Ukraine: Informationskrieg um MH17 (5)

AA Titel 33Quelle: http://tass.ru/boeing-presentation/kurs-rakety/2023470

Fortsetzung von:

https://gabrielewolff.wordpress.com/2014/09/28/ukraine-informationskrieg-um-mh-17-1/

https://gabrielewolff.wordpress.com/2014/10/23/ukraine-informationskrieg-um-mh-17-2/

https://gabrielewolff.wordpress.com/2015/01/19/ukraine-informationskrieg-um-mh-17-3/

https://gabrielewolff.wordpress.com/2015/05/24/ukraine-informationskrieg-um-mh-17-4/

Wie nicht anders zu erwarten war, erfuhr der Informationskrieg um den Abschuß der MH17 rund um seinen Jahrestag einen Höhepunkt, der zugleich einen Tiefpunkt der westlichen Presse kennzeichnete. Von russischen Medien erwartet der entsprechend & vielfach gewarnte Westler ja nichts anderes; aber mittlerweile hat er gelernt, daß westliche Medien in ideologisch aufgeheizten Zeiten – und wann hätte es die jemals nicht gegeben? ­­– nicht anders funktionieren als der „Feind“. Als nichts weniger haben Amerikaner und Europäer die russische Föderation nämlich zu betrachten, geht es nach dem Willen der Politik und der ihnen kritiklos folgenden Medien.

Eine entscheidende Duftmarke im Vorfeld setzte CNN, ein Sender, der der jeweiligen US-Regierung gern zu Diensten ist; ein Sender, der den Irak-Krieg bejubelte und sich willig vom Militär einbetten und beraten ließ.

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/gekaufte-meinung-pentagon-beschaeftigt-pr-armee-fuer-us-tv-a-548519.html

Das Dutch Safety Board hatte am 2.6.2015 seinen nach einem Jahr erforderlichen weiteren Zwischenbericht der Flugunfalluntersuchung abgeschlossen und ihn den an der Ermittlung beteiligten Staaten übersandt, die nun 60 Tage Zeit haben, ihre Anmerkungen zu diesem Entwurf zu fertigen. Diese Kommentare werden in einen konsensualen Schlußbericht einfließen. Er soll in der ersten Hälfte des Oktober 2015 veröffentlicht werden, nach Einarbeitung der bis zum 2.8.2015 eingehenden Kommentare und Anmerkungen der an der Untersuchung beteiligten Behörden. Die ICAO (International Civil Aviation Organization) wurde vom DSB hierüber am 1.7.2015 informiert:

http://www.onderzoeksraad.nl/en/onderzoek/2049/investigation-crash-mh17-17-july-2014/inzage/1643/progress-of-the-mh17-investigation#fasen

Einen Tag nach dieser Veröffentlichung meldete sich die beteiligte russische Luftfahrt-Behörde zu Wort:

Russian air transport authorities unsatisfied with report on Boeing MH17 crash in Ukraine

July 02, 16:57 UTC+3 […] MOSCOW, July 2. /TASS/.

The Russian Federal Air Transport Agency has a number of questions to the draft report on the cause of the Malaysian passenger aircraft crash over Ukraine last year, Oleg Storchevoy a deputy head of the agency, said on Thursday. „We have read the draft of the final report of the investigation into the crash of the Malaysian Boeing’s MH17 flight,“ Storchevoy said. „After studying it I can only say that there are more questions than answers.“ […]

„Our specialists have a range of weighty remarks regarding the document, stated arguments and simply technical data,“ Storchevoy said. „We hope that our addenda and commentaries will be reflected in the final report, and our emerged questions will be answered as well.“

He also said that the Russian side was given only 30 days to provide its comments on the draft report, instead of 60 days as it was envisaged by ICAO regulations.

[…]

http://tass.ru/en/world/805529

Zu dem Vorwurf, die nach ICAO-Regeln übliche 60-Tage-Erwiderungsfrist gegenüber Rußland auf 30 Tage verkürzt zu haben, hat sich das Dutch Safety Board nicht geäußert. Aus den wenig spezifischen Vorwürfen der russischen Seite ließ sich ableiten, daß der neue Bericht so wenig aufschlußreich sein könnte wie der erste – und daß eventuell die russischen Primärdaten des Radars in Rostow-am-Don immer noch nicht ausgewertet worden sein könnten. Diese Unterlassung erstaunte ja schon beim ersten Zwischenbericht des DSB von September 2014. Zeigten sie doch die nach dem Transponderausfall vorhandenen weiteren Absturzdaten der MH17 – und man hätte in die Ausdeutung der weiteren dort vorhandenen Signale einsteigen müssen: Kampfflugzeug oder Trümmerteile? Das war wohl ein no-go.

In diesen Interpretationsspielraum stieß CNN am 15.7.2015 mit der wuchtigen Schlagzeile:

First on CNN: Sources say MH17 report blames Russian missile for shooting down plane

By Rene Marsh, CNN Aviation and Governmental Regulation Correspondent Updated 1409 GMT (2109 HKT) July 15, 2015

http://edition.cnn.com/2015/07/15/politics/mh17-pro-russian-missile-crash-ukraine/index.html

Und was erfahren wir im Artikel über diese Quellen und über etwaige Überprüfungshandlungen durch CNN? Nichts. Rein gar nichts.

The draft investigative report is several hundred pages long. According to one source close to the investigation the draft report included the exact type of missile used to bring down MH17 and the trajectory of the missile. Another source with knowledge of the report’s details says it gives a minute by minute timeline of flight MH17. This source also says not only does the draft report pinpoint where the missile was fired from it identifies who was in control of the territory and pins the downing of MH17 on the pro-Russian rebels. According to both sources, the report also pins some blame on Malaysia Airlines for how its planes were dispatched that day.

[…]

CNN has requested comment from the NTSB, FAA, Boeing and the Dutch Safety Board. CNN has also attempted to reach representatives for Malaysia Airlines.

In an email an FAA spokeswoman said the agency could not comment.

The Dutch safety board told CNN „we will not comment on the confidential draft final report“ and the NTSB said in an email „The NTSB does not comment on an investigation that the Board is not the lead investigative agency.“

http://edition.cnn.com/2015/07/15/politics/mh17-pro-russian-missile-crash-ukraine/index.html

Nicht einmal eine Plausibilitätsüberprüfung der Quellenangaben hat stattgefunden. Mit dieser Meldung ist CNN auf seinen US-regierungsfreundlichen Stand vom 18.7.2014 zurückgefallen:

Obama sagte in seiner Rede, die Rakete auf Flug MH17 sei aus einem von Separatisten kontrollierten Gebiet abgefeuert worden. Noch deutlicher äußerten sich die US-Geheimdienste in einem vorläufigen Bericht, aus dem der Fernsehsender CNN zitierte. Demnach sei die Boeing 777 höchstwahrscheinlich von pro-russischen Separatisten abgeschossen worden.

http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/3840516/Obama-erhebt-schwere-Vorwurfe-gegen-Russland

Nach der Pressekonferenz des russischen Verteidigungsministeriums vom 21.7.2014 sind allerdings sowohl Obama als auch die US-Geheimdienste von diesen anfänglichen Behauptungen zurückgerudert und haben am 22.7.2014 erklärt, sie verfügten über keine entsprechenden Belege. So berichteten es nach dem entsprechenden Geheimdienst-Briefing die LA Times:

http://www.latimes.com/world/europe/la-fg-ukraine-intelligence-us-20140722-story.html

AP:

http://www.pbs.org/newshour/rundown/us-evidence-direct-russian-link-plane/

und die Washington Post:

http://www.washingtonpost.com/world/national-security/us-discloses-intelligence-on-downing-of-malaysian-jet/2014/07/22/b178fe58-11e1-11e4-98ee-daea85133bc9_story.html?tid=pm_pop

Daß sich das DSB bis zum 2.6.2015 mit Raketenanflügen, die erst durch die Almaz Antey-Pressekonferenz vom 2.6.2015 interessant wurden, oder gar mit den diffizilen Kriegssituationen südlich der N 21 zwischen Donezk und Snischne (und östlich davon bis zur Grenze) befaßt haben sollte, kann glatt ins Reich der Phantasie verwiesen werden. Und da die strafrechtlichen Ermittler nicht einmal am 30.6.2015, also nach Abschluß des DSB-Berichts am 2.6.2015, wußten, welcher Waffe die Metallsplitter in den Leichen zuzuordnen seien, kann man den CNN-Quellen nicht trauen:

Still in progress is the study of metal particles found in mortal remains. Therefore be consulted specialists at home and abroad, and that takes time, says the officer.

http://www.volkskrant.nl/dossier-rampvlucht-mh17/onderzoek-mh17-dichterbij-wettig-en-overtuigend-bewijs~a4091529/

[per holperiger Google-Übersetzung aus dem Niederländischen]

So die unverdächtige Volkskrant, die bereits auf Bellingcats Spuren wandelte und keinen Zweifel daran läßt, daß sie, im Konsens mit dem niederländischen medialen Mainstream und der niederländischen Politik, Rußland für den Schuldigen hält.

Malaysia Airlines trage wegen der Flugplanung eine Mitschuld? Das ist ja wohl lachhaft.

Malaysia Airlines war nun gewiß nicht die einzige Fluggesellschaft, die weiterhin über das Kriegsgebiet flog. Surprise surprise: nicht nur die Lufthansa überflog es häufiger als sie in den letzten sieben Tagen vor dem Abschuß – diejenige Fluggesellschaft, die den von der Ukraine nicht geschlossenen Korridor am meisten benutzte, war ausgerechnet die russische Aeroflot. Schon komisch, wenn Rußland den Separatisten eine Buk bereits am 14.7.2014 geliefert haben soll. Hätte dann die Aeroflot nicht von Überflügen des Kriegsgebiets absehen müssen? Nach alldem, was man uns über das autoritäre bis diktatorische Regime von Putin erzählt, muß doch die Lieferung einer Buk durch das Militär (selbst erst am 17.7.2014) dem zivilen Bereich der Luftkontrolle mitgeteilt worden sein. Danach sieht es allerdings nicht aus: Überflüge KriegsgebietQuelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/malaysia-airlines-mh17-karte-grafiken-route-flugroute-a-981784.html

Und wieso sollte sich eine Flugunfalluntersuchung mit dem Ziel der künftigen Unfallvermeidung überhaupt so detailliert mit dem „Schuldigen“ befassen, auf den es für ihre Ziele und Zwecke nicht ankommt? Diese Fragen halten die ZEIT am Jahrestag freilich nicht davon ab, ihrer anti-Rußland-Linie treu zu bleiben und CNN (oder gar Bellingcat) als „Beweis“ zu zitieren:

Kohleschürfen auf dem Leichenfeld

Die Trümmer und Toten lagen über Kilometer verstreut, nachdem der Flug MH17 über der Ostukraine abgeschossen wurde. Ein Jahr später herrscht dort zynische Betriebsamkeit.

von Amie Ferris-Rotman, Rossypne

  1. Juli 2015  12:54 Uhr

[…]

Die Maschine wurde, nach allem was man heute weiß, von einer Buk-Rakete russischen Fabrikats abgeschossen. Die Ukraine und der Westen beschuldigen – auf der Grundlage erdrückender Indizien – die von Russland unterstützten Separatisten der selbst ernannten Volksrepubliken in der Ostukraine der Tat. Russland dagegen macht weiterhin die Ukraine für die Katastrophe verantwortlich und leugnet, die Rebellen mit der Flugabwehrrakete ausgerüstet zu haben. Die Propaganda des Kremls tut ein Übriges, um Zweifel zu streuen.

[…]

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-07/mh17-abschuss-ukraine-russland-kohle-separatisten

Der Link zu dem, „was man heute weiß“, führt zu dem CNN-Artikel. Der klassische Hinweis auf das „russische Fabrikat“ der Buk, das auch in der Ukraine in Gebrauch ist, darf nicht fehlen. Der Artikel selbst belegt keine „zynische Betriebsamkeit“, sondern private Kohleschürfungen durch die verarmte Bevölkerung.

Alice Bota darf im üblichen ZEIT-Chor mitsingen:

Keiner will es gewesen sein

Beim Abschuss von Flug MH17 in der Ostukraine starben vor einem Jahr 298 Menschen. Noch immer sind viele Fragen offen. Eine könnte Wladimir Putin aber leicht beantworten.

von Alice Bota

Aktualisiert 17. Juli 2015  07:46 Uhr

[…]

Doch es breiteten sich die anderen Eindrücke aus: Die Koffer der Opfer waren zum Teil geplündert und die Kreditkarten gestohlen worden; Whisky-Flaschen aus dem Duty-Free-Shop waren geleert, die, welch Absurdität, den Fall aus Tausenden Metern Höhe überstanden hatten. Der bärtige Separatist, der später Weltruhm erlangte, als er ein Kuscheltier hochhielt, fuchtelte stockbetrunken mit seiner Maschinenpistole vor uns herum. Und die OSZE-Beobachter wurden zunächst nicht zur Unfallstelle durchgelassen und wenn doch, dann nicht für lange und nur eskortiert von Bewaffneten.

[…]

Es bleibt unbestritten, dass schon von Beginn an viele Indizien nahelegten, die Verantwortung für den Abschuss bei den Separatisten zu suchen. Russlands Behauptung, es habe nie Buk-Raketen an die Separatisten geliefert, wurde durch einen Report des Bloggers Eliot Higgins widerlegt. Laut CNN soll im Abschlussbericht einiges darauf hinweisen, dass eine russische Buk aus dem Separatistengebiet abgeschossen worden sei. Doch Indizien sind noch keine Beweise, und der Abschlussbericht wird erst im Oktober veröffentlicht. Gerade wir Journalisten dürfen Vermutungen nicht als Gewissheiten etikettieren, Indizien nicht zu Beweisen machen, so plausibel sie auch sind.

[…]

http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-07/mh17-abschuss-ukraine-ermittlungen

Bota zitiert sogar noch die Westpropaganda über die angeblich plündernden Rebellen. Dabei ist die längst widerlegt, was auch zur ZEIT durchgedrungen sein müßte:

Krieg der Bilder – und der Blick dahinter

Zwei Bilder russischer Rebellen: Der eine hält ein Plüschtier in die Luft, der andere stiehlt den Ring eines Opfers. Für viele westliche Medien ist klar: Beide handeln skrupellos. Aber stimmt das auch?

Von Simon Widmer 30.07.2014

[…]

http://www.tagesanzeiger.ch/kultur/diverses/Krieg-der-Bilder–und-der-Blick-dahinter/story/24923539

Auch der angebliche Diebstahl von Kreditkarten ist längst als Westpropaganda widerlegt:

http://www.bloombergview.com/articles/2014-07-21/flight-mh17-victims-bodies-were-looted-or-maybe-not

Die journalistischen Standards zu zitieren, sich aber nicht an sie zu halten, reicht nicht. Der Link zur Bellingcat-Seite führt zu keinem konkreten Bericht. Es gibt auch keinen Bericht von Bellingcat, der irgendetwas beweisen oder widerlegen könnte.

Daß diese Website von Eliot Higgins überhaupt noch zitiert wird, erstaunt ohnehin. Wurde der Transatlantic Council-Mitarbeiter und Blogger Higgins doch bei seinem Vorgehen vom 31.5.2015, das russische Verteidigungsministerium in Nachfolge des SBU, der das am 30.7.2014 schon vergeblich versucht hatte, des Photoshoppens von Satelliten-Bildern (Wolken rein, Buk raus) zu überführen, nun selber der Kaffeesatzleserei überführt:

http://www.spiegel.de/politik/ausland/mh17-satellitenbilder-bellingcat-betreibt-kaffeesatzleserei-a-1036874.html

Aber die ZEIT hat ja noch am 2.7.2015 durch Carsten Luther empathisch versucht, Higgins zu retten:

ZEIT ONLINE: Sie und ihre Mitstreiter des Bellingcat-Recherchenetzwerks haben viel geleistet, um russische Propaganda und Falschinformationen zu entlarven. Wie gut lügt der Kreml?

http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-07/mh17-bellingcat-eliot-higgins-russland-propaganda/komplettansicht

Ich denke nicht, daß bei der ZEIT noch einmal Vernunft einkehren wird.

Eine australische Agentur namens „News Corp Australia Network“ wollte zum Jahrestag just jene Westpropaganda von plündernden Separatisten aufwärmen und verkaufte ihr Supermaterial an interessierte Westmedien. Man muß konstatieren: der Schuß ging nach hinten los.

Never-before-seen footage reveals Russian-backed rebels arriving at the wreckage of MH17

CHARLES MIRANDA in Amsterdam

News Corp AustraliaNetwork July 17, 201511:51AM

EXCLUSIVE RUSSIAN-backed rebels in Ukraine’s east believed they had shot down a Ukraine Airforce fighter jet as disturbing new footage shows them ransacking the luggage of passengers and crew from Malaysian Airlines Flight MH17.

[…]

But, after a 12-month pursuit, News Corp Australia has obtained new footage shot by the rebels themselves on a camcorder as they captured what they initially believed to be a Ukrainian air force fighter jet they had just shot down using a ground-to-air missile system.

[…]

But an investigation by News Corp can reveal a unit from Donetsk was dispatched shortly after 3pm local time, two hours after contact by civilian air traffic control was lost at 1.20pm, to hunt Ukrainian pilots who reportedly parachuted after their aircraft was shot down. An armed unit followed a smoke plume from the wreckage to arrive at the site and begin the hunt for the pilots with militia reporting locals as having seen one “crawling” from the scene after parachuting to safety. But to their confusion, arriving at the scene they find more blazing wreckage and debris than expected before a mobile telephone call is received telling them two aircraft were downed.

The 17-minute long footage smuggled out from the rebels’ own Donetsk base, clearly identifies the militia by face and in one instance his self proclaimed Donetsk People’s Republic ID, as they disturbingly work around the dismembered bodies of the passengers and crew to rummage through their belongings to find things of value. […]

The confusion by militia on the day was compounded by the fact MH17 was carrying spare aircraft parts, including struts and rotors for helicopters, leading them to believe more than one aircraft was among that debris. Originally published as The shocking aftermath of MH17

http://www.dailytelegraph.com.au/news/never-before-seen-footage-reveals-russian-backed-rebels-arriving-at-the-wreckage-of-mh17/story-fniztvnh-1227444676268

Alles an diesem zusammenfassenden Bericht ist falsch. Das angeblich aus Donezk herausgeschmuggelte und exklusiv veröffentlichte Material wurde zum Teil bereits am 20.7.2014 durch die BBC veröffentlicht.

Malaysia Airlines crash: Dead moved from MH17 site 20 July 2014

Last updated at 20:06 BST

The remains of up to 196 people from the MH17 crash in Ukraine have been loaded on to refrigerated rail wagons, to be taken to an unknown destination. All 298 people on the Malaysia Airlines flight died when a missile reportedly hit it on Thursday.

Pro-Russian separatists, suspected of shooting it down, say they had recovered the plane’s flight recorders and were prepared to hand them to international investigators.

Daniel Sandford reports from the scene.

http://web.archive.org/web/20140721064936/http://www.bbc.com/news/world-europe-28389780

In dem dort veröffentlichten Video wird klar gesagt, daß die dort bereits am 20.7.2014 gezeigten identischen Aufnahmen der Milizen vom Absturzort der BBC übergeben wurden, offenbar, so vermutet Sandford zurecht, um deren Unschuld an dem Abschuß zu beweisen. Zudem wendet sich der das Video übergebende Kommandeur gegen die West-Propaganda, wonach Rebellen am Absturzort geplündert hätten. Und Sandford schließt mit den Worten, daß dieses Video nicht belege, daß Rebellen die MH17 abgeschossen hätten. Jedenfalls dieses Suchteam nicht.

Ja, schade: am 15.7.2015 war dieses Video noch zu sehen – jetzt ist es gegen ein anderes ausgetauscht worden.

http://www.bbc.com/news/world-europe-28389780

Die BBC ist auch nicht mehr, was sie mal war. Aber dieser Vertuschungsversuch belegt nur einmal mehr, in welchem politischen Mainstream angeblich seriöse westliche Medien agieren – oder sollte man agitieren sagen?

Tatsächlich beweist das Transskript der Äußerungen, daß die Rebellen unter der falschen Prämisse, dort sei eine SU-25 abgeschossen worden, den Absturzort aufsuchten. Entsprechend uninformiert waren zuvor Aktivisten auf der „Strelkov“-VK-Seite davon ausgegangen, daß dort eine AN-26 abgeschossen worden sei. Das alles waren naheliegende Vermutungen, nachdem ein Flugzeugabsturz bekannt geworden war.

Das Entsetzen und die Erklärungsversuche dafür, was an dieser Absturzstelle tatsächlich vorgefunden wurde, spricht Bände. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wurde bei Petropavlivka gesucht. In keiner Weise ging es um Plünderung, sondern um Aufklärung dessen, was man dort sah und nicht begriff. Die Interpretation der Wirklichkeit lautete, daß eine SU-25 einen zivile Maschine abgeschossen habe, wobei die SU-25 danach von eigenen Kräften abgeschossen worden sein mußte. Schließlich ging es bei der Suche hauptsächlich um die Gefangennahme angeblich abgesprungener Kampfpiloten.

Hier das Transskript der Äußerungen, die in diesem Video zu hören sind. Die dazwischengeschaltenen Wertungen der australischen Agentur, die von der Vermarktung dieses Videos zum Jahrestag gewiß profitiert hat, kann man getrost ignorieren:

http://www.news.com.au/national/full-transcript-russian-backed-rebels-ransack-the-wreckage-of-mh17-in-shocking-17-minute-video/story-e6frfkp9-1227444629703

Deutsches Transskript:

http://vineyardsaker.de/ukraine/die-zweite-17-17-minuten-mh017-video/

Wenn der menschliche Verstand nicht fassen kann, was er entgegen den Erwartungen vorfindet, dann irrt er ab in Nebensächlichkeiten. So auch hier:

Kommandeur: Sogar ein [Kraftausdruck] Papagei flog Kommandeur: Da sind überall Vögel; hier ist einer, dort ist noch einer. Woher? Dort ist noch ein Vogel!

Dieser Suchtrupp, der der BBC die Aufnahmen übergab, hatte tatsächlich keine Ahnung davon, was dort passiert war. Möglicherweise hat die BBC diese Aufnahmen an News Corp Australia Network weitergegeben und später erkannt, wie schädlich ihr eigenes Material vom 20.7.2014 für den Exklusiv-Knüller der australischen Kollegen war. Aber daran hat die Löschung des Videos nichts geändert. Denn es ist auf Youtube weiterhin vorhanden, wo es zeitgleich am 20.7.2014 hochgeladen worden war:

https://www.youtube.com/watch?v=pJ_U4iA2djI

Wie nicht anders zu erwarten war: am 27.7.2015 ist auch dieses Video gelöscht worden: BBC 20.7.2014 gelöschtZuvor hatte ich screenshots gemacht. Hier beginnt die Einblendung des Videos der Milizen: BBC 20.7.2014 1Hier erklärt der Kommandeur „Zhuk“, daß keineswegs nach wertvollen Gegenständen, sondern nach Dokumenten zur Aufklärung des Vorfalls gesucht worden sei: BBC 20.7.2014 2Da nicht auszuschließen ist, daß auch ich wegen Urheberrechtsverletzungen angegangen werde, wenn ich das heruntergeladene Video hier wieder hochlade, lasse ich es lieber.

Es ist schon erstaunlich, wie rasch YouTube politisch verfängliche Videos verschwinden läßt:

http://theunwashedbrain.blogspot.de/2014/08/kievs-war-on-video.html

Vielleicht hat die BBC ihr Video, in dem Szenen aus dem Separatistenvideo gezeigt wurden, wegen des nachfolgenden Artikels gelöscht und durch ein anderes ersetzt:

Journalist says news agency’s ‘exclusive’ MH17 footage aired a year ago on BBC, asks for apology

National Post Wire Services and National Post Staff Friday, Jul. 17, 2015

[…]

Turns out the „exclusive“ Australian News Corp footage in aftermath of #MH17 being shot down is not new at all. BBC broadcast it a year ago. — Jon Donnison (@jondonnisonbbc) July 17, 2015

The Australia correspondent for the BBC is challenging the Sydney Daily Telegraph and the Australian newspapers after they published what they said was “never-before-seen footage” of the hours after a Malaysian airliner was shot down with 298 people, killing all aboard. […]

Jon Donnison, BBC’s Australia correspondent, tweeted that he was “looking forward to an apology” from the two papers “over their #MH17 video ‘world exclusive’ that was broadcast a year ago on BBC.”

Looking forward to apology from @dailytelegraph & @australian over their #MH17 video „world exclusive“ that was broadcast a year ago on BBC. — Jon Donnison (@jondonnisonbbc) July 17, 2015

BBC 20.7.2014 3http://www.nationalpost.com/m/wp/blog.html?b=news.nationalpost.com//news/world/journalist-says-news-agencys-exclusive-mh17-footage-aired-a-year-ago-on-bbc-asks-for-apology

In gleicher Weise ging auch ein entsprechender Artikel des Telegraph, Lieblingszeitschrift der Tories, nach hinten los.

Erinnert man sich noch an dessen Ukraine-Berichterstatter Roland Oliphant, der mit seiner (und des Guardian-Kollegen Shaun Walkers) Sichtung einer fiktiven russischen Invasion am 15.8.2014 für Aufregung gesorgt hatte? Immerhin führte sein unbelegter Alarmismus zu einer Sondersendung der ARD mit einer klassischen Golineh Atai, die quasi als Pressesprecherin von Poroschenko diesem Gerücht den Anschein von Realität verlieh: Poroschenko hatte die journalistische Vorlage nämlich dankbar ergriffen und behauptet, daß die russische Militärkolonne bereits vernichtet worden sei, und zwar rückstandsfrei und beleglos.

Das Ganze kann man in meinem Artikel vom 17.8.2014 nachlesen:

https://gabrielewolff.wordpress.com/2014/08/17/ukraine-quo-vadis-ii/

Wie es sich überhaupt lohnt, ältere Artikel nachzulesen: schon damals, im August 2014, drohte der Rechte Sektor mit einem Marsch gen Kiew und stellte Ultimaten, um seine Ziele, seinerzeit die Freilassung von 35 nach einem Überfall auf ein Restaurant festgenommenen Mitgliedern, zu erreichen. Mit Erfolg übrigens. Heute ist dieser bewaffnete Staat im Staate viel gefährlicher als damals: sein Anführer Dmitri Jarosch ist Abgeordneter und dient als Berater des Generalstabs, was eine nicht vorhandene Einbindung seiner Truppen in die militärische Führung symbolisieren soll. Der Telegraph titelt also:

One year on, MH17 evidence against separatists appears overwhelming

A growing body of evidence suggests Russian-backed separatists shot down Malaysian Airlines flight MH17 after mistaking it for a Ukrainian military plane

By Roland Oliphant 8:04AM BST 17 Jul 2015

[…]

http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/europe/russia/11732678/One-year-on-MH17-evidence-against-separatists-appears-overwhelming.html

In diesem Artikel malt er die SBU-Bellingcat-socialmedia-“Beweise” nach. Aber zu Beginn zeigt Oliphant ein Video einer Augenzeugin vom Absturzort, die wiederum Hinweise auf die Anwesenheit von Kampfjets am Absturzort liefert, wie sie dem Suchauftrag der Milizen zugrundelag. Telegraph 1Telegraph 2Telegraph 3Marcel van den Berg hat am 23.10.2014 eine später aktualisierte Zusammenstellung der Sichtungen von ukrainischen Kampfflugzeugen am 17.7.2014 gepostet, die hier noch ergänzt werden kann:

http://www.whathappenedtoflightmh17.com/overview-of-eyewitness-reporting-seeing-military-aircraft/

Zum Beispiel um die aktuelle, sehr bewegende, Dokumentation von RT zum Abschuß von MH17, in der ebenfalls Zeugen zu Wort kommen, die am 17.7.2014 ukrainische Kampfjets gesehen haben:

MH17 documentary ‚No one deserves to die that way‘ Russia Insider Veröffentlicht am 21.07.2015 Russia Insider – Russian News Without the Anti-Russian Bias http://russia-insider.com Link to the RI article: http://russia-insider.com/en/politics… RT documentary MH17: ‚No one deserves to die that way‘

https://www.youtube.com/watch?v=YxQ8WZySFJI

Pawel Kanygin von Nowaja Gaseta unterdrückte „unpassende“ Zeugenaussagen in seinem Bericht vom 6.6.2015 nicht, was ihn vermutlich von westlichen Korrespondenten unterscheidet; hier Aussagen von Einwohnern aus Pervomaiskyi, südlich von Snischne, wo nach Angaben des SBU und „Recherchen“ von Bellingcat die „russische Buk“ MH17 abgeschossen haben soll:

‘There Was No Buk in Our Field’

By Pavel Kanygin Originally published by Novaya Gazeta on June 6, 2015 Translated by Catherine A. Fitzpatrick June 10, 2015

[…]

Natalya, a woman from the town of Pervomaika [Pervomaiskoye] who gave her first name only, recounted what she recalled:

Natalya: We were watching for the planes [of the Ukrainian Army]. We heard a loud boom. Very loud. Then literally soon after we learned that it was the plane [MH17]. But the problem was that they [the Ukrainian Army] had flown over us… Sushki [the nickname for SUs–The Interpreter] flew that day. They released some “shots.”

Kanygin: How high did they fly?

Natalya: Not every high. We saw them, we heard them. Kanygin: They say that that a rocket was launched from here which hit the Boeing.

Natalya: I don’t know. I heard a boom, and that’s all, I don’t know anything more.

Kanygin: Where was the sound from?

Natalya: Somewhere nearby. But the boom was like something that had fallen or exploded. It was like that. But soon we learned [about the Boeing}.

Another woman named Marina who lives in Pervomaika [Pervomaiskoye] also recalled the plane:

Marina: Before that [the crash of the Boeing-PN), that day there were four people: Aunt Nina, Aunt Lyuba and my friend, Godmother Lyuda. We were sitting on the bench and talking. The drones were flying. Then we went our ways. And then Aunt Nina comes running out and starts calling us, and covered her face with her kerchief. And the missiles flew at us here, like fireworks, missiles, but they were white. There were a lot of them, they opened up, and then they hung in the sky, and she [Aunt Nina], thought that they were phosphorous bombs. Before that they scared us, that they had been in Makeyevka, that there would be burns later. [Aunt Nina] shouted – “phosphorous bombs!” And here Sergei came along [her husband, who served in the DNR–PK] and says “Aunt Nina, that can’t be, that’s the defense.”

Kanygin: Thermal [defense from an MRLS]?

Marina: Yes. And the sky was whitish, like fog.

Kanygin: Your neighbor told me that this plane which ejected thermal defense was then shot down.

Marina: Well, of course! It was shot down over Dmitrovskaya.

Kanygin: And that same day they downed the Boeing? Marina: Yes, yes. Here, Uncle Seryozha knows [Marina nods to an old man who had driven up to us on a moped.] On that day. My husband was serving in Dmitrovka, and over there, they downed [that Ukrainian assault plane]. And then we cranked up the generator and learned from the television that a passenger plane had been downed. Seryozha: There were four of them [flying then].

Kanygin: And one Ukrainian plane was destroyed? Seryozha: Yes, yes. Honestly, yes. That Uke plane was downed by our guys. The self defense, yes.”

Seryozha: Perhaps, they wouldn’t have downed it [the Boeing]. The thing is, they [UAF attack planes] hid under it, under the [Malaysian] plane. Recently they hid behind passenger planes, and then blew them up — and then went to shoot [down]. I was working in the field on the combine, I saw it all. Yes… Four things were flying. They shot down one of them, and three over there.

Kanygin: What did they shoot them down with? Seryozha: With an anti-aircraft weapon, I reckon. Our guys were already waiting for them. […]

http://www.interpretermag.com/there-was-no-buk-in-our-field/

[Link muß gesondert eingegeben werden, da eine Browserüberprüfung stattfindet] Karte Saurivka Stepanivka DmytrivkaGoogle Maps

Am alternativen Buk-Standort Saroschtschenske wurden ebenfalls keine Sichtungen einer Buk getroffen, und aus den knappen Antworten der unwilligen Einwohner läßt sich schließen, daß sich das strategisch unbedeutende Dorf unter keiner militärischen Kontrolle befand:

“We went there every day, and the day after, and there was nothing there,” said Natalya Viktorovna. “Neither the DNR or the nationalists were here in our village. Nobody was here in Zaroshchenskoye. We were by ourselves. And there was no Buk,” she said.

[…]

Kanygin: Was the DNR army here in your area?

Friend: Yes, there was a checkpoint.

Kanygin: Was the Ukrainian army here?

Friend: Well, they passed by, on that road.

http://www.interpretermag.com/there-was-no-buk-in-our-field/ Karte SaroschtschenskeGoogle Earth

Wie solche Aussagen konkret zu würdigen sind, steht auf einem anderen Blatt – in diesem Fall sogar in einem anderen, nämlich in der Frankfurter Rundschau, deren MH17-Artikel vom 17.7.2015 wohltuend aus dem Medien-Einerlei von einseitigen Vorwürfen und unbelegten Behauptungen herausstechen.

Auf die unterirdische BILD und deren Bellingcat-„Beweisführung“ will ich nur sehr verschämt hinweisen. Julian Röpcke beweist allerdings explizit, in welcher Sphäre das Phänomen Bellingcat anzusiedeln ist, nämlich in der seinen. Hatte BILD doch schon vor Bellingcat russische Satellitenbilder als Fakes entlarvt:

http://www.bild.de/politik/ausland/flug-mh-17/jahrestag-mh17-41793288.bild.html

Auch der Deutschlandfunk läßt sich nicht lumpen und haut in die emotionale Kerbe; überdies zeige Rußlands Ablehnung eines UN-Tribunals deutlich, daß Rußland etwas zu verbergen habe. Die Journalistin versteht nicht, daß Rußland zunächst auf einer UN-dominierten unabhängigen Ermittlung besteht, sowohl der Flugunfall-Ermittlung als auch der strafrechtlichen Ermittlung; der kleine NATO-Haufen, der aktuell unter Einschluß der beschuldigten Ukraine strafrechtlich herumermittelt, das JIT, kann nicht ernstgenommen werden.

Noch am 30.3.2015 sah sich das Joint Investigation Team durch das Mitglied Ukraine (deren „Ermittlungsinstanz“ ist der Geheimdienst SBU) gezwungen, das social media-Szenario des SBU per Zeugenaufruf auf seine Stichhaltigkeit zu überprüfen, die bislang, so der Umkehrschluß, nicht gegeben ist.

https://www.youtube.com/watch?v=olQNpTxSnTo&sns=

Auch unter dem allein bis September 2014 eingegangenen umfangreichen Material war offensichtlich nichts, was die Geheimdienst-Narration stützen und ihre groben Lücken füllen konnte:

MH17 investigators find metal shards in victims, may be from missile

September 12, 2014 […] ‘If we can establish this iron comes from such a missile, that is important of course,’ Westerbeke told news agency Reuters. ‘At this moment, we don’t know that, but that’s what we are investigating.’

Photographs

An appeal for photographic material has resulted in 20,000 photographs and 750 videos being uploaded to a special website. These are now being investigated to confirm their authenticity, he said. Some 350 million web pages are being trawled for evidence.

http://www.dutchnews.nl/news/archives/2014/09/mh17_investigators_find_metal/

Bellingcat ist auf diesen vom SBU gestreuten Spuren unterwegs und weit davon entfernt, ein harmloser open source-Nutzer zu sein. Er war und ist aktiv daran beteiligt, die Geheimdienst-Beweiskette aufrecht zu erhalten: nachdem die anonymen Erstposter der einzigen beiden „Beweisvideos“ eines Buk-Transports in Zuhres und einer freifahrenden womöglichen Buk, südlich aus Snischne herausfahrend, diese wieder gelöscht hatten, waren Bellingcat/Higgins binnen einer halben Stunde zur Stelle und luden die beiden gelöschten Videos wieder hoch. Hector Reban hat sich diesem Phänomen gewidmet:

The original link of the Zuhres vid was uploaded by an anonymous person who used the Youtube account only once, for uploading this video, and then deleted it. According to Marilyn Justice, writing in a reply on my ¨Over mij¨ page on this blog, the person who posted the Zuhres video had no ‘net presence’ before or after posting the video. So she started asking questions to Bellingcat´s Aric Toller [Toler]:

@mkj1951 @EliotHiggins @JSmithRus Won’t satisfy you, but here is the person who posted video: https://t.co/xFp0V0SJ7w — Aric Toler (@AricToler) December 30, 2014

MJ: [the original URL of the deleted vid; HR] … maybe u can explain where this came from (this is about the 15 sec video now removed)

AT: Was posted on Youtube and Twitter by “Андрей” on 7/17 with coordinates. That’s all we know.

MJ: My question – how was it found – zero identifiers by a person with no net presence before or after?

AT: I actually did find their Twitter account, but it was deleted. Probably created accounts just for video

MJ: That does not answer how it was found, sorry

AT: Won’t satisfy you, but here is the person who posted video: https://twitter.com/3Andryu/

So Aric Toller said he found a twitter account, but it is clear this twitter account found him or his boss Eliot Higgins, pointing them head on towards the Youtube vid for a quick download, exact coordinates for geolocation provided in the package too. But then again, because the genuine video has been deleted, it is impossible to say from which date this source originates.

Also from the vid showing a lone BUK on the road from Sniznhe to Pervomaiske on its way to its deadly encounter with MH17 oozes an equally funny smell, as Michael Kobs shows in his well documented report about the track trail evidence. As occured with the Zuhres video also this video had been posted from an account used only once for this particular purpose before it was deleted. Hence, again, no original date could be established.

In his report Kobs reaches a conclusion well fit for the alternative track trail that says all footage and photos could well have been made at another day: ¨Ob das Video überhaupt an diesem Tag entstanden ist, kann selbst Bellingcat nur raten¨ (Whether this video really was made at this day [the 17th] is even a mystery to Bellingcat¨) (page 13-15, see also note 1 for URL).

Fortunately the mysterious person made sure Eliot Higgins could download the evidence. Within the 24 minutes the vid was online it received so many clicks it reached the daily top thirty, which may have got the attention of Bellingcat whisperers. Nevertheless the poster made very sure the vid was picked up by the right parties. According to the Amnesty International Youtube DataViewer, which guarantees the right metadata of an uploaded video, three copies of the deleted lone BUK video were instantly re-uploaded within minutes by Eliot Higgins, Euromaidan and Torez.info [6].

Torez.info is a local website co-administrated by Vladimir Djukov, alias @WowihaY, the same person of two witness accounts and the first to tweet the incredible important picture of the alleged plume of a BUK launch. Obviously the source knew which way to go to get the right attention.

http://7mei.nl/2015/07/12/mh17-another-buk-on-another-day/

Natürlich konnte sich auch Higgins nicht mehr erinnern, wie er auf das Snischne-Video aufmerksam wurde, das er geistesgegenwärtig so schnell herunter- wie auch wieder hochgeladen hatte. Tweets Kobs Higgins 1Tweets Kobs Higgins 2https://twitter.com/MichaKobs/status/607133817414021120

Unsere Medien interessieren sich nicht für solche Zusammenhänge, und sowas kommt dann eben dabei heraus:

17.07.2015

MH 17-Absturz vor einem Jahr

Russlands Vernebelungstaktik

Die russischen Separatisten in der Ukraine verbreiten Lügen, kommentiert Gesine Dornblüth. Statt die Aufklärung des Absturzes von Flug MH 17 zu unterstützen, hätten sie die Bergungsarbeiten behindert und OSZE-Mitarbeitern den Zutritt verwehrt. Auch Russlands Präsident Putin verliere an Glaubwürdigkeit – und dränge sich international damit immer weiter ins Abseits.

Von Gesine Dornblüth

[…]

http://www.deutschlandfunk.de/mh-17-absturz-vor-einem-jahr-russlands-vernebelungstaktik.720.de.html?dram:article_id=325784

Am weitesten lehnte sich James Miller, Chef des „kremlkritischen“ Interpretermag, gesponsert durch Chodorkowskis Sohn Pawel, aus dem Fenster. Zusammen mit Michael Weiss veröffentlichte er diesen ellenlangen Artikel, der wiederum nur aus Behauptungen, selektiv wahrgenommen social media-Schnipseln und einseitigen Interpretationen besteht:

Forensic Detail

07.17.151:00 AM ET

How We Know Russia Shot Down MH17

Written byJames Miller Michael Weiss

One year after 298 civilians fell to earth over eastern Ukraine, Putin’s regime is still denying culpability. Here’s definitive evidence to the contrary.

[…]

http://www.thedailybeast.com/articles/2015/07/17/how-we-know-russia-shot-down-mh17.html

Die Autoren sollten sich fragen, warum die Ermittlungen nicht schon längst abgeschlossen sind, wenn ihr rein journalistisches „Wissen“ bereits zu einer klaren Anklage führt.

Der SPIEGEL berühmte sich ebenfalls, mehr zu wissen – was eigentlich nicht möglich ist, denn er wußte ja schon von Anfang an: Putin war’s.

MH17-Absturz: Ermittler finden neue Hinweise auf Abschuss durch Luftabwehrrakete […]

Freitag, 17.07.2015 – 12:06 Uhr

Jetzt gibt es neue Hinweise auf die Ursache des Unglücks. Nach Informationen des SPIEGEL kommt das internationale „Gemeinsame Ermittlerteam“, das den Absturz der Maschine strafrechtlich aufklären soll, zu dem Schluss, dass MH17 von einer Luftabwehrrakete des Typs Buk-M1 abgeschossen wurde. Untersuchungen der Splitter in den Wrackteilen der Boeing 777 haben demnach ergeben, dass diese eindeutig dem Gefechtskopf einer Buk-M1 zugeordnet werden können. Prorussische Kämpfer verfügten über mehrere Buk-M1-Geschütze in der fraglichen Region in der Ukraine.

Damit sind insbesondere von russischen Medien geäußerte Spekulationen, ein ukrainischer Kampfjet könne MH17 abgeschossen haben, hinfällig.

Des Weiteren verdichten sich für die Ermittler die Informationen, wonach prorussische Separatisten die Luftabwehrrakete abfeuerten. Unmittelbar nach dem Unglück vom ukrainischen Geheimdienst SBU ins Internet gestellte Telefonmitschnitte wurden inzwischen überprüft. Die Ermittler bewerten sie nun als authentisch. „Wir haben ein Flugzeug abgeschossen“, sagt ein Rebellenkommandeur unter anderem in den Mitschnitten. Im weiteren Verlauf ist zu hören, wie die Kämpfer entdecken, dass es sich um ein Zivilflugzeug handelte.

[…]

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/mh17-neue-hinweise-auf-abschuss-durch-luftabwehrrakete-a-1044154.html

Seltsam: am 30.6.2015 bekundet der leitende Staatsanwalt Westerbeke, daß die Untersuchungen der Splitter in den Leichen noch nicht abgeschlossen seien, und nun will die unbekannte Quelle wissen, daß die Splitter im Wrack eine eindeutige Zuordnung ermöglichen?

Daß die SBU-„Mitschnitte“ authentisch sein sollen, ist angesichts der folgenden überzeugenden Überprüfung kaum zu glauben. Bei dem bereits am 17.7.2014 veröffentlichten Audio mit Gesprächen zwischen dem Kommandeur Bezler mit einem Kontaktmann namens Geranin am 17.7.2014 um 16:40, zwischen den Rebellen Major und Grek während einer Absuche des Absturzorts und zwischen einem Rebellen und dem Kosakenanführer Kosytsin stimmt technisch überhaupt nichts:

MH17 crash: leaked tape proven FAKE by audio analysis. Анализ перехвата разговоров ополчения ДНР.

Sounds Russia Veröffentlicht am 26.07.2014 Shortly after the crash of Malaysian Flight MH17, the Ukrainian Security Service (SBU) released a video on YouTube, claiming it was intercepted calls between Eastern rebels discussing how the plane was shot down. SBU said this proved that the rebels were behind the downing of the plane. However, a technical analysis of the sound in the video proves the recording is manufactured, hence being fake!

The analysis is made in Adobe Audition and shows multiple flaws such as merges, background noise coming and going, the endings of the words being cut off and many other things. To verify for yourself, just extract the audio from the video uploaded by the Security Service of Ukraine (SBU) on their YouTube channel: https://www.youtube.com/watch?v=V5E8k…

https://www.youtube.com/watch?v=T34AB6CImTE

Auch die Übersetzungen stimmen nicht. In der deutschen:

https://www.youtube.com/watch?v=jb3Y_eWkAmc&feature=youtu.be

und englischen Version:

https://www.youtube.com/watch?v=BbyZYgSXdyw&feature=youtu.be

heißt es zwar: „Wir haben ein Flugzeug abgeschossen“; in der russischen „Original“-Version

https://www.youtube.com/watch?v=V5E8kDo2n6g&feature=youtu.be

ist aber etwas anderes zu hören. Der Interpreter hat das Audio noch am 17.7.2014 ins Englische übersetzt:

The Interpreter has translated the conversation: Geranin: I understand, shit.

Bezler: A plane has just been shot down. Sapper’s Group. It fell outside of Enakievo.

Geranin: The pilots. Where are the pilots?

Bezler: They went to search and photograph the downed plane. It’s smoking…

Geranin: How many minutes ago?

Bezler: Somewhere around 30 minutes ago.

[after terrorists realize they have downed the plane]

Greek: Yes, Major.

Mayor: so the Chernukhino guys shot down the plane. From the Chernukhino roadblock. The Cossacks, who were stationed at Chernukhino.

Greek: Who?

Mayor: The Chernukhino roadblock, the Cossacks who are stationed at Chernukhino.

Greek: Yes, Major.

Major: The plane fell into pieces in the air, in the area of the Petropavlovsk coal mine. The first „200“, they found the first „200“ [„200 is the Russian term referring to dead bodies–The Interpreter]. It’s civilian.

Greek: So there are 200s?

Major: Yes. Civilians.

Greek: So what have you got?

Major: In short, a super-heavy civilian craft.

Greek: Understood. Are there a lot of people there?

Major: It’s totally f****d. The pieces are falling right into yards.

Greek: What kind of aircraft?

Mayor: I haven’t figured it out yet. I haven’t been near the main part yet. I only started to see where the first bodies were falling. There are remains there of the internal struts, chairs, bodies.

Greek: Understood. Are there any weapons?

Mayor: Nothing at all. Civilian things, pieces of medicines, towels, toilet paper.

Greek: Are there any passports?

Mayor: Yes. There’s an Indonesian student. From the University of Thompson, shit.

http://www.interpretermag.com/ukraine-liveblog-day-150-ukrainian-troops-describe-grad-rocket-attack-from-russia/#3398

Daß diese Mitschnitte inhaltlich nichts hergeben, habe ich ausführlich bereits hier analysiert:

https://gabrielewolff.wordpress.com/2014/10/23/ukraine-informationskrieg-um-mh-17-2/

Die genannte Abschußzeit, der angenommene Abschußort und der gemeldete Absturzort Jenakiewe stimmen nicht. Und der im Lugansker Gebiet tätige Kosakenführer Kosytsin, der nach den Mutmaßungen der Rebellen für den Abschuß verantwortlich sein soll, hat ganz und gar nichts Erhellendes zu dem Abschuß zu sagen.

Im SPIEGEL Print-Artikel 30/2015 vom 18.7.2015, der unter der knalligen Überschrift „Spur der Schuld“ von dem bereits hinlänglich bekannten Christian Neef und den Kollegen Matthias Gebauer und Fidelius Schmid zusammengestrickt wurde (S. 83), findet sich nichts Weitergehendes. Mutmaßungen, Spekulationen, Interpretationen, „SPIEGEL-Informationen“. Neu ist nur dieser Satz:

Im Dokument der Niederländer [gemeint ist wohl der Entwurf des DSB, der am 2.6.2015 den Beteiligten zugesandt wurde] sollen nun angeblich sogar die Koordinaten jenes Ortes stehen, von dem die Buk-Rakete abgefeuert wurde: Er liegt auf dem von Separatisten kontrollierten Gebiet.

Das halte ich für höchst unwahrscheinlich. Die NZZ hatte nämlich die gute Idee, zum Jahrestag ein Interview mit dem leitenden Staatsanwalt Fred Westerbeke zu bringen. Und da sagt er doch glatt:

MH17-Chefermittler im Interview

«Wir haben Tausende von Telefonmitschnitten»

Der niederländische Staatsanwalt Fred Westerbeke leitet das Ermittlungsteam im Fall MH17. Seine Arbeit mache gute Fortschritte, aber ein Uno-Tribunal könnte an Russland scheitern, sagt er im Gespräch.

  • Interview
  • von Christian Weisflog
  • 17.7.2015, 05:30 Uhr

[…] Es gibt verschiedene Möglichkeiten, von wo aus diese Buk-Rakete abgeschossen wurde. Diese Untersuchung ist auch noch im Gange. Es ist ziemlich schwer, das herauszufinden.

Russische Militärexperten hatten kürzlich einen Bericht veröffentlicht. Sie untersuchten den Einschlagswinkel der Rakete und kamen zum Schluss, dass die Buk-Rakete weiter westlich von ukrainischen Streitkräften abgefeuert wurde. Wie überzeugend finden Sie diese These?

Die exakte Flugbahn und den Einschlag einer Rakete zu bestimmen, ist eine sehr komplexe forensische Arbeit. Das ist auch Teil der Ermittlungen, die immer noch im Sicherheitsrat laufen. Sie schauen sich das Schadensmuster an der Nase des Flugzeugs an. Wir arbeiten daran und verwenden auch den Bericht, den die Russen veröffentlicht haben. Wir vergleichen ihn mit unseren anderen Beweisen. Aber wir haben uns noch keine abschliessende Meinung gemacht.

Dann wissen Sie auch noch nicht, wer die Rakete abgefeuert haben könnte: die Ukrainer, Separatisten oder russische Soldaten?

Ich habe mich bisher dazu nicht geäussert und werde das nun auch nicht tun. Wir sind wirklich noch dabei, das zu ermitteln. […]

http://www.nzz.ch/international/europa/die-gefahr-eines-russischen-vetos-ist-da-1.18581057

Daß noch nicht einmal eine Luft-Luft-Rakete als Tatwaffe sicher ausgeschlossen werden kann, sagt er ebenfalls. Leider trauen sich westliche Journalisten nicht, Herrn Westerbeke nach dem Schicksal seines Rechtshilfeersuchens an die USA zwecks Herausgabe von Satellitenbildern zu befragen. Und als ob es dieses Interview nicht gegeben hätte, kommentiert die NZZ am selben Tag zur selben Zeit durch denselben Interviewer den MH17-Absturz so:

Ein Jahr nach der MH17-Katastrophe

Die russische Spur bleibt die heisseste

Die malaysische Boeing wurde vermutlich von einem aus Russland gelieferten Raketensystem getroffen. Die Gegenargumente aus Moskau sind wenig plausibel bis schlicht gelogen, aber noch nicht widerlegt.

  • von Christian Weisflog
  • 17.7.2015, 05:30 Uhr

[…]

http://www.nzz.ch/international/europa/die-russische-spur-bleibt-die-heisseste-1.18581058

Jetzt erstaunt es nicht mehr, daß Weisflog nach der Kooperation der USA nicht gefragt hat. Mit Sicherheit haben die USA keine ihrer geheimdienstlichen Erkenntnisse geliefert, weil die offenkundig den Vorwurf nicht bestätigen. Also muß medial und politisch weiterhin basislos polemisiert werden.

Merkwürdigerweise klärte die ukrainische Seite darüber auf, was in dem vorläufigen niederländischen Entwurf des DSB steht. Und was nicht.

Zuvor hatte Poroschenko persönlich per Tweet und FB-Eintrag verkündet, daß die Niederlande Rußland verantwortlich machen – diese „social media-Beweise“ dann aber schnell wieder gelöscht.

http://www.whathappenedtoflightmh17.com/ukraine-president-poroshenko-suggests-dsb-report-will-report-mh17-was-shot-down-by-russia-supplied-missile-and-crew/

Niederländischer Endbericht zu MH17-Katastrophe fast fertig – ukrainisches Außenamt

15:40 21.07.2015(aktualisiert 19:50 21.07.2015)

Die niederländische Sicherheitsbehörde soll am 10. August den Endbericht über den Absturz der malaysischen Boeing im vorigen Sommer im Donbass vorstellen, damit alle Länder Einsicht darin nehmen können. Das sagte die ukrainische Vizeaußenministerin Jelena Serkal am Dienstag in Kiew bei einem kurzen Pressegespräch.

Serkal zufolge nähert sich die Arbeit an dem Dokument ihrem Abschluss. In dem Bericht seien keine Schuldigen, sondern nur die Umstände der Flugzeugkatastrophe genannt, so die Vizeaußenministerin. Sie erläuterte, dass die Untersuchung zum Jet-Absturz anhand der Anlage 13 zum Übereinkommen über internationale Zivilluftfahrt von Chicago und im vollen Einklang mit den Forderungen dieses Dokumentes durchgeführt wurde.

Der Vizeaußenministerin zufolge wurden Bemerkungen russischer Fachleute in dem Dokument berücksichtigt. „Zur Endfassung des Berichtes werden auch Kommentare und Vorschläge aller interessierten Seiten hinzugefügt“, so Serkal.

[…]

http://de.sputniknews.com/panorama/20150721/303381536.html

Mehr wußte allerdings das dem SBU nahestehende ukrainische Portal Censor.Net, das von diesem mit Exklusiv-Material gefüttert wird.

17.07.15 18:02 Chemical examination found submunitions from Boeing corresponding to Russian Buk missiles – Butusov. PHOTOS

Recognition of hitting the Malaysian airliner by the Buk missile system is already an automatic indictment against Russia.

This is announced in an article by the Censor.NET Chief Editor Yurii Butusov. He publishes an X-ray of one of the crew members of the Malaysian airliner. Censornet RöntgenfotoHe was in the cockpit during the explosion and died on the spot. All fractures result from contact with submunitions. The marks around the skeleton are the submunitions.

An up-to-date chemical examination exactly determined the composition of metal parts, which pierced the hull and glass of the downed airliner before hitting the people.

http://en.censor.net.ua/photo_news/344323/chemical_examination_found_submunitions_from_boeing_corresponding_to_russian_buk_missiles_butusov_photos

Natürlich kann es sich bei diesem Foto um ein Fake handeln und nicht um originäres Material aus den strafrechtlichen Ermittlungen des JIT, an denen der SBU beteiligt ist. Auffällig ist jedenfalls, daß der Censor.Net-Chef Butusow lediglich über chemische Untersuchungen derjenigen Schrapnells redet, die in die Maschine eingedrungen sind. Und damit die Aussage von Westerbeke vom 30.6.2015 bestätigt, daß die Untersuchungen der Metallteile, die aus den Leichen herauspräpariert wurden, noch nicht abgeschlossen seien. Möglicherweise gibt es Diskrepanzen zwischen den chemischen Ergebnissen.

Der Rest des Artikels ist pure bereits widerlegte Propaganda:

Censornet SchrapnellThe second photo shows a close-up of the so-called double-t striking element. An antiaircraft missiles warhead contains four thousand of such elements. „This is a striking element extracted from the aircraft and its unused full-size counterpart extracted from Buk M1-2 Russian surface-to-air missile complex produced in 1998. This missile was not supplied to Ukraine, but it was supplied to other countries,“ Butusov says.

Ukrainian Buks are equipped with old Soviet missiles 9M38. Our anti-aircraft gunners cannot fire the upgraded Buk M1-2 missiles. But the Russian Buk M1-2 provides for using both types of missiles. „Striking elements have a chemical composition identical to that of double-t’s, which destroyed the plane, passengers and crew,“ he added.

http://en.censor.net.ua/photo_news/344323/chemical_examination_found_submunitions_from_boeing_corresponding_to_russian_buk_missiles_butusov_photos

Nun, diesen Quatsch hatte Censor.Net bereits am 18.3.2015 verbreitet, unter Beigabe exklusiver Fotos von den niederländischen Rekonstruktionsbemühungen, die erst nach dem offiziellen Pressetermin vom 2.2.2015 in den Hangars stattfanden. Die Fotos stammten also tatsächlich von einem Insider, einem „Freund der Ukraine in den Niederlanden“.

http://en.censor.net.ua/resonance/328926/submunitions_of_russian_missile_bukm12_aka_sa17_which_downed_the_malaysian_boeing_mh17_exclusive_photo

Max van der Werff hat sich am 21.3.2015 diesem Artikel von Censor.Net gewidmet und den niederländischen Journalisten Joost Niemöller interviewt, der an dem offiziellen Besichtigungstermin teilgenommen hatte; Niemöller konnte bestätigen, daß diese Bilder nach dem offiziellen Pressetermin entstanden sein müssen:

MH17 – Dutch investigation compromised by Ukrainian researchers

Русская версия Versi Malaysia March 21, 2015

A Ukrainian source published new information about MH17. The source claims shrapnel from a missile fired by a Buk-M1-2, a launcher only used by Russia, was found in parts of the wreckage stored for reconstruction at Dutch Air Force Base Gilze-Rijen.

[…]

http://7mei.nl/2015/03/21/mh17-investigation-compromised/

Die Desinformation, daß diese x-förmigen Schrapnells ausschließlich im Gefechtskopf der modernen Raketen des weiterentwickelten russischen Systems Buk-M1-2 Verwendung finden, hatte zeitnah bereits das russische Verteidigungsministerium zurückgewiesen; diese existieren vielmehr ausschließlich in den in der Ukraine gebräuchlichen Raketen des älteren Buk-M1-Systems:

https://meduza.io/en/news/2015/03/20/russian-defense-ministry-says-media-are-lying-about-the-mh17-crash

Nach der Präsentation der Buk-herstellenden Firma Almaz Antey vom 2.6.2015 kann daran nun wirklich kein Zweifel mehr bestehen. Nur dieses zuletzt an die russische Armee im Jahr 1995 ausgelieferte Raketenmodell 9M38M1 mit dem Gefechtskopf 9N314M1 der Buk-M1, deren Produktion im Jahr 1999 eingestellt wurde, weist jene 8,1 Gramm schwere x-förmige Schrapnellform auf – das Vorgänger- und die Nachfolgermodelle Buk-M1-2 und Buk-M2 (Rakete 9M317 mit Gefechtskopf 9N318) indessen nicht:

Video der Pressekonferenz:

https://www.youtube.com/watch?v=GsohFzbJ-vs AA Titel 8http://tass.ru/boeing-presentation/tip-rakety/2023205

Offenbar hängen der SBU wie auch die westliche Presse dem Glauben an, daß eine selektive Wahrnehmung und eine Wiederholung unhaltbarer Behauptungen ausreichen, um eine unsubstantiierte Anklage politisch und medial durchsetzen zu können. Diese Taktik funktioniert zwar, aber eben nur bedingt. Irgendwann kommt ja doch die Stunde der Wahrheit. Im Fall des geheimnisumwitterten DSB-Reports im Oktober 2015. Kann man diese paar Monate nicht einfach mal abwarten?

Was die strafrechtlichen Ermittlungen angeht, so richte ich mich auf eine längere Zeitspanne ein…

Was hatte Bellingcat zum Jahrestag beizutragen?

Nun, ebenfalls einen der klassisch wiederholenden Artikel. Die Holzhammermethode eben. Immerhin erläutert Bellingcat seine journalistischen Prinzipien, die eigentlich zur sofortigen Rückgabe des Hanns Joachim-Friedrichs-Sonderpreises führen müßten. Oder zum Rücktritt der Jury, die offenbar ahnungslos war:

Die Jury vergibt den Sonderpreis an Eliot Higgins und sein Team für die unerschütterliche Zuversicht, im Kampf um die Wahrheit nicht auf verdeckte oder geheimdienstliche Informationen bauen zu müssen, sondern mit öffentlichen, jedermann zugänglichen, überprüfbaren Bildern und Fakten die Öffentlichkeit zu überzeugen. Ihre Methode der weltweiten Vernetzung öffentlich zugänglicher Quellen und ihre kompetente und verantwortungsvolle Auswertung ist beste journalistische Aufklärung auf dem Schlachtfeld moderner Propaganda- und Verunsicherungskriege. Sie wirkt vor allem dort, wo das Klima des Misstrauens und der Verschwörung Platz gegriffen hat: im Internet.

Die Jury zeichnet auch die Unterstützung aus, die Higgins und sein Team vielen, auch deutschen, Journalisten bei deren Recherchen gibt. […]

Der Preis ist mit 2.500,00 € dotiert.”

http://www.hanns-joachim-friedrichs.de/index.php/pressemitteilung-2015.html

Selbstverständlich ist Bellingcat Teilnehmer „auf dem Schlachtfeld moderner Propaganda- und Verunsicherungskriege“, promotet vom Atlantic Council, von General Breedlove und der BILD. Bellingcat ist aktives Teil des Problems.

MH17 In Their Own Words: Witness Testimonies on Social Media from July 17th, 2014

July 16, 2015 By Aric Toler […]

In the days following the downing of MH17, narratives fell into place from the sides of Russia / pro-Russian separatists and Ukraine / Western nations. Journalists and investigators have gathered numerous witness accounts that attest to both Ukrainian narrative (a Buk anti-aircraft system brought down MH17 from south of Snizhne) and the Russian narrative (Ukraine shot down MH17 either with an SU-25 fighter jet or with its own Buk, likely near the village of Zaroshchenske).

[…]

This article will examine the available social media accounts available that confirm the existence, location, and general timeline of a Buk anti-aircraft system in separatist-held territory on July 17 and reports of locals reporting an event that is consistent with a Buk missile launch just minutes after 4:20PM (Kyiv time), when the tragedy took place.

[…]

https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2015/07/16/in-their-own-words/

Es gibt zwar mehrere Narrationen, aber wir konzentrieren uns auf diejenigen Äußerungen, die die von uns favorisierte bestätigen. Knapper hätte Aric Toler das Arbeitsprinzip von Bellingcat nicht darstellen können.

Es macht ihn auch nicht stutzig, daß es sich bei den Tweetern um pro-Kiew-Politaktivisten handelt, die keine eigenen Wahrnehmungen verbreiten, sondern sich als Verteiler von fremden Botschaften zur Unterstützung des ukrainischen Militärs gegen die separatistischen Milizen verstehen, die der Einfachheit halber als „Terroristen“ bezeichnet werden.

Many of the tweets attesting to a Buk (or, at least, a large piece of military equipment that very well may have been a Buk) are attributed to @666_mancer. This popular user likely may not have seen any of the scenes himself, but instead collected witness accounts from others and re-posted them in one place. A similar pattern will later be seen with @Wowihay, who no longer lives in Torez, but collects witness testimonies from locals. As it is often not safe for someone to post an sighting of separatist military maneuvers on a personal Twitter account, it is safer for a single person (who is either anonymous or no longer lives in the town) to post them. Additionally, the #Stopterror (#Стоптеррер) hashtag that frequently appears in these tweets was meant to inform the Ukrainian military of separatist military maneuvers, thus providing crowd-sourced intelligence from locals with eyes and ears on the streets.

https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2015/07/16/in-their-own-words/

Der neu eingeführte Tweeter “666_mancer” wurde deshalb eingeführt, weil es bislang noch keine zeitnahen Sichtungen der Buk auf dem Volvo-Tieflader in Donezk gab; was „666_mancer“ dann aber, u.a. um 10:31 Uhr, tweetete, paßt noch nicht einmal annähernd ins gewünschte Szenario und zeigt lediglich auf, wie verzweifelt Bellingcat nach Bestätigung der SBU-Narration fahndet:

Donetsk: “Not a smerch. 1. Its base is tracked. 2. No long firing tubes are not long. It visually resembles a BUK a lot. However, there were no mounted rockets” #Stopterror

Oder um 10:44 Uhr:

#Donetsk witnesses: the front of the vehicle is similar, but then came a trailer on which there was something underneath a cover, tracked, with one cannon #Stopterror

Aha. Zunächst eine Smertsch, dann etwas Buk-Ähnliches ohne Raketen und danach ein verhülltes Gerät mit einer Kanone. Auffälligerweise wurden keine der angeblichen „Sichtungen“ bis zum Absturz der MH17 mit Bildern unterlegt.

Leise, still und heimlich hat Bellingcat nebenbei die Uhrzeit des Paris Match-Bildes aus Donezk verändert: Paris Match Buk 0Quelle: http://www.parismatch.com/Actu/International/EXCLU-MATCH-Un-camion-vole-pour-transporter-le-systeme-lance-missiles-577289

The generaly accepted timeline of Buk 3×2, which is suspected in the downing of MH17, with very approximate and broad ranges of time:

  1. Left Donetsk, eastbound along H21 [N21]: ~10:45am (Kyiv time)

https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2015/07/16/in-their-own-words/

Am 30.6.2915 hatte Bellingcat nämlich eingestehen müssen, daß der erste Realitätscheck hinsichtlich des fragwürdigen Paris Match-Fotos vom 17.7.2014 in Donezk gegen 11 Uhr, wie bis dahin propagiert, gescheitert war.

Tracking the Vehicle that Transported the MH17 Buk

June 30, 2015 By Nathan Patin

[…]

The new Digital Globe imagery Bellingcat has purchased shows that at 11:08 a.m. (local time) on 17 July 2014, the low-loader was not present in the vehicle yard, as would be expected if Paris Match photographed the low-loader heading out of Donetsk on H21 [N21] around 11 a.m.

[…]

After being spotted heading east on the H21 [N21]highway by Paris Match photographers around 11 a.m., the low-loader was subsequently filmed roughly 36 kilometers farther east on H21 [N21] in the town of Zuhres, reportedly at 11:40 a.m.

[…]

This full Donetsk image from Digital Globe – which, after purchasing the imagery, we know was taken at 11:08 a.m. – extends roughly one-third of the way to the town of Zuhres. Based on the time of the Donetsk satellite image and the time the Buk was seen in Zuhres (11:40 a.m.), we judged that there was a reasonable possibility that the Buk and low-loader would be visible in the satellite imagery. In order to find out, we crowdfunded the purchase of another sliver of the Digital Globe imagery, this time showing the route depicted above. Unfortunately, the low-loader could not be seen in this image. (We, therefore, will not seek funding for the additional $1,500 required to publish the image.)

There are two plausible reasons as to why this may be. First, while the imagery is by and large clear for large stretches of the route, there are not insignificant sections of road that are obscured by either cloud cover or the tree line. Second, the assumption that the Buk would be visible was based upon a number of unknown factors that may have affected the low-loader’s travel time, including the speed of the low-loader, the heaviness of the traffic, and whether any stops were made.

[…]

https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2015/06/30/low-loader/

Das sind natürlich Ausweichmanöver eines Teams, das bewußt der Fata Morgana von politisch gezielt gestreuten social media-Spuren gefolgt war.

Erstaunlicherweise hat die Bellingcat-verhaftete ZEIT am 9.7.2015 (Nr. 28/2015, S. 13 – 15) ein kritisches Dossier lanciert:

Diese Bilder lügen

Fotos sind nur noch Computerdateien mit Millionen Bildpunkten. Nie war es einfacher, sie zu fälschen. Was bedeutet das für unseren Blick auf die Wirklichkeit?

Von Amrai Coen, Malte Henk und Henning Sussebach

Bislang ist der Artikel, der einen kritischen Blick auf die Bilderflut im Internet und in den Medien empfiehlt, nicht online erschienen. Zur Ukraine und den Internet-Fotos heißt es dort:

Für Peer Grimm [dpa] sind solche Fotos Konkurrenz und Verführung zugleich. Man sieht ihnen nicht immer an, woher sie stammen. Privatmenschen können sie gemacht haben oder Geheimagenten, Blogger im Dienst der Aufklärung oder Blogger im Dienst der Propaganda. In einem Konflikt wie dem in der Ukraine sind manipulierte Bilder die Währung zum Kauf von Aufmerksamkeit. Sie geraten in Umlauf wie Falschgeld: von Bildschirm zu Bildschirm, von Betrachter zu Betrachter.

[aaO, S. 14]

Bellingcat hat keine Hemmungen, Blogger im Dienst der pro-Kiew-Propaganda heranzuziehen oder die Videos von „Geheimagenten“ nach Löschung im Umlauf zu halten.

Im Gegenteil – am 27.7.2015 wurde dort die Übersetzung eines Interviews mit seinem Hauptzulieferer „WowihaY“ alias Wladimir Djukow, kurz zuvor vom SBU-nahen Chef von Censor.Net für einen Orden vorgeschlagen,

http://en.censor.net.ua/photo_news/344472/torez_residents_who_photographed_russian_buk_after

präsentiert; und für diese Übersetzungsleistung muß man Bellingcat wirklich dankbar sein. Die Google-Übersetzung war mal wieder furchtbar:

https://translate.google.com/translate?hl=en&sl=ru&tl=en&u=http%3A%2F%2Ffakty.ua%2F203378-mne-prislali-foto-s-mesta-tragedii-ot-kotorogo-volosy-vstali-dybom-na-pole-lezhit-trup-mladenca&sandbox=1

Interview with “WowihaY,” the man who narrated MH17 as it happened

July 27, 2015

By Aric Toler

The anonymous Twitter user @WowihaY has long been documenting the conflict in eastern Ukraine, especially as it has affected his hometown of Torez. He came to a degree of notoriety on July 17, 2014, as he was one of the most influential Twitter users in chronicling and deciphering the downing of MH17. Along with documenting witness accounts of a Buk traveling through Torez hours before the plane’s downing, @WowihaY posted the now-infamous photograph of a smoke trail rising above fields south of Snizhne – the smoke contrails of the missile that brought down the passenger plane. The following is an English translation of an article by Olga Bespertova that appeared in Fakty.ua on July 25, 2015, with the first public interview of @WowihaY.

[…]

https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2015/07/27/interview-with-wowihay/

Ein Interview, das nicht nur weitere Widersprüche zu den Angaben des “Wölkchenfotographen” Pawel Aleinikow aufdeckte, sondern auch ironische Kommentare wie diesen zeitigte:

Oleg – July 27th, 2015

what a brave hero Wohiway is.

https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2015/07/27/interview-with-wowihay/comment-page-1/#comment-24417

Ja, hinter Feindeslinien im besetzten Donbass für den Kiew-Sieg zu kämpfen, ist wirklich heldenhaft. Zumal Djukow/WowihaY schon im Juni 2014 aus dem Donbass verzogen war. Und Aric Toler plaudert aus, daß die Heimatstadt von „WowihaY“ Tores sei, (was zutrifft), während der Held im Interview versichert, daß seine Heimatstadt Snischne gewesen sei (und die Jahreszahl seines Wegzugs verschweigt – tatsächlich kann es sich nur um Juni 2014 handeln):

Thing is, the pressure from the supporters of the so-called Donetsk People’s Republic was harsh, because I’ve never hidden my views, therefore there was a real threat to end up dead in a basement. In June my family and I left our hometown Snizhne.

But both then and now I know about everything that happens back home. An advantage of our group is that there are local informants who are forging victory behind enemy lines.

https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2015/07/27/interview-with-wowihay/comment-page-1/#comment-24417

Aric Toler wußte natürlich schon am 16.7.2015, daß WowihaY nicht mehr in Tores lebt –: soviel zum Thema open source. Daß WowihaY bereits im Juli 2014 nicht mehr dort wohnte, ergibt sich u.a. auch aus diesem Twitter-Dialog: Tweet WowihaY BBChttps://twitter.com/jamiewh_/status/490171831778041856

https://twitter.com/search?q=from%3AWowihaY%20since%3A2014-06-01%20until%3A2014-07-19&src=typd

Der niederländische Bellingcat-Kollege ukraine@war, gern als Kronzeuge zitiert, drehte am Jahrestag schier durch und legte die paranoide Seite seines Russenhasses offen:

Friday, July 17, 2015

Russia hijacked MH370 and made it disappear as a distraction from its invasion into Crimea?

[…]

http://ukraineatwar.blogspot.de/2015/07/russia-hijacked-mh370-and-made-it.html

Beim Fragezeichen blieb es nicht.

Soweit das Fazit der Artikel rund um den Jahrestag. Alternative Medien habe ich außen vor gelassen – es geht mir um den geradezu bestürzenden Mainstream in Presse und Internet – und natürlich in der Politik. Dabei ginge es doch auch anders, wie die Frankfurter Rundschau demonstriert hat:

17.7.2015 MH17-Abschuss

Ukraine vermutet „direkten Befehl“ von Russland

[…]

Kiew/Moskau – Ein Jahr nach dem Abschuss der malaysischen Passagiermaschine MH17 im Kriegsgebiet Donbass hat die Ukraine ihre Schuldvorwürfe gegen Russland bekräftigt. «Die Hochtechnologiewaffe, mit der das Flugzeug abgeschossen wurde, konnte nur aus Russland in die Hände der Terroristen gelangen», sagte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko in einem am Freitag veröffentlichten Video. Dagegen zitierte die russische Agentur Interfax die niederländische Staatsanwaltschaft mit den Worten, dass die Hintergründe des Abschusses vom 17. Juli 2014 nicht geklärt seien.

[…]

Es sei bislang nicht klar, ob die Boeing 777 mit einer Boden-Luft- oder mit einer Luft-Luft-Rakete abgeschossen worden sei, sagte Wim de Bruin, Sprecher des leitenden niederländischen Staatsanwalts.

Die Ermittlungen werden in den Niederlanden geführt, weil die meisten Opfer Staatsbürger des EU-Landes waren. Zuletzt hatten vor allem westliche Medien berichtet, es sei erwiesen, dass die malaysische Passagiermaschine von dem bodengestützten Luftabwehrsystem Buk mit einer Rakete abgeschossen worden sei.

[…]

http://www.fr-online.de/ukraine/mh17-abschuss-ukraine-vermutet–direkten-befehl–von-russland,26429068,31248796.html

Hervorgehoben sei der am 16.7.2015 in der Frankfurter Rundschau veröffentlichte Bericht von Stefan Scholl, der im Donbass unterwegs war und eine aussagepsychologisch richtige Schlußfolgerung zu den dort im Nachhinein zu erlangenden „Zeugenaussagen“ zieht.

16. Juli 2015

Flug MH17

Auf der Suche nach der Wahrheit  

Von Stefan Scholl

Vor einem Jahr wird eine Boeing 777 der Malaysia Airlines über der Ost-Ukraine abgeschossen. In die Erzählungen der Menschen im Donbass mischen sich Erlebnisse mit Parolen und Propaganda-Bildern.

[…]

Alexander erzählt von anderen Flugzeugen, vom Geknatter automatischer Waffen am Himmel. Ein Mann aus dem benachbarten Pelagejewka spricht von zwei ukrainischen Kriegsflugzeugen: Ein Kampfjet habe die Boeing abgeschossen, der andere den ersten, um Zeugen zu beseitigen.

Die Suche nach der Wahrheit

Der abgeschossene Pilot sei mit dem Fallschirm abgesprungen. „Auf dem Feld, wo er landete, arbeiteten Frauen mit Breithacken. Sie haben ihn damit totgeschlagen.“ Andere sagen, die Leichen hätten schon nach Verwesung gerochen, als sie auf der Erde aufschlugen. Eine Provokation dunkler Kräfte, um die Weltöffentlichkeit gegen Russland aufzuwiegeln. Einige meinen, die Ukrainer hätten die Boeing versehentlich abgeschossen, wollten eigentlich die russische Maschine erwischen, mit der gerade Wladimir Putin unterwegs gewesen sei.

Hier leben Malocher. Sie lügen nicht, sie sagen nur ihre Wahrheit, eine Wahrheit, die erlebte Wirklichkeit mit den Parolen und Bildern des russischen Staatsfernsehens mischt.

Aber auch Menschen, die nichts mit dieser Volksrepublik anfangen können, haben am Abschusstag Kampfflieger bemerkt. „Wenn eine halbe Million Menschen diese Flugzeuge gesehen haben“, brummt ein Automechaniker aus Rassypnoje, „dann sind sie wohl dagewesen.“ Zumal die Leute nach wochenlangen ukrainischen Luftangriffen achtgaben auf den Himmel.

[…]

Nördlich der Straße Tores-Schneschnoje erzählen die Leute von Flugzeugen, südlich von Raketen. Manche haben ihr Brüllen gehört, andere sagen, sie sei lautlos geflogen. Und alle versichern, sie sei weit weg im Südwesten abgeschossen worden, wo damals ukrainische Truppen standen.

Nur der Inhaber eines Lebensmittelgeschäfts in Perwomaiski müht sich um Sachlichkeit. „Wir standen hier auf dem Platz, mein Nachbar hat sein Fernglas geholt. Da waren vier Kondensstreifen am Himmel, die große Boeing und ein kleiner Kampfflieger, der um sie herumkurvte. Dann stieg ein heller Fleck auf, dort hinter der Pappel“, er zeigt nach Westen, „es gab einen Schlag, das große Flugzeug bekam einen gelben lodernden Schwanz, das kleine drehte ab.“ Aber auch er ist sicher, dass die Rakete ein Ablenkungsmanöver war – mit dem Ziel, Russland anzuschwärzen.

Jedenfalls waren am Tag des Unglücks außer der Boeing auch Kampfflugzeuge am Himmel über Rassypnoje. Und vom Boden wurde eine Rakete auf eine dieser Maschinen abgeschossen. Aber auf welches Flugzeug zielte sie? Auf einen ukrainischen Kampfjet, der sich in den Radarschatten der großen Boeing flüchtete? Und von welchem Ort wurde sie gestartet? Da widerspricht sich die Fachwelt genauso wie das Bergmannsvolk vor Ort.

[…]

http://www.fr-online.de/ukraine/flug-mh17-auf-der-suche-nach-der-wahrheit,26429068,31239320.html

Was der um Sachlichkeit bemühte Inhaber eines Lebensmittelgeschäfts in Perwomaiski erzählt, kann er schlicht nicht gesehen haben, und wenn er noch so sachlich an dieser seiner subjektiven Wahrheit festhält.

Fest steht nur eins: am 17.7.2014 waren ukrainische Kampfjets rund um die Absturzstelle im Einsatz, was die ukrainische Regierung so entschieden wie unglaubhaft leugnet.

Stefan Scholl ist auch den Spuren von Marcus Bensmann von Correctiv in das Dorf nördlich von Snischne gefolgt, das Bensmann „Puschkin“ nennt. In diesem Posting hatte ich bereits die Manipulationen von Bensmann, insbesondere bei der Redaktion der Aussage seines Kronzeugen für einen Buk-Abschuß dort, in seiner unübersichtlichen Multi-Media-Reportage nachgewiesen:

https://gabrielewolff.wordpress.com/2015/05/24/ukraine-informationskrieg-um-mh-17-4/

Zwischenzeitlich hatte Michael Kobs in einer Studie mit dem Titel

Das CORRECTIV/SPIEGEL-Video  

„Todesflug-MH-17: Die Geschichte eines Kriegsverbrechens“  

Eine Recherche zur Recherche

von

Michael Kobs

minutiös nachgewiesen, daß der Correctiv-Buk-Zeuge in der schicken graphic novel, die der Realität des Wohnhauses des Zeugen 1 zu 1 entspricht, in die falschen Richtungen zeigt, wenn er den angeblichen Buk-Standort und den angeblichen Absturzort der MH17 durch Ausstrecken des Arms bezeichnet. Kobs Correctiv 17Kobs Correctiv 18Kobs Correctiv 19[S. 17-19 der Studie]

https://www.dropbox.com/s/6gd8qs342xszdtx/Correct%21v-Recherche%20zur%20Recherche-Michael%20Kobs.pdf?dl=0

Den endgültigen Correctiv-Bensmann-Todesstoß versetzt nun Stefan Scholl:

Und die Leute in der Siedlung Moltschaniwo nördlich von Sneschnoje schildern einem Reporter des Berliner Rechercheteams Correctiv „ein krasses Teil mit vier Raketen“, das beim tödlichen Schuss die Ziegel der nächsten Gebäude wackeln ließ. Nicht weniger glaubhaft staunt dort jetzt ein anderer Einwohner: „Von einer Rakete hat hier keiner was mitbekommen. Ich habe bei den Raketentruppen gedient, ich weiß doch, wie sich eine Buk anhört.“

http://www.fr-online.de/ukraine/flug-mh17-auf-der-suche-nach-der-wahrheit,26429068,31239320.html

Nun müßte auch Correctiv/Bensmann seinen Grimme-online-Preis zurückgeben oder aber die ebenfalls, wie beim Hanns Joachim Friedrichs-Preis, inkompetente Jury zurücktreten [Hervorhebung von mir]:

Hartnäckig und mit langem Atem – investigative Journalisten sind Gegenentwürfe zur medialen Aufgeregtheit der Katastrophenberichterstattung und ihrer Liveticker. “MH17 – Die Suche nach der Wahrheit“ ist ein solcher Gegenentwurf: das Ergebnis einer großen Rechercheleistung, perfekt aufbereitet.

MH17 – dieses Kürzel hat sich ins kollektive Gedächtnis eingebrannt: Am 17. Juli 2014 wird der Malaysia Airlines Flug MH17 über der Ostukraine abgeschossen, durchlöchert von einem Hagel aus tödlichen Schrapnells. 298 Menschen sterben. Die Medien veröffentlichen Sonderseiten, senden Extras. Die Frage nach den Schuldigen generiert Spekulationen und gegenseitige Anklagen, aber sie wird nicht beantwortet.

Reporter von CORRECT!V nehmen das nicht hin. Mit kriminalistischer Energie sammeln sie Dokumente und Hinweise. Sie reisen ins Katastrophengebiet, das auch Kriegsgebiet ist, und folgen den Spuren der Rakete. Wer das Ergebnis dieser Arbeit betrachtet, wird nicht mit Resultaten konfrontiert, sondern begleitet das Team, sieht, hört und liest mit: Akten, persönliche Eindrücke, Radarspuren, Interviews. Der Beitrag lässt einen nicht los, weil die Texte überzeugend geschrieben, weil die Erkenntnisse packend aufbereitet sind – als animierte Grafik, Graphic Novel, Film, Audio.

Die Jury würdigt dieses Projekt als herausragendes Beispiel für die Verbindung digitaler Erzählmethoden mit klassischen journalistischen Fähigkeiten. Und sie würdigt es als Beispiel für die zahlreichen Beiträge hoher publizistischer Qualität, die das gemeinnützige Recherchebüro CORRECT!V auszeichnen, und die es anderen Medien zur Verfügung stellt.

http://www.grimme-institut.de/html/index.php?id=2014&no_cache=1#c14410

Man wird bei Correctiv mit den absurdesten Resultaten auf Bellingcats Spuren konfrontiert, und Bensmann hatte nur das Pech, daß sich Bellingcat zum Zeitpunkt seiner eigenen Recherche im November 2014 auf den Abschußort noch nicht festgelegt hatte, sondern dies erst, in Anlehnung an die RTL/NL-Studie von Dezember 2014, im Januar 2015 tat.

Meine Anfrage bei Correctiv:

Gabriele Wolff

am 02.04.2015 01:27:20

Was sagen Sie dazu, Herr Bensmann, daß sämtliche anderen Rechercheure, von Bellingcat bis zum Rechercheteam der SÜDEUTSCHEN mit dem ör Fernsehen und Reuters, den Abschußort der Buk nicht wie Sie nördlich von Snischne in Puschkin, sondern südlich von Snischne zwischen Pervomais’ke und dem Dorf “Roter Oktober” lokalisiert haben? Auch die von RTL in Auftrag gegebene Studie kommt zu diesem vom SBU vorgezeichneten Ergebnis.

Was soll man also von den wackelnden Ziegeln in Puschkin halten?

Und wieso haben Sie nicht in Pervomais’ke gesucht, wo vor und nach Ihnen alle anderen gesucht haben? Dazu haben Sie jegliche Erklärung vermissen lassen.

https://correctiv.org/blog/2015/01/27/mh-17-zum-hintergrund-unserer-recherche/#comment-137

harrt immer noch der Beantwortung.

Vermutlich freute sich Correctiv zu sehr über einen weiteren Preis aus Frankreich, um auf kritische Fragen antworten zu können:

https://correctiv.org/blog/2015/07/02/ein-preis-paris/

Oder arbeitete man sich bei Correctiv bis zum 24.7.2015 an einer abstrusen Anti-Putin Verschwörungstheorie ab, die man als vernünftiger Mensch logisch nicht nachvollziehen kann? Und schon gar nicht als Ex-Staatsanwältin.

https://correctiv.org/recherchen/system-putin/

Es ist zum Verzweifeln. Ich frage mich langsam, ob das Versagen der Presse nicht Methode hat. Über die Griechenland-Krise wurde ebenso unzulänglich berichtet wie über die Ukraine-Krise. Mal sehen, wie es mit der Türkei-Krise weitergeht. Aber da muß man sich mit dem Erdogan-Bashing ja zurückhalten, weil die USA dessen PKK-Bombardierungen als Selbstverteidigungsaktion rechtfertigen. Diese verflixte Situation wird in den amerikatreuen Redaktionen noch viel Schweiß auf die Stirn zaubern, war Erdogan doch gerade erst als Putin II aufgebaut worden. Der nun in einer langen vorbereiteten Allianz mit den USA steht. Die USA sind, siehe Ukraine, schmerzfrei in der Wahl ihrer Partner, solange es gegen Rußland und andere Gegner des US-amerikanischen „exceptionalism“ geht.

Ich mache jedenfalls weiter mit meinen unnützlichen Kommentaren. 😉

Nachtrag (8.8.2015)

Marcel van den Berg überraschte am 4.8.2015 mit einem Beitrag, in dem er die CNN-„Enthüllungen“ über den Inhalt des im Oktober zu erwartenden Berichts des Dutch Safety Board, genau wie ich, als Propaganda entlarvte. Die indes gedankenlos von den Mainstream-Medien, so auch in den Niederlanden, verbreitet wurde – weil sie eben so schön in den vorurteilsbehafteten  Erwartungshorizont paßt.

4.8.2015

CNN leak on DSB report which blames pro-Russian rebels for shooting down plane is nonsense!

Posted on August 4, 2015 by admin in Uncategorized // 35 Comments

At July 16 CNN reported with big headlines : First on CNN: Sources say MH17 report blames Russian missile for shooting down plane. 

This article is complete nonsense however many media copied the CNN article. For instance the Dutch NOS and RTL Nieuws.

[…]

Another indication that the DSB cannot mention the location of the launch is that as recent as June 20 Dutch members of the JIT took ground samples of the supposed launch location near Snizhne. (source) and NOS.

https://www.youtube.com/watch?v=qwizOTI_8o8

http://nos.nl/artikel/2043247-video-mh17-onderzoekers-aan-het-werk-in-oost-oekraine.html

http://www.whathappenedtoflightmh17.com/cnn-leak-on-dsb-report-which-blames-pro-russian-rebels-for-shooting-down-plane-is-nonsense/

Die von ihm verlinkten Quellen – ein Video der DNR vom 20.6.2015 mit einigermaßen verständlichen niederländischen Untertiteln und der Artikel des staatlichen niederländischen Fernsehens zu diesem Video waren mir bislang unbekannt. Demnach wurden also Bodenproben von dem vom SBU, ukraine@war und Bellingcat (in dieser Reihenfolge) behaupteten Abschußort einer Buk südlich von Snischne entnommen. Unter freundlicher Mitwirkung der „Rebellen“ und der OSZE. Endlich!

Es wird Zeit, daß diese virtuelle Story endlich einmal überprüft wird, wenn schon Beweise aus den USA und der Ukraine ausbleiben. Schon den ersten Realitäts-Check hat der Comicstrip von Bellingcat ja nicht überstanden.

Welchem trüben propagandistischen Internet-Netzwerk Bellingcat im Rahmen seiner „Beweisführung“ blind folgte und folgt, hat Hector Reban am 1.8.2015 hier akribisch aufgelistet:

17 July BUK Sightings: Planting Evidence In Advance?

Daß die Lektüre sich lohnt, verraten bereits die hilflosen Bellingcat-Reaktionen auf Twitter, werden ihre MItarbeiter doch in diesem Artikel als tumbe Follower politischer social media-Infokrieger mit besten Kontakten zum ukrainischen Militär und dem SBU entlarvt, der mühelos einspeisen konnte, was ihm beliebte:

Aric Toler@AricToler 2. Aug.

Aric Toler retweetete Max van der Werff

My god, what a huge conspiracy! So vast, complex and overreaching, it’s almost as if these things actually happened!

Aric Toler hinzugefügt,

Max van der Werff @MaxvanderWerff

#MH17 „17 July BUK Sightings: Planting Evidence In Advance?“ by @Jetagodi https://hectorreban.wordpress.com/2015/08/01/17-july-buk-sightings-planting-evidence-in-advance/ … @JeroenAkkermans @JoostNiemoller

https://twitter.com/AricToler/status/627818319748403200

Eliot Higgins@EliotHiggins 2. Aug.

@Stredni_trida @AricToler @bellingcat @WowihaY damn, he’s caught us out, time to shut down Bellingcat

Gespräch zeigen 0 Retweets 0 Favoriten

https://twitter.com/EliotHiggins/status/627836735209242624

Natürlich mußte auch der SBU-Informant WowihaY in Kenntnis gesetzt werden. Das wäre wohl die beste Lösung, Bellingcat zu schließen. Denn noch eine Propaganda-Schleuder mehr brauchen wir wirklich nicht. Aber diese Lösung dürfte das Atlantic Council, das so viele Hoffnungen in Higgins‘ kongeniale Mitarbeit mit dem Touch des alternativen Journalismus setzt, wohl nicht zulassen.  😉

Nachtrag (14.9.2015)

Das von Censor.Net präsentierte Röntgenfoto, das die Leiche eines MH17-Piloten mit Schrapnellspuren zeigen soll, ist aller Wahrscheinlichkeit nach ein Fake, wie John Helmer schreibt:

MH17 — DUTCH PREPARE MISSILE ATTACK ON MOSCOW

By John Helmer, Moscow

The Dutch Government has decided to launch a missile attack on Moscow in October. By suppressing all evidence obtained from the bodies of victims of the crash of Malaysian Airlines MH17, officials of the Dutch Safety Board and associated Dutch military officers, police and prosecutors are preparing to release a report on the crash with a gaping hole in its veracity.

[…]

A Dutch pathologist, Professor George Maat (right) who had participated directly in the identification of the bodies at Hilversum military base, was fired in April by the Dutch government for presenting medical students studying identification techniques with illustrations of the records he made. Last month Maat wrote to contradict claims circulating on Ukrainian websites that an X-ray showing metal fragments originated from either an MH17 victim, or from the Dutch investigation. The fabrication can be examined here. Maat presented no X-rays at his controversial lecture, and has aired no claim that missile shrapnel was identified in victim bodies.

[…]

This reveals that CT scans were done of all remains, and thus a CT scan has been recorded for every victim whose body has been recovered and repatriated or transferred to the next of kin. There is no reference to X-rays at this stage of the Dutch procedure; they may have been taken during the “limited forensic autopsy”. One reason for suspecting that X-rays appearing in Ukrainian media are fakes is that the Dutch procedures used CT scans instead.

[…]

by Editor – Sunday, September 13th, 2015

http://johnhelmer.net/?p=14084

Zur Fortsetzung geht es hier:

Ukraine: Informationskrieg um MH17 (6)

 

 

1.663 Gedanken zu „Ukraine: Informationskrieg um MH17 (5)

  1. “Good” news: there are once again more than five US trained fighters operating in Syria. A second batch of graduates—another 70 in total—from the much-ridiculed $500 million training program has made its way across the Turkish border near Aleppo in an armed convoy, with the US providing air cover.

    The bad news, however, is that they were immediately detained by the Islamist Shamiya Front, a Turkish-backed anti-ISIS rebel outfit.

    70 New U.S.-Trained Fighters Enter Syria—And Are Detained

    • Sind das die gleichen Helden wie diese hier?

      “ Pentagon-trained rebels in Syria are reported to have betrayed
      their American backers and handed their weapons over to al-Qaeda in Syria immediately after re-entering the country.

      Fighters with Division 30, the “moderate” rebel division favoured by the United States, surrendered to the al-Qaeda-affiliated Jabhat al-Nusra, a raft of sources claimed on Monday night. “

      Wievielen verschiedenen Islamistengrüppchen kann man sich denn ergeben als US-trainierter Widerstandskämpfer? So langsam verliert man den Überblick.

      http://www.informationclearinghouse.info/article42928.htm

      • Vielleicht berühmt sich al Nusra ja nur dieser Heldentat; lt. National Interest war es diese Truppe:

        Islamist Shamiya Front, a Turkish-backed anti-ISIS rebel outfit

        70 New U.S.-Trained Fighters Enter Syria—And Are Detained

        Im Grunde ist das auch gleichgültig: das Auswahlverfahren der USA hinsichtlich „ihrer“ Bodentruppen ist jedenfalls katastrophal.

        Abu Khattab al-Maqdisi, who also purports to be a Jabhat al-Nusra member, added that Division 30’s commander, Anas Ibrahim Obaid,had explained to Jabhat al-Nusra’s leaders that he had tricked the coalition because he needed weapons.
        „He promised to issue a statement… repudiating Division 30, the coalition, and those who trained him,“ he tweeted. „And he also gave a large amount of weapons to Jabhat al-Nusra.“
        The Syrian Observatory for Human Rights (SOHR), a monitoring group, reported that seventy-five Division 30 fighters had crossed into Syria from Turkey early the day before with “12 four-wheel vehicles equipped with machine guns and ammunition”.
        […]
        At the weekend, the group’s chief of staff also resigned, saying the training programme was “not serious”.
        In the statement, Lieutenant Colonel Mohammad al-Dhaher complained of insufficient numbers of trainees and fighters, inadequate supplies, and even “a lack of accuracy and method in the selection of Division 30’s cadres”.

        http://www.informationclearinghouse.info/article42928.htm

        Es gibt jedenfalls Anlaß genug für die USA, sich von al Nusra eindeutig zu distanzieren – in der Vergangenheit war dieser Al Quaida-Ableger als Bündnisgenosse gehandelt worden. Und das ist er nun gewiß nicht.

        • By Nabih Bulos, Amman

          5:22PM BST 22 Sep 2015

          Pentagon-trained rebels in Syria are reported to have betrayed their American backers and handed their weapons over to al-Qaeda in Syria immediately after re-entering the country.

          Fighters with Division 30, the “moderate” rebel division favoured by the United States, surrendered to the al-Qaeda-affiliated Jabhat al-Nusra, a raft of sources claimed on Monday night.

          Division 30 was the first faction whose fighters graduated from a US-led training programme in Turkey which aims to forge a force on the ground in Syria to fight against Islamic State in Iraq and the Levant (Isil).

          A statement on Twitter by a man calling himself Abu Fahd al-Tunisi, a member of al-Qaeda’s local affiliate Jabhat al-Nusra, read: „A strong slap for America… the new group from Division 30 that entered yesterday hands over all of its weapons to Jabhat al-Nusra after being granted safe passage.

          „They handed over a very large amount of ammunition and medium weaponry and a number of pick-ups.“

          Reports since yesterday claim US-backed leader Anas Obaid has betrayed US & handed weapons to Jabhat al-Nusra #Syria pic.twitter.com/yTZqVT3CI0
          — Charles Lister (@Charles_Lister) September 22, 2015

          Abu Khattab al-Maqdisi, who also purports to be a Jabhat al-Nusra member, added that Division 30’s commander, Anas Ibrahim Obaid,had explained to Jabhat al-Nusra’s leaders that he had tricked the coalition because he needed weapons.

          „He promised to issue a statement… repudiating Division 30, the coalition, and those who trained him,“ he tweeted. „And he also gave a large amount of weapons to Jabhat al-Nusra.“ “

          http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/middleeast/syria/11882195/US-trained-Division-30-rebels-betrayed-US-and-hand-weapons-over-to-al-Qaedas-affiliate-in-Syria.html

      • Dazu steht in https://en.wikipedia.org/wiki/New_Syrian_Forces (anderer Begriff für Division 30)
        „By September 23, 2015 the „New Syrian Forces“ had defected to the terrorist group al-Nusra Front“ und dazu der britische Telegraph
        „US-trained Division 30 rebels ‚betray US and hand weapons over to al-Qaeda’s affiliate in Syria'“
        http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/middleeast/syria/11882195/US-trained-Division-30-rebels-betrayed-US-and-hand-weapons-over-to-al-Qaedas-affiliate-in-Syria.html

  2. Und dann gibt es auch noch die Ukraine… Aber die scheint im Moment nur am Rande der „Flüchtlingskrise“ auf, wenn bange Gemüter sich fragen, wie man auch noch ukrainische Flüchtlinge aufnehmen kann, wenn das Staatswesen dort implodiert.

    Die Volksrepubliken haben einen klugen Schachzug gemacht: die lokalen Wahlen dort sollen erst im Februar 2016 stattfinden, damit der Minsker Plan eingehalten werden kann. Denn ohne Sonderstatus für den Donbass – die 3. Lesung des Gesetzes, das das Kiewer Parlament ermächtigt, so ein Gesetz überhaupt von Verfassungs wegen zu beschließen, soll erst im Dezember stattfinden – haben Wahlen keinen Sinn.

    Luhansk, Donetsk to urge Kiev to hold Donbas polls in February 2016 — LPR envoy

    September 22, 9:22 UTC+3
    […]
    MOSCOW, September 22. /TASS/. The self-proclaimed Donetsk and Luhansk People’s Republics plan to propose Kiev at the meeting in the Belarusian capital on Tuesday to hold the elections in Donbas on February 21, 2016, LPR’s negotiator Vladislav Deinego has said.

    „We have prepared a schedule with an adequate timeframe for implementing each political point of the package of measures to break the impasse. It was drafted based on the current legislation of Ukraine and the regulation of the Verkhovna Rada and also the norms of the OSCE’s Office for Democratic Institutions and Human Rights (ODIHR),“ Deinego told the LuganskInformCenter.

    All the regulatory acts envisaged by the Minsk peace deal should be agreed with the representatives of the republics and adopted within the suggested timeframe, he said. „We have defined the date for holding local elections in Donbass as February 21, 2016.“
    In case the plan is fulfilled, the sides can fully ensure the implementation of political points of the Minsk agreements concerning the amendments to Ukraine’s constitution envisaging special status for certain areas in Donbass, the adoption of a law on local elections, as well as amnesty and lifting the economic blockade, he said.
    […]

    http://tass.ru/en/world/822678

    Ansonsten schreitet der Staatsaufbau dort voran:

    Aus: Ausgabe vom 19.09.2015, Seite 6 / Ausland
    »Wir werden nicht an Hunger sterben«
    Die Sanktionen und Blockaden wirken. Aber die »Volksrepublik Donezk« versucht, die Versorgung zu sichern

    Von Susann Witt-Stahl

    […]

    Im Donbass stehen alle Zeichen auf Abnabelung von Kiew. Das gilt auch für den elementar wichtigen Bereich der Telekommunikation. Mittlerweile hat die DNR mit Phönix ihren eigenen Mobilfunkanbieter auf dem Markt plaziert. Der soll demnächst sogar zum LTE-Standard aufgerüstet werden, berichtet Viktor Jazenko, Kommunikationsminister der DNR in einem Interview mit junge Welt. Der Aufbau von Phönix sei »schon allein aus Sicherheitsgründen« nötig gewesen, weil die ukrainische Artillerie auffällig häufig in Gegenden gezielt habe, wo bestimmte Handybesitzer geortet werden konnten. Der 30jährige ehemalige Antimaidan-Aktivist hatte zunächst in Russland für Strabag, eines der größten Bauunternehmen Europas, später als Mitglied der aufständischen Milizen in Slowjansk ein verschlüsseltes Kommunikationssystem entwickelt.

    Viele DNR-Bewohner wollen auch aus politischen Gründen nicht mehr über die ukrainischen Netze telefonieren. »Eine Zumutung«, sagt ein junger Mann und zeigt eine SMS, die er, wie auch alle anderen Kunden, von einem ukrainischen Mobilfunkprovider am 24. August zum Unabhängigkeitstag erhalten hat. »Slava Ukraini!« und Beschwörungen der »nationalen Einheit« sind darin zu lesen − für Menschen, die mehr oder weniger regelmäßig von der ukrainischen Armee beschossen werden, eine zynische Provokation.
    […]

    https://www.jungewelt.de/2015/09-19/034.php

    Ich denke, daß man auch Abhöraktionen des SBU im Sinn hatte.

    Einblicke gewährt dieses Interview:

    Sinneswandel in der Ukraine – Von den Regierungstruppen zum Widerstand

    RT Deutsch

    Veröffentlicht am 19.09.2015
    Der Ukrainer Igor Kowaljow ist gebürtiger Donezker und kämpfte über ein Jahr auf Seiten der Kiewer Regierung. Dann kehrte er in seine Heimatstadt zurück und schloss sich dem Widerstand der Donezker Volksrepublik an. Gegenüber RT Deutsch erklärt Kowaljow, was ihn zu diesem Schritt bewegt hat.

    https://www.youtube.com/watch?v=QgSlT7hE4u0

    Sachartschenko ist zu Scherzen aufgelegt (Video) – zugleich könnte man darauf kommen, daß Poroschenko die Sanktionsliste blind unterschrieben hat [VRD – Volksrepublik Donezk]:

    Sachartschenko: Poroschenko hat mich als Oberhaupt der VRD anerkannt

    Дата публикации: 22 Сентябрь 2015, 00:07

    Alexander Wladimirowitsch, wie bewerten Sie die Tatsache, ass die ukrainische Regierung sie in die Sanktionliste eingetragen hat?

    Wichtig ist, wie sie das gemacht haben! Sie werden es nicht glauben: Dort steht: der Oberhaupt der VRD. Petro Poroschenko hat mich nämlich in die Sanktionliste als der Oberhaupt der VRD eingetragen, damit hat er mich als der Oberhaupt anerkannt. Petr Alexeewitsch, danke!

    http://news-front.info/2015/09/22/sachartschneko-poroschenko-hat-mich-als-oberhaupt-der-vrd-anerkannt/

    Den nachfolgenden Reisebericht kann ich nicht unbedingt empfehlen – zu viel Politik, zu wenig Reise:

    gertewenungar

    Die Krim – Ein Reisebericht

    Meine Faszination für Russland ergibt sich unter anderem aus dem eklatanten Auseinanderfallen zwischen dem Russland, das ich vor Ort erlebe und der Darstellung Russlands in den deutschen Medien. Es tut sich hier für mich fast eine ethische Verpflichtung auf, das Land zu bereisen und darüber zu berichten, mehr aber noch, auch andere zum Besuch Russlands zu animieren, damit sie sich selbst ein Bild machen, und sich davon überzeugen können, wie verquer die hiesigen Medien in ihrer Berichterstattung sind.
    […]

    Die Krim – Ein Reisebericht

    Was sich dann wirklich lohnte, war der in diesem Artikel enthaltene Link zu Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes. Von Reisen auf die Krim und in den Donbass wurde natürlich dringend abgeraten. Erhellend, was den Zustand im übrigen Land angeht, sind aber die sonstigen Hinweise; da wird das AA ganz undiplomatisch deutlich:

    Ukraine: Reise- und Sicherheitshinweise (Teilreisewarnung)
    Stand 21.09.2015
    (Unverändert gültig seit: 07.09.2015)
    […]
    In Kiew ist es nach den Unruhen im Februar 2014 zu einem Ende der Gewalt gekommen. Ein Wiederaufflammen von Unruhen in Kiew und anderen Städten infolge politischer Entwicklungen kann jedoch nicht völlig ausgeschlossen werden.

    Reisenden im gesamten Land wird dringend geraten, sich umsichtig zu verhalten, die Medienberichterstattung aufmerksam zu verfolgen und diese Reise- und Sicherheitshinweise genau zu beachten. Demonstrationen, Kundgebungsorte und Menschenansammlungen sollten unbedingt gemieden werden. Die Beteiligung an Kampfhandlungen der Separatisten stellt nach ukrainischem Recht eine Straftat dar.
    […]

    Allgemeine Reiseinformationen

    Reisen über Land

    Vermeiden Sie nächtliche Autofahrten über Land. Wegen schlechter Straßenverhältnisse, fehlender Straßenmarkierungen und häufig unvorhersehbarer Hindernisse auf der Fahrbahn besteht ein deutlich erhöhtes Unfallrisiko. Beachten Sie, dass die in der Ukraine geltenden Geschwindigkeitsbegrenzungen von denen in Deutschland abweichen. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt auf Überlandstraßen 110 km/h, auf Landstraßen 90 km/h und in der Innenstadt 60 km/h. Es gilt die 0,0-Promillegrenze.

    Kriminalität

    Die Mehrheit der Reisenden erlebt die Ukraine als sicheres Reiseland. Seit einiger Zeit gibt es jedoch vermehrt Fälle von Übergriffen gegenüber Ausländern insbesondere mit nicht-europäischem Aussehen. Ein fremdenfeindlicher Hintergrund ist nicht auszuschließen. Insgesamt ist im Zuge der jüngsten Entwicklungen ein gewisses Ansteigen der Gewaltkriminalität, insbesondere an schlecht einsehbaren und unübersichtlichen Orten, wie etwa Metrostationen, festgestellt worden. Zwar stellen solche Vorkommnisse die Ausnahme dar; es wird dennoch allen Reisenden empfohlen, Umsicht walten zu lassen.

    Außerdem wird empfohlen, bei Flugreisen in und aus der Ukraine Wertgegenstände und Dokumente ausschließlich im Handgepäck zu verstauen und die Koffer abzuschließen. Zusätzlich wird dringend empfohlen, bei Sicherheitskontrollen an den Eingängen zu Flughäfen das Handgepäck bei Durchsuchungen im Auge zu behalten und nach Rückgabe den Inhalt noch an Ort und Stelle auf Vollständigkeit zu überprüfen.
    Bei einem eventuell notwendig werdenden Reifenwechsel verschließen Sie sicherheitshalber bitte die Fahrzeugtüren, um der Gefahr eines Diebstahls vorzubeugen. Zu Ihrer eigenen Sicherheit sollten Sie bei vermeintlichen Pannen anderer Verkehrsteilnehmer am Straßenrand – insbesondere auf einsamen Landstraßen – nicht anhalten.

    In der Ukraine ist es üblich, private PKWs anzuhalten und sich gegen Entgelt transportieren zu lassen. Aus Sicherheitsgründen wird hiervon abgeraten.

    Trickdiebe sind häufig anzutreffen. Lassen Sie sich nicht auf Diskussionen über angeblich gefundene Geldbeträge ein und vermeiden Sie, Geldbeutel oder ähnliche, scheinbar verlorene Gegenstände aufzuheben oder Ihren Geldbeutel vorzuzeigen.
    Grundsätzlich empfiehlt es sich, Kreditkarten, Bankkarten, Bargeld und Ausweispapiere an mehreren Stellen direkt am Körper zu verwahren.

    Sicherheitsbehörden

    Die in der Ukraine geltenden Gesetze sind einzuhalten. Reisende berichten gelegentlich davon, von Polizei-, Grenzschutz- und Zollbeamten oder anderen Staatsbediensteten zur Zahlung von Gebühren oder Bußgeldern aufgefordert worden zu sein, deren Rechtsgrundlage nicht erkennbar ist. Das Auswärtige Amt empfiehlt, bei Missbrauchsverdacht auf der Ausstellung einer Quittung für geleistete Zahlungen und der Darlegung der Rechtsgrundlage zu bestehen sowie einen vorgesetzten Mitarbeiter hinzuziehen. Bestehen Sie im Notfall darauf, zur nächstgelegenen Polizeidienststelle zu fahren, um dort ein formelles Protokoll aufzunehmen. Ferner wird empfohlen, in jedem Fall den Namen und die Dienstnummer des Beamten zu notieren, damit eine spätere Identifizierung möglich ist.

    Geld/ Kreditkarten

    An Geldautomaten überall im Land sind mit EC- und Kreditkarte Geldbeträge von bis zu 4.000 UAH pro Abhebung erhältlich. Bitte achten Sie auf eventuelle Spuren von Manipulation an Automaten und lassen Sie Ihre Geldkarte sofort sperren, falls diese von einem Automaten eingezogen werden sollte. Gelegentlich versuchen Betrüger, durch Montage eines Aufsatzes auf den Kartenschlitz oder die Tastatur die Kontodaten abzufangen. Beim Einsatz von Kreditkarten zu Zahlungszwecken sollten Sie Ihre Kreditkarte nicht aus den Augen lassen, um zu vermeiden, dass Kopien angefertigt werden. Setzen Sie Ihre Karte nur bei vertrauenswürdigen Empfängern ein.
    Hinweise für Behinderte

    In der Ukraine gibt es im Allgemeinen keine behindertengerechte Infrastruktur. Dies gilt auch für öffentliche Einrichtungen. Der teilweise schlechte Zustand von Straßen und Gehwegen auch in Kiew kann insbesondere für Rollstuhlfahrer erhebliche Schwierigkeiten bei der Fortbewegung verursachen und die persönliche Mobilität deutlich einschränken.

    Sonstiges
    Haben Sie immer eine Kopie Ihres Passes und Ihrer Karten im Gepäck, falls die Originale verloren gehen sollten.
    […]

    http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Laenderinformationen/00-SiHi/UkraineSicherheit.html

    Nicht sehr einladend.

    • Ich habe nicht vor demnächst in die Ukraine zu reisen.

      Aus oben genannten Gründen und weil ich Nazis nicht ausstehen kann.

      „Es sind Tausende schwer bewaffnete Kämpfer und noch mehr Sympathisanten; sie galten vielen Ukrainern als anti-russische Patrioten, sind aber auch in Kriegsverbrechen und organisierte Kriminalität verstrickt: Die Bataillone des „Rechten Sektors“ haben sich in der Ukraine längst zum düsteren Erbe der Maidan-Revolution vom Winter 2013/2014 entwickelt. Im Zuge des Umsturzes hatten sich rechte Gruppen zusammengeschlossen und gewaltsam den Sturz der alten, prorussischen Regierung unterstützt.“

      http://www.fr-online.de/ukraine/ukraine-kiew-versagt-gegen-rechtsradikale,26429068,31871030.html

      • Wobei wir natürlich wissen, dass die Nazis den Umsturz nicht „unterstützten“, sondern durchführten, aber Schritt für Schritt kommt man der Wahrheit näher.

    • http://fortruss.blogspot.de/2015/09/poroshenko-blockade-of-crimea-will.html

      „Petro Poroshenko commented on the actions of the activists who blocked the roads near the Ukrainian border crossings and are not letting the trucks into Crimea. He believes that the blockade will change the attitude of the inhabitants of the peninsula towards Ukraine and they will come back „under the wing“ of Kiev.“

      In der Ukraine scheint eine ganz besondere Richtung der Psychologie vorzuherrschen: die rabenschwarze.

      Bringe Leute in der Ostukraine um, und ihre Verwandten werden dir dankbar sein, zahle ihre Renten nicht mehr, zerstöre ihre Häuser, ihre Strom- und Wasserversorgung, hungere sie aus, bezeichne sie als Untermenschen – und sie werden sich danach zurücksehnen, zu dir zu gehören.
      Und weil das bisher so gut geklappt hat, versuchen wir es auf der Krim gleich noch mal.

      „According to the Ukrainian leader, the purpose of this action is what he said in an interview with Ukrainian TV channels on Sunday, September 20: Ukraine will do everything for the quick resumption of state sovereignty over Crimea…….. which was captured by soldiers of the Russian Federation in 2014.“

      • Hierzu ein Video und ein Text der russischen Botschaft in Wien, der zu der irren Politik Kiews auch nichts mehr einfällt:

        Russische Botschaft Wien / Посольство России в Австрии hier: russisch-ukrainische Krim-Grenze
        12 Std. · Bearbeitet ·

        ‪#‎Krim‬. Lebensmittelblockade durch Rechtsextremisten begonnen.
        Hungerstrafe für «ungehorsame» Halbinselbevölkerung. Erhebliche Verluste für ukrainische Landwirte. Fassungsloses Staunen. Was kommt als Nächstes?

        Die in der ‪#‎Ukraine‬ vor einem Monat angedrohte Lebensmittelblockade der Krim hat begonnen. Am Sonntag, den 20. September, haben Mitglieder der ukrainischen rechtsextremistischen Organisation ‪#‎RechterSektor‬ Autostraßen an der Krim-Grenze mit Betonblöcken abge…sperrt und lassen jetzt keine Lebensmitteltransporte auf die Halbinsel durch.

        Hunderte Lastwagen sind gestoppt. Ukrainische Landwirte berichten bereits über erhebliche Geschäftsverluste. Obst und Gemüse, das traditionell auf der Krim verkauft wurden, verrotten an der Grenze zu Russland. Die Sperraktion wird vor allem für die Bürger der Ukraine, insbesondere die Bewohner der Gebiete ‪#‎Cherson‬ und ‪#‎Nikolajew‬, nachteilig.

        Die russische Teilrepublik Krim war auf ein solches Szenario völlig gefasst. Anders als vor einem Jahr ist die Halbinsel nicht mehr an die ukrainischen Lieferungen angewiesen.

        Die Idee dieser «Hungerstrafe-Aktion» gehört den Abgeordneten
        des ukrainischen Parlaments Refat Tschabarow und Mustafa Dschemilew,
        beide Anführer der in ‪#‎Kiew‬ ansässigen Organisation «Medschlis der Krimtataren». Der Leiter des Krimtatarenverbandes auf der Krim, Remsi Iljassow, bezeichnete den Vorstoß der Kiewer Abgeordneten als «Höchstmaß an Zynismus» und als Versuch, einen (ethnischen) Konflikt zu provozieren. Er warf Dschemilew und Tschubarow vor, aus «politischer Gewinnsucht» dem krimtatarischen Volk schaden zu wollen. «Das Gefährlichste daran ist, dass die beiden im Namen aller Krimtataren sprechen, ohne die echten Krimtataren auf der Halbinsel gefragt zu haben, was sie wirklich wollen».

        Vor ca einer Woche hat die rechtsextremistische Organisation #RechterSektor ihre Bereitschaft bekundet, sich der Lebensmittelblockade der Krimbevölkerung anzuschließen. Muskelkraft wird bereits geliefert.

        Nur fassungsloses Staunen…

        • Es sieht so aus, als ob die Kiewer Regierung zu schwach und Opfer von Extremisten unter den Krim-Tataren und der Freiwilligen-Bataillone sowie des Rechten Sektors geworden ist. Weshalb diese Aktion jetzt „schöngeredet“ wird:

          Keine Lebensmittel für die Krim

          Die Krimtataren blockieren Lieferungen auf die Halbinsel. Sie wollen so die Kosten der Annexion für Russland erhöhen. Die Blockade könnte in Kiew zum Politikum werden.
          Von Marco Zschieck, Kalantschak
          23. September 2015, 10:01 Uhr
          […]
          An der Blockade beteiligen sich auch Mitglieder des rechtsextremistischen Rechten Sektors und des Freiwilligenbataillon Donbass.

          Blockade ist nach ukrainischem Recht illegal

          In Tschongar präsent ist auch der Chef der krimtatarischen Selbstverwaltung Refat Tschubarow. Wegen angeblich extremistischer Aktivitäten verweigern ihm die russsischen Behörden seit mehr als einem Jahr die Rückkehr auf die Krim – er ist ein Gegner der russischen Besatzung, wie die meisten Krimtataren. Es sei nicht zu verstehen, dass die Ukraine mit Lebensmittellieferungen die Besatzung der Krim erleichtere, so der 58-Jährige. Der ukrainische Staat hätte die Lieferungen von sich aus untersagen sollen. Das sei eine Forderung seiner Organisation seit der Annexion im März 2014. Nun habe man sich entschieden, selbst aktiv zu werden.

          Statt wie anfangs in Tschongar stauen sich die Lastwagen nun an den anderen beiden Checkpoints. Doch auch dort ist kein Durchkommen. Dabei ist die Aktion nach ukrainischem Recht illegal. Formal sind Lieferungen auf die besetzte Krim nämlich erlaubt. Und die ukrainischen Behörden kassieren auch weiterhin von den Truckern die Gebühren für die Ausfuhrpapiere, obwohl sie wissen, dass die Lieferungen nicht ankommen. Die Ukraine, die die Annexion nicht anerkennt, hatte ihrerseits im September 2014 eine „freie Wirtschaftszone“ auf der Krim ausgerufen, damit ukrainische Unternehmen bei Exporten keine Steuern zahlen müssen und somit dort besser mit russischen Firmen konkurrieren können. Tatsächlich waren ukrainische Lebensmittel auch wegen der kürzeren Transportwege preiswerter.
          […]

          http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-09/krim-blockade-ukraine-russland

          Sementschenko, Donbass-Kommandeur und Abgeordneter der Partei „Selbsthilfe“, die (noch) in der Regierungskoalition ist, war auch schon da. Die ukrainischen Bauern rund um die Krim werden sich bedanken, daß man ihnen das Geschäft so vermiest.
          Es geht drunter und drüber in der Ukraine.

    • @Gabriele
      Zitat:
      „Den nachfolgenden Reisebericht kann ich nicht unbedingt empfehlen – zu viel Politik, zu wenig Reise:“
      **************
      Leider kann ich dir hier nicht unbedingt folgen sondern würde eher dazu raten, diesen „Reisebericht“ mehrfach durchzulesen!

      Natürlich ist er politisiert – JEDER, der heutzutage bewußt auf die Krim reist, tut das auch genau wegen der westlichen Politik und der Diffamierungen der westlichen Presse gegenüber der RF und der Krim!
      Ich halte es für die natürlichste Reaktion eines Menschen, der diese Reise macht, dass er das, was die westlichen Medien geschrieben haben, im Hinterkopf hat und nun sucht ob es tatsächlich so ist oder nicht.
      Als ich im Juni in St. Petersburg war und bis 100 km Umkreis dort gereist bin, ging es mir genau so……Ich war ständig auf der „Suche“ nach den Informationen der Bidders, Neefs, Atais &Co….nur habe ich davon nullkommanix gefunden.
      Reiseberichte von der Krim werden sich z.Zt. sicher weniger um Kultur und Naturschönheiten drehen und man darf nicht vergessen, dass sie IMMER subjektiv sind.
      Und letztendlich sind die Aussagen des Autors nachprüfbar – wenn man selber eine solche Reise macht 🙂

    • Ähnliche Reisewarnungen gibt es für fast jedes Land. Hier der Eintrag zurSchweiz:

      Letzte Änderung:17.03.2015
      besondere Zollvorschriften und Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige
      Landesspezifische Sicherheitshinweise

      Reisenden wird insbesondere an Bahnhöfen, auf Flugplätzen und in öffentlichen Verkehrsmitteln empfohlen, die üblichen Vorsichtsmaßnahmen gegen Kleinkriminalität (vor allem Taschendieb-stähle) zu treffen und auch auf Sicherheitshinweise der lokalen Polizei zu achten.

      Weltweiter Sicherheitshinweis

      Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten:

      Externer Link, öffnet in neuem Fensterwww.auswaertiges-amt.de

      Allgemeine Reiseinformationen

      Bei Urlaubsreisen in die Schweiz erfolgt eine polizeiliche Anmeldung durch das Hotel oder die Pension, in der der Reisende unterkommt. Bei Einreise mit dem Pkw ist darauf zu achten, dass auch in der Schweiz eine Autobahnvignette erforderlich ist. Informationen hierzu findet man unter Externer Link, öffnet in neuem Fensterwww.autobahnen.ch.
      Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige

      Reisedokumente

      Die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:

      Reisepass: Ja

      Vorläufiger Reisepass: Ja

      Personalausweis: Ja

      Vorläufiger Personalausweis: Ja

      Kinderreisepass: Ja

      Noch gültiger Kinderausweis nach altem Muster (der Kinderausweis wird seit 1. Januar 2006 nicht mehr ausgestellt): Ja

      Anmerkungen:
      Alle Reisedokumente außer dem vorläufigen Personalausweis dürfen auch seit einem Jahr abgelaufen sein. Es kann jedoch vorkommen, dass die Rechtslage in Bezug auf die Nutzung abgelaufener Reisedokumente nicht überall bekannt ist. Daher wird empfohlen, gültige Reisedokumente mit sich zu führen.
      Die Schweiz ist Vertragspartei des Europäischen Übereinkommens über die Regelung des Personenverkehrs zwischen den Mitgliedsstaaten des Europarates vom 13.12.1957.

      Kindereinträge im Reisepass eines Elternteils sind seit dem 26.06.2012 nicht mehr gültig. Jedes Kind benötigt ein eigenes Ausweisdokument.
      […]
      Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder über diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreisebestimmungen erhalten Sie nur direkt bei der Botschaft oder einem der Generalkonsulate Ihres Ziellandes.
      […]
      Impfschutz

      In Teilen des Landes kommt es zu bestimmten Jahreszeiten zur Übertragung der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) durch Zeckenbisse. Rechtzeitig vor Einreise sollte deshalb mit einem Reise-/Tropenmediziner wegen einer möglichen Impfung Kontakt aufgenommen werden.

      Krankenversicherung

      Für Staatsangehörige der EU- und EFTA-Länder gilt die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC). Die EHIC regelt die Versorgung und Kostenrückerstattung beim Krankheitsfall für EU-und EFTA-Staatsbürger. Sie ersetzt nicht die Reiseversicherung, z.B. zum Rücktransport in das Heimatland. Ausgestellt wird die Karte von Ihrer gesetzlichen Krankenversicherung.

      Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden wichtigen Hinweis:

      Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

      Die Angaben sind:

      zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
      auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei längeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten;
      immer auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt / Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelmäßig zu empfehlen;
      trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer völlig aktuell sein.

      Haftungsausschluss

      Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verfügbaren und als vertrauenswürdig eingeschätzten Informationen des Auswärtigen Amts. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Gefahrenlagen sind oft unübersichtlich und können sich rasch ändern. Die Entscheidung über die Durchführung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgewählte Fragen. Gesetzliche Vorschriften können sich zudem jederzeit ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zuständigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.

      Das Auswärtige Amt rät dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit Rückholversicherung, abzuschließen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten für erforderlich werdende Hilfsmaßnahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.

      http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Laenderinformationen/00-SiHi/Nodes/SchweizSicherheit_node.html

      Huch!

      Hier ein anderer Reisebericht von der Krim, insbesondere was Behindertengängigkeit vor und nach der „Annexion“ betrifft, insofern also auch eher als politische Streitschrift einzuordnen:

      Impressions from #Crimea (1/3)

      • Die Reisetips des AA, was die Schweiz angeht, sind harmlos.

        Sie sollten mal die Ukraine-Reisetips, die ich nicht veröffentlicht habe, weiter studieren. Da stehen Sie mit einem Bein imKnast, wenn Sie Trachten erwerben, die vor 1950 gefertigt wurden, und Gegenstände, die in Antiquätengeschäften erworben wurden, darf man ebenfalls nicht ausführen. Rechtsunsicherheiten, wohin man auch schaut, und daher jede Menge Möglichkeiten für Behörden, gegen ein Bakschisch auf Beschlagnahme oder Strafverfolgung zu verzichten.

        Warum soll der Reisebericht eines Behinderten zur Krim politisch sein?

        Impressions from #Crimea (1/3)

        Das AA hat doch auch erklärt, daß die Ukraine für Behinderte, die auf den Rollstuhl angewiesen sind, ein nogo-Land ist. Das hat sich jetzt, nachdem die Krim russisch geworden ist, auf der Krim nun offenbar zum Positiven gewendet. Was sollte ich an diesem Bericht anzweifeln?

  3. Keine russischen Soldatenmütter in der Bildzeitung. Die Bildzeitung ist auch nicht mehr das US-Kampfblatt, das es einmal war. Putins Soldaten wehren sich: „Wir wollen nicht in Syrien sterben.“ ist die profane Überschrift des Artikels über russische Soldaten, die noch nicht in Syrien sind. Gut, dass für Frau von der Leyen die tapferen kurdischen Peschmergakämpfer in den Krieg ziehen. Ach, die Amis, die sind auch nicht da. Isis wird sich dann wegen der Feigheit russischer Soldaten noch weiter ausbreiten. So von der Brust durchs Auge kann wirklich nur die Bildzeitung. Julian Röpcke hat den Pullitzer-Preis verdient.

    • Und Julian Röpcke hat es sogar geschafft, auch noch die Ukraine in Fettdruck unterzubringen. Stramme Leistung.

      Putins Soldaten wehren sich | »Wir wollen nicht in Syrien sterben
      ++ 20 Soldaten meutern und werden bestraft ++ Russische Zeitung spricht von 1 700 Soldaten in Marinebasis in Tartus ++ Russische Luftwaffe über Syrien gesichtet ++

      22.09.2015 – 10:20 Uhr
      • Von Julian Röpcke

      Meuterei am Schwarzen Meer!

      Laut einem Bericht der russischen Zeitung „Gaseta,ru“ weigern sich 20 russische Soldaten verbissen gegen ihre geheime Entsendung nach Syrien. Sie und ihre Familien werden jetzt vom russischen Geheimdienst drangsaliert.

      Von Sibirien ans Schwarze Meer

      Die Soldaten aus dem östlichen Militärbezirk Russlands seien am 17. August aufgrund ihrer Kampferfahrung und hervorragenden Talente für eine Spezialmission ausgewählt worden. Es handele sich nicht um Wehrdienstleistende, sondern Vertragssoldaten, also professionelle Truppenmitglieder.

      Zehn Tage später, am 27. August, wurden sie mit dem Zug 5000 Kilometer nach Westen gefahren, in die Hafenstadt Noworossijsk am Schwarzen Meer. Dort sollten sie angeblich an einem Training teilnehmen. Insgeheim gingen die Männer aber davon aus, dass sie in den Osten der Ukraine entsendet werden würden. Das wäre in Ordnung für sie gewesen, sagen sie.

      […]

      http://www.bild.de/politik/ausland/syrien-krise/putins-soldaten-wollen-nicht-nach-syrien-42658348.bild.html

      Nach viel Geschrei über die „russischen Kampftruppen“ kommt dann weiter unten (natürlich nicht in Fettdruck) diese kleine Nachricht:

      Ein Sprecher des russischen Verteidigungsministerium widersprach den Zahlen nicht. In einer Erklärung hieß es nur lapidar, es gäbe keinen Zusammenhang zwischen den in der Modernisierung des Basis involvierten Truppen und „der in Vorbereitung befindlichen militärischen Intervention“ in Syrien.

      So what?

      Entgangen war mir bis heute ein Interview in der ZEIT vom 15.9. mit diesem Herrn:

      Joshua Landis
      ist Professor für Orientalistik und leitet das Nahost-Forschungszentrum an der Universität von Oklahoma. Landis gilt als einer der führenden Syrien-Experten der USA.

      Es sieht so aus, daß die ZEIT ihre Leser auf eine Phase realistischerer Einschätzungen vorbereitet:

      Syrien: „Europa muss sich die Hände schmutzig machen“

      Russland rüstet das Assad-Regime auf. Wie kann der Westen darauf antworten? Die EU muss in den Konflikt eingreifen, fordert Syrien-Experte Joshua Landis.
      Interview: Paul Middelhoff
      15. September 2015, 13:44 Uhr Quelle: ZEIT ONLINE
      […]
      Joshua Landis: Putin hat eine klare Botschaft für die Weltgemeinschaft: Er wird nicht zulassen, dass der Westen das Regime von Baschar al-Assad weiter schwächt. Präsident Assad hat im vergangenen Jahr harte Rückschläge hinnehmen müssen. Die Provinzhauptstädte Idlib und Palmyra hat er verloren, heute sind nur noch 25 Prozent des syrischen Staatsgebiets unter seiner Kontrolle. Deshalb gerät nun auch Russland unter Druck. Putin will vermeiden, dass seine Position in Syrien bröckelt, wenn sein Verbündeter Assad fällt.

      Russland nutzt die außenpolitische Kopflosigkeit des Westens aus. Einerseits wollen Europa und die USA die Terrormiliz IS zerstören, andererseits wollen sie Assad loswerden. Mit den Truppenverlegungen in Syrien macht Putin klar: Beides geht nicht. Noch heute sind 65 Prozent der syrischen Bevölkerung auf Assad angewiesen – er sorgt für Wasser, Elektrizität und sogar für ein Mindestmaß an Sicherheit. Wer die Flüchtlingsbewegung nach Europa stoppen will, kann Assad nicht zerstören.
      […]
      Für den Westen ist Assad jedoch nur ein Diktator, der Menschenrechte ignoriert und die Demokratie untergräbt. Weil Europa und die USA an diesen Prinzipien festhalten, haben sie sich entschieden, Syrien den Rücken zuzukehren. Doch entziehen sie damit der letzten zentralen Gewalt in Syrien die Unterstützung. Derzeit gibt es dort drei Autoritäten: den IS, die Rebellen-Gruppe Dschaisch al-Fatah und Assad selbst. Der Westen will im Namen von Demokratie und Menschenrechten alle drei zerstören. Doch was bleibt dann noch?

      ZEIT ONLINE: Das hört sich an, als unterstützten Sie das russische Vorgehen in Syrien.

      Landis: Ich halte die Politik der Russen nicht für richtig. Doch machen sie sich durch ihr Vorgehen ziemlich unangreifbar: Die Vereinigten Staaten können die Russen nicht dafür attackieren, dass sie den IS bekämpfen, indem sie Assad unterstützen. Stellen wir uns vor, dass Russland dem Regime dabei hilft, Palmyra vom IS zu befreien. Werden die USA Russland daran hindern, sodass der IS die Gebiete behalten kann? Sicher nicht. Putin lockt die USA in eine Zwickmühle.
      […]
      Sein Vorgehen macht deutlich, wie hilflos die USA sind. Das amerikanische Militär hat zugelassen, dass Palmyra an den IS fällt. Erst kürzlich habe ich von US-Regierungsvertretern gehört, dass sie schlicht nicht genug Drohnen in der Luft gehabt hätten, um die IS-Kämpfer kommen zu sehen. Dieser Erklärung habe ich am ersten Tag der Belagerung Palmyras noch geglaubt. Doch hat der IS drei Tage gebraucht, um den Regierungstruppen die Stadt abzunehmen. Die Amerikaner haben sich aus dem Konflikt einfach herausgehalten, weil sie in einem Dilemma stecken: Für sie ist Assad der Feind, sie können ihn nicht unterstützen. Deshalb hat das US-Militär die IS-Kämpfer gewähren lassen, ohne sie zu bombardieren oder ihre Nachschub-Routen anzugreifen.
      […]
      Vielleicht will Putin genau diesen Konflikt provozieren: Er stützt seinen Mann, den Alawiten Assad auch angesichts westlichen Protests. Dieses Vorgehen zwingt die Europäer zu Verhandlungen – schlussendlich mit dem Eingeständnis, dass sie das Überleben des Assad-Regimes akzeptieren müssen. Auch sollten die Europäer Druck auf Saudi-Arabien und die Türkei ausüben, damit die beiden Staaten aufhören, die Rebellen in Syrien mit Waffen zu versorgen. Alle Beteiligten müssen zu einer Feuerpause gezwungen werden – zusammen mit dem Assad-Regime. Russland will Europa dieses Bekenntnis aufzwingen. Und Putin will Teil des Deals sein.

      ZEIT ONLINE: Aber kann Europa wirklich mit einem Diktator verhandeln, der Giftgas und Fassbomben gegen sein eigenes Volk einsetzt?

      Landis: Natürlich kann es das. Was soll denn passieren? Wirft Gott einen Blitz auf die Erde, wenn die Europäer verhandeln?

      ZEIT ONLINE: Warum wären Verhandlungen mit Assad im Interesse Europas?

      Landis: Natürlich ist Assad ein furchtbarer Krimineller, er sollte dem Internationalen Gerichtshof überstellt werden. Doch Europa muss sich entscheiden, ob es die Flüchtlingsbewegungen stoppen will. Wenn es einfach so weitermacht wie bisher, werden Damaskus, Homs und Hama an die Rebellen fallen. Weitere Hunderttausende Flüchtlinge werden dann das Land verlassen.
      […]

      http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-09/syrien-russland-truppen-baschar-al-assad-eu-joshua-landis/komplettansicht

      • Was mir seit längerem schon sehr negativ auffällt, sind die stereotypen, pflichtgemäßen Distanzierungen von Russland(„Putin“) oder anderen (wie hier im Artikel Assad), die ich den jeweiligen Autoren nicht abnehme. Es ist charakterliche Schwäche, weil eine symmetrische Distanzierung von den USA und ihren willigen Kombattanten eben genauso regelmäßig fehlt.

        Was sollen in diesem ZEIT-Artikel Aussagen wie:

        „Ich halte die Politik der Russen nicht für richtig.“ ? (Der Autor bringt doch nicht ein einziges Argument für dieses pflichtschuldige Bekenntnis.)

        „Natürlich ist Assad ein furchtbarer Krimineller, er sollte dem Internationalen Gerichtshof überstellt werden.“ ? (Gibt es ähnliche Forderungen bzgl. des saudischen Königshauses, oder des Qatar’schen oder den Anstiftern des zweiten Irakkrieges?)

        Es ist traurig, dass das Äußern realistischer (und damit von der opinio communis abweichender) Einschätzungen offenbar nicht mehr ohne geheucheltes Bekenntnis zu den Grundfesten dieses Mainstreams möglich ist.

  4. http://fair.org/home/down-the-memory-hole-nyt-erases-cias-efforts-to-overthrow-syrias-government/

    Hier wird gerade wieder Geschichte umgeschrieben:

    “ Based on multiple reports over the past three-and-a-half years, we know that the Central Intelligence Agency set up a secret program of arming, funding and training anti-Assad forces. This has been reported by major outlets, including the New York Times, The Guardian, Der Spiegel and, most recently, the Washington Post, which—partly thanks to the Snowden revelations—detailed a program that trained approximately 10,000 rebel fighters at a cost of $1 billion a year, or roughly 1/15th of the CIA’s official annual budget.

    In addition to the CIA’s efforts, there is a much more scrutinized and far more publicized program by the Department of Defense to train “moderate rebels,” of which only a few dozen actually saw battle. The Pentagon program, which began earlier this year and is charged with fighting ISIS (rather than Syrian government forces), is separate from the covert CIA operation. It has, by all accounts, been an abysmal failure.“
    …..
    “ As the US’s strategy in Syria is publicly debated, the CIA’s years-long program has vanished from many popular accounts, giving the average reader the impression the US has sat idly by while foreign actors, Iranian and Russian, have interfered in the internal matters of Syria. While the White House, Congress and the Pentagon can’t legally acknowledge the CIA training program, because it’s still technically classified, there’s little reason why our media need to entertain a similar charade.“

    • In der Tat! Auch ich schätze sehr die täglichen Alerts von Fair, die einen regelmäßig auf evtl. übersehene Medien-Sauereien aufmerksam machen! Alles lesen kann man ja nun mal nicht. Aber die Pappenheimer unter den MSM sind ja längst bekannt, wenngleich leider noch immer nicht Allen.

      • Da ja Samantha Power nicht müde wird, unentwegt Assad’s „gassing and barrelbombing his people“ als legitimen Grund zu dessen Sturz anzuführen, war besonders aktuell auch unlängst der Fair Hinweis auf einen NYT Artikel, der behauptete, die USA würden sich ja an das Verbot dieser Waffen halten. Was natürlich NICHT stimmt, da sie Yemen mit an Saudis gelieferte Fassbomben überziehen, made in MA.

      • Und hier geht es auch ganz schön durcheinander: die USA bombardieren al Nusra?

        21.09.2015 | 18:20 Uhr
        USA schicken Rebellen in die Schlacht
        Zweiter Versuch, zweite Blamage?

        Gemäßigte Rebellen sollen mit amerikanischer Ausbildung und Waffenhilfe gegen den IS kämpfen, so ist der Plan Washingtons. Ein erster Versuch ging gründlich schief, nun soll alles besser werden.
        […]
        Die „Falken der Berge“ sollen wieder helfen

        Fehler sind typisch für die Strategie der Großmacht in Syrien. Es wurden zu viele gemacht. Seit Ausbruch des Bürgerkriegs suchen die Amerikaner nach Allianzen vor Ort, weil das kriegsmüde Washington selbst keine Soldaten entsenden mag. Das US-Verteidigungsministerium lieferte Waffen an vermeintliche Freunde in Syrien, die wenig später bei al-Qaida-nahen Gruppen landeten.

        Der Auslandsgeheimdienst CIA schätzte die Stärke und Entschlossenheit der IS-Terrormiliz völlig falsch ein und wurde so von deren Offensive auf Mossul überrascht. Auch die Einnahme der irakischen Stadt Ramadi sahen die Amerikaner offenbar nicht voraus. Der IS hatte die Stadt unter seine Kontrolle bringen können, weil er über Panzerabwehrraketen verfügte – die der irakischen Armee fehlten.

        Mit dem neuen Kontingent von 75 Rebellenkämpfern sollen alte Fehler vermieden werden. Zum einen wird die Gruppe Gebiete meiden, die unter der Alleinkontrolle der Nusra-Front stehen. Der syrische Al-Qaida-Ableger will niemanden dulden, der eine ausländische Agenda vertritt. Das mag die ideologische Erklärung sein. Aber die Nusra-Front fühlt sich auch bedroht. Denn die Hauptaufgabe der von den USA trainierten Einheiten ist nicht der Kampfeinsatz an der Front, sondern das Ausspionieren von Bombenzielen. Und die Nusra-Front war schon mehrere Male von US-Kampfjets bombardiert worden.

        Die USA haben zudem neue Verbündete für die 75 Mann gefunden: Sukur al-Jebel. Die „Falken der Berge“ waren der Divison 30 bereits im Juli und August zu Hilfe gekommen, als die IS-Terrormiliz angegriffen hatte. Und dann gibt es noch Luftunterstützung. Überwachungsdrohnen und Kampfflugzeuge können jede anrückende Gefahr melden und ausschalten.

        http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Politik/d/7336146/zweiter-versuch–zweite-blamage-.html

        • Können sie, ja. Und zwar russische Drohnen, wurde sicher nur ‚vergessen‘ zu erwähnen. 😉

        • „Überwachungsdrohnen und Kampfflugzeuge können jede anrückende Gefahr melden und ausschalten. “

          Ach ja?

          “ Erst kürzlich habe ich von US-Regierungsvertretern gehört, dass sie schlicht nicht genug Drohnen in der Luft gehabt hätten, um die IS-Kämpfer kommen zu sehen. Dieser Erklärung habe ich am ersten Tag der Belagerung Palmyras noch geglaubt. Doch hat der IS drei Tage gebraucht, um den Regierungstruppen die Stadt abzunehmen. Die Amerikaner haben sich aus dem Konflikt einfach herausgehalten, weil sie in einem Dilemma stecken: Für sie ist Assad der Feind, sie können ihn nicht unterstützen. Deshalb hat das US-Militär die IS-Kämpfer gewähren lassen, ohne sie zu bombardieren oder ihre Nachschub-Routen anzugreifen.“

          (Zitat aus dem Landis.Interview.)

          Nun wissen wir endlich, wem wir die Zerstörung des Weltkulturerbes wirklich zu verdanken haben. Aber wessen Gedächtnis noch funktioniert, der erinnert sich vielleicht an die Hubschrauberlandeplätze und Panzerbewegungen auf den (von Saddam restaurierten) Ruinen der Welterbestätten im Irak.
          Was schert uns westliche Herrenmenschen die Wiege der Menschheit, wenn es um unsere wahren westlichen Werte geht.

  5. Da Frau Wolff erneut dazu überging, politische Beiträge von mir wegzuzensieren, beschränke ich mich aufs vorgebliche Thema des Blogeintrages:

    Eine längliche und unerträglich formulierte Doku eines holländischen Bloggers zur Rechtfertigung des geschaßten George Maat beweist immerhin abschließend, der Forensiker wurde nicht der offiziell erhobenen Vorwürfe wegen aus dem National Forensic Investigation Team geworfen, sondern als ein „Sicherheitsrisiko“.
    http://www.geenstijl.nl/mt/archieven/2015/09/ard_van_der_steur_nu_zelf_overleden.html

    • https://translate.google.de/translate?sl=nl&tl=en&js=y&prev=_t&hl=de&ie=UTF-8&u=http%3A%2F%2Fpolitiek.tpo.nl%2F2015%2F09%2F21%2Feerherstel-ard-van-der-steur-spreekt-woensdag-met-mh17-onderzoeker-george-maat%2F&edit-text=&act=url

      “ 21-09-2015, 18:31 Tags: Ard van der Steur, george size, mh17

      Minister of Security and Justice Ard van der Steur (VVD) has a Wednesday interview with George Maat. He writes Monday to parliament. The pathologist touched earlier this year discredited because he showed pictures of the identification of MH17 victims during a lecture that was freely accessible. Van der Steur pulled hard off when the news then came out. The minister called the action of Maat as „extremely inappropriate and distasteful.“ The minister now seems somewhat return to those words:

      „It does not mean that I repeat that Professor Maat has an excellent record in the field of forensic anthropology. In the past fifteen years he has been with his exceptional expertise of great value in identifying complex investigations by the LTFO. On September 23 I’m coming with Mr Maat to the table. In some cases, large-scale and complex identifications is not excluded that an appeal will again be on the expertise of Professor Maat. We hope that he is willing to contribute. This I will also bring him into our conversation. “ “

      Nanu?

      • Natürlich ist er aus einer Überreaktion heraus gefeuert worden.
        Nachdem sich nun herausgestellt hat, daß seine Vorlesung gegen keine universitären Vorschriften verstieß, und seine Identifizierungsarbeit unverzichtbar ist, wird Maat wohl wieder in den Expertenkreis aufgenommen. Zwei niederländische Opfer sind immer noch nicht identifiziert, und es sollen immer noch, so auch bei der letzten Absuche im Juni, menschliche Überreste gefunden worden sein.

  6. http://journal-neo.org/2015/09/22/washington-has-now-lost-the-middle-east/

    So sieht Diplomatie aus, die nicht aus „bomb, bomb, bomb them“ besteht.

    „What is also going on as I suggested in an earlier article is a Russian diplomacy that is giving Saudi Arabia and the Arab OPEC members an alternative to their failed war strategy of financing any and every anti-Assad Jihadi terrorist. The new Saudi moarch and his advisers seem to have realized that the neo-conservative warhawks feeding ISIS and Al Qaeda’s Al-Nusra Front and the Muslim Brothers in the Middle East next have their sights aimed at toppling the Saudi and other Gulf monarchies. By brokering or mediating an informal end to the recent Sunni-Shi’ite war that Washington fostered, Russia has removed a major proxy prop that has kept those wars running.

    That leaves only Erdogan’s Turkey as the main patron of ISIS. This is a qualitatively new situation since the war began some 4 years ago, and an ideal time for the Russian combined increased support for the Syrian National Army and the legitimate government of Assad and to make a major new international diplomatic offensive to end the fighting.

    This is what is perhaps most upsetting the war planners in Washington. They realize they are on the verge of losing or most likely already have lost any remaining shred of power or influence over the countries of the entire Middle East including over Iran, the centerpiece of Obama Middle East policy at present. On September 21 Iran’s Deputy Foreign Minister for Arab and African Affairs Hossein Amir Abdollahian is in Moscow discussing the Middle East and Syria. Iran has been working very closely with Russia in recent weeks to build a strategy to end the Syrian ISIS threat.

    And Israel?

    Of course a major factor feeding destabilization of Islamic Middle East governments has been Israel’s Netanyahu government. Here Putin has again shown a skillful presence, as Netanyahu distances Israel from Washington over Iran and other issues.

    According to the news site, DEBKA.file, said to be a conduit for Israeli military and Mossad intelligence, at the end of August Russia’s Putin proposed to Israel for Moscow to undertake responsibility for guarding Israel’s Mediterranean gas fields, along with the offer of a Russian investment of $7-10 billion for developing Leviathan, the largest well, and building a pipeline to Turkey for exporting the gas to Europe.”A multibillion Russian investment in the field would make it a Russian project which neither Syria nor Hizballah would dare attack, even though it belongs to Israel,” they noted.

    The report claims the offer was “made to Prime Minister Binyamin Netanyahu in confidential phone conversations and through quiet envoys.” DEBKA.file goes on to say the revelations of recent stepped-up military aid to Syria and Russian cooperation with Iranian forces in Syria have entirely changed the Israeli strategy calculus: “The Israel Defense Forces must therefore revamp its posture on the Syrian front, and reassess its sponsorship of the select rebel groups which are holding the line in southern Syria against hostile Iranian or Hizballah cross-border attacks on northern Israel. The changing attitude was suggested in views heard in the last couple of days from top Israeli security officials, who now say that leaving Assad in office might be the better option, after all.”
    …..
    „If DEBKA.file’s report is accurate, the latest Russian Middle East peace strategy of diplomacy through strength has just dealt a devastating defeat to Washington’s strategy of wars everywhere.

    If Russia is able now to forge a genuine, honest coalition of nations to isolate and destroy Washington-created Frankenstein monster called ISIS or IS, and to allow Syrians to settle their problems with the duly-elected President, Bashar al-Assad in free elections without the US-financed NGOs of George Soros or the National Endowment for Democracy, the world will take a giant step away from war.“

    • Und ergänzend dazu für die Geschichtsbücher der US-Amerikaner (und Europäer) das hier:

      http://www.informationclearinghouse.info/article42915.htm

      “ A frequent theme nowadays is “Why do they hate us?” meaning why does so much of the world detest the United States. The reasons given are usually absurd: They hate our freedom or democracy. They hate us for our cultural superiority. They hate us because we are wonderful.

      No. Actually the reason is simple if unpalatable. They hate us because we meddle, and have meddled. They hate us because we are the most murderous nation on the planet. They hate our insufferable smugness.“
      …..
      „Wounds to national pride gall people, and endure. Exactly why, I don’t know, but it happens. Consider China. How many have heard of the Opium Wars of 1839 and 1856? Or understand that the United States and the European powers simply occupied such parts of China as they chose, forced opium sales on China, imposed extraterritoriality, and bloodily suppressed the Boxers? How many people have even heard of the Boxers?

      Over a billion Chinese.“
      …..
      „Countries usually see their own virtues and the warts of others. Americans, perhaps because they do not much travel, carry this to an extreme and regard their country as superior to all others. The attitude is highly annoying. Consider the US from the point of view of others:

      America is both a rogue state and a bully, constantly attacking countries hopelessly inferior in military strength — Cambodia, Vietnam, Laos, Panama, Cuba, Iraq, Somalia, Afghanistan, etc. Civil rights? The US has more people in prison than any other country. Many of our cities are festering slums. The world saw the victims of Katrina. Morality? The country is rife with drugs, crime, sex. Culture? In education, American students are annually shown to be inferior to those of Thailand, Hungary, Singapore, and so on. America is tasteless and sordid. “
      …..
      „Further, we tend to see things through lenses of moralistic abstractions: Democracy is good, and freedom is good, and therefore if we bomb Iraq and kill many thousands of soldiers who are someone’s husbands, brothers, children, and fathers, the survivors will throw flowers and turn into Fifth Century Athens. It’s all right to destroy cities because we say we have good intentions.

      People detest condescension. Yet we lecture Russia and China condescendingly on human rights, and speak openly of committing “regime change” in various countries as if we had a divine right to determine their form of government. It smells of armed mommyism, which no one can stand.“
      …..
      „That’s why they hate us. We meddle.“

      Das ist natürlich mit der genau der (scheinbaren) Naivität geschrieben, die kritisiert wird. Gleichwohl gehörte es in jedes Klassenzimmer. (auch wenn es nicht mehr erklärt, als warum Snowden immer noch kein Russisch kann).

      • War er nie, ebenso wenig wie Stephen Cohen, Mearsheimer u.a., aber zum Glück schert es die wenig und ihre Stimmen verstummen nicht. „Steter Tropfen höhlt den Stein“ und wir alle müssen ebenfalls für Aufklärung sorgen, jeder nach seinen Kräften.

        • Nein, Frau Wolff, nicht die USA und ihre Administrationen sind schuld, sondern Sie und ich und wir alle. Lesen Sie den Artikel von Ulrich Ladurner in der Zeit: „Flüchtlinge, die uns an unsere Fehler erinnern.“

        • Fünf vor acht / Afghanistan : Flüchtlinge, die uns an unsere Fehler erinnern

          Eine Kolumne von Ulrich Ladurner

          Als sie noch Kinder waren, kam die deutsche Bundeswehr nach Afghanistan, um das Land zu stabilisieren. Heute kommen die Afghanen als junge Männer nach Deutschland.
          22. September 2015, 7:31 Uhr
          […]
          Vielmehr sollte man sich jetzt eine andere Frage stellen: Was haben diese Menschen mit unserem Handeln zu tun? Welche Erfahrungen haben sie mit uns gemacht, bevor sie zu uns kommen?

          Da wird es schon komplizierter. Da geht es an den Schmerzpunkt.

          Ob Afghanistan, Syrien, Irak, Libyen – in allen diesen Ländern haben die Menschen jüngst mit unser Politik Erfahrungen gemacht. Wie also mag diese Politik in den Augen dieser Menschen erscheinen? Eine wahrscheinliche Antwort: Sie ist naiv (Afghanistan), überheblich (Irak), dumm (Libyen), ahnungslos (Arabischer Frühling), kaltschnäuzig (Syrien). Es ist ein schmerzhafter Befund, den wir am liebsten vergessen möchten.

          Doch die Botschaft der Menschen, die aus diesen Ländern kommen, ist auch die: „Ihr werdet uns nicht los!“ Und mit ihnen auch nicht unsere Fehler.

          http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-09/afghanistan-fluechtlinge-deutschland-bundeswehr

          Damit meint er die westliche Politik, insbesondere die der USA. Er will es nur noch nicht klar aussprechen – das wäre für die ZEIT zu ungewöhnlich. 😉

      • Hervorhebung von mir:

        US meddling in the Ukraine has produced none of the results it was intended to produce:

        • It didn’t isolate Russia internationally
        • It didn’t destroy Russia’s economy
        • It didn’t pull Russia into a futile, unpopular, bloody conflict
        • It didn’t produce regime change within Russia

        Just the opposite:

        • It prompted Russia, China and several other countries to opt for closer economic and security ties
        • It motivated Russia to think seriously about import replacement, giving its domestic economy a big boost
        • It made the US and NATO part to a bloody conflict in Eastern Ukraine while Russia has steadfastly stood on the sidelines providing humanitarian aid
        • It caused Russia’s “nonsystemic opposition”—so called because it can never garner enough votes to win any election anywhere—which has been financed by American NGOs and transnational oligarchs like Soros, Khodorkovsky and others, to pretty much fade from the Russian political scene altogether, all the while complaining bitterly about the horrible Russian people who don’t understand them and the lack of imported French cheeses, not to mention the pâtés; please, don’t get them started on the pâtés—that would be simply too cruel.

        http://cluborlov.blogspot.de/2015/09/americas-latest-foreign-policy-fiascos.html#more

        Da sollte sich „Cluborlov“ aber mal den neuesten Bellingcat-Bericht ansehen, da steht es Schwarz auf Weiß:

        Bellingcat Investigation – Russia’s Path(s) to War
        September 21, 2015
        By Bellingcat

        Full report here.

        The extent of Russia’s role in the ongoing conflict in Eastern Ukraine has yet to be determined. Thus far, Russia denies any direct involvement in the war. However, most Western nations do not share Russia’s position and assume that Russia is directly or at least indirectly involved. This same ambiguity, which continues to affect the conflict in Eastern Ukraine to this day, also characterized the annexation of Crimea last year. At first, Russia denied any direct involvement in the military operations that blocked Ukraine’s armed forces and led to the seizure of key buildings and other locations on the peninsula. Later, however, Moscow acknowledged the active role played by Russian servicemen. (It should be noted that photographic and video evidence had already clearly depicted the involvement of Russia’s armed forces in March 2014.)

        The current state of the conflict in Eastern Ukraine is similar to the situation in Crimea in March 2014. Russia claims that its forces are not involved despite a plethora of evidence to the contrary. Reports have been published analyzing the presence of Russian equipment in Ukraine, documenting cross-border artillery attacks, and demonstrating the participation of active Russian servicemen in the conflict. This report examines one aspect of the Russian-Ukrainian war, namely, the alleged cross-border traffic of Russian forces into Eastern Ukraine.
        […]
        The key findings and results of this report include:

        • A description of approximately 30 of the visible border crossings and the close relationship – both in place and time – between all major border crossings and major battles in the border area of Eastern Ukraine.

        • New visual evidence documenting the border crossings, including military vehicles and equipment stationed along the border and large groups of military hardware traveling on paths clearly related to border crossings

        • An assessment establishing or strengthening (as the case may be) the links between the border crossings and Russia’s armed forces through the documentation of Russian bases via satellite imagery and/or photographs uploaded to social media by Russian soldiers

        The evidence presented below confirms that Russia’s armed forces participated in the war throughout the entire summer of 2014. Moreover, it is further shown that this participation by Russia decisively changed the course of the war.

        https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2015/09/21/bellingcat-investigation-russias-paths-to-war/

        Wer hätte das gedacht? 😉

    • Allerdings mit einem dicken *IF* versehen..und über DEBKA files hörte man auch schon sehr kontroverse Meinungen. Mal ganz davon abgesehen, dass die Leviathan gasfields ja eigentlich teilweise Gaza ‚gestohlen‘ wurden und meines Wissens der langjährige Streit mit u.a. Noble Energy (USA) über Rechte wohl auch noch nicht endgültig beschieden ist. Bin da aber nicht up-to-date.
      Und das Imperium wird wohl kaum kampflos aufgeben… oder gar Putin den Kuchen überlassen.

  7. Gerade gefunden..
    Der kalte Krieg geht weiter. Habe mich seit einigen Tagen schon über einige ungewöhnliche Flugbewegungen über dem Deutschen Lufraum gewundert.
    Pressemitteilung, 21.09.2015
    ZDF-Magazin „Frontal 21“: Stationierung neuer US-Atomwaffen in Deutschland beginnt /
    Russische Regierung beklagt Verletzung des Vertrages über die Nichtverbreitung von Kernwaffen.

    Klicke, um auf data.pdf zuzugreifen

    • Ich bringe dieses PDF von Frontal 21 im Wortlaut, weil viele Leser davon abgestoßen sind, wenn sie ein direktes Download in ihren Computer bekommen und dann mühselig im Verzeichnis nach diesem Teil suchen müssen. Ich denke, daß Frontal 21 nichts dagegen hat, wenn ich hier den kompletten Wortlaut veröffentliche – es geht um eine Sendung vom 22.9.2015:

      Pressemitteilung, 21.09.2015

      ZDF-Magazin „Frontal 21“: Stationierung neuer US-Atomwaffen in Deutschland beginnt / Russische Regierung beklagt Verletzung des Vertrages über die Nichtverbreitung von Kernwaffen

      Mainz (ots) – Auf dem Bundeswehr-Fliegerhorst Büchel in Rheinland-Pfalz beginnen in diesen Tagen die Vorbereitungen für die Stationierung neuer amerikanischer Atombomben.

      Das belegen US-Haushaltspläne, die dem ZDF-Magazin „Frontal 21“ vorliegen (Sendung am Dienstag, 22. September 2015, 21.00 Uhr). Danach stehen im Haushalt der US-Luftwaffe ab dem 3. Quartal 2015 Gelder für die Integration des neuen Atombombensystems B 61-12 auch in die deutschen Tornado-Jagdbomber bereit. Rüstungsexperten bestätigen, dass die neuen taktischen Nuklearwaffen vom Typ B 61-12 wesentlich zielgenauer sind als die Atombomben, die bislang in Büchel lagern.

      Im Kriegsfall sollen deutsche Tornado-Piloten im Rahmen der NATO-Strategie der sogenannten „Nuklearen Teilhabe“ Angriffe mit den US-Bomben fliegen. „Mit den neuen Bomben verwischen die Grenzen zwischen taktischen und strategischen Atomwaffen“, kritisiert Hans Kristensen vom Nuclear Information Projects (Atomic Scientists) in Washington D.C./USA.

      „Uns beunruhigt, dass Staaten, die eigentlich keine Atomwaffen besitzen, den Einsatz dieser Waffen üben, und zwar im Rahmen der NATO-Praxis der Nuklearen Teilhabe“, erklärt die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, gegenüber „Frontal 21“: „Das ist eine Verletzung der Artikel 1 und 2 des Vertrages über die Nichtverbreitung von Atomwaffen.“

      Dabei hatte der Bundestag im März 2010 mit breiter Mehrheit beschlossen, die Bundesregierung solle sich „gegenüber den amerikanischen Verbündeten mit Nachdruck für den Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland einsetzen“. Auch im Koalitionsvertrag von Union und FDP hatte die Bundesregierung 2009 den Abzug der Atomwaffen aus Büchel zugesagt. Doch statt der Abrüstung erfolgt nun die Stationierung von rund 20 neuen Nuklearwaffen, die zusammen die Sprengkraft von 80 Hiroshima-Bomben haben.

      Der SPD-Verteidigungspolitiker Thomas Hitschler bestätigt, dass die Bundesregierung in den kommenden Jahren rund 112 Millionen Euro in den Bundeswehrstandort Büchel investieren will. Mit diesem Geld soll die Landebahn des Flugplatzes mit einem modernen Instrumentenanflugsystem ausgestattet werden. Weitere europäische Standorte amerikanischer Atomwaffen wie die Luftwaffenbasen in Incirlik/Türkei und Aviano/Italien werden modernisiert. Auch dort soll mit neuen Nuklearbomben vom Typ B 61-12 nachgerüstet werden, bestätigt Hans Kristensen vom Nuclear Information Project.

      Der frühere Parlamentarische Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Willy Wimmer (CDU), warnt vor neuen „Angriffsoptionen gegenüber der russischen Föderation“ durch die neuen Atomwaffen in Deutschland und Europa: „Das ist eine bewusste Provokation unserer russischen Nachbarn.“

      Klicke, um auf data.pdf zuzugreifen

      Ich frage mich: ist Deutschland eine amerikanische Kolonie oder kann sie der amerikanischen Aggression etwas entgegensetzen?

      Beim Abhören durch die NSA gab esja offensichtlich keine politischen oder rechtlichen Verteidigungsmöglichkeiten. In diesem erschreckenden Fall ebenfalls nicht?

      Die Welt wird rauher. Rußland hat für seine Befriedungsbemühungen, was Syrien angeht, bereits eine Quittung bekommen:

      Russische Botschaft in Syrien unter Beschuss – Moskau beschuldigt Assad-Gegner

      18:41 21.09.2015 (aktualisiert 21:04 21.09.2015)

      Die russische Botschaft in Damaskus ist unter Granatenbeschuss geraten. Nach Angaben Moskaus stehen bewaffnete Gegner von Präsident Baschar al-Assad hinter dem Angriff, die von „ausländischen Sponsoren“ unterstützt würden.

      Eine Granate schlug am Sonntag auf dem Gelände der Botschaft ein. Verletzt wurde niemand, wie das russische Außenministerium am Montag mitteilte. Nach Angaben des Außenamtes war die Botschaft vom östlichen Stadtteil Jobar aus beschossen worden, der unter Kontrolle der Anti-Regierungs-Rebellen steht. „Diese sind keine Anhänger des Islamischen Staates, haben jedoch ausländische Sponsoren.“
      […]

      http://de.sputniknews.com/politik/20150921/304435784.html

      http://tass.ru/en/politics/822543

      • Zur Info hier die besagten Artikel I und II der NPT: (Atomwaffensperrvertrag)

        Article I:[25] Each nuclear-weapons state (NWS) undertakes not to transfer, to any recipient, nuclear weapons, or other nuclear explosive devices, and not to assist any non-nuclear weapon state to manufacture or acquire such weapons or devices.

        Article II: Each non-NWS party undertakes not to receive, from any source, nuclear weapons, or other nuclear explosive devices; not to manufacture or acquire such weapons or devices; and not to receive any assistance in their manufacture.

        Ja, wir SIND Kolonie.
        Zum erschreckenden Botschaftsbeschuss: dann raten wir mal, welchen „ausländischen Sponsoren“ diese provokative Warnung zu verdanken ist.

        • „Ja, wir SIND Kolonie.“

          Kann man bei Josef Foschepoth „Überwachtes Deutschland“ en detail nachlesen oder bei Daniele Ganser in zahlreichen Videos nachhören.

        • Liebe Frau Wolff, kurz noch was Technisches, Sie können es ja anschließend löschen.
          Ihre geschilderten Probleme mit „suchen und finden von Downloads“ sind offenbar eine Frage der Browser Einstellungen. Ich kenne und habe sie nicht, link klicken öffnet sofort die PDF Datei in neuem Tab.
          Für Firefox:
          FF Einstellungen> Anwendungen> Adobe Acrobat Forms-Dokument> unter ‚Aktion: Adobe Acrobat (in Firefox) verwenden markieren.
          Für Chrome:
          Einstellungen > Datei herunterladen> Die Datei auf Ihrem Computer finden(dort lesen). Aber besser:
          Einstellungen >Bestimmte Dateitypen automatisch öffnen (lesen) 🙂

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