Ukraine: Informationskrieg um MH17 (5)

AA Titel 33Quelle: http://tass.ru/boeing-presentation/kurs-rakety/2023470

Fortsetzung von:

https://gabrielewolff.wordpress.com/2014/09/28/ukraine-informationskrieg-um-mh-17-1/

https://gabrielewolff.wordpress.com/2014/10/23/ukraine-informationskrieg-um-mh-17-2/

https://gabrielewolff.wordpress.com/2015/01/19/ukraine-informationskrieg-um-mh-17-3/

https://gabrielewolff.wordpress.com/2015/05/24/ukraine-informationskrieg-um-mh-17-4/

Wie nicht anders zu erwarten war, erfuhr der Informationskrieg um den Abschuß der MH17 rund um seinen Jahrestag einen Höhepunkt, der zugleich einen Tiefpunkt der westlichen Presse kennzeichnete. Von russischen Medien erwartet der entsprechend & vielfach gewarnte Westler ja nichts anderes; aber mittlerweile hat er gelernt, daß westliche Medien in ideologisch aufgeheizten Zeiten – und wann hätte es die jemals nicht gegeben? ­­– nicht anders funktionieren als der „Feind“. Als nichts weniger haben Amerikaner und Europäer die russische Föderation nämlich zu betrachten, geht es nach dem Willen der Politik und der ihnen kritiklos folgenden Medien.

Eine entscheidende Duftmarke im Vorfeld setzte CNN, ein Sender, der der jeweiligen US-Regierung gern zu Diensten ist; ein Sender, der den Irak-Krieg bejubelte und sich willig vom Militär einbetten und beraten ließ.

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/gekaufte-meinung-pentagon-beschaeftigt-pr-armee-fuer-us-tv-a-548519.html

Das Dutch Safety Board hatte am 2.6.2015 seinen nach einem Jahr erforderlichen weiteren Zwischenbericht der Flugunfalluntersuchung abgeschlossen und ihn den an der Ermittlung beteiligten Staaten übersandt, die nun 60 Tage Zeit haben, ihre Anmerkungen zu diesem Entwurf zu fertigen. Diese Kommentare werden in einen konsensualen Schlußbericht einfließen. Er soll in der ersten Hälfte des Oktober 2015 veröffentlicht werden, nach Einarbeitung der bis zum 2.8.2015 eingehenden Kommentare und Anmerkungen der an der Untersuchung beteiligten Behörden. Die ICAO (International Civil Aviation Organization) wurde vom DSB hierüber am 1.7.2015 informiert:

http://www.onderzoeksraad.nl/en/onderzoek/2049/investigation-crash-mh17-17-july-2014/inzage/1643/progress-of-the-mh17-investigation#fasen

Einen Tag nach dieser Veröffentlichung meldete sich die beteiligte russische Luftfahrt-Behörde zu Wort:

Russian air transport authorities unsatisfied with report on Boeing MH17 crash in Ukraine

July 02, 16:57 UTC+3 […] MOSCOW, July 2. /TASS/.

The Russian Federal Air Transport Agency has a number of questions to the draft report on the cause of the Malaysian passenger aircraft crash over Ukraine last year, Oleg Storchevoy a deputy head of the agency, said on Thursday. „We have read the draft of the final report of the investigation into the crash of the Malaysian Boeing’s MH17 flight,“ Storchevoy said. „After studying it I can only say that there are more questions than answers.“ […]

„Our specialists have a range of weighty remarks regarding the document, stated arguments and simply technical data,“ Storchevoy said. „We hope that our addenda and commentaries will be reflected in the final report, and our emerged questions will be answered as well.“

He also said that the Russian side was given only 30 days to provide its comments on the draft report, instead of 60 days as it was envisaged by ICAO regulations.

[…]

http://tass.ru/en/world/805529

Zu dem Vorwurf, die nach ICAO-Regeln übliche 60-Tage-Erwiderungsfrist gegenüber Rußland auf 30 Tage verkürzt zu haben, hat sich das Dutch Safety Board nicht geäußert. Aus den wenig spezifischen Vorwürfen der russischen Seite ließ sich ableiten, daß der neue Bericht so wenig aufschlußreich sein könnte wie der erste – und daß eventuell die russischen Primärdaten des Radars in Rostow-am-Don immer noch nicht ausgewertet worden sein könnten. Diese Unterlassung erstaunte ja schon beim ersten Zwischenbericht des DSB von September 2014. Zeigten sie doch die nach dem Transponderausfall vorhandenen weiteren Absturzdaten der MH17 – und man hätte in die Ausdeutung der weiteren dort vorhandenen Signale einsteigen müssen: Kampfflugzeug oder Trümmerteile? Das war wohl ein no-go.

In diesen Interpretationsspielraum stieß CNN am 15.7.2015 mit der wuchtigen Schlagzeile:

First on CNN: Sources say MH17 report blames Russian missile for shooting down plane

By Rene Marsh, CNN Aviation and Governmental Regulation Correspondent Updated 1409 GMT (2109 HKT) July 15, 2015

http://edition.cnn.com/2015/07/15/politics/mh17-pro-russian-missile-crash-ukraine/index.html

Und was erfahren wir im Artikel über diese Quellen und über etwaige Überprüfungshandlungen durch CNN? Nichts. Rein gar nichts.

The draft investigative report is several hundred pages long. According to one source close to the investigation the draft report included the exact type of missile used to bring down MH17 and the trajectory of the missile. Another source with knowledge of the report’s details says it gives a minute by minute timeline of flight MH17. This source also says not only does the draft report pinpoint where the missile was fired from it identifies who was in control of the territory and pins the downing of MH17 on the pro-Russian rebels. According to both sources, the report also pins some blame on Malaysia Airlines for how its planes were dispatched that day.

[…]

CNN has requested comment from the NTSB, FAA, Boeing and the Dutch Safety Board. CNN has also attempted to reach representatives for Malaysia Airlines.

In an email an FAA spokeswoman said the agency could not comment.

The Dutch safety board told CNN „we will not comment on the confidential draft final report“ and the NTSB said in an email „The NTSB does not comment on an investigation that the Board is not the lead investigative agency.“

http://edition.cnn.com/2015/07/15/politics/mh17-pro-russian-missile-crash-ukraine/index.html

Nicht einmal eine Plausibilitätsüberprüfung der Quellenangaben hat stattgefunden. Mit dieser Meldung ist CNN auf seinen US-regierungsfreundlichen Stand vom 18.7.2014 zurückgefallen:

Obama sagte in seiner Rede, die Rakete auf Flug MH17 sei aus einem von Separatisten kontrollierten Gebiet abgefeuert worden. Noch deutlicher äußerten sich die US-Geheimdienste in einem vorläufigen Bericht, aus dem der Fernsehsender CNN zitierte. Demnach sei die Boeing 777 höchstwahrscheinlich von pro-russischen Separatisten abgeschossen worden.

http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/3840516/Obama-erhebt-schwere-Vorwurfe-gegen-Russland

Nach der Pressekonferenz des russischen Verteidigungsministeriums vom 21.7.2014 sind allerdings sowohl Obama als auch die US-Geheimdienste von diesen anfänglichen Behauptungen zurückgerudert und haben am 22.7.2014 erklärt, sie verfügten über keine entsprechenden Belege. So berichteten es nach dem entsprechenden Geheimdienst-Briefing die LA Times:

http://www.latimes.com/world/europe/la-fg-ukraine-intelligence-us-20140722-story.html

AP:

http://www.pbs.org/newshour/rundown/us-evidence-direct-russian-link-plane/

und die Washington Post:

http://www.washingtonpost.com/world/national-security/us-discloses-intelligence-on-downing-of-malaysian-jet/2014/07/22/b178fe58-11e1-11e4-98ee-daea85133bc9_story.html?tid=pm_pop

Daß sich das DSB bis zum 2.6.2015 mit Raketenanflügen, die erst durch die Almaz Antey-Pressekonferenz vom 2.6.2015 interessant wurden, oder gar mit den diffizilen Kriegssituationen südlich der N 21 zwischen Donezk und Snischne (und östlich davon bis zur Grenze) befaßt haben sollte, kann glatt ins Reich der Phantasie verwiesen werden. Und da die strafrechtlichen Ermittler nicht einmal am 30.6.2015, also nach Abschluß des DSB-Berichts am 2.6.2015, wußten, welcher Waffe die Metallsplitter in den Leichen zuzuordnen seien, kann man den CNN-Quellen nicht trauen:

Still in progress is the study of metal particles found in mortal remains. Therefore be consulted specialists at home and abroad, and that takes time, says the officer.

http://www.volkskrant.nl/dossier-rampvlucht-mh17/onderzoek-mh17-dichterbij-wettig-en-overtuigend-bewijs~a4091529/

[per holperiger Google-Übersetzung aus dem Niederländischen]

So die unverdächtige Volkskrant, die bereits auf Bellingcats Spuren wandelte und keinen Zweifel daran läßt, daß sie, im Konsens mit dem niederländischen medialen Mainstream und der niederländischen Politik, Rußland für den Schuldigen hält.

Malaysia Airlines trage wegen der Flugplanung eine Mitschuld? Das ist ja wohl lachhaft.

Malaysia Airlines war nun gewiß nicht die einzige Fluggesellschaft, die weiterhin über das Kriegsgebiet flog. Surprise surprise: nicht nur die Lufthansa überflog es häufiger als sie in den letzten sieben Tagen vor dem Abschuß – diejenige Fluggesellschaft, die den von der Ukraine nicht geschlossenen Korridor am meisten benutzte, war ausgerechnet die russische Aeroflot. Schon komisch, wenn Rußland den Separatisten eine Buk bereits am 14.7.2014 geliefert haben soll. Hätte dann die Aeroflot nicht von Überflügen des Kriegsgebiets absehen müssen? Nach alldem, was man uns über das autoritäre bis diktatorische Regime von Putin erzählt, muß doch die Lieferung einer Buk durch das Militär (selbst erst am 17.7.2014) dem zivilen Bereich der Luftkontrolle mitgeteilt worden sein. Danach sieht es allerdings nicht aus: Überflüge KriegsgebietQuelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/malaysia-airlines-mh17-karte-grafiken-route-flugroute-a-981784.html

Und wieso sollte sich eine Flugunfalluntersuchung mit dem Ziel der künftigen Unfallvermeidung überhaupt so detailliert mit dem „Schuldigen“ befassen, auf den es für ihre Ziele und Zwecke nicht ankommt? Diese Fragen halten die ZEIT am Jahrestag freilich nicht davon ab, ihrer anti-Rußland-Linie treu zu bleiben und CNN (oder gar Bellingcat) als „Beweis“ zu zitieren:

Kohleschürfen auf dem Leichenfeld

Die Trümmer und Toten lagen über Kilometer verstreut, nachdem der Flug MH17 über der Ostukraine abgeschossen wurde. Ein Jahr später herrscht dort zynische Betriebsamkeit.

von Amie Ferris-Rotman, Rossypne

  1. Juli 2015  12:54 Uhr

[…]

Die Maschine wurde, nach allem was man heute weiß, von einer Buk-Rakete russischen Fabrikats abgeschossen. Die Ukraine und der Westen beschuldigen – auf der Grundlage erdrückender Indizien – die von Russland unterstützten Separatisten der selbst ernannten Volksrepubliken in der Ostukraine der Tat. Russland dagegen macht weiterhin die Ukraine für die Katastrophe verantwortlich und leugnet, die Rebellen mit der Flugabwehrrakete ausgerüstet zu haben. Die Propaganda des Kremls tut ein Übriges, um Zweifel zu streuen.

[…]

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-07/mh17-abschuss-ukraine-russland-kohle-separatisten

Der Link zu dem, „was man heute weiß“, führt zu dem CNN-Artikel. Der klassische Hinweis auf das „russische Fabrikat“ der Buk, das auch in der Ukraine in Gebrauch ist, darf nicht fehlen. Der Artikel selbst belegt keine „zynische Betriebsamkeit“, sondern private Kohleschürfungen durch die verarmte Bevölkerung.

Alice Bota darf im üblichen ZEIT-Chor mitsingen:

Keiner will es gewesen sein

Beim Abschuss von Flug MH17 in der Ostukraine starben vor einem Jahr 298 Menschen. Noch immer sind viele Fragen offen. Eine könnte Wladimir Putin aber leicht beantworten.

von Alice Bota

Aktualisiert 17. Juli 2015  07:46 Uhr

[…]

Doch es breiteten sich die anderen Eindrücke aus: Die Koffer der Opfer waren zum Teil geplündert und die Kreditkarten gestohlen worden; Whisky-Flaschen aus dem Duty-Free-Shop waren geleert, die, welch Absurdität, den Fall aus Tausenden Metern Höhe überstanden hatten. Der bärtige Separatist, der später Weltruhm erlangte, als er ein Kuscheltier hochhielt, fuchtelte stockbetrunken mit seiner Maschinenpistole vor uns herum. Und die OSZE-Beobachter wurden zunächst nicht zur Unfallstelle durchgelassen und wenn doch, dann nicht für lange und nur eskortiert von Bewaffneten.

[…]

Es bleibt unbestritten, dass schon von Beginn an viele Indizien nahelegten, die Verantwortung für den Abschuss bei den Separatisten zu suchen. Russlands Behauptung, es habe nie Buk-Raketen an die Separatisten geliefert, wurde durch einen Report des Bloggers Eliot Higgins widerlegt. Laut CNN soll im Abschlussbericht einiges darauf hinweisen, dass eine russische Buk aus dem Separatistengebiet abgeschossen worden sei. Doch Indizien sind noch keine Beweise, und der Abschlussbericht wird erst im Oktober veröffentlicht. Gerade wir Journalisten dürfen Vermutungen nicht als Gewissheiten etikettieren, Indizien nicht zu Beweisen machen, so plausibel sie auch sind.

[…]

http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-07/mh17-abschuss-ukraine-ermittlungen

Bota zitiert sogar noch die Westpropaganda über die angeblich plündernden Rebellen. Dabei ist die längst widerlegt, was auch zur ZEIT durchgedrungen sein müßte:

Krieg der Bilder – und der Blick dahinter

Zwei Bilder russischer Rebellen: Der eine hält ein Plüschtier in die Luft, der andere stiehlt den Ring eines Opfers. Für viele westliche Medien ist klar: Beide handeln skrupellos. Aber stimmt das auch?

Von Simon Widmer 30.07.2014

[…]

http://www.tagesanzeiger.ch/kultur/diverses/Krieg-der-Bilder–und-der-Blick-dahinter/story/24923539

Auch der angebliche Diebstahl von Kreditkarten ist längst als Westpropaganda widerlegt:

http://www.bloombergview.com/articles/2014-07-21/flight-mh17-victims-bodies-were-looted-or-maybe-not

Die journalistischen Standards zu zitieren, sich aber nicht an sie zu halten, reicht nicht. Der Link zur Bellingcat-Seite führt zu keinem konkreten Bericht. Es gibt auch keinen Bericht von Bellingcat, der irgendetwas beweisen oder widerlegen könnte.

Daß diese Website von Eliot Higgins überhaupt noch zitiert wird, erstaunt ohnehin. Wurde der Transatlantic Council-Mitarbeiter und Blogger Higgins doch bei seinem Vorgehen vom 31.5.2015, das russische Verteidigungsministerium in Nachfolge des SBU, der das am 30.7.2014 schon vergeblich versucht hatte, des Photoshoppens von Satelliten-Bildern (Wolken rein, Buk raus) zu überführen, nun selber der Kaffeesatzleserei überführt:

http://www.spiegel.de/politik/ausland/mh17-satellitenbilder-bellingcat-betreibt-kaffeesatzleserei-a-1036874.html

Aber die ZEIT hat ja noch am 2.7.2015 durch Carsten Luther empathisch versucht, Higgins zu retten:

ZEIT ONLINE: Sie und ihre Mitstreiter des Bellingcat-Recherchenetzwerks haben viel geleistet, um russische Propaganda und Falschinformationen zu entlarven. Wie gut lügt der Kreml?

http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-07/mh17-bellingcat-eliot-higgins-russland-propaganda/komplettansicht

Ich denke nicht, daß bei der ZEIT noch einmal Vernunft einkehren wird.

Eine australische Agentur namens „News Corp Australia Network“ wollte zum Jahrestag just jene Westpropaganda von plündernden Separatisten aufwärmen und verkaufte ihr Supermaterial an interessierte Westmedien. Man muß konstatieren: der Schuß ging nach hinten los.

Never-before-seen footage reveals Russian-backed rebels arriving at the wreckage of MH17

CHARLES MIRANDA in Amsterdam

News Corp AustraliaNetwork July 17, 201511:51AM

EXCLUSIVE RUSSIAN-backed rebels in Ukraine’s east believed they had shot down a Ukraine Airforce fighter jet as disturbing new footage shows them ransacking the luggage of passengers and crew from Malaysian Airlines Flight MH17.

[…]

But, after a 12-month pursuit, News Corp Australia has obtained new footage shot by the rebels themselves on a camcorder as they captured what they initially believed to be a Ukrainian air force fighter jet they had just shot down using a ground-to-air missile system.

[…]

But an investigation by News Corp can reveal a unit from Donetsk was dispatched shortly after 3pm local time, two hours after contact by civilian air traffic control was lost at 1.20pm, to hunt Ukrainian pilots who reportedly parachuted after their aircraft was shot down. An armed unit followed a smoke plume from the wreckage to arrive at the site and begin the hunt for the pilots with militia reporting locals as having seen one “crawling” from the scene after parachuting to safety. But to their confusion, arriving at the scene they find more blazing wreckage and debris than expected before a mobile telephone call is received telling them two aircraft were downed.

The 17-minute long footage smuggled out from the rebels’ own Donetsk base, clearly identifies the militia by face and in one instance his self proclaimed Donetsk People’s Republic ID, as they disturbingly work around the dismembered bodies of the passengers and crew to rummage through their belongings to find things of value. […]

The confusion by militia on the day was compounded by the fact MH17 was carrying spare aircraft parts, including struts and rotors for helicopters, leading them to believe more than one aircraft was among that debris. Originally published as The shocking aftermath of MH17

http://www.dailytelegraph.com.au/news/never-before-seen-footage-reveals-russian-backed-rebels-arriving-at-the-wreckage-of-mh17/story-fniztvnh-1227444676268

Alles an diesem zusammenfassenden Bericht ist falsch. Das angeblich aus Donezk herausgeschmuggelte und exklusiv veröffentlichte Material wurde zum Teil bereits am 20.7.2014 durch die BBC veröffentlicht.

Malaysia Airlines crash: Dead moved from MH17 site 20 July 2014

Last updated at 20:06 BST

The remains of up to 196 people from the MH17 crash in Ukraine have been loaded on to refrigerated rail wagons, to be taken to an unknown destination. All 298 people on the Malaysia Airlines flight died when a missile reportedly hit it on Thursday.

Pro-Russian separatists, suspected of shooting it down, say they had recovered the plane’s flight recorders and were prepared to hand them to international investigators.

Daniel Sandford reports from the scene.

http://web.archive.org/web/20140721064936/http://www.bbc.com/news/world-europe-28389780

In dem dort veröffentlichten Video wird klar gesagt, daß die dort bereits am 20.7.2014 gezeigten identischen Aufnahmen der Milizen vom Absturzort der BBC übergeben wurden, offenbar, so vermutet Sandford zurecht, um deren Unschuld an dem Abschuß zu beweisen. Zudem wendet sich der das Video übergebende Kommandeur gegen die West-Propaganda, wonach Rebellen am Absturzort geplündert hätten. Und Sandford schließt mit den Worten, daß dieses Video nicht belege, daß Rebellen die MH17 abgeschossen hätten. Jedenfalls dieses Suchteam nicht.

Ja, schade: am 15.7.2015 war dieses Video noch zu sehen – jetzt ist es gegen ein anderes ausgetauscht worden.

http://www.bbc.com/news/world-europe-28389780

Die BBC ist auch nicht mehr, was sie mal war. Aber dieser Vertuschungsversuch belegt nur einmal mehr, in welchem politischen Mainstream angeblich seriöse westliche Medien agieren – oder sollte man agitieren sagen?

Tatsächlich beweist das Transskript der Äußerungen, daß die Rebellen unter der falschen Prämisse, dort sei eine SU-25 abgeschossen worden, den Absturzort aufsuchten. Entsprechend uninformiert waren zuvor Aktivisten auf der „Strelkov“-VK-Seite davon ausgegangen, daß dort eine AN-26 abgeschossen worden sei. Das alles waren naheliegende Vermutungen, nachdem ein Flugzeugabsturz bekannt geworden war.

Das Entsetzen und die Erklärungsversuche dafür, was an dieser Absturzstelle tatsächlich vorgefunden wurde, spricht Bände. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wurde bei Petropavlivka gesucht. In keiner Weise ging es um Plünderung, sondern um Aufklärung dessen, was man dort sah und nicht begriff. Die Interpretation der Wirklichkeit lautete, daß eine SU-25 einen zivile Maschine abgeschossen habe, wobei die SU-25 danach von eigenen Kräften abgeschossen worden sein mußte. Schließlich ging es bei der Suche hauptsächlich um die Gefangennahme angeblich abgesprungener Kampfpiloten.

Hier das Transskript der Äußerungen, die in diesem Video zu hören sind. Die dazwischengeschaltenen Wertungen der australischen Agentur, die von der Vermarktung dieses Videos zum Jahrestag gewiß profitiert hat, kann man getrost ignorieren:

http://www.news.com.au/national/full-transcript-russian-backed-rebels-ransack-the-wreckage-of-mh17-in-shocking-17-minute-video/story-e6frfkp9-1227444629703

Deutsches Transskript:

http://vineyardsaker.de/ukraine/die-zweite-17-17-minuten-mh017-video/

Wenn der menschliche Verstand nicht fassen kann, was er entgegen den Erwartungen vorfindet, dann irrt er ab in Nebensächlichkeiten. So auch hier:

Kommandeur: Sogar ein [Kraftausdruck] Papagei flog Kommandeur: Da sind überall Vögel; hier ist einer, dort ist noch einer. Woher? Dort ist noch ein Vogel!

Dieser Suchtrupp, der der BBC die Aufnahmen übergab, hatte tatsächlich keine Ahnung davon, was dort passiert war. Möglicherweise hat die BBC diese Aufnahmen an News Corp Australia Network weitergegeben und später erkannt, wie schädlich ihr eigenes Material vom 20.7.2014 für den Exklusiv-Knüller der australischen Kollegen war. Aber daran hat die Löschung des Videos nichts geändert. Denn es ist auf Youtube weiterhin vorhanden, wo es zeitgleich am 20.7.2014 hochgeladen worden war:

https://www.youtube.com/watch?v=pJ_U4iA2djI

Wie nicht anders zu erwarten war: am 27.7.2015 ist auch dieses Video gelöscht worden: BBC 20.7.2014 gelöschtZuvor hatte ich screenshots gemacht. Hier beginnt die Einblendung des Videos der Milizen: BBC 20.7.2014 1Hier erklärt der Kommandeur „Zhuk“, daß keineswegs nach wertvollen Gegenständen, sondern nach Dokumenten zur Aufklärung des Vorfalls gesucht worden sei: BBC 20.7.2014 2Da nicht auszuschließen ist, daß auch ich wegen Urheberrechtsverletzungen angegangen werde, wenn ich das heruntergeladene Video hier wieder hochlade, lasse ich es lieber.

Es ist schon erstaunlich, wie rasch YouTube politisch verfängliche Videos verschwinden läßt:

http://theunwashedbrain.blogspot.de/2014/08/kievs-war-on-video.html

Vielleicht hat die BBC ihr Video, in dem Szenen aus dem Separatistenvideo gezeigt wurden, wegen des nachfolgenden Artikels gelöscht und durch ein anderes ersetzt:

Journalist says news agency’s ‘exclusive’ MH17 footage aired a year ago on BBC, asks for apology

National Post Wire Services and National Post Staff Friday, Jul. 17, 2015

[…]

Turns out the „exclusive“ Australian News Corp footage in aftermath of #MH17 being shot down is not new at all. BBC broadcast it a year ago. — Jon Donnison (@jondonnisonbbc) July 17, 2015

The Australia correspondent for the BBC is challenging the Sydney Daily Telegraph and the Australian newspapers after they published what they said was “never-before-seen footage” of the hours after a Malaysian airliner was shot down with 298 people, killing all aboard. […]

Jon Donnison, BBC’s Australia correspondent, tweeted that he was “looking forward to an apology” from the two papers “over their #MH17 video ‘world exclusive’ that was broadcast a year ago on BBC.”

Looking forward to apology from @dailytelegraph & @australian over their #MH17 video „world exclusive“ that was broadcast a year ago on BBC. — Jon Donnison (@jondonnisonbbc) July 17, 2015

BBC 20.7.2014 3http://www.nationalpost.com/m/wp/blog.html?b=news.nationalpost.com//news/world/journalist-says-news-agencys-exclusive-mh17-footage-aired-a-year-ago-on-bbc-asks-for-apology

In gleicher Weise ging auch ein entsprechender Artikel des Telegraph, Lieblingszeitschrift der Tories, nach hinten los.

Erinnert man sich noch an dessen Ukraine-Berichterstatter Roland Oliphant, der mit seiner (und des Guardian-Kollegen Shaun Walkers) Sichtung einer fiktiven russischen Invasion am 15.8.2014 für Aufregung gesorgt hatte? Immerhin führte sein unbelegter Alarmismus zu einer Sondersendung der ARD mit einer klassischen Golineh Atai, die quasi als Pressesprecherin von Poroschenko diesem Gerücht den Anschein von Realität verlieh: Poroschenko hatte die journalistische Vorlage nämlich dankbar ergriffen und behauptet, daß die russische Militärkolonne bereits vernichtet worden sei, und zwar rückstandsfrei und beleglos.

Das Ganze kann man in meinem Artikel vom 17.8.2014 nachlesen:

https://gabrielewolff.wordpress.com/2014/08/17/ukraine-quo-vadis-ii/

Wie es sich überhaupt lohnt, ältere Artikel nachzulesen: schon damals, im August 2014, drohte der Rechte Sektor mit einem Marsch gen Kiew und stellte Ultimaten, um seine Ziele, seinerzeit die Freilassung von 35 nach einem Überfall auf ein Restaurant festgenommenen Mitgliedern, zu erreichen. Mit Erfolg übrigens. Heute ist dieser bewaffnete Staat im Staate viel gefährlicher als damals: sein Anführer Dmitri Jarosch ist Abgeordneter und dient als Berater des Generalstabs, was eine nicht vorhandene Einbindung seiner Truppen in die militärische Führung symbolisieren soll. Der Telegraph titelt also:

One year on, MH17 evidence against separatists appears overwhelming

A growing body of evidence suggests Russian-backed separatists shot down Malaysian Airlines flight MH17 after mistaking it for a Ukrainian military plane

By Roland Oliphant 8:04AM BST 17 Jul 2015

[…]

http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/europe/russia/11732678/One-year-on-MH17-evidence-against-separatists-appears-overwhelming.html

In diesem Artikel malt er die SBU-Bellingcat-socialmedia-“Beweise” nach. Aber zu Beginn zeigt Oliphant ein Video einer Augenzeugin vom Absturzort, die wiederum Hinweise auf die Anwesenheit von Kampfjets am Absturzort liefert, wie sie dem Suchauftrag der Milizen zugrundelag. Telegraph 1Telegraph 2Telegraph 3Marcel van den Berg hat am 23.10.2014 eine später aktualisierte Zusammenstellung der Sichtungen von ukrainischen Kampfflugzeugen am 17.7.2014 gepostet, die hier noch ergänzt werden kann:

http://www.whathappenedtoflightmh17.com/overview-of-eyewitness-reporting-seeing-military-aircraft/

Zum Beispiel um die aktuelle, sehr bewegende, Dokumentation von RT zum Abschuß von MH17, in der ebenfalls Zeugen zu Wort kommen, die am 17.7.2014 ukrainische Kampfjets gesehen haben:

MH17 documentary ‚No one deserves to die that way‘ Russia Insider Veröffentlicht am 21.07.2015 Russia Insider – Russian News Without the Anti-Russian Bias http://russia-insider.com Link to the RI article: http://russia-insider.com/en/politics… RT documentary MH17: ‚No one deserves to die that way‘

https://www.youtube.com/watch?v=YxQ8WZySFJI

Pawel Kanygin von Nowaja Gaseta unterdrückte „unpassende“ Zeugenaussagen in seinem Bericht vom 6.6.2015 nicht, was ihn vermutlich von westlichen Korrespondenten unterscheidet; hier Aussagen von Einwohnern aus Pervomaiskyi, südlich von Snischne, wo nach Angaben des SBU und „Recherchen“ von Bellingcat die „russische Buk“ MH17 abgeschossen haben soll:

‘There Was No Buk in Our Field’

By Pavel Kanygin Originally published by Novaya Gazeta on June 6, 2015 Translated by Catherine A. Fitzpatrick June 10, 2015

[…]

Natalya, a woman from the town of Pervomaika [Pervomaiskoye] who gave her first name only, recounted what she recalled:

Natalya: We were watching for the planes [of the Ukrainian Army]. We heard a loud boom. Very loud. Then literally soon after we learned that it was the plane [MH17]. But the problem was that they [the Ukrainian Army] had flown over us… Sushki [the nickname for SUs–The Interpreter] flew that day. They released some “shots.”

Kanygin: How high did they fly?

Natalya: Not every high. We saw them, we heard them. Kanygin: They say that that a rocket was launched from here which hit the Boeing.

Natalya: I don’t know. I heard a boom, and that’s all, I don’t know anything more.

Kanygin: Where was the sound from?

Natalya: Somewhere nearby. But the boom was like something that had fallen or exploded. It was like that. But soon we learned [about the Boeing}.

Another woman named Marina who lives in Pervomaika [Pervomaiskoye] also recalled the plane:

Marina: Before that [the crash of the Boeing-PN), that day there were four people: Aunt Nina, Aunt Lyuba and my friend, Godmother Lyuda. We were sitting on the bench and talking. The drones were flying. Then we went our ways. And then Aunt Nina comes running out and starts calling us, and covered her face with her kerchief. And the missiles flew at us here, like fireworks, missiles, but they were white. There were a lot of them, they opened up, and then they hung in the sky, and she [Aunt Nina], thought that they were phosphorous bombs. Before that they scared us, that they had been in Makeyevka, that there would be burns later. [Aunt Nina] shouted – “phosphorous bombs!” And here Sergei came along [her husband, who served in the DNR–PK] and says “Aunt Nina, that can’t be, that’s the defense.”

Kanygin: Thermal [defense from an MRLS]?

Marina: Yes. And the sky was whitish, like fog.

Kanygin: Your neighbor told me that this plane which ejected thermal defense was then shot down.

Marina: Well, of course! It was shot down over Dmitrovskaya.

Kanygin: And that same day they downed the Boeing? Marina: Yes, yes. Here, Uncle Seryozha knows [Marina nods to an old man who had driven up to us on a moped.] On that day. My husband was serving in Dmitrovka, and over there, they downed [that Ukrainian assault plane]. And then we cranked up the generator and learned from the television that a passenger plane had been downed. Seryozha: There were four of them [flying then].

Kanygin: And one Ukrainian plane was destroyed? Seryozha: Yes, yes. Honestly, yes. That Uke plane was downed by our guys. The self defense, yes.”

Seryozha: Perhaps, they wouldn’t have downed it [the Boeing]. The thing is, they [UAF attack planes] hid under it, under the [Malaysian] plane. Recently they hid behind passenger planes, and then blew them up — and then went to shoot [down]. I was working in the field on the combine, I saw it all. Yes… Four things were flying. They shot down one of them, and three over there.

Kanygin: What did they shoot them down with? Seryozha: With an anti-aircraft weapon, I reckon. Our guys were already waiting for them. […]

http://www.interpretermag.com/there-was-no-buk-in-our-field/

[Link muß gesondert eingegeben werden, da eine Browserüberprüfung stattfindet] Karte Saurivka Stepanivka DmytrivkaGoogle Maps

Am alternativen Buk-Standort Saroschtschenske wurden ebenfalls keine Sichtungen einer Buk getroffen, und aus den knappen Antworten der unwilligen Einwohner läßt sich schließen, daß sich das strategisch unbedeutende Dorf unter keiner militärischen Kontrolle befand:

“We went there every day, and the day after, and there was nothing there,” said Natalya Viktorovna. “Neither the DNR or the nationalists were here in our village. Nobody was here in Zaroshchenskoye. We were by ourselves. And there was no Buk,” she said.

[…]

Kanygin: Was the DNR army here in your area?

Friend: Yes, there was a checkpoint.

Kanygin: Was the Ukrainian army here?

Friend: Well, they passed by, on that road.

http://www.interpretermag.com/there-was-no-buk-in-our-field/ Karte SaroschtschenskeGoogle Earth

Wie solche Aussagen konkret zu würdigen sind, steht auf einem anderen Blatt – in diesem Fall sogar in einem anderen, nämlich in der Frankfurter Rundschau, deren MH17-Artikel vom 17.7.2015 wohltuend aus dem Medien-Einerlei von einseitigen Vorwürfen und unbelegten Behauptungen herausstechen.

Auf die unterirdische BILD und deren Bellingcat-„Beweisführung“ will ich nur sehr verschämt hinweisen. Julian Röpcke beweist allerdings explizit, in welcher Sphäre das Phänomen Bellingcat anzusiedeln ist, nämlich in der seinen. Hatte BILD doch schon vor Bellingcat russische Satellitenbilder als Fakes entlarvt:

http://www.bild.de/politik/ausland/flug-mh-17/jahrestag-mh17-41793288.bild.html

Auch der Deutschlandfunk läßt sich nicht lumpen und haut in die emotionale Kerbe; überdies zeige Rußlands Ablehnung eines UN-Tribunals deutlich, daß Rußland etwas zu verbergen habe. Die Journalistin versteht nicht, daß Rußland zunächst auf einer UN-dominierten unabhängigen Ermittlung besteht, sowohl der Flugunfall-Ermittlung als auch der strafrechtlichen Ermittlung; der kleine NATO-Haufen, der aktuell unter Einschluß der beschuldigten Ukraine strafrechtlich herumermittelt, das JIT, kann nicht ernstgenommen werden.

Noch am 30.3.2015 sah sich das Joint Investigation Team durch das Mitglied Ukraine (deren „Ermittlungsinstanz“ ist der Geheimdienst SBU) gezwungen, das social media-Szenario des SBU per Zeugenaufruf auf seine Stichhaltigkeit zu überprüfen, die bislang, so der Umkehrschluß, nicht gegeben ist.

https://www.youtube.com/watch?v=olQNpTxSnTo&sns=

Auch unter dem allein bis September 2014 eingegangenen umfangreichen Material war offensichtlich nichts, was die Geheimdienst-Narration stützen und ihre groben Lücken füllen konnte:

MH17 investigators find metal shards in victims, may be from missile

September 12, 2014 […] ‘If we can establish this iron comes from such a missile, that is important of course,’ Westerbeke told news agency Reuters. ‘At this moment, we don’t know that, but that’s what we are investigating.’

Photographs

An appeal for photographic material has resulted in 20,000 photographs and 750 videos being uploaded to a special website. These are now being investigated to confirm their authenticity, he said. Some 350 million web pages are being trawled for evidence.

http://www.dutchnews.nl/news/archives/2014/09/mh17_investigators_find_metal/

Bellingcat ist auf diesen vom SBU gestreuten Spuren unterwegs und weit davon entfernt, ein harmloser open source-Nutzer zu sein. Er war und ist aktiv daran beteiligt, die Geheimdienst-Beweiskette aufrecht zu erhalten: nachdem die anonymen Erstposter der einzigen beiden „Beweisvideos“ eines Buk-Transports in Zuhres und einer freifahrenden womöglichen Buk, südlich aus Snischne herausfahrend, diese wieder gelöscht hatten, waren Bellingcat/Higgins binnen einer halben Stunde zur Stelle und luden die beiden gelöschten Videos wieder hoch. Hector Reban hat sich diesem Phänomen gewidmet:

The original link of the Zuhres vid was uploaded by an anonymous person who used the Youtube account only once, for uploading this video, and then deleted it. According to Marilyn Justice, writing in a reply on my ¨Over mij¨ page on this blog, the person who posted the Zuhres video had no ‘net presence’ before or after posting the video. So she started asking questions to Bellingcat´s Aric Toller [Toler]:

@mkj1951 @EliotHiggins @JSmithRus Won’t satisfy you, but here is the person who posted video: https://t.co/xFp0V0SJ7w — Aric Toler (@AricToler) December 30, 2014

MJ: [the original URL of the deleted vid; HR] … maybe u can explain where this came from (this is about the 15 sec video now removed)

AT: Was posted on Youtube and Twitter by “Андрей” on 7/17 with coordinates. That’s all we know.

MJ: My question – how was it found – zero identifiers by a person with no net presence before or after?

AT: I actually did find their Twitter account, but it was deleted. Probably created accounts just for video

MJ: That does not answer how it was found, sorry

AT: Won’t satisfy you, but here is the person who posted video: https://twitter.com/3Andryu/

So Aric Toller said he found a twitter account, but it is clear this twitter account found him or his boss Eliot Higgins, pointing them head on towards the Youtube vid for a quick download, exact coordinates for geolocation provided in the package too. But then again, because the genuine video has been deleted, it is impossible to say from which date this source originates.

Also from the vid showing a lone BUK on the road from Sniznhe to Pervomaiske on its way to its deadly encounter with MH17 oozes an equally funny smell, as Michael Kobs shows in his well documented report about the track trail evidence. As occured with the Zuhres video also this video had been posted from an account used only once for this particular purpose before it was deleted. Hence, again, no original date could be established.

In his report Kobs reaches a conclusion well fit for the alternative track trail that says all footage and photos could well have been made at another day: ¨Ob das Video überhaupt an diesem Tag entstanden ist, kann selbst Bellingcat nur raten¨ (Whether this video really was made at this day [the 17th] is even a mystery to Bellingcat¨) (page 13-15, see also note 1 for URL).

Fortunately the mysterious person made sure Eliot Higgins could download the evidence. Within the 24 minutes the vid was online it received so many clicks it reached the daily top thirty, which may have got the attention of Bellingcat whisperers. Nevertheless the poster made very sure the vid was picked up by the right parties. According to the Amnesty International Youtube DataViewer, which guarantees the right metadata of an uploaded video, three copies of the deleted lone BUK video were instantly re-uploaded within minutes by Eliot Higgins, Euromaidan and Torez.info [6].

Torez.info is a local website co-administrated by Vladimir Djukov, alias @WowihaY, the same person of two witness accounts and the first to tweet the incredible important picture of the alleged plume of a BUK launch. Obviously the source knew which way to go to get the right attention.

http://7mei.nl/2015/07/12/mh17-another-buk-on-another-day/

Natürlich konnte sich auch Higgins nicht mehr erinnern, wie er auf das Snischne-Video aufmerksam wurde, das er geistesgegenwärtig so schnell herunter- wie auch wieder hochgeladen hatte. Tweets Kobs Higgins 1Tweets Kobs Higgins 2https://twitter.com/MichaKobs/status/607133817414021120

Unsere Medien interessieren sich nicht für solche Zusammenhänge, und sowas kommt dann eben dabei heraus:

17.07.2015

MH 17-Absturz vor einem Jahr

Russlands Vernebelungstaktik

Die russischen Separatisten in der Ukraine verbreiten Lügen, kommentiert Gesine Dornblüth. Statt die Aufklärung des Absturzes von Flug MH 17 zu unterstützen, hätten sie die Bergungsarbeiten behindert und OSZE-Mitarbeitern den Zutritt verwehrt. Auch Russlands Präsident Putin verliere an Glaubwürdigkeit – und dränge sich international damit immer weiter ins Abseits.

Von Gesine Dornblüth

[…]

http://www.deutschlandfunk.de/mh-17-absturz-vor-einem-jahr-russlands-vernebelungstaktik.720.de.html?dram:article_id=325784

Am weitesten lehnte sich James Miller, Chef des „kremlkritischen“ Interpretermag, gesponsert durch Chodorkowskis Sohn Pawel, aus dem Fenster. Zusammen mit Michael Weiss veröffentlichte er diesen ellenlangen Artikel, der wiederum nur aus Behauptungen, selektiv wahrgenommen social media-Schnipseln und einseitigen Interpretationen besteht:

Forensic Detail

07.17.151:00 AM ET

How We Know Russia Shot Down MH17

Written byJames Miller Michael Weiss

One year after 298 civilians fell to earth over eastern Ukraine, Putin’s regime is still denying culpability. Here’s definitive evidence to the contrary.

[…]

http://www.thedailybeast.com/articles/2015/07/17/how-we-know-russia-shot-down-mh17.html

Die Autoren sollten sich fragen, warum die Ermittlungen nicht schon längst abgeschlossen sind, wenn ihr rein journalistisches „Wissen“ bereits zu einer klaren Anklage führt.

Der SPIEGEL berühmte sich ebenfalls, mehr zu wissen – was eigentlich nicht möglich ist, denn er wußte ja schon von Anfang an: Putin war’s.

MH17-Absturz: Ermittler finden neue Hinweise auf Abschuss durch Luftabwehrrakete […]

Freitag, 17.07.2015 – 12:06 Uhr

Jetzt gibt es neue Hinweise auf die Ursache des Unglücks. Nach Informationen des SPIEGEL kommt das internationale „Gemeinsame Ermittlerteam“, das den Absturz der Maschine strafrechtlich aufklären soll, zu dem Schluss, dass MH17 von einer Luftabwehrrakete des Typs Buk-M1 abgeschossen wurde. Untersuchungen der Splitter in den Wrackteilen der Boeing 777 haben demnach ergeben, dass diese eindeutig dem Gefechtskopf einer Buk-M1 zugeordnet werden können. Prorussische Kämpfer verfügten über mehrere Buk-M1-Geschütze in der fraglichen Region in der Ukraine.

Damit sind insbesondere von russischen Medien geäußerte Spekulationen, ein ukrainischer Kampfjet könne MH17 abgeschossen haben, hinfällig.

Des Weiteren verdichten sich für die Ermittler die Informationen, wonach prorussische Separatisten die Luftabwehrrakete abfeuerten. Unmittelbar nach dem Unglück vom ukrainischen Geheimdienst SBU ins Internet gestellte Telefonmitschnitte wurden inzwischen überprüft. Die Ermittler bewerten sie nun als authentisch. „Wir haben ein Flugzeug abgeschossen“, sagt ein Rebellenkommandeur unter anderem in den Mitschnitten. Im weiteren Verlauf ist zu hören, wie die Kämpfer entdecken, dass es sich um ein Zivilflugzeug handelte.

[…]

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/mh17-neue-hinweise-auf-abschuss-durch-luftabwehrrakete-a-1044154.html

Seltsam: am 30.6.2015 bekundet der leitende Staatsanwalt Westerbeke, daß die Untersuchungen der Splitter in den Leichen noch nicht abgeschlossen seien, und nun will die unbekannte Quelle wissen, daß die Splitter im Wrack eine eindeutige Zuordnung ermöglichen?

Daß die SBU-„Mitschnitte“ authentisch sein sollen, ist angesichts der folgenden überzeugenden Überprüfung kaum zu glauben. Bei dem bereits am 17.7.2014 veröffentlichten Audio mit Gesprächen zwischen dem Kommandeur Bezler mit einem Kontaktmann namens Geranin am 17.7.2014 um 16:40, zwischen den Rebellen Major und Grek während einer Absuche des Absturzorts und zwischen einem Rebellen und dem Kosakenanführer Kosytsin stimmt technisch überhaupt nichts:

MH17 crash: leaked tape proven FAKE by audio analysis. Анализ перехвата разговоров ополчения ДНР.

Sounds Russia Veröffentlicht am 26.07.2014 Shortly after the crash of Malaysian Flight MH17, the Ukrainian Security Service (SBU) released a video on YouTube, claiming it was intercepted calls between Eastern rebels discussing how the plane was shot down. SBU said this proved that the rebels were behind the downing of the plane. However, a technical analysis of the sound in the video proves the recording is manufactured, hence being fake!

The analysis is made in Adobe Audition and shows multiple flaws such as merges, background noise coming and going, the endings of the words being cut off and many other things. To verify for yourself, just extract the audio from the video uploaded by the Security Service of Ukraine (SBU) on their YouTube channel: https://www.youtube.com/watch?v=V5E8k…

https://www.youtube.com/watch?v=T34AB6CImTE

Auch die Übersetzungen stimmen nicht. In der deutschen:

https://www.youtube.com/watch?v=jb3Y_eWkAmc&feature=youtu.be

und englischen Version:

https://www.youtube.com/watch?v=BbyZYgSXdyw&feature=youtu.be

heißt es zwar: „Wir haben ein Flugzeug abgeschossen“; in der russischen „Original“-Version

https://www.youtube.com/watch?v=V5E8kDo2n6g&feature=youtu.be

ist aber etwas anderes zu hören. Der Interpreter hat das Audio noch am 17.7.2014 ins Englische übersetzt:

The Interpreter has translated the conversation: Geranin: I understand, shit.

Bezler: A plane has just been shot down. Sapper’s Group. It fell outside of Enakievo.

Geranin: The pilots. Where are the pilots?

Bezler: They went to search and photograph the downed plane. It’s smoking…

Geranin: How many minutes ago?

Bezler: Somewhere around 30 minutes ago.

[after terrorists realize they have downed the plane]

Greek: Yes, Major.

Mayor: so the Chernukhino guys shot down the plane. From the Chernukhino roadblock. The Cossacks, who were stationed at Chernukhino.

Greek: Who?

Mayor: The Chernukhino roadblock, the Cossacks who are stationed at Chernukhino.

Greek: Yes, Major.

Major: The plane fell into pieces in the air, in the area of the Petropavlovsk coal mine. The first „200“, they found the first „200“ [„200 is the Russian term referring to dead bodies–The Interpreter]. It’s civilian.

Greek: So there are 200s?

Major: Yes. Civilians.

Greek: So what have you got?

Major: In short, a super-heavy civilian craft.

Greek: Understood. Are there a lot of people there?

Major: It’s totally f****d. The pieces are falling right into yards.

Greek: What kind of aircraft?

Mayor: I haven’t figured it out yet. I haven’t been near the main part yet. I only started to see where the first bodies were falling. There are remains there of the internal struts, chairs, bodies.

Greek: Understood. Are there any weapons?

Mayor: Nothing at all. Civilian things, pieces of medicines, towels, toilet paper.

Greek: Are there any passports?

Mayor: Yes. There’s an Indonesian student. From the University of Thompson, shit.

http://www.interpretermag.com/ukraine-liveblog-day-150-ukrainian-troops-describe-grad-rocket-attack-from-russia/#3398

Daß diese Mitschnitte inhaltlich nichts hergeben, habe ich ausführlich bereits hier analysiert:

https://gabrielewolff.wordpress.com/2014/10/23/ukraine-informationskrieg-um-mh-17-2/

Die genannte Abschußzeit, der angenommene Abschußort und der gemeldete Absturzort Jenakiewe stimmen nicht. Und der im Lugansker Gebiet tätige Kosakenführer Kosytsin, der nach den Mutmaßungen der Rebellen für den Abschuß verantwortlich sein soll, hat ganz und gar nichts Erhellendes zu dem Abschuß zu sagen.

Im SPIEGEL Print-Artikel 30/2015 vom 18.7.2015, der unter der knalligen Überschrift „Spur der Schuld“ von dem bereits hinlänglich bekannten Christian Neef und den Kollegen Matthias Gebauer und Fidelius Schmid zusammengestrickt wurde (S. 83), findet sich nichts Weitergehendes. Mutmaßungen, Spekulationen, Interpretationen, „SPIEGEL-Informationen“. Neu ist nur dieser Satz:

Im Dokument der Niederländer [gemeint ist wohl der Entwurf des DSB, der am 2.6.2015 den Beteiligten zugesandt wurde] sollen nun angeblich sogar die Koordinaten jenes Ortes stehen, von dem die Buk-Rakete abgefeuert wurde: Er liegt auf dem von Separatisten kontrollierten Gebiet.

Das halte ich für höchst unwahrscheinlich. Die NZZ hatte nämlich die gute Idee, zum Jahrestag ein Interview mit dem leitenden Staatsanwalt Fred Westerbeke zu bringen. Und da sagt er doch glatt:

MH17-Chefermittler im Interview

«Wir haben Tausende von Telefonmitschnitten»

Der niederländische Staatsanwalt Fred Westerbeke leitet das Ermittlungsteam im Fall MH17. Seine Arbeit mache gute Fortschritte, aber ein Uno-Tribunal könnte an Russland scheitern, sagt er im Gespräch.

  • Interview
  • von Christian Weisflog
  • 17.7.2015, 05:30 Uhr

[…] Es gibt verschiedene Möglichkeiten, von wo aus diese Buk-Rakete abgeschossen wurde. Diese Untersuchung ist auch noch im Gange. Es ist ziemlich schwer, das herauszufinden.

Russische Militärexperten hatten kürzlich einen Bericht veröffentlicht. Sie untersuchten den Einschlagswinkel der Rakete und kamen zum Schluss, dass die Buk-Rakete weiter westlich von ukrainischen Streitkräften abgefeuert wurde. Wie überzeugend finden Sie diese These?

Die exakte Flugbahn und den Einschlag einer Rakete zu bestimmen, ist eine sehr komplexe forensische Arbeit. Das ist auch Teil der Ermittlungen, die immer noch im Sicherheitsrat laufen. Sie schauen sich das Schadensmuster an der Nase des Flugzeugs an. Wir arbeiten daran und verwenden auch den Bericht, den die Russen veröffentlicht haben. Wir vergleichen ihn mit unseren anderen Beweisen. Aber wir haben uns noch keine abschliessende Meinung gemacht.

Dann wissen Sie auch noch nicht, wer die Rakete abgefeuert haben könnte: die Ukrainer, Separatisten oder russische Soldaten?

Ich habe mich bisher dazu nicht geäussert und werde das nun auch nicht tun. Wir sind wirklich noch dabei, das zu ermitteln. […]

http://www.nzz.ch/international/europa/die-gefahr-eines-russischen-vetos-ist-da-1.18581057

Daß noch nicht einmal eine Luft-Luft-Rakete als Tatwaffe sicher ausgeschlossen werden kann, sagt er ebenfalls. Leider trauen sich westliche Journalisten nicht, Herrn Westerbeke nach dem Schicksal seines Rechtshilfeersuchens an die USA zwecks Herausgabe von Satellitenbildern zu befragen. Und als ob es dieses Interview nicht gegeben hätte, kommentiert die NZZ am selben Tag zur selben Zeit durch denselben Interviewer den MH17-Absturz so:

Ein Jahr nach der MH17-Katastrophe

Die russische Spur bleibt die heisseste

Die malaysische Boeing wurde vermutlich von einem aus Russland gelieferten Raketensystem getroffen. Die Gegenargumente aus Moskau sind wenig plausibel bis schlicht gelogen, aber noch nicht widerlegt.

  • von Christian Weisflog
  • 17.7.2015, 05:30 Uhr

[…]

http://www.nzz.ch/international/europa/die-russische-spur-bleibt-die-heisseste-1.18581058

Jetzt erstaunt es nicht mehr, daß Weisflog nach der Kooperation der USA nicht gefragt hat. Mit Sicherheit haben die USA keine ihrer geheimdienstlichen Erkenntnisse geliefert, weil die offenkundig den Vorwurf nicht bestätigen. Also muß medial und politisch weiterhin basislos polemisiert werden.

Merkwürdigerweise klärte die ukrainische Seite darüber auf, was in dem vorläufigen niederländischen Entwurf des DSB steht. Und was nicht.

Zuvor hatte Poroschenko persönlich per Tweet und FB-Eintrag verkündet, daß die Niederlande Rußland verantwortlich machen – diese „social media-Beweise“ dann aber schnell wieder gelöscht.

http://www.whathappenedtoflightmh17.com/ukraine-president-poroshenko-suggests-dsb-report-will-report-mh17-was-shot-down-by-russia-supplied-missile-and-crew/

Niederländischer Endbericht zu MH17-Katastrophe fast fertig – ukrainisches Außenamt

15:40 21.07.2015(aktualisiert 19:50 21.07.2015)

Die niederländische Sicherheitsbehörde soll am 10. August den Endbericht über den Absturz der malaysischen Boeing im vorigen Sommer im Donbass vorstellen, damit alle Länder Einsicht darin nehmen können. Das sagte die ukrainische Vizeaußenministerin Jelena Serkal am Dienstag in Kiew bei einem kurzen Pressegespräch.

Serkal zufolge nähert sich die Arbeit an dem Dokument ihrem Abschluss. In dem Bericht seien keine Schuldigen, sondern nur die Umstände der Flugzeugkatastrophe genannt, so die Vizeaußenministerin. Sie erläuterte, dass die Untersuchung zum Jet-Absturz anhand der Anlage 13 zum Übereinkommen über internationale Zivilluftfahrt von Chicago und im vollen Einklang mit den Forderungen dieses Dokumentes durchgeführt wurde.

Der Vizeaußenministerin zufolge wurden Bemerkungen russischer Fachleute in dem Dokument berücksichtigt. „Zur Endfassung des Berichtes werden auch Kommentare und Vorschläge aller interessierten Seiten hinzugefügt“, so Serkal.

[…]

http://de.sputniknews.com/panorama/20150721/303381536.html

Mehr wußte allerdings das dem SBU nahestehende ukrainische Portal Censor.Net, das von diesem mit Exklusiv-Material gefüttert wird.

17.07.15 18:02 Chemical examination found submunitions from Boeing corresponding to Russian Buk missiles – Butusov. PHOTOS

Recognition of hitting the Malaysian airliner by the Buk missile system is already an automatic indictment against Russia.

This is announced in an article by the Censor.NET Chief Editor Yurii Butusov. He publishes an X-ray of one of the crew members of the Malaysian airliner. Censornet RöntgenfotoHe was in the cockpit during the explosion and died on the spot. All fractures result from contact with submunitions. The marks around the skeleton are the submunitions.

An up-to-date chemical examination exactly determined the composition of metal parts, which pierced the hull and glass of the downed airliner before hitting the people.

http://en.censor.net.ua/photo_news/344323/chemical_examination_found_submunitions_from_boeing_corresponding_to_russian_buk_missiles_butusov_photos

Natürlich kann es sich bei diesem Foto um ein Fake handeln und nicht um originäres Material aus den strafrechtlichen Ermittlungen des JIT, an denen der SBU beteiligt ist. Auffällig ist jedenfalls, daß der Censor.Net-Chef Butusow lediglich über chemische Untersuchungen derjenigen Schrapnells redet, die in die Maschine eingedrungen sind. Und damit die Aussage von Westerbeke vom 30.6.2015 bestätigt, daß die Untersuchungen der Metallteile, die aus den Leichen herauspräpariert wurden, noch nicht abgeschlossen seien. Möglicherweise gibt es Diskrepanzen zwischen den chemischen Ergebnissen.

Der Rest des Artikels ist pure bereits widerlegte Propaganda:

Censornet SchrapnellThe second photo shows a close-up of the so-called double-t striking element. An antiaircraft missiles warhead contains four thousand of such elements. „This is a striking element extracted from the aircraft and its unused full-size counterpart extracted from Buk M1-2 Russian surface-to-air missile complex produced in 1998. This missile was not supplied to Ukraine, but it was supplied to other countries,“ Butusov says.

Ukrainian Buks are equipped with old Soviet missiles 9M38. Our anti-aircraft gunners cannot fire the upgraded Buk M1-2 missiles. But the Russian Buk M1-2 provides for using both types of missiles. „Striking elements have a chemical composition identical to that of double-t’s, which destroyed the plane, passengers and crew,“ he added.

http://en.censor.net.ua/photo_news/344323/chemical_examination_found_submunitions_from_boeing_corresponding_to_russian_buk_missiles_butusov_photos

Nun, diesen Quatsch hatte Censor.Net bereits am 18.3.2015 verbreitet, unter Beigabe exklusiver Fotos von den niederländischen Rekonstruktionsbemühungen, die erst nach dem offiziellen Pressetermin vom 2.2.2015 in den Hangars stattfanden. Die Fotos stammten also tatsächlich von einem Insider, einem „Freund der Ukraine in den Niederlanden“.

http://en.censor.net.ua/resonance/328926/submunitions_of_russian_missile_bukm12_aka_sa17_which_downed_the_malaysian_boeing_mh17_exclusive_photo

Max van der Werff hat sich am 21.3.2015 diesem Artikel von Censor.Net gewidmet und den niederländischen Journalisten Joost Niemöller interviewt, der an dem offiziellen Besichtigungstermin teilgenommen hatte; Niemöller konnte bestätigen, daß diese Bilder nach dem offiziellen Pressetermin entstanden sein müssen:

MH17 – Dutch investigation compromised by Ukrainian researchers

Русская версия Versi Malaysia March 21, 2015

A Ukrainian source published new information about MH17. The source claims shrapnel from a missile fired by a Buk-M1-2, a launcher only used by Russia, was found in parts of the wreckage stored for reconstruction at Dutch Air Force Base Gilze-Rijen.

[…]

http://7mei.nl/2015/03/21/mh17-investigation-compromised/

Die Desinformation, daß diese x-förmigen Schrapnells ausschließlich im Gefechtskopf der modernen Raketen des weiterentwickelten russischen Systems Buk-M1-2 Verwendung finden, hatte zeitnah bereits das russische Verteidigungsministerium zurückgewiesen; diese existieren vielmehr ausschließlich in den in der Ukraine gebräuchlichen Raketen des älteren Buk-M1-Systems:

https://meduza.io/en/news/2015/03/20/russian-defense-ministry-says-media-are-lying-about-the-mh17-crash

Nach der Präsentation der Buk-herstellenden Firma Almaz Antey vom 2.6.2015 kann daran nun wirklich kein Zweifel mehr bestehen. Nur dieses zuletzt an die russische Armee im Jahr 1995 ausgelieferte Raketenmodell 9M38M1 mit dem Gefechtskopf 9N314M1 der Buk-M1, deren Produktion im Jahr 1999 eingestellt wurde, weist jene 8,1 Gramm schwere x-förmige Schrapnellform auf – das Vorgänger- und die Nachfolgermodelle Buk-M1-2 und Buk-M2 (Rakete 9M317 mit Gefechtskopf 9N318) indessen nicht:

Video der Pressekonferenz:

https://www.youtube.com/watch?v=GsohFzbJ-vs AA Titel 8http://tass.ru/boeing-presentation/tip-rakety/2023205

Offenbar hängen der SBU wie auch die westliche Presse dem Glauben an, daß eine selektive Wahrnehmung und eine Wiederholung unhaltbarer Behauptungen ausreichen, um eine unsubstantiierte Anklage politisch und medial durchsetzen zu können. Diese Taktik funktioniert zwar, aber eben nur bedingt. Irgendwann kommt ja doch die Stunde der Wahrheit. Im Fall des geheimnisumwitterten DSB-Reports im Oktober 2015. Kann man diese paar Monate nicht einfach mal abwarten?

Was die strafrechtlichen Ermittlungen angeht, so richte ich mich auf eine längere Zeitspanne ein…

Was hatte Bellingcat zum Jahrestag beizutragen?

Nun, ebenfalls einen der klassisch wiederholenden Artikel. Die Holzhammermethode eben. Immerhin erläutert Bellingcat seine journalistischen Prinzipien, die eigentlich zur sofortigen Rückgabe des Hanns Joachim-Friedrichs-Sonderpreises führen müßten. Oder zum Rücktritt der Jury, die offenbar ahnungslos war:

Die Jury vergibt den Sonderpreis an Eliot Higgins und sein Team für die unerschütterliche Zuversicht, im Kampf um die Wahrheit nicht auf verdeckte oder geheimdienstliche Informationen bauen zu müssen, sondern mit öffentlichen, jedermann zugänglichen, überprüfbaren Bildern und Fakten die Öffentlichkeit zu überzeugen. Ihre Methode der weltweiten Vernetzung öffentlich zugänglicher Quellen und ihre kompetente und verantwortungsvolle Auswertung ist beste journalistische Aufklärung auf dem Schlachtfeld moderner Propaganda- und Verunsicherungskriege. Sie wirkt vor allem dort, wo das Klima des Misstrauens und der Verschwörung Platz gegriffen hat: im Internet.

Die Jury zeichnet auch die Unterstützung aus, die Higgins und sein Team vielen, auch deutschen, Journalisten bei deren Recherchen gibt. […]

Der Preis ist mit 2.500,00 € dotiert.”

http://www.hanns-joachim-friedrichs.de/index.php/pressemitteilung-2015.html

Selbstverständlich ist Bellingcat Teilnehmer „auf dem Schlachtfeld moderner Propaganda- und Verunsicherungskriege“, promotet vom Atlantic Council, von General Breedlove und der BILD. Bellingcat ist aktives Teil des Problems.

MH17 In Their Own Words: Witness Testimonies on Social Media from July 17th, 2014

July 16, 2015 By Aric Toler […]

In the days following the downing of MH17, narratives fell into place from the sides of Russia / pro-Russian separatists and Ukraine / Western nations. Journalists and investigators have gathered numerous witness accounts that attest to both Ukrainian narrative (a Buk anti-aircraft system brought down MH17 from south of Snizhne) and the Russian narrative (Ukraine shot down MH17 either with an SU-25 fighter jet or with its own Buk, likely near the village of Zaroshchenske).

[…]

This article will examine the available social media accounts available that confirm the existence, location, and general timeline of a Buk anti-aircraft system in separatist-held territory on July 17 and reports of locals reporting an event that is consistent with a Buk missile launch just minutes after 4:20PM (Kyiv time), when the tragedy took place.

[…]

https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2015/07/16/in-their-own-words/

Es gibt zwar mehrere Narrationen, aber wir konzentrieren uns auf diejenigen Äußerungen, die die von uns favorisierte bestätigen. Knapper hätte Aric Toler das Arbeitsprinzip von Bellingcat nicht darstellen können.

Es macht ihn auch nicht stutzig, daß es sich bei den Tweetern um pro-Kiew-Politaktivisten handelt, die keine eigenen Wahrnehmungen verbreiten, sondern sich als Verteiler von fremden Botschaften zur Unterstützung des ukrainischen Militärs gegen die separatistischen Milizen verstehen, die der Einfachheit halber als „Terroristen“ bezeichnet werden.

Many of the tweets attesting to a Buk (or, at least, a large piece of military equipment that very well may have been a Buk) are attributed to @666_mancer. This popular user likely may not have seen any of the scenes himself, but instead collected witness accounts from others and re-posted them in one place. A similar pattern will later be seen with @Wowihay, who no longer lives in Torez, but collects witness testimonies from locals. As it is often not safe for someone to post an sighting of separatist military maneuvers on a personal Twitter account, it is safer for a single person (who is either anonymous or no longer lives in the town) to post them. Additionally, the #Stopterror (#Стоптеррер) hashtag that frequently appears in these tweets was meant to inform the Ukrainian military of separatist military maneuvers, thus providing crowd-sourced intelligence from locals with eyes and ears on the streets.

https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2015/07/16/in-their-own-words/

Der neu eingeführte Tweeter “666_mancer” wurde deshalb eingeführt, weil es bislang noch keine zeitnahen Sichtungen der Buk auf dem Volvo-Tieflader in Donezk gab; was „666_mancer“ dann aber, u.a. um 10:31 Uhr, tweetete, paßt noch nicht einmal annähernd ins gewünschte Szenario und zeigt lediglich auf, wie verzweifelt Bellingcat nach Bestätigung der SBU-Narration fahndet:

Donetsk: “Not a smerch. 1. Its base is tracked. 2. No long firing tubes are not long. It visually resembles a BUK a lot. However, there were no mounted rockets” #Stopterror

Oder um 10:44 Uhr:

#Donetsk witnesses: the front of the vehicle is similar, but then came a trailer on which there was something underneath a cover, tracked, with one cannon #Stopterror

Aha. Zunächst eine Smertsch, dann etwas Buk-Ähnliches ohne Raketen und danach ein verhülltes Gerät mit einer Kanone. Auffälligerweise wurden keine der angeblichen „Sichtungen“ bis zum Absturz der MH17 mit Bildern unterlegt.

Leise, still und heimlich hat Bellingcat nebenbei die Uhrzeit des Paris Match-Bildes aus Donezk verändert: Paris Match Buk 0Quelle: http://www.parismatch.com/Actu/International/EXCLU-MATCH-Un-camion-vole-pour-transporter-le-systeme-lance-missiles-577289

The generaly accepted timeline of Buk 3×2, which is suspected in the downing of MH17, with very approximate and broad ranges of time:

  1. Left Donetsk, eastbound along H21 [N21]: ~10:45am (Kyiv time)

https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2015/07/16/in-their-own-words/

Am 30.6.2915 hatte Bellingcat nämlich eingestehen müssen, daß der erste Realitätscheck hinsichtlich des fragwürdigen Paris Match-Fotos vom 17.7.2014 in Donezk gegen 11 Uhr, wie bis dahin propagiert, gescheitert war.

Tracking the Vehicle that Transported the MH17 Buk

June 30, 2015 By Nathan Patin

[…]

The new Digital Globe imagery Bellingcat has purchased shows that at 11:08 a.m. (local time) on 17 July 2014, the low-loader was not present in the vehicle yard, as would be expected if Paris Match photographed the low-loader heading out of Donetsk on H21 [N21] around 11 a.m.

[…]

After being spotted heading east on the H21 [N21]highway by Paris Match photographers around 11 a.m., the low-loader was subsequently filmed roughly 36 kilometers farther east on H21 [N21] in the town of Zuhres, reportedly at 11:40 a.m.

[…]

This full Donetsk image from Digital Globe – which, after purchasing the imagery, we know was taken at 11:08 a.m. – extends roughly one-third of the way to the town of Zuhres. Based on the time of the Donetsk satellite image and the time the Buk was seen in Zuhres (11:40 a.m.), we judged that there was a reasonable possibility that the Buk and low-loader would be visible in the satellite imagery. In order to find out, we crowdfunded the purchase of another sliver of the Digital Globe imagery, this time showing the route depicted above. Unfortunately, the low-loader could not be seen in this image. (We, therefore, will not seek funding for the additional $1,500 required to publish the image.)

There are two plausible reasons as to why this may be. First, while the imagery is by and large clear for large stretches of the route, there are not insignificant sections of road that are obscured by either cloud cover or the tree line. Second, the assumption that the Buk would be visible was based upon a number of unknown factors that may have affected the low-loader’s travel time, including the speed of the low-loader, the heaviness of the traffic, and whether any stops were made.

[…]

https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2015/06/30/low-loader/

Das sind natürlich Ausweichmanöver eines Teams, das bewußt der Fata Morgana von politisch gezielt gestreuten social media-Spuren gefolgt war.

Erstaunlicherweise hat die Bellingcat-verhaftete ZEIT am 9.7.2015 (Nr. 28/2015, S. 13 – 15) ein kritisches Dossier lanciert:

Diese Bilder lügen

Fotos sind nur noch Computerdateien mit Millionen Bildpunkten. Nie war es einfacher, sie zu fälschen. Was bedeutet das für unseren Blick auf die Wirklichkeit?

Von Amrai Coen, Malte Henk und Henning Sussebach

Bislang ist der Artikel, der einen kritischen Blick auf die Bilderflut im Internet und in den Medien empfiehlt, nicht online erschienen. Zur Ukraine und den Internet-Fotos heißt es dort:

Für Peer Grimm [dpa] sind solche Fotos Konkurrenz und Verführung zugleich. Man sieht ihnen nicht immer an, woher sie stammen. Privatmenschen können sie gemacht haben oder Geheimagenten, Blogger im Dienst der Aufklärung oder Blogger im Dienst der Propaganda. In einem Konflikt wie dem in der Ukraine sind manipulierte Bilder die Währung zum Kauf von Aufmerksamkeit. Sie geraten in Umlauf wie Falschgeld: von Bildschirm zu Bildschirm, von Betrachter zu Betrachter.

[aaO, S. 14]

Bellingcat hat keine Hemmungen, Blogger im Dienst der pro-Kiew-Propaganda heranzuziehen oder die Videos von „Geheimagenten“ nach Löschung im Umlauf zu halten.

Im Gegenteil – am 27.7.2015 wurde dort die Übersetzung eines Interviews mit seinem Hauptzulieferer „WowihaY“ alias Wladimir Djukow, kurz zuvor vom SBU-nahen Chef von Censor.Net für einen Orden vorgeschlagen,

http://en.censor.net.ua/photo_news/344472/torez_residents_who_photographed_russian_buk_after

präsentiert; und für diese Übersetzungsleistung muß man Bellingcat wirklich dankbar sein. Die Google-Übersetzung war mal wieder furchtbar:

https://translate.google.com/translate?hl=en&sl=ru&tl=en&u=http%3A%2F%2Ffakty.ua%2F203378-mne-prislali-foto-s-mesta-tragedii-ot-kotorogo-volosy-vstali-dybom-na-pole-lezhit-trup-mladenca&sandbox=1

Interview with “WowihaY,” the man who narrated MH17 as it happened

July 27, 2015

By Aric Toler

The anonymous Twitter user @WowihaY has long been documenting the conflict in eastern Ukraine, especially as it has affected his hometown of Torez. He came to a degree of notoriety on July 17, 2014, as he was one of the most influential Twitter users in chronicling and deciphering the downing of MH17. Along with documenting witness accounts of a Buk traveling through Torez hours before the plane’s downing, @WowihaY posted the now-infamous photograph of a smoke trail rising above fields south of Snizhne – the smoke contrails of the missile that brought down the passenger plane. The following is an English translation of an article by Olga Bespertova that appeared in Fakty.ua on July 25, 2015, with the first public interview of @WowihaY.

[…]

https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2015/07/27/interview-with-wowihay/

Ein Interview, das nicht nur weitere Widersprüche zu den Angaben des “Wölkchenfotographen” Pawel Aleinikow aufdeckte, sondern auch ironische Kommentare wie diesen zeitigte:

Oleg – July 27th, 2015

what a brave hero Wohiway is.

https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2015/07/27/interview-with-wowihay/comment-page-1/#comment-24417

Ja, hinter Feindeslinien im besetzten Donbass für den Kiew-Sieg zu kämpfen, ist wirklich heldenhaft. Zumal Djukow/WowihaY schon im Juni 2014 aus dem Donbass verzogen war. Und Aric Toler plaudert aus, daß die Heimatstadt von „WowihaY“ Tores sei, (was zutrifft), während der Held im Interview versichert, daß seine Heimatstadt Snischne gewesen sei (und die Jahreszahl seines Wegzugs verschweigt – tatsächlich kann es sich nur um Juni 2014 handeln):

Thing is, the pressure from the supporters of the so-called Donetsk People’s Republic was harsh, because I’ve never hidden my views, therefore there was a real threat to end up dead in a basement. In June my family and I left our hometown Snizhne.

But both then and now I know about everything that happens back home. An advantage of our group is that there are local informants who are forging victory behind enemy lines.

https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2015/07/27/interview-with-wowihay/comment-page-1/#comment-24417

Aric Toler wußte natürlich schon am 16.7.2015, daß WowihaY nicht mehr in Tores lebt –: soviel zum Thema open source. Daß WowihaY bereits im Juli 2014 nicht mehr dort wohnte, ergibt sich u.a. auch aus diesem Twitter-Dialog: Tweet WowihaY BBChttps://twitter.com/jamiewh_/status/490171831778041856

https://twitter.com/search?q=from%3AWowihaY%20since%3A2014-06-01%20until%3A2014-07-19&src=typd

Der niederländische Bellingcat-Kollege ukraine@war, gern als Kronzeuge zitiert, drehte am Jahrestag schier durch und legte die paranoide Seite seines Russenhasses offen:

Friday, July 17, 2015

Russia hijacked MH370 and made it disappear as a distraction from its invasion into Crimea?

[…]

http://ukraineatwar.blogspot.de/2015/07/russia-hijacked-mh370-and-made-it.html

Beim Fragezeichen blieb es nicht.

Soweit das Fazit der Artikel rund um den Jahrestag. Alternative Medien habe ich außen vor gelassen – es geht mir um den geradezu bestürzenden Mainstream in Presse und Internet – und natürlich in der Politik. Dabei ginge es doch auch anders, wie die Frankfurter Rundschau demonstriert hat:

17.7.2015 MH17-Abschuss

Ukraine vermutet „direkten Befehl“ von Russland

[…]

Kiew/Moskau – Ein Jahr nach dem Abschuss der malaysischen Passagiermaschine MH17 im Kriegsgebiet Donbass hat die Ukraine ihre Schuldvorwürfe gegen Russland bekräftigt. «Die Hochtechnologiewaffe, mit der das Flugzeug abgeschossen wurde, konnte nur aus Russland in die Hände der Terroristen gelangen», sagte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko in einem am Freitag veröffentlichten Video. Dagegen zitierte die russische Agentur Interfax die niederländische Staatsanwaltschaft mit den Worten, dass die Hintergründe des Abschusses vom 17. Juli 2014 nicht geklärt seien.

[…]

Es sei bislang nicht klar, ob die Boeing 777 mit einer Boden-Luft- oder mit einer Luft-Luft-Rakete abgeschossen worden sei, sagte Wim de Bruin, Sprecher des leitenden niederländischen Staatsanwalts.

Die Ermittlungen werden in den Niederlanden geführt, weil die meisten Opfer Staatsbürger des EU-Landes waren. Zuletzt hatten vor allem westliche Medien berichtet, es sei erwiesen, dass die malaysische Passagiermaschine von dem bodengestützten Luftabwehrsystem Buk mit einer Rakete abgeschossen worden sei.

[…]

http://www.fr-online.de/ukraine/mh17-abschuss-ukraine-vermutet–direkten-befehl–von-russland,26429068,31248796.html

Hervorgehoben sei der am 16.7.2015 in der Frankfurter Rundschau veröffentlichte Bericht von Stefan Scholl, der im Donbass unterwegs war und eine aussagepsychologisch richtige Schlußfolgerung zu den dort im Nachhinein zu erlangenden „Zeugenaussagen“ zieht.

16. Juli 2015

Flug MH17

Auf der Suche nach der Wahrheit  

Von Stefan Scholl

Vor einem Jahr wird eine Boeing 777 der Malaysia Airlines über der Ost-Ukraine abgeschossen. In die Erzählungen der Menschen im Donbass mischen sich Erlebnisse mit Parolen und Propaganda-Bildern.

[…]

Alexander erzählt von anderen Flugzeugen, vom Geknatter automatischer Waffen am Himmel. Ein Mann aus dem benachbarten Pelagejewka spricht von zwei ukrainischen Kriegsflugzeugen: Ein Kampfjet habe die Boeing abgeschossen, der andere den ersten, um Zeugen zu beseitigen.

Die Suche nach der Wahrheit

Der abgeschossene Pilot sei mit dem Fallschirm abgesprungen. „Auf dem Feld, wo er landete, arbeiteten Frauen mit Breithacken. Sie haben ihn damit totgeschlagen.“ Andere sagen, die Leichen hätten schon nach Verwesung gerochen, als sie auf der Erde aufschlugen. Eine Provokation dunkler Kräfte, um die Weltöffentlichkeit gegen Russland aufzuwiegeln. Einige meinen, die Ukrainer hätten die Boeing versehentlich abgeschossen, wollten eigentlich die russische Maschine erwischen, mit der gerade Wladimir Putin unterwegs gewesen sei.

Hier leben Malocher. Sie lügen nicht, sie sagen nur ihre Wahrheit, eine Wahrheit, die erlebte Wirklichkeit mit den Parolen und Bildern des russischen Staatsfernsehens mischt.

Aber auch Menschen, die nichts mit dieser Volksrepublik anfangen können, haben am Abschusstag Kampfflieger bemerkt. „Wenn eine halbe Million Menschen diese Flugzeuge gesehen haben“, brummt ein Automechaniker aus Rassypnoje, „dann sind sie wohl dagewesen.“ Zumal die Leute nach wochenlangen ukrainischen Luftangriffen achtgaben auf den Himmel.

[…]

Nördlich der Straße Tores-Schneschnoje erzählen die Leute von Flugzeugen, südlich von Raketen. Manche haben ihr Brüllen gehört, andere sagen, sie sei lautlos geflogen. Und alle versichern, sie sei weit weg im Südwesten abgeschossen worden, wo damals ukrainische Truppen standen.

Nur der Inhaber eines Lebensmittelgeschäfts in Perwomaiski müht sich um Sachlichkeit. „Wir standen hier auf dem Platz, mein Nachbar hat sein Fernglas geholt. Da waren vier Kondensstreifen am Himmel, die große Boeing und ein kleiner Kampfflieger, der um sie herumkurvte. Dann stieg ein heller Fleck auf, dort hinter der Pappel“, er zeigt nach Westen, „es gab einen Schlag, das große Flugzeug bekam einen gelben lodernden Schwanz, das kleine drehte ab.“ Aber auch er ist sicher, dass die Rakete ein Ablenkungsmanöver war – mit dem Ziel, Russland anzuschwärzen.

Jedenfalls waren am Tag des Unglücks außer der Boeing auch Kampfflugzeuge am Himmel über Rassypnoje. Und vom Boden wurde eine Rakete auf eine dieser Maschinen abgeschossen. Aber auf welches Flugzeug zielte sie? Auf einen ukrainischen Kampfjet, der sich in den Radarschatten der großen Boeing flüchtete? Und von welchem Ort wurde sie gestartet? Da widerspricht sich die Fachwelt genauso wie das Bergmannsvolk vor Ort.

[…]

http://www.fr-online.de/ukraine/flug-mh17-auf-der-suche-nach-der-wahrheit,26429068,31239320.html

Was der um Sachlichkeit bemühte Inhaber eines Lebensmittelgeschäfts in Perwomaiski erzählt, kann er schlicht nicht gesehen haben, und wenn er noch so sachlich an dieser seiner subjektiven Wahrheit festhält.

Fest steht nur eins: am 17.7.2014 waren ukrainische Kampfjets rund um die Absturzstelle im Einsatz, was die ukrainische Regierung so entschieden wie unglaubhaft leugnet.

Stefan Scholl ist auch den Spuren von Marcus Bensmann von Correctiv in das Dorf nördlich von Snischne gefolgt, das Bensmann „Puschkin“ nennt. In diesem Posting hatte ich bereits die Manipulationen von Bensmann, insbesondere bei der Redaktion der Aussage seines Kronzeugen für einen Buk-Abschuß dort, in seiner unübersichtlichen Multi-Media-Reportage nachgewiesen:

https://gabrielewolff.wordpress.com/2015/05/24/ukraine-informationskrieg-um-mh-17-4/

Zwischenzeitlich hatte Michael Kobs in einer Studie mit dem Titel

Das CORRECTIV/SPIEGEL-Video  

„Todesflug-MH-17: Die Geschichte eines Kriegsverbrechens“  

Eine Recherche zur Recherche

von

Michael Kobs

minutiös nachgewiesen, daß der Correctiv-Buk-Zeuge in der schicken graphic novel, die der Realität des Wohnhauses des Zeugen 1 zu 1 entspricht, in die falschen Richtungen zeigt, wenn er den angeblichen Buk-Standort und den angeblichen Absturzort der MH17 durch Ausstrecken des Arms bezeichnet. Kobs Correctiv 17Kobs Correctiv 18Kobs Correctiv 19[S. 17-19 der Studie]

https://www.dropbox.com/s/6gd8qs342xszdtx/Correct%21v-Recherche%20zur%20Recherche-Michael%20Kobs.pdf?dl=0

Den endgültigen Correctiv-Bensmann-Todesstoß versetzt nun Stefan Scholl:

Und die Leute in der Siedlung Moltschaniwo nördlich von Sneschnoje schildern einem Reporter des Berliner Rechercheteams Correctiv „ein krasses Teil mit vier Raketen“, das beim tödlichen Schuss die Ziegel der nächsten Gebäude wackeln ließ. Nicht weniger glaubhaft staunt dort jetzt ein anderer Einwohner: „Von einer Rakete hat hier keiner was mitbekommen. Ich habe bei den Raketentruppen gedient, ich weiß doch, wie sich eine Buk anhört.“

http://www.fr-online.de/ukraine/flug-mh17-auf-der-suche-nach-der-wahrheit,26429068,31239320.html

Nun müßte auch Correctiv/Bensmann seinen Grimme-online-Preis zurückgeben oder aber die ebenfalls, wie beim Hanns Joachim Friedrichs-Preis, inkompetente Jury zurücktreten [Hervorhebung von mir]:

Hartnäckig und mit langem Atem – investigative Journalisten sind Gegenentwürfe zur medialen Aufgeregtheit der Katastrophenberichterstattung und ihrer Liveticker. “MH17 – Die Suche nach der Wahrheit“ ist ein solcher Gegenentwurf: das Ergebnis einer großen Rechercheleistung, perfekt aufbereitet.

MH17 – dieses Kürzel hat sich ins kollektive Gedächtnis eingebrannt: Am 17. Juli 2014 wird der Malaysia Airlines Flug MH17 über der Ostukraine abgeschossen, durchlöchert von einem Hagel aus tödlichen Schrapnells. 298 Menschen sterben. Die Medien veröffentlichen Sonderseiten, senden Extras. Die Frage nach den Schuldigen generiert Spekulationen und gegenseitige Anklagen, aber sie wird nicht beantwortet.

Reporter von CORRECT!V nehmen das nicht hin. Mit kriminalistischer Energie sammeln sie Dokumente und Hinweise. Sie reisen ins Katastrophengebiet, das auch Kriegsgebiet ist, und folgen den Spuren der Rakete. Wer das Ergebnis dieser Arbeit betrachtet, wird nicht mit Resultaten konfrontiert, sondern begleitet das Team, sieht, hört und liest mit: Akten, persönliche Eindrücke, Radarspuren, Interviews. Der Beitrag lässt einen nicht los, weil die Texte überzeugend geschrieben, weil die Erkenntnisse packend aufbereitet sind – als animierte Grafik, Graphic Novel, Film, Audio.

Die Jury würdigt dieses Projekt als herausragendes Beispiel für die Verbindung digitaler Erzählmethoden mit klassischen journalistischen Fähigkeiten. Und sie würdigt es als Beispiel für die zahlreichen Beiträge hoher publizistischer Qualität, die das gemeinnützige Recherchebüro CORRECT!V auszeichnen, und die es anderen Medien zur Verfügung stellt.

http://www.grimme-institut.de/html/index.php?id=2014&no_cache=1#c14410

Man wird bei Correctiv mit den absurdesten Resultaten auf Bellingcats Spuren konfrontiert, und Bensmann hatte nur das Pech, daß sich Bellingcat zum Zeitpunkt seiner eigenen Recherche im November 2014 auf den Abschußort noch nicht festgelegt hatte, sondern dies erst, in Anlehnung an die RTL/NL-Studie von Dezember 2014, im Januar 2015 tat.

Meine Anfrage bei Correctiv:

Gabriele Wolff

am 02.04.2015 01:27:20

Was sagen Sie dazu, Herr Bensmann, daß sämtliche anderen Rechercheure, von Bellingcat bis zum Rechercheteam der SÜDEUTSCHEN mit dem ör Fernsehen und Reuters, den Abschußort der Buk nicht wie Sie nördlich von Snischne in Puschkin, sondern südlich von Snischne zwischen Pervomais’ke und dem Dorf “Roter Oktober” lokalisiert haben? Auch die von RTL in Auftrag gegebene Studie kommt zu diesem vom SBU vorgezeichneten Ergebnis.

Was soll man also von den wackelnden Ziegeln in Puschkin halten?

Und wieso haben Sie nicht in Pervomais’ke gesucht, wo vor und nach Ihnen alle anderen gesucht haben? Dazu haben Sie jegliche Erklärung vermissen lassen.

https://correctiv.org/blog/2015/01/27/mh-17-zum-hintergrund-unserer-recherche/#comment-137

harrt immer noch der Beantwortung.

Vermutlich freute sich Correctiv zu sehr über einen weiteren Preis aus Frankreich, um auf kritische Fragen antworten zu können:

https://correctiv.org/blog/2015/07/02/ein-preis-paris/

Oder arbeitete man sich bei Correctiv bis zum 24.7.2015 an einer abstrusen Anti-Putin Verschwörungstheorie ab, die man als vernünftiger Mensch logisch nicht nachvollziehen kann? Und schon gar nicht als Ex-Staatsanwältin.

https://correctiv.org/recherchen/system-putin/

Es ist zum Verzweifeln. Ich frage mich langsam, ob das Versagen der Presse nicht Methode hat. Über die Griechenland-Krise wurde ebenso unzulänglich berichtet wie über die Ukraine-Krise. Mal sehen, wie es mit der Türkei-Krise weitergeht. Aber da muß man sich mit dem Erdogan-Bashing ja zurückhalten, weil die USA dessen PKK-Bombardierungen als Selbstverteidigungsaktion rechtfertigen. Diese verflixte Situation wird in den amerikatreuen Redaktionen noch viel Schweiß auf die Stirn zaubern, war Erdogan doch gerade erst als Putin II aufgebaut worden. Der nun in einer langen vorbereiteten Allianz mit den USA steht. Die USA sind, siehe Ukraine, schmerzfrei in der Wahl ihrer Partner, solange es gegen Rußland und andere Gegner des US-amerikanischen „exceptionalism“ geht.

Ich mache jedenfalls weiter mit meinen unnützlichen Kommentaren. 😉

Nachtrag (8.8.2015)

Marcel van den Berg überraschte am 4.8.2015 mit einem Beitrag, in dem er die CNN-„Enthüllungen“ über den Inhalt des im Oktober zu erwartenden Berichts des Dutch Safety Board, genau wie ich, als Propaganda entlarvte. Die indes gedankenlos von den Mainstream-Medien, so auch in den Niederlanden, verbreitet wurde – weil sie eben so schön in den vorurteilsbehafteten  Erwartungshorizont paßt.

4.8.2015

CNN leak on DSB report which blames pro-Russian rebels for shooting down plane is nonsense!

Posted on August 4, 2015 by admin in Uncategorized // 35 Comments

At July 16 CNN reported with big headlines : First on CNN: Sources say MH17 report blames Russian missile for shooting down plane. 

This article is complete nonsense however many media copied the CNN article. For instance the Dutch NOS and RTL Nieuws.

[…]

Another indication that the DSB cannot mention the location of the launch is that as recent as June 20 Dutch members of the JIT took ground samples of the supposed launch location near Snizhne. (source) and NOS.

https://www.youtube.com/watch?v=qwizOTI_8o8

http://nos.nl/artikel/2043247-video-mh17-onderzoekers-aan-het-werk-in-oost-oekraine.html

http://www.whathappenedtoflightmh17.com/cnn-leak-on-dsb-report-which-blames-pro-russian-rebels-for-shooting-down-plane-is-nonsense/

Die von ihm verlinkten Quellen – ein Video der DNR vom 20.6.2015 mit einigermaßen verständlichen niederländischen Untertiteln und der Artikel des staatlichen niederländischen Fernsehens zu diesem Video waren mir bislang unbekannt. Demnach wurden also Bodenproben von dem vom SBU, ukraine@war und Bellingcat (in dieser Reihenfolge) behaupteten Abschußort einer Buk südlich von Snischne entnommen. Unter freundlicher Mitwirkung der „Rebellen“ und der OSZE. Endlich!

Es wird Zeit, daß diese virtuelle Story endlich einmal überprüft wird, wenn schon Beweise aus den USA und der Ukraine ausbleiben. Schon den ersten Realitäts-Check hat der Comicstrip von Bellingcat ja nicht überstanden.

Welchem trüben propagandistischen Internet-Netzwerk Bellingcat im Rahmen seiner „Beweisführung“ blind folgte und folgt, hat Hector Reban am 1.8.2015 hier akribisch aufgelistet:

https://hectorreban.wordpress.com/2015/08/01/17-july-buk-sightings-planting-evidence-in-advance/

Daß die Lektüre sich lohnt, verraten bereits die hilflosen Bellingcat-Reaktionen auf Twitter, werden ihre MItarbeiter doch in diesem Artikel als tumbe Follower politischer social media-Infokrieger mit besten Kontakten zum ukrainischen Militär und dem SBU entlarvt, der mühelos einspeisen konnte, was ihm beliebte:

Aric Toler@AricToler 2. Aug.

Aric Toler retweetete Max van der Werff

My god, what a huge conspiracy! So vast, complex and overreaching, it’s almost as if these things actually happened!

Aric Toler hinzugefügt,

Max van der Werff @MaxvanderWerff

#MH17 „17 July BUK Sightings: Planting Evidence In Advance?“ by @Jetagodi https://hectorreban.wordpress.com/2015/08/01/17-july-buk-sightings-planting-evidence-in-advance/ … @JeroenAkkermans @JoostNiemoller

https://twitter.com/AricToler/status/627818319748403200

Eliot Higgins@EliotHiggins 2. Aug.

@Stredni_trida @AricToler @bellingcat @WowihaY damn, he’s caught us out, time to shut down Bellingcat

Gespräch zeigen 0 Retweets 0 Favoriten

https://twitter.com/EliotHiggins/status/627836735209242624

Natürlich mußte auch der SBU-Informant WowihaY in Kenntnis gesetzt werden. Das wäre wohl die beste Lösung, Bellingcat zu schließen. Denn noch eine Propaganda-Schleuder mehr brauchen wir wirklich nicht. Aber diese Lösung dürfte das Atlantic Council, das so viele Hoffnungen in Higgins‘ kongeniale Mitarbeit mit dem Touch des alternativen Journalismus setzt, wohl nicht zulassen.  😉

Nachtrag (14.9.2015)

Das von Censor.Net präsentierte Röntgenfoto, das die Leiche eines MH17-Piloten mit Schrapnellspuren zeigen soll, ist aller Wahrscheinlichkeit nach ein Fake, wie John Helmer schreibt:

MH17 — DUTCH PREPARE MISSILE ATTACK ON MOSCOW

By John Helmer, Moscow

The Dutch Government has decided to launch a missile attack on Moscow in October. By suppressing all evidence obtained from the bodies of victims of the crash of Malaysian Airlines MH17, officials of the Dutch Safety Board and associated Dutch military officers, police and prosecutors are preparing to release a report on the crash with a gaping hole in its veracity.

[…]

A Dutch pathologist, Professor George Maat (right) who had participated directly in the identification of the bodies at Hilversum military base, was fired in April by the Dutch government for presenting medical students studying identification techniques with illustrations of the records he made. Last month Maat wrote to contradict claims circulating on Ukrainian websites that an X-ray showing metal fragments originated from either an MH17 victim, or from the Dutch investigation. The fabrication can be examined here. Maat presented no X-rays at his controversial lecture, and has aired no claim that missile shrapnel was identified in victim bodies.

[…]

This reveals that CT scans were done of all remains, and thus a CT scan has been recorded for every victim whose body has been recovered and repatriated or transferred to the next of kin. There is no reference to X-rays at this stage of the Dutch procedure; they may have been taken during the “limited forensic autopsy”. One reason for suspecting that X-rays appearing in Ukrainian media are fakes is that the Dutch procedures used CT scans instead.

[…]

by Editor – Sunday, September 13th, 2015

http://johnhelmer.net/?p=14084

Zur Fortsetzung geht es hier:

https://gabrielewolff.wordpress.com/2015/10/10/ukraine-informationskrieg-um-mh17-6/

 

 

1.663 Gedanken zu „Ukraine: Informationskrieg um MH17 (5)

  1. Ich glaube nicht, dass Israel nicht Kriegspartei in Syrien ist und ich glaube auch nicht, dass die Golanhöhen unwichtig sind. Es ist also kein Quatsch, dass Syrien im Interesse von Israel zerstückelt werden soll.

      • Aber das einzige Problem ist doch Assad – wie uns die Herrschende Meinung seit den Interventionen von Russland gegen „moderate Terroristen“ und „gemäßigte Kopfabschneider“ verkündet will.

        Das Ausmaß ist inzwischen furchterregend. Hier eine gute Zusammenstellung:

        https://www.freitag.de/autoren/berlino1010/eine-lawine-aus-dem-nichts

        Es wird immer klarer: nicht dass die Leute lernunfähig wären (nach zig gescheiterten Demokratieherbeibombardierungen, nach zig wissenschaftlich-historisch exakt nachgewiesenen Regime-Change-Aktionen der USA), nein, das ist kalkuliert, das ist gewollt, das ist orchestriert. Anders ist die grassierende öffentliche Verlogenheit und Falschdarstellung nicht mehr erklärbar.

        • „Aus dem Nichts“ kommt die Propaganda keineswegs – die Einübung begann doch schon mit der Ukraine-Krise.
          Aber in all dem Meer der hohlen Lügen ragt ja manchmal ein Fels aus der Brandung:

          Juncker fordert Entspannung mit Moskau
          8. Oktober 2015, 21:42

          Kommissionspräsident: „Können uns Verhältnis zu Russland nicht von Washington diktieren lassen“ – „Man muss Russland anständig behandeln“

          […]

          http://derstandard.at/2000023446034/Juncker-fuer-Entspannung-im-Verhaeltnis-zu-Russland

        • Verflixt, warum muss man das wieder erst in der österreichischen und nicht unserer Presse lesen!!?? Die dreisten kryptischen Carter Drohungen wären doch wohl genügend Anlaß.

        • In dem Artikel werden weitläufig die Interessen der Türkei analysiert. Über die Interessen Israels habe ich dort nichts erfahren.

        • Es stimmt, im FREITAG Artikel findet sich tatsächlich nur ein einziger Satz zu Israel, der zudem noch falsch ist, es war umgekehrt auf Netanyahu’s Initiative, wobei der Rest aber durchaus so (gewesen)sein könnte.
          „Russland sucht sogar das Gespräch mit Israel. Der Kreml wird versucht haben, Israel davon zu überzeugen, dass ein berechenbarer Assad an den Außengrenzen für das Land allemal sicherer ist als ein durchgeknalltes islamistisches Sultanat.“
          Merkwürdigerweise wird auch dort wieder die „chinesische Marine im Mittelmeer“ erwähnt. -?

          Hübsch aber „..Russische Marschflugkörper, die vom Kaspischen Meer aus abgeschossen werden, treffen IS-Objekte in Syrien aus 1.500 Kilometer Distanz. Russland, eine Regionalmacht? Kein Wunder, dass da Obama beim letzten Treffen mit Putin nur noch beleidigt in eine Ecke starrte.“ 😉

        • Mir fällt jetzt ein, mit „diskutiert“ meint er wohl die Kommentare und damit die Meinungen…

        • Ich glaube, daß man vergessen kann, wie Israels früherer Standpunkt gegenüber Syrien/Assad war, denn spätestens seit dem Gespräch Netanyahu-Putin und Rußlands Eintreten in den Anti-Terror-Kampf gegen lslamisten in Syrien sind die Karten neu gemischt.
          Hier die neueste Meldung:

          Moskau und Jerusalem schließen Syrien-Deal: Israel liefert Geheimdienstinformationen und Russland keine Waffen an Hisbollah
          ________________________________________
          9. Oktober, 2015
          Das israelische Militär wird Russland mit Geheimdienstinformationen über dschihadistische Gruppen und ihre Stellungen in Syrien versorgen. Im Gegenzug erwartet Jerusalem, dass Russland keine Waffen an die libanesische Hisbollah weitergibt.
          […]

          http://www.rtdeutsch.com/33830/headline/russland-und-israel-schliessen-syrien-deal-tel-aviv-liefert-geheimdienstinformationen-und-moskau-keine-waffen-an-die-hisbollah/

        • Mehr wollte Nettanyahu ja auch nicht und es entspricht genau dem, was vorher über das Gespräch verlautete. Außerdem, so vermutete die ToI, war natürlich die Koordinierung im Luftraum von ein Thema:
          http://www.timesofisrael.com/netanyahu-head-to-moscow-to-talk-syria-with-putin/
          “It could come down to Israel and Russia agreeing to limit themselves to defined areas of operation in Syria, or even that they fly at daytime and we fly at night,” a former adviser to Netanyahu told Reuters.“

        • Lächerliche PsyOp von RT zur Besänftigung der Antizionisten. Russland hat nie Waffen an die Hisbollah geliefert, hat kein Interesse es zu tun, Hisbollah hat alles, was sinnvoll ist, Israel einen Angriff zweimal bedenken zu lassen, und mehr will Hisbollah nicht, weil sie spätestens im Syrienkrieg die Entwicklung von einer „Partei Gottes“ zu einer „schnöden“ nationalen politischen Kraft im Libanon abgeschlossen hat.

          Auf der Ebene gab’s nix zu dealen. Aber ein Deal mußte angesichts der russischen Luftpräsenz her, es gibt also einen, nur darüber muß ich hier schweigen.

        • Ja, tut mir Leid. „das Interesse Israels“ wird dort nicht diskutiert. Man sollte erst fertig lesen bevor man postet 😦

      • Liebe Frau Wolff, auch Israelis und insbesondere Netanjahu verhalten sich nicht vernünftig. Auch in Israel ist der Krieg Teil des Systems geworden. Beweisen kann ich bisher aber nur die Luftangriffe Israels in Syrien, den Zwischenfall 2011 auf den Golanhöhen und die diversen UN-Resolutionen gegen Israel wegen der Golanhöhen habe ich in diesem, Ihren Blog
        schon zitiert. Es mag ein Nebenaspekt sein, aber es wäre falsch ihn völlig zu unterschlagen.

    • Es tröstet mich ungemein, dass ich, wie auch Brendan mit der Meinung nicht völlig allein dastehe.
      Seit langem befasse ich mich schon mit der Thematik in einem anderen US Forum parallel hierzu und verfolge Israel und US Nachrichten diesbezüglich recht genau.

      • Nun, mit erheblicher Wahrscheinlichkeit sind Israels Wünsche nicht mehr von Belang, zumal sie dem Wunsch nach einem finalen Libanonkrieg weit, weit untergeordnet sind.

        Aber Sätze, wie den folgenden, muß man natürlich ernst nehmen:
        Netanyahu signaled that Russian deployment would not deter Israel from continuing to take occasional military action in Syria.
        „If anybody wants to use Syrian territory to transfer nuclear weapons to Hezbollah, we’ll take action,“ (Quelle: Reuters)

        Um so mehr, wenn drei Tage später ein Artikel mit dem Titel:

        AP Investigation: Nuclear Smugglers Shopped Radioactive Material to Islamic State, Other Terrorists

        erscheint.
        (Eine andere Wortmeldung hat Frau Wolff zensiert)

      • Ja natürlich, nach dem bewährten Yemen Strickmuster, laß mal unsere „Verbündeten“ die Dreckarbeit machen.
        Während die Atlantiker uns in 90 Sekunden aufklären wollen, warte ich lieber auf die anrückenden Chinesen ! 😉

      • Irgendetwas Konkretes zu Waffenlieferungen der USA nach Syrien konnte ich dem BBC-Artikel nicht entnehmen – lediglich planloses Herumschwimmen von Carter, der sich mangels Substanz dazu hinreißen ließ, nun als erster Offizieller öffentlich zu verkünden, daß es „Anzeichen“ gäbe, wonach vier russische Missiles im Iran gecrasht seien, sowie weitere Nickeligkeiten gegen Rußland zu verteilen. Daß er überhaupt noch den Begriff „Bürgerkrieg“ in den Mund nimmt, zeigt bereits, daß es hier um Deutungshoheit und Ingrimm wegen des Gesichtsverlustes gegenüber Rußland geht.

        9.10.2015

        US to abandon training new Syria rebel groups
        […]
        Quoting an anonymous US Department of Defense source, the New York Times reported that the US would no longer recruit Syrian rebels to go through its training programmes in Jordan, Qatar, Saudi Arabia or the United Arab Emirates.
        Instead, it would establish a smaller training centre in Turkey, where „enablers“ – mostly leaders of opposition groups – would be taught operational manoeuvres like how to call in airstrikes, the newspaper said.
        […]
        Analysis: Jonathan Marcus, Defence Correspondent, BBC News

        The failure of the programme underscores the wider problem of the inability to create large and effective moderate forces on the ground.
        It will also have wider repercussions since the programme helped to coordinate support activities between the Americans, the Gulf states, Turkey, and Jordan.
        The risk now is that those countries may push on with more separate initiatives backing individual client groups.
        Washington was already limited in its ability to influence events on the ground. The failure of this initiative will reduce it even further.
        […]
        Russian missile ‚malfunction‘

        Mr Carter also said there were indications that four Russian cruise missiles that crashed in Iran before reaching their targets in Syria had malfunctioned.
        […]

        http://www.bbc.com/news/world-middle-east-34486572

        Eigentlich ist die Wahl, die er hat, klein: entweder teilt er den Russen mit, wo sich die „gemäßigte“ FSA befindet, damit sie nicht bombardiert wird, oder er verkündet öffentlich, daß er die Islamisten, die Rußland bombardiert, für gemäßigte „Assad-Gegner“ hält, mit denen sich nach dem Sturz von Assad eine säkulare Regierung bilden läßt.
        Dazwischen gibt es nichts.

        Was Waffenlieferungen durch die Golfstaaten angeht: die Vertriebswege dürften sehr sehr kompliziert werden. Durch die Türkei geht es nicht mehr, und der Irak arbeitet mit Rußland geheimdienstlich zusammen und wird alles tun, um ein Einschmuggeln von Waffen über sein Gebiet nach Syrien zu verhindern; denn es ist eh klar, daß diese Waffen ausschließlich radikalen Sunniten zukommen würden, die sich später, sollten sie aus Syrien vertrieben worden sein, in den Irak begeben werden.

      • Al-Nusra soll keine neue Waffen aus den Golfstaaten kriegen. Jaish al-Fatah (Army of Conquest/ Armee der Eroberung) hingegen soll manche Waffen kriegen, vielleicht auch Luftabwehrraketen.

        „Er sagte, diese Gruppen, die beliefert werden, schließen weder den Islamischen Staat noch die al-Nusra-Front ein, beide sind als terroristische Organisationen verboten. Stattdessen gehen die Waffen an drei Allianzen – die Jaish al-Fatah, die Freie Syrische Armee und die Südliche Front.“
        http://www.heise.de/tp/artikel/46/46218/1.html

        Aber wie können die Waffenlieferer das schaffen wenn Al-Nusra schon Teil der Jaish al-Fatah Koalition ist?

        Luftabwehrraketen in den Händen von einer Al Kaida Gruppe? What could possibly go wrong?

        „Gulf Arabs ’stepping up‘ arms supplies to Syrian rebels“
        http://www.bbc.com/news/world-middle-east-34479929
        „Saudi Arabia is responding to the recent Russian air strikes on Syrian rebels by stepping up its supplies of lethal weaponry to three different rebel groups, a Saudi government official has told the BBC.

        The well-placed official, who asked not to be named, said supplies of modern, high-powered weaponry including guided anti-tank weapons would be increased to the Arab- and western-backed rebel groups fighting the forces of Syria’s President Bashar al-Assad and his Russian, Iranian and Lebanese allies.

        He said those groups being supplied did not include either Islamic State (IS) or al-Nusra Front, both of which are proscribed terrorist organisations. Instead, he said the weapons would go to three rebel alliances – Jaish al-Fatah (Army of Conquest), the Free Syrian Army (FSA) and the Southern Front.

        The official added that Qatar and Turkey have been instrumental in maintaining Saudi support for Sunni rebels fighting both Assad’s forces and, at times, the extremists of IS. Russia brands as terrorists all rebels opposing its ally, President Assad, including those trained by the US.

        The Saudi official did not rule out supplying surface-to-air missiles to the rebels, a move resisted by many in the West for fear that they would fall into the hands of IS and end up being used to shoot down warplanes of the US-led Coalition or even civilian airliners.“

    • Man ist dieser gleichförmigen Berichte mit den immer erwartbaren Ergebnissen (Saroschtschenske scheidet aus und war sowieso in Rebellenhand) derartig überdrüssig, daß mir jetzt schon ein Überfliegen des Inhaltsverzeichnisses reicht – zur Zeit ist natürlich Syrien dran, und siehe da: die russischen Videos „stimmen“ nicht, dort gibt es keine IS-Stellungen, und Streubomben wurden auch schon gesichtet. Früher gab es die zwar auch schon, aber jetzt sind sie von einem anderen Typ…

      Wer jetzt noch meint, Higgins und sein journalistischer Schnellimbiß seien „unabhängig“, hat nie etwas von ihm gelesen.

      Ebenso erwartbar war übrigens, daß sich die Amerikaner doch sehr grämen wegen der russischen cruise missiles auf Syrien – woraufhin dann natürlich die etnsprechenden Nachrichten per CNN unters Volk gemischt wurden.

      Russisches Militär dementiert Fehleinschläge von Raketen in Iran

      Das Moskauer Verteidigungsministerium hat Informationen des US-Senders CNN über angebliche Fehleinschläge russischer Raketen im Iran als falsch zurückgewiesen. Alle von der russischen Marine abgefeuerten Raketen seien zielgetreu in Syrien niedergegangen, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums Igor Konaschenkow.
      […]

      http://de.sputniknews.com/politik/20151008/304806778.html#ixzz3o2qUwCeC

      Thu Oct 08, 2015 11:17

      URGENT: Iran Rejects Russian Missile Crash

      TEHRAN (FNA)- The Iranian defense ministry rejected reports alleging that four of the 26 cruise missiles fired from Russia’s Caspian fleet at ISIL targets in Syria have crash-landed in Iran, saying the reports are part of the West’s „psychological warfare“.

      A source at the Iranian Defense Ministry told Sputnik that it has not received any report indicating the crash of the Russian missiles on Iranian territories, describing the allegations as „psychological war“.

      Russia’s Defense Ministry also denied the US media reports of the alleged incident, stating that all missiles hit their designated targets.

      „No matter how unpleasant and unexpected for our colleagues in the Pentagon and Langley was yesterday’s high-precision strike on Islamic State (of Iraq and the Levant) infrastructure in Syria, the fact remains that all missiles launched from our ships have found their targets,“ ministry’s spokesman Maj. Gen. Igor Konashenkov said.
      […]

      http://english.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13940716001057

      http://de.sputniknews.com/politik/20151008/304805591.html#ixzz3o2rcw2tq

      Als nächstes wird Higgins vermutlich vier passende Löcher im Iran suchen und finden. 😉

      • Ob die NATO der Türkei auch dieses Mal wieder Hilfe und Schutz zusagt?!

        Griechische Luftwaffe nimmt türkische Kampfjets ins Visier – Türkischer Generalstab

        12:47 09.10.2015(aktualisiert 13:03 09.10.2015)

        Zwei griechische F-16-Jagdbomber haben im internationalen Luftraum über dem Ägäischen Meer minutenlang mit ihren Gefechtsradaren türkische Kampfjets erfasst, heißt es in einem Bericht des Generalstabs der Türkei vom Freitag.
        „Sechs türkische Abfangjäger des Typs F 16 absolvierten Übungsflüge über dem Neutralgewässer der Ägäis. Während der Erfüllung dieser Aufgabe wurden unsere Jets von zwei F 16 der griechischen Luftstreitkräfte verfolgt, zwei Minuten und 13 Sekunden lang sind sie von ihnen als Ziel auf den Gefechtsradaren erfasst worden”, berichtet der Generalstab der türkischen Streitkräfte.

        Zuvor hatte die griechische Nachrichtenseite defencenet.gr, die sich auf Verteidigungsthematik spezialisiert, berichtet, dass die türkischen Jets am Mittwoch 39 Mal in den griechischen Luftraum eingedrungen seien.
        Nach Angaben des griechischen Generalstabs hätten türkische Luftstreitkräfte im Zeitraum von Januar bis August insgesamt 1.306 Mal den griechischen Luftraum verletzt, 28 Mal flogen die Militärflugzeuge über griechischem Territorium.
        […]

        http://de.sputniknews.com/militar/20151009/304818736/griechenland-tuerkei-kampfjets.html

      • Leider habe ich diesen wunderbaren Artikel erst nach meinem Posting von 13:22 Uhr gelesen:

        http://fortruss.blogspot.de/2015/10/sociopath-news-report-8th-october-2015.html

        Sonst hätte ich gewußt, daß Bellingcat natürlich schon Propaganda über die vier angeblich im Iran gelandeten Missiles twittert – und sich darüber freut, daß BILD mal wieder ihre „Erkenntnisse“ übernommen hat.

        bellingcat ‏@bellingcat 16 Min.Vor 16 Minuten
        Bild took our work on geolocating Russian MoD Syria airstrike videos and turned it into an interactive map http://www.bild.de/politik/ausland/syrien-krise/isis-luege-42942894.bild.html

        Aric Toler ‏@AricToler 18 Std.Vor 18 Stunden
        Univerified reports that Russian missiles may have hit this village in Iran. http://tnews.ir/news/673349632821.html?old=1

        Aric Toler Retweetet
        Conflict News ‏@Conflicts 18 Std.Vor 18 Stunden
        PHOTOS: Location where the object landed in #Takab #Iran, believed to be Russian Cruise missile – @hadinik

        Das Dorf ist unversehrt, das kleine Löchlein stammt nie und nimmer von einer Langstrecken Rakete – was man weiß, nachdem man die Krater in der Osturkaine gesehen hat, die Totschka-U-Raketen verursacht haben.

        Aber was fortruss vom Euromaidan-Blog vom 1.4.2015 zitiert, klingt wirklich nicht nach Aprilscherz, sondern nach Irrenhaus. Ich zitiere Michael Weiss, Herausgeber des „Interpreter“:

        War in Ukraine, “red lines” in Syria and the Obama administration
        Adrian Bryttan

        […]

        By contrast, Mr. Putin’s main goal is to control Russia. Mr. Weiss said Moscow is worried that what happened at Maidan can happen in their own yard – therefore Ukraine must be destabilized: “Ukraine is a Petri dish, a test case for everything Putin fears can happen in Russia,” Mr. Weiss observed.

        What is happening now inside Russia is increasingly scary. Ms. Chalupa stated opposition leader Boris Nemtsov was assassinated to scare off Russian soldiers from talking – like the returning Russian trooper with burns over 85% of his body who said: “I am an unwilling executioner of a dirty illegal war my own country doesn’t even acknowledge.” The Nemtsov murder is reminiscent of Joseph Stalin’s elimination of Sergei Kirov in 1934 – first perpetrate the crime, find a patsy, and then justify your crime by massive crackdowns.

        Mr. Putin has always cynically adopted the guise of anti-terrorist; his modus operandi is to create a problem, pretend to solve it, then take a bow, Mr. Weiss said. Yet we are sitting on his Achille’s heel – money. One third of the Russian GNP is frittered away in bribes. And what does a mafia state care most about if not money? Furthermore, the ratcheting up of sanctions should be pursued as part of a larger info-war. The West should keep disclosing the nexus of dirty Russian money and illuminating the prime culprits.

        Mr. Weiss concluded: “This will require military effort. Maybe not now, maybe not in two years. But it will happen.” Mr. Moustafa added: “The longer it takes, the harder it will be. And the U.S. will be dragged into a huge catastrophe because it came too late.”

        The core values of Ukraine and Syria are in alignment and Mr. Obama is turning a blind eye to Iran and Russia waging war in Syria, just like Russia in Ukraine. Mr. Weiss related he encountered no anti-war sentiment when in Kyiv; the resistance of the Ukrainian people is something Mr. Putin did not calculate. And the Ukrainians are very clear: they know very well they cannot defeat Russia in a conventional war, so their goal is to expose Mr. Putin’s lies to his own people. They want to foment a crisis inside Russia: Everyone has a mom and wife, brothers and sisters. We will send enough body bags back to Russia to end their foreign adventures.

        Mr. Moustafa voiced the feelings of the panel: the only way to get to him is to shame the president. Everything Mr. Obama says is based on political calculations and his advisors want to protect him from his conscience. Ukraine and Syria are a big headache for the president; he only wants to leave office with big achievements to glorify his reputation. But the “Great Peacemaker’s” legacy will be defined by his failed policies in Ukraine and Syria and the spread of wars. His legacy is precisely where he is most vulnerable, and this is where we have a chance to influence him.

        This article first appeared in The Ukrainian Weekly, March 29, 2015

        http://euromaidanpress.com/2015/04/01/war-in-ukraine-red-lines-in-syria-and-the-obama-administration/

      • Dieser Mist wurde heute auch noch vom RBB wiederholt, wobei ja sogar in der CNN Meldung steht, schon gestern stand-wenn man sie denn liest-, dass das State Department dies NICHT bestätigen konnte. (im Iran versehenlich gelandete missiles)
        Stattdessen ließen sie einen Bundeswehr General a.D. kommentieren, natürlich die US/NATO Lügen-Version nachplappern.
        Es hat mich dermaßen aufgeregt und sofort zu einem schriftlichen Kommentar an den RBB veranlasst.

        • Doch, doch, die NYT hatte mal wieder eines dieser typischen „Hintergrundgespräche“ mit „Offiziellen“ und streut eifrig Regierungs-Propaganda.
          Bei so viel Verlogenheit reagiert die russische Seite nur noch sarkastisch – und die iranische lacht. Wie tief der Grimm des vorgeführten Pentagon sitzt, belegt Ash Carter persönlich:

          Four Syria-Bound Russian Missiles Crashed in Iran, U.S. Officials Say

          By HELENE COOPER and ERIC SCHMITTOCT. 8, 2015

          BRUSSELS — Four cruise missiles in a barrage of 26 fired by Russia from warships in the Caspian Sea at targets in Syria crashed in a rural area of northern Iran, senior United States officials said on Thursday. Russian and Iranian officials dismissed the claim as nonsense.

          It was unclear exactly where in Iran the missiles might have landed, or whether there had been any casualties or damage. The United States officials said the flight path of the Russian cruise missiles, called Kalibrs, would have taken them across northern sections of Iran and Iraq en route to Syria.
          Of the initial 26-missile volley, the officials said, four went awry and hit northern Iran, according to technical sources of information like radar and satellite imagery.
          The officials spoke on the condition of anonymity to discuss military intelligence.

          News of the apparent crashes, which were first reported by CNN, came as Defense Secretary Ashton B. Carter sharply criticized what he called Russia’s “unprofessional” conduct in its incursion into Syria. Speaking at a NATO news conference in Brussels, Mr. Carter said that Moscow had fired the cruise missiles with no advance notice.
          Mr. Carter warned, “In coming days, the Russians will begin to suffer casualties.”

          American officials also said that some sort of problem with the missiles should not have been unexpected, since they had never been fired in wartime.
          “This was the first operational test of these in operational conditions,” one official said of the Russian Kalibrs.
          […]
          In Moscow, Igor Konashenkov, a spokesman for the Russian military operation in Syria, denied that any of the missiles had fallen short of their targets.

          Mr. Konashenkov said sarcastically that if the report were true, “we would have to admit that the sites of the terrorist group Islamic State in Syria, located far apart from one another, just blew up on their own.”

          He also chastised Mr. Carter for his statement about Russian casualties, describing it as cynical and inappropriate.
          “In its assessments of the American military’s actions in various operations, carried out all around the world, representatives of the Russian Ministry of Defense not once stooped as low as publicly awaiting the death of an American soldier,” Mr. Konashenkov said. “Not to mention of any ordinary American.”

          An Iranian official, Hamidreza Taraghi, who is close to the country’s supreme leader, Ayatollah Ali Khamenei, laughed at the report that missiles had crashed. “This is complete nonsense,” he said.
          […]

          http://www.nytimes.com/2015/10/09/world/middleeast/russian-missiles-aimed-at-syria-crashed-in-iran-us-officials-say.html?action=click&contentCollection=Europe&module=RelatedCoverage&region=Marginalia&pgtype=article

        • Ja, schon gelesen, man kann nur lachen oder mit dem Kopf schütteln..und in anderen Berichten wird nichtmal bemerkt, wenn sie sich selbst widersprechen. Da ist die Rede von Intel und satellite reports und damage assessment, selbst tote Zivilisten wurden ja erfunden, wenn ein, zwei Sätze zuvor aber nichtmal bekannt war, wo genau der Einschlag stattfand.
          Verzweifelter geht es nicht mehr.
          Zu dem „field test“(unglaublich die Schlußfolgerung!) und auch Carter’s wüsten Bemerkungen und Drohungen kommentierte ich ja schon.

        • „Kraftmeierisch, rücksichtslos, antidemokratisch“

          Das kann ja nur die USA sein, oder? Nein, ist es aber nicht; das sagt Ashton Carter über Russland. Da muss man sich erst mal wieder einkriegen. Nimmt der jetzt auch schon Drogen? Die Parallelen zwischen Carter und Poroschenko sind wirklich erschreckend:

          „Sie würden bald einen Preis für ihre Attacken bezahlen.“
          „Ich rechne damit, dass die Russen in naher Zukunft erste Verluste in Syrien erleiden werden“, sagte Carter am Donnerstag beim Nato-Verteidigungsministertreffen in Brüssel.“
          (…)

          http://www.t-online.de/nachrichten/ausland/krisen/id_75723896/usa-warnen-syrien-einsatz-kommt-russland-teuer-zu-stehen.html

          Da schäumt aber einer. Und die Patriot-Raketen könnte man die nicht doch weiterhin in der Türkei stationiert lassen? Weil die könnten ja auch (russische) Kampfjets vom Himmel holen.
          V d Leyen bleibt aber bei ihrer Entscheidung.

          „In einer Fernsehansprache hat Syriens Generalstabschef Ali Abdullah Ayoub am Donnerstag eine Großoffensive der Regierungstruppen angekündigt. Sie diene dazu, Gebiete zurückzuerobern, die „unter den Terroristen zu leiden hatten“, zitierten syrische Staatsmedien ihn.
          Dies geschehe mit Hilfe Russlands, das auch am Donnerstag wieder Marschflugkörper auf Ziele in Syrien feuerte; wobei aus dem US-Pentagon verlautete, vier von ihnen seien in Iran statt in Syrien eingeschlagen. Wo genau und mit welchen Schäden, sei unklar. Augenscheinlich versuchen die Regierungstruppen an drei Fronten vorzurücken, von denen sich aber keine gegen die Terrormiliz Islamischer Staat richtet. Syrien stützt sich unter anderem auf Tausende Kämpfer der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah, die als gut trainiert, ausgerüstet und diszipliniert gelten. Dazu kommen weniger kampfstarke regimetreue syrische Milizen. Militärberater der iranischen Revolutionsgarden koordinieren diese Kräfte. Iran schickt zudem Söldner, unter ihnen Iraker, aber auch viele Afghanen, die illegal nach Iran ausgewandert sind und mit Geld und Aufenthaltsrechten geködert werden.
          Die Armee zieht nun auch Tausende Soldaten und Milizionäre im Süden zusammen, die in die Gouvernorate Qunaitra und Deraa vorstoßen sollen. Dort hatten in den vergangenen Monaten fast 60 gemäßigte und säkulare Gruppen unter dem Schirm der Freien Syrischen Armee (FSA) Geländegewinne gegen die Truppen von Baschar al-Assad erzielt, von denen einige von den USA unterstützt und in Jordanien in Programmen der CIA trainiert wurden.
          Schwere Gefechte sowie neue russische Luftangriffe gab es in der Ghab-Ebene bei Hama und im Gouvernorat Idlib. Dort hatte das Rebellenbündnis „Armee der Eroberung“ die Regierungstruppen zurückgedrängt und die Küstenregion um Latakia bedroht, Siedlungsgebiet der Alawiten und damit überlebenswichtig für das Regime von Baschar al-Assad.
          Die wohl schlagkräftigste Rebellenmiliz nach dem Islamischen Staat und der Nusra-Front ist Ahrar al-Sham. Sie hatte maßgeblich Anteil an den Vorstößen in Idlib, kämpft aber auch bei Aleppo gegen den Islamischen Staat. Ihre Gründer hatten Kontakte zu al-Qaida.

          Derzeit versucht die von der Türkei, Saudi-Arabien und Katar unterstützte Gruppe sich allerdings von der einst dschihadistischen Ideologie zu distanzieren und hat ausländische Kämpfer in ihrer Führung durch Syrer ersetzt – offenbar um für den Westen akzeptabel zu werden. Ankara bemüht sich, Washington von einer Kooperation zu überzeugen; die USA sind weiter skeptisch.
          Die dritte Front richtet sich gegen ein ebenfalls von gemäßigten Rebellen gehaltenes Gebiet nördlich von Homs; einige von ihnen werden ebenfalls vom Westen unterstützt.
          Das US-Verteidigungsministerium gab in der Nacht bekannt, mehr als 90 Prozent der russischen Luftangriffe hätten sich weder gegen den Islamischen Staat noch gegen mit al-Qaida verbundene Gruppen gerichtet. Die Tatsache, dass die Opposition zersplittert ist und Islamisten eine zunehmende Rolle spielen, macht es für den Westen schwer, schlagkräftige Verbündete zu finden.
          Die Kriterien für Ausbildungsprogramme des US-Verteidigungsministeriums sind so strikt, dass nur wenige Dutzend Syrer mitmachen konnten. Kaum in Syrien zurück, wurden sie von der Nusra-Front attackiert.“

          http://www.sueddeutsche.de/politik/syrien-fuer-den-einen-rebell-fuer-den-anderen-terrorist-1.2683186

        • Ähnlichkeiten in den Verlautbarungen könnten, -neben anderen physischen Einwirkungen,- auch daran liegen, dass sich Poroschenko seine Reden wohl in Washington schreiben läßt. Vom früheren NATO Chef Rasmussen wurde das ja stets behauptet..und..wo doch Kiev nun so intensive NATO -Vorbereitungs/crash courses erhält.. 😉

  2. Vielleicht hat der Krieg in Syrien mehr als gedacht mit den Golanhöhen zu tun, zumindest mit Israels Rolle in dem Krieg.

    Der israelische Ölsucher Afek Oil And Gas hat gestern die Entdeckung von einem riesigen Ölvorkommen in den Golanhöhen bekanntgegeben. Es gibt nur ein kleines Problem mit der israelischen Entdeckung. Die Golanhöhen befinden sich in Syrien obwohl Israel sie besetzt und annektiert hat. Das Öl gehört deshalb zu Syrien und seine Ausplünderung wäre völkerrechtswidrig.

    „Huge oil discovery in Golan Heights – Israeli media“ https://www.rt.com/business/317906-oil-golan-heights-israel/

    „Israel entdeckt riesige Ölvorkommen in den Golanhöhen“ http://german.irib.ir/nachrichten/item/291266-israel-entdeckt-riesige-%C3%B6lvorkommen-in-den-golanh%C3%B6hen

    Die Muttergesellschaft von Afek, Genie Energy hat einige sehr reiche und einflussreiche Beiratsmitglieder. Unter ihnen sind Rupert Murdoch, Lord Rothschild und ehemalige US Vize-Präsident Dick Cheney. Erst letzten Monat sind auch der ehemalige Vorsitzende der Federal Reserve Larry Summers und ex-CIA Chef James Woolsey in den Beirat eingetreten.
    http://genie.com/media/genie-energy-in-the-media/

    Die haben noch mehr Macht in der Politik als in der Wirtschaft.

    Viele Zionisten sehen den Krieg auch als als eine Möglichkeit, die israelische Annexion der Golanhöhen festzustellen.

    Naftali Bennett, Israeli Minister und Chef der „Jüdisches Heim“ Partei hat aufgefordert, Wohnungen für 100,000 neue Siedler in den Golanhöhen zu bauen.

    Die Autorin von einem „New York Times“ Artikel glaubt, dass die Anerkennung von Israels Annexion nichts mehr als eine Sache der US-israelischen Beziehungen ist, als hätte Obama das Recht, syrisches Land an Israel zu spenden. Völkerrecht spielt kaum eine Rolle:

    „As Syria Reels, Israel Looks to Expand Settlements in Golan Heights“
    „With Syria “disintegrating” after years of civil war, they argue, it is hard to imagine a stable state to which the territory could be returned. Further, they say that international — or, at least, American — recognition of Israel’s 1981 annexation of the Golan would be an appropriate salve to Israeli security concerns in the wake of the nuclear deal with Iran. Some proponents of this push, who unlike Mr. Bennett support a two-state solution with the Palestinians, also see this international recognition as an important way to distinguish the status of Golan from the West Bank and Gaza Strip.“
    http://www.nytimes.com/2015/10/03/world/middleeast/syria-civil-war-israel-golan-heights.html

    Gilad Sharon (Sohn von Ariel) geht weiter und sagt deutlich, dass ISIS gut für die Annexion (und für Israel) ist:

    „Who needs Bashar Assad?“
    „Islamic State – unlike Assad and unlike Hezbollah – is the enemy of an international coalition that is fighting the organization; thus Israel wouldn’t have to face this new threat alone.

    There would be no international pressure for Israel to give back the Golan Heights either – and that’s a very good thing. The Golan will remain an important part of Israel forever.

    So who needs Assad? This is not a call for direct intervention in the civil war in Syria, but it’s good to know what’s good for Israel. Sometimes when you want something, it somehow happens all by itself.“
    http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4656097,00.html

    Das Happy End wäre dann, dass ISIS Syrien fast zerstört und dass Israel das Land und Öl in den syrischen Golanhöhen kriegt.

    • Das halte ich für absoluten Quatsch. Zwischen Syrien und Israel gab es seit langer Zeit niemals Spannungen wegen der israelischen Besetzung der Golan-Höhen. Und mittlerweile ist Israel so schlau geworden, Assad als Bollwerk gegen sunnitisch-extremistische Kräfte zu schätzen, weswegen Netanjahu mit Putin auch einig geworden war, bevor die russische Offensive begann.

      Das Problem ist, daß die Presse auch noch den dümmsten Vertreten irgendwelcher Meinungen Raum gibt, wenn es ihr in den Kram paßt.

      Hier kann man einem der üblichen deutschen „Osteuropa-Experten“ beim Werk zusehen. Mittlerweile halte ich dieses „Fach“ für ideologisch verseucht und keiner akademischen Weihen für würdig. Es steht auf dem Stand der ideologischen Gender Studies:

      Konflikt in Syrien: So weit wird Wladimir Putin gehen

      Von Alexander Kohlmann
      Aktualisiert am 08. Oktober 2015, 17:21 Uhr

      Als Wladimir Putin den USA für Syrien ein gemeinsames Vorgehen gegen den IS angeboten hat, ist das von vielen Beobachtern als positives Signal interpretiert worden. Inzwischen ist klar, dass es Putin in Syrien um ganz andere Ziele geht. Stefan Meister ist Osteuropa-Experte bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP). Im Interview mit unserer Seite erklärt er, welche Motive er in Putins Handeln sieht – und wie weit Putin im Syrien Konflikt bereit ist zu gehen.
      […]

      http://web.de/magazine/politik/syrien-konflikt-russlands-praesident-wladimir-putin-30982966

      Viel Vergnügen bei der Lektüre! So etwas bringen deutsche Universitäten hervor…

    • Ja, die Golanhöhen sind und bleiben wohl noch lange ein schwer lösbares Problem. Und sollte es dort „riesige Ölvorkommen“ geben, dann wird das Problem nicht geringer. Auch um den Inselstaat Zypern herum wurden Öl- und Gasvorkommen gefunden, was die Probleme mit der Türkei, die ein Teil der Insel unter ihrer Kontrolle hält, eher zugespitzt hat:
      http://www.fr-online.de/politik/gas–und-oelvorkommen-begehrter-schatz-vor-zypern,1472596,28816394.html

      Um die Insel Zypern wird weiterhin nach Öl und Gas gesucht, ich nehme an, auf den Golanhöhen auch…

      Wegen dem Öl hat schon Irak Kuweit angegriffen und damit den Zweiten Golfkrieg ausgelöst:
      http://www.sibilla-egen-schule.de/konflikt/irak/irak2.htm

      Um eine Situation weiter zuzuspitzen, brauchen wir halt „schlagende“ Argumente. Zuschlagen müssen wir dann selbst…

    • Was weniger betont wurde, ist der Vorteil durch Ausweichen auf großangelegte Siedlungsprojekte im Golan, gegen den die internationale Gemeinschaft nicht ständig protestieren würde, wie gegen die unentwegt erweiterten settlements im Westjordanland.

      Neben den resourcen, die bisher noch als umstritten gelten, wenn man die Berichte unter http://genie.com/media/genie-energy-in-the-media/ genauer liest.

      • Lutz Herden
        Ausgabe 4115 | 08.10.2015 | 06:00 2
        „Schonfrist für Petro Poroschenko“

        „Ukraine-Gipfel Deutschland, Frankreich und Russland wollten einen angeschlagenen Präsidenten nicht überfordern“

        https://www.freitag.de/autoren/lutz-herden/schonfrist-fuer-petro-poroschenko

        Zurecht blickt Lutz Herden zurück. Auch in der deutschen Geschichte gab es einen irren Diktator, der drogenabhängig war und dachte, mit seiner Armee innerhalb weniger Wochen den Osten überrennen zu können.

        „Noch im Frühsommer 2014 hatte der ukrainische Präsident seinem Anhang versichert, innerhalb von Tagen werde man die „Terroristen“ überrennen.“
        (…)

        Genau. Die seit 1. September Gott sei Dank von dem Kiewer Regime und seinen Nazi-Bataillonen eingehaltenen Waffenruhe kann in diesem seit dem Maidan-Putsch außer Rand- und Band geratenem Land sich jederzeit wieder ändern. Poroschenko und den Faschisten ist keine Sekunde lang über den Weg zu trauen.

        „Eben deshalb schmäht das ultranationalistische Lager Poroschenko als „Landesverräter“, verweigert ihm die mitregierende Partei Volksfront von Premier Arsenij Jazenjuk die Gefolgschaft, ist die für eine Föderation nötige Zweidrittelmehrheit in der Rada derzeit illusorisch. Poroschenko in der Verfassungsfrage zu überfordern, kann politische Beben auslösen, die das Land in Anarchie und Chaos stürzen.“
        (…)

        Poroschenkos Rede bei der UN-Versammlung war nicht nur für die russische Föderation, die dabei geschlossen den Saal verließ, sondern für jeden vernünftig denkenden Menschen mehr als eine Zumutung. Man hätte meinen können, wie so oft, er hätte sich auch hier, wie vor der Rede in der Rada, vorher Mut angetrunken. Russland soll für das von ihm angerichtete Chaos in der Ukraine bezahlen.

        „Unverkennbar innenpolitisch motiviert, hielt der Präsident am 30. September vor der UN-Generalversammlung eine Brandrede gegen Russland. Moskau sei von der Gier erfasst, „zu imperialen Zeiten zurückzukehren“, teilte er mit. Wer in diesem Moment daran erinnerte, dass sich Kiew und Moskau gerade auf ein neues Gasabkommen geeinigt hatten, mit dem die Ukraine versprach, Störmanöver gegen den russischen Gas-Transit nach Westeuropa zu unterlassen, der wirkte wie ein Fantast.“

        „Es gilt, die Folgen einer westlichen Ukraine-Politik zu kompensieren, der vorübergehend Realitätssinn und Selbstkontrolle abhanden kamen.“

        „In idealtypischer Weise zeigte sich das bei der vorbehaltlosen Anerkennung der am 22. Februar 2014 durch einen Staatsstreich zur Macht gelangten Kräfte in Kiew. Der damalige Präsident Wiktor Janukowytsch war demokratisch gewählt, was seinerzeit die EU-Vermittler Polen, Deutschland und Frankreich bestätigten, indem sie mit ihm verhandelten. Ein mit den Außenministern dieser Länder geschlossener Vertrag sah eine „Übergangsregierung der nationalen Einheit“ vor, die den Staatschef ebenso einbezog wie die Opposition. Als Janukowytsch gestürzt war, schien dieses Agreement so wenig wert wie die diplomatische Integrität der Herren Sikorski, Steinmeier und Fabius. Man verklärte den erzwungenen Abgang eines gewählten Präsidenten zur legitimen Handlung und verurteilte den sich dagegen regenden Widerstand in der Ost- und Südukraine als illegitimen Akt.“
        (…)

        https://www.freitag.de/autoren/lutz-herden/schonfrist-fuer-petro-poroschenko

        Die Augsburger Allgemeine bringt heute zwar ebenso wie die anderen West-Medien die westliche Sicht im Syrienkrieg, doch wohltuenderweise weist der „Chefkommentator für Ukraine und Syrien“ dieser Zeitung auf die wünschenswerte Allianz zwischen Russland und den USA hin, dessen russisches Angebot diesbezüglich von einer hin- und her larvierenden USA bisher mehr oder weniger offen abgelehnt wird. Scheinbar ist den USA nicht bewußt, wie sie sich einmal mehr weltpolitisch unglaubwürdig machen. Zurecht wird hier von „gemäßigten Rebellen“ in Anfühungszeichen geschrieben, weil es eben keine „gemäßigten“ gibt.

        Man glaubt einfach nicht, was für eine Umnachtung der Westen bei der Verleihung seiner Erfindung „Friedensnobelpreis“ betreibt:

        „Buchmacher sehen Merkel als Friedensnobelpreisträgerin“

        http://www.spiegel.de/politik/deutschland/angela-merkel-favoritin-auf-den-friedensnobelpreis-a-1056705.html

        Die Mehrheit der Deutschen ist Gott sei Dank noch normal:

        Umfrage
        „Deutsche gegen Friedensnobelpreis für Merkel“
        08.10.2015, 18:02 Uhr | AFP

        http://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/gesellschaft/id_75714806/friedensnobelpreis-fuer-angela-merkel-deutsche-sind-dagegen.html

        Ich kann es mir nun wirklich nicht vorstellen, dass nach der EU und Kriegstreiber und Drohnenmörder Obama, nun eine weitere Person, die für die Schürung von blutigen Kriegen inmitten Europas Mitverantwortung trägt, diesen längst zur Farce verkommenen Preis bekommt. Sollte es jedoch wirklich soweit kommen, werde ich mir überlegen einen Einwanderungsantrag nach Nordkorea zu stellen.

        • Das Problem in der Ukraine ist, daß es dort ausschließlich durchgeknalltes politisches Personal mit Oligarchenstatus gibt, denn die paar verträumte Maidan-Idealisten, die es in die Politik geschafft haben, sind außen vor. Wer könnte denn Poroschenko ersetzen – Saakaschwili oder gar Julia Timoschenko, die jetzt plötzlich Volksverbundenheit demonstriert und damit Stimmen fängt? Ich dachte zwar, daß die Kommunalwahlen in der gesamten Ukraine jetzt ausgesetzt sind, habe mich aber eines Besseren belehren lassen:

          Steht Julia Timoschenko vor einem Comeback?
          14:41 Uhr Von Nina Jeglinski

          Am 25. Oktober werden in der Ukraine neue Bürgermeister und Regionalparlamente gewählt. Vor allem könnte die frühere Ministerpräsidentin Julia Timoschenko profitieren.

          Der derzeitige Wahlkampf in der Ukraine – am 25. Oktober werden neue Bürgermeister und Regionalparlamente gewählt – überrascht viele. Vor allem wundern sich die Beobachter über die guten Umfragewerte für die frühere Ministerpräsidentin Julia Timoschenko und deren Vaterlandspartei. Laut Umfragen würde die Partei derzeit stärkste Kraft werden. Timoschenko ist zusammen mit Präsident Petro Poroschenko die beliebteste Politikerin.
          […]
          Experten wie der Politologe Wolodymir Fesenko machen dafür zwei Entwicklungen verantwortlich. Zum einen sind die Wähler von der Regierung enttäuscht. Das kommt vor allem Ministerpräsident Jazenjuk zu spüren, dessen Partei es vorzog, erst gar nicht an den Kommunalwahlen teilzunehmen. Zum anderen verwirren die vielen Parteineugründungen: Allein in Kiew treten 29 Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters an, in anderen Großstädten ist das Bild ähnlich unübersichtlich.

          Timoschenkos Partei ist für ukrainische Verhältnisse alt, sie existiert seit 1999. Die Parteichefin Julia Timoschenko musste zwar bei den beiden letzten Wahlen 2014 erhebliche Verluste einstecken. Im Mai verlor sie gegen Poroschenko im Rennen um die Präsidentschaft, bei den Parlamentswahlen im letzten Herbst übersprang die Partei knapp die Fünf-Prozent-Hürde. Trotzdem wurde sie Mitglied der Koalition und ist seither einer der lautesten Kritiker der Regierung, vor allem von Jazenjuk.

          Timoschenko wettert gegen Jazenjuk

          Ein Regierungsmitglied sagte dem Tagesspiegel, Poroschenko habe diese Strategie anfangs sogar gefördert. Der Präsident wollte eigentlich seinen Vertrauten, den jetzigen Parlamentssprecher Wladimir Groismann, zum Regierungschef machen. Nachdem die Parteien Jazenjuks und Poroschenkos beide auf 22 Prozent gekommen waren, blieb Jazenjuk Regierungschef. Timoschenko soll sogar eine Art Abmachung mit Poroschenko getroffen haben, Jazenjuk zu kritisieren, wann immer es möglich ist. Das Vorhaben verfehlte jedoch sein Ziel. Je stärker die Kritik an der Regierung wurde, desto mehr wurde auch Präsident Poroschenko beschädigt.

          Die einzige, die von diesem Manöver einen Vorteil hatte, ist Timoschenko. Seit Monaten tritt sie in Talkshows auf und hält der Regierung eine verfehlte Politik vor. Worte wie „Schock ohne Therapie“ oder „Tarife, die töten“ sind mittlerweile im ganzen Land bekannt. Gemeint ist die von Regierungschef Jazenjuk verantwortete Wirtschaftsreform, die er selber als „Schocktherapie für das Land und für die Menschen“ beschrieben hat. Tatsächlich sind im Land die Abgaben für Wasser, Energie, kommunale Gebühren und die Preise für Grundnahrungsmittel um teilweise um bis zu 170 Prozent gestiegen. Die Löhne und Gehälter sind gleichgeblieben, die Landeswährung Griwna hat seit Anfang 2014 fast 60 Prozent verloren, die Inflation beträgt 50 Prozent. Nach Schätzungen des Statistikamtes der Ukraine wartet ein Drittel aller Angestellten seit sechs Monaten auf die Auszahlung ihrer Löhne.
          […]

          http://www.tagesspiegel.de/politik/ukraine-steht-julia-timoschenko-vor-einem-comeback/12426078.html

          An anti-russischer nationalistischer Denke und Rhetorik steht sie Poroschenko in nichts nach, und daß sie sich bereichern wird, wenn sie an den Schalthebeln der Macht sitzt, ist keine Frage. M.a.W. – ein Figuren-Austausch bringt es nicht.
          Hatte ich dieses Zitat aus ihrem SPIEGEL-Interview in 40/2015 vom 26.9.2015 schon gebracht?

          SPIEGEL: Sie haben Putin nach der Annexion der krim in einem mitgeschnittenen Telefongespräch einen „Bastard“ genannt, dem Sie am liebsten mit einer lalaschnikow in den Kopf schießen würden. Das ist auch nicht gerade eine friedliche Sprache.

          Tymoschenko: Das war ein Privatgespräch. Aber Ttsache ist: Russland hat eine militärische Aggression gegen uns begonnen, die russische Führung hat diesen krieg initiiert. Entsprechend verhalte ich mich.

          [S. 92]

          Was Nobel-Preise angeht: die sind quasi vergiftet, und mittlerweile betrifft es auch Literatur-Nobel-Preise. Selbst wenn eine Weißrussin den Preis erhält, wird noch gegen Putin Front gemacht:

          Swetlana Alexijewitsch erhält den Literaturnobelpreis

          Die wichtigste literarische Auszeichnung der Welt geht an die 67-jährige Belarussin. Die Jury lobte ihr Werk, das dem Leid und dem Mut in unserer Zeit ein Denkmal setze.
          8. Oktober 2015, 12:28 Uhr / Aktualisiert am 8. Oktober 2015, 15:18 Uhr
          […]
          Der ehemalige Hanser-Verleger Michael Krüger, der viele der Bücher von Alexijewitsch in Deutschland verlegt hat, zeigte sich hocherfreut über die Auszeichnung und hob noch einmal ausdrücklich Alexijewitschs Rolle in der Opposition in Belarus wie auch gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin hervor. Alexijewitsch sei mit den Recherchen für ihre Romane stets enorme Wagnisse eingegangen, so Krüger, der hofft, dass der Nobelpreis dazu beiträgt, dass Alexijewitsch weithin unantastbar werde: „Sie wird eine große Ikone der Widerstandsbewegung werden“.

          http://www.zeit.de/kultur/literatur/2015-10/nobelpreis-literatur-2015-live

        • Es muss nicht heissen: Merkel nach Oslo, sondern Merkel nach Den Haag:

          „Ostukrainer: Jazenjuk und Merkel in den Haag vor Gericht stellen“

        • Ja, das ist schon schlimm, wie man diesen 78-jährigen Rentner aus dem Donbass, der jetzt in einem „befreiten“ Gebiet wohnt, wegen seiner Anschauungen bedroht. Und es ist sogar noch nicht einmal unwahrscheinlich, daß er wegen seiner regierungskritischen Äußerungen im Knast landet.

          Ob Hromadske TV, das ja mal als „demokratischer Sender“ mithilfe des Westens (Soros & Co.) entstanden ist, langsam mitkriegt, wie das Land immer repressiver wird?

        • “ The political elite discovered that by seizing power it destroyed the country at the same time. In Ukraine, there is no law, no order and no money left. In addition, every person in power has earned himself a criminal liability with no statute of limitation (for crimes against humanity and war crimes) meaning not only life sentences, but death penalty and confiscation of property.

          That is, all individuals and social groups participating in the coup have received less than what they would have achieved in the course of evolutionary development of the situation, while the incurred costs are not just huge, but incompatible with the result. From the very beginning it was clear that the collapse of the Ukrainian statehood created by the Nazis would be as inevitable as the defeat of Nazi Germany in April 1945. The timing of the collapse can be different, but the result is the same.

          Therefore, all of them, starting from the lowest Nazi goons up to President Poroshenko got involved not because they were aware of all the risks and had a plan to minimize them, but only because of their complete intellectual sterility. They blindly believed that the US and the EU dreamed to use Ukraine as a strong and effective counterbalance to Russia, which meant that „white men“ from the West sailing on big boats would pay for everything, arrange everything, help in every possible way while the local chieftains would only have to change their attire made of feathers and divvy up the profits. They continue to believe it even now.

          In the period that has elapsed since February 2014 nothing has changed in the mental organization of the Ukrainian elite. They keep sincerely believing that they are of lasting value for Washington. They also sincerely believe that Russia will overstrain itself economically and self-destruct itself politically in two or three months. That is, according to them, they have to be a little patient, to hold on a bit more and the victory would be in their pocket.

          I know that this inadequacy of such a large number of people, who for two and a half decades have ruled a big European state, might seem an exaggeration. But for many years I have talked with representatives of the Ukrainian elite, and I maintain that they are even dumber than they seem. In fact, they have often been saved just by their stupidity while their partners or opponents could not believe in such naivety and looked for some hidden meaning in the actions of Ukrainian politicians. Do you remember how the good-for-nothing Kuchma took power from the hardened Kravchuk, and then the worthless Yushchenko took power from Kuchma, then the orange camp lost power to Yanukovych. Finally Yanukovych, who prior to his infamous fall was said to be in full control of the political field in the country, gave power to absolutely worthless characters. But it turned out that this was not the limit, and we might expect such loony characters like Lyashko, Semenchenko and others. Even the“great“ Kuchma and Kravchuk run errands for Poroshenko. Such turnover of power is possible only if all characters (from Kravchuk to Semenchenko) are roughly equal in terms of their intelligence.

          The second part of the problem lies in the fact that our European „friends and partners“, like all normal people, cannot believe that they are dealing with pathologically inadequate individuals, who have never said a word of truth in their lives. The Europeans know that a politician has to deceive both partners and opponents, and even voters, but they realize that all this should be done according to certain rules. That is, it is impossible to lie directly, because you would be immediately caught.
          …..
          Let me remind you that the extension of Minsk was persistently demanded by Paris and Berlin without any objections from Russia and Donbass. Only Kiev and Washington wished to close the format in 2015. The reason is simple – Kiev cannot implement the Minsk format. But it put its signature on it. And the longer Poroshenko plays games with Merkel and Hollande, the weaker is the European support for Ukraine. In fact, it is nonexistent. To escape this trap, Kiev had to destroy the Minsk format and then talk about the creation of the new one.

          Washington would be eager to join the new format and to squeeze the DPR/ LPR out of it. The only opportunity for Kiev to break up the Minsk format without entering into a conflict with Europe was a termination of the format, which was due to expire in 2015. After Paris and today’s agreement to postpone the election in the DPR/ LPR Kiev no longer has this possibility.

          As a bonus, now our European friends and partners have a good understanding who they are dealing with in Ukraine and do not have any illusions any more.“

          Wenn das kein Fortschritt ist!

          http://fortruss.blogspot.de/2015/10/ishchenko-what-are-real-issues.html

        • Der Analyse von Ischtschenko kann ich zustimmen, insbesondere was die intellektuelle Beschränktheit und die charakterliche Ungeeignetheit des politischen Personals in der Ukraine angeht. Auch sehe ich es wie er, daß die alleinige Verantwortung dür die Durchsetzung von Minsk II jetzt bei Poroschenko liegt und die „Volksrepubliken“ und die Garantiemacht Rußland fein raus sind: für sie ist es eine win-win-Situation, egal ob Poroschenko scheitert oder nicht. Bekommt Poroschenko die von Minsk II (und unmißverständlich von der EU) geforderten Gesetze nicht durch, liegt der Schwarze Peter in Kiew. Bekommt er sie durch, so hat sich ihr Kampf für mehr Unabhängigkeit von Kiew gelohnt.

          Aber diese Passage verstehe ich nicht:

          For Nazi goons, who later formed the so-called self-defense forces of Maidan, volunteer battalions and other illegal armed groups, life under Yanukovich was carefree. They could beat and sometimes kill anyone they wanted and when they wanted. The maximum penalty was a visit to the police station, where they were released almost immediately. The Party of Regions was financing the Nazis.

          Gibt es hierfür irgendeine Bestätigung?

        • „…werde ich mir überlegen einen Einwanderungsantrag nach Nordkorea zu stellen“

          Wäre jemand für Irkutsk zu begeistern?

      • Das mit dem Crowdfunding hätte sich Bellingcat sparen können, da waren andereschneller mit geolokalisieren:
        https://gabrielewolff.wordpress.com/2015/07/29/informationskrieg-um-mh17-5/comment-page-3/#comment-51689

        Und es ist richtig, dass in Al-Latamneh nicht der „Islamische Staat“ das Sagen hat, sondern die „Islamische Front“. Der von mir verlinkte Blogbeitrag dazu:

        „Das Problem dabei sieht man in der Schlagzeile bei SPON – für den Westen sind die Terrorkommandos von der “Islamischen Front” nämlich die “Rebellen”. Tatsächlich unterscheiden diese sich kaum vom “Islamischen Staat”, die Grenzen zwischen den verschiedenen Geschmacksrichtungen von Terrorbanden sind nachgewiesenermaßen fließend, und wenn es einen Unterschied zum “IS” gibt, dann meist in negativer Hinsicht. “
        http://www.chartophylakeion.de/blog/2015/09/30/zwischen-terror-und-terror/#.Vha9LCXSXDd

        Z.B. verteilt die Islamische Front keine Verkehrsbussen, wie der Islamische Staat:

        „gemässigt“ heisst hier wohl, dass neben Zivilisten auch gefangene IS-Kämpfer massakriert werden:
        https://en.wikipedia.org/wiki/Jaysh_al-Islam

        „On 11 December 2013, Al-Nusra Front and Jaysh al-Islam fighters entered the industrial town of Adra and targeted minority civilians, killing at least 32 Alawites, Christians, Druze and Ismailites. Some were shot at point-blank range, while others were beheaded.[71] By 31 December, the Syrian State media outlet, SANA, reported that thousands of civilians had been evacuated from the town.

        On 30 June 2015, Jaysh al-Islam’s website published a 20-minute video that showed its fighters executing 18 alleged ISIL militants by shotgun. The video mimics the imagery that ISIL has used for similar filmed executions; however, it reversed the imagery by having the executioners wearing orange prisoner outfits and the victims being dressed in black robes. The video, which included some English subtitles, stated the killings were in revenge for recent beheadings of captured Jaysh al-Islam fighters by ISIL.“

    • Hier das Communiqué von Almaz-Antey von heute:
      http://www.almaz-antey.ru/about/press/news/2135.html
      Hier Gugel-Übelsetzung:
      „Concern PVO „Almaz – Antey“ conducted full-scale experiment in the framework of research on the causes of the Malaysian disaster „Boeing“ in the sky over Ukraine […]
      Preliminary analysis of the results of field experiment confirmed the version of the Group on the terms of the meeting with the aircraft missiles, announced at a press conference in Moscow on June 2, 2015.
      Despite the rather large cost of funding research into the causes disaster Malaysian Boeing-777 in the sky over Ukraine Concern spent entirely at their own expense.
      The full results of field experiment will be announced at a press conference in Moscow, the Group October 13, 2015. Phones for accreditation: +7 (926) 696-9342 and +7 (916) 563-3181. […]“

      http://de.sputniknews.com/panorama/20151008/304803335.html

      Und:


      Eliot Higgins war offenbar „not amused“:

    • http://sputniknews.com/russia/20151009/1028254007/russia-MH17-experiment.html

      „“The company will present the results of a real-time simulation of a BUK missile hitting a passenger jet which we hope will help us understand what exactly caused the July 17, 2014 crash of the Malaysia Airlines Boeing 777 in Ukraine’s Donetsk region,” Almaz-Antey said in a statement.

      Almaz-Antey specialists exploded a missile beneath a decommissioned Boeing as part of the experiment which they said was expensive but necessary.“

      • Das Ergebnis wird in dem Artikel auch gleich bekanntgegeben:

        On October 13 Russia’s Almaz-Antey missile manufacturer will present the results of its experimental destruction of a Boeing jet similar to the MH17 plane shot down over Ukraine last year to prove the jet was not shot down by modern Russian weapons, Russian media reported Thursday.

        Sollte es wirklich nur um die Abgrenzung Buk-M1 gegen Buk-M1-2/2 gehen?
        Dazu war das Experiment doch etwas zu kostspielig…

        • So wie ich die Meldung verstand, bestätigen die experimentellen Befunde die Computersimulationen, die am 2. Juni präsentiert wurden.

          Aber warten wir ab bis nächsten Dienstag.

    • Da hätte ich ein schönes Beispiel, das ich heute im TAGESSPIEGEL erblickte:

      Russland greift in Syrien ein
      Aus drei mach zwei

      07.10.2015 20:40 Uhr Von Christoph von Marschall

      Warum Wladimir Putin in Syrien die einzige akzeptable Alternative zu Assad bombardiert. Ein Kommentar
      […]
      Derzeit kämpfen drei Gruppen um die Dominanz in Syrien: Assad, der IS und die moderate Opposition. Der Westen wünscht ein Syrien ohne Assad und ohne IS, ist aber nicht willens, militärisch entschieden genug zu intervenieren, um diesen Ausgang herbeizuführen. Die Luftangriffe der USA reichen gerade, um ein unkontrollierbares Vorrücken des IS, das mit Massakern an Andersgläubigen verbunden wäre, zu erschweren.
      […]
      Nur Stunden später begannen die russischen Luftangriffe, aber nicht gegen den IS, wie er behauptet hatte, um ein gemeinsames Interesse mit dem Westen vorzutäuschen. Sondern gegen moderate Rebellen in Homs und Hama, die für den Westen zur akzeptablen Opposition zählen.

      Findet der Westen eine gemeinsame Linie?

      Putins Kalkül: Aus drei mach zwei. Wenn er Assad hilft, die einzige politisch erträgliche Alternative zu vernichten, bleiben nur noch Assad und der IS – und vor diese Wahl gestellt, wird sich der Westen mit Assad abfinden müssen.
      […]
      Die USA und Europa werden nicht militärisch intervenieren, um Putins Plan zu durchkreuzen. Das ist klug so – auch wenn schwer zu ertragen ist, wie Putin Syrien die Chance auf einen verhandelten Machtübergang zu einer etwas freieren Gesellschaft nimmt. Seine Kräfte werden aber nicht reichen, um Assads Herrschaft auf Dauer zu stabilisieren gegen Milizen, die von Saudi-Arabien und der Türkei unterstützt werden. Schon die Sowjetunion konnte eine kommunistische Marionettenregierung in Afghanistan nicht gegen saudisch geförderte Mujaheddin retten.

      Findet der Westen eine gemeinsame Linie? Die USA werden dazu tendieren, Putin in der selbst gewählten Sackgasse scheitern zu lassen, bis er um Hilfe bitten muss. Hat auch Europa, hat Deutschland diese strategische Geduld, wenn Putins rücksichtsloses Vorgehen die Fluchtwelle steigert? Er setzt darauf, dass er den Westen spalten kann, um sich zu retten.

      http://www.tagesspiegel.de/politik/russland-greift-in-syrien-ein-aus-drei-mach-zwei/12421382.html

      Ich gebe zu, daß der Artikel ausgesprochen wirr ist, denn mal zerschlägt Putin die demokratiefreundliche Alternative zu Assad, und mal muß ein Nachkriegs-Assad sich gegen von Saudi-Arabien und der Türkei finanzierte Milizen durchsetzen – sind das jetzt dieselben oder andere Kräfte, die vorher bloß nicht erwähnt wurden? Und außerdem schreibt er ja, daß weder die USA noch Europa militärisch eingreifen wollen.

      Aber was soll dann dieser Frage-Satz zur strategischen Geduld Europas bzw. Deutschlands?

      • Und wenn der Krieg nicht mit militärischen Mitteln oder als „economic warfare“ geführt wird, dann eben so:

        http://sputniknews.com/us/20151008/1028223233/us-lawfare-julian-assange.html

        als“lawfare“.

        „The concept explains that intricate legal developments are used as a substitute to a military occupation in order for countries like the US to control certain decisions and outcomes in overseas states.“

        Und mit TPP undTTip holen diese Staaten es sich auch noch selbst ins Haus.

        Assange hat ja so recht. Und die Kriegspropaganda funktioniert in allen Fällen.

        • So ist es. leider. Und sicher kein Zufall, dass zeitgerecht nun, wo unsere Mutti und weitere Unterstützer in Brüssel ja so TTIP versessen scheinen und zudem TPP auch noch soeben Zustimmung erhielt, Europe von der US Propaganda mal eben erinnert wird, ich postete darüber) wie aussichtsreich eine Kriegsverbrecher Anklage und Prozeß gegen Assad und Russland doch wären.

        • Und manchmal schießt man sich dabei selbst ins Knie, wenn man publikumswirksam Fragen stellt, deren Beantwortung man fürchten muß:

          http://journal-neo.org/2015/10/09/the-mystery-of-isis-toyota-army-solved/

          „The US Treasury has recently opened an inquiry about the so-called “Islamic State’s” (ISIS/ISIL) use of large numbers of brand-new Toyota trucks. The issue has arisen in the wake of Russia’s air operations over Syria and growing global suspicion that the US itself has played a key role in arming, funding, and intentionally perpetuating the terrorist army across Syria and Iraq.

          ABC News in their article, “US Officials Ask How ISIS Got So Many Toyota Trucks,” reports:

          “ U.S. counter-terror officials have asked Toyota, the world’s second largest auto maker, to help them determine how ISIS has managed to acquire the large number of Toyota pick-up trucks and SUVs seen prominently in the terror group’s propaganda videos in Iraq, Syria and Libya, ABC News has learned.

          Toyota says it does not know how ISIS obtained the vehicles and is “supporting” the inquiry led by the Terror Financing unit of the Treasury Department — part of a broad U.S. effort to prevent Western-made goods from ending up in the hands of the terror group.

          Not surprisingly, it appears the US Treasury is asking the wrong party. Instead of Toyota, the US Treasury’s inquiry should have started next door at the US State Department.

          Mystery Solved

          Just last year it was reported that the US State Department had been sending in fleets of specifically Toyota-brand trucks into Syria to whom they claimed was the “Free Syrian Army.”

          US foundation-funded Public Radio International (PRI) reported in a 2014 article titled, “This one Toyota pickup truck is at the top of the shopping list for the Free Syrian Army — and the Taliban,” that:

          Recently, when the US State Department resumed sending non-lethal aid to Syrian rebels, the delivery list included 43 Toyota trucks.

          Hiluxes were on the Free Syrian Army’s wish list. Oubai Shahbander, a Washington-based advisor to the Syrian National Coalition, is a fan of the truck.

          “Specific equipment like the Toyota Hiluxes are what we refer to as force enablers for the moderate opposition forces on the ground,” he adds. Shahbander says the US-supplied pickups will be delivering troops and supplies into battle. Some of the fleet will even become battlefield weapons..

          The British government has also admittedly supplied a number of vehicles to terrorists fighting inside of Syria.“

        • 😉 Während die US Propaganda Maschine es ja vorzog, auf „in Australien gestohlene und dort auch als gestohlen gemeldete Toyota trucks “ zu verweisen. 😉

    • Einen solchen Quatsch kann sich das ukrainische Fernsehen nur deshalb leisten, weil es schon seit einiger Zeit Gehirnwäsche betreibt und glaubt, daß die Leute so etwas schlucken: schließlich greift Moskau nicht nur nach der Ukraine, sondern nach der Weltherrschaft. Und nach der Krim ist logischerweise die Türkei dran. Eine Luftraumverletzung gab es ja schon… 😉

      Wohingegen die ZEIT meint, ihre Leser mit solcherart „Analysen“ bei der Stange ihrer transatlantischen Nibelungentreue halten zu können:

      Syrien ist in viele kleine Gebiete zerfallen, die von unterschiedlichen Gruppen mehr oder weniger kontrolliert werden: dem Assad-Regime, gemäßigten Rebellen, IS-Terroristen, kurdischen Kämpfern und einigen mehr.

      http://blog.zeit.de/teilchen/2015/10/06/russland-usa-syrien-bomben/

      Al Quaida/Nusra und die anderen islamistischen Terroristen dürften unter „einigen mehr“ firmieren – tatsächlich sind sie die stärksten Gruppen. Und der IS sitzt natürlich nur in Raqqa und Palmyra.

      Das sieht die Daily Mail zurecht anders:
      ISIS executes ten in public for being homosexual ‚including a boy aged 15‘
      • WARNING: GRAPHIC CONTENT
      • Crowd gathered for execution of seven in Homs, the other three in Aleppo
      • ISIS fighters destroyed cameras that were being used to film the murders
      • The teenager ‚was arrested when he was 14 and locked up until his death‘
      • United Nations estimates ISIS has killed more than 30 people for being gay
      By Jay Akbar For Mailonline

      Published: 14:36 GMT, 22 September 2015 | Updated: 18:16 GMT, 22 September 2015

      ISIS publicly executed nine men and a boy aged 15 in Syria for being gay yesterday, the Syrian Observatory of Human Rights has claimed.
      It said seven men were shot dead in Rastan, in the Homs province of central Syria, after they were accused of being homosexuals.
      Two other men and the teenager were executed in the town of Hreitan in northern Aleppo, according to the Observatory’s head, Rami Abdel Rahman.
      He told MailOnline the boy was arrested earlier this year, when he was 14, and locked up until he was senselessly killed.

      […]
      Last month, ISIS’s latest ‚roof top execution‘ showed two men being thrown from a roof in Homs before they were stoned by a bloodthirsty mob, which included children.
      […]
      http://www.dailymail.co.uk/news/article-3244736/ISIS-executes-nine-public-homosexual-including-boy-aged-15.html

      Sie haben längst Eroberungen auch in den Provinzen Homs und Aleppo gemacht.
      Ich denke mal, daß sich diese Verbiegung von Tatsachen – CIA-finanzierte oder von Saudi-Arabien, Quatar und der Türkei unterstützte Terroristen sind „gemäßigte Rebellen“ – nicht mehr lange wird halten können. Angesichts der jetzt zutagegetretenen russischen Strategie – paßgenau gezielte Luftschläge gegen Kommandostände, Waffendepots, Panzer, Nachschublinien zur „Aufweichung“, Nachrücken von syrischen, iranischen, ggf. irakischen Bodentruppen unter russischer Luftunterstützung – wird selbst die deutsche Berichterstattung differenzierter (selbst wenn mal wieder der Eindruck von russischen „Bodentruppen“ erweckt wird – tausend Soldaten dürften wohl das logistische Minimum für eine Luftoperation diesen Ausmaßes darstellen: nach jedem Einsatz muß ein Kampfflugzeug gewartet werden, und 15 pro Tag werden mindestens geflogen, eigene Objekte müssen bewacht und geschützt werden (ja, auch mit Luftabwehrraketen), Verpflegung und Versorgung dürften allein 100 Soldaten beschäftigen):

      Truppen und Waffen in Syrien Russlands Streitmacht beeindruckt selbst die USA

      Innerhalb kürzester Zeit hat Russland Truppen, Panzer und Flugzeuge in Syrien stationiert. Selbst in den USA stößt das auf Anerkennung. Doch Washington betrachtet Moskaus Engagement mit Argwohn.

      Russland hat nach US-Angaben innerhalb kurzer Zeit Hunderte Soldaten, modernste Kampfpanzer und weiteres Kriegsgerät in Syrien zusammengezogen. „Für einen schnellen Aufmarsch innerhalb etwa einer Woche ist die Streitmacht, die sie da unten im Einsatz haben, eigentlich ziemlich beeindruckend“, sagte der Nato-Botschafter der USA, Douglas Lute, in Brüssel. Dabei seien Truppen in Bataillonstärke von etwa 1000 Soldaten – andere Quellen sprachen sogar von 2000 – sowie Artillerie, Jets, Kampfhubschrauber, Raketen und Luftabwehr-Anlagen in die russischen Stützpunkte Tartus und Latakia transportiert worden.
      […]
      Am Mittwoch hatten die russischen und syrischen Streitkräfte gemeinsam eine groß angelegte Luft- und Bodenoffensive gegen verschiedene Rebellengruppen in mehreren Teilen des Bürgerkriegslandes begonnen. Vom Kaspischen Meer aus feuerten russische Kriegsschiffe auf Ziele in den fast 1500 Kilometer entfernten Provinzen Rakka und Aleppo, wie die Regierung in Moskau mitteilte. Am Boden rückten syrische Soldaten mit russischer Deckung in Hama und Idlib vor.
      […]
      Rakka ist eine der Hochburgen der Gruppe, in Idlib, wo ebenfalls Geschosse einschlugen, ist hingegen die radikalislamische Nusra-Front aktiv. Gegen diese richtete sich zum Teil auch die Bodenoffensive in der Provinz. Hama, wo die syrischen Regierungstruppen ebenfalls vorrückten, wird allerdings vielerorts von moderaten Rebellen kontrolliert.
      […]

      http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Politik/d/7419858/russlands-streitmacht-beeindruckt-selbst-die-usa.html

      „Radikalislamische Nusra-Front“ – da kommen wir der Sache doch schon näher.

      Und während Ash Carter noch eine militärtechnische Zusammenarbeit mit Rußland ablehnt, die Kerry befürwortet:

      Zuvor hatte der russische Außenminister Sergej Lawrow bereits bekundet: Da auch die US-Armee in Bagdad mit der irakischen Führung die Angriffe der Anti-IS-Koalition abstimme, liege es nahe, dass alle in die Attacken involvierten Staaten sich koordinierten. Er hatte dafür auch die Zustimmung seines US-amerikanischen Amtskollegen John Kerry erhalten. US-Verteidigungsminister Ash Carter erklärte dagegen am Mittwoch, es werde keine »strategischen Gespräche« mit Moskaus Militärs geben. Die russische Strategie sei »tragisch mangelhaft«.

      https://www.jungewelt.de/2015/10-08/025.php

      sollte er sich nicht derartig lächerlich machen, sondern sich lieber das Resümé eines Afghanistan-Veteranen über die tragisch mangelhafte Strategie der USA (politisch wie militärisch) ansehen:

      Wednesday, Oct 7, 2015 07:00 PM +0200
      I fought for nothing: Staggering incompetence, egregious corruption & America’s doomed war in Afghanistan

      As the U.S. watches Kunduz fall, I’m left contemplating the lessons of a war whose meager gains are evaporating
      John Rico
      […]
      In history’s final summation, there will be many reasons we lost the war. A lot of the fault lies on the people of Afghanistan themselves. In Rajiv Chandrasekaran’s book “Little America: The War Within the War for Afghanistan,” he writes about utility and infrastructure projects built by the Americans and then handed over to their Afghan counterparts – only to be sold for scrap parts and quickly become non-operational.

      Even more of the fault lies with the Afghan government, which could never get the corruption under control. From rigged elections to government ministers on the take, to newly trained police that would immediately begin subjecting Afghan citizens to bribes, the government we have backed, the police we have trained, and the army we have fielded have been, by and large, corrupt and ineffective. And the Afghan people know it. (By comparison, I’ve read that the Taliban would often only ask for a single bribe when the crops came in; the Afghan police force is purportedly known to ask repeatedly for bribes until farmers can’t afford to pay any longer. This is the government we forced on the Afghanistan people.)

      But the fault also lies with consistently changing strategies over the course of the war. Of course, it was like this because the United States never anticipated being in Afghanistan for 14 years. Had the United States pledged, from the start, to being in Afghanistan for a decade and a half, perhaps some long-reaching strategy would have been developed. But this doesn’t change the fact that the war was sidelined for many years while the Pentagon focused on Iraq, or that there should be some impetus for incoming commanders to focus on the stability provided by the continuation of long-term plans rather than chasing memoirs about their new strategy for winning the war.

      In any case, knowing that I fought a war for nothing is humbling. Kunduz will fall, and just you wait, other cities won’t be far behind.

      http://www.salon.com/2015/10/07/i_fought_for_nothing_staggering_incompetence_egregious_corruption_americas_doomed_war_in_afghanistan/

      • Ach übrigens: so weit weg von ukrainischer Propaganda ist die hysterische NATO dann doch nicht:

        Bürgerkrieg in Syrien: Nato will mehr Truppen in der Türkei stationieren

        Russische Kampfjets sind mehrfach in den türkischen Luftraum eingedrungen. Nato-Generalsekretär Stoltenberg kündigte nun die Verstärkung der Einsatzkräfte in der Türkei an: „Die Nato ist bereit und fähig, alle Alliierten zu verteidigen.“
        Donnerstag, 08.10.2015 – 10:00 Uhr

        Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg verschärft den Ton gegenüber Russland: „Die Nato ist bereit und fähig, alle Alliierten gegen jegliche Gefahren zu verteidigen“, sagte er vor dem Treffen der Verteidigungsminister in Brüssel. Denkbar sei zum Beispiel eine Stationierung von Truppen auf dem Territorium des Allianzpartners Türkei. Zudem wolle man darüber nachdenken, was zusätzlich getan werden könne.

        Zweimal sollen russische Kampfflieger am vergangenen Wochenende in den Luftraum des Nato-Mitglieds Türkei eingedrungen sein. Dies sei inakzeptabel, gefährlich und rücksichtslos, sagte Stoltenberg bereits am Mittwoch. Zudem würden die Vorfälle den Konflikt verschärfen.
        […]
        Pentagon-Sprecher und Marine-Kapitän Jeff Davis sagte, in „mindestens einem Fall“ habe ein US-Kampfflugzeug seinen Kurs geändert, um eine „sichere Trennung“ von russischen Maschinen zu gewährleisten. Wie nah die Flugzeuge sich kamen oder wann und wie oft es bisher solche Ausweichmanöver gegeben hat, sagte Davis nicht. Eigentlich hatten die USA und Russland vereinbart, künftige Einsätze besser zu koordinieren.

        http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-nato-will-mehr-truppen-in-der-tuerkei-stationieren-a-1056754.html

        Letzteres ist die Konsequenz der unklugen Verweigerung der militärtechnischen Zusammenarbeit mit Rußland durch das Pentagon.
        In Rußland scheinen auch die klügeren Nahost-Experten tätig zu sein:

        Nahost-Experte: Russland und USA führen in Syrien verschiedene Kriege

        Aktualisiert am 07. Oktober 2015, 11:14 Uhr
        […]
        Der Kreml begründet die Luftangriffe in Syrien mit „nationalen russischen Interessen“. Welche Interessen sind das konkret?

        Jewgeni Satanowski: Russland will mit seiner Präsenz im östlichen Mittelmeer auch gegen Versuche der USA vorgehen, Russland im Schwarzen Meer einzusperren. Zudem wird Russland nicht tatenlos zusehen, wie die USA mit Hilfe Frankreichs und Großbritanniens Regierungen stürzen. Diese Politik hat nämlich zur Folge, dass stabile Staaten zu Terroristengebieten werden. Drittens will Russland in Syrien einen Völkermord an Alawiten, Christen und sonstigen ethnischen Gruppen verhindern. Der Westen verschließt die Augen vor dieser Entwicklung.

        Erwarten sie den Einsatz iranischer Soldaten in Syrien?

        Ja, wenn die Lage dies erforderlich machen würde. Die Infrastruktur wie Flughäfen und Logistik ist reichlich vorhanden.

        Wäre ein Kampf Russlands mit der westlichen Koalition besser?

        Nein. Russland ist bereit, gegen die Terroristen zu kämpfen und will diesen Kampf nicht bloß vortäuschen. Die Türkei und Katar unterstützen aber den Islamischen Staat, und Saudi-Arabien hilft Al-Kaida – darunter Extremisten der Al-Nusra-Front. Die USA, Großbritannien und Frankreich helfen, einen Krieg gegen Präsident Baschar al-Assad zu organisieren, während sich alle anderen Mitglieder dieser „Anti-Terror-Koalition“ nach Kräften bemühen, so zu tun, als ob sie davon nichts wissen.

        Werden sich Russland und der Westen auf ein Ende von Präsident Baschar al-Assad einigen können?

        Das ist nicht die Frage, über die Russland mit dem Westen sprechen wird. Moskau hat andere Vorstellungen vom Völkerrecht. Russland meint, dass Assads Abgang ausschließlich ein Problem der Syrer ist. Dabei geht es aber nicht um Terroristen, sondern um diejenigen, die Probleme im Wahllokal lösen.

        Jewgeni Satanowski (56) leitet seit 1993 das von ihm mitbegründete Nahost-Institut in Moskau. Der Experte mit einem Doktortitel in Wirtschaft lehrt auch an der Staatlichen Moskauer Hochschule für Internationale Beziehungen (MGIMO). In der Sowjetzeit arbeitete Satanowski in einem Stahlwerk. Sich selbst bezeichnet der verheiratete Vater zweier Kinder in Interviews als russischen Juden. © dpa

        http://www.gmx.net/magazine/politik/nahost-experte-russland-usa-fuehren-syrien-verschiedene-kriege-30978974

      • Oh, auf einmal hat Rußland modernste Kampfpanzer(war das nicht erst neulich noch „lackierter Schrott“?). Aber im Ernst: es wäre geradezu sträflich Militärstützpunkte nicht gegen alle möglichen Angriffe(auch aus der Luft) zu schützen. Uns wurde beim Wehrdienst klar gemacht, daß auf einen kämpfenden Soldaten viele kommen die für die Versorgung der Kämpfer zuständig sind(Nachschub, Verpflegung, medizinische Versorgung, Pioniere usw.). Die Flugplätze von denen die Amerikaner, Franzosen und Türken (wieviele Verletzungen syrischen Luftraumes durch türkische Angriffe, die nicht dem IS sondern den Kurden galten, hat es wohl gegeben)nach Syrien aus starten sind wohl auch nicht „unbemannt“.
        Die russische Vorgehensweise kann zum Erfolg führen, weil:
        1. die Angriffe mit den Syrern gut koordiniert werden und zwar offensichtlich gleichberechtigt und respektvoll(nicht wie bei den USA, die prinzipiell die Führerschaft(US-geführte Koalition und ähnlicher Quatsch) beanspruchen)
        2. Rußland auch die anderen Gegner der syrischen Armee bekämpft(wie soll sie sonst den IS bekämpfen, wenn die ihr in den Rücken fallen)
        3.versucht wird, die erfolgreichen Luftangriffe durch Bodenoffensiven der syrischen Armee zu nutzen(nur die Zerstörung von Bodenzielen bringt nicht viel, wie die Amerikaner schon oft bewiesen haben)und genau dazu braucht sie Rückendeckung gegen die anderen Rebellen
        Die syrische Regierung sollte sich langsam dazu durchringen, sich die Aktionen der NATO-Mitglieder in ihrem Hoheitsgebiet zu verbitten, auch wenn sie das nicht davon abhalten wird, aber die Völkerrechtswidrigkeit wäre dann offensichtlich.

        • Meine Einschätzung, daß der Gebrauch der Langstrecken-Raketen vom Kaspischen Meer aus auch aus dem Motiv heraus geschah, die militärische Stärke zu demonstrieren, scheint zutreffend zu sein:

          These are the cruise missiles Russia just sent into Syria

          By Thomas Gibbons-Neff October 7 at 11:29 AM
          […]
          The Kalibr cruise missile is a relatively new addition to Russia’s arsenal, and according to IHS Jane’s analyst Jeremy Binnie, Wednesday’s launch was the first time the missile’s 900-plus-mile range had been made public.
          […]
          While cruise missiles are traditionally used at the beginning of bombing campaigns to hit multiple high-value targets simultaneously while avoiding radar detection and maintaining the element of surprise, Russia’s strikes did none of those things. Instead, Binnie believes, everything that was targeted by the Russian cruise missiles could have easily been hit by other Russian assets within Syria (more than 50 aircraft) or possibly by Russian ships in the Mediterranean Sea.
          “I think if you look at what cruise missiles are traditionally used for . . . this isn’t one of those scenarios,” Binnie said. “Russia has been striking the [Islamic State] for more than a week, and the U.S. has been for more than a year.”
          Binnie went on to say that the cruise missile strikes were probably a show of Russian military force and technology, noting that the ships that fired the missiles — mostly small missile corvettes — were intended to demonstrate that even the small ships in the Russian navy are stronger than they look.
          […]

          https://www.washingtonpost.com/news/checkpoint/wp/2015/10/07/these-are-the-cruise-missiles-russia-just-sent-into-syria/

          Sie scheinen auch erfolgreich gewesen zu sein (wenngleich militärischen Erfolgsmeldungen jeglicher Seite mit Zurückhaltung zu begegnen ist – insbesondere die lange Liste der Erfolge der syrischen Armee im nachfolgenden Artikel – nicht gepostet – klingt mir zu optimistisch):

          Russian and Syrian airstrikes continue, more casualties and losses among terrorist organizations’ ranks

          7 October، 2015

          Provinces, SANA – The army operations going on in various areas and provinces are resulting in more deaths within the terrorist organization’s ranks, with the army units striking hard on terrorists’ positions, destroying also their heavy armaments and equipment, as Russia ramped up the military campaign against ISIS positions in the country.

          A military source confirmed that ISIS had suffered heavy losses in missile strikes launched by Russia’s naval fleet in the Caspian Sea against 11 of its positions in Syria.
          The Russian navy fired a total of 26 Caliber missiles against 11 positions for ISIS in al-Raqqa, Aleppo and Idleb provinces.

          According to the source, the raids resulted in the destruction of a workshop for making explosive devices, command centers, arms and ammunition depots, fuel storehouses and training centers.

          The source said the Russian Air Force, in cooperation with the Syrian Air Force, conducted strikes against ISIS targets in Deir Hafer and al-Bab in the countryside of the northern Aleppo province, leaving many terrorists dead.
          […]

          http://sana.sy/en/?p=56991

          Ihre, Rebhahns, Einschätzung des weiteren Vorgehens, wird durch diese Erklärung des syrischen Generalstabschefs bestätigt:

          Update 1- Gen. Ayoub: Syrian Armed Forces start a wide-scale attack for eliminating terrorism

          8 October، 2015

          Lattakia, SANA- Chief of the General Staff of the Army and Armed Forces, Gen. Ali Abdullah Ayoub said..

          Following the Russian airstrikes against the Islamic State in Iraq and Syria (ISIS) and other terrorist organizations, which have reduced the fighting capacity of the terrorists, the Syrian armed forces has kept the reins of military initiative through forming human forces equipped with arms and equipment, mainly the ‘4th Corps Storming’.

          Gen. Ayoub added in a statement on Thursday.. “Today the Syrian armed forces started a wide- scale attack aiming at uprooting terrorists’ gatherings and liberating the areas and towns which have been suffering of the woes and crimes of terrorism”.
          […]

          http://sana.sy/en/?p=57096

          Was die Verantwortung der USA zum Entstehen des Terrorismus in Syrien angeht, gibt es weitere Aussagen von kompetenter Seite – hatten wir die schon?

          Top General Admitting That Obama Knowingly Armed ISIS! How Is This Not Blatant Treason?
          […]

          Former director of the Defense Intelligence Agency Michael Flynn told al Jazeera that Obama knew he was helping ISIS to grow but decided to do it anyway. Flynn spoke of the decision to arm opposition to Syria’s Bashar al-Assad that the administration decided to continue despite warnings that those weapons would fall into the hands of radicals.

          HASAN: You are basically saying that even in government at the time you knew these groups were around, you saw this analysis, and you were arguing against it, but who wasn’t listening?

          FLYNN: I think the administration.

          HASAN: So the administration turned a blind eye to your analysis?

          FLYNN: I don’t know that they turned a blind eye, I think it was a decision. I think it was a willful decision.

          HASAN: A willful decision to support an insurgency that had Salafists, Al Qaeda and the Muslim Brotherhood?

          FLYNN: It was a willful decision to do what they’re doing.

          So, according to Gen. Flynn, Obama knew that he was arming ISIS.
          Incredible. How is this not treason?
          Full video interview (10:47 is where ISIS exchange takes place).

          http://linkis.com/800whistleblower.com/xny3e

        • Ja, den link zum Vido mit Flynn Interview hatte ich neulich ebenfalls gepostet von einer Al Jazeera Seite.

        • Ergänzend zu den erstmals abgefeuerten missiles, neben der Demonstration von Stärke (und Abschreckung), wie ja auch ich sagte, vermute ich, es diente wohl auch einem „field test“, da evtl noch nie zuvor im live Einsatz getestet.
          Das kennt man ja z B von Israel(Gaza), deren Wirtschaft bis zu 60% vom Waffenexport abhängig ist (einschl. Produktionsarbeitsplätze) und „field tested“ High tech Produkte haben entsprechenden Marktwert.

    • :-)))) Mischa Strogow ‏@MischaStrogow 14 Std.vor 14 Stunden

      @yurybarmin Sick but German media will love You for that.
      0 Retweets 0 Favoriten
      —–
      also damit liegt er recht dicht an der Wahrheit 🙂 , wohl SPON Leser 😉

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