Ukraine: Informationskrieg um MH17 (5)

AA Titel 33Quelle: http://tass.ru/boeing-presentation/kurs-rakety/2023470

Fortsetzung von:

https://gabrielewolff.wordpress.com/2014/09/28/ukraine-informationskrieg-um-mh-17-1/

https://gabrielewolff.wordpress.com/2014/10/23/ukraine-informationskrieg-um-mh-17-2/

https://gabrielewolff.wordpress.com/2015/01/19/ukraine-informationskrieg-um-mh-17-3/

https://gabrielewolff.wordpress.com/2015/05/24/ukraine-informationskrieg-um-mh-17-4/

Wie nicht anders zu erwarten war, erfuhr der Informationskrieg um den Abschuß der MH17 rund um seinen Jahrestag einen Höhepunkt, der zugleich einen Tiefpunkt der westlichen Presse kennzeichnete. Von russischen Medien erwartet der entsprechend & vielfach gewarnte Westler ja nichts anderes; aber mittlerweile hat er gelernt, daß westliche Medien in ideologisch aufgeheizten Zeiten – und wann hätte es die jemals nicht gegeben? ­­– nicht anders funktionieren als der „Feind“. Als nichts weniger haben Amerikaner und Europäer die russische Föderation nämlich zu betrachten, geht es nach dem Willen der Politik und der ihnen kritiklos folgenden Medien.

Eine entscheidende Duftmarke im Vorfeld setzte CNN, ein Sender, der der jeweiligen US-Regierung gern zu Diensten ist; ein Sender, der den Irak-Krieg bejubelte und sich willig vom Militär einbetten und beraten ließ.

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/gekaufte-meinung-pentagon-beschaeftigt-pr-armee-fuer-us-tv-a-548519.html

Das Dutch Safety Board hatte am 2.6.2015 seinen nach einem Jahr erforderlichen weiteren Zwischenbericht der Flugunfalluntersuchung abgeschlossen und ihn den an der Ermittlung beteiligten Staaten übersandt, die nun 60 Tage Zeit haben, ihre Anmerkungen zu diesem Entwurf zu fertigen. Diese Kommentare werden in einen konsensualen Schlußbericht einfließen. Er soll in der ersten Hälfte des Oktober 2015 veröffentlicht werden, nach Einarbeitung der bis zum 2.8.2015 eingehenden Kommentare und Anmerkungen der an der Untersuchung beteiligten Behörden. Die ICAO (International Civil Aviation Organization) wurde vom DSB hierüber am 1.7.2015 informiert:

http://www.onderzoeksraad.nl/en/onderzoek/2049/investigation-crash-mh17-17-july-2014/inzage/1643/progress-of-the-mh17-investigation#fasen

Einen Tag nach dieser Veröffentlichung meldete sich die beteiligte russische Luftfahrt-Behörde zu Wort:

Russian air transport authorities unsatisfied with report on Boeing MH17 crash in Ukraine

July 02, 16:57 UTC+3 […] MOSCOW, July 2. /TASS/.

The Russian Federal Air Transport Agency has a number of questions to the draft report on the cause of the Malaysian passenger aircraft crash over Ukraine last year, Oleg Storchevoy a deputy head of the agency, said on Thursday. „We have read the draft of the final report of the investigation into the crash of the Malaysian Boeing’s MH17 flight,“ Storchevoy said. „After studying it I can only say that there are more questions than answers.“ […]

„Our specialists have a range of weighty remarks regarding the document, stated arguments and simply technical data,“ Storchevoy said. „We hope that our addenda and commentaries will be reflected in the final report, and our emerged questions will be answered as well.“

He also said that the Russian side was given only 30 days to provide its comments on the draft report, instead of 60 days as it was envisaged by ICAO regulations.

[…]

http://tass.ru/en/world/805529

Zu dem Vorwurf, die nach ICAO-Regeln übliche 60-Tage-Erwiderungsfrist gegenüber Rußland auf 30 Tage verkürzt zu haben, hat sich das Dutch Safety Board nicht geäußert. Aus den wenig spezifischen Vorwürfen der russischen Seite ließ sich ableiten, daß der neue Bericht so wenig aufschlußreich sein könnte wie der erste – und daß eventuell die russischen Primärdaten des Radars in Rostow-am-Don immer noch nicht ausgewertet worden sein könnten. Diese Unterlassung erstaunte ja schon beim ersten Zwischenbericht des DSB von September 2014. Zeigten sie doch die nach dem Transponderausfall vorhandenen weiteren Absturzdaten der MH17 – und man hätte in die Ausdeutung der weiteren dort vorhandenen Signale einsteigen müssen: Kampfflugzeug oder Trümmerteile? Das war wohl ein no-go.

In diesen Interpretationsspielraum stieß CNN am 15.7.2015 mit der wuchtigen Schlagzeile:

First on CNN: Sources say MH17 report blames Russian missile for shooting down plane

By Rene Marsh, CNN Aviation and Governmental Regulation Correspondent Updated 1409 GMT (2109 HKT) July 15, 2015

http://edition.cnn.com/2015/07/15/politics/mh17-pro-russian-missile-crash-ukraine/index.html

Und was erfahren wir im Artikel über diese Quellen und über etwaige Überprüfungshandlungen durch CNN? Nichts. Rein gar nichts.

The draft investigative report is several hundred pages long. According to one source close to the investigation the draft report included the exact type of missile used to bring down MH17 and the trajectory of the missile. Another source with knowledge of the report’s details says it gives a minute by minute timeline of flight MH17. This source also says not only does the draft report pinpoint where the missile was fired from it identifies who was in control of the territory and pins the downing of MH17 on the pro-Russian rebels. According to both sources, the report also pins some blame on Malaysia Airlines for how its planes were dispatched that day.

[…]

CNN has requested comment from the NTSB, FAA, Boeing and the Dutch Safety Board. CNN has also attempted to reach representatives for Malaysia Airlines.

In an email an FAA spokeswoman said the agency could not comment.

The Dutch safety board told CNN „we will not comment on the confidential draft final report“ and the NTSB said in an email „The NTSB does not comment on an investigation that the Board is not the lead investigative agency.“

http://edition.cnn.com/2015/07/15/politics/mh17-pro-russian-missile-crash-ukraine/index.html

Nicht einmal eine Plausibilitätsüberprüfung der Quellenangaben hat stattgefunden. Mit dieser Meldung ist CNN auf seinen US-regierungsfreundlichen Stand vom 18.7.2014 zurückgefallen:

Obama sagte in seiner Rede, die Rakete auf Flug MH17 sei aus einem von Separatisten kontrollierten Gebiet abgefeuert worden. Noch deutlicher äußerten sich die US-Geheimdienste in einem vorläufigen Bericht, aus dem der Fernsehsender CNN zitierte. Demnach sei die Boeing 777 höchstwahrscheinlich von pro-russischen Separatisten abgeschossen worden.

http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/3840516/Obama-erhebt-schwere-Vorwurfe-gegen-Russland

Nach der Pressekonferenz des russischen Verteidigungsministeriums vom 21.7.2014 sind allerdings sowohl Obama als auch die US-Geheimdienste von diesen anfänglichen Behauptungen zurückgerudert und haben am 22.7.2014 erklärt, sie verfügten über keine entsprechenden Belege. So berichteten es nach dem entsprechenden Geheimdienst-Briefing die LA Times:

http://www.latimes.com/world/europe/la-fg-ukraine-intelligence-us-20140722-story.html

AP:

http://www.pbs.org/newshour/rundown/us-evidence-direct-russian-link-plane/

und die Washington Post:

http://www.washingtonpost.com/world/national-security/us-discloses-intelligence-on-downing-of-malaysian-jet/2014/07/22/b178fe58-11e1-11e4-98ee-daea85133bc9_story.html?tid=pm_pop

Daß sich das DSB bis zum 2.6.2015 mit Raketenanflügen, die erst durch die Almaz Antey-Pressekonferenz vom 2.6.2015 interessant wurden, oder gar mit den diffizilen Kriegssituationen südlich der N 21 zwischen Donezk und Snischne (und östlich davon bis zur Grenze) befaßt haben sollte, kann glatt ins Reich der Phantasie verwiesen werden. Und da die strafrechtlichen Ermittler nicht einmal am 30.6.2015, also nach Abschluß des DSB-Berichts am 2.6.2015, wußten, welcher Waffe die Metallsplitter in den Leichen zuzuordnen seien, kann man den CNN-Quellen nicht trauen:

Still in progress is the study of metal particles found in mortal remains. Therefore be consulted specialists at home and abroad, and that takes time, says the officer.

http://www.volkskrant.nl/dossier-rampvlucht-mh17/onderzoek-mh17-dichterbij-wettig-en-overtuigend-bewijs~a4091529/

[per holperiger Google-Übersetzung aus dem Niederländischen]

So die unverdächtige Volkskrant, die bereits auf Bellingcats Spuren wandelte und keinen Zweifel daran läßt, daß sie, im Konsens mit dem niederländischen medialen Mainstream und der niederländischen Politik, Rußland für den Schuldigen hält.

Malaysia Airlines trage wegen der Flugplanung eine Mitschuld? Das ist ja wohl lachhaft.

Malaysia Airlines war nun gewiß nicht die einzige Fluggesellschaft, die weiterhin über das Kriegsgebiet flog. Surprise surprise: nicht nur die Lufthansa überflog es häufiger als sie in den letzten sieben Tagen vor dem Abschuß – diejenige Fluggesellschaft, die den von der Ukraine nicht geschlossenen Korridor am meisten benutzte, war ausgerechnet die russische Aeroflot. Schon komisch, wenn Rußland den Separatisten eine Buk bereits am 14.7.2014 geliefert haben soll. Hätte dann die Aeroflot nicht von Überflügen des Kriegsgebiets absehen müssen? Nach alldem, was man uns über das autoritäre bis diktatorische Regime von Putin erzählt, muß doch die Lieferung einer Buk durch das Militär (selbst erst am 17.7.2014) dem zivilen Bereich der Luftkontrolle mitgeteilt worden sein. Danach sieht es allerdings nicht aus: Überflüge KriegsgebietQuelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/malaysia-airlines-mh17-karte-grafiken-route-flugroute-a-981784.html

Und wieso sollte sich eine Flugunfalluntersuchung mit dem Ziel der künftigen Unfallvermeidung überhaupt so detailliert mit dem „Schuldigen“ befassen, auf den es für ihre Ziele und Zwecke nicht ankommt? Diese Fragen halten die ZEIT am Jahrestag freilich nicht davon ab, ihrer anti-Rußland-Linie treu zu bleiben und CNN (oder gar Bellingcat) als „Beweis“ zu zitieren:

Kohleschürfen auf dem Leichenfeld

Die Trümmer und Toten lagen über Kilometer verstreut, nachdem der Flug MH17 über der Ostukraine abgeschossen wurde. Ein Jahr später herrscht dort zynische Betriebsamkeit.

von Amie Ferris-Rotman, Rossypne

  1. Juli 2015  12:54 Uhr

[…]

Die Maschine wurde, nach allem was man heute weiß, von einer Buk-Rakete russischen Fabrikats abgeschossen. Die Ukraine und der Westen beschuldigen – auf der Grundlage erdrückender Indizien – die von Russland unterstützten Separatisten der selbst ernannten Volksrepubliken in der Ostukraine der Tat. Russland dagegen macht weiterhin die Ukraine für die Katastrophe verantwortlich und leugnet, die Rebellen mit der Flugabwehrrakete ausgerüstet zu haben. Die Propaganda des Kremls tut ein Übriges, um Zweifel zu streuen.

[…]

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-07/mh17-abschuss-ukraine-russland-kohle-separatisten

Der Link zu dem, „was man heute weiß“, führt zu dem CNN-Artikel. Der klassische Hinweis auf das „russische Fabrikat“ der Buk, das auch in der Ukraine in Gebrauch ist, darf nicht fehlen. Der Artikel selbst belegt keine „zynische Betriebsamkeit“, sondern private Kohleschürfungen durch die verarmte Bevölkerung.

Alice Bota darf im üblichen ZEIT-Chor mitsingen:

Keiner will es gewesen sein

Beim Abschuss von Flug MH17 in der Ostukraine starben vor einem Jahr 298 Menschen. Noch immer sind viele Fragen offen. Eine könnte Wladimir Putin aber leicht beantworten.

von Alice Bota

Aktualisiert 17. Juli 2015  07:46 Uhr

[…]

Doch es breiteten sich die anderen Eindrücke aus: Die Koffer der Opfer waren zum Teil geplündert und die Kreditkarten gestohlen worden; Whisky-Flaschen aus dem Duty-Free-Shop waren geleert, die, welch Absurdität, den Fall aus Tausenden Metern Höhe überstanden hatten. Der bärtige Separatist, der später Weltruhm erlangte, als er ein Kuscheltier hochhielt, fuchtelte stockbetrunken mit seiner Maschinenpistole vor uns herum. Und die OSZE-Beobachter wurden zunächst nicht zur Unfallstelle durchgelassen und wenn doch, dann nicht für lange und nur eskortiert von Bewaffneten.

[…]

Es bleibt unbestritten, dass schon von Beginn an viele Indizien nahelegten, die Verantwortung für den Abschuss bei den Separatisten zu suchen. Russlands Behauptung, es habe nie Buk-Raketen an die Separatisten geliefert, wurde durch einen Report des Bloggers Eliot Higgins widerlegt. Laut CNN soll im Abschlussbericht einiges darauf hinweisen, dass eine russische Buk aus dem Separatistengebiet abgeschossen worden sei. Doch Indizien sind noch keine Beweise, und der Abschlussbericht wird erst im Oktober veröffentlicht. Gerade wir Journalisten dürfen Vermutungen nicht als Gewissheiten etikettieren, Indizien nicht zu Beweisen machen, so plausibel sie auch sind.

[…]

http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-07/mh17-abschuss-ukraine-ermittlungen

Bota zitiert sogar noch die Westpropaganda über die angeblich plündernden Rebellen. Dabei ist die längst widerlegt, was auch zur ZEIT durchgedrungen sein müßte:

Krieg der Bilder – und der Blick dahinter

Zwei Bilder russischer Rebellen: Der eine hält ein Plüschtier in die Luft, der andere stiehlt den Ring eines Opfers. Für viele westliche Medien ist klar: Beide handeln skrupellos. Aber stimmt das auch?

Von Simon Widmer 30.07.2014

[…]

http://www.tagesanzeiger.ch/kultur/diverses/Krieg-der-Bilder–und-der-Blick-dahinter/story/24923539

Auch der angebliche Diebstahl von Kreditkarten ist längst als Westpropaganda widerlegt:

http://www.bloombergview.com/articles/2014-07-21/flight-mh17-victims-bodies-were-looted-or-maybe-not

Die journalistischen Standards zu zitieren, sich aber nicht an sie zu halten, reicht nicht. Der Link zur Bellingcat-Seite führt zu keinem konkreten Bericht. Es gibt auch keinen Bericht von Bellingcat, der irgendetwas beweisen oder widerlegen könnte.

Daß diese Website von Eliot Higgins überhaupt noch zitiert wird, erstaunt ohnehin. Wurde der Transatlantic Council-Mitarbeiter und Blogger Higgins doch bei seinem Vorgehen vom 31.5.2015, das russische Verteidigungsministerium in Nachfolge des SBU, der das am 30.7.2014 schon vergeblich versucht hatte, des Photoshoppens von Satelliten-Bildern (Wolken rein, Buk raus) zu überführen, nun selber der Kaffeesatzleserei überführt:

http://www.spiegel.de/politik/ausland/mh17-satellitenbilder-bellingcat-betreibt-kaffeesatzleserei-a-1036874.html

Aber die ZEIT hat ja noch am 2.7.2015 durch Carsten Luther empathisch versucht, Higgins zu retten:

ZEIT ONLINE: Sie und ihre Mitstreiter des Bellingcat-Recherchenetzwerks haben viel geleistet, um russische Propaganda und Falschinformationen zu entlarven. Wie gut lügt der Kreml?

http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-07/mh17-bellingcat-eliot-higgins-russland-propaganda/komplettansicht

Ich denke nicht, daß bei der ZEIT noch einmal Vernunft einkehren wird.

Eine australische Agentur namens „News Corp Australia Network“ wollte zum Jahrestag just jene Westpropaganda von plündernden Separatisten aufwärmen und verkaufte ihr Supermaterial an interessierte Westmedien. Man muß konstatieren: der Schuß ging nach hinten los.

Never-before-seen footage reveals Russian-backed rebels arriving at the wreckage of MH17

CHARLES MIRANDA in Amsterdam

News Corp AustraliaNetwork July 17, 201511:51AM

EXCLUSIVE RUSSIAN-backed rebels in Ukraine’s east believed they had shot down a Ukraine Airforce fighter jet as disturbing new footage shows them ransacking the luggage of passengers and crew from Malaysian Airlines Flight MH17.

[…]

But, after a 12-month pursuit, News Corp Australia has obtained new footage shot by the rebels themselves on a camcorder as they captured what they initially believed to be a Ukrainian air force fighter jet they had just shot down using a ground-to-air missile system.

[…]

But an investigation by News Corp can reveal a unit from Donetsk was dispatched shortly after 3pm local time, two hours after contact by civilian air traffic control was lost at 1.20pm, to hunt Ukrainian pilots who reportedly parachuted after their aircraft was shot down. An armed unit followed a smoke plume from the wreckage to arrive at the site and begin the hunt for the pilots with militia reporting locals as having seen one “crawling” from the scene after parachuting to safety. But to their confusion, arriving at the scene they find more blazing wreckage and debris than expected before a mobile telephone call is received telling them two aircraft were downed.

The 17-minute long footage smuggled out from the rebels’ own Donetsk base, clearly identifies the militia by face and in one instance his self proclaimed Donetsk People’s Republic ID, as they disturbingly work around the dismembered bodies of the passengers and crew to rummage through their belongings to find things of value. […]

The confusion by militia on the day was compounded by the fact MH17 was carrying spare aircraft parts, including struts and rotors for helicopters, leading them to believe more than one aircraft was among that debris. Originally published as The shocking aftermath of MH17

http://www.dailytelegraph.com.au/news/never-before-seen-footage-reveals-russian-backed-rebels-arriving-at-the-wreckage-of-mh17/story-fniztvnh-1227444676268

Alles an diesem zusammenfassenden Bericht ist falsch. Das angeblich aus Donezk herausgeschmuggelte und exklusiv veröffentlichte Material wurde zum Teil bereits am 20.7.2014 durch die BBC veröffentlicht.

Malaysia Airlines crash: Dead moved from MH17 site 20 July 2014

Last updated at 20:06 BST

The remains of up to 196 people from the MH17 crash in Ukraine have been loaded on to refrigerated rail wagons, to be taken to an unknown destination. All 298 people on the Malaysia Airlines flight died when a missile reportedly hit it on Thursday.

Pro-Russian separatists, suspected of shooting it down, say they had recovered the plane’s flight recorders and were prepared to hand them to international investigators.

Daniel Sandford reports from the scene.

http://web.archive.org/web/20140721064936/http://www.bbc.com/news/world-europe-28389780

In dem dort veröffentlichten Video wird klar gesagt, daß die dort bereits am 20.7.2014 gezeigten identischen Aufnahmen der Milizen vom Absturzort der BBC übergeben wurden, offenbar, so vermutet Sandford zurecht, um deren Unschuld an dem Abschuß zu beweisen. Zudem wendet sich der das Video übergebende Kommandeur gegen die West-Propaganda, wonach Rebellen am Absturzort geplündert hätten. Und Sandford schließt mit den Worten, daß dieses Video nicht belege, daß Rebellen die MH17 abgeschossen hätten. Jedenfalls dieses Suchteam nicht.

Ja, schade: am 15.7.2015 war dieses Video noch zu sehen – jetzt ist es gegen ein anderes ausgetauscht worden.

http://www.bbc.com/news/world-europe-28389780

Die BBC ist auch nicht mehr, was sie mal war. Aber dieser Vertuschungsversuch belegt nur einmal mehr, in welchem politischen Mainstream angeblich seriöse westliche Medien agieren – oder sollte man agitieren sagen?

Tatsächlich beweist das Transskript der Äußerungen, daß die Rebellen unter der falschen Prämisse, dort sei eine SU-25 abgeschossen worden, den Absturzort aufsuchten. Entsprechend uninformiert waren zuvor Aktivisten auf der „Strelkov“-VK-Seite davon ausgegangen, daß dort eine AN-26 abgeschossen worden sei. Das alles waren naheliegende Vermutungen, nachdem ein Flugzeugabsturz bekannt geworden war.

Das Entsetzen und die Erklärungsversuche dafür, was an dieser Absturzstelle tatsächlich vorgefunden wurde, spricht Bände. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wurde bei Petropavlivka gesucht. In keiner Weise ging es um Plünderung, sondern um Aufklärung dessen, was man dort sah und nicht begriff. Die Interpretation der Wirklichkeit lautete, daß eine SU-25 einen zivile Maschine abgeschossen habe, wobei die SU-25 danach von eigenen Kräften abgeschossen worden sein mußte. Schließlich ging es bei der Suche hauptsächlich um die Gefangennahme angeblich abgesprungener Kampfpiloten.

Hier das Transskript der Äußerungen, die in diesem Video zu hören sind. Die dazwischengeschaltenen Wertungen der australischen Agentur, die von der Vermarktung dieses Videos zum Jahrestag gewiß profitiert hat, kann man getrost ignorieren:

http://www.news.com.au/national/full-transcript-russian-backed-rebels-ransack-the-wreckage-of-mh17-in-shocking-17-minute-video/story-e6frfkp9-1227444629703

Deutsches Transskript:

http://vineyardsaker.de/ukraine/die-zweite-17-17-minuten-mh017-video/

Wenn der menschliche Verstand nicht fassen kann, was er entgegen den Erwartungen vorfindet, dann irrt er ab in Nebensächlichkeiten. So auch hier:

Kommandeur: Sogar ein [Kraftausdruck] Papagei flog Kommandeur: Da sind überall Vögel; hier ist einer, dort ist noch einer. Woher? Dort ist noch ein Vogel!

Dieser Suchtrupp, der der BBC die Aufnahmen übergab, hatte tatsächlich keine Ahnung davon, was dort passiert war. Möglicherweise hat die BBC diese Aufnahmen an News Corp Australia Network weitergegeben und später erkannt, wie schädlich ihr eigenes Material vom 20.7.2014 für den Exklusiv-Knüller der australischen Kollegen war. Aber daran hat die Löschung des Videos nichts geändert. Denn es ist auf Youtube weiterhin vorhanden, wo es zeitgleich am 20.7.2014 hochgeladen worden war:

https://www.youtube.com/watch?v=pJ_U4iA2djI

Wie nicht anders zu erwarten war: am 27.7.2015 ist auch dieses Video gelöscht worden: BBC 20.7.2014 gelöschtZuvor hatte ich screenshots gemacht. Hier beginnt die Einblendung des Videos der Milizen: BBC 20.7.2014 1Hier erklärt der Kommandeur „Zhuk“, daß keineswegs nach wertvollen Gegenständen, sondern nach Dokumenten zur Aufklärung des Vorfalls gesucht worden sei: BBC 20.7.2014 2Da nicht auszuschließen ist, daß auch ich wegen Urheberrechtsverletzungen angegangen werde, wenn ich das heruntergeladene Video hier wieder hochlade, lasse ich es lieber.

Es ist schon erstaunlich, wie rasch YouTube politisch verfängliche Videos verschwinden läßt:

http://theunwashedbrain.blogspot.de/2014/08/kievs-war-on-video.html

Vielleicht hat die BBC ihr Video, in dem Szenen aus dem Separatistenvideo gezeigt wurden, wegen des nachfolgenden Artikels gelöscht und durch ein anderes ersetzt:

Journalist says news agency’s ‘exclusive’ MH17 footage aired a year ago on BBC, asks for apology

National Post Wire Services and National Post Staff Friday, Jul. 17, 2015

[…]

Turns out the „exclusive“ Australian News Corp footage in aftermath of #MH17 being shot down is not new at all. BBC broadcast it a year ago. — Jon Donnison (@jondonnisonbbc) July 17, 2015

The Australia correspondent for the BBC is challenging the Sydney Daily Telegraph and the Australian newspapers after they published what they said was “never-before-seen footage” of the hours after a Malaysian airliner was shot down with 298 people, killing all aboard. […]

Jon Donnison, BBC’s Australia correspondent, tweeted that he was “looking forward to an apology” from the two papers “over their #MH17 video ‘world exclusive’ that was broadcast a year ago on BBC.”

Looking forward to apology from @dailytelegraph & @australian over their #MH17 video „world exclusive“ that was broadcast a year ago on BBC. — Jon Donnison (@jondonnisonbbc) July 17, 2015

BBC 20.7.2014 3http://www.nationalpost.com/m/wp/blog.html?b=news.nationalpost.com//news/world/journalist-says-news-agencys-exclusive-mh17-footage-aired-a-year-ago-on-bbc-asks-for-apology

In gleicher Weise ging auch ein entsprechender Artikel des Telegraph, Lieblingszeitschrift der Tories, nach hinten los.

Erinnert man sich noch an dessen Ukraine-Berichterstatter Roland Oliphant, der mit seiner (und des Guardian-Kollegen Shaun Walkers) Sichtung einer fiktiven russischen Invasion am 15.8.2014 für Aufregung gesorgt hatte? Immerhin führte sein unbelegter Alarmismus zu einer Sondersendung der ARD mit einer klassischen Golineh Atai, die quasi als Pressesprecherin von Poroschenko diesem Gerücht den Anschein von Realität verlieh: Poroschenko hatte die journalistische Vorlage nämlich dankbar ergriffen und behauptet, daß die russische Militärkolonne bereits vernichtet worden sei, und zwar rückstandsfrei und beleglos.

Das Ganze kann man in meinem Artikel vom 17.8.2014 nachlesen:

https://gabrielewolff.wordpress.com/2014/08/17/ukraine-quo-vadis-ii/

Wie es sich überhaupt lohnt, ältere Artikel nachzulesen: schon damals, im August 2014, drohte der Rechte Sektor mit einem Marsch gen Kiew und stellte Ultimaten, um seine Ziele, seinerzeit die Freilassung von 35 nach einem Überfall auf ein Restaurant festgenommenen Mitgliedern, zu erreichen. Mit Erfolg übrigens. Heute ist dieser bewaffnete Staat im Staate viel gefährlicher als damals: sein Anführer Dmitri Jarosch ist Abgeordneter und dient als Berater des Generalstabs, was eine nicht vorhandene Einbindung seiner Truppen in die militärische Führung symbolisieren soll. Der Telegraph titelt also:

One year on, MH17 evidence against separatists appears overwhelming

A growing body of evidence suggests Russian-backed separatists shot down Malaysian Airlines flight MH17 after mistaking it for a Ukrainian military plane

By Roland Oliphant 8:04AM BST 17 Jul 2015

[…]

http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/europe/russia/11732678/One-year-on-MH17-evidence-against-separatists-appears-overwhelming.html

In diesem Artikel malt er die SBU-Bellingcat-socialmedia-“Beweise” nach. Aber zu Beginn zeigt Oliphant ein Video einer Augenzeugin vom Absturzort, die wiederum Hinweise auf die Anwesenheit von Kampfjets am Absturzort liefert, wie sie dem Suchauftrag der Milizen zugrundelag. Telegraph 1Telegraph 2Telegraph 3Marcel van den Berg hat am 23.10.2014 eine später aktualisierte Zusammenstellung der Sichtungen von ukrainischen Kampfflugzeugen am 17.7.2014 gepostet, die hier noch ergänzt werden kann:

http://www.whathappenedtoflightmh17.com/overview-of-eyewitness-reporting-seeing-military-aircraft/

Zum Beispiel um die aktuelle, sehr bewegende, Dokumentation von RT zum Abschuß von MH17, in der ebenfalls Zeugen zu Wort kommen, die am 17.7.2014 ukrainische Kampfjets gesehen haben:

MH17 documentary ‚No one deserves to die that way‘ Russia Insider Veröffentlicht am 21.07.2015 Russia Insider – Russian News Without the Anti-Russian Bias http://russia-insider.com Link to the RI article: http://russia-insider.com/en/politics… RT documentary MH17: ‚No one deserves to die that way‘

https://www.youtube.com/watch?v=YxQ8WZySFJI

Pawel Kanygin von Nowaja Gaseta unterdrückte „unpassende“ Zeugenaussagen in seinem Bericht vom 6.6.2015 nicht, was ihn vermutlich von westlichen Korrespondenten unterscheidet; hier Aussagen von Einwohnern aus Pervomaiskyi, südlich von Snischne, wo nach Angaben des SBU und „Recherchen“ von Bellingcat die „russische Buk“ MH17 abgeschossen haben soll:

‘There Was No Buk in Our Field’

By Pavel Kanygin Originally published by Novaya Gazeta on June 6, 2015 Translated by Catherine A. Fitzpatrick June 10, 2015

[…]

Natalya, a woman from the town of Pervomaika [Pervomaiskoye] who gave her first name only, recounted what she recalled:

Natalya: We were watching for the planes [of the Ukrainian Army]. We heard a loud boom. Very loud. Then literally soon after we learned that it was the plane [MH17]. But the problem was that they [the Ukrainian Army] had flown over us… Sushki [the nickname for SUs–The Interpreter] flew that day. They released some “shots.”

Kanygin: How high did they fly?

Natalya: Not every high. We saw them, we heard them. Kanygin: They say that that a rocket was launched from here which hit the Boeing.

Natalya: I don’t know. I heard a boom, and that’s all, I don’t know anything more.

Kanygin: Where was the sound from?

Natalya: Somewhere nearby. But the boom was like something that had fallen or exploded. It was like that. But soon we learned [about the Boeing}.

Another woman named Marina who lives in Pervomaika [Pervomaiskoye] also recalled the plane:

Marina: Before that [the crash of the Boeing-PN), that day there were four people: Aunt Nina, Aunt Lyuba and my friend, Godmother Lyuda. We were sitting on the bench and talking. The drones were flying. Then we went our ways. And then Aunt Nina comes running out and starts calling us, and covered her face with her kerchief. And the missiles flew at us here, like fireworks, missiles, but they were white. There were a lot of them, they opened up, and then they hung in the sky, and she [Aunt Nina], thought that they were phosphorous bombs. Before that they scared us, that they had been in Makeyevka, that there would be burns later. [Aunt Nina] shouted – “phosphorous bombs!” And here Sergei came along [her husband, who served in the DNR–PK] and says “Aunt Nina, that can’t be, that’s the defense.”

Kanygin: Thermal [defense from an MRLS]?

Marina: Yes. And the sky was whitish, like fog.

Kanygin: Your neighbor told me that this plane which ejected thermal defense was then shot down.

Marina: Well, of course! It was shot down over Dmitrovskaya.

Kanygin: And that same day they downed the Boeing? Marina: Yes, yes. Here, Uncle Seryozha knows [Marina nods to an old man who had driven up to us on a moped.] On that day. My husband was serving in Dmitrovka, and over there, they downed [that Ukrainian assault plane]. And then we cranked up the generator and learned from the television that a passenger plane had been downed. Seryozha: There were four of them [flying then].

Kanygin: And one Ukrainian plane was destroyed? Seryozha: Yes, yes. Honestly, yes. That Uke plane was downed by our guys. The self defense, yes.”

Seryozha: Perhaps, they wouldn’t have downed it [the Boeing]. The thing is, they [UAF attack planes] hid under it, under the [Malaysian] plane. Recently they hid behind passenger planes, and then blew them up — and then went to shoot [down]. I was working in the field on the combine, I saw it all. Yes… Four things were flying. They shot down one of them, and three over there.

Kanygin: What did they shoot them down with? Seryozha: With an anti-aircraft weapon, I reckon. Our guys were already waiting for them. […]

http://www.interpretermag.com/there-was-no-buk-in-our-field/

[Link muß gesondert eingegeben werden, da eine Browserüberprüfung stattfindet] Karte Saurivka Stepanivka DmytrivkaGoogle Maps

Am alternativen Buk-Standort Saroschtschenske wurden ebenfalls keine Sichtungen einer Buk getroffen, und aus den knappen Antworten der unwilligen Einwohner läßt sich schließen, daß sich das strategisch unbedeutende Dorf unter keiner militärischen Kontrolle befand:

“We went there every day, and the day after, and there was nothing there,” said Natalya Viktorovna. “Neither the DNR or the nationalists were here in our village. Nobody was here in Zaroshchenskoye. We were by ourselves. And there was no Buk,” she said.

[…]

Kanygin: Was the DNR army here in your area?

Friend: Yes, there was a checkpoint.

Kanygin: Was the Ukrainian army here?

Friend: Well, they passed by, on that road.

http://www.interpretermag.com/there-was-no-buk-in-our-field/ Karte SaroschtschenskeGoogle Earth

Wie solche Aussagen konkret zu würdigen sind, steht auf einem anderen Blatt – in diesem Fall sogar in einem anderen, nämlich in der Frankfurter Rundschau, deren MH17-Artikel vom 17.7.2015 wohltuend aus dem Medien-Einerlei von einseitigen Vorwürfen und unbelegten Behauptungen herausstechen.

Auf die unterirdische BILD und deren Bellingcat-„Beweisführung“ will ich nur sehr verschämt hinweisen. Julian Röpcke beweist allerdings explizit, in welcher Sphäre das Phänomen Bellingcat anzusiedeln ist, nämlich in der seinen. Hatte BILD doch schon vor Bellingcat russische Satellitenbilder als Fakes entlarvt:

http://www.bild.de/politik/ausland/flug-mh-17/jahrestag-mh17-41793288.bild.html

Auch der Deutschlandfunk läßt sich nicht lumpen und haut in die emotionale Kerbe; überdies zeige Rußlands Ablehnung eines UN-Tribunals deutlich, daß Rußland etwas zu verbergen habe. Die Journalistin versteht nicht, daß Rußland zunächst auf einer UN-dominierten unabhängigen Ermittlung besteht, sowohl der Flugunfall-Ermittlung als auch der strafrechtlichen Ermittlung; der kleine NATO-Haufen, der aktuell unter Einschluß der beschuldigten Ukraine strafrechtlich herumermittelt, das JIT, kann nicht ernstgenommen werden.

Noch am 30.3.2015 sah sich das Joint Investigation Team durch das Mitglied Ukraine (deren „Ermittlungsinstanz“ ist der Geheimdienst SBU) gezwungen, das social media-Szenario des SBU per Zeugenaufruf auf seine Stichhaltigkeit zu überprüfen, die bislang, so der Umkehrschluß, nicht gegeben ist.

https://www.youtube.com/watch?v=olQNpTxSnTo&sns=

Auch unter dem allein bis September 2014 eingegangenen umfangreichen Material war offensichtlich nichts, was die Geheimdienst-Narration stützen und ihre groben Lücken füllen konnte:

MH17 investigators find metal shards in victims, may be from missile

September 12, 2014 […] ‘If we can establish this iron comes from such a missile, that is important of course,’ Westerbeke told news agency Reuters. ‘At this moment, we don’t know that, but that’s what we are investigating.’

Photographs

An appeal for photographic material has resulted in 20,000 photographs and 750 videos being uploaded to a special website. These are now being investigated to confirm their authenticity, he said. Some 350 million web pages are being trawled for evidence.

http://www.dutchnews.nl/news/archives/2014/09/mh17_investigators_find_metal/

Bellingcat ist auf diesen vom SBU gestreuten Spuren unterwegs und weit davon entfernt, ein harmloser open source-Nutzer zu sein. Er war und ist aktiv daran beteiligt, die Geheimdienst-Beweiskette aufrecht zu erhalten: nachdem die anonymen Erstposter der einzigen beiden „Beweisvideos“ eines Buk-Transports in Zuhres und einer freifahrenden womöglichen Buk, südlich aus Snischne herausfahrend, diese wieder gelöscht hatten, waren Bellingcat/Higgins binnen einer halben Stunde zur Stelle und luden die beiden gelöschten Videos wieder hoch. Hector Reban hat sich diesem Phänomen gewidmet:

The original link of the Zuhres vid was uploaded by an anonymous person who used the Youtube account only once, for uploading this video, and then deleted it. According to Marilyn Justice, writing in a reply on my ¨Over mij¨ page on this blog, the person who posted the Zuhres video had no ‘net presence’ before or after posting the video. So she started asking questions to Bellingcat´s Aric Toller [Toler]:

@mkj1951 @EliotHiggins @JSmithRus Won’t satisfy you, but here is the person who posted video: https://t.co/xFp0V0SJ7w — Aric Toler (@AricToler) December 30, 2014

MJ: [the original URL of the deleted vid; HR] … maybe u can explain where this came from (this is about the 15 sec video now removed)

AT: Was posted on Youtube and Twitter by “Андрей” on 7/17 with coordinates. That’s all we know.

MJ: My question – how was it found – zero identifiers by a person with no net presence before or after?

AT: I actually did find their Twitter account, but it was deleted. Probably created accounts just for video

MJ: That does not answer how it was found, sorry

AT: Won’t satisfy you, but here is the person who posted video: https://twitter.com/3Andryu/

So Aric Toller said he found a twitter account, but it is clear this twitter account found him or his boss Eliot Higgins, pointing them head on towards the Youtube vid for a quick download, exact coordinates for geolocation provided in the package too. But then again, because the genuine video has been deleted, it is impossible to say from which date this source originates.

Also from the vid showing a lone BUK on the road from Sniznhe to Pervomaiske on its way to its deadly encounter with MH17 oozes an equally funny smell, as Michael Kobs shows in his well documented report about the track trail evidence. As occured with the Zuhres video also this video had been posted from an account used only once for this particular purpose before it was deleted. Hence, again, no original date could be established.

In his report Kobs reaches a conclusion well fit for the alternative track trail that says all footage and photos could well have been made at another day: ¨Ob das Video überhaupt an diesem Tag entstanden ist, kann selbst Bellingcat nur raten¨ (Whether this video really was made at this day [the 17th] is even a mystery to Bellingcat¨) (page 13-15, see also note 1 for URL).

Fortunately the mysterious person made sure Eliot Higgins could download the evidence. Within the 24 minutes the vid was online it received so many clicks it reached the daily top thirty, which may have got the attention of Bellingcat whisperers. Nevertheless the poster made very sure the vid was picked up by the right parties. According to the Amnesty International Youtube DataViewer, which guarantees the right metadata of an uploaded video, three copies of the deleted lone BUK video were instantly re-uploaded within minutes by Eliot Higgins, Euromaidan and Torez.info [6].

Torez.info is a local website co-administrated by Vladimir Djukov, alias @WowihaY, the same person of two witness accounts and the first to tweet the incredible important picture of the alleged plume of a BUK launch. Obviously the source knew which way to go to get the right attention.

http://7mei.nl/2015/07/12/mh17-another-buk-on-another-day/

Natürlich konnte sich auch Higgins nicht mehr erinnern, wie er auf das Snischne-Video aufmerksam wurde, das er geistesgegenwärtig so schnell herunter- wie auch wieder hochgeladen hatte. Tweets Kobs Higgins 1Tweets Kobs Higgins 2https://twitter.com/MichaKobs/status/607133817414021120

Unsere Medien interessieren sich nicht für solche Zusammenhänge, und sowas kommt dann eben dabei heraus:

17.07.2015

MH 17-Absturz vor einem Jahr

Russlands Vernebelungstaktik

Die russischen Separatisten in der Ukraine verbreiten Lügen, kommentiert Gesine Dornblüth. Statt die Aufklärung des Absturzes von Flug MH 17 zu unterstützen, hätten sie die Bergungsarbeiten behindert und OSZE-Mitarbeitern den Zutritt verwehrt. Auch Russlands Präsident Putin verliere an Glaubwürdigkeit – und dränge sich international damit immer weiter ins Abseits.

Von Gesine Dornblüth

[…]

http://www.deutschlandfunk.de/mh-17-absturz-vor-einem-jahr-russlands-vernebelungstaktik.720.de.html?dram:article_id=325784

Am weitesten lehnte sich James Miller, Chef des „kremlkritischen“ Interpretermag, gesponsert durch Chodorkowskis Sohn Pawel, aus dem Fenster. Zusammen mit Michael Weiss veröffentlichte er diesen ellenlangen Artikel, der wiederum nur aus Behauptungen, selektiv wahrgenommen social media-Schnipseln und einseitigen Interpretationen besteht:

Forensic Detail

07.17.151:00 AM ET

How We Know Russia Shot Down MH17

Written byJames Miller Michael Weiss

One year after 298 civilians fell to earth over eastern Ukraine, Putin’s regime is still denying culpability. Here’s definitive evidence to the contrary.

[…]

http://www.thedailybeast.com/articles/2015/07/17/how-we-know-russia-shot-down-mh17.html

Die Autoren sollten sich fragen, warum die Ermittlungen nicht schon längst abgeschlossen sind, wenn ihr rein journalistisches „Wissen“ bereits zu einer klaren Anklage führt.

Der SPIEGEL berühmte sich ebenfalls, mehr zu wissen – was eigentlich nicht möglich ist, denn er wußte ja schon von Anfang an: Putin war’s.

MH17-Absturz: Ermittler finden neue Hinweise auf Abschuss durch Luftabwehrrakete […]

Freitag, 17.07.2015 – 12:06 Uhr

Jetzt gibt es neue Hinweise auf die Ursache des Unglücks. Nach Informationen des SPIEGEL kommt das internationale „Gemeinsame Ermittlerteam“, das den Absturz der Maschine strafrechtlich aufklären soll, zu dem Schluss, dass MH17 von einer Luftabwehrrakete des Typs Buk-M1 abgeschossen wurde. Untersuchungen der Splitter in den Wrackteilen der Boeing 777 haben demnach ergeben, dass diese eindeutig dem Gefechtskopf einer Buk-M1 zugeordnet werden können. Prorussische Kämpfer verfügten über mehrere Buk-M1-Geschütze in der fraglichen Region in der Ukraine.

Damit sind insbesondere von russischen Medien geäußerte Spekulationen, ein ukrainischer Kampfjet könne MH17 abgeschossen haben, hinfällig.

Des Weiteren verdichten sich für die Ermittler die Informationen, wonach prorussische Separatisten die Luftabwehrrakete abfeuerten. Unmittelbar nach dem Unglück vom ukrainischen Geheimdienst SBU ins Internet gestellte Telefonmitschnitte wurden inzwischen überprüft. Die Ermittler bewerten sie nun als authentisch. „Wir haben ein Flugzeug abgeschossen“, sagt ein Rebellenkommandeur unter anderem in den Mitschnitten. Im weiteren Verlauf ist zu hören, wie die Kämpfer entdecken, dass es sich um ein Zivilflugzeug handelte.

[…]

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/mh17-neue-hinweise-auf-abschuss-durch-luftabwehrrakete-a-1044154.html

Seltsam: am 30.6.2015 bekundet der leitende Staatsanwalt Westerbeke, daß die Untersuchungen der Splitter in den Leichen noch nicht abgeschlossen seien, und nun will die unbekannte Quelle wissen, daß die Splitter im Wrack eine eindeutige Zuordnung ermöglichen?

Daß die SBU-„Mitschnitte“ authentisch sein sollen, ist angesichts der folgenden überzeugenden Überprüfung kaum zu glauben. Bei dem bereits am 17.7.2014 veröffentlichten Audio mit Gesprächen zwischen dem Kommandeur Bezler mit einem Kontaktmann namens Geranin am 17.7.2014 um 16:40, zwischen den Rebellen Major und Grek während einer Absuche des Absturzorts und zwischen einem Rebellen und dem Kosakenanführer Kosytsin stimmt technisch überhaupt nichts:

MH17 crash: leaked tape proven FAKE by audio analysis. Анализ перехвата разговоров ополчения ДНР.

Sounds Russia Veröffentlicht am 26.07.2014 Shortly after the crash of Malaysian Flight MH17, the Ukrainian Security Service (SBU) released a video on YouTube, claiming it was intercepted calls between Eastern rebels discussing how the plane was shot down. SBU said this proved that the rebels were behind the downing of the plane. However, a technical analysis of the sound in the video proves the recording is manufactured, hence being fake!

The analysis is made in Adobe Audition and shows multiple flaws such as merges, background noise coming and going, the endings of the words being cut off and many other things. To verify for yourself, just extract the audio from the video uploaded by the Security Service of Ukraine (SBU) on their YouTube channel: https://www.youtube.com/watch?v=V5E8k…

https://www.youtube.com/watch?v=T34AB6CImTE

Auch die Übersetzungen stimmen nicht. In der deutschen:

https://www.youtube.com/watch?v=jb3Y_eWkAmc&feature=youtu.be

und englischen Version:

https://www.youtube.com/watch?v=BbyZYgSXdyw&feature=youtu.be

heißt es zwar: „Wir haben ein Flugzeug abgeschossen“; in der russischen „Original“-Version

https://www.youtube.com/watch?v=V5E8kDo2n6g&feature=youtu.be

ist aber etwas anderes zu hören. Der Interpreter hat das Audio noch am 17.7.2014 ins Englische übersetzt:

The Interpreter has translated the conversation: Geranin: I understand, shit.

Bezler: A plane has just been shot down. Sapper’s Group. It fell outside of Enakievo.

Geranin: The pilots. Where are the pilots?

Bezler: They went to search and photograph the downed plane. It’s smoking…

Geranin: How many minutes ago?

Bezler: Somewhere around 30 minutes ago.

[after terrorists realize they have downed the plane]

Greek: Yes, Major.

Mayor: so the Chernukhino guys shot down the plane. From the Chernukhino roadblock. The Cossacks, who were stationed at Chernukhino.

Greek: Who?

Mayor: The Chernukhino roadblock, the Cossacks who are stationed at Chernukhino.

Greek: Yes, Major.

Major: The plane fell into pieces in the air, in the area of the Petropavlovsk coal mine. The first „200“, they found the first „200“ [„200 is the Russian term referring to dead bodies–The Interpreter]. It’s civilian.

Greek: So there are 200s?

Major: Yes. Civilians.

Greek: So what have you got?

Major: In short, a super-heavy civilian craft.

Greek: Understood. Are there a lot of people there?

Major: It’s totally f****d. The pieces are falling right into yards.

Greek: What kind of aircraft?

Mayor: I haven’t figured it out yet. I haven’t been near the main part yet. I only started to see where the first bodies were falling. There are remains there of the internal struts, chairs, bodies.

Greek: Understood. Are there any weapons?

Mayor: Nothing at all. Civilian things, pieces of medicines, towels, toilet paper.

Greek: Are there any passports?

Mayor: Yes. There’s an Indonesian student. From the University of Thompson, shit.

http://www.interpretermag.com/ukraine-liveblog-day-150-ukrainian-troops-describe-grad-rocket-attack-from-russia/#3398

Daß diese Mitschnitte inhaltlich nichts hergeben, habe ich ausführlich bereits hier analysiert:

https://gabrielewolff.wordpress.com/2014/10/23/ukraine-informationskrieg-um-mh-17-2/

Die genannte Abschußzeit, der angenommene Abschußort und der gemeldete Absturzort Jenakiewe stimmen nicht. Und der im Lugansker Gebiet tätige Kosakenführer Kosytsin, der nach den Mutmaßungen der Rebellen für den Abschuß verantwortlich sein soll, hat ganz und gar nichts Erhellendes zu dem Abschuß zu sagen.

Im SPIEGEL Print-Artikel 30/2015 vom 18.7.2015, der unter der knalligen Überschrift „Spur der Schuld“ von dem bereits hinlänglich bekannten Christian Neef und den Kollegen Matthias Gebauer und Fidelius Schmid zusammengestrickt wurde (S. 83), findet sich nichts Weitergehendes. Mutmaßungen, Spekulationen, Interpretationen, „SPIEGEL-Informationen“. Neu ist nur dieser Satz:

Im Dokument der Niederländer [gemeint ist wohl der Entwurf des DSB, der am 2.6.2015 den Beteiligten zugesandt wurde] sollen nun angeblich sogar die Koordinaten jenes Ortes stehen, von dem die Buk-Rakete abgefeuert wurde: Er liegt auf dem von Separatisten kontrollierten Gebiet.

Das halte ich für höchst unwahrscheinlich. Die NZZ hatte nämlich die gute Idee, zum Jahrestag ein Interview mit dem leitenden Staatsanwalt Fred Westerbeke zu bringen. Und da sagt er doch glatt:

MH17-Chefermittler im Interview

«Wir haben Tausende von Telefonmitschnitten»

Der niederländische Staatsanwalt Fred Westerbeke leitet das Ermittlungsteam im Fall MH17. Seine Arbeit mache gute Fortschritte, aber ein Uno-Tribunal könnte an Russland scheitern, sagt er im Gespräch.

  • Interview
  • von Christian Weisflog
  • 17.7.2015, 05:30 Uhr

[…] Es gibt verschiedene Möglichkeiten, von wo aus diese Buk-Rakete abgeschossen wurde. Diese Untersuchung ist auch noch im Gange. Es ist ziemlich schwer, das herauszufinden.

Russische Militärexperten hatten kürzlich einen Bericht veröffentlicht. Sie untersuchten den Einschlagswinkel der Rakete und kamen zum Schluss, dass die Buk-Rakete weiter westlich von ukrainischen Streitkräften abgefeuert wurde. Wie überzeugend finden Sie diese These?

Die exakte Flugbahn und den Einschlag einer Rakete zu bestimmen, ist eine sehr komplexe forensische Arbeit. Das ist auch Teil der Ermittlungen, die immer noch im Sicherheitsrat laufen. Sie schauen sich das Schadensmuster an der Nase des Flugzeugs an. Wir arbeiten daran und verwenden auch den Bericht, den die Russen veröffentlicht haben. Wir vergleichen ihn mit unseren anderen Beweisen. Aber wir haben uns noch keine abschliessende Meinung gemacht.

Dann wissen Sie auch noch nicht, wer die Rakete abgefeuert haben könnte: die Ukrainer, Separatisten oder russische Soldaten?

Ich habe mich bisher dazu nicht geäussert und werde das nun auch nicht tun. Wir sind wirklich noch dabei, das zu ermitteln. […]

http://www.nzz.ch/international/europa/die-gefahr-eines-russischen-vetos-ist-da-1.18581057

Daß noch nicht einmal eine Luft-Luft-Rakete als Tatwaffe sicher ausgeschlossen werden kann, sagt er ebenfalls. Leider trauen sich westliche Journalisten nicht, Herrn Westerbeke nach dem Schicksal seines Rechtshilfeersuchens an die USA zwecks Herausgabe von Satellitenbildern zu befragen. Und als ob es dieses Interview nicht gegeben hätte, kommentiert die NZZ am selben Tag zur selben Zeit durch denselben Interviewer den MH17-Absturz so:

Ein Jahr nach der MH17-Katastrophe

Die russische Spur bleibt die heisseste

Die malaysische Boeing wurde vermutlich von einem aus Russland gelieferten Raketensystem getroffen. Die Gegenargumente aus Moskau sind wenig plausibel bis schlicht gelogen, aber noch nicht widerlegt.

  • von Christian Weisflog
  • 17.7.2015, 05:30 Uhr

[…]

http://www.nzz.ch/international/europa/die-russische-spur-bleibt-die-heisseste-1.18581058

Jetzt erstaunt es nicht mehr, daß Weisflog nach der Kooperation der USA nicht gefragt hat. Mit Sicherheit haben die USA keine ihrer geheimdienstlichen Erkenntnisse geliefert, weil die offenkundig den Vorwurf nicht bestätigen. Also muß medial und politisch weiterhin basislos polemisiert werden.

Merkwürdigerweise klärte die ukrainische Seite darüber auf, was in dem vorläufigen niederländischen Entwurf des DSB steht. Und was nicht.

Zuvor hatte Poroschenko persönlich per Tweet und FB-Eintrag verkündet, daß die Niederlande Rußland verantwortlich machen – diese „social media-Beweise“ dann aber schnell wieder gelöscht.

http://www.whathappenedtoflightmh17.com/ukraine-president-poroshenko-suggests-dsb-report-will-report-mh17-was-shot-down-by-russia-supplied-missile-and-crew/

Niederländischer Endbericht zu MH17-Katastrophe fast fertig – ukrainisches Außenamt

15:40 21.07.2015(aktualisiert 19:50 21.07.2015)

Die niederländische Sicherheitsbehörde soll am 10. August den Endbericht über den Absturz der malaysischen Boeing im vorigen Sommer im Donbass vorstellen, damit alle Länder Einsicht darin nehmen können. Das sagte die ukrainische Vizeaußenministerin Jelena Serkal am Dienstag in Kiew bei einem kurzen Pressegespräch.

Serkal zufolge nähert sich die Arbeit an dem Dokument ihrem Abschluss. In dem Bericht seien keine Schuldigen, sondern nur die Umstände der Flugzeugkatastrophe genannt, so die Vizeaußenministerin. Sie erläuterte, dass die Untersuchung zum Jet-Absturz anhand der Anlage 13 zum Übereinkommen über internationale Zivilluftfahrt von Chicago und im vollen Einklang mit den Forderungen dieses Dokumentes durchgeführt wurde.

Der Vizeaußenministerin zufolge wurden Bemerkungen russischer Fachleute in dem Dokument berücksichtigt. „Zur Endfassung des Berichtes werden auch Kommentare und Vorschläge aller interessierten Seiten hinzugefügt“, so Serkal.

[…]

http://de.sputniknews.com/panorama/20150721/303381536.html

Mehr wußte allerdings das dem SBU nahestehende ukrainische Portal Censor.Net, das von diesem mit Exklusiv-Material gefüttert wird.

17.07.15 18:02 Chemical examination found submunitions from Boeing corresponding to Russian Buk missiles – Butusov. PHOTOS

Recognition of hitting the Malaysian airliner by the Buk missile system is already an automatic indictment against Russia.

This is announced in an article by the Censor.NET Chief Editor Yurii Butusov. He publishes an X-ray of one of the crew members of the Malaysian airliner. Censornet RöntgenfotoHe was in the cockpit during the explosion and died on the spot. All fractures result from contact with submunitions. The marks around the skeleton are the submunitions.

An up-to-date chemical examination exactly determined the composition of metal parts, which pierced the hull and glass of the downed airliner before hitting the people.

http://en.censor.net.ua/photo_news/344323/chemical_examination_found_submunitions_from_boeing_corresponding_to_russian_buk_missiles_butusov_photos

Natürlich kann es sich bei diesem Foto um ein Fake handeln und nicht um originäres Material aus den strafrechtlichen Ermittlungen des JIT, an denen der SBU beteiligt ist. Auffällig ist jedenfalls, daß der Censor.Net-Chef Butusow lediglich über chemische Untersuchungen derjenigen Schrapnells redet, die in die Maschine eingedrungen sind. Und damit die Aussage von Westerbeke vom 30.6.2015 bestätigt, daß die Untersuchungen der Metallteile, die aus den Leichen herauspräpariert wurden, noch nicht abgeschlossen seien. Möglicherweise gibt es Diskrepanzen zwischen den chemischen Ergebnissen.

Der Rest des Artikels ist pure bereits widerlegte Propaganda:

Censornet SchrapnellThe second photo shows a close-up of the so-called double-t striking element. An antiaircraft missiles warhead contains four thousand of such elements. „This is a striking element extracted from the aircraft and its unused full-size counterpart extracted from Buk M1-2 Russian surface-to-air missile complex produced in 1998. This missile was not supplied to Ukraine, but it was supplied to other countries,“ Butusov says.

Ukrainian Buks are equipped with old Soviet missiles 9M38. Our anti-aircraft gunners cannot fire the upgraded Buk M1-2 missiles. But the Russian Buk M1-2 provides for using both types of missiles. „Striking elements have a chemical composition identical to that of double-t’s, which destroyed the plane, passengers and crew,“ he added.

http://en.censor.net.ua/photo_news/344323/chemical_examination_found_submunitions_from_boeing_corresponding_to_russian_buk_missiles_butusov_photos

Nun, diesen Quatsch hatte Censor.Net bereits am 18.3.2015 verbreitet, unter Beigabe exklusiver Fotos von den niederländischen Rekonstruktionsbemühungen, die erst nach dem offiziellen Pressetermin vom 2.2.2015 in den Hangars stattfanden. Die Fotos stammten also tatsächlich von einem Insider, einem „Freund der Ukraine in den Niederlanden“.

http://en.censor.net.ua/resonance/328926/submunitions_of_russian_missile_bukm12_aka_sa17_which_downed_the_malaysian_boeing_mh17_exclusive_photo

Max van der Werff hat sich am 21.3.2015 diesem Artikel von Censor.Net gewidmet und den niederländischen Journalisten Joost Niemöller interviewt, der an dem offiziellen Besichtigungstermin teilgenommen hatte; Niemöller konnte bestätigen, daß diese Bilder nach dem offiziellen Pressetermin entstanden sein müssen:

MH17 – Dutch investigation compromised by Ukrainian researchers

Русская версия Versi Malaysia March 21, 2015

A Ukrainian source published new information about MH17. The source claims shrapnel from a missile fired by a Buk-M1-2, a launcher only used by Russia, was found in parts of the wreckage stored for reconstruction at Dutch Air Force Base Gilze-Rijen.

[…]

http://7mei.nl/2015/03/21/mh17-investigation-compromised/

Die Desinformation, daß diese x-förmigen Schrapnells ausschließlich im Gefechtskopf der modernen Raketen des weiterentwickelten russischen Systems Buk-M1-2 Verwendung finden, hatte zeitnah bereits das russische Verteidigungsministerium zurückgewiesen; diese existieren vielmehr ausschließlich in den in der Ukraine gebräuchlichen Raketen des älteren Buk-M1-Systems:

https://meduza.io/en/news/2015/03/20/russian-defense-ministry-says-media-are-lying-about-the-mh17-crash

Nach der Präsentation der Buk-herstellenden Firma Almaz Antey vom 2.6.2015 kann daran nun wirklich kein Zweifel mehr bestehen. Nur dieses zuletzt an die russische Armee im Jahr 1995 ausgelieferte Raketenmodell 9M38M1 mit dem Gefechtskopf 9N314M1 der Buk-M1, deren Produktion im Jahr 1999 eingestellt wurde, weist jene 8,1 Gramm schwere x-förmige Schrapnellform auf – das Vorgänger- und die Nachfolgermodelle Buk-M1-2 und Buk-M2 (Rakete 9M317 mit Gefechtskopf 9N318) indessen nicht:

Video der Pressekonferenz:

https://www.youtube.com/watch?v=GsohFzbJ-vs AA Titel 8http://tass.ru/boeing-presentation/tip-rakety/2023205

Offenbar hängen der SBU wie auch die westliche Presse dem Glauben an, daß eine selektive Wahrnehmung und eine Wiederholung unhaltbarer Behauptungen ausreichen, um eine unsubstantiierte Anklage politisch und medial durchsetzen zu können. Diese Taktik funktioniert zwar, aber eben nur bedingt. Irgendwann kommt ja doch die Stunde der Wahrheit. Im Fall des geheimnisumwitterten DSB-Reports im Oktober 2015. Kann man diese paar Monate nicht einfach mal abwarten?

Was die strafrechtlichen Ermittlungen angeht, so richte ich mich auf eine längere Zeitspanne ein…

Was hatte Bellingcat zum Jahrestag beizutragen?

Nun, ebenfalls einen der klassisch wiederholenden Artikel. Die Holzhammermethode eben. Immerhin erläutert Bellingcat seine journalistischen Prinzipien, die eigentlich zur sofortigen Rückgabe des Hanns Joachim-Friedrichs-Sonderpreises führen müßten. Oder zum Rücktritt der Jury, die offenbar ahnungslos war:

Die Jury vergibt den Sonderpreis an Eliot Higgins und sein Team für die unerschütterliche Zuversicht, im Kampf um die Wahrheit nicht auf verdeckte oder geheimdienstliche Informationen bauen zu müssen, sondern mit öffentlichen, jedermann zugänglichen, überprüfbaren Bildern und Fakten die Öffentlichkeit zu überzeugen. Ihre Methode der weltweiten Vernetzung öffentlich zugänglicher Quellen und ihre kompetente und verantwortungsvolle Auswertung ist beste journalistische Aufklärung auf dem Schlachtfeld moderner Propaganda- und Verunsicherungskriege. Sie wirkt vor allem dort, wo das Klima des Misstrauens und der Verschwörung Platz gegriffen hat: im Internet.

Die Jury zeichnet auch die Unterstützung aus, die Higgins und sein Team vielen, auch deutschen, Journalisten bei deren Recherchen gibt. […]

Der Preis ist mit 2.500,00 € dotiert.”

http://www.hanns-joachim-friedrichs.de/index.php/pressemitteilung-2015.html

Selbstverständlich ist Bellingcat Teilnehmer „auf dem Schlachtfeld moderner Propaganda- und Verunsicherungskriege“, promotet vom Atlantic Council, von General Breedlove und der BILD. Bellingcat ist aktives Teil des Problems.

MH17 In Their Own Words: Witness Testimonies on Social Media from July 17th, 2014

July 16, 2015 By Aric Toler […]

In the days following the downing of MH17, narratives fell into place from the sides of Russia / pro-Russian separatists and Ukraine / Western nations. Journalists and investigators have gathered numerous witness accounts that attest to both Ukrainian narrative (a Buk anti-aircraft system brought down MH17 from south of Snizhne) and the Russian narrative (Ukraine shot down MH17 either with an SU-25 fighter jet or with its own Buk, likely near the village of Zaroshchenske).

[…]

This article will examine the available social media accounts available that confirm the existence, location, and general timeline of a Buk anti-aircraft system in separatist-held territory on July 17 and reports of locals reporting an event that is consistent with a Buk missile launch just minutes after 4:20PM (Kyiv time), when the tragedy took place.

[…]

https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2015/07/16/in-their-own-words/

Es gibt zwar mehrere Narrationen, aber wir konzentrieren uns auf diejenigen Äußerungen, die die von uns favorisierte bestätigen. Knapper hätte Aric Toler das Arbeitsprinzip von Bellingcat nicht darstellen können.

Es macht ihn auch nicht stutzig, daß es sich bei den Tweetern um pro-Kiew-Politaktivisten handelt, die keine eigenen Wahrnehmungen verbreiten, sondern sich als Verteiler von fremden Botschaften zur Unterstützung des ukrainischen Militärs gegen die separatistischen Milizen verstehen, die der Einfachheit halber als „Terroristen“ bezeichnet werden.

Many of the tweets attesting to a Buk (or, at least, a large piece of military equipment that very well may have been a Buk) are attributed to @666_mancer. This popular user likely may not have seen any of the scenes himself, but instead collected witness accounts from others and re-posted them in one place. A similar pattern will later be seen with @Wowihay, who no longer lives in Torez, but collects witness testimonies from locals. As it is often not safe for someone to post an sighting of separatist military maneuvers on a personal Twitter account, it is safer for a single person (who is either anonymous or no longer lives in the town) to post them. Additionally, the #Stopterror (#Стоптеррер) hashtag that frequently appears in these tweets was meant to inform the Ukrainian military of separatist military maneuvers, thus providing crowd-sourced intelligence from locals with eyes and ears on the streets.

https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2015/07/16/in-their-own-words/

Der neu eingeführte Tweeter “666_mancer” wurde deshalb eingeführt, weil es bislang noch keine zeitnahen Sichtungen der Buk auf dem Volvo-Tieflader in Donezk gab; was „666_mancer“ dann aber, u.a. um 10:31 Uhr, tweetete, paßt noch nicht einmal annähernd ins gewünschte Szenario und zeigt lediglich auf, wie verzweifelt Bellingcat nach Bestätigung der SBU-Narration fahndet:

Donetsk: “Not a smerch. 1. Its base is tracked. 2. No long firing tubes are not long. It visually resembles a BUK a lot. However, there were no mounted rockets” #Stopterror

Oder um 10:44 Uhr:

#Donetsk witnesses: the front of the vehicle is similar, but then came a trailer on which there was something underneath a cover, tracked, with one cannon #Stopterror

Aha. Zunächst eine Smertsch, dann etwas Buk-Ähnliches ohne Raketen und danach ein verhülltes Gerät mit einer Kanone. Auffälligerweise wurden keine der angeblichen „Sichtungen“ bis zum Absturz der MH17 mit Bildern unterlegt.

Leise, still und heimlich hat Bellingcat nebenbei die Uhrzeit des Paris Match-Bildes aus Donezk verändert: Paris Match Buk 0Quelle: http://www.parismatch.com/Actu/International/EXCLU-MATCH-Un-camion-vole-pour-transporter-le-systeme-lance-missiles-577289

The generaly accepted timeline of Buk 3×2, which is suspected in the downing of MH17, with very approximate and broad ranges of time:

  1. Left Donetsk, eastbound along H21 [N21]: ~10:45am (Kyiv time)

https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2015/07/16/in-their-own-words/

Am 30.6.2915 hatte Bellingcat nämlich eingestehen müssen, daß der erste Realitätscheck hinsichtlich des fragwürdigen Paris Match-Fotos vom 17.7.2014 in Donezk gegen 11 Uhr, wie bis dahin propagiert, gescheitert war.

Tracking the Vehicle that Transported the MH17 Buk

June 30, 2015 By Nathan Patin

[…]

The new Digital Globe imagery Bellingcat has purchased shows that at 11:08 a.m. (local time) on 17 July 2014, the low-loader was not present in the vehicle yard, as would be expected if Paris Match photographed the low-loader heading out of Donetsk on H21 [N21] around 11 a.m.

[…]

After being spotted heading east on the H21 [N21]highway by Paris Match photographers around 11 a.m., the low-loader was subsequently filmed roughly 36 kilometers farther east on H21 [N21] in the town of Zuhres, reportedly at 11:40 a.m.

[…]

This full Donetsk image from Digital Globe – which, after purchasing the imagery, we know was taken at 11:08 a.m. – extends roughly one-third of the way to the town of Zuhres. Based on the time of the Donetsk satellite image and the time the Buk was seen in Zuhres (11:40 a.m.), we judged that there was a reasonable possibility that the Buk and low-loader would be visible in the satellite imagery. In order to find out, we crowdfunded the purchase of another sliver of the Digital Globe imagery, this time showing the route depicted above. Unfortunately, the low-loader could not be seen in this image. (We, therefore, will not seek funding for the additional $1,500 required to publish the image.)

There are two plausible reasons as to why this may be. First, while the imagery is by and large clear for large stretches of the route, there are not insignificant sections of road that are obscured by either cloud cover or the tree line. Second, the assumption that the Buk would be visible was based upon a number of unknown factors that may have affected the low-loader’s travel time, including the speed of the low-loader, the heaviness of the traffic, and whether any stops were made.

[…]

https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2015/06/30/low-loader/

Das sind natürlich Ausweichmanöver eines Teams, das bewußt der Fata Morgana von politisch gezielt gestreuten social media-Spuren gefolgt war.

Erstaunlicherweise hat die Bellingcat-verhaftete ZEIT am 9.7.2015 (Nr. 28/2015, S. 13 – 15) ein kritisches Dossier lanciert:

Diese Bilder lügen

Fotos sind nur noch Computerdateien mit Millionen Bildpunkten. Nie war es einfacher, sie zu fälschen. Was bedeutet das für unseren Blick auf die Wirklichkeit?

Von Amrai Coen, Malte Henk und Henning Sussebach

Bislang ist der Artikel, der einen kritischen Blick auf die Bilderflut im Internet und in den Medien empfiehlt, nicht online erschienen. Zur Ukraine und den Internet-Fotos heißt es dort:

Für Peer Grimm [dpa] sind solche Fotos Konkurrenz und Verführung zugleich. Man sieht ihnen nicht immer an, woher sie stammen. Privatmenschen können sie gemacht haben oder Geheimagenten, Blogger im Dienst der Aufklärung oder Blogger im Dienst der Propaganda. In einem Konflikt wie dem in der Ukraine sind manipulierte Bilder die Währung zum Kauf von Aufmerksamkeit. Sie geraten in Umlauf wie Falschgeld: von Bildschirm zu Bildschirm, von Betrachter zu Betrachter.

[aaO, S. 14]

Bellingcat hat keine Hemmungen, Blogger im Dienst der pro-Kiew-Propaganda heranzuziehen oder die Videos von „Geheimagenten“ nach Löschung im Umlauf zu halten.

Im Gegenteil – am 27.7.2015 wurde dort die Übersetzung eines Interviews mit seinem Hauptzulieferer „WowihaY“ alias Wladimir Djukow, kurz zuvor vom SBU-nahen Chef von Censor.Net für einen Orden vorgeschlagen,

http://en.censor.net.ua/photo_news/344472/torez_residents_who_photographed_russian_buk_after

präsentiert; und für diese Übersetzungsleistung muß man Bellingcat wirklich dankbar sein. Die Google-Übersetzung war mal wieder furchtbar:

https://translate.google.com/translate?hl=en&sl=ru&tl=en&u=http%3A%2F%2Ffakty.ua%2F203378-mne-prislali-foto-s-mesta-tragedii-ot-kotorogo-volosy-vstali-dybom-na-pole-lezhit-trup-mladenca&sandbox=1

Interview with “WowihaY,” the man who narrated MH17 as it happened

July 27, 2015

By Aric Toler

The anonymous Twitter user @WowihaY has long been documenting the conflict in eastern Ukraine, especially as it has affected his hometown of Torez. He came to a degree of notoriety on July 17, 2014, as he was one of the most influential Twitter users in chronicling and deciphering the downing of MH17. Along with documenting witness accounts of a Buk traveling through Torez hours before the plane’s downing, @WowihaY posted the now-infamous photograph of a smoke trail rising above fields south of Snizhne – the smoke contrails of the missile that brought down the passenger plane. The following is an English translation of an article by Olga Bespertova that appeared in Fakty.ua on July 25, 2015, with the first public interview of @WowihaY.

[…]

https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2015/07/27/interview-with-wowihay/

Ein Interview, das nicht nur weitere Widersprüche zu den Angaben des “Wölkchenfotographen” Pawel Aleinikow aufdeckte, sondern auch ironische Kommentare wie diesen zeitigte:

Oleg – July 27th, 2015

what a brave hero Wohiway is.

https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2015/07/27/interview-with-wowihay/comment-page-1/#comment-24417

Ja, hinter Feindeslinien im besetzten Donbass für den Kiew-Sieg zu kämpfen, ist wirklich heldenhaft. Zumal Djukow/WowihaY schon im Juni 2014 aus dem Donbass verzogen war. Und Aric Toler plaudert aus, daß die Heimatstadt von „WowihaY“ Tores sei, (was zutrifft), während der Held im Interview versichert, daß seine Heimatstadt Snischne gewesen sei (und die Jahreszahl seines Wegzugs verschweigt – tatsächlich kann es sich nur um Juni 2014 handeln):

Thing is, the pressure from the supporters of the so-called Donetsk People’s Republic was harsh, because I’ve never hidden my views, therefore there was a real threat to end up dead in a basement. In June my family and I left our hometown Snizhne.

But both then and now I know about everything that happens back home. An advantage of our group is that there are local informants who are forging victory behind enemy lines.

https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2015/07/27/interview-with-wowihay/comment-page-1/#comment-24417

Aric Toler wußte natürlich schon am 16.7.2015, daß WowihaY nicht mehr in Tores lebt –: soviel zum Thema open source. Daß WowihaY bereits im Juli 2014 nicht mehr dort wohnte, ergibt sich u.a. auch aus diesem Twitter-Dialog: Tweet WowihaY BBChttps://twitter.com/jamiewh_/status/490171831778041856

https://twitter.com/search?q=from%3AWowihaY%20since%3A2014-06-01%20until%3A2014-07-19&src=typd

Der niederländische Bellingcat-Kollege ukraine@war, gern als Kronzeuge zitiert, drehte am Jahrestag schier durch und legte die paranoide Seite seines Russenhasses offen:

Friday, July 17, 2015

Russia hijacked MH370 and made it disappear as a distraction from its invasion into Crimea?

[…]

http://ukraineatwar.blogspot.de/2015/07/russia-hijacked-mh370-and-made-it.html

Beim Fragezeichen blieb es nicht.

Soweit das Fazit der Artikel rund um den Jahrestag. Alternative Medien habe ich außen vor gelassen – es geht mir um den geradezu bestürzenden Mainstream in Presse und Internet – und natürlich in der Politik. Dabei ginge es doch auch anders, wie die Frankfurter Rundschau demonstriert hat:

17.7.2015 MH17-Abschuss

Ukraine vermutet „direkten Befehl“ von Russland

[…]

Kiew/Moskau – Ein Jahr nach dem Abschuss der malaysischen Passagiermaschine MH17 im Kriegsgebiet Donbass hat die Ukraine ihre Schuldvorwürfe gegen Russland bekräftigt. «Die Hochtechnologiewaffe, mit der das Flugzeug abgeschossen wurde, konnte nur aus Russland in die Hände der Terroristen gelangen», sagte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko in einem am Freitag veröffentlichten Video. Dagegen zitierte die russische Agentur Interfax die niederländische Staatsanwaltschaft mit den Worten, dass die Hintergründe des Abschusses vom 17. Juli 2014 nicht geklärt seien.

[…]

Es sei bislang nicht klar, ob die Boeing 777 mit einer Boden-Luft- oder mit einer Luft-Luft-Rakete abgeschossen worden sei, sagte Wim de Bruin, Sprecher des leitenden niederländischen Staatsanwalts.

Die Ermittlungen werden in den Niederlanden geführt, weil die meisten Opfer Staatsbürger des EU-Landes waren. Zuletzt hatten vor allem westliche Medien berichtet, es sei erwiesen, dass die malaysische Passagiermaschine von dem bodengestützten Luftabwehrsystem Buk mit einer Rakete abgeschossen worden sei.

[…]

http://www.fr-online.de/ukraine/mh17-abschuss-ukraine-vermutet–direkten-befehl–von-russland,26429068,31248796.html

Hervorgehoben sei der am 16.7.2015 in der Frankfurter Rundschau veröffentlichte Bericht von Stefan Scholl, der im Donbass unterwegs war und eine aussagepsychologisch richtige Schlußfolgerung zu den dort im Nachhinein zu erlangenden „Zeugenaussagen“ zieht.

16. Juli 2015

Flug MH17

Auf der Suche nach der Wahrheit  

Von Stefan Scholl

Vor einem Jahr wird eine Boeing 777 der Malaysia Airlines über der Ost-Ukraine abgeschossen. In die Erzählungen der Menschen im Donbass mischen sich Erlebnisse mit Parolen und Propaganda-Bildern.

[…]

Alexander erzählt von anderen Flugzeugen, vom Geknatter automatischer Waffen am Himmel. Ein Mann aus dem benachbarten Pelagejewka spricht von zwei ukrainischen Kriegsflugzeugen: Ein Kampfjet habe die Boeing abgeschossen, der andere den ersten, um Zeugen zu beseitigen.

Die Suche nach der Wahrheit

Der abgeschossene Pilot sei mit dem Fallschirm abgesprungen. „Auf dem Feld, wo er landete, arbeiteten Frauen mit Breithacken. Sie haben ihn damit totgeschlagen.“ Andere sagen, die Leichen hätten schon nach Verwesung gerochen, als sie auf der Erde aufschlugen. Eine Provokation dunkler Kräfte, um die Weltöffentlichkeit gegen Russland aufzuwiegeln. Einige meinen, die Ukrainer hätten die Boeing versehentlich abgeschossen, wollten eigentlich die russische Maschine erwischen, mit der gerade Wladimir Putin unterwegs gewesen sei.

Hier leben Malocher. Sie lügen nicht, sie sagen nur ihre Wahrheit, eine Wahrheit, die erlebte Wirklichkeit mit den Parolen und Bildern des russischen Staatsfernsehens mischt.

Aber auch Menschen, die nichts mit dieser Volksrepublik anfangen können, haben am Abschusstag Kampfflieger bemerkt. „Wenn eine halbe Million Menschen diese Flugzeuge gesehen haben“, brummt ein Automechaniker aus Rassypnoje, „dann sind sie wohl dagewesen.“ Zumal die Leute nach wochenlangen ukrainischen Luftangriffen achtgaben auf den Himmel.

[…]

Nördlich der Straße Tores-Schneschnoje erzählen die Leute von Flugzeugen, südlich von Raketen. Manche haben ihr Brüllen gehört, andere sagen, sie sei lautlos geflogen. Und alle versichern, sie sei weit weg im Südwesten abgeschossen worden, wo damals ukrainische Truppen standen.

Nur der Inhaber eines Lebensmittelgeschäfts in Perwomaiski müht sich um Sachlichkeit. „Wir standen hier auf dem Platz, mein Nachbar hat sein Fernglas geholt. Da waren vier Kondensstreifen am Himmel, die große Boeing und ein kleiner Kampfflieger, der um sie herumkurvte. Dann stieg ein heller Fleck auf, dort hinter der Pappel“, er zeigt nach Westen, „es gab einen Schlag, das große Flugzeug bekam einen gelben lodernden Schwanz, das kleine drehte ab.“ Aber auch er ist sicher, dass die Rakete ein Ablenkungsmanöver war – mit dem Ziel, Russland anzuschwärzen.

Jedenfalls waren am Tag des Unglücks außer der Boeing auch Kampfflugzeuge am Himmel über Rassypnoje. Und vom Boden wurde eine Rakete auf eine dieser Maschinen abgeschossen. Aber auf welches Flugzeug zielte sie? Auf einen ukrainischen Kampfjet, der sich in den Radarschatten der großen Boeing flüchtete? Und von welchem Ort wurde sie gestartet? Da widerspricht sich die Fachwelt genauso wie das Bergmannsvolk vor Ort.

[…]

http://www.fr-online.de/ukraine/flug-mh17-auf-der-suche-nach-der-wahrheit,26429068,31239320.html

Was der um Sachlichkeit bemühte Inhaber eines Lebensmittelgeschäfts in Perwomaiski erzählt, kann er schlicht nicht gesehen haben, und wenn er noch so sachlich an dieser seiner subjektiven Wahrheit festhält.

Fest steht nur eins: am 17.7.2014 waren ukrainische Kampfjets rund um die Absturzstelle im Einsatz, was die ukrainische Regierung so entschieden wie unglaubhaft leugnet.

Stefan Scholl ist auch den Spuren von Marcus Bensmann von Correctiv in das Dorf nördlich von Snischne gefolgt, das Bensmann „Puschkin“ nennt. In diesem Posting hatte ich bereits die Manipulationen von Bensmann, insbesondere bei der Redaktion der Aussage seines Kronzeugen für einen Buk-Abschuß dort, in seiner unübersichtlichen Multi-Media-Reportage nachgewiesen:

https://gabrielewolff.wordpress.com/2015/05/24/ukraine-informationskrieg-um-mh-17-4/

Zwischenzeitlich hatte Michael Kobs in einer Studie mit dem Titel

Das CORRECTIV/SPIEGEL-Video  

„Todesflug-MH-17: Die Geschichte eines Kriegsverbrechens“  

Eine Recherche zur Recherche

von

Michael Kobs

minutiös nachgewiesen, daß der Correctiv-Buk-Zeuge in der schicken graphic novel, die der Realität des Wohnhauses des Zeugen 1 zu 1 entspricht, in die falschen Richtungen zeigt, wenn er den angeblichen Buk-Standort und den angeblichen Absturzort der MH17 durch Ausstrecken des Arms bezeichnet. Kobs Correctiv 17Kobs Correctiv 18Kobs Correctiv 19[S. 17-19 der Studie]

https://www.dropbox.com/s/6gd8qs342xszdtx/Correct%21v-Recherche%20zur%20Recherche-Michael%20Kobs.pdf?dl=0

Den endgültigen Correctiv-Bensmann-Todesstoß versetzt nun Stefan Scholl:

Und die Leute in der Siedlung Moltschaniwo nördlich von Sneschnoje schildern einem Reporter des Berliner Rechercheteams Correctiv „ein krasses Teil mit vier Raketen“, das beim tödlichen Schuss die Ziegel der nächsten Gebäude wackeln ließ. Nicht weniger glaubhaft staunt dort jetzt ein anderer Einwohner: „Von einer Rakete hat hier keiner was mitbekommen. Ich habe bei den Raketentruppen gedient, ich weiß doch, wie sich eine Buk anhört.“

http://www.fr-online.de/ukraine/flug-mh17-auf-der-suche-nach-der-wahrheit,26429068,31239320.html

Nun müßte auch Correctiv/Bensmann seinen Grimme-online-Preis zurückgeben oder aber die ebenfalls, wie beim Hanns Joachim Friedrichs-Preis, inkompetente Jury zurücktreten [Hervorhebung von mir]:

Hartnäckig und mit langem Atem – investigative Journalisten sind Gegenentwürfe zur medialen Aufgeregtheit der Katastrophenberichterstattung und ihrer Liveticker. “MH17 – Die Suche nach der Wahrheit“ ist ein solcher Gegenentwurf: das Ergebnis einer großen Rechercheleistung, perfekt aufbereitet.

MH17 – dieses Kürzel hat sich ins kollektive Gedächtnis eingebrannt: Am 17. Juli 2014 wird der Malaysia Airlines Flug MH17 über der Ostukraine abgeschossen, durchlöchert von einem Hagel aus tödlichen Schrapnells. 298 Menschen sterben. Die Medien veröffentlichen Sonderseiten, senden Extras. Die Frage nach den Schuldigen generiert Spekulationen und gegenseitige Anklagen, aber sie wird nicht beantwortet.

Reporter von CORRECT!V nehmen das nicht hin. Mit kriminalistischer Energie sammeln sie Dokumente und Hinweise. Sie reisen ins Katastrophengebiet, das auch Kriegsgebiet ist, und folgen den Spuren der Rakete. Wer das Ergebnis dieser Arbeit betrachtet, wird nicht mit Resultaten konfrontiert, sondern begleitet das Team, sieht, hört und liest mit: Akten, persönliche Eindrücke, Radarspuren, Interviews. Der Beitrag lässt einen nicht los, weil die Texte überzeugend geschrieben, weil die Erkenntnisse packend aufbereitet sind – als animierte Grafik, Graphic Novel, Film, Audio.

Die Jury würdigt dieses Projekt als herausragendes Beispiel für die Verbindung digitaler Erzählmethoden mit klassischen journalistischen Fähigkeiten. Und sie würdigt es als Beispiel für die zahlreichen Beiträge hoher publizistischer Qualität, die das gemeinnützige Recherchebüro CORRECT!V auszeichnen, und die es anderen Medien zur Verfügung stellt.

http://www.grimme-institut.de/html/index.php?id=2014&no_cache=1#c14410

Man wird bei Correctiv mit den absurdesten Resultaten auf Bellingcats Spuren konfrontiert, und Bensmann hatte nur das Pech, daß sich Bellingcat zum Zeitpunkt seiner eigenen Recherche im November 2014 auf den Abschußort noch nicht festgelegt hatte, sondern dies erst, in Anlehnung an die RTL/NL-Studie von Dezember 2014, im Januar 2015 tat.

Meine Anfrage bei Correctiv:

Gabriele Wolff

am 02.04.2015 01:27:20

Was sagen Sie dazu, Herr Bensmann, daß sämtliche anderen Rechercheure, von Bellingcat bis zum Rechercheteam der SÜDEUTSCHEN mit dem ör Fernsehen und Reuters, den Abschußort der Buk nicht wie Sie nördlich von Snischne in Puschkin, sondern südlich von Snischne zwischen Pervomais’ke und dem Dorf “Roter Oktober” lokalisiert haben? Auch die von RTL in Auftrag gegebene Studie kommt zu diesem vom SBU vorgezeichneten Ergebnis.

Was soll man also von den wackelnden Ziegeln in Puschkin halten?

Und wieso haben Sie nicht in Pervomais’ke gesucht, wo vor und nach Ihnen alle anderen gesucht haben? Dazu haben Sie jegliche Erklärung vermissen lassen.

https://correctiv.org/blog/2015/01/27/mh-17-zum-hintergrund-unserer-recherche/#comment-137

harrt immer noch der Beantwortung.

Vermutlich freute sich Correctiv zu sehr über einen weiteren Preis aus Frankreich, um auf kritische Fragen antworten zu können:

https://correctiv.org/blog/2015/07/02/ein-preis-paris/

Oder arbeitete man sich bei Correctiv bis zum 24.7.2015 an einer abstrusen Anti-Putin Verschwörungstheorie ab, die man als vernünftiger Mensch logisch nicht nachvollziehen kann? Und schon gar nicht als Ex-Staatsanwältin.

https://correctiv.org/recherchen/system-putin/

Es ist zum Verzweifeln. Ich frage mich langsam, ob das Versagen der Presse nicht Methode hat. Über die Griechenland-Krise wurde ebenso unzulänglich berichtet wie über die Ukraine-Krise. Mal sehen, wie es mit der Türkei-Krise weitergeht. Aber da muß man sich mit dem Erdogan-Bashing ja zurückhalten, weil die USA dessen PKK-Bombardierungen als Selbstverteidigungsaktion rechtfertigen. Diese verflixte Situation wird in den amerikatreuen Redaktionen noch viel Schweiß auf die Stirn zaubern, war Erdogan doch gerade erst als Putin II aufgebaut worden. Der nun in einer langen vorbereiteten Allianz mit den USA steht. Die USA sind, siehe Ukraine, schmerzfrei in der Wahl ihrer Partner, solange es gegen Rußland und andere Gegner des US-amerikanischen „exceptionalism“ geht.

Ich mache jedenfalls weiter mit meinen unnützlichen Kommentaren. 😉

Nachtrag (8.8.2015)

Marcel van den Berg überraschte am 4.8.2015 mit einem Beitrag, in dem er die CNN-„Enthüllungen“ über den Inhalt des im Oktober zu erwartenden Berichts des Dutch Safety Board, genau wie ich, als Propaganda entlarvte. Die indes gedankenlos von den Mainstream-Medien, so auch in den Niederlanden, verbreitet wurde – weil sie eben so schön in den vorurteilsbehafteten  Erwartungshorizont paßt.

4.8.2015

CNN leak on DSB report which blames pro-Russian rebels for shooting down plane is nonsense!

Posted on August 4, 2015 by admin in Uncategorized // 35 Comments

At July 16 CNN reported with big headlines : First on CNN: Sources say MH17 report blames Russian missile for shooting down plane. 

This article is complete nonsense however many media copied the CNN article. For instance the Dutch NOS and RTL Nieuws.

[…]

Another indication that the DSB cannot mention the location of the launch is that as recent as June 20 Dutch members of the JIT took ground samples of the supposed launch location near Snizhne. (source) and NOS.

https://www.youtube.com/watch?v=qwizOTI_8o8

http://nos.nl/artikel/2043247-video-mh17-onderzoekers-aan-het-werk-in-oost-oekraine.html

http://www.whathappenedtoflightmh17.com/cnn-leak-on-dsb-report-which-blames-pro-russian-rebels-for-shooting-down-plane-is-nonsense/

Die von ihm verlinkten Quellen – ein Video der DNR vom 20.6.2015 mit einigermaßen verständlichen niederländischen Untertiteln und der Artikel des staatlichen niederländischen Fernsehens zu diesem Video waren mir bislang unbekannt. Demnach wurden also Bodenproben von dem vom SBU, ukraine@war und Bellingcat (in dieser Reihenfolge) behaupteten Abschußort einer Buk südlich von Snischne entnommen. Unter freundlicher Mitwirkung der „Rebellen“ und der OSZE. Endlich!

Es wird Zeit, daß diese virtuelle Story endlich einmal überprüft wird, wenn schon Beweise aus den USA und der Ukraine ausbleiben. Schon den ersten Realitäts-Check hat der Comicstrip von Bellingcat ja nicht überstanden.

Welchem trüben propagandistischen Internet-Netzwerk Bellingcat im Rahmen seiner „Beweisführung“ blind folgte und folgt, hat Hector Reban am 1.8.2015 hier akribisch aufgelistet:

https://hectorreban.wordpress.com/2015/08/01/17-july-buk-sightings-planting-evidence-in-advance/

Daß die Lektüre sich lohnt, verraten bereits die hilflosen Bellingcat-Reaktionen auf Twitter, werden ihre MItarbeiter doch in diesem Artikel als tumbe Follower politischer social media-Infokrieger mit besten Kontakten zum ukrainischen Militär und dem SBU entlarvt, der mühelos einspeisen konnte, was ihm beliebte:

Aric Toler@AricToler 2. Aug.

Aric Toler retweetete Max van der Werff

My god, what a huge conspiracy! So vast, complex and overreaching, it’s almost as if these things actually happened!

Aric Toler hinzugefügt,

Max van der Werff @MaxvanderWerff

#MH17 „17 July BUK Sightings: Planting Evidence In Advance?“ by @Jetagodi https://hectorreban.wordpress.com/2015/08/01/17-july-buk-sightings-planting-evidence-in-advance/ … @JeroenAkkermans @JoostNiemoller

https://twitter.com/AricToler/status/627818319748403200

Eliot Higgins@EliotHiggins 2. Aug.

@Stredni_trida @AricToler @bellingcat @WowihaY damn, he’s caught us out, time to shut down Bellingcat

Gespräch zeigen 0 Retweets 0 Favoriten

https://twitter.com/EliotHiggins/status/627836735209242624

Natürlich mußte auch der SBU-Informant WowihaY in Kenntnis gesetzt werden. Das wäre wohl die beste Lösung, Bellingcat zu schließen. Denn noch eine Propaganda-Schleuder mehr brauchen wir wirklich nicht. Aber diese Lösung dürfte das Atlantic Council, das so viele Hoffnungen in Higgins‘ kongeniale Mitarbeit mit dem Touch des alternativen Journalismus setzt, wohl nicht zulassen.  😉

Nachtrag (14.9.2015)

Das von Censor.Net präsentierte Röntgenfoto, das die Leiche eines MH17-Piloten mit Schrapnellspuren zeigen soll, ist aller Wahrscheinlichkeit nach ein Fake, wie John Helmer schreibt:

MH17 — DUTCH PREPARE MISSILE ATTACK ON MOSCOW

By John Helmer, Moscow

The Dutch Government has decided to launch a missile attack on Moscow in October. By suppressing all evidence obtained from the bodies of victims of the crash of Malaysian Airlines MH17, officials of the Dutch Safety Board and associated Dutch military officers, police and prosecutors are preparing to release a report on the crash with a gaping hole in its veracity.

[…]

A Dutch pathologist, Professor George Maat (right) who had participated directly in the identification of the bodies at Hilversum military base, was fired in April by the Dutch government for presenting medical students studying identification techniques with illustrations of the records he made. Last month Maat wrote to contradict claims circulating on Ukrainian websites that an X-ray showing metal fragments originated from either an MH17 victim, or from the Dutch investigation. The fabrication can be examined here. Maat presented no X-rays at his controversial lecture, and has aired no claim that missile shrapnel was identified in victim bodies.

[…]

This reveals that CT scans were done of all remains, and thus a CT scan has been recorded for every victim whose body has been recovered and repatriated or transferred to the next of kin. There is no reference to X-rays at this stage of the Dutch procedure; they may have been taken during the “limited forensic autopsy”. One reason for suspecting that X-rays appearing in Ukrainian media are fakes is that the Dutch procedures used CT scans instead.

[…]

by Editor – Sunday, September 13th, 2015

http://johnhelmer.net/?p=14084

Zur Fortsetzung geht es hier:

https://gabrielewolff.wordpress.com/2015/10/10/ukraine-informationskrieg-um-mh17-6/

 

 

1.663 Gedanken zu „Ukraine: Informationskrieg um MH17 (5)

  1. So deutlich war Putin selten – die Lage scheint sich zuzuspitzen:

    Russia’s Putin blames Kiev for increased violence in east Ukraine

    SEVASTOPOL, Crimea
    Russian President Vladimir Putin on Tuesday blamed the Ukrainian government for the latest upsurge in fighting between Kiev forces and Russia-backed rebels in east Ukraine.
    After taking a dive in an underwater submersible in Crimea, a Black Sea peninsula Moscow annexed from Kiev last year, Putin told reporters:
    „Regrettably, we are now seeing this conflict escalation and the blame lies not with the Donbas militia but with the rival side,“ he said, referring to the rebel-held Ukrainian region.
    „I hope there won’t be full-scale direct clashes.“
    (Reporting by Denis Dyomkin; writing by Gabriela Baczynska; editing by Polina Devitt)
    http://www.reuters.com/article/2015/08/18/us-ukraine-crisis-putin-idUSKCN0QN1FO20150818?feedType=RSS&feedName=worldNews

    Der letzte OSZE-Bericht über die Verletzungen des Waffenstillstands für die Zeit vom 15. und 16. August gibt ihm augenscheinlich recht:

    Latest from OSCE Special Monitoring Mission (SMM) to Ukraine based on information received as of 19:30 (Kyiv time), 16 August 2015
    KYIV 17 August 2015

    This report is for the media and the general public.

    The SMM monitored the implementation of the “Package of measures for the implementation of the Minsk agreements”. Its monitoring was restricted by the parties and security considerations*. Ceasefire violations were recorded by the SMM in numerous locations, especially at and around Donetsk airport. A significant increase in ceasefire violations was observed in government-controlled areas north-west of Luhansk. The SMM observed damage caused by shelling and conducted several crater analyses in Donetsk and Luhansk regions.
    […]

    http://www.osce.org/ukraine-smm/177826

    Es wird Zeit, daß Frau Merkel mal mit Poroschenko telefoniert.

    • Auch die ARD berichtet über zunehmende Bombardierungen – leider durch Udo Lielischkies, der „ausgewogen“ zunächst eine angebliche Bombardierung durch „Separatisten“ (vorgestellt durch ein obskures Video, dem ein schneller Schnitt folgt), dann durch Kiew-Kräfte berichtet. Auch Putin in Sewastopol kommt zu Wort, der die Fremdregierung in Kiew bemängelt.

      Gewalt in der Ostukraine
      Tote trotz Waffenruhe

      Stand: 17.08.2015 20:58 Uhr
      Der Waffenstillstand ist brüchig: Im Osten der Ukraine wurden nach Angaben der ukrainischen Behörden und der pro-russischen Separatisten mindestens sieben Menschen getötet. Gegenseitige Vorwürfe vergiften das Klima.
      Von Udo Lielischkies, ARD Moskau

      http://www.tagesschau.de/ausland/ukraine-1207.html

      Und das ZDF hat wirklich Pech: kaum wird das heute-Journal mal explizit USA-kritisch, muß der Beitrag herausgeschnitten werden…

      ZDF heute journal 07.08.2015 22.00 Uhr

      Mit den Themen: Aufgeheizt – Krisenstimmung im Dresdner Zeltlager; Gekauft – Die Milliardäre und der US-Wahlkampf; Überwacht – Facebook, Google und deutsche Ermittler mehr auf zdf.de / heute.de“

      http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2465102/ZDF-heute-journal-vom-07.-August-2015#/beitrag/video/2465102/ZDF-heute-journal-vom-07.-August-2015

      Hier ist er zu sehen:

      Gekauft: Die Milliardäre und der US-Wahlkampf // Gelöschter Beitrag aus ZDF Heute Journal 7.8.2015

      Labrador Nelson

      Veröffentlicht am 18.08.2015
      Gelöschter Beitrag aus ZDF Heute Journal 7.8.2015 mit der offiziellen Begründung, das ZDF hätte keine Internetrechte für FOX-News-Material gehabt. Was ansonsten nie ein Problem darstellt, da man sich die Rechte relativ einfach sichern kann und bislang auch immer tat, soll das bei den 30 Sekunden langen FOX-Beiträgen diesmal nicht der Fall gewesen sein. Da der Beitrag von Ulf Röller relativ kritisch auf die US-Zustände schaut, könnte man auch Zensur vermuten. Im Vorspann des Heute Journal ist der Beitrag in der Ticker-Zeile noch vorhanden, die MAZ wurde später entfernt und die Anmoderation eines anderen Beitrags neu aufgenommen. http://is.gd/DXMQnD

    • Ich kann diesen Poroschenko nicht mehr hören und sehen. Der Donbass und die gesamte Ukraine muss von diesem unrechtmäßigem Präsidenten, der nie legal im Amt war, erlöst werden.

      „Am Dienstagabend wurde bekannt, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel nächsten Montag Poroschenko und Frankreichs Präsident François Hollande trifft.“ Na dann bin ich ja mal sehr gespannt, was das wieder werden wird.

      „When I despair I remember that all through historythe way of thruth and love have always won.There have been tyrants and murderers and for a time , they can seem invincible, but in the end, they always fall. Think oft it…..always“

      Mahatma Gandi

      • Da Poroschenko noch das kleinere Übel ist, sollten wir ihm zunächst die Daumen drücken, daß er die schärfsten Kriegstreiber wie Jazenjuk und Awakow erst einmal loswird…
        Angesichts des Drucks, den der Rechte Sektor ausübt, ist es keine Kleinigkeit, Friedenskurs zu halten.

        Mareike Adens Artikel über den Rechten Sektor:

        Sie beten, und sie schießen
        Der „Rechte Sektor“, eine berüchtigte Privatarmee in der Ukraine, wird geliebt und gehasst. Was wollen diese Männer? Besuch im Ausbildungslager
        VON MAREIKE ADEN

        in Zeit Nr. 33 vom 13.8.2015, S. 7,

        ist noch nicht online. Darin heißt es am Schluß:

        Im Fernsehen laufen Nachrichten, Petro Poroschenko spricht. Mit dem, sagt einer der Kämpfer, rechnen sie spätestens nach Kriegsende ab.

        Heute wandte sich die ZEIT dem Problem der traumatisierten Kriegsheimkehrer zu – natürlich weichgespült wie immer, keine Berichte über Suizide oder Gewalttaten, wenn auch mit Kritik an Kiew, das nichts für diese Männer tut.

        Krieg im Kopf

        Der Krieg in der Ostukraine dauert schon so lange, dass die ersten schwer traumatisierten Kämpfer von der Front zurückkehren. Der Staat ist dem Problem nicht gewachsen. von Simone Brunner, Kiew
        19. August 2015 06:30 Uhr

        Manchmal reicht schon der Klang eines Autos, das vorbeifährt. Oder ein Passant, der ihn an einen seiner Kameraden erinnert. An einen von den zwölf, die gestorben sind. Dann spitzt Wiktor die Augen – nur um zu erkennen, dass er sich getäuscht hat. Aber dann sind die Bilder wieder da: brennende Panzer, die Verwundeten, die Toten. „Bei mir im Kopf ist das alles miteinander verbunden“, sagt Wiktor.

        Wiktor, 37 Jahre alt, Bürstenhaarschnitt und freundliches Lächeln, wurde nach dem Maidan für das Bataillon Kiewer Rus rekrutiert, um die ukrainische Hauptstadt vor möglichen Separatisten-Anschlägen zu schützen. Als dann im Frühling 2014 die Kämpfe in Luhansk und Donezk eskalierten, zog er in den Krieg. „Ich hatte eigentlich einen ganz guten Job – aber für mich war klar: Wenn ich nicht für das Vaterland kämpfe, wer dann?“

        Nach einem Jahr an der Front kam er im Mai wieder unversehrt nach Kiew zurück, körperlich zumindest. In seiner Psyche haben die Monate indes tiefe Spuren hinterlassen. Seither ist er ständig aufgewühlt, zerstreut und aggressiv. Der soziale Kontakt zu Menschen, die nicht im Krieg waren, fällt ihm oft schwer. „Wenn jemand wegen einer Kleinigkeit herumjammert, macht mich das rasend“, sagt Wiktor. „Dann denke ich mir: Weißt du eigentlich, wie es ist, wenn dir zwei Granaten um die Ohren fliegen?“
        […]
        Dennoch gibt es immer wieder Fälle, in denen die Kriegsrückkehrer bei der Jobvergabe diskriminiert werden. Dabei werden die Betroffenen mit posttraumatischer Belastungsstörung nicht zu tötenden Monstern, sondern schlichtweg depressiv, sagt der Kriegspsychologe Faterin. „Wenn wir nichts machen, dann werden wir die Psyche dieser Menschen und auch die Psyche dieses Landes zerstören.“

        Der ehemalige Soldat Wiktor hat indes den Weg in das zivile Leben zurückgefunden. Er arbeitet wieder als Produzent bei einem ukrainischen Fernsehsender. Als er aus dem Krieg zurückkam, suchte er sich psychologische Hilfe. „Alles, was ich damals dort nicht verstehen konnte, versuche ich, jetzt einzuordnen.“ Mal gelinge es besser, mal schlechter. „Aber ich arbeite daran“, sagt er. „Ständig.“

        http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-08/ukraine-veteran-soldat/komplettansicht

        Tatsächlich mehren sich Berichte dieser Art:

        In Dnepropetrovsk ATO party opened fire at the bus, there are wounded

        16:52, 18 августа 2015 16:52, August 18, 2015

        Injured bus driver

        In Dnepropetrovsk member of the antiterrorist operation opened fire inside the bus № 109. About this newspaper „Vesti“ reported the press service of the police of the Dnepropetrovsk region.
        „On August 15, the airport area inside the bus there was a conflict between two passengers. One of them took out a traumatic gun and fired, catching scalp of the driver. Then the shooter ran out of the car and ran away. No one of the passengers was injured. He was detained by officers of the Dnipropetrovsk regional department police „, – said the head of the press service of the regional Department of Internal Affairs Alexei Shcherbatov.
        […]

        https://translate.google.de/translate?hl=de&sl=ru&tl=en&u=http%3A%2F%2F112.ua%2Fkriminal%2Fv-dnepropetrovske-uchastnik-ato-otkryl-strelbu-v-marshrutke-est-ranenye-252809.html

        Ein derartiges Propaganda-Video ist wirklich selten…

        http://www.zeit.de/video/2015-08/4426723643001/kurz-erklaert-die-ukraine-krise-in-drei-minuten#autoplay

        Entsprechend die aufgebrachten Kommentare dazu.

        • Es ist ja inzwischen bekannt, aber immer wieder auf’s neue bin ich einfach nur fassungslos und glaube, ich bin hier irgendwie im total falschen Sonnensystem.

          „Poroschenko wird am Montag – dem ukrainischen Unabhängigkeitstag – von seiner Frau Marina begleitet. Die beiden haben auch einen Termin bei Bundespräsident Joachim Gauck.“

          Würde der ehemalige Pastor von seinen Mitarbeitern nicht gebremst werden, er würde Poroschenko einen derart dicken Schmatzer-Bruderkuss verpassen, wie damals Honecker Breschnew, oder umgekehrt. Da kommt also die Familie des Typen, der im STERN-Interview gesagt hat, der Donbass würde die Annahme von Lebensmittel verweigern und der ehemalige Pastor hat Film- und Pressefotographen bestellt, um sich und seine Lebensabschnittsgefährtin Daniela Schadt, ablichten zu lassen, während gleichzeitig im Donbass der Genozid weitergeht. Die beiden Brüder im Geiste, Gauck und Poroschenko, die sich ja von Kiew 22.2.15 her schon so gut kennen, werden sich dann bei einem gemeinsamen Plausch in ihrem Russenhass ergehen und die Daniela wird dann der Marina den schönen Schlossgarten zeigen. Wie elendig muss sich Max Liebemann gefühlt haben?

        • Also Hoffnung reicht nicht aus. Nun müssen ein paar Daumenschrauben her:

          Bundesregierung hofft auf Beruhigung in Ukraine

          19.08.2015
          […]
          Vize-Regierungssprecherin Christiane Wirtz appellierte am Mittwoch an alle Konfliktparteien, die Friedensvereinbarungen von Minsk einzuhalten. Ziel sei «dauerhafte Stabilität». Zugleich äußerte sie sich besorgt über die «neuerliche Eskalation» im Osten der Ukraine. Dort gibt es weiterhin tägliche Auseinandersetzungen zwischen ukrainischen Truppen und prorussischen Einheiten.

          Wirtz ließ offen, ob es in Folge der Begegnung am Montag ein Vierertreffen mit Putin geben wird. Beim jüngsten solchen Treffen im Februar in Minsk wurden eine Reihe von Vereinbarungen geschlossen, die den Konflikt eindämmen sollten. Dagegen wird allerdings von beiden Seiten immer wieder verstoßen.

          An diesem Donnerstag findet in Berlin bereits ein Treffen auf Expertenebene statt. Dazu werden im Auswärtigen Amt Rechtsexperten aus allen vier Ländern erwartet. Poroschenko wird am Montag – dem ukrainischen Unabhängigkeitstag – von seiner Frau Marina begleitet. Die beiden haben auch einen Termin bei Bundespräsident Joachim Gauck.

          http://www.europeonline-magazine.eu/bundesregierung-hofft-auf-beruhigung-in-ukraine_407582.html

          Er traut sich wohl nicht mehr, an einer öffentlichen Feierveranstaltung in Kiew teilzunehmen. Beim letzten derartigen Event gab es Unmutsbekundungen. Die dürften jetzt wohl noch erheblich lauter ausfallen.

        • Das Zeit-Video ist ja wirklich übel, und noch nicht einmal Propaganda, sondern eher Desinformation. Nur zum Beginn: Janukowitsch hatte mehrere Gründe, die Unterzeichnungen des Abkommens zu verschieben. Der „Druck“ Russlands (in Form einer 15-mrd $ Finanzspritze) war nur einer davon. Je mehr über das Abkommen bekannt wird, desto besser kann man die Skepsis Janukowitsch und seiner Regierung verstehen. Dass die EU ihren Forderungskatalog ständig erweiterte – etwa um die Freilassung der wegen Unterschlagung inhaftierten Gasprinzessin Julia Timoschenko, dürfte die Verhandlungen ebenfalls nicht gerade erleichtert haben.

          Für „Zeit“ Leser ist dies natürlich eine unzumutbare Komplexität. Weshalb man das Video nicht gleich auf 3 Sekunden kondensiert hat: „Putin ist schuld“, weiss ich auch nicht.

          Die Ankündigung der Nazionalgarde, „nach Kriegsende“ mit dem Poroschenko-Regime aufräumen zu wollen, dürfte wohl mit ein Grund für die derzeitige Eskalation sein. Poroschenko wäre ja blöd, ein rasches Ende des Krieges anzustreben.
          Dieser ukrainische Blogger kommt nach Sichtung der Vice News Beiträge von beidseits der Front zu ähnlichen Ergebnissen:

        • noch nicht einmal Propaganda, sondern eher Desinformation

          Das Wesen der Westpropaganda besteht regelmäßig darin, wegzulassen. Zum Beispiel:

          – den Ursprung des Konflikts, nämlich das EU-Assoziationsabkommen, das die Ukraine (auch militärisch) in den Westen ziehen sollte, unter Wegfall der russischen Absatzmärkte (damit ist die ukrainische Wirtschaft tot)

          – die beherrschende Rolle der USA, sowohl in iher Einflußnahme auf diese schlechte EU-Politik als auch auf die Entstehung des Maidan sowie dessen Umfunktionierung durch rechte Gewalttäter für einen lange geplanten regime change unter Bestimmung der neuen Regierung

          – die unter gewaltfreier Mitwirkung Rußlands erfolgte Sezession und Beitritt der Krim zur Annektion umzudeuten (unter Aussparung der Geschichte der Krim)

          – Verschweigen der vielen neuen Erkenntnisse über die Snipermorde am 20.2.2014 und davor, die auch Polizisten trafen und die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit dem Rechten Sektor und ähnlichen Beteiligten zuzurechnen sind

          – Weglassen der Genfer Gespräche, des europäischen Befriedungsversuchs am 21.2.2014, der Illegitimität der neuen Regierung, des Beginns der militärischen Attacke auf die eigene Bevölkerung am 15.4.2014, Weglassen der Morde in Krasnoarmeisk, Mariupol und Odessa, Weggucken beim schrecklichen Fliegerangriff auf Lugansk am 2.6.2014.

          – überhaupt alles Weglassen, was die Kiewer Untaten und fatalen Entwicklungen hin zu einem repressiven Staat betreffen.

          Letzteres klappt nicht mehr so gut, seitdem es auch dem schönfärberischsten Schreiber nicht mehr möglich ist, wegzusehen.

          Der ukrainische Blogger gehört hoffentlich zu einer schnell wachsenden Minderheit, die sich nicht mehr vom staatlich gelenkten ukrainischen Fernsehen (dank Propaganda-Ministerium) das Gehirn waschen läßt. Aber eventuell denkt tatsächlich die Mehrheit, der Donbass sei russisch besetzt, und wenn die Besatzer erst mal weg sind, herrscht Friede, Freude, Eierkuchen – diesen Kokolores erzählt Poroschenko doch.
          Tatsächlich werden auf Kiewer Seite mehr amerikanische Berater tätig sein als russische auf der Seite des Donbass.

        • Dass es in der Ukraine beidseits der Waffenstillstandslinie intelligente Menschen gibt, überrascht mich nicht im geringsten. Hier ein Interview mit einer jungen Frau aus Kiew, die sich gewiss ihre eigenen Gedanken macht, und nicht irgendwelche Propaganda nachplärrt:

          Hoffentlich gibt es bald mehr davon.

        • Das macht wirklich Freude, so eine helle junge Frau zu sehen.

          Während bei uns immer noch dieser US-Nebel herumhängt. Sage mir, wen Du als Kronzeugen heranziehst, und ich sage Dir, welche Botschaft Du senden willst. Die WELT hat sich mal wieder den Richtigen gekrallt, der die gewünschten Sprechblasen von sich gibt. Und sie macht noch nicht einmal einen Hehl daraus – Griechenland raus, die Ukraine fördern:

          Polens Ex-Finanzminister
          17.08.15
          „Vergesst Griechenland, die Ukraine ist wichtiger!“

          Das Chaos in Griechenland ist kein Problem für die EU, glaubt Leszek Balcerowicz, der Vater der polnischen Wirtschaftsreformen nach der Wende. Er rät dem Westen, sich lieber um die Ukraine zu kümmern.

          Leszek Balcerowicz ist wohl der weltweit bekannteste Ökonom, der noch keinen Nobelpreis gewonnen hat. Bekannt machte ihn der sogenannte Balcerowicz-Plan zum Wiederaufbau der Wirtschaft in Polen durch ein striktes Programm: Kürzung öffentlicher Ausgaben, Währungskontrolle und Deregulierung zugunsten privater Firmen und Investoren aus dem Ausland.

          Beliebt hat ihn das allerdings nicht gemacht. 1989 wurde er Finanzminister und stellvertretender Premierminister der ersten nicht kommunistischen Regierung Polens seit 45 Jahren. Doch weil vielen Polen seine fiskale Schocktherapie zuwider war, wurde die Regierung seiner Partei nach wenigen Jahren abgewählt und durch Postkommunisten ersetzt, die versuchten, finanzielle Tiefschläge abzumildern.

          Balcerowicz bereut dennoch nichts. Seiner Politik der schmerzhaften Eingriffe schreibt er die heutige Stellung von Polens Wirtschaft zu, die in der Europäischen Union heute auf Rang sechs liegt. „Man kann den Sozialismus nicht in behutsamen Schritten abschaffen“, sagt er.

          Trotz seiner Popularitätseinbußen war er von 1997 bis 2000 erneut Finanzminister, danach von 2001 bis 2007 Präsident der Nationalbank Polens. Die Inflation des Landes hielt er durch die Kontrolle von Wechselkursen und Geldmenge in Schach. Heute lehrt er an der Warschauer Wirtschaftshochschule, gehört zur angesehenen Group of Thirty (G 30), die sich aus internationalen Okönomen zusammensetzt, und bekam den mit 250.000 Dollar dotierten Milton-Friedman-Preis für die Förderung der Freiheit zuerkannt. Ein Gespräch über die Bewältigung von Finanzkrisen und die Ukraine, wo bei Kämpfen erneut zahlreiche Menschen getötet wurden und der Beschuss durch die Aufständischen so massiv ist wie seit Monaten nicht mehr.
          […]
          Beraten Sie die ukrainische Regierung?

          Balcerowicz: Nein, aber was dort passiert, interessiert mich. Der Westen sollte der Ukraine viel mehr Aufmerksamkeit widmen als Griechenland. Sie ist viermal so groß, grenzt an Russland und ist ein Testfall für die EU und die Nato, seit Präsident Putin die Krim eingenommen und inoffiziell in der Ostukraine interveniert hat.

          US-Präsident Barack Obama hat vorgeschlagen, dass Europa Griechenland helfen solle, in der Euro-Zone zu bleiben. Meinen Sie das auch?

          Balcerowicz: Um die Europäer zu zwingen, noch mehr Geld für Griechenland auszugeben? Nein. Wenn ein Land hoch verschuldet ist, sind Mehrausgaben eine schlechte Wahl. Wenn die USA wirklich glauben, man sollte Griechenland finanzieren, sollten sie sich die Last mit Europa teilen. Sie scheinen überhaupt dagegen zu sein, dass ein Land die Euro-Zone verlässt. Es war ein billiger Trick, als sich Tsipras kürzlich mit Putin getroffen hat. Was wollte er den Europäern damit sagen? Das russische Bruttoinlandsprodukt ist zuletzt um 40 Prozent eingebrochen. [Völliger Quatsch!] Putin kann es sich gar nicht leisten, Griechenland zu finanzieren. Russland ist kein Vorbild für die EU.

          Egal, wie es mit Griechenland weitergeht: Sehen Sie die Euro-Zone und die EU optimistisch?

          Balcerowicz: Ich glaube nicht, dass Griechenland eine Gefahr für die EU ist. Selbst wenn es die Euro-Zone verlässt, wird es EU-Mitglied bleiben. Man sollte sich die Währungsunion nicht bloß als Staatengruppe vorstellen. Sie ist eher eine Gruppe von Regionen, die denselben Standards folgen. Wenn man Krisen vermeiden will, müssen die Märkte ohne staatliche Eingriffe arbeiten können. Die Wähler müssen für eine konservative Finanzpolitik stimmen – tun sie das nicht, dann glauben sie an den Weihnachtsmann. Es ist ein großer Irrtum zu glauben, man könne durch mehr Ausgaben Wachstum erzielen. Wenn man den Leuten zu sehr gefallen will, schadet man ihnen am Ende.

          http://www.welt.de/politik/ausland/article145305401/Vergesst-Griechenland-die-Ukraine-ist-wichtiger.html

          Es gibt aber auch vernünftige unideologische Ökonomen, wenn sie auch in Deutschland einer Mindermeinung angehören:

          Montag, 17.08.2015 – 12:14 Uhr
          Gesamtlage instabil – Datenmix durchwachsen

          • Folker Hellmeyer
          • Chefanalyst der Bremer Landesbank
          […]
          Die internationale Gesamtlage ist instabil

          Auch wenn der mediale Fokus derzeit nicht auf der Ukraine liegt, spitzt sich die Situation dort zu. Angriffe seitens Kiews auf die abtrünnigen Gebiete nehmen zu, so dass die Führung Donezks an die Minsk II Verantwortlichen appellierte, Kiew zur Einhaltung des Abkommens aufzufordern. Mehr noch steht der Vorwurf im Raum, dass seitens Kiews Phosphorbomben (international geächtet) verwendet werden. Was macht Berlin? Was machen die Medien?

          Die Situation im Nahen Osten bleibt prekär. Die Instabilität von Libyen bis Syrien ist extrem ausgeprägt. Damit werden die Flüchtlingsströme weiter zunehmen. Werden die richtigen Fragen gestellt? Nur dann kann es auch richtige Antworten geben. Letzteres führt zu zunehmender politischer Instabilität in den Ländern, die diese Ströme aufnehmen müssen. Das gilt nicht nur für die Insel Kos.

          Sind die USA von den Konsequenzen ihrer eigenen Politik in beiden Regionen weit genug entfernt?

          Der internationale Datenmix liefert ein durchwachsenes Bild:

          Das BIP der Eurozone legte laut erster Schätzung per 2. Quartal 2015 um 0,3% (Prognose 0,4%) nach +0,4% im ersten Quartal 2015 zu.
          Losgelöst von der Verfehlung der Prognose dominiert damit seit sieben Quartalen im Jahresvergleich als auch seit neun Quartalen im Quartalsvergleich ein moderates, aber solides Wachstum, das im Gegensatz zu den USA nicht von sportlichen Krediten, sondern von wiederkehrenden Einkommen lebt. Dieser bedeutsame Qualitätsunterschied wird weiter medial und analytisch außerhalb Bremens ausgeblendet.
          […]

          http://www.godmode-trader.de/artikel/gesamtlage-instabil-datenmix-durchwachsen,4309472

          Und dumpfe Militärs machen Reklame für Aufrüstung von Osteuropa, als ob damit irgendjemandem gedient wäre außer der Rüstungsindustrie:

          News: New Bulgaria-based Marine unit to deter Russian aggression with tanks, artillery
          U.S. Marine Corps Forces Europe and Africa

          Story by Capt. Richard Ulsh

          U.S. Marines now have tanks, artillery, and light-armored reconnaissance vehicles in Europe to support NATO allies and international partner countries. The heavy equipment arrived in Bremerhaven, Germany, Aug. 16, 2015, and is bound for Bulgaria. The tanks, artillery, and light armored reconnaissance vehicles will be loaded on trains and moved across Europe demonstrating our allies’ and international partners’ ability to move heavy equipment across the region to support operations during a crisis.

          STUTTGART, Germany – U.S. Marines now have tanks, artillery, and light-armored reconnaissance vehicles in Europe to support NATO allies and international partner countries.

          The heavy equipment arrived in Bremerhaven, Germany, Aug. 16, and is bound for Bulgaria. The tanks, artillery, and light armored reconnaissance vehicles will be loaded on trains and moved across Europe demonstrating our allies’ and international partners’ ability to move heavy equipment across the region to support operations during a crisis.

          Using this equipment, Marines will train alongside allies’ and partners’ mechanized units collectively improving combined arms skills and anti-armor tactics. Accompanied by more than 160 Marines, the tanks, artillery, and light-armored reconnaissance vehicles comprise the Combined Arms Company. The unit will make up part of the Black Sea Rotational Force, but will be based at the Novo Selo Training Area in Bulgaria.
          […]

          https://www.dvidshub.net/news/173396/new-bulgaria-based-marine-unit-deter-russian-aggression-with-tanks-artillery#.VdICmPmqpBd

  2. Und nun auch noch das:

    http://derstandard.at/2000020819442/Bericht-US-Militaer-will-Nutzung-von-Drohnen-ausweiten

    “ Das US-Militär will die Nutzung von Drohnen in Kriegs- und Krisengebieten in den kommenden vier Jahren einem Medienbericht zufolge deutlich ausweiten.“.
    ……
    „Die Armee wolle damit ihre Aufklärungs- und Angriffsfähigkeiten in Ländern wie der Ukraine , dem Irak oder Syrien sowie in Regionen wie dem südchinesischen Meer und Nordafrika verbessern.“

    Es wird bald keinen Winkel auf diesem Planeten mehr geben, der nicht von US-Drohnen „aufgeklärt“ und nach Beförderung zum „Krisengebiet“ (s.a. „Die Revolutionsprofis“ https://www.youtube.com/watch?v=5ifKyciJMcc) die genannten „Angriffsfähigkeiten“ herausfordern kann.

    Schöne Neue Welt!

    • Hierzu Florian Rötzer:

      Pentagon will den Einsatz von Drohnen auch in der Ukraine ausbauen
      Florian Rötzer 17.08.2015

      Wie WSJ berichtet, sollen sukzessive die Zahl der täglichen Flüge erhöht und die Möglichkeiten der Kampfeinsätze erweitert werden
      […]
      Nach einem Pentagon-Mitarbeiter soll die Zahl der Flüge nicht nur über Syrien und dem Irak, sondern auch über Nordafrika und dem Südchinesischen Meer sowie über der Ukraine erhöht werden. Nach ihm sollen nicht nur die Überwachungskapazitäten, sondern auch die Möglichkeiten von tödlichen Angriffen erweitert werden. Ob letzteres auch für die Ukraine geplant ist, geht aus dem Artikel nicht hervor. Verwiesen wird auf den Nato-Kommandeur, General Philip Breedlove, der dringlich mehr Überwachungskapazitäten für den Ukrainekonflikt forderte, um besser Moskaus Denken und Absichten erkennen und besser auf etwaige Angriffe antworten zu können.

      Bislang wurde das Drohnenprogramm vornehmlich von der CIA und der Luftwaffe betrieben, nach den neuen Plänen sollen auch die US-Armee, das Kommando der Spezialeinheiten und private Auftragnehmer dafür zuständig sein.
      […]

      http://www.heise.de/tp/artikel/45/45728/1.html

      Die Ukraine braucht nicht einmal NATO-Mitglied zu sein, damit der unselige General Breedlove über sie bestimmt. Deutlicher kann man das geostrategische Interesse der USA überhaupt nicht kennzeichnen.

      Umso dringlicher erscheint es, daß Untersuchungen stattfinden, inwieweit die USA in Deutschland befindliche Einrichtungen nutzen, um ihren völkerrechtswidrigen Drohnenkrieg zu führen. Das wäre doch ein guter Einstieg für den neuen GBA…

      • @Gabriele
        irgendwie habe ich so eine klitzekleine Hoffnung, dass das nur „Schaumschlägereien“ sind oder so „Möchte-gern-Träumereien“ weil China & Russland sie eventuell doch arg in Bedrängnis bringen….beide lassen sich nicht provozieren um irgendwo „einzugreifen“….

        Habe gerade etwas anderes gefunden, kann es aber leider so gar nicht einordnen – also ob das seriös ist oder nicht…..

        aber es wäre einfach zu schön,-)
        http://fortruss.blogspot.de/2015/08/yatsenyuk-will-flee-ruins-of-ukraine.html

        „Kolomoysky owned TV channel „1+1“ showed a government meeting, where Yatsenyuk sensationally responded to the statement of a minister that “we have to live in this country.” He blurted out: “Ukraine is not my historical homeland and I don’t intend to live here.”

        • @ Steffi:

          Natürlich blubbern Typen wie Breedlove, so sind amerikanische Militärs nun mal. Gefährlich ist das, weil Europa, allen voran Deutschland bzw. die Kanzlerin, sämtliche Übergriffigkeiten der USA ungerührt geschehen lassen und nicht ein einziges Mal deutsche und europäische Interessen vertreten.

          Das Einzige, was diesen Interessen entspricht, ist Friedens- und Handelspolitik in und mit Eurasien, die allerdings den Interessen der USA zuwiderläuft. Die USA haben sich die russophoben baltischen Staaten und Polen gekrallt, um ihre aggressive Politik gegenüber Rußland auch in der EU durchzusetzen. Das neue Europa gegen das alte auszuspielen, ist seit längerem Teil ihrer Politik.

          Jazenjuks Auswanderungsgelüst gilt aber nur für die Zeit nach seinem Rücktritt:

          According to the channel, the prime minister frankly stated at a cabinet meeting that “after resignation he will immediately leave the country,” and journalists have noted that he “has increasingly begun to show signs of hysteria and apparently intends to prematurely resign.”

          http://fortruss.blogspot.de/2015/08/yatsenyuk-will-flee-ruins-of-ukraine.html

          Und was soll dann sein „historisches Heimatland“ sein, wenn es nicht die Ukraine ist?

          Jetzt ganz unabhängig von dem Wahrheitsgehalt dieser Äußerung im Kabinett, bei der wohl keine Kamera anwesend war (ich habe mir den russischen Originalbericht nicht angesehen, vielleicht kannst Du das nachholen?) und es daher ein Leak sein müßte, das zu dem Bericht führte: die eigentliche Nachricht ist doch die Tatsache, daß diese Enthüllung in einem Kolomoiskij-Sender erfolgte. Laut Christian Neef im aktuellen SPIEGEL ist Kolomoiskij der Oligarch, der Jazenjuks Partei finanziert – und nun denunziert er „seinen“ Politiker.

          Das dürfte damit zusammenhängen, daß die Zustimmungsraten für Jazenjuk auf 2-4 % gefallen sind. Also weg mit Schaden, zumal Jazenjuk nicht verhindern konnte, daß Kolomoiskij als Gouverneur abgesetzt wurde. Der Nächste bitte. Da bietet sich doch der noch US-treuere Sakaaschwiili an, der überdies über, wenn auch negative, Erfahrungen dahingehend verfügt, wie man einen „US-backed“ Krieg mit Rußland anzettelt. Da im Zuge der „Dezentralisierung“ der Ukraine die Gouverneure wegfallen, wäre er ab Oktober/November 2015 arbeitslos und harrte einer neuen Verwendung in einem Land, das ihn nicht nach Georgien ausliefert.

          Benjamin Bidder wäre gewiß begeistert über diese Wendung: der Durchgreifer mit dem Bulldozer kommt! 🙂

        • Ach ja, Kolomoiskij, der hat schon gut vorgesorgt –
          wer braucht einen Gouverneursposten, wenn ihm die größte Bank gehört:

          „As the largest bank, Kolomoisky’s PrivatBank stood to garner the largest share of the international aid. Published estimates put this share as high as 40 percent. Despite the torrent of cash, the banks’ situation did not improve; nine months into the program, the IMF announced: “As of end January 2015 … the banking system’s capital adequacy ratio stood at 13.8 percent, down from 15.9 percent at end-June.” Where had the money gone?

          Though we hear much about corruption in countries such as Ukraine in general terms, a precise, detailed accounting of the means by which an impoverished country has been stripped of precious assets is not usually easy to come by. In this case however, thanks to investigative work by the Ukrainian anticorruption watchdog group Nashi Groshi (“Our Money”), we can actually watch the process by which the gigantic sum of $1.8 billion was smoothly maneuvered offshore, in the first instance to PrivatBank accounts in Cyprus, and thence into accounts in Belize, the British Virgin Islands, and other outposts of the international financial galaxy.

          The scheme, as revealed in a series of court judgments of the Economic Court of the Dnipropetrovsk region monitored and reported by Nashi Groshi, worked like this: Forty-two Ukrainian firms owned by fifty-four offshore entities registered in Caribbean, American, and Cypriot jurisdictions and linked to or affiliated with the Privat group of companies, took out loans from PrivatBank in Ukraine to the value of $1.8 billion.

          The firms then ordered goods from six foreign “supplier” companies, three of which were incorporated in the United Kingdom, two in the British Virgin Islands, one in the Caribbean statelet of St. Kitts & Nevis. Payment for the orders—$1.8 billion—was shortly afterwards prepaid into the vendors’ accounts, which were, coincidentally, in the Cyprus branch of PrivatBank. Once the money was sent, the Ukrainian importing companies arranged with PrivatBank Ukraine that their loans be guaranteed by the goods on order.

          But the foreign suppliers invariably reported that they could not fulfill the order after all, thus breaking the contracts, but without any effort to return the money. Finally, the Ukrainian companies filed suit, always in the Dnipropetrovsk Economic Court, demanding that that foreign supplier return the prepayment and also that the guarantee to PrivatBank be cancelled. In forty-two out of forty-two such cases the court issued the identical judgment: the advance payment should be returned to the Ukrainian company, but the loan agreement should remain in force.

          As a result, the loan of the Ukrainian company remained guaranteed by the undelivered goods, while the chances of returning the advance payments from foreign companies remain remote. “Basically this transaction of $1.8 bill[ion] abroad with the help of fake contracts was simply an asset siphoning [operation] and a violation of currency legislation in general,” explained Lesya Ivanovna, an investigator with Nashi Groshi in an email to me. “The whole lawsuit story was only needed to make it look like the bank itself is not involved in the scheme … officially it looks like PrivatBank now owns the products, though in reality [they] will never be delivered.”

          Thanks to the need to use the economic court as a legal fig leaf, the scheme operated in plain view. “There were no secret sources,” Ivanovna told me. “We found this story while monitoring the court decisions registrar. It’s open and free to search, so we read it on a daily basis.” Other companies had used the same mechanism, she pointed out. “The major difference of this case is its immensity.”

          Despite this brazen raid on Ukraine’s dwindling assets, no one in authority seemed to care very much“
          …….
          „Kolomoisky flew unmolested to the United States, where he is reported to have been spending a lot of time watching basketball games, and with no one asking awkward questions about what happened to all that IMF money.“

          http://russia-insider.com/en/politics/ukraine-oligarch-steals-18-billion-us-us-pretends-it-didnt-happen/ri9275.

        • Das ist ja eine erstaunlich simple Masche. Was mich jetzt noch interessiert hätte: was für Waren kann man denn in den britischen Virgin Islands oder im Karibikstaat St. Kitts & Nevis bestellen, die man in der Ukraine dringend braucht? Rum und Kokosnüsse?

          Unglaublich!

          Aber diesen Nebensatz will ich auch noch hervorheben:

          (Nuland’s friend Mikheil Saakashvili, the former president of Georgia who had worked so hard to draw the United States into conflict with Russia, took over the governorship of Odessa, with the United States paying his staff’s salaries.)

          http://russia-insider.com/en/politics/ukraine-oligarch-steals-18-billion-us-us-pretends-it-didnt-happen/ri9275.

          Zustände sind das.

    • Ray McGovern hat mal wieder einen klaren, analytischen Artikel geschrieben. Aber ob seine Hoffnung in Erfüllung geht, daß aus den Reihen der Geheimdienste ein frustrierter Mitarbeiter den Whistleblower spielen wird?

      Und ist er nicht auch am Schluß zu optimistisch?

      Odd that neither Gregory nor other “mainstream” stenographers have thought to ask Kerry, then or since, to share what he says he “knows” with the American people and the world – if only out of, well, a decent respect for the opinions of mankind. If Kerry has sources beyond “social media” for what he claims to “know” and they support his instant claims of Russian culpability, then the importance of his accusations dictates that he describe exactly what he pretends to know and how. But Kerry has been silent on this topic.

      If, on the other hand, the real intelligence does not support the brief that Kerry argued right after the shoot-down, well, the truth will ultimately be hard to suppress. Angela Merkel and other leaders with damaged trade ties with Russia may ultimately demand an explanation. Can it be that it will take current European leaders a couple of years to realize they’ve been had — again?

      The U.S. government also is likely to face growing public skepticism for using social media to pin the blame on Moscow for the downing of MH-17 – not only to justify imposing economic sanctions, but also to stoke increased hostility toward Russia.

      The Obama administration and the mainstream media may try to pretend that no doubt exists – that the “group think” on Russia’s guilt is ironclad. And it seems likely that the official investigations now being conducted by the U.S.-propped-up government in Ukraine and other close U.S. allies will struggle to build a circumstantial case keeping the Putin-did-it narrative alive.

      But chickens have a way of coming home to roost.

      https://consortiumnews.com/2015/08/17/propaganda-intelligence-and-mh-17/

      Auf die Mainstream-Medien zu setzen, die eventuell einmal kritische Fragen an die US-Regierung stellen, ist wohl etwas verwegen. Sie beteiligen sich vielmehr mit Verve an der unbewiesenen westlichen Narration.

      Angela Merkel legt keinen Wert auf deutsche oder europäische Souveränität, wie aus ihrem Umgang mit dem NSA-Skandal klar hervorgeht. Mal sehen, wie es die UNO anpackt, deren Telefon-Provider AT&T jahrelang dem NSA zugearbeitet hat.

      Und solange Bellingcat von der Westpresse, den amerikanischen Thinktanks und der NATO noch gepampert wird, dürfte auch keine breite Skepsis gegenüber social media-„Beweisen“ entstehen.

      Immerhin, den Ermittlungen steht auch er skeptisch gegenüber, und bislang gibt es auch nichts, das einem die Skepsis nehmen würde. Im Gegenteil, da weder die offiziellen Verlautbarungen noch die angeblichen „Leaks“ den Eindruck vermitteln, dort würde ergebnisoffen ermittelt.

  3. Während der Westen via Jit/DSB subtile antirussische Propaganda macht, und die westlichen Medien in ihrer überwiegenden Mehrheit mal mehr, mal weniger subtil dieser Linie folgen, gerät die Realität des Tötens in der Ukraine aus dem Blickfeld.

    Tatsächlich ist zu befürchten, daß Kiew, aufgepäppelt durch Ausbildung und Armeelieferungen durch die USA – aber nicht nur durch die USA -, vor der dritten Offensive stehen.

    08.13.151:03 AM ET

    American Paratroopers in Ukraine Have Putin Rattled

    The Kremlin is worried about not just what the American troops are teaching the Ukrainians, but what they may be learning from them and the Donbas battlefield.
    […]
    Moscow has complained frequently about the “provocative” presence of the U.S. paratroopers in Yavoriv, blaming Washington for threatening the peace. “With a smokescreen of claims about an alleged presence of Russian troops in Donbas, Washington is trying to divert the international community’s attention from its military deployment in Ukraine,” the Russian Foreign Ministry spokesman, Alexander Lukashevich, said in a statement last April. “It’s obvious that the U.S. troops on Ukrainian soil won’t bring it peace.”

    By July the number of foreign military on Ukraine’s soil had increased to 1,800 soldiers. The exercises were organized by International Peacekeeping and Security Center in the Lviv region and focused on defensive operations as well as integrated command posts for units from 18 countries.
    […]
    For the U.S. military, the changes in relationships with Russia in the past few years are dramatic, as well. Only two years ago, in 2013, Porter was involved in bilateral military exercises with Russian airborne troops. “Just one year later, in 2014, I was based in Estonia waiting for Russia to attack, and this year we are here training to fight a Russian enemy,” he said.

    “The enemy is not just one thing—they dress different, they look different—we need to be flexible, ready for anything, ready to go anywhere and do anything,” Savarie added.
    And how does it strike you, after years fighting Iraqis and Afghans, that your enemy now is just as blue-eyed and blond as you? “We heard from the Ukrainian military that sometimes a brother has to fight against a brother in the east of their country. That just blows your mind,” Porter said.

    There are many lessons to be learned on Ukraine’s battlefield—for all sides.

    http://www.thedailybeast.com/articles/2015/08/13/american-paratroopers-in-ukraine-have-putin-rattled.html

    Da muß man sich natürlich umstellen: Iraker und Afghanen abzuknallen, war ja eine leichte Übung, die sahen ja schon fremdländisch genug aus, um als Feind durchzugehen. Aber blauäuigige blonde Gegner stellen natürlich eine Herausforderung dar. Da kann man von Kiew noch was lernen, das ja keine Probleme hat, die eigene Bevölkerung zu bombardieren.

    Ausgabe vom 17.08.2015, Seite 3 / Schwerpunkt
    Staatsterrorismus
    Vorwiegend nachts Wohnviertel beschießen und für Hunger sorgen. Zur Kriegführung Kiews im Donbass

    Von Reinhard Lauterbach
    […]
    Es stimmt, der Waffenstillstand wird von beiden Seiten nicht eingehalten. Der Unterschied besteht darin, dass die Aufständischen in aller Regel ukrainische Militärstellungen ins Fadenkreuz nehmen. Über getötete Zivilisten auf eigener Seite berichten selbst die Kiewer Medien kaum. Das hat seine Logik: Die Kiewer Militärs sind auch in dem Teil des Donbass, den sie kontrollieren, als Besatzer verhasst, Disziplinlosigkeiten der Truppe tragen zum negativen Erscheinungsbild bei. Die Sympathisanten auf der anderen Seite der Front sind für die Volksrepubliken wichtige Informationsquellen über ukrainische Truppenbewegungen.

    Die Ukraine dagegen bombardiert systematisch Wohnsiedlungen und lebenswichtige Infrastruktur, riskiert Umweltschäden wie bei der Zerstörung von Chemikalienlagern. Der ukrainische Beschuss findet nach auch aus Kiew nicht dementierten Mitteilungen der Stadtverwaltungen des Donbass so gut wie ausschließlich in den Abend- und Nachtstunden statt, zwischen 20 und sechs Uhr. Das entzieht Erklärungen wie der von zufällig irgendwo einschlagenden Granaten die Grundlage, denn es bedeutet: Man will auf ukrainischer Seite nicht nur die Wohnungen treffen, sondern auch ihre Bewohner. Sie sollen im Einzelfall obdachlos gemacht, getötet oder verletzt, insgesamt aber eingeschüchtert und zur Flucht aus der Region genötigt werden.

    Dem dient es auch, wenn ukrainisches Militär und »Freiwillige« Lieferungen von Trockenobst, Käse und Zucker beschlagnahmen, die über Feldwege durch die Front geschmuggelt werden sollten. Hunger wirkt immer. Ukrainische Politiker nennen offen die kroatische Operation »Oluja« (Sturm) vom Sommer 1995 als Vorbild für ihre Kriegführung. Damals hatte das kroatische Militär durch Terrorangriffe auf serbische Dörfer in der Region Krajina eine Massenflucht der Zivilbevölkerung ausgelöst und im Ergebnis ein von den Bewohnern verlassenes Territorium erobert.
    […]
    Die ukrainische Publizistik gibt offen zu, dass das Land in seiner gegenwärtigen Verfassung mit den Menschen des Donbass nichts anfangen kann. Das »proukrainische« Fünftel ist längst geflohen; die übrigen 80 Prozent werden als »Watteköpfe« verhöhnt und gelten als unbelehrbar und nicht zu integrieren; es gibt Forderungen der von Kiew eingesetzten Regionalchefs, sogar die Kommunalwahlen im Oktober in den ukrainisch kontrollierten Teilen des Donbass abzusagen, weil ohnehin die Falschen gewinnen würden. Kiew setzt auf die Vertreibung der unbotmäßigen Bevölkerung aus dem Donbass oder auf Schlimmeres. Im US- und EU-finanzierten Fernsehkanal Hromadske TV durfte schon vor einem Jahr ein selbsternannter Experte ausrechnen, dass mindestens 1,5 Millionen Donbass-Bewohner ohnehin überflüssig seien und deshalb verschwinden müssten.
    […]

    https://www.jungewelt.de/2015/08-17/024.php

    Diese ideologische Motivation erklärt es vielleicht, wie Brüder auf Brüder, die als Untermenschen betrachtet werden, schießen können, und seien sie noch so blond und blauäugig.

    Sachartschenko erklärt daher auch, daß Minsk II von Kiew gebrochen wird.

    Veröffentlicht am 17.08.2015

    Staatschef der Volksrepublik Donezk (Ostukraine) Alexander Sachartschenko:
    „Trotzt der guten Entwicklung, kann man die Lage in den umkämpften Gebieten offen als sehr angespannt bezeichnen. Es ist sehr klar zu sehen, dass der Gegner (ukrainische Armee) sich zum Angriff vorbereitet. Die „Musik“, die sie jeden Abend hören (die Ostukraine wird ständig durch die ukrainische Armee beschossen), gibt sehr gut zu verstehen, was sie bedeutet. Zurzeit stehen uns ca. 82 Bataillonen gegenüber, die Gesamtzahl der ukrainischen Soldaten beläuft sich auf ca. 65 000 Mann. Es wurden Angriffstruppen der ukrainischen Armee gebildet und es sieht so aus, dass man keinen Frieden von dort erwarten könnte. Minsker Abkommen kann man derzeit somit als gebrochen bezeichnen“.

    In den DPA-Agentur-Meldungen liest man stereotyp, daß Steinmeier zum Telefonhörer greift und Lawrow anruft, wenn es wieder Tote in der Ukraine gibt. Er ist schlecht informiert, denn ansonsten würde er Poroschenko anrufen und verlangen, daß endlich die rechten Truppen abgezogen werden, die die Zivilbevölkerung im Donbass bombardieren.

    Daß Kiew keinen einzigen der Minsker Punkte zu erfüllen bereit ist, von Waffenstillstand über Autonomie, Amnestie, Wiederaufnahme der Wirtschaftsbeziehungen, dürfte mittlerweile jedem klar sein. Minsk II schuf lediglich die weitere Pause, um nun die dritte Offensive, gestärkt durch die USA, zu lancieren. Auch die wird schiefgehen, denn außer den von den USA bezeichnenderweise trainierten rechten Kräften der „Nationalgarde“ will niemand in der Ukraine in den Krieg ziehen. Wer kann, entzieht sich der „Mobilisierung“, und wer zwangsweise gezogen wurde, wird alles tun, um nicht als Kanonenfutter zu enden, sondern sich in die Büsche schlagen.

    Bernhard Clasen von der taz hat von Minsk II bereits Abschied genommen:

    Heißer oder kalter Krieg
    Eine Umsetzung des Minsker Abkommens vom Februar ist und bleibt ein Phantasma. Ein anderer Konflikt zeigt, dass die Lösung einfach sein könnte.

    17. 8. 2015

    Bernhard Clasen

    Mal ehrlich: Würden Sie einen Vertrag verlängern, wenn Sie sehen, dass bislang kein einziger der vereinbarten Punkte eingehalten wurde? Wohl kaum. Und so stellt sich die Frage, ob ein Vertrag wie der im Februar vereinbarte Waffenstillstandsvertrag von Minsk das Papier wert ist, auf das er gedruckt wurde.

    Ein neuer Vertrag muss her! Und dieser neue Waffenstillstandsvertrag muss bescheidener ausfallen. Er sollte dem Umstand Rechnung tragen, dass man derzeit nicht die Wahl zwischen Krieg und Frieden hat. Man hat nur die Wahl zwischen kaltem und heißem Krieg. Das bedeutet, der Konflikt in der Ostukraine muss eingefroren werden. Und für ein erfolgreiches Einfrieren eines blutigen Krieges gibt es ein Vorbild in der früheren Sowjetunion.

    In einem anderen Konflikt auf dem Gebiet der früheren Sowjetunion spielte Minsk schon einmal eine wichtige Rolle: Im Südkaukasus haben vor gut zwei Jahrzehnten über 30.000 Menschen im Konflikt um Nagorny Karabach ihr Leben verloren; ein Konflikt, der in seiner Grausamkeit den ostukrainischen Konflikt um Einiges übertraf. Dutzende von Armeniern waren Ende der 80er Jahre in Aserbaidschan, Dutzende von Aserbaidschanern in Armenien Opfer schrecklicher Pogrome geworden.

    Am 5. Mai 1994 hatten sich Armenier und Aserbaidschaner im kirgisischen Bischkek auf einen Waffenstillstand geeinigt. Wenige Wochen nach Inkrafttreten dieses Waffenstillstands hatte die OSZE auf einer Konferenz in Minsk eine „Minsk-Gruppe“ ins Leben gerufen, die den Waffenstillstand überwachen und eine Plattform für Gespräche zur Regulierung des Karabach-Konflikts bieten sollte.

    Verzicht auf eine Paketlösung

    Seit 1994 überwacht die Minsk-Gruppe der OSZE den Waffenstillstand im armenisch-aserbaidschanischen Konflikt. Kovorsitzende der Minsk-Gruppe sind ein US-amerikanischer, ein französischer und ein russischer Sonderbotschafter. Vor Ort überwachen mehrere Dutzend OSZE-Beobachter unter der Leitung des polnischen OSZE-Botschafters Andrzej Kasprzyk den Waffenstillstand. Kasprzyk steht im ständigen Kontakt zu den armenischen und aserbaidschanischen Kommandeuren, die Beobachter besuchen regelmäßig die Waffenstillstandslinie.
    Dieser OSZE-Gruppe ist es gelungen, über zwanzig Jahre hinweg einen brüchigen Waffenstillstand zu halten. Immer wieder kommen Soldaten bei Schusswechseln ums Leben, doch seit 1994 gibt es keinen Krieg mehr zwischen Armeniern und Aserbaidschanern.
    […]

    http://taz.de/Debatte-Ukraine-Konflikt/!5220199/

    Ob die USA, die die Kiewer Politik beherrschen und die auf die rechten Kräfte, die „ihre“ Regierung ins Amt geputscht haben, Rücksicht nehmen müssen, damit zufrieden wären? Es ist zu bezweifeln. Wie in Syrien hat sich die US-Politik in ihrem geopolitischen Wahn verrannt, und Europa taperte wie blöd in diese Falle, die den EU-Ländern extremen wirtschaftlichen Schaden zufügt.

    Deutschland trennt sich von fragwürdigen Verbündeten wie der Türkei erst dann, wenn es die USA auch tun:

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/patriot-raketenabwehr-bundeswehr-mission-in-der-tuerkei-endet-a-1048270.html

    Erbärmlich, so eine „Politik“.

    Es gab niemals eine Gefahr, daß Assad die Türkei angreifen würde. Für solche US-generierte Phantasmen wurden Millionen für beschaftigungslos mit Auslandszulage privilegierte deutsche Soldaten ausgegeben, die sich langweilten und für nichts und für wieder nichts von ihren Familien getrennt wurden. Gut, daß wir jetzt eine Berufsarmee haben, die die Zulagen gern als Schmerzensgeld für sinnlose Dienstschieberei seit 2012 mitnimmt.

    Die FAZ leistete sich einen Fremdbeitrag über das unmoralische Kriegstreiben der USA, der geradezu erstaunlich ist:

    Amerikas Politiker
    Aus Prinzip verantwortungslos

    Amerikas kompromittierte Politiker haben nichts zu befürchten: In Washington genießen Menschen wie Paul Wolfowitz, der politische Architekt des Irakkriegs, ein entspanntes Privatleben. Ihre Fehler muss die Welt ausbaden.

    15.08.2015, von Stephan G. Richter, Washington
    […]
    Der Verfasser lebt in Washington und betreibt dort die Netzzeitschrift „The Globalist“

    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/amerikas-politiker-aus-prinzip-verantwortungslos-13747097.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

    Man selbst traut sich ja nicht und muß die NATO-Linie fahren…

    Wer einmal ganz abseits der abgetretenen NATO- und USA- Pfade wandeln will, dem empfehle ich die kritische Lektüre dieses Beitrags zu Syrien, der Parallelen zur Destabilsierung der Ukraine aufzeigt. Und ganz überraschende Perspektiven für ein Überleben Syriens in all dem Chaos aufzeigt:

    Why Syria is winning
    12.08.2015

    Syria is winning. Despite ongoing bloodshed and serious economic pressure, Syria is advancing steadily towards a military and strategic victory that will transform the Middle East. There is clear evidence that Washington’s plans – whether for ‚regime change‘, for rendering the state dysfunctional or for dismembering the country on sectarian lines – have failed.
    By Tim Anderson
    […]

    Fact check one: there never were any ‚moderate rebels‘. A genuine political reform movement was displaced by a Saudi-backed Islamist insurrection, through March-April 2011. In the first few months of the crisis, from Daraa to Homs, key armed groups like the Farouq brigade were extremists backed by Saudi Arabia and Qatar, who practised public atrocities and blew up hospitals, using genocidal slogans and practising sectarian ethnic cleansing. Syrians these days call them all ‚Daesh‘ (ISIL) or just ‚mercenaries‘, not bothering too much with the different brand names. The recent statement by ‚moderate rebel‘ leader Lamia Nahas that Syria’s ‚minorities are evil and must be disposed of‘, just as Hitler and the Ottomans disposed of minorities, only underlines that fact. The character of the armed conflict has always been between a confrontation between an authoritarian but pluralist and socially inclusive state, and Saudi-style sectarian Islamists, acting as proxy armies for the big powers.
    […]

    http://english.pravda.ru/opinion/columnists/12-08-2015/131627-syria_winning-0/

    Es ist durchaus vorteilhaft, sich auch einmal diese Perspektive anzusehen. Sie weitet den Horizont ungemein.

    • Putin sieht es vermutlich realistisch. Die Ukraine wird die amerikanisch-georgisch-dominierte Fremdbestimmung abschütteln, die nur Elend verursacht. Spätestens bei den Kommunalwahlen im Oktober wird dieser Regierung die Quittung erteilt werden. Das Volk will weder den Bruderkrieg noch das IWF-Regime, das die Verelendung bedeutet und den Ausverkauf letzter staatlicher Werte unter Preis an Oligarchen oder Westunternehmen:

      Putin calls external administration de facto imposed by Kiev humiliating for Ukraine

      August 17, 18:03 UTC+3

      The Russian president referred to key positions in the government and in the regions being held by foreign nationals

      YALTA, August 17. /TASS/.

      Russian President Vladimir Putin has said he is confident that all difficulties in Ukraine will be over. At the same time, he called humiliating for the people of Ukraine the practice of the external administration in this country that has been de facto imposed by Kiev.
      „I am sure that despite all the difficulties of the current period of time, the situation in Ukraine will be rectified too, Ukraine will be developing positively and will depart from this disgraceful practice that we see today, namely, placing a whole huge European country under the external administration with key positions in the government and in the regions held by foreign nationals,“ he said. „I think that all this is humiliating for the Ukrainian people,“ Putin noted.
      The Russian president expressed confidence that this practice was yet to be assessed by the Ukrainian people. „Ukraine will recover and will be developing positively and will build its future along with Russia,“ he said.

      http://tass.ru/en/world/814880

      • Bei den Wahlen die Quittung bekommen? Höchstens durch Wahlverweigerung, den oppositionelle Parteien sind verboten oder wurden kurzerhand nicht zugelassen…. nicht patriotische genug.

        • Es sind Kommmunalwahlen, und da treten sicherlich auch lokale Initiativen oder parteilose Kandidaten an, die man auf lokaler Ebene kennt. Aber grundsätzlich stimme ich Ihnen zu: freie Wahlen gibt es in der Ukraine seit dem 22.2.2014 nicht mehr.

          Und Poroschenko dreht mittlerweile frei:

          Lawrow: Poroschenkos Erklärungen über Russlands Aggression gegen EU sind irrsinnig
          14:02 17.08.2015(aktualisiert 14:56 17.08.2015)

          Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat die Erklärungen des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko über eine mögliche Aggression Russlands gegen EU-Länder als irrsinnig und undenkbar bezeichnet.
          „Vorläufig sehen wir nur, dass die ukrainische Führung die Situation aufzuheizen versucht, indem sie undenkbare, irrsinnige Erklärungen abgibt.“ Als Beispiel dafür führte Lawrow die Auszüge aus dem jüngsten Interview des ukrainischen Staatschefs an.

          „Auf die Frage, wie er die Politik Russlands einschätzt, hat Poroschenko gesagt: ‚Putin will ganz Europa‘. ‘Ob eine Aggression Russlands gegen Finnland möglich ist?‘ ‚Ja‘. ‚Und gegen die baltischen Länder?‘ ‚Natürlich‘. ‚Und im Schwarzmeerraum?‘ ‚Ja. Deswegen kämpft die Ukraine nicht nur für ihre Souveränität und territoriale Integrität, sondern auch für Demokratie, Freiheit und Sicherheit des ganzen europäischen Kontinents“, zitierte Lawrow den ukrainischen Präsidenten.
          „Es ist klar, dass ein solcher Mann mehr darüber besorgt ist, die Russophobie im Westen zu unterstützen und künstlich die Spannungen zu verschärfen und damit die Aufmerksamkeit von seiner Unfähigkeit abzulenken, das, was er unterzeichnet hat, in die Tat umzusetzen“, sagte Lawrow gegenüber Journalisten.
          Die Unfähigkeit der jetzigen Kiewer Behörden zur Verständigung ruft bei Russland Lawrow zufolge starke Besorgnis hervor. Deswegen hoffe Moskau, dass die Teilnehmer des „Normandie-Formats“ alle diese Spiele durchschauen und die aufrichtigen Bemühungen Russlands zur Umsetzung der Minsker Vereinbarungen durch alle Konfliktparteien bemerken.
          „Und dass sie das Spiel, in welches die ukrainische Staatsführung jetzt alle zu verwickeln versucht, nicht übersehen“, so der Chefdiplomat.
          […]

          http://de.sputniknews.com/politik/20150817/303843029.html#ixzz3j97Fmaao

          In seiner nächsten Karriere wird er Assistent von Breedlove.

        • Ja, wo sind sie denn, die westlichen „Teilnehmer des Normandie-Formats“. Was schert sie ihr Geschwätz oder ihre Unterschrift von gestern? Lawrow steht einsam auf verlorenem Posten.

        • Doch nicht ganz einsam. Hier eine Stimme der Vernunft von konservativer UK-Seite (wie es sie schon einmal aus dem House of Lords gab):

          https://irrussianality.wordpress.com/2015/08/17/straight-shooting-from-the-uk/

          „Given that many people in Ukraine actually consider themselves to be Russian, and that the justifications for sanctions may have shifted, it appears necessary to revise our approach to what could be considered one of the greatest challenges of the 21st century. We might do worse than explore for [sic] a peaceful solution to this crisis, engaging EU member states and Russia in a meaningful and inclusive dialogue.“
          ….
          „‘Stable democracy does not result from having homogeneous political or cultural attitudes,’ writes Petro, ‘but from society’s ability to develop institutions that not only manage these conflicting elements within a culture, but also preserve a balance among them.’ The way out of Ukraine’s crisis, he continues, is ‘to develop a unifying civic culture that encompasses both its Russian and Ukrainian speaking communities.’ This will be impossible, ‘if Ukrainian elites persist in trying to promote national unity by imposing highly divisive national symbols, rallying around an “eternal enemy” (Russia), and insisting on a new national identity as a litmus test of loyalty. … Ukraine will thrive only if its bicultural and bilingual identity is seen as a source of strength, rather than as a weakness to be eradicated.’ „

        • Was nutzt es, wenn Politiker diese im positiven Sinn konservativen Ratschläge eines Think Tanks nicht nur nicht lesen:

          First, stop talking about Ukrainian identity as if it were a monolithic concept, rather than two closely related, but distinct, cultural heritages.

          Second, oppose attempts to ignore or minimize the importance of the Russian cultural component of Ukrainian national identity. Historically such efforts have always resulted in bloodshed.

          Third, stop trying to force Ukrainians to choose between Europe and Russia. Instead, adopt a broader view of European identity that accepts both Russia and Ukraine as quintessential parts of Europe.

          https://irrussianality.wordpress.com/2015/08/17/straight-shooting-from-the-uk/

          sondern nicht einmal die Realität in der Ukraine wahrnehmen, die eine Bandera-freundliche Lesart der Geschichte auf allen Ebenen durchdrückt und die das russische Erbe verteufelt, auszumerzen trachtet bis in die Namen von Straßen und Städten, bis in die Strafbarkeit von kommunistischen Symbolen, bis hin zu Bücher- und Filmverboten mit rußlandfreundlichen Inhalten oder von rußlandfreundlichen Künstlern, die zudem mit Einreiseverboten belegt werden? Parteiverbote, Betätigungsverbote für den Oppositionsblock, Säuberungspolitik per Lustration, Denunziation als „Separatismusverddächtige“, Patrouillen durch rechte Brigaden, gar Morde, die nicht aufgeklärt sondern als Selbstmordwelle verkauft werden?

          Offenbar sind alle blind gegenüber dem offensichtlichen Umbau der Ukraine in einen repressiven totalitären Staat, der seinen Feind im Innern hat.

          Da alle weggeschaut haben, ist es jetzt zu spät für den vernünftigen Ansatz. Man hätte den Anfängen wehren müssen, die bereits im Maidan gelegt wurden, als die rechten Gewalttäter übernahmen, wie in Mariupol, Krasnoarmeisk und Odessa.

          Die Lebenslüge des Westens wird à la Lielischkies nicht einmal jetzt wahrnehmen wollen, daß Kiew kurz vor dem Losschlagen steht. Ganz offiziell wurde erklärt, die zurückgezogenen schweren Waffen wieder an die Front – äh Kontaktlinie zu verlegen. Und das wird durch die OSZE auch bestätigt in ihrem Bericht vom 17.8.2015:

          On 15 and 16 August, the SMM visited one and revisited another three Ukrainian Armed Forces heavy weapons holding areas whose locations comply with the respective withdrawal lines. In two areas a total of eight MLRS (122mm BM-21 Grad) previously recorded were absent (see SMM Daily Report, 10 August 2015). In one area the SMM verified that all previously registered weapons were present and recorded additional weapons.

          On 15 August, the SMM also revisited three “DPR” heavy weapons holding areas whose locations comply with the Minsk withdrawal lines. At two areas the SMM verified that all previously registered weapons were present.

          http://www.osce.org/ukraine-smm/177826

          Und was war mit dem dritten Rückzugsort?

          Ich verstehe die Verzweiflung der ständig nachts bombardierten Einwohner von Gorlowka: die OSZE arbeitet nachts nicht, und wenn sie später anrückt und nur beobachtet, verstehen daß die Zivilisten nicht, die glauben, die OSZE würde sie vor den Kiew-Truppen beschützen können:

          On 16 August in “DPR”-controlled Horlivka (38km north-north-east of Donetsk) some male residents told the SMM that shelling had taken place during the previous night. The SMM observed three destroyed houses with fresh marks of recent shelling. Proper crater analysis was not possible as the scene had already been altered when the SMM arrived. At the scene, three middle-aged women aggressed the monitors verbally and physically, criticizing the SMM activities and expressing frustration about the shelling. When a “DPR” member present strongly recommended the SMM to leave due to the volatile situation, the SMM decided to depart.

          http://www.osce.org/ukraine-smm/177826

          Auch Krasnoarmeisk wird vom Westen aus bombardiert:

          On 15 August, in “DPR”-controlled Krasnoarmiiske (33km north-east of Mariupol) the SMM conducted crater analyses of eight fresh craters. According to a “DPR” member present, the shelling took place on 14 August. The SMM concluded that they were all caused by Grad multiple launch rocket systems (MLRS, 122mm) originating from a westerly direction. Between 13:25 and 14:10hrs, the SMM heard seven explosions at an undetermined distance south of the village.

          http://www.osce.org/ukraine-smm/177826

          Und dann noch dies:

          On 15 August while flying over government-controlled Aslanove (17km east of Mariupol) the SMM UAV was jammed.

          http://www.osce.org/ukraine-smm/177826

          Zugegeben, die OSZE-Berichte muß man mehrfach lesen, bis man sie versteht, denn sie sind so „neutral“ geschrieben, daß sich die Organisation quasi neutralisiert und daher ihrem Beobachterstatus nicht mehr gerecht wird. Wer die Passagen über Lugansk und Donezk aufmerksam liest, weiß dennoch, was da an Kiewer Bombardierungen der Zivilbevölkerung vor sich geht.

          Ob unsere Politiker diese Berichte überhaupt auswerten lassen? Würde mehr Klartext ihre ideologisch vernebelten Hirne freipusten? Ich bezweifle es. Ihre Mitschuld an der verhängnisvollen Entwicklung (EU-Assoziationsabkommen mit militärischer Komponente, Unterstützung des Maidan) wiegt zu schwer, als daß sie sich den Realitäten stellen könnten. Und die Kosten will die EU ohnehin nicht zahlen – da opfert man lieber Menschenleben und nimmt ein Repressions-Regime in Kauf, das mit Europa nichts zu tun hat.

          Das ist der Preis der europäischen Zusammenarbeit mit den USA.

        • Steinmeier und Fabius? Was scherte die 2 Herren am 22.Februar 2014 das Abkommen vom 21. Februar?

          Wenn sich Westeuropa nur zusammenraufen könnte, und Poroschenko einen Telefonanruf (oder meinetwegen eine WhatsApp-Nachricht, wenn es das Budget nicht zulässt) zukommen liesse: Wenn du weiterhin auf Geld von uns hoffen willst, dann hör auf mit dem Artilleriebeschuss, zieh deine Truppen zurück, und entwaffne die Nazis.

          Aber wahrscheinlicher ist es, dass schon bald infolge der Offensive Kiews wieder die Sanktionen gegen Russland verstärkt werden.

  4. Ein neuer Tag – ein neuer Klartext. Nicht, daß hier irgendjemand überzeugt werden müßte (zu Higgins wurde in diesem Blog von Fr.Wolff schon alles Nötige geschrieben) aber die Situation ist inzwischen so gefährlich zugespitzt, daß man über jede rationale Stimme in der Öffentlichkeit froh sein muß.

    http://journal-neo.org/2015/08/17/who-is-the-wests-lead-mh17-investigator/

    „As tensions once again build in eastern Ukraine where a fragile ceasefire appears to be on the brink of collapsing and the deadly contest of wills between East and West begins anew, the West’s prize propaganda story, downed Malaysian Airlines flight MH17 has again taken center stage. As part of a much wider campaign to demonize Russia and justify further encroachment east, attempts to cement the narrative that Russia was responsible for the incident before long-awaited investigations present their findings is well underway.

    While Russia has provided all documented evidence it possesses since the incident first occurred, data including recordings and radar readouts from NATO and Ukraine have been suspiciously withheld. Instead of presenting documented evidence, the United States and its partners in NATO have worked tirelessly to stand up innuendo and baseless accusations in its place.“
    …..
    „Leading American and NATO efforts to manage public perception regarding MH17 is professional couch-potato Eliot Higgins.“
    …..
    „The established media of the US, UK and much of Europe has consistently betrayed and subsequently lost the trust of the public. By cultivating “alternative journalists” to repeat mainstream lies disguised as alternative commentary, it is hoped that lost ground in manipulating the general public can be gained back.

    Despite Higgins’ complete lack of forensic, military, geopolitical and academic background he is endlessly deferred to and given column space throughout the largest Western papers, magazines and online journals.“
    …..
    „Higgins’ attention now follows wherever the Western media needs it most. Lately that has been in eastern Ukraine. He has been the star non-witness cum non-expert regarding all matters Ukraine and in particular, MH17. Since the United States and the rest of NATO refuses to release what evidence they claim they have (again), it has been up to Higgins and the growing mainstream media circus surrounding him to once again fill the void.“
    …….
    „He is compiling otherwise random and/or irrelevant facts and interpreting them under the guise of being an “expert” knowing that the general public lacks the experience or expertise to know whether he is being truthful or not.

    Russia’s evidence can and should be examined and scrutinized. But those that accuse Russia of downing MH17 are not even underpinning these accusations with their own evidence, but instead, resort to the intentional misinterpretation of circumstances, events and evidence presented by others to suit an already predetermined conclusion.
    Like Syria in regards to claims Damascus was behind the deadly 2013 chemical attack, or before that in Iraq where the United States claimed the government in Baghdad maintained a dangerous arsenal of “weapons of mass destruction,” the US is again convicting its enemies of crimes with a suspicious lack of evidence.

    When the United States and Europe find their media, the voice representing their collective civilization across the rest of the globe, deferring to an unemployed couch potato to bolster baseless lies through the blatant, intentional and systematic abuse of research and analysis, new lows have been plumbed that only reflects further on the depravity and intellectual destitution the once champions of science and reason have arrived at.“

    • Higgins läßt aber schwer nach. Nachdem es einfach keine Beweise für die SBU-Version der MH17-Legende gibt, verlegt er sich auf’s „Journalistische“ und bringt dieses Interview mit einem „Journalisten“, der sich „Billy Six“ nennt. Und der will doch tatsächlich die geheimen Ermittler von Minister Awakow gefunden haben, die das Lugansk-Video gedreht haben. Verachtet mir bloß die netten harmlosen Tanten zwischen 40 und 60 nicht…
      Dumm ist nur, daß sie nicht einmal im vermeintlich „richtigen“ Appartement im 4. Stock wohnt, das Mr. Six aus unerfindlichen Gründen für das richtige Stockwerk hält (obwohl es im Vergleich zur Kameraposition des Lugansk-Videos zu hoch erscheint).

      This time a small woman opened the door. She was between 40 to 60 years old, smiling, a nice character. Opposite type of the guy. She asked me to come inside the private corridor of the apartments. It was for storing the shoes of 2 renters. I gave her my phone to talk to my friend in Kiev as she didn’t speak English. The flat straight ahead was the one with the windows to the street side. But the woman lived in the flat to the right. The guy locked the door and looked at me in an evil way.
      […]
      Another woman was standing on the window from which Buk video has been made. She was smoking. The window was always open, even though it was cold winter. I very clearly announced my will to buy information. But she answered: “You have been here yesterday with our (inside-corridor) neighbours already. I don´t have anything to say.” However we found a way to come inside the building once more.
      […]

      https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2015/08/13/billy-six-interview-investigating-the-luhansk-mh17-buk-video/

      Dafür klappt es mit der Konversation mit der fremden Frau über vier Stockwerke hinweg umso besser. Das hat fast satirischen Charakter.

      Hier das Billy Six-Video; ab 0:22 sein Video aus einem Flurfenster im 4. Stock, ab 0:37 eine weitere Perspektive, vermutlich ein niedrigeres Stockwerk, das schon eher hinkommt, wenn sich die Position auch weiter rechts befindet als die des ursprünglichen Videos:

      Da bleibt viel Platz für Propaganda; hier ein besonders grobschlächtiges Exemplar:

      http://www.rferl.org/content/panic-in-the-kremlin/27187665.html

      Hier setzt es Kritik an Benjamin Bidder vom SPIEGEL über die großartigen georgischen Aufräumer in der Ukraine (wobei er ausgelassen hat, daß der georgische Gesundheitsminister das Feld schon räumen mußte):

      http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-georgische-ex-politiker-setzen-reformen-durch-a-1047287.html

      Offener Brief an die Spiegel-Online-Redaktion anlässlich des Artikels „Die eisernen Cops von Kiew“
      ________________________________________
      In dem Beitrag „Die eisernen Cops von Kiew“ glorifizierte der berühmt-berüchtigte Russland-Korrespondent des Spiegels, Benjamin Bidder, kürzlich den Einsatz georgischer Sicherheitskräfte in der Ukraine. Die Leserin Anja Böttcher hat darauf eine Replik verfasst, die RT Deutsch an dieser Stelle veröffentlicht.
      […]
      Als notwendige Aufgabe der Polizei in der Ukraine führt Bidder lediglich die Bekämpfung von Korruption an. Auch befremdet ihn nicht, wenn diese so erfolgt, dass ‚Sicherheitskräfte‘ mit roher physischer Gewalt denjenigen, die sie als Korruptionsverdächtige ausgemacht zu haben meinen, die Lektion einbläuen, ‚wo der Hammer hängt‘:

      „Ihr Anführer ist Micheil Saakaschwili, bis 2012 Staatschef Georgiens. In seiner Heimat wird er von der Nachfolgerregierung per Haftbefehl gesucht, der Vorwurf: Amtsmissbrauch. Präsident Petro Poroschenko ernannte ihn zum Gouverneur von Odessa […]. Die georgischen Gäste lassen die Ukrainer gelegentlich blass aussehen. Als ein Milliardär sich in Odessa einen öffentlichen Strand unter den Nagel riss, ging Saakaschwili mit Bulldozern dagegen vor.“

      Dass angesichts dieser Martialik vielen Ukrainern, vermutlich vor allem jenen, die mit dem Maidan die Hoffnung auf mehr Demokratie und Rechtsstaatlichkeit verbanden, unwohl wird, scheint Bidder dabei für eine Schwäche zu halten. Verzicht auf Brachialgewalt ist ihm Mangel an Bereitschaft, der Korruption entgegenzuwirken, denn die Skeptiker der Bulldozer-Taktik charakterisiert er so:

      „Viele der Kiewer Funktionäre tun sich noch immer schwer damit, die Oligarchen in die Schranken zu weisen.“

      Offensichtlich findet Bidder es ganz in Ordnung, wenn die neuen Koordinatoren der Ordnungshüter der langwierigen Beharrlichkeit, die für rechtsstaatliche Antikorruptionsverfahren aufgebracht werden müssen, den kurzen Prozess vorziehen. Für ihn scheint einzig zu zählen, was unterm Strich rauskommt:

      „Im Juli war es soweit. Der Georgier ging gegen mehrere hochrangige Staatsanwälte vor. Die Rede war von Korruption. Bei einem der Beschuldigten fanden sich 500.000 Dollar Bargeld, eine Kalaschnikow und Diamanten. Das offizielle Salär des Staatsanwalts liegt bei nicht mehr als 500 Dollar im Monat. Fotos der Aktionen fanden ihren Weg in die Presse. Eine Aufnahme zeigt einen Staatsanwalt. Männer einer Spezialeinheit haben ihm die Arme auf den Rücken gedreht und den Kopf in einen Reifen gesteckt. Ihm werden Drogengeschäfte vorgeworfen.“
      […]
      Denn angesichts dessen, was die importierten georgischen Reformer, die eine rechtstaatliche Überprüfung ihres exekutiven Handelns als ein ärgerliches Hindernis erachten, in vager Sprache als ihr politisches Ziel andeuten, und der Handlungswege, die sie zu diesem Zweck favorisieren, kann man diesen von Bidder in schimmernder Leni-Riefenstahl-Ästhetik verklärter Reformversuch nur als einen verstehen, der das Land in Richtung einer vollendeten Diktatur bewegen will:

      „Sakwarelidse sagt, in der Ukraine gebe es leider, anders als in seiner Heimat, „keine einheitliche Machtvertikale“, die politische Landschaft sei „fragmentiert“. Für politische Rücksichtnahme sei es zu spät, der Ukraine laufe die Zeit davon: „Wir müssen zerstören, was zerstört werden muss.“
      […]

      http://www.rtdeutsch.com/28919/headline/offener-brief-an-die-spiegel-online-redaktion-anlaesslich-des-artikels-die-eisernen-cops-von-kiew/

      Ausgerechnet Christian Neef hat im aktuellen SPIEGEL dagegengehalten und auf drei Seiten dargelegt, daß es mit der Oligarchen-Bekämpfung nicht weit her ist und es dabei eher um einen Oligarchen-Austausch geht. Und zwar vor dem Hintergrund der Feindschaft zwischen Poroschenko und Jazenjuk; also schadet Poroschenko dem Jazenjuk-Oligarchen Kolomoiskij und Jazenjuk dem Poroschenko-Oligarchen Firtasch. Wobei sich beide Politiker bzw. deren geschäftliches Umfeld natürlich selbst die Taschen füllen.

      Die FAZ singt das Hohe Lied auf die „neutrale“ Deutsche Welle und deren Neuzugang Schanna Nemzowa:

      Schanna Nemzowa „Ich bin Journalistin, das ist mein Beruf“

      Bekannter Neuzugang bei der Deutschen Welle: Die Reporterin Schanna Nemzowa, Tochter des ermordeten Kreml-Kritikers, unterstützt die Russisch-Redaktion. Ein Besuch.
      17.08.2015, von Matthias Hannemann
      […]
      Als wir sie im Labyrinth des Schürmann-Baus finden, sitzt sie konzentriert vor dem Rechner eines Großraumbüros. Um sie herum wird telefoniert. Journalisten wie Wjatscheslaw Yurin, der Moderator der neuen Nachrichtensendung „DW Nowosti“, feilen an Texten. Auf den Kacheln eines Großbildschirms ist das Live-Programm der wichtigsten Auslandssender zu sehen, darunter „Russia today“, ein Sender, der aus allen Rohren anti-westliche Propaganda feuert und bei Gelegenheit auch die Deutsche Welle zu diskreditieren versucht.
      Wie wird das russischsprachige Publikum der Deutschen Welle diese Frau wahrnehmen: als die Tochter, die um das Erbe ihres Vaters kämpft, oder die Journalistin, die sie ist? Vermutlich beides.
      […]
      Sie geriet mit den Zehen in die Fußstapfen des Vaters hinein. Und im derzeitigen Russland, in einem Land, das so unberechenbar geworden ist, dass man sich zu fragen beginnt, ob die politische Führung überhaupt noch berechenbar ist, gilt man schnell als Landesverräter, wenn man nicht linientreu auftritt. Der „Braindrain“, den Russland erlebt, sagt Schanna Nemzowa, kommt nicht von ungefähr. Nach dem 27. Mai, als sie auf Einladung der Friedrich-Naumann-Stiftung in Berlin war, um im Gedenken an ihren Vater eine „Rede für die Freiheit“ zu halten, kehrte auch sie nicht nach Moskau zurück.
      […]
      Im Juli teilte die Deutsche Welle mit, Schanna Nemzowa werde ihre Russisch-Redaktion verstärken. Man habe ihr „die Möglichkeit geboten, journalistisch frei zu arbeiten und in Sicherheit zu leben“. Im Internet – in dem sich Putins staatlich dirigierte Trolle tummeln – wird gegen den Intendanten Peter Limbourg gepoltert: „Deutsche Welle soll Anti-Putin-Sender werden.“ Und Schanna Nemzowa? Sie sagt, sie sei nun einmal Journalistin, das sei ihr Beruf, den könne sie gut, und dieser Beruf sei in Russland kaum noch so auszuüben, wie er ausgeübt werden müsse.

      Der Leiter der Redaktion Russland und Europa, Ingo Mannteufel, sagt: „Aber natürlich wird es nicht darauf hinauslaufen, dass Schanna Nemzowa den Mordprozess Nemzow anmoderiert.“ Sie werde nicht über Dinge berichten, in die sie involviert sei. „Wir hätten sie nicht als Oppositionspolitikerin geholt. Für uns ist sie eine gute Journalistin.“ Ein Drahtseilakt.

      Die selbstzentrierte Perspektive Russlands verstehen

      Die Deutsche Welle positioniert sich klar. Mannteufel legt Wert auf die Feststellung, dass der Sender und seine Redaktion unabhängig arbeiten, anders als die staatlich kontrollierten Medien Russlands.
      […]

      http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/deutsche-welle-schanna-nemzowa-unterstuetzt-russich-redaktion-13750653.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

      Was wir auch tun: wir sind die Guten.

      • Was genau „unabhängig“ heisst, habe ich kürzlich hier dargelegt. Dass die CIA-Frontorganisation NED das Internet Internet- Newsportal Grani.ru als unabhängig anerkennt, und dessen Hauptsponsor ist…(Trommelwirbel) NED!

        Ähnlich die Deutsche Welle: folgendes weiss Wikipedia darüber:
        >>Die Deutsche Welle (kurz: DW) ist der staatliche Auslandsrundfunk der Bundesrepublik Deutschland<> Der Sender selbst gibt an, dem Publikum die russische Sichtweise auf das internationale Geschehen vorzustellen und ein Gegengewicht zu westlichen Medien darstellen zu wollen.<<
        https://de.wikipedia.org/wiki/RT_%28Fernsehsender%29

        • Da wurde mein Beitrag etwas kastriert: Die „Deutsche Welle“ ist laut Wikipedia der staatliche Auslandssender der BRD, was die BRD nicht daran hindert, ihn als „unabhängig “ zu betrachten.

          RT ist der staatliche Auslandssender der RF, und bezeichnte sich selbst als Gegengewicht zu westlichen Nachrichtensendern, um den Standpunkt Russlands zu verbreiten.

        • „Kastriert“?

          Von mir nicht. 😉

          Natürlich vermittelt die DW nicht die russische Sicht, sondern die deutsche. Und das soll jetzt sehr propagandistisch geschehen, wie das Engagement der Nicht-Journalistin Nemzowa, die beruflich Investment-Expertin ist, ja nun eindeutig beweist.

        • War nicht als Vorwurf gemeint. Vermutlich Kompatibilitätsprobleme meiner Wenigkeit mit WordPress Algorithmen.

          Auch bei RT gibt es eine Sendung mit Sophie Schewardnadse, der Enkelin (?) des lezten Aussenmisnisters der UdSSR. Die beiden schenken sich also gar nichts.

          Wer sein tägliches Putin-Bashing braucht, sollte sich von RT fernhalten. Genauso wenig kann ich DW empfehlen für Menschen, die sich davon überzeugen wollen, dass die Deutschen seit 1939 nichts hinzugelernt haben.

          Mit all dem habe ich keine Probleme. Wenn aber Desinformation des KGB-Nachfolgers SBU als „aufklärerisch“ dargestellt wird, ist jedoch Schluss mit meiner Toleranz.

  5. Der Klartext des Tages:

    http://linkis.com/livejournal.com/pfRRQ

    „The MH17 catastrophe that costs the lives of 298 human beings, and almost thrust the world headlong into a possible world war, it’s being investigated by idiots. Either the Dutch Safety Board and the Joint Investigation Team (JIT) are incompetent fools, or sellout cover up artists one.“
    …..
    „First off let me say, I do not believe Russia or the separatists in the East of Ukraine had anything to do with the downing of MH17. If either had, Obama’s PR goons would have already leaked the crucial evidence by now. He needs a PR boost, just that bad. Since the onset of the plane’s downing, the only thing that has been proven, is just how irresponsible governments, leaders, and the corporate media are. And I mean on both sides of the border too. For every BBC headline damning Putin, there is an idiotic Russian media slip to match. With this out in the open, there’s no more irresponsible entity on this Earth, than the Dutch government. “

    Es folgt der Text der bekannten DSB/JIT-Veröffentlichungim Wortlaut, der wie folgt kommentiert wird:

    „What is the purpose of such a revelation? After more than a year, and under the darkest veil of silence in aerospace history, why would ANY official proclaim such a “maybe”, when the world and the dead demand answers? Is it just me, or are these not questions any intelligent being needs to ask?

    Okay, let’s assume these people are just bad typists. Or perhaps they have just been told to “test the waters” for a coming MH17 bullshit story? Maybe BBC is part of a pre-bullshit “polling” survey to see if Earth’s population will stand for another gigantic cover up? I hope you see, there can be no other explanation for such provocative language. Make no mistake, somebody told these people to announce this, and in just this way.

    This is how the “game” has been played up until this point, don’t you see? The “facts” have been continually leveraged, to “insinuate” a final result, since day one of the crash. Billions of people wait the answer to the MH17 puzzle, and the goddamned official left to discern the truth cannot even type or put commas where needed. They may as well have called a news conference to say, “Hey! We found something, we know not what the fuck it is, but it could yet prove those pesky Ruskies are killers. One way or another, that is!”

    Then the real question arises from the JIT and the unsafe safety board wearing wooden shoes: “Just how much unprofessionalism and bullshit are the world’s people ready to swallow?” Well, according to Barack Obama and his minions, one hell of a lot. Let me HAMMER home my point here. Let’s examine EXACTLY what these morons said:

    “At present the conclusion cannot be drawn that there is a causal connection between the discovered parts and the crash of flight MH17.”“

    „So not only do these rocket scientists not know WHAT the parts are, even if they are BUK parts there is no Hercule Poirot (he’s Belgian by the way) to decipher how missile parts made their way to the cash site? Perhaps an MH17 passenger was a Russian missile component collector, and maybe they were stored in luggage? The airliner was perhaps only “wounded” by a surface to air missile, and finished off by Alien lasers from space? Heck, maybe Vladimir Putin did down the plane? From HORSEBACK!

    Everyone associated with the investigation of this air disaster is now suspect, for one reason or another. The only really credible report I’ve seen came from the Russian Defense Ministry, when they showed military aircraft in the vicinity at the time of the downing. And there was NO credibility given this candid account. Instead, we have US presidents and UK Prime Ministers, German Chancellors and French presidents, the world’s biggest news names, transforming supposition and rumor into truth….. and a desperate truth too. Speaking of news, the Twitter account of the Dutch Safety Board is interesting in this regard.“
    …,
    „As an American, I am outraged for many reasons over all this. Not the least of these reasons is how much my country over spent on our military and security considerations. Think about it. A nation that has spent tens of trillions of dollars creating high tech killing shit, vast networks of spies and security operatives, that has fueled 100 think tanks to ponder the impossible, and spied on everybody from Angela Merkel to Mother Theresa ———

    “Cannot even show us who blew a super airliner out of the sky in broad daylight, over the most contested piece of real estate on Earth!”

    We’ve been duped. Homeland and national security is a farce. We are defenseless against not only Putin’s electronic warfare super-weapons (See NATO recently), but invasions from candy ass aliens from outer space! Are we all about talk? Have we let New York and New Jersey PR men start to run the show? You finish the rant. Why would responsible grownups even mention missile parts now, after months on end having them?

    An even more important question is, “what kind of nutty professors do the Dutch employ to do metals or material science on ballistic components?” BUK’s projectiles could be identified in minutes, not days or weeks.“

    • Den Unmut über die Arbeitsweise und die Pressepolitik von JIT/DSB teile ich voll und ganz.

      Wahr ist jedenfalls dieser Satz, der von den Medien natürlich überlesen wurde:

      “At present the conclusion cannot be drawn that there is a causal connection between the discovered parts and the crash of flight MH17.”

      Und zwar deshalb: bis lang steht es noch nicht fest, ob die gefundenen Teile, die wohl erst im Juni eingesammelt wurden, zu einer Buk-Rakete gehören oder nicht. Weshalb man diese Pressemitteilung auch hätte unterlassen sollen. Sollte es sich um eine Rakete eines anderen Waffensystems handeln, dann besteht kein Zusammenhang mit MH17, da der Absturzort nach Abtransport der Leichen vielfach durch die ukrainische Armee bombardiert wurde. Meterbreite und -tiefe Krater sind vorhanden. Sollte sich eine Luft-Luft-Rakete herausstellen, dann steht alles wieder auf Anfang.

      Schrapnells einem Waffentyp zuzuordnen scheint mir leichter zu sein als Bruchstücke einer Rakete, noch dazu von sowjetischen Systemen. Da ist die westliche Expertise eher gering.

      • http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/europe/ukraine/1358757/Israel-accuses-Ukraine-of-hiding-missile-strike-that-destroyed-jet.html

        Manchmal geht das auch schneller:

        „A DIPLOMATIC row broke out last night after senior Israeli government officials accused Ukraine of hampering the investigation into the cause of last week’s Russian airliner crash that killed 78 people.

        The Israelis suspect the authorities in Kiev of covering up evidence that the Tu-154, which crashed into the Black Sea, was struck by a stray surface-to-air missile fired during a military exercise. They privately accused Ukraine yesterday of deliberately preventing an air investigation team from leaving Israel within hours of the crash, despite earlier guarantees of full co-operation.“
        …..
        „…. the US and Israeli authorities are convinced that a stray missile was to blame. American officials have refused to disclose how they gathered so much detail about an off-course missile which they believe caused the crash. However, defence experts said one of America’s early-warning satellites, which cover large swathes of the former Soviet Union, would almost certainly have detected the missile launch.

        A Pentagon official said intercepted telemetry data – information on the speed and flight path of the missile – showed that a single missile had gone „wildly off course“ before the plane exploded.“

        Die technischen Möglichkeiten der Beobachtung sind seitdem sicher nicht schlechter geworden und die Anlässe dafür sind offensichtlich mehr denn je gegeben.

        • Im Jahr 2001 war es allerdings eine SA 5 mit einer Reichweite von gut 200 km, die natürlich länger fliegt und leichter zu entdecken ist; wobei es auch bekannt war, daß auf der Krim ein Manöver stattfand:

          The Ukraine’s own early explanations were contradictory. A spokesman for the Black Sea Fleet initially accepted responsibility and said that an anti-aircraft missile – believed to be a Russian designed SA-5 missile with a range of 185 miles – had accidentally hit the plane.
          The Ukrainian defence ministry later denied that it was to blame and said the plane had been out of the range of its anti-aircraft missiles. President Putin of Russia also cleared the Ukrainian military of responsibility.

          This weekend, however, Anatoli Kinakh, the Ukrainian prime minister, admitted that the theory of a stray missile downing the plane „had a right to exist“. The Russians also accepted yesterday that a missile could have been responsible and asked America to supply its evidence supporting the theory.

          http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/europe/ukraine/1358757/Israel-accuses-Ukraine-of-hiding-missile-strike-that-destroyed-jet.html

          Nach russischen Angaben soll zum Beispiel der experimentelle Satellit der USA, der speziell Raketenstarts beobachtet und der am 17.7.2014 über der Ukraine stationiert war, nicht in der Lage sein, Abschußort und Flug der Kurzstrecken-Rakete einer Buk zu verfolgen.

          Aber eine andere Parallele findet sich hier:

          The Israelis suspect the authorities in Kiev of covering up evidence that the Tu-154, which crashed into the Black Sea, was struck by a stray surface-to-air missile fired during a military exercise. They privately accused Ukraine yesterday of deliberately preventing an air investigation team from leaving Israel within hours of the crash, despite earlier guarantees of full co-operation.
          An Israeli government official told The Telegraph that its investigators were due to leave last night after repeated delays in getting the necessary permission to fly to a Ukrainian airport close to where the Sibir Airlines jet crashed on Thursday.
          „We suspect that they may be trying to cover something up, something they do not want foreign eyes to see. Perhaps this is related to the possibility that they may have to pay compensation if they are found to be at fault. It seems they want to do everything to make things difficult for us,“ he said.
          […]
          Formal permission from the Ukrainian authorities for the investigation team, travelling in a Hercules transport plane, to leave Israel for the Ukraine was received only at 2pm local time on Friday, 28 hours after the Siberian Airlines flight departed from Tel Aviv. The Ukrainian authorities permitted only 20 investigators, fewer than Israel requested.
          The Israeli team had been due to depart from Israel on Friday afternoon. However, out of respect for the sabbath, it was decided that they would leave last night. A spokesman for Benjamin Ben Eliezer, the defence minister, said: „We are demanding a very thorough investigation. We want to be assured that we have all the details about what happened there.“

          http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/europe/ukraine/1358757/Israel-accuses-Ukraine-of-hiding-missile-strike-that-destroyed-jet.html

          Die niederländischen Pathologen durften erst am Tag 3 zur Absturzstelle, wo sich von Beginn an Journalisten tummelten, die auf keine Erlaubnis von Kiew zu warten brauchten. Auch die OSZE war schnell zur Stelle, wie auch die Malaysier, die auf eigene Faust mit Vertretern der DNR Kontakt aufgenommen hatten und daher am 21.7.2014 die Black Boxes erhielten.
          Und kaum waren die Leichen in Kharkiv bzw. auf dem Flug in die NL, startete Kiew ab dem 22./23.7.2014 entgegen der Resolution 2166 eine /fruchtlose) Offensive rund um den Absturzort, die bis November 2014 nähere Untersuchungen und den Abtransport von Wrackteilen verhinderte.

          Nicht objektiv verhinderte, denn seit Minsk I von September 2014 war ein Zugang wieder problemlos möglich, wie einige Journalisten zeigten. Aber den Niederlanden war es wohl nicht unlieb, unter Hinweis auf Sicherheitsbedenken auf das Sammeln von Beweisen zu verzichten. Die November-Aktion (Einsammeln einiger Trümmerteile) war offenkundig unzulänglich, wie die weitere Nachsuche von Juni 2015 zeigt, bei der angeblich Raketenteile gefunden wurden. Als die RT-Doku „A year without truth“ vom 17.7.2015 zeigte, daß sogar aktuell noch Teile des Cockpit-Daches aufgetaucht waren und bei der Bürgermeisterin von Petropavlivka nebst weiteren Funden zur Abholung bereitstünden. Graham Phillips und Max van der Werff hatten Probleme, die ihnen von Einwohnern übergebenen Fundstücke, die sie in ihren Hinterhöfen gefunden hatten, beim DSB bzw. beim JIT abliefern zu dürfen.

          http://thetruthspeaker.co/2015/08/06/the-mh17-investigation-and-the-parts-they-just-dont-care-about/

          Max van der Werff in der oben zitierten RT-Doku:

          Den strafrechtlichen Ermittlungen des JIT muß man mit Skepsis begegnen. Leider gilt das auch für das DSB, das sich von seiner eigentlichen Aufgabe „Flugunfall-Untersuchung“ durch die Kooperation mit dem JIT allzuweit entfernt hat und von letzterem als Vehikel benutzt wird, „Erkenntnisse“ in die Öffentlichkeit zu bringen. Denn nach den ICAO-Regeln muß über den Stand der Dinge öffentlich berichtet werden; strafrechtliche Ermittlungen finden dagegen nichtöffentlich statt, Presseerklärungen sind „freiwillig“, in der Regel politisch oder aus Selbstschutz-Interesse motiviert und im konkreten Fall so ausgestaltet, daß die Ukraine jederzeit verhindern kann, daß ihr ungünstige Ergebnisse an die Öffentlichkeit gelangen.

        • „Mein Ansinnen ist es, kritischen Bürgerjournalismus zu betreiben. Entgegen der Meinungsmache der Mainstream-Medien und eines „Papageienjournalismus“.

          http://clausstille.com/2015/08/14/ukrainian-agony-der-verschwiegene-krieg-von-mark-bartalmai-im-koelner-odeon-gesehen/

          „Und erst die Kinder! Drei Mädchen erzählen vor Bartalmais Kamera über ihre Erlebnisse im Krieg. Freundinnen, Klassenkameraden oder Familienmitglieder – Papa oder Mama, Bruder oder Schwester sind tot oder gesundheitlich beeinträchtigt. Die Kinder in Westeuropa, sagen sie, sollen froh sein, dass sie in Frieden leben können. Was macht all das mit den gewiss traumatisierten Kindern? Welches Leben können, werden sie später führen? Wie werden sie mit den schrecklichen Erfahrungen umgehen? Machen sich, kam mir in den Sinn, führende Politiker im Westen – wo sie doch immer die europäischen Werte und die Menschenrechte so verdammt hochhalten – darüber Gedanken?“
          (…)
          Golineh Atais Film als Antithese zu Mark Bartalmais Film

          „Seinen Film betreffend sagt Bartalmai: „Wenn wir diesen nun einmal als These bezeichnen wollen, gibt es auch dazu eine Antithese“. Er weist damit auf die vor sechs Wochen erschienen TV-Reportage der ARD-Korrespondentin Golineh Atai, „Die zerrissene Ukraine“ hin. Diesen Film möge man sich ansehen und mit dem seinen vergleichen. Weil er freilich eine ganz andere Sichtweise habe. Mark Bartalmai habe Atai selbst einmal getroffen, als über die Wahlen in den selbsternannten Volksrepubliken berichtet wurde. Seiner Meinung nach waren die frei gewesen und die Menschen hätten sogar freudig ihre Stimme abgeben. Vergleiche man jedoch seine Bildern mit denen von Golineh Atais Team gedrehten, bewirke die dabei gewählte Kameraeinstellung – man nahm die Führer und deren Begleiter der Volksrepublik von unten auf. Das bewirke schon eine gewisse Dämonisierung in den Augen der Zuseher.“

        • Interessant ist ja diese Kritik an Mark Bartalmais Film, der hoffentlich bald auch im Internet zu sehen sein wird:

          Kritik von Grimme-Preisträger Frieder Wagner

          Dann meldet sich ein Mann, den man kennen sollte: Frieder Wagner, der in letzten dreißig Jahren freier Journalist und Filmemacher. Die Blicke gehen nach hinten. Und anerkennender Beifall brandet auf. Manche erinnern sich: der Herr ist u.a. Grimme-Preisträger. Er, sagte Wagner, er hätte sich am Filmende eine größere Spanne erwartet. Vermisst habe er Hinweise darauf, was die USA und ihre Koalitionen der Willigen, auch die NATO, für eine Politik betreibe, die das Ziel verfolge, den Machtbereich der USA immer mehr auszuweiten. In Bosnien, im Kosovo, im Irak, Afghanistan, in Libyen, im Libanon, in Gaza. Da stecke ein System dahinter, so Wagner. Gefehlt habe ihm der Hinwies darauf, dass „die ukrainische, schreckliche Auseinandersetzung die Fortsetzung ist, dessen ist was lange, lange geplant gewesen sei. Wagner: „Es gibt ja Präsidentenberater, die haben Bücher geschrieben, da steht das alles drin. Man hätte den Teufel schon beim Namen nennen müssen.“ Es könne durchaus sein, dass in den nächsten Jahren schwerst missgebildete Kinder geboren werden.“

          Mark Bartalmai erklärt, daran habe man gedacht, sich aber – damit der Film jetzt herauskommen könne – ein tieferes Loten zunächst zu unterlassen. Allerdings verspricht der Regisseur, dies „ist jetzt nicht der letzte Film, der nächste ist in Planung“.

          Möge der Film auch den Weg in andere Kinos finden

          Was zu begrüßen ist. Beifall. Ein ergreifender Film und eine sachliche, befruchtende Diskussion im Anschluss. Übrigens reißt die Diskussion selbst noch nicht ab, als sich Türen des Kinos Odeon längst geschlossen hatten. Auch die Fragen gehen nicht aus. Kurzerhand wird Diskussion und Fragestunde hinaus auf die nächtliche Kölner Severinstraße verlegt.

          http://clausstille.com/2015/08/14/ukrainian-agony-der-verschwiegene-krieg-von-mark-bartalmai-im-koelner-odeon-gesehen/

      • <>

        Dieser Einschätzung kann ich nicht zustimmen. Wie Sie erwähnen, ist in der Gegend seit dem 17.7.2014 allerhand herumgeballert worden, ob Splitter oder Einschusslöcher von dem Abschuss stammen, oder erst später entstanden, ist mittlerweile schwierig feststellbar. Trümmerteile des Flugkörpers hingegen wären ein Schlüssel zur Aufklärung: die einzige Schwierigkeit besteht darin, diese eindeutig einer Buk zuzuordnen. Ansonsten befinden sich dort Seriennummern, das Produktionsdatum etc. Zumindest der Buk- Hersteller Almaz-Antey dürfte demnach in der Lage sein, festzustellen, wem die Rakete gehörte. Experten für sowjetisch-russisches Kriegsgerät gibt es zuhauf, teils noch aus Beständen des Kalten Krieges, und mit der Öffnung der Archive hat sich der Kenntnisstand nur noch verbessert. Als Illustration dafür folgendes:

        http://armamentresearch.com/soviet-russian-flame-weapons-incendiary-thermobaric-and-fae-systems-in-ukraine/

        Es handelt sich dabei explizit NICHT UM MATERIAL, DAS MIT EINER BUK-RAKETE ODER MH17 IN ZUSAMMENHANG STEHT. Aber es zeigt, was man anhand von ein paar Trümmerteilen herausfinden kann.

        Die Sommeroffensive vor einem Jahr, die genau in der Gegend stattfand, und welche in dem Fiasko von Ilowaisk endete, könnte genau dies zum Zweck gehabt haben: die Reste des Flugkörpers aufspüren und bergen oder vernichten. Und offenbar war Kiew mit dem ergebnis zufrieden, und hat dem Minsk-I Abkommen zugestimmt. Nun stellt sich heraus, dass ein Teil übersehen wurde, und prompt intensivieren sich die Kampfhandlungen, sowohl was der Artilleriebeschuss des Donbass angeht, als auch die Aktivitäten der Kiewer Trollarmee im Internet.

        • Nun, das müßte schon ein Zufall sein, gerade ein Teilstück mit der kompletten Produktions- oder Wartungsnummer zu finden…
          M.E. hat Kiew Minsk I im September 2014 zustimmen müssen, weil die militärische Situation verheerend war: angeblich 65 % des militärischen Geräts verloren, zerstört oder beschädigt und hohe Verluste an Menschenleben. Die „Pause“ wurde zur Neurekrutierung, Ersatzbeschaffung und Reparaturen genutzt, um Mitte Januar die nächste Offensive zu starten, die Mitte Februar 2015 im Debakel „Kessel von Debalzewe“ endete, wiederum unter Verlust zahlreicher Gerätschaften, darunter modernes Rardargerät, das von den USA geliefert worden war. Offensichtlich funktioniert die Kommunikation zwischen Armee und Freiwilligenverbänden (jetzt Nationalgarde) nicht, und im Militärstab sitzen „Strategen“, die nicht zu wissen scheinen, daß man Angriffe nur vortragen kann, wenn die Spitze in ständigem Kontakt zu den hinteren Linien und dem Nachschub steht.

          So war die Situation ja schon am 13./14./15./16.7.2015, als ukrainische Soldaten, die den Grenzübergang Iswarino/Gukowo erobern sollten, von ihren Linien abgeschnitten waren und aus der Luft versorgt werden mußten (daher der Abschuß der AN-26 am 14.7.2014 in Grenznähe nach Abwerfen von Versorgungsgütern, wobei sie sicherlich tief flog).

          Die verstärkten Propagandabemühungen des Westens jetzt erkläre ich mir so, daß in dem für Oktober avisierten DSB-Bericht mal wieder nichts Erhellendes drinstehen wird, also muß dieses Vakuum vorher angereichert werden.

        • Hier ein Video aus Weissrussland von Übungsschiessen mit Buk:

          Am Schluss ist zu sehen, wie der Flugkörper nach der Detonation des Sprengkopfes zur Erde fällt. Das Teil ist ca. 4m lang, mit 40cm Durchmesser, von der Grösse her also zwischen den „Uragan“ 220-mm oder „Smerch“ 300-mm Stalinorgeln, und den 650-mm „Totschka-U“ Scud-Nachfolgern, wie sie in Lugansk einschlugen:

          Diese „Fragmente“ sind überraschend intakt, und die Beschriftungen immer noch deutlich lesbar (z.B. im zweiten Video bei 1:12 min. Nicht der Zettel, die Schablonenschrift auf dem Flugkörper)

  6. http://www.nst.com.my/node/95777

    Ein interessanter Meinungsbeitrag aus der New Straits Times zum Thema „MH17 und ICC.“
    Offensichtlich wurde schon sehr früh auf Malaysia Druck ausgeübt, um seinen Beitritt zum ICC zu erreichen mit dem Ziel, den Fall dort verhandeln zu lassen (entweder habe ich nicht aufgepaßt oder das war bisher nicht bekannt).

    „WHEN Malaysia Airlines Flight MH17 was tragically “downed” on July 17 last year, killing all 298 on board, the first international reaction was one of shock.“
    ….
    „Some observers reacted to the news of MH17 by pressing Malaysia to join the International Criminal Court (ICC), the one body that could reputedly bring the perpetrators of this heinous crime to justice. Luckily, these opportunistic voices were drowned out by the voices of reason, outlining why the ICC was not the solution.“

    „The ICC’s track record of investigating and convicting criminals is one that leaves much to be desired. If any government agency had that kind of output, it would have long been closed down.“
    …..
    „The ICC has jurisdiction over crimes that are heinous enough to give a grown man nightmares for the rest of his life. However, the nine “situations” under investigation by the ICC are all centred around African states. Crimes in non-African states have been kept out of the ICC by dint of political wrangling and diplomatic negotiation. For a court that is supposed to serve only the interests of justice, there are a whole lot of other interests being served as well. The Gaza flotilla incident, involving the Mari Mara and 12 Malaysians, for example, was not of “sufficient gravity” to merit the time and attention of the ICC. The ICC prosecutor proclaimed this almost unilaterally. Politically, therefore, this is why Malaysia should not join the ICC.“
    …….
    „If we want to bring the perpetrators to justice at the ICC, under which crime would we classify the downing of MH17? If we say it is a war crime, Ukraine would be beaming all along because this would “up” its internal conflict into a war of international proportions. We would be reducing MH17 into a pawn in this Crimean game of chess. If we say it is a crime against humanity, then we have to show that the attack was systematic and widespread. MH17 was not — it was a one-off and unique tragedy, practically unparalleled anywhere else and, hopefully, not repeatable. If it is genocide, then we would have to show that the perpetrators were targeting a particular nationality, ethnicity or religious group. There were 11 nationalities on board — it would be impossible for any one group to have realistically been targeted. The crime of aggression, the fourth heinous crime under the Rome Statute, has yet to enter into force. So, no claims can be made to the ICC under the crime of aggression. If Malaysia joins the ICC, it needs to do so on its own terms, not because it was steamrollered into it.“

    Und nachdem es nun mit dem ICC und dem Sondertribunal des UNSC nicht geklappt hat, nun also ein erneuter Versuch mit dem „hybriden Tribunal“ (wie schon weiter unten verlinkt). Der Druck auf Malaysia muß enorm sein.

    http://de.sputniknews.com/panorama/20150814/303796400.html

    • Wer sollte Druck auf Malaysia ausgeübt haben, dem ICC beizutreten?
      Das brächte ja nichts, da die Ukraine, Rußland und die USA dort nicht Mitglied sind.

      http://www.icc-cpi.int/en_menus/asp/states%20parties/Pages/the%20states%20parties%20to%20the%20rome%20statute.aspx
      Ukraine

      Die Ukraine hat lediglich für einen kleinen Zeitraum der Janukowitsch-Regierung die Zuständigkeit des Internationalen Strafgerichtshofs erlaubt; nun darf es ein paar Jahre abwarten, ob daraufhin etwas geschieht. Interpol hat bereits mangels Beweisen ein Fahndungsersuchen gegen J. wegen der Maidan-Schüsse abgelehnt und das Fahdnungsersuchen wegen Korruption wieder zurückgenommen.

      On 17 April 2014, the Government of Ukraine lodged a declaration under Article 12(3) of the Rome Statute accepting the jurisdiction of the International criminal Court (ICC) over alleged crimes committed on its territory from 21 November 2013 to 22 February 2014.
      Upon receipt of a referral or a declaration made by a state pursuant to Article 12(3) of the Rome Statute, the Office of the Prosecutor, as a matter of policy, opens a preliminary examination of the situation at hand. Accordingly, the Prosecutor of the ICC, Fatou Bensouda, has decided to open a preliminary examination into the situation in Ukraine in order to establish whether the Rome Statute criteria for opening an investigation are met.  Specifically, under Article 53(1) of the Rome Statute, the Prosecutor shall consider issues of jurisdiction, admissibility and the interests of justice.

      http://www.icc-cpi.int/en_menus/icc/structure%20of%20the%20court/office%20of%20the%20prosecutor/comm%20and%20ref/pe-ongoing/ukraine/Pages/ukraine.aspx

      Russische Vowürfe gegen Georgia schmoren seit 2008 vor sich hin:

      Georgia deposited its instrument of ratification to the Rome Statute on 5 September 2003. The ICC therefore has jurisdiction over Rome Statute crimes committed on the territory of Georgia or by its nationals from 1 December 2003 onwards.
      Up to and including 01 June 2013, the OTP has received 3,855 communications in relation to the situation in Georgia. The preliminary examination of the situation in Georgia was announced on 14 August 2008.
      The Office is seeking clarification as to whether the respective national investigations have halted; whether any additional information remains to be provided to the Office; and whether the lack of cooperation identified as an obstacle both by the Russian and Georgian authorities may be overcome through enhanced mutual legal assistance between the two States.
      For more information see the Annual OTP Report on Preliminary Examination Activities.

      http://www.icc-cpi.int/en_menus/icc/structure%20of%20the%20court/office%20of%20the%20prosecutor/comm%20and%20ref/pe-ongoing/georgia/Pages/georgia.aspx

      Empfehlenswert ist diese Art der justitiellen Aufarbeitung ganz offensichtlich nicht.

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