Ukraine: Informationskrieg um MH 17 (4)

MH 17 TitelfotoFortsetzung von:

https://gabrielewolff.wordpress.com/2014/09/28/ukraine-informationskrieg-um-mh-17-1/

https://gabrielewolff.wordpress.com/2014/10/23/ukraine-informationskrieg-um-mh-17-2/

https://gabrielewolff.wordpress.com/2015/01/19/ukraine-informationskrieg-um-mh-17-3/

Ein kleiner Hinweis: die Lektüre dieses Artikels setzt die Kenntnisnahme der vorangegangenen Artikel voraus.

Als aufgeklärter Bürger fragt man sich, wieso sich gerade im Januar 2015 ersichtlich voreingenommene Medien wie Correctiv und SPIEGEL mit dem regierungstreuen britischen Blogger Eliot Higgins und seiner Bellingcat-Plattform verbündeten, um die von Anfang an durch den ukrainischen Geheimdienst produzierte Narration eines Buk-Abschusses der MH 17 durch eine aus Rußland gelieferte Buk-Abschußrampe (natürlich mit russischem Personal) zu bestätigen.

Obwohl Beweise dafür nicht existieren.

Es könnte daran liegen, daß etwaige durchgesickerte Ergebnisse der strafrechtlichen Ermittlungen dem westlichen Narrativ widersprechen. Schließlich liegen die Obduktionsergebnisse und die Untersuchungen der herauspräparierten Metall-Teile längst vor. Und es ist zu vermuten, daß die Ukraine ihr Veto gegen eine Veröffentlichung dieser – vermutlich nicht eindeutigen – Ergebnisse eingelegt hat. Es könnte auch daran liegen, daß seinerzeit zuvor vermehrt mediale russische Thesen von der Beteiligung eines Kampfjets am Abschuß diskutiert wurden, die genauso zweifelhaft erscheinen wie die westlichen medialen „Beweisführungen“. Um es klarzustellen: von beiden Seiten gab es niemals offizielle Darstellungen, auch wenn es im Westen Usus ist, russische Medien mit der offiziellen Kreml-Linie zu identifizieren:

http://fortruss.blogspot.de/2014/12/meet-pilot-who-shot-down-malysian.html

https://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=AmUmzqWRuco

http://www.focus.de/politik/ausland/ukraine-krise/luegendetektortest-bei-ukrainischem-deserteur-moskaus-ermittler-halten-zeugen-fuer-mh17-abschuss-glaubwuerdig_id_4367105.html

russische Erstausstrahlung der Karaulow-Dokumentation am 24.11.2014:

http://novorossia.today/editor-s-choice/-how-mh17-crashed-documentary-by-andrey-.html

http://www.youtube.com/watch?v=PlQ5hAgTl9Q

Hier die deutsche Version:

https://www.youtube.com/watch?v=G5yiRdQveC4&feature=youtu.be

Der SPIEGEL läßt in seinem Print-Bericht in Nr. 3/2015 vom 10.1.2015 von Anfang an keinen Zweifel an seinem Standpunkt:

Katastrophen

Wahrheit in Trümmern

Von Bensmann, Marcus; Buse, Uwe; Crawford, David; Goos, Hauke; Neef, Christian; Schnibben, Cordt; Stock, Jonathan

Ein halbes Jahr nach dem Abschuss einer Boeing der Malaysia Airlines tobt im Internet und in anderen Medien die Propagandaschlacht der Täter – mit Fotos und Videos, mit Dokumenten und Fälschungen. Ein Team von „Algemeen Dagblad“ und „Correctiv“ hat sich auf die Suche nach den Schuldigen gemacht.

[…]

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-131242892.html

Entsprechend heißt es in der mühsam zu lesenden „multimedialen“ SPIEGEL Online-Präsentation:

Ein halbes Jahr nach dem Absturz einer Boeing über der Ukraine tobt der Propagandakrieg der Täter.

Ein gemeinsames Team von SPIEGEL, „Correctiv“ und dem „Algemeen Dagblad“ hat sich auf die Suche gemacht nach der Wahrheit.

Von Marcus Bensmann und Cordt Schnibben

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/mh17-wer-hat-die-boeing-ueber-der-ukraine-abgeschossen-a-1011983.html

Klar, Propaganda machen nur die Täter, und wer die sind, wissen wir sowieso schon. Wir, die westlichen Medien, sind ausschließlich an der Wahrheit interessiert.

Stimmt das?

Correctiv schreibt:

Wo kommt die Waffe her?

Woher aber stammt die Lenkwaffe? Auch das hat Bellingcat ermittelt. Minutiös haben die Rechercheure Bilder von russischen BUKs mit Aufnahmen jener Abschussrampe verglichen, die am 17. Juli in Richtung Snizhe fuhr. Besonders ein Detail führte die Ermittler auf die richtige Spur: Abschürfungen an der Abdeckung über der linken Panzerkette. Genau die gleichen Abschürfungen hatte eine BUK-Rampe, die im Juni in Russland fotografiert wurde. Sie gehört zur 53. russischen Luftabwehrbrigade, stationiert in Kursk, und sie trägt die Kennziffer 3*2 – die mittlere Zahl war stets unleserlich. Zwei weitere Details passen: die übermalten Reste eben dieser Kennziffer und ein heller Farbfleck. Legt man die Aufnahmen beider BUKs übereinander, jener aus Russland, jener in Donetzk, ist die Übereinstimung offensichtlich.

Es gibt weitere Besonderheiten: Ein besonders internetaffiner Feldwebel der 53. Brigade postet etliche Bilder von seiner Einheit auf seiner Seite im russischen Facebook-Klon Vkontakte. Sein Name: Ivan Krasnoproshin. Unter seinen Bildern ein Foto, das seine Entlassung aus der russischen Armee Mitte Juni dokumentiert. Abgebildet auf dem Foto ist das Dienstbuch seiner Einheit, es zeigt die Namen derjenigen, die zum Abendappell antreten. Nummer eins: Feldwebel Krasnoproshin, dahinter: 13 einfache Soldaten. Jeder Tag wird angekreuzt. Nach dem 13. Juni enden die Eintragungen. „Entlassen wegen Beendigung der Dienstzeit nach Befehl Nr (unleserlich)“, ist handschriftlich hinter dem Namen des Feldwebels Krasnoproshin und dreien seiner Soldaten vermerkt.

Entlassungen in diesen Zeiten werfen Fragen auf. Das Komitee Russischer Soldatenmütter hat mehrfach davon berichtet, dass Soldaten vor ihrer Entsendung in die Ukraine Entlassungspapiere unterschreiben mussten.

Und wirklich: Mitte Juni, wenige Tage später, macht sich ein langer Konvoi der 53. Flugabwehrbrigade auf in Richtung Ukraine. Bellingcat veröffentlicht allein von diesem Konvoi mehr als ein Dutzend Fotos, mehrmals ist die BUK 3*2 dabei.

Es besteht kein Zweifel: Es ist die Abschussrampe der 53. russischen Luftabwehrbrigade aus Kursk, die Stellung bezogen hat in Snizhne, im Osten der Ukraine, an jenem verhängnisvollen Nachmittag.

https://mh17.correctiv.org/

Die Übereinstimmungen der beiden BUK-Startrampen sind nicht „offensichtlich“, sondern sie werden suggeriert. Die verschwommene Paris Match-Aufnahme aus Donezk eignet sich nicht für Identifizierungsversuche. Und die Bilder des Ivan Krasnoproshin nebst seiner hier suggerierten Pro-Forma Entlassung aus dem Jahr 2014 belegen den Einsatz der russischen BUK 3_2 aus Kursk am 17.7.2014 im Donbass? Es besteht kein Zweifel?

Bensmann ist hinsichtlich dieser Propaganda der Unwahrheit überführt worden.

By Anna Vatavu

A small introduction: there are two types of army service in Russia – conscription and professional contract service. Conscription service takes exactly one year (apart from fleet, where it can be 2 or 3 years) and it is compulsory. As for the contract service, one can sign a contract for at least 3 years. 53rd brigade has soldiers of both types.

I decided to find out, what type of a sergeant Krasnoproshin could have been. From the photos of his (now deleted) VK page we can estimate, that he started his army service in June 2012 (he took the oath on 22/07/2012). So, by 2014 he would have already left the army, if he was a conscript. And if he had a contract, he would not have been able to leave the army until 2015. So, his dismissal in June 2014 looks suspicious indeed.

But how do we know that Ivan was dismissed in June 2014? Mainly because Correctiv tells us this:

Correctiv Logbuch 1https://mh17.correctiv.org/wegbuk_german/

The first line says: “was dismissed due to the end of service term according to the order №225 on 13(5)/06/13“. Other three soldiers were also dismissed in 2013. One does not have to know Russian to see the numbers clearly. They were all dismissed in 2013, more than one year before the tragedy. So, everything is crystal clear now – Krasnoproshin joined the army as a conscript in June 2012 and in June 2013 he finished his service. This fully corresponds to the Russian laws and regulations. Knowing this, we understand that this part -“This alleged dismissal of a lot of soldiers seems to be happening with one special reason: the Russian President Vladimir Putin wants to be able to claim that there are no Russian soldiers deployed to Eastern Ukraine” is complete bullshit.

Correctiv team were sure – if they say “In June, a week before he and his unit went to Ukraine, Ivan Krasnoproshin and some of his colleagues were dismissed from the Russian army“, nobody will look at the journal closer. What is more, in the Russian version of the report, Correctiv says that it is impossible to see what is written in the journal after the phrase “was dismissed due to the end of service term according to the order…“, though in fact we can clearly see the numbers. Obviously, they knew that Krasnoproshin and the other soldiers were dismissed in 2013 and had nothing to do with Ukraine and MH17 in particular.

http://thetruthspeaker.co/2015/04/15/bellingcat-caught-up-and-out-in-yet-another-mh17-falsification/

Anna Vatavu hat recht: Marcus Bensmann lügt.

In diesem Ausschnitt kann man es sehen:

Correctiv Logbuch 2Bellingcat selbst hat den Mund bei Publikation seiner zusammengefaßten Erkenntnisse am 8.11.2014 nicht so voll genommen wie Bensmann:

Es gibt starke Hinweise darauf, dass das russische Militär den Separatisten im Osten der Ukraine den im Osten der Ukraine am 17. Juli gefilmten und fotografierten Buk Raketenwerfer zur Verfügung stellten.

https://www.bellingcat.com/wp-content/uploads/2014/11/bellingcat_-_bericht.pdf

[S. 3]

Heutzutage tönt er persönlich ganz anders; aber das liegt schlicht daran, daß er von den Mainstream-Medien als einer der Ihren anerkannt und dementsprechend nach seinen rein politischen Einschätzungen befragt wird, die nicht internet-gestützt sind. Und wie der Herr, so’s Gescherr:

Daniel Romein – April 26th, 2015

The Buk missile launcher has a small radar itself too, it does not always need a Buk radar system and control unit. The downside of that is that the crew does not know what type of aircraft is flying in their direction, which they would have known when a Buk control unit and radar was nearby. The Ukrainian army was not in control of Snizhne nor Torez, so they never could have fired a missile from there. You are right about the fact separatists did not fire the Buk missile, it were Russian soldiers.

https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2015/01/27/is-this-the-launch-site-of-the-missile-that-shot-down-flight-mh17/comment-page-3/#comment-14583

Es gibt keinen Grund mehr, die eigene Voreingenommenheit zu verbergen. In der aktuellsten „journalistischen“ Überprüfung der Eliot Higgins-Bellingcat-Findungen durch die australische „60 Minutes“-Sendung tritt Higgins als politischer Journalist auf, während der Reporter in die Rolle desjenigen schlüpft, der durch seine oberflächlichen Bellingcat-Überprüfungen den ultimativen Beweis dafür präsentiert, daß „die Russen“ MH 17 abgeschossen haben:

MH17 | 60 Minutes | A Special Investigation [FULL]

CosplayerProductions

Veröffentlicht am 18.05.2015

Who shot down MH17? 60 Minutes tracks the killers deep inside rebel territory.

It is one of the most shocking war crimes of modern times. A passenger jet shot out of the sky, killing 298 people, 38 of them Australian. The images of the wreckage and debris of Flight MH17 strewn across the fields of Ukraine are seared into our memory. Australia’s leaders vowed to hunt down the killers, but nine months on no one has been held to account. This Sunday on 60 Minutes, reporter Michael Usher travels deep into Russian-controlled, eastern Ukraine to conduct a forensic investigation, painstakingly piecing together the evidence that leads to the very spot from where the missile was fired, finally revealing the proof about who shot down MH17.

Reporter: Michael Usher
Producer: Stephen Rice

https://www.youtube.com/watch?v=RrI0xrnvops

Dieses Reporter-Vertrauen der Transatlantiker in Bellingcats „Leistungen“ wird u.a. dadurch genährt, daß der wohlbekannte russische Invasionen-Erfinder General Breedlove Bellingcat lobte, weil er eine Seite einrichtete, auf der der interessierte Jedermann – jeder weiß, von welchem Interesse die ermunterte Gemeinde geleitet ist – Bilder von „russischem“ Kriegsmaterial im Donbass einstellen durfte.

Tweet Breedlovehttps://twitter.com/pmbreedlove/status/564855335627018242

Breedloves Link verweist auf diesen Bellingcat-Artikel:

Bellingcat Launches the Ukraine Conflict Vehicle Tracking Project

February 3, 2015

By Veli-Pekka Kivimäki

[…]

https://www.bellingcat.com/resources/2015/02/03/ukraine-conflict-vehicle-tracking-launch/

Eliot Higgins wird nicht müde, darauf hinzuweisen, daß er diesbezüglich auch mit dem Atlantic Council zusammenarbeite – was den Kreis schließt:

Bellingcat Atlantic Councilhttps://twitter.com/EliotHiggins/status/599900813486592000

Der von ihm gepostete Link verweist darauf, daß wir am 28.5.2015 Großes von den Transatlantikern zu erwarten haben:

May 28, 2015

Hiding in Plain Sight: Putin’s War in Ukraine and Boris Nemtsov’s Putin. War.

Russia is at war with Ukraine. The war’s toll—more than 6,000 dead, tens of thousands wounded, and nearly 1.3 million displaced persons—is the direct result of Russian President Vladimir Putin’s efforts to establish control over Ukraine. Putin continues to deny Russia’s military involvement, though the evidence that the Kremlin is directing the war is overwhelming.

Please join the Atlantic Council and the Free Russia Foundation for the release of two independently produced reports: Hiding in Plain Sight: Putin’s War in Ukraine and the English language release of Boris Nemtsov’s, Putin. War., on Thursday, May 28, 2015, from 2:00 p.m. to 3:30 p.m. at theAtlantic

http://www.atlanticcouncil.org/events/webcasts/hiding-in-plain-sight-putin-s-war-in-ukraine-and-boris-nemtsov-s-putin-war

Da die USA zwischenzeitlich ihren Kurs geändert haben und auf Diplomatie gegenüber Rußland und Einhegung der Kiew-Aggressionen durch die energische Victoria Nuland setzen, wird Bellingcat genauso entbehrlich werden wie das Atlantic Council.

Aber davon wußte Marcus Bensmann und sein Correctiv-Team ja noch nichts, als er sich im November 2014 auf die sicherlich vom SPIEGEL finanzierte Reise machte. Mit ein paar Grillen im Kopf: denn von Correctiv wird eine Karte mit einem unterstellten Reiseweg der Buk gepostet, die an der Fähigkeit zur Logik von Bensmann/Crawford zweifeln läßt:

Correctiv Karte Weg der Bukhttps://mh17.correctiv.org/wp-content/uploads/2014/12/karte-kampfgebiet1.jpg

Da fährt die Buk, vermutlich selbständig, aus Rußland eigens nach Donezk, nur um dort bei einer von den Rebellen requirierten Baufirma (laut Paris Match) auf einen Tieflader geladen zu werden ­– um danach nach Snischne zurückgefahren zu werden? An einen Ort, an dem sie zuvor blöderweise vorbeigefahren war? Come on.

In der SPIEGEL-Präsentation wird in einem Video demgegenüber diese Graphik eingeblendet:

Spiegel Kursk Rostowhttp://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/mh17-wer-hat-die-boeing-ueber-der-ukraine-abgeschossen-a-1011983.html

Im SPIEGEL 3/2015 (Print) heißt es hierzu vage:

Das Bellingcat-Team fand bis heute insgesamt 20 Videos, die den Weg des Konvois zwischen dem 23. Juni (Kursk) und dem 25. Juni (Millerowo) zeigen.

Die Abschussrampe mit der Nummer „3×2“ ist auf vielen dieser Videos zu sehen. Neben der fehlenden mittleren Ziffer weist sie ein weiteres Merkmal auf: einen auffälligen weißen Fleck am Chassis. Zudem bilden Beschädigungen am Chassis über den Panzerketten ein charakteristisches Profil, eine Art Fingerabdruck.

Satellitenaufnahmen des russischen Militärstützpunktes in der Nähe von Rostow – 60 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt – lassen vermuten, dass der Konvoi mit den Raketenabschussrampen dort landet – die Zahl der Militärfahrzeuge nimmt deutlich zu.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-131242892.html

Kein Wunder, daß die Zahl der Militärfahrzeuge dort zunahm, schließlich fanden dort Übungen statt. Beide eingezeichnete Wege sind Fiktion – denn Bellingcat ist damit gescheitert, die Buk 3_2 aus Kursk, für ihn Tatwerkzeug des Abschusses der MH 17 im Donbass, in die Nähe der Ukraine zu „transportieren“. Das ist für jeden ersichtlich. Das war es auch für Correctiv und SPIEGEL.

Belllingcat präsentiert in seiner zusammenfassenden Studie am 8.11.2014 lediglich dies:

Das Bellingcat MH17 Untersuchungsteam hat 16 [also nicht 20] Videos auf Social Media Websites wie VKontakte, YouTube, Instagram und Odnoklassniki, die die Bewegung des 53. Brigade Konvois von Kursk am 23. Juni bis Millerowo 29 am 25. Juni zeigen gefunden.

https://www.bellingcat.com/wp-content/uploads/2014/11/bellingcat_-_bericht.pdf

[S. 14]

Die Fußnote 29 zu „Millerowo“ verlinkt auf dieses Video, das absolut nichts mit den Findungen in Rußland zu tun hat:

Veröffentlicht am 26.08.2014

Уничтоженная военная техника из Шахтерска едет на парад в Донецк.
Запись сделана 23 августа

https://www.youtube.com/watch?v=GDy8wnfYzVI

Per Google-Übersetzer ins Englische übertragen:

Destroyed military equipment from Miner rides on parade in Donetsk.
Recorded on August 23

Dieses Video gehört vielmehr zur „Beweisführung“ Bellingcats, daß die Rebellen auch noch im August über den Tieflader verfügt hätten, mit dem am 17.7.2014 die Buk von Donezk nach Snischne transportiert worden sei:

Am 26. August 2014 wurden ein Foto und ein Video eines identischenTiefladers online veröffentlicht. Im Video spielt eine Frau ein Rolle, die bereits in früheren von Separatisten gefilmten Videos zu sehen war, und wahrscheinlich wurde der Tieflader verwendet, um ein beschädigtes Fahrzeug zu transportieren.

https://www.bellingcat.com/wp-content/uploads/2014/11/bellingcat_-_bericht.pdf

[S. 12]

Auch die englischsprachige Version der Bellingcat-Studie vom 8.11.2014 führt nicht weiter, was die propagierten Findungen hinsichtlich der russischen Buk 3_2 angeht; im Gegenteil – diese weitere Fehlleistung deutet vielmehr auf eine bewußte Verschleierung hin:

The Bellingcat MH17 investigation team has collected 16 videos posted on social media sites including VKontakte, YouTube, Instagram, and Odnoklassniki that show the 53rd Brigade’s convoy moving from Kursk on June 23rd to Millerovo  on June 25th. The Bellingcat MH17 investigation team has also been able to identify the exact location at which each video was filmed and, by matching vehicles visible in different videos, to confirm that all these 16 videos show the same convoy.

https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2014/11/08/origin-of-the-separatists-buk-a-bellingcat-investigation/

Tippt man dieses Versprechen der “exact location” an, so gerät man ins Niemandsland eines “Article not found”. Bellingcat vertraut, offenbar zurecht, darauf, daß niemand seine Berichte gründlich liest.

Man muß sich also auf die mühsame Suche nach früheren Artikeln auf der Bellingcat-Seite mit Nachforschungen in Rußland machen. Und da findet man diesen Artikel:

Images Show the Buk that Downed Flight MH17, Inside Russia, Controlled by Russian Troops

September 8, 2014

By Magnitsky

New evidence has been found that shows the Buk missile system that was used to shoot down MH17 on the 17th of July came from Russia, and was most likely operated by Russian soldiers. Using videos posted by locals in Russia’s Belgorod region back in June it has been possible to identify the Buk missile launcher seen in Ukraine on July 17th as part of a convoy of Buk missile launchers. It has also been possible to identify the Russian brigade the Buk is likely to have belonged to, and who may have operated the Buk missile launcher when it was in Ukraine.

The Buk launcher can be identified because of a number of features, including white markings on the left side side of its chassis, and what looks like the traces of a number that has been painted over. Here is a comparison of the Buk seen in previously unpublicised video taken in Russia on the 23rd of June with a well known image from Paris Match, which shows a Buk in Donetsk at 9am on July the 17th.

[…]

On the left: the Buk in a column of Russian military vehicles seen on the evening on the 23rd of June on the motorway from Staryy Oskol to the OEMK steel works in the Belgorod area.

[…]

Left: Same Paris Match image as above. On the right: image from a video taken near the Magnit store in Alexeyevka, Russia on the 24th of June. [Source]

[…]

https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2014/09/08/images-show-the-buk-that-downed-flight-mh17-inside-russia-controlled-by-russian-troops/

Da muß man schon sehr viel glauben, bis man was sehen kann.

Viele Links funktionieren nicht (mehr), es wird hilflos herumgetastet. Das Referenzbild ist immer das fragwürdige Buk-Foto von Paris Match aus dem Artikel vom 25.7.2014, gravierend geändert am 29.7.2014 (Austausch des angeblichen Aufnahmeorts Snischne in den zutreffenden Aufnahmeort Donezk).

Am 29.9.2014 tastet sich das Bellingcat-Team weiter vor:

Geolocating the MH17 Buk Convoy in Russia

September 29, 2014

By Veli-Pekka Kivimäki

[…]

Putting all these data points together we can plot these points on a map, which would fit on a possible route from Kursk to Alexeevka.

https://www.bellingcat.com/resources/case-studies/2014/09/29/geolocating-the-mh17-buk-convoy-in-russia/

Genau. Dort, bei Alexejewka, enden alle Nachweisversuche, diese ausschließlich für Bellingcat bedeutsame BUK mit der Nummer 3_2 zu orten – weit weg von der ukrainischen Grenze. Und auf kritische Kommentare zu seinen Findungen hatte der Belllingcat-Autor auch nichts Erhellendes beizutragen:

 Rob – September 30th, 2014

Thank you Veli-Pekka and team at Bellingcat, for this awesome work in tracking down the MH-17 BUK system. I’m a great admirer of your work, and hope that by crowd sourcing we can shed some light on this disaster.

One question I have :
You made a pretty compelling case that the convoy (most notably with the important BUKs) went through Gorodishche [Coordinates: 51.137286, 38.064599].

But in doing so, it will approach Alexeyevka from the North, and it would be almost impossible for the convoy to go through the Magnit store intersection in Alexeyevka, which you would only get through if you were to approach Alexeyevka from the south…

Is this convoy doing some sort of “parading” ?

https://www.bellingcat.com/resources/case-studies/2014/09/29/geolocating-the-mh17-buk-convoy-in-russia/comment-page-1/#comment-1496

Rob – September 30th, 2014

I’m sorry. I should have been more clear :
In the Magnit store Alexeyevka intersection video, both BUK 232 and suspect BUK 3’2 come from the right (the south) which suggests they took highway P185 to Alexeyevka. But if they did, they should not have come through Gorodishche. Isn’t that odd ?

https://www.bellingcat.com/resources/case-studies/2014/09/29/geolocating-the-mh17-buk-convoy-in-russia/comment-page-1/#comment-1498

Schon komisch, in der Tat. Der Bellingcat-Autor stimmt zu:

Veli-Pekka Kivimäki – September 30th, 2014

The Alexeyevka scene is quite interesting, don’t have a solid explanation what happened. Seems the convoy had either split up and was regrouping, or some kind of reordering was going on. It’s also the last known video currently of this convoy together.

https://www.bellingcat.com/resources/case-studies/2014/09/29/geolocating-the-mh17-buk-convoy-in-russia/comment-page-1/#comment-1520

Rob – October 1st, 2014

A re-ordering makes sense ; Russian military may often do that to avoid satellite tracking of individual vehicles.

The Alexeyevka intersection video is still very interesting though.

It seems that most vehicles (including TELAR 232 and suspect TELAR 3’2) are moving towards the train station (along with TELAR 221, 231, loader 323), while loader 223, TELAR 211 and 212 are moving back into the direction that the convoy came from…

https://www.bellingcat.com/resources/case-studies/2014/09/29/geolocating-the-mh17-buk-convoy-in-russia/comment-page-1/#comment-1533

Da kann man natürlich die tiefsinnigsten Spekulationen anstellen; festzuhalten ist, daß sich der Konvoi in und bei Alexejewka auflöste, und danach gab es von ihm keine Spur mehr. Insbesondere nicht von der von Bellingcat als russisches Tatwerkzeug in der Ukraine angenommenen BUK-Startrampe (TELAR) mit der Nummer 3_2.

Der fehlende Link zu den vagen Findungen des Bellingcat-Teams über russische BUK-Bewegungen ist offenbar gewollt, denn der beglaubigende Artikel, was Millerowo in der Nähe der ukrainischen Grenze angeht (35 km entfernt), sieht so aus (und ist erst am selben Tag des zusammenfassenden Artikels, am 8.11.2014, „unauffindbar“ erstellt worden):

Geolocating the June Russian Buk Convoy in Millerovo

November 8, 2014

By Eliot Higgins

One of a series of videos that shows a convoy containing the Buk linked to the downing of MH17 was reportedly filmed near the town of Millerovo. The following demonstrates how it’s possible to use a combination of satellite map imagery and Google Street View imagery to find the exact location the video was filmed.

The video was originally uploaded here, with the date and time on the camera shown to be 11:31am on June 25th.

[…]

https://www.bellingcat.com/resources/case-studies/2014/11/08/geolocating-the-russian-buk-convoy-in-millerovo/

Das offenbar einzige Millerowo-Video war schon kurze Zeit später nicht mehr zugänglich, und die von Bellingcat in diesem bewußt ausgegrenzten Nebenartikel geposteten Standbilder aus diesem Video zeigen keine BUK-Abschußrampe. Inwiefern es sich um denselben Konvoi, der in Kursk startete, handeln soll, wird ebenfalls nicht ersichtlich. Auf die nachfolgenden Fragen eines Kommentators geht Eliot Higgins nicht ein:

Wouter (dutch) – November 20th, 2014

Hi Eliot,

Unfortunately, I cannot get to the url you give in this post: http://www.odnoklassniki.ru/video/13597280818. Any suggestion?

What is your conclusion based on what you’ve analysed? Is it authentic?

https://www.bellingcat.com/resources/case-studies/2014/11/08/geolocating-the-russian-buk-convoy-in-millerovo/comment-page-1/#comment-3552

Dabei betont Higgins doch gern, daß er wichtige Videos umgehend sichert. Das gehört schließlich zum Handwerkszeug eines Laptop-Detektivs. Gab es Gründe, dieses Video zu verstecken?

Auch auf der am 9.11.2014 veröffentlichten interaktiven Karte von Bellingcat wird zu Millerowo lediglich dieses Foto gezeigt:

Bellingcat Millerowo Maphttps://www.mapbox.com/labs/bellingcat/index.html

Auch hier ist kein BUK TELAR zu sehen, und schon gar keiner mit der Nummer 3_2.

Das letzte Mal wurde laut Bellingcat-Map vom 9.11.2014 die fragliche BUK an einem unbestimmten Tag südlich bei Alexejewka gesichtet, weit entfernt von der ukrainischen Grenze:

Bellingcat Alexejewka Maphttps://www.mapbox.com/labs/bellingcat/index.html

Halbseidener geht es nun wirklich nicht mehr.

In der SPIEGEL-Präsentation wird aus dem Millerowo-Video immerhin eine BUK-Abschußrampe gezeigt – man fragt sich, wieso Bellingcat auf dieses Bild verzichtete:

Spiegel Millerowohttp://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/mh17-wer-hat-die-boeing-ueber-der-ukraine-abgeschossen-a-1011983.html

Da wächst zusammen, was zusammengehört. Zwei Ideologen arbeiten mit Bellingcat zusammen, der seine Nicht-Findungen mühsam verbirgt. Und sie dennoch zur Schau stellt.

Ich habe es zwar nicht für möglich gehalten, aber merkwürdigerweise hat Bellingcat das verschwundene Millerowo-Video

http://ok.ru/video/13597280818

dann doch wieder gepostet.

Am 13.5.2015 erschien ein langatmiger Bellingcat-Bericht, dessen Zweck es wohl war, für die strafrechtlichen Ermittler des JIT Zeugen zu finden, die die fragliche BUK 3_2, wie von Bellingcat beweislos behauptet, in die Ukraine gefahren haben könnten.

Routes, Destinations, and Involvement of the 2nd and 147 th Automobile Battalions in the June and July 2014 Buk Convoys

A bell¿ngcat Investigation

https://www.bellingcat.com/wp-content/uploads/2015/05/Routes-Destinations-and-Involvement-of-the-2nd-and-147th-Automobile-Battalions-in-the-June-and-July-Convoys.pdf.pdf

Der Immer-noch-Bellingcat-Fan Correctiv erkennt messerscharf, daß es hier um wertvolle Beweise gegen Rußland geht – eine geteilte Ideologie verbindet nun mal:

CORRECT!V@correctiv_org

Neuer Report von @bellingcat trägt weitere Belege zusammen für die Verantwortung Russlands beim Abschuss von #MH17: https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2015/05/13/tracking-the-trailers-investigation-of-mh17-buks-russian-convoy/ …

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23:47 – 14. Mai 2015

https://twitter.com/correctiv_org/status/599103834355605504

und postet den Link zu dem zusammenfassenden Ergebnis des über 5o-seitigen PDF-Berichts:

Tracking the Trailers: Investigation of MH17 Buk’s Russian Convoy

May 13, 2015

By Bellingcat

[…]

Dmitry Z, the driver of truck 6902 HH 50, which hauled Buk 232 in the 23-25 June convoy, did not transport Buk 3×2 to the border (he transported other vehicles to the border area during his last ride with his truck just before the end of his service). However, he might possibly know who did, considering that driver was behind him in the convoy with Buk 3×2. And, looking at the connections the drivers have on VK, it seems that the drivers of the Buk convoys may know each other.

[…]

https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2015/05/13/tracking-the-trailers-investigation-of-mh17-buks-russian-convoy/

Der Berg kreißt, und er gebiert eine Maus. Diesen Nicht-Zeugen hatte die ukrainische Propagandaseite Informnapalm bereits zuvor präsentiert, unter voller Namensnennung (am 12.5. in Russisch, am 13.5. in Englisch):

https://en.informnapalm.org/the-last-haul-of-the-russian-soldier-to-mh17/

Es gibt kaum noch etwas, das Bellingcat von einer derartigen Seite unterscheidet.

Immerhin gab es für mich ein Erfolgserlebnis:

Auf S. 35 des PDF-Berichts von Bellingcat

https://www.bellingcat.com/wp-content/uploads/2015/05/Routes-Destinations-and-Involvement-of-the-2nd-and-147th-Automobile-Battalions-in-the-June-and-July-Convoys.pdf.pdf

wird in Fußnote 42 zu diesem Video verlinkt:

[0024] Идут войска к границе трасса Миллерово-Луганск

Bellingcat Vehicle Tracking Project

Veröffentlicht am 08.03.2015

0024

Original link: http://ok.ru/video/13597280818

https://www.youtube.com/watch?v=VrjbVIv61qE

Per Google übersetzt:

Go troops to the border route Millerovo-Lugansk

Da ist es also still und leise schon im März 2015 wieder aufgetaucht, das verschwundene Millerowo-Video!

Man sieht deutlich: dort ist weder die BUK 232 noch die BUK 3_2 zu erblicken. Sondern lediglich eine BUK mit der Nummer 200 (die der SPIEGEL zeigte) und ein BUK-Raketenlader (den Bellingcat zeigte) ohne Nummer. Ansonsten nur zahlreiche LKW und vier massive verhüllte Transportgegenstände, bei denen es sich um BUK-Kommando- oder Radarfahrzeuge handeln könnte, deren Elektronik vor Nässe geschützt werden mußte. Simple BUK TELAR-Abschußrampen wurden bei Transporten in Rußland niemals komplett verhüllt.

Millerovo Buk 200 Sek 26Millerovo Buk oN Sek 27

Millerovo Buk oN Sek 28Mag Bellingcat weiter seine Phantom-BUK und Phantom-Zeugen jagen…

Marcus Bensmann von Correctiv tut nichts weiter, als Bellingcats Bilder erneut – und schlechter – zu fotographieren.

Hier meint er, am Ort der Aufnahme der Paris Match-BUK in Donezk zu sein. Abgesehen davon, daß auf dem Foto die Umgebung nicht zu sehen ist, hat er sich auch noch die falsche Stelle ausgesucht, wie ein Vergleich zeigt:

Correctiv Donezkhttps://mh17.correctiv.org/wegbuk_german/

Paris Match Bukhttp://www.parismatch.com/Actu/International/EXCLU-MATCH-Un-camion-vole-pour-transporter-le-systeme-lance-missiles-577289

Man sieht, daß der Transporter auf einem sich verjüngenden Standstreifen parkt, der im Bensmann-Foto nicht zu sehen ist. Ich kann mir keine Entschuldigung ausdenken, die Marcus Bensmann für diesen Fehlgriff vorbringen könnte. Schließlich heißt es in dem von ihm mitverfaßten SPIEGEL-Artikel:

Donezk, Ukraine, 11 Uhr Ortszeit

Auf der Schnellstraße N21 nach Luhansk fotografiert ein französischer Journalist [!] am Stadtausgang von Donezk einen auffälligen weißen Volvo-Sattelschlepper mit einem roten Tieflader. Die N21 ist hier noch zweispurig, beide Fahrtrichtungen sind durch einen Mittelstreifen getrennt. Der Tieflader steht auf dem Standstreifen, in Fahrtrichtung Osten.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-131242892.html

Die Ungereimtheiten, die im Zusammenhang mit der Herkunft und der Publizierung dieses Paris Match-Fotos aufgetreten sind, habe ich in der zweiten Hälfte meines letzten Beitrags ausführlich erörtert:

https://gabrielewolff.wordpress.com/2015/01/19/ukraine-informationskrieg-um-mh-17-3/

Und danach war es naheliegend, die Behauptung, dieses Fahrzeug sei am 17.7.2014 von einer „équipe de Paris Match“ oder einem „französischen Journalisten“, wie der SPIEGEL unterstellt, fotographiert worden, für unglaubhaft zu halten. Schon damals hätte ich wissen können, daß diese Behauptung des Reporters Alfred de Montesquiou tatsächlich falsch war. Den Beweis lieferte er nämlich selbst in einem langen Artikel, der einen Tag vorher, am 24.7.2014, in Paris Match erschienen war. Das bzw. die beiden Fotos der BUK in Donezk sind ihm zugespielt worden, als er sich ab dem 18.7./19.7.2014 in der Ukraine aufhielt.

Vol MH 17

Le massacre des innocents

Grabovo, le 17 juillet. A quelques kilomètres de la frontière russe, les premiers sauveteurs arrivés sur les lieux du drame éteignent les flammes de l’incendie du Boeing 777. © Capucine Granier-Deferre

Le 24 juillet 2014 | Mise à jour le 27 juillet 2014
De notre envoyé spécial en Ukraine Alfred de Montesquiou

[…]

http://www.parismatch.com/Actu/International/Vol-MH-17-Le-massacre-des-innocents-577249

In diesem hochspekulativen Artikel, der sich entsprechend der Blattlinie von Paris Match:

http://www.parismatch.com/Actu/International/Crash-en-Ukraine-Tant-pis-pour-les-avions-C-est-la-guerre-576131

bemüht, „den Russen“ die Schuld in die Schuhe zu schieben, wird behauptet, ein Zeuge am Absturzort namens „Alexandre“ und mehrere andere Zeugen hätten mitgeteilt, einen Abschuß aus Snischne wahrgenommen zu haben (während der Luftunfall-Experte Alain Diehl in demselben Artikel nachvollziehbar einschätzt, die Zeugen hätten den Abschuß weder hören noch sehen können); auch der ukrainische Geheimdienst habe erklärt, Rebellen in der Nähe von Snischne hätten die MH 17 abgeschossen. In Snischne seien zudem am 15.7.2014 (nach anderen, glaubwürdigeren, Artikeln am 16.7.2014) elf Menschen bei einem ukrainischen Luftangriff auf einen Vorort von Snischne gestorben. Danach heißt es, nachdem wahrheitswidrig behauptet wird, die CIA habe die Authentizität der vom ukrainischen Geheimdienst herausgegebenen “Telefonmitschnitte” bestätigt:

Des témoins fiables ont ainsi montré à Paris Match la photo volée d’un système lance-missiles Buk en train d’être conduit, justement vers ­Snijne, le matin même de l’incident. L’arme est transportée par un semi-­remorque aisément reconnaissable : il est blanc avec un gros liseré bleu sur le capot, et un panneau jaune canari sur le bord. Or, le renseignement ukrainien a, depuis, fait circuler les images d’un semi-­remorque repassant la frontière russe à la nuit tombée, au lendemain du crash. On discerne sans peine le même camion.

http://www.parismatch.com/Actu/International/Vol-MH-17-Le-massacre-des-innocents-577249

Meine Übersetzung:

Auch haben glaubwürdige Zeugen Paris Match ein heimlich aufgenommenes Foto eines BUK-Systems gezeigt, das gerade, genau an diesem Morgen des Zwischenfalls, nach Snischne transportiert wurde. Er wird auf einem leicht wiedererkennbarem Sattelschlepper transportiert: er ist weiß mit einer großen blauen Verzierung auf der Kabine und hat ein kanariengelbes Schild an der Seite. Zudem hat der ukrainische Geheimdienst zwischenzeitlich die Bilder eines Sattelschleppers verbreitet, der die russische Grenze im Schutz der Dunkelheit am Tag nach dem Absturz wieder überquert. Man erkennt mühelos denselben Lastwagen wieder.

Fotos glaubwürdiger Zeugen, die den ukrainischen Geheimdienst bestätigen, werden also mühelos als Fotos der „équipe de Paris Match“ eingemeindet. Kein Wunder, daß de Montesquiou über Aufnahmeort und -zeit nicht orientiert war und keine EXIF-Daten herausgab. Über die dürfte er schlicht nicht verfügen.

Die Paris Match-Fotos müssen als verbrannt gelten. Die einzigen Referenzfotos von Bellingcat, mit denen er die Identifizierung einer russischen BUK aus Kursk versucht, sind nicht nur qualitativ für derlei Versuche ungeeignet, sondern schon durch ihre Herkunft derartig kontaminiert, daß sie seriöserweise als Vergleichsmaterial ausscheiden müssen.

In Tores hat Bensmann, was nicht weiter schwierig war, den richtigen Standort erwischt. Bedeutet das auch, daß dort am 17.7.2014 eine BUK transportiert wurde bzw. sogar mitten auf einer Kreuzung „parkte“?

Correctiv ToresHatte Bensmann im Donbass nur ein Billig-Handy dabei oder wie erklärt sich die schlechte Qualität seiner Fotos?

Das bessere Foto hat der niederländische Bürgerjournalist Max van der Werff am 18.4.2015 gemacht – und er hat, wie sich das für einen Journalisten gehört, auch Erkundigungen eingeholt. Wenn man schon mal vor Ort ist…

Tweet Max Toreshttps://twitter.com/MaxvanderWerff/status/599862407306092544

Ein Vergleich mit dem vielfach getweeten Bild des BUK-Transports in Tores (Ausschnitt):

Torez A BukIst es wirklich plausibel, daß der BUK-Transporter sich in Höhe des Hauses mit den Streifen an den Hausecken in einer Abwärtsbewegung befindet, während die Straße bis zu diesem Haus relativ steil ansteigend ist?

Bensmann erklärt nicht, ob er in Tores nach Zeugen gesucht, aber eventuell keine bestätigenden Zeugen gefunden hat. Möglicherweise kannte er diesen vergeblichen Versuch von Kollegen, die das schon zeitnah am 22.7.2014 unternommen hatten.

Malaysia Airlines MH17 crash: Was a Russian-made missile really parked in this quiet square?

Andrew Buncombe , Cahal Milmo

Tuesday 22 July 2014

It is a photograph that could play a crucial role in proving the deadliest of deeds. Or else it could be dismissed as a fake, nothing more than crude propaganda.

At the weekend, Ukraine’s security services (SBU) released photographs and videos it said proved that Russian-made BUK-M1 surface-to-air missile systems were inside the rebel-held area shortly before Malaysian Airlines MH17 crashed to the ground.

Among the images, said to have been taken on the day of the tragedy, was one of a missile system, either parked or passing through the rebel-controlled town of Torez, barely five miles from where Boeing 777 tore into fields of wheat and sunflowers. According to Vitaliy Nayda, head of the SBU’s counterintelligence unit, the image was “evidence” of Russia’s involvement.

But on Tuesday, when The Independent visited the site where the image was taken and showed it to local people, they claimed they had seen no such missile truck and dismissed the image as hoax. “All the Ukrainian media is lying,” said one man, Andrei Sushparnov. “We have no missiles. If we did, would the Ukrainians be bombing our cities?”

[…]

“I saw this picture on the internet. But there was no such vehicle parked here,” said Svetlana Eivashenko, a 50-year woman with red hair. “I wish Ukraine would leave Donetsk in peace.”

The photograph released by Ukrainian intelligence appears to have been taken from somewhere on the forecourt of the Pit Stop Market and petrol station, located close to the junction of Gagarin and 50th Anniversary of the USSR streets in central Torez. Nearby is a large statue dedicated to coal miners, for whom this area of eastern Ukraine is famous.

The staff at the petrol station said none of them had been on duty last Thursday. A woman who gave her name as Diana and who worked in a toy shop called Briefcase, said she had been at work last Thursday and had seen nothing, even when she stepped out for a cigarette break. “I did not see that, for sure,” she said.

[…]

Mr Toler [Bellingcat-Mitarbeiter] admitted there was no irrefutable proof the image was taken on July 17 as claimed by the Ukrainians. But he said an internet search revealed the picture did not appear before the 17th. „And it matches accounts in other videos and pictures along with audio intercepts,“ he said.

The Independent spent around 90 minutes at the location in Torez, at times drawing a number of animated locals who looked at the image and shook their heads.

The only hint of a positive answer came indirectly from a woman working in the Sport betting shop. She had also been off last Thursday but her colleague, whom she contacted on the telephone, said she had „heard something heavy passing by“.

The woman said her friend did not wish to speak any further and added: „There are tanks passing by here all the time.“

http://www.independent.co.uk/news/world/europe/malaysia-airlines-mh17-crash-was-a-russianmade-missile-really-parked-in-this-quiet-square-9622031.html

Einen Zeugen hat Marcus Bensmann dann doch noch aufgetrieben. Leider fälschlicherweise im Norden von Snischne. Meine Frage dazu hat er nicht beantwortet, wie er sich auch sonst in Schweigen über seine mißlungene Reportage hüllt:

Gabriele Wolff

am 02.04.2015 01:27:20

Was sagen Sie dazu, Herr Bensmann, daß sämtliche anderen Rechercheure, von Bellingcat bis zum Rechercheteam der SÜDEUTSCHEN mit dem ör Fernsehen und Reuters, den Abschußort der Buk nicht wie Sie nördlich von Snischne in Puschkin, sondern südlich von Snischne zwischen Pervomais’ke und dem Dorf “Roter Oktober” lokalisiert haben? Auch die von RTL in Auftrag gegebene Studie kommt zu diesem vom SBU vorgezeichneten Ergebnis.

Was soll man also von den wackelnden Ziegeln in Puschkin halten?

Und wieso haben Sie nicht in Pervomais’ke gesucht, wo vor und nach Ihnen alle anderen gesucht haben? Dazu haben Sie jegliche Erklärung vermissen lassen.

https://correctiv.org/blog/2015/01/27/mh-17-zum-hintergrund-unserer-recherche/#comment-137

Tja. Vermutlich hat er es versucht und ist genauso gescheitert wie Roland Oliphant vom TELEGRAPH, der genauso russenfeindlich eingestellt ist wie ukraine@war, auf dessen Lokalisationsspuren eines Abschußortes südlich von Snischne er sich zeitnah am 22.7.2014 begab.

MH17: the clues which may lead to missile launch site

Telegraph pursues clues on the ground in Eastern Ukraine to try and track down where rocket launcher was based

By Roland Oliphant, Snizhnoye

9:39PM BST 22 Jul 2014

[…]

None the less, the quest for the launch site is a frustrating search for a needle in a wheat field.

Two possible launch sites – a rundown collective farm and a nearby wheat field – showed some track marks but no sign of any rocket launch whatsoever.

In the middle of one proposed launch site, an ancient combine harvester sedately chewed its way through the wheat on a rise that gave excellent views in all directions – including towards the MH17s flight path.

It seemed an ideal spot to park a radar unit for an anti-aircraft missile. But Vassily, the driver, said he had neither heard nor seen anything like signs of a missile launch.

„No, haven’t heard or seen anything like that. That said, I can’t even hear the shelling when I’m in the cab,“ he said.

„But the field down the way burnt the other day. Don’t know why. You might have a look there.“

The location of the fire lies on the supposed flight path of the rocket, and track marks – though indistinct – are present. Some unidentifiable bits of green plastic littered the site of the fire.

It is well within rebel control, in easy reach of the Russian border, and in an area where the Ukrainian air force has struck rebel positions in the past.

But with a strip of recently ploughed land running straight through the potential site, the evidence is inconclusive.

To add to the difficulties, experts approached by the Telegraph said a Buk launcher is a relatively light piece of kit. So any telltale track marks are unlikely to be particularly distinguishable.

„The launch of the surface-to-air missile leaves scorched strip behind the launcher, so the second picture in theory might be taken at the place where launcher stood,“ said Igor Sutyagin, a Russian military expert at the Royal United Services Institute (Rusi) said.

The photograph of the missile’s smoke trail also suggests the launch was „nearly vertical“ he said.

„In this case the plume from the missile’s nozzles will be to the very large extent ‚deflected‘ by the hull of the launcher.“

That might also place the launch site further north, much closer to the crash site.

Wherever it was fired from, the search for the Buk will be a long one.

http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/europe/ukraine/10984530/MH17-the-clues-which-may-lead-to-missile-launch-site.html

Das sah düster aus, sowohl für die “Analysen” aufgrund des Wölkchenfotos als auch für bestätigende zeitnahe Aussagen von Bewohnern dieser Gegend.

Marcus Bensmann bekam es mit einem der typischen „Zeugen“ zu tun, die Monate nach einem Ereignis, das sie nur am Rande mitbekommen haben, nicht mehr wissen, was sie wahrgenommen und was sie später erfahren haben. Hinzu kommen bei derartig verspäteten Recherchen bekanntlich der übliche Zeugentypus, der sich wichtig macht, sowie derjenige, der eine eigene politische Agenda verfolgt. Aussagepsychologie ist Reportern, die mit der Tür ins Haus fallen, so unbekannt wie überflüssig. Sie wollen O-Töne, die ihre Sicht der Dinge plakativ bestätigen.

Und so wird die Zeugenaussage eines Mannes in dem nördlich von Snischne befindlichen Dorf Puschkin von Bensmann in seiner „Hauptgeschichte“ präsentiert [Hervorhebungen von mir]:

Zwei Tage später ein weiterer Besuch. Es ist noch früh. Die Straßen in der Siedlung sind leer. Wieder bellen Hunde, sie zerren hinter Metalltoren an Ketten. Nach langem Klopfen öffnet ein Bewohner seine Haustür. „Vielleicht sind Sie ein Spion?“, ist die erste Frage nach einer hastigen Begrüßung. Am 17. Juli 2014 war er am Ort. Die Frage nach diesem Tag macht ihm Angst.

„Ich erinnere mich. Aber wissen Sie, ich sage Ihnen dazu nicht alles. Das könnte schlecht für mich enden.“ Der Reporter stellt sich vor. Er zeigt seine Ausweise. Er sagt, er sei hier, um mehr zu erfahren. Die Menschen in Europa wollten wissen, was passiert ist, warum so viele aus ihrer Mitte hier in der Ukraine sterben mussten, abgeschossen in einem friedlichen Flugzeug.

Der Mann stockt. Dann fängt er an zu erzählen: „Sie haben es mit einer Rakete abgeschossen. Die Rakete haben sie von dort abgeschossen. Wir haben sie gesehen, wie sie geflogen ist.“

Er weist auf den Bahndamm. Ein Freund von ihm habe die Raketen vorher schon gesehen. „Er hat mich angerufen und gesagt: Dort steht so ein krasses Teil mit vier Raketen.“ Auch der Freund bleibt ohne Namen. „Er hat auch Angst. Es sind gefährliche Zeiten.“ Aber eine andere Frage beschäftigt den Zeugen auch noch. „Sie haben alles geplant. Ich weiß nur nicht, warum Sie es hier hin gekarrt haben.“

Endlich kommt er ins Reden. “Ich war im Hof und habe eine Explosion gehört, einen Schlag. Da war so ein Chlop (russisch für Schlag). Die Ziegel auf dem Dach wackelten. Und dieser Schlag war dort drüben, das war hier sehr gut zu hören. Es gab so einen langen Ton. Und dann gab es eine sehr starke Explosion: Bach Bach. Und gerade als ich auf die Straße gelaufen bin, stürzte das Flugzeug ab, entlang der Straße einige Kilometer entfernt von hier. Verstehen Sie? Und man konnte sehen, wie es dort brannte.” Für den Chlop, den Schlag, hat der Zeuge eine Erklärung. “Da ist sie von dort offensichtlich losgeflogen.”

Auf die Frage ob russische Soldaten oder Separatisten die Rakete abgeschossen hätten, muss der Mann lachen. Für ihn können es nur russische Soldaten gewesen sein. “Nun, welcher Bergmann wird mit einer Rakete schießen? Das waren Spezialisten. Kann ich etwa Raketen abschießen?”

https://mh17.correctiv.org/

Ist die Aussage dieses Mannes richtig übersetzt worden? Ist sie zutreffend wiedergegeben worden?

Bensmann war – das unterscheidet ihn von seinen Nachfolgern – so großzügig, an versteckter Stelle sein Ausgangsmaterial (falls richtig übersetzt) freizugeben; und trotz der Zensur:

Zum Schutz des Zeugens vor Racheakten haben wir die Stimme von einem Schauspieler übersprechen lassen und Kürzungen vorgenommen.

läßt sich feststellen, daß die Ausage des Zeugen ganz anders ausgefallen ist als in der redaktionellen Bearbeitung auf der Correctiv-Hauptseite.

Journalist: Guten Tag. Ich bin Marcus Bensmann, ein deutscher Journalist. Ich gehe über die Dörfer und schaue, wie die Menschen so leben.

[…]

Journalist: Ich habe da noch eine Frage. Sie erinnern sich an den 17. Juli, als sie das Flugzeug abgeschossen haben, MH17, erinnern sie sich?

Bewohner: Aber wissen sie, ich sage ihnen dazu nicht alles, das könnte schlecht für mich enden.

Journalist: Das heißt, sie wollen darüber nicht sprechen?

Bewohner: Nein, ich habe Angst.

Journalist: Aber warum?

Bewohner: Ich weiss doch nicht, was sie im Schilde führen, in diesen wahnsinnigen Zeiten.

Journalist: Nur, Sie müssen verstehen. Die Menschen dort fragen das. Sie beschäftigt diese Frage.

Bewohner: Wo?

Journalist: In Deutschland.

Bewohner: Aber was wollen sie wissen? Sie haben es mit einer Rakete abgeschossen. Die Rakete haben sie von dort abgeschossen. Wir haben sie gesehen, wie sie geflogen ist. Verstehen sie? Was wollen sie noch wissen?

https://mh17.correctiv.org/die-zeugen-deutsch/

Typischerweise beginnt das Gespräch zur Sache nicht mit einer Ich-, sondern mit einer „Wir“-Aussage, die als Reduzierung auf einen Behauptungskern daherkommt. In der Folge wird sie Stück für Stück zurückgenommen. Und hätte daher nicht mehr zitiert werden dürfen.

Journalist: Sie haben es gesehen?

Bewohner: Ich war im Hof und habe eine Explosion gehört, einen Schlag. Da war so ein „Chlop“ (russisch für Schlag). Und dieser Schlag war dort drüben, das war hier sehr gut zu hören. Und dann gab es eine sehr starke Explosion. Meine Ziegel haben gewackelt. Und gerade als ich auf die Straße gelaufen bin stürzte das Flugzeug ab, entlang der Straße einige Kilometer entfernt von hier. Verstehen Sie? Und man konnte sehen, wie es dort brannte. Ich bin auf die Strasse gerannt und sehe, da kam ein sehr grosse Schlag von dort und schwarzer Rauch. Kurz gesagt, ich bin in diesem Moment rausgelaufen, als es abstürzte. Ich habe es nicht gesehen, als es flog, das habe ich alles gehört. Und es hat dann dort gebrannt.

https://mh17.correctiv.org/die-zeugen-deutsch/

In der Konkretisierung wird aus dem behaupteten Sehen einer fliegenden Rakete eine im Hof gehörte Explosion in der Nähe, danach folgt die Explosion des abgestürzten Flugzeugs nebst schwarzer Rauchwolke. Beide Ereignisse wurden jeweils nur gehört und später miteinander kausal verbunden.

Journalist: Das Flugzeug haben sie gesehen?

Bewohner: Nein, das Flugzeug habe ich nicht gesehen. Als ich nach dieser Explosion rausgelaufen bin, habe ich gehört, dass sich eine große Explosion dort ereignet hatte.

Journalist: Ja.

Bewohner: Ich war im Hof unter der Plane, höre eine Explosion: „Bach Bach“. Die Ziegel auf dem Dach wackelten und es gab so einen langen Ton. Ich bin sofort auf die Strasse gelaufen und sehe, wie es dann entlang dieser Strasse zur Erde stürzt. Es ereignete sich, dass es genau entlang dieser Strasse passierte.

https://mh17.correctiv.org/die-zeugen-deutsch/

In der erneuten Wiederholung wird deutlich, daß der Zeuge im Hof unter einer Plane stand, als die erste Explosion erfolgte – gesehen hat er nichts. Dafür sieht er plötzlich das abstürzende Flugzeug, das er zuvor nicht gesehen hatte.

Journalist: Sie haben also von hier geschossen?

Bewohner: Von dort ungefähr. Ich habe einen Schlag gehört. Ich habe unter dem Verschlag ein „Chlop“ (russisch für Schlag) gehört. Ein „Chlop“, so ein Schlag eben. Da ist sie von dort offensichtlich losgeflogen. Aber dann eine starke Explosion. Den habe ich dann von hier aus gehört. Im Himmel war eine starke Explosion. Ich bin dann zwischen Garage und Strasse rausgerannt. Habe geschaut. Aber habe nichts gesehen. Aber als ich dann gelaufen bin, da habe ich gesehen, wie es auf die Erde gestürzt ist.

https://mh17.correctiv.org/die-zeugen-deutsch/

Bei der nächsten Variante (auf eine Suggestivfrage hin) erkennt man, wie die Schlußfolgerung „Da ist sie von dort offensichtlich losgeflogen“ die wahrgenommen Ereignisse überlagert. Gleichzeitig überlagert die Information über den Absturz der MH 17 die Erinnerung an das Erlebte; denn plötzlich will der Zeuge zusätzlich sogar eine Explosion im Himmel gesehen haben – die er wegen der geschlossenen Wolkendecke bei einer Explosion in 10 km Höhe nicht gesehen haben kann.

Journalist: Haben Sie Fahrzeuge gesehen dort?

Bewohner: Wo?

Journalist: Nun, wer dort geschossen hat, also die Raketen.

Bewohner: Nun, die Fahrzeuge habe ich nicht gesehen. Aber ein Freund hat diese Fahrzeuge gesehen. Er hat mich angerufen und gesagt: Dort steht so ein „krasses Teil“ mit vier Raketen. Sie haben in der Stadt gestanden.

https://mh17.correctiv.org/die-zeugen-deutsch/

In der Stadt Snischne soll der Freund also die BUK gesehen haben – und nicht im nördlichen Vorort Puschkin, dem Wohnort des Zeugen. Das wird in der zusammenfassenden Präsentation des Interviews mehr als nur verschwiegen; im Gegenteil wird durch die Ortsbezeichnung „Bahndamm“ nahegelegt, daß der Freund eine BUK ganz in der Nähe, nämlich am Bahndamm in Puschkin, gesehen habe.

Journalist: Vier Raketen?

Bewohner: Ja, vier Raketen waren da.

Journalist: Waren das russische Soldaten oder Separatisten?

Bewohner: (lacht) Nun, welcher Bergmann wird mit einer Rakete schiessen? Das waren Spezialisten. Kann ich etwa Raketen abschiessen?

Journalist: Also das war von hier?

Bewohner: Ich weiss nur nicht, warum sie sie hierhin gekarrt haben.

https://mh17.correctiv.org/die-zeugen-deutsch/

Der Zusatz in der Präsentation: „Sie haben alles geplant. Ich weiß nur nicht, warum Sie es hier hin gekarrt haben.“ fehlt. Ob es sich hier um eine Erfindung Bensmanns oder um eine der Kürzung zum Opfer gefallene Stelle handelt – ich weiß es nicht. Irgendeine Bedeutung hat diese Aussage des unwissenden Dorfbewohners ohnehin nicht.

Journalist: Sie sind von hier.

Bewohner: Ja, ich bin von hier.

Journalist: Und das von hier geschossen wurde, dass hier Raketen gestanden haben, haben auch alle gesehen?

Bewohner: Nun, was heisst schon alle? Zu dieser Zeit sind wir nicht viel rumgefahren. Ich kenne einen, der das alles gesehen hat. Nur wird der nicht mit Ihnen reden. Er hat alles gesehen. Er hat als erster die Raketen gesehen. Er ist als erster hingefahren, nachdem das Flugzeug abgestürzt ist. Er ist hingefahren und hat geguckt. Er hat es mir erzählt.

Journalist: Nur, er wird nicht mir mir reden?

Bewohner: Kaum. Er hat auch Angst. Man weiss ja nicht, wo Du hingehst. Es sind gefährliche Zeiten. Wir haben hier keine Demokratie.

https://mh17.correctiv.org/die-zeugen-deutsch/

Zuguterletzt nimmt er sogar die Wir-Aussage der Eingangsbehauptung zurück. Er selbst hat gar nichts Konkretes mitbekommen. Es ist wahrscheinlich, daß es am 17.7. 2014 eine Kriegseinwirkung bei Puschkin gab – so berichtete eine Einwohnerin von Rauch über der nahegelegenen Fabrik, die später von Bellingcat als „KhimMash plant“ identifiziert wird (s.u.).

Die andere Frau hat von der Fabrik aus „starken Rauch gesehen. Alle haben sich erschreckt.“ Woher der Rauch gekommen sei? Sie reagiert verunsichert. „Woher sollten wir wissen, was das war? Wir haben gehört, wie etwas explodierte.“

https://mh17.correctiv.org/

Letztlich ist er der klassische Zeuge vom Hörensagen, der Monate später interviewt und dessen vage und widersprüchliche Aussage von voreingenommenen Reportern tendenziös wiedergegeben wird. Nach diesem Muster verfuhren alle weiteren Reporter, die sich nach Correctiv auf Recherchereise in den Spuren Bellingcats begeben haben.

Bensmann ist es zu verdanken, daß man Einblick in die journalistische Verdreherei von Zeugenaussagen gewonnen hat. Genauso hat man sich das als Medienkonsument immer vorgestellt.

Eine Ohrfeige für Marcus Bensmann hat Bellingcat jedenfalls am 27.1.2015 geliefert:

Is this the Launch Site of the Missile that Shot Down Flight MH17? A Look at the Claims and Evidence

January 27, 2015

By Daniel Romein

In a previous investigation related to the 17 July 2014 downing of Malaysian Airlines Flight 17 (MH17) in eastern Ukraine, the Bellingcat investigation team provided the origin and movements of a Buk M1 missile launcher filmed and photographed that same day that travelled from Donetsk past Zuhres, through Torez and Snizhne. Before reaching Snizhne, the Buk M1 missile launcher was transported on a red low-loader hauled by a white Volvo truck featuring a telephone number and unique blue stripes. In Snizhne, however, the Buk was unloaded off the hauler and driven south out of Snizhne under its own power. In the early hours of 18 July 2014 the missile launcher was spotted in Luhansk, where it was again being hauled by the same white Volvo truck, but this time it was missing one missile.

The location of the Buk between its last sighting in Snizhne and its appearance in Luhansk the following morning is a vital question that will shed light on the culprits and circumstances of the MH17 tragedy. This report will consider four vital clues that allow us to estimate the launch location for the missile that downed MH17: 1) photographs of a white smoke trail taken a few moments after the crash of flight MH17, 2) visible burn damage to a wheat field that appeared between 16 and 20 July 2014, 3) audio recordings reportedly from 17 July 2014, and 4) a US intelligence satellite image from 22 July 2014.

[…]

https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2015/01/27/is-this-the-launch-site-of-the-missile-that-shot-down-flight-mh17

Danach befindet sich der für ihn wahrscheinliche Abschußort nicht nördlich, wie Bensmann meint, sondern südlich von Snischne, und zwar hier:

Bellingcat Abschußorthttps://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2015/01/27/is-this-the-launch-site-of-the-missile-that-shot-down-flight-mh17

Daß nach einem verbrannten Feld gefahndet wurde, mag Marcus Bensmann besonders irritiert haben, hatte er doch, eventuell unter dem Einfluß seines anonymen Militärberaters, kühn zur Buk-Rakete dekretiert:

Die Rakete wird aus einem feuerfesten Container gestartet, deshalb hinterlässt sie kaum Brandflecken; die Spuren der Abschussrampe auf dem Boden gleichen denen eines Panzers.

https://mh17.correctiv.org/

Dummerweise verortet Bellingcat das offiziell von den USA am 22.7.2014 verbreitete „Abschußfoto“ ebenfalls südlich von Snischne, wie ich das nach bloßem Augenschein auch eingeordnet hatte. Nix da mit der von Bensmann ohne Nachweis verbreiteten Behauptung, die USA hätten einen Abschußort nördlich von Snischne benannt. In die Ecke stellen und schämen, ist mein Ratschlag für diese Art von Journalismus.

Wie konnte es zu diesem Affront zwischen Bellingcat einerseits und Correctiv/SPIEGEL andererseits kommen, obwohl sich doch beide mit großer Naivität auf social media und Geolocating verlassen und in der Sache („Rußland war es!“) einig sind?

Ganz einfach: Elliot Higgins mißtraute am 22.7.2014 noch den entsprechenden „Findungen“ des ersichtlich vorurteilsbehafteten „ukraine@war“-Bloggers aus den Niederlanden.

The Latest Open Source Theories, Speculation and Debunks on Flight MH17

July 22, 2014

By Eliot Higgins

[…]

The Launch Site Found?

A couple of days ago Storyful shared high resolution satellite map imagery of the areas around the crash site and locations identified in images of the Buk Missile Launcher (shared here, open with Google Earth).  While many people focused on the crash site itself, others were looking for signs of the launchers. In a post on the Ukraine@WAr blog the author identified tracks in a field in images from July 20th, just south of the location the suspected Buk Missile Launcher was filmed, south of Snizhne

In his next post on the subject, the author also believes he’s identified the direction of smoke seen on the day, which some have claimed to be from the launch of the Buk’s missile, as being the same direction as the field.  Personally I believe there’s two things that would be useful here, having satellite map imagery from the day before the attack to confirm the tracks are fresh, and having someone on the ground examine the tracks, ideally measuring the distance between the two sides of the tracks to see if it matches the specifications of the Buk. While I don’t feel the posts are conclusive, it’s something that warrants further investigation.

https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2014/07/22/the-latest-open-source-theories-speculation-and-debunks-on-flight-mh17/

Diese Zurückhaltung legte das Bellingcat-Team erst am 27.1.2015 ab und schenkte dem Wölkchenfoto aus Tores erstmals Beachtung. Dazu trug natürlich die für RTL/NL gefertigte Studie bei, die zwar von Bellingcat erwähnt, zu der allerdings nicht verlinkt wurde. Diese am 22.12.2014 von RTL veröffentlichte Studie hatte just jenes spezifische Feld als Ort eines möglichen Brandes identifiziert, auf das sich Bellingcat jetzt, am 27.1.2015, risikolos als Abschußort festlegte:

RTL-Studie Abschußort S. 12http://www.rtlnieuws.nl/sites/default/files/content/documents/2014/12/22/Rapport_Rookpluim_analyse_v1.0.pdf

[S. 12]

RTL-Studie Abschußort, S. 23http://www.rtlnieuws.nl/sites/default/files/content/documents/2014/12/22/Rapport_Rookpluim_analyse_v1.0.pdf

[S. 23]

Und wie erklärt Bellingcat, daß ihr Kollege und Fan Marcus Bensmann mit seinem Zeugen und seinem freihändig erkorenen BUK-Abschußort derartig danebenlag?

Tweet Max Correctivhttps://twitter.com/MaxvanderWerff/status/601789446833479682

Sehr nüchtern auf eine entsprechende Anfrage im Kommentarteil seines Blogs:

Daniel Romein – January 28th, 2015

This location is based on testimonies of a few witnesses, the audio recordings of Zello conversations where some people mention the KhimMash plant and a wrong geolocation of the direction the pictures of 17 july in Torez were taken from. The tracks they have seen in the fields could have been made by tanks as well.

https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2015/01/27/is-this-the-launch-site-of-the-missile-that-shot-down-flight-mh17/comment-page-2/#comment-8611

Oder von Mähdreschern, denn Bensmann unterließ es, den Radstand einer verdächtigen Spur zu vermessen. Soviel zu Correctiv und SPIEGEL. Außer Spesen nichts gewesen. Aber das gilt natürlich gleichermaßen für seine Nachfolger, die den Bellingcat-Trip in den Donbass unternahmen, um sich dort der Nachbebilderung und/oder dem „Zeugenschütteln“ im Dienst einer unverhohlen offenbarten Agenda zu widmen.

Nachtrag (27.5.2015):

Eine erneute Überprüfung des deutschsprachigen Bellingcat-Beitrags „MH 17 Herkunft der Separatisten Buk“ vom 8.11.2014 ergab den endgültigen Beweis für die Verschleierungskünste, derer sich die Plattform Bellingcat bedient.

Das Bellingcat MH17 Untersuchungsteam hat 16 Videos auf Social Media Websites wie VKontakte, YouTube, Instagram und Odnoklassniki, die die Bewegung des 53. Brigade Konvois von Kursk am 23. Juni bis Millerowo 29 am 25. Juni zeigen gefunden.

Das Bellingcat MH17 Untersuchungsteam war auch in der Lage, den exakten Standort 30 zu identifizieren an dem jedes Video gefilmt wurde und anhand gleicher Fahrzeuge in verschiedenen Videos nachzuweisen, dass alle 16 Videos den gleichen Konvoi zeigen.

https://www.bellingcat.com/wp-content/uploads/2014/11/bellingcat_-_bericht.pdf

[S. 14 f.]

So die Behauptung. Im Gegensatz zur englischsprachigen Fassung (in der es die in die Irre führende Fußnote 29 zu „Millerowo“ gar nicht gibt), führt in der deutschsprachigen Fassung das Versprechen des exakten Standorts nicht zu einem „article not found“ wie im englischsprachigen Pendant, sondern zu etwas sehr Eindeutigem. Offenbar schätzt Bellingcat deutsche Leser als die größeren Pedanten ein; Deutsche – mit Ausnahme von Journalisten – delektieren sich halt an Fußnoten, das ahnt man in Großbritannien.

Fußnote 30:

30 https://www.bellingcat.com/news/2014/11/07/geolocated-june-buk-convoy-videos-in-russia

verlinkt zu diesem oberflächlichen Artikel mit Landschaftsaufnahmen (man sieht kein einziges erkennbares militärisches Gerät) vom 7.11.2014, der also hastig einen Tag vorher erstellt wurde:

Geolocated June BUK convoy videos in Russia

November 7, 2014

By Veli-Pekka Kivimäki

In September, the discovery of six videos of a Buk convoy in Russia was reported on Bellingcat. During the research done by the Bellingcat team, another 10 videos have been discovered from June 23-25, which can be linked to the same convoy. As the basis for the geolocation work, the previous videos from June were utilized both as reference material, as well as to give indications of a possible route which would narrow down the search area.[…]

The tenth video is from Millerovo, and is addressed in a separate case study, walking through the geolocation process.

https://www.bellingcat.com/news/2014/11/07/geolocated-june-buk-convoy-videos-in-russia/

Logischerweise führt der Link zum Millerowo-Video zu dem gelöschten Video, und der Link zur “separate case study” nicht einmal zu dem bereits erörterten nichtssagenden Artikel von Eliot Higgins vom 8.11.2014,

https://www.bellingcat.com/resources/case-studies/2014/11/08/geolocating-the-russian-buk-convoy-in-millerovo/

sondern zu dem bereits bekannten:

Article Not Found!

The article you were looking for was not found.

https://www.bellingcat.com/uncategorized/2014/11/07/geolocating-the-russian-buk-convoy-in-millerovo

Da bei Bellingcat Computer-Freaks arbeiten, die sich mit Verlinkungen auskennen müßten, sicherlich auch mit der Einrichtung einer Suchfunktion, die ich auf dieser Seite partout nicht finden kann, muß man Bellingcats Fehlleistungen in ihrer Gesamtheit wohl als bewußte Irreführung des Publikums bezeichnen. Aber für die Mainstream-Medien, die sich auf Verifizierungstour der Bellingcat-Behauptungen begeben, reichen derartige Schlampigkeiten allemal.

Wenn da nicht diese eindeutige Zusammenfassung am Ende des Artikels von Kivimäki wäre:

„# Location Coordinates Buk TELAR 3×2 in video?
1 Troitskiy 51.3590587,37.500688 Yes, 00:24
2 Stary Oskol 51.3590587,37.500688 Yes, 02:01
3 Popovy Dvory 51.6544589,36.7921105 No
4 Stary Oskol 51.3065105,37.9023863 No
5 Stary Oskol 51.2707467,37.9254813 No
6 Stary Oskol 51.3203988,37.886651 No
7 Neznamovo 51.2441558,37.9365475 No
8 Alexeyevka 50.624703,38.6503823 Yes, 6:22
9 Alexeyevka 50.5831713,38.7146552 Yes, 0:52
10 Millerovo 48.902343, 40.444658 No“

https://www.bellingcat.com/news/2014/11/07/geolocated-june-buk-convoy-videos-in-russia/

Bei SPIEGEL und Correctiv hat man über die Tatsache, daß die verdächtige BUK 3_2 in Millerowo nicht gesichtet wurde, großzügig hinweggesehen und das Gegenteil behauptet. Die bei Millerowo gesichtete BUK 200 zeigt durch die Nullen gerade an, daß sie keinem konkreten Truppenteil angehörte, ebensowenig wie der nicht gekennzeichnete BUK-Raketenlader. Ein Zusammenhang mit der 53. Brigade aus Kursk besteht daher offensichtlich nicht.

Das Bellingcat-Unternehmen ist lediglich ein interessegeleitetes Bindeglied zwischen Politik und Medien und hat mit „alternativer“ Recherche nichts zu tun. In diesen bitteren Apfel der Erkenntnis muß man beißen.

Aber das hatte ich ja schon in den Artikeln:

https://gabrielewolff.wordpress.com/2015/02/01/ukraine-intermezzo-wie-bellingcat-arbeitet/

https://gabrielewolff.wordpress.com/2015/03/28/ukraine-intermezzo-wie-bellingcat-arbeitet-2/

dargelegt.

Zur Fortsetzung geht es hier:

https://gabrielewolff.wordpress.com/2015/07/29/informationskrieg-um-mh17-5/

(wird fortgesetzt)

1.503 Gedanken zu „Ukraine: Informationskrieg um MH 17 (4)

  1. Man könnte ja mal das Pferd von hinten aufzäumen und spekulieren, was im Untersuchungsbericht drin stehen könnte. Hier ein paar Vorschläge:

    1) Der Untersuchungsbericht nennt als Ursache für den Absturz von MH17 eine ukrainische Su-25. Meiner Meinung nach die traurige Wahrheit, aber für den Westen, der sich völlig auf die BUK-Variante festgelegt hat, wohl nicht akzeptabel. Dieses Szenario wäre mit einem großen Glaubwürdigkeitsverlust der westlichen Medien, der ukrainischen Regierung usw. verbunden. Die Russen sind fein raus, sie haben mit MH17 nichts zu tun und immer die Wahrheit gesagt.

    2) Natürlich könnte auch die von John Kerry genannte BUK aus Snischne als Ursache des Absturzes für MH17 genannt werden. Aber diese BUK hat es nachweislich nie gegeben und damit sind wohl die Russen nicht zufrieden, die nach über einem Jahr Propagandakrieg rehabilitiert werden möchten.

    3) Der Untersuchungsbericht bleibt genau so vage wie der vorläufige Bericht. Dann könnte man sich ewig weiter streiten …

    4) Der Untersuchungsbericht nennt als Ursache die von Almaz-Antey ins Spiel gebrachte ukrainische BUK aus Saroschenskoje. Da dort (laut Marcus Bensmann) keine BUK gestartet worden ist, wäre das eine dreiste Lüge. Natürlich auch peinlich für die Ukraine, die den Vorfall so lange verheimlicht hätte …

    Die Frage ist, welche Version des Untersuchungsberichts denn für alle Seiten akzeptabel ist. Vielleicht die ukrainische BUK aus Saroschenskoje? Dann sind die Ukrainer die Täter, die Separatisten und Russen sind unschuldig und die westlichen Medien von Bellingcat in die Irre geführt worden. Dazu paßt dann ja auch die Geschichte, daß bei Zielübungen versehentlich auf den Knopf gedrückt wurde.

    In diesem Fall wäre es aber für die Ukraine peinlich, erst nach der Veröffentlichung des Untersuchungsberichts die Schuld einzugestehen. Da wäre es doch besser, man tritt vor die Weltpresse und gesteht den schrecklichen Fehler vor der Veröffentlichung ein!

    • @ H.L.:

      2) Natürlich könnte auch die von John Kerry genannte BUK aus Snischne als Ursache des Absturzes für MH17 genannt werden. Aber diese BUK hat es nachweislich nie gegeben und damit sind wohl die Russen nicht zufrieden, die nach über einem Jahr Propagandakrieg rehabilitiert werden möchten.

      Daß es diese Buk nachweislich nicht gegeben hat, würde ich nicht unterschreiben. Der Nachweis einer Nicht-Existenz ist so gut wie nie möglich. Unterschreiben würde ich, daß der Nachweis der Existenz bislang nicht gelungen ist.

      Ich tippe eher auf die 3. Alternative, zumal in den Abschlußbericht die vorgetragenen Einwendungen und Ergänzungen noch einfließen müssen und die strafrechtliche Untersuchung auch noch nicht weitergediehen ist: dort faßt man Ende des Jahres für eine Bewertung in den Blick.

      Was mich allerdings sehr wundert, ist die Kaffeesatzleserei in den Medien mit ihren ungenannten Quellen und „SPIEGEL-Informationen“. Warum kann man nicht abwarten, bis der DSB-Bericht im Oktober vorliegt? Zumal bislang ja erst ein Entwurf vorliegt, der mit dem Schlußdokument nicht identisch sein wird.

      • Und warum kann man nicht abwarten, bis das JIT seine strafrechtlichen Untersuchungen abgeschlossen hat, bevor man welchem Gericht auch immer den Fall überträgt?

        Es gibt auch die Meinung, ein sog. „UN-Tribunal“ sei Illegal.

        http://russia-insider.com/en/proposed-un-mh17-tribunal-would-be-blatantly-illegal/ri8967

        „This Wednesday the UN Security Council is scheduled to vote on the proposal to establish an international tribunal to prosecute suspects in the shoot-down of MH17. The proposal has been put forward by the Netherlands, Belgium, Australia, Malaysia and Ukraine. It is expected to be vetoed by Russia.

        Firstly, the proposal stinks to high heaven. Why is the same Dutch-led cohort that has been tasked with investigating the shoot-down, but a year later has yet to produce any findings, now proposing a fully-fledged UN tribunal? To do what, exactly?

        It doesn’t sound like such a tribunal would have much to do, does it?

        Naturally, the vote will be very useful for the Netherlands, as it will promptly be spun as Amsterdam, backed by the U.S., France and Britain, eager to find the truth of the atrocity but, once again, Russia for some reason standing in the way.

        While Moscow is right to question the motives of the states proposing the tribunal and to reject it just on these grounds alone, it is also the case that such a tribunal would actually be blatantly illegal. The fact is that under UN Charter the Security Council has no judicial powers. As such it may not delegate any powers to a ‘UN tribunal’ that it does not have the authority to convene in the first place.“
        …….
        „The legally proper way to find an international court that has jurisdiction over sovereign nations is by international treaty. This Wednesday Russia should remind the world of this fact.“

    • Danke für den Artikel.
      Ich denke, daß sich die Vernunft durchsetzen wird, indem sich Malaysia (das Land, das die treibende Kraft der Tribunal-Resolution war) und Rußland auf eine Kompromißformel einigen werden: Tribunal ja, aber zuvor eine unabhängige Ermittlung, die an die UN gekoppelt ist, wie es in der Resolution 2166 vom 21.7.2014 vorgesehen war. Dagegen könnten dann die Länder, die sich der malaysischen Resolution angeschlossen haben, nichts einzuwenden haben.

  2. http://7mei.nl/2015/07/26/mh17-buk-plume-burns-witness-part-i/

    Neues vom „BUK Plume“.

    „– Prediction: plume photos will not be part of the evidence presented in the Dutch Safety Board final report simply because they are not showing the smoke plume of a Buk missile.

    – Conclusions

    I) Ukraine’s authorities not only present but even produce false evidence and use their position in the ongoing investigations to distort and obstruct an honest search for the truth.

    II) Dutch head prosecutor Westerbeke: “There are no indications that Kiev is not absolutely open towards us. They give us all information we want to have” (source). It is deeply troubling that Westerbeke does not inform the public about Kiev supplying falsified information to the largest criminal investigation in Dutch history.“

    • Ja, von der SBU-Geschichte bleibt nicht mehr viel übrig, und von Higgins‘ Bestätigungsversuchen auch nicht, wenn dieses Bild wegfällt. Es war ja schon verdächtig genug, daß es nur einen einzigen Fotographen gab, der diesen angeblichen Buk-Kondensstreifen aufgenommen haben will.
      Ich bin gespannt, was Bellingcat dazu sagt.

      Aber im Moment ist Higgins damit beschäftigt, das Dnipro-Bataillon für seine opensource-Propaganda auf der Jagd nach dem Terroristen Givi zu loben. Der Mann hat wirklich jede Hemmung verloren.

      Ukraine’s Dnipro Battalion Combines Drone Footage with Open Source Intelligence
      July 25, 2015
      By Eliot Higgins

      Early this week Ukraine’s Dnipro Battalion produced a rather unusual video on their YouTube channel. The battalion has released a number of videos containing drone footage of Russian-backed separatists positions in the past, but this new video contained something unusual:
      The video opens with the question “Where does the terrorist Givi celebrate his birthday?”, “Givi” being Mikhail Sergeyevich Tolstykh, commander of the pro-Russian “Somalia Battalion”. The video then shows a Google Maps satellite image of Donetsk, showing the distance of the area filmed in the drone footage that follows from the frontline down of Avdeevka, 7.29km away. The video then highlights a location in the drone footage where a number of T-72 tanks are parked, as well as provided the address and co-ordinates of the location featured (Donetsk, street Zlitna 11A, 48.062107, 37.759581)
      […]
      What’s interesting about this video is it combines drone footage with open source material from tools such as Google Maps and Google Street View, and video filmed by a blogger. They also include the co-ordinates of the sites they are showing that makes it easy for anyone interested to check what they are showing is correct. This is a very unusual combination of open source material in a video produced from a military unit, but shows that groups in Ukraine might be coming around to the idea that by combining non-classified material with open source material it’s possible to present a much more stronger case that the information being presented is reliable.

      https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2015/07/25/ukraines-dnipro-battalion-combines-drone-footage-with-open-source-intelligence/

    • Hier auch mal wieder ein „interessanter“ Input von überraschender Seite:

      MH17-Abschuss als inszenierte Provokation? vom Samstag, 25. Juli 2015

      http://springstein.blogspot.de/

      und

      MH 17: Ursache in Kiew
      Der Absturz in den Europa-Krieg

      Autor: U. Gellermann
      Datum: 20. Juli 2015

      http://www.rationalgalerie.de/home/mh-17-ursache-in-kiew.html

      Danach (laut einem Kommentator Herr Peter Eitel) hat ein Herr OBERST a.D.Karl-Bernhard Müller eheml. Kommandeur der Schule für Nachrichtenwesen für Bundeswehr erklärt: Der Absturz des Fluges MH17 wurde von der USA inszeniert! Auch er wußte vorher, dass dieses Flugzeug abstürzt.

      Leider überrascht einen nichts mehr, wenn man einmal „hinter den Vorhang geschaut hat“.

    • Die Google-Übersetzung ist nahezu unverständlich. Angeblich haben Militärangehörige in einem Fernsehsender angegeben, es sei möglich, daß sie MH17 versehentlich abgeschossen hätten.

      https://translate.google.de/translate?sl=uk&tl=en&js=y&prev=_t&hl=de&ie=UTF-8&u=http%3A%2F%2Fren.tv%2Fnovosti%2F2015-07-26%2Fsmi-ukrainskie-siloviki-priznalis-chto-mogli-sbit-malayziyskiy-boing&edit-text=

      Dazu auch

      Ich versuche es mal mit einem Wörterbuch.

      • Gar nichtnötig. Fortruss hat eine Meldung.

        http://linkis.com/fortruss.blogspot.nl/rEBuq

        „An anonymous source in one of Ukraine’s security agencies said that the Malaysian Boeing was shot down as a result of an unauthorized Ukrainian Buk-M1 launch.

        RIA Novosti reports citing a source in a Ukrainian security agency that the MH17 catastrophe may have been the result of an unanticipated situation during the training of one of Ukraine’s air defense units.

        The anonymous source states the following: „On July 17 2014, the commander of the 156th Anti-Aircraft Missile Regiment was instructed to conduct missile crew training on providing coverage for Ukrainian ground forces in the suburbs of Donetsk, which entailed deploying the battalions, training target acquisition and tracking procedures, and carry out a simulated destruction of an aerial target using Buk-M1 missiles.“ He said that battery commanders were issued launch keys, however, there were no plans to launch an actual 9M38M1 missile.

        The training exercise involved two Su-25 aircraft, their task was to conduct aerial reconnaissance and designated training targets in the vicinity of Ukrainian troop concentration to the West of Donetsk.

        The source: „After one of the aircraft entered Buk detection zone, it began to be tracked by a missile crew located near Zaroshchenskoye. In all likelihood, due to a tragic coincidence the flight paths of the Malaysian Boeing and the Su-25 coincided and, in spite of the altitude difference, were indicated on the Buk radar as a single target which proved fatal for the Boeing. If two targets are located on the same azimuth from the launch vehicle, the tracking system automatically shifts to the one which represents the largest radar target.““

        • Neu ist das freilich auch nicht.

          http://linkis.com/fortruss.blogspot.nl/rEBuq

          Diese glaubhafte Version kursierte bereits im August 2014:

          Oberst a.D. Ralf Rudolph

          Berlin, 01. August 2014

          Im Zweifelsfall zählen nur Fakten

          „Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit.“

          (Hiram Johnson, 1866-1945, republikanischer US-Senator)

          […]

          8

          Eine sehr wahrscheinliche Theorie für die Ursache der Katastrophe.

          Eine unvorhergesehene Entwicklung bei einer Übung des 156. FlaRaketenregimentes der ukrainischen Streitkräfte kann die Ursache für die Katastrophe gewesen sein. Diese Informationen werden auch von Mitarbeitern des ukrainischen Verteidigungsministeriums, die nicht erkannt werden wollen, bestätigt.

          Am 17. Juli soll das 156. ukrainische Regiment der Truppenluftabwehr den Auftrag erhalten haben, mit einer Buk-Feuerabteilung eine Übung zum Schutz des Vorgehens von Truppen der Nationalgarde und der ukrainischen Armee im Raum Donezk durchzuführen. Im Trainingsmodus sollte der gesamte Ablauf vom Erfassen des Zieles bis zu Start der Rakete trainiert werden. Ein realer Start der Rakete war jedoch nicht vorgesehen. Zur Zieldarstellung wurden vom 229. Geschwader der taktischen Fliegerkräfte der Landstreitkräfte in Nikolajew bei Dnepropetrowsk zwei Su-25 gestartet. Mit Einfliegen einer der Su-25 in den Erfassungsbereich des Radarsystems Kupol wurde sie unter Kontrolle genommen und begleitet.

          Ihre Koordinaten wurden an ein Raketenstartfahrzeug übermittelt. Zufällig kreuzten sich die Flugrouten der Boeing 777 und der Su-25 in unterschiedlichen Höhen. Das Radargerät des Raketenstartfahrzeuges ist jedoch so ausgelegt, dass immer der intensiver reflektierte Radarstrahl (im Betrieb des Regimes „enger Strahl“) genutzt wird und das Radarsystem sich automatisch auf das größere Ziel umstellt. Wegen der immensen Größenunterschiede beider Flugzeuge wurden die Raketen somit ab dem Moment des Kreuzens der Flugrouten auf die Boeing gerichtet. Warum der nicht vorgesehene Raketenstart erfolgte, sollen nun Mitarbeiter des ukrainischen Sicherheitsdienstes aufklären, die noch am Abend des Unglückstages gegen 9.30 Uhr den Chef und die Besatzung des ukrainischen Buk-Startfahrzeuges in Gewahrsam nahmen. Außerdem wurde mittlerweile bekannt, dass der Jägerleitoffizier, der am 17. Juli auf dem Tower des Militärflugplatzes Nikolajew Dienst tat, spurlos verschwunden ist.

          Solange das Radar die ukrainische Su-25 verfolgte, registrierte das System durch die „Freund-Feind Kennanlage“, dass es sich um eine eigene Maschine handelte. Damit

          9

          war automatisch der Start von Raketen blockiert. In dem Moment jedoch, als das Radar durch Überlagerung der Flugrouten die Boeing verfolgte, blieb das Antwortsignal aus, weil die malaysische Maschine keine solche Anlage hatte. Ein Start der Rakete könnte erfolgt sein, wenn schon vorher der Startknopf zu Trainingszwecken gedrückt worden war.

          Klicke, um auf Im%20Zweifelsfall%20zaehlen%20nur%20Fakten.pdf zuzugreifen

          Grundlage dieser Einschätzung war wohl RT:

          25.7.2014
          Ukrainian Air Defense Exercises Might be Behind Malaysian Aircraft Crash – Source

          11:12 25.07.

          A system mix up during a Ukrainian air defense units’ rocket launch exercise could be the cause of the Malaysia Airlines crash in southeast Ukraine, a source from one of the Ukrainian defense departments told RIA Novosti.

          MOSCOW, July 25 (RIA Novosti) – A system mix up during a Ukrainian air defense units’ rocket launch exercise could be the cause of the Malaysia Airlines crash in southeast Ukraine, a source from one of the Ukrainian defense departments told RIA Novosti.

          “On July 17 the commanding officer of 156th Anti-Aircraft Regiment was instructed to conduct a training exercise of ground troops stationed near Donetsk, which involved deploying the troops, and carrying out a routine tracking and destroying of targets with the Buk-M1 missile,” the source said.

          The source added that the actual launch of the rockets was not intended.

          Two Sukhoi Su-25 combat aircraft on a reconnaissance mission participated in the exercise. It is likely at some point, the routes of the Malaysia Airlines Boeing 777 and a Su-25 jet overlapped. Despite flying at different levels, they became a single dot on the radar of the missile system. Of the two, the system automatically chose a larger target.

          The reasons for the actual missile launch taking place remain unknown and are still under investigation, as practical exercises with the Buk missiles has been prohibited since 2001, when a Russian Tu-154 passenger airplane en route from Novosibirsk to Tel Aviv was shot down by the Ukrainian military.

          http://sputniknews.com/world/20140725/191242509.html

        • Haben wir jemals ein plausibleres Szenario geschildert bekommen? Da passt ja alles wie angegossen. Kann Frau Wolffs Kommentar hierzu kaum erwarten…

  3. In unserer Presse kam die Reise französischer Abgeordneter nach Rußland und zur Krim, mehrheitlich von der Sarkozy-Partei UMP, die sich jetzt die „Republikaner“ nennt, nicht vor. Wie ja überhaupt unsere deutsche Presse durch mangelnde Internationalität (wiewohl per Internet leicht erreichbar) und durch Auslassungen glänzt.

    Daher die Erwähnung hier:

    Dix députés français vont se rendre trois jours en Russie puis en Crimée
    Le Monde.fr | 21.07.2015 à 21h02 • Mis à jour le 22.07.2015 à 12h19 | Par Adrien Morcuende

    Laurent Fabius n’a pas dû goûter la nouvelle. Mardi 21 juillet, Thierry Mariani, député Les Républicains des Français de l’étranger, a annoncé que dix parlementaires français se rendraient à partir de mercredi et jusqu’à samedi en Russie puis en Crimée. « Ce voyage est préparé depuis le 26 juin », a précisé au Monde l’ancien ministre des transports de Nicolas Sarkozy, dont le tropisme russe n’est un secret pour personne.
    […]
    Pour lui, l’objectif est clair : « A l’heure actuelle, il faut maintenir le dialogue avec nos amis russes. Il devait y avoir une rencontre franco-russe qui a été annulée en réponse aux sanctions envers la Russie. Au niveau parlementaire, il n’y a plus de dialogue ou presque depuis près de deux ans. » Mais pas question de tomber dans la polémique d’une diplomatie parallèle à celle menée par le gouvernement français : « Il n’y a pas d’ambiguïté. On ne parle ni au nom du gouvernement ni au nom de l’Assemblée nationale », prévient-il après que plusieurs députés concernés ont reçu lundi 20 juillet une lettre de leur président, Claude Bartolone, leur demandant de ne pas parler au nom du Palais-Bourbon.
    […]

    http://www.lemonde.fr/politique/article/2015/07/21/dix-deputes-francais-vont-se-rendre-trois-jours-en-russie-puis-en-crimee_4692915_823448.html#1VSoHGgoODKZEjlf.99

    Daß man den Dialog mit den russischen Freunden aufrechterhalten müsse, ist ein gutes Motiv, denn letztlich sind ja aufgrund des amerikanischen Einfusses alle parlamentarischen Dialogmöglichkeiten abgebrochen worden. Die Abgeordneten stellten auch klar, daß sie keine Parallel-Diplomatie eröffnen und nicht für das Parlament als Ganzes sprechen.

    Welche Wirkung diese Reise hatte, läßt sich hier abesen:

    Französische Abgeordnete auf der Krim: „Glückliches Volk mit eigenen Augen gesehen“

    10:00 24.07.2015(aktualisiert 10:16 24.07.2015)

    Eine Delegation französischer Parlamentarier hat am gestrigen Abend einen Spaziergang am Kai von Jalta auf der Krim unternommen und mit Einwohnern und Touristen der Halbinsel gesprochen, womit sie einen beispiellosen Wirbel ausgelöst hat.
    Danach teilten die Franzosen ihre Eindrücke mit. Auf ihrem Ausflug wurden sie vom Chef des Staatsrates der Republik Krim, Wladimir Konstantinow, und Journalisten begleitet.
    Während des Spazierganges am Kai unterhielten sich die französischen Abgeordneten mit den Ortsansässigen und ließen sich fotografieren, wobei einige von ihnen in einem Souvenirladen T-Shits mit Krim-Symbolik kauften.
    „Wir haben hier ein glückliches Volk gesehen, das auf der Krim lebt und das nach Russland zurückgekehrt ist. Wir haben uns hier mit Jugendlichen unterhalten. Das, was wir hier gesehen haben, unterscheidet sich gravierend davon, was bei uns (über die Krim) gezeigt wird. Wir haben eine ganz andere Vorstellung von der Krim gehabt“, sagte die Abgeordnete Marie-Christine Dalloz.
    In ihren Kommentaren machten die Franzosen darauf aufmerksam, dass sie im Kurort Jalta eine solch große Anzahl von Touristen nicht erwarten hätten.
    […]
    http://de.sputniknews.com/politik/20150724/303438303.html#ixzz3gsiteORm
    15:38 25.07.2015

    Nichts anderes war zu erwarten. Natürlich sind die Krim-Bewohner froh, dem Schicksal der ebenso wie sie selbst Kiew-ablehnenden Donbass-Bevölkerung entgangen zu sein, bombardiert zu werden.

    Niemand im Westen glaubt ernsthaft, daß das Referendum der Krim bei einer Wiederholung unter westlicher Aufsicht nicht ebenfalls den Beitritt zur russischen Föderation ergeben würde. Und das nicht nur wegen der Auswanderung islamistischer Krim-Tataren, die für jede staatliche Ordnung auf der Krim eine Gefahr darstellten.

    Dier Ukraine hat auf diese Reise der Abgeordneten auf ihre typische Art und Weise reagiert:

    French parliamentarians who visited Crimea to be barred from entering Ukraine – foreign ministery

    The Ukrainian Foreign Ministry will issue an official recommendation to the Security Service to bar the ten members of the French National Assembly and the Senate who visited Crimea earlier this week from entering Ukraine, the European Pravda reported.
    Asked whether the Foreign Ministry would recommend barring the said French parliamentarians from visiting Ukraine, Foreign Minister Pavlo Klimkin replied affirmatively.
    „It’s too bad that there is a certain niche in France that does such things in gambling on anti-Americanism. On the other hand, there are several deputies there who are extreme tourists and who even visited Assad. And we will be working with all parliaments to minimize such things,“ he added.

    http://en.interfax.com.ua/news/general/280110.html

    Offenbar ist der Geheimdienst mittlerweile die Entscheidungsinstanz überhaupt in der Ulkraine. Wer den jetzt leitet, ist noch unklar. Derjenige, der am meisten für MH17-Desinformation sorgte, der Gegenspionage-Chef Naida, ist jedenfalls zum Chef der Abteilung Aufklärung befördert worden:

    18:23 24.07.2015
    Poroshenko appoints SBU intelligence chief Naida to replace Kondratiuk

    President of Ukraine Petro Poroshenko has appointed Vitaliy Naida as Chief of the Ukrainian Security Service (SBU) Intelligence Department.
    The respective decree posted on the president’s website on July 24.
    Another decree dismisses Naida as Chief of the SBU department on intelligence protection of the country’s interests in information security.
    Also, Poroshenko dismissed Valeriy Kondratiuk as the previous SBU intelligence department chief

    .
    http://en.interfax.com.ua/news/general/280000.html

    Ganz anders fällt die Reaktion in Frankreich, insbesondere durch einen Wirtschaftsvertreter, aus, der das von den USA aufgezwungene totale Wirtschaftsembargo gegenüber der Krim schlicht skandalös findet. Und er hat angesichts der aktuell demonstrierenden Landwirte Frankreichs natürlich die doppelte Unvernunft der Sanktionen gegen Rußland im Blick: politisch nützen sie nichts und wirtschaftlich schaden sie, insbesondere wegen der russichen Gegensanktionen, Europa.

    Monsieur Le Roux, la chicorée, ce n’est pas du café
    Ronald Zonca
    Consultant en organisation d’entreprise

    Le scandaleux embargo total sur la Crimée est sans doute le nœud du problème. De lui dépendra le futur de nos relations avec la Russie et aussi le futur de nos paysans. Alors, nous ne pouvons que louer cette démarche d’élus français en direction de la Russie.

    Ce cher homme s’est indigné de la visite en Crimée d’un groupe de députés au micro de France Info. Avec un sens de la formule médiatique, il a parlé de soumission et de honte.
    Moi aussi, je suis honteux. J’ai honte devant l’incurie des dirigeants dont il fait partie, devant sa soumission et celle de ses congénères à Washington via Bruxelles.
    […]

    http://www.bvoltaire.fr/ronaldzonca/monsieur-roux-chicoree-nest-cafe,195522

    Der Mann schämt sich wegen der Unterwerfung unter das Diktat von Brüssel und Waschington. Was sehr richtig ist und entscheidend gegen eine von Schäuble favorisierte EU spricht, die die Mitgliedsstaaten entmachtet. Denn auch eine solche EU wäre machtlos gegenüber den USA.

    Man muß halt aufwachen und endlich eine eigene Politik vernstalten.

    • Ich frage mich langsam, was überhaupt und für wen das Wirtschaftsembargo gegen Russland seitens den USA und Europa nutzen soll. Wenn z.B. in Russland eine Produktionsmaschine ausfällt, so kann man sich wegen einem defekten Teil an einer Maschine gleichen Typs bedienen – wenn diese Maschine ohnehin nie benutzt wird – notwendiges Ersatzteil ausbauen und die somit nicht mehr betriebsfähige Maschine als Ersatzteilträger in eine Ecke stellen bis zum Sanktnimmerleinstag. Auch wäre es kein Problem, notwendige Ersatzteile direkt aus den USA legal zu besorgen: mittels Diplomaten-Gepäck. Die USA machen es doch ebenso „klug“! Ich begleitete einmal einen privaten Transportdienst – mit bestimmt so 2 Dutzend prall gefüllten „Kartoffelsäcken“ – ausschließlich USA-Diplomaten-„Post“ von der USA-Botschaft Frankfurt/Main zur USA-Botschaft Budapest. Weiß der Kuckuck, was in den Säcken so alles drin war, denn die Säcke waren alle verplompt. Es war so 1986: der massive ungarische Schlagbaum an der Grenze ließ weder einen „Einbruch“ noch „Ausbrauch“ – selbst mittels einem schweren Fahrzeug zu. Die ungarischen „Schlagbaumkontrolleure“ vermieden es, den Transporter zu untersuchen – nur Sichtkontrolle war erlaubt. Oberhalb dem hochgeklappten Sonnenschutz hatte der Fahrer eine schußbereite Waffe liegen – zum Eigenschutz gegen Wegelagerer und Strauchdieben. „Eigenschutz“ wegen der vielen USA-Diplomaten-„Post“ seitens den ungarischen Kontrolleuren beschränkte sich lediglich nur darin, den Fahrer und mich paar Stunden „schmoren“ zu lassen 🙂

      • Jetzt erkennen sicher auch die letzten Westler (USA EU Merkel ) wie wichtig es war, nach den baltischen Staaten auch die Ukraine langfistig in Westboot zu holen. Dann müssen halt ein paar taussend Zivilisten im Osten der Ukraine ihr Leben dafür hergeben (sorry für meinen Zynismus, ist nicht so gemeint) und die ganze Ukraine in ein Katastophengebiet verwandelt werden, dass gleich nach dem mittleren Osten kommt. Alle nötigen „Reformen“ die der Westen so lobt, werden ja in regelmäßigen Zeitabständen in Angriff genommen.

        (…)
        „Am Freitag hat Kiew den Kommunisten der Ex-Sowjetrepublik das Recht zur Teilnahme an Wahlen sowie den Parteistatus entzogen. Dies sei Teil eines Verbotsverfahrens, das bald abgeschlossen werden solle, sagte Justizminister Pawel Petrenko am Freitag in Kiew. Die Parteien könnten künftig nicht mehr am „politischen Leben“ der Ukraine teilnehmen. Die Kommunisten reagierten angesichts der im Herbst geplanten Kommunalwahlen mit scharfem Protest. Sie warfen der Justiz Willkür vor und kündigten Widerstand an. Auch linke Kräfte in Europa sowie Russlands Kommunistenchef Gennadi Sjuganow hatten die neue prowestliche Führung wegen des Parteiverbots kritisiert.“
        (…)

        http://www.handelsblatt.com/politik/international/machtkaempfe-in-der-ukraine-ein-land-zwischen-den-fronten/12095544.html

        Lettland, Estland und Littauen dienen ja dafür prächtig als Vorbild für Kiew.
        Da kann man denen noch was abschauen und die Kommunisten verbieten, das hat damals ja Adenauer schon gemacht, also warum sollte Merkel, oder vielleicht sogar die EU, die Poros dafür kritisieren. Dann warten wir mal gespannt auf die nächste „Reform“.

        • Die Angst vor Kommunisten ist wieder en vogue, der alt-neue Schlachtruf lautet: Kommunismus oder Freiheit! Und dann lauert auch noch Putin, der zwar kein Kommunist ist, aber wohl so etwas Ähnliches.

          Opinion 7/24/2015 @ 2:06PM 1.892 views
          Greece Is Already Partial To Communism–The EU Must Be Wary Of Pushing The Country Further Away

          Guest post written by Pythagoras Petratos
          Mr. Petratos is an economist and lecturer at Saïd Business School at the University of Oxford.
          […]
          All this doubt makes it easier for Greece to distance itself from the West. If the EU isn’t willing to try anything other than austerity measures, why not search for new allies, like Russia, who appeal to the public?
          Its old communist ties not only create a sense of familiarity for the Greeks, but they also see a country that faces the same struggles. Russia’s historic confrontation with the West and NATO can be paralleled with Greece’s fight against the troika.

          Closer cooperation between the two countries has already begun: Vladimir Putin and Tsipras met recently to discuss energy support and building a pipeline comparable to Nabucco (natural gas reserves around Greece’s seabed are estimated to be worth billions). Russia can take it one step further by providing Greece with security and resources, thus extending its reach into the Mediterranean. Watch for escalating events in Ukraine to make this a more likely scenario.

          The EU must truly reflect on the current crisis. Its inability to strategically contain Russia has exposed a clear and present danger. Further negligence to do so would result in Greece becoming a failed state, leading to unpredictable economic and geopolitical consequences. The EU should guarantee security from coercion to individual citizens and states. But most importantly it should offer hope to every Greek and EU citizens for a bright future.
          And the greatest hope it can offer is a revolution for liberty.

          http://www.forbes.com/sites/realspin/2015/07/24/greece-is-already-partial-to-communism-the-eu-must-be-wary-of-pushing-the-country-further-away/

    • Ich weigere mich, der Argumentation im Hinblick auf ein „vom Westen noch anzuerkennendes Referendum“ der Krim zu folgen.

      Völkerrechtlich ist das Westfälische System seit 1648 grundlegend. Der Staat und damit seine Souveränität stehen im Mittelpunkt. Der 30-Jährige-Krieg konnte durch die Entwicklung dieses Konzepts überwunden werden: Alle Staaten sind rechtlich gleichgestellt; es ist Staaten verboten, sich in innere Angelegenheiten eines anderen Staates einzumischen. Dieses Prinzip wurde nach dem 2. Weltkrieg erweitert: Wenn der UN Sicherheitsrat eine Gefahr für den Weltfrieden oder einen Bruch feststellt, kann er nach Kapitel VII UN Charta friedenserzwingende Maßnahmen beschließen. Damit wird eine Durchbrechung des ansonsten bestehenden Verbots der Verletzung staatlicher Souveränität (Art. 2 UN Charta) angeordnet (die andere ist das gewohnheitsrechtlich anerkannte Recht auf Selbstverteidigung, Art 51 UN Charta).

      Festzuhalten ist, dass das Völkerrecht nur in SEHR engen Grenzen die Durchbrechung der Souveränität erlaubt (die Fragen der Legitimität wegen einer „humanitarian intervention“ oder „responsibility to protect“ klammere ich aus). Daraus folgt, dass kein anerkanntes Recht auf Sezession eines Teilgebiets von einem Mutterstaat existiert. Allerdings ist die Sezession völkerrechtlich auch nicht verboten. Dieser Grundsatz wurde in einem „Advisary Opinion“ des Internationalen Gerichtshofes für die UN aus 2010 bestätigt (http://www.icj-cij.org/docket/files/141/15987.pdf): Der IGH sah die Sezession des Kosovo als wirksam an. Sie verstieß gegen kein Völkerrecht.

      Damit hat der IGH auch das Verhalten des Westens legitimiert: Die NATO hatte Truppen im Kosovo stationiert, als es sich 2008 von Serbien abspaltete. Diese Sezession gelang nur wegen der stationierten NATO Trupppen. Diese verhinderten, dass serbische Truppen intervenierten und die Sezession unterbanden. Die Unabhängigkeit des Kosovo ist von nunmehr über 100 Staaten anerkannt. Damit haben sie konkludent auch anerkannt, dass die Hilfe der NATO Trupppen bei der Sezession rechtlich nicht zu beanstanden war.

      Wenn sich jedoch die Mehrheit von Staaten mit der Überzeugung, rechtlich gebunden zu sein, rechtserheblich verhält, entsteht neues Völkergewohnheitsrecht als weitere maßgebliche Rechtsquelle neben dem Völkervertragsrecht. Russland hat die Sezession des Kosovo nie anerkannt und war damit nicht an das entstehende Gewohnheitsrecht gebunden, das es anderen Staaten erlaubt, mit eigenen Soldaten bei der Sezession eines Teilgebiets nachzuhelfen. Russland war ein sogenannter „persistent objector“.

      Auf der Krim hat Russland diese Rechtsposition aufgegeben. Es hat das Script des Westen bei der Sezession des Kosovo genutzt: Es hat mit eigenen Soldaten ukrainische Truppen umstellt, sodass diese nicht bei der Sezession der Krim eingreifen und sie verhindern konnten. Wenn aber die Sezession der Krim unter Rückgriff auf Völkergwohnheitsrecht legal war, konnte die Krim als neues Völkerrechtssubjekt danach Russland beitreten. Dieser Beitritt verletzte nicht mehr die Souveränität der Ukraine, weil die Krim bereits unabhängig war. Es fand kein „Direkterwerb“ der Krim durch Russland von der Ukraine statt.

      Das ist MEINE juristische Sichtweise der Sezession der Krim. Mir hat noch niemand mit einer substantiierten Argumentation verständlich machen können, warum die Sezession des Kosovo bei der Sezession der Krim als Präzedenzfall keine Anwendung finden soll. Ich lese von den üblichen Journalisten nur Blabla. Einer plappert nach, was der andere bereits geschrieben hat. Niemand hat eine Ahnung und sobald die Ahnungslosen einen Konsens der Ahnungslosigkeit errichtet haben, wird er als verbindlich unter den ahnungslosen Wortführern angesehen und wiederholt. Die Formulierung „Annektion der Krim“ entwickelt sich zur Rechtstatsache.

      Bitte nicht falsch verstehen: Ich finde es toll, eine nachvollziehbare Gegenargumentation zu lesen, die meine Argumente aufnimmt und sie widerlegt. Aber ich hasse schlichten intellektuellen Müll von Ahnungslosen.

      • Ich teile Ihre Interpretation – und kann daher die Aufregung wegen des Krim-Besuchs der Abgeordneten nicht verstehen; zumal Handelssanktionen ohnehin kein Reiseverbot beinhalten. Ich halte die Krim-Sanktionen für ganz besonders übel, weil sie die Bevölkerung wegen ihrer „falschen“ Abstimmung bestrafen – was soll das? Weder die Abstimmung noch der angenommene Antrag auf Wiedereingliederung in den russischen Staat lassen sich rückgängig machen.
        Dennoch wird sogar hier von einer „Verletzung des Völkerrechts“ gesprochen, natürlich ohne Benennung der entsprechenden Norm. Man gewinnt den Eindruck, daß das Völkerrecht nur noch dazu herhalten muß, um Vorwürfe an den politischen Gegner loszuwerden.

        Kritik an Krim-Besuch französischer Abgeordneter
        24/07 18:20 CET

        Ein Krim-Besuch von zehn französischen Abgeordneten sorgt in ihrem Heimatland und in der Ukraine für Unmut.
        Der ukrainische Botschafter in Paris, Oleg Shamshur, äußerte sich empört. Die Reise beweise einen Mangel an Respekt gegenüber der Souveränität und territorialen Integrität seines Landes.
        Der französische Außenminister Laurent Fabius sprach angesichts der verhängten Sanktionen von einer Verletzung des Völkerrechts.
        “Wir haben gesehen, dass es kein Militär gibt, das besetzt oder das Menschen zu etwas gezwungen werden”, so Delegationsleiter Thierry Mariani, ehemals Transportminister unter Präsident Nicolas Sarkozy. “Es braucht Zeit, bis sich bestimmte Vorstellungen ändern. Aber was ich Ihnen sagen kann, ist, dass wir ein anderes Bild vermitteln werden.”
        Die Abgeordneten hatten am Vortag in der russischen Staatsduma u.a. auch deren Sprecher Sergej Naryschkin getroffen. Die meisten von ihnen gehören den konservativen Republikanern von Ex-Präsident Nicolas Sarkozy an.

        http://de.euronews.com/2015/07/24/kritik-an-krim-besuch-franzoesischer-abgeordneter

        • Bei dieser Gelegenheit noch kurz was zum Kosovo. Der Westen verwandelt Länder in Gold. Die Ukraine ist am Boden und laut SZ vom Wochenende ist das Kosovo das mit Abstand ärmste Land des Balkan.

  4. Langsam aber sicher halten Verschwörungstheorien auch bei den „seriösen“ Medien Einzug. Gibt es noch irgendetwas in der Welt, hinter dem Putin nicht steckt?

    Russland als Strippenzieher?Griechen behaupten: In Wahrheit verhinderte Putins Poker den „Grexit“

    Alexis Tsipras hat es nicht auf einen Grexit ankommen lassen. Doch glaubt man einigen griechischen Medien, wollte der Premier eigentlich etwas ganz anderes – und wurde letztlich vom russischen Präsidenten Wladimir Putin zum Kompromiss in Brüssel gezwungen. Aus reinem Kalkül.

    In der Heimat wird Tsipras von vielen gefeiert. Als derjenige, der Griechenland im Euro gehalten und den Grexit verhindert hat. Glaubt man jedoch einigen griechischen Medien, dann war das nichts Tsipras Werk, sondern der Verdienst eines ganz anderen: Russlands Präsident Wladimir Putin.
    Die griechische Zeitung „To Vima“ etwa berichtet, dass der Kreml-Chef Tsipras dazu gedrängt habe, dem Hilfspaket der Gläubiger zuzustimmen. Was steckt dahinter?
    […]

    http://www.focus.de/politik/videos/russland-als-strippenzieher-griechen-behaupten-putin-liess-tsipras-abblitzen-und-verhinderte-so-den-grexit_id_4838020.html

    Das eine oder andere Fragezeichen gesetzt, ein paar Medienberichte zitieren, und schon ist wieder ein Anti-Putin-Artikel fertig. Zum Kopfschütteln.

    • Im engliches Sprachraum gibt es die Bezeichnung „Betteridge’s Law of Headlines“
      https://en.wikipedia.org/wiki/Betteridge%27s_law_of_headlines

      Der Name geht auf diesen Artikel aus dem Jahr 2009 zurück, auch wenn die Praxis natürlich viel älter ist:

      http://www.technovia.co.uk/2009/02/techcrunch-irresponsible-journalism.html

      […] any headline which ends in a question mark can be answered by the word “no”. The reason why journalists use that style of headline is that they know the story is probably bullshit, and don’t actually have the sources and facts to back it up, but still want to run it.

      • Focus befindet sich allerdings in guter Gesellschaft – das Putin-Bashing hat alle Ebenen erreicht. Ganz ohne Fragezeichen.

        Präsidenten-Treff in Petersburg von Putin & Blatter
        22.07.2015

        St. Petersburg (dpa) – Es ist ein Wochenende ganz nach dem Geschmack von Wladimir Putin. Bevor Russlands Präsident am Sonntag zum Ehrentag der Marine die Parade der Kriegsschiffe im Ostseehafen von Kaliningrad abnimmt, kann er sich erneut als Gastgeber der großen glitzernden Sportwelt präsentieren.

        Im prunkvollen Konstantinpalast der früheren Zarenmetropole St. Petersburg nimmt sich der Fußball am Samstag bei der Auslosung der WM-Qualifikationsgruppen eine Auszeit von allen Skandalschlagzeilen.
        «Er wird an der Zeremonie teilnehmen», lautet das schmale Statement des Kreml zum Auftritt Putins bei der Fußball-Gala mit Größen wie Ronaldo, Samuel Eto’o und Oliver Bierhoff als Los-Assistenten. Putin wird die Begrüßungsrede halten, teilten die Organisatoren am Mittwoch mit, mehr wird über den präsidialen Auftritt bei der 120-Minuten-Show nicht verraten.

        Noch wichtiger: Putin wird auch FIFA-Chef Joseph Blatter treffen, der nach den Festnahmen von sieben Fußball-Funktionären im Mai in Zürich erstmals wieder auf eine Dienstreise ins Ausland geht – und bereits an diesem Donnerstag in St. Petersburg erwartet wird. Bei der Auslosung soll Blatter nach Putin einige Worte an die Fußball-Welt richten. Über seinen Terminkalender bis zur Show schwieg sich die FIFA aus.
        Putin und Blatter haben an ihrer gegenseitigen Hochachtung nie einen Zweifel gelassen. In Russland kann sich der umstrittene Schweizer, der wegen eines «Reise-Risikos» geplante Besuche bei FIFA-Turnieren in Neuseeland und Kanada sowie der kommenden IOC-Vollversammlung in Malaysia absagte, sicher und unter Freunden fühlen.
        […]

        http://www.faz.net/agenturmeldungen/dpa/praesidenten-treff-in-petersburg-von-putin-blatter-13715372.html

        Weder gegen Blatter noch wegen der Vergabe der Fußball-WM an Rußland gibt es bislang Vorwürfe. Dennoch so ein Artikel. Im Tagesspiegel Print von heute gab es auch einen St. Petersburg-Artikel über die heutige Auslosung, die aber erst ganz zum Schluß erwähnt wurde. Zuvor gab es die üblich gewordenen Schmähungen gegen Sotschi, die Ukraine-Krise, Blatter…

        Jetzt muß man schon Befürchtungen haben, was die ZEIT-Musik-Redakteurin Christine Lemke-Matwey mal wieder gegen den bayreuth-Auftritt von Kirill Petrenko losläßt, gegen dessen Berufung zum Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker sie ja schon genug gegiftet hatte.

        Kirill Petrenko
        • Termine
        • Artikel
        Montag, 27. Juli 2015, 18:00 Uhr
        Bayreuther Festspielhaus , Bayreuth

        Bayreuther Festspiele: Das Rheingold

        Kirill Petrenko (Leitung) , Frank Castorf (Regie)

        Dienstag, 28. Juli 2015, 16:00 Uhr
        Bayreuther Festspielhaus , Bayreuth

        Bayreuther Festspiele: Die Walküre

        Kirill Petrenko (Leitung) , Frank Castorf (Regie)

        Donnerstag, 30. Juli 2015, 16:00 Uhr
        Bayreuther Festspielhaus , Bayreuth

        Bayreuther Festspiele: Siegfried

        Kirill Petrenko (Leitung) , Frank Castorf (Regie)

        Samstag, 01. August 2015, 16:00 Uhr
        Bayreuther Festspielhaus , Bayreuth

        Bayreuther Festspiele: Götterdämmerung

        Kirill Petrenko (Leitung) , Frank Castorf (Regie)

        http://www.concerti.de/de/42/inid:1126/kirill-petrenko.html

        Tatsächlich bleibt ja kein Bereich mehr außen vor. Die Dame hat sich übrigens ganz empört geäußert, nachdem ihr antisemitische Stereotypen in ihrer Petrenko-Kritik vorgeworfen wurden. (Dem „analytischen“ jüdischen Musiker fehle der emotionale Zugang zur Musik.)
        Nachdem sie allerdings nacheinander zwei absolut unterschiedliche russische Dirigenten gebasht hatte, wobei sie dem einen vorwarf, diejenigen Eigenschaften nicht aufzuweisen, die der andere hat, kommt sie aus der Nummer nicht mehr heraus.

        Es ist nur noch furchtbar, wie unsere Presse arbeitet.

        • Natürlich durfte die SZ bei dem Vergleich Blatter/Putin nicht fehlen. Ganzseitig auf Seite Drei. Putin, „der Böse“ mit dunkler Sonnenbrille. *bibber*
          Von Atai-Freund Julian Hans erstellt, dem ich dann die Frage stellte, ob er für einen Boykott der WM 2018 ist. Keine Antwort.

          Diese selbsternannten Politexperten bringen einem zum schaudern:

          (…)
          „Selbst der Krieg in der Ostukraine hat eine … disziplinierende und konsolidierende Wirkung auf die ukrainische Elite und Gesellschaft“, behauptet Umland weiter.“
          (…)
          http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/59168

          Jetzt wo die K….. am Dampfen ist, nachdem der Krieg im Osten momentan nicht zur Ablenkung herhalten kann, wird das ganze Ausmass der durch die idiotische Westpolitik ausgelöst wurde, sichtbar.

        • „Es ist nur noch furchtbar, wie unsere Presse arbeitet“
          Als chronisch kritischem Menschen fällt mir Akklamation schwer. Deshalb Zustimmung nur mit großem Widerwillen. 😉

        • Bin jetzt ein bissl schockiert. Kenne Lemke-Matwey persönlich und habe sie immer als die beste Musikkritikerin im Lande gesehen. Die Angriffe auf Petrenko hab ich nicht mitbekommen. Haben Sie einen Link? Dank im Voraus!

        • Dirigent Valery Gergiev
          Putins Liebling

          2015 soll Valery Gergiev Chefdirigent der Münchner Philharmoniker werden. Doch seine Freundschaft mit dem russischen Präsidenten irritiert. Was treibt ihn künstlerisch an? Eine Spurensuche in London und St. Petersburg. von Christine Lemke-Matwey
          DIE ZEIT Nº 20/2014 13. Mai 2014 17:02 Uhr
          […]

          http://www.zeit.de/2014/20/dirigent-valery-gergiev/komplettansicht

          Berliner Philharmoniker
          Unser Mann aus Sibirien

          Die Musikwelt schaut auf Berlin: Kirill Petrenko wird Chefdirigent der Philharmoniker. Geht das gut? von Christine Lemke-Matwey
          DIE ZEIT Nº 26/201525. Juni 2015 08:00 Uhr
          […]

          http://www.zeit.de/2015/26/berliner-philharmoniker-chefdirigent-kirill-petrenko/komplettansicht

          Und hier die aktuelle Diskussion:

          Kirill Petrenko in Bayreuth – und bald in Berlin
          Weißt du, wie das wird?

          23.07.2015 08:51 Uhr Von Frederik Hanssen

          Der Dirigent Kirill Petrenko, die Aufregung um antisemitische Untertöne und die philharmonische Frage: Am Samstag startet die Wagner-Saison in Bayreuth.
          […]
          Seit Wochen probt er auf dem Grünen Hügel, ab Montag wird Kirill Petrenko nun zum dritten und letzten Mal bei Richard Wagners „Ring des Nibelungen“ im Orchestergraben des Bayreuther Festspielhauses walten. Als sich die Berliner Philharmoniker am 21. Juni entschlossen, den 1972 geborenen Russen zu ihrem nächsten Chefdirigenten zu machen, weilte der bereits in Franken – und sah sich in den Pressereaktionen auf seine Wahl gleich dreifach mit Sprachwendungen konfrontiert, in denen antisemitische Ressentiments mitschwingen. Eine NDR-Kommentatorin verglich den im Rennen um die Rattle-Nachfolge unterlegenen Christian Thielemann – der am Sonnabend in Bayreuth die „Tristan“–Premiere dirigiert – mit dem Göttervater Wotan, der Petrenko wie Alberich wahrnehmen könnte, den „winzigen Gnom, die jüdische Karikatur“. In der „Welt“ hob der Klassikkritiker hervor, dass nach Daniel Barenboim, dem Generalmusikdirektor der Staatsoper, und Ivan Fischer, dem künstlerischen Leiter des Konzerthausorchesters, bald „der dritte Jude“ auf einem Berliner Chefdirigentenpult Platz nehmen werde.

          Bayreuth-Chefin Katharina Wagner versteht die ganze Aufregung nicht

          Beide Medien haben sich mittlerweile für die Äußerungen entschuldigt. In der jüngsten Ausgabe der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ weist Eleonore Büning darauf hin, dass auch ein Petrenko-Artikel der „Zeit“-Musikkritikerin Argumente vorbringt, der den einst von Richard Wagner in Bezug auf seine Konkurrenten Meyerbeer und Mendelssohn verwendeten Duktus anklingen lässt. Petrenko, war in der Hamburger Wochenzeitung zu lesen, habe „keinen unmittelbaren, untrüglich intuitiven Bezug zur Musik“, sondern müsse sich diesen immer erst erarbeiten. Er sei ein Kontrollfreak, dess[en] Dirigate „nicht ungeschmeidig sind, aber doch abgezirkelt bleiben, fest, gerade“. Wagner hatte Mendelssohn in seiner Schrift „Das Judenthum in der Musik“ unterstellt, seine Musik könne trotz „reichster Talentfülle“ niemals „die tiefe, Herz und Seele ergreifende Wirkung auf uns hervorbringen, welche wir von der Kunst erwarten“. Nun ist die Feststellung, dass der eine Dirigent analytischer vorgeht und der andere eher emotional, nicht aus sich heraus ein antisemitisches Denkmuster. Ein Unbehagen gibt es dennoch.

          „Zeit“-Musikkritikerin Christine Lemke-Matwey nennt die Vorwürfe eine bösartige Unterstellung. Es sei ihr ausschließlich um die Charakterisierung der künstlerischen Herangehens- und Arbeitsweise des Interpreten Petrenko gegangen.
          […]

          http://www.tagesspiegel.de/kultur/kirill-petrenko-in-bayreuth-und-bald-in-berlin-weisst-du-wie-das-wird/12092568.html

      • Ich finde es bezeichnend, daß Kritik an der militär-orientierten amerikanischen Außenpolitik in den USA eigentlich nur noch in Comedy-Sendungen geübt wird, nicht in den Nachrichten-Sendungen.

        ‚Who are we bombing?‘ Jon Stewart grills Obama over Iran deal
        Published time: 22 Jul, 2015 20:49

        President Barack Obama used his last appearance on the Daily Show to defend the Iran nuclear deal and his other achievements. Host Jon Stewart pointed out that diplomacy might work better than failed US policies of bombing, invasion and regime change.

        “Whose team are we on in the Middle East?” Stewart, host of the popular comedy program for over 16 years, asked the president. “Who are we bombing?”
        Stewart pointed out that the US was de facto fighting alongside Iranian-backed groups against Islamic State militants in Iraq, while backing Saudi Arabia’s campaign against pro-Iranian rebels in Yemen.
        “That’s not quite right, but that’s OK,” Obama replied, chuckling. There was a multinational coalition confronting the militants, which he referred to by Washington’s preferred acronym, ISIL. While ISIL is a current US priority, Obama said, that does not change the White House’s position on Iran.
        “This is an adversary,” Obama said of Iran. “They are anti-American, anti-Israel, anti-Semitic, they sponsor terrorist organizations like Hezbollah.”
        Iran is “still going to cause problems in various areas,” and the US will have to work with “core allies” like Israel and the Gulf countries to make sure Iran isn’t sponsoring terrorism or destabilizing other countries. “But we will have taken off the table what would be a catastrophic strategic problem if they got a [nuclear] weapon,” Obama explained.

        Stewart went along with the president’s explanation, pointing out that the US has tried invading and occupying a country (Iraq), bombing and regime change (Libya) and arming militants (in Syria), without achieving the desired outcome.
        “But this new thing, you called it earlier… diplomacy! That sounds interesting,” Stewart said.
        “We might as well try it, see what happens,” Obama replied.
        “But we still get to bomb people at some point?” joked Stewart.
        […]
        In an extended interview, posted on the show’s website, Stewart grilled the president about the scandal-ridden Department of Veterans’ Affairs (VA) and other government agencies falling short of their promises.
        “Government works better now than it probably ever has, given what we ask it to do,” said Obama, defending the administration he argued was short on resources and understaffed.
        “You start a lot of wars, it’s going to add people,” Stewart said, pressing the point.
        […]

        http://www.rt.com/usa/310511-obama-iran-daily-show/

        Und jetzt wird es noch unübersichtlicher:

        Reaktion auf Luftangriffe: PKK kündigt Waffenstillstand mit Türkei auf

        Türkische Kampfjets feuern im Schutz der Dunkelheit auf Stellungen der PKK – und alle Friedensbemühungen scheinen über Nacht dahin. Die kurdische Seite erklärt den Waffenstillstand von 2013 für beendet.

        Am späten Freitagabend tauchten die Flugzeuge der türkischen Luftwaffe über den Lagern der PKK auf – nun kommt die Reaktion der kurdischen Arbeiterpartei. Mit den Attacken im Nordirak sei der mühsam ausgehandelte Waffenstillstand aus dem Jahr 2013 geplatzt. Das Abkommen habe „jede Bedeutung verloren, nach diesen harten Luftschlägen der türkischen Besatzungsarmee“, heißt es in einer Mitteilung auf der Internetseite der PKK.
        Eigentlich richtet sich die neue Offensive der türkischen Armee gegen die Einheiten der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS). Auch deren Truppen wurden in der Nacht beschossen. Allerdings geht Ankara im gleichen Zug eben auch gegen die PKK vor, die sie als „Terrororganisation“ einstuft. Nach Angaben des Militärs seien Bunker, Höhlen, Vorratslager und andere „logistische Punkte“ angegriffen worden. Über mögliche Opfer ist noch nichts bekannt.
        Offenbar waren neben Kampfjets auch Bodentruppen sowohl gegen den IS als auch die PKK im Einsatz. Wo und in welchem Umfang diese eingegriffen haben, ist allerdings nicht bekannt.
        […]

        http://www.spiegel.de/politik/ausland/pkk-kuendigt-waffenstillstand-mit-tuerkei-auf-a-1045322.html

  5. http://www.nst.com.my/node/93154

    „KUALA LUMPUR: Russia is willing to seek a compromise on the investigation into the downing of Malaysia Airlines flight MH17, despite remaining opposed to the setting up of an international tribunal to punish those responsible for the crash. Russia’s ambassador to Malaysia Valery Yermolov said Russia, which introduced a draft resolution at the United Nations Security Council (UNSC) on Monday, was hoping to combine different approaches put forward by Malaysia and Russia to determine the best way to ensure those behind the crash were held to account.“
    …….
    „He also claimed that the probe had not complied with UNSC resolution 2166, adopted last year, which expressed support for the „efforts to establish a full, thorough and independent international investigation into the incident” in accordance with ICAO guidelines. “Russia is interested in a comprehensive, accurate, independent and transparent international investigation of the catastrophe of Malaysia Airlines Flight MH17. “We do not see this happening at the moment. This is due in part to the fact that Russia has been barred from any substantive participation in the investigation.”

    Besonders interessant der letzte Satz:

    “The involvement of the Russian representative has been purely nominal and has not resulted in his opinion and the data presented by Russia being taken into account.”

    Kann es tatsächlich sein, daß vorgelegte Informationen beim DSB-Bericht einfach nicht berücksichtigt worden sind?

      • Dazu paßt hervorragend:

        https://consortiumnews.com/2015/07/23/nyt-enforces-ukraine-group-think/

        „Thursday’s editorial on last year’s shoot-down of Malaysia Airlines Flight 17 reveals that the Times’ editors apparently find nothing suspicious about the dog-not-barking question of why the U.S. government has been silent for a full year about what its intelligence information shows.“
        …….
        „“The real goal of the draft resolution Russia proposed on Monday at the Security Council is to thwart a Dutch-led criminal investigation of what happened and a Western call for a United Nations-backed tribunal.”

        So, the Times castigates the Russians for seeking to involve the United Nations Security Council and the International Civil Aviation Organization in the slow-moving Dutch-led inquiry, which includes the Ukrainian government, one of the possible suspects in the crime as one of the investigators. But the Times takes no notice of the curious silence of U.S. intelligence.“
        …..
        The Times’ strident editorial bordered on the hysterical as if the newspaper was frightened that it was losing control of the permissible narrative derived from its profoundly biased coverage of the Ukraine crisis from its beginning in February 2014 when a U.S.-backed coup overthrew the democratically elected President Viktor Yanukovych.

        The Times also put the word “fascists” in quotes – presumably to suggest that Ukrainian brown shirts are just one of Putin’s delusions. The Times insisted that “nobody outside Russia believes this” suggesting that if you take note of the key role played by Ukraine’s neo-Nazis, you belong in Russia since “nobody outside Russia” would believe such a thing.
        …….
        But deviation from the “it’s all Putin’s fault” group think infuriates the Times’ editors into chanting something like the “go back to Russia” insult directed at Americans in the 1960s and 1970s who criticized the Vietnam War. It is just that sort of anti-intellectual conformity that now dominates the debate over Ukraine.“

        • Da das JIT sich mit der dämlichen SBU-Narration herumschlagen muß und zu seiner eigentlichen Arbeit nicht kommt, muß der Schwerpunkt tatsächlich darauf liegen, zunächst einmal die Ermittlungen aus diesem kleinen Zirkel in die Internationalisierung zu heben. Man bedenke, daß Malaysia erst ab Dezember gleichberechtigt mitmachen „durfte“, was nicht ohne russische Hilfe möglich war.

          Die Kompromißlösung könnte so aussehen, daß zunächst Ermittlungen unter dem Dach der UN/ICAO stattfinden und danach ein Tribunal eingesetzt wird. Das wäre die richtige Reihenfolge.

          Die Niederlande als Ermittlungsführer sind denkbar ungeeignet, bedenkt man die Einstellung der Regierung und den Druck der dortigen Medien, staatlichen (NOS) wie privaten (RTL, Volkskrant).

          Von dem alles entscheidenden Wölkchenfoto, das von Geraschtschenko, SBU und Bellingcat so promotet wurde, bleibt nicht mehr viel übrig. Jetzt ist ein neues Foto dieser Gegend vom 7.6.2015 (!) aufgetaucht: mit schwarzem Qualm an genau der Stelle, an der laut Bellingcat der schwarze Qualm einer Buk-Rakete zu sehen sein soll, die sich erst geradeaus und dann senkrecht nach oben bewegt haben soll (wobei sie dann weiße Wölkchen produzierte).

          Bellingcat:

          https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2015/01/27/is-this-the-launch-site-of-the-missile-that-shot-down-flight-mh17/

        • Meine Zweifel an dem „Wölkchenfoto“ hatte ich hier auch schon geäussert.
          Das BBC- Video von Ende Juli 2014, welches angeblich nicht dem journalistischen Standard entsprach und wieder gelöscht wurde, ist weiterhin online, hier z.B. mit deutschen Untertiteln:

          Das Kamerateam hat die angebliche Abschusstelle besichtigt, und bei Minute 2:40 sieht man dort dünnen Rauch aufsteigen, ganz ohne Aktivität von Fliegerabwehrraketen. Der Rauch stammt vermutlich von dem dortigen Kohlebergwerk und wird dauernd emittiert, je nach Blickwinkel und Sonnenstand ist er mal schwarz, mal weiss, mal grau…

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