Quelle: http://tass.ru/boeing-presentation/kurs-rakety/2023470
Fortsetzung von:
https://gabrielewolff.wordpress.com/2014/09/28/ukraine-informationskrieg-um-mh-17-1/
https://gabrielewolff.wordpress.com/2014/10/23/ukraine-informationskrieg-um-mh-17-2/
https://gabrielewolff.wordpress.com/2015/01/19/ukraine-informationskrieg-um-mh-17-3/
https://gabrielewolff.wordpress.com/2015/05/24/ukraine-informationskrieg-um-mh-17-4/
Wie nicht anders zu erwarten war, erfuhr der Informationskrieg um den Abschuß der MH17 rund um seinen Jahrestag einen Höhepunkt, der zugleich einen Tiefpunkt der westlichen Presse kennzeichnete. Von russischen Medien erwartet der entsprechend & vielfach gewarnte Westler ja nichts anderes; aber mittlerweile hat er gelernt, daß westliche Medien in ideologisch aufgeheizten Zeiten – und wann hätte es die jemals nicht gegeben? – nicht anders funktionieren als der „Feind“. Als nichts weniger haben Amerikaner und Europäer die russische Föderation nämlich zu betrachten, geht es nach dem Willen der Politik und der ihnen kritiklos folgenden Medien.
Eine entscheidende Duftmarke im Vorfeld setzte CNN, ein Sender, der der jeweiligen US-Regierung gern zu Diensten ist; ein Sender, der den Irak-Krieg bejubelte und sich willig vom Militär einbetten und beraten ließ.
Das Dutch Safety Board hatte am 2.6.2015 seinen nach einem Jahr erforderlichen weiteren Zwischenbericht der Flugunfalluntersuchung abgeschlossen und ihn den an der Ermittlung beteiligten Staaten übersandt, die nun 60 Tage Zeit haben, ihre Anmerkungen zu diesem Entwurf zu fertigen. Diese Kommentare werden in einen konsensualen Schlußbericht einfließen. Er soll in der ersten Hälfte des Oktober 2015 veröffentlicht werden, nach Einarbeitung der bis zum 2.8.2015 eingehenden Kommentare und Anmerkungen der an der Untersuchung beteiligten Behörden. Die ICAO (International Civil Aviation Organization) wurde vom DSB hierüber am 1.7.2015 informiert:
Einen Tag nach dieser Veröffentlichung meldete sich die beteiligte russische Luftfahrt-Behörde zu Wort:
Russian air transport authorities unsatisfied with report on Boeing MH17 crash in Ukraine
July 02, 16:57 UTC+3 […] MOSCOW, July 2. /TASS/.
The Russian Federal Air Transport Agency has a number of questions to the draft report on the cause of the Malaysian passenger aircraft crash over Ukraine last year, Oleg Storchevoy a deputy head of the agency, said on Thursday. „We have read the draft of the final report of the investigation into the crash of the Malaysian Boeing’s MH17 flight,“ Storchevoy said. „After studying it I can only say that there are more questions than answers.“ […]
„Our specialists have a range of weighty remarks regarding the document, stated arguments and simply technical data,“ Storchevoy said. „We hope that our addenda and commentaries will be reflected in the final report, and our emerged questions will be answered as well.“
He also said that the Russian side was given only 30 days to provide its comments on the draft report, instead of 60 days as it was envisaged by ICAO regulations.
[…]
http://tass.ru/en/world/805529
Zu dem Vorwurf, die nach ICAO-Regeln übliche 60-Tage-Erwiderungsfrist gegenüber Rußland auf 30 Tage verkürzt zu haben, hat sich das Dutch Safety Board nicht geäußert. Aus den wenig spezifischen Vorwürfen der russischen Seite ließ sich ableiten, daß der neue Bericht so wenig aufschlußreich sein könnte wie der erste – und daß eventuell die russischen Primärdaten des Radars in Rostow-am-Don immer noch nicht ausgewertet worden sein könnten. Diese Unterlassung erstaunte ja schon beim ersten Zwischenbericht des DSB von September 2014. Zeigten sie doch die nach dem Transponderausfall vorhandenen weiteren Absturzdaten der MH17 – und man hätte in die Ausdeutung der weiteren dort vorhandenen Signale einsteigen müssen: Kampfflugzeug oder Trümmerteile? Das war wohl ein no-go.
In diesen Interpretationsspielraum stieß CNN am 15.7.2015 mit der wuchtigen Schlagzeile:
First on CNN: Sources say MH17 report blames Russian missile for shooting down plane
By Rene Marsh, CNN Aviation and Governmental Regulation Correspondent Updated 1409 GMT (2109 HKT) July 15, 2015
http://edition.cnn.com/2015/07/15/politics/mh17-pro-russian-missile-crash-ukraine/index.html
Und was erfahren wir im Artikel über diese Quellen und über etwaige Überprüfungshandlungen durch CNN? Nichts. Rein gar nichts.
The draft investigative report is several hundred pages long. According to one source close to the investigation the draft report included the exact type of missile used to bring down MH17 and the trajectory of the missile. Another source with knowledge of the report’s details says it gives a minute by minute timeline of flight MH17. This source also says not only does the draft report pinpoint where the missile was fired from it identifies who was in control of the territory and pins the downing of MH17 on the pro-Russian rebels. According to both sources, the report also pins some blame on Malaysia Airlines for how its planes were dispatched that day.
[…]
CNN has requested comment from the NTSB, FAA, Boeing and the Dutch Safety Board. CNN has also attempted to reach representatives for Malaysia Airlines.
In an email an FAA spokeswoman said the agency could not comment.
The Dutch safety board told CNN „we will not comment on the confidential draft final report“ and the NTSB said in an email „The NTSB does not comment on an investigation that the Board is not the lead investigative agency.“
http://edition.cnn.com/2015/07/15/politics/mh17-pro-russian-missile-crash-ukraine/index.html
Nicht einmal eine Plausibilitätsüberprüfung der Quellenangaben hat stattgefunden. Mit dieser Meldung ist CNN auf seinen US-regierungsfreundlichen Stand vom 18.7.2014 zurückgefallen:
Obama sagte in seiner Rede, die Rakete auf Flug MH17 sei aus einem von Separatisten kontrollierten Gebiet abgefeuert worden. Noch deutlicher äußerten sich die US-Geheimdienste in einem vorläufigen Bericht, aus dem der Fernsehsender CNN zitierte. Demnach sei die Boeing 777 höchstwahrscheinlich von pro-russischen Separatisten abgeschossen worden.
http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/3840516/Obama-erhebt-schwere-Vorwurfe-gegen-Russland
Nach der Pressekonferenz des russischen Verteidigungsministeriums vom 21.7.2014 sind allerdings sowohl Obama als auch die US-Geheimdienste von diesen anfänglichen Behauptungen zurückgerudert und haben am 22.7.2014 erklärt, sie verfügten über keine entsprechenden Belege. So berichteten es nach dem entsprechenden Geheimdienst-Briefing die LA Times:
http://www.latimes.com/world/europe/la-fg-ukraine-intelligence-us-20140722-story.html
AP:
http://www.pbs.org/newshour/rundown/us-evidence-direct-russian-link-plane/
und die Washington Post:
Daß sich das DSB bis zum 2.6.2015 mit Raketenanflügen, die erst durch die Almaz Antey-Pressekonferenz vom 2.6.2015 interessant wurden, oder gar mit den diffizilen Kriegssituationen südlich der N 21 zwischen Donezk und Snischne (und östlich davon bis zur Grenze) befaßt haben sollte, kann glatt ins Reich der Phantasie verwiesen werden. Und da die strafrechtlichen Ermittler nicht einmal am 30.6.2015, also nach Abschluß des DSB-Berichts am 2.6.2015, wußten, welcher Waffe die Metallsplitter in den Leichen zuzuordnen seien, kann man den CNN-Quellen nicht trauen:
Still in progress is the study of metal particles found in mortal remains. Therefore be consulted specialists at home and abroad, and that takes time, says the officer.
[per holperiger Google-Übersetzung aus dem Niederländischen]
So die unverdächtige Volkskrant, die bereits auf Bellingcats Spuren wandelte und keinen Zweifel daran läßt, daß sie, im Konsens mit dem niederländischen medialen Mainstream und der niederländischen Politik, Rußland für den Schuldigen hält.
Malaysia Airlines trage wegen der Flugplanung eine Mitschuld? Das ist ja wohl lachhaft.
Malaysia Airlines war nun gewiß nicht die einzige Fluggesellschaft, die weiterhin über das Kriegsgebiet flog. Surprise surprise: nicht nur die Lufthansa überflog es häufiger als sie in den letzten sieben Tagen vor dem Abschuß – diejenige Fluggesellschaft, die den von der Ukraine nicht geschlossenen Korridor am meisten benutzte, war ausgerechnet die russische Aeroflot. Schon komisch, wenn Rußland den Separatisten eine Buk bereits am 14.7.2014 geliefert haben soll. Hätte dann die Aeroflot nicht von Überflügen des Kriegsgebiets absehen müssen? Nach alldem, was man uns über das autoritäre bis diktatorische Regime von Putin erzählt, muß doch die Lieferung einer Buk durch das Militär (selbst erst am 17.7.2014) dem zivilen Bereich der Luftkontrolle mitgeteilt worden sein. Danach sieht es allerdings nicht aus:
Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/malaysia-airlines-mh17-karte-grafiken-route-flugroute-a-981784.html
Und wieso sollte sich eine Flugunfalluntersuchung mit dem Ziel der künftigen Unfallvermeidung überhaupt so detailliert mit dem „Schuldigen“ befassen, auf den es für ihre Ziele und Zwecke nicht ankommt? Diese Fragen halten die ZEIT am Jahrestag freilich nicht davon ab, ihrer anti-Rußland-Linie treu zu bleiben und CNN (oder gar Bellingcat) als „Beweis“ zu zitieren:
Kohleschürfen auf dem Leichenfeld
Die Trümmer und Toten lagen über Kilometer verstreut, nachdem der Flug MH17 über der Ostukraine abgeschossen wurde. Ein Jahr später herrscht dort zynische Betriebsamkeit.
von Amie Ferris-Rotman, Rossypne
- Juli 2015 12:54 Uhr
[…]
Die Maschine wurde, nach allem was man heute weiß, von einer Buk-Rakete russischen Fabrikats abgeschossen. Die Ukraine und der Westen beschuldigen – auf der Grundlage erdrückender Indizien – die von Russland unterstützten Separatisten der selbst ernannten Volksrepubliken in der Ostukraine der Tat. Russland dagegen macht weiterhin die Ukraine für die Katastrophe verantwortlich und leugnet, die Rebellen mit der Flugabwehrrakete ausgerüstet zu haben. Die Propaganda des Kremls tut ein Übriges, um Zweifel zu streuen.
[…]
Der Link zu dem, „was man heute weiß“, führt zu dem CNN-Artikel. Der klassische Hinweis auf das „russische Fabrikat“ der Buk, das auch in der Ukraine in Gebrauch ist, darf nicht fehlen. Der Artikel selbst belegt keine „zynische Betriebsamkeit“, sondern private Kohleschürfungen durch die verarmte Bevölkerung.
Alice Bota darf im üblichen ZEIT-Chor mitsingen:
Keiner will es gewesen sein
Beim Abschuss von Flug MH17 in der Ostukraine starben vor einem Jahr 298 Menschen. Noch immer sind viele Fragen offen. Eine könnte Wladimir Putin aber leicht beantworten.
von Alice Bota
Aktualisiert 17. Juli 2015 07:46 Uhr
[…]
Doch es breiteten sich die anderen Eindrücke aus: Die Koffer der Opfer waren zum Teil geplündert und die Kreditkarten gestohlen worden; Whisky-Flaschen aus dem Duty-Free-Shop waren geleert, die, welch Absurdität, den Fall aus Tausenden Metern Höhe überstanden hatten. Der bärtige Separatist, der später Weltruhm erlangte, als er ein Kuscheltier hochhielt, fuchtelte stockbetrunken mit seiner Maschinenpistole vor uns herum. Und die OSZE-Beobachter wurden zunächst nicht zur Unfallstelle durchgelassen und wenn doch, dann nicht für lange und nur eskortiert von Bewaffneten.
[…]
Es bleibt unbestritten, dass schon von Beginn an viele Indizien nahelegten, die Verantwortung für den Abschuss bei den Separatisten zu suchen. Russlands Behauptung, es habe nie Buk-Raketen an die Separatisten geliefert, wurde durch einen Report des Bloggers Eliot Higgins widerlegt. Laut CNN soll im Abschlussbericht einiges darauf hinweisen, dass eine russische Buk aus dem Separatistengebiet abgeschossen worden sei. Doch Indizien sind noch keine Beweise, und der Abschlussbericht wird erst im Oktober veröffentlicht. Gerade wir Journalisten dürfen Vermutungen nicht als Gewissheiten etikettieren, Indizien nicht zu Beweisen machen, so plausibel sie auch sind.
[…]
http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-07/mh17-abschuss-ukraine-ermittlungen
Bota zitiert sogar noch die Westpropaganda über die angeblich plündernden Rebellen. Dabei ist die längst widerlegt, was auch zur ZEIT durchgedrungen sein müßte:
Krieg der Bilder – und der Blick dahinter
Zwei Bilder russischer Rebellen: Der eine hält ein Plüschtier in die Luft, der andere stiehlt den Ring eines Opfers. Für viele westliche Medien ist klar: Beide handeln skrupellos. Aber stimmt das auch?
Von Simon Widmer 30.07.2014
[…]
http://www.tagesanzeiger.ch/kultur/diverses/Krieg-der-Bilder–und-der-Blick-dahinter/story/24923539
Auch der angebliche Diebstahl von Kreditkarten ist längst als Westpropaganda widerlegt:
http://www.bloombergview.com/articles/2014-07-21/flight-mh17-victims-bodies-were-looted-or-maybe-not
Die journalistischen Standards zu zitieren, sich aber nicht an sie zu halten, reicht nicht. Der Link zur Bellingcat-Seite führt zu keinem konkreten Bericht. Es gibt auch keinen Bericht von Bellingcat, der irgendetwas beweisen oder widerlegen könnte.
Daß diese Website von Eliot Higgins überhaupt noch zitiert wird, erstaunt ohnehin. Wurde der Transatlantic Council-Mitarbeiter und Blogger Higgins doch bei seinem Vorgehen vom 31.5.2015, das russische Verteidigungsministerium in Nachfolge des SBU, der das am 30.7.2014 schon vergeblich versucht hatte, des Photoshoppens von Satelliten-Bildern (Wolken rein, Buk raus) zu überführen, nun selber der Kaffeesatzleserei überführt:
Aber die ZEIT hat ja noch am 2.7.2015 durch Carsten Luther empathisch versucht, Higgins zu retten:
ZEIT ONLINE: Sie und ihre Mitstreiter des Bellingcat-Recherchenetzwerks haben viel geleistet, um russische Propaganda und Falschinformationen zu entlarven. Wie gut lügt der Kreml?
Ich denke nicht, daß bei der ZEIT noch einmal Vernunft einkehren wird.
Eine australische Agentur namens „News Corp Australia Network“ wollte zum Jahrestag just jene Westpropaganda von plündernden Separatisten aufwärmen und verkaufte ihr Supermaterial an interessierte Westmedien. Man muß konstatieren: der Schuß ging nach hinten los.
Never-before-seen footage reveals Russian-backed rebels arriving at the wreckage of MH17
CHARLES MIRANDA in Amsterdam
News Corp AustraliaNetwork July 17, 201511:51AM
EXCLUSIVE RUSSIAN-backed rebels in Ukraine’s east believed they had shot down a Ukraine Airforce fighter jet as disturbing new footage shows them ransacking the luggage of passengers and crew from Malaysian Airlines Flight MH17.
[…]
But, after a 12-month pursuit, News Corp Australia has obtained new footage shot by the rebels themselves on a camcorder as they captured what they initially believed to be a Ukrainian air force fighter jet they had just shot down using a ground-to-air missile system.
[…]
But an investigation by News Corp can reveal a unit from Donetsk was dispatched shortly after 3pm local time, two hours after contact by civilian air traffic control was lost at 1.20pm, to hunt Ukrainian pilots who reportedly parachuted after their aircraft was shot down. An armed unit followed a smoke plume from the wreckage to arrive at the site and begin the hunt for the pilots with militia reporting locals as having seen one “crawling” from the scene after parachuting to safety. But to their confusion, arriving at the scene they find more blazing wreckage and debris than expected before a mobile telephone call is received telling them two aircraft were downed.
The 17-minute long footage smuggled out from the rebels’ own Donetsk base, clearly identifies the militia by face and in one instance his self proclaimed Donetsk People’s Republic ID, as they disturbingly work around the dismembered bodies of the passengers and crew to rummage through their belongings to find things of value. […]
The confusion by militia on the day was compounded by the fact MH17 was carrying spare aircraft parts, including struts and rotors for helicopters, leading them to believe more than one aircraft was among that debris. Originally published as The shocking aftermath of MH17
Alles an diesem zusammenfassenden Bericht ist falsch. Das angeblich aus Donezk herausgeschmuggelte und exklusiv veröffentlichte Material wurde zum Teil bereits am 20.7.2014 durch die BBC veröffentlicht.
Malaysia Airlines crash: Dead moved from MH17 site 20 July 2014
Last updated at 20:06 BST
The remains of up to 196 people from the MH17 crash in Ukraine have been loaded on to refrigerated rail wagons, to be taken to an unknown destination. All 298 people on the Malaysia Airlines flight died when a missile reportedly hit it on Thursday.
Pro-Russian separatists, suspected of shooting it down, say they had recovered the plane’s flight recorders and were prepared to hand them to international investigators.
Daniel Sandford reports from the scene.
http://web.archive.org/web/20140721064936/http://www.bbc.com/news/world-europe-28389780
In dem dort veröffentlichten Video wird klar gesagt, daß die dort bereits am 20.7.2014 gezeigten identischen Aufnahmen der Milizen vom Absturzort der BBC übergeben wurden, offenbar, so vermutet Sandford zurecht, um deren Unschuld an dem Abschuß zu beweisen. Zudem wendet sich der das Video übergebende Kommandeur gegen die West-Propaganda, wonach Rebellen am Absturzort geplündert hätten. Und Sandford schließt mit den Worten, daß dieses Video nicht belege, daß Rebellen die MH17 abgeschossen hätten. Jedenfalls dieses Suchteam nicht.
Ja, schade: am 15.7.2015 war dieses Video noch zu sehen – jetzt ist es gegen ein anderes ausgetauscht worden.
http://www.bbc.com/news/world-europe-28389780
Die BBC ist auch nicht mehr, was sie mal war. Aber dieser Vertuschungsversuch belegt nur einmal mehr, in welchem politischen Mainstream angeblich seriöse westliche Medien agieren – oder sollte man agitieren sagen?
Tatsächlich beweist das Transskript der Äußerungen, daß die Rebellen unter der falschen Prämisse, dort sei eine SU-25 abgeschossen worden, den Absturzort aufsuchten. Entsprechend uninformiert waren zuvor Aktivisten auf der „Strelkov“-VK-Seite davon ausgegangen, daß dort eine AN-26 abgeschossen worden sei. Das alles waren naheliegende Vermutungen, nachdem ein Flugzeugabsturz bekannt geworden war.
Das Entsetzen und die Erklärungsversuche dafür, was an dieser Absturzstelle tatsächlich vorgefunden wurde, spricht Bände. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wurde bei Petropavlivka gesucht. In keiner Weise ging es um Plünderung, sondern um Aufklärung dessen, was man dort sah und nicht begriff. Die Interpretation der Wirklichkeit lautete, daß eine SU-25 einen zivile Maschine abgeschossen habe, wobei die SU-25 danach von eigenen Kräften abgeschossen worden sein mußte. Schließlich ging es bei der Suche hauptsächlich um die Gefangennahme angeblich abgesprungener Kampfpiloten.
Hier das Transskript der Äußerungen, die in diesem Video zu hören sind. Die dazwischengeschaltenen Wertungen der australischen Agentur, die von der Vermarktung dieses Videos zum Jahrestag gewiß profitiert hat, kann man getrost ignorieren:
Deutsches Transskript:
http://vineyardsaker.de/ukraine/die-zweite-17-17-minuten-mh017-video/
Wenn der menschliche Verstand nicht fassen kann, was er entgegen den Erwartungen vorfindet, dann irrt er ab in Nebensächlichkeiten. So auch hier:
Kommandeur: Sogar ein [Kraftausdruck] Papagei flog Kommandeur: Da sind überall Vögel; hier ist einer, dort ist noch einer. Woher? Dort ist noch ein Vogel!
Dieser Suchtrupp, der der BBC die Aufnahmen übergab, hatte tatsächlich keine Ahnung davon, was dort passiert war. Möglicherweise hat die BBC diese Aufnahmen an News Corp Australia Network weitergegeben und später erkannt, wie schädlich ihr eigenes Material vom 20.7.2014 für den Exklusiv-Knüller der australischen Kollegen war. Aber daran hat die Löschung des Videos nichts geändert. Denn es ist auf Youtube weiterhin vorhanden, wo es zeitgleich am 20.7.2014 hochgeladen worden war:
https://www.youtube.com/watch?v=pJ_U4iA2djI
Wie nicht anders zu erwarten war: am 27.7.2015 ist auch dieses Video gelöscht worden:
Zuvor hatte ich screenshots gemacht. Hier beginnt die Einblendung des Videos der Milizen:
Hier erklärt der Kommandeur „Zhuk“, daß keineswegs nach wertvollen Gegenständen, sondern nach Dokumenten zur Aufklärung des Vorfalls gesucht worden sei:
Da nicht auszuschließen ist, daß auch ich wegen Urheberrechtsverletzungen angegangen werde, wenn ich das heruntergeladene Video hier wieder hochlade, lasse ich es lieber.
Es ist schon erstaunlich, wie rasch YouTube politisch verfängliche Videos verschwinden läßt:
http://theunwashedbrain.blogspot.de/2014/08/kievs-war-on-video.html
Vielleicht hat die BBC ihr Video, in dem Szenen aus dem Separatistenvideo gezeigt wurden, wegen des nachfolgenden Artikels gelöscht und durch ein anderes ersetzt:
Journalist says news agency’s ‘exclusive’ MH17 footage aired a year ago on BBC, asks for apology
National Post Wire Services and National Post Staff Friday, Jul. 17, 2015
[…]
Turns out the „exclusive“ Australian News Corp footage in aftermath of #MH17 being shot down is not new at all. BBC broadcast it a year ago. — Jon Donnison (@jondonnisonbbc) July 17, 2015
The Australia correspondent for the BBC is challenging the Sydney Daily Telegraph and the Australian newspapers after they published what they said was “never-before-seen footage” of the hours after a Malaysian airliner was shot down with 298 people, killing all aboard. […]
Jon Donnison, BBC’s Australia correspondent, tweeted that he was “looking forward to an apology” from the two papers “over their #MH17 video ‘world exclusive’ that was broadcast a year ago on BBC.”
Looking forward to apology from @dailytelegraph & @australian over their #MH17 video „world exclusive“ that was broadcast a year ago on BBC. — Jon Donnison (@jondonnisonbbc) July 17, 2015
http://www.nationalpost.com/m/wp/blog.html?b=news.nationalpost.com//news/world/journalist-says-news-agencys-exclusive-mh17-footage-aired-a-year-ago-on-bbc-asks-for-apology
In gleicher Weise ging auch ein entsprechender Artikel des Telegraph, Lieblingszeitschrift der Tories, nach hinten los.
Erinnert man sich noch an dessen Ukraine-Berichterstatter Roland Oliphant, der mit seiner (und des Guardian-Kollegen Shaun Walkers) Sichtung einer fiktiven russischen Invasion am 15.8.2014 für Aufregung gesorgt hatte? Immerhin führte sein unbelegter Alarmismus zu einer Sondersendung der ARD mit einer klassischen Golineh Atai, die quasi als Pressesprecherin von Poroschenko diesem Gerücht den Anschein von Realität verlieh: Poroschenko hatte die journalistische Vorlage nämlich dankbar ergriffen und behauptet, daß die russische Militärkolonne bereits vernichtet worden sei, und zwar rückstandsfrei und beleglos.
Das Ganze kann man in meinem Artikel vom 17.8.2014 nachlesen:
https://gabrielewolff.wordpress.com/2014/08/17/ukraine-quo-vadis-ii/
Wie es sich überhaupt lohnt, ältere Artikel nachzulesen: schon damals, im August 2014, drohte der Rechte Sektor mit einem Marsch gen Kiew und stellte Ultimaten, um seine Ziele, seinerzeit die Freilassung von 35 nach einem Überfall auf ein Restaurant festgenommenen Mitgliedern, zu erreichen. Mit Erfolg übrigens. Heute ist dieser bewaffnete Staat im Staate viel gefährlicher als damals: sein Anführer Dmitri Jarosch ist Abgeordneter und dient als Berater des Generalstabs, was eine nicht vorhandene Einbindung seiner Truppen in die militärische Führung symbolisieren soll. Der Telegraph titelt also:
One year on, MH17 evidence against separatists appears overwhelming
A growing body of evidence suggests Russian-backed separatists shot down Malaysian Airlines flight MH17 after mistaking it for a Ukrainian military plane
By Roland Oliphant 8:04AM BST 17 Jul 2015
[…]
In diesem Artikel malt er die SBU-Bellingcat-socialmedia-“Beweise” nach. Aber zu Beginn zeigt Oliphant ein Video einer Augenzeugin vom Absturzort, die wiederum Hinweise auf die Anwesenheit von Kampfjets am Absturzort liefert, wie sie dem Suchauftrag der Milizen zugrundelag. 

Marcel van den Berg hat am 23.10.2014 eine später aktualisierte Zusammenstellung der Sichtungen von ukrainischen Kampfflugzeugen am 17.7.2014 gepostet, die hier noch ergänzt werden kann:
http://www.whathappenedtoflightmh17.com/overview-of-eyewitness-reporting-seeing-military-aircraft/
Zum Beispiel um die aktuelle, sehr bewegende, Dokumentation von RT zum Abschuß von MH17, in der ebenfalls Zeugen zu Wort kommen, die am 17.7.2014 ukrainische Kampfjets gesehen haben:
MH17 documentary ‚No one deserves to die that way‘ Russia Insider Veröffentlicht am 21.07.2015 Russia Insider – Russian News Without the Anti-Russian Bias http://russia-insider.com Link to the RI article: http://russia-insider.com/en/politics… RT documentary MH17: ‚No one deserves to die that way‘
https://www.youtube.com/watch?v=YxQ8WZySFJI
Pawel Kanygin von Nowaja Gaseta unterdrückte „unpassende“ Zeugenaussagen in seinem Bericht vom 6.6.2015 nicht, was ihn vermutlich von westlichen Korrespondenten unterscheidet; hier Aussagen von Einwohnern aus Pervomaiskyi, südlich von Snischne, wo nach Angaben des SBU und „Recherchen“ von Bellingcat die „russische Buk“ MH17 abgeschossen haben soll:
‘There Was No Buk in Our Field’
By Pavel Kanygin Originally published by Novaya Gazeta on June 6, 2015 Translated by Catherine A. Fitzpatrick June 10, 2015
[…]
Natalya, a woman from the town of Pervomaika [Pervomaiskoye] who gave her first name only, recounted what she recalled:
Natalya: We were watching for the planes [of the Ukrainian Army]. We heard a loud boom. Very loud. Then literally soon after we learned that it was the plane [MH17]. But the problem was that they [the Ukrainian Army] had flown over us… Sushki [the nickname for SUs–The Interpreter] flew that day. They released some “shots.”
Kanygin: How high did they fly?
Natalya: Not every high. We saw them, we heard them. Kanygin: They say that that a rocket was launched from here which hit the Boeing.
Natalya: I don’t know. I heard a boom, and that’s all, I don’t know anything more.
Kanygin: Where was the sound from?
Natalya: Somewhere nearby. But the boom was like something that had fallen or exploded. It was like that. But soon we learned [about the Boeing}.
Another woman named Marina who lives in Pervomaika [Pervomaiskoye] also recalled the plane:
Marina: Before that [the crash of the Boeing-PN), that day there were four people: Aunt Nina, Aunt Lyuba and my friend, Godmother Lyuda. We were sitting on the bench and talking. The drones were flying. Then we went our ways. And then Aunt Nina comes running out and starts calling us, and covered her face with her kerchief. And the missiles flew at us here, like fireworks, missiles, but they were white. There were a lot of them, they opened up, and then they hung in the sky, and she [Aunt Nina], thought that they were phosphorous bombs. Before that they scared us, that they had been in Makeyevka, that there would be burns later. [Aunt Nina] shouted – “phosphorous bombs!” And here Sergei came along [her husband, who served in the DNR–PK] and says “Aunt Nina, that can’t be, that’s the defense.”
Kanygin: Thermal [defense from an MRLS]?
Marina: Yes. And the sky was whitish, like fog.
Kanygin: Your neighbor told me that this plane which ejected thermal defense was then shot down.
Marina: Well, of course! It was shot down over Dmitrovskaya.
Kanygin: And that same day they downed the Boeing? Marina: Yes, yes. Here, Uncle Seryozha knows [Marina nods to an old man who had driven up to us on a moped.] On that day. My husband was serving in Dmitrovka, and over there, they downed [that Ukrainian assault plane]. And then we cranked up the generator and learned from the television that a passenger plane had been downed. Seryozha: There were four of them [flying then].
Kanygin: And one Ukrainian plane was destroyed? Seryozha: Yes, yes. Honestly, yes. That Uke plane was downed by our guys. The self defense, yes.”
Seryozha: Perhaps, they wouldn’t have downed it [the Boeing]. The thing is, they [UAF attack planes] hid under it, under the [Malaysian] plane. Recently they hid behind passenger planes, and then blew them up — and then went to shoot [down]. I was working in the field on the combine, I saw it all. Yes… Four things were flying. They shot down one of them, and three over there.
Kanygin: What did they shoot them down with? Seryozha: With an anti-aircraft weapon, I reckon. Our guys were already waiting for them. […]
http://www.interpretermag.com/there-was-no-buk-in-our-field/
[Link muß gesondert eingegeben werden, da eine Browserüberprüfung stattfindet]
Google Maps
Am alternativen Buk-Standort Saroschtschenske wurden ebenfalls keine Sichtungen einer Buk getroffen, und aus den knappen Antworten der unwilligen Einwohner läßt sich schließen, daß sich das strategisch unbedeutende Dorf unter keiner militärischen Kontrolle befand:
“We went there every day, and the day after, and there was nothing there,” said Natalya Viktorovna. “Neither the DNR or the nationalists were here in our village. Nobody was here in Zaroshchenskoye. We were by ourselves. And there was no Buk,” she said.
[…]
Kanygin: Was the DNR army here in your area?
Friend: Yes, there was a checkpoint.
Kanygin: Was the Ukrainian army here?
Friend: Well, they passed by, on that road.
http://www.interpretermag.com/there-was-no-buk-in-our-field/
Google Earth
Wie solche Aussagen konkret zu würdigen sind, steht auf einem anderen Blatt – in diesem Fall sogar in einem anderen, nämlich in der Frankfurter Rundschau, deren MH17-Artikel vom 17.7.2015 wohltuend aus dem Medien-Einerlei von einseitigen Vorwürfen und unbelegten Behauptungen herausstechen.
Auf die unterirdische BILD und deren Bellingcat-„Beweisführung“ will ich nur sehr verschämt hinweisen. Julian Röpcke beweist allerdings explizit, in welcher Sphäre das Phänomen Bellingcat anzusiedeln ist, nämlich in der seinen. Hatte BILD doch schon vor Bellingcat russische Satellitenbilder als Fakes entlarvt:
http://www.bild.de/politik/ausland/flug-mh-17/jahrestag-mh17-41793288.bild.html
Auch der Deutschlandfunk läßt sich nicht lumpen und haut in die emotionale Kerbe; überdies zeige Rußlands Ablehnung eines UN-Tribunals deutlich, daß Rußland etwas zu verbergen habe. Die Journalistin versteht nicht, daß Rußland zunächst auf einer UN-dominierten unabhängigen Ermittlung besteht, sowohl der Flugunfall-Ermittlung als auch der strafrechtlichen Ermittlung; der kleine NATO-Haufen, der aktuell unter Einschluß der beschuldigten Ukraine strafrechtlich herumermittelt, das JIT, kann nicht ernstgenommen werden.
Noch am 30.3.2015 sah sich das Joint Investigation Team durch das Mitglied Ukraine (deren „Ermittlungsinstanz“ ist der Geheimdienst SBU) gezwungen, das social media-Szenario des SBU per Zeugenaufruf auf seine Stichhaltigkeit zu überprüfen, die bislang, so der Umkehrschluß, nicht gegeben ist.
https://www.youtube.com/watch?v=olQNpTxSnTo&sns=
Auch unter dem allein bis September 2014 eingegangenen umfangreichen Material war offensichtlich nichts, was die Geheimdienst-Narration stützen und ihre groben Lücken füllen konnte:
MH17 investigators find metal shards in victims, may be from missile
September 12, 2014 […] ‘If we can establish this iron comes from such a missile, that is important of course,’ Westerbeke told news agency Reuters. ‘At this moment, we don’t know that, but that’s what we are investigating.’
Photographs
An appeal for photographic material has resulted in 20,000 photographs and 750 videos being uploaded to a special website. These are now being investigated to confirm their authenticity, he said. Some 350 million web pages are being trawled for evidence.
http://www.dutchnews.nl/news/archives/2014/09/mh17_investigators_find_metal/
Bellingcat ist auf diesen vom SBU gestreuten Spuren unterwegs und weit davon entfernt, ein harmloser open source-Nutzer zu sein. Er war und ist aktiv daran beteiligt, die Geheimdienst-Beweiskette aufrecht zu erhalten: nachdem die anonymen Erstposter der einzigen beiden „Beweisvideos“ eines Buk-Transports in Zuhres und einer freifahrenden womöglichen Buk, südlich aus Snischne herausfahrend, diese wieder gelöscht hatten, waren Bellingcat/Higgins binnen einer halben Stunde zur Stelle und luden die beiden gelöschten Videos wieder hoch. Hector Reban hat sich diesem Phänomen gewidmet:
The original link of the Zuhres vid was uploaded by an anonymous person who used the Youtube account only once, for uploading this video, and then deleted it. According to Marilyn Justice, writing in a reply on my ¨Over mij¨ page on this blog, the person who posted the Zuhres video had no ‘net presence’ before or after posting the video. So she started asking questions to Bellingcat´s Aric Toller [Toler]:
@mkj1951 @EliotHiggins @JSmithRus Won’t satisfy you, but here is the person who posted video: https://t.co/xFp0V0SJ7w — Aric Toler (@AricToler) December 30, 2014
MJ: [the original URL of the deleted vid; HR] … maybe u can explain where this came from (this is about the 15 sec video now removed)
AT: Was posted on Youtube and Twitter by “Андрей” on 7/17 with coordinates. That’s all we know.
MJ: My question – how was it found – zero identifiers by a person with no net presence before or after?
AT: I actually did find their Twitter account, but it was deleted. Probably created accounts just for video
MJ: That does not answer how it was found, sorry
AT: Won’t satisfy you, but here is the person who posted video: https://twitter.com/3Andryu/
So Aric Toller said he found a twitter account, but it is clear this twitter account found him or his boss Eliot Higgins, pointing them head on towards the Youtube vid for a quick download, exact coordinates for geolocation provided in the package too. But then again, because the genuine video has been deleted, it is impossible to say from which date this source originates.
Also from the vid showing a lone BUK on the road from Sniznhe to Pervomaiske on its way to its deadly encounter with MH17 oozes an equally funny smell, as Michael Kobs shows in his well documented report about the track trail evidence. As occured with the Zuhres video also this video had been posted from an account used only once for this particular purpose before it was deleted. Hence, again, no original date could be established.
In his report Kobs reaches a conclusion well fit for the alternative track trail that says all footage and photos could well have been made at another day: ¨Ob das Video überhaupt an diesem Tag entstanden ist, kann selbst Bellingcat nur raten¨ (Whether this video really was made at this day [the 17th] is even a mystery to Bellingcat¨) (page 13-15, see also note 1 for URL).
Fortunately the mysterious person made sure Eliot Higgins could download the evidence. Within the 24 minutes the vid was online it received so many clicks it reached the daily top thirty, which may have got the attention of Bellingcat whisperers. Nevertheless the poster made very sure the vid was picked up by the right parties. According to the Amnesty International Youtube DataViewer, which guarantees the right metadata of an uploaded video, three copies of the deleted lone BUK video were instantly re-uploaded within minutes by Eliot Higgins, Euromaidan and Torez.info [6].
Torez.info is a local website co-administrated by Vladimir Djukov, alias @WowihaY, the same person of two witness accounts and the first to tweet the incredible important picture of the alleged plume of a BUK launch. Obviously the source knew which way to go to get the right attention.
http://7mei.nl/2015/07/12/mh17-another-buk-on-another-day/
Natürlich konnte sich auch Higgins nicht mehr erinnern, wie er auf das Snischne-Video aufmerksam wurde, das er geistesgegenwärtig so schnell herunter- wie auch wieder hochgeladen hatte. 
https://twitter.com/MichaKobs/status/607133817414021120
Unsere Medien interessieren sich nicht für solche Zusammenhänge, und sowas kommt dann eben dabei heraus:
17.07.2015
MH 17-Absturz vor einem Jahr
Russlands Vernebelungstaktik
Die russischen Separatisten in der Ukraine verbreiten Lügen, kommentiert Gesine Dornblüth. Statt die Aufklärung des Absturzes von Flug MH 17 zu unterstützen, hätten sie die Bergungsarbeiten behindert und OSZE-Mitarbeitern den Zutritt verwehrt. Auch Russlands Präsident Putin verliere an Glaubwürdigkeit – und dränge sich international damit immer weiter ins Abseits.
Von Gesine Dornblüth
[…]
Am weitesten lehnte sich James Miller, Chef des „kremlkritischen“ Interpretermag, gesponsert durch Chodorkowskis Sohn Pawel, aus dem Fenster. Zusammen mit Michael Weiss veröffentlichte er diesen ellenlangen Artikel, der wiederum nur aus Behauptungen, selektiv wahrgenommen social media-Schnipseln und einseitigen Interpretationen besteht:
Forensic Detail
07.17.151:00 AM ET
How We Know Russia Shot Down MH17
Written byJames Miller Michael Weiss
One year after 298 civilians fell to earth over eastern Ukraine, Putin’s regime is still denying culpability. Here’s definitive evidence to the contrary.
[…]
http://www.thedailybeast.com/articles/2015/07/17/how-we-know-russia-shot-down-mh17.html
Die Autoren sollten sich fragen, warum die Ermittlungen nicht schon längst abgeschlossen sind, wenn ihr rein journalistisches „Wissen“ bereits zu einer klaren Anklage führt.
Der SPIEGEL berühmte sich ebenfalls, mehr zu wissen – was eigentlich nicht möglich ist, denn er wußte ja schon von Anfang an: Putin war’s.
MH17-Absturz: Ermittler finden neue Hinweise auf Abschuss durch Luftabwehrrakete […]
Freitag, 17.07.2015 – 12:06 Uhr
Jetzt gibt es neue Hinweise auf die Ursache des Unglücks. Nach Informationen des SPIEGEL kommt das internationale „Gemeinsame Ermittlerteam“, das den Absturz der Maschine strafrechtlich aufklären soll, zu dem Schluss, dass MH17 von einer Luftabwehrrakete des Typs Buk-M1 abgeschossen wurde. Untersuchungen der Splitter in den Wrackteilen der Boeing 777 haben demnach ergeben, dass diese eindeutig dem Gefechtskopf einer Buk-M1 zugeordnet werden können. Prorussische Kämpfer verfügten über mehrere Buk-M1-Geschütze in der fraglichen Region in der Ukraine.
Damit sind insbesondere von russischen Medien geäußerte Spekulationen, ein ukrainischer Kampfjet könne MH17 abgeschossen haben, hinfällig.
Des Weiteren verdichten sich für die Ermittler die Informationen, wonach prorussische Separatisten die Luftabwehrrakete abfeuerten. Unmittelbar nach dem Unglück vom ukrainischen Geheimdienst SBU ins Internet gestellte Telefonmitschnitte wurden inzwischen überprüft. Die Ermittler bewerten sie nun als authentisch. „Wir haben ein Flugzeug abgeschossen“, sagt ein Rebellenkommandeur unter anderem in den Mitschnitten. Im weiteren Verlauf ist zu hören, wie die Kämpfer entdecken, dass es sich um ein Zivilflugzeug handelte.
[…]
Seltsam: am 30.6.2015 bekundet der leitende Staatsanwalt Westerbeke, daß die Untersuchungen der Splitter in den Leichen noch nicht abgeschlossen seien, und nun will die unbekannte Quelle wissen, daß die Splitter im Wrack eine eindeutige Zuordnung ermöglichen?
Daß die SBU-„Mitschnitte“ authentisch sein sollen, ist angesichts der folgenden überzeugenden Überprüfung kaum zu glauben. Bei dem bereits am 17.7.2014 veröffentlichten Audio mit Gesprächen zwischen dem Kommandeur Bezler mit einem Kontaktmann namens Geranin am 17.7.2014 um 16:40, zwischen den Rebellen Major und Grek während einer Absuche des Absturzorts und zwischen einem Rebellen und dem Kosakenanführer Kosytsin stimmt technisch überhaupt nichts:
MH17 crash: leaked tape proven FAKE by audio analysis. Анализ перехвата разговоров ополчения ДНР.
Sounds Russia Veröffentlicht am 26.07.2014 Shortly after the crash of Malaysian Flight MH17, the Ukrainian Security Service (SBU) released a video on YouTube, claiming it was intercepted calls between Eastern rebels discussing how the plane was shot down. SBU said this proved that the rebels were behind the downing of the plane. However, a technical analysis of the sound in the video proves the recording is manufactured, hence being fake!
The analysis is made in Adobe Audition and shows multiple flaws such as merges, background noise coming and going, the endings of the words being cut off and many other things. To verify for yourself, just extract the audio from the video uploaded by the Security Service of Ukraine (SBU) on their YouTube channel: https://www.youtube.com/watch?v=V5E8k…
https://www.youtube.com/watch?v=T34AB6CImTE
Auch die Übersetzungen stimmen nicht. In der deutschen:
https://www.youtube.com/watch?v=jb3Y_eWkAmc&feature=youtu.be
und englischen Version:
https://www.youtube.com/watch?v=BbyZYgSXdyw&feature=youtu.be
heißt es zwar: „Wir haben ein Flugzeug abgeschossen“; in der russischen „Original“-Version
https://www.youtube.com/watch?v=V5E8kDo2n6g&feature=youtu.be
ist aber etwas anderes zu hören. Der Interpreter hat das Audio noch am 17.7.2014 ins Englische übersetzt:
The Interpreter has translated the conversation: Geranin: I understand, shit.
Bezler: A plane has just been shot down. Sapper’s Group. It fell outside of Enakievo.
Geranin: The pilots. Where are the pilots?
Bezler: They went to search and photograph the downed plane. It’s smoking…
Geranin: How many minutes ago?
Bezler: Somewhere around 30 minutes ago.
[after terrorists realize they have downed the plane]
Greek: Yes, Major.
Mayor: so the Chernukhino guys shot down the plane. From the Chernukhino roadblock. The Cossacks, who were stationed at Chernukhino.
Greek: Who?
Mayor: The Chernukhino roadblock, the Cossacks who are stationed at Chernukhino.
Greek: Yes, Major.
Major: The plane fell into pieces in the air, in the area of the Petropavlovsk coal mine. The first „200“, they found the first „200“ [„200 is the Russian term referring to dead bodies–The Interpreter]. It’s civilian.
Greek: So there are 200s?
Major: Yes. Civilians.
Greek: So what have you got?
Major: In short, a super-heavy civilian craft.
Greek: Understood. Are there a lot of people there?
Major: It’s totally f****d. The pieces are falling right into yards.
Greek: What kind of aircraft?
Mayor: I haven’t figured it out yet. I haven’t been near the main part yet. I only started to see where the first bodies were falling. There are remains there of the internal struts, chairs, bodies.
Greek: Understood. Are there any weapons?
Mayor: Nothing at all. Civilian things, pieces of medicines, towels, toilet paper.
Greek: Are there any passports?
Mayor: Yes. There’s an Indonesian student. From the University of Thompson, shit.
Daß diese Mitschnitte inhaltlich nichts hergeben, habe ich ausführlich bereits hier analysiert:
https://gabrielewolff.wordpress.com/2014/10/23/ukraine-informationskrieg-um-mh-17-2/
Die genannte Abschußzeit, der angenommene Abschußort und der gemeldete Absturzort Jenakiewe stimmen nicht. Und der im Lugansker Gebiet tätige Kosakenführer Kosytsin, der nach den Mutmaßungen der Rebellen für den Abschuß verantwortlich sein soll, hat ganz und gar nichts Erhellendes zu dem Abschuß zu sagen.
Im SPIEGEL Print-Artikel 30/2015 vom 18.7.2015, der unter der knalligen Überschrift „Spur der Schuld“ von dem bereits hinlänglich bekannten Christian Neef und den Kollegen Matthias Gebauer und Fidelius Schmid zusammengestrickt wurde (S. 83), findet sich nichts Weitergehendes. Mutmaßungen, Spekulationen, Interpretationen, „SPIEGEL-Informationen“. Neu ist nur dieser Satz:
Im Dokument der Niederländer [gemeint ist wohl der Entwurf des DSB, der am 2.6.2015 den Beteiligten zugesandt wurde] sollen nun angeblich sogar die Koordinaten jenes Ortes stehen, von dem die Buk-Rakete abgefeuert wurde: Er liegt auf dem von Separatisten kontrollierten Gebiet.
Das halte ich für höchst unwahrscheinlich. Die NZZ hatte nämlich die gute Idee, zum Jahrestag ein Interview mit dem leitenden Staatsanwalt Fred Westerbeke zu bringen. Und da sagt er doch glatt:
MH17-Chefermittler im Interview
«Wir haben Tausende von Telefonmitschnitten»
Der niederländische Staatsanwalt Fred Westerbeke leitet das Ermittlungsteam im Fall MH17. Seine Arbeit mache gute Fortschritte, aber ein Uno-Tribunal könnte an Russland scheitern, sagt er im Gespräch.
- Interview
- von Christian Weisflog
- 17.7.2015, 05:30 Uhr
[…] Es gibt verschiedene Möglichkeiten, von wo aus diese Buk-Rakete abgeschossen wurde. Diese Untersuchung ist auch noch im Gange. Es ist ziemlich schwer, das herauszufinden.
Russische Militärexperten hatten kürzlich einen Bericht veröffentlicht. Sie untersuchten den Einschlagswinkel der Rakete und kamen zum Schluss, dass die Buk-Rakete weiter westlich von ukrainischen Streitkräften abgefeuert wurde. Wie überzeugend finden Sie diese These?
Die exakte Flugbahn und den Einschlag einer Rakete zu bestimmen, ist eine sehr komplexe forensische Arbeit. Das ist auch Teil der Ermittlungen, die immer noch im Sicherheitsrat laufen. Sie schauen sich das Schadensmuster an der Nase des Flugzeugs an. Wir arbeiten daran und verwenden auch den Bericht, den die Russen veröffentlicht haben. Wir vergleichen ihn mit unseren anderen Beweisen. Aber wir haben uns noch keine abschliessende Meinung gemacht.
Dann wissen Sie auch noch nicht, wer die Rakete abgefeuert haben könnte: die Ukrainer, Separatisten oder russische Soldaten?
Ich habe mich bisher dazu nicht geäussert und werde das nun auch nicht tun. Wir sind wirklich noch dabei, das zu ermitteln. […]
http://www.nzz.ch/international/europa/die-gefahr-eines-russischen-vetos-ist-da-1.18581057
Daß noch nicht einmal eine Luft-Luft-Rakete als Tatwaffe sicher ausgeschlossen werden kann, sagt er ebenfalls. Leider trauen sich westliche Journalisten nicht, Herrn Westerbeke nach dem Schicksal seines Rechtshilfeersuchens an die USA zwecks Herausgabe von Satellitenbildern zu befragen. Und als ob es dieses Interview nicht gegeben hätte, kommentiert die NZZ am selben Tag zur selben Zeit durch denselben Interviewer den MH17-Absturz so:
Ein Jahr nach der MH17-Katastrophe
Die russische Spur bleibt die heisseste
Die malaysische Boeing wurde vermutlich von einem aus Russland gelieferten Raketensystem getroffen. Die Gegenargumente aus Moskau sind wenig plausibel bis schlicht gelogen, aber noch nicht widerlegt.
- von Christian Weisflog
- 17.7.2015, 05:30 Uhr
[…]
http://www.nzz.ch/international/europa/die-russische-spur-bleibt-die-heisseste-1.18581058
Jetzt erstaunt es nicht mehr, daß Weisflog nach der Kooperation der USA nicht gefragt hat. Mit Sicherheit haben die USA keine ihrer geheimdienstlichen Erkenntnisse geliefert, weil die offenkundig den Vorwurf nicht bestätigen. Also muß medial und politisch weiterhin basislos polemisiert werden.
Merkwürdigerweise klärte die ukrainische Seite darüber auf, was in dem vorläufigen niederländischen Entwurf des DSB steht. Und was nicht.
Zuvor hatte Poroschenko persönlich per Tweet und FB-Eintrag verkündet, daß die Niederlande Rußland verantwortlich machen – diese „social media-Beweise“ dann aber schnell wieder gelöscht.
Niederländischer Endbericht zu MH17-Katastrophe fast fertig – ukrainisches Außenamt
15:40 21.07.2015(aktualisiert 19:50 21.07.2015)
Die niederländische Sicherheitsbehörde soll am 10. August den Endbericht über den Absturz der malaysischen Boeing im vorigen Sommer im Donbass vorstellen, damit alle Länder Einsicht darin nehmen können. Das sagte die ukrainische Vizeaußenministerin Jelena Serkal am Dienstag in Kiew bei einem kurzen Pressegespräch.
Serkal zufolge nähert sich die Arbeit an dem Dokument ihrem Abschluss. In dem Bericht seien keine Schuldigen, sondern nur die Umstände der Flugzeugkatastrophe genannt, so die Vizeaußenministerin. Sie erläuterte, dass die Untersuchung zum Jet-Absturz anhand der Anlage 13 zum Übereinkommen über internationale Zivilluftfahrt von Chicago und im vollen Einklang mit den Forderungen dieses Dokumentes durchgeführt wurde.
Der Vizeaußenministerin zufolge wurden Bemerkungen russischer Fachleute in dem Dokument berücksichtigt. „Zur Endfassung des Berichtes werden auch Kommentare und Vorschläge aller interessierten Seiten hinzugefügt“, so Serkal.
[…]
http://de.sputniknews.com/panorama/20150721/303381536.html
Mehr wußte allerdings das dem SBU nahestehende ukrainische Portal Censor.Net, das von diesem mit Exklusiv-Material gefüttert wird.
17.07.15 18:02 Chemical examination found submunitions from Boeing corresponding to Russian Buk missiles – Butusov. PHOTOS
Recognition of hitting the Malaysian airliner by the Buk missile system is already an automatic indictment against Russia.
This is announced in an article by the Censor.NET Chief Editor Yurii Butusov. He publishes an X-ray of one of the crew members of the Malaysian airliner.
He was in the cockpit during the explosion and died on the spot. All fractures result from contact with submunitions. The marks around the skeleton are the submunitions.
An up-to-date chemical examination exactly determined the composition of metal parts, which pierced the hull and glass of the downed airliner before hitting the people.
Natürlich kann es sich bei diesem Foto um ein Fake handeln und nicht um originäres Material aus den strafrechtlichen Ermittlungen des JIT, an denen der SBU beteiligt ist. Auffällig ist jedenfalls, daß der Censor.Net-Chef Butusow lediglich über chemische Untersuchungen derjenigen Schrapnells redet, die in die Maschine eingedrungen sind. Und damit die Aussage von Westerbeke vom 30.6.2015 bestätigt, daß die Untersuchungen der Metallteile, die aus den Leichen herauspräpariert wurden, noch nicht abgeschlossen seien. Möglicherweise gibt es Diskrepanzen zwischen den chemischen Ergebnissen.
Der Rest des Artikels ist pure bereits widerlegte Propaganda:
The second photo shows a close-up of the so-called double-t striking element. An antiaircraft missiles warhead contains four thousand of such elements. „This is a striking element extracted from the aircraft and its unused full-size counterpart extracted from Buk M1-2 Russian surface-to-air missile complex produced in 1998. This missile was not supplied to Ukraine, but it was supplied to other countries,“ Butusov says.
Ukrainian Buks are equipped with old Soviet missiles 9M38. Our anti-aircraft gunners cannot fire the upgraded Buk M1-2 missiles. But the Russian Buk M1-2 provides for using both types of missiles. „Striking elements have a chemical composition identical to that of double-t’s, which destroyed the plane, passengers and crew,“ he added.
Nun, diesen Quatsch hatte Censor.Net bereits am 18.3.2015 verbreitet, unter Beigabe exklusiver Fotos von den niederländischen Rekonstruktionsbemühungen, die erst nach dem offiziellen Pressetermin vom 2.2.2015 in den Hangars stattfanden. Die Fotos stammten also tatsächlich von einem Insider, einem „Freund der Ukraine in den Niederlanden“.
Max van der Werff hat sich am 21.3.2015 diesem Artikel von Censor.Net gewidmet und den niederländischen Journalisten Joost Niemöller interviewt, der an dem offiziellen Besichtigungstermin teilgenommen hatte; Niemöller konnte bestätigen, daß diese Bilder nach dem offiziellen Pressetermin entstanden sein müssen:
MH17 – Dutch investigation compromised by Ukrainian researchers
Русская версия Versi Malaysia March 21, 2015
A Ukrainian source published new information about MH17. The source claims shrapnel from a missile fired by a Buk-M1-2, a launcher only used by Russia, was found in parts of the wreckage stored for reconstruction at Dutch Air Force Base Gilze-Rijen.
[…]
http://7mei.nl/2015/03/21/mh17-investigation-compromised/
Die Desinformation, daß diese x-förmigen Schrapnells ausschließlich im Gefechtskopf der modernen Raketen des weiterentwickelten russischen Systems Buk-M1-2 Verwendung finden, hatte zeitnah bereits das russische Verteidigungsministerium zurückgewiesen; diese existieren vielmehr ausschließlich in den in der Ukraine gebräuchlichen Raketen des älteren Buk-M1-Systems:
Nach der Präsentation der Buk-herstellenden Firma Almaz Antey vom 2.6.2015 kann daran nun wirklich kein Zweifel mehr bestehen. Nur dieses zuletzt an die russische Armee im Jahr 1995 ausgelieferte Raketenmodell 9M38M1 mit dem Gefechtskopf 9N314M1 der Buk-M1, deren Produktion im Jahr 1999 eingestellt wurde, weist jene 8,1 Gramm schwere x-förmige Schrapnellform auf – das Vorgänger- und die Nachfolgermodelle Buk-M1-2 und Buk-M2 (Rakete 9M317 mit Gefechtskopf 9N318) indessen nicht:
Video der Pressekonferenz:
https://www.youtube.com/watch?v=GsohFzbJ-vs
http://tass.ru/boeing-presentation/tip-rakety/2023205
Offenbar hängen der SBU wie auch die westliche Presse dem Glauben an, daß eine selektive Wahrnehmung und eine Wiederholung unhaltbarer Behauptungen ausreichen, um eine unsubstantiierte Anklage politisch und medial durchsetzen zu können. Diese Taktik funktioniert zwar, aber eben nur bedingt. Irgendwann kommt ja doch die Stunde der Wahrheit. Im Fall des geheimnisumwitterten DSB-Reports im Oktober 2015. Kann man diese paar Monate nicht einfach mal abwarten?
Was die strafrechtlichen Ermittlungen angeht, so richte ich mich auf eine längere Zeitspanne ein…
Was hatte Bellingcat zum Jahrestag beizutragen?
Nun, ebenfalls einen der klassisch wiederholenden Artikel. Die Holzhammermethode eben. Immerhin erläutert Bellingcat seine journalistischen Prinzipien, die eigentlich zur sofortigen Rückgabe des Hanns Joachim-Friedrichs-Sonderpreises führen müßten. Oder zum Rücktritt der Jury, die offenbar ahnungslos war:
Die Jury vergibt den Sonderpreis an Eliot Higgins und sein Team für die unerschütterliche Zuversicht, im Kampf um die Wahrheit nicht auf verdeckte oder geheimdienstliche Informationen bauen zu müssen, sondern mit öffentlichen, jedermann zugänglichen, überprüfbaren Bildern und Fakten die Öffentlichkeit zu überzeugen. Ihre Methode der weltweiten Vernetzung öffentlich zugänglicher Quellen und ihre kompetente und verantwortungsvolle Auswertung ist beste journalistische Aufklärung auf dem Schlachtfeld moderner Propaganda- und Verunsicherungskriege. Sie wirkt vor allem dort, wo das Klima des Misstrauens und der Verschwörung Platz gegriffen hat: im Internet.
Die Jury zeichnet auch die Unterstützung aus, die Higgins und sein Team vielen, auch deutschen, Journalisten bei deren Recherchen gibt. […]
Der Preis ist mit 2.500,00 € dotiert.”
http://www.hanns-joachim-friedrichs.de/index.php/pressemitteilung-2015.html
Selbstverständlich ist Bellingcat Teilnehmer „auf dem Schlachtfeld moderner Propaganda- und Verunsicherungskriege“, promotet vom Atlantic Council, von General Breedlove und der BILD. Bellingcat ist aktives Teil des Problems.
MH17 In Their Own Words: Witness Testimonies on Social Media from July 17th, 2014
July 16, 2015 By Aric Toler […]
In the days following the downing of MH17, narratives fell into place from the sides of Russia / pro-Russian separatists and Ukraine / Western nations. Journalists and investigators have gathered numerous witness accounts that attest to both Ukrainian narrative (a Buk anti-aircraft system brought down MH17 from south of Snizhne) and the Russian narrative (Ukraine shot down MH17 either with an SU-25 fighter jet or with its own Buk, likely near the village of Zaroshchenske).
[…]
This article will examine the available social media accounts available that confirm the existence, location, and general timeline of a Buk anti-aircraft system in separatist-held territory on July 17 and reports of locals reporting an event that is consistent with a Buk missile launch just minutes after 4:20PM (Kyiv time), when the tragedy took place.
[…]
https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2015/07/16/in-their-own-words/
Es gibt zwar mehrere Narrationen, aber wir konzentrieren uns auf diejenigen Äußerungen, die die von uns favorisierte bestätigen. Knapper hätte Aric Toler das Arbeitsprinzip von Bellingcat nicht darstellen können.
Es macht ihn auch nicht stutzig, daß es sich bei den Tweetern um pro-Kiew-Politaktivisten handelt, die keine eigenen Wahrnehmungen verbreiten, sondern sich als Verteiler von fremden Botschaften zur Unterstützung des ukrainischen Militärs gegen die separatistischen Milizen verstehen, die der Einfachheit halber als „Terroristen“ bezeichnet werden.
Many of the tweets attesting to a Buk (or, at least, a large piece of military equipment that very well may have been a Buk) are attributed to @666_mancer. This popular user likely may not have seen any of the scenes himself, but instead collected witness accounts from others and re-posted them in one place. A similar pattern will later be seen with @Wowihay, who no longer lives in Torez, but collects witness testimonies from locals. As it is often not safe for someone to post an sighting of separatist military maneuvers on a personal Twitter account, it is safer for a single person (who is either anonymous or no longer lives in the town) to post them. Additionally, the #Stopterror (#Стоптеррер) hashtag that frequently appears in these tweets was meant to inform the Ukrainian military of separatist military maneuvers, thus providing crowd-sourced intelligence from locals with eyes and ears on the streets.
https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2015/07/16/in-their-own-words/
Der neu eingeführte Tweeter “666_mancer” wurde deshalb eingeführt, weil es bislang noch keine zeitnahen Sichtungen der Buk auf dem Volvo-Tieflader in Donezk gab; was „666_mancer“ dann aber, u.a. um 10:31 Uhr, tweetete, paßt noch nicht einmal annähernd ins gewünschte Szenario und zeigt lediglich auf, wie verzweifelt Bellingcat nach Bestätigung der SBU-Narration fahndet:
Donetsk: “Not a smerch. 1. Its base is tracked. 2. No long firing tubes are not long. It visually resembles a BUK a lot. However, there were no mounted rockets” #Stopterror
Oder um 10:44 Uhr:
#Donetsk witnesses: the front of the vehicle is similar, but then came a trailer on which there was something underneath a cover, tracked, with one cannon #Stopterror
Aha. Zunächst eine Smertsch, dann etwas Buk-Ähnliches ohne Raketen und danach ein verhülltes Gerät mit einer Kanone. Auffälligerweise wurden keine der angeblichen „Sichtungen“ bis zum Absturz der MH17 mit Bildern unterlegt.
Leise, still und heimlich hat Bellingcat nebenbei die Uhrzeit des Paris Match-Bildes aus Donezk verändert:
Quelle: http://www.parismatch.com/Actu/International/EXCLU-MATCH-Un-camion-vole-pour-transporter-le-systeme-lance-missiles-577289
The generaly accepted timeline of Buk 3×2, which is suspected in the downing of MH17, with very approximate and broad ranges of time:
-
Left Donetsk, eastbound along H21 [N21]: ~10:45am (Kyiv time)
https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2015/07/16/in-their-own-words/
Am 30.6.2915 hatte Bellingcat nämlich eingestehen müssen, daß der erste Realitätscheck hinsichtlich des fragwürdigen Paris Match-Fotos vom 17.7.2014 in Donezk gegen 11 Uhr, wie bis dahin propagiert, gescheitert war.
Tracking the Vehicle that Transported the MH17 Buk
June 30, 2015 By Nathan Patin
[…]
The new Digital Globe imagery Bellingcat has purchased shows that at 11:08 a.m. (local time) on 17 July 2014, the low-loader was not present in the vehicle yard, as would be expected if Paris Match photographed the low-loader heading out of Donetsk on H21 [N21] around 11 a.m.
[…]
After being spotted heading east on the H21 [N21]highway by Paris Match photographers around 11 a.m., the low-loader was subsequently filmed roughly 36 kilometers farther east on H21 [N21] in the town of Zuhres, reportedly at 11:40 a.m.
[…]
This full Donetsk image from Digital Globe – which, after purchasing the imagery, we know was taken at 11:08 a.m. – extends roughly one-third of the way to the town of Zuhres. Based on the time of the Donetsk satellite image and the time the Buk was seen in Zuhres (11:40 a.m.), we judged that there was a reasonable possibility that the Buk and low-loader would be visible in the satellite imagery. In order to find out, we crowdfunded the purchase of another sliver of the Digital Globe imagery, this time showing the route depicted above. Unfortunately, the low-loader could not be seen in this image. (We, therefore, will not seek funding for the additional $1,500 required to publish the image.)
There are two plausible reasons as to why this may be. First, while the imagery is by and large clear for large stretches of the route, there are not insignificant sections of road that are obscured by either cloud cover or the tree line. Second, the assumption that the Buk would be visible was based upon a number of unknown factors that may have affected the low-loader’s travel time, including the speed of the low-loader, the heaviness of the traffic, and whether any stops were made.
[…]
https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2015/06/30/low-loader/
Das sind natürlich Ausweichmanöver eines Teams, das bewußt der Fata Morgana von politisch gezielt gestreuten social media-Spuren gefolgt war.
Erstaunlicherweise hat die Bellingcat-verhaftete ZEIT am 9.7.2015 (Nr. 28/2015, S. 13 – 15) ein kritisches Dossier lanciert:
Diese Bilder lügen
Fotos sind nur noch Computerdateien mit Millionen Bildpunkten. Nie war es einfacher, sie zu fälschen. Was bedeutet das für unseren Blick auf die Wirklichkeit?
Von Amrai Coen, Malte Henk und Henning Sussebach
Bislang ist der Artikel, der einen kritischen Blick auf die Bilderflut im Internet und in den Medien empfiehlt, nicht online erschienen. Zur Ukraine und den Internet-Fotos heißt es dort:
Für Peer Grimm [dpa] sind solche Fotos Konkurrenz und Verführung zugleich. Man sieht ihnen nicht immer an, woher sie stammen. Privatmenschen können sie gemacht haben oder Geheimagenten, Blogger im Dienst der Aufklärung oder Blogger im Dienst der Propaganda. In einem Konflikt wie dem in der Ukraine sind manipulierte Bilder die Währung zum Kauf von Aufmerksamkeit. Sie geraten in Umlauf wie Falschgeld: von Bildschirm zu Bildschirm, von Betrachter zu Betrachter.
[aaO, S. 14]
Bellingcat hat keine Hemmungen, Blogger im Dienst der pro-Kiew-Propaganda heranzuziehen oder die Videos von „Geheimagenten“ nach Löschung im Umlauf zu halten.
Im Gegenteil – am 27.7.2015 wurde dort die Übersetzung eines Interviews mit seinem Hauptzulieferer „WowihaY“ alias Wladimir Djukow, kurz zuvor vom SBU-nahen Chef von Censor.Net für einen Orden vorgeschlagen,
http://en.censor.net.ua/photo_news/344472/torez_residents_who_photographed_russian_buk_after
präsentiert; und für diese Übersetzungsleistung muß man Bellingcat wirklich dankbar sein. Die Google-Übersetzung war mal wieder furchtbar:
Interview with “WowihaY,” the man who narrated MH17 as it happened
July 27, 2015
By Aric Toler
The anonymous Twitter user @WowihaY has long been documenting the conflict in eastern Ukraine, especially as it has affected his hometown of Torez. He came to a degree of notoriety on July 17, 2014, as he was one of the most influential Twitter users in chronicling and deciphering the downing of MH17. Along with documenting witness accounts of a Buk traveling through Torez hours before the plane’s downing, @WowihaY posted the now-infamous photograph of a smoke trail rising above fields south of Snizhne – the smoke contrails of the missile that brought down the passenger plane. The following is an English translation of an article by Olga Bespertova that appeared in Fakty.ua on July 25, 2015, with the first public interview of @WowihaY.
[…]
https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2015/07/27/interview-with-wowihay/
Ein Interview, das nicht nur weitere Widersprüche zu den Angaben des “Wölkchenfotographen” Pawel Aleinikow aufdeckte, sondern auch ironische Kommentare wie diesen zeitigte:
Oleg – July 27th, 2015
what a brave hero Wohiway is.
Ja, hinter Feindeslinien im besetzten Donbass für den Kiew-Sieg zu kämpfen, ist wirklich heldenhaft. Zumal Djukow/WowihaY schon im Juni 2014 aus dem Donbass verzogen war. Und Aric Toler plaudert aus, daß die Heimatstadt von „WowihaY“ Tores sei, (was zutrifft), während der Held im Interview versichert, daß seine Heimatstadt Snischne gewesen sei (und die Jahreszahl seines Wegzugs verschweigt – tatsächlich kann es sich nur um Juni 2014 handeln):
Thing is, the pressure from the supporters of the so-called Donetsk People’s Republic was harsh, because I’ve never hidden my views, therefore there was a real threat to end up dead in a basement. In June my family and I left our hometown Snizhne.
But both then and now I know about everything that happens back home. An advantage of our group is that there are local informants who are forging victory behind enemy lines.
Aric Toler wußte natürlich schon am 16.7.2015, daß WowihaY nicht mehr in Tores lebt –: soviel zum Thema open source. Daß WowihaY bereits im Juli 2014 nicht mehr dort wohnte, ergibt sich u.a. auch aus diesem Twitter-Dialog:
https://twitter.com/jamiewh_/status/490171831778041856
https://twitter.com/search?q=from%3AWowihaY%20since%3A2014-06-01%20until%3A2014-07-19&src=typd
Der niederländische Bellingcat-Kollege ukraine@war, gern als Kronzeuge zitiert, drehte am Jahrestag schier durch und legte die paranoide Seite seines Russenhasses offen:
Friday, July 17, 2015
Russia hijacked MH370 and made it disappear as a distraction from its invasion into Crimea?
[…]
http://ukraineatwar.blogspot.de/2015/07/russia-hijacked-mh370-and-made-it.html
Beim Fragezeichen blieb es nicht.
Soweit das Fazit der Artikel rund um den Jahrestag. Alternative Medien habe ich außen vor gelassen – es geht mir um den geradezu bestürzenden Mainstream in Presse und Internet – und natürlich in der Politik. Dabei ginge es doch auch anders, wie die Frankfurter Rundschau demonstriert hat:
17.7.2015 MH17-Abschuss
Ukraine vermutet „direkten Befehl“ von Russland
[…]
Kiew/Moskau – Ein Jahr nach dem Abschuss der malaysischen Passagiermaschine MH17 im Kriegsgebiet Donbass hat die Ukraine ihre Schuldvorwürfe gegen Russland bekräftigt. «Die Hochtechnologiewaffe, mit der das Flugzeug abgeschossen wurde, konnte nur aus Russland in die Hände der Terroristen gelangen», sagte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko in einem am Freitag veröffentlichten Video. Dagegen zitierte die russische Agentur Interfax die niederländische Staatsanwaltschaft mit den Worten, dass die Hintergründe des Abschusses vom 17. Juli 2014 nicht geklärt seien.
[…]
Es sei bislang nicht klar, ob die Boeing 777 mit einer Boden-Luft- oder mit einer Luft-Luft-Rakete abgeschossen worden sei, sagte Wim de Bruin, Sprecher des leitenden niederländischen Staatsanwalts.
Die Ermittlungen werden in den Niederlanden geführt, weil die meisten Opfer Staatsbürger des EU-Landes waren. Zuletzt hatten vor allem westliche Medien berichtet, es sei erwiesen, dass die malaysische Passagiermaschine von dem bodengestützten Luftabwehrsystem Buk mit einer Rakete abgeschossen worden sei.
[…]
Hervorgehoben sei der am 16.7.2015 in der Frankfurter Rundschau veröffentlichte Bericht von Stefan Scholl, der im Donbass unterwegs war und eine aussagepsychologisch richtige Schlußfolgerung zu den dort im Nachhinein zu erlangenden „Zeugenaussagen“ zieht.
16. Juli 2015
Flug MH17
Auf der Suche nach der Wahrheit
Von Stefan Scholl
Vor einem Jahr wird eine Boeing 777 der Malaysia Airlines über der Ost-Ukraine abgeschossen. In die Erzählungen der Menschen im Donbass mischen sich Erlebnisse mit Parolen und Propaganda-Bildern.
[…]
Alexander erzählt von anderen Flugzeugen, vom Geknatter automatischer Waffen am Himmel. Ein Mann aus dem benachbarten Pelagejewka spricht von zwei ukrainischen Kriegsflugzeugen: Ein Kampfjet habe die Boeing abgeschossen, der andere den ersten, um Zeugen zu beseitigen.
Die Suche nach der Wahrheit
Der abgeschossene Pilot sei mit dem Fallschirm abgesprungen. „Auf dem Feld, wo er landete, arbeiteten Frauen mit Breithacken. Sie haben ihn damit totgeschlagen.“ Andere sagen, die Leichen hätten schon nach Verwesung gerochen, als sie auf der Erde aufschlugen. Eine Provokation dunkler Kräfte, um die Weltöffentlichkeit gegen Russland aufzuwiegeln. Einige meinen, die Ukrainer hätten die Boeing versehentlich abgeschossen, wollten eigentlich die russische Maschine erwischen, mit der gerade Wladimir Putin unterwegs gewesen sei.
Hier leben Malocher. Sie lügen nicht, sie sagen nur ihre Wahrheit, eine Wahrheit, die erlebte Wirklichkeit mit den Parolen und Bildern des russischen Staatsfernsehens mischt.
Aber auch Menschen, die nichts mit dieser Volksrepublik anfangen können, haben am Abschusstag Kampfflieger bemerkt. „Wenn eine halbe Million Menschen diese Flugzeuge gesehen haben“, brummt ein Automechaniker aus Rassypnoje, „dann sind sie wohl dagewesen.“ Zumal die Leute nach wochenlangen ukrainischen Luftangriffen achtgaben auf den Himmel.
[…]
Nördlich der Straße Tores-Schneschnoje erzählen die Leute von Flugzeugen, südlich von Raketen. Manche haben ihr Brüllen gehört, andere sagen, sie sei lautlos geflogen. Und alle versichern, sie sei weit weg im Südwesten abgeschossen worden, wo damals ukrainische Truppen standen.
Nur der Inhaber eines Lebensmittelgeschäfts in Perwomaiski müht sich um Sachlichkeit. „Wir standen hier auf dem Platz, mein Nachbar hat sein Fernglas geholt. Da waren vier Kondensstreifen am Himmel, die große Boeing und ein kleiner Kampfflieger, der um sie herumkurvte. Dann stieg ein heller Fleck auf, dort hinter der Pappel“, er zeigt nach Westen, „es gab einen Schlag, das große Flugzeug bekam einen gelben lodernden Schwanz, das kleine drehte ab.“ Aber auch er ist sicher, dass die Rakete ein Ablenkungsmanöver war – mit dem Ziel, Russland anzuschwärzen.
Jedenfalls waren am Tag des Unglücks außer der Boeing auch Kampfflugzeuge am Himmel über Rassypnoje. Und vom Boden wurde eine Rakete auf eine dieser Maschinen abgeschossen. Aber auf welches Flugzeug zielte sie? Auf einen ukrainischen Kampfjet, der sich in den Radarschatten der großen Boeing flüchtete? Und von welchem Ort wurde sie gestartet? Da widerspricht sich die Fachwelt genauso wie das Bergmannsvolk vor Ort.
[…]
http://www.fr-online.de/ukraine/flug-mh17-auf-der-suche-nach-der-wahrheit,26429068,31239320.html
Was der um Sachlichkeit bemühte Inhaber eines Lebensmittelgeschäfts in Perwomaiski erzählt, kann er schlicht nicht gesehen haben, und wenn er noch so sachlich an dieser seiner subjektiven Wahrheit festhält.
Fest steht nur eins: am 17.7.2014 waren ukrainische Kampfjets rund um die Absturzstelle im Einsatz, was die ukrainische Regierung so entschieden wie unglaubhaft leugnet.
Stefan Scholl ist auch den Spuren von Marcus Bensmann von Correctiv in das Dorf nördlich von Snischne gefolgt, das Bensmann „Puschkin“ nennt. In diesem Posting hatte ich bereits die Manipulationen von Bensmann, insbesondere bei der Redaktion der Aussage seines Kronzeugen für einen Buk-Abschuß dort, in seiner unübersichtlichen Multi-Media-Reportage nachgewiesen:
https://gabrielewolff.wordpress.com/2015/05/24/ukraine-informationskrieg-um-mh-17-4/
Zwischenzeitlich hatte Michael Kobs in einer Studie mit dem Titel
Das CORRECTIV/SPIEGEL-Video
„Todesflug-MH-17: Die Geschichte eines Kriegsverbrechens“
Eine Recherche zur Recherche
von
Michael Kobs
minutiös nachgewiesen, daß der Correctiv-Buk-Zeuge in der schicken graphic novel, die der Realität des Wohnhauses des Zeugen 1 zu 1 entspricht, in die falschen Richtungen zeigt, wenn er den angeblichen Buk-Standort und den angeblichen Absturzort der MH17 durch Ausstrecken des Arms bezeichnet. 

[S. 17-19 der Studie]
Den endgültigen Correctiv-Bensmann-Todesstoß versetzt nun Stefan Scholl:
Und die Leute in der Siedlung Moltschaniwo nördlich von Sneschnoje schildern einem Reporter des Berliner Rechercheteams Correctiv „ein krasses Teil mit vier Raketen“, das beim tödlichen Schuss die Ziegel der nächsten Gebäude wackeln ließ. Nicht weniger glaubhaft staunt dort jetzt ein anderer Einwohner: „Von einer Rakete hat hier keiner was mitbekommen. Ich habe bei den Raketentruppen gedient, ich weiß doch, wie sich eine Buk anhört.“
http://www.fr-online.de/ukraine/flug-mh17-auf-der-suche-nach-der-wahrheit,26429068,31239320.html
Nun müßte auch Correctiv/Bensmann seinen Grimme-online-Preis zurückgeben oder aber die ebenfalls, wie beim Hanns Joachim Friedrichs-Preis, inkompetente Jury zurücktreten [Hervorhebung von mir]:
Hartnäckig und mit langem Atem – investigative Journalisten sind Gegenentwürfe zur medialen Aufgeregtheit der Katastrophenberichterstattung und ihrer Liveticker. “MH17 – Die Suche nach der Wahrheit“ ist ein solcher Gegenentwurf: das Ergebnis einer großen Rechercheleistung, perfekt aufbereitet.
MH17 – dieses Kürzel hat sich ins kollektive Gedächtnis eingebrannt: Am 17. Juli 2014 wird der Malaysia Airlines Flug MH17 über der Ostukraine abgeschossen, durchlöchert von einem Hagel aus tödlichen Schrapnells. 298 Menschen sterben. Die Medien veröffentlichen Sonderseiten, senden Extras. Die Frage nach den Schuldigen generiert Spekulationen und gegenseitige Anklagen, aber sie wird nicht beantwortet.
Reporter von CORRECT!V nehmen das nicht hin. Mit kriminalistischer Energie sammeln sie Dokumente und Hinweise. Sie reisen ins Katastrophengebiet, das auch Kriegsgebiet ist, und folgen den Spuren der Rakete. Wer das Ergebnis dieser Arbeit betrachtet, wird nicht mit Resultaten konfrontiert, sondern begleitet das Team, sieht, hört und liest mit: Akten, persönliche Eindrücke, Radarspuren, Interviews. Der Beitrag lässt einen nicht los, weil die Texte überzeugend geschrieben, weil die Erkenntnisse packend aufbereitet sind – als animierte Grafik, Graphic Novel, Film, Audio.
Die Jury würdigt dieses Projekt als herausragendes Beispiel für die Verbindung digitaler Erzählmethoden mit klassischen journalistischen Fähigkeiten. Und sie würdigt es als Beispiel für die zahlreichen Beiträge hoher publizistischer Qualität, die das gemeinnützige Recherchebüro CORRECT!V auszeichnen, und die es anderen Medien zur Verfügung stellt.
http://www.grimme-institut.de/html/index.php?id=2014&no_cache=1#c14410
Man wird bei Correctiv mit den absurdesten Resultaten auf Bellingcats Spuren konfrontiert, und Bensmann hatte nur das Pech, daß sich Bellingcat zum Zeitpunkt seiner eigenen Recherche im November 2014 auf den Abschußort noch nicht festgelegt hatte, sondern dies erst, in Anlehnung an die RTL/NL-Studie von Dezember 2014, im Januar 2015 tat.
Meine Anfrage bei Correctiv:
Gabriele Wolff
Was sagen Sie dazu, Herr Bensmann, daß sämtliche anderen Rechercheure, von Bellingcat bis zum Rechercheteam der SÜDEUTSCHEN mit dem ör Fernsehen und Reuters, den Abschußort der Buk nicht wie Sie nördlich von Snischne in Puschkin, sondern südlich von Snischne zwischen Pervomais’ke und dem Dorf “Roter Oktober” lokalisiert haben? Auch die von RTL in Auftrag gegebene Studie kommt zu diesem vom SBU vorgezeichneten Ergebnis.
Was soll man also von den wackelnden Ziegeln in Puschkin halten?
Und wieso haben Sie nicht in Pervomais’ke gesucht, wo vor und nach Ihnen alle anderen gesucht haben? Dazu haben Sie jegliche Erklärung vermissen lassen.
https://correctiv.org/blog/2015/01/27/mh-17-zum-hintergrund-unserer-recherche/#comment-137
harrt immer noch der Beantwortung.
Vermutlich freute sich Correctiv zu sehr über einen weiteren Preis aus Frankreich, um auf kritische Fragen antworten zu können:
https://correctiv.org/blog/2015/07/02/ein-preis-paris/
Oder arbeitete man sich bei Correctiv bis zum 24.7.2015 an einer abstrusen Anti-Putin Verschwörungstheorie ab, die man als vernünftiger Mensch logisch nicht nachvollziehen kann? Und schon gar nicht als Ex-Staatsanwältin.
https://correctiv.org/recherchen/system-putin/
Es ist zum Verzweifeln. Ich frage mich langsam, ob das Versagen der Presse nicht Methode hat. Über die Griechenland-Krise wurde ebenso unzulänglich berichtet wie über die Ukraine-Krise. Mal sehen, wie es mit der Türkei-Krise weitergeht. Aber da muß man sich mit dem Erdogan-Bashing ja zurückhalten, weil die USA dessen PKK-Bombardierungen als Selbstverteidigungsaktion rechtfertigen. Diese verflixte Situation wird in den amerikatreuen Redaktionen noch viel Schweiß auf die Stirn zaubern, war Erdogan doch gerade erst als Putin II aufgebaut worden. Der nun in einer langen vorbereiteten Allianz mit den USA steht. Die USA sind, siehe Ukraine, schmerzfrei in der Wahl ihrer Partner, solange es gegen Rußland und andere Gegner des US-amerikanischen „exceptionalism“ geht.
Ich mache jedenfalls weiter mit meinen unnützlichen Kommentaren. 😉
Nachtrag (8.8.2015)
Marcel van den Berg überraschte am 4.8.2015 mit einem Beitrag, in dem er die CNN-„Enthüllungen“ über den Inhalt des im Oktober zu erwartenden Berichts des Dutch Safety Board, genau wie ich, als Propaganda entlarvte. Die indes gedankenlos von den Mainstream-Medien, so auch in den Niederlanden, verbreitet wurde – weil sie eben so schön in den vorurteilsbehafteten Erwartungshorizont paßt.
4.8.2015
CNN leak on DSB report which blames pro-Russian rebels for shooting down plane is nonsense!
Posted on August 4, 2015 by admin in Uncategorized // 35 Comments
At July 16 CNN reported with big headlines : First on CNN: Sources say MH17 report blames Russian missile for shooting down plane.
This article is complete nonsense however many media copied the CNN article. For instance the Dutch NOS and RTL Nieuws.
[…]
Another indication that the DSB cannot mention the location of the launch is that as recent as June 20 Dutch members of the JIT took ground samples of the supposed launch location near Snizhne. (source) and NOS.
https://www.youtube.com/watch?v=qwizOTI_8o8
http://nos.nl/artikel/2043247-video-mh17-onderzoekers-aan-het-werk-in-oost-oekraine.html
Die von ihm verlinkten Quellen – ein Video der DNR vom 20.6.2015 mit einigermaßen verständlichen niederländischen Untertiteln und der Artikel des staatlichen niederländischen Fernsehens zu diesem Video waren mir bislang unbekannt. Demnach wurden also Bodenproben von dem vom SBU, ukraine@war und Bellingcat (in dieser Reihenfolge) behaupteten Abschußort einer Buk südlich von Snischne entnommen. Unter freundlicher Mitwirkung der „Rebellen“ und der OSZE. Endlich!
Es wird Zeit, daß diese virtuelle Story endlich einmal überprüft wird, wenn schon Beweise aus den USA und der Ukraine ausbleiben. Schon den ersten Realitäts-Check hat der Comicstrip von Bellingcat ja nicht überstanden.
Welchem trüben propagandistischen Internet-Netzwerk Bellingcat im Rahmen seiner „Beweisführung“ blind folgte und folgt, hat Hector Reban am 1.8.2015 hier akribisch aufgelistet:
Daß die Lektüre sich lohnt, verraten bereits die hilflosen Bellingcat-Reaktionen auf Twitter, werden ihre MItarbeiter doch in diesem Artikel als tumbe Follower politischer social media-Infokrieger mit besten Kontakten zum ukrainischen Militär und dem SBU entlarvt, der mühelos einspeisen konnte, was ihm beliebte:
Aric Toler @AricToler 2. Aug.
Aric Toler retweetete Max van der Werff
My god, what a huge conspiracy! So vast, complex and overreaching, it’s almost as if these things actually happened!
Aric Toler hinzugefügt,
Max van der Werff @MaxvanderWerff
#MH17 „17 July BUK Sightings: Planting Evidence In Advance?“ by @Jetagodi https://hectorreban.wordpress.com/2015/08/01/17-july-buk-sightings-planting-evidence-in-advance/ … @JeroenAkkermans @JoostNiemoller
https://twitter.com/AricToler/status/627818319748403200
Eliot Higgins @EliotHiggins 2. Aug.
@Stredni_trida @AricToler @bellingcat @WowihaY damn, he’s caught us out, time to shut down Bellingcat
Gespräch zeigen 0 Retweets 0 Favoriten
https://twitter.com/EliotHiggins/status/627836735209242624
Natürlich mußte auch der SBU-Informant WowihaY in Kenntnis gesetzt werden. Das wäre wohl die beste Lösung, Bellingcat zu schließen. Denn noch eine Propaganda-Schleuder mehr brauchen wir wirklich nicht. Aber diese Lösung dürfte das Atlantic Council, das so viele Hoffnungen in Higgins‘ kongeniale Mitarbeit mit dem Touch des alternativen Journalismus setzt, wohl nicht zulassen. 😉
Nachtrag (14.9.2015)
Das von Censor.Net präsentierte Röntgenfoto, das die Leiche eines MH17-Piloten mit Schrapnellspuren zeigen soll, ist aller Wahrscheinlichkeit nach ein Fake, wie John Helmer schreibt:
MH17 — DUTCH PREPARE MISSILE ATTACK ON MOSCOW
By John Helmer, Moscow
The Dutch Government has decided to launch a missile attack on Moscow in October. By suppressing all evidence obtained from the bodies of victims of the crash of Malaysian Airlines MH17, officials of the Dutch Safety Board and associated Dutch military officers, police and prosecutors are preparing to release a report on the crash with a gaping hole in its veracity.
[…]
A Dutch pathologist, Professor George Maat (right) who had participated directly in the identification of the bodies at Hilversum military base, was fired in April by the Dutch government for presenting medical students studying identification techniques with illustrations of the records he made. Last month Maat wrote to contradict claims circulating on Ukrainian websites that an X-ray showing metal fragments originated from either an MH17 victim, or from the Dutch investigation. The fabrication can be examined here. Maat presented no X-rays at his controversial lecture, and has aired no claim that missile shrapnel was identified in victim bodies.
[…]
This reveals that CT scans were done of all remains, and thus a CT scan has been recorded for every victim whose body has been recovered and repatriated or transferred to the next of kin. There is no reference to X-rays at this stage of the Dutch procedure; they may have been taken during the “limited forensic autopsy”. One reason for suspecting that X-rays appearing in Ukrainian media are fakes is that the Dutch procedures used CT scans instead.
[…]
by Editor – Sunday, September 13th, 2015
http://johnhelmer.net/?p=14084
Zur Fortsetzung geht es hier:


Sind das die gleichen Helden wie diese hier?
“ Pentagon-trained rebels in Syria are reported to have betrayed
their American backers and handed their weapons over to al-Qaeda in Syria immediately after re-entering the country.
Fighters with Division 30, the “moderate” rebel division favoured by the United States, surrendered to the al-Qaeda-affiliated Jabhat al-Nusra, a raft of sources claimed on Monday night. “
Wievielen verschiedenen Islamistengrüppchen kann man sich denn ergeben als US-trainierter Widerstandskämpfer? So langsam verliert man den Überblick.
http://www.informationclearinghouse.info/article42928.htm
Vielleicht berühmt sich al Nusra ja nur dieser Heldentat; lt. National Interest war es diese Truppe:
Im Grunde ist das auch gleichgültig: das Auswahlverfahren der USA hinsichtlich „ihrer“ Bodentruppen ist jedenfalls katastrophal.
http://www.informationclearinghouse.info/article42928.htm
Es gibt jedenfalls Anlaß genug für die USA, sich von al Nusra eindeutig zu distanzieren – in der Vergangenheit war dieser Al Quaida-Ableger als Bündnisgenosse gehandelt worden. Und das ist er nun gewiß nicht.
“
By Nabih Bulos, Amman
5:22PM BST 22 Sep 2015
Pentagon-trained rebels in Syria are reported to have betrayed their American backers and handed their weapons over to al-Qaeda in Syria immediately after re-entering the country.
Fighters with Division 30, the “moderate” rebel division favoured by the United States, surrendered to the al-Qaeda-affiliated Jabhat al-Nusra, a raft of sources claimed on Monday night.
Division 30 was the first faction whose fighters graduated from a US-led training programme in Turkey which aims to forge a force on the ground in Syria to fight against Islamic State in Iraq and the Levant (Isil).
A statement on Twitter by a man calling himself Abu Fahd al-Tunisi, a member of al-Qaeda’s local affiliate Jabhat al-Nusra, read: „A strong slap for America… the new group from Division 30 that entered yesterday hands over all of its weapons to Jabhat al-Nusra after being granted safe passage.
„They handed over a very large amount of ammunition and medium weaponry and a number of pick-ups.“
Reports since yesterday claim US-backed leader Anas Obaid has betrayed US & handed weapons to Jabhat al-Nusra #Syria pic.twitter.com/yTZqVT3CI0
— Charles Lister (@Charles_Lister) September 22, 2015
Abu Khattab al-Maqdisi, who also purports to be a Jabhat al-Nusra member, added that Division 30’s commander, Anas Ibrahim Obaid,had explained to Jabhat al-Nusra’s leaders that he had tricked the coalition because he needed weapons.
„He promised to issue a statement… repudiating Division 30, the coalition, and those who trained him,“ he tweeted. „And he also gave a large amount of weapons to Jabhat al-Nusra.“ “
http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/middleeast/syria/11882195/US-trained-Division-30-rebels-betrayed-US-and-hand-weapons-over-to-al-Qaedas-affiliate-in-Syria.html
Dazu steht in https://en.wikipedia.org/wiki/New_Syrian_Forces (anderer Begriff für Division 30)
„By September 23, 2015 the „New Syrian Forces“ had defected to the terrorist group al-Nusra Front“ und dazu der britische Telegraph
„US-trained Division 30 rebels ‚betray US and hand weapons over to al-Qaeda’s affiliate in Syria'“
http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/middleeast/syria/11882195/US-trained-Division-30-rebels-betrayed-US-and-hand-weapons-over-to-al-Qaedas-affiliate-in-Syria.html
Sorry Moki, hatten wir ja grade, erst später gesehen.. 😦
Und dann gibt es auch noch die Ukraine… Aber die scheint im Moment nur am Rande der „Flüchtlingskrise“ auf, wenn bange Gemüter sich fragen, wie man auch noch ukrainische Flüchtlinge aufnehmen kann, wenn das Staatswesen dort implodiert.
Die Volksrepubliken haben einen klugen Schachzug gemacht: die lokalen Wahlen dort sollen erst im Februar 2016 stattfinden, damit der Minsker Plan eingehalten werden kann. Denn ohne Sonderstatus für den Donbass – die 3. Lesung des Gesetzes, das das Kiewer Parlament ermächtigt, so ein Gesetz überhaupt von Verfassungs wegen zu beschließen, soll erst im Dezember stattfinden – haben Wahlen keinen Sinn.
http://tass.ru/en/world/822678
Ansonsten schreitet der Staatsaufbau dort voran:
https://www.jungewelt.de/2015/09-19/034.php
Ich denke, daß man auch Abhöraktionen des SBU im Sinn hatte.
Einblicke gewährt dieses Interview:
https://www.youtube.com/watch?v=QgSlT7hE4u0
Sachartschenko ist zu Scherzen aufgelegt (Video) – zugleich könnte man darauf kommen, daß Poroschenko die Sanktionsliste blind unterschrieben hat [VRD – Volksrepublik Donezk]:
http://news-front.info/2015/09/22/sachartschneko-poroschenko-hat-mich-als-oberhaupt-der-vrd-anerkannt/
Den nachfolgenden Reisebericht kann ich nicht unbedingt empfehlen – zu viel Politik, zu wenig Reise:
Was sich dann wirklich lohnte, war der in diesem Artikel enthaltene Link zu Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes. Von Reisen auf die Krim und in den Donbass wurde natürlich dringend abgeraten. Erhellend, was den Zustand im übrigen Land angeht, sind aber die sonstigen Hinweise; da wird das AA ganz undiplomatisch deutlich:
http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Laenderinformationen/00-SiHi/UkraineSicherheit.html
Nicht sehr einladend.
Ich habe nicht vor demnächst in die Ukraine zu reisen.
Aus oben genannten Gründen und weil ich Nazis nicht ausstehen kann.
„Es sind Tausende schwer bewaffnete Kämpfer und noch mehr Sympathisanten; sie galten vielen Ukrainern als anti-russische Patrioten, sind aber auch in Kriegsverbrechen und organisierte Kriminalität verstrickt: Die Bataillone des „Rechten Sektors“ haben sich in der Ukraine längst zum düsteren Erbe der Maidan-Revolution vom Winter 2013/2014 entwickelt. Im Zuge des Umsturzes hatten sich rechte Gruppen zusammengeschlossen und gewaltsam den Sturz der alten, prorussischen Regierung unterstützt.“
http://www.fr-online.de/ukraine/ukraine-kiew-versagt-gegen-rechtsradikale,26429068,31871030.html
Wobei wir natürlich wissen, dass die Nazis den Umsturz nicht „unterstützten“, sondern durchführten, aber Schritt für Schritt kommt man der Wahrheit näher.
http://fortruss.blogspot.de/2015/09/poroshenko-blockade-of-crimea-will.html
„Petro Poroshenko commented on the actions of the activists who blocked the roads near the Ukrainian border crossings and are not letting the trucks into Crimea. He believes that the blockade will change the attitude of the inhabitants of the peninsula towards Ukraine and they will come back „under the wing“ of Kiev.“
In der Ukraine scheint eine ganz besondere Richtung der Psychologie vorzuherrschen: die rabenschwarze.
Bringe Leute in der Ostukraine um, und ihre Verwandten werden dir dankbar sein, zahle ihre Renten nicht mehr, zerstöre ihre Häuser, ihre Strom- und Wasserversorgung, hungere sie aus, bezeichne sie als Untermenschen – und sie werden sich danach zurücksehnen, zu dir zu gehören.
Und weil das bisher so gut geklappt hat, versuchen wir es auf der Krim gleich noch mal.
„According to the Ukrainian leader, the purpose of this action is what he said in an interview with Ukrainian TV channels on Sunday, September 20: Ukraine will do everything for the quick resumption of state sovereignty over Crimea…….. which was captured by soldiers of the Russian Federation in 2014.“
Hierzu ein Video und ein Text der russischen Botschaft in Wien, der zu der irren Politik Kiews auch nichts mehr einfällt:
Es sieht so aus, als ob die Kiewer Regierung zu schwach und Opfer von Extremisten unter den Krim-Tataren und der Freiwilligen-Bataillone sowie des Rechten Sektors geworden ist. Weshalb diese Aktion jetzt „schöngeredet“ wird:
http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-09/krim-blockade-ukraine-russland
Sementschenko, Donbass-Kommandeur und Abgeordneter der Partei „Selbsthilfe“, die (noch) in der Regierungskoalition ist, war auch schon da. Die ukrainischen Bauern rund um die Krim werden sich bedanken, daß man ihnen das Geschäft so vermiest.
Es geht drunter und drüber in der Ukraine.
@Gabriele
Zitat:
„Den nachfolgenden Reisebericht kann ich nicht unbedingt empfehlen – zu viel Politik, zu wenig Reise:“
**************
Leider kann ich dir hier nicht unbedingt folgen sondern würde eher dazu raten, diesen „Reisebericht“ mehrfach durchzulesen!
Natürlich ist er politisiert – JEDER, der heutzutage bewußt auf die Krim reist, tut das auch genau wegen der westlichen Politik und der Diffamierungen der westlichen Presse gegenüber der RF und der Krim!
Ich halte es für die natürlichste Reaktion eines Menschen, der diese Reise macht, dass er das, was die westlichen Medien geschrieben haben, im Hinterkopf hat und nun sucht ob es tatsächlich so ist oder nicht.
Als ich im Juni in St. Petersburg war und bis 100 km Umkreis dort gereist bin, ging es mir genau so……Ich war ständig auf der „Suche“ nach den Informationen der Bidders, Neefs, Atais &Co….nur habe ich davon nullkommanix gefunden.
Reiseberichte von der Krim werden sich z.Zt. sicher weniger um Kultur und Naturschönheiten drehen und man darf nicht vergessen, dass sie IMMER subjektiv sind.
Und letztendlich sind die Aussagen des Autors nachprüfbar – wenn man selber eine solche Reise macht 🙂
Das hatte ich mir tatsächlich überlegt, habe aber kürzlich feststellen müssen, daß mein Reisepaß abgelaufen ist. 😉
Ähnliche Reisewarnungen gibt es für fast jedes Land. Hier der Eintrag zurSchweiz:
“
Letzte Änderung:17.03.2015
besondere Zollvorschriften und Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige
Landesspezifische Sicherheitshinweise
Reisenden wird insbesondere an Bahnhöfen, auf Flugplätzen und in öffentlichen Verkehrsmitteln empfohlen, die üblichen Vorsichtsmaßnahmen gegen Kleinkriminalität (vor allem Taschendieb-stähle) zu treffen und auch auf Sicherheitshinweise der lokalen Polizei zu achten.
Weltweiter Sicherheitshinweis
Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten:
Externer Link, öffnet in neuem Fensterwww.auswaertiges-amt.de
Allgemeine Reiseinformationen
Bei Urlaubsreisen in die Schweiz erfolgt eine polizeiliche Anmeldung durch das Hotel oder die Pension, in der der Reisende unterkommt. Bei Einreise mit dem Pkw ist darauf zu achten, dass auch in der Schweiz eine Autobahnvignette erforderlich ist. Informationen hierzu findet man unter Externer Link, öffnet in neuem Fensterwww.autobahnen.ch.
Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige
Reisedokumente
Die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:
Reisepass: Ja
Vorläufiger Reisepass: Ja
Personalausweis: Ja
Vorläufiger Personalausweis: Ja
Kinderreisepass: Ja
Noch gültiger Kinderausweis nach altem Muster (der Kinderausweis wird seit 1. Januar 2006 nicht mehr ausgestellt): Ja
Anmerkungen:
Alle Reisedokumente außer dem vorläufigen Personalausweis dürfen auch seit einem Jahr abgelaufen sein. Es kann jedoch vorkommen, dass die Rechtslage in Bezug auf die Nutzung abgelaufener Reisedokumente nicht überall bekannt ist. Daher wird empfohlen, gültige Reisedokumente mit sich zu führen.
Die Schweiz ist Vertragspartei des Europäischen Übereinkommens über die Regelung des Personenverkehrs zwischen den Mitgliedsstaaten des Europarates vom 13.12.1957.
Kindereinträge im Reisepass eines Elternteils sind seit dem 26.06.2012 nicht mehr gültig. Jedes Kind benötigt ein eigenes Ausweisdokument.
[…]
Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder über diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreisebestimmungen erhalten Sie nur direkt bei der Botschaft oder einem der Generalkonsulate Ihres Ziellandes.
[…]
Impfschutz
In Teilen des Landes kommt es zu bestimmten Jahreszeiten zur Übertragung der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) durch Zeckenbisse. Rechtzeitig vor Einreise sollte deshalb mit einem Reise-/Tropenmediziner wegen einer möglichen Impfung Kontakt aufgenommen werden.
Krankenversicherung
Für Staatsangehörige der EU- und EFTA-Länder gilt die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC). Die EHIC regelt die Versorgung und Kostenrückerstattung beim Krankheitsfall für EU-und EFTA-Staatsbürger. Sie ersetzt nicht die Reiseversicherung, z.B. zum Rücktransport in das Heimatland. Ausgestellt wird die Karte von Ihrer gesetzlichen Krankenversicherung.
Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden wichtigen Hinweis:
Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.
Die Angaben sind:
zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei längeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten;
immer auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt / Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelmäßig zu empfehlen;
trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer völlig aktuell sein.
Haftungsausschluss
Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verfügbaren und als vertrauenswürdig eingeschätzten Informationen des Auswärtigen Amts. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Gefahrenlagen sind oft unübersichtlich und können sich rasch ändern. Die Entscheidung über die Durchführung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgewählte Fragen. Gesetzliche Vorschriften können sich zudem jederzeit ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zuständigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.
Das Auswärtige Amt rät dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit Rückholversicherung, abzuschließen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten für erforderlich werdende Hilfsmaßnahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.
“
http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Laenderinformationen/00-SiHi/Nodes/SchweizSicherheit_node.html
Huch!
Hier ein anderer Reisebericht von der Krim, insbesondere was Behindertengängigkeit vor und nach der „Annexion“ betrifft, insofern also auch eher als politische Streitschrift einzuordnen:
Die Reisetips des AA, was die Schweiz angeht, sind harmlos.
Sie sollten mal die Ukraine-Reisetips, die ich nicht veröffentlicht habe, weiter studieren. Da stehen Sie mit einem Bein imKnast, wenn Sie Trachten erwerben, die vor 1950 gefertigt wurden, und Gegenstände, die in Antiquätengeschäften erworben wurden, darf man ebenfalls nicht ausführen. Rechtsunsicherheiten, wohin man auch schaut, und daher jede Menge Möglichkeiten für Behörden, gegen ein Bakschisch auf Beschlagnahme oder Strafverfolgung zu verzichten.
Warum soll der Reisebericht eines Behinderten zur Krim politisch sein?
Das AA hat doch auch erklärt, daß die Ukraine für Behinderte, die auf den Rollstuhl angewiesen sind, ein nogo-Land ist. Das hat sich jetzt, nachdem die Krim russisch geworden ist, auf der Krim nun offenbar zum Positiven gewendet. Was sollte ich an diesem Bericht anzweifeln?
Keine russischen Soldatenmütter in der Bildzeitung. Die Bildzeitung ist auch nicht mehr das US-Kampfblatt, das es einmal war. Putins Soldaten wehren sich: „Wir wollen nicht in Syrien sterben.“ ist die profane Überschrift des Artikels über russische Soldaten, die noch nicht in Syrien sind. Gut, dass für Frau von der Leyen die tapferen kurdischen Peschmergakämpfer in den Krieg ziehen. Ach, die Amis, die sind auch nicht da. Isis wird sich dann wegen der Feigheit russischer Soldaten noch weiter ausbreiten. So von der Brust durchs Auge kann wirklich nur die Bildzeitung. Julian Röpcke hat den Pullitzer-Preis verdient.
Und Julian Röpcke hat es sogar geschafft, auch noch die Ukraine in Fettdruck unterzubringen. Stramme Leistung.
http://www.bild.de/politik/ausland/syrien-krise/putins-soldaten-wollen-nicht-nach-syrien-42658348.bild.html
Nach viel Geschrei über die „russischen Kampftruppen“ kommt dann weiter unten (natürlich nicht in Fettdruck) diese kleine Nachricht:
So what?
Entgangen war mir bis heute ein Interview in der ZEIT vom 15.9. mit diesem Herrn:
Es sieht so aus, daß die ZEIT ihre Leser auf eine Phase realistischerer Einschätzungen vorbereitet:
http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-09/syrien-russland-truppen-baschar-al-assad-eu-joshua-landis/komplettansicht
Was mir seit längerem schon sehr negativ auffällt, sind die stereotypen, pflichtgemäßen Distanzierungen von Russland(„Putin“) oder anderen (wie hier im Artikel Assad), die ich den jeweiligen Autoren nicht abnehme. Es ist charakterliche Schwäche, weil eine symmetrische Distanzierung von den USA und ihren willigen Kombattanten eben genauso regelmäßig fehlt.
Was sollen in diesem ZEIT-Artikel Aussagen wie:
„Ich halte die Politik der Russen nicht für richtig.“ ? (Der Autor bringt doch nicht ein einziges Argument für dieses pflichtschuldige Bekenntnis.)
„Natürlich ist Assad ein furchtbarer Krimineller, er sollte dem Internationalen Gerichtshof überstellt werden.“ ? (Gibt es ähnliche Forderungen bzgl. des saudischen Königshauses, oder des Qatar’schen oder den Anstiftern des zweiten Irakkrieges?)
Es ist traurig, dass das Äußern realistischer (und damit von der opinio communis abweichender) Einschätzungen offenbar nicht mehr ohne geheucheltes Bekenntnis zu den Grundfesten dieses Mainstreams möglich ist.
http://fair.org/home/down-the-memory-hole-nyt-erases-cias-efforts-to-overthrow-syrias-government/
Hier wird gerade wieder Geschichte umgeschrieben:
“ Based on multiple reports over the past three-and-a-half years, we know that the Central Intelligence Agency set up a secret program of arming, funding and training anti-Assad forces. This has been reported by major outlets, including the New York Times, The Guardian, Der Spiegel and, most recently, the Washington Post, which—partly thanks to the Snowden revelations—detailed a program that trained approximately 10,000 rebel fighters at a cost of $1 billion a year, or roughly 1/15th of the CIA’s official annual budget.
In addition to the CIA’s efforts, there is a much more scrutinized and far more publicized program by the Department of Defense to train “moderate rebels,” of which only a few dozen actually saw battle. The Pentagon program, which began earlier this year and is charged with fighting ISIS (rather than Syrian government forces), is separate from the covert CIA operation. It has, by all accounts, been an abysmal failure.“
…..
“ As the US’s strategy in Syria is publicly debated, the CIA’s years-long program has vanished from many popular accounts, giving the average reader the impression the US has sat idly by while foreign actors, Iranian and Russian, have interfered in the internal matters of Syria. While the White House, Congress and the Pentagon can’t legally acknowledge the CIA training program, because it’s still technically classified, there’s little reason why our media need to entertain a similar charade.“
In der Tat! Auch ich schätze sehr die täglichen Alerts von Fair, die einen regelmäßig auf evtl. übersehene Medien-Sauereien aufmerksam machen! Alles lesen kann man ja nun mal nicht. Aber die Pappenheimer unter den MSM sind ja längst bekannt, wenngleich leider noch immer nicht Allen.
Da ja Samantha Power nicht müde wird, unentwegt Assad’s „gassing and barrelbombing his people“ als legitimen Grund zu dessen Sturz anzuführen, war besonders aktuell auch unlängst der Fair Hinweis auf einen NYT Artikel, der behauptete, die USA würden sich ja an das Verbot dieser Waffen halten. Was natürlich NICHT stimmt, da sie Yemen mit an Saudis gelieferte Fassbomben überziehen, made in MA.
Ein starkes Stück – schließlich weiß es „jeder“, daß die USA von Anfang an diesen „Bürgerkrieg“ befeuert haben.
fair.org. wies schon am 22.2.2015 auf diese Amnesie hin, wie ich gerade sah:
http://fair.org/home/us-backing-for-moderate-syrian-rebels-long-reported-continually-forgotten-2/
Und hier geht es auch ganz schön durcheinander: die USA bombardieren al Nusra?
http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Politik/d/7336146/zweiter-versuch–zweite-blamage-.html
Können sie, ja. Und zwar russische Drohnen, wurde sicher nur ‚vergessen‘ zu erwähnen. 😉
„Überwachungsdrohnen und Kampfflugzeuge können jede anrückende Gefahr melden und ausschalten. “
Ach ja?
“ Erst kürzlich habe ich von US-Regierungsvertretern gehört, dass sie schlicht nicht genug Drohnen in der Luft gehabt hätten, um die IS-Kämpfer kommen zu sehen. Dieser Erklärung habe ich am ersten Tag der Belagerung Palmyras noch geglaubt. Doch hat der IS drei Tage gebraucht, um den Regierungstruppen die Stadt abzunehmen. Die Amerikaner haben sich aus dem Konflikt einfach herausgehalten, weil sie in einem Dilemma stecken: Für sie ist Assad der Feind, sie können ihn nicht unterstützen. Deshalb hat das US-Militär die IS-Kämpfer gewähren lassen, ohne sie zu bombardieren oder ihre Nachschub-Routen anzugreifen.“
(Zitat aus dem Landis.Interview.)
Nun wissen wir endlich, wem wir die Zerstörung des Weltkulturerbes wirklich zu verdanken haben. Aber wessen Gedächtnis noch funktioniert, der erinnert sich vielleicht an die Hubschrauberlandeplätze und Panzerbewegungen auf den (von Saddam restaurierten) Ruinen der Welterbestätten im Irak.
Was schert uns westliche Herrenmenschen die Wiege der Menschheit, wenn es um unsere wahren westlichen Werte geht.
Da Frau Wolff erneut dazu überging, politische Beiträge von mir wegzuzensieren, beschränke ich mich aufs vorgebliche Thema des Blogeintrages:
Eine längliche und unerträglich formulierte Doku eines holländischen Bloggers zur Rechtfertigung des geschaßten George Maat beweist immerhin abschließend, der Forensiker wurde nicht der offiziell erhobenen Vorwürfe wegen aus dem National Forensic Investigation Team geworfen, sondern als ein „Sicherheitsrisiko“.
http://www.geenstijl.nl/mt/archieven/2015/09/ard_van_der_steur_nu_zelf_overleden.html
https://translate.google.de/translate?sl=nl&tl=en&js=y&prev=_t&hl=de&ie=UTF-8&u=http%3A%2F%2Fpolitiek.tpo.nl%2F2015%2F09%2F21%2Feerherstel-ard-van-der-steur-spreekt-woensdag-met-mh17-onderzoeker-george-maat%2F&edit-text=&act=url
“ 21-09-2015, 18:31 Tags: Ard van der Steur, george size, mh17
Minister of Security and Justice Ard van der Steur (VVD) has a Wednesday interview with George Maat. He writes Monday to parliament. The pathologist touched earlier this year discredited because he showed pictures of the identification of MH17 victims during a lecture that was freely accessible. Van der Steur pulled hard off when the news then came out. The minister called the action of Maat as „extremely inappropriate and distasteful.“ The minister now seems somewhat return to those words:
„It does not mean that I repeat that Professor Maat has an excellent record in the field of forensic anthropology. In the past fifteen years he has been with his exceptional expertise of great value in identifying complex investigations by the LTFO. On September 23 I’m coming with Mr Maat to the table. In some cases, large-scale and complex identifications is not excluded that an appeal will again be on the expertise of Professor Maat. We hope that he is willing to contribute. This I will also bring him into our conversation. “ “
Nanu?
Natürlich ist er aus einer Überreaktion heraus gefeuert worden.
Nachdem sich nun herausgestellt hat, daß seine Vorlesung gegen keine universitären Vorschriften verstieß, und seine Identifizierungsarbeit unverzichtbar ist, wird Maat wohl wieder in den Expertenkreis aufgenommen. Zwei niederländische Opfer sind immer noch nicht identifiziert, und es sollen immer noch, so auch bei der letzten Absuche im Juni, menschliche Überreste gefunden worden sein.
http://journal-neo.org/2015/09/22/washington-has-now-lost-the-middle-east/
So sieht Diplomatie aus, die nicht aus „bomb, bomb, bomb them“ besteht.
„What is also going on as I suggested in an earlier article is a Russian diplomacy that is giving Saudi Arabia and the Arab OPEC members an alternative to their failed war strategy of financing any and every anti-Assad Jihadi terrorist. The new Saudi moarch and his advisers seem to have realized that the neo-conservative warhawks feeding ISIS and Al Qaeda’s Al-Nusra Front and the Muslim Brothers in the Middle East next have their sights aimed at toppling the Saudi and other Gulf monarchies. By brokering or mediating an informal end to the recent Sunni-Shi’ite war that Washington fostered, Russia has removed a major proxy prop that has kept those wars running.
That leaves only Erdogan’s Turkey as the main patron of ISIS. This is a qualitatively new situation since the war began some 4 years ago, and an ideal time for the Russian combined increased support for the Syrian National Army and the legitimate government of Assad and to make a major new international diplomatic offensive to end the fighting.
This is what is perhaps most upsetting the war planners in Washington. They realize they are on the verge of losing or most likely already have lost any remaining shred of power or influence over the countries of the entire Middle East including over Iran, the centerpiece of Obama Middle East policy at present. On September 21 Iran’s Deputy Foreign Minister for Arab and African Affairs Hossein Amir Abdollahian is in Moscow discussing the Middle East and Syria. Iran has been working very closely with Russia in recent weeks to build a strategy to end the Syrian ISIS threat.
And Israel?
Of course a major factor feeding destabilization of Islamic Middle East governments has been Israel’s Netanyahu government. Here Putin has again shown a skillful presence, as Netanyahu distances Israel from Washington over Iran and other issues.
According to the news site, DEBKA.file, said to be a conduit for Israeli military and Mossad intelligence, at the end of August Russia’s Putin proposed to Israel for Moscow to undertake responsibility for guarding Israel’s Mediterranean gas fields, along with the offer of a Russian investment of $7-10 billion for developing Leviathan, the largest well, and building a pipeline to Turkey for exporting the gas to Europe.”A multibillion Russian investment in the field would make it a Russian project which neither Syria nor Hizballah would dare attack, even though it belongs to Israel,” they noted.
The report claims the offer was “made to Prime Minister Binyamin Netanyahu in confidential phone conversations and through quiet envoys.” DEBKA.file goes on to say the revelations of recent stepped-up military aid to Syria and Russian cooperation with Iranian forces in Syria have entirely changed the Israeli strategy calculus: “The Israel Defense Forces must therefore revamp its posture on the Syrian front, and reassess its sponsorship of the select rebel groups which are holding the line in southern Syria against hostile Iranian or Hizballah cross-border attacks on northern Israel. The changing attitude was suggested in views heard in the last couple of days from top Israeli security officials, who now say that leaving Assad in office might be the better option, after all.”
…..
„If DEBKA.file’s report is accurate, the latest Russian Middle East peace strategy of diplomacy through strength has just dealt a devastating defeat to Washington’s strategy of wars everywhere.
If Russia is able now to forge a genuine, honest coalition of nations to isolate and destroy Washington-created Frankenstein monster called ISIS or IS, and to allow Syrians to settle their problems with the duly-elected President, Bashar al-Assad in free elections without the US-financed NGOs of George Soros or the National Endowment for Democracy, the world will take a giant step away from war.“
Und ergänzend dazu für die Geschichtsbücher der US-Amerikaner (und Europäer) das hier:
http://www.informationclearinghouse.info/article42915.htm
“ A frequent theme nowadays is “Why do they hate us?” meaning why does so much of the world detest the United States. The reasons given are usually absurd: They hate our freedom or democracy. They hate us for our cultural superiority. They hate us because we are wonderful.
No. Actually the reason is simple if unpalatable. They hate us because we meddle, and have meddled. They hate us because we are the most murderous nation on the planet. They hate our insufferable smugness.“
…..
„Wounds to national pride gall people, and endure. Exactly why, I don’t know, but it happens. Consider China. How many have heard of the Opium Wars of 1839 and 1856? Or understand that the United States and the European powers simply occupied such parts of China as they chose, forced opium sales on China, imposed extraterritoriality, and bloodily suppressed the Boxers? How many people have even heard of the Boxers?
Over a billion Chinese.“
…..
„Countries usually see their own virtues and the warts of others. Americans, perhaps because they do not much travel, carry this to an extreme and regard their country as superior to all others. The attitude is highly annoying. Consider the US from the point of view of others:
America is both a rogue state and a bully, constantly attacking countries hopelessly inferior in military strength — Cambodia, Vietnam, Laos, Panama, Cuba, Iraq, Somalia, Afghanistan, etc. Civil rights? The US has more people in prison than any other country. Many of our cities are festering slums. The world saw the victims of Katrina. Morality? The country is rife with drugs, crime, sex. Culture? In education, American students are annually shown to be inferior to those of Thailand, Hungary, Singapore, and so on. America is tasteless and sordid. “
…..
„Further, we tend to see things through lenses of moralistic abstractions: Democracy is good, and freedom is good, and therefore if we bomb Iraq and kill many thousands of soldiers who are someone’s husbands, brothers, children, and fathers, the survivors will throw flowers and turn into Fifth Century Athens. It’s all right to destroy cities because we say we have good intentions.
People detest condescension. Yet we lecture Russia and China condescendingly on human rights, and speak openly of committing “regime change” in various countries as if we had a divine right to determine their form of government. It smells of armed mommyism, which no one can stand.“
…..
„That’s why they hate us. We meddle.“
Das ist natürlich mit der genau der (scheinbaren) Naivität geschrieben, die kritisiert wird. Gleichwohl gehörte es in jedes Klassenzimmer. (auch wenn es nicht mehr erklärt, als warum Snowden immer noch kein Russisch kann).
Moki1246, ich denke nicht, dass der Autor F.William Engdahl in den USA derzeit mehrheitsfähig ist, obwohl er nicht nur mit dieser Prognose eine erstaunliche Trefferquote vorzuweisen hat.
War er nie, ebenso wenig wie Stephen Cohen, Mearsheimer u.a., aber zum Glück schert es die wenig und ihre Stimmen verstummen nicht. „Steter Tropfen höhlt den Stein“ und wir alle müssen ebenfalls für Aufklärung sorgen, jeder nach seinen Kräften.
Heute häufen sich die Kommentare zum Thema „Erfolge der US-amerikanischen Außenpolitik“. Da darf dieser hier nicht fehlen:
http://cluborlov.blogspot.de/2015/09/americas-latest-foreign-policy-fiascos.html#more
Um das außenpolitische Desaster der USA kurz und knapp zu erklären: wer sich wie ein Elefant im Porzellanladen benimmt, braucht sich über Scherben nicht zu wundern. 😉
Nein, Frau Wolff, nicht die USA und ihre Administrationen sind schuld, sondern Sie und ich und wir alle. Lesen Sie den Artikel von Ulrich Ladurner in der Zeit: „Flüchtlinge, die uns an unsere Fehler erinnern.“
http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-09/afghanistan-fluechtlinge-deutschland-bundeswehr
Damit meint er die westliche Politik, insbesondere die der USA. Er will es nur noch nicht klar aussprechen – das wäre für die ZEIT zu ungewöhnlich. 😉
Hervorhebung von mir:
http://cluborlov.blogspot.de/2015/09/americas-latest-foreign-policy-fiascos.html#more
Da sollte sich „Cluborlov“ aber mal den neuesten Bellingcat-Bericht ansehen, da steht es Schwarz auf Weiß:
https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2015/09/21/bellingcat-investigation-russias-paths-to-war/
Wer hätte das gedacht? 😉
Allerdings mit einem dicken *IF* versehen..und über DEBKA files hörte man auch schon sehr kontroverse Meinungen. Mal ganz davon abgesehen, dass die Leviathan gasfields ja eigentlich teilweise Gaza ‚gestohlen‘ wurden und meines Wissens der langjährige Streit mit u.a. Noble Energy (USA) über Rechte wohl auch noch nicht endgültig beschieden ist. Bin da aber nicht up-to-date.
Und das Imperium wird wohl kaum kampflos aufgeben… oder gar Putin den Kuchen überlassen.
Gerade gefunden..
Der kalte Krieg geht weiter. Habe mich seit einigen Tagen schon über einige ungewöhnliche Flugbewegungen über dem Deutschen Lufraum gewundert.
Pressemitteilung, 21.09.2015
ZDF-Magazin „Frontal 21“: Stationierung neuer US-Atomwaffen in Deutschland beginnt /
Russische Regierung beklagt Verletzung des Vertrages über die Nichtverbreitung von Kernwaffen.
Klicke, um auf data.pdf zuzugreifen
Ich bringe dieses PDF von Frontal 21 im Wortlaut, weil viele Leser davon abgestoßen sind, wenn sie ein direktes Download in ihren Computer bekommen und dann mühselig im Verzeichnis nach diesem Teil suchen müssen. Ich denke, daß Frontal 21 nichts dagegen hat, wenn ich hier den kompletten Wortlaut veröffentliche – es geht um eine Sendung vom 22.9.2015:
Klicke, um auf data.pdf zuzugreifen
Ich frage mich: ist Deutschland eine amerikanische Kolonie oder kann sie der amerikanischen Aggression etwas entgegensetzen?
Beim Abhören durch die NSA gab esja offensichtlich keine politischen oder rechtlichen Verteidigungsmöglichkeiten. In diesem erschreckenden Fall ebenfalls nicht?
Die Welt wird rauher. Rußland hat für seine Befriedungsbemühungen, was Syrien angeht, bereits eine Quittung bekommen:
http://de.sputniknews.com/politik/20150921/304435784.html
http://tass.ru/en/politics/822543
Zur Info hier die besagten Artikel I und II der NPT: (Atomwaffensperrvertrag)
Article I:[25] Each nuclear-weapons state (NWS) undertakes not to transfer, to any recipient, nuclear weapons, or other nuclear explosive devices, and not to assist any non-nuclear weapon state to manufacture or acquire such weapons or devices.
Article II: Each non-NWS party undertakes not to receive, from any source, nuclear weapons, or other nuclear explosive devices; not to manufacture or acquire such weapons or devices; and not to receive any assistance in their manufacture.
Ja, wir SIND Kolonie.
Zum erschreckenden Botschaftsbeschuss: dann raten wir mal, welchen „ausländischen Sponsoren“ diese provokative Warnung zu verdanken ist.
„Ja, wir SIND Kolonie.“
Kann man bei Josef Foschepoth „Überwachtes Deutschland“ en detail nachlesen oder bei Daniele Ganser in zahlreichen Videos nachhören.
Liebe Frau Wolff, kurz noch was Technisches, Sie können es ja anschließend löschen.
Ihre geschilderten Probleme mit „suchen und finden von Downloads“ sind offenbar eine Frage der Browser Einstellungen. Ich kenne und habe sie nicht, link klicken öffnet sofort die PDF Datei in neuem Tab.
Für Firefox:
FF Einstellungen> Anwendungen> Adobe Acrobat Forms-Dokument> unter ‚Aktion: Adobe Acrobat (in Firefox) verwenden markieren.
Für Chrome:
Einstellungen > Datei herunterladen> Die Datei auf Ihrem Computer finden(dort lesen). Aber besser:
Einstellungen >Bestimmte Dateitypen automatisch öffnen (lesen) 🙂
Ich habe es jetzt ausprobiert – mal sehen, ob es klappt.
🙂 es sollte! Browser aber lieber neu starten zum wirksam werden.