Ukraine: Informationskrieg um MH 17 (4)

MH 17 TitelfotoFortsetzung von:

https://gabrielewolff.wordpress.com/2014/09/28/ukraine-informationskrieg-um-mh-17-1/

https://gabrielewolff.wordpress.com/2014/10/23/ukraine-informationskrieg-um-mh-17-2/

https://gabrielewolff.wordpress.com/2015/01/19/ukraine-informationskrieg-um-mh-17-3/

Ein kleiner Hinweis: die Lektüre dieses Artikels setzt die Kenntnisnahme der vorangegangenen Artikel voraus.

Als aufgeklärter Bürger fragt man sich, wieso sich gerade im Januar 2015 ersichtlich voreingenommene Medien wie Correctiv und SPIEGEL mit dem regierungstreuen britischen Blogger Eliot Higgins und seiner Bellingcat-Plattform verbündeten, um die von Anfang an durch den ukrainischen Geheimdienst produzierte Narration eines Buk-Abschusses der MH 17 durch eine aus Rußland gelieferte Buk-Abschußrampe (natürlich mit russischem Personal) zu bestätigen.

Obwohl Beweise dafür nicht existieren.

Es könnte daran liegen, daß etwaige durchgesickerte Ergebnisse der strafrechtlichen Ermittlungen dem westlichen Narrativ widersprechen. Schließlich liegen die Obduktionsergebnisse und die Untersuchungen der herauspräparierten Metall-Teile längst vor. Und es ist zu vermuten, daß die Ukraine ihr Veto gegen eine Veröffentlichung dieser – vermutlich nicht eindeutigen – Ergebnisse eingelegt hat. Es könnte auch daran liegen, daß seinerzeit zuvor vermehrt mediale russische Thesen von der Beteiligung eines Kampfjets am Abschuß diskutiert wurden, die genauso zweifelhaft erscheinen wie die westlichen medialen „Beweisführungen“. Um es klarzustellen: von beiden Seiten gab es niemals offizielle Darstellungen, auch wenn es im Westen Usus ist, russische Medien mit der offiziellen Kreml-Linie zu identifizieren:

http://fortruss.blogspot.de/2014/12/meet-pilot-who-shot-down-malysian.html

https://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=AmUmzqWRuco

http://www.focus.de/politik/ausland/ukraine-krise/luegendetektortest-bei-ukrainischem-deserteur-moskaus-ermittler-halten-zeugen-fuer-mh17-abschuss-glaubwuerdig_id_4367105.html

russische Erstausstrahlung der Karaulow-Dokumentation am 24.11.2014:

http://novorossia.today/editor-s-choice/-how-mh17-crashed-documentary-by-andrey-.html

http://www.youtube.com/watch?v=PlQ5hAgTl9Q

Hier die deutsche Version:

https://www.youtube.com/watch?v=G5yiRdQveC4&feature=youtu.be

Der SPIEGEL läßt in seinem Print-Bericht in Nr. 3/2015 vom 10.1.2015 von Anfang an keinen Zweifel an seinem Standpunkt:

Katastrophen

Wahrheit in Trümmern

Von Bensmann, Marcus; Buse, Uwe; Crawford, David; Goos, Hauke; Neef, Christian; Schnibben, Cordt; Stock, Jonathan

Ein halbes Jahr nach dem Abschuss einer Boeing der Malaysia Airlines tobt im Internet und in anderen Medien die Propagandaschlacht der Täter – mit Fotos und Videos, mit Dokumenten und Fälschungen. Ein Team von „Algemeen Dagblad“ und „Correctiv“ hat sich auf die Suche nach den Schuldigen gemacht.

[…]

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-131242892.html

Entsprechend heißt es in der mühsam zu lesenden „multimedialen“ SPIEGEL Online-Präsentation:

Ein halbes Jahr nach dem Absturz einer Boeing über der Ukraine tobt der Propagandakrieg der Täter.

Ein gemeinsames Team von SPIEGEL, „Correctiv“ und dem „Algemeen Dagblad“ hat sich auf die Suche gemacht nach der Wahrheit.

Von Marcus Bensmann und Cordt Schnibben

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/mh17-wer-hat-die-boeing-ueber-der-ukraine-abgeschossen-a-1011983.html

Klar, Propaganda machen nur die Täter, und wer die sind, wissen wir sowieso schon. Wir, die westlichen Medien, sind ausschließlich an der Wahrheit interessiert.

Stimmt das?

Correctiv schreibt:

Wo kommt die Waffe her?

Woher aber stammt die Lenkwaffe? Auch das hat Bellingcat ermittelt. Minutiös haben die Rechercheure Bilder von russischen BUKs mit Aufnahmen jener Abschussrampe verglichen, die am 17. Juli in Richtung Snizhe fuhr. Besonders ein Detail führte die Ermittler auf die richtige Spur: Abschürfungen an der Abdeckung über der linken Panzerkette. Genau die gleichen Abschürfungen hatte eine BUK-Rampe, die im Juni in Russland fotografiert wurde. Sie gehört zur 53. russischen Luftabwehrbrigade, stationiert in Kursk, und sie trägt die Kennziffer 3*2 – die mittlere Zahl war stets unleserlich. Zwei weitere Details passen: die übermalten Reste eben dieser Kennziffer und ein heller Farbfleck. Legt man die Aufnahmen beider BUKs übereinander, jener aus Russland, jener in Donetzk, ist die Übereinstimung offensichtlich.

Es gibt weitere Besonderheiten: Ein besonders internetaffiner Feldwebel der 53. Brigade postet etliche Bilder von seiner Einheit auf seiner Seite im russischen Facebook-Klon Vkontakte. Sein Name: Ivan Krasnoproshin. Unter seinen Bildern ein Foto, das seine Entlassung aus der russischen Armee Mitte Juni dokumentiert. Abgebildet auf dem Foto ist das Dienstbuch seiner Einheit, es zeigt die Namen derjenigen, die zum Abendappell antreten. Nummer eins: Feldwebel Krasnoproshin, dahinter: 13 einfache Soldaten. Jeder Tag wird angekreuzt. Nach dem 13. Juni enden die Eintragungen. „Entlassen wegen Beendigung der Dienstzeit nach Befehl Nr (unleserlich)“, ist handschriftlich hinter dem Namen des Feldwebels Krasnoproshin und dreien seiner Soldaten vermerkt.

Entlassungen in diesen Zeiten werfen Fragen auf. Das Komitee Russischer Soldatenmütter hat mehrfach davon berichtet, dass Soldaten vor ihrer Entsendung in die Ukraine Entlassungspapiere unterschreiben mussten.

Und wirklich: Mitte Juni, wenige Tage später, macht sich ein langer Konvoi der 53. Flugabwehrbrigade auf in Richtung Ukraine. Bellingcat veröffentlicht allein von diesem Konvoi mehr als ein Dutzend Fotos, mehrmals ist die BUK 3*2 dabei.

Es besteht kein Zweifel: Es ist die Abschussrampe der 53. russischen Luftabwehrbrigade aus Kursk, die Stellung bezogen hat in Snizhne, im Osten der Ukraine, an jenem verhängnisvollen Nachmittag.

https://mh17.correctiv.org/

Die Übereinstimmungen der beiden BUK-Startrampen sind nicht „offensichtlich“, sondern sie werden suggeriert. Die verschwommene Paris Match-Aufnahme aus Donezk eignet sich nicht für Identifizierungsversuche. Und die Bilder des Ivan Krasnoproshin nebst seiner hier suggerierten Pro-Forma Entlassung aus dem Jahr 2014 belegen den Einsatz der russischen BUK 3_2 aus Kursk am 17.7.2014 im Donbass? Es besteht kein Zweifel?

Bensmann ist hinsichtlich dieser Propaganda der Unwahrheit überführt worden.

By Anna Vatavu

A small introduction: there are two types of army service in Russia – conscription and professional contract service. Conscription service takes exactly one year (apart from fleet, where it can be 2 or 3 years) and it is compulsory. As for the contract service, one can sign a contract for at least 3 years. 53rd brigade has soldiers of both types.

I decided to find out, what type of a sergeant Krasnoproshin could have been. From the photos of his (now deleted) VK page we can estimate, that he started his army service in June 2012 (he took the oath on 22/07/2012). So, by 2014 he would have already left the army, if he was a conscript. And if he had a contract, he would not have been able to leave the army until 2015. So, his dismissal in June 2014 looks suspicious indeed.

But how do we know that Ivan was dismissed in June 2014? Mainly because Correctiv tells us this:

Correctiv Logbuch 1https://mh17.correctiv.org/wegbuk_german/

The first line says: “was dismissed due to the end of service term according to the order №225 on 13(5)/06/13“. Other three soldiers were also dismissed in 2013. One does not have to know Russian to see the numbers clearly. They were all dismissed in 2013, more than one year before the tragedy. So, everything is crystal clear now – Krasnoproshin joined the army as a conscript in June 2012 and in June 2013 he finished his service. This fully corresponds to the Russian laws and regulations. Knowing this, we understand that this part -“This alleged dismissal of a lot of soldiers seems to be happening with one special reason: the Russian President Vladimir Putin wants to be able to claim that there are no Russian soldiers deployed to Eastern Ukraine” is complete bullshit.

Correctiv team were sure – if they say “In June, a week before he and his unit went to Ukraine, Ivan Krasnoproshin and some of his colleagues were dismissed from the Russian army“, nobody will look at the journal closer. What is more, in the Russian version of the report, Correctiv says that it is impossible to see what is written in the journal after the phrase “was dismissed due to the end of service term according to the order…“, though in fact we can clearly see the numbers. Obviously, they knew that Krasnoproshin and the other soldiers were dismissed in 2013 and had nothing to do with Ukraine and MH17 in particular.

http://thetruthspeaker.co/2015/04/15/bellingcat-caught-up-and-out-in-yet-another-mh17-falsification/

Anna Vatavu hat recht: Marcus Bensmann lügt.

In diesem Ausschnitt kann man es sehen:

Correctiv Logbuch 2Bellingcat selbst hat den Mund bei Publikation seiner zusammengefaßten Erkenntnisse am 8.11.2014 nicht so voll genommen wie Bensmann:

Es gibt starke Hinweise darauf, dass das russische Militär den Separatisten im Osten der Ukraine den im Osten der Ukraine am 17. Juli gefilmten und fotografierten Buk Raketenwerfer zur Verfügung stellten.

https://www.bellingcat.com/wp-content/uploads/2014/11/bellingcat_-_bericht.pdf

[S. 3]

Heutzutage tönt er persönlich ganz anders; aber das liegt schlicht daran, daß er von den Mainstream-Medien als einer der Ihren anerkannt und dementsprechend nach seinen rein politischen Einschätzungen befragt wird, die nicht internet-gestützt sind. Und wie der Herr, so’s Gescherr:

Daniel Romein – April 26th, 2015

The Buk missile launcher has a small radar itself too, it does not always need a Buk radar system and control unit. The downside of that is that the crew does not know what type of aircraft is flying in their direction, which they would have known when a Buk control unit and radar was nearby. The Ukrainian army was not in control of Snizhne nor Torez, so they never could have fired a missile from there. You are right about the fact separatists did not fire the Buk missile, it were Russian soldiers.

https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2015/01/27/is-this-the-launch-site-of-the-missile-that-shot-down-flight-mh17/comment-page-3/#comment-14583

Es gibt keinen Grund mehr, die eigene Voreingenommenheit zu verbergen. In der aktuellsten „journalistischen“ Überprüfung der Eliot Higgins-Bellingcat-Findungen durch die australische „60 Minutes“-Sendung tritt Higgins als politischer Journalist auf, während der Reporter in die Rolle desjenigen schlüpft, der durch seine oberflächlichen Bellingcat-Überprüfungen den ultimativen Beweis dafür präsentiert, daß „die Russen“ MH 17 abgeschossen haben:

MH17 | 60 Minutes | A Special Investigation [FULL]

CosplayerProductions

Veröffentlicht am 18.05.2015

Who shot down MH17? 60 Minutes tracks the killers deep inside rebel territory.

It is one of the most shocking war crimes of modern times. A passenger jet shot out of the sky, killing 298 people, 38 of them Australian. The images of the wreckage and debris of Flight MH17 strewn across the fields of Ukraine are seared into our memory. Australia’s leaders vowed to hunt down the killers, but nine months on no one has been held to account. This Sunday on 60 Minutes, reporter Michael Usher travels deep into Russian-controlled, eastern Ukraine to conduct a forensic investigation, painstakingly piecing together the evidence that leads to the very spot from where the missile was fired, finally revealing the proof about who shot down MH17.

Reporter: Michael Usher
Producer: Stephen Rice

https://www.youtube.com/watch?v=RrI0xrnvops

Dieses Reporter-Vertrauen der Transatlantiker in Bellingcats „Leistungen“ wird u.a. dadurch genährt, daß der wohlbekannte russische Invasionen-Erfinder General Breedlove Bellingcat lobte, weil er eine Seite einrichtete, auf der der interessierte Jedermann – jeder weiß, von welchem Interesse die ermunterte Gemeinde geleitet ist – Bilder von „russischem“ Kriegsmaterial im Donbass einstellen durfte.

Tweet Breedlovehttps://twitter.com/pmbreedlove/status/564855335627018242

Breedloves Link verweist auf diesen Bellingcat-Artikel:

Bellingcat Launches the Ukraine Conflict Vehicle Tracking Project

February 3, 2015

By Veli-Pekka Kivimäki

[…]

https://www.bellingcat.com/resources/2015/02/03/ukraine-conflict-vehicle-tracking-launch/

Eliot Higgins wird nicht müde, darauf hinzuweisen, daß er diesbezüglich auch mit dem Atlantic Council zusammenarbeite – was den Kreis schließt:

Bellingcat Atlantic Councilhttps://twitter.com/EliotHiggins/status/599900813486592000

Der von ihm gepostete Link verweist darauf, daß wir am 28.5.2015 Großes von den Transatlantikern zu erwarten haben:

May 28, 2015

Hiding in Plain Sight: Putin’s War in Ukraine and Boris Nemtsov’s Putin. War.

Russia is at war with Ukraine. The war’s toll—more than 6,000 dead, tens of thousands wounded, and nearly 1.3 million displaced persons—is the direct result of Russian President Vladimir Putin’s efforts to establish control over Ukraine. Putin continues to deny Russia’s military involvement, though the evidence that the Kremlin is directing the war is overwhelming.

Please join the Atlantic Council and the Free Russia Foundation for the release of two independently produced reports: Hiding in Plain Sight: Putin’s War in Ukraine and the English language release of Boris Nemtsov’s, Putin. War., on Thursday, May 28, 2015, from 2:00 p.m. to 3:30 p.m. at theAtlantic

http://www.atlanticcouncil.org/events/webcasts/hiding-in-plain-sight-putin-s-war-in-ukraine-and-boris-nemtsov-s-putin-war

Da die USA zwischenzeitlich ihren Kurs geändert haben und auf Diplomatie gegenüber Rußland und Einhegung der Kiew-Aggressionen durch die energische Victoria Nuland setzen, wird Bellingcat genauso entbehrlich werden wie das Atlantic Council.

Aber davon wußte Marcus Bensmann und sein Correctiv-Team ja noch nichts, als er sich im November 2014 auf die sicherlich vom SPIEGEL finanzierte Reise machte. Mit ein paar Grillen im Kopf: denn von Correctiv wird eine Karte mit einem unterstellten Reiseweg der Buk gepostet, die an der Fähigkeit zur Logik von Bensmann/Crawford zweifeln läßt:

Correctiv Karte Weg der Bukhttps://mh17.correctiv.org/wp-content/uploads/2014/12/karte-kampfgebiet1.jpg

Da fährt die Buk, vermutlich selbständig, aus Rußland eigens nach Donezk, nur um dort bei einer von den Rebellen requirierten Baufirma (laut Paris Match) auf einen Tieflader geladen zu werden ­– um danach nach Snischne zurückgefahren zu werden? An einen Ort, an dem sie zuvor blöderweise vorbeigefahren war? Come on.

In der SPIEGEL-Präsentation wird in einem Video demgegenüber diese Graphik eingeblendet:

Spiegel Kursk Rostowhttp://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/mh17-wer-hat-die-boeing-ueber-der-ukraine-abgeschossen-a-1011983.html

Im SPIEGEL 3/2015 (Print) heißt es hierzu vage:

Das Bellingcat-Team fand bis heute insgesamt 20 Videos, die den Weg des Konvois zwischen dem 23. Juni (Kursk) und dem 25. Juni (Millerowo) zeigen.

Die Abschussrampe mit der Nummer „3×2“ ist auf vielen dieser Videos zu sehen. Neben der fehlenden mittleren Ziffer weist sie ein weiteres Merkmal auf: einen auffälligen weißen Fleck am Chassis. Zudem bilden Beschädigungen am Chassis über den Panzerketten ein charakteristisches Profil, eine Art Fingerabdruck.

Satellitenaufnahmen des russischen Militärstützpunktes in der Nähe von Rostow – 60 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt – lassen vermuten, dass der Konvoi mit den Raketenabschussrampen dort landet – die Zahl der Militärfahrzeuge nimmt deutlich zu.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-131242892.html

Kein Wunder, daß die Zahl der Militärfahrzeuge dort zunahm, schließlich fanden dort Übungen statt. Beide eingezeichnete Wege sind Fiktion – denn Bellingcat ist damit gescheitert, die Buk 3_2 aus Kursk, für ihn Tatwerkzeug des Abschusses der MH 17 im Donbass, in die Nähe der Ukraine zu „transportieren“. Das ist für jeden ersichtlich. Das war es auch für Correctiv und SPIEGEL.

Belllingcat präsentiert in seiner zusammenfassenden Studie am 8.11.2014 lediglich dies:

Das Bellingcat MH17 Untersuchungsteam hat 16 [also nicht 20] Videos auf Social Media Websites wie VKontakte, YouTube, Instagram und Odnoklassniki, die die Bewegung des 53. Brigade Konvois von Kursk am 23. Juni bis Millerowo 29 am 25. Juni zeigen gefunden.

https://www.bellingcat.com/wp-content/uploads/2014/11/bellingcat_-_bericht.pdf

[S. 14]

Die Fußnote 29 zu „Millerowo“ verlinkt auf dieses Video, das absolut nichts mit den Findungen in Rußland zu tun hat:

Veröffentlicht am 26.08.2014

Уничтоженная военная техника из Шахтерска едет на парад в Донецк.
Запись сделана 23 августа

https://www.youtube.com/watch?v=GDy8wnfYzVI

Per Google-Übersetzer ins Englische übertragen:

Destroyed military equipment from Miner rides on parade in Donetsk.
Recorded on August 23

Dieses Video gehört vielmehr zur „Beweisführung“ Bellingcats, daß die Rebellen auch noch im August über den Tieflader verfügt hätten, mit dem am 17.7.2014 die Buk von Donezk nach Snischne transportiert worden sei:

Am 26. August 2014 wurden ein Foto und ein Video eines identischenTiefladers online veröffentlicht. Im Video spielt eine Frau ein Rolle, die bereits in früheren von Separatisten gefilmten Videos zu sehen war, und wahrscheinlich wurde der Tieflader verwendet, um ein beschädigtes Fahrzeug zu transportieren.

https://www.bellingcat.com/wp-content/uploads/2014/11/bellingcat_-_bericht.pdf

[S. 12]

Auch die englischsprachige Version der Bellingcat-Studie vom 8.11.2014 führt nicht weiter, was die propagierten Findungen hinsichtlich der russischen Buk 3_2 angeht; im Gegenteil – diese weitere Fehlleistung deutet vielmehr auf eine bewußte Verschleierung hin:

The Bellingcat MH17 investigation team has collected 16 videos posted on social media sites including VKontakte, YouTube, Instagram, and Odnoklassniki that show the 53rd Brigade’s convoy moving from Kursk on June 23rd to Millerovo  on June 25th. The Bellingcat MH17 investigation team has also been able to identify the exact location at which each video was filmed and, by matching vehicles visible in different videos, to confirm that all these 16 videos show the same convoy.

https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2014/11/08/origin-of-the-separatists-buk-a-bellingcat-investigation/

Tippt man dieses Versprechen der “exact location” an, so gerät man ins Niemandsland eines “Article not found”. Bellingcat vertraut, offenbar zurecht, darauf, daß niemand seine Berichte gründlich liest.

Man muß sich also auf die mühsame Suche nach früheren Artikeln auf der Bellingcat-Seite mit Nachforschungen in Rußland machen. Und da findet man diesen Artikel:

Images Show the Buk that Downed Flight MH17, Inside Russia, Controlled by Russian Troops

September 8, 2014

By Magnitsky

New evidence has been found that shows the Buk missile system that was used to shoot down MH17 on the 17th of July came from Russia, and was most likely operated by Russian soldiers. Using videos posted by locals in Russia’s Belgorod region back in June it has been possible to identify the Buk missile launcher seen in Ukraine on July 17th as part of a convoy of Buk missile launchers. It has also been possible to identify the Russian brigade the Buk is likely to have belonged to, and who may have operated the Buk missile launcher when it was in Ukraine.

The Buk launcher can be identified because of a number of features, including white markings on the left side side of its chassis, and what looks like the traces of a number that has been painted over. Here is a comparison of the Buk seen in previously unpublicised video taken in Russia on the 23rd of June with a well known image from Paris Match, which shows a Buk in Donetsk at 9am on July the 17th.

[…]

On the left: the Buk in a column of Russian military vehicles seen on the evening on the 23rd of June on the motorway from Staryy Oskol to the OEMK steel works in the Belgorod area.

[…]

Left: Same Paris Match image as above. On the right: image from a video taken near the Magnit store in Alexeyevka, Russia on the 24th of June. [Source]

[…]

https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2014/09/08/images-show-the-buk-that-downed-flight-mh17-inside-russia-controlled-by-russian-troops/

Da muß man schon sehr viel glauben, bis man was sehen kann.

Viele Links funktionieren nicht (mehr), es wird hilflos herumgetastet. Das Referenzbild ist immer das fragwürdige Buk-Foto von Paris Match aus dem Artikel vom 25.7.2014, gravierend geändert am 29.7.2014 (Austausch des angeblichen Aufnahmeorts Snischne in den zutreffenden Aufnahmeort Donezk).

Am 29.9.2014 tastet sich das Bellingcat-Team weiter vor:

Geolocating the MH17 Buk Convoy in Russia

September 29, 2014

By Veli-Pekka Kivimäki

[…]

Putting all these data points together we can plot these points on a map, which would fit on a possible route from Kursk to Alexeevka.

https://www.bellingcat.com/resources/case-studies/2014/09/29/geolocating-the-mh17-buk-convoy-in-russia/

Genau. Dort, bei Alexejewka, enden alle Nachweisversuche, diese ausschließlich für Bellingcat bedeutsame BUK mit der Nummer 3_2 zu orten – weit weg von der ukrainischen Grenze. Und auf kritische Kommentare zu seinen Findungen hatte der Belllingcat-Autor auch nichts Erhellendes beizutragen:

 Rob – September 30th, 2014

Thank you Veli-Pekka and team at Bellingcat, for this awesome work in tracking down the MH-17 BUK system. I’m a great admirer of your work, and hope that by crowd sourcing we can shed some light on this disaster.

One question I have :
You made a pretty compelling case that the convoy (most notably with the important BUKs) went through Gorodishche [Coordinates: 51.137286, 38.064599].

But in doing so, it will approach Alexeyevka from the North, and it would be almost impossible for the convoy to go through the Magnit store intersection in Alexeyevka, which you would only get through if you were to approach Alexeyevka from the south…

Is this convoy doing some sort of “parading” ?

https://www.bellingcat.com/resources/case-studies/2014/09/29/geolocating-the-mh17-buk-convoy-in-russia/comment-page-1/#comment-1496

Rob – September 30th, 2014

I’m sorry. I should have been more clear :
In the Magnit store Alexeyevka intersection video, both BUK 232 and suspect BUK 3’2 come from the right (the south) which suggests they took highway P185 to Alexeyevka. But if they did, they should not have come through Gorodishche. Isn’t that odd ?

https://www.bellingcat.com/resources/case-studies/2014/09/29/geolocating-the-mh17-buk-convoy-in-russia/comment-page-1/#comment-1498

Schon komisch, in der Tat. Der Bellingcat-Autor stimmt zu:

Veli-Pekka Kivimäki – September 30th, 2014

The Alexeyevka scene is quite interesting, don’t have a solid explanation what happened. Seems the convoy had either split up and was regrouping, or some kind of reordering was going on. It’s also the last known video currently of this convoy together.

https://www.bellingcat.com/resources/case-studies/2014/09/29/geolocating-the-mh17-buk-convoy-in-russia/comment-page-1/#comment-1520

Rob – October 1st, 2014

A re-ordering makes sense ; Russian military may often do that to avoid satellite tracking of individual vehicles.

The Alexeyevka intersection video is still very interesting though.

It seems that most vehicles (including TELAR 232 and suspect TELAR 3’2) are moving towards the train station (along with TELAR 221, 231, loader 323), while loader 223, TELAR 211 and 212 are moving back into the direction that the convoy came from…

https://www.bellingcat.com/resources/case-studies/2014/09/29/geolocating-the-mh17-buk-convoy-in-russia/comment-page-1/#comment-1533

Da kann man natürlich die tiefsinnigsten Spekulationen anstellen; festzuhalten ist, daß sich der Konvoi in und bei Alexejewka auflöste, und danach gab es von ihm keine Spur mehr. Insbesondere nicht von der von Bellingcat als russisches Tatwerkzeug in der Ukraine angenommenen BUK-Startrampe (TELAR) mit der Nummer 3_2.

Der fehlende Link zu den vagen Findungen des Bellingcat-Teams über russische BUK-Bewegungen ist offenbar gewollt, denn der beglaubigende Artikel, was Millerowo in der Nähe der ukrainischen Grenze angeht (35 km entfernt), sieht so aus (und ist erst am selben Tag des zusammenfassenden Artikels, am 8.11.2014, „unauffindbar“ erstellt worden):

Geolocating the June Russian Buk Convoy in Millerovo

November 8, 2014

By Eliot Higgins

One of a series of videos that shows a convoy containing the Buk linked to the downing of MH17 was reportedly filmed near the town of Millerovo. The following demonstrates how it’s possible to use a combination of satellite map imagery and Google Street View imagery to find the exact location the video was filmed.

The video was originally uploaded here, with the date and time on the camera shown to be 11:31am on June 25th.

[…]

https://www.bellingcat.com/resources/case-studies/2014/11/08/geolocating-the-russian-buk-convoy-in-millerovo/

Das offenbar einzige Millerowo-Video war schon kurze Zeit später nicht mehr zugänglich, und die von Bellingcat in diesem bewußt ausgegrenzten Nebenartikel geposteten Standbilder aus diesem Video zeigen keine BUK-Abschußrampe. Inwiefern es sich um denselben Konvoi, der in Kursk startete, handeln soll, wird ebenfalls nicht ersichtlich. Auf die nachfolgenden Fragen eines Kommentators geht Eliot Higgins nicht ein:

Wouter (dutch) – November 20th, 2014

Hi Eliot,

Unfortunately, I cannot get to the url you give in this post: http://www.odnoklassniki.ru/video/13597280818. Any suggestion?

What is your conclusion based on what you’ve analysed? Is it authentic?

https://www.bellingcat.com/resources/case-studies/2014/11/08/geolocating-the-russian-buk-convoy-in-millerovo/comment-page-1/#comment-3552

Dabei betont Higgins doch gern, daß er wichtige Videos umgehend sichert. Das gehört schließlich zum Handwerkszeug eines Laptop-Detektivs. Gab es Gründe, dieses Video zu verstecken?

Auch auf der am 9.11.2014 veröffentlichten interaktiven Karte von Bellingcat wird zu Millerowo lediglich dieses Foto gezeigt:

Bellingcat Millerowo Maphttps://www.mapbox.com/labs/bellingcat/index.html

Auch hier ist kein BUK TELAR zu sehen, und schon gar keiner mit der Nummer 3_2.

Das letzte Mal wurde laut Bellingcat-Map vom 9.11.2014 die fragliche BUK an einem unbestimmten Tag südlich bei Alexejewka gesichtet, weit entfernt von der ukrainischen Grenze:

Bellingcat Alexejewka Maphttps://www.mapbox.com/labs/bellingcat/index.html

Halbseidener geht es nun wirklich nicht mehr.

In der SPIEGEL-Präsentation wird aus dem Millerowo-Video immerhin eine BUK-Abschußrampe gezeigt – man fragt sich, wieso Bellingcat auf dieses Bild verzichtete:

Spiegel Millerowohttp://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/mh17-wer-hat-die-boeing-ueber-der-ukraine-abgeschossen-a-1011983.html

Da wächst zusammen, was zusammengehört. Zwei Ideologen arbeiten mit Bellingcat zusammen, der seine Nicht-Findungen mühsam verbirgt. Und sie dennoch zur Schau stellt.

Ich habe es zwar nicht für möglich gehalten, aber merkwürdigerweise hat Bellingcat das verschwundene Millerowo-Video

http://ok.ru/video/13597280818

dann doch wieder gepostet.

Am 13.5.2015 erschien ein langatmiger Bellingcat-Bericht, dessen Zweck es wohl war, für die strafrechtlichen Ermittler des JIT Zeugen zu finden, die die fragliche BUK 3_2, wie von Bellingcat beweislos behauptet, in die Ukraine gefahren haben könnten.

Routes, Destinations, and Involvement of the 2nd and 147 th Automobile Battalions in the June and July 2014 Buk Convoys

A bell¿ngcat Investigation

https://www.bellingcat.com/wp-content/uploads/2015/05/Routes-Destinations-and-Involvement-of-the-2nd-and-147th-Automobile-Battalions-in-the-June-and-July-Convoys.pdf.pdf

Der Immer-noch-Bellingcat-Fan Correctiv erkennt messerscharf, daß es hier um wertvolle Beweise gegen Rußland geht – eine geteilte Ideologie verbindet nun mal:

CORRECT!V@correctiv_org

Neuer Report von @bellingcat trägt weitere Belege zusammen für die Verantwortung Russlands beim Abschuss von #MH17: https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2015/05/13/tracking-the-trailers-investigation-of-mh17-buks-russian-convoy/ …

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23:47 – 14. Mai 2015

https://twitter.com/correctiv_org/status/599103834355605504

und postet den Link zu dem zusammenfassenden Ergebnis des über 5o-seitigen PDF-Berichts:

Tracking the Trailers: Investigation of MH17 Buk’s Russian Convoy

May 13, 2015

By Bellingcat

[…]

Dmitry Z, the driver of truck 6902 HH 50, which hauled Buk 232 in the 23-25 June convoy, did not transport Buk 3×2 to the border (he transported other vehicles to the border area during his last ride with his truck just before the end of his service). However, he might possibly know who did, considering that driver was behind him in the convoy with Buk 3×2. And, looking at the connections the drivers have on VK, it seems that the drivers of the Buk convoys may know each other.

[…]

https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2015/05/13/tracking-the-trailers-investigation-of-mh17-buks-russian-convoy/

Der Berg kreißt, und er gebiert eine Maus. Diesen Nicht-Zeugen hatte die ukrainische Propagandaseite Informnapalm bereits zuvor präsentiert, unter voller Namensnennung (am 12.5. in Russisch, am 13.5. in Englisch):

https://en.informnapalm.org/the-last-haul-of-the-russian-soldier-to-mh17/

Es gibt kaum noch etwas, das Bellingcat von einer derartigen Seite unterscheidet.

Immerhin gab es für mich ein Erfolgserlebnis:

Auf S. 35 des PDF-Berichts von Bellingcat

https://www.bellingcat.com/wp-content/uploads/2015/05/Routes-Destinations-and-Involvement-of-the-2nd-and-147th-Automobile-Battalions-in-the-June-and-July-Convoys.pdf.pdf

wird in Fußnote 42 zu diesem Video verlinkt:

[0024] Идут войска к границе трасса Миллерово-Луганск

Bellingcat Vehicle Tracking Project

Veröffentlicht am 08.03.2015

0024

Original link: http://ok.ru/video/13597280818

https://www.youtube.com/watch?v=VrjbVIv61qE

Per Google übersetzt:

Go troops to the border route Millerovo-Lugansk

Da ist es also still und leise schon im März 2015 wieder aufgetaucht, das verschwundene Millerowo-Video!

Man sieht deutlich: dort ist weder die BUK 232 noch die BUK 3_2 zu erblicken. Sondern lediglich eine BUK mit der Nummer 200 (die der SPIEGEL zeigte) und ein BUK-Raketenlader (den Bellingcat zeigte) ohne Nummer. Ansonsten nur zahlreiche LKW und vier massive verhüllte Transportgegenstände, bei denen es sich um BUK-Kommando- oder Radarfahrzeuge handeln könnte, deren Elektronik vor Nässe geschützt werden mußte. Simple BUK TELAR-Abschußrampen wurden bei Transporten in Rußland niemals komplett verhüllt.

Millerovo Buk 200 Sek 26Millerovo Buk oN Sek 27

Millerovo Buk oN Sek 28Mag Bellingcat weiter seine Phantom-BUK und Phantom-Zeugen jagen…

Marcus Bensmann von Correctiv tut nichts weiter, als Bellingcats Bilder erneut – und schlechter – zu fotographieren.

Hier meint er, am Ort der Aufnahme der Paris Match-BUK in Donezk zu sein. Abgesehen davon, daß auf dem Foto die Umgebung nicht zu sehen ist, hat er sich auch noch die falsche Stelle ausgesucht, wie ein Vergleich zeigt:

Correctiv Donezkhttps://mh17.correctiv.org/wegbuk_german/

Paris Match Bukhttp://www.parismatch.com/Actu/International/EXCLU-MATCH-Un-camion-vole-pour-transporter-le-systeme-lance-missiles-577289

Man sieht, daß der Transporter auf einem sich verjüngenden Standstreifen parkt, der im Bensmann-Foto nicht zu sehen ist. Ich kann mir keine Entschuldigung ausdenken, die Marcus Bensmann für diesen Fehlgriff vorbringen könnte. Schließlich heißt es in dem von ihm mitverfaßten SPIEGEL-Artikel:

Donezk, Ukraine, 11 Uhr Ortszeit

Auf der Schnellstraße N21 nach Luhansk fotografiert ein französischer Journalist [!] am Stadtausgang von Donezk einen auffälligen weißen Volvo-Sattelschlepper mit einem roten Tieflader. Die N21 ist hier noch zweispurig, beide Fahrtrichtungen sind durch einen Mittelstreifen getrennt. Der Tieflader steht auf dem Standstreifen, in Fahrtrichtung Osten.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-131242892.html

Die Ungereimtheiten, die im Zusammenhang mit der Herkunft und der Publizierung dieses Paris Match-Fotos aufgetreten sind, habe ich in der zweiten Hälfte meines letzten Beitrags ausführlich erörtert:

https://gabrielewolff.wordpress.com/2015/01/19/ukraine-informationskrieg-um-mh-17-3/

Und danach war es naheliegend, die Behauptung, dieses Fahrzeug sei am 17.7.2014 von einer „équipe de Paris Match“ oder einem „französischen Journalisten“, wie der SPIEGEL unterstellt, fotographiert worden, für unglaubhaft zu halten. Schon damals hätte ich wissen können, daß diese Behauptung des Reporters Alfred de Montesquiou tatsächlich falsch war. Den Beweis lieferte er nämlich selbst in einem langen Artikel, der einen Tag vorher, am 24.7.2014, in Paris Match erschienen war. Das bzw. die beiden Fotos der BUK in Donezk sind ihm zugespielt worden, als er sich ab dem 18.7./19.7.2014 in der Ukraine aufhielt.

Vol MH 17

Le massacre des innocents

Grabovo, le 17 juillet. A quelques kilomètres de la frontière russe, les premiers sauveteurs arrivés sur les lieux du drame éteignent les flammes de l’incendie du Boeing 777. © Capucine Granier-Deferre

Le 24 juillet 2014 | Mise à jour le 27 juillet 2014
De notre envoyé spécial en Ukraine Alfred de Montesquiou

[…]

http://www.parismatch.com/Actu/International/Vol-MH-17-Le-massacre-des-innocents-577249

In diesem hochspekulativen Artikel, der sich entsprechend der Blattlinie von Paris Match:

http://www.parismatch.com/Actu/International/Crash-en-Ukraine-Tant-pis-pour-les-avions-C-est-la-guerre-576131

bemüht, „den Russen“ die Schuld in die Schuhe zu schieben, wird behauptet, ein Zeuge am Absturzort namens „Alexandre“ und mehrere andere Zeugen hätten mitgeteilt, einen Abschuß aus Snischne wahrgenommen zu haben (während der Luftunfall-Experte Alain Diehl in demselben Artikel nachvollziehbar einschätzt, die Zeugen hätten den Abschuß weder hören noch sehen können); auch der ukrainische Geheimdienst habe erklärt, Rebellen in der Nähe von Snischne hätten die MH 17 abgeschossen. In Snischne seien zudem am 15.7.2014 (nach anderen, glaubwürdigeren, Artikeln am 16.7.2014) elf Menschen bei einem ukrainischen Luftangriff auf einen Vorort von Snischne gestorben. Danach heißt es, nachdem wahrheitswidrig behauptet wird, die CIA habe die Authentizität der vom ukrainischen Geheimdienst herausgegebenen “Telefonmitschnitte” bestätigt:

Des témoins fiables ont ainsi montré à Paris Match la photo volée d’un système lance-missiles Buk en train d’être conduit, justement vers ­Snijne, le matin même de l’incident. L’arme est transportée par un semi-­remorque aisément reconnaissable : il est blanc avec un gros liseré bleu sur le capot, et un panneau jaune canari sur le bord. Or, le renseignement ukrainien a, depuis, fait circuler les images d’un semi-­remorque repassant la frontière russe à la nuit tombée, au lendemain du crash. On discerne sans peine le même camion.

http://www.parismatch.com/Actu/International/Vol-MH-17-Le-massacre-des-innocents-577249

Meine Übersetzung:

Auch haben glaubwürdige Zeugen Paris Match ein heimlich aufgenommenes Foto eines BUK-Systems gezeigt, das gerade, genau an diesem Morgen des Zwischenfalls, nach Snischne transportiert wurde. Er wird auf einem leicht wiedererkennbarem Sattelschlepper transportiert: er ist weiß mit einer großen blauen Verzierung auf der Kabine und hat ein kanariengelbes Schild an der Seite. Zudem hat der ukrainische Geheimdienst zwischenzeitlich die Bilder eines Sattelschleppers verbreitet, der die russische Grenze im Schutz der Dunkelheit am Tag nach dem Absturz wieder überquert. Man erkennt mühelos denselben Lastwagen wieder.

Fotos glaubwürdiger Zeugen, die den ukrainischen Geheimdienst bestätigen, werden also mühelos als Fotos der „équipe de Paris Match“ eingemeindet. Kein Wunder, daß de Montesquiou über Aufnahmeort und -zeit nicht orientiert war und keine EXIF-Daten herausgab. Über die dürfte er schlicht nicht verfügen.

Die Paris Match-Fotos müssen als verbrannt gelten. Die einzigen Referenzfotos von Bellingcat, mit denen er die Identifizierung einer russischen BUK aus Kursk versucht, sind nicht nur qualitativ für derlei Versuche ungeeignet, sondern schon durch ihre Herkunft derartig kontaminiert, daß sie seriöserweise als Vergleichsmaterial ausscheiden müssen.

In Tores hat Bensmann, was nicht weiter schwierig war, den richtigen Standort erwischt. Bedeutet das auch, daß dort am 17.7.2014 eine BUK transportiert wurde bzw. sogar mitten auf einer Kreuzung „parkte“?

Correctiv ToresHatte Bensmann im Donbass nur ein Billig-Handy dabei oder wie erklärt sich die schlechte Qualität seiner Fotos?

Das bessere Foto hat der niederländische Bürgerjournalist Max van der Werff am 18.4.2015 gemacht – und er hat, wie sich das für einen Journalisten gehört, auch Erkundigungen eingeholt. Wenn man schon mal vor Ort ist…

Tweet Max Toreshttps://twitter.com/MaxvanderWerff/status/599862407306092544

Ein Vergleich mit dem vielfach getweeten Bild des BUK-Transports in Tores (Ausschnitt):

Torez A BukIst es wirklich plausibel, daß der BUK-Transporter sich in Höhe des Hauses mit den Streifen an den Hausecken in einer Abwärtsbewegung befindet, während die Straße bis zu diesem Haus relativ steil ansteigend ist?

Bensmann erklärt nicht, ob er in Tores nach Zeugen gesucht, aber eventuell keine bestätigenden Zeugen gefunden hat. Möglicherweise kannte er diesen vergeblichen Versuch von Kollegen, die das schon zeitnah am 22.7.2014 unternommen hatten.

Malaysia Airlines MH17 crash: Was a Russian-made missile really parked in this quiet square?

Andrew Buncombe , Cahal Milmo

Tuesday 22 July 2014

It is a photograph that could play a crucial role in proving the deadliest of deeds. Or else it could be dismissed as a fake, nothing more than crude propaganda.

At the weekend, Ukraine’s security services (SBU) released photographs and videos it said proved that Russian-made BUK-M1 surface-to-air missile systems were inside the rebel-held area shortly before Malaysian Airlines MH17 crashed to the ground.

Among the images, said to have been taken on the day of the tragedy, was one of a missile system, either parked or passing through the rebel-controlled town of Torez, barely five miles from where Boeing 777 tore into fields of wheat and sunflowers. According to Vitaliy Nayda, head of the SBU’s counterintelligence unit, the image was “evidence” of Russia’s involvement.

But on Tuesday, when The Independent visited the site where the image was taken and showed it to local people, they claimed they had seen no such missile truck and dismissed the image as hoax. “All the Ukrainian media is lying,” said one man, Andrei Sushparnov. “We have no missiles. If we did, would the Ukrainians be bombing our cities?”

[…]

“I saw this picture on the internet. But there was no such vehicle parked here,” said Svetlana Eivashenko, a 50-year woman with red hair. “I wish Ukraine would leave Donetsk in peace.”

The photograph released by Ukrainian intelligence appears to have been taken from somewhere on the forecourt of the Pit Stop Market and petrol station, located close to the junction of Gagarin and 50th Anniversary of the USSR streets in central Torez. Nearby is a large statue dedicated to coal miners, for whom this area of eastern Ukraine is famous.

The staff at the petrol station said none of them had been on duty last Thursday. A woman who gave her name as Diana and who worked in a toy shop called Briefcase, said she had been at work last Thursday and had seen nothing, even when she stepped out for a cigarette break. “I did not see that, for sure,” she said.

[…]

Mr Toler [Bellingcat-Mitarbeiter] admitted there was no irrefutable proof the image was taken on July 17 as claimed by the Ukrainians. But he said an internet search revealed the picture did not appear before the 17th. „And it matches accounts in other videos and pictures along with audio intercepts,“ he said.

The Independent spent around 90 minutes at the location in Torez, at times drawing a number of animated locals who looked at the image and shook their heads.

The only hint of a positive answer came indirectly from a woman working in the Sport betting shop. She had also been off last Thursday but her colleague, whom she contacted on the telephone, said she had „heard something heavy passing by“.

The woman said her friend did not wish to speak any further and added: „There are tanks passing by here all the time.“

http://www.independent.co.uk/news/world/europe/malaysia-airlines-mh17-crash-was-a-russianmade-missile-really-parked-in-this-quiet-square-9622031.html

Einen Zeugen hat Marcus Bensmann dann doch noch aufgetrieben. Leider fälschlicherweise im Norden von Snischne. Meine Frage dazu hat er nicht beantwortet, wie er sich auch sonst in Schweigen über seine mißlungene Reportage hüllt:

Gabriele Wolff

am 02.04.2015 01:27:20

Was sagen Sie dazu, Herr Bensmann, daß sämtliche anderen Rechercheure, von Bellingcat bis zum Rechercheteam der SÜDEUTSCHEN mit dem ör Fernsehen und Reuters, den Abschußort der Buk nicht wie Sie nördlich von Snischne in Puschkin, sondern südlich von Snischne zwischen Pervomais’ke und dem Dorf “Roter Oktober” lokalisiert haben? Auch die von RTL in Auftrag gegebene Studie kommt zu diesem vom SBU vorgezeichneten Ergebnis.

Was soll man also von den wackelnden Ziegeln in Puschkin halten?

Und wieso haben Sie nicht in Pervomais’ke gesucht, wo vor und nach Ihnen alle anderen gesucht haben? Dazu haben Sie jegliche Erklärung vermissen lassen.

https://correctiv.org/blog/2015/01/27/mh-17-zum-hintergrund-unserer-recherche/#comment-137

Tja. Vermutlich hat er es versucht und ist genauso gescheitert wie Roland Oliphant vom TELEGRAPH, der genauso russenfeindlich eingestellt ist wie ukraine@war, auf dessen Lokalisationsspuren eines Abschußortes südlich von Snischne er sich zeitnah am 22.7.2014 begab.

MH17: the clues which may lead to missile launch site

Telegraph pursues clues on the ground in Eastern Ukraine to try and track down where rocket launcher was based

By Roland Oliphant, Snizhnoye

9:39PM BST 22 Jul 2014

[…]

None the less, the quest for the launch site is a frustrating search for a needle in a wheat field.

Two possible launch sites – a rundown collective farm and a nearby wheat field – showed some track marks but no sign of any rocket launch whatsoever.

In the middle of one proposed launch site, an ancient combine harvester sedately chewed its way through the wheat on a rise that gave excellent views in all directions – including towards the MH17s flight path.

It seemed an ideal spot to park a radar unit for an anti-aircraft missile. But Vassily, the driver, said he had neither heard nor seen anything like signs of a missile launch.

„No, haven’t heard or seen anything like that. That said, I can’t even hear the shelling when I’m in the cab,“ he said.

„But the field down the way burnt the other day. Don’t know why. You might have a look there.“

The location of the fire lies on the supposed flight path of the rocket, and track marks – though indistinct – are present. Some unidentifiable bits of green plastic littered the site of the fire.

It is well within rebel control, in easy reach of the Russian border, and in an area where the Ukrainian air force has struck rebel positions in the past.

But with a strip of recently ploughed land running straight through the potential site, the evidence is inconclusive.

To add to the difficulties, experts approached by the Telegraph said a Buk launcher is a relatively light piece of kit. So any telltale track marks are unlikely to be particularly distinguishable.

„The launch of the surface-to-air missile leaves scorched strip behind the launcher, so the second picture in theory might be taken at the place where launcher stood,“ said Igor Sutyagin, a Russian military expert at the Royal United Services Institute (Rusi) said.

The photograph of the missile’s smoke trail also suggests the launch was „nearly vertical“ he said.

„In this case the plume from the missile’s nozzles will be to the very large extent ‚deflected‘ by the hull of the launcher.“

That might also place the launch site further north, much closer to the crash site.

Wherever it was fired from, the search for the Buk will be a long one.

http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/europe/ukraine/10984530/MH17-the-clues-which-may-lead-to-missile-launch-site.html

Das sah düster aus, sowohl für die “Analysen” aufgrund des Wölkchenfotos als auch für bestätigende zeitnahe Aussagen von Bewohnern dieser Gegend.

Marcus Bensmann bekam es mit einem der typischen „Zeugen“ zu tun, die Monate nach einem Ereignis, das sie nur am Rande mitbekommen haben, nicht mehr wissen, was sie wahrgenommen und was sie später erfahren haben. Hinzu kommen bei derartig verspäteten Recherchen bekanntlich der übliche Zeugentypus, der sich wichtig macht, sowie derjenige, der eine eigene politische Agenda verfolgt. Aussagepsychologie ist Reportern, die mit der Tür ins Haus fallen, so unbekannt wie überflüssig. Sie wollen O-Töne, die ihre Sicht der Dinge plakativ bestätigen.

Und so wird die Zeugenaussage eines Mannes in dem nördlich von Snischne befindlichen Dorf Puschkin von Bensmann in seiner „Hauptgeschichte“ präsentiert [Hervorhebungen von mir]:

Zwei Tage später ein weiterer Besuch. Es ist noch früh. Die Straßen in der Siedlung sind leer. Wieder bellen Hunde, sie zerren hinter Metalltoren an Ketten. Nach langem Klopfen öffnet ein Bewohner seine Haustür. „Vielleicht sind Sie ein Spion?“, ist die erste Frage nach einer hastigen Begrüßung. Am 17. Juli 2014 war er am Ort. Die Frage nach diesem Tag macht ihm Angst.

„Ich erinnere mich. Aber wissen Sie, ich sage Ihnen dazu nicht alles. Das könnte schlecht für mich enden.“ Der Reporter stellt sich vor. Er zeigt seine Ausweise. Er sagt, er sei hier, um mehr zu erfahren. Die Menschen in Europa wollten wissen, was passiert ist, warum so viele aus ihrer Mitte hier in der Ukraine sterben mussten, abgeschossen in einem friedlichen Flugzeug.

Der Mann stockt. Dann fängt er an zu erzählen: „Sie haben es mit einer Rakete abgeschossen. Die Rakete haben sie von dort abgeschossen. Wir haben sie gesehen, wie sie geflogen ist.“

Er weist auf den Bahndamm. Ein Freund von ihm habe die Raketen vorher schon gesehen. „Er hat mich angerufen und gesagt: Dort steht so ein krasses Teil mit vier Raketen.“ Auch der Freund bleibt ohne Namen. „Er hat auch Angst. Es sind gefährliche Zeiten.“ Aber eine andere Frage beschäftigt den Zeugen auch noch. „Sie haben alles geplant. Ich weiß nur nicht, warum Sie es hier hin gekarrt haben.“

Endlich kommt er ins Reden. “Ich war im Hof und habe eine Explosion gehört, einen Schlag. Da war so ein Chlop (russisch für Schlag). Die Ziegel auf dem Dach wackelten. Und dieser Schlag war dort drüben, das war hier sehr gut zu hören. Es gab so einen langen Ton. Und dann gab es eine sehr starke Explosion: Bach Bach. Und gerade als ich auf die Straße gelaufen bin, stürzte das Flugzeug ab, entlang der Straße einige Kilometer entfernt von hier. Verstehen Sie? Und man konnte sehen, wie es dort brannte.” Für den Chlop, den Schlag, hat der Zeuge eine Erklärung. “Da ist sie von dort offensichtlich losgeflogen.”

Auf die Frage ob russische Soldaten oder Separatisten die Rakete abgeschossen hätten, muss der Mann lachen. Für ihn können es nur russische Soldaten gewesen sein. “Nun, welcher Bergmann wird mit einer Rakete schießen? Das waren Spezialisten. Kann ich etwa Raketen abschießen?”

https://mh17.correctiv.org/

Ist die Aussage dieses Mannes richtig übersetzt worden? Ist sie zutreffend wiedergegeben worden?

Bensmann war – das unterscheidet ihn von seinen Nachfolgern – so großzügig, an versteckter Stelle sein Ausgangsmaterial (falls richtig übersetzt) freizugeben; und trotz der Zensur:

Zum Schutz des Zeugens vor Racheakten haben wir die Stimme von einem Schauspieler übersprechen lassen und Kürzungen vorgenommen.

läßt sich feststellen, daß die Ausage des Zeugen ganz anders ausgefallen ist als in der redaktionellen Bearbeitung auf der Correctiv-Hauptseite.

Journalist: Guten Tag. Ich bin Marcus Bensmann, ein deutscher Journalist. Ich gehe über die Dörfer und schaue, wie die Menschen so leben.

[…]

Journalist: Ich habe da noch eine Frage. Sie erinnern sich an den 17. Juli, als sie das Flugzeug abgeschossen haben, MH17, erinnern sie sich?

Bewohner: Aber wissen sie, ich sage ihnen dazu nicht alles, das könnte schlecht für mich enden.

Journalist: Das heißt, sie wollen darüber nicht sprechen?

Bewohner: Nein, ich habe Angst.

Journalist: Aber warum?

Bewohner: Ich weiss doch nicht, was sie im Schilde führen, in diesen wahnsinnigen Zeiten.

Journalist: Nur, Sie müssen verstehen. Die Menschen dort fragen das. Sie beschäftigt diese Frage.

Bewohner: Wo?

Journalist: In Deutschland.

Bewohner: Aber was wollen sie wissen? Sie haben es mit einer Rakete abgeschossen. Die Rakete haben sie von dort abgeschossen. Wir haben sie gesehen, wie sie geflogen ist. Verstehen sie? Was wollen sie noch wissen?

https://mh17.correctiv.org/die-zeugen-deutsch/

Typischerweise beginnt das Gespräch zur Sache nicht mit einer Ich-, sondern mit einer „Wir“-Aussage, die als Reduzierung auf einen Behauptungskern daherkommt. In der Folge wird sie Stück für Stück zurückgenommen. Und hätte daher nicht mehr zitiert werden dürfen.

Journalist: Sie haben es gesehen?

Bewohner: Ich war im Hof und habe eine Explosion gehört, einen Schlag. Da war so ein „Chlop“ (russisch für Schlag). Und dieser Schlag war dort drüben, das war hier sehr gut zu hören. Und dann gab es eine sehr starke Explosion. Meine Ziegel haben gewackelt. Und gerade als ich auf die Straße gelaufen bin stürzte das Flugzeug ab, entlang der Straße einige Kilometer entfernt von hier. Verstehen Sie? Und man konnte sehen, wie es dort brannte. Ich bin auf die Strasse gerannt und sehe, da kam ein sehr grosse Schlag von dort und schwarzer Rauch. Kurz gesagt, ich bin in diesem Moment rausgelaufen, als es abstürzte. Ich habe es nicht gesehen, als es flog, das habe ich alles gehört. Und es hat dann dort gebrannt.

https://mh17.correctiv.org/die-zeugen-deutsch/

In der Konkretisierung wird aus dem behaupteten Sehen einer fliegenden Rakete eine im Hof gehörte Explosion in der Nähe, danach folgt die Explosion des abgestürzten Flugzeugs nebst schwarzer Rauchwolke. Beide Ereignisse wurden jeweils nur gehört und später miteinander kausal verbunden.

Journalist: Das Flugzeug haben sie gesehen?

Bewohner: Nein, das Flugzeug habe ich nicht gesehen. Als ich nach dieser Explosion rausgelaufen bin, habe ich gehört, dass sich eine große Explosion dort ereignet hatte.

Journalist: Ja.

Bewohner: Ich war im Hof unter der Plane, höre eine Explosion: „Bach Bach“. Die Ziegel auf dem Dach wackelten und es gab so einen langen Ton. Ich bin sofort auf die Strasse gelaufen und sehe, wie es dann entlang dieser Strasse zur Erde stürzt. Es ereignete sich, dass es genau entlang dieser Strasse passierte.

https://mh17.correctiv.org/die-zeugen-deutsch/

In der erneuten Wiederholung wird deutlich, daß der Zeuge im Hof unter einer Plane stand, als die erste Explosion erfolgte – gesehen hat er nichts. Dafür sieht er plötzlich das abstürzende Flugzeug, das er zuvor nicht gesehen hatte.

Journalist: Sie haben also von hier geschossen?

Bewohner: Von dort ungefähr. Ich habe einen Schlag gehört. Ich habe unter dem Verschlag ein „Chlop“ (russisch für Schlag) gehört. Ein „Chlop“, so ein Schlag eben. Da ist sie von dort offensichtlich losgeflogen. Aber dann eine starke Explosion. Den habe ich dann von hier aus gehört. Im Himmel war eine starke Explosion. Ich bin dann zwischen Garage und Strasse rausgerannt. Habe geschaut. Aber habe nichts gesehen. Aber als ich dann gelaufen bin, da habe ich gesehen, wie es auf die Erde gestürzt ist.

https://mh17.correctiv.org/die-zeugen-deutsch/

Bei der nächsten Variante (auf eine Suggestivfrage hin) erkennt man, wie die Schlußfolgerung „Da ist sie von dort offensichtlich losgeflogen“ die wahrgenommen Ereignisse überlagert. Gleichzeitig überlagert die Information über den Absturz der MH 17 die Erinnerung an das Erlebte; denn plötzlich will der Zeuge zusätzlich sogar eine Explosion im Himmel gesehen haben – die er wegen der geschlossenen Wolkendecke bei einer Explosion in 10 km Höhe nicht gesehen haben kann.

Journalist: Haben Sie Fahrzeuge gesehen dort?

Bewohner: Wo?

Journalist: Nun, wer dort geschossen hat, also die Raketen.

Bewohner: Nun, die Fahrzeuge habe ich nicht gesehen. Aber ein Freund hat diese Fahrzeuge gesehen. Er hat mich angerufen und gesagt: Dort steht so ein „krasses Teil“ mit vier Raketen. Sie haben in der Stadt gestanden.

https://mh17.correctiv.org/die-zeugen-deutsch/

In der Stadt Snischne soll der Freund also die BUK gesehen haben – und nicht im nördlichen Vorort Puschkin, dem Wohnort des Zeugen. Das wird in der zusammenfassenden Präsentation des Interviews mehr als nur verschwiegen; im Gegenteil wird durch die Ortsbezeichnung „Bahndamm“ nahegelegt, daß der Freund eine BUK ganz in der Nähe, nämlich am Bahndamm in Puschkin, gesehen habe.

Journalist: Vier Raketen?

Bewohner: Ja, vier Raketen waren da.

Journalist: Waren das russische Soldaten oder Separatisten?

Bewohner: (lacht) Nun, welcher Bergmann wird mit einer Rakete schiessen? Das waren Spezialisten. Kann ich etwa Raketen abschiessen?

Journalist: Also das war von hier?

Bewohner: Ich weiss nur nicht, warum sie sie hierhin gekarrt haben.

https://mh17.correctiv.org/die-zeugen-deutsch/

Der Zusatz in der Präsentation: „Sie haben alles geplant. Ich weiß nur nicht, warum Sie es hier hin gekarrt haben.“ fehlt. Ob es sich hier um eine Erfindung Bensmanns oder um eine der Kürzung zum Opfer gefallene Stelle handelt – ich weiß es nicht. Irgendeine Bedeutung hat diese Aussage des unwissenden Dorfbewohners ohnehin nicht.

Journalist: Sie sind von hier.

Bewohner: Ja, ich bin von hier.

Journalist: Und das von hier geschossen wurde, dass hier Raketen gestanden haben, haben auch alle gesehen?

Bewohner: Nun, was heisst schon alle? Zu dieser Zeit sind wir nicht viel rumgefahren. Ich kenne einen, der das alles gesehen hat. Nur wird der nicht mit Ihnen reden. Er hat alles gesehen. Er hat als erster die Raketen gesehen. Er ist als erster hingefahren, nachdem das Flugzeug abgestürzt ist. Er ist hingefahren und hat geguckt. Er hat es mir erzählt.

Journalist: Nur, er wird nicht mir mir reden?

Bewohner: Kaum. Er hat auch Angst. Man weiss ja nicht, wo Du hingehst. Es sind gefährliche Zeiten. Wir haben hier keine Demokratie.

https://mh17.correctiv.org/die-zeugen-deutsch/

Zuguterletzt nimmt er sogar die Wir-Aussage der Eingangsbehauptung zurück. Er selbst hat gar nichts Konkretes mitbekommen. Es ist wahrscheinlich, daß es am 17.7. 2014 eine Kriegseinwirkung bei Puschkin gab – so berichtete eine Einwohnerin von Rauch über der nahegelegenen Fabrik, die später von Bellingcat als „KhimMash plant“ identifiziert wird (s.u.).

Die andere Frau hat von der Fabrik aus „starken Rauch gesehen. Alle haben sich erschreckt.“ Woher der Rauch gekommen sei? Sie reagiert verunsichert. „Woher sollten wir wissen, was das war? Wir haben gehört, wie etwas explodierte.“

https://mh17.correctiv.org/

Letztlich ist er der klassische Zeuge vom Hörensagen, der Monate später interviewt und dessen vage und widersprüchliche Aussage von voreingenommenen Reportern tendenziös wiedergegeben wird. Nach diesem Muster verfuhren alle weiteren Reporter, die sich nach Correctiv auf Recherchereise in den Spuren Bellingcats begeben haben.

Bensmann ist es zu verdanken, daß man Einblick in die journalistische Verdreherei von Zeugenaussagen gewonnen hat. Genauso hat man sich das als Medienkonsument immer vorgestellt.

Eine Ohrfeige für Marcus Bensmann hat Bellingcat jedenfalls am 27.1.2015 geliefert:

Is this the Launch Site of the Missile that Shot Down Flight MH17? A Look at the Claims and Evidence

January 27, 2015

By Daniel Romein

In a previous investigation related to the 17 July 2014 downing of Malaysian Airlines Flight 17 (MH17) in eastern Ukraine, the Bellingcat investigation team provided the origin and movements of a Buk M1 missile launcher filmed and photographed that same day that travelled from Donetsk past Zuhres, through Torez and Snizhne. Before reaching Snizhne, the Buk M1 missile launcher was transported on a red low-loader hauled by a white Volvo truck featuring a telephone number and unique blue stripes. In Snizhne, however, the Buk was unloaded off the hauler and driven south out of Snizhne under its own power. In the early hours of 18 July 2014 the missile launcher was spotted in Luhansk, where it was again being hauled by the same white Volvo truck, but this time it was missing one missile.

The location of the Buk between its last sighting in Snizhne and its appearance in Luhansk the following morning is a vital question that will shed light on the culprits and circumstances of the MH17 tragedy. This report will consider four vital clues that allow us to estimate the launch location for the missile that downed MH17: 1) photographs of a white smoke trail taken a few moments after the crash of flight MH17, 2) visible burn damage to a wheat field that appeared between 16 and 20 July 2014, 3) audio recordings reportedly from 17 July 2014, and 4) a US intelligence satellite image from 22 July 2014.

[…]

https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2015/01/27/is-this-the-launch-site-of-the-missile-that-shot-down-flight-mh17

Danach befindet sich der für ihn wahrscheinliche Abschußort nicht nördlich, wie Bensmann meint, sondern südlich von Snischne, und zwar hier:

Bellingcat Abschußorthttps://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2015/01/27/is-this-the-launch-site-of-the-missile-that-shot-down-flight-mh17

Daß nach einem verbrannten Feld gefahndet wurde, mag Marcus Bensmann besonders irritiert haben, hatte er doch, eventuell unter dem Einfluß seines anonymen Militärberaters, kühn zur Buk-Rakete dekretiert:

Die Rakete wird aus einem feuerfesten Container gestartet, deshalb hinterlässt sie kaum Brandflecken; die Spuren der Abschussrampe auf dem Boden gleichen denen eines Panzers.

https://mh17.correctiv.org/

Dummerweise verortet Bellingcat das offiziell von den USA am 22.7.2014 verbreitete „Abschußfoto“ ebenfalls südlich von Snischne, wie ich das nach bloßem Augenschein auch eingeordnet hatte. Nix da mit der von Bensmann ohne Nachweis verbreiteten Behauptung, die USA hätten einen Abschußort nördlich von Snischne benannt. In die Ecke stellen und schämen, ist mein Ratschlag für diese Art von Journalismus.

Wie konnte es zu diesem Affront zwischen Bellingcat einerseits und Correctiv/SPIEGEL andererseits kommen, obwohl sich doch beide mit großer Naivität auf social media und Geolocating verlassen und in der Sache („Rußland war es!“) einig sind?

Ganz einfach: Elliot Higgins mißtraute am 22.7.2014 noch den entsprechenden „Findungen“ des ersichtlich vorurteilsbehafteten „ukraine@war“-Bloggers aus den Niederlanden.

The Latest Open Source Theories, Speculation and Debunks on Flight MH17

July 22, 2014

By Eliot Higgins

[…]

The Launch Site Found?

A couple of days ago Storyful shared high resolution satellite map imagery of the areas around the crash site and locations identified in images of the Buk Missile Launcher (shared here, open with Google Earth).  While many people focused on the crash site itself, others were looking for signs of the launchers. In a post on the Ukraine@WAr blog the author identified tracks in a field in images from July 20th, just south of the location the suspected Buk Missile Launcher was filmed, south of Snizhne

In his next post on the subject, the author also believes he’s identified the direction of smoke seen on the day, which some have claimed to be from the launch of the Buk’s missile, as being the same direction as the field.  Personally I believe there’s two things that would be useful here, having satellite map imagery from the day before the attack to confirm the tracks are fresh, and having someone on the ground examine the tracks, ideally measuring the distance between the two sides of the tracks to see if it matches the specifications of the Buk. While I don’t feel the posts are conclusive, it’s something that warrants further investigation.

https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2014/07/22/the-latest-open-source-theories-speculation-and-debunks-on-flight-mh17/

Diese Zurückhaltung legte das Bellingcat-Team erst am 27.1.2015 ab und schenkte dem Wölkchenfoto aus Tores erstmals Beachtung. Dazu trug natürlich die für RTL/NL gefertigte Studie bei, die zwar von Bellingcat erwähnt, zu der allerdings nicht verlinkt wurde. Diese am 22.12.2014 von RTL veröffentlichte Studie hatte just jenes spezifische Feld als Ort eines möglichen Brandes identifiziert, auf das sich Bellingcat jetzt, am 27.1.2015, risikolos als Abschußort festlegte:

RTL-Studie Abschußort S. 12http://www.rtlnieuws.nl/sites/default/files/content/documents/2014/12/22/Rapport_Rookpluim_analyse_v1.0.pdf

[S. 12]

RTL-Studie Abschußort, S. 23http://www.rtlnieuws.nl/sites/default/files/content/documents/2014/12/22/Rapport_Rookpluim_analyse_v1.0.pdf

[S. 23]

Und wie erklärt Bellingcat, daß ihr Kollege und Fan Marcus Bensmann mit seinem Zeugen und seinem freihändig erkorenen BUK-Abschußort derartig danebenlag?

Tweet Max Correctivhttps://twitter.com/MaxvanderWerff/status/601789446833479682

Sehr nüchtern auf eine entsprechende Anfrage im Kommentarteil seines Blogs:

Daniel Romein – January 28th, 2015

This location is based on testimonies of a few witnesses, the audio recordings of Zello conversations where some people mention the KhimMash plant and a wrong geolocation of the direction the pictures of 17 july in Torez were taken from. The tracks they have seen in the fields could have been made by tanks as well.

https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2015/01/27/is-this-the-launch-site-of-the-missile-that-shot-down-flight-mh17/comment-page-2/#comment-8611

Oder von Mähdreschern, denn Bensmann unterließ es, den Radstand einer verdächtigen Spur zu vermessen. Soviel zu Correctiv und SPIEGEL. Außer Spesen nichts gewesen. Aber das gilt natürlich gleichermaßen für seine Nachfolger, die den Bellingcat-Trip in den Donbass unternahmen, um sich dort der Nachbebilderung und/oder dem „Zeugenschütteln“ im Dienst einer unverhohlen offenbarten Agenda zu widmen.

Nachtrag (27.5.2015):

Eine erneute Überprüfung des deutschsprachigen Bellingcat-Beitrags „MH 17 Herkunft der Separatisten Buk“ vom 8.11.2014 ergab den endgültigen Beweis für die Verschleierungskünste, derer sich die Plattform Bellingcat bedient.

Das Bellingcat MH17 Untersuchungsteam hat 16 Videos auf Social Media Websites wie VKontakte, YouTube, Instagram und Odnoklassniki, die die Bewegung des 53. Brigade Konvois von Kursk am 23. Juni bis Millerowo 29 am 25. Juni zeigen gefunden.

Das Bellingcat MH17 Untersuchungsteam war auch in der Lage, den exakten Standort 30 zu identifizieren an dem jedes Video gefilmt wurde und anhand gleicher Fahrzeuge in verschiedenen Videos nachzuweisen, dass alle 16 Videos den gleichen Konvoi zeigen.

https://www.bellingcat.com/wp-content/uploads/2014/11/bellingcat_-_bericht.pdf

[S. 14 f.]

So die Behauptung. Im Gegensatz zur englischsprachigen Fassung (in der es die in die Irre führende Fußnote 29 zu „Millerowo“ gar nicht gibt), führt in der deutschsprachigen Fassung das Versprechen des exakten Standorts nicht zu einem „article not found“ wie im englischsprachigen Pendant, sondern zu etwas sehr Eindeutigem. Offenbar schätzt Bellingcat deutsche Leser als die größeren Pedanten ein; Deutsche – mit Ausnahme von Journalisten – delektieren sich halt an Fußnoten, das ahnt man in Großbritannien.

Fußnote 30:

30 https://www.bellingcat.com/news/2014/11/07/geolocated-june-buk-convoy-videos-in-russia

verlinkt zu diesem oberflächlichen Artikel mit Landschaftsaufnahmen (man sieht kein einziges erkennbares militärisches Gerät) vom 7.11.2014, der also hastig einen Tag vorher erstellt wurde:

Geolocated June BUK convoy videos in Russia

November 7, 2014

By Veli-Pekka Kivimäki

In September, the discovery of six videos of a Buk convoy in Russia was reported on Bellingcat. During the research done by the Bellingcat team, another 10 videos have been discovered from June 23-25, which can be linked to the same convoy. As the basis for the geolocation work, the previous videos from June were utilized both as reference material, as well as to give indications of a possible route which would narrow down the search area.[…]

The tenth video is from Millerovo, and is addressed in a separate case study, walking through the geolocation process.

https://www.bellingcat.com/news/2014/11/07/geolocated-june-buk-convoy-videos-in-russia/

Logischerweise führt der Link zum Millerowo-Video zu dem gelöschten Video, und der Link zur “separate case study” nicht einmal zu dem bereits erörterten nichtssagenden Artikel von Eliot Higgins vom 8.11.2014,

https://www.bellingcat.com/resources/case-studies/2014/11/08/geolocating-the-russian-buk-convoy-in-millerovo/

sondern zu dem bereits bekannten:

Article Not Found!

The article you were looking for was not found.

https://www.bellingcat.com/uncategorized/2014/11/07/geolocating-the-russian-buk-convoy-in-millerovo

Da bei Bellingcat Computer-Freaks arbeiten, die sich mit Verlinkungen auskennen müßten, sicherlich auch mit der Einrichtung einer Suchfunktion, die ich auf dieser Seite partout nicht finden kann, muß man Bellingcats Fehlleistungen in ihrer Gesamtheit wohl als bewußte Irreführung des Publikums bezeichnen. Aber für die Mainstream-Medien, die sich auf Verifizierungstour der Bellingcat-Behauptungen begeben, reichen derartige Schlampigkeiten allemal.

Wenn da nicht diese eindeutige Zusammenfassung am Ende des Artikels von Kivimäki wäre:

„# Location Coordinates Buk TELAR 3×2 in video?
1 Troitskiy 51.3590587,37.500688 Yes, 00:24
2 Stary Oskol 51.3590587,37.500688 Yes, 02:01
3 Popovy Dvory 51.6544589,36.7921105 No
4 Stary Oskol 51.3065105,37.9023863 No
5 Stary Oskol 51.2707467,37.9254813 No
6 Stary Oskol 51.3203988,37.886651 No
7 Neznamovo 51.2441558,37.9365475 No
8 Alexeyevka 50.624703,38.6503823 Yes, 6:22
9 Alexeyevka 50.5831713,38.7146552 Yes, 0:52
10 Millerovo 48.902343, 40.444658 No“

https://www.bellingcat.com/news/2014/11/07/geolocated-june-buk-convoy-videos-in-russia/

Bei SPIEGEL und Correctiv hat man über die Tatsache, daß die verdächtige BUK 3_2 in Millerowo nicht gesichtet wurde, großzügig hinweggesehen und das Gegenteil behauptet. Die bei Millerowo gesichtete BUK 200 zeigt durch die Nullen gerade an, daß sie keinem konkreten Truppenteil angehörte, ebensowenig wie der nicht gekennzeichnete BUK-Raketenlader. Ein Zusammenhang mit der 53. Brigade aus Kursk besteht daher offensichtlich nicht.

Das Bellingcat-Unternehmen ist lediglich ein interessegeleitetes Bindeglied zwischen Politik und Medien und hat mit „alternativer“ Recherche nichts zu tun. In diesen bitteren Apfel der Erkenntnis muß man beißen.

Aber das hatte ich ja schon in den Artikeln:

https://gabrielewolff.wordpress.com/2015/02/01/ukraine-intermezzo-wie-bellingcat-arbeitet/

https://gabrielewolff.wordpress.com/2015/03/28/ukraine-intermezzo-wie-bellingcat-arbeitet-2/

dargelegt.

Zur Fortsetzung geht es hier:

https://gabrielewolff.wordpress.com/2015/07/29/informationskrieg-um-mh17-5/

(wird fortgesetzt)

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1.503 Gedanken zu „Ukraine: Informationskrieg um MH 17 (4)

    • Auszüge aus diesem Blatt überschwemmen seit Tagen im Sekundentakt #MH17, wie eben z.Z. auch. Da hat jemand offenbar nichts anderes zu tun

      • Higgins arbeitet dem Atlantic Council zu, und das übernimmt unbesehen: wo ist da der Mehrwert, zumal die Nemzow-Broschüre aus denselben Quellen besteht? Getretener Quark wird breit, nicht stark.

        “The way Russian propaganda works, it makes it seem you can’t possibly know the truth,” said Eliot Higgins, a British-based researcher who founded the investigative website Bellingcat.com and led the effort to analyze the imagery for the Atlantic Council report. “If you try to counter it by doing the same thing, you are just adding to the noise. But you can get to the truth by pointing to the open source data and what’s publicly available.”

        Analyzing photographs of large craters in Ukraine and videos of rocket launches on nearby Russian territory, the Atlantic Council report concludes that Russian units have fired across the Ukrainian border. The report finds that craters near the Ukrainian town Panchenkove were the result of Russian multiple rocket fire near Gukovo, Russia, and from a separate site in eastern Ukraine.

        “Four videos containing geotags filmed in different locations in and around Gukovo showed the launch of rockets,” the report said. “Cross-border attacks served as cover for a renewed military incursion in the summer of 2014.” Geotags can show where images and videos were created.

        http://mobile.nytimes.com/2015/05/28/world/europe/videos-and-google-help-researchers-gauge-russias-presence-in-ukraine.html

        • Die FAZ freut sich auch.

          Ukraine-Konflikt
          Wie Russland die Separatisten unterstützt

          Mit öffentlich zugänglichem Material wollen internationale Sicherheitsanalytiker die Anwesenheit russischer Truppen in der Ostukraine beweisen. Putin versucht derweil, weitere unliebsame Berichte zu verhindern.
          28.05.2015, von Oliver Kühn

          Kämpfen russische Soldaten in der Ostukraine? Zumindest Fachleute der amerikanischen Denkfabrik „Atlantic Council“ sind davon überzeugt. Sie haben nun in einem Bericht öffentlich zugängliche Indizien für die Militärhilfe aus Moskau zusammengetragen.
          Der Bericht mit dem Namen „Hiding In Plain Sight“ fasst Erkenntnisse zusammen, die die Berichterstatter aus Quellen wie Google-Maps, Youtube, VKontakte (ein russisches soziales Netzwerk), Instagram, Medienberichten und anderen Untersuchungen gewonnen haben. Sie untersuchten die Herkunft von Fotos russischer Soldaten, analysierten Google-Maps-Bilder von Kraterfeldern und durchforsteten Youtube nach Videos, in denen russische Soldaten zu sehen sind.
          […]
          Dort soll sich auch eine der Abschussbasen befinden, von der russische Raketen in die Ukraine abgefeuert wurden. Die Internet-Plattform „Bellingcat“, deren Gründer Eliot Higgins auch einer der Autoren der Studie ist, hatte im Februar berichtet, dass sie durch die Analyse von Einschlagskratern in der Ukraine mehrere solcher Abschussstellen in Russland identifiziert haben.

          Die Fachleute des „Atlantic Council“ verfolgen mit ihrem Bericht dezidiert die Absicht, die Politik des Westens Russland gegenüber zu beeinflussen. So fordern sie, dass wesentlich mehr Mittel, vor allem der Geheimdienste, genutzt werden sollen, die Absichten Putins in der Ukraine aufzuklären und der Informationskampagne des Kremls entschlossen entgegenzutreten. Dazu gehört ihrer Ansicht nach mindestens auch die Verlängerung der europäischen Sanktionen gegen Russland, über die die EU-Staaten im nächsten Monat entscheiden wollen.

          http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/ein-bericht-belegt-die-anwesenheit-russischer-truppen-in-der-ukraine-13617034.html

          Bemerkenswert allerdings der Schluß: da wird das Interesse des Atlantic Council wenigstens erwähnt.

          Und zu dem Bellingcat-Bericht über Abschüsse aus Rußland ist das Urteil ja bereits gesprochen: diese Krater-Untersuchungsmethode ist willkürlich und unwissenschaftlich.

          Im aktuellen SPIEGEL gibt es übrigens einen kleinen Beitrag von Neef, der ausdrücklich erklärt, Rußland plane keine Invasion, sondern suche einen Ausweg aus der Situation. Wenn der sonst überwiegend parteiisch schreibende Neef eine solche Einschätzung abgibt, dann will das was heißen.

        • Eher sollte man „Fachleute“ als Atlantic Counsil in Anführungs- und Schlusszeichen setzen. Wie Sie in den vorherigen Teilen bereits dargelegt haben, handelt es sich nicht um unabhängige Experten, sondern sie suchen gezielt nur nach „Beweisen“ für ihre vorgefasste Meinung, und ignorieren geflissentlich alles, was nicht in den Kram passt. Also ungefähr wie Verteidiger von Pseudowissenschaften wie Astrologie oder Homöopathie: Wir publizieren nur Erkenntnisse, die unsere These stützen, den Rest diskreditieren wir.

          Irgend ein verschwommenes Bild (einmal war der angebliche Raketenwerfer aus Russland gerade mal 7 Pixel gross) dient als Glied in der Beweiskette, aber sich mal zurücklehnen und sich überlegen, weshalb die Russen eine Buk-Abschussrampe aus Kursk auf einem Tieflader, der dank seiner übergrossen Telefonnummer von allen anderen Tiefladern unterschieden werden kann, quer durch das umkämpfte Gebiet hin-und-her fahren zu lassen und sich möglichst oft ablichten lassen; und zwischendurch Interviews zu geben, mit einem Akzent, der selbst Amis zu verstehen gibt, dass es sich um Moskowiter, und keine Einheimische handelt; dann zwischendurch mal MH17 abzuschiessen, um dann weiter landauf-landab zu tingeln, um in Lugansk zu verschwinden.

          Vor allem wenn man weiss, dass der Fliegerabwehrkomplex Buk organisch zum Schutz von Grossverbänden eingesetzt wird (Ab Division, ca. 15’000 Soldaten, und Hunderten von Panzern, und Tausenden von anderen Fahrzeugen aller Art), für welche absolut keine Belege existieren (einzelne Soldaten oder Fahrzeuge sind etwas anderes). Angesichts der realen Kriegsdrohungen der NATO (z.B. jetzt gerade wieder mit Luftwaffenmanövern vor der russischen Grenzen, verstärkt durch „Neutrale“ wie Schweden, Finnland, und der Schweiz), müsste wohl jeder höhere Fliegerabwehroffizier mit drakonischen Strafen rechnen, wenn er sein eigentliches Schutzziel vernachlässigt, vorausgesetzt es herrschen immer noch dieselben Stalinistischen Verhältnisse, wie sie die Westpropaganda uns weismachen will.

          Auf der anderen Seite haben Sie ebenfalls erwähnt, wie „Trigger-happy“ die ukrainischen Fliegerabwehrkommandanten gewesen sein müssen, angesichts der Meldungen in der ukrainischen Presse, dass russische Militärflugzeuge über ukrainischem Luftraum operieren, und ukrainische Maschinen abschiessen. Für uns sind diese leicht als Propaganda-Falschmeldungen erkennbar, aber für einen ukrainischen Fliegerabwehrsoldaten nicht unbedingt.

          Diese Nervosität, gepaart mit der Aussicht auf eine fette Belohnung auf den Kopf des „Huylo“ Putin, dem Wissen darum, dass gerade der am diesem Tag per Flugzeug aus Südamerika zurückkehrt, der Weiss-Rot-Blauen Bemalung von MH17, und dem Zusammenbruch der Disziplin der Ukrainischen Streitkräfte, und anderen Staatsorganen, gehören zu den Ingredienzien dieser Tragödie.

          Wie gesagt, ich spekuliere bloss, und tue, was angesichts des Fehlens von konkreten Beweisen fast alle tun müssen, aber ich behaupte nicht: So und nicht anders ist es gewesen, aber mit Wahrscheinlichkeiten operieren, habe ich gelernt.

        • Es ist noch ein wenig anders, als Sie denken: bereits mit Beginn der ATO am 15.4.2014 wurden ukrainische BUK ins ATO-Gebiet verlegt. Die gesamte angebliche ATO zielte darauf ab, Rußland in einen Krieg hineinzuziehen, und man wollte gegen erwartbare aber ausbleibende russische Gegenschläge gewappnet sein.

          Ukrainian internal security units lead response to pro-Russian paramilitaries
          Tim Ripley, London – IHS Jane’s Defence Weekly

          15 April 2014
          Units from the Ukrainian Ministry of Internal Affairs (MIA) and Security Service (SBU) have been spearheading the first phase of an operation against armed pro-Russian paramilitary groups in the restive east of the country.
          The mission got underway on the afternoon of 15 April and also saw the first operational mission by combat aircraft of the Ukrainian Air Force since its formation 22 years ago.

          […]

          News and social media reports that emerged in mid-April suggest the Ukrainian Army is concentrating its efforts on deploying along the country’s southeastern border in an attempt to deter Russian intervention. A large convoy of artillery and support vehicles was filmed travelling towards Mauripol on the Sea of Azov coast on 13 April from Zaporizhiya, on the Dnieper river. This is believed to be a significant part of the 55th Artillery Brigade, which is garrisoned in Zaporizhiya. The convoy included 26 trucks loaded with ammunition, four MLTB and two BTR armoured vehicles, eight BM-21 multiple rocket launchers, and six D-20 towed 152 mm howitzers.
          A convoy of Buk-M1 mobile surface-to-air missile systems was also photographed leaving the barracks of the 156th Anti-Aircraft Regiment on the northern outskirts of Donetsk on 15 April, heading into the countryside.

          http://www.janes.com/article/36783/ukrainian-internal-security-units-lead-response-to-pro-russian-paramilitaries

          Jane’s ist ein sehr verläßliches Medium.

        • Da das Vorratsdatenspeicherungsgesetz auch Blogger betreffen kann, hier der heutige Kommentar von Heribert Prantl in der SZ:

          „Jeder weiß, was kandierte Früchte sind: Kirschen oder Orangenstücke, stark gesüßt und dadurch haltbar gemacht.
          Neuderdings gibt es auch kandierte Gesetze; soeben wurde eines im Bundestag verabschiedet: Die alten, grundrechtswidrigen
          Regeln der Vorratsdatenspeicherung sind von den Ministern Maas und de Maiziere mit einer starken Zuckerlösung übergossen
          worden. So soll das VDS-Gesetz schmackhaft gemacht werden. Nach kurzem Lutschen merkt man: Kandierte Essiggurken
          sind ungenießbar.
          Das Gesetz ist schlecht; es verschärft die Überwachungs-Gesamtbilanz massiv. Aber selbst diejenigen, die eine Speicherung
          der Daten unbescholtener Bürger grundsätzlich akzeptieren, werden zugeben müssen: Das Gesetz ist schlecht gemacht.
          Der Richtervorbehalt ist unzureichend. Und der Schutz der Berufsgeheimnisträger (also etwa der Anwälte, Ärzte und Journalisten)
          ist das Papier kaum wert auf dem es steht. Geradezu unverschämt ist es, dass die Strafbahrkeit der Datenhehlerei ins Gesetz
          geschmuggelt wurde: Das führt zur Kriminalisierung der Whistleblower, Blogger und Jounalisten, die mit heiklen Daten arbeiten.
          Berichte, wie man sie heute über geheimdienstliche Illegalitäten lesen kann, wären künftig strafbar. Datenhehlerei des Staates
          (wenn er Steuer-CDs mit illegal beschaften Daten kauft) bliebe freilich straflos.
          Die geplanten Paragraphen sind toxisch. Ihr Genuss gefährdet den Rechtsstaat.“

  1. Selbstverständlich hat ‚bellingcat‘ eine Suchfunktion. Man (oder frau) muss sie nur zu finden wissen. Ggf. die Dioptrienzahl beim Optiker des Vertrauens erhöhen lassen …

    „Da bei Bellingcat Computer-Freaks arbeiten, die sich mit Verlinkungen auskennen müßten, sicherlich auch mit der Einrichtung einer Suchfunktion, die ich auf dieser Seite partout nicht finden kann, muß man Bellingcats Fehlleistungen in ihrer Gesamtheit wohl als bewußte Irreführung des Publikums bezeichnen.“

    Der letztere Vorwurf fällt damit allein auf Gabriele Wolff zurück.

  2. Zunächst ein Hinweis:
    Ich habe meinem Artikel gestern noch einen Nachtrag hinzugefügt – jetzt ist klar, daß Bellingcat systematisch eigene Beiträge versteckt, die ihre Behauptungen widerlegen – und daß es zwischen den deutschen und den englischen Artikeln bedeutsame Unterschiede gibt.

    Dann wieder Kiew/Ostukraine:

    Report on Russia’s alleged disruption of Normandy Four meeting untrue — Foreign Ministry

    May 27, 21:36 UTC+3
    There was no agreement on a meeting in Paris this week, there was only an initiative to consider such an opportunity, the ministrty said

    MOSCOW, May 27. /TASS/. Ukrainian media reports on the alleged disruption by Russia of a Normandy Four meeting at the level of deputy foreign ministers is untrue, the Russian Foreign Ministry said Wednesday.
    „This information does not correspond to reality, as there was no agreement on a meeting in Paris this week, there was only an initiative to consider such an opportunity,“ the ministry said. „No specific proposals on the meeting’s agenda have been received.“
    „Moreover, Russian and Ukrainian foreign ministers Sergey Lavrov and Pavlo Klimkin noted in a recent phone conversation mutual understanding that the holding of a meeting at the level of deputy foreign ministers in the Normandy format now seems premature,“ it said.
    „[The sides] should wait for results of the activity of thematic working subgroups established in the framework of implementation of the Minsk agreements, which should gather in Minsk again on June 2,“ the statement said.
    The Russian Foreign Ministry urged representatives of the Ukrainian Foreign Ministry to „abstain from awkward and unprofessional information infusions, which do not contribute in any way to the positive dynamics of the process of settling the crisis situation in Ukraine.“

    http://tass.ru/en/world/797108

    Zwei interessante Beiträge des INDEPENDANT zur Ermordung von Mogovoi (Motorola)* von Oliver Carroll:

    Ukraine crisis: The last days of Aleksey Mozgovoi, rebel hero of the ‚Ghost‘ battalion – killed in an ambush
    Oliver Carroll Alchevsk Sunday 24 May 2015

    A week before he died, Aleksey Mozgovoi was dismissive about threats to his life. “They wouldn’t risk making anybody a hero,” he told The Independent. Those would be his last words on the subject. Seven days after his last interview, on Saturday at about 5.30pm local time, the outspoken rebel commander was assassinated in a hail of gunfire.

    Mr Mozgovoi could not have failed to understand the dangers he was facing. Barely two months earlier, he survived an almost identical ambush on the Alchevsk-Luhansk highway just outside the village of Mikhailovka – almost the same spot where he would eventually meet his end. Then, Mr Mozgovoi escaped with minor shrapnel wounds: the directional mines used in the attack were too far from the road to cause serious injury. Mr Mozgovoi had described receiving death threats from “corrupt” people connected to the “feeding trough” of humanitarian aid. But he had always declined to name names.
    […]

    Authorities of the “Luhansk People’s Republic” have been quick to push a theory that subversive groups loyal to Kiev were responsible for the assassination. This has also become the official position of the acting commander of Mr Mozgovoi’s “Ghost” battalion, Yuri Shevchenko. “I believe that in the context of war, it is criminal to put forward other versions,” he told The Independent.

    In the seemingly lawless rebel-held eastern regions of Ukraine, many factions of rebel groups have emerged in recent months. A “Ukrainian nationalist” group identifying itself as “Shadow” claimed responsibility for the attack. It has, however, made similar and generally unreliable claims in the past. Few in Mr Mozgovoi’s battalion seem convinced by the official story of Ukrainian subversive groups. Kirill Androsov, a deputy commander with responsibility for humanitarian aid, said he would “never” believe such a story. “His killers were internal,” Mr Androsov said elliptically, refusing to elaborate.
    […]

    By 6pm last night, a crowd of about 600 soldiers and locals had gathered at the main square in Alchevsk, a town north-east of Donestsk, to mark the passing of a man who had become an unlikely local celebrity. They were treated to a reading of Mr Mozgovoi’s own, eerily appropriate poetry.
    It’s not so bad to die in May
    It’s easy to dig the grave
    Nightingales will sing
    For the last time –
    incomparable

    And with it, an era seemed to pass.

    http://www.independent.co.uk/news/world/europe/ukraine-crisis-the-last-days-of-aleksey-mozgovoi-rebel-hero-of-the-ghost-battalion–killed-in-an-ambush-10273837.html

    Sein letztes Interview mit dem INDEPENDANT offenbart ein mir unbekanntes Detail – Julia Timoschneko soll für Kiew heimliche Verhandlungen mit Lugansker Offiziellen geführt haben:

    Ukraine crisis: Separatist rebel commander Aleksey Mozgovoi says he is ‚ready for more deaths‘ – and warns ceasefire with Kiev won’t hold

    Oliver Carroll Alchevsk Tuesday 19 May 2015

    […]

    Rebel leaders have offered mixed messages over the last few weeks about the ceasefires agreed in Minsk. In Alchevsk, Mr Mozgovoi warns: “Escalation and more deaths are inevitable. There is no sense for us to lay down our arms while there is a government in Kiev that is against the Ukrainian people.”
    Mr Mozgovoi likens the Minsk process to unsuccessful secret negotiations between Kiev and Luhansk separatists last April, which saw Yulia Tymoshenko brokering a deal with the then leader of the Luhansk movement, Valery Bolotov. Mr Mozgovoi was cut out of those negotiations.
    “We weren’t negotiating with the right people then, and we’re not negotiating with the right people now,” he says. “There is no way that we can reach an agreement with the current Kiev government.”
    […]

    “If we are to live by our conscience, everything will work out for us,” he says. He takes a long pause, before continuing. “But, oh, how hard it is to live by conscience.”
    Mr Mozgovoi’s independent approach has not been received well by everyone. Some, indeed, question whether he will be able to survive for long in the wild frontier lands of the “Luhansk People’s Republic”.

    Over the past six months, several of the most unwieldy rebel leaders have been removed – and many assume Mr Mozgovoi is next on the list. It is well known that Mr Mozgovoi is on difficult terms with the Kremlin-annointed leader of the Luhansk republic, Igor Plotnitsky.
    […]

    http://www.independent.co.uk/news/world/europe/ukraine-crisis-separatist-rebel-commander-aleksey-mozgovoi-says-he-is-ready-for-more-deaths–and-warns-ceasefire-with-kiev-wont-hold-10259509.html

    Mitkommandeure der “Geist”-Brigade über Mozgovois Tod, die Ermittlungen und die Zukunft (mit deutschen und englischen Untertiteln):

    Prizrak brigade Deputy Officers Appeal to the People

    * Nachtrag: Ich wurde darauf hingewiesen, daß es sich nicht um Motorola handelt. Sorry.

        • …und auch (wie dem verschwiegenen Hinweisgeber aufgefallen ist) keine Korrektur im Text, was die Falschbehauptung über die fehlende Suchfunktion in Bellingcat betrifft.

          So schnell kann eine Selbstdemontage gehen.

        • Warum sollte ich meinen Text verändern, der doch – zurecht – von einer nicht auffindbaren Suchfunktion berichtet? Auf der Bellingcat-Seite gibt es ein Quadrat mit drei Streifen. Wer würde auf den Gedanken kommen, daß sich hinter diesem Symbol eine Suchfunktion versteckt? Sicherlich nicht das breite, wenig computeraffine, Publikum. Das ist gewohnt, daß die Suchfunktion bei seriösen Seiten oben rechts deutlich angezeigt wird.

          Von welchem verschwiegenen Hinweisgeber in Sachen Suchfunktion bei Bellingcat reden Sie? Er ist doch hier veröffentlicht worden. Ich bin verwirrt.

          Nachtrag:

          Hier die Links:

          https://gabrielewolff.wordpress.com/2015/05/24/ukraine-informationskrieg-um-mh-17-4/comment-page-1/#comment-48688

          https://gabrielewolff.wordpress.com/2015/05/24/ukraine-informationskrieg-um-mh-17-4/comment-page-1/#comment-48690

        • Warum sollte ich meinen Text verändern, der doch – zurecht – von einer nicht auffindbaren Suchfunktion berichtet? Auf der Bellingcat-Seite gibt es ein Quadrat mit drei Streifen. Wer würde auf den Gedanken kommen, daß sich hinter diesem Symbol eine Suchfunktion versteckt?

          Ich. Innerhalb von fünf Sekunden. Obwohl sich meine Kentnisse, was das Design von Webseiten angeht, auf das Editieren von Wikipedia-Seiten beschränkt.

          Und deswegen ist die Behauptung, die Suchfunktion sei bei Bellingcat „nicht auffindbar“, grotesker Unsinn.

          Von welchem verschwiegenen Hinweisgeber in Sachen Suchfunktion bei Bellingcat reden Sie?

          Ich rede von dem Hinweisgeber in Sachen Motorola/Mosgowoi.

        • Das müßten Ihre Psiram-Freunde doch noch in Erinnerung behalten haben, daß auf diesem Blog kein Platz für persönliche Angriffe ist. Oder? 😉

        • Mal ganz ehrlich: Bellingcat arbeitet mit gefälschten Fotos, aber die sind trotzdem glaubwürdig, seriös, weil es auf der Seite doch eine Suchfunktion gibt?

          Selbstmontage, weil man die Suchfunktion nicht entdeckt hat?
          OmG

        • Bellingcat arbeitet mit gefälschten Fotos…

          Was zu beweisen wäre.

          Selbstmontage, weil man die Suchfunktion nicht entdeckt hat?

          Selbstdemontage, weil das Posting, in dem auf die Verwechslung von Mosgowoi mit Motorola aufmerksam gemacht wurde, gelöscht wurde (einen persönlichen Angriff gab es in ihm übrigens nicht).

          Und Selbstdemontage, weil die fehlerhafte Behauptung über die nicht auffindbare Suchfunktion immer noch im Text steht.

    • Der erste Teil zeigt wiederum klar, dass Kiew kein Interesse hat, das Minsker Abkommen umzusetzen. Weder den militärischen Teil (die Waffenruhe einzuhalten, und seine Truppen abzuziehen) – wobei hier das Problem offenbar die Milizen des Rechten Sektors sind, welche man unbesehen in die „Nationalgarde der Ukraine“ integriert hat, ohne sicher zu gehen, ob sie wirklich Befehlen aus Kiew gehorchen, oder ihren eigenen Willen entwickeln; und natürlich noch viel weniger den politischen Teil. „Regionale Autonomie erst nach den Wahlen“, welche natürlich nach Ukrainischem Recht abgehalten werden müssen, wonach Unterstützer von Separatismus und Verherrlicher des Kommunismus (= Teilnehmer an Siegesfeiern über die Nazis am 9. Mai) als Straftäter vornherein von der Wahl ausgeschlossen werden, etc.

      Eben halt wahrhaft gelebte, Pro-europäische Demokratie.

      Folgende Tabelle fand ich interessant: Die Durchschnittslöhne in der Ukraine nach Bezirken:
      http://russia-insider.com/en/politics/one-chart-shows-how-maidan-screwed-average-ukrainian/ri7417

      Natürlich ist Kiew zuvorderst (5618 Grywni Durchschnittslohn), danach folgen Donetzk (4117 Hr.), und Lugansk (3657 Hr.), bereits kanpp über dem Durchschnitt (3619 Hr.), da die Hauptstadt mit ihren 3 Mio. Einwohnern den Durchschnitt nach oben zieht. In den meisten Bezirken betragen die Durchschnittslöhne um die 3’000 Hr, somit nur halb so hoch wie in Kiew.

      Preisfrage: Wie viel ist ein Grywna wert? Ich habe heute einmal bei einer Wechselstube die Kurse angeschaut: Für 100 Hr. bekommt man 3.10 CHF, aber bezahlt 7.70 CHF. Eine solche Preisspanne habe ich noch nie gesehen.

      • Was den Bruch des Waffenstillstands durch Freiwilligen-Bataillone angeht, so habe ich einen Video-Beitrag von Radio Free Liberty/Free Europe, also DER Propaganda-Schleuder des Westens, gefunden, in dem ganz unfreiwillig offenbart wird, was in Schirokine eigentlich los ist:

        Dramatic Battle Violates Ukraine Cease-Fire
        Published 27 May 2015

        RFE/RL has recorded dramatic evidence of the cease-fire in Ukraine being violated, with pro-government forces coming under sustained shelling in the village of Shyrokyne. The attack, filmed on May 24, resulted in one Ukrainian soldier dying and another being wounded. Ukrainian military officials said Russian-backed separatists were using weapons of 120-150 mm caliber, which should have been withdrawn 50 kilometers from the front line under the terms of the February cease-fire agreement, although this could not be independently confirmed. There have been frequent reports of shelling at Shyrokyne, near the strategic port of Mariupol, since the cease-fire was agreed. OSCE observers have also recorded heavy shelling there. (Levko Stek, RFE/RL’s Ukrainian Service)

        http://www.rferl.org/media/video/ukraine-shyrokyne-battle/27039710.html

        Letzteres stimmt, nur hat die OSZE mehrheitlich Beschuß durch die Kiewer Kräfte festgestellt.
        Interessanterweise verrät der Donbass-Milize im Video, daß ihr Trupp von der Regierung keine Munition mehr erhalte, da sie, die Regierung, in Schirokine keine militärischen Aktivitäten unterhalte.
        Die Milizen „halten“ die Stellung also aus eigenem Gutdünken.

    • Nunja, angesichts des Zustands des Landes und der Regierungskoalition:

      „Vor genau einem Jahr wurde Pjotr Poroschenko zum Präsidenten. Das war zweifellos ein Fehler des ukrainischen Volkes. Der größte Fehler seit der Revolution der Würde. Ein Fehler, der uns teuer zu stehen kam“, schrieb Ljaschko in seinem Facebook-Account.
      Zur Begründung seines Standpunktes verwies Ljaschko auf Tausende Tote im Donbass, den faktischen Verlust dieser Region und „die gleiche totale Korruption wie vor der Revolution“. Nach Meinung des Politikers hat sich das Lebensniveau der ukrainischen Bevölkerung inzwischen noch weiter verschlechtert. Poroschenko habe die meisten seiner Versprechen nicht eingehalten, so Ljaschko.

      http://de.sputniknews.com/politik/20150525/302482249.html

      wäre es schwer vermittelbar gewesen, wenn Poroschenko wegen eines Fußballspiels nach Polen gefahren wäre; und Duda soll gar nicht mit Poroschenko verabredet gewesen sein:

      Zuvor hatte Unian mit Hinweis auf eine gut unterrichtete Quelle gemeldet, dass für Mittwoch ein Treffen von Poroschenko mit dem Sieger der polnischen Präsidentenwahl, Andrzej Duda, geplant sei. Später wurde bekannt gegeben, dass dieses Treffen nicht stattfindet. Die polnische Seite verwies sich dabei auf den dichten Terminplan von Duda, darunter auch auf seinen Brüssel-Besuch.
      Krzysztof Szczerski, Parlamentsabgeordneter von Dudas Partei Recht und Gerechtigkeit, teilte später Journalisten mit, dass dieses Treffen überhaupt nicht geplant worden sei. Später könne es aber stattfinden.

      http://de.sputniknews.com/politik/20150527/302522927.html

      Ich würde daraus noch keine politischen Schlüsse ziehen.

      • Ich möchte mich für die guten Beiträge und Analysen hier bedanken.

        Irgendwo wurde vor ein paar Tagen von Aktivisten aus der Ukraine geleakt, dass die Ukraine zahlungsunfähig ist. Habe den link leider verbummelt.
        Heute fiel mir auf,
        Neue Seemacht: China fordert USA heraus
        http://de.sputniknews.com/militar/20150527/302521347.html
        und
        USA stocken Kriegsmarine auf 300 Schiffe auf.
        http://de.sputniknews.com/militar/20150526/302503064.html

        überhaupt berichten Militärblogs mittlerweile sehr ergiebig im Gegensatz zur Deutschen
        Blöd-Presse.
        http://fricktaleroffiziere.ch/?page_id=3991

        Noch eine Sache bevor ich es vergesse,
        derzeit ist die Staatsregierung in Bayern dabei über die Staatsanwaltschaft München I, Dr. Wilhelm Schlötterer mit einem Strafbefehl wegen Verunglimpfung des Andenkens von Franz Josef Strauß zu belangen. 😆 pruust
        Die bayerischen Hirngeschädigten am dem Weg „back to the roots“!

        • Zur Ergänzung noch ein paar Nachrichten aus der Militärwelt:

          http://www.aco.nato.int/schedule.aspx
          NATO exercise schedule indicates that NATO forces are severely increasing their presence and activities in Black Sea and Romania, Bulgaria, Moldova, Serbia, Turkey, Ukraine.
          (8 Seiten Planung NATO-„Übungen“ bis September)

          und das in Verbindung mit:
          „Ukraine initiated blockade of the Russian peacekeepers in Transnistria“
          http://thesaker.is/ukraine-sitrep-may-27th-2015-by-scott/

          und
          „Kiev’s decision to scrap its military cooperation agreements with Russia, including transit rights for Russian peacekeepers and equipment to Transnistria, have created the potential to destabilize regional security, says Transnistrian Foreign Minister Nina Shtanski“.
          http://sputniknews.com/military/20150523/1022490789.html

          stimmt nicht wirklich hoffnungsvoll.

        • Ins Bild paßt auch dieser alarmistische Artikel von Reuters, der aus einer Militärübung 50 km von der russisch-ukrainischen Grenze entfernt mal wieder die nächste Invasion macht – mithilfe der schon bekannten NGO der Soldatenmütter:

          Exclusive: Russia masses heavy firepower on border with Ukraine – witness
          KHUTOR CHKALOVA, Russia | By Maria Tsvetkova

          Tanks are seen on a freight train shortly after its arrival at a railway station in the Russian southern town of Matveev Kurgan, near the Russian-Ukrainian border in Rostov region, Russia, May 26, 2015. Picture taken with a mobile phone.
          Reuters/Maria Tsvetkova
          Russia’s army is massing troops and hundreds of pieces of weaponry including mobile rocket launchers, tanks and artillery at a makeshift base near the border with Ukraine, a Reuters reporter saw this week.
          Many of the vehicles have number plates and identifying marks removed while many of the servicemen had taken insignia off their fatigues. As such, they match the appearance of some of the forces spotted in eastern Ukraine, which Kiev and its Western allies allege are covert Russian detachments.
          The scene at the base on the Kuzminsky firing range, around 50 km (30 miles) from the border, offers some of the clearest evidence to date of what appeared to be a concerted Russian military build-up in the area.
          Earlier this month, NATO military commander General Philip Breedlove said he believed the separatists were taking advantage of a ceasefire that came into force in February to re-arm and prepare for a new offensive. However, he gave no specifics.
          Russia denies that its military is involved in the conflict in Ukraine’s east, where Moscow-backed separatists have been fighting forces loyal to the pro-Western government in Kiev.
          Russia’s defense ministry said it had no immediate comment about the build-up. Several soldiers said they had been sent to the base for simple military exercises, suggesting their presence was unconnected to the situation in Ukraine.
          Asked by Reuters if large numbers of unmarked weaponry and troops without insignia at the border indicated that Russia planned to invade Ukraine, Kremlin spokesman Dmitry Peskov said during a conference call with reporters:
          „I find the wording of this question, ‚if an invasion is being prepared‘, inappropriate as such.“
          […]
          Valentina Melnikova, a human rights campaigner who works closely with families of Russian servicemen, said she had information that Rostov region was being used as a staging post for troops on their way to Ukraine.

          She said the information came from the mother of a serviceman stationed in the town of Totskoye, in the Orenburg region near Russia’s border with Kazakhstan.

          Melnikova said the serviceman heard from commanders that „they are going to be transferred to Rostov region after May 20 and then to Ukraine. They signed papers about non-disclosure of information and about acting voluntarily.

          „Of course it was an order. How could it be voluntarily? They are servicemen,“ said Melnikova, who runs the Moscow-based Alliance of Soldiers‘ Mothers Committees.

          Her account could not be independently verified by Reuters.
          […]

          http://www.reuters.com/article/2015/05/27/us-ukraine-crisis-russia-military-idUSKBN0OC2K820150527?utm_source=Facebook

          Fällt dem Westen eigentlich nichts Besseres ein?

        • Und nun wird auch noch eine politisierte Justiz auf die Welt-Menschheit losgelassen:

          Die USA spielen in Sachen Fifa Weltpolizist
          Immer häufiger dehnen die USA den Geltungsbereich ihrer Gesetze über die eigenen Staatsgrenzen hinweg aus. Ein Rechtsimperialismus aus zum Teil guten Gründen.

          Von Clemens Wergin , Washington US-Korrespondent
          […]
          Kaum war der ganze Umfang der Korruptionsermittlungen gegen hohe Fifa-Funktionäre bekannt geworden, warf Russland sich wie ein Manuel Neuer vor die Beschuldigten. Moskau warf den amerikanischen Ermittlungsbehörden vor, in Sachen internationalem Recht im Abseits zu stehen. „Erneut fordern wir Washington auf, seine Versuche zu stoppen, sein Recht weit über seine Grenzen hinweg auszudehnen, indem es seine eigenen rechtlichen Normen anwendet und stattdessen die allgemein akzeptierten internationalen Vorgehensweisen zu akzeptieren“, gab ein pikierter Sprecher des Moskauer Außenministeriums zu Protokoll. Es handele sich „ganz klar um einen weiteren Fall illegalen exterritorialen Gebrauchs von US-Recht“.
          […]
          Tatsächlich basieren viele der Beschuldigungen gegen Fifa-Funktionäre auf einem Gesetz von 1970 zur Verfolgung von organisierter Kriminalität, dem so genannten „Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act“ (RICO). Die Fifa wird also mithilfe eines Anti-Mafia-Gesetzes auseinandergenommen, die Grundannahme ist, dass die korrupten Mitglieder die Fifa in eine Verbrecherorganisation verwandelt haben.

          Abkehr vom Territorialprinzip ist eigentlich nicht möglich

          Allerdings gibt es da ein Problem: Wie das Oberste US-Gericht vor kurzem festgestellt hat, sind US-Gesetze nicht anwendbar außerhalb des eigenen Staatsgebietes, wenn der Kongress diese Möglichkeit im Gesetzestext nicht ausdrücklich vorgesehen hat, wie etwa bei den Anti-Terrorgesetzen. Diese Selbstbeschränkung der obersten Richter basiert auf internationalem Recht, wonach das Territorialprinzip gilt und derjenige Staat für Strafverfolgung zuständig ist, auf dessen Staatsgebiet ein Verbrechen hauptsächlich begangen wurde. Nur in Ausnahmefällen, nämlich wenn der US-Gesetzgeber ausdrücklich eine umfassendere Gültigkeit formuliert hat, wollten die Richter eine Abkehr vom Territorialprinzip billigen.

          Und das ist bei RICO eben nicht der Fall, was die Frage aufwirft, ob Amerika sich wirklich für zuständig erklären kann, das ganze Korruptionsgeflecht bei der Fifa von amerikanischen Staatsanwälten und Richtern ahnden zu lassen.
          […]
          Das Besondere an den Fifa-Ermittlungen und an den Forex-Strafen ist jedoch, dass Amerika sich mitzuständig fühlt für die Verfolgung von Vergehen in Ländern mit hoch entwickelten Rechtssystemen und funktionierender Gewaltenteilung. Die Schweiz und England sind nicht vergleichbar mit korrupten Staaten mit politisierter Justiz wie etwa Russland, Katar.
          […]

          http://www.welt.de/sport/fussball/article141573804/Die-USA-spielen-in-Sachen-Fifa-Weltpolizist.html

          Ein Grund mehr, amerikanische Auslieferungsbegehren besonders gründlich zu prüfen, wie es die Schweiz mit dem abgelehnten Gesuch gegen Roman Polanski bereits gemacht hat. Und Österreich in Sachen Firtasch.
          Es war natürlich klug von der Schweiz, ein eigenes identisches Verfahren zu eröffnen; damit zieht das Argument nicht mehr, daß nur die USA eine Strafverfolgung gewährleisten können.

      • Gestern Abend gab es eine weitere – diesmal allerdings sportliche – Niederlage für Ihor Walerijowytsch Kolomojskyj: In Warschau hat „der FC Sevilla seinen Titel in der Fußball-Europa-League erfolgreich verteidigt. Der spanische Europacup-Spezialist gewann am Mittwochabend gegen das ukrainische Sensationsteam Dnipro Dnipropetrowsk in einem wahren Torfestival 3:2 (2:2) und damit den vierten Europacup-Titel.“

        http://derstandard.at/2000016496211/Sevilla-verteidigt-den-Titel-in-der-Europa-League

        Ein Porträt des Vereins Dnipro Dnipropetrowsk und seines Besitzers findet sich im Standard: „Die Namenlosen vom fernen Fluss“

        „Die Geschicke des Klubs bestimmt Besitzer und De-facto-Präsident Ihor Walerijowytsch Kolomojskyj. Der 52-Jährige ist einer jener Männer, die die Goldgräberphase nach der Auflösung der Sowjetunion für ihr privates Fortkommen bestens zu nützen wussten.“

        „Kolomojskyj hatte sich mit Millionenbeträgen für den Aufbau von Freiwilligenbataillonen für den Krieg im Donbass hervorgetan und damit das staatliche Gewaltmonopol infrage gestellt.“

        http://derstandard.at/2000016060463/Die-Namenlosen-vom-fernen-Fluss

        Der russische Filmemacher Andrei Karaulov hat in seiner Dokumentation “Wie MH17 abgeschossen wurde (deutsche Version)” – die hier im Januar diskutiert wurde – die Vermutung geäußert, der Abschuß von MH17 sei ein im Auftrag von Kolomojskyj ausgeführtes Komplott gewesen.

        https://gabrielewolff.wordpress.com/2014/10/23/ukraine-informationskrieg-um-mh-17-2/comment-page-3/#comment-45453

  3. Der NATO-Beitritt der Ukraine nimmt heute konkrete Gestalt an. Ukrinform 9.28 Uhr und 11.39 Uhr. Obama sagt der Ukraine Unterstützung beim NATO-Beitritt zu. Dann war der Euromaidan also doch ein NATO-Maidan.

    • Nö, ein USA-Ausverkaufs-Maidan.

      Denn während ein NATO-Beitritt in weiter Ferne liegt: der Ausverkauf steht vor der Tür. Ungewöhnlich kritischer Artikel von Forbes:

      May 26, 2015 @ 4:49 AM 16,673 views
      Yats To Washington: Please Buy Ukraine

      Kenneth Rapoza

      Ukraine Prime Minister Arseniy “Yats” Yatsenyuk is lobbying Washington to convince American firms to buy up Ukraine in the country’s planned flea market of state controlled enterprises.
      “The Prime Minister of Ukraine has urged U.S. partners to actively use the investment opportunities offered by the privatization campaign in Ukraine, particularly in the energy sector,” a statement posted on Ukraine’s governmental website said on Monday.
      Yats met with U.S. Senator Dick Durbin recently to discuss the current state of economic reforms following an additional $1 billion pledge in official U.S. aid to the fledgling nation.

      Ukraine seems to be constantly embattled. The recent Euromaiden revolution took the country out of Russia’s sphere of influence and into Europe and the U.S. “loving arms.” However, the nation is not united on Kyiv’s newfound love for the west. And despite calls for Ukraine to be more pro-actively engaged with a capitalist Europe than with a mostly state controlled Russian economy, it is unclear just how attractive the country looks to Americans right now.
      […]
      Yats, meanwhile, is teaming with president Petro Poroshenko in leading a nation of disbelievers. Their poll numbers are in the gutter. And so if Yats thinks that selling a state asset for a dime to foreigners is going to go off without protest, then it is clear that Ukraine is not disinterested in being controlled by foreign entities after all, so long as those foreign entities do not speak Russian.
      […]
      Earlier this year, the Cabinet of Ministers approved the sale of 164 businesses slated for the auction block this year. The fund estimates the face value of these shares at 3 billion hyrvnia ($150 million) for companies that have an existing market value of 15 billion hyrvnia. Yats said that the 164 number given to him by his cabinet was too low. He wanted to increase the number to 1,200. In other words, it’s a fire sale.
      […]

      http://www.forbes.com/sites/kenrapoza/2015/05/25/yats-to-washington-please-buy-ukraine/

      Das hätte ich von Forbes nicht erwartet; ebensowenig, daß UNIAN sich eine kritische Sicht auf das erste Amtsjahr von Poroschenko leistet:

      The week’s milestones. The first year of the president, coalition labyrinths, and the return of the ‘Cyborg’ commander.
      25.05.2015 | 22:26
      Yevgeny Magda

      A year ago today, Petro Poroshenko was elected as Ukraine’s president. The parliamentary coalition is becoming more like a worn out car disguised as a new one and sold to an inexperienced buyer by sophisticated hucksters. And Oleh Kuzminykh has returned home from captivity.
      […]
      There are plenty of reasons for criticism: he’s rich, well-perceived in the West, but he does not have a magic wand to change the situation with a couple of light swings. Speaking seriously, Petro Poroshenko faces unprecedented challenges. […] Over the past year we can talk about the diplomatic efforts that prevented the West from giving up on Ukraine, and also about the build-up of Ukraine’s Armed Forces which has been going on with painful losses. The Head of State remains the highest-rated politician, and this is a good achievement after a year in office.

      Deputy Head of the Presidential Administration Valery Chaliy, summing up the Riga Eastern Partnership summit, said that Petro Poroshenko was dissatisfied with the pace of reforms. In the current situation showing dissatisfaction is not enough, real action is needed. However, the coalition, the government formed by this coalition, and the head of state have not even arranged a meeting yet to discuss their problems.
      […]
      Moreover – the union of five factions in the Verkhovna Rada swings from one extreme to another, as if armed with the Bolshevik principle “the worse – the better.” Yatsenyuk’s call for dissenting factions to leave the ranks of the “European Ukraine” has fallen on deaf ears. Yulia Tymoshenko assures everyone that she that remains a coalition member to the bone and continues to call for the reduction of tariffs. Oleh Lyashko revived himself as the coordinator of the coalition. Representatives of the “Popular Front” stoop to pushing the voting buttons for their fellow party members in their absence during sessions – that seems to be the diagnosis for the parliament of the eighth convocation. It is becoming increasingly obvious that there is no longer any unifying idea in the current parliament, perhaps except for sweeping populism.
      […]

      While the parliament has done some good work, giving the government the right to terminate the payments on external borrowings, the Acting Head of traffic police, Alexander Yershov, who turned out to be the owner of a huge top-end vehicle fleet, discredited not only the Ministry of Interior, but also Ukraine as a whole. Critics of Ukraine, who perceive it as a failed state, have no need to invent anything – there already are numerous illustrations that depict the life of a “Banana republic”, which, for some reason, is also the largest European state.
      […]

      http://www.unian.info/politics/1081867-the-weeks-milestones-the-first-year-of-the-president-coalition-labyrinths-and-the-return-of-the-cyborg-commander.html

      Soviel Einigkeit verwundert. Denn auch n-tv schließt sich diesem Befund außergewöhnlich deutlich an – und erinnert sogar daran, wer die Gewalt in den Osten des Landes getragen hat:

      Montag, 25. Mai 2015
      Korruption, Krieg, Wirtschaftskrise
      Poroschenko erfüllt Versprechen nicht

      „Wir wollten das Beste, aber es kam wie immer“, sagte einst der ehemalige russische Ministerpräsident Viktor Tschernomyrdin. Dies scheint auch für die Ukraine zu gelten. Nach einem Jahr unter Präsident Poroschenko taumelt diese von einer Krise zur anderen.
      […]
      Weder können die Ukrainer – wie Poroschenko angekündigt hatte – visafrei in die EU reisen. Noch ist im Unruhegebiet Ostukraine Frieden in Sicht. Länger als ein Jahr dauert die „Anti-Terror-Operation“ gegen Aufständische – und nicht, wie er beim Wahlsieg in Aussicht stellte, „noch ein paar Stunden“.
      […]

      http://www.n-tv.de/politik/Poroschenko-erfuellt-Versprechen-nicht-article15166601.html

      Noch so ein Jahr, und es gibt keinen funktionierenden Staat mehr, den man in die NATO aufnehmen könnte.

  4. Der Krieg geht weiter……mit den seltsamsten Mitteln:

    Klicke, um auf 5-22-2015%20RM%20Letter%20to%20FIFA%20Congress.pdf zuzugreifen

    http://www.menendez.senate.gov/news-and-events/press/sens-menendez-mccain-call-on-fifa-congress-to-elect-new-fifa-president-that-would-deny-russia-2018-world-cup

    The next president of FIFA has a responsibility to ensure not only a safe and successful 2018 World Cup, but the endurance of the FIFA mission that claims to promote football “globally in the light of its unifying, educational, cultural and humanitarian values.” We strongly encourage you to elect a president who will uphold these values and work to deny the Putin regime the privilege of hosting the 2018 World Cup.

    Sincerely,

    die US-Senatoren McCain und Menendez

    Dazu paßt:
    http://www.zeit.de/sport/2015-05/schweizer-behoerde-eroeffnet-strafverfahren-zur-wm-vergabe-2018-und-2022?commentstart=1#cid-4809405

    und auf Wunsch des US-Justizministeriums werden in (natürlich ganz zufälliger) Anwesenheit eines NYT-Reporters diverse FIFA-Funktionäre in Zürich verhaftet.

    http://www.zeit.de/sport/2015-05/fifa-zuerich-festnahme

    • Wenn dieser Kanonendonner aus den USA zur Folge hätte, daß Blatter nicht schon wieder wiedergewählt wird, wäre das ja mal was. 😉

      Ich erinnere aber daran, daß nicht jedem amerikanischem Auslieferungsersuchen in Europa gefolgt wird – siehe Firtasch und die österreichische Entscheidung, ihn wegen der politischen Justiz der USA nicht auszuliefern.

      • Nachtrag: so viel zur Güte amerikanischer Ermittlungen:

        Fifa-Präsident Sepp Blatter in der Kritik „Diese Wahl ist eine Scheinwahl“
        14:11 Uhr Von Martin Einsiedler

        Mark Pieth ist Korruptionsbekämpfer und er sollte die Fifa reformieren. Weit ist er nicht gekommen. Im Interview spricht er über die menschlichen Seiten von Sepp Blatter und das Versagen von Coca-Cola – und der Uefa.
        […]
        Blatter ist immer noch Präsident, und der Staatsanwalt Michael Garcia, der die Korruption im Verband aufdecken sollte, ist im Dezember 2014 zurückgetreten. Er war der Ansicht, dass der deutsche Richter Joachim Eckert seine Ermittlungsergebnisse nicht entsprechend vollstreckte. Wie würden Sie Ihre Reformbemühungen bei der Fifa in der Rückschau bewerten?

        Wir haben vieles auf den Weg gebracht, manches leider nicht. Was Garcia und Eckert angeht: Das war auch ein kulturelles Problem. Ein sehr politisch denkender Jurist aus den USA traf da auf einen sehr formellen, sehr korrekten deutschen Richter. Die im Garcia-Bericht beschuldigten Personen sind nicht angehört worden. Strafen auf der Grundlage des Berichts wären vermutlich anfechtbar gewesen.
        […]

        http://www.tagesspiegel.de/sport/fifa-praesident-sepp-blatter-in-der-kritik-diese-wahl-ist-eine-scheinwahl/11828490.html

        • http://redpilltimes.com/upcoming-elections-russia-2018-john-mccain-corruption-did-the-us-just-execute-a-fifa-coup-detat/
          Der Artikel versucht eine Parallele zur Ukraine herzustellen:

          „The US wants Sepp Blatter out and their puppet, yes man, Mr. Jordanian Prince Ali bin al-Hussein in as FIFA President. The Jordanian “Oligarch” Prince would make sure to answer exclusively to the US.

          Resources to plunder…tons!

          Controlling FIFA means controlling and influencing the sporting world. Gambling and match fixing would now flow through Washington. Corruption would flow through Washington. Sponsorship, advertising revenue, TV rights, and all massive contracts associated with FIFA would fall to US companies, and under US control.

          FIFA is Ukraine, Ukraine is FIFA…think about it:

          “Sudden, shocking corruption” scandal blasted all over MSM media…CHECK
          Presidential elections where the incumbent was slated to win…CHECK
          Pro US candidate waiting in the wings to take control…CHECK
          John McCain…CHECK
          FBI in one instance and CIA in the other…CHECK
          Lots of money, power, and plunder…CHECK
          And of course, RUSSIA and Vladimir Putin…CHECK

          What happened today was textbook regime change in action.

          The fact that the regime change had nothing to do with a nation state, but a massive, sporting organisation, is a real breakthrough in America’s regime change model.“

        • And now we just sit back and wait to see how many of the defendants sent “donations” to the Clinton Foundation and how many speeches Hillary and/or Bill gave at the Baur au Lac in the past two decades.

          http://redpilltimes.com/upcoming-elections-russia-2018-john-mccain-corruption-did-the-us-just-execute-a-fifa-coup-detat/

          Leitet nahtlos über zu:

          Plusminus
          Steueroase USA

          27.05.2015 | 07:40 Min. | Verfügbar bis 26.05.2016 | Quelle: Das Erste

          Mit Gründung einer anonymen Firma lassen sich in den USA leicht Steuern hinterziehen. Die Regierung macht das sogar einfach. Was sie im eigenen Land zulässt, wird im Ausland hart verfolgt – vor allem in der Schweiz.

          http://www.ardmediathek.de/tv/Plusminus/Steueroase-USA/Das-Erste/Video?documentId=28544416&bcastId=432744

  5. Am 10.01.2015 hat der Freitag einen Artikel des an russischen Waffensystemen ausgebildeten Ex-NVA-Offiziers Gunnar Jeschke, der jetzt Messtechnik und Signalverarbeitung lehrt, zur „Rechercheorganisation“ CORRECT!IV über eine angeblich „dichte Beweiskette zum MH-17-Abschuss“ veröffentlicht.

    Auf die dazu eingegangenen Kommentare hat Gunnar Jeschke, über verschiedene Antworten verteilt, detailliert die Technik erklärt, mit der die von PARIS MATCH, SPIEGEL und Bellingcat veröffentlichten Fotos gefälscht worden sind.
    Ich habe seine Antworten, die sich auf diese Fotos beziehen, aus den 732 Kommentaren mal zusammengestellt. (Entschuldigung für die Länge.)

    Gunnar Jeschke 14.01.2015 | 20:12
    @BDK
    Wie passt das zu dem Interview mit dem ex.-ukr. Soldaten und seinen Bildern der BUK-312?
    Na ja, CORRECT!V redet von der BUK 3*2, die mehrmals dabei sei. Ich glaube, denen war gar nicht klar, dass die Nummer nicht die einzelne Rampe sondern den Truppenteil bezeichnet (was man auch schon daran sieht, dass einer der Nummern sowohl auf einer Rampe als auch auf einem Schützenpanzerwagen auftaucht, das also war der gleiche Konvoi).
    Immerhin war bei der 31(?)2 die mittlere Ziffer abgeklebt, bei den Rampen mit anderen Nummern seltsamerweise nicht. Die Chance, dass die mittlere Ziffer doch eine ‚1‘ ist, ist immerhin 10% und dann hätten wir das Problem, dass es ein Bild einer ukrainischen BUK in Kiewer Hand mit gleicher Truppenteilnummer aus der Bürgerkriegsregion gibt.

    Gunnar Jeschke 14.01.2015 | 22:01
    @Scott
    Scott, das meinen Sie nicht ernst.
    In der multimedialen Show wird 3*2 der 53. Luftabwehrbrigade ausschliesslich durch russisches Gebiet (von Kursk nach Millerowo) transportiert und dann ohne tragfähigen Beweis behauptet, sie sei wahrscheinlich in ein Militärlager nahe Rostow verlegt worden. Das mag sogar so sein. Wenn auf der anderen Seite der Grenze Bürgerkrieg stattfindet, kann man ja mal Luftabwehr an die Grenze verlegen.
    Dann kommt ein Interview.
    Dann kommt ein Bild, auf dem nichts zu sehen ist (böswillige Leute wurden behaupten, da wurde absichtlich ein Schleier drübergelegt). Dazu gibt es den lakonischen Satz, Photovergleiche würden zeigen, dass es sich bei dem (völlig unkenntlichen) Fahrzeug um 3*2 handele. Wie bitte??
    Dann kommt noch ein Bild, auf dem man vielleicht eine Nummer erkennen könnte, leider wieder mit extremem Nebelschleier, so dass man eben keine erkennt. Alle weiteren Bilder sind so klein, dass man eh keine Nummer sieht.
    Es braucht da keinen Konjunktiv mehr: Der Satz mit „Photovergleiche zeigen“ ist absichtliche Irreführung.
    Dann kommt irgendwann das Bild aus Snizhne. Das hat tatsächlich eine Quellenangabe:

    Getwittert hat es ein IgorGirkin@GirkinGirkin.
    Sehr witzig.
    Das ist Igor Girkin:
    http://en.wikipedia.org/wiki/Igor_Girkin

    Gunnar Jeschke 14.01.2015 | 23:00
    @Gunnar Jeschke
    Hier noch das vernebelte Bild aus Paris Match, auf dem man angeblich durch Photovergleich BUK 3*2 ausmachen kann.

    Ich persönlich würde nicht mal die Hand dafür ins Feuer legen, dass dieses Bild auf der Basis nur einer Fotografie entstanden ist.
    Noch besser ist das zweite in der Spiegel-Dokumentation kurz danach (erst kommt eine Karte, dann dieses Bild), das ich leider nicht auf Paris Match finde. Man kann es aus der Multimedia-Präsentation als Standbild herunterladen. Dieses zweite Bild sieht ausgesprochen nach einer verunglückten Photomontage aus.
    .
    Gunnar Jeschke 15.01.2015 | 07:08
    @Scott
    Das ist dann der Moment wo es von Vorteil wäre zu wissen was in den Artikeln steht, die man selber verlinkt.
    Stichworte Bellingcat und Fingerabdruck.
    Schön, dass Sie diesen Punkt ansprechen. Die rote Linie bei Bellingcat ist zwar sehr schön suggestiv eingezeichnet und sie haben sich sogar noch die Mühe gemacht, die Perspektive gegenüber dem Bild aus Donetsk zu verzerren, damit sie auf diejenige aus Stary Oskol passt, aber das zeigt leider nur, was man mit Photoshop (oder ähnlicher Software) so alles machen kann.
    Und schauen Sie sich wirklich mal das zweite Bild an fast gleicher Stelle genau an (ich kann hier leider kein Bild hochladen, es kommt kurz danach in der Multimedia-Präsentation). Tipp 1: Obere rechte Ecke, der Baum im Hintergrund und die tatsächliche Silhouette einer BUK-Rampe. Tipp 2: Unterkante der BUK-Rampe in Bezug auf den Tieflader und zwar im vorderen Bereich, wo sie auf das vierte und dritte linke Vorderrad des Tiefladers zuläuft.
    .
    Gunnar Jeschke 15.01.2015 | 07:15
    @Gunnar Jeschke
    Ach so, vielleicht noch, um genauer zu sein. Wenn ich es beim Spiegel herunterlade, so ist der dateiname des Bildes, über das ich spreche 14a.jpg .
    .
    Gunnar Jeschke 15.01.2015 | 20:57
    @dirk33
    Auf den Weg wird mit (groben) Karten in der Spiegel-Multimedia-Shown eingegangen, allerdings dort nicht auf den Rückweg, so dass damit die Luhansk-Frage nicht lösbar ist.
    Ich fasse mal kurz das zusammen, was der Spiegel aufgrund der Bellingcat-Daten angibt.
    Vom 22.6. bis 25.6. sei BUK 3*2 zwischen Kursk und Millerowo transportiert worden sein und dann wahrscheinlich bei Rostow am Don gelandet.
    Am 17.7. taucht sie wieder in Donezk (dem grossen, nicht dem kleinen grenznahen auf), von wo zwei Bilder gezeigt werden, auf denen nicht viel zu erkennen ist, durch eine (möglicherweise nur retuschierte) Frontscheibenspiegelung in dem Auto, aus dem gefilmt wurde.
    Auf dem zweiten dieser Bilder (14a.jpg), gibt der Teil der BUK-Rampe, wo eigentlich die Radarkabine sein sollte, den Blick auf einen dahinter liegenden Baum frei. Von der eigentlichen Hülle der Radarkabine ist nur ein Stück halbdurchlässiger Punktwolke übrig. Man sieht die Spitze einer Rakete, die seltsam stumpf im Vergleich zu echten BUK-Raketen wirkt.
    Daraufhin soll sich die BUK immer schön südostwärts (denn Donzek war der Westrand des von Separatisten beherrschten Gebiets und ist das bis heute) in Richtung Snischne (das ist in etwa Richtung Rostow, wo sie vorher mal gewesen sein soll) bewegt.
    Von dort hat Igor Girkin (nicht wirklich) ein Foto getwittert.
    Dann taucht sie wieder in dem Video auf, das inzwischen einer Kreuzung in Luhansk zugeordnet ist. Dieses Video wurde am 18. Juli vom ukrainischen Innenminister Arsen Awakow auf Facebook in die Welt gesetzt, der dabei behauptete, es sei in Krasnodon nahe der russischen Grenze von einer speziellen Aufklärungseinheit der Polizei aufgenommen worden:

    Das ist so etwa 50 km von dem Punkt entfernt, an dem das Video tatsächlich aufgenommen wurde:
    https://www.google.ch/maps/@48.4698035,39.6495679,10z
    Am 18. Juli dürften viele noch Leute gewusst haben, welche Strassenkreuzungen in dem Gebiet sich in welcher Hand befanden.

    Gunnar Jeschke 16.01.2015 | 06:31
    @m.o.
    BUK durch Kratzer am Kettenlaufwerk (?, das habe ich dummerweise nur einmal gefunden) eindeutig identifizieren konnte, die vergleichen Bilder/Videos habe ich jedoch in den Berichten nicht gefunden
    Es handelt sich um Dellen in der Kettenschürze, einem (ziemlich starken) Blech, dass die Kette von oben abdeckt. Entsprechende Bilder gibt es im Bellingcat-Bericht tatsächlich.
    Das Problem: Das Paris Match-Bild ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine Fotomontage. Das wird offensichtlich, wenn man sich das zweite Bild aus dieser Bildstrecke (in der Spiegel-Multimedia-Show) in Ruhe als Standbild anschaut.
    Das Originalbild von BUK 3*2 wurde einer Schertransformation unterworfen um die Perspektive an die Perspektive des Tiefladers anzupassen und dann unscharf gemacht (mit einer simulierten Frontscheibenspiegelung überlagert), weil die Transformation sonst aufgefallen wäre. Die gleiche Schertransformation (rückwärts) macht Bellingcat, zum „Nachweis“ des „Fingerabdrucks“ der Kettenschürze.
    Man kann Bellingcat dabei kaum Naivität unterstellen. Mit ziemlich guter Wahrscheinlichkeit ist Bellingcat ein Geheimdienstableger.
    An dieser Stelle schöne Grüsse an Scott.

    Gunnar Jeschke 20.01.2015 | 20:59
    @Conchitawurst
    Ich meine das Bild, das in der ursprünglichen Spiegel-Multimedia-Show als 14a.jpg heruntergeladen werden konnte. Wenn Sie die Kommentare wirklich gelesen hätten, bevor sie selbst angefangen haben zu diskutieren, dann wüssten Sie das auch (gut, Sie wissen das sowieso, aber das ist eine andere Geschichte). Auch das Bild 14a.jpg ist in der Show mit Quelle: Paris Match Upload 25.07.2014 gekennzeichnet gewesen, als es noch als Einzelbild heruntergeladen werden konnte und das war zumindest bis zum 14. ‎Januar ‎2015, ‏‎22:52:32 Uhr der Fall. Damals konnte man die Präsentation an dieser Stelle mit einem Linksklick stoppen und dann mit einen Rechtsklick auf das Bild über das Kontextmenü die Datei herunterladen (keine Angst, das habe ich getan und ich habe Sicherheitskopien).
    Inzwischen läuft die Multimedia-Show in meinem Firefox-Browser nicht mehr, weil alle Videos nur noch als MP4 existieren, was meine Installation nicht unterstützt. Das ist seit mindestens dem 20.01.2015 6:24 Uhr der Fall. Der Teil mit dem Bild (Wer hat die Rakete abgeschossen?) ist durch ein Video ersetzt worden, das jetzt gesamthaft nach dem Chodakowski-Interview läuft, einschliesslich des Bildes, das Sie verlinken und das in der ursprünglichen Version schon vor dem Chodakowski-Interview gezeigt wurde.
    Natürlich kann man auch das MP4-Video 14a.mp4 herunterladen (wieder keine Angst, ich habe auch diese Datei). Ich muss Ihnen, conchitawurst, vermutlich gar nicht erklären, was einem beim Vergleichen auffällt. Den anderen, die hier mitlesen, muss ich vermutlich nicht erklären, was es bedeutet, dass die Multimedia-Präsentation abgeändert wurde.
    Die Geschichte um dieses Bild hat inzwischen Ausmasse angenommen, welche die Möglichkeit der Kommentarfunktion sprengen.
    Ich denke auch nicht, dass ich hier mit conchitawurst oder schabrakentapir überhaupt weiter diskutieren sollte. Das Auftauchen der Beiden hat dem Ton und Niveau der Diskussion meines Artikels nicht gut getan. Scott und kolobok waren mir jedenfalls lieber.
    Einen Kommentar können Sie aber noch haben:
    Das Bild ist einfach stark komprimiert bzw. ein Ausschnitt eines weit größeren Bildes oder eines Videos. Da entstehen halt Komprimierungsartefakte
    Das bezieht sich auf das von Ihnen verlinkte Bild, das verdächtig wirkt, aber mit dem allein eine Manipulation (zumindest ohne die PDF-Datei des Bellingcat-Berichts) nicht nachweisbar wäre. Laut Paris Match ist das von Ihnen verlinkte Bild von einem Paris-Match-Journalisten am Stadtrand von Donezk auf der Strasse nach Snizhne aufgenommen worden:
    http://www.parismatch.com/Actu/International/EXCLU-MATCH-Un-camion-vole-pour-transporter-le-systeme-lance-missiles-577289
    Die waren wohl zufällig dort, als der Transport vorbeikam (oder eben auch nicht). Dass eine Zeitung das Bild des eigenen Fotografen mit Komprimierungsartefakten veröffentlichen muss, können Sie sonstwem erzählen, aber nicht denjenigen, die hier mitlesen. Dass der unscharfe Bereich an der entscheidenden Stelle in dem sonst scharfen Bild ein Komprimierungsartefakt ist, das bei einer JPEG-Komprimierung auf 303 kByte eben mal so passiert ist, können Sie auch nur einem Laien erzählen.
    .
    Gunnar Jeschke 21.01.2015 | 20:27
    @Conchitawurst
    Also was genau soll das jetzt heißen? Behaupten Sie jetzt Correctiv würde etwas absichtlich vertuschen?
    Sagen wir, das ist sehr viel wahrscheinlicher als dass sie es nicht tun. So viel Naivität kann man investigativen Journalisten nicht zubilligen. Wenn CORRECT!V eine Erklärung zu meinen Kritiken hätte, hätten sie sich zumindest mir gegenüber äussern können, nämlich mein E-Mail beantworten, das sehr höflich formuliert war. Noch besser hätten sie sich hier direkt geäussert.
    Und reden wir jetzt wirklich über dasselbe Bild? Ihr zweiter Kommentar lässt das vermuten.
    Ja, darüber reden wir. Dieses Bild ist zweifelsfrei eine Fotomontage. Im oberen rechten Teil darf der Baum nicht zu sehen sein, er muss von der hier (bis auf Reste in Form einer Punktwolke) fehlenden Radarkabine der Buk verdeckt sein. Hier handelt es sich übrigens um eine Montage aus (mindestens) drei Bildern. Die Rakete, die man sieht, ist (ebenfalls ziemlich amateurhaft) aus dem dritten Foto. Das wurde nötig, weil das verwendete Foto von 3*2 eine Rampe ohne Raketen zeigte. Im Vergleich zu dem Bild, das auf der Seite von Paris Match noch zu finden ist, war dieses wegen der Perspektive schwieriger zu fälschen. Eine Schertransformation ist eben nicht das, als was sie in Fotobearbeitungsprogrammen fälschlich bezeichnet wird, eine 3D-Drehung. Wenn Sie nur ein 2D-Bild haben, können Sie keine echte 3D-Drehung machen.

    Die waren wohl zufällig dort, als der Transport vorbeikam
    Heißt das jetzt Sie bezichtigen auch Paris Match der beuwssten Manipulation?
    Bei Paris Match fällt mir tatsächlich keine andere Erklärung für das ein, was wir sicher wissen. Die Fotos sind keine Fotos und eine Unschuldsvermutung wäre nur angebracht, wenn es zugespieltes Material wäre. Natürlich heisst das nicht, dass alle Leute bei Paris Match Fälscher wären. Es ist aber auch schwer möglich, dass diese Sache von nur einer Person in Gang gesetzt wurde.
    Dass eine Zeitung das Bild des eigenen Fotografen mit Komprimierungsartefakten veröffentlichen muss, können Sie sonstwem erzählen, aber nicht denjenigen, die hier mitlesen
    Das Bild zeigt doch dass es sehr spontan aufgenommen wurde. Womöglich mit einer Handycamera. Warum soll es so ungewöhnlich sein dass es kein Hochglanzfoto ist?
    Das Problem ist nicht die schlechte Auflösung der Buk-Rampe. Es ist die Kombination der schlechten Auflösung der Rampe mit der sehr guten im vorderen Teil. Und wie gesagt, bei dem von ihnen verlinkten Bild die durchsichtige Radarkabine. Es mag Tarnkappenflugzeuge geben, Tarnkappenradarkabinen gibt es nicht.
    Ich glaube nicht dass die Rebellen seelenruhig dabei zusehen würden wie ausländische Journalisten ihr von Russland geliefertes Kiegsgerät fotografieren.
    Die ausländischen Journalisten (oder wer auch immer) haben einen leeren Tieflader fotografiert.
    Aber es gibt ja wesentlich bessere Bilder und vor allem auch Videos von der Buk.
    Das hilft nichts. Der ganze „Weg der Buk“ bricht ohne die Bilder aus Donezk zusammen. Das ist die einzige Verbindung zwischen der russischen Buk 3*2 und allem danach. Diese wurde geschaffen, indem ein Bild von Buk 3*2 ohne Raketen einer Scherftransformation unterworfen wurde, in das Bild des leeren Tiefladers kopiert wurde, um das Raketenteil ergänzt wurde und dann in dem krude aussehenden eingefügten Teil künstlich die Auflösung verschlechtert wurde.
    Wenn man das weiss, kann man es ganz klar sehen. Es tut mir leid, dass Sie es trotz der Beschreibung nicht erkennen können. Dreidimensionales Vorstellungsvermögen ist bei verschiedenen Personen unterschiedlich ausgeprägt. Es ist wie mit Musik und dem absoluten Gehör. Es gibt Leute, denen falsch gespielte Musik wehtut und solche, die es nicht merken. Für mich sehen beide Paris Match Bilder irreal aus, aber bei dem von Ihnen verlinkten ist es offensichtlich und nicht diskutabel.
    Fragen Sie sich doch auch einmal, warum die übergrosse Mehrheit der westlichen Journalisten die ganze Story schamhaft ignoriert hat.

    Gunnar Jeschke 24.01.2015 | 13:03
    Buk-Bilder-Bastelbogen
    Einige Leute konnten hier ja meine 3D-Drehungen im Kopf nicht nachvollziehen, aufgrund derer ich gesagt habe, dass das zweite Bild von Paris Match sicher eine Fotomontage ist, weil die Radarkabine halbtransparent ist.
    Der entscheidende Ausschnitt ist hier mit dem entsprechenden Ausschnitt eines Bildes aus dem Bellingcat-Material (Seite 14, linkes unteres Bild in Der Konvoi) verglichen worden, das in halbwegs ähnlicher Perspektive aufgenommen worden ist. Die rechte Tafel zeigt im Detail, wo ein Baum (orange) und Himmel (gelb) an einer Stelle durchscheinen, wo nur die Aussenhaut der Radarkabine sichtbar sein dürfte.
    Ein anderes Bild, welches die Radarkabine in halbwegs vergleichbarer Perspektive zeigt, findet sich beim mittleren Fahrzeug hier.
    Mein Verdacht ist, dass das Heckteil entweder von einem Kommandofahrzeug oder von einer anderen Buk-Version stammt. Auf den nächsten Bild der Konvoi-Serie bei Bellingcat und in der Spiegel-Multimedia-Präsentation ist die Radarkabine dann wieder da.

    Gunnar Jeschke 24.01.2015 | 17:15
    @Kolobok
    Ich präzisiere Ihre Interpretation des Detailausschnittes mal so:
    Rechts von der orangefarbenen Linie sehen wir ein Tarnnetz, dessen Blätter zufällig den gleichen Grünton haben, wie die Bäume im Hintergrund. Zwischen der orangefarbenen und der gelben Linie ist das gleiche Tarnnetz in einem mehr ins Graue gehenden Ton beblättert, mit leichtem Blaustich. Ebenfalls zwischen der orangefarbenen und gelben Linie befinden sich viele kleine Flecken genau in der Farbe des Himmels, bei denen es sich um zufällige Frontscheibenspiegelungen handelt, die in dieser Punktmusterform nur in diesem himmelsnahen Bereich vorkommen. Auf das Heck fällt von hinten oben Licht, wie man an den Reflexionen sieht, während das aus der gleichen Richtung beleuchtete Tarnnetz ganz dunkel ist.
    Können Sie bestätigen, dass Sie das so meinen?
    Und Ihnen ist schon auch klar, dass die Radarkabine bündig mit der Oberkante des Hecks des Panzerfahrzeugs abschliessen muss (siehe auch die Seitenansicht auf Seite 18 des Bellingcat-Berichts)?

    Gunnar Jeschke 24.01.2015 | 18:54
    @Conchitawurst
    Da scheint gar nix durch. Was Sie da im Auge haben ist schlicht die Komprimierung.
    Ihr Komprimierungsargument scheint ein Untoter sein. Das hatte ich doch schon einmal beerdigt.
    Noch einmal langsam für Sie als Computergrafikexperten: Komprimierungsalgorithmen arbeiten gleichmässig über den gesamten Bildbereich. Es ist ausgeschlossen, dass bei einer sehr starken Komprimierung die Fahrerkabine und die Telefonnummer sehr schön scharf bleiben und der Bildbereich mit der BUK derart zerstört wird.
    Wir reden von 1280×878 Pixeln bei 181 kB. Ich habe spasseshalber mal ein Bild von mir vergleichbar JPEG-komprimiert (1239×929 Pixel, 198 kB).
    An die anderen Mitleser: Ich würde an Ihrer Stelle nicht das Link von conchitawurst anklicken, bevor er nicht erklärt hat, was genau damit gemeint ist. Mir ist einigermassen klar, mit welcher Art von Kontrahent ich hier kommuniziere. Ich möchte nicht, dass arglosere Leute in eine Falle tappen.

    Gunnar Jeschke 26.01.2015 | 22:04
    @Kolobok
    Das Amaturenbrett scheint eine raue aber doch glänzende Oberfläche zu haben., so wie poliertes Leder oder so. Dieses Gekrissel wird nun mit dem dunklen Tarnmuschububu der Buk vermischt. Das stellt einen Kompressionsalgorithmus schon vor eine gewaltige Herrausforderung.
    Das ist, mit Verlaub, kompletter Unsinn.
    .
    Gunnar Jeschke 28.01.2015 | 07:37
    @Kolobok
    Subjektiv gesehen ist für mich die LKW-Kabine immer noch relativ scharf und die stärkste Artefaktbildung habe ich im Bereich der „fiktiven Frontscheibe“.
    Subjektiv dürfen Sie natürlich alles behaupten. Wer partout nicht sehen will, der sieht nicht.
    Objektiv ist es allerdings so, dass der obere und untere Teil des Bildes die gleiche grobe Punktstruktur aufweisen und dass das Muster unten noch ganz brauchbar erkennbar ist (insbesondere sind die Begrenzungslinien nicht weniger scharf als oben).
    Ausserdem haben Sie ein Bildchen von 621×365 auf 5.14 kByte komprimiert, also mehr als sechsmal so stark wie das Paris Match-Bild, auf dem, wie gesagt, die Punktstruktur der Fahrerkabine nicht im geringsten vergröbert ist, die der BUK aber erheblich.

    Gunnar Jeschke 29.01.2015 | 22:38
    @Kolobok
    Hier wird die Dichtigkeit der Argumente geprüft.
    Ja, sicher. Lesen Sie den Artikel doch noch einmal und die Diskussion und prüfen Sie, was übrig geblieben ist.
    Ach ja, und suchen Sie sich doch einmal jemanden, den sie für neutral halten und der etwas von JPEG-Komprimierung versteht. Zeigen Sie ihm das Paris-Match-Bild und fragen Sie ihn (oder sie), ob die drastisch verschiedene Punktauflösung von Fahrerkabine bzw. Telefonnummer auf der einen Seite und Buk auf der anderen Seite durch Komprimierung zustande gekommen sein kann.
    Und ob es sein kann, wie Sie auch behauptet haben, dass edas Buk-Tieflader-Sujet im Vergleich zu meinem Splügenpass-Bild zu drastischen Unterschieden in der Auflösung des Bildes bei vergleichbarer Komprimierung geführt haben könnte. Auch das ist nämlich kompletter Unsinn.

    Gunnar Jeschke 30.01.2015 | 21:34
    @Kolobok
    Der Flugsimulatorspezialist ist mein Sohn, der kann das viel besser als ich. Schade, dass er sich im Ausland rumtreibt.
    Er wird Ihnen aber sicher noch per E-mail oder Skype sagen können, welches Flugsimulatorprogramm das war und auf welche Parameter für die Su-25 er zurückgegriffen hat. Die muss er ja eingegeben haben, es sei denn, diese Flugsimulator hatte schon eine Su-25 zur Auswahl. Wären Sie wohl bereit, mir diese Information zu geben, damit ich das mal ausprobieren kann?
    Die von ihnen zitierte Diplomarbeit ist gut geschrieben. Ich weiss ja jetzt nicht, wie ihre Mathematik-Kenntnisse so sind und ob Sie sich mit Fourier-Transformation, Filtern usw. auskennen (ich lehre das in einer Vorlesung über Messtechnik und Signalverarbeitung). Wenn Sie davon etwas Ahnung haben, dann lesen Sie doch mal die Seiten 30-39 zur JPEG-Komprimierung und Dekomprimierung. Das ist sehr interessant und z.B. mit Matlab relativ einfach nachzumachen. Vielleicht finde ich ja mal die Zeit dafür (heute nicht mehr).
    Sagen muss man allerdings, dass nur die Anwesenheit von solchen Artefakten in der Frequenzverteilung ein Beweis (oder starker Hinweis) auf eine Fälschung ist. Ihre Abwesenheit ist kein Beweis dafür, dass das Bild echt ist, wenn es andere starke Hinweise auf Fälschung gibt.

    Gunnar Jeschke 31.01.2015 | 21:37
    @Kolobok
    Ich habe mich inzwischen mal schlau gemacht. Aus diesem Post von Ihnen habe ich viel gelernt.
    Zunächst einmal gibt es zur Forensik auch die Anti-Forensik, was nicht unbedingt überrascht. Ich gebe hier mal ein Link zu einer Publikation, wobei generell Anti-Forensik und Anti-Anti-Forensik für JPEG eine eigene Forschungsrichtung sind.
    Zweitens habe ich dieses Wochenende nicht genug Zeit zum selbst programmieren. Es gibt auf Matlab File Exchange ein paar Sachen zu JPEG-Kompression und Dekompression, mit denen die Dinge aus der Diplomarbeit mit erträglichem Aufwand nachzustellen sein sollten, aber eben immer noch mit mehr Zeit, als ich gerade hatte.
    Deshalb habe ich gedacht, es gibt ja für alles Freeware oder Shareware oder einigermassen erschwingliche Programme, warum nicht etwas Fertiges benutzen?
    Das Ergebnis war dann doch überraschend. Es gibt schon einige Anbieter, aber in einer Zeit des wirklich aggressiven Marketings von Software scheinen die alle gar nicht verkaufen zu wollen. Wenn Sie ein JPEG-Forensik-Programm haben wollen, dürfen Sie sich bei den Anbietern mal demütig erkundigen, ob die Ihnen eins verkaufen wollen.
    Ich will ja hier keine Verschwörungstheorien verbreiten, aber das macht etwas den Eindruck eines kontrollierten Marktes auf diesem Gebiet. Man muss also doch selbst programmieren.
    Nun ja, es gibt auch einen Server, auf dem man sein Bild hochladen kann und dann laufen verschiedene Algorithmen drüber. Anschliessend wird das Ergebnis angezeigt: Die Paris-Match-Bilder sind keine originalen Kamerabilder. Das hätte ich auch so gewusst, denn die Kamera wird ja kaum das Logo der Zeitschrift gleich mit eingeblendet haben. Was immer Sie sonst mit dem Bild angestellt haben, das Ergebnis der anderen Algorithmen wird vom Server nicht mitgeteilt (das kann man testen).
    .
    Gunnar Jeschke 01.02.2015 | 21:22
    @Conchitawurst
    Ich bin immer noch auf eine detaillierte Analyse gespannt wie diese Videos und Fotos alle in wenigen Stunden gefälscht wurden und wer das koordiniert haben soll.
    Das ist eine unlogische Forderung. Ein Kunstexperte kann die Fälschung eines Gemäldes ja sogar gerichtsfest feststellen, ohne angeben zu müssen, wie und in welcher Zeit die Fälschung gemacht worden ist.
    Wie Sie auf „wenige Stunden“ kommen, ist mir schleierhaft. Selbst wenn man davon ausgeht, dass die gesamte Sache erst nach dem 17. Juli in Angriff genommen wurde, blieb bis zur Veröffentlichung bei Paris Match am 25. Juli mehr als eine Woche Zeit. Wie haben Sie denn gerechnet?
    Eine Organisation, die prinzipiell die Mittel hätte, um so etwas koordiniert haben zu können, hat in der Vergangenheit nachweislich gefälschte Bilder in Umlauf gebracht, mit denen Politik bis hin zu einem Krieg begründet wurde und ist auch nachweislich in den Ukraine-Konflikt involviert.

    Gunnar Jeschke 01.02.2015 | 21:49
    @Kolobok
    Damit zu fliegen macht bestimmt mehr Spaß, als mit Matlab zu programmieren. Wobei ich mir auch noch nicht so richtig vorstellen kann, was das Ziel sein soll. Wollen sie komplett eine Kamera simulieren, also einschließlich der apparatespezifischen Sensorkorrektur, die konkrete jpeg-Komprimierung, herstellerspezifische Bildverbesserungsalgorithmen …. Respekt.
    Ehrlich gesagt macht mir Programmieren mehr Spass als Computerspiele. Ich weiss, dass ich ein Nerd bin.
    Was Ihre Beschreibung einer Kamerasimulation angeht, so habe ich das keinesfalls vor. Es geht lediglich darum, JPEG-Kompressions-Dekompressions-Artefakte zu finden und das ist mit der von Ihnen zitierten Diplomarbeiten (bzw. der Originalliteratur zu diesem Verfahren) keine Hexerei, besonders wenn man schon ein Programm hat, das alle Schritte bis zur Konvertierung in den Frequenzbereich getan hat.
    Sie glauben nun vielleicht, dass mir das in der Diskussion mit Ihnen nun nichts mehr nutzen würde, weil Ihre neue phantasievolle Geschichte zur Entstehung des Bildes ein Verfahren beschreibt, bei dem es genau zu solchen Kompressions-Dekompressionsartefakten kommen muss:
    Außerdem hat man das Bild, auf dem die gesamte „Buk“ zu sehen ist, dann aus einem größeren ausgeschnitten und wieder hochskaliert.
    Das würde das Aussehen der Buk erklären, aber eben immer noch nicht, dass die Fahrerkabine des Tiefladers und die Telefonnummer genau diese Artefakte nicht zeigen. Die müssten ja mit hochskaliert worden sein. Wurden sie aber nicht.
    Um es auf den Punkt zu bringen: Wenn nach der Fotomontage nicht gezielt die Kompressions-Dekompressions-Artefakte beseitigt wurden (z.B. durch gezieltes Addieren von etwas Rauschen), dann lässt sich die Fälschung immer noch forensisch mit diesem Verfahren beweisen, selbst angesichts Ihrer schönen neuen Theorie.
    Man muss dazu nur zeigen, dass es im Bereich der Buk die Kompressions-Dekompressions-Artefakte gibt, während es solche Artefakte im Bereich von Fahrerkabine und Telefonnummer nicht gibt. Wenn man zu diesem Ergebnis käme, wäre das Bild gerichtsfest als Fälschung erkannt.
    Prinzipiell möglich ist es. Die jeweiligen Bildausschnitte haben genügend viele Pixel, um zu einer statistisch sicheren Aussage zu gelangen. Ausserdem kann jeder, der hier mitliest und die nötige Expertise und das entsprechende Programm hat, das ziemlich schnell ausprobieren. Es braucht dazu nur die öffentlich zugängliche JPEG-Datei des Bildes. Das gleiche Verfahren liesse sich übrigens auch auf das Bild anwenden, das man immer noch direkt bei Paris Match herunterladen kann.
    Da man im Buk-Teil die Kompressions-Dekompressions-Artefakte sogar mit blossem Auge erkennen kann, wenn man das Bild so weit vergrössert, dass man die Pixelstruktur sieht, ist so viel Zauber eigentlich nicht einmal nötig.
    .
    Gunnar Jeschke 05.02.2015 | 20:47
    @SchabrakenTapir
    Sind der linke Fleck auf der Windschutzscheibe, die Bäume oder die Luftansaugung des LKWs dann auch hineinmontiert?
    Die Kompressionsartefakte sind an all diesen Stellen künstlich, also absichtlich geschaffen, um die Hineinmontage des nicht ganz perspektivrichtigen Buk-Bildes so weit wie möglich zu verschleiern. Wenn man das nur bei der Buk gemacht hätte, wären beide Bilder selbst von oberflächlichen Betrachtern sofort als Fake erkannt worden.
    In beiden Bildern ist aber nicht die Telefonnummer betroffen, die man ja für die „Beweisführung“ brauchte.
    Noch einmal: Die Kompressions-Dekompressions-Pixelstruktur gibt es entweder im gesamten Bild oder gar nicht. Der JPEG-Algorithmus arbeitet nun mal so, ob Sie, Kolobok und conchitawurst das wahr haben wollen oder nicht.

    Gunnar Jeschke 06.02.2015 | 20:28
    @Conchitawurst
    Gestochen scharf ist nichts auf dem Bild weil es insgesamt stark komprimiert ist.
    Unschärfe und die Kompressions-Dekompressions-Artefakte (Bereiche mehrerer Pixel mit sehr ähnlichen Farbwerten, dann Sprung) sind zwei völlig verschiedene Paar Schuhe.
    Auch hätte ein Fälscher ein zweites Bild vermieden weil es die Wahrscheinlichkeit aufzufliegen erhöht.
    Nun ja, das zweite Paris-Match-Bild scheint ja auf der Paris-Match-Seite auch klugerweise jemand wieder entfernt zu haben. Auch Bellingcat hat es meines Wissens nicht in seinen Berichten benutzt. Es waren die De…n vom Spiegel, die es für ihre Multimedia-Präsentation wieder ausgegraben haben. Immerhin hatten die in 14a.jpg (inzwischen ein Standbild in 14a.mp4) das Bild noch einmal retuschiert, damit es im Bereich der Telefonnummer wenigstens unscharf war. Es waren Sie, conchitawurst, der mir unvorsichtigerweise auch noch den Link zum Original geschickt hat, auf dem die Telefonnummer zu allem Ueberfluss auch noch so unverschämt scharf ist.
    .

    Gunnar Jeschke 06.02.2015 | 20:42
    @SchabrakenTapir
    Inwiefern ist denn das BUK-Bild nicht perspektivrichtig?
    Zum Beispiel passen die letzten zwei Kettenlaufräder nicht zu denen davor. Die Sache mit der Radarkabine hatten wir ja schon.
    Auch die Telefonnummer ist von den Artefakten betroffen. Dass sie ihnen schärfer vorkommt, liegt an unserem subjektiven Schärfeempfinden, dass auf starke Kontrastübergänge reagiert.
    Das trifft nicht zu. Schauen Sie sich das Bild mit einer Auflösung an, in der Sie die einzelnen Pixel sehen und vergleichen Sie Farbübergänge im Buk-Bereich und im Telefonnummerbereich.
    Warum ist die Telefonnummer wichtig für die Beweisführung?
    Die gehört zur Glaubwürdigkeit der Geschichte, die drumherum gebaut wurde. „Wir wissen, welchen Tieflader die Separatisten gestohlen haben.“ (Details erhöhen das Vertrauen). Vermutlich wurde der Tieflader dieser Firma tatsächlich gestohlen, nur eben nicht von den Separatisten. Und dann leer an den entsprechenden Stellen fotografiert.
    Die Kompressions-Dekompressions-Pixelstruktur muss aber nicht zwingend überall gleich sichtbar sein, da der Algorithmus das Bild in 8×8 Pixel große Blöcke zerlegt, die völlig unabhängig voneinander bearbeitet werden. Und je nachdem ob der Inhalt eines Blockes eher eine gleichfarbige Fläche oder eine komplexere Pixelstruktur enthält, sind eben auch die Spuren der Kompression mehr oder weniger stark zu sehen.
    Sicher nicht, wenn Sie bei einer Auflösung schauen, wo man die einzelnen Pixel sieht. Im Uebrigen ist die Fahrerkabine ja fast glatt weiss, aber eben nur fast. Dort gibt es gut aufgelöste Strukturen mit geringen Farbwertunterschieden.
    Wie Sie es auch drehen und wenden, die beiden Bilder sind nicht zu retten.
    (Es dürfte Ihnen ja sonst auch leicht fallen, ein einigermassen ähnliches Bild zu finden und anzugeben, wie ich es komprimieren und wieder dekomprimieren muss, damit ein ähnlicher Effekt herauskommt. Geht aber nicht.)

    • Noch besser wäre es gewesen, wenn Sie die Links gleich mitgeliefert hätten. 😉

      Hier ein neuer Artikel von Max van der Werff über die Aufgeregtheiten in der Szene:

      http://7mei.nl/mh17-research-scribbles-and-notes/

      Bellingcat hat übrigens eine neue Version zum Paris Match-Fotografen geliefert:

      Daniel Romein – May 22nd, 2015

      Yes, we know who took the images: a freelance journalist who send them to Paris Match. We are, however, not going to provide a name or contact information, since: 1) the journalist does not want that, 2) the journalist is not going to provide any further information.

      https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2015/05/13/tracking-the-trailers-investigation-of-mh17-buks-russian-convoy/comment-page-2/#comment-16543

      Arnold – May 23rd, 2015

      Nice! These Paris Match pics were initially located as being made near Shizhne, whereas they actually were made near Donetsk (70 km’s apart) and now we’re being told the photographer wants to stay out of sight and he won’t provide any further unformation. Yeah, right. And you want us to perceive these photo’s (or dashcam video stills?) as authentic and trustworthy?

      https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2015/05/13/tracking-the-trailers-investigation-of-mh17-buks-russian-convoy/comment-page-2/#comment-16584

      Da die Rätsel über die Paris Match-Fotos immer größer werden, werde ich dann doch eine gesonderte Studie über dieses Detail basteln müssen.

      • Was hat es eigentlich mit den seltsamen Kabeln auf sich, die auf einigen Bildern quer vor die Wölkchen gespannt wurden? Seinerzeit habe ich in der DDR ähnliche gesehen, damit die Leute dort BRD- Fernsehen empfangen konnten. Gilt ähnliches in der Ostukraine, seit russische Fernsehsender nicht mehr regulär empfangen werden können? Dies könnte eine Erklärung sein, weshalb nach Auszug eines Mieters das Kabel nicht mehr dort ist, resp. auf einmal ein neues auftaucht.

        Oder sind dies normale Strom- und Telefonkabel, wie sie halt dort verlegt werden? Oder Photoshop-Fakes, um andere Bildmanipulationen zu überdecken?

        • Letzteres dürfte der Fall sein.

          Die Kabel waren von Aleinikows (das ist der mittlerweile enttarnte anonyme Fotograph, dem die Wölkchenfotos zugeschrieben werden, was ich nicht glaube) Südbalkon schon im Jahr 2011 zu sehen – allerdings in weiter Entfernung:

          https://ssl.panoramio.com/photo/52880690

          Wahrscheinlich am selben Tag aufgenommen:

          „At home SchA storm begins“

          http://twitpic.com/5a0915

          Bellingcat hat zunächst versucht, aus den Dachfotos von Max van der Werff zu konstruieren, daß diese für die Kabel in dem ersten Foto von Aleinikov (vom Balkon aus) verantwortlich seien:

          Das war natürlich albern.

          Dann schwenkte Bellingcat über zu der Erzählung, daß Aleinikow entgegen seinen Interwiews

          Google Translate:

          About the circumstances of the shooting „Photographer“ told me the following:

          – In the afternoon, being in your own apartment in a house on the outskirts of Thorez, heard the roar, much stronger than the already familiar sounds of running artillery, mortar breaks or bursts of „Castle“. Ran to the window and saw that the wind slowly spreads trail of smoke on the horizon. The camera lying on the windowsill. Grabbed her and ran up the stairs to the roof to remove from there. Snapped the first time. Saw that right across the frame stretch electric wires. Unscrew the zoom to maximum and removed a second time. Then he turned and saw the other hand, in the north (ie, not just in the direction Grabow) thick column of black and blue smoke. Decided that the missile fell into any gas station or a tank with fuel oil. Reached the other side of the roof, to lift from where the wires do not interfere, and the antenna. Climbed three minutes – then take the third shot. The fact that the third picture smoke from just crashed plane had no idea: no airplane ever seen. And therefore did not shoot more if I knew that in the event hit the shot, shot would, of course, yet. But what exactly happened, learned only a couple of hours. At the same time, and sent cadres friend, and he posted a tweet.

          A few days after we met, on a visit to the „photo“ went one of my fellow TV personalities, to whom I gave the coordinates of his new friend. He repeated it in front of the camera the whole story with all the details. However, asked to darken the face and change in tone of voice recording. However, the video version of this evidence at our disposal there.

          https://meduza.io/feature/2015/03/17/sled-nad-torezom

          http://www.dailymail.co.uk/news/article-3006066/MoS-s-vital-clue-hunt-shot-MH17-Investigators-believe-missile-vapour-trail-photo-points-blame-Russia.html

          die Wölkchenfotos vom Balkon aus aufgenommen habe.

          Nun geht es darum, ob die OBERHALB des Südbalkons von Aleinikow befindlichen Kabel in das Bild geraten sein könnten (man zweifelt am gesunden Menschenverstand):

          Und Bellingcat/Higgins, der gemütlich von seiner Couch aus arbeitet, nichts überprüft und jegliches gefakete Geheimdienst-Material verwendet, das ihm in den Kram paßt, wirft dem an den Tatort Reisenden Max van der Werff vor, daß er keine Fotos vom Südbalkon aus gemacht hat. Das ist nun wirklich eine verkehrte Welt.

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