liegen die Obduktionsergebnisse und die Untersuchungen der herauspräparierten Metall-Teile längst vor. Und es ist zu vermuten, daß die Ukraine ihr Veto gegen eine Veröffentlichung dieser – vermutlich nicht eindeutigen – Ergebnisse eingelegt hat. Es könnte auch daran liegen, daß seinerzeit zuvor vermehrt mediale russische Thesen von der Beteiligung eines Kampfjets am Abschuß diskutiert wurden, die genauso zweifelhaft erscheinen wie die westlichen medialen „Beweisführungen“. Um es klarzustellen: von beiden Seiten gab es niemals offizielle Darstellungen, auch wenn es im Westen Usus ist, russische Medien mit der offiziellen Kreml-Linie zu identifizieren:
http://fortruss.blogspot.de/2014/12/meet-pilot-who-shot-down-malysian.html
https://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=AmUmzqWRuco
russische Erstausstrahlung der Karaulow-Dokumentation am 24.11.2014:
http://novorossia.today/editor-s-choice/-how-mh17-crashed-documentary-by-andrey-.html
http://www.youtube.com/watch?v=PlQ5hAgTl9Q
Hier die deutsche Version:
https://www.youtube.com/watch?v=G5yiRdQveC4&feature=youtu.be
Der SPIEGEL läßt in seinem Print-Bericht in Nr. 3/2015 vom 10.1.2015 von Anfang an keinen Zweifel an seinem Standpunkt:
Katastrophen
Wahrheit in Trümmern
Von Bensmann, Marcus; Buse, Uwe; Crawford, David; Goos, Hauke; Neef, Christian; Schnibben, Cordt; Stock, Jonathan
Ein halbes Jahr nach dem Abschuss einer Boeing der Malaysia Airlines tobt im Internet und in anderen Medien die Propagandaschlacht der Täter – mit Fotos und Videos, mit Dokumenten und Fälschungen. Ein Team von „Algemeen Dagblad“ und „Correctiv“ hat sich auf die Suche nach den Schuldigen gemacht.
[…]
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-131242892.html
Entsprechend heißt es in der mühsam zu lesenden „multimedialen“ SPIEGEL Online-Präsentation:
Ein halbes Jahr nach dem Absturz einer Boeing über der Ukraine tobt der Propagandakrieg der Täter.
Ein gemeinsames Team von SPIEGEL, „Correctiv“ und dem „Algemeen Dagblad“ hat sich auf die Suche gemacht nach der Wahrheit.
Von Marcus Bensmann und Cordt Schnibben
Klar, Propaganda machen nur die Täter, und wer die sind, wissen wir sowieso schon. Wir, die westlichen Medien, sind ausschließlich an der Wahrheit interessiert.
Stimmt das?
Correctiv schreibt:
Wo kommt die Waffe her?
Woher aber stammt die Lenkwaffe? Auch das hat Bellingcat ermittelt. Minutiös haben die Rechercheure Bilder von russischen BUKs mit Aufnahmen jener Abschussrampe verglichen, die am 17. Juli in Richtung Snizhe fuhr. Besonders ein Detail führte die Ermittler auf die richtige Spur: Abschürfungen an der Abdeckung über der linken Panzerkette. Genau die gleichen Abschürfungen hatte eine BUK-Rampe, die im Juni in Russland fotografiert wurde. Sie gehört zur 53. russischen Luftabwehrbrigade, stationiert in Kursk, und sie trägt die Kennziffer 3*2 – die mittlere Zahl war stets unleserlich. Zwei weitere Details passen: die übermalten Reste eben dieser Kennziffer und ein heller Farbfleck. Legt man die Aufnahmen beider BUKs übereinander, jener aus Russland, jener in Donetzk, ist die Übereinstimung offensichtlich.
Es gibt weitere Besonderheiten: Ein besonders internetaffiner Feldwebel der 53. Brigade postet etliche Bilder von seiner Einheit auf seiner Seite im russischen Facebook-Klon Vkontakte. Sein Name: Ivan Krasnoproshin. Unter seinen Bildern ein Foto, das seine Entlassung aus der russischen Armee Mitte Juni dokumentiert. Abgebildet auf dem Foto ist das Dienstbuch seiner Einheit, es zeigt die Namen derjenigen, die zum Abendappell antreten. Nummer eins: Feldwebel Krasnoproshin, dahinter: 13 einfache Soldaten. Jeder Tag wird angekreuzt. Nach dem 13. Juni enden die Eintragungen. „Entlassen wegen Beendigung der Dienstzeit nach Befehl Nr (unleserlich)“, ist handschriftlich hinter dem Namen des Feldwebels Krasnoproshin und dreien seiner Soldaten vermerkt.
Entlassungen in diesen Zeiten werfen Fragen auf. Das Komitee Russischer Soldatenmütter hat mehrfach davon berichtet, dass Soldaten vor ihrer Entsendung in die Ukraine Entlassungspapiere unterschreiben mussten.
Und wirklich: Mitte Juni, wenige Tage später, macht sich ein langer Konvoi der 53. Flugabwehrbrigade auf in Richtung Ukraine. Bellingcat veröffentlicht allein von diesem Konvoi mehr als ein Dutzend Fotos, mehrmals ist die BUK 3*2 dabei.
Es besteht kein Zweifel: Es ist die Abschussrampe der 53. russischen Luftabwehrbrigade aus Kursk, die Stellung bezogen hat in Snizhne, im Osten der Ukraine, an jenem verhängnisvollen Nachmittag.
Die Übereinstimmungen der beiden BUK-Startrampen sind nicht „offensichtlich“, sondern sie werden suggeriert. Die verschwommene Paris Match-Aufnahme aus Donezk eignet sich nicht für Identifizierungsversuche. Und die Bilder des Ivan Krasnoproshin nebst seiner hier suggerierten Pro-Forma Entlassung aus dem Jahr 2014 belegen den Einsatz der russischen BUK 3_2 aus Kursk am 17.7.2014 im Donbass? Es besteht kein Zweifel?
Bensmann ist hinsichtlich dieser Propaganda der Unwahrheit überführt worden.
By Anna Vatavu
A small introduction: there are two types of army service in Russia – conscription and professional contract service. Conscription service takes exactly one year (apart from fleet, where it can be 2 or 3 years) and it is compulsory. As for the contract service, one can sign a contract for at least 3 years. 53rd brigade has soldiers of both types.
I decided to find out, what type of a sergeant Krasnoproshin could have been. From the photos of his (now deleted) VK page we can estimate, that he started his army service in June 2012 (he took the oath on 22/07/2012). So, by 2014 he would have already left the army, if he was a conscript. And if he had a contract, he would not have been able to leave the army until 2015. So, his dismissal in June 2014 looks suspicious indeed.
But how do we know that Ivan was dismissed in June 2014? Mainly because Correctiv tells us this:
https://mh17.correctiv.org/wegbuk_german/
The first line says: “was dismissed due to the end of service term according to the order №225 on 13(5)/06/13“. Other three soldiers were also dismissed in 2013. One does not have to know Russian to see the numbers clearly. They were all dismissed in 2013, more than one year before the tragedy. So, everything is crystal clear now – Krasnoproshin joined the army as a conscript in June 2012 and in June 2013 he finished his service. This fully corresponds to the Russian laws and regulations. Knowing this, we understand that this part -“This alleged dismissal of a lot of soldiers seems to be happening with one special reason: the Russian President Vladimir Putin wants to be able to claim that there are no Russian soldiers deployed to Eastern Ukraine” is complete bullshit.
Correctiv team were sure – if they say “In June, a week before he and his unit went to Ukraine, Ivan Krasnoproshin and some of his colleagues were dismissed from the Russian army“, nobody will look at the journal closer. What is more, in the Russian version of the report, Correctiv says that it is impossible to see what is written in the journal after the phrase “was dismissed due to the end of service term according to the order…“, though in fact we can clearly see the numbers. Obviously, they knew that Krasnoproshin and the other soldiers were dismissed in 2013 and had nothing to do with Ukraine and MH17 in particular.
http://thetruthspeaker.co/2015/04/15/bellingcat-caught-up-and-out-in-yet-another-mh17-falsification/
Anna Vatavu hat recht: Marcus Bensmann lügt.
In diesem Ausschnitt kann man es sehen:
Bellingcat selbst hat den Mund bei Publikation seiner zusammengefaßten Erkenntnisse am 8.11.2014 nicht so voll genommen wie Bensmann:
Es gibt starke Hinweise darauf, dass das russische Militär den Separatisten im Osten der Ukraine den im Osten der Ukraine am 17. Juli gefilmten und fotografierten Buk Raketenwerfer zur Verfügung stellten.
https://www.bellingcat.com/wp-content/uploads/2014/11/bellingcat_-_bericht.pdf
[S. 3]
Heutzutage tönt er persönlich ganz anders; aber das liegt schlicht daran, daß er von den Mainstream-Medien als einer der Ihren anerkannt und dementsprechend nach seinen rein politischen Einschätzungen befragt wird, die nicht internet-gestützt sind. Und wie der Herr, so’s Gescherr:
Daniel Romein – April 26th, 2015
The Buk missile launcher has a small radar itself too, it does not always need a Buk radar system and control unit. The downside of that is that the crew does not know what type of aircraft is flying in their direction, which they would have known when a Buk control unit and radar was nearby. The Ukrainian army was not in control of Snizhne nor Torez, so they never could have fired a missile from there. You are right about the fact separatists did not fire the Buk missile, it were Russian soldiers.
Es gibt keinen Grund mehr, die eigene Voreingenommenheit zu verbergen. In der aktuellsten „journalistischen“ Überprüfung der Eliot Higgins-Bellingcat-Findungen durch die australische „60 Minutes“-Sendung tritt Higgins als politischer Journalist auf, während der Reporter in die Rolle desjenigen schlüpft, der durch seine oberflächlichen Bellingcat-Überprüfungen den ultimativen Beweis dafür präsentiert, daß „die Russen“ MH 17 abgeschossen haben:
MH17 | 60 Minutes | A Special Investigation [FULL]
Veröffentlicht am 18.05.2015
Who shot down MH17? 60 Minutes tracks the killers deep inside rebel territory.
It is one of the most shocking war crimes of modern times. A passenger jet shot out of the sky, killing 298 people, 38 of them Australian. The images of the wreckage and debris of Flight MH17 strewn across the fields of Ukraine are seared into our memory. Australia’s leaders vowed to hunt down the killers, but nine months on no one has been held to account. This Sunday on 60 Minutes, reporter Michael Usher travels deep into Russian-controlled, eastern Ukraine to conduct a forensic investigation, painstakingly piecing together the evidence that leads to the very spot from where the missile was fired, finally revealing the proof about who shot down MH17.
Reporter: Michael Usher
Producer: Stephen Rice
https://www.youtube.com/watch?v=RrI0xrnvops
Dieses Reporter-Vertrauen der Transatlantiker in Bellingcats „Leistungen“ wird u.a. dadurch genährt, daß der wohlbekannte russische Invasionen-Erfinder General Breedlove Bellingcat lobte, weil er eine Seite einrichtete, auf der der interessierte Jedermann – jeder weiß, von welchem Interesse die ermunterte Gemeinde geleitet ist – Bilder von „russischem“ Kriegsmaterial im Donbass einstellen durfte.
https://twitter.com/pmbreedlove/status/564855335627018242
Breedloves Link verweist auf diesen Bellingcat-Artikel:
Bellingcat Launches the Ukraine Conflict Vehicle Tracking Project
February 3, 2015
[…]
https://www.bellingcat.com/resources/2015/02/03/ukraine-conflict-vehicle-tracking-launch/
Eliot Higgins wird nicht müde, darauf hinzuweisen, daß er diesbezüglich auch mit dem Atlantic Council zusammenarbeite – was den Kreis schließt:
https://twitter.com/EliotHiggins/status/599900813486592000
Der von ihm gepostete Link verweist darauf, daß wir am 28.5.2015 Großes von den Transatlantikern zu erwarten haben:
May 28, 2015
Hiding in Plain Sight: Putin’s War in Ukraine and Boris Nemtsov’s Putin. War.
Russia is at war with Ukraine. The war’s toll—more than 6,000 dead, tens of thousands wounded, and nearly 1.3 million displaced persons—is the direct result of Russian President Vladimir Putin’s efforts to establish control over Ukraine. Putin continues to deny Russia’s military involvement, though the evidence that the Kremlin is directing the war is overwhelming.
Please join the Atlantic Council and the Free Russia Foundation for the release of two independently produced reports: Hiding in Plain Sight: Putin’s War in Ukraine and the English language release of Boris Nemtsov’s, Putin. War., on Thursday, May 28, 2015, from 2:00 p.m. to 3:30 p.m. at theAtlantic
Da die USA zwischenzeitlich ihren Kurs geändert haben und auf Diplomatie gegenüber Rußland und Einhegung der Kiew-Aggressionen durch die energische Victoria Nuland setzen, wird Bellingcat genauso entbehrlich werden wie das Atlantic Council.
Aber davon wußte Marcus Bensmann und sein Correctiv-Team ja noch nichts, als er sich im November 2014 auf die sicherlich vom SPIEGEL finanzierte Reise machte. Mit ein paar Grillen im Kopf: denn von Correctiv wird eine Karte mit einem unterstellten Reiseweg der Buk gepostet, die an der Fähigkeit zur Logik von Bensmann/Crawford zweifeln läßt:
https://mh17.correctiv.org/wp-content/uploads/2014/12/karte-kampfgebiet1.jpg
Da fährt die Buk, vermutlich selbständig, aus Rußland eigens nach Donezk, nur um dort bei einer von den Rebellen requirierten Baufirma (laut Paris Match) auf einen Tieflader geladen zu werden – um danach nach Snischne zurückgefahren zu werden? An einen Ort, an dem sie zuvor blöderweise vorbeigefahren war? Come on.
In der SPIEGEL-Präsentation wird in einem Video demgegenüber diese Graphik eingeblendet:
http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/mh17-wer-hat-die-boeing-ueber-der-ukraine-abgeschossen-a-1011983.html
Im SPIEGEL 3/2015 (Print) heißt es hierzu vage:
Das Bellingcat-Team fand bis heute insgesamt 20 Videos, die den Weg des Konvois zwischen dem 23. Juni (Kursk) und dem 25. Juni (Millerowo) zeigen.
Die Abschussrampe mit der Nummer „3×2“ ist auf vielen dieser Videos zu sehen. Neben der fehlenden mittleren Ziffer weist sie ein weiteres Merkmal auf: einen auffälligen weißen Fleck am Chassis. Zudem bilden Beschädigungen am Chassis über den Panzerketten ein charakteristisches Profil, eine Art Fingerabdruck.
Satellitenaufnahmen des russischen Militärstützpunktes in der Nähe von Rostow – 60 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt – lassen vermuten, dass der Konvoi mit den Raketenabschussrampen dort landet – die Zahl der Militärfahrzeuge nimmt deutlich zu.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-131242892.html
Kein Wunder, daß die Zahl der Militärfahrzeuge dort zunahm, schließlich fanden dort Übungen statt. Beide eingezeichnete Wege sind Fiktion – denn Bellingcat ist damit gescheitert, die Buk 3_2 aus Kursk, für ihn Tatwerkzeug des Abschusses der MH 17 im Donbass, in die Nähe der Ukraine zu „transportieren“. Das ist für jeden ersichtlich. Das war es auch für Correctiv und SPIEGEL.
Belllingcat präsentiert in seiner zusammenfassenden Studie am 8.11.2014 lediglich dies:
Das Bellingcat MH17 Untersuchungsteam hat 16 [also nicht 20] Videos auf Social Media Websites wie VKontakte, YouTube, Instagram und Odnoklassniki, die die Bewegung des 53. Brigade Konvois von Kursk am 23. Juni bis Millerowo 29 am 25. Juni zeigen gefunden.
https://www.bellingcat.com/wp-content/uploads/2014/11/bellingcat_-_bericht.pdf
[S. 14]
Die Fußnote 29 zu „Millerowo“ verlinkt auf dieses Video, das absolut nichts mit den Findungen in Rußland zu tun hat:
Veröffentlicht am 26.08.2014
Уничтоженная военная техника из Шахтерска едет на парад в Донецк.
Запись сделана 23 августа
https://www.youtube.com/watch?v=GDy8wnfYzVI
Per Google-Übersetzer ins Englische übertragen:
Destroyed military equipment from Miner rides on parade in Donetsk.
Recorded on August 23
Dieses Video gehört vielmehr zur „Beweisführung“ Bellingcats, daß die Rebellen auch noch im August über den Tieflader verfügt hätten, mit dem am 17.7.2014 die Buk von Donezk nach Snischne transportiert worden sei:
Am 26. August 2014 wurden ein Foto und ein Video eines identischenTiefladers online veröffentlicht. Im Video spielt eine Frau ein Rolle, die bereits in früheren von Separatisten gefilmten Videos zu sehen war, und wahrscheinlich wurde der Tieflader verwendet, um ein beschädigtes Fahrzeug zu transportieren.
https://www.bellingcat.com/wp-content/uploads/2014/11/bellingcat_-_bericht.pdf
[S. 12]
Auch die englischsprachige Version der Bellingcat-Studie vom 8.11.2014 führt nicht weiter, was die propagierten Findungen hinsichtlich der russischen Buk 3_2 angeht; im Gegenteil – diese weitere Fehlleistung deutet vielmehr auf eine bewußte Verschleierung hin:
The Bellingcat MH17 investigation team has collected 16 videos posted on social media sites including VKontakte, YouTube, Instagram, and Odnoklassniki that show the 53rd Brigade’s convoy moving from Kursk on June 23rd to Millerovo on June 25th. The Bellingcat MH17 investigation team has also been able to identify the exact location at which each video was filmed and, by matching vehicles visible in different videos, to confirm that all these 16 videos show the same convoy.
Tippt man dieses Versprechen der “exact location” an, so gerät man ins Niemandsland eines “Article not found”. Bellingcat vertraut, offenbar zurecht, darauf, daß niemand seine Berichte gründlich liest.
Man muß sich also auf die mühsame Suche nach früheren Artikeln auf der Bellingcat-Seite mit Nachforschungen in Rußland machen. Und da findet man diesen Artikel:
Images Show the Buk that Downed Flight MH17, Inside Russia, Controlled by Russian Troops
September 8, 2014
By Magnitsky
New evidence has been found that shows the Buk missile system that was used to shoot down MH17 on the 17th of July came from Russia, and was most likely operated by Russian soldiers. Using videos posted by locals in Russia’s Belgorod region back in June it has been possible to identify the Buk missile launcher seen in Ukraine on July 17th as part of a convoy of Buk missile launchers. It has also been possible to identify the Russian brigade the Buk is likely to have belonged to, and who may have operated the Buk missile launcher when it was in Ukraine.
The Buk launcher can be identified because of a number of features, including white markings on the left side side of its chassis, and what looks like the traces of a number that has been painted over. Here is a comparison of the Buk seen in previously unpublicised video taken in Russia on the 23rd of June with a well known image from Paris Match, which shows a Buk in Donetsk at 9am on July the 17th.
[…]
On the left: the Buk in a column of Russian military vehicles seen on the evening on the 23rd of June on the motorway from Staryy Oskol to the OEMK steel works in the Belgorod area.
[…]
Left: Same Paris Match image as above. On the right: image from a video taken near the Magnit store in Alexeyevka, Russia on the 24th of June. [Source]
[…]
Da muß man schon sehr viel glauben, bis man was sehen kann.
Viele Links funktionieren nicht (mehr), es wird hilflos herumgetastet. Das Referenzbild ist immer das fragwürdige Buk-Foto von Paris Match aus dem Artikel vom 25.7.2014, gravierend geändert am 29.7.2014 (Austausch des angeblichen Aufnahmeorts Snischne in den zutreffenden Aufnahmeort Donezk).
Am 29.9.2014 tastet sich das Bellingcat-Team weiter vor:
Geolocating the MH17 Buk Convoy in Russia
September 29, 2014
[…]
Putting all these data points together we can plot these points on a map, which would fit on a possible route from Kursk to Alexeevka.
Genau. Dort, bei Alexejewka, enden alle Nachweisversuche, diese ausschließlich für Bellingcat bedeutsame BUK mit der Nummer 3_2 zu orten – weit weg von der ukrainischen Grenze. Und auf kritische Kommentare zu seinen Findungen hatte der Belllingcat-Autor auch nichts Erhellendes beizutragen:
Thank you Veli-Pekka and team at Bellingcat, for this awesome work in tracking down the MH-17 BUK system. I’m a great admirer of your work, and hope that by crowd sourcing we can shed some light on this disaster.
One question I have :
You made a pretty compelling case that the convoy (most notably with the important BUKs) went through Gorodishche [Coordinates: 51.137286, 38.064599].But in doing so, it will approach Alexeyevka from the North, and it would be almost impossible for the convoy to go through the Magnit store intersection in Alexeyevka, which you would only get through if you were to approach Alexeyevka from the south…
Is this convoy doing some sort of “parading” ?
I’m sorry. I should have been more clear :
In the Magnit store Alexeyevka intersection video, both BUK 232 and suspect BUK 3’2 come from the right (the south) which suggests they took highway P185 to Alexeyevka. But if they did, they should not have come through Gorodishche. Isn’t that odd ?
Schon komisch, in der Tat. Der Bellingcat-Autor stimmt zu:
Veli-Pekka Kivimäki – September 30th, 2014
The Alexeyevka scene is quite interesting, don’t have a solid explanation what happened. Seems the convoy had either split up and was regrouping, or some kind of reordering was going on. It’s also the last known video currently of this convoy together.
A re-ordering makes sense ; Russian military may often do that to avoid satellite tracking of individual vehicles.
The Alexeyevka intersection video is still very interesting though.
It seems that most vehicles (including TELAR 232 and suspect TELAR 3’2) are moving towards the train station (along with TELAR 221, 231, loader 323), while loader 223, TELAR 211 and 212 are moving back into the direction that the convoy came from…
Da kann man natürlich die tiefsinnigsten Spekulationen anstellen; festzuhalten ist, daß sich der Konvoi in und bei Alexejewka auflöste, und danach gab es von ihm keine Spur mehr. Insbesondere nicht von der von Bellingcat als russisches Tatwerkzeug in der Ukraine angenommenen BUK-Startrampe (TELAR) mit der Nummer 3_2.
Der fehlende Link zu den vagen Findungen des Bellingcat-Teams über russische BUK-Bewegungen ist offenbar gewollt, denn der beglaubigende Artikel, was Millerowo in der Nähe der ukrainischen Grenze angeht (35 km entfernt), sieht so aus (und ist erst am selben Tag des zusammenfassenden Artikels, am 8.11.2014, „unauffindbar“ erstellt worden):
Geolocating the June Russian Buk Convoy in Millerovo
November 8, 2014
One of a series of videos that shows a convoy containing the Buk linked to the downing of MH17 was reportedly filmed near the town of Millerovo. The following demonstrates how it’s possible to use a combination of satellite map imagery and Google Street View imagery to find the exact location the video was filmed.
The video was originally uploaded here, with the date and time on the camera shown to be 11:31am on June 25th.
[…]
Das offenbar einzige Millerowo-Video war schon kurze Zeit später nicht mehr zugänglich, und die von Bellingcat in diesem bewußt ausgegrenzten Nebenartikel geposteten Standbilder aus diesem Video zeigen keine BUK-Abschußrampe. Inwiefern es sich um denselben Konvoi, der in Kursk startete, handeln soll, wird ebenfalls nicht ersichtlich. Auf die nachfolgenden Fragen eines Kommentators geht Eliot Higgins nicht ein:
Wouter (dutch) – November 20th, 2014
Hi Eliot,
Unfortunately, I cannot get to the url you give in this post: http://www.odnoklassniki.ru/video/13597280818. Any suggestion?
What is your conclusion based on what you’ve analysed? Is it authentic?
Dabei betont Higgins doch gern, daß er wichtige Videos umgehend sichert. Das gehört schließlich zum Handwerkszeug eines Laptop-Detektivs. Gab es Gründe, dieses Video zu verstecken?
Auch auf der am 9.11.2014 veröffentlichten interaktiven Karte von Bellingcat wird zu Millerowo lediglich dieses Foto gezeigt:
https://www.mapbox.com/labs/bellingcat/index.html
Auch hier ist kein BUK TELAR zu sehen, und schon gar keiner mit der Nummer 3_2.
Das letzte Mal wurde laut Bellingcat-Map vom 9.11.2014 die fragliche BUK an einem unbestimmten Tag südlich bei Alexejewka gesichtet, weit entfernt von der ukrainischen Grenze:
https://www.mapbox.com/labs/bellingcat/index.html
Halbseidener geht es nun wirklich nicht mehr.
In der SPIEGEL-Präsentation wird aus dem Millerowo-Video immerhin eine BUK-Abschußrampe gezeigt – man fragt sich, wieso Bellingcat auf dieses Bild verzichtete:
http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/mh17-wer-hat-die-boeing-ueber-der-ukraine-abgeschossen-a-1011983.html
Da wächst zusammen, was zusammengehört. Zwei Ideologen arbeiten mit Bellingcat zusammen, der seine Nicht-Findungen mühsam verbirgt. Und sie dennoch zur Schau stellt.
Ich habe es zwar nicht für möglich gehalten, aber merkwürdigerweise hat Bellingcat das verschwundene Millerowo-Video
http://ok.ru/video/13597280818
dann doch wieder gepostet.
Am 13.5.2015 erschien ein langatmiger Bellingcat-Bericht, dessen Zweck es wohl war, für die strafrechtlichen Ermittler des JIT Zeugen zu finden, die die fragliche BUK 3_2, wie von Bellingcat beweislos behauptet, in die Ukraine gefahren haben könnten.
Routes, Destinations, and Involvement of the 2nd and 147 th Automobile Battalions in the June and July 2014 Buk Convoys
A bell¿ngcat Investigation
Der Immer-noch-Bellingcat-Fan Correctiv erkennt messerscharf, daß es hier um wertvolle Beweise gegen Rußland geht – eine geteilte Ideologie verbindet nun mal:
Neuer Report von @bellingcat trägt weitere Belege zusammen für die Verantwortung Russlands beim Abschuss von #MH17: https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2015/05/13/tracking-the-trailers-investigation-of-mh17-buks-russian-convoy/ …
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23:47 – 14. Mai 2015
https://twitter.com/correctiv_org/status/599103834355605504
und postet den Link zu dem zusammenfassenden Ergebnis des über 5o-seitigen PDF-Berichts:
Tracking the Trailers: Investigation of MH17 Buk’s Russian Convoy
May 13, 2015
By Bellingcat
[…]
Dmitry Z, the driver of truck 6902 HH 50, which hauled Buk 232 in the 23-25 June convoy, did not transport Buk 3×2 to the border (he transported other vehicles to the border area during his last ride with his truck just before the end of his service). However, he might possibly know who did, considering that driver was behind him in the convoy with Buk 3×2. And, looking at the connections the drivers have on VK, it seems that the drivers of the Buk convoys may know each other.
[…]
Der Berg kreißt, und er gebiert eine Maus. Diesen Nicht-Zeugen hatte die ukrainische Propagandaseite Informnapalm bereits zuvor präsentiert, unter voller Namensnennung (am 12.5. in Russisch, am 13.5. in Englisch):
https://en.informnapalm.org/the-last-haul-of-the-russian-soldier-to-mh17/
Es gibt kaum noch etwas, das Bellingcat von einer derartigen Seite unterscheidet.
Immerhin gab es für mich ein Erfolgserlebnis:
Auf S. 35 des PDF-Berichts von Bellingcat
wird in Fußnote 42 zu diesem Video verlinkt:
[0024] Идут войска к границе трасса Миллерово-Луганск
Bellingcat Vehicle Tracking Project
Veröffentlicht am 08.03.2015
0024
Original link: http://ok.ru/video/13597280818
https://www.youtube.com/watch?v=VrjbVIv61qE
Per Google übersetzt:
Go troops to the border route Millerovo-Lugansk
Da ist es also still und leise schon im März 2015 wieder aufgetaucht, das verschwundene Millerowo-Video!
Man sieht deutlich: dort ist weder die BUK 232 noch die BUK 3_2 zu erblicken. Sondern lediglich eine BUK mit der Nummer 200 (die der SPIEGEL zeigte) und ein BUK-Raketenlader (den Bellingcat zeigte) ohne Nummer. Ansonsten nur zahlreiche LKW und vier massive verhüllte Transportgegenstände, bei denen es sich um BUK-Kommando- oder Radarfahrzeuge handeln könnte, deren Elektronik vor Nässe geschützt werden mußte. Simple BUK TELAR-Abschußrampen wurden bei Transporten in Rußland niemals komplett verhüllt.
Mag Bellingcat weiter seine Phantom-BUK und Phantom-Zeugen jagen…
Marcus Bensmann von Correctiv tut nichts weiter, als Bellingcats Bilder erneut – und schlechter – zu fotographieren.
Hier meint er, am Ort der Aufnahme der Paris Match-BUK in Donezk zu sein. Abgesehen davon, daß auf dem Foto die Umgebung nicht zu sehen ist, hat er sich auch noch die falsche Stelle ausgesucht, wie ein Vergleich zeigt:
https://mh17.correctiv.org/wegbuk_german/
http://www.parismatch.com/Actu/International/EXCLU-MATCH-Un-camion-vole-pour-transporter-le-systeme-lance-missiles-577289
Man sieht, daß der Transporter auf einem sich verjüngenden Standstreifen parkt, der im Bensmann-Foto nicht zu sehen ist. Ich kann mir keine Entschuldigung ausdenken, die Marcus Bensmann für diesen Fehlgriff vorbringen könnte. Schließlich heißt es in dem von ihm mitverfaßten SPIEGEL-Artikel:
Donezk, Ukraine, 11 Uhr Ortszeit
Auf der Schnellstraße N21 nach Luhansk fotografiert ein französischer Journalist [!] am Stadtausgang von Donezk einen auffälligen weißen Volvo-Sattelschlepper mit einem roten Tieflader. Die N21 ist hier noch zweispurig, beide Fahrtrichtungen sind durch einen Mittelstreifen getrennt. Der Tieflader steht auf dem Standstreifen, in Fahrtrichtung Osten.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-131242892.html
Die Ungereimtheiten, die im Zusammenhang mit der Herkunft und der Publizierung dieses Paris Match-Fotos aufgetreten sind, habe ich in der zweiten Hälfte meines letzten Beitrags ausführlich erörtert:
https://gabrielewolff.wordpress.com/2015/01/19/ukraine-informationskrieg-um-mh-17-3/
Und danach war es naheliegend, die Behauptung, dieses Fahrzeug sei am 17.7.2014 von einer „équipe de Paris Match“ oder einem „französischen Journalisten“, wie der SPIEGEL unterstellt, fotographiert worden, für unglaubhaft zu halten. Schon damals hätte ich wissen können, daß diese Behauptung des Reporters Alfred de Montesquiou tatsächlich falsch war. Den Beweis lieferte er nämlich selbst in einem langen Artikel, der einen Tag vorher, am 24.7.2014, in Paris Match erschienen war. Das bzw. die beiden Fotos der BUK in Donezk sind ihm zugespielt worden, als er sich ab dem 18.7./19.7.2014 in der Ukraine aufhielt.
Vol MH 17
Le massacre des innocents
Grabovo, le 17 juillet. A quelques kilomètres de la frontière russe, les premiers sauveteurs arrivés sur les lieux du drame éteignent les flammes de l’incendie du Boeing 777. © Capucine Granier-Deferre
Le 24 juillet 2014 | Mise à jour le 27 juillet 2014
De notre envoyé spécial en Ukraine Alfred de Montesquiou[…]
http://www.parismatch.com/Actu/International/Vol-MH-17-Le-massacre-des-innocents-577249
In diesem hochspekulativen Artikel, der sich entsprechend der Blattlinie von Paris Match:
bemüht, „den Russen“ die Schuld in die Schuhe zu schieben, wird behauptet, ein Zeuge am Absturzort namens „Alexandre“ und mehrere andere Zeugen hätten mitgeteilt, einen Abschuß aus Snischne wahrgenommen zu haben (während der Luftunfall-Experte Alain Diehl in demselben Artikel nachvollziehbar einschätzt, die Zeugen hätten den Abschuß weder hören noch sehen können); auch der ukrainische Geheimdienst habe erklärt, Rebellen in der Nähe von Snischne hätten die MH 17 abgeschossen. In Snischne seien zudem am 15.7.2014 (nach anderen, glaubwürdigeren, Artikeln am 16.7.2014) elf Menschen bei einem ukrainischen Luftangriff auf einen Vorort von Snischne gestorben. Danach heißt es, nachdem wahrheitswidrig behauptet wird, die CIA habe die Authentizität der vom ukrainischen Geheimdienst herausgegebenen “Telefonmitschnitte” bestätigt:
Des témoins fiables ont ainsi montré à Paris Match la photo volée d’un système lance-missiles Buk en train d’être conduit, justement vers Snijne, le matin même de l’incident. L’arme est transportée par un semi-remorque aisément reconnaissable : il est blanc avec un gros liseré bleu sur le capot, et un panneau jaune canari sur le bord. Or, le renseignement ukrainien a, depuis, fait circuler les images d’un semi-remorque repassant la frontière russe à la nuit tombée, au lendemain du crash. On discerne sans peine le même camion.
http://www.parismatch.com/Actu/International/Vol-MH-17-Le-massacre-des-innocents-577249
Meine Übersetzung:
Auch haben glaubwürdige Zeugen Paris Match ein heimlich aufgenommenes Foto eines BUK-Systems gezeigt, das gerade, genau an diesem Morgen des Zwischenfalls, nach Snischne transportiert wurde. Er wird auf einem leicht wiedererkennbarem Sattelschlepper transportiert: er ist weiß mit einer großen blauen Verzierung auf der Kabine und hat ein kanariengelbes Schild an der Seite. Zudem hat der ukrainische Geheimdienst zwischenzeitlich die Bilder eines Sattelschleppers verbreitet, der die russische Grenze im Schutz der Dunkelheit am Tag nach dem Absturz wieder überquert. Man erkennt mühelos denselben Lastwagen wieder.
Fotos glaubwürdiger Zeugen, die den ukrainischen Geheimdienst bestätigen, werden also mühelos als Fotos der „équipe de Paris Match“ eingemeindet. Kein Wunder, daß de Montesquiou über Aufnahmeort und -zeit nicht orientiert war und keine EXIF-Daten herausgab. Über die dürfte er schlicht nicht verfügen.
Die Paris Match-Fotos müssen als verbrannt gelten. Die einzigen Referenzfotos von Bellingcat, mit denen er die Identifizierung einer russischen BUK aus Kursk versucht, sind nicht nur qualitativ für derlei Versuche ungeeignet, sondern schon durch ihre Herkunft derartig kontaminiert, daß sie seriöserweise als Vergleichsmaterial ausscheiden müssen.
In Tores hat Bensmann, was nicht weiter schwierig war, den richtigen Standort erwischt. Bedeutet das auch, daß dort am 17.7.2014 eine BUK transportiert wurde bzw. sogar mitten auf einer Kreuzung „parkte“?
Hatte Bensmann im Donbass nur ein Billig-Handy dabei oder wie erklärt sich die schlechte Qualität seiner Fotos?
Das bessere Foto hat der niederländische Bürgerjournalist Max van der Werff am 18.4.2015 gemacht – und er hat, wie sich das für einen Journalisten gehört, auch Erkundigungen eingeholt. Wenn man schon mal vor Ort ist…
https://twitter.com/MaxvanderWerff/status/599862407306092544
Ein Vergleich mit dem vielfach getweeten Bild des BUK-Transports in Tores (Ausschnitt):
Ist es wirklich plausibel, daß der BUK-Transporter sich in Höhe des Hauses mit den Streifen an den Hausecken in einer Abwärtsbewegung befindet, während die Straße bis zu diesem Haus relativ steil ansteigend ist?
Bensmann erklärt nicht, ob er in Tores nach Zeugen gesucht, aber eventuell keine bestätigenden Zeugen gefunden hat. Möglicherweise kannte er diesen vergeblichen Versuch von Kollegen, die das schon zeitnah am 22.7.2014 unternommen hatten.
Malaysia Airlines MH17 crash: Was a Russian-made missile really parked in this quiet square?
Tuesday 22 July 2014
It is a photograph that could play a crucial role in proving the deadliest of deeds. Or else it could be dismissed as a fake, nothing more than crude propaganda.
At the weekend, Ukraine’s security services (SBU) released photographs and videos it said proved that Russian-made BUK-M1 surface-to-air missile systems were inside the rebel-held area shortly before Malaysian Airlines MH17 crashed to the ground.
Among the images, said to have been taken on the day of the tragedy, was one of a missile system, either parked or passing through the rebel-controlled town of Torez, barely five miles from where Boeing 777 tore into fields of wheat and sunflowers. According to Vitaliy Nayda, head of the SBU’s counterintelligence unit, the image was “evidence” of Russia’s involvement.
But on Tuesday, when The Independent visited the site where the image was taken and showed it to local people, they claimed they had seen no such missile truck and dismissed the image as hoax. “All the Ukrainian media is lying,” said one man, Andrei Sushparnov. “We have no missiles. If we did, would the Ukrainians be bombing our cities?”
[…]
“I saw this picture on the internet. But there was no such vehicle parked here,” said Svetlana Eivashenko, a 50-year woman with red hair. “I wish Ukraine would leave Donetsk in peace.”
The photograph released by Ukrainian intelligence appears to have been taken from somewhere on the forecourt of the Pit Stop Market and petrol station, located close to the junction of Gagarin and 50th Anniversary of the USSR streets in central Torez. Nearby is a large statue dedicated to coal miners, for whom this area of eastern Ukraine is famous.
The staff at the petrol station said none of them had been on duty last Thursday. A woman who gave her name as Diana and who worked in a toy shop called Briefcase, said she had been at work last Thursday and had seen nothing, even when she stepped out for a cigarette break. “I did not see that, for sure,” she said.
[…]
Mr Toler [Bellingcat-Mitarbeiter] admitted there was no irrefutable proof the image was taken on July 17 as claimed by the Ukrainians. But he said an internet search revealed the picture did not appear before the 17th. „And it matches accounts in other videos and pictures along with audio intercepts,“ he said.
The Independent spent around 90 minutes at the location in Torez, at times drawing a number of animated locals who looked at the image and shook their heads.
The only hint of a positive answer came indirectly from a woman working in the Sport betting shop. She had also been off last Thursday but her colleague, whom she contacted on the telephone, said she had „heard something heavy passing by“.
The woman said her friend did not wish to speak any further and added: „There are tanks passing by here all the time.“
Einen Zeugen hat Marcus Bensmann dann doch noch aufgetrieben. Leider fälschlicherweise im Norden von Snischne. Meine Frage dazu hat er nicht beantwortet, wie er sich auch sonst in Schweigen über seine mißlungene Reportage hüllt:
Gabriele Wolff
Was sagen Sie dazu, Herr Bensmann, daß sämtliche anderen Rechercheure, von Bellingcat bis zum Rechercheteam der SÜDEUTSCHEN mit dem ör Fernsehen und Reuters, den Abschußort der Buk nicht wie Sie nördlich von Snischne in Puschkin, sondern südlich von Snischne zwischen Pervomais’ke und dem Dorf “Roter Oktober” lokalisiert haben? Auch die von RTL in Auftrag gegebene Studie kommt zu diesem vom SBU vorgezeichneten Ergebnis.
Was soll man also von den wackelnden Ziegeln in Puschkin halten?
Und wieso haben Sie nicht in Pervomais’ke gesucht, wo vor und nach Ihnen alle anderen gesucht haben? Dazu haben Sie jegliche Erklärung vermissen lassen.
https://correctiv.org/blog/2015/01/27/mh-17-zum-hintergrund-unserer-recherche/#comment-137
Tja. Vermutlich hat er es versucht und ist genauso gescheitert wie Roland Oliphant vom TELEGRAPH, der genauso russenfeindlich eingestellt ist wie ukraine@war, auf dessen Lokalisationsspuren eines Abschußortes südlich von Snischne er sich zeitnah am 22.7.2014 begab.
MH17: the clues which may lead to missile launch site
Telegraph pursues clues on the ground in Eastern Ukraine to try and track down where rocket launcher was based
By Roland Oliphant, Snizhnoye
9:39PM BST 22 Jul 2014
[…]
None the less, the quest for the launch site is a frustrating search for a needle in a wheat field.
Two possible launch sites – a rundown collective farm and a nearby wheat field – showed some track marks but no sign of any rocket launch whatsoever.
In the middle of one proposed launch site, an ancient combine harvester sedately chewed its way through the wheat on a rise that gave excellent views in all directions – including towards the MH17s flight path.
It seemed an ideal spot to park a radar unit for an anti-aircraft missile. But Vassily, the driver, said he had neither heard nor seen anything like signs of a missile launch.
„No, haven’t heard or seen anything like that. That said, I can’t even hear the shelling when I’m in the cab,“ he said.
„But the field down the way burnt the other day. Don’t know why. You might have a look there.“
The location of the fire lies on the supposed flight path of the rocket, and track marks – though indistinct – are present. Some unidentifiable bits of green plastic littered the site of the fire.
It is well within rebel control, in easy reach of the Russian border, and in an area where the Ukrainian air force has struck rebel positions in the past.
But with a strip of recently ploughed land running straight through the potential site, the evidence is inconclusive.
To add to the difficulties, experts approached by the Telegraph said a Buk launcher is a relatively light piece of kit. So any telltale track marks are unlikely to be particularly distinguishable.
„The launch of the surface-to-air missile leaves scorched strip behind the launcher, so the second picture in theory might be taken at the place where launcher stood,“ said Igor Sutyagin, a Russian military expert at the Royal United Services Institute (Rusi) said.
The photograph of the missile’s smoke trail also suggests the launch was „nearly vertical“ he said.
„In this case the plume from the missile’s nozzles will be to the very large extent ‚deflected‘ by the hull of the launcher.“
That might also place the launch site further north, much closer to the crash site.
Wherever it was fired from, the search for the Buk will be a long one.
Das sah düster aus, sowohl für die “Analysen” aufgrund des Wölkchenfotos als auch für bestätigende zeitnahe Aussagen von Bewohnern dieser Gegend.
Marcus Bensmann bekam es mit einem der typischen „Zeugen“ zu tun, die Monate nach einem Ereignis, das sie nur am Rande mitbekommen haben, nicht mehr wissen, was sie wahrgenommen und was sie später erfahren haben. Hinzu kommen bei derartig verspäteten Recherchen bekanntlich der übliche Zeugentypus, der sich wichtig macht, sowie derjenige, der eine eigene politische Agenda verfolgt. Aussagepsychologie ist Reportern, die mit der Tür ins Haus fallen, so unbekannt wie überflüssig. Sie wollen O-Töne, die ihre Sicht der Dinge plakativ bestätigen.
Und so wird die Zeugenaussage eines Mannes in dem nördlich von Snischne befindlichen Dorf Puschkin von Bensmann in seiner „Hauptgeschichte“ präsentiert [Hervorhebungen von mir]:
Zwei Tage später ein weiterer Besuch. Es ist noch früh. Die Straßen in der Siedlung sind leer. Wieder bellen Hunde, sie zerren hinter Metalltoren an Ketten. Nach langem Klopfen öffnet ein Bewohner seine Haustür. „Vielleicht sind Sie ein Spion?“, ist die erste Frage nach einer hastigen Begrüßung. Am 17. Juli 2014 war er am Ort. Die Frage nach diesem Tag macht ihm Angst.
„Ich erinnere mich. Aber wissen Sie, ich sage Ihnen dazu nicht alles. Das könnte schlecht für mich enden.“ Der Reporter stellt sich vor. Er zeigt seine Ausweise. Er sagt, er sei hier, um mehr zu erfahren. Die Menschen in Europa wollten wissen, was passiert ist, warum so viele aus ihrer Mitte hier in der Ukraine sterben mussten, abgeschossen in einem friedlichen Flugzeug.
Der Mann stockt. Dann fängt er an zu erzählen: „Sie haben es mit einer Rakete abgeschossen. Die Rakete haben sie von dort abgeschossen. Wir haben sie gesehen, wie sie geflogen ist.“
Er weist auf den Bahndamm. Ein Freund von ihm habe die Raketen vorher schon gesehen. „Er hat mich angerufen und gesagt: Dort steht so ein krasses Teil mit vier Raketen.“ Auch der Freund bleibt ohne Namen. „Er hat auch Angst. Es sind gefährliche Zeiten.“ Aber eine andere Frage beschäftigt den Zeugen auch noch. „Sie haben alles geplant. Ich weiß nur nicht, warum Sie es hier hin gekarrt haben.“
Endlich kommt er ins Reden. “Ich war im Hof und habe eine Explosion gehört, einen Schlag. Da war so ein Chlop (russisch für Schlag). Die Ziegel auf dem Dach wackelten. Und dieser Schlag war dort drüben, das war hier sehr gut zu hören. Es gab so einen langen Ton. Und dann gab es eine sehr starke Explosion: Bach Bach. Und gerade als ich auf die Straße gelaufen bin, stürzte das Flugzeug ab, entlang der Straße einige Kilometer entfernt von hier. Verstehen Sie? Und man konnte sehen, wie es dort brannte.” Für den Chlop, den Schlag, hat der Zeuge eine Erklärung. “Da ist sie von dort offensichtlich losgeflogen.”
Auf die Frage ob russische Soldaten oder Separatisten die Rakete abgeschossen hätten, muss der Mann lachen. Für ihn können es nur russische Soldaten gewesen sein. “Nun, welcher Bergmann wird mit einer Rakete schießen? Das waren Spezialisten. Kann ich etwa Raketen abschießen?”
Ist die Aussage dieses Mannes richtig übersetzt worden? Ist sie zutreffend wiedergegeben worden?
Bensmann war – das unterscheidet ihn von seinen Nachfolgern – so großzügig, an versteckter Stelle sein Ausgangsmaterial (falls richtig übersetzt) freizugeben; und trotz der Zensur:
Zum Schutz des Zeugens vor Racheakten haben wir die Stimme von einem Schauspieler übersprechen lassen und Kürzungen vorgenommen.
läßt sich feststellen, daß die Ausage des Zeugen ganz anders ausgefallen ist als in der redaktionellen Bearbeitung auf der Correctiv-Hauptseite.
Journalist: Guten Tag. Ich bin Marcus Bensmann, ein deutscher Journalist. Ich gehe über die Dörfer und schaue, wie die Menschen so leben.
[…]
Journalist: Ich habe da noch eine Frage. Sie erinnern sich an den 17. Juli, als sie das Flugzeug abgeschossen haben, MH17, erinnern sie sich?
Bewohner: Aber wissen sie, ich sage ihnen dazu nicht alles, das könnte schlecht für mich enden.
Journalist: Das heißt, sie wollen darüber nicht sprechen?
Bewohner: Nein, ich habe Angst.
Journalist: Aber warum?
Bewohner: Ich weiss doch nicht, was sie im Schilde führen, in diesen wahnsinnigen Zeiten.
Journalist: Nur, Sie müssen verstehen. Die Menschen dort fragen das. Sie beschäftigt diese Frage.
Bewohner: Wo?
Journalist: In Deutschland.
Bewohner: Aber was wollen sie wissen? Sie haben es mit einer Rakete abgeschossen. Die Rakete haben sie von dort abgeschossen. Wir haben sie gesehen, wie sie geflogen ist. Verstehen sie? Was wollen sie noch wissen?
https://mh17.correctiv.org/die-zeugen-deutsch/
Typischerweise beginnt das Gespräch zur Sache nicht mit einer Ich-, sondern mit einer „Wir“-Aussage, die als Reduzierung auf einen Behauptungskern daherkommt. In der Folge wird sie Stück für Stück zurückgenommen. Und hätte daher nicht mehr zitiert werden dürfen.
Journalist: Sie haben es gesehen?
Bewohner: Ich war im Hof und habe eine Explosion gehört, einen Schlag. Da war so ein „Chlop“ (russisch für Schlag). Und dieser Schlag war dort drüben, das war hier sehr gut zu hören. Und dann gab es eine sehr starke Explosion. Meine Ziegel haben gewackelt. Und gerade als ich auf die Straße gelaufen bin stürzte das Flugzeug ab, entlang der Straße einige Kilometer entfernt von hier. Verstehen Sie? Und man konnte sehen, wie es dort brannte. Ich bin auf die Strasse gerannt und sehe, da kam ein sehr grosse Schlag von dort und schwarzer Rauch. Kurz gesagt, ich bin in diesem Moment rausgelaufen, als es abstürzte. Ich habe es nicht gesehen, als es flog, das habe ich alles gehört. Und es hat dann dort gebrannt.
https://mh17.correctiv.org/die-zeugen-deutsch/
In der Konkretisierung wird aus dem behaupteten Sehen einer fliegenden Rakete eine im Hof gehörte Explosion in der Nähe, danach folgt die Explosion des abgestürzten Flugzeugs nebst schwarzer Rauchwolke. Beide Ereignisse wurden jeweils nur gehört und später miteinander kausal verbunden.
Journalist: Das Flugzeug haben sie gesehen?
Bewohner: Nein, das Flugzeug habe ich nicht gesehen. Als ich nach dieser Explosion rausgelaufen bin, habe ich gehört, dass sich eine große Explosion dort ereignet hatte.
Journalist: Ja.
Bewohner: Ich war im Hof unter der Plane, höre eine Explosion: „Bach Bach“. Die Ziegel auf dem Dach wackelten und es gab so einen langen Ton. Ich bin sofort auf die Strasse gelaufen und sehe, wie es dann entlang dieser Strasse zur Erde stürzt. Es ereignete sich, dass es genau entlang dieser Strasse passierte.
https://mh17.correctiv.org/die-zeugen-deutsch/
In der erneuten Wiederholung wird deutlich, daß der Zeuge im Hof unter einer Plane stand, als die erste Explosion erfolgte – gesehen hat er nichts. Dafür sieht er plötzlich das abstürzende Flugzeug, das er zuvor nicht gesehen hatte.
Journalist: Sie haben also von hier geschossen?
Bewohner: Von dort ungefähr. Ich habe einen Schlag gehört. Ich habe unter dem Verschlag ein „Chlop“ (russisch für Schlag) gehört. Ein „Chlop“, so ein Schlag eben. Da ist sie von dort offensichtlich losgeflogen. Aber dann eine starke Explosion. Den habe ich dann von hier aus gehört. Im Himmel war eine starke Explosion. Ich bin dann zwischen Garage und Strasse rausgerannt. Habe geschaut. Aber habe nichts gesehen. Aber als ich dann gelaufen bin, da habe ich gesehen, wie es auf die Erde gestürzt ist.
https://mh17.correctiv.org/die-zeugen-deutsch/
Bei der nächsten Variante (auf eine Suggestivfrage hin) erkennt man, wie die Schlußfolgerung „Da ist sie von dort offensichtlich losgeflogen“ die wahrgenommen Ereignisse überlagert. Gleichzeitig überlagert die Information über den Absturz der MH 17 die Erinnerung an das Erlebte; denn plötzlich will der Zeuge zusätzlich sogar eine Explosion im Himmel gesehen haben – die er wegen der geschlossenen Wolkendecke bei einer Explosion in 10 km Höhe nicht gesehen haben kann.
Journalist: Haben Sie Fahrzeuge gesehen dort?
Bewohner: Wo?
Journalist: Nun, wer dort geschossen hat, also die Raketen.
Bewohner: Nun, die Fahrzeuge habe ich nicht gesehen. Aber ein Freund hat diese Fahrzeuge gesehen. Er hat mich angerufen und gesagt: Dort steht so ein „krasses Teil“ mit vier Raketen. Sie haben in der Stadt gestanden.
https://mh17.correctiv.org/die-zeugen-deutsch/
In der Stadt Snischne soll der Freund also die BUK gesehen haben – und nicht im nördlichen Vorort Puschkin, dem Wohnort des Zeugen. Das wird in der zusammenfassenden Präsentation des Interviews mehr als nur verschwiegen; im Gegenteil wird durch die Ortsbezeichnung „Bahndamm“ nahegelegt, daß der Freund eine BUK ganz in der Nähe, nämlich am Bahndamm in Puschkin, gesehen habe.
Journalist: Vier Raketen?
Bewohner: Ja, vier Raketen waren da.
Journalist: Waren das russische Soldaten oder Separatisten?
Bewohner: (lacht) Nun, welcher Bergmann wird mit einer Rakete schiessen? Das waren Spezialisten. Kann ich etwa Raketen abschiessen?
Journalist: Also das war von hier?
Bewohner: Ich weiss nur nicht, warum sie sie hierhin gekarrt haben.
https://mh17.correctiv.org/die-zeugen-deutsch/
Der Zusatz in der Präsentation: „Sie haben alles geplant. Ich weiß nur nicht, warum Sie es hier hin gekarrt haben.“ fehlt. Ob es sich hier um eine Erfindung Bensmanns oder um eine der Kürzung zum Opfer gefallene Stelle handelt – ich weiß es nicht. Irgendeine Bedeutung hat diese Aussage des unwissenden Dorfbewohners ohnehin nicht.
Journalist: Sie sind von hier.
Bewohner: Ja, ich bin von hier.
Journalist: Und das von hier geschossen wurde, dass hier Raketen gestanden haben, haben auch alle gesehen?
Bewohner: Nun, was heisst schon alle? Zu dieser Zeit sind wir nicht viel rumgefahren. Ich kenne einen, der das alles gesehen hat. Nur wird der nicht mit Ihnen reden. Er hat alles gesehen. Er hat als erster die Raketen gesehen. Er ist als erster hingefahren, nachdem das Flugzeug abgestürzt ist. Er ist hingefahren und hat geguckt. Er hat es mir erzählt.
Journalist: Nur, er wird nicht mir mir reden?
Bewohner: Kaum. Er hat auch Angst. Man weiss ja nicht, wo Du hingehst. Es sind gefährliche Zeiten. Wir haben hier keine Demokratie.
https://mh17.correctiv.org/die-zeugen-deutsch/
Zuguterletzt nimmt er sogar die Wir-Aussage der Eingangsbehauptung zurück. Er selbst hat gar nichts Konkretes mitbekommen. Es ist wahrscheinlich, daß es am 17.7. 2014 eine Kriegseinwirkung bei Puschkin gab – so berichtete eine Einwohnerin von Rauch über der nahegelegenen Fabrik, die später von Bellingcat als „KhimMash plant“ identifiziert wird (s.u.).
Die andere Frau hat von der Fabrik aus „starken Rauch gesehen. Alle haben sich erschreckt.“ Woher der Rauch gekommen sei? Sie reagiert verunsichert. „Woher sollten wir wissen, was das war? Wir haben gehört, wie etwas explodierte.“
Letztlich ist er der klassische Zeuge vom Hörensagen, der Monate später interviewt und dessen vage und widersprüchliche Aussage von voreingenommenen Reportern tendenziös wiedergegeben wird. Nach diesem Muster verfuhren alle weiteren Reporter, die sich nach Correctiv auf Recherchereise in den Spuren Bellingcats begeben haben.
Bensmann ist es zu verdanken, daß man Einblick in die journalistische Verdreherei von Zeugenaussagen gewonnen hat. Genauso hat man sich das als Medienkonsument immer vorgestellt.
Eine Ohrfeige für Marcus Bensmann hat Bellingcat jedenfalls am 27.1.2015 geliefert:
Is this the Launch Site of the Missile that Shot Down Flight MH17? A Look at the Claims and Evidence
January 27, 2015
In a previous investigation related to the 17 July 2014 downing of Malaysian Airlines Flight 17 (MH17) in eastern Ukraine, the Bellingcat investigation team provided the origin and movements of a Buk M1 missile launcher filmed and photographed that same day that travelled from Donetsk past Zuhres, through Torez and Snizhne. Before reaching Snizhne, the Buk M1 missile launcher was transported on a red low-loader hauled by a white Volvo truck featuring a telephone number and unique blue stripes. In Snizhne, however, the Buk was unloaded off the hauler and driven south out of Snizhne under its own power. In the early hours of 18 July 2014 the missile launcher was spotted in Luhansk, where it was again being hauled by the same white Volvo truck, but this time it was missing one missile.
The location of the Buk between its last sighting in Snizhne and its appearance in Luhansk the following morning is a vital question that will shed light on the culprits and circumstances of the MH17 tragedy. This report will consider four vital clues that allow us to estimate the launch location for the missile that downed MH17: 1) photographs of a white smoke trail taken a few moments after the crash of flight MH17, 2) visible burn damage to a wheat field that appeared between 16 and 20 July 2014, 3) audio recordings reportedly from 17 July 2014, and 4) a US intelligence satellite image from 22 July 2014.
[…]
Danach befindet sich der für ihn wahrscheinliche Abschußort nicht nördlich, wie Bensmann meint, sondern südlich von Snischne, und zwar hier:
https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2015/01/27/is-this-the-launch-site-of-the-missile-that-shot-down-flight-mh17
Daß nach einem verbrannten Feld gefahndet wurde, mag Marcus Bensmann besonders irritiert haben, hatte er doch, eventuell unter dem Einfluß seines anonymen Militärberaters, kühn zur Buk-Rakete dekretiert:
Die Rakete wird aus einem feuerfesten Container gestartet, deshalb hinterlässt sie kaum Brandflecken; die Spuren der Abschussrampe auf dem Boden gleichen denen eines Panzers.
Dummerweise verortet Bellingcat das offiziell von den USA am 22.7.2014 verbreitete „Abschußfoto“ ebenfalls südlich von Snischne, wie ich das nach bloßem Augenschein auch eingeordnet hatte. Nix da mit der von Bensmann ohne Nachweis verbreiteten Behauptung, die USA hätten einen Abschußort nördlich von Snischne benannt. In die Ecke stellen und schämen, ist mein Ratschlag für diese Art von Journalismus.
Wie konnte es zu diesem Affront zwischen Bellingcat einerseits und Correctiv/SPIEGEL andererseits kommen, obwohl sich doch beide mit großer Naivität auf social media und Geolocating verlassen und in der Sache („Rußland war es!“) einig sind?
Ganz einfach: Elliot Higgins mißtraute am 22.7.2014 noch den entsprechenden „Findungen“ des ersichtlich vorurteilsbehafteten „ukraine@war“-Bloggers aus den Niederlanden.
The Latest Open Source Theories, Speculation and Debunks on Flight MH17
July 22, 2014
[…]
The Launch Site Found?
A couple of days ago Storyful shared high resolution satellite map imagery of the areas around the crash site and locations identified in images of the Buk Missile Launcher (shared here, open with Google Earth). While many people focused on the crash site itself, others were looking for signs of the launchers. In a post on the Ukraine@WAr blog the author identified tracks in a field in images from July 20th, just south of the location the suspected Buk Missile Launcher was filmed, south of Snizhne
In his next post on the subject, the author also believes he’s identified the direction of smoke seen on the day, which some have claimed to be from the launch of the Buk’s missile, as being the same direction as the field. Personally I believe there’s two things that would be useful here, having satellite map imagery from the day before the attack to confirm the tracks are fresh, and having someone on the ground examine the tracks, ideally measuring the distance between the two sides of the tracks to see if it matches the specifications of the Buk. While I don’t feel the posts are conclusive, it’s something that warrants further investigation.
Diese Zurückhaltung legte das Bellingcat-Team erst am 27.1.2015 ab und schenkte dem Wölkchenfoto aus Tores erstmals Beachtung. Dazu trug natürlich die für RTL/NL gefertigte Studie bei, die zwar von Bellingcat erwähnt, zu der allerdings nicht verlinkt wurde. Diese am 22.12.2014 von RTL veröffentlichte Studie hatte just jenes spezifische Feld als Ort eines möglichen Brandes identifiziert, auf das sich Bellingcat jetzt, am 27.1.2015, risikolos als Abschußort festlegte:
http://www.rtlnieuws.nl/sites/default/files/content/documents/2014/12/22/Rapport_Rookpluim_analyse_v1.0.pdf
[S. 12]
http://www.rtlnieuws.nl/sites/default/files/content/documents/2014/12/22/Rapport_Rookpluim_analyse_v1.0.pdf
[S. 23]
Und wie erklärt Bellingcat, daß ihr Kollege und Fan Marcus Bensmann mit seinem Zeugen und seinem freihändig erkorenen BUK-Abschußort derartig danebenlag?
https://twitter.com/MaxvanderWerff/status/601789446833479682
Sehr nüchtern auf eine entsprechende Anfrage im Kommentarteil seines Blogs:
Daniel Romein – January 28th, 2015
This location is based on testimonies of a few witnesses, the audio recordings of Zello conversations where some people mention the KhimMash plant and a wrong geolocation of the direction the pictures of 17 july in Torez were taken from. The tracks they have seen in the fields could have been made by tanks as well.
Oder von Mähdreschern, denn Bensmann unterließ es, den Radstand einer verdächtigen Spur zu vermessen. Soviel zu Correctiv und SPIEGEL. Außer Spesen nichts gewesen. Aber das gilt natürlich gleichermaßen für seine Nachfolger, die den Bellingcat-Trip in den Donbass unternahmen, um sich dort der Nachbebilderung und/oder dem „Zeugenschütteln“ im Dienst einer unverhohlen offenbarten Agenda zu widmen.
Nachtrag (27.5.2015):
Eine erneute Überprüfung des deutschsprachigen Bellingcat-Beitrags „MH 17 Herkunft der Separatisten Buk“ vom 8.11.2014 ergab den endgültigen Beweis für die Verschleierungskünste, derer sich die Plattform Bellingcat bedient.
Das Bellingcat MH17 Untersuchungsteam hat 16 Videos auf Social Media Websites wie VKontakte, YouTube, Instagram und Odnoklassniki, die die Bewegung des 53. Brigade Konvois von Kursk am 23. Juni bis Millerowo 29 am 25. Juni zeigen gefunden.
Das Bellingcat MH17 Untersuchungsteam war auch in der Lage, den exakten Standort 30 zu identifizieren an dem jedes Video gefilmt wurde und anhand gleicher Fahrzeuge in verschiedenen Videos nachzuweisen, dass alle 16 Videos den gleichen Konvoi zeigen.
https://www.bellingcat.com/wp-content/uploads/2014/11/bellingcat_-_bericht.pdf
[S. 14 f.]
So die Behauptung. Im Gegensatz zur englischsprachigen Fassung (in der es die in die Irre führende Fußnote 29 zu „Millerowo“ gar nicht gibt), führt in der deutschsprachigen Fassung das Versprechen des exakten Standorts nicht zu einem „article not found“ wie im englischsprachigen Pendant, sondern zu etwas sehr Eindeutigem. Offenbar schätzt Bellingcat deutsche Leser als die größeren Pedanten ein; Deutsche – mit Ausnahme von Journalisten – delektieren sich halt an Fußnoten, das ahnt man in Großbritannien.
Fußnote 30:
30 https://www.bellingcat.com/news/2014/11/07/geolocated-june-buk-convoy-videos-in-russia
verlinkt zu diesem oberflächlichen Artikel mit Landschaftsaufnahmen (man sieht kein einziges erkennbares militärisches Gerät) vom 7.11.2014, der also hastig einen Tag vorher erstellt wurde:
Geolocated June BUK convoy videos in Russia
November 7, 2014
In September, the discovery of six videos of a Buk convoy in Russia was reported on Bellingcat. During the research done by the Bellingcat team, another 10 videos have been discovered from June 23-25, which can be linked to the same convoy. As the basis for the geolocation work, the previous videos from June were utilized both as reference material, as well as to give indications of a possible route which would narrow down the search area.[…]
The tenth video is from Millerovo, and is addressed in a separate case study, walking through the geolocation process.
https://www.bellingcat.com/news/2014/11/07/geolocated-june-buk-convoy-videos-in-russia/
Logischerweise führt der Link zum Millerowo-Video zu dem gelöschten Video, und der Link zur “separate case study” nicht einmal zu dem bereits erörterten nichtssagenden Artikel von Eliot Higgins vom 8.11.2014,
sondern zu dem bereits bekannten:
Article Not Found!
The article you were looking for was not found.
https://www.bellingcat.com/uncategorized/2014/11/07/geolocating-the-russian-buk-convoy-in-millerovo
Da bei Bellingcat Computer-Freaks arbeiten, die sich mit Verlinkungen auskennen müßten, sicherlich auch mit der Einrichtung einer Suchfunktion, die ich auf dieser Seite partout nicht finden kann, muß man Bellingcats Fehlleistungen in ihrer Gesamtheit wohl als bewußte Irreführung des Publikums bezeichnen. Aber für die Mainstream-Medien, die sich auf Verifizierungstour der Bellingcat-Behauptungen begeben, reichen derartige Schlampigkeiten allemal.
Wenn da nicht diese eindeutige Zusammenfassung am Ende des Artikels von Kivimäki wäre:
| „# | Location | Coordinates | Buk TELAR 3×2 in video? |
| 1 | Troitskiy | 51.3590587,37.500688 | Yes, 00:24 |
| 2 | Stary Oskol | 51.3590587,37.500688 | Yes, 02:01 |
| 3 | Popovy Dvory | 51.6544589,36.7921105 | No |
| 4 | Stary Oskol | 51.3065105,37.9023863 | No |
| 5 | Stary Oskol | 51.2707467,37.9254813 | No |
| 6 | Stary Oskol | 51.3203988,37.886651 | No |
| 7 | Neznamovo | 51.2441558,37.9365475 | No |
| 8 | Alexeyevka | 50.624703,38.6503823 | Yes, 6:22 |
| 9 | Alexeyevka | 50.5831713,38.7146552 | Yes, 0:52 |
| 10 | Millerovo | 48.902343, 40.444658 | No“ |
https://www.bellingcat.com/news/2014/11/07/geolocated-june-buk-convoy-videos-in-russia/
Bei SPIEGEL und Correctiv hat man über die Tatsache, daß die verdächtige BUK 3_2 in Millerowo nicht gesichtet wurde, großzügig hinweggesehen und das Gegenteil behauptet. Die bei Millerowo gesichtete BUK 200 zeigt durch die Nullen gerade an, daß sie keinem konkreten Truppenteil angehörte, ebensowenig wie der nicht gekennzeichnete BUK-Raketenlader. Ein Zusammenhang mit der 53. Brigade aus Kursk besteht daher offensichtlich nicht.
Das Bellingcat-Unternehmen ist lediglich ein interessegeleitetes Bindeglied zwischen Politik und Medien und hat mit „alternativer“ Recherche nichts zu tun. In diesen bitteren Apfel der Erkenntnis muß man beißen.
Aber das hatte ich ja schon in den Artikeln:
https://gabrielewolff.wordpress.com/2015/02/01/ukraine-intermezzo-wie-bellingcat-arbeitet/
https://gabrielewolff.wordpress.com/2015/03/28/ukraine-intermezzo-wie-bellingcat-arbeitet-2/
dargelegt.
Zur Fortsetzung geht es hier:
(wird fortgesetzt)



Zum heutigen Referendumstag in Griechenland habe ich die Bundespressekonferenz vom 3.7.2015 analysiert – und festgestellt, daß dort fernab der Realität „informiert“ wurde.
http://www.jungundnaiv.de/2015/07/03/bundesregierung-fuer-desinteressierte-bpk-vom-3-juli-2015/
Dieser Herr Dijsselbloem weiß also jetzt schon, wie die EU zukünftig mit Griechenland umspringen wird? Jedenfalls mit einem Griechenland unter linker Regierung? Da hat er aber die Rechnung ohne den IWF, Frankreich und die USA gemacht.
Der IWF hat längst eingesehen, daß seine bisherige Politik verfehlt war und daß es ohne Schuldenschnitt nicht weitergehen kann.
Hier eine amerikanische Analyse zu dem entsprechenden Papier des IWF vom 26.6.2015 zur Schuldentragfähigkeit Griechenlands:
http://ftalphaville.ft.com/2015/07/02/2133520/how-we-would-have-restructured-greeces-debt-by-the-imf/
Hier zusammengefaßt vom Manager-Magazin:
http://www.manager-magazin.de/politik/europa/iwf-fordert-schuldenschnitt-fuer-griechenland-a-1041870-2.html
Kein Wunder, daß die Euopäer die Veröffentlichung dieses IWF-Papiers verhindern wollten, stützt es doch Tsipras Anliegen und macht mit der Illusion ein Ende, man könne weiterwurschteln wie bisher und dem Bürger vormachen, die bisher in die Banken- und Gläubiger-Rettung versenkten Milliarden seien sinnvoll ausgegeben worden (und flössen wieder zurück):
http://www.reuters.com/article/2015/07/03/us-eurozone-greece-imf-idUSKCN0PD20120150703
Und jetzt wieder die Bundespressekonferenz:
http://www.jungundnaiv.de/2015/07/03/bundesregierung-fuer-desinteressierte-bpk-vom-3-juli-2015/
Offenbar hat niemand das IWF-Papier gelesen, wenn jetzt noch so getan wird, als komme man um einen Schuldenschnitt herum. Und schuld ist natürlich diese linke Regierung in Griechenland, die es geschafft hat, von April 2015 bis Ende Juni 2015 das Land ganz allein überraschend in einen ruinösen Zustand zu versetzen. Vermutlich wegen der Wiedereinstellung der Putzfrauen im Finanzministerium, wodurch noch Geld gespart wurde, weil die zwischenzeitlich engagierte Reinigungsfirma teurer war.
Selbstkritik? Keine. Und plötzlich wird Griechenland zum „Sonderfall“ erklärt, der von den anderen notleidenden Staaten mit ihren sozialen Verwerfungen abgetrennt wird, indem diese zu „Erfolgsfällen“ stilisiert werden.
http://www.jungundnaiv.de/2015/07/03/bundesregierung-fuer-desinteressierte-bpk-vom-3-juli-2015/
Wie man im Ausland über den unfehlbaren Schäuble denkt, kann man hier nachlesen: daß der die Kanzlerschaft von Angela Merkel ruiniert, ist eine Wertung, der sich auch der SPIEGEL („Die Trümmerfrau“) anzuschließen scheint.
http://www.reuters.com/article/2015/06/28/us-eurozone-greece-germany-blame-insight-idUSKCN0P811E20150628
“Frightening”, in der Tat – und nun wissen wir auch, wer dafür verantwortlich war, daß die EU-Finanzminister nicht einmal die sieben Tage Verlängerung des zweiten „Hilfsprogramms“ bis zur Durchführung des Referendums gewährten: kein anderer als Schäuble, der dafür sogar die deutsch-französische Freundschaft riskierte.
Was er wollte, ist klar: Bankenschließung und Kapitalverkehrskontrollen, damit die griechische Bevölkerung Angst bekommt und gegen die Regierung stimmt.
Das ist Wirtschaftskrieg gegen ein Partnerland. Aber mit BILD und FAZ an der Seite, die für deutsche Wählermehrheiten für diese Art der Politik sorgen, läuft es ja.
Ich empfehle Jakob Augstein:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/augstein-zu-griechenland-nein-zum-referendum-kolumne-a-1041705.html
„Aber vielleicht gelingt den Griechen durch das Referendum am Sonntag genau das: den Kontinent mit jener Krankheit zu infizieren, die von der Macht des Geldes am meisten gefürchtet wird – Hoffnung.“
Na, hoffentlich nicht! Obwohl beim Hoffen und Träumen sind Linke ja unschlagbar.
Natürlich ist Merkels Politik gescheitert, den Griechen vorzuschreiben, wie sie sich wirtschaftlich organisieren. Die innere Abwertung durch Reduzierung von Löhnen und Renten kann und konnte nicht funktionieren, wenn dann noch die Reichen ihr Geld massenhaft außer Landes bringen. Auch die angeblich „linke“ Syriza-Regierung hat das ja nicht unterbunden.
Tatsächlich ist ein Grexit mit Maßnahmen, wie sie Ludwig Erhard gegen große Widerstände von Links und Rechts damals durchgesetzt hat, die einzige Möglichkeit den Griechen ihre Souveränität zurück zugeben, anstatt dauerhaft als Bettler zu leben. Dazu gehört eine radikale Währungsreform, die griechische Produkte wieder wettbewerbsfähig macht und z.B. holländische Tomaten aus dem Markt drängt, dazu ein 50% Lastenausgleich auf alle privaten Immobilien, wie damals in Deutschland. Zusätzlich dazu die Besteuerung der riesigen griechischen Auslandsvermögen und aller Auslandsgriechen, wie die USA das handhaben.
Wenn das passiert ist auch ein Schuldenerlass fällig, das Geld ist doch sowieso weg. Das einzugestehen fürchtet sich Frau Merkel und wirkt lieber weiter an der kriminellen Insolvenzverschleppung in Griechenland mit. Die Griechen und Frau Merkel sollten sich ehrlich machen.
Schäubles Politik läuft auf die Zerstörung des Europa-Gedankens von Helmut Kohl hinaus.
Ist das Schäubles späte Rache an Kohl?
Das ist mir ehrlich gesagt zu „psychologisch“ gedacht. Schäuble ist ein Technokrat der Macht, so etwas wie Werte, Visionen, der Blick aufs Ganze sind ihm wesensfremd. Zu „Europa“ und was darunter zu verstehen sein soll, macht er sich vermutlich keine Gedanken. Er sieht nur, ob es Deutschland, ausgedrückt in Zahlen, nützlich ist oder nicht. Was unnütz ist, kann weg. Genau das macht ihn in Griechenland extrem unbeliebt.
Steffen Dobbert von der ZEIT, den wir ja schon als Dämonisierer von Putin kennen, konzentriert sich auf die griechische „Haßfigur Schäuble“, um jetzt Tsipras in die Nähe von Hitler zu rücken.
http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-07/griechenland-rassismus-schaeuble-plakat-tsipras-deutschland-europa-krise/komplettansicht
Subtil gemacht.
Hier ein Ausschnitt aus der Tsipras-Rede:
Und hier wird BILD, das sich auch schon so schön über das Schäuble-Plakat aufgeregt hat, vor Augen geführt, wie sie früher einmal den Finanzminister Eichel als Vampir gezeigt hatte:
http://www.bildblog.de/66606/griechen-hetze-im-glashaus-der-vampire/
😉
http://de.sputniknews.com/politik/20150704/303081044.html
„Die EU wird möglicherweise die Ergebnisse eines neuen Referendums auf der Krim in Betracht ziehen, sollte dieses unter Beobachtung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) stattfinden, wie ein hochrangiger EU-Beamter gegenüber RIA Novosti sagte.“
Leider habe ich keine weitere Quelle hierfür gefunden. Kann das Wunschdenken sein oder kehrt hier die Vernunft ein?
@moki
Auf Vernunft würde ich nicht setzen – eher liest es sich so als ob die EU sich einbildet, irgendwelche Macht zu haben über Völker anderer Länder außerhalb der EU und denen ihren Willen aufzwingen wollen.
Im Artikel steht ja auch, dass die Einladungen, die man beim Referendum letztes Jahr zukommen ließ, nicht der gewünschten „Form“ entsprach…..wer sich an der Form „festbeißt“, interessiert sich eher nicht für den Inhalt….
Der ‚Regierungschef‘ der Krim hat dem auch schon eine Absgae erteilt:
http://de.sputniknews.com/politik/20150704/303082502.html
„Auf der Krim hat ein legitimes Referendum stattgefunden. Jede neue soziologische Studie, die unter anderem von internationalen Institutionen vorgenommen wurde, beweist ebenfalls volles Vertrauen der Krim-Einwohner gegenüber dem russischen Staat. Die Unterstützung für unseren Präsidenten Wladimir Putin ist sowieso außerordentlich hoch. Welche Fragen kann es noch geben?“
Am Mehrheitswillen der Krimbewohner sich Russland anzuschließen, hatte ja nicht einmal der amerikanische Außenminister Zweifel. Die Durchführung der Abstimmung unter dem „Schutz“ der grünen Männchen, ist unter Völkerrechtsaspekten aber mindestens zweifelhaft. Die Wiederholung eines Referendums unter OSZE Aufsicht ist eine Option für den Westen, einigermaßen gesichtswahrend aus dem Konflikt mit Russland über die Krim herauszukommen, wenn denn die Zeit dafür gekommen ist. Russland müsste dieses Referendum wohl nicht fürchten.
Hm….das kann man natürlich so betrachten…nur stellt sich die Frage WORUM es wirklich geht und WER hier WEM helfen „muss“, ein Gesicht zu wahren, welches man gar nicht hat bzw. nie hatte!
Zu Recht WISSEN inzwischen ALLE, dass die Bevölkerung der Krim sich für den Anschluss an die RF entschieden hat und ein neues Referendum kein anderes Ergebnis bringen würde…Also sollte man weiter die Neurose der EU- Schauspieldemokraten (das Wort „Demokrat“ mag man gar nicht mehr aussprechen wollen) bedienen?
Warum sollte man sich dem irrgläubigem Willen der EU – Beamten beugen – nur damit die sich weiter einbilden könnten, sie besitzen Macht über fremde Länder & können das „handeln“ der Regierungen bestimmen/vorschreiben?
Was anderes wäre es nämlich nicht!
Wenn man daran denkt, dass die Sowjetunion damals auf Wunsch der US-Administration „Stillschweigen“ bewahrte gegenüber der Weltöffentlichkeit was z.B. die Kuba-Krise und deren Lösung anging – kann man sehr gut sehen, wie man Handlungen verfälschen kann um sie dann gegen den „Feind“ zu verwenden….
Nein, es wird eher Zeit, dass Souveränität offiziell ‚geübt‘ wird – vielleicht gesundet dann auch die EU-Clique wieder – wird sicher ein langwieriger Weg.
@Steffi
“ nur damit die sich weiter einbilden könnten, sie besitzen Macht über fremde Länder & können das “handeln” der Regierungen bestimmen/vorschreiben?“
Manche bilden sich das nicht nur ein…….
http://fortruss.blogspot.de/2015/07/ukraines-independence-in-one-picture.html
(die Echtheit desSchreibens vorausgesetzt)
Und wie erfolgreich der bisherige ukrainische Weg Richtung Westen ist, kann man dieser Polemik entnehmen.
http://fortruss.blogspot.de/2015/07/ukrainian-economy-after-year-of-reforms.html
4.7.2015
„Die USA sind die größte Bedrohung für den Westen. Da ist sich der kanadische Professor Michel Chossudovsky sicher. Er behauptet, dass die Amerikaner einen atomaren Erstschlag gegen Russland in Erwägung ziehen – was zwangsläufig zum dritten Weltkrieg führen müsse. Eine krasse These, für die der Kanadier jedoch Unterstützung von anderen Experten bekommt.“
http://www.focus.de/politik/ausland/atomarer-erstschlag-als-option-experten-warnen-die-us-praeventivstrategie-fuehrt-zu-einem-dritten-weltkrieg_id_4795479.html
Es läuft mir einfach nur noch kalt den Rücken herunter und ich frage mich ernsthaft, ob „die“ jetzt zunehmend ihre Zurechnungsfähigkeit verlieren. Bis nach Stalingrad sind es ein paar Hundert Kilometer. Dass vdL so kriegsgeil ist, hätte ich nicht gedacht. Da laufen ganz zwielichtige Menschen rum, die rein gar nichts kapieren. Dann sollen sie doch gleich die Nazi-Bataillone unterstützen.
„Die Bundeswehr wird sich auch in diesem Sommer an zwei Militärmanövern in der Ukraine beteiligen. Einzelne Soldaten sollen an der Landstreitkräfte-Übung Rapid Trident und an dem Marine-Manöver Sea Breeze teilnehmen, heißt es in einer Antwort des Außenministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag.“
http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-07/ukraine-bundeswehr-militaermanoever-russland
Gibt es denn dafür eine Legimitation des deutschen Bundestages?
Die Ukraine ist kein Natostaat und es liegt auch keine anderweitige Genehmigung für ein Manöver in einem Nicht-Nato-Staat vor.
Ein Manöver der Bundeswehr in einem Land,
in dem Bürgerkrieg herrscht,
im Rahmen einer sogenannten Nato-Partnerschaft,
ist ein unverantwortlicher Eingriff in die inneren Angelegenheiten eines anderen Staates, und hat außerordentliches Aggressionspotential.
Jedes militärische Manöver dient mittel oder unmittelbar der Erprobung eines Kampfeinsatzes.
Dabei ist es unerheblich ob die Teilnahme an diesem Manöver schon in früheren Zeiten widerrechtlich stattgefunden hat.
Somit wäre die Teilnahme der Bundeswehr an einem Manöver in der Ukraine verfassungswidrig.
http://www.lr-online.de/nachrichten/Brennpunkte-Bundeswehr-beteiligt-sich-an-Manoevern-in-der-Ukraine;art749,5091550
Militärs machen grundsätzlich Pläne für alle Eventualitäten. Das ist ihr Job in den USA und in Russland. Wichtiger sind die tatsächlichen politisch-militärischen Optionen.
Mit der Kündigung des ABM-Vertrages und dem Aufbau eines Raketenschirms in Osteuropa (angeblich gegen iranische Angriffe) neutralisieren die Amerikaner einen erheblichen Teil der russischen Atomraketen. Darauf hat Putin hingewiesen.
Die Möglichkeit mit gleichen Maßnahmen zu kontern hat er nicht. Unter diesen Umständen bleibt ihm nur die Option, sich entweder amerikanischen Interessen zu fügen, oder mittels mehr ballistischer Atomraketen, die schützende Wirkung des Raketenschirms zu durchlöchern, um so einen Angriff für die Amerikaner zumindest unkalkulierbar zu machen. So funktioniert Machtpolitik im Zeitalter der atomaren Abschreckung. Eigentlich auch ein schöne Bespiel dafür, dass „Defensivwaffen“ alles andere als harmlos sind.
Das ficht vdL nicht an:
http://www.focus.de/politik/deutschland/konflikte-bundeswehr-beteiligt-sich-an-manoevern-in-der-ukraine_id_4796132.html
Ob vdL hier Handlungsoptionen hat, möchte ich mal bezweifeln. Das Letzte was man sich in Militär- und Beistandsbündnissen leisten kann, sind Zweifel an der eigenen Loyalität. Da heißt es, mit den Wölfen zu heulen, sogar wenn man anderer Meinung ist. Die Musik gibt hier der Leitwolf, d.h. die USA vor.
Gerade in konservativen und Wirtschaftskreisen sind die Zweifel an der westlichen Ukraine-und Russlandpolitik ja größer als bei Rot-Grün, die Linken mal ausgenommen. Tatsächlich gibt es für Deutschland zum Bündnis in der NATO aber keine vernünftige Alternative, will man nicht zwischen alle Stühle geraten. Das ficht nur die Träumer bei AfD, den Grünen und Linken nicht an.
Nur zur Erinnerung: Deutschland war laut Schäuble nach dem 5. Mai 1945 an keinem Tag ein souveränes Land. Und der muss es ja wohl wissen.
„Tatsächlich gibt es für Deutschland zum Bündnis in der NATO aber keine vernünftige Alternative, will man nicht zwischen alle Stühle geraten. Das ficht nur die Träumer bei AfD, den Grünen und Linken nicht an.“
M.E. gibt es immer eine Alternative zu einem Angriffsbündnis und zu einem, Zitat
Helmut Schmidt, „Anhängsel der USA, zur Durchsetzung deren geopolitischen Interessen“.
Obernazi OberagitatorJazenjuk mit seinen Nazi-Bataillonen und Oberagitator Poroschenko setzten ausschließlich auf Genozid.
http://www.n-tv.de/politik/An-der-Ukraine-Front-rollt-schweres-Geraet-article15447036.html
Die Grünen Männchen hatten in erster Linie den Auftrag, ein Blutvergiessen zu verhindern, zu dem es unweigerlich gekommen wäre, hätten Kiew und dessen hörige Nazi-Truppen freie Bahn gehabt, so wie in Krasnoarmejsk, am Tag des Unabhängigkeitsreferendums im Donbass am 11.5.2014:
Natürlich fällt es den Westlichen Ländern nach Ruanda und Srebrenica schwer, den Russen dafür zu gratulieren, erfolgreich gewesen zu sein, während sie selbst versagt haben.
„Die Durchführung der Abstimmung unter dem “Schutz” der grünen Männchen, ist unter Völkerrechtsaspekten aber mindestens zweifelhaft.“
Es ist nicht MINDESTENS zweifelhaft. Nach Korsun wußten die Krimbewohner, dass sie wir der Donbass zum Genozid verurteilt worden wären. Außdem sage ich nur: Kosovo. Selbstbestimmungsrecht der Völker
@B.Moser
Im Kosovo hat es nie ein Referendum gegeben.
“Die Durchführung der Abstimmung unter dem “Schutz” der grünen Männchen, ist unter Völkerrechtsaspekten aber mindestens zweifelhaft.”
“Es ist nicht MINDESTENS zweifelhaft. Nach Korsun wußten die Krimbewohner, dass sie wir der Donbass zum Genozid verurteilt worden wären. Außdem sage ich nur: Kosovo. Selbstbestimmungsrecht der Völker”
@B.Moser
Im Kosovo hat es nie ein Referendum gegeben.
@Moki
Das stimmt. Danke für die Klarstellung. Der Westen hatte überhaupt kein Problem die Eigenständigkeit des Kosovos anzuerkennen. Schon im letzten Jahr schrieb Antje Vollmer ” Ich wußte, dass das Kosovo eines Tages auf uns zurückfallen würde.”
Die ukrainische Regierung befindet sich in Auflösung:
http://www.dw.com/de/machtkampf-in-kiew-spitzt-sich-zu/a-18560146
Zwei Minister entlassen, Chef der Jazenjuk-Fraktion ist zurückgetreten. Erklärung des Staatsbankrotts wird Ende Juli erwartet…
Interessant!
http://www.dw.com/de/machtkampf-in-kiew-spitzt-sich-zu/a-18560146
Der Gouverneur von Odessa führt also schon Minister-Rücktritte herbei. Will er sich etwa für den MP-Posten warmlaufen?
Es ist übrigens in dieser Allgemeinheit falsch, daß sich die Ärzte das Geld in die Tache stecken. Es wird natürlich, wie überall, auch solche Ärzte geben. Hintergrund der Patientenzahlungen ist aber Folgendes: Der Krankenhaus-Bereich ist derbe unterfinanziert, und auf diese Weise (Handaufhalten für bevorzugte Behandlung) bilden Krankenhäuser schwarze Kassen, um sich die notwendigen Geräte und Medikamente zuzulegen, die ihnen der Staat nicht finanziert. In so einer „Landschaft“ kann keine Krankenkasse überleben, und von welchem nicht vorhandenen Geld sollte sich die verarmte Bevölkerung überhaupt eine Krankenversicherung leisten können?
Und das bei 48% Inflation?
Nur soviel zum Gesundheitswesen: Mein Sohn kam 2003 in Rumänien zur Welt, und so erhielt ich einen Einblick, wie das Gesundheitswesen in Osteuropa funktioniert.
Die Ärzte sind vergleichbar gut ausgebildet wie im Westen, und arbeiten professionell, trotz schlechter Bezahlung. Das Equipment ist veraltetet und entspricht westlichen Standards von vor 20 Jahren.
Problematischer wird es bei Verbandsmaterial, Watte, essbarer Verpflegung etc, die man von zuhause mitbringen muss. Am schlimmsten sind die „Security“ beim Eingang, die einem zu jeder Tageszeit erklären, gerade jetzt sei kein Patientenbesuch möglich, man solle später wiederkommen. Natürlich konnte man für umgerechnet 2€ trotz „Verbot“ Einlass erhalten.
Wenn man in Wikipedia nach dem so tollen georgischen Gesundheitswesen sucht, stösst man auf gähnenede Leere.
https://de.wikipedia.org/wiki/Georgien
Dabei gibt es zu anderen Ex-Sowjetrepubliken durchaus Abschnitte dazu:
https://de.wikipedia.org/wiki/Armenien#Gesundheit
https://de.wikipedia.org/wiki/Estland#Gesundheitswesen
https://de.wikipedia.org/wiki/Ukraine#Gesundheitswesen
https://de.wikipedia.org/wiki/Russland#Gesundheitswesen
In 10 Jahren Putin ist die Zahl der Geburten um 40% und die Lebenserwartung um 6% gestiegen, die Zahl der Sterbefälle um 9% und die Säuglingssterblichkeit um 30% gesunken. Ebenfalls gesunken sind im Zeitraum 2000-2010 die Selbstmorde (-40%), Alkoholvergiftungen (-60%), und Abtreibungen (-60%).
Freilich vom absoluten Tiefpunkt aus gesehen. Aber trotzdem: Böser Putin!
Interessant, dass es zu Russland heisst: „Im Artikel 41 der Verfassung Russlands ist für alle Bürger das Recht auf kostenlose medizinische Grundversorgung verankert. Dieser seit den Sowjetzeiten bestehende Grundsatz ist zum Teil die Ursache dafür, dass Russland im internationalen Vergleich eine vergleichsweise hohe Anzahl der Ärzte und der Krankenhäuser pro Kopf der Bevölkerung aufweist.“
Während im Artikel zur Ukraine folgendes steht: „Außerdem gibt es in der Ukraine keine obligatorische oder staatliche Krankenversicherung, […]“
War die Ukraine nicht früher Teil der Sowjetunion? Also hatte die Ukraine einmal ein organisiertes Gesundheitswesen, aber hat es zerschlagen, und muss jetzt Spezialisten aus dem Ausland einfliegen, die wissen, wie man es wieder aufbaut. Was für ein Failed State!
Ein anderer Ex-Georgier macht sich derweil um die amerikanischen Interessen in der Ukraine verdient:
http://russia-insider.com/en/politics/saakashvili-busy-selling-odessa-his-american-friends/ri8497
„Saakashvili said the following regarding his latest trip to the U.S.:
“I am presenting the Odessa region’s investment opportunities to international investors in New York. Odessa has a lot of advantages, in particular, a very well-educated and talented population and an amazing tourism potential, and we will guarantee investors’ protection from extortions and racket, which has obstructed economic growth so much until lately,” Saakashvili said on Facebook on Friday. (Interfax-Ukraine, op., cit.)““
…….
„An unelected government appoints a foreign Governor to silence and torture its population and sell Odessa to foreign investors. That’s what “democracy” looks like in post-Maidan Ukraine.“
Das ist mir freilich neu:
http://russia-insider.com/en/politics/saakashvili-busy-selling-odessa-his-american-friends/ri8497
Vielleicht wäre er 2008 nicht in Südossetien eingefallen, wenn er ihn bekommen hätte? 😉
Süßbärchen gegen Armeebärchen austauschen?
Es ist denkbar, dass Washington den ukrainischen Präsidenten Pjotr Poroschenko „fallenlassen“ wird, um auf den Milliardär Igor Kolomoiski, Ex-Gouverneur von Dnepropetrowsk, zu setzen, wie die Deutschen Wirtschafts Nachrichten schreiben.
Der Sturz von Kolomoiski könnte für Poroschenko durchaus gefährlich werden, heißt es im Artikel. Kolomoiski verfüge über eine starke Privatarmee und könnte sich von der Zentral-Ukraine lossagen.
Kolomoiski könnte vor allem den Hardlinern um Victoria Nuland und John McCain als der bessere Partner im Kampf gegen die Russen erscheinen.
http://de.sputniknews.com/politik/20150330/301698457.html
@ Apollon:
Das ist ein Artikel vom 30.3.2015, der über eine Spekulation in der DWN berichtet, die wiederum nicht belegt ist. Es ist zwar unvorhersehbar, was in der Ukraine noch alles geschehen wird: aber daß Kolomoiskij durch das Ausland für einen Politiker gehalten wird, dem man eine maßgebliche Rolle zubilligen will, halte ich für ausgeschlossen.
Aufgrund mehrerer „Vorfälle“ habe ich Misstrauen gegenüber der SÜDDEUTSCHEN. Ich weiss nicht, was mit diesem Artikel gesagt werden möchte.
http://www.sueddeutsche.de/politik/ukraine-poroschenkokaempft-an-allen-fronten-1.2549996
Ich finde, daß der Artikel in der SÜDDEUTSCHEN die Lage in der Ukraine zutreffend beschreibt: Korruption, Inkompetenz, Chaos, Machtkämpfe, Pleite.
Allein schon wieder die parlamentarische Unsitte, den Abstimmungknopf für abwesende Kollegen zu drücken…
http://www.sueddeutsche.de/politik/ukraine-poroschenkokaempft-an-allen-fronten-1.2549996
Oder daß dort Gesetze für die Galerie erlassen werden, wie jenes über die zeitweilige Lagerung von Atomwaffen, die von westlichen Beobachtern gar nicht mehr ernstgenommen werden.
Oder wie die „Dezentralisierung“ à la Kiew aussieht, im Zweifel nämlich autoritärer Rückruf jeglicher Mini-Autonomie:
http://www.sueddeutsche.de/politik/ukraine-poroschenkokaempft-an-allen-fronten-1.2549996
Derweil der Rechte Sektor in Kiew für die Fortsetzung des Krieges demonstriert:
http://de.sputniknews.com/politik/20150703/303076468.html
Und in den USA gruselige Gestalten Präsident werden möchten:
Man bekommt den Eindruck, daß die Vernünftigen eine vom Aussterben bedrohte Species sind.
Das hier ist einer der besten Artikel zu Europas irrationalem Verhalten, den ich bislang gelesen habe:
http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/Die-gefaehrlichste-Idee-Europas/story/27729647
Und schon am 30.6.2015 sprach der Tagesanzeiger das aus, was heute mit Händen zu greifen ist:
http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/standard/Europas-Politiker-hoffen-auf-einen-Regierungswechsel/story/25765672
Lobenswert auch Monitor mit einem kritischen Beitrag, der die Lügen unserer Regierung und der EU über das wunderbare Kompromißangebot und das Investitionsprogramm an Griechenland aufdeckt; auch hier darf Gesine Schwan, mit Spitzen gegen Gabriel, sagen, daß es in Wirklichkeit um einen Regierungssturz in Griechenland ging.
http://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/monitor/videosextern/irre-griechen-wie-viel-demokratie-vertraegt-europa-100.html
Ganz unverblümt auch Jörges (den ich wegen seiner Ukraine-Zwischenrufe ja eigentlich schätze: er will den Regierungssturz, um der nächsten Regierung dann den Schuldenerlaß zu offerieren, weil es ohne den nicht weitergehe; nur dieser „perversen“ Regierung will er das nicht gönnen. Was sagt man dazu?
http://www.stern.de/politik/hans-ulrich-joerges/griechenland–syriza-muss-fallen–klartext-von-hans-ulrich-joerges-6328858.html
Und unser Spezialdemokrat in Brüssel läßt die Maske fallen:
http://www.zeit.de/wirtschaft/2015-07/griechenland-aktuell-live-blog-150703#
Zum zitierten Bezahlartikel im Handelsblatt:
http://www.handelsblatt.com/my/politik/international/martin-schulz-alexis-tsipras-verfuehrt-das-volk/12004970.html
Und auch ökonomisch ist die Stunde der Wahrheit gekommen:
http://www.manager-magazin.de/politik/europa/iwf-fordert-schuldenschnitt-fuer-griechenland-a-1041870.html
Danach geht es noch sehr zynisch zur verfehlten IWF-Politik weiter.
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/07/03/griechenland-usa-demuetigen-die-eu/
Den Schuldenschnitt bekommt dann wohl die nächste Regierung, nachdem ein „Ja“ beim Referendum die jetzige zum Rücktritt zwingen wird. Halleluja, die EU übernimmt die Schulden, der Nato-Standort ist gesichert, linke Regierungen irgendwo in Europa eher unwahrscheinlich in Zukunft (die fahren ja, wie man sieht, ihr Land an die Wand) und die Ordnung (scheinbar) wieder hergestellt – bis zur demnächst folgenden Krise….Solange man nur die Argumente hat, aber nicht die Medien beherrscht, wird das nichts mit einer anderen Politik á la Syriza.
“Ich darf Sie insbesondere auf einen Satz im Antwortbrief von Herrn Dijsselbloem aufmerksam machen. Er hat darin daran erinnert, dass der letzte Satz aus diesem Brief von Herrn Tsipras, in dem er in etwa sinngemäß sagte, Griechenland sei gerne bereit, seine Schulden zurückzuzahlen, aber natürlich nur, wenn das im Einklang mit der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung des Landes möglich sei, sicherlich keine Basis für ein Programm ist, das nach dem Prinzip der Konditionalität funkZionirt.“
http://www.jungundnaiv.de/2015/07/03/bundesregierung-fuer-desinteressierte-bpk-vom-3-juli-2015/
Noch Fragen?
http://www.heise.de/tp/artikel/45/45347/1.html
„Wie man eine Finanzkrise auf die Bevölkerung eines gebeutelten Landes abwälzt
Frederic Heine 04.07.2015
Acht Dinge über die griechische Schuldenkrise, die Angela Merkel Dir nie erzählen würde“
Noch ein Hintergrundartikel zur Krise.
Danke für den Tip.
Das wird aber angesichts schäumender Politiker und schäumender Medien wenig bringen. Neue Legenden werden gestrickt:
http://www.tagesspiegel.de/politik/die-krise-in-griechenland-alexis-tsipras-spaltet-auch-sein-land/12008960.html
Mit Tsipras kam die Krise! Ja, so kann man’s schließlich auch sehen.
Eine mitgeschnittene kurze Unterredung zwischen Schäuble und seinem portugiesischen Kollegen beweist, welch niederträchtige Taktik gegenüber der griechischen Regierung Anwendung findet – und wie die Öffentlichkeit manipuliert werden soll.
Wie entstand die Situation, in der sich Griechenland heute befindet? Von einem Experten ganz einfach erklärt:
http://www.profil.at/ausland/stephan-schulmeister-griechenland-weg-in-die-depression-5746226
Sein Fazit:
„Fazit: Griechenland hat gewaltige Strukturprobleme, doch können sie nicht die Ursache der Schrumpfung seit 2008 sein. Denn zwischen 1950 und 2008 ist die Wirtschaft – auch in den Teilperioden – überdurchschnittlich gewachsen. Sieben kurze Anmerkungen zum Schluss.
Erstens: In 43 Jahren als Wirtschaftsforscher habe ich noch nie ein solches Konzentrat an blanken Lügen wahrgenommen wie in Bezug auf Griechenland (die Regierung habe keine Konzepte geliefert etc. etc.). Die meisten Journalisten haben das einfach abgeschrieben.
Zweitens: Die Sparpolitik hat Tausende Menschenleben gefordert (gestorben wird freilich im Abseits). Ist die neoliberal-finanzkapitalistische Spielordnung im Ganzen falsch, so sind die Mitläufer an den Universitäten, in Thinktanks, Medien und Politik mitschuldig.
Drittens: Also brauchen die Eliten einen Sündenbock. Griechenland ist ideal: Dort hat der Staat geschummelt und ist überhaupt ziemlich kaputt (stimmt), das Land liegt im sonnig-sorglosen Süden, und die Menschen haben einen dunklen Teint.
Viertens: Wenn in anderen EU-Ländern so viele Menschen deklassiert würden wie in Griechenland, wen würden diese dann wählen?
Fünftens: Nazi-Deutschland hat Schulden gemacht, um zu morden; die Schulden wurden erlassen. Für die Opfer der Massaker in Griechenland fehlte das Geld. Griechenland hat Schulden gemacht, um über seine Verhältnisse zu leben; erlassen kann da nichts werden.
Sechstens: Sozial- und christdemokratische Eliten haben das anteilnehmende Denken verlernt. Auch wenn man seine politischen Gegner „oben“ bekämpft, braucht man/frau die Menschen „unten“ nicht zu vergessen (etwa die Millionen Griechen ohne Krankenversicherung).
Siebtens: Ein vereintes Europa auf Basis des Neoliberalismus wird es nicht geben. Diese Weltanschauung eignet sich nicht für das Zusammenleben in Vielfalt. Machen die EU-Eliten so weiter, bekommen wir (Inländer) soziale Wärme in nationalen „Volksgemeinschaften“.
Noch aber gilt: Wahre Freiheit braucht „marktkonforme Demokratie“ – trotz der Mühsal, Wahlergebnisse zu korrigieren.“
Schnell zum Artikel von Constantin Seibst: Ich habe den Eindruck, Austerität ist momentan gerade ein bisschen in die Mode gekommen, weil eigentlich ist es doch einfach und schlussendlich eine Angebotspolitik, die dann eben schlussendlich zur Austerität führt, aber auch wie bei Deutschland zu einem Merkantilismus etc.
Austerität bedeutet „Disziplin“, „Entbehrung“ oder „Sparsamkeit“:
https://de.wikipedia.org/wiki/Austerit%C3%A4t
Deswegen verstehe ich nicht, warum die Austerität „einfach und schlussendlich eine Angebotspolitik“ sein soll…
Ich biete einem Bettler ein Euro an, unter der Bedingung, dass er bereit ist zu hungern??? Das muss er doch auch ohne mein Angebot…
Nein, ich finde, Austerität ist m.E. eine Problemfolge von Angebotspolitik und eben nicht von Nachfragepolitik, weil Nachfragepolitik bedingt ja gerade das Schulden machen. https://de.wikipedia.org/wiki/Angebotspolitik
Danke. Eis spannender Link. „Angebotspolitik“ konnte ich nicht einordnen, weil sich die Wirtschaft gegen staatlichen – also politischen Einfluss immer entschieden wehrt. Ich akzeptiere nun diesen Begriff genauso wie die Tatsache, dass die Wirtschaft ihre eigene Politik betreibt…
Es ist de facto eine Binnennachfrage-Vernichtungspolitik, was sich besonders in einem Staat, der mehr importiert als exportiert, verheerend auswirkt.
Und da der Staat als Investor komplett ausfällt, er muß ja sparen, darbt auch die Wirtschaft, die nicht ausschließlich auf Nachfrage von Privatkunden angewiesen ist. Wenn dann auch noch staatliche Betriebe, die Gewinne erzielen, auf Teufel komm raus privatisiert werden, zu Schleuderpreisen in einem investitionsfeindlichen Klima, dann ist die Spirale nach unten nicht mehr aufzuhalten.
Vielen Dank, Frau Wolff, insbesondere für den Hinweis auf den Artikel im Tagesanzeiger.
Die dortigen Ausführungen kann selbst ein Jurist verstehen….
Vielleicht könnte man das dem Juristen Wolfgang Schäuble zugänglich machen?
Daß „Kaffeehauspolitiker“ als Bezeichnung für die griechische Regierung noch steigerungsfähig ist, wird gerade hier bewiesen:
http://www.deutschlandfunk.de/aktuelle-presseschau.354.de.html
„Kein vernunftbegabter Mensch hätte sich vorstellen können, dass Europas Staatenverbund vor einer wirtschaftspolitisch so unbedeutenden Nation den Kotau macht und sich von zwei ideologisch verbohrten Berufsdilettanten namens Tsipras und Varoufakis zum Narren halten lässt…..“ Esslinger Zeitung
oder die FAZ:
http://www.faz.net/aktuell/politik/europaeische-union/kommentar-schicksalstag-13683658.html
„….. dann sollte sich ganz schnell der Vorhang senken für die Regierung Tsipras und ihre vulgärdemokratischen Märchen. Zumindest gehörte sich das so. Die Koalition aus Linksradikalen und Rechtspopulisten hat es dahin gebracht, dass viele Euroländer unverhohlen einem Regimewechsel in Athen das Wort reden.“
In der Tat fordert der eine oder andere Forist in der FAZ schon unverblümt, das Militär möge doch übernehmen:
“ Und weil die Politiker alle wohl zu sehr im Korruptionssumpf verstrickt sind, ist meines Erachtens das Militär die einzige Lösung. Und erst dann sollte die Welt gemeinsam dem griechischen Volk helfen. “
http://www.faz.net/aktuell/politik/griechenland-waehlt-eine-abstimmung-am-abgrund-13683619.html
Wohltuend dagegen ein Beitrag des Staatsrechtlers Horst Dreier heute morgen gegen 9:12 auf BR2 in der Sendung „Orange“.
http://www.br.de/radio/bayern2/programmkalender/ausstrahlung-363342.html
Er stellt fest, das Referendum sei eindeutig gerechtfertigt und entspreche den Vorgaben der griechischen Verfassung. Demnach dürfe ein Referendum zu „dringenden nationalen Fragen“ stattfinden. Dessen Ergebnis sei als „Orientierungshilfe“ für die Regierung anzusehen und nicht etwa bindend. Auch ein Rücktritt und Neuwahlen seien nicht zwingend.
Angesichts der monatelangen Diskussion sei auch davon auszugehen, daß die Fragestellung verständlich sei und die knappe Frist ebenfalls kein Argument gegen die Durchführung.
Wieder einmal fällt BR2 durch ausgewogene Berichterstattung und Kommentierung auf (im Gegensatz zu DLF). Aber wer will diese Stimmen noch hören? Bei der Lektüre der Forenbeiträge könnte man meinen, die beste Demokratie für Europa sei eine Diktatur.
„Kaffehauspolitiker“, „Berufsdilettanten“, … wie kommen die Amtskollegen, Berufskommentatoren, Nachrichtenmoderatoren, Journalisten, … zu solchen Aussagen bezüglich eines ausgewiesenen, international anerkannnten Professors im Fachthema eben seines Ministeriats?
Ich kann mir das nur so erklären: Profipolitiker agieren nach den Vorgaben ihres Mentors Jean-Claude Juncker. „Wenn es ernst wird, muss man lügen.“, „Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, ob was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.“, etc.
Ein Politiker, der sich nicht nach diesen Maximen richtet ist in den Augen der Juncker-Apologeten ein Polit-Dilettant.
Was müssen wir daraus lernen? Merkel, Schäuble, Gabriel, Juncker sowieso, Schulz, Draghi, Renzi, Rajoy, … und wie sie alle heißen, eben alle, die auf Varoufakis herabschauen, mit ihm nicht gleichberechtigt sprechen wollen, ihn verleumden und denunzieren – kurz: gegen ihn unlauter kämpfen – sind Berufslügner.
Wäre so noch garnicht so schlimm – da korrigierbar. Schlimm ist, dass man in der Presse und in den Medien ebenso denkt (es aber natürlich nicht so sagt) und dass vielleicht sogar eine Mehrheit der Wähler, der „Demokraten“, auch so denkt. „Gehört halt zum Geschäft.“
Dass damit Demokratie zur Farce, Poltik zum Kasperltheater werden muss stört von denen keinen?
Zur Demokratie-Farce gehört auch das hier:
5.7.2015
http://www.focus.de/finanzen/news/staatsverschuldung/griechenland-krise-schulz-bringt-notstandskredite-fuer-griechenland-ins-spiel_id_4795632.html
http://de.sputniknews.com/politik/20150702/303058996.html
„Die neue ukrainische Verfassung, die Präsident Petro Poroschenko am Mittwoch dem Parlament vorgelegt hat, setzt sich nach Angaben des russischen OSZE-Botschafters Andrej Kelin über die Friedensvereinbarungen mit den selbsterklärten Volksrepubliken Donezk und Lugansk hinweg.“
Das muß belohnt werden:
http://www.heise.de/tp/news/Schuldenschnitt-fuer-die-Ukraine-2733402.html
Der IWF als Gestalter amerikanischer Politik steht noch vor ganz anderen Problemen:
http://www.finanzen100.de/finanznachrichten/wirtschaft/erste-konkurrenz-fuer-den-dollar-petro-dollar-auf-dem-absteigenden-ast-der-petro-yuan-entsteht_H2066125906_188771/
Daneben entstehen die chinesische Entwicklungsbank und die der BRICS-Staaten. Aber solange wir im TAGESSPIEGEL verzückte Artikel über die wunderbare Freundschaft zwischen Lagarde und Schäuble lesen können, ist die Welt wohl noch in Ordnung. Jedenfalls in Deutschland.
Auf diesem Niveau betreibt der TAGESSPIEGEL sein Griechenland-Geschäft (ich hätte es nicht besser karikieren können): die Personalisierung zur Komplexreduktion ist angesagt:
http://www.tagesspiegel.de/themen/reportage/christine-lagarde-und-wolfgang-schaeuble-freundschaft-zweier-krisenmanager/11991960.html
Und so nebenbei wird das Problem angetippt, das beide darstellen:
http://www.tagesspiegel.de/themen/reportage/christine-lagarde-und-wolfgang-schaeuble-beide-sind-europaeer-vertreten-aber-auch-nationale-interessen/11991960-2.html
Und wen läßt man Tsipras analysieren? Richtig, einen Psychiater. Der ist zwar auch kein Experte der Ökonomie, zusätzlich aber auch keiner von Politik und Rhetorik; zuständig ist er aber jedenfalls, weil Tsipras irre ist, und, Achtung: „vorgealtert“. Soll halt mehr schlafen und weniger regieren:
Psychiater analysiert Alexis Tsipras‘ Fernsehansprache
„Das ist typischer Populismus“
02.07.2015 18:27 Uhr Von Mazda Adli
„Unter der Oberfläche werden archaische Gefühle mobilisiert“: Der Berliner Psychotherapeut Doktor Mazda Adli analysiert für den Tagesspiegel die Fernsehansprache von Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras.
[…]
http://www.tagesspiegel.de/politik/psychiater-analysiert-alexis-tsipras-fernsehansprache-das-ist-typischer-populismus/12004282.html
Paßt doch ,ist direkt aus dem GCHQ-Lehrbuch für
„Psychology-Based Influence Techniques“.
wie hier noch einml angeführt:
http://www.washingtonsblog.com/2015/07/government-trolls-are-using-psychology-based-influence-techniques-on-youtube-facebook-and-twitter.html
hier:
„Interpersonal Relationships“
„Psychological Profiling“
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/07/02/euro-krise-iwf-analyse-zeigt-desaster-von-historischem-ausmass/
Wie kann man das noch kommentieren?
Vielleicht so, daß dieser angebliche Finanzbedarf Griechenlands zum großen Teil deswegen besteht, weil Schulden und Zinsen bedient werden müssen. Ohne eine Vertagung der Zahlungspflichten in die Zukunft und deren Bedienung in Abhängigkeit von Wirtschaftswachstum – und darum geht es der griechischen Regierung – ist Griechenland ein Faß ohne Boden.
Hier ein kurzer Varoufakis Blog-Beitrag [Hervorhebung von mir]:
Das mag Varoufakis schreiben, er wird aber wissen -wie auch alle anderen- dass eine „Rettung“ Griechenlands erst vollzogen ist, wenn es sich durch Anleihen-Auktionen am Markt wieder bewegen kann. Bei Risikoaufschlägen von zur Zeit 25% ist das illusorisch.
Eine Streckung bis 2057 mit wachstumsabhängigen Tilgungsraten bringt gar nichts. Da fragt doch jeder, wie bei einem Neueinstieg der Privaten die Rangfolge sein soll…na dann doch besser gleich Vollabschreibung. Das Geld sehen wir ja eh nicht wieder.
Die einzige Chance die Verluste zu begrenzen, ist vollständiger Schuldenerlass.
In den Verhandlungen hat Lagarde eine Diskussion über einen Haircut ausgeschlossen. Durch diese Volte kam es ja erst zum Ultimatum.
Wenngleich der IWF zeitgleich den Haircut als einzig gangbaren Weg angesehen hat.
Varoufakis konnte in der Situation gar nicht anders, als auf das Referendum zu springen.
Warum hat sich die Haltung des IWF über nacht so geändert? Ehrlich gesagt, weiss ich es nicht. Pikant ist auf alle Fälle, dass laut Statuten des IWF der Beteiligungsrahmen für einen Bittsteller auf 9 Mrd. begrenzt ist. Da es in Europa ja niemand mit Regeln so ernst, hat man im Falle GR gleich 70 (!) Mrd. bereitgestellt, wovon 40 ausgezahlt wurden und bisher 15 Mrd. zurückgezahlt wurden.
Für vorstellbar halte ich, dass die Überziehung des Rahmens mit der Versicherung verbunden war, dass das Geld nicht verloren geht.
Auf alle Fälle darf GR niemanden bedienen, bevor die fälligen Ausstände beim IWF nicht ausgeglichen sind. Der IWF lastet wie ein riesiger Stein auf den Verhandlungen.
Darum will Varoufakis die unbedingt raushaben. Und mit zunehmenden Zeitablauf werden die Eurostaaten nachgeben wollen. Ein drittes Hilfspaket ist nicht zu machen, solange der IWF Aussenstände hat.
Der Plan ist schlicht: EZB kauft (illegalerweise) den IWF raus, die Eurozone verzichtet vollständig auf alle Schulden und GR kommt unter den ESM.
Und dann hoffen und bangen, dass die das in 5- 10 Jahren schaffen.
Auf alle Fälle wird durch diesen Weg Deutschland am Ende ALLES zahlen. (Hat Varoufakis ja angekündigt).
Transferunion halt.
Laut Regeln des ESM übernehmen die zahlungsfähigen Mitglieder die Beiträge der nichtzahlungsfähigen. Und der Eingriff in den Bundeshaushalt geschieht automatisch durch 7 tägige Zahlungsanforderung durch ein vollständig immunes Direktorium.
Und da wir negativ Zinsen haben, wird die Politik sagen können : „Verschenken im ESM ist immer noch besser, als halten. Wir profitieren ja vom Euro“.
Von einer Beschränkung des IWF auf 9 Milliarden habe ich noch nie etwas gehört. Die Ukraine hat jedenfalls auch mehr als diese Summe erhalten.
Ein Trost bleibt noch: die mittlerweile nicht mehr zu übersehenden Defizite der Politker, ihrer Parteien und der jeweiligen Staatsapparate zuzüglich der Medien hätten in früheren Zeiten locker auch für einen Krieg ausgereicht.
Die EU-Bürokratie und das Europaparlament sind augenfällig nicht geeignet, verheerende Entwicklungen rechtzeitig zu erkennen und für Abhilfe zu sorgen. So gesehen dient Europa mit dem Euro doch dem Frieden, mal abgesehen vom Krieg im Kosovo und in der Ukraine.
Für die Zukunft allerdings gibt die bisherige Bilanz keinen Grund zur Beruhigung,
Vor allem, wenn man bedenkt, was ringsum alles an destruktiven Entwicklungen im Gange ist, und wie bescheiden sich die Kräfte der Vernunft dagegen ausnehmen.
http://www.heise.de/tp/news/Schuldenschnitt-fuer-die-Ukraine-2733402.html
„Es geht doch, könnte man sagen. Schaltet der Internationale Währungsfonds (IWF) im Fall Griechenland in der Frage eines Schuldenschnitts auf stur, fordert er den im Fall der Ukraine. So wurde mit den Gläubigern am Sitz des IWF in Washington gerade vereinbart, in der kommenden Woche Verhandlungen ohne Vorbedingungen zu führen, denn der IWF drängt auf eine schnelle Einigung. Vitalij Lisovenko, der die ukrainische Verhandlungsdelegation anführte, hatte schon im Vorfeld gedroht, den Schuldendienst einzustellen, wenn das Treffen beim IWF scheitere.
Doch beim IWF ist man im Fall der Ukraine auch bei solchen Drohungen nachsichtig. Dabei soll es für private Geldgeber der Ukraine teuer werden, denn die sollen einen guten Teil ihrer Forderungen abschreiben. Sogar das im Frühjahr mit dem IWF vereinbarte Hilfsprogramm sieht das vor. Demnach erhält die Ukraine über die bisherigen Milliardenhilfen hinaus weiter 17,5 Milliarden US-Dollar vom IWF und dazu sollen weitere 7,5 Milliarden von anderen Geldgebern kommen. Eine Bedingung ist, dass Gläubiger ihrerseits auf etwa 15 Milliarden verzichten.
Ohnehin dürfte der IWF längst dem Land kein Geld mehr geben. Das haben frühere hochrangige IWF-Mitarbeiter immer wieder erklärt. So hatte Susan Schadler schon im vergangenen Herbst deutlich gemacht, dass der IWF im „ukrainischenSumpf“ steckt. Die Osteuropa-Expertin machte deutlich, dass der IWF gegen seine Regeln verstoße, kein Geld an Länder mit internen kriegerischen Konflikten fließen zu lassen. Zudem hatte der IWF dem Land schon vor der Geldspritze im Frühjahr mehr Mittel gewährt, als nach den üblichen Quoten möglich sei. Eigentlich darf Geld nur fließen, wenn gesichert ist, dass das Land in den nächsten 12 Monaten seinen Verpflichtungen wieder nachkommen kann.
Das kann getrost ins Reich der Märchen und Fabeln verwiesen werden.“
Fazit: Bürgerkrieg, eigene Bevölkerung bombardieren und vertreiben = westliche Werte, IWF zahlt
Bevölkerung fragen = Verstoß gegen westliche Werte, keiner zahlt
Das verstehen Sie falsch – die westlichen Werte, für die die Ukraine einsteht, ist der Kampf eines freien Europa gegen die russische Gefahr. Austeritätsprogramme werden ohne zu murren durchgezogen. Und auch, was die NATO-Forderung nach Aufwendung von 2% des BIP für Rüstungsausgaben angeht, ist die Ukraine vorbildlich.
Da ist nur ein kleines Effektivitäts-Problem:
http://www.dailymail.co.uk/news/article-3144833/Ukrainian-troops-locked-metal-cages-punishment-drunk.html#ixzz3efGzGeFH
Wie Marcus Bensmann von Correctiv berichten konnte, wird nach Kampfeinsätzen nicht einmal das Leergut entsorgt. Aber nein, da verwechsle ich wohl etwas…