Ukraine: Informationskrieg um MH17 (6)

Paris Match Buk 0Fortsetzung von:

https://gabrielewolff.wordpress.com/2014/09/28/ukraine-informationskrieg-um-mh-17-1/

https://gabrielewolff.wordpress.com/2014/10/23/ukraine-informationskrieg-um-mh-17-2/

https://gabrielewolff.wordpress.com/2015/01/19/ukraine-informationskrieg-um-mh-17-3/

https://gabrielewolff.wordpress.com/2015/05/24/ukraine-informationskrieg-um-mh-17-4/

https://gabrielewolff.wordpress.com/2015/07/29/informationskrieg-um-mh17-5/

Am 13. Oktober wird der sogenannte „final report“ des Dutch Safety Board über die Ursache des „Absturzes“ von MH17 und die sich daraus ergebenden Schlußfolgerungen für die Sicherheit des Luftverkehrs erscheinen.

Es ist schon merkwürdig, daß sich in diesem Vorfeld einerseits ein weiterer Qualitätsverfall der Leitmedien, der Pressemitteilungen des JIT (strafrechtliche Ermittlungen) und des DSB (Flugunfalluntersuchung) und der üblichen Internet-Mainstreamer (Bellingcat und der schmerzbefreite Niederländer, der unter ukraine@war bloggt und unter Dajey Petros tweetet) vollzieht – während andererseits alternative Blogger die vom Mainstream übernommene MH17-Version des ukrainischen Geheimdienstes SBU hinterfragen und entschieden widerlegen.

Am Ende meines letzten Artikels vom 29.7.2015, in einem update vom 8.8.2015, schrieb ich:

„Marcel van den Berg überraschte am 4.8.2015 mit einem Beitrag, in dem er die CNN-“Enthüllungen” über den Inhalt des im Oktober zu erwartenden Berichts des Dutch Safety Board, genauso wie ich, als Propaganda entlarvte. Die indes gedankenlos von den Mainstream-Medien, so auch in den Niederlanden, verbreitet wurde – weil sie eben so schön in den vorurteilsbehafteten Erwartungshorizont paßt.

4.8.2015

CNN leak on DSB report which blames pro-Russian rebels for shooting down plane is nonsense!

Posted on August 4, 2015 by admin in Uncategorized // 35 Comments

At July 16 CNN reported with big headlines : First on CNN: Sources say MH17 report blames Russian missile for shooting down plane. 

This article is complete nonsense however many media copied the CNN article. For instance the Dutch NOS and RTL Nieuws.

[…]

Another indication that the DSB cannot mention the location of the launch is that as recent as June 20 Dutch members of the JIT took ground samples of the supposed launch location near Snizhne. (source) and NOS.

https://www.youtube.com/watch?v=qwizOTI_8o8

http://nos.nl/artikel/2043247-video-mh17-onderzoekers-aan-het-werk-in-oost-oekraine.html

http://www.whathappenedtoflightmh17.com/cnn-leak-on-dsb-report-which-blames-pro-russian-rebels-for-shooting-down-plane-is-nonsense/

Die von ihm verlinkten Quellen – ein Video der DNR vom 20.6.2015 mit einigermaßen verständlichen niederländischen Untertiteln und der Artikel des staatlichen niederländischen Fernsehens zu diesem Video waren mir bislang unbekannt. Demnach wurden also Bodenproben von dem vom SBU, ukraine@war und Bellingcat (in dieser Reihenfolge) behaupteten Abschußort einer Buk südlich von Snischne entnommen. Unter freundlicher Mitwirkung der “Rebellen” und der OSZE. Endlich!

Es wird Zeit, daß diese virtuelle Story endlich einmal überprüft wird, wenn schon Beweise aus den USA und der Ukraine ausbleiben. Schon den ersten Realitäts-Check hat der Comicstrip von Bellingcat ja nicht überstanden, wie in meinem letzten Beitrag nachzulesen ist.

Welchem trüben propagandistischen Internet-Netzwerk Bellingcat im Rahmen seiner “Beweisführung” blind folgte und folgt, hat Hector Reban am 1.8.2015 hier akribisch aufgelistet:

https://hectorreban.wordpress.com/2015/08/01/17-july-buk-sightings-planting-evidence-in-advance/

Daß die Lektüre sich lohnt, verraten bereits die hilflosen Bellingcat-Reaktionen auf Twitter, werden ihre Mitarbeiter doch in diesem Artikel als tumbe Follower politischer social media-Infokrieger mit besten Kontakten zum ukrainischen Militär und dem SBU entlarvt, der mühelos ins Internet einspeisen konnte, was ihm beliebte:

Tweet Toler Reban 2.8.2015https://twitter.com/AricToler/status/627818319748403200

Tweet Higgins Reban 2.8.2015

https://twitter.com/EliotHiggins/status/627836735209242624

Natürlich mußte auch der SBU-Informant WowihaY in Kenntnis gesetzt werden. Das wäre wohl die beste Lösung, Bellingcat zu schließen. Denn noch eine Propaganda-Schleuder mehr brauchen wir wirklich nicht. Aber diese Lösung dürfte das Atlantic Council, das so viele Hoffnungen in Higgins’ kongeniale Mitarbeit mit dem Touch des alternativen Journalismus setzt, wohl nicht zulassen.  ;-)“

Seitdem ist einiges passiert.

Zu den schlechten Nachrichten gehört diese hier. Erstmals gaben das Joint Investigation Team (das strafrechtliche Ermittlungsteam, NATO-Staaten plus des erst im Dezember zugelassenen Staates Malaysia unter Führung der Niederlande nebst der beschuldigten Ukraine, die wie alle andere Teilnehmer ein Vetorecht gegen mißliebige Presseveröffentlichungen des Gremiums hat) und das DSB (Dutch Safety Board, verantwortlich für die Flugunfalluntersuchung, die sich auf die Absturzursache und Empfehlungen zu deren zukünftiger Vermeidung beschränkt), gleichlautende Presseerklärungen heraus.

Der DSB preliminary report vom 9.9.2014 mit dem Ergebnis „Kriegseinwirkung“ hätte bereits gereicht, um Schlußfolgerungen für die Luftverkehrssicherheit zu ziehen.

Aber Staatsanwalt Fred Westerbeke hatte uns ja bereits am 17.7.2015 darüber informiert, daß diese Flugunfall-Untersuchung ein Sonderfall sei:

Herr Westerbeke, die Ermittlungen im Fall MH17 werden von zwei Gremien geführt: vom Niederländischen Sicherheitsrat und von Ihrem Internationalen Ermittlungsteam. Worin unterscheiden sich diese Ermittlungen?

Der Sicherheitsrat geht normalerweise nur der Frage nach, ob es sich um einen Unfall gehandelt hat. Wenn nicht, dann übergibt er den Fall der Justiz. Bei MH17 gab es international den Wunsch, dass sich der Sicherheitsrat auch mit den Ursachen des Absturzes befasst. Hier gibt es Überschneidungen mit den kriminalistischen Ermittlungen, die wir durchführen. Aber wir müssen vor Gericht nicht nur beweisen können, was passierte, sondern auch, was nicht passierte. Wir fragen danach, wer verantwortlich dafür war, das macht der Sicherheitsrat nicht.

Aber arbeiten Sie dabei mit dem Sicherheitsrat zusammen?

Wo es der gesetzliche Rahmen erlaubt, führen wir Ermittlungen zusammen durch. Die Rekonstruktion des Flugzeuges etwa wird gemeinsam gemacht. Wir treffen uns jeden Monat, um die Verantwortlichkeiten aufzuteilen und zu schauen, wo wir einander helfen können und wo, aufgrund der Unparteilichkeit der beiden Ermittlungen, nicht.

http://www.nzz.ch/international/europa/die-gefahr-eines-russischen-vetos-ist-da-1.18581057

Der Neutralität des DSB hat es gewiß geschadet, daß am 11.8.2015 (ab dem 10.8.2015 fanden die Abstimmungsgespräche der an dem DSB-Abschlußbericht vom 2.6.2015 beteiligten Staaten, also auch Rußlands, statt) folgende inhaltslose, aber pressewirksame Mitteilungen erfolgten [Hervorhebungen von mir]:

DSB Intro

           Persberichten 11 aug. 2015

Investigation into possible Buk-missile-parts

In cooperation with the Dutch Safety Board (DSB) the Joint Investigation Team (JIT) investigates several parts, possibly originating from a Buk surface-air-missilesystem. These parts have been secured during a previous recovery-mission in Eastern-Ukraine and are in possession of the criminal investigation team MH17 and the Dutch Safety Board.

The parts are of particular interest to the criminal investigation as they can possibly provide more information about who was involved in  the crash of MH17. For that reason the JIT further investigates the origin of these parts. The JIT will internationally enlist the help of experts, among others forensic specialists and weapon-experts.

At present the conclusion cannot be drawn that there is a causal connection between the discovered parts and the crash of flight MH17.

The JIT conducts the criminal investigation and the DSB the investigation into the cause of the crash. Both investigations are conducted separately but JIT and DSB occasionally share material. In its final report the Dutch Safety Board will report on the discovered parts.

http://onderzoeksraad.nl/en/onderzoek/2049/investigation-crash-mh17-17-july-2014/onderzoek/1650/investigation-into-possible-buk-missile-parts#fasen

Identisch auf der JIT-Seite:

https://www.om.nl/vaste-onderdelen/zoeken/@90384/investigation-into/

Das ist eine Null-Nachricht: mögliche Teile einer Buk-Rakete werden weiter untersucht. Zukünftig werden internationale Experten zu deren Erforschung herangezogen. Zur Zeit ist ein kausaler Zusammenhang dieser Teile mit dem MH17-Absturz nicht gegeben. Und wie lange wurde schon, bislang ergebnislos, untersucht? Ist es nicht bekannt, daß am Absturzort zahlreiche Waffenteile zu finden sein müssen, weil die ATO- Kräfte Kiews ab dem 23./24.7.2014, entgegen der UN-Resolution 2166, dort eine, wie üblich erfolglose, Offensive starteten?

Die russische Delegation der Flugunfalluntersuchung fragte vergebens nach den Gründen, aus denen die offensichtlich Monate zurückliegenden Funde erst jetzt bekanntgegeben wurden; sie bekam nicht einmal eine Antwort auf die Frage, wo genau diese „möglichen“ Waffenfragmente gefunden worden waren – und durfte sie selbstverständlich auch nicht in Augenschein nehmen:

Netherlands provides no response on alleged Buk missile debris — Lavrov

August 24, 14:04 UTC+3
[…]

VLADIMIR, August 24. /TASS/. The Dutch investigators have failed to answer Russia’s questions on the Buk missile debris allegedly found at the Boeing crash site in eastern Ukraine, Russian Foreign Minister Sergey Lavrov told a youth forum in the Vladimir region, central Russia, on Monday.

Speaking at the event called Territory of Meanings on the Klyazma, Lavrov said the Dutch Safety Board which conducts the investigation into the July 2014 crash held a number of meetings recently.

„We asked them questions, in particular, why the report on the Buk missile parts which they found several months ago comes only now, and asked them to show them, and they did not. We asked where they had found them – and they did not tell us either,“ Lavrov said.

„We strive to carry out a fair investigation into the tragedy and all the key facts were concealed and are being concealed,“ he said.

[…]

http://tass.ru/en/world/816060

Daß von amtlicher Seite Erleuchtung kommen wird, ist daher stark zu bezweifeln. Sämtliche Fragen Rußlands sind nicht beantwortet worden:

[…]
Bis zum heutigen Tag gibt es keine Antworten auf die Fragen, die von Russland im September 2014 bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrates erläutert wurden:

a.
Warum verweigert die Ukraine Funkgespräche zwischen den in der Nähe von Donezk am Tag der Katastrophe stationierten Militäreinheiten für die Untersuchung frei zu geben?

b.
Warum ist die Ukraine nicht bereit Informationen über den Verbrauch von Luft-Luft- und Boden-Luft-Raketen bereitzustellen?

c.
Warum wird keine Auskunft über die Flugpläne der ukrainischen Luftstreitkräfte am Tag der Katastrophe erteilt?

d.
Warum wird keine Auskunft über die Bewegungen der ukrainischen Bodentruppen am Tag der Katastrophe erteilt?

e.
Wieso wurden am Tag der Katastrophe die Aktivitäten der ukrainischen Radareinheiten bemerklich erhöht?

f.
Warum haben die ukrainischen Behörden den Luftraum für Zivilflugzeuge über den Kampfgebieten in der Ostukraine nicht gesperrt?

[…]

Russische Botschaft Wien, am 22. Juli 2015

http://pressejournalismus.com/2015/08/boeing-mh17-pressemitteilung-der-russischen-botschaft-wien/

Die Liste der Fragen, die Oleg Storchevoy, Leiter der russischen Luftfahrtbehörde und russischer Repräsentant bei der Flugunafalluntersuchung, im September 2014 dem DSB übersandte, war dann noch etwas detaillierter: sie wies 24 Fragen auf:

https://translate.google.com/translate?hl=en&sl=ru&tl=en&u=http%3A%2F%2Fold.favt.ru%2Ffavt_new%2F%3Fq%3Dnovosti%2Fnovosti%2Fnovost%2F4238&sandbox=1

John Helmer notierte hierzu am 13.9.2015:

On September 25, RosAviation released the text of the letter Storchevoy had sent to DSB itemizing the evidence the DSB investigation should cover for its final report. Here is the 24-point release. Point 3 is a priority for evidence: “Pathological examination of the dead passengers and crew members, including the presence of submunitions and other foreign bodies and substances.”

At DSB Chairman Muller was asked to confirm he had read Storchevoy’s letter, and to say what reply he had sent. He refuses to say.

http://johnhelmer.net/?p=14084

Falls alle diese Fragen, die überwiegend ohne Mitwirkung der Ukraine nicht beantwortet werden können, im “finalen” DSB-Bericht vom 13.10.2015 ausgeklammert bleiben, dann wissen wir immerhin, wer dafür verantwortlich ist. Die Niederlande nämlich, folgt man der Aussage des leitenden Staatsanwalts Fred Westerbeke in seinem Interview vom 27.10.2014:

SPIEGEL ONLINE: Wenn Sie tatsächlich die Beteiligung der ukrainischen Luftwaffe am Abschuss von Flug MH17 in Betracht ziehen – ist es dann nicht absurd, dass die Ukraine an den Ermittlungen beteiligt ist?

Westerbeke: Natürlich ist das ein Problem. Aber wir können nicht ohne sie ermitteln. Ich möchte übrigens eines klarstellen: Wir haben keinerlei Hinweise darauf, dass Kiew nicht absolut offen mit uns umgehen würde. Sie geben uns alle Informationen, die wir haben wollen.

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/mh17-ermittler-westerbeke-ueber-den-absturz-in-der-ukraine-a-999193.html

Genau das ist das Problem: was wollen die niederländischen Ermittler von den Kiewer Behörden haben? Nicht einmal den kompletten Funkverkehr der ukrainischen Fluglotsen mit MH17 seit Beginn des Eintritts in den ukrainischen Luftraum?

Umso erfreulicher, daß sich die im medialen Strafgericht vorgelegten social media-„Beweise“ für die Mainstream-Anklage gegen die Separatisten und/oder Rußland bei näherer Analyse als Pseudo-Beweise herausstellen. Unglaubhaft war die SBU-Geschichte ja von Anfang an, und man mußte schon von einer gewissen Naivität sein, um die gar nicht mal sehr kunstvoll ausgelegten Indizien unüberprüft als solche zu anzuerkennen. So naiv wie dieser Mitarbeiter von Bellingcat beispielsweise, der zu diesem klassisch unscharfen Foto einer Buk in Snischne in diesem Tweet:

Tweet GirkinGirkin 1https://twitter.com/GirkinGirkin/status/489884062577094656/photo/1

abgesetzt am 18.7.2014 um 0:27 Uhr [Ortszeit EEST = plus 10 zur angezeigten Twitter-Zeit] anmerkte:

Daniel Romein – February 15th, 2015

Ok, the tweet itself indeed was posted much later, but at the photograph we clearly can see it was not 12:27 am, because that was after midnight. Still even when the person would have tweeted a random photograph, how to explain a video being uploaded of a Buk missile launcher the same day? Or maybe the same person also had a video of a Buk driving through Snizhne somewhere and uploaded this one as well? How often do Buk missile launchers drive through Snizhne? Is it just a coinsidence? And how well this coinsidence matches with the US satellite image, the Torez photographs of 17 July 2014, the audio recordings and the fact that the same day a Buk missile launcher was seen in Donetsk, Zuhres and Torez. Isn’t that a bit too much coinsidence?

https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2015/01/27/is-this-the-launch-site-of-the-missile-that-shot-down-flight-mh17/comment-page-2/#comment-9802

Ja, das ist in der Tat kein Zufall, daß auf den ersten unkritischen Blick alles so schön zusammenpaßt…

Nachfolgend wird der aktuelle Forschungsstand hinsichtlich der „social media-Beweise“:

  1. Die Wölkchenfotos von Pawel Aleinikow aus Tores (angebliche Buk-Raketen-Abgasspur)
  2. Das Video der Buk auf dem Volvo in Zuhres (zwischen Donezk und Tores)
  3. Die Paris Match-Fotos von Volvo und Buk in Donezk
  4. Das Lugansk-Video von Innenminister Awakow vom 18.7.2014 (angebliche Flucht der Tat-Buk auf dem Volvo nach Rußland)
  5. Das Snischne-Video, das eine Buk südlich aus Snischne herausfahrend, zeigt

dargelegt. Man könnte diese Betrachtung, ähnlich wie der SPIEGEL es seinerzeit tat, betiteln:

Virtuelle Wahrheit in Trümmern

I. Das Wölkchenfoto

MH 17 Titelfoto[die Fotoshop-Version, die von WowihaY am 17.7.2014 um 19:23 Uhr verbreitet wurde]

https://twitter.com/wowihay/status/489807649509478400

Am 6.9.2015 hat der niederländische Blogger Hector Reban noch einmal zusammengefaßt, was bis dahin an kritischen Stellungnahmen zu diesem Foto von Pawel Aleinikow, das angeblich den Rauch der Buk-Rakete, die MH17 getroffen haben soll, zeigt, zusammengetragen wurde.

The mystery of the two faced launch plume

6 september 2015 / hectorreban

In the Infowar that started within moments after the crash of flight MH17, which cost the lives of 298 people, the Ukrainians dealt the first blow. Within hours they disseminated intercepted phonecalls with ¨confessions¨ and images of the alleged murderweapon on its route to the alleged crimescene. It was a trail of evidence showing an obvious suspect, an clearly identified weapon and a more or less fixed site of action, ready to be picked up by every media outlet that wanted to blame the right side.

[…]

https://hectorreban.wordpress.com/2015/09/06/the-mystery-of-the-two-faced-launch-plume/

Zu Rebans wichtigsten Quellen gehört Max van der Werff. Er war der erste, der die Angaben des Fotographen Pawel Aleinikow überprüft hat, die zum Teil stark variieren; vor seinem Interview mit RTL äußerte sich der Fotograph erstmals zum Zustandekommen der beiden Fotos, die angeblich einen Buk-„Kondensstreifen“ zeigen sollen. Im November 2014 offenbarte er sich gegenüber dem russischen oppositionellen Journalisten Sergeij Parkhomenko; der sich als Bellingcat-Fan outete und am 17.3.2015 seine eigene Studie – unter Wiedergabe der Angaben Aleinikows von November 2014 ihm gegenüber – mit einem recht ähnlichen Ergebnis wie Bellingcat veröffentlichte:

https://meduza.io/feature/2015/03/17/sled-nad-torezom

Wölkchenfoto mit Exif-Daten von Parkhomhttp://ic.pics.livejournal.com/cthulhu985/12322546/968/968_original.png

Eine englische Übersetzung von Aleinkows Aussagen gegenüber Parkhomenko befindet sich sinnigerweise hier, finanziert durch die Free Russia Foundation unter dieser Adresse:

HEAD OFFICE
The Ronald Reagan Building
1300 Pennsylvania Ave NW, Suite 700
Washington DС 20004:

Nemzow-Report “Putin. War”.

http://www.4freerussia.org/putin.war/

S. 47:

The author of the photograph informed Sergei Parkhomenko the following about the circumstances of the shooting: „During the day, while I was in my own apartment in a building on the outskirts of Torez, I heard thunder, much stronger than the customary sounds of artillery firing, mortar explosions or the volleys of a Grad. I ran to the window and saw that the wind was slowing erasing a smoke trail over the horizon. My camera lay on the windowsill. I grabbed it and raced up the stairs to the roof in order to take the picture from there. I clicked the first time. I saw that directly across the scene electrical wires were visible.

I twisted the zoom to the maximum and took a second photo. Then, I turned and saw that from the other direction, in the north (that is, right in the direction of Grabovo) there was a column of thick black-blue smoke. I decided that a missile had landed on some gas station or oil tank. I crawled to the other side of the roof in order to take a picture from there, where the wires and antennas didn’t get in the way.

I crawled over for about three minutes – then made the third shot. I didn’t know that in the third shot there was smoke from the plane that had just crashed: I didn’t see any plane. Therefore I didn’t start shooting further: if I had known what event had been captured in the frame, I would have taken some more photos, of course, but I only learned a few hours later exactly what had happened. I then sent the pictures to a friend, and he uploaded them to Twitter.“

Praktisch alles an dieser Erzählung ist unwahr.

So benutzte er für das im WowihaY-Tweet präsentierte Wölkchenfoto nicht den maximalen Zoom, sondern wählte eine Brennweite von 180 mm bei Nutzung eines Objektivs mit einer Brennweite von 55-300 mm:

2. Foto van den Berghttp://www.whathappenedtoflightmh17.com/three-issues-with-the-fake-photo-claim-of-max-van-der-werff/

Aleinikow machte nicht nur ein Foto von der Absturzstelle, sondern mindestens sieben:

9 fotos what happened(Quelle: die ursprüngliche Version des zuvor angegebenen Artikels von Marcel van den Berg vom 21.5.2015, die nicht gespeichert wurde)

Eine weitere (nahezu identische) Übersetzung seiner Angaben wurden in der Daily Mail vom 22.3.2015 veröffentlicht, die so tat, als habe sie Aleinikow interviewt; vermutlich hat sie aber ebenfalls nur die Parkhomenko-Studie vom 17.3.2015 übersetzt. So arbeitet der Boulevard nun mal:

http://www.dailymail.co.uk/news/article-3006066/MoS-s-vital-clue-hunt-shot-MH17-Investigators-believe-missile-vapour-trail-photo-points-blame-Russia.html

Max van der Werff machte sich jedenfalls auf die Reise, um diese Angaben zu überprüfen.

MH17 – ‘Buk launch photo’s’ are cheats

May 20, 2015

One of the reasons I visited the MH17 crash area in April 2015 was my desire to verify the authenticity of the only two existing photos showing a smoke plume claimed to be generated by a Buk missile.

[…]

During my stay in Donbass most people were very friendly. However, as I asked an inhabitant of building 2 to give me access to the roof he insisted I show my passport plus a document proving my legal status. After I did just that and explained the purpose of my request only then the man relaxed.
Then I showed him both plume photo’s. “These photo’s are fake”, he said. “Everybody knows that”. We took the elevator to the top (ninth) floor.

“Here, this is Pasha’s apartment”, the man said. “He is a master photographer. A real expert. Unfortunately he chose to join the wrong side and left.”

Video Max Dach AleinikowThe video is clear proof of the fact there are no cables on the roof as shown in the ‘cable picture’ which RTL News on December 22nd presented as scoup and new “crucial evidence” in the MH17 case. And these cables were never there because on the part of the roof from where the trees in the foreground are visible there is no higher point to which the cables could have been attached.

[…]

http://7mei.nl/2015/05/18/mh17-buk-launch-photos-are-cheats/

Das war der erste kritische Bericht über Aleinikow, dessen Identität, obwohl in Internetkreisen weithin bekannt, hier erstmals öffentlich enthüllt wurde, und über seine Aussagen zu den Fotos. Von RTL (nach dem Austausch mit Parkhomenko, aber wohl ebenfalls im November 2014) wurde er später nur oberflächlich und von Bellingcat (vermutlich im Januar 2015) praktisch gar nicht befragt. Die wollten seine Fotos lediglich für ihre Zwecke benutzen, und dabei stören harte überprüfbare Fakten über die Enstehung der Fotos nur.

Am 26.7.2015 setzte Max van der Werff nach und veröffentlichte diesen bemerkenswerten Artikel, dem ich hier lediglich das für mich stärkste Bild entnehme – eine Aufnahme des „Abschußortes“ vom 7.6.2015, auf dem an derselben Stelle wie auf dem Aleinikow-Foto von 2014 dunkler Rauch aufsteigt.

Tweet Max Überlagerung RT-Bellingcathttps://twitter.com/MaxvanderWerff/status/645334196320210944

Max van der Werff geht den möglichen Ursachen auf die Spur:

MH17 – ‘Buk plume’ burns witness – Part I

July 26, 2015

[…]

Launchsite 7.6.2015In total Yana took 11 photos showing the plume. Photos were taken from a 6th floor balcony in the same building as the ‘Buk plume’ photo (taken from the 9th floor).

[…]

Launchsite Max KarteFollowing the line of sight from the photographer to the claimed launch site twelve kilometers South East we find a few candidates:

There’s a coal mine or stash [Lutugina-Mine] at around 4,6 kilometers.

[…]

Others suggested the most likely source of the smoke is Voskresenskaya mine about 5,5 kilometers from the photographers point of view.

[…]

Launchsite Max overlappinghttp://7mei.nl/2015/07/26/mh17-buk-plume-burns-witness-part-i/

http://kremlintroll.nl/?p=348

Damit war die basislose Bellingcat-These, daß der bei starker Kontrastierung der Aleinikow-Fotos links von den weißen Wölkchen erkennbare dunkle Rauch die initialen Abgase einer Buk-Rakete seien, die sich wegen einer tatsächlich nicht vorhandenen Inversions-Wetterlage halt extrem unterschiedlich zu der weißen Rauchsäule entwickelt hätten, aus dem Rennen:

Examining the MH17 Launch Smoke Photographs

January 27, 2015

By Daniel Romein

[…]

Bellingcat Launchsite 27.1.2015[…]

https://www.bellingcat.com/resources/case-studies/2015/01/27/examining-the-mh17-launch-smoke-photographs/

Sowohl Max van der Werff (dessen letztes Foto sich auf S. 80 des nachfolgend zitierten Kobs-Berichts befindet) als auch Hector Reban beziehen sich auf die deutschsprachige Studie von Michael Kobs „Bellingcat – The Launchsite“ vom 22.3.2015, jetzt mit neuem Link und auch online lesbar:

http://de.scribd.com/doc/267001590/Bellingcat-the-Launch-Site

Dort findet man bereits kritische Untersuchungen der SBU-Telefon-„Mitschnitte“ und eine detaillierte Untersuchung der Einbettung der Aleinikow-Fotos in einen künstlichen social-media-Raum, der von den ideologisch motivierten Pro-Kiew-Akteuren zielgerichtet und zweckbestimmt bespielt wurde. Ab S. 60 geht es um die Wölkchen-Fotos. Dort heißt es:

Kobs Launchsite, S. 76Aus den bekannten Informationen ergibt sich also eine Timeline und eine einzige zusätzliche Bedingung: Die Rauchsäule muss sich mit der gleichen Windgeschwindigkeit in dieselbe Richtung bewegen, wie die Rauchfahne der Trümmer.

Und hier beginnt das Problem von Bellingcat. Bis hier hin hatte das Bellingcat-Team schon einen weiten Weg zurückgelegt, um eine russische BUK aus einem russischen Konvoi auf den Tieflader nach Donezk zu schreiben, um diese BUK als jene fahrende BUK in Snizhne zu definieren und diese dann wiederum ungesehen auf den Tieflader und nach Luhansk zu hieven. Damit aber diese BUK nun auch geschossen hat, muss die Rauchsäule unbedingt irgendwo im Süden von Snizhne verankert werden, und zwar egal was die offensichtliche Logik sagt.

Also interpretiert Bellingcat die Zeiten schlichtweg um. Zuerst schätzt der Fotograf, dass er 30 Sekunden nach der „Explosion“ auf dem Dach war und Foto 1 schoss, welches nachweislich nicht vom Dach geschossen wurde. Abgesehen von der Verlässlichkeit seiner Erinnerung und dieser sportlichen Leistung muss man doch fragen: welche Explosion hat er gehört? War es der Start der Rakete, welchen Bellingcat allzugern in 12200m Entfernung sehen will? War es die Explosion des Sprengkopfes in 10000m Höhe und ebenfalls in 12000m Entfernung? Oder war es die Explosion der Tanks am Boden in etwa 9000m Entfernung? Um das Zeitproblem zu lösen, schreibt Bellingcat nun folgendes:

“According to the photographer, the first picture was taken about 30 seconds after the explosion. Because we know that flight MH17 was hit around 16:20 EEST, the camera’s time stamp was approximately 4 minutes to 4 minutes and 30 seconds ahead of the real time. The metadata (or Exif data ) of the original files show that all date and time properties like camera date, digitized date, modified date, and file date show a date of 17 July 2014 and times of 16:25:41 and 16:25:48.”

Ginge es nicht um ein Kriegsverbrechen sondern um den Mathewettbewerb einer Grundschule, dann hätten sie vermutlich schallendes Gelächter geerntet. Aus der groben Schätzung um wie viel die Uhr der Kamera falsch gegangen sein muss, wissen wir, dass sie es nicht wissen. Also musste die Zeit so gedreht werden, dass sie zu der längst gefassten Schlussfolgerung passt: Die Paris-Match-BUK von Snizhne war es! Und wie CORRECTIV bewiesen hat: Zeugen findet man überall.

[S. 76]

Ergebnis seiner Analyse (die von Zeitsequenzen ausging, die den Bellingcat-Manipulationen noch sehr entgegenkamen – denn ein Raketenflug von nur 15 Sekunden ist genauso unrealistisch wie eine Zeit zwischen Abschuß und Aufschlag von nur 45 Sekunden):

Und diese Alternative bedeutet zunächst, die eingestellte Zeit im Fotoapparat stimmt mit der Ortszeit überein. Die Fotos wurden zu der Zeit gemacht, die in den NEF-Metadaten gespeichert sind. Der Wind bläst mit etwa 4 m/s nach Westen, was sowohl mit dem Wetterbericht als auch mit den Videos vom Geschehen übereinstimmt. Das aber bedeutet dann, dass die Rauchsäule auf den Fotos nur ca. 5000m vom Fotografen entfernt ist. Und es bedeutet, dass sie vor dem ersten Foto bereits 1500m Wanderung mit dem Wind nach Westen hinter sich hat. Ihr Startpunkt sollte demnach nördlich der N21 auf halbem Weg zwischen Torez und Snizhne gefunden werden.

[S. 80]

Damit war nun der SBU-ukraine@war/Roland Oliphant/Bellingcat/Parkhomenko Abschußort südlich von Snischne (jeweils mit Varianten, aber immer südlich von Snischne) genauso diskreditiert wie der ohnehin lachhafte von Bensmann/Correctiv nördlich von Snischne im Dorf Puschkin propagierte.

Der Fokus richtete sich nun auf einen Rauchursprung in ca. 5 km Entfernung vom Fotografen: eben die Lutugina Mine in 4,6 km Entfernung und die Voskresenskaya Mine in 5,5 km Entfernung vom Fotographen.

Daß die weißen Wölkchen in 12 km Entfernung zum vom SBU favorisierten Abschußort südlich von Snischne in diese Fotos nicht hineinpassen, hat Michael Kobs hier thematisiert:

Weder die CORRECTIV-Zeugen im Dorf Puschkin, noch die REUTERS-Zeugen in Chervonyi Zhovten erwähnten das Rauchgebilde, obwohl es laut Fotograf und anderer Quellen nicht zum Kriegsalltag zu gehören scheint. Zudem hätte – entsprechend der Relationen in den Fotos – diese Rauchsäule in der Entfernung von Chervonyi Zhovten einen Durchmesser von etwa 100m und wäre laut Windrichtung genau auf das Dorf zugewandert.

[S. 83]

Ein deutlicher Hinweis auf eine Foto-Manipulation, denn einen Durchmesser von 100 m hat der Kondensstreifen einer Buk-Rakete kurz nach dem Abschuß gewiß nicht.

Als Kommentar zu Hector Rebans Artikel vom 6.9.2015 veröffentlichte Michael Kobs am 7.9.2015 diese englischsprachige erweiternde Betrachtung zum angeblichen SBU- und Bellingcat Abschußort:

Launch spot by numbers

https://www.dropbox.com/s/pa7v8o76zsm3mbr/Launch%20spot%20by%20numbers.pdf?dl=0

7 september 2015 om 14:48

Here is a carefully revised version in favor of the alleged launch spot.
Maybe someone out there gets the numbers straight into a conclusive timeline of the events:
https://www.dropbox.com/s/pa7v8o76zsm3mbr/Launch%20spot%20by%20numbers.pdf?dl=0

https://hectorreban.wordpress.com/2015/09/06/the-mystery-of-the-two-faced-launch-plume/comment-page-1/#comment-68

Aufgegriffen und ebenfalls veröffentlicht von Marcel van den Berg (der zwar immer noch glaubt, daß es „die Russen“ waren, der aber zu erkennen scheint, wer trickst und täuscht und wer in der Sache recht hat):

Issues with BUK contrail photo

Posted on September 7, 2015 by admin in Launch location, Research //

http://www.whathappenedtoflightmh17.com/issues-with-buk-contrail-photo/

In seiner neuen Studie widmet sich Michael Kobs einem weiteren Bellingcat-Artikel vom 7.8.2015, in dem eine irrwitzige russische Internet-Untersuchung (Schattenkalkulation anhand eines verschwommenen Details aus dem zweiten Aleinikow-Foto) den angenommenen Entstehungszeitpunkt unterstützt und die eigene Behauptung einer Fehlfunktion der Kamera-Uhr von 4 – 4,5 Minuten auf 3 Minuten reduziert wird. Merke: wenn jemand den eigenen Manipulationen auch nur bedingt auf die Beine hilft, dann greift man selbst auf obskure russische Quellen zurück:

Eventually, the administrator revealed the time of the photograph numbered 4328, which was in between the two leading vote-getters (4325 and 4330). This photograph was taken at August 1, 2015 at 4:35:46pm with the azimuth of 260.52, which corresponds to a July 17, 2014 time of 4:21:29pm. The administrator later calculated what he saw as a more accurate time based on the line alignment in the two photographs: 4:22:40pm on July 17, 2014.

If the results of the “shadow poll” experiment are trusted, the camera’s internal clock was about 3 minutes fast. It is difficult to conclusively say the exact minute – let alone the second – that the launch photograph was taken due to the margin of error in the shadow exercise and the impreciseness of the camera’s internal clock. However, this exercise in tandem with the self-reported EXIF data demonstrates that the launch photograph was indeed taken soon after 4:20pm, the time of the MH17 downing.

https://www.bellingcat.com/resources/case-studies/2015/08/07/shadow-of-a-doubt/comment-page-1/

Hat Bellingcat irgendetwas zu bieten über Explosionsgeräusche, deren Schallgeschwindigkeit oder über die Zeit, die der Absturz der MH 17 in Anspruch nahm? Also über die frühestmögliche Zeit, in der die beiden Wölkchenfotos überhaupt entstanden sein können? Nö. Ist ja auch egal.

Von dieser neuen zugestandenen russischen timeline Bellingcats ausgehend, belegt Michael Kobs, daß – wie wir aus den von Max van der Werff veröffentlichten Fotos vom 7.6.2015 schon wissen – auch aus rechnerischen Gründen der Ursprung des dunklen Rauchs mit dem vermeintlichen Abschuß einer Buk-Rakete nichts zu tun haben kann. Allein aufgrund der Weg-Zeit-Berechnung der Wanderung des weißen „Kondensstreifens“ innerhalb der sieben Sekunden, die zwischen Aleinikows beiden Wölkchenfotos liegen, ergibt sich, daß der „Abschuß“ weit links von der dunkleren Wolke stattgefunden haben muß (wenn überhaupt):

Kobs Launchsite by numbers, 4,1Kobs Launchsite by numbers 4,2https://www.dropbox.com/s/pa7v8o76zsm3mbr/Launch%20spot%20by%20numbers.pdf?dl=0

[S. 4]

We know the blue figure was corrected towards the red figure and we know that the missile probably flew a little longer than 30 seconds. (If you apply the acceleration/deceleration of a missile to a curved flight path according to the Almaz Antey graphic you get 33 seconds.)

In other words, the alleged launch spot at the burnt field is out of reach!

Without knowing the wind speed and wind direction it is a fact that the alleged launch spot demands a delay of 11 or 12 times 7 seconds (77-84 s), not more and not less.

https://www.dropbox.com/s/pa7v8o76zsm3mbr/Launch%20spot%20by%20numbers.pdf?dl=0

[S. 5]

So lange wird der Wind nicht stehengeblieben sein, nur um den aus politischen Gründen a priori feststehenden „Abschußort“ zu rechtfertigen. Welche Schlußfolgerungen erlaubt dieses Ergebnis?

There are some possible reasons for the mismatching data:

– The launch spot is wrong

– The contrail is unrelated to the downing of MH-17

– The EXIF data were altered

https://www.dropbox.com/s/pa7v8o76zsm3mbr/Launch%20spot%20by%20numbers.pdf?dl=0

[S. 7]

Letzteres ist allerdings mehr als nur unwahrscheinlich, bedenkt man, daß die Rauchwolke nach der Explosion beim Aufschlag zum Zeitpunkt des ersten Fotos von Aleinikow vom Absturzort um 16:30 Uhr bei Grabowo schon gut 2,8 km gewandert war:

Kobs Launchsite by numbers 8https://www.dropbox.com/s/pa7v8o76zsm3mbr/Launch%20spot%20by%20numbers.pdf?dl=0

[S. 8]

A backwards estimation

We already know that the fall of MH-17 took probably more than 105 seconds (1 minute and 45 seconds) and began at 16:20:03h EEST.

We also know that the reported wind speeds for that day ranges from 4m/s up to 7m/s.

2820m/7m/s = 410s (6 minutes and 50 seconds)

2820 m / 4m/s = 717.5s (11 minutes and 57.5 seconds)

So the image DSC_9267.nef [das erste mit der Rauchwolke am Absturzort Grabowo] should be taken between 16:28:38h and 16:33:45 h EEST.

Comparing this result to the EXIF-time of the image 16:30:06.50 there is no reason to believe that the internal clock of the camera was not perfectly right.

https://www.dropbox.com/s/pa7v8o76zsm3mbr/Launch%20spot%20by%20numbers.pdf?dl=0

[S.8]

Die genaue Aufnahmezeit des Fotos 9267 stammt aus der oben erwähnten Parkhomenko-Studie vom 17.3.2015. Wenn also die Exif-Daten der Fotos stimmen und wenn die zutreffende Sichtlinie des Fotographen, verlängert man sie über die ca. 5 km vom Fotographen entfernt befindlichen Himmelsphänomene hinaus, laut Michael Kobs ins Zentrum von Snischne führt, dann ergibt sich eine realistische dritte Möglichkeit: wir könnten es bei den weißen Wölkchen mit einer Photoshop-Fälschung zu tun haben.

Hopefully, the timecode of DSC_9273.nef reveals the real wind speed and we get the timeline for the images straight. Otherwise a deliberate fraud cannot be excluded. Bits and bytes and pixels and Exif-Data can be manipulated.It’s much harder to fake physics and math.

https://www.dropbox.com/s/pa7v8o76zsm3mbr/Launch%20spot%20by%20numbers.pdf?dl=0

[S. 8]

Hier nun ist Marcel van den Berg gefragt, der zwar in seinem am 21.5.2015 gegen Max van der Werff gerichteten Artikel das Foto 9273 veröffentlichte, diesem allerdings eine Liste beigesellte, in der dieses Foto nicht aufgeführt ist; stattdessen taucht ein möglicherweise von Aleinikow am 17.7.2014 um 11:32 Uhr aufgenommenes Foto 9264 auf, das dieselbe Landschaft wie die beiden nachfolgenden veröffentlichten Wölkchen-Fotos zu zeigen scheint.

Crashsite aus whathappened, 55-300mm9 foto files what happenedhttp://www.whathappenedtoflightmh17.com/three-issues-with-the-fake-photo-claim-of-max-van-der-werff/

Leider schweigt er sich, wie u.a. aus der dort stattfindenden Diskussion ersichtlich, über die Person, die ihm die Fotos und die Liste zur Verteidigung Aleinikows gegen Max van der Werff überlassen hat, beharrlich aus und hält es auch nicht für erforderlich, sich bei seinem unbekannten Lieferanten nach dem Bildinhalt des Fotos 9264 oder nach dem Zeitpunkt der Aufnahme 9273 zu erkundigen. Letztlich läßt sich „open source intelligence“ (OSINT), die einseitig politisch dargeboten wird, nicht ohne die entsprechende Vernetzung mit an Einfluß interessierten Informanten erzeugen. Und die bleiben lieber im Dunkelfeld.

Auch der Versuch des niederländischen Bloggers Hector Reban, mit dem Autor der auf der Plattform „Medusa“ erschienenen Studie vom 17.3.2015, Sergeij Parkhomenko, über die Widersprüche in den Aussagen des Fotographen Aleinikow zu diskutieren, schlug fehl. Der Herausgeber beschied ihn kurz und knapp, wie Reban am 29.8.2015 berichtete:

„Hello Hector,

I have send your letter to Sergey Parkhomenko and we had a small talk about it. He doesn’t know who is mr. Aleynikov and he can’t give you any comments about it.

Иван Колпаков / Ivan Kolpakov
заместитель главного редактора / deputy editor-in-chief¨

https://hectorreban.wordpress.com/2015/08/29/mh17-putin-did-it-defenders-playing-dumb/

Diese Antwort will ich nun mal kommentarlos stehen lassen. Der russische Journalist und „Kremlkritiker“ Parkhomenko wird von Marcel van den Berg der Lüge bezichtigt, was seine Wiedergabe der Äußerungen Aleinikows ihm gegenüber angeht. Parkhomenko erwidert, er kenne Aleinikow nicht.

Hector Reban hat am 19.9.2015 diesen Bildern eine eigene, 47 Seiten lange, Studie gewidmet, die weitere Akzente setzt:

Conclusions reached: the photographer gave a lot of contradicting statements and the trail is probably not a BUK launch plume. It is hardly imaginable the pictures are genuine and still manage to comprise so much irregularities. Hence its very doubtful they will ever reach court benches.

Here you can download the PDF (3MB): The trail that wasn´t a BUK launch plume, a reconstruction

https://hectorreban.wordpress.com/2015/09/19/the-trail-that-wasnt-a-launch-plume-a-reconstruction/

II. Das Zuhres Video

Zuhres Video 1https://www.youtube.com/watch?v=Z6-O_xyER9Q

[Eine der vielen Versionen, die sich im Netz befinden; das „Original“ wurde kurz nach der Veröffentlichung gelöscht.]

Dieses geheimnisumwitterte Video soll die Buk auf dem Volvo, begleitet von einem VW-Transporter und einem Jeep, am 17.7.2014 gegen 11:40 Uhr in Zuhres (zwischen Donezk und Tores) zeigen.

Aber stammt es wirklich von diesem Tag?

Ole hat es sich noch einmal kritisch angesehen, und zwar in einer qualitativ guten Version, die erst in diesem Jahr vom pro-NATO-und Kiew-Aktivisten ukraine@war hochgeladen wurde:

Zuhres Video u@w 3.7.2015https://www.youtube.com/watch?v=LO4a3T4t7iw&feature=youtu.be

Ole kommentiert das Video so:

Ole

15 juli 2015 om 09:38

Hi,

looking again at the Zuhres video

two things can be noticed:

[…]

The second point is much more striking. There can’t be much doubt the wind on the video is from the south:
Zuhres Ole 1In the first seconds one of the birds on the ground behind the blue cubicle takes off to the right (against the wind, as already noted by Otto Lilienthal) but is blown slightly to the left by the wind. Also the branches of the trees are clearly blown to the left. That means the wind is coming from the south:

Zuhres Ole 2
The strength of the wind at that moment is approximately 5 on the beaufort scale (8-10 m/s):
“Branches of a moderate size move. Small trees in leaf begin to sway.”
https://en.wikipedia.org/wiki/Beaufort_scale

Now on July 17th there never was wind from the south in the region:

Or more reliable the official data from Donetsk Airport as provided by Charles Wood in this blog:
http://7mei.nl/2015/02/02/mh17-bellingcat-photo-proof-spoof/

For the time in question these winds were recorded at Donezk airport:
Time (UTC) Dir Speed (m/s)
2014-07-17 07:30 350 5.0
2014-07-17 08:00 350 6.0
2014-07-17 08:30 10 7.0
2014-07-17 09:00 10 6.0
2014-07-17 09:30 40 4.0
2014-07-17 10:00 50 5.0
2014-07-17 10:30 40 7.0

So on July 17th between 10:30 local and 13:30 local the wind was between North and North East!

The trees visible in the video are quite close to the opposite building as can be seen on the satellite image. So for eastern winds the trees should be shielded by the building and it is hard to imagine that by some weird tunneling effect the wind was turned from NE to S between the buildings.

The bottom line is, it appears highly unlikely the video was taken on July 17th.

A quick research shows that for example on July 14th there were southern winds predicted around noon:
http://meteo.ua/archive/329/zugres/2014-7-14
as well as on July 11th:
http://meteo.ua/archive/329/zugres/2014-7-11

https://hectorreban.wordpress.com/2015/07/10/an-alternative-track-trail-another-buk-on-another-day/comment-page-1/#comment-27

Mehr und mehr erweist es sich, daß alle diese Spuren gelegt wurden, um DIE Buk vom 17.7.2014, die MH17 abschoß (so die westliche und ukrainische Lesart, die immer noch nicht erwiesen ist), an jenem Tag im Besitz der Rebellen zu zeigen. Aber wer ist der Player im Hintergrund, der die gewogenen sozialen Netze mit Texten und Bildern versorgte? Ist es tatsächlich, wie ich schon lange vermutete, der ukrainische Geheimdienst SBU?

In meinem letzten Artikel hatte ich zum Zuhres-Video Folgendes geschrieben:

„Bellingcat ist auf diesen vom SBU gestreuten Spuren unterwegs und weit davon entfernt, ein harmloser open source-Nutzer zu sein. Er war und ist aktiv daran beteiligt, die Geheimdienst-Beweiskette aufrecht zu erhalten: nachdem die anonymen Erstposter der einzigen beiden „Beweisvideos“ eines Buk-Transports in Zuhres und einer freifahrenden womöglichen Buk, südlich aus Snischne herausfahrend, diese wieder gelöscht hatten, waren Bellingcat/Higgins binnen einer halben Stunde zur Stelle und luden die beiden gelöschten Videos wieder hoch. Hector Reban hat sich diesem Phänomen gewidmet:

The original link of the Zuhres vid was uploaded by an anonymous person who used the Youtube account only once, for uploading this video, and then deleted it. According to Marilyn Justice, writing in a reply on my ¨Over mij¨ page on this blog, the person who posted the Zuhres video had no ‘net presence’ before or after posting the video. So she started asking questions to Bellingcat´s Aric Toller [Toler]:

@mkj1951 @EliotHiggins @JSmithRus Won’t satisfy you, but here is the person who posted video: https://t.co/xFp0V0SJ7w — Aric Toler (@AricToler) December 30, 2014

MJ: [the original URL of the deleted vid; HR] … maybe u can explain where this came from (this is about the 15 sec video now removed)

AT: Was posted on Youtube and Twitter by “Андрей” on 7/17 with coordinates. That’s all we know.

MJ: My question – how was it found – zero identifiers by a person with no net presence before or after?

AT: I actually did find their Twitter account, but it was deleted. Probably created accounts just for video

MJ: That does not answer how it was found, sorry

AT: Won’t satisfy you, but here is the person who posted video: https://twitter.com/3Andryu/

So Aric Toller said he found a twitter account, but it is clear this twitter account found him or his boss Eliot Higgins, pointing them head on towards the Youtube vid for a quick download, exact coordinates for geolocation provided in the package too. But then again, because the genuine video has been deleted, it is impossible to say from which date this source originates.

Also from the vid showing a lone BUK on the road from Sniznhe to Pervomaiske on its way to its deadly encounter with MH17 oozes an equally funny smell, as Michael Kobs shows in his well documented report about the track trail evidence. As occured with the Zuhres video also this video had been posted from an account used only once for this particular purpose before it was deleted. Hence, again, no original date could be established.

In his report Kobs reaches a conclusion well fit for the alternative track trail that says all footage and photos could well have been made at another day: ¨Ob das Video überhaupt an diesem Tag entstanden ist, kann selbst Bellingcat nur raten¨ (Whether this video really was made at this day [the 17th] is even a mystery to Bellingcat¨) (page 13-15, see also note 1 for URL).

Fortunately the mysterious person made sure Eliot Higgins could download the evidence. Within the 24 minutes the vid was online it received so many clicks it reached the daily top thirty, which may have got the attention of Bellingcat whisperers. Nevertheless the poster made very sure the vid was picked up by the right parties. According to the Amnesty International Youtube DataViewer, which guarantees the right metadata of an uploaded video, three copies of the deleted lone BUK video were instantly re-uploaded within minutes by Eliot Higgins, Euromaidan and Torez.info [6].

Torez.info is a local website co-administrated by Vladimir Djukov, alias @WowihaY, the same person of two witness accounts and the first to tweet the incredible important picture of the alleged plume of a BUK launch. Obviously the source knew which way to go to get the right attention.

http://7mei.nl/2015/07/12/mh17-another-buk-on-another-day/

Natürlich konnte sich auch Higgins nicht mehr erinnern, wie er auf das Snischne-Video aufmerksam wurde, das er geistesgegenwärtig so schnell herunter- wie auch wieder hochgeladen hatte.“

https://gabrielewolff.wordpress.com/2015/07/29/informationskrieg-um-mh17-5/

Jetzt aber wissen wir es ganz genau. Der NATO-Blogger ukraine@war war offensichtlich ebenfalls rechtzeitig über das Zuhres-Video informiert worden und hatte es heruntergeladen, diese dem „Original“ nahe Version aber erst am 3.7.2015 wieder hochgeladen.

Entsprechend lud er am 14.7.2015 auch das rechtzeitig am 17.7.2014 gebunkerte „Original“-Video der Snischne-Buk wieder hoch und rühmte dessen einmalige Qualität:

Snischne video u@w, 14.7.2015https://www.youtube.com/watch?v=iE7wEhvYFos&feature=youtu.be

Hier der Vergleich mit dem von Higgins als „Brown Moses“ hochgeladenen Snischne-Video vom 17.7.2014:

https://youtu.be/MiI9s-zWLs4

Diesem kundigen Mann, der sich hinter ukraine@war bzw. Dajey Petros versteckt, kann man vertrauen, wenn er am 14.8.2015 ausplaudert, von wem das Zuhres-Video ursprünglich hochgeladen wurde:

Friday, August 14, 2015

Possible truck and tanks identified that escorted the Russian BUK that shot down MH17

This blog about how the BUK had entered Ukraine on the 17th of July 2014, shows this photo:

Zuhres Ural u@w 14.8.15It was a screenshot taken from the video that was shot from an apartment building in Zuhres and it was released by the SBU at that time. Yet they never released the video itself containing the truck. Only the part where the BUK could be seen on the loader.

It is a typical reinforced Ural truck, but it never got much attention.

[…]

Zuhres Panzer u@w 14.8.2015[…]

http://ukraineatwar.blogspot.nl/2015/08/possible-truck-and-tanks-identified.html

Und warum hat der SBU nur einen kleinen Teil des Zuhres-Videos veröffentlicht, in dem man die angeblichen militärischen Begleitfahrzeuge des Buk-Transports nicht sehen kann? Diese Frage ficht ukraine@war nicht weiter an: er schreibt zusammen, was zusammengehört. Wie es der SBU auf seiner Webseite am 19.7.2014 ebenfalls getan hat:

Zuhres SBU homepage 19.7.2014http://www.ssu.gov.ua/sbu/control/uk/publish/article?art_id=129099&cat_id=39574

Die Überschrift oberhalb der drei Fotos lautet in deutscher Übersetzung:

BUK-M als Teil des Terroristen-Konvois

(Donezk Oblast)

 Entsprechend wird in einem Artikel über die Pressekonferenz des SBU vom 19.7.2014 unterhalb dieser drei Fotos folgende Zeile angebracht:

A video still of the BUK-M1 system purportedly being transferred in a rebel convoy back to Russia, according to the Ukraine government. Photo: Ukraine Security Service

[…]

Phone calls intercepted by Ukraine revealed the BUK was intended to join a column of separatist fighters. Mr Nayda showed a photograph of the column including a tank and a truck carrying the BUK-M1 system.

[…]

http://www.smh.com.au/world/mh17-crash-we-have-proof-that-russia-participated-in-missile-attack-ukraine-spy-chief-20140719-zuwws.html

Da haben der Reporter Nick Miller bzw. seine Redaktion wohl etwas falsch verstanden: das Zuhres-Video soll die Buk auf dem Weg zum “Tatort” zeigen, nicht auf dem “Rückweg” nach Rußland.

Am 2.9.2015 wiederholte ukraine@war, daß das Zuhres-Video vom SBU verbreitet worden sei und schreibt die Verbreitung der angeblichen „Standbilder“ aus diesem Video, die den gepanzerten Ural-LKW mit Rebellen und einen Panzer zeigen, wiederum dem SBU zu.

Wednesday, September 2, 2015

Suncalcing the BUK and Vostok transport to Snizhne July 17th 2014

Basically, since the fatal July 17th 2014 it is already known that and how the Russian BUK was transported from Donetsk to Snizhne. That story never changed. Nevertheless Russian Trolls keep trying to blur the facts over and over again. And of course questions on details remain. These are (some of) these questions:

  1. What is the exact timing of the convoy?
  2. Did the Vostok convoy accompany the BUK or not?
  3. Why was the BUK not found on the 11:08 satellite image that Bellingcat purchased?
  4. Why did the BUK stop three times (first Donetsk, second after roundabout ‚Motel‘, third in Torez near Gas-station)
  5. Was there also an Oplot convoy of tanks to Snizhne?

[…]

Zuhres-video

The SBU had released a video of the BUK near Zuhres (as well as screenshots from unreleased video of other vehicles of the Vostok convoy):

[…]

http://ukraineatwar.blogspot.nl/2015/09/suncalcing-buk-and-vostok-transport-to.html

Diese Zuschreibung der angeblichen „Standbilder“ aus dem Zuhres-Video ist eigentlich überraschend, weil der niederländische Blogger bei seiner ersten Veröffentlichung dieser Bilder am 17.7.2014 eine andere Quelle angegeben hatte:

Thursday, July 17, 2014

Russian transport of BUK into Ukraine on July 17th

On 17/7 a Russian convoy had arrived in Ukraine which transported the BUK that shot down Malasian MK17. At about 13:30 the BUK must have entered the city Snizhne.

The convoy consisted of 3 tanks, 2 BTRs, a truck with militia, a truck with a heavy machine gun and a loader transporting the BUK.

Here are photos taken from this transport:

[Es folgen die bekannten drei Fotos]

(Source and translated from Inforesist)

[…]

http://ukraineatwar.blogspot.nl/2014/07/russian-transport-of-buk-into-ukraine.html
Klickt man den Link mit Übernahmen aus dem bekannten Pro-Kiew Desinformations-Portal „Inforesist“ von Dmitri Timtschuk an, der dem SBU genauso nahesteht wie dem ukrainischen Militär, (heute ist er ukrainischer Abgeordneter), stößt man jetzt auf eine bereinigte Seite: die Fotos des Ural-LKW und des Panzers, die ukraine@war dieser Quelle am 17.7.2014 entnommen hatte, sind entfernt worden: es ist nur noch diese Detailaufnahme verfügbar:

Zuhres Buk inforesist neuhttp://sprotyv.info/ru/news/2426-foto-kolonny-rossiyskih-terroristov-perevozivshey-zrk-buk-k-mestu-strelby-po-malaziyskomu

Der Text dieses Artikels lautet per Google-Übersetzung:

Photo column Russian terrorists carrying SAM „Buk“ to the place of firing at Malaysian airliner

07/18/2014 – 8:41

As reported by a group of „Information Resistance“, yesterday 07/17/2014 at about 13:30 near n.p.Snezhnoe it was fixed column terrorists .

The convoy was 3 tanks, 2 armored personnel carriers, truck with militants and a truck with a heavy machine gun.And also – a road towing vehicle with the gun carriage, which transported SAM „Buk“.

Das ist typisch für die Order des SBU am 17.7.2014: ob Zuhres oder Tores: erstmal wurden die Sichtungen und Bilder nach Snischne verlegt…

Glücklicherweise lassen sich gelöschte Beiträge im Internet oftmals nachverfolgen; hier ist der Original-Artikel, dem ukraine@war seine am 17.7.2014 präsentierten Bilder entnahm:

http://web.archive.org/web/20140718134336/http:/sprotyv.info/ru/news/2426-foto-kolonny-rossiyskih-terroristov-perevozivshey-zrk-buk-k-mestu-strelby-po-malaziyskomu

Hat ukraine@war vergessen, welcher Quelle er seine Erstveröffentlichung der „Standbilder“ aus dem Zuhres-Video verdankt? Oder geht er – m.E. zutreffend – davon aus, daß Timtschuk vom SBU beliefert wurde?

III. Die Paris Match-Bilder

Paris Match Buk 0http://www.parismatch.com/Actu/International/EXCLU-MATCH-Un-camion-vole-pour-transporter-le-systeme-lance-missiles-577289

Veröffentlicht am 25.7.2015, geändert am 29.7.2015, nachdem der Druck durch Internet-Blogger zu stark wurde.

Zunächst war das Foto nämlich mit der falschen Ortsbezeichnung Snischne (statt Donezk) veröffentlicht worden:

Paris Match Buk althttp://web.archive.org/web/20140728193957/http://www.parismatch.com/Actu/International/EXCLU-MATCH-Un-camion-vole-pour-transporter-le-systeme-lance-missiles-577289

Dann tauchte ein weiteres Bild auf:

Paris Match Buk 2https://wp4553-flywheel.netdna-ssl.com/wp-content/uploads/2015/01/PM2-BUK-Snijne17072014.jpeg

Das ist der Link, den Eliot Higgins in diesem Artikel vom 17.1.2015 verwandte; vermutlich hat Paris Match das Foto dort hochgeladen und Bellingcat den Link mit der französischen Version von „Snischne“ übermittelt. Denn Bellingcat ist weit entfernt davon, eine „open source“- Ermittlungsinstanz zu sein – diese Organisation ist Teil des westlichen medialen Mainstreams und kooperiert entsprechend:

New Images of the MH17 Buk Missile Launcher in Ukraine and Russia

January 17, 2015

By Eliot Higgins

The first image is one that appeared recently in the print edition of Der Spiegel, which was part of their joint investigation with Correct!v into the downing of MH17, which included visiting the same sites Bellingcat identified as being part of the route the MH17 linked Buk missile launcher travelled along on July 17th. This image shows the Buk missile launcher travelling through separatist controlled Donetsk on the morning of July 17th:

https://wp4553-flywheel.netdna-ssl.com/wp-content/uploads/2015/01/PM2-BUK-Snijne17072014.jpeg

[…]

This image, provided by and reproduced with the permission of Paris Match, is the second of two images of the MH17 linked Buk missile launcher taken in Donestk, the first of which was published in Paris Match on July 25th. Here we can see much more of the Buk missile launcher, including the netting covering the rear of the Buk that was also visible in the photograph of the Buk missile launcher taken in Torez on July 17th:

https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2015/01/17/new-images-of-the-mh17-buk-missile-launcher-in-ukraine-and-russia/

Geht man der Sache auf den Grund, so erweist es sich, daß in der SPIEGEL-Print-Fassung jedenfalls kein Foto mit einem Paris Match-Logo abgedruckt war. Im vom Bellingcat herangezogenen SPIEGEL Print-Artikel „Wahrheit in Trümmern“ 3/2015, 10.1.2015, S. 61 wird das Bild ohne PM-Logo in einer sehr schlechten Qualität präsentiert:

Paris Match Buk Spiegel PrintIn der SPIEGEL-Video-Präsentation auf den Spuren Bellingcats (ein Unternehmen, das den SPIEGEL und die Correctiv-Journalisten Bensmann und Crawford, die das gemeinsam bewerkstelligten, bereits disqualifiziert) tauchte ebenfalls nur eine Version des Fotos ohne Paris Match Logo, allerdings mit einer merkwürdigen Beschriftung auf:

14ahttp://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/mh17-wer-hat-die-boeing-ueber-der-ukraine-abgeschossen-a-1011983.html

Heruntergeladen am 25.7.2014? Von wo?

Im leider unbebilderten online-Text dazu heißt es hierzu:

10.01.2015

Katastrophen

Wahrheit in Trümmern

Von Bensmann, Marcus; Buse, Uwe; Crawford, David; Goos, Hauke; Neef, Christian; Schnibben, Cordt; Stock, Jonathan

Ein halbes Jahr nach dem Abschuss einer Boeing der Malaysia Airlines tobt im Internet und in anderen Medien die Propagandaschlacht der Täter – mit Fotos und Videos, mit Dokumenten und Fälschungen. Ein Team von „Algemeen Dagblad“ und „Correctiv“ hat sich auf die Suche nach den Schuldigen gemacht.

[…]

Donezk, Ukraine, 11 Uhr Ortszeit

Auf der Schnellstraße N21 nach Luhansk fotografiert ein französischer Journalist am Stadtausgang von Donezk einen auffälligen weißen Volvo-Sattelschlepper mit einem roten Tieflader. Die N21 ist hier noch zweispurig, beide Fahrtrichtungen sind durch einen Mittelstreifen getrennt. Der Tieflader steht auf dem Standstreifen, in Fahrtrichtung Osten.

Auf dem Tieflader ist deutlich ein Kettenfahrzeug zu erkennen, das später als Buk-Abschussrampe identifiziert werden wird. Die französische Zeitung „Paris Match“, die das Bild am 25. Juli veröffentlicht, teilt auf Nachfrage mit, das Foto sei „morgens gegen elf Uhr“ gemacht worden.

[…]

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-131242892.html

Woher die Autoren wissen wollen, daß Bild von einem „französischen Journalisten“ aufgenommen wurde, ist unklar. Dieses Foto ist von Paris Match jedenfalls definitiv nicht am 25.7.2014 veröffentlicht worden.

Tatsächlich war es bereits am 23.7.2014 veröffentlicht worden, sehr unauffällig, ohne Paris Match-Logo und ohne Quellenbezeichnung: als erstes Arbeitsergebnis von „notre grand reporter“ Alfred de Montesquiou, der die Blattlinie streng einhielt.

Die sah von Anfang an so aus:

Crash en Ukraine

L’échange téléphonique qui sème le trouble

Paris Match 18.7.2014Le Boeing qui s’est écrasé jeudi en Ukraine a probablement été abattu par un missile. Kiev et séparatistes pro-russes se renvoient la responsabilité.

Alors que les recherches continuent autour de l’appareil et que les boîtes noires ont été retrouvées vendredi matin, Kiev et les séparatistes pro-russes se renvoient la responsabilité. Jeudi, un avion de ligne de la Malaysia Airlines s’est écrasé dans l’est de l’Ukraine avec 298 personnes à son bord. Selon un membre de l’administration américaine ayant requis l’anonymat, Washington soupçonne fortement les séparatistes pro-russes d’être responsables du tir. «Rien n’indique que les forces ukrainiennes aient fait usage d’un missile et aucun ne manque dans leur arsenal», a-t-il précisé. Le vice-président Joe Biden a quant à lui estimé qu’il ne s’agissait probablement pas d’un accident.

[…]

http://www.parismatch.com/Actu/International/Crash-en-Ukraine-Tant-pis-pour-les-avions-C-est-la-guerre-576131

In der Folge werden insbesondere die vom SBU veröffentlichten Telefon-“Mitschnitte” als Beweis für die Täterschaft der Separatisten herangezogen. Und man sieht, daß bereits am 17.7.2014 eine u.a. auch für Paris Match tätige unabhängige Fotographin vor Ort war: Capucine Granier-Deferre.

Depuis Avril 2014, Capucine Granier-Deferre documente la crise qui oppose les forces ukrainiennes aux forces pro-russes, plongeant l’est de l’Ukraine dans une guerre civile.

http://capucinegranier-deferre.fr/bio/

http://capucinegranier-deferre.fr/mh17/

Unter der Nummer 7 ihrer MH17-Fotos findet man übrigens dasjenige, das im Paris Match-Artikel vom 24.7.2014 Alfred de Montesquiou zugeschrieben wird.

Denn jetzt kam der große Reporter Alfred de Montesquiou zum Zuge, der den Fall quasi im Alleingang aufbereitete:

Exclusif-Notre enquête sur les lieux du crash

Comment le MH17 a été abattu

Paris Match 23.7. ÜbersichtLe 23 juillet 2014 | Mise à jour le 23 juillet 2014
Alfred de Montesquiou, envoyé spécial en Ukraine
@@AdeMontesquiou

Notre grand reporter Alfred de Montesquiou s’est rendu sur les lieux du crash du MH17, Boeing 777 de Malaysia Airlines abattu dans l’est de l’Ukraine le 17 juillet dernier avec 298 personnes à son bord. Il a établi la carte de la tragédie à la recherche de preuves. Un premier document exceptionnel. 

L’infographie (ci-dessus) et la carte interactive (ci-dessous) ont été réalisées par les équipes de Paris Match sur les lieux du crash du vol Malaysia Airlines  MH17, dans la province séparatiste du Donbass à l’extrême est de l’Ukraine, près de la frontière russe. Elles sont accompagnées de photos prises par nos équipes dans l’heure qui a suivi le crash, puis durant les jours suivants.

[…]

http://www.parismatch.com/Actu/International/Exclusif-Ukraine-Notre-enquete-sur-les-lieux-du-crash-comment-le-MH17-a-ete-abattu-576889

Hier werden nur Fotos erwähnt, die „unsere Teams“ eine Stunde nach dem Absturz und in den darauffolgenden Tagen gemacht hätten.

Aber ganz oben befindet sich bereits das Foto der Buk auf dem Volvo in Donezk, das sofort in Beziehung gesetzt wird zu dem Video, das Innenminister Awakow am 18.7.2014 verbreitet hatte, und das die „Flucht“ dieser Buk nach Rußland am nordwestlichen Rand der Stadt Lugansk am 18.7.2014 zeigen soll.

Paris Match 23.7., BukIm Text dazu heißt es:

Belastende Bilder

Am Morgen des 17. Juli wurde ein Buk Raketenwerfer auf einem weißen Lastwagen auf dem Weg nach Snischne fotographiert, sechs Stunden, bevor das Flugzeug abgeschossen wurde. Eine Aufnahme, die von Paris Match erlangt/beschafft/gesichert* wurde.

Am nächsten Morgen um 4:50 Uhr wurde diese Transporteinheit durch ukrainische Behörden in Krasnodon gefilmt, 4,5 km von der russischen Grenze entfernt. Von den vier Raketen des Vortages sind nur noch zwei übrig geblieben.

Bei der falschen Ortsangabe Krasnodon blieb de Montesquiou auch noch, als man ihn darauf hingewiesen hatte, daß Innenminister Awakow den Aufnahmeort des Videos korrigiert und spätestens am 22.7. den wahren Ort Lugansk einschließlich Koordinaten angegeben hatte.

Tweet Paris Match HRI Krasnodonhttps://twitter.com/AdeMontesquiou/status/494593568548589568

*„récupérer“ hat, abhängig vom Kontext, zahllose deutsche Entsprechungen:

http://de.pons.com/%C3%BCbersetzung/franz%C3%B6sisch-deutsch/r%C3%A9cup%C3%A9rer

Eins steht jedenfalls fest: es stammt nicht von den équipes von Paris Match, zu denen Capucine Granier-Deferre zwanglos hinzugezählt wird: deren Bild der Absturzstelle vom 17.7.2014, nach ihren eigenen Angaben zwei Stunden nach dem Absturz aufgenommen, ist in diesem Artikel vom 23.7.2014 ebenfalls veröffentlicht worden.

Und die Frage bleibt: von wo hat der SPIEGEL am 25.7.2014 dieses Foto „heruntergeladen“? Das winzige, am 23.7.2014 veröffentlichte, Foto scheidet als Vorlage eher aus.

Einen Tag später, am 24.7.2014, wird das Meisterstück von Alfred de Montesquiou veröffentlicht, in dem er sich als gnadenloser Aufklärer geriert. Daß er dabei die Wahrheit verbiegt und insbesondere seinen „Zeugen“ das Wort im Mund herumdreht, ist eine Sache:

Tweet Paris Match Max Videohttps://twitter.com/MaxvanderWerff/status/597507240359231488

Es geht um dieses Video, das de Montesquiou am 19.7.2014 in Roszypne, am Absturzort, drehte, und das zusammen mit dem Artkel vom 23.7.2014 online gestellt wurde:

http://www.parismatch.com/Actu/International/Sur-les-lieux-du-crash-du-MH17-en-Ukraine-576969

Wobei sich schon bei genauer Utersuchung der französischen Untertitel ergibt, daß der Zeuge von einem Flugzeug berichtete, das MH17 abgeschossen habe – überdies zeigt er in dieselbe Richtung, aus der auch MH17 kam.

Ortswechsel. Wassili: „Das Flugzeug kam aus dieser Richtung, und ging da lang, nach Malaysien. Es flog in Richtung Rostow.“

Paris Match Video 9„Das andere (= das andere Flugzeug) war dahinter, und es ist so gegangen.“ (zeigt in dieselbe Richtung, aus der MH17 gekommen ist).

Paris Match Video 10Da hatte wohl die Heimatredaktion ohne sein Wissen die unbrauchbaren englischen Übersetzungen des vor Ort tätigen Dolmetschers ersetzt.

Hier werden die „Übersetzungsfehler“ aus dem Russischen untersucht:

Paris Match does wrong translation of MH17 eyewitness. Leaves out other plane flew near MH17

Posted on September 2, 2015 by admin in Uncategorized //

[…]

http://www.whathappenedtoflightmh17.com/paris-match-does-wrong-translation-of-mh17-eyewitness-leaves-out-other-plane-flew-near-mh17/

Die andere Sache ist die, wie Paris Match an die Fotos der Buk auf dem Volvo in Donezk gekommen ist. Dazu schreibt Alfred de Montesquiou in seinem – sogar noch preisgekrönten! – Stück vom 24.7.2014:

Le massacre des innocents

[…]

Des témoins fiables ont ainsi montré à Paris Match la photo volée d’un système lance-missiles Buk en train d’être conduit, justement vers ­Snijne, le matin même de l’incident. L’arme est transportée par un semi-­remorque aisément reconnaissable : il est blanc avec un gros liseré bleu sur le capot, et un panneau jaune canari sur le bord. Or, le renseignement ukrainien a, depuis, fait circuler les images d’un semi-­remorque repassant la frontière russe à la nuit tombée, au lendemain du crash. On discerne sans peine le même camion. Détail troublant, les experts qui ont analysé l’image affirment que le Buk ne porte plus que deux missiles sur quatre…

http://www.parismatch.com/Actu/International/Vol-MH-17-Le-massacre-des-innocents-577249

Meine Übersetzung:

Auch haben glaubwürdige Zeugen Paris Match ein heimlich aufgenommenes Foto eines BUK-Systems gezeigt, das gerade, genau an diesem Morgen des Zwischenfalls, nach Snischne transportiert wurde. Er wird auf einem leicht wiedererkennbarem Sattelschlepper transportiert: er ist weiß mit einer großen blauen Verzierung auf der Kabine und hat ein kanariengelbes Schild an der Seite. Zudem hat der ukrainische Geheimdienst zwischenzeitlich die Bilder eines Sattelschleppers verbreitet, der die russische Grenze im Schutz der Dunkelheit am Tag nach dem Absturz wieder überquert. Man erkennt mühelos denselben Lastwagen wieder. Bezeichnendes Detail: Experten, die das Bild analysiert haben, bestätigen, daß die Buk nur zwei der ursprünglichen vier Raketen trägt.

Bezeichend ist das deshalb, weil ihm zuvor ein Waffenexperte versichert hat, daß die Russen als Standardpraxis immer zwei Buk-Raketen auf ein Ziel abfeuern.

Aha, glaubwürdige Zeugen haben ihm die beiden Fotos zugespielt. Die Tricksereien nehmen kein Ende – denn schon am nächsten Tag, dem 25.7.2014, stammt das als zweites veröffentlichte Foto, wie eingangs zu sehen und auch noch in der korrigierten Fassung vom 29.7.2014 behauptet wird, von einer „équipe de Paris-Match“.

http://www.parismatch.com/Actu/International/EXCLU-MATCH-Un-camion-vole-pour-transporter-le-systeme-lance-missiles-577289

Es gibt nur einen, der weiß, wer die Fotos aufgenommen hat: das ist unser open-source-champion Bellingcat. Aber leider beansprucht der Fotograph Quellenschutz für sich selbst. Im Licht der nachfolgenden Erkenntnisse würde ich meinen: zurecht.

Paris Match Romein Arnoldhttps://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2015/05/13/tracking-the-trailers-investigation-of-mh17-buks-russian-convoy/comment-page-2/#comment-16584

Schon diese obskure Vorgeschichte disqualifiziert die Fotos als Beweismittel. Daß sie als das zentrale Beweisstück für Bellincats Kunststückchen, diese Buk aufgrund einer „individuellen Fingerspur“, nämlich Eindellungen an der Gummischürze oberhalb der Radkette, als eine Buk aus einer Einheit im russischen Kursk zu „identifzieren“, ausscheidet, weil die Fotos viel zu verschwommen sind, habe ich schon vor langer Zeit dargelegt.

Zuletzt:

https://gabrielewolff.wordpress.com/2015/07/29/informationskrieg-um-mh17-5/

habe ich darauf hingewiesen, daß es keinen zeitnahen Tweet über die Sichtung dieses doch auffälligen Gespanns in Donezk am 17.7.2014 gibt und daß Bellingcat, weil der Volvo mit der Buk auf einem Digital Globe Satellitenbild von Donezk vom 17.7.2014 um 11:08 Uhr nicht zu sehen ist, auf dem er aber zu sehen sein müßte, die Aufnahmezeit schlicht auf 10:45 Uhr vorverlegte.

In der aktuellen grobschlächtigen Bellingcat-Zusammenfassung seiner bisherigen Findungen vom 8.10.2015 zu MH17 bleibt Bellingcat natürlich bei der veränderten Timeline von 10:45 Uhr und verwässert diese weiter:

Paris Match has claimed that the images were taken around 11 am on July 17,[5] and social media posts indicate that the Buk was in Donetsk after 9:40 am. SunCalc shadow analysis by the Ukraine@War blog suggests that the time the photograph was taken was approximately 10 am to 10:15 am.[6]

https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2015/10/08/mh17-the-open-source-evidence/

Auch sonst wird mehr geschummelt als üblich. Denn hier heißt es plötzlich [Hervorhebungen von mir]:

The Motel, located in the east of Donetsk and used by separatist forces as a base, is close to locations described in social media postings by Donetsk locals who reported sightings of a Buk missile launcher being transported through the city. These sightings are also close to the location where two images showing a Buk missile launcher being transported on the back of a red low-loader were taken, later published by Paris Match[3] and Bellingcat.[4]

https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2015/10/08/mh17-the-open-source-evidence/#_ftn4

Tatsächlich gibt es keine zeitnahen Sichtungen einer Buk auf einem Volvo, der durch Donezk fährt. Bezeichenderweise fehlen Fußnoten für die behaupteten Sichtungen. Und jetzt wird sogar behauptet, daß die beiden Volvo-Fotos aus Donezk „später“ durch Paris Match (am 25.7.2014) und durch Bellingcat veröffentlicht worden seien – die Fußnote 4 verweist auf seinen Artikel vom 17.1.2015.

[4] https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2015/01/17/new-images-of-the-mh17-buk-missile-launcher-in-ukraine-and-russia/

Als ob es die Vorveröffentlichungen durch Paris Match und den SPIEGEL nicht gegeben hätte.

Sämtliche Nebelkerzen können allerdings nicht verhindern, daß jeder Betrachter die Paris Match-Fotos „auf den ersten Blick“ spontan für Photoshop-Arbeiten hält: der LKW mit der praktischen Telefonnummer ist scharf, die Buk verschwommen? Die Buk schwebt geradezu oberhalb der Linie des Tiefladers (insbesondere auf dem zuerst veröffentlichten Foto, das allerdings als „zweites“ der Öffentlichkeit zu Bewußtsein kam – dem SPIEGEL und Bellingcat sei hierfür Dank).

Im Internet wurde dann schärfer hingesehen. Zum Beispiel hier (die Quelle habe ich leider nicht notiert):

Paris Match VolvoAber vielleicht ist dieses Teil ja verschiebbar? Was soll es überhaupt sein?

Ein anderer meinte, daß der vor dem Volvo geparkte Jeep hineinmontiert worden sein müsse:

Paris Match Fakehttp://fakemh17photo.blogspot.de/2015/03/the-donetsk-buk-was-photoshopped-w-e.html

Wie hoch das Fahrerhaus dieses Volvo-Modells ist, war umstritten. Michael Kobs hat seine ursprüngliche Ansicht, es sei 3,49 m hoch, revidiert und geht jetzt von einer Höhe von 3,31 m aus:

http://www.docdroid.net/BW42XSs/because-uw-said-so-part-3.pdf.html

(In diesen drei Beiträgen („Because U@w said so“) liefert er sich eine ergötzliche Auseinandersetzung mit ukraine@war und dessen sehr subjektiven SunCalc-Zeitberechnungen von Videos und Bildern, die immer genau das ergeben, was er sich so wünscht.)

Tja, und dagegen sieht der Toyota Jeep, der knapp halb so hoch ist wie der Volvo, doch wirklich etwas klein aus.

Ganz genau sah Ole hin, der die Spiegelungen des Armaturenbretts in den beiden Fotos miteinander verglich:

Paris Match Buk Spiegelung Ole(mit Dank an Ole)

Tatsächlich, die Spiegelung der Lüftungsschlitze (?) auf dem unteren Foto nimmt mehr Raum in dem Foto ein als in dem oberen. Ein klarer Hinweis auf Photoshop-Tätigkeit.

Glücklicherweise hat sich Michael Kobs dem Thema, ob die Fotos gefälscht sind, systematisch und detailliert gewidmet.

In seiner umfangreichen Studie „Haunt the Buk“ von September 2015, die viele weitere Themenbereiche berührt und die nachfolgend von Hector Reban vorgestellt wird, ist der wichtigste Aspekt wohl der, daß die Paris Match Fotos als Fake entlarvt werden:

Project ¨Haunt the BUK¨: Paris Match BUK-photo decisively debunked

11 september 2015 / hectorreban

Is the JIT ready for some serious investigation?

What everybody sees who has taken a clear look at it: it just doesn´t add up. The infamous Paris Match picture, a photo of a BUK launch installation waiting on the side of the road in Donetsk at the morning of July the 17th, 2014, shows some strange aspects, like a blurred BUK and a crystal clear unique truck.

Nevertheless, with eyes closed it could be main evidence for Russian involvement in the downing of flight MH17. Well, according to pro-NATO investigating team Bellingcat that is . But now is proven what everbody with a clear view and a clear mind already knew: it is fake on all levels. Shadows, perspective, digital content, they all seem to be manipulated to construct an image of a situation that never was there.

Its not the only target guestblogger Michael Kobs manages to deal a pretty tough blow. In his latest research report ¨Haunt the BUK¨, first issued in a German version, now revised and translated in English with an extra chapter on the Paris Match pictures, he takes on a whole array of doubtful evidence.

[…]

The in-depth investigation to the chain of evidence presented in this report lead to the following conclusions:

1.The BUK system did not drive in a convoy of the Vostok battalion;

[1a] Shadow-casting analysis. Kobs convincingly shows the truck with BUK should have been photographed at about 11:05-11:15 AM, debunking the claims made by Bellingcat and Ukraine-at-war.

2.The contents of the intercepted telephone calls are contradictive to the actual events;

  1. The presented intercepted telephone recordings show indications of manipulation;
  2. A part of the alleged BUK sightings in social media relate to an actual armored convoy without BUK. Another part is only the reproduction of the content of previously read messages. The main source was far away from the actual events and just echoed second-hand information on the Internet. At the same time the actual sources of that information are unknown and the information is not available to be verified;
  3. Those “sightings” in social media repeatedly reported details that contradict the facts. The fact that these details were mentioned, as well as the time they were mentioned, lead to the conclusion that social media have been used specifically to create a track in advance;
  4. At the same time of the alleged transport some efforts by Kiev officials can be observed to facilitate the later representation of a separatist convoys;
  5. Counter-evidence and information on the part of the separatists were either withheld from the public or temporally incorrectly classified and reproduced only to disfigure the content;
  6. The heart of this chain of evidence – the Paris Match photos – are demonstrably false.

The full report can be downloaded here

https://hectorreban.wordpress.com/2015/09/11/project-%C2%A8haunt-the-buk%C2%A8-paris-match-buk-photo-decisively-debunked/

Der Link zur Studie, die man online lesen kann (das ggf. erscheinende Anmeldeformular zu dropbox einfach wegklicken):

https://www.dropbox.com/s/uumdjvuqt09yzt2/Haunt%20the%20BUK%20%5Ben%5D%20rev2.pdf?dl=0

Ich würde hinzufügen: daß die Methode Bellingcat, das verschwommene Foto einer schrägstehenden Buk auf dem Volvo nach virtuellem „gerade“-Drehen mit dem Foto einer en face aufgenommenen Buk in Rußland zu vergleichen, als unbrauchbar widerlegt wurde, gehört mit zu den zentralen Erkenntnissen dieser Studie.

Kobs Haunt S. 55https://www.dropbox.com/s/uumdjvuqt09yzt2/Haunt%20the%20BUK%20%5Ben%5D%20rev2.pdf?dl=0

[S. 55]

Es ist nachvollziehbar, daß sich die Perspektiven unterscheiden müssen. Und wenn dann – angeblich – Details beider Fahrzeuge beim overlaying punktgenau übereinstimmen, kann man ziemlich sicher sein, daß die Fahrzeuge gerade nicht identisch sind.

Was die Nachweise der Fotofälschung durch Michael Kobs angeht: man weiß gar nicht, welche Beweise man für die überzeugendsten halten soll (S. 55-72).

Daß bei der einzigen Stelle, bei der vergessen wurde, die Umrisse der Buk verschwimmen zu lassen, ein schwarzer Rand erscheint, der auf das Ausschneiden des Motivs aus einem anderen Bild hindeutet, ist als Beweis schon mal nicht von der Hand zu weisen:

Kobs Haunt S. 63[S. 63]

Bei einer echten Spiegelung des Armaturenbretts in der Windschutzscheibe eines Fahrzeugs wäre diese durchsichtig und würde die Sicht auf die Umgebung zeigen. Bei den Paris Match Fotos blockieren sie die Sicht auf den Volvo und die Buk:

Kobs Haunt S. 65 f.[S. 65 f.]

Oder daß die Telefon-Nummer des Baugeräte-Verleihers aus Donezk einkopiert wurde? Da haben wir doch alle gegrübelt, wie die Separatisten nur so blöd sein konnten, auf dem Weg zum tödlichen Einsatz „ihrer“ Buk ein solch leicht zu identifzierendes Fahrzeug zu benutzen. Der Firmeninhaber, dem das Fahrzeug ausweislich der Telefonnummer gehörte, wußte sich auf Journalisten-Anfragen nur zu helfen, indem er beteuerte, Rebellen hätten seinen Fahrzeugverleih schon am 8.7.2014 besetzt und er wisse nicht, was aus seinem Volvo geworden sei. Was hätte er sonst auch sagen sollen?

Kobs Haunt S. 67[S.67]

Mein absoluter Favorit ist allerdings der falsche Schatten.

Kobs Haunt S. 68[S. 68]

Damit bricht Higgins‘ „Beweiskette“ zur Stützung der SBU-Erzählung vollends in sich zusammen. Die konkrete Auseinandersetzung überläßt er freilich seinen Adlati, die mehr schlecht als recht auf diesen Frontalangriff reagierten – natürlich nur auf Twitter. Auf der Bellingcat-Seite erfolgen keine inhaltlichen Auseinandersetzungen.

Tweets Toler Kobs 1Tweets Toler Kobs 2https://twitter.com/marcelvandenber/status/644405722109882368

Diese Augenzeugen gibt es nicht, und es sollte selbst für hartgesottene Bellingcat-Mitarbeiter ein Alarmsignal sein, daß sich nicht einmal der SBU sich diese offensichtlich gefälschten Paris Match-Fotos zu eigen machte.

Sie dürften daher einer westlichen Quelle entstammen, die davon ausgehen konnte, daß die Zeitschrift Paris Match, die auf Linie war, die zugespielten Fotos verwenden würde. Das JIT, das Kummer wegen des querschießenden SBU als „Mitermittler“ gewohnt ist, wird sich auch an dieser Quelle abarbeiten müssen. Denn so hilfreich war Bellingcat angeblich:

Tweet Paris Match Buk Bellingcat JIThttps://twitter.com/bellingcat/status/650580219879948288

Fällt der erste Dominostein in dieser Twitter & YouTube- Buk-Reise Donezk-Zuhres-Tores-Snischne, dann fallen auch andere. Ich will mich hier auf das Lugansk-Video des Innenministers Awakow beschränken, das aus vielen Gründen obsolet ist, aber immer noch gern als „Beweis“ herangezogen wird.

IV. Das Lugansk Video

Lugansk BUK Video 18.7.2014https://www.youtube.com/watch?v=L4HJmev5xg0

Dieses Video wurde am 18.7.2014 um 13:21 Uhr vom Innenministerium der Ukraine eingestellt. Und man sieht sofort: auch hier fehlt das verräterische gelbe Schild mit der Telefonnummer nicht – nur daß es geradezu an die Gummischürze der Buk anstößt, obwohl sich zwischen Zugfahrzeug nebst Ladefläche und dem Tieflader, auf dem sich die Buk befindet, ein 1 Meter langes Verbindungsstück befindet. Und sieht es so aus, als ob die Ladefläche unmittelbar hinter dem Fahrerhaus so breit sei wie das Zugfahrzeug? Keineswegs. Das ist wirklich sehr schlecht gemacht, wenn man mich fragt.

Lugansk Buk Tieflader 70https://www.dropbox.com/s/uumdjvuqt09yzt2/Haunt%20the%20BUK%20%5Ben%5D%20rev2.pdf?dl=0

[S. 70]

Lassen wir die Fehlinformationen über den Ort der Aufnahme von Innenminister Awakow, der dieses Video um 13:32 Uhr auf seinem Facebook-Account verlinkte, kurz Revue passieren:

https://www.facebook.com/arsen.avakov.1/posts/670837696339673?comment_id=672844756138967&offset=0&total_comments=45&comment_tracking={%22tn%22%3A%22R5%22}

Deutsche Übersetzung:

Eine verdeckte Überwachungsanlage des MWD (Ministerium für innere Angelegenheiten) der Ukraine hat heute, am 18. Juli um 4.50 Uhr am Morgen, eine Zugmaschine aufgezeichnet, die einen Raupenschlepper mit Raketenkomplex transportierte und sich in die Richtung durch Krasnodon bewegte, nahe der Grenze zur Russischen Föderation. Auf der Videoaufzeichnung sind Raketen zu erkennen. Zwei Raketen sind an ihrem Platz, die mittlere ist nicht zu sehen.
Die Analyse dieser und anderer gesammelter Informationen läuft. Wahrscheinlich steht das in Verbindung zu eben jenem Raketenkomplex BUK, der gestern den Schuß auf das Zivilflugzeug von Amsterdam nach Kuala Lumpur abfeuerte. Die Verbrecher versuchen die Spuren dieses ungeheuerlichen Verbrechens zu verstecken. Damit kommen sie nicht durch. SBU (der Sicherheitsdienst) und MWD der Ukraine sind bereits zusammengetreten und sammeln alle absolut unwiderlegbaren Fakten und Beweise, die auf auf die Verursacher dieser Tragödie aus den terroristischen Organisationen DNR/LNR (Volksrepublik Donezk/Volksrepublik Lugansk) und ihrer russischen putinschen Mäzene hinweisen. Nach Zusammenfassung der Untersuchung des Ereignisses veröffentlich das MWD den gesamten Bericht zur Information. Ich denke, dieses Fragment sollte unverzüglich von den Zuständigen (den notwendigen Stellen) veröffentlicht werden.

(Mit Dank für die Übersetzung an Hartmut Mechtel)

Hier eine englische Übesetzung von HRI:

http://humanrightsinvestigations.org/human-rights-documents-2/supporting-documents/statement-of-ukraine-interior-minister-arsen-avakov-18-july-2014/

Denn Stück für Stück rückte er mit der Wahrheit heraus und am 22.7.2014, nach der Pressekonferenz des russischen Verteidigungsministeriums vom 21.7.2014, präsentierte Awakow die genauen Koordinaten der Aufnahme:

Arsen Avakov Что б присечь пустіе разговоры – координаты съемки : Координати місця, де була зафіксована військова техніка:
48.545760°, 39.264622°

  1. Juli 2014 um 06:49

https://www.facebook.com/arsen.avakov.1/posts/670837696339673?comment_id=672844756138967&offset=0&total_comments=45&comment_tracking=%7B%22tn%22%3A%22R5%22%7D

Woraufhin ein Follower umgehend das entsprechende Google-Ergebnis präsentierte: den nordwestlichen Rand von Lugansk, in Richtung auf die N21 , von der der Volvo mit der Buk doch eigentlich gekommen sollte:

Vladislav Slobodyanik координаты визуально сюда приводят

https://www.google.com.ua/…/data=!3m2!1e3!4b1!4m2!3m1…

Lugansk Buk Google Awakow48°32’44.7″N 39°15’52.6″E

google.com.ua

[48°32’44.7″N 39°15’52.6″E

48.545750, 39.264611]

  1. Juli 2014 um 07:07

  2. https://www.facebook.com/arsen.avakov.1/posts/670837696339673?comment_id=672844756138967&offset=0&total_comments=45&comment_tracking={%22tn%22%3A%22R5%22}

Was für ein Blödsinn!

Der gesunde Menschenverstand wehrt sich gegen diese Zumutung (und dazu muß man noch nicht einmal wissen, daß in dieser Gegend zeitgleich eine Kiew-Offensive in Richtung Süden zum Flughafen von Lugansk stattfand):

Tweet Max Lugansk Buk Routehttps://twitter.com/MaxvanderWerff/status/601653575442370561/photo/1

Außer Bellingcat glaubt wohl niemand an dieses blödsinnige Video.

Die Fahrt der Buk aus Pervomaiskyi zur russischen Grenze mit dem Umweg über Lugansk ist eine derartige Farce, daß sie nicht einmal der stramm westlich ausgerichtete staatliche Fernsehsender der Niederlande NOS auf Bellingcats Spuren mitmachen wollte und den “Fluchtweg” der Buk daher kurzerhand auf den direkten Weg nach Rußland verwies:

Lugansk Buk NOS Route

http://nos.nl/artikel/2035923-in-het-spoor-van-de-buk.htm

Nicht einmal der dem Innenminister unterstellte Geheimdienst SBU bestätigte diese Sichtung, sondern erfand bei seiner Pressekonferenz vom 19.7.2014 Grenzübertritte diverser Buk- Einheiten, die lange vor dieser Sichtung stattgefunden haben sollen:

The SSU representative informed as well that the Russian side ordered terrorists to withdraw Buk launchers from Ukraine.

At 2:00, July 18, two movers each with a Buk missile launcher crossed the Russian border in Luhansk region. At 4:00, another three movers: one of them empty, other carrying a launcher with four missiles and the latter allegedly with a control unit, crossed the state border.

He stressed that Russia attempted to suppress evidence of its involvement in the terrorist act.

SSU Press Center

http://www.sbu.gov.ua/sbu/control/en/publish/article?art_id=129116&cat_id=128626

Arnold Greidanus hat sich ausgiebig mit diesem Video beschäftigt, und sein Artikel vom 28.6.2015 bringt ein starkes Argument dafür, daß dieses Video, wie auch das Zuhres-Video, nicht an dem Tag entstanden ist, an dem es entstanden sein soll:

Re-examining the Luhansk video

guest blog by Arnold Greidanus

Posted on June 28, 2015 by Arnold Greidanus

[…]

I discovered that on the 17th Lysenko gave 2 press conferences, the first at 12.00 and the second at 17.00.
In the latter the information on the separatists’ possession of BUKs was discussed, during a questions round. At the time Lysenko was not yet informed on the downing of MH17, forty minutes earlier.

The statements regarding the BUK(s) start at around 21 minutes, during the questions round:

https://www.youtube.com/watch?v=Qe7pIaOBPfw

[21:04] Question: On social networks, info is shared about BUK rockets, spotted near Snizhne. They are not Ukrainian ones. Can you comment on this?

Lysenko: We’ve got info, not only about this rocket system. We realize that it’s a very serious weapon and our Air Force and Intelligence will do their best to destroy these systems, so let’s wait and see. We have this information.

[21:41] Question: I would like you to clarify. So, can you confirm about this BUK, that it can hit airplanes ?

Lysenko: We’ve got information that some rockets complexes have passed into Ukraine territory, which can hit planes from high altitude. There was even a video how these BUK rockets drove through Luhansk. We know this.

[22:48] (Another question on another subject)

[23:18] Question: On social networks there is also information, that near Rozsypne, near Torez, maybe a Ukrainian plane was shot down.

Lysenko: When did this happen?

Question: The news appeared an hour ago, maybe less.

Lysenko: I can’t give an answer now, I have no information about this, but we will inform you later about the plane. All our fighter jets are operating, except yesterday’s case. Thanks for your attention.

[…]

http://www.whathappenedtoflightmh17.com/re-examining-the-luhansk-video/

Lysenko hat am 17.7.2014 um 17:00 Uhr, in Unkenntnis des MH17-Abschusses von 16:20 Uhr, nicht nur offenbart, daß ein Video über den Transport einer den Separatisten zugerechneten Buk durch Lugansk bereits existiere, sondern auch in Unkenntnis der späteren Kiewer Sprachregelung, wonach merkwürdigerweiser just am 17.7.2014 im ATO-Gebiet keine Flugbewegungen der Luftwaffe erfolgt seien, genau das Gegenteil behauptet. Bis auf die am 16.7. abgeschossene und die am 16.7. beschädigte Maschine seien alle Maschinen im Einsatz gewesen.

V. Das Snischne-Video

Snischne Buk Video 11https://www.youtube.com/watch?v=iE7wEhvYFos&feature=youtu.be

Gemäß den „open source-Beweise“ ergibt sich für Bellingcat folgende Chronologie, die schon im Juli-Artikel vorgestellt wurde:

The following is an approximate timeline of where the Buk was and when:

  • 10:45 am: Departed Donetsk eastbound along H21
  • 11:00 am – 12:00 pm: Passed Zuhres and Shakhtersk en route to Torez along H21 [N 21]
  • 12:00 pm – 12:45 pm: Entered and then passed through Torez (eastbound)
  • 1:00 pm: Entered Snizhne
  • 1:30 pm – 2:30 pm: Buk was unloaded from the Volvo low-loader truck in Snizhne; left the city (southbound)
  • 4:20 pm: MH17 shot down

https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2015/10/08/mh17-the-open-source-evidence/

Folgerichtig hat ukraine@war die Uhrzeiten, zu denen sich eine auf den eigenen Ketten, zunächst in der Nähe des Zentrums von Snischne parkende, dann südlich aus Snischne herausfahrende Buk (Video) befand, so „festgestellt“:

Snizhne photograph

This photo was taken of the BUK at Karapetyan street, not on the loader anymore:

[…]

Suncalc gives a local time of something between 13:15-13:30:

[…]

Driving towards Pervomaiske

[…]

It gives a local time of something in the neighborhood of 13:30.

It means it did not stay long on its parking spot after the previous photo was taken.

All the locations in Snizhne:

Snischne Buk u@w Kartehttp://ukraineatwar.blogspot.nl/2015/09/suncalcing-buk-and-vostok-transport-to.html

Heureka! Wie schön das alles wieder paßt!

Leider hat Michael Kobs nachgewiesen, daß ukraine@war peinlicherweise in dem Video einen Schatten vermessen hat, der gar keiner war, sondern ein Kabel, das die Straße quert.

Snischne Buk Kobs 33http://www.docdroid.net/BW42XSs/because-uw-said-so-part-3.pdf.html

[S. 33]

Michael Kobs hat eine 3-D-Schatten-Simulation (unter Zuhilfenahme von tatsächlichen Schatten von Bäumen und Haus-Details) erstellt und kommt nach sorgfältiger Abwägung zu folgendem Ergebnis:

Snischne Buk Kobs 39[S. 39]

Was zu der Schlußfolgerung führt, daß das Video nicht am 17.7.2014 erstellt wurde, denn gegen 12:30 Uhr war die Buk (auf dem Volvo) ja erst in Tores. Oder daß die Buk, die hier gefilmt wurde, mit der Buk auf dem Volvo nichts zu tun hat. Oder aber, daß die Bellingcat-Chronologie ingesamt nicht stimmt, weil virtuelle Realitäten nun mal virtuell sind und von interessierten Kreisen gepflanzt wurden.

Es kann natürlich auch sein, daß die Buk gegen 12:40 Uhr zunächst südlich aus Snischne hinausfuhr, dann aber wieder umkehrte, weil die Besatzung vergessen hatte, zu tanken oder Zigaretten zu kaufen…

Letztlich entpuppt sich alles als Propaganda, und ich bin es müde, hier auch noch das letzte SBU-Störmanöver vor der Veröffentlichung des DSB-Berichts am 13.10.2015 zu behandeln. Möge jeder dieser wiederholten Versuch ungesicherter Behauptungen selber evaluieren:

http://www.nltimes.nl/2015/10/07/report-buk-missile-fragments-found-in-bodies-of-mh17-victims/

Jeder weiß schließlich, daß es die vom Westen gewünschten Beweise nicht gibt.

Denn die entscheidende Frage ist und bleibt:

Tweet Botschaft Syrien-MH17https://twitter.com/RusEmbassyUAE/status/645994292562001920

Von sowas kann das JIT in der Tat nur träumen…

Nachtrag (15.10.2015)

Auf dem neuen Blog von Max van der Werff ist eine neue Studie von Sergej Mastepanow erschienen, die nahtlos zu meinem Artikel über die gefälschten und/oder urheberlosen Bilder paßt: ich wußte gar nicht, wie simpel die Sache mit dem Bilderfälschen ist. Er zeigt, wie solche Bilder entstehen, wie gezielt sie verteilt werden, wer sie benutzt und welche Letztverwertung in den Leitmedien stattfindet.

MH17 – Paris NO Match
Posted on October 15, 2015
October 15, 2015

Sergey Mastepanov

Time to read —45 minutes

There are four photos and three videos showing the alleged rebel’s Buk. Only the “Paris Match” photos show this Buk at a close distance, which a group of investigative journalists named Bellingcat uses as proof that Buk came from Russia because of “Buk’s fingerprints.” These photos look clearly photoshopped to the naked eye. The characteristics of the other photos (Torez and Snizhne), which appeared in the social media and are also used by Bellingcat, suggest that Buk and some other vehicles could have been easily added there with the help of Photoshop.

The aim of this article is to show with pictures the areas of Donetsk “Paris Match” photos, which point out that they are fake, to show how approximately they were made, to show examples how Buk could have been added in the other two photos, to point out who uses the fake “Paris Match” photos and Bellingcat’s flawed analysis as evidence, and to provide other information.
[…]

http://kremlintroll.nl/?p=543

http://energia.su/mh17/fake_buk.html

Die Passage zu dem Tores-Foto muß ich aufgreifen, denn ich habe dieses Foto immer für eine Fälschung gehalten…

[Bei Anklicken der Fotos werden diese vergrößert]

Am 19.1.2015 habe ich über das Tores-Foto u.a. folgendes geschrieben:

„Zur Propaganda der Kiewer Regierung gehörte dieses noch am 17.7.2014 veröffentlichte Foto:

Torez Buk

Was sollte es zeigen?

Auskunft gibt Liveleakers, das noch am Abend des 17.7. die Indizienkette des ukrainischen Geheimdienstes SBU wiedergab und dieses Foto wie folgt ankündigte:

Timeline of evidence of Russian culpability for MAH17 shootdown.

Part of channel(s): Liveleakers (promoted), Ukraine (current event)

Barely a few hours old, and there’s a mountain of evidence incriminating Putin and his terrorists in Ukraine for the shooting down of Malaysia Airlines Flight 17, and the cold blooded murder to 295 innocent civilians.

– Sometime this morning, journalists in terrorist occupied Snizhne, Donetsk report seeing an SA-11 BUK surface to air missile system (capable of shooting down a passenger jet at cruising altitude)

[Es folgt das obige Foto]

http://www.liveleak.com/view?i=6ee_1405625074

Der niederländische Blogger ukraine@war, der sich dort zunächst als “Peter Martin” bezeichnete und seit dem 17.12.2014 bei Twitter nunmehr als „Dajey Petros“ firmiert, über dessen antirussische und westregierungsfreundliche Einstellung nie ein Zweifel bestand,

https://twitter.com/DajeyPetros/status/545301981301317632

http://ukraineatwar.blogspot.nl/p/about-me.html

hat dieses Foto am 17.7.2014 in sein gleichartiges Szenario „Putin und die russischen Terroristen“ übernommen, obwohl er es erklärungslos von Snischne nach Tores verlegte.

http://ukraineatwar.blogspot.nl/2014/07/russian-transport-of-buk-into-ukraine.html

Wie kam das? Selbst sein Bruder im Geiste, Eliot Higgins alias Brown Moses alias Bellingcat, der von westlichen Leitmedien gern zitiert wird, weil er dem transatlantischen Regierungskurs zu- und nacharbeitet, hat sich bei diesem Foto einen Tag später mehr Mühe gegeben:

Buk Transporter Filmed “Heading to Russia” Sighted in an Earlier Photograph

July 18, 2014

By Eliot Higgins

Earlier today, the Ukranian Ministry of Internal Affairs posted the following video, claiming to the show the Buk Missile Launcher that has been linked by some to the downing of flight MH17 being transported to Russia

[…]

It was also claimed the following photograph was taken in Snizhne, showing the same missile system.  Despite those reports, it actually appears that this photograph was taken here in the town of Torez, with the cameraman facing northwards.  Video from 2 years ago filmed in the area shows the side of the market with the yellow signage, and the building with the white and black marks along the side of the building, confirming the location. (Thanks to Aric Toler for spotting that one)

[…]

https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2014/07/18/buk-transporter-filmed-heading-to-russia-sighted-in-an-earlier-photograph/

Typischerweise erklärt er nicht, wer genau dieses Foto nach Snischne verpflanzt hat. Wie kam es, daß das Bild in Snischne verortet wurde, obwohl es doch Tores zeigt?

Die Lenkung des Publikums verantwortet wieder einmal Geraschtschenko, der Berater des Innenministers Awakow, Herr über den Geheimdienst SBU der Ukraine.

Der Interpreterblog in New York, obwohl gesponsert durch den Sohn des russischen Oligarchen Michail Chodorkowksi,

(Note: The Interpreter is a project of the Institute for Modern Russia which is funded by Pavel Khodorkovsky, son of Mikhail Khodorkovsky.)

— Catherine A. Fitzpatrick

http://www.interpretermag.com/category/blog/#6132

machte sich die Mühe, die Kiewer Propaganda aufzuklären und berichtete am 18.7.2014:

Pro-Russian Separatists’ BUK Geolocated in Torez

20:08 (GMT)

The picture of the BUK missile system said to be in the possession of pro-Russian separatists which we reported 17 July, parked behind some stores in a town in southeastern Ukraine, has now been geolocated by Aric Toler on Gagarin Street in Torez.

fetching tweet…

fetching tweet…

There was some confusion between the two towns of Torez and Snezhnoye, which are about 12 km apart from each other, both of which have been occupied by separatists with heavy artillery.

Original regional news reports[Донетчина, 17 июля 2014, 21:37
http://ru.tsn.ua/politika/terroristy-spryatali-ustanovku-buk-za-supermarketom-v-snezhnom-sovetnik-avakova-377551.html ]

were based on a Facebook post by Anton Gerashchenko, an advisor to the Ukrainian Interior Ministry, who said one of two BUKs was parked “behind the Furshet in Snezhnoye.” Furshet is a Ukrainian supermarket chain that has provided humanitarian assistance to the separatists. Then Information Resistance reported that the BUK was in Torez “near the Furshet.”

But there isn’t any Furshet store known to be in Torez, according to the company’s web site, so the theory was that the scene had to be in Snezhnoye. The eye-witnesses may have meant another supermarket chain or store.

Toller found a dash-cam video of a resident driving down Gagarin Street in Torez that clearly shows two of the buildings there that match the scene of the parked BUK — the store with the yellow awning and red and green sign and the brown building with the white-striped edges and a tall video banner:

Torez Buk Video

http://www.interpretermag.com/ukraine-liveblog-day-151-who-shot-down-mh17/#3436

Der Fotograph des Tores-Fotos befindet sich demnach auf einem Gelände rechts von der Straße, und die Buk auf der Kreuzung in Höhe des Hauses mit den markanten Streifen.

Interessant, daß die ukrainische Regierung nur eine von gleich zwei den Rebellen zugeschriebenen Buks „lokalisierte“.

[…]

Daß das vom Innenministerium mit der Interpretation „Snischne“ kontaminierte Foto ein Fake ist, ergibt sich schon aus dem Wetter, das auf diesem Bild betrachtet werden kann: strahlender Sonnenschein mit klaren Schatten.

[…]

Es ist Zeit, daran zu erinnern, daß der BND der Ukraine die Präsentation von gefälschten Fotos vorwarf; und sieht man sich dieses Foto, das auch auf der Website des SBU eingestellt ist, näher an, dann wirkt dieser Transporter mit seinem wuchtigen verhüllten Transportgegenstand wie hineinkopiert:

Torez A Buk

[Ausschnitt aus dem Eingangsfoto]

Nach den Lokalisierungen „parkte“ der Buk-Transporter nicht mitten auf der Kreuzung, sondern fuhr entsprechend der Video-Sequenz bis zu dem Haus mit dem markanten Schwarz-Weißmuster an den Ecken auf einer ansteigenden Strecke. Im geposteten Foto scheint er sich in einer falschen abschüssigen Position zu befinden.

Über Photoshop und Mißbrauch der sozialen Netze auch durch Geheimdienste und deren Zuarbeiter machen sich regierungsbestätigende Blogger offenbar keine Gedanken.“

https://gabrielewolff.wordpress.com/2015/01/19/ukraine-informationskrieg-um-mh-17-3/

Sergeij Mastepanow fügt diesen Überlegungen nun weiteres und entscheidendes Material hinzu:

This photo was uploaded to a social media site on July 17, 2014. You can see a car, UAZ, and a Buk vehicle on a truck on a road at a distance (Picture 13).

Torez Mastepanow 13

Even though the photo is of relatively high resolution (1280 x 960), the mentioned vehicles are at a significant distance. This fact obscures their details and makes it harder to see any flaws with a naked eye like we could in the “Paris Match” photos, because we have significantly less pixels to analyze. However, people familiar with Photoshop’s capabilities and aware of its limits will say that in this particular photo, vehicles such as UAZ, truck and Buk could have been easily added.

Here is a photo of this place taken in spring (Picture 14).

Torez Mastepanow 14

http://kremlintroll.nl/?p=543

Auf diesem Foto kann man die Steigung der Straße genauso gut erkennen wie auf dem Video, das Aric Toler seinerzeit gefunden hat.

Seitdem ist er ständiger Mitarbeiter bei Bellingcat und eifriger Tweeter, wenn Higgins der Verteidigung gegen all diese russischen Trolle, als die seine Kritiker generell angesehen werden, bedarf.

In der Folge weist Sergej Mastepanow auf die extreme Untersicht hin, mit der das Tores-Foto aufgenommen wurde, und liefert eine plausible Begründung für diese Aufnahmetechnik. Tatsächlich kann man im Gegensatz zu dem getweeteten Tores-Foto mit dem Buk-Transporter auf dem Foto von Max van der Werff mühelos die Straße hinter der begrünten Verkehrsinsel erkennen:

In the Torez photo shown in Picture 12, you can almost see everything under the blue car. This fact, together with the photos of the area, suggests that the photographer of this photo was kneeling, probably in some unnatural position. The reason for doing that is to hide as much road (the road with Buk, UAZ, etc.) as possible, to create an ideal background image to which it would be easy to add vehicles with Photoshop later on.

To demonstrate how approximately the UAZ, truck and Buk could have been added there, I’ll show three photos, where I added military vehicles using different techniques (click on pictures to see their full versions).

[…]

And a mobile intercontinental ballistic missile launcher (Picture 18).

Torez Mastepanow 18

All that was needed was a photo of an object at a suitable angle and basic Photoshop skills. Notice that the picture quality of the UAZ vehicle in the middle of the Torez photo is approximately the same as that of the added vehicles.

Another inconsistency is the weather. The photo shows a sunny day and was allegedly taken around 12:00 – 12:45. But the weather in Torez on July 17, 2014 at that time was mostly cloudy (Picture 20).

Torez Mastepanow 20

This means that the Torez photo (or the background photo without the truck, Buk, and UAZ) was probably not taken on July 17.

Even though this photo was taken almost in the middle of Torez, there are no other photos or videos showing a Buk vehicle inside this city.

http://kremlintroll.nl/?p=543

Sehr dankbar bin ich Mastepanow natürlich für diese Original-Wetter-Nachricht, hatte ich doch seinerzeit den DSB-Wetterbericht von 12 Uhr eingestellt, ohne zu bedenken, daß der die UTC-Zeit zeigte (= 15 Uhr Ortszeit).

Dieses „einzigartige“ Foto eines Buk-Transportes in Tores wurde schon durch die in meinem Artikel vorgestellte Studie von Michael Kobs zertrümmert, der auf S. 55f. in „Haunt the Buk“ die Paris Match-Fotos als Photoshop-Arbeiten entlarvt.

https://www.dropbox.com/s/uumdjvuqt09yzt2/Haunt%20the%20BUK%20%5Ben%5D%20rev2.pdf?dl=0

Ein Detail betraf die nachträgliche Einfügung des gelben Schildes mit der Telefonnummer der Baugerätefirma:

Kobs Haunt S. 67

Exakt dieselbe Schlamperei mit dem weißen Streifen in der unteren Partie des gelben Schildes findet man auf dem Tores-Foto:

Tores Buk Ausschnitt neu

Und nachdem Max van der Werff die Steigungsrate dieser Straße getweetet hat, die weit über das Haus mit den Streifen hinausgeht:

Tweet Max Tores Profil

https://twitter.com/MaxvanderWerff/status/643744980150841344

steht mit Sicherheit fest, daß dieses Foto ein Fake ist.

 

Nachtrag (8.12.2015)

Sergeij Mastepanow hat nun auch gezeigt. daß Manipulationen der Videos Zuhres und Snischne unschwer möglich sind, nämlich in diesem Artikel von Max van der Werff:

MH17 – Lying for Justice

Posted on November 14, 2015

 

Most of October I spent investigating in Ukraine rebel controlled territory and 13th of October watched Tjibbe Joustra of the Dutch Safety Board announce on TV:

In this article I will:
– demonstrate why for various reasons Joustra’s claim is simply false.
– analyze information about four different ‘launch sites’.
– dissect the “call for witnesses” video issued by Joint Investigation Team.
– present a plausible scenario of what might have happened to MH17.
– List fifteen preliminary questions for JIT.

[…]

Sergey Mastepanov manipulated the Zuhres video ‘proving’ rebels are in possession of the ultra modern cornet weapon system mounted on a Tiger vehicle Russia has not exported. He took a screenshot from an existing video and brushed out other objects.

Here’s the result.

https://vimeo.com/146179080

Sergey Mastepanov manipulated the video to ‘prove’ rebels not only had Buk, but also the thermobaric weapon TOS-1 Buratino.

https://vimeo.com/146179686

http://kremlintroll.nl/?p=605

 

(wird fortgesetzt)

2.558 Gedanken zu „Ukraine: Informationskrieg um MH17 (6)

  1. Ich hatte an anderer Stelle betreff des viel und gleichzeitig wenig sagenden Berichts, genauer hier:

    http://www.heise.de/tp/foren/S-Also-alles-beim-alten-USA-und-RF-liefern-keine-Daten-raus-die-Urkaine/forum-296053/msg-26978731/read/

    von folgender Meldung mitbekommen, die auch über rein russische Netzwerke hinaus geht:

    http://www.bbc.com/russian/news/2015/10/151012_svoboda_searches

    „Members of Ukrainian Party „Freedom“[Svoboda] is searched

    Ukrainian law enforcement agencies carried out searches in the apartments of three senior members of the Nationalist Party „Liberty“, according to the „Twitter“ party.
    The searches are in apartments deputy chairman Alexander and Oleg Sych Pankevicha. Also searched the apartment, „the head of the party court“, „Freedom“, Igor Yankov.
    „In the morning I began a search of the deputy headsvo_svoboda Alexander and Oleg Sych Pankevicha. From 31 August last month and a half. They struggle for peace?“ – Says the message of the party.
    August 31 about 100 military and police personnel were affected by the explosion grenade thrown at them during a protest near the building of Verkhovna Rada in Kiev.
    Protests broke out during a parliamentary vote on the law on decentralization of power. The clashes at the parliament that day were injured more than 120 people, four died.
    He said after the incident, Interior Minister Arsen Avakov, threw a grenade has been associated with the party „Freedom“. Avakov blamed the incident on „Freedom“ and its leader Oleg Tyagnibok.
    „I directly accuse Oleg Tyagnibok and his party“ Freedom „. I think that is a crime, not a political position,“ – he said at a briefing in Kiev.“

    Holprige Übersetzung, wie immer bei gugel, aber der Sinn erschließt sich durchaus. Hauptsächlich im Zusammenhang mit dem Anschlag in Kiew im August, jedoch ging der Gedankengang vom zitierten Beitrag bei Heise dahingehend weiter, dass möglicherweise Svoboda als „Bauernopfer“ für MH17 vorbereitet würde, jetzt, da Poroschenko bildlich gesprochen diese „Kinder der Revolution fressen“ werde.

    Der Nutzer verweist auch auf die Art und Weise, wie die USA vor 14 Jahren beim versehentlichen Abschuss von 2001 Sibir Airlines Flug 1812 durch die Ukraine ihren Kenntnisstand des Vorgangs mitteilten, u.a. zu besichtigen hier:

    http://edition.cnn.com/2001/WORLD/europe/10/04/russia.plane.crash/

    Der Wortlaut daraus u.a.:

    „“We believe this was a tragic accident caused by a military exercise gone awry,“ said a US official.

    The Sibir Airlines Tu-154 with 77 people aboard was en route from Israel to Siberia.

    U.S. officials said the plane was downed by an SA-5 surface-to-air missile fired from a shore battery during the largest scale Ukrainian military “

    („U.S. officials“, keine Namen…die Zitierweise kommt bekannt vor, oder?)

    Meiner Erinnerung nach hieß es auch bei MH17 aus anonymen Quellen innerhalb der US-Administration, dass offenbar Satellitenbilder vorliegen, die eine BUK samt Besatzung zur fraglichen Zeit zeigen sollen. Dieses Mal jedoch nicht vom Leit-Medium CNN lanciert, sondern von alternativer Seite:

    https://consortiumnews.com/2014/07/20/what-did-us-spy-satellites-see-in-ukraine/

    Parry führt dies dort wie folgt aus:

    „What I’ve been told by one source, who has provided accurate information on similar matters in the past, is that U.S. intelligence agencies do have detailed satellite images of the likely missile battery that launched the fateful missile, but the battery appears to have been under the control of Ukrainian government troops dressed in what look like Ukrainian uniforms.

    The source said CIA analysts were still not ruling out the possibility that the troops were actually eastern Ukrainian rebels in similar uniforms but the initial assessment was that the troops were Ukrainian soldiers. There also was the suggestion that the soldiers involved were undisciplined and possibly drunk, since the imagery showed what looked like beer bottles scattered around the site, the source said.

    Instead of pressing for these kinds of details, the U.S. mainstream press has simply passed on the propaganda coming from the Ukrainian government and the U.S. State Department, including hyping the fact that the Buk system is “Russian-made,” a rather meaningless fact that gets endlessly repeated.“

    Warum die USA dieses Wissen, im Gegensatz zum Flug 1812, beim Abschuss von MH17 unterdrücken, dürfte auf der Hand liegen und wurde hier bereits angesprochen.

    • Richtig. Und genau deshalb war ja auch von Beginn an die explizite Differenzierung betont worden zwischen „government assessment“ und „CIA/intel assessment“, bei MH17 eben stets die Rede vom Ersteren.

      • Holprige Übersetzung, wie immer bei gugel, aber der Sinn erschließt sich durchaus. Hauptsächlich im Zusammenhang mit dem Anschlag in Kiew im August, jedoch ging der Gedankengang vom zitierten Beitrag bei Heise dahingehend weiter, dass möglicherweise Svoboda als “Bauernopfer” für MH17 vorbereitet würde, jetzt, da Poroschenko bildlich gesprochen diese “Kinder der Revolution fressen” werde.

        Ich habe sowohl bei Unian als auch der Kyiv Post nach diesen Strafverfolgungsmaßnahmen gegen Swoboda-Funktionäre wegen der Gewalttätigkeiten von Ende August 2015 gesucht, habe dort aber keine Entsprechende Meldungen gefunden.

        Ein Bauernopfer im Zusammenhang mit MH17 kann ich ebenfalls nicht erkennen – welcher Zusammenhang sollte da existieren? Swoboda und Rechter Sektor, die eigentlichen „Kinder der Revolution“, werden schon noch irgendwann „gefressen“ werden, denn ansonsten drehen sie den Spieß um.

        Was den DSB-Bericht angeht, so liegt eine erste Einschätzung von John Helmer vor – die Autoren gehen auf sehr dünnem Eis, findet er, und dem kann man sich nur anschließen:

        AUTOPSY OF THE MH17 CRASH — DUTCH SAFETY BOARD REVEALS 3 POSSIBLE PIECES OF BUK SHRAPNEL IN THE BODIES OF THE COCKPIT CREW, AND CHEMICAL EVIDENCE IT CANNOT SUBSTANTIATE — AUSTRALIAN FEDERAL POLICE ISSUE PUBLIC REJECTION OF AUSTRALIAN GOVERNMENT ALLEGATIONS

        By John Helmer, Moscow

        The Dutch Safety Board (DSB) reported yesterday that its evidence for concluding that a single ground-to-air Buk missile caused the crash of Malaysian Airlines Flight MH17 was an explosive blast of sound on the cockpit voice recorder lasting 2.3 milliseconds; a spray pattern of damage to the cockpit area of the fuselage; three distinctively shaped metal fragments (lead image) found in the bodies of the cockpit crew; a chemical analysis of explosive residues missing 2 out of 3 warhead explosives; and a match of paint samples collected up to 4 months apart.

        The fine arithmetic of this evidence has convinced the Dutch to pinpoint the source as a Buk missile type 9M38, with a warhead model 9N134M. The larger arithmetic of the area from which the DSB has calculated the missile was fired – 50 square kilometres of crash area; 320 square kilometres of launch area – has proved to be inconclusive for a judgement of who fired the missile, and thus who is responsible for the crash and for the deaths of the 298 crew and passengers on board. That said, aviation lawyers close to the MH17 case now believe there is no evidence of a crime – a war crime, a crime against humanity, or a crime of terrorism — that would meet international prosecution standards.
        […]
        Eight pages of the DSB report – pages 88 to 95 — focus on the metal fragments. The number of these starts at “over 500 recovered from the wreckage of the aeroplane, the remains of the crew members and passengers.” Many, apparently most, of these fragments turned out to be “personal belongings, aeroplane parts or objects that originated from the ground after impact.” According to the DSB, “many were metal fragments that were suspected to be high-energy objects.” Of these just 72 were investigated further because they were “similar in size, mass and shape.” 43 of this 72 were “found to be made of unalloyed steel”. The term “shrapnel” may be a synonym for “unalloyed steel fragments”, but the word doesn’t appear at all in the DSB report. According to the DSB, “no unalloyed steel fragments were found in the remains of the passengers”.

        Of the 43 steel fragments investigated thoroughly — all of them recovered from the bodies of the cockpit crew or in the wreckage of the cockpit — 20 were found on analysis to include layers of aluminium or glass. The DSB’s explanation is that the external explosion of a missile warhead had propelled these fragments through the cockpit windows and aluminium panels of the fuselage, fusing with the glass and aluminium before striking the three crew members in the cockpit at the time.

        The DSB conclusion is that these fragments came from a missile warhead, but not conclusively from a Buk missile warhead type 9N134M. The evidence for this Buk warhead comes, the DSB reports, from 4 – repeat four – fragments. These, “although heavily deformed and damaged, had distinctive shapes; cubic and in the form of a bow-tie”. The DSB’s exact count is two cubic shapes, two bow-ties. One bow-tie was recovered from the cockpit wreckage; one from the body of a cockpit crew member. Both cubic fragments were found in the bodies of the crew members.
        […]

        http://johnhelmer.net/?p=14322

        Danach blendet er die Tabelle auf S. 92 des Reports ein – und da sieht man, daß es exakt zwei x-förmige (bow-tie; I-shaped) Schrapnells sind, die dem DSB zur Meinung verhalfen, es müsse sich um den Gefechtskopf einer 9M38M1-Rakte handeln.

        Das Problem: sie wiegen lediglich 6,1 resp. 5,7 Gramm – von ursprünglich 8,1 Gramm.

        Almaz Antey hat in seinem ersten Beschußtest, der gestern vorgeführt wurde, allerdings dargelegt, daß diese Schrapnells durch Verformung, Aufprall und Hitzeentwicklung maximal 8-10% an Gewicht verlieren – insoweit sind die vom DSB als „Beweis“ angeführten beiden Fragmente nicht ergiebig.

        Der DSB-Bericht hudelt über die Probleme locker hinweg; Helmer benennt weitere.

        • „Ich habe sowohl bei Unian als auch der Kyiv Post nach diesen Strafverfolgungsmaßnahmen gegen Swoboda-Funktionäre wegen der Gewalttätigkeiten von Ende August 2015 gesucht, habe dort aber keine Entsprechende Meldungen gefunden.

          Ein Bauernopfer im Zusammenhang mit MH17 kann ich ebenfalls nicht erkennen – welcher Zusammenhang sollte da existieren? Swoboda und Rechter Sektor, die eigentlichen “Kinder der Revolution”, werden schon noch irgendwann “gefressen” werden, denn ansonsten drehen sie den Spieß um.“

          Haben Sie nicht unrecht, da war ich wohl zu voreilig

          Der Nutzer „Cpt. Yesterday“ bei Telepolis wusste konkret nur darüber zu berichten, dass jetzt – endlich, will man fast sagen – gegen die „Patrioten“ der Partei vorgegangen werde – in einer anderen sehr pikanten Angelegenheit, welche bis jetzt als „blinder Fleck“ in Kiew galt, s. hier:

          http://telegraf.com.ua/ukraina/politika/2113719-svoboda-nazvala-prichinu-obyiskov-u-chlenov-partii.html

          “ „Freedom“ has named the cause of searches of members of the party

          The press service reported that the searches of the representatives of the „Freedom“ are due to their involvement in the events of Maidan February 20, 2014.
          In the „Freedom“ claimed that, according to a court order to search in the apartment of three vice-chairmen of the party talking about their involvement in the events of the Revolution Advantages of February 20, 2014. It was on his page on Facebook wrote spokeswoman „Freedom“ Larisa Lavrenchuk.

          „The court ruling about the searches in the homes of the Vice-Presidents of the“ Freedom „, the People’s Deputies of the VII convocation Alexander Sych, Oleg and Igor Yankiv Pankevich it comes to their participation in the events of Maidan February 20, 2014,“ – she said.

          Earlier in „Freedom“ reported today held searches in the homes of the three vice-chairmen of the party – Alexander Sych, Oleg and Igor Yankiv Pankevich.“

          Im Zusammenhang auch mit den Heckenschützen am 20. Februar 2014 also?

          Die Zeitung scheint sonst auch recht patriotisch im ukr. Sinne zu sein, zu sehen hier:

          http://telegraf.com.ua/ukraina/obshhestvo/2109763-ya-prisyagayu-svoemu-narodu-14-oktyabrya-den-zashhitnika-ukrainyi.html

          „Tag des ukrainischen Verteidigers“

          Umso erstaunlicher, dass dort hierüber berichtet wird.

        • Das wäre ja eine erstauliche Entwicklung, daß nun endlich einmal gegen die wirklichen Maidan-Scharfschützen ermittelt wird. Vermutlich war es ihre Aktion vom 31.8.2015, die das Faß zum Überlaufe gebracht hat.

          Implizit auch eine Warnung gegen den Rechten Sektor, der genauso in die Maidan-Schießereien verwickelt war und sich bislang noch alles leisten konnte, ohne verfolgt zu werden.

        • Soweit ich mich erinnere hatte doch Kiew diesen Fall an das ICC weitergegeben und zu dem Zweck extra deren Gerichtsbarkeit, begrenzt auf genau den Zeitraum akzeptiert. Natürlich mit dem Gedanken, die Vorgänge Janukowitch anzuheften. Den Haag hatte ja auch die ‚preliminary examination‘ eingeleitet.
          Kann es sein, dass von der Seite nun etwas Druck gemacht wurde, da nach dessen Statut der Internationale Gerichtshof ja wohl nur und erst einschreitet, wenn eigene, im Land durchgeführte Ermittlungen nicht möglich oder erfolglos sind ?

        • Almaz Antays Beschusstest war allerdings in der Ebene mit einem Sprengkopf, der stillstand und sich nicht mit Mach 3 bewegte und mit einem Cockpitteil, das ebenfalls stillstand und sich nicht mit etwas unter Mach 1 auf den Sprengkopf zubewegte.
          Das sollte die kinetische Energie der Geschosse erhöht haben – und damit eventuell auch die Menge des verdampften Materials.

        • Ja. Eventuell… 😉

          Es war übrigens das Ergebnis des ersten Beschußtests mit den Aluminium-Platten und speziellen Auffangbehältnissen.
          Hier die Videos:

        • Ihr seid ja lustig. Wenn die Geschwindigkeit der Geschosse die penetrieren zunimmt, während der Widerstand des Hindernisses gleich bleibt, was passiert?

        • Nö. Die Absicht des Postings war, daß die Adressaten sich vorlegen, was sie WISSEN – anstatt auf Autoritäten und deren Kräfteverhältnisse zu starren und abergläubige Vermutungen in die Welt zu setzen oder zu indossieren, die von individueller „Einschätzung“ solcher Kräfteverhältnisse geprägt sind.
          Folgendes weiß jeder:

          Arbeit = Kraft mal Weg.
          Kraft = Masse mal Beschleunigung
          Beschleunigung = Geschwindigkeitsänderung in der Zeit.

          Und Reibung kennt auch jeder.

        • Heiligs Blechle. Wußte ich doch, daß von Ihnen kein Gedanke, sondern eine Beleidigung mit verliehener Hoheit im Rücken kommt, Frau STAATSANWALT. Das ist einfach schade.

          Ich hab’s Ihnen wirklich einfach gemacht. Wenn der Weg durchs durchschlagene Material, Massen und Materialeigenschaften gleich bleiben, bleiben bei höherer Durchschlagsgeschwindigkeit auch die Verformungskräfte gleich.
          Doch halt!
          Eines ändert sich. Da Kraft = Masse mal Beschleunigung, wird die bei der Reibung und Verformung verrichtete Arbeit und folglich die dabei übertragene Energie erhöht. Kennt jeder vom Zündholz. Bei gleichbleibenden Verformungskräften wird mehr Wärmeenergie übertragen.
          (Der Zusammenhang folgt nicht linear dem Quadrat der Geschwindigkeit, denn Wärmeübertragung ist eine Funktion in der Zeit, aber das ist für unseren Zusammenhang ohne Belang)
          Daß Aluminium Wärme drastisch besser leitet, als Stahl, weiß auch jeder. Tatsächlich hat es mehr als die vierfache Wärmeleitfähigkeit von unlegiertem Stahl. Folglich werden die Verformungs(Abrasions)kräfte allenfalls zugunsten des Stahls, zu Lasten des Aluminiums, gemindert, weil das Aluminium rascher plastisch, oder gar flüssig wird, je nach Geschwindigkeit, als der Stahl.

          Es geht mir nicht um meinen Verstand, ich bin der Pubertät durchaus entwachsen. Was nicht heißt, daß mir Anerkennung nicht wohl täte, aber ihr könnt mir wohl Verstand genug zubilligen, mir sowas nicht ausgerechnet hier und bei Frau Staatsanwältin holen zu wollen, vere? Es geht mir um euren Verstand – ich bin tatsächlich ein sozialer Mensch, denkt nur.

          Apropos sozial. There is no such thing as „unabhängiger Verstand“. Weiß eigentlich seit mindestens 61 Jahren auch jeder. Jedenfalls meine 20 jährige Mutter wußte es, als sie 1954, ab dem 6. Monat Schwangerschaft, jede Gelegenheit nutzte, mich im noch halbzerstörten Dresden in eine Kirche zum Orgelspiel zu tragen.
          Mann-o-mann, muß ich das heute wirklich einer Frau erklären?!
          Jede selbständige Verstandesarbeit – sowas gibt es freilich – ruht daher zum allergrößten Teil auf gesellschaftlichen (statt dinglichen) Gegenständen und Mustern.
          (Die Arbeit an rein dinglichen Gegenständen schließt ein Kind spätestens mit dem 10 Lebensjahr ab)
          Um die geht es mir! Um Meinetwillen. Sakraheini.

          So, Frau Wolff, und nun möchte ich wissen, was Sie an der von aa vorgestellten Umsetzung von statischer zu dynamischer Darstellung nicht verstehen, dann kann ich vielleicht, wahrscheinlich, auch antworten. Und mir die nächsten Beleidigungen abholen.

        • TomGard wird mal wieder seiner Rolle absolut gerecht. Die Frage, ob das Gewicht der Partikel passen kann oder nicht ist doch völlig sekundär – aber natürlich wird gerade so etwas dann zum Popanz aufgebläht. Da mach ich nicht mit.

          Es sind andere Aspekte die viel deutlicher die Lächerlichkeit des Berichtes beleuchten:

          – es werden nur zwei Teilchen gefunden (von Tausenden) die überhaupt irgendwie eine Ähnlichkeit zu BUK-Splitterkörpern aufweisen

          – es kann keine einzige x-förmige Ein- / Durchschlagstellen aufgezeigt werden

          – die Bilder sprechen eine deutliche Sprache und sind unparteiisch: es könnten ursprünglich x-förmige Teilchen gewesen sein – oder auch nicht (das kann jeder per Augenschein nachprüfen, und bei so einer Zerstörung entstehen natürlich alle möglichen Zufallsformen von Teilchen)

          – solange niemand per Materialanalyse einen eindeutigen Fingerabdruck anfertigt und mit entsprechenden Materialien oder Datenblättern vergleicht ist das doch Verhohnepiepelung der Menschheit. Dass man sich mit so einem Machwerk an die Öffentlichkeit wagt ist bodenlos.

          – der Bericht mag alles mögliche können – nur nicht irgendeinen Tathergang beweisen oder eindeutig eine verwendete Waffe identifizieren oder auch nur nahelegen

          – das einzige, was wir jetzt mit einiger Sicherheit wissen: es war kein Meteorit!

          Bravo, die Herren Holländer!

        • And the Mediashow goes on:

          http://off-guardian.org/2015/10/14/guardian-makes-error-reading-mh17-report-accuses-rebels-of-cover-up/

          „In an article compiled by Luke Harding, Shaun Walker and Julian Borger, entitled “MH17 report suggests efforts were made to cover up causes of disaster”, and published October 13, the Guardian claimed the Dutch report on the downing of MH17 alleged there was evidence of a “bungled autopsy” and attempt to “remove foreign objects” from the body of the first officer. The implication was that this had been done in order to conceal the cause of the crash, and the further implication was of course that Russia and the rebels had been involved.

          The report by the Dutch safety board said that more than 120 objects, “mostly metal fragments”, were found in the body of the first officer, who had sustained “multiple fractures”.. When Dutch experts identified the captain’s body they found it had already “undergone an external and internal examination to remove foreign objects”.“
          …..
          „After this appeared a rebuttal was posted BTL, by the CiFer known as Pigswiggle, who showed conclusively the report made no such claim, or anything remotely like such a claim.

          This is a really bizarre inference

          The report is merely explaining that the Captain from Team A was not chosen by the public prosecutor as one of the bodies for further “detailed examination.” The Dutch authorities “found” that the Captain’s body “had already ‘undergone an external and internal examination to remove foreign objects,’” because it was part of the investigation procedure that all the bodies were subjected to (as described in the preceding paragraphs of the report). The Guardian is attempting to accuse Russia of a “cover up” based on the investigative actions of the Netherlands Forensic Institute. Indeed, according to the report, the persons responsible for having removed foreign objects from the Captain was a team of “120 forensic specialists from the National Forensic Investigations Team (LTFO) from the Netherlands and 80 forensic specialists from Australia, Belgium, Germany, the United Kingdom, Indonesia, Malaysia, and New Zealand.”

          The Guardian needs to correct this story. It is highly embarrassing to it and its journalists.“

        • Zu meinem Kommentar „albibi sagte am 15. Oktober 2015 um 17:53 “

          Für die Nichtfachleute unter uns: den Begriff „Fingerabdruck“ („fingerprint“) gebraucht man auch im Zusammenhang mit Methoden der Materialanalyse wenn weniger die konkrete Zusammensetzung oder Struktur sondern der Vergleich mit anderen Proben im Vordergrund steht.

        • Ebenso locker, wie er über die verdächtig häufigen Singular Schreibweisen hinweg hudelt. Womöglich war es ja wirklich nur EIN Fragment als „Beweisstück“ 😉

    • Die ukrainische Polizei hat die Wohnungen von drei Vizevorsitzendern der Swoboda Partei durchgesucht. Unter ihnen war Oleksandr Sych, der nach dem Putsch ukrainischer Vize-Premierminister wurde.

      Swoboda berichtet, dass er als Abgeordnete in der selben Etage in dem Hotel Ukrainia gewohnt hat, wo es am Tag des Maidan-Massakers Scharfschützenfeuer gab.

      http://svoboda.org.ua/news/events/00015622/ (durch https://translate.google.com/ )
      „Press service of „Svoboda“ “
      „The reason for the search were also Maidan events, including February 20, 2014. Like, since one of the points of sniper fire from the capital maydanivtsiv hotel „Ukraine“ was the 11th floor, and it is on this floor living Oleksandr Sych, as a people’s deputy of Ukraine, it may be involved in the shootings or have some information. „

  2. Ich gehe mit Occams razor an den Bericht:
    Vom Himmel über einem Kriegsgebiet mit verbürgten Grenzscharmützeln und einem Brandherd in ca. 50 km Entfernung vom Abschußort von MH17 gibt es keine Radardaten. Weder russischen (‚Uii – tut uns leid, haben wir gelöscht‘) noch ukrainische (‚Oops, das zivile Primärradar war leider grad in der Wartung – ach, und das militärische war ausgeschaltet, wir hatten ja nix in der Luft …‘).

    Ja klar. Sag ich doch. Seit einem Jahr.

      • Das mag sein, oder auch nicht sein. Auffällig ist, wie die russische IC, deren Kommentare im annex V stehen, das „eigene“ Militär wie Idioten aus- und am Rand stehen läßt, und sich nur auf Almaz Antey beruft. Selbst die „Vermutung“ im Bericht, die Abweichungen zwischen den präsentierten Daten des Generalstabs und dem ukrainischen Sekundärradar, beruhten auf „unterschiedlicher Software“ ließ sie unkommentiert stehen.

        Und Almaz Antey hat deutlich genug gesagt, was das Anliegen der Fa. ist. Geschäfte. Mit dem Westen.

        • Das Fehlen der ukrainischen Primärradardaten könnte man drauf züruckführen, dass illoyale Teile der (Militär)Verwaltung sich dieser Daten bemächtigt haben, bevor das die Regierung tun konnte. Wie wahrscheinlich das zum Zeitpunkt des Abschusses war, vermag ich nicht einzuschätzen, halte es aber für durchaus möglich. Es erscheint mir jedenfalls nachvollziehbar, derartige Zustände im Krieg nicht allzu laut zu ventilieren – wobei Kiew genau damit (die eigene Truppe in Angst und Schrecken zu versetzen mit der Erklärung, die Generalität sei vom Russen zersetzt) keine Schwierigkeiten hatte. Aber vielleicht lernt Kiew dazu?
          Jedenfalls hat man da immerhin Sekundärradardaten zur Verfügung gestellt. Dieses stellt meines Wissens militärische Flugobjekte nicht notgedrungen auf den Radarschirmen dar – zumindest hat man uns das erklärt, dass es deshalb gefährlich ist, wenn militärische Flieger ihren Transponder aus- umschalten. Zumindest, wenn es russische Flieger sind. Die „weißen Flieger“ des CIA könne man angeblich aus demselben Grund nicht sehen. Sicherheitstechnisch war das aber in diesem Fall unbedenklich. Die „Kollegen“ der militärischen Flugsicherung hatten sie ja auf dem „Schirm“, sowoh primär als auch sekundär im Militärmodus.
          A bissle luschdig ist, dass man uns jetzt erklärt, mit den Sekundärradarrohdaten alleine könne man Aussagen darüber treffen, ob Militärflieger in der Nähe waren oder nicht. Mittels lustigem Artefakteraten, oder wie soll ich mir das ohne Primärradar vorstellen?

          Die NATO hat zwar Gerätschaften, die die Aktivitäten des gegnerischen Flugabwehrradars detektieren können. Zeitweise wurde man nicht müde uns zu erklären, wenn irgendwo im Warschauer Pakt bis zum Ural ein Radar angeht, sehe man das sofort und wisse, welche Einheit wo aktiv sei. Nur sehen und hören wir nix davon, wessen Radar wann wo anging. Nicht einmal Erklärungen, warum wir nichts hören, hören wir, außer der, dass die NATO nicht bis zur russischen Grenze sehe. Nun kenne ich nicht die genauen Reichweiten von Primärradar. Bei bodengebundenen Systemen hörte ich von 200 bis 300 Meilen, im militärischen Bereich. Von Rumänien bis zum Abschussort sind es über 800 km – zu weit für Festlandradar. Die AWACS können bis über 500km sehen – wenn sie Ziele in mittlerer Höhe beobachten. Für Daten hätten sie also sehr dicht am russischen Luftraum operieren müssen. Also kann die NATO wohl keine Daten liefern, weil wenn sie welche hat, hat sie die von innerhalb der Ukraine, wo sie a) sie erklärtermaßen nicht herhaben kann, da sie dort offiziell keine Radarstationen betreibt b) ihren Standort und ihr Equipment verrät, wenn sie die Daten hergibt.
          Immerhin will man in Washington Satelitenbilder haben, die man aber nicht zeigen will, weil keine Lust. Uberhaupt hat man vielleicht doch gar keine Satelitenbilder.

          Es kommt aber noch seltsamer: Die Russen selbst melden an, sie hätten Radardaten „galore“, zeigen ein Überwachungsvideo des Radarschirms, lassen die Behauptung durchblicken, sie hätten Daten, die nahelegen, militärisches Gerärt sei in der Nähe gewesen, wollen die Daten aber „versehentlich gelöscht“ haben.

          Zusmmen genommen erscheinen auf jeder Seite Elemente, die spontane Assoziationen an Weihnachtsmann, Osterhase und die Jungfrauengeburt Mariä wecken.

          Warum findet man das auf beiden Seiten?
          Mir fallen mehrere Möglichkeiten ein:
          1) Beide Seiten wissen Bescheid, was los war.
          a) Eine Seite war es gewesen, kann damit nicht rausrücken, die andere Seite hält „dicht“, um den Gegner jetzt langsam und schonend zu „grillen“, weil man weiß, dass der Gegner sich diese Blöße nicht erlauben kann.
          b) Beide Seiten waren beteiligt und halten jeweils Beweise auf die Beteiligung des anderen, können es aber jeweils nicht ausnutzen, da dann ihre Beteiligung gewahr würde.

          2) Eine Seite war es, weiß es, hält die Beweise, wirft Nebelgranaten und die andere Seite bastelt sich Beweise, weil sie
          a) relativ genau weiß oder zu wissen glaubt, was los war, aber keine (ordentlichen) Beweise hält und den Gegenüber aus der Reserve locken will oder die eigene Bevölkerung manipulieren muss.
          b) überhaupt keinen blassen Schimmer hat, was vorgefallen ist und verzweifelt in der Gegend herumrät, insgeheim aber Angst hat, selbst mit der Sache zu tun zu haben.

          3) Keine der „Hohen Tiere“ weiß Bescheid, was los war. Beide Seiten fischen im Trüben.
          a) eine dritte Seite war es und schweigt, z.B. weil ihr Ziel erreicht wurde.
          b) Die Mannschaften, die es waren, wurden bei ihrem Tun nicht erwischt, schweigen hartnäckig und konnten alle Beweise verschwinden lassen.

          Mögliche Szenarien zu 1 b):
          I. Eine Seite hatte eine Maschine in der Luft, die z.B. die Boeing als Deckung missbraucht hat, die andere Seite hat diese Maschine trotzdem abgeschossen / abschießen wollen, die Rakete ging fehl oder wurde erfolgreich abgelenkt und hat die Boeing abgeschossen.

          II. Eine Seite hat ihre elektronische Radartäuschung aktiviert, die Gegenseite sah ein gegnerisches Flugzeug oder gleich mehrere auf dem Radar, das oder die real gar nicht existierten, hat es oder sie „abgeschossen“ und, da gar kein Feindflieger da war, die Boeing getroffen, die zufällig in der Nähe war.

          III. Eine Seite hat ihre elektronische Radarniederhaltung aktiviert, das Transpondersignal der Boeing wurde gestört, die Maschine folglich für militärisch gehalten und abgeschossen.

      • Aber wir werden ja allesamt für dumm verkauft. Wahrheit ist ein rares Gut in diesen aufgetzten und aufgeheizte Zeiten. Jetzt ist Putin mal der Kragen geplatzt ob dieser Heuchelei des Westens:
        Putin kritisiert Syrien-Politik der USA

        „Einige unserer Partner haben einfach Grütze im Kopf“
        von:
        • dpa
        Datum:
        • 13.10.2015 17:42 Uhr
        Was das Vorgehen der US-Regierung im Syrien-Konflikt angeht, ist Russlands Präsident Wladimir Putin skeptisch. Er fordert eine politische Lösung – und setzt weiter auf Luftangriffe gegen Rebellenstützpunkte.

        Moskau Während die russische Luftwaffe weiter Angriffe in Syrien fliegt, hat Präsident Wladimir Putin in Moskau eine politische Lösung für das Bürgerkriegsland gefordert. Zugleich warf er den USA mangelnde Kooperationsbereitschaft vor. „Ich glaube, einige unserer Partner haben einfach Grütze im Kopf“, sagte Putin am Dienstag vor Geschäftsleuten.

        „Wenn wir nicht nur einfach schießen oder Raketentreffer landen wollen, sondern eine politische Lösung finden wollen, dann sollten wir die Kräfte innerhalb des Landes zu einer gemeinsamen Arbeit mit anderen Kräften auf dem Territorium Syriens bringen“, sagte Putin. Dazu solle jede ausländische Macht auf diejenigen Syrer einwirken, auf die sie Einfluss habe.
        […]

        http://www.handelsblatt.com/politik/international/putin-kritisiert-syrien-politik-der-usa-einige-unserer-partner-haben-einfach-gruetze-im-kopf/12446450.html?nlayer=Politik-News_11247984

        Auch die EU fordert Rußland auf, doch bitte die Richtigen zu bombardieren, sagt aber nicht, wer die Falschen sind.
        Das ist auch gar nicht so leicht. Das Handelsblatt hat mal probiert, eine Übersicht zu bringen, was ja schon einmal wohltuend ist nach der Propaganda der letzten Wochen, die den unwissenden Leser auf die Formel zwingen wollte: nur der IS ist böse, die anderen sind „Rebellen“ und verfolgen das gerechte Ziel, Assad zu stürzen – auf daß die Demokratie blühe:

        Wer kämpft gegen wen in Syrien?
        […]
        • Dschaisch al-Fatah
        Dabei handelt es sich um ein Bündnis verschiedener moderater und radikaler Gruppen, darunter die radikale Al-Nusra-Front, die islamistische Miliz Ahrar al-Scham und Brigaden, die sich als Teil der moderaten Freien Syrien Armee (FSA) sehen. Das Bündnis beherrscht im Nordwesten Syriens die Provinz Idlib.

        • Al-Nusra-Front
        Der Ableger des Terrornetzwerkes Al-Kaida vertritt eine ähnliche Ideologie wie IS, beide Gruppen sind aber miteinander verfeindet. Die Nusra-Front ist vor allem im Nordwesten des Landes stark, kämpft aber auch im Süden.

        • Ahrar al-Scham
        Die islamistische Miliz ist neben der Nusra-Front die wichtigste Kraft des Rebellenbündnisses Dschaisch al-Fatah. Sie gibt sich pragmatischer und weniger radikal als der Al-Kaida-Ableger.

        • Freie Syrische Armee
        Die FSA ist keine Armee im eigentlichen Sinne, es gibt auch keine einheitliche Führung. Mehrere moderate Gruppen rechnen sich ihr jedoch zu. Stark sind diese im Nordwesten, wo sie auch zu dem Rebellenbündnis gehören, sowie im Süden.

        http://www.handelsblatt.com/politik/international/putin-kritisiert-syrien-politik-der-usa-einige-unserer-partner-haben-einfach-gruetze-im-kopf/12446450.html?nlayer=Politik-News_11247984

        Nun hat es wenig Sinn, die Ahrar al-Scham, die laut Generalbundesanwalt eine lupenreine islamistische Terrorgruppe ist, deren Unterstützer hierzulande verfolgt werden, als weniger radikal als die ohnehin auf der UN-Terror-Liste stehende al Nusra-Front zu bezeichnen. Beide wollen einen Gottesstaat, beide gehen brutal gegen Häretiker oder Andersgläubige vor – die gehören in einen Sack.

        Und die angebliche FSA natürlich auch, wenn sie an deren Seite kämpft, zur Freude der Zivilbevölkerung, die ja nur deshalb „Faßbomben“ ausgeliefert ist, weil sich diese Guerilla-Truppen in ihren Stadtteilen verschanzen. Und wie soll man die Mitglieder dieser gemeinsamen Front aus der Luft unterscheiden? Zumal auch der IS schon in Homs und Aleppo aktiv ist.

        In dem Artikel mit dem Fake-Bild in der Welt vom 4.10.2015 wurde immerhin auch schon erkannt, mit was für Typen man es in Syrien zu tun hat:

        Kaukasische Islamisten attackieren russische Basen
        4.10.2015

        Der exportierte Krieg: Rund 2400 Islamisten aus Tschetschenien bekämpfen ihren Erzfeind nun in Syrien. Präsident Putin hat allen Parteien außer Assad den Krieg erklärt. Die Lage wird komplizierter.
        Von Alfred Hackenberger

        Stolz bringen die Kämpfer Ahrar al-Sham ihren Raketenwerfer in Stellung. Unter lauten „Allah Akbar“-Rufen fliegen die Geschosse mit lautem Zischen und Feuerstrahl aus den Rohren der Abschussbatterie. Doch nicht Stellungen der Armee von Präsident Baschar al-Assad oder rivalisierende Milizen sind das Ziel. Ihr neuer Gegner in Syrien heißt: Russland.

        Die Raketen der Ahrar al-Sham, die zu Al-Qaida gehören sollen, gelten der neuen russischen Hmaimim-Militärbasis in der Nähe von Latakia am Mittelmeer.
        […]
        In den Bergen von Latakia lagern aber auch Gruppen, die mit Russland noch eine ganz besondere Rechnung offen haben: tschetschenische Islamisten. Mindestens drei dieser kaukasischen Kampftruppen haben Kämpfer und Feldkommandeure in ihren Reihen, die russische Soldaten schon im Nordkaukasus getötet haben.

        „Das sind wirklich durchgeknallte Leute“, sagt ein syrischer Rebell der Islamischen Front. „Sie haben große Kampferfahrung, nicht die geringste Angst und sind total fanatisch.“ Sie würden an der Front die unmöglichsten Dinge tun, aber trotzdem überleben.
        Die drei tschetschenisch geführten Hauptgruppen sind die Adschnad al-Kawkas, Dschund al-Scham und die kleinere Truppe Tarkhan’s Dschamaat. Alle drei kämpfen an der Seite des syrischen Al-Qaida-Ablegers der Nusra-Front und der nationalistisch ausgerichteten Islamisten von Ahrar al-Scham.

        http://www.welt.de/politik/ausland/article147187759/Kaukasische-Islamisten-attackieren-russische-Basen.html

        Von diesen angeblichen Angriffen auf die russische Luftbasis wußte zwar nur die WELT, aber wahr ist, daß diese kaukasischen Terroristen in Syrien schon länger aktiv sind und mit den islamistischen Terrorgruppen al-Nusra und Ahrar al-Scham kooperieren.
        Die soll Rußland eventuell auch nicht angreifen?

        Aber die syrischen kurdischen Milizen, die YPG, sind doch die Guten, oder?

        Das Handelsblatt weiß es nicht so recht:

        • Kurdische Volksschutzeinheiten

        Mit Hilfe der US-Luftwaffe konnte die YPG den IS aus großen Gebieten im Norden Syriens zurückschlagen. Dort haben die Kurden eine Selbstverwaltung aufgebaut. Sie kooperieren mit dem Regime, aber auch mit dessen Gegnern. Zuletzt kam es jedoch zu Zusammenstößen mit Rebellengruppen in Aleppo.

        http://www.handelsblatt.com/politik/international/putin-kritisiert-syrien-politik-der-usa-einige-unserer-partner-haben-einfach-gruetze-im-kopf/12446450.html?nlayer=Politik-News_11247984

        Um die Verwirrung zu komplettieren, brachte das Handelsblatt auch diesen Artikel, in dem es um die angeblichen Waffen- und Munitionslieferung der USA an die kurdischen Milizen zwecks gemeinsamer Angriffe auf den IS geht, die kürzlich aus der Luft abgeworfen worden sein sollen.

        USA liefern Rebellen Munition
        von:
        • ap
        • dpa
        Datum:
        • 12.10.2015 23:12 Uhr
        • Update: 13.10.2015, 02:39 Uhr

        Im Kampf gegen den IS wollen die USA arabische Rebellengruppen unterstützen. Die geplante Militärausbildung scheiterte kläglich. Nun greift eine neue Taktik – gleichzeitig wachsen Zweifel an den Motiven der Kurdenmiliz.

        Washington/Beirut US-Transportflugzeuge haben im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat Munition für Handfeuerwaffen für arabische Rebellengruppen im Norden Syriens abgeworfen. Der US-Militär-Sprecher in Bagdad, Steve Warren, sagte am Montag, der Abwurf habe bereits am Sonntag stattgefunden.
        Er sagte nicht, welche Gruppen die Munition erhalten sollten. Ihre Anführer seien jedoch überprüft worden. Sie kämpften, um den IS aus dem Norden Syriens zu vertreiben.
        […]
        Doch das für die Anti-IS-Koalition zuständige US-Militärhauptquartier dementierte diese Angaben. In der vergangenen Woche seien syrische Kurden nicht direkt mit Waffen oder Munition beliefert worden, teilte es der Nachrichtenagentur AP in einer E-Mail mit.
        […]
        Amnesty International erhebt dagegen schwere Vorwürfe gegen YPG. Die syrische Kurdenmiliz hat demnach Tausende Zivilisten im Norden des Landes vertrieben und ihre Häuser zerstört. Die Taten verstießen gegen das humanitäre Völkerrecht und liefen auf Kriegsverbrechen hinaus, erklärte die Menschenrechtsorganisation am Dienstag. Ein YPG-Sprecher wies die Anschuldigungen zurück.

        Amnesty warf der Gruppe vor, vor allem nichtkurdische Bewohner nach der Einnahme von Dörfern vertrieben zu haben. Hintergrund seien vermeintliche Sympathien oder Verbindungen zum IS. Die Menschenrechtler beriefen sich dabei auf Gespräche mit 37 Bewohnern der syrischen Provinzen Hassaka und Rakka. Die Milizionäre drohten demnach danach mit, Luftangriffe der US-geführten Allianz anzufordern, sollten die Häuser nicht aufgegeben werden.

        http://www.handelsblatt.com/politik/international/syrien-usa-liefern-rebellen-munition/12442132.html

        Selbst USA-Offizielle widersprechen sich – hat da niemand mehr den Durchblick? Und jeder kämpft ohnehin nur für sich und seine Ziele, da werden schnell brüchige Allianzen eingegangen, die genauso schnell auch wieder beendet sind.

        Man muß auch auf ein sehr orientalisches Phänomen eingehen: das ist der Hang zur phantasievollen Übertreibung wenn nicht gar zur schnöden Lüge, was einem Hadschi Halef Omar-Kenner seit Kindesbeinen vertraut ist.

        Genauso ordne ich auch die hier heute verlinkten Nachrichten über Waffenlieferungen Saudi-Arabiens an die Hardcore-Islamisten ein: da wird geprahlt, damit die Gegner ordentlich Angst bekommen. Mir soll es recht sein, denn so erfährt man wenigstens, wer wen unterstützt, und der Westen bringt solche Berichte unüberprüft, weil er Stimmung gegen die offenbar sehr effektiven Luftschläge Rußlands machen will, die die programmierte Erfolglosigkeit derselben Luftschläge der US-Koalition in Syrien allzu klar zutage treten läßt:

        Syrien: Russische Einmischung löst Aufrüstung aus

        Die russischen Luftangriffe in Syrien haben nach Aussagen von Rebellen gegenüber der „New York Times“ einen regelrechten Stellvertreterkrieg in Gang gesetzt. Sie bekämen plötzlich mehr Waffen, so die Kommandeure – angeblich mit Billigung der USA.
        Dienstag, 13.10.2015 – 11:40 Uhr

        Aussagen von Rebellenkommandeuren legen nahe, dass mit dem Beginn der russischen Einmischung in Syrien auch die Kampfbereitschaft der Rebellen steigt – und dass die Assad-Gegner seitdem schneller an Waffen gelangen.

        Die „New York Times“ zitiert in einem Onlinebericht Kommandeure der Aufständischen gegen Machthaber Assad, die aussagen, sie bekämen seit der russischen Intervention zum ersten Mal großzügige Unterstützung in Form von in den USA hergestellten Panzerabwehrraketen. An die Front geliefert würden die Waffen von US-Verbündeten in Syrien – wohl mit Billigung der USA. Saudi-Arabien hat demnach 2013 13.000 in den USA hergestellte Panzerabwehrraketen vom Typ TOW bestellt.

        „Wir bekommen in sehr kurzer Zeit das, wonach wir fragen“, zitiert die „New York Times“ einen Kommandeur. Innerhalb von zwei Tagen habe seine Einheit sieben gepanzerte Fahrzeuge mit sieben TOW-Panzerabwehrraketen zerstört. Der Anführer einer anderen Rebellengruppe gab demnach zu Protokoll: „Wir können so viel kriegen, wie wir wollen und wann wir es brauchen.“ Auch er sagt, Russlands Eintritt in den Konflikt habe den Unterschied gemacht.
        […]

        http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-russlands-einmischung-loest-stellvertreterkrieg-aus-a-1057472.html

        http://www.nytimes.com/2015/10/13/world/middleeast/syria-russia-airstrikes.html?hp&action=click&pgtype=Homepage&module=first-column-region&region=top-news&WT.nav=top-news

        Jetzt muß man nur noch herausbekommen, wer diese „Rebellen-Kommandeure“ sind.

        • Jetzt muß man nur noch herausbekommen, wer diese “Rebellen-Kommandeure” sind.

          Einfach das Auswärtige Amt fragen, die haben doch die Kontaktdaten, schließlich hat man die doch schon alle 2011 eingeladen.

          Damit „bis zu 50 syrische Oppositionelle aller Couleur“ von Januar 2012 an in Wilmersdorf ihre Strategie gegen Assad absprechen, die Zeit nach Assad planen konnten.

          http://www.zeit.de/2012/31/Syrien-Bundesregierung

        • Naja, damals waren es zivile Teile der Opposition, und man kann davon ausgehen, daß die heute allesamt zerstritten sind.

          Die NYT war ein wenig expliziter als SPON, das nicht umsonst diese Feinheiten weggelassen hat:

          The American-made TOW antitank missiles began arriving in the region in 2013, through a covert program run by the United States, Saudi Arabia and other allies to help certain C.I.A.-vetted insurgent groups battle the Syrian government.

          The weapons are delivered to the field by American allies, but the United States approves their destination. That suggests that the newly steady battlefield supply has at least tacit American approval, now that Russian air power is backing President Bashar al-Assad.

          “We get what we ask for in a very short time,” one commander, Ahmad al-Saud, said in an interview. He added that in just two days his group, Division 13, had destroyed seven armored vehicles and tanks with seven TOWs: “Seven out of seven.”

          Fursan al Haq, a Syrian rebel group, released video of its fighters firing a TOW at a government tank in northern Hama province on Oct. 7. Video by ShaamNetwork S.N.N

          [Da sieht man zwar, wie so ein Geschoß abgefeuert wird: wie alt dieses Video ist, und auf was gezielt wurde, kann man jedenfalls nicht erkennen, wie es für diese Reklamevideos typisch ist.]

          One official with a rebel group that is fighting in Hama called the supply “carte blanche.”
          “We can get as much as we need and whenever we need them,” he said, asking not to be identified to avoid reprisals from rival Islamist insurgents he has criticized. “Just fill in the numbers.”
          […]
          Instead, the advances there, which have posed the most immediate threat to Mr. Assad, have come from a coalition of Islamist insurgents called the Army of Conquest, which includes the Nusra Front but opposes the Islamic State.

          Advancing alongside the Islamist groups, and sometimes aiding them, have been several of the relatively secular groups, like the Free Syrian Army, which have gained new prominence and status because of their access to the TOWs.

          Even in smaller quantities, the missiles played a major role in the insurgent advances that eventually endangered Mr. Assad’s rule. While that would seem like a welcome development for United States policy makers, in practice it presented another quandary, given that the Nusra Front was among the groups benefiting from the enhanced firepower.

          It is a tactical alliance that Free Syrian Army commanders describe as an uncomfortable marriage of necessity, because they cannot operate without the consent of the larger and stronger Nusra Front. But Mr. Assad and his allies cite the arrangement as proof that there is little difference between insurgent groups, calling them all terrorists that are legitimate targets.

          Either way, the newly empowered Free Syrian Army, long a marginal player as Islamist groups have risen in influence, is playing a more prominent role.
          “Islamic groups have always labeled us as agents, infidels and apostates because of our dealing with the West,” Mr. Saud said. “But now they can see how effective we are because of our dealing with the West.”
          […]

          http://www.nytimes.com/2015/10/13/world/middleeast/syria-russia-airstrikes.html?hp&action=click&pgtype=Homepage&module=first-column-region&region=top-news&WT.nav=top-news

          Kurz und gut: wer die säkuläreren Gruppen unterstützt, die sich „FSA“ nennen, kann die Waffen auch gleich der al-Nusra überreichen.
          Zu den beiden anderen genannten Gruppen, denen tatsächlich diese TOW-Panzerbrecher geliefert wurden, kann man sich hier schlaumachen:

          https://en.wikipedia.org/wiki/13th_Division_%28Syrian_rebel_group%29

          https://en.wikipedia.org/wiki/Knights_of_Justice_Brigade

          Wegen ihrer Zusammenarbeit mit der Islamischen Front und al-Nusra sind die ebenfalls nicht vertrauenerweckend.

        • Die USA hat schon „gemäßigte Rebellen“ mit TOW Raketen beliefert aber al Nusra hat die TOWs geklaut. Al Nusra hat zweimal Militärstützpünkte vom US-bewaffneten Harakat Hazm überfallen und viele Waffen erbeutet.

          Danach musste sich Harakat Hazm auflösen, genauso wie Division 30 später, und viele Rebellen haben sich eine islamistische Gruppe angeschlossen.

          http://www.ibtimes.co.uk/syria-al-qaeda-nusra-front-shows-off-us-weapons-seized-moderate-harakat-hazm-rebels-1490378

          Wie lange dauert es, bis al Nusra auch die neuesten TOW Raketen kriegen?

        • Wenn die „FSA“ ihre taktische Kooperation mit al Nusra damit begründet, daß sie ohne Erlaubnis dieser beherrschenden Islamisten-Truppe nicht operieren könne, dann kann es nicht lange dauern.

          Immerhin, im März 2015 wurde noch Klartext geschrieben – was man heute nicht mehr tut:

          The Nusra Front posted online images showing its fighters handling anti-tank BGM-71 TOW missiles Washington had supplied to one of its allied militias, Harakat Hazm.
          The jihadi group, which is listed by the US as a terrorist organisation, captured the weapons as it overran their secular rivals‘ headquarters in the Aleppo province.

          http://www.ibtimes.co.uk/syria-al-qaeda-nusra-front-shows-off-us-weapons-seized-moderate-harakat-hazm-rebels-1490378

          Denn in den Hama-, Aleppo-, Idlib- und Homs-Provinzen gibt es in den Westkarten ja nur grün eingezeichnete „Rebellen“, gegen die Rußland nicht vorgehen darf. Und schon gar keine IS-Stellungen, oder seit neuestem: jedenfalls keine „größeren“.

          Hier eine alternative Übersicht aus einer nicht-westlichen Quelle von heute:

          http://www.almasdarnews.com/article/complete-battle-map-of-syria-mid-october-update/#prettyPhoto

          Wie mag wohl der BND die deutsche Regierung beraten und aufklären, wenn diese Rußland auffordert, doch bitte nur den IS zu bombardieren?

          Noch unübersichtlicher gestaltet sich die Lage, folgt man dieser Meldung:

          Turkish Army Enters Syria Unannounced

          By Leith Fadel on October 14, 2015 Featured

          The Turkish Army has reportedly crossed their southern border and entered Syria by way of the ‘Etmeh crossing inside the Idlib Governorate on Tuesday morning; this act of defiance marks the second time this year that the Turkish Army has deliberately crossed the Syrian-Turkish border to enter Syria’s northern countryside.

          According to social media activists inside the Idlib Governorate, a Turkish tank brigade crossed the border into the Syrian town of ‘Etmeh, where they took-up their positions at the Al-Halaqa Mountains in order begin building a wall along the border.

          The purpose of this Turkey Army movement is not entirely know nor their current status inside the town of ‘Etmeh; however, the Turkish Government has expressed their dissatisfaction in the recent Russian airstrikes over the Idlib, Hama, Al-Raqqa, Aleppo, Latakia, and Deir Ezzor Governorates, as they have primarily targeted the Islamist rebels and the Islamic State of Iraq and Al-Sham (ISIS).
          […]
          Some military analysts still believe that the Turkey is planning on implementing a no-fly-zone over northern Syria, but their recent actions have been viewed more as a threat than a promise.

          http://www.almasdarnews.com/article/turkish-army-enters-syria-unannounced/

        • http://news.antiwar.com/2015/10/13/free-syrian-army-plans-suicide-attacks-on-russians/

          Nun wissen wir endlich, was die Moderaten so definiert. Selbstmordattentate mit freundlichen Grüßen der US-Regierung!

          „Complaining that Russia is portraying all rebel factions, even the US-backed Free Syrian Army (FSA), as terrorists, the FSA forces in Hama say they are planning to carry out suicide bombings against Russian targets, assuming they can find them.

          The statement from FSA Captain Rashid al-Hourani said the plan is to “endure the violent aerial bombardment” and then get some people to infiltrate the Syrian military, hoping they can locate the Russians and from there carry out “martyrdom operations” against them.“

          Hallelujah

        • Sind syrische „Rebellen“ einfach alle nur saublöd?

          Es gibt keine russischen Bodentruppen und es wird keine geben – da unterscheidet sich Rußland nicht von den USA und ihren Koalitionären. Niemand will das Leben eigener Soldaten riskieren in diesem inner-arabischen Konflikt. Nur daß Rußlands Luftschläge wegen der besseren Aufklärung natürlich viel effektiver sind, neben dem IS auch die anderen sunnitischen Islamisten treffen, die das Land und seine Bevölkerung terrorisieren, und die darüberhinaus auch nicht isoliert stattfinden, sondern den Vormarsch auf dem Boden vorbereiten und begleiten.

          Jeder Militärstratege (auch in den USA) weiß, daß Terroristen wie der IS allein aus der Luft nicht zu besiegen sind, schon gar nicht, wenn sie ihre Verwaltung und Stellungen in Städten unterhalten; da mag man hoffen, ein einzelnes mlitärisches Kommandogebäude chirurgisch genau zu treffen – aber letztlich geht es nicht ohne Vernichtung von außerhalb gelegenen Gefechtsständen, Munitionsdepots und Abschneiden des Nachschubs aus der Luft, unmittelbar gefolgt von Häuserkampf, ab. Das ist ja auch der Grund, weshalb die USA sich ihre Bodentruppen gegen den IS zusammenkaufen wollten, was bekanntlich nicht gelang.

          Es gibt niemanden in Syrien (außer der Armee nebst Verbündeten sowie den Kurden), der gegen den IS kämpft. Die anderen islamistischen Terroristen tun das nur, wenn der IS ihren eigenen Eroberungen ins Gehege kommt.

          Ich finde, daß die USA sich genauso saublöd aufführen wie die FSA.

          Außenpolitisches Desaster

          USA stolpern von einem Albtraum zum nächsten

          12.10.2015, 21:04 Uhr | Martin Bialecki,dpa
          […]
          Unter allen Umständen wollte der sich von seinem Vorgänger George W. Bush abgrenzen, blutige Episoden wie den Irakfeldzug nicht wiederholen. Mann des Friedens sein, ein kriegsmüdes Amerika neu ausrichten. Problem: Über Jahre hat Obama, dieser glänzende, charismatische Redner, dabei immer und immer wieder hochfahrende Erwartungen geweckt – aber nicht geliefert.

          Israelisch-Palästinensischer Konflikt schwelt weiter

          Beispiel eins: der Friedensprozess zwischen Israel und den Palästinensern. Binnen zwei Jahren wollte Obama dort Frieden schaffen, hat es sich aber mit so ziemlich allen Seiten verdorben. „Der Friedensprozess liegt komplett in Trümmern“, schreibt Aaron David Miller in „RealClearWorld“. Die Glaubwürdigkeit der USA: dahin.

          Beispiel zwei: Der Kampf gegen die Terrorhorden des Islamischen Staates. Kaum ein Briefing von Weißem Haus, State Department oder Pentagon kommt dieser Tage in Washington ohne eine Auflistung von „Erfolgen“, oder „Fortschritten auf dem Weg zum Sieg“ aus. 7300 Luftangriffe hat die US-geführte Anti-IS-Allianz geflogen. Aber tatsächlichen, greifbaren Erfolg gibt es außer der Tötung von einigen hochrangigen IS-Kommandeuren nicht.

          Fremde im Nahen Osten

          Als viel zu eng beschreiben Experten die Syrien- und IS-Strategie der USA. Man könne nicht gleichzeitig gegen Baschar al-Assad sein, aber dessen Gegner sämtlich ablehnen, wenn sie einem nicht passten. Nicht hier mit dem Iran verhandeln, ihn aber dort de facto bekämpfen. Auch sei der ausschließliche Blick auf den IS generell falsch, gebe es doch noch reichlich andere Gruppen. Der US-Regierung fehle es schlicht an Kenntnis der Region und ausreichender Expertise.

          Die USA hätten mit ihrer Politik in der Region fast alle wichtigen Partner vergrätzt, schreibt „The Hill“. Ägypten, Saudi-Arabien, Jemen, Israel, Iran: „Misstrauen ist gesät zwischen den Ländern selbst und zwischen ihnen und Washington. Man sei sich ja nicht einmal einig, wer überhaupt „Terrorist ist und wer nicht.“

          Desaster im Irak

          Weitere Beispiele: Im Irak hat das rasche Abziehen der US-Truppen zu einem Machtvakuum geführt, das Al-Kaida, IS und andere sofort nutzten. Im Jemen bleibt die Strategie, der Demokratie vor allem mit Drohnen den Weg freizuschießen, fruchtlos. In Ägypten machten die USA den sehr weiten Bogen von einer Unterstützung der Muslimbruderschaft hin zu einer Wiederaufnahme der Militärhilfe für die Generäle.

          „Verwirrend“, „sinnestäuschend“ und „desaströs“ sind noch freundlichere Attribute aus Kommentaren vor Ort und in Washington. Die Republikaner ereifern sich über eine „Kernschmelze“ der Außenpolitik und einen Rückzug aus der Welt.
          […]

          http://www.t-online.de/nachrichten/ausland/krisen/id_75759088/schmerzhaft-erfahren-die-usa-ihre-grenzen-im-nahen-osten.html

          Die Republikaner-Kritik kann man natürlich vergessen.

          Hier kann man einen McCain erleben, der durch wuchtige Angriffe durch eine syrische Christin echt aus dem Gleichgewicht kam:

          John McCain Owned By Syrian Woman At Town Hall Meeting

          ThinkOutsideTheTV
          Veröffentlicht am 06.09.2013
          Sometimes the right person get s to speak at the right time, this is one of those occasions.

          Die sind nun wirklich keine Alternative!

          Und was sollte das?

          Putin considers US actions in Syria targeting transformer and power plant strange

          October 13, 17:16 UTC+3

          Earlier the American aviation bombed out an electrical power plant and a transformer in Aleppo
          […]

          http://tass.ru/en/politics/828614

          Zum allgemeinen Versagen gehört natürlich auch das:

          https://www.jungewelt.de/2015/10-13/036.php

          Als Ordnungsmacht haben die USA abgedankt. Objektiv wirken sie seit langer Zeit als Unordnungsmacht, und das Umschalten von Kriegen auf Stellvertreterkriege plus Drohnenmorde nebst weltweiter Totalüberwachung und Verfolgung von whistleblowern ist im Ergebnis genauso desaströs, nicht nur außenpolitisch.

      • https://consortiumnews.com/2015/10/13/mh-17-the-dog-still-not-barking/

        „….. what is perhaps most striking about the report is what’s not there – nothing from the U.S. intelligence data on the tragedy.

        The dog still not barking is the absence of evidence from U.S. spy satellites and other intelligence sources that Secretary of State John Kerry insisted just three days after the shoot-down pinpointed where the missile was fired, an obviously important point in determining who fired it.“

        On July 20, 2014, Kerry declared on NBC’s “Meet the Press” that “we picked up the imagery of this launch. We know the trajectory. We know where it came from. We know the timing. And it was exactly at the time that this aircraft disappeared from the radar.”
        …..
        „The Dutch report did seek to discredit one alternative theory raised by Russian officials in the days after the shoot-down – that MH-17 could have been the victim of an air-to-air attack. The Dutch dismissed Russian radar data that suggested a possible Ukrainian fighter plane in the area, relying instead of Ukrainian data which the Dutch found more complete.

        But the report ignored other evidence cited by the Russians, including electronic data of the Ukrainian government allegedly turning on the radar that is used by Buk systems for targeting aircraft. Russian Lt. Gen. Andrey Kartopolov called on the Ukrainian government to explain the movements of its Buk systems to sites in eastern Ukraine in mid-July 2014 and why Kiev’s Kupol-M19S18 radars, which coordinate the flight of Buk missiles, showed increased activity leading up to the July 17 shoot-down.“
        …..
        “ what may have spoken most loudly in the Dutch report was the silence about U.S. intelligence information. If – as Kerry claimed – the U.S. government knew almost immediately the site where the fateful missile was launched, why has that evidence been kept secret?“
        ….
        „… the release of the Dutch report – without any of that data – indicates that the U.S. government continues to hide what evidence it has. That missing evidence remains the dog not barking, like the key fact that Sherlock Holmes used to unlock the mystery of the “Silver Blaze” when the sleuth noted that the failure of the dog to bark suggested who the guilty party really was.“

        Dieses Thema wird dann an das JIT weitergereicht. Mit den US-Beweisen müßte es doch ein Kinderspiel sein, die Verantwortlichen zu identifizieren. Oder wollen sie etwa die Veantwortung dafür übernehmen, daß die Angehörigen und die Welt es nie erfahren werden, weil die USA das verhindern?

        • Jaja, beide Seiten „löschen“ wichtige Daten.
          Es herrscht Krieg, da herrschen andere Werte als das Leid trauernder Angehöriger zu mindern. Da will man gewinnen.

          Beide Seiten werden glasklar Bescheid wissen. Nur warum halten beide Seiten den Mund, wo doch ein Beweis der Schuld des Anderen ein unschlagbarer Vorteil wäre?
          Wie das wohl bei einer Truppe ankommt, die für Wahrheit, Gerechtigkeit, Freiheit und so Sache n kämpft, wenn derartige Geschichten in der Truppe kursieren und man liest es vor dem Essen anders, immer wieder auf’s Neue…

        • Ob die russische Seite wirklich Bescheid weiß, daran hege ich Zweifel. Sie hat allerdings kein Interesse daran, ihre Daten an ein voreingenommenes Gremium zu geben, das dann die richtigen „Experten“ dransetzt, um sie zu zerfleddern. Das bias des DSB ist mit den Händen zu greifen, geht es doch über die Verlautbarungen des JIT weit hinaus. Irgendeine Verantwortung trägt es ja nicht…

          Sollte uns das hier trösten?:

          Allerdings machte Joustra klar, dass MH17 an jenem Tag im Juli gar nicht in dem Teil des Luftraums hätte sein dürfen. Seit Juni 2014 waren in der Region bereits 16 Flugzeuge und Helikopter abgeschossen worden – weswegen der Luftraum in geringerer Höhe über der Ostukraine auch gesperrt war. Am 17. Juli selbst allerdings überflogen 161 zivile Flugzeuge die Region in größerer Höhe. „Keine der Fluglinien glaubte, dass die zivile Luftfahrt in Reisehöhe in Gefahr sein könnte“, sagte Joustra.

          Das mag daran gelegen haben, dass die ukrainischen Behörden den Luftraum über der Zone nicht gesperrt hatten. Dabei gab es bereits in den Wochen zuvor Warnhinweise: Von den 16 abgeschossenen Flugzeugen und Helikoptern vor MH17 wurden auch manche mit Waffensystem getroffen, die bis in die Reiseflughöhe von Zivilmaschinen reichen können. Die russische Buk gehört dazu.

          „Es gab ausreichende Gründe, den Luftraum zu schließen. Die Ukraine tat es nicht“, sagte Joustra. Aber nicht nur die Ukraine, sondern auch Fluglinien, internationale Behörden und andere Staaten hätten die Gefahr erkennen müssen, sagte Joustra. Er hoffe, dass sein Bericht zu mehr Sicherheit in der Luftfahrt beitragen werde. Den 298 Opfern aber wird er nicht mehr helfen.

          http://www.spiegel.de/panorama/abschuss-mh17-wer-die-verantwortung-zu-tragen-hat-a-1057623.html

          Da ist Kiew die eigene Propaganda auf die Füße gefallen: tatsächlich gab es keine Flugzeuge, die in großer Höhe von den Separatisten oder Rußland abgeschossen wurden. Und weil Kiew diese Propaganda auch gegenüber der Klage von RA Giemulla nicht zugeben wird, wird sie dafür teuer bezahlen müssen.

          Ausgleichende Gerechtigkeit für einen dünnen Bericht gibt es wohl nur im Fußball. 😉

          http://www.spiegel.de/sport/fussball/em-2016-niederlande-fehlen-in-frankreich-tuerkei-jubelt-a-1057658.html

        • „Ob die russische Seite wirklich Bescheid weiß, daran hege ich Zweifel.“

          Das russische Militär hatte nach eigener Darstellung den kritischen Luftraum unter Radarüberwachung. Erinnern sie sich: Die Präsentation des Generalstabes hat drei verschiedene Radarquellen vereinigt, darunter explizit eine militärische Quelle. Sie rücken die unbearbeiteten Daten nicht heraus.

          Es kommt noch etwas hinzu. Der Generalstab hat behauptet, über Daten passiver Radarüberwachung zu verfügen, welche Radaraktivität militärischer Radarüberwachung und Zielerfassung ukrainischer Luftabwehreinheiten zeigen. Auch diese Daten wurden dem DSB nicht zur Verfügung gestellt, das daraufhin unwidersprochen, auch von russischer Seite unwidersprochen, die Behauptung der Ukraine akzeptieren konnte, solche Aktivität habe es nicht gegeben. Kein Wort dazu in der russischen Presse, in den offiziellen Verlautbarungen.

          Jetzt lassen Sie uns die möglichen Gründe abarbeiten.

          1) Militärische Geheimhaltung
          Zu streichen. Es handelt sich um Standardtechnik. Daten fortgeschrittener Verfahren brauchte Russland nicht preiszugeben, denn sie beruhen auf der Kombination verschiedener Sende- und Empfangsquellen und spezifischen Auswertungsmethoden, nicht Rohdaten.

          2) Verdeckung eigener / separatistischer Aktivitäten auf ukrainischem Territorium.

          a) Einen Buk-Start von Snizhne zu decken mußte das russische Militär nur einen Teil seiner Rohdaten zurück halten, siehe Punkt 1, nicht die Standarddaten.

          b) Aktivitäten eines Zielradars bei Sniizhne hätte die ukrainische Seite nicht unterschlagen.

          c) Bleibt russische Luftwaffenaktivität auf ukrainischem Territorium, zum Beispiel über dem Südkessel.
          Dies ist nicht mit letzter Sicherheit auszuschließen, wenn man gleichzeitig einen ukrainischen Abschuß von MH17 unterstellt, aber doch höchst unwahrscheinlich. Eine Woche lang, bis zum 17., hielt die NATO im Schwarzen Meer die Übung „Breeze“ unter AWACS-Begleitung ab (auf unüberprüfbare Behauptungen über amerikanische Satelliten muß man sich nicht einlassen).

          Mir fällt kein weiterer, möglicher Grund ein. Sonst jemandem?

          Befund: Es gibt eine minimale Restwahrscheinlichkeit dafür, daß die RF eigene Übergriffe auf ukrainisches Territorium deckt – der Rest des Phasenraumes kommt ausschließlich der Variante zu, daß MH17 absichtlich von Abfangjägern abgeschossen wurde und die RF die Beweise ihrer Anwesenheit unterschlägt, um die Konfrontation mit der Kriegsfraktion der NATO nicht zu Lasten der anderen Fraktion(en) eskalieren will. Das Argument erhält zusätzliche Stärkung durch die Unterschlagung der passiven Radardaten, weil in der gegebenen Nähe zur russischen Grenze auch die Aktivität der Zielführungsradare der angreifenden Maschinen erkennbar sein sollte.

  3. Ich will noch mal auf die AA-Präsentation von heute zurückkommen.

    Das 1.Video ist bei 1 Stunde 8 Minuten zu sehen; dort wurde der Gefechtskopf der 9M38M1 (der einzige, der auch x-förmige 8,1 g schwere Splitter enthält) vor mehreren hintereinander aufgestellten Aluminium-Platten gezündet. Danach wurden die Schrapnells mit ihrem jetzt geringeren Gewicht) und die Durchschläge gezeigt.

    Bei 1 Stunde 13 kann man sehen, daß die Durchschläge tatsächlich die erkennbare Form dieser Schrapnells haben.

    Siehe auch Max van der Werff:

    Solche Einschläge habe ich bislang auf keinem Foto von MH17 gesehen. Bei der Pressekonferenz am 2.6. ging Almaz Antey noch davon aus, es könne sich um um die 9M38M1 gehandelt haben, weil dort auch unregelmäßige größere Eintrittslöcher zu sehen waren, die weder zur alten noch zur neuen Buk-M1-2 -Rakete passen (dort nur 2-3 g schwere Schrapnells).

    • Ich gebe zu bedenken: Die Aluminiumplatten von MH17 haben sich mit ca. 700- 900 km/h den Projektilen genähert – das Schadbild könnte dann etwas anders aussehen wie bei statischen Aluminiumplatten, da die Relativgeschwindigkeit der Projektile höher ist.

      • Hinzu kommt noch die Eigengeschwinigkeit der Rakete, die sich ca. 3x so schnell bewegt wie das Flugzeug. Auch stand der Rumpf bei dem Test nicht unter Druck.

        Seien Sie so gut, haben Sie das nötige Kleingeld, um zu Versuchszwecken eine Boeing 777, die in 10 km Höhe daherfliegt, mit einer Buk abzuschiessen? am besten gleich mehrere aus diversen Richtungen, mit unterschiedlichen Buk- Modifikationen?

      • Natürlich unterscheiden sich statische Tests und dynamische Praxis (man denke nur an VW).
        Aber ob die Eigengeschwindigkeit des Flugzeugs bei einer seitlich oberhalb ausgelösten Zündung den Effekt haben kann, daß kein einziges Eintrittsloch der ursprünglichen Form des Schrapnells entspricht, muß ich doch bezweifeln.

        • Der Hauptpunkt so wie ich ihn verstehe war ja, dass diese Schrapnelle genügend Energie haben sollten, um aus der Steuerbordseite wieder auszutreten, so dass auch diese Seite der Maschine durchsiebt sein müsste, wäre sie aus dem Gebiet in der Nähe von Snischje beschossen worden.
          Daher auch die Verwendung von 2-mm Alu-Platten. Im Flugzeugbau gilt alles über 1 mm als „dick“. Man wollte auf Nummer Sicher gehen.

    • Von den Splittern, die angeblich aus den Leichen präpariert wurden, hat keines eine Gestalt, die zuzuordnen wäre. Das kann bei der vorgestellten Einschlagsgeometrie auch nicht anders sein, weil nur Querschläger und Bruchstücke mit drastisch verminderter Geschwindigkeit in den Leichen verbleiben konnten – der Rest ging wie Messer durch Butter.

      Das einzig plausible X-Stück soll aus dem Instrumentenpaneel gepult worden sein, und wenn mich mein Gedächtnis nicht trügt, ähnelt es trotz Deformationen dem Stück, das Jeroen Akkermans angeschleppt hat, wie ein Ei dem anderen. Aber ich bin eine Schlampe, und finde den Link / das Bild nicht mehr.

      Sie sind doch so gut sortiert, Frau Wolff, können Sie helfen?

    • In der Tat. Hunderte von Fotos mit Trümmern von MH17, mit Einschusslöchern in allen Grössen und Formen, minus X-förmig:

      PICT7178
      PICT7119
      PICT6979

      Das mit dem Verfallsdatum nach 25 Jahren stimmt vermutlich nicht. Wie ich vor Jahren einmal gelesen habe, garantiert der Hersteller eine Lebensdauer von 10 Jahren, die durch eine Werksüberholung verlängert werden kann.
      http://www.enemyforces.net/missiles/buk.htm
      Ganz zuunterst. Der Artikel ist allerdings über die neuere 9M317 Rakete…

        • Gilt dies auch in der Ukraine?

          Dass überlagerte Raketen gefährlich sein können, und dass deren Verwendung strikte verboten ist, glaube ich hingegen gerne. Allerdings besteht wohl die grösste Gefahr darin, dass sie nicht richtig funktionieren und zum Blindgänger werden. Nebst der Elektronik ist der „Feste“ Raketentreibstoff ein Problem, weil er eben alles andere als solid ist (Mit den Jahren kriecht er wie Pech, zudem zersetzt er sich chemisch)

        • Falls man dem Kronzeugen in Sachen Woloschin glaubt, war die freihändige Verlängerung von abgelaufenen Waffensystemen an der Tagesordnung:

          Meet The Pilot Who Shot Down Malaysian Boeing MH-17 – Vladislav Voloshin: „The Plane Was In the Wrong Place at the Wrong Time“

          Vladimir Sungorkin, Dmitry Steshin, Nikolay Varsegov for Komsomolskaya Pravda (kp.ru)

          In the „case of Malaysian Boeing“ a „secret witness“ stepped forward whose testimony remove all charges from the militia and Russia. And explain the mysterious behavior of Western experts.
          […]

          – Could you tell us, Alexander, the airplane came back from the mission, you still do not know about the loss of the „Boeing“, but you were somehow surprised by the absence of „air-to-air“ missiles. Why?

          – These „air-to-air“ missiles are not included in the basic ammunition package.

          They are used only with a special order. Typically, the aircraft with such rockets were not to allowed into the air. Because this missiles should not be frequently transported in the air.

          In all two such missiles can fit on this plane. Never before they had been applied. They were written off previously. But literally on the eve, a week before this incident (the loss of „Boeing“ – Ed.) the use of these missiles was urgently renewed. And they put again into service. They have not been used for many years.

          – Why?

          – They were expired. Made back in the Soviet years. But by the urgent order their expiration date was extended.

          – And on this day they were put on the plane?

          – They always stood with these missiles.

          – But didn’t fly?

          – Tried to let them in the air less frequently – every flight depletes the resource. But on this day, the plane flew.
          […]

          http://fortruss.blogspot.de/2014/12/meet-pilot-who-shot-down-malysian.html

          Da Jewgeni Agapow (so heißt er) in seiner formalen Vernehmung aber von R-60-Raketen gesprochen hat, die es laut Verteidigungsministerium nicht gewesen sein können (Albert Lex-Studie), hat seine Glaubwürdigkeit evt. gelitten:

    • Kurze Zusammenfassung:

      Das DSB hat sich weiter aus dem Fenster gehängt als das JIT:

      Festlegung auf Buk-Rakete 9M38M
      Ausschluß einer Luft-Luft-Rakete
      Offen bleibt der Abschußort.
      Die Ukraine hätte den Luftraum sperren müssen.

      Der Widerspruch Rußlands gegen die Interpretation „Buk“ wurde diskutiert und nicht für stichhaltig befunden (dazu gibt es einen Anhang).

      ICAO-Regeln zum Schließen von Lufträumen bei Kriegsereignissen und zur Verantwortung von Fluggesellschaften müssen überarbeitet werden.

      • Folgende Aussagen fielen mir auf:

        – es gab „thousands of objects“, von denen einige auch in den Körpern der Piloten gefunden wurden (und die auch zu ihrem Tod führten)

        – die Radaraufzeichnungen zeigten kein anderes Flugzeug in der Nähe (außer den bekannten Zivilmaschinen)

        • Da muß man jetzt im Detail nachsehen, wie was begründet wurde.

          Aber eins ist schon auffällig: wie kann das DSB weiter sein als das JIT?
          Werden wir angelogen?

          Criminal inquiry into MH17 crash continues
          16:38 October 12, 2015 Interfax

          The Netherlands‘ Prosecutor General’s Office has denied reports that the results of the criminal inquiry aimed at exposing those responsible for the crash of the Malaysian Boeing in eastern Ukraine will be published in February 2016.
          „This information is incorrect,“ Dutch public prosecution office spokesman Wim de Bruin told Interfax when asked about these reports.
          „The metallic parts found in the bodies remain a subject of the inquiry,“ de Bruin said when asked to comment on earlier media reports stating that some metallic elements found in the bodies of the victims of the crash could be parts of a missile launched from a ‚Buk‘ air defense missile system.
          „It is still too early for any final conclusion,“ he added.

          http://rbth.co.uk/news/2015/10/12/criminal_inquiry_into_mh17_crash_continues_50006.html

          Oder ist das DSB schlicht „mutiger“ à la „Mut zur Lücke“, weil es ja „nur“ um eine Fluguntersuchung geht?

        • „Werden wir angelogen?“ Gute Frage.
          Gegenfrage: Was spricht dagegen, das zu kopieren, was die USA teils von höchster Stelle und ungestraft seit über einem Jahr vormachen?

          Mein voriger Kommentar zum Anhang des Reports ging scheinbar nicht durch, ich wiederhole:

          „Appendices X, Y and Z are reports produced at the request of the Dutch Safety Board by
          third parties. It should be noted that the Dutch Safety Board is not responsible for the
          content of the documents. In the event of differences between the content of the reports
          produced by third parties and the report of the Dutch Safety Board, the Board’s opinion
          is the one contained in its report.“

          Also, ggf. abweichende Meinungen Dritter sind von keinerlei Relevanz..-?

        • Was mir im Live Beicht des Guardian zum DSB Report auffiel zum Thema kein air-to-air missile: diese Formulierung
          „…not in use IN THE REGION…“ und die Schlussfolgerung daraus.
          („The damage observed on the wreckage is not consistent with the damage caused by the warhead of an air-to-air missile in use in the region in amount of damage, type of damage and type of fragments. The high-energy object damage on the wreckage of flight MH17 is therefore not caused by an air-to-air missile.”)

        • Ich mache mal auf das Ergebnis Kiewer Bemühungen um die „Suche“ des Abschußortes auf S. 145 aufmerksam: Bellingcat pur…

          Auf S. 146 sieht man das Bild dann im Vergleich zu Findungen von Alamaz Antey, die nicht ihre eigenen, sondern Fremddaten zugrundegelegt hatten, und dann den wesentlich weiteren Bereich, den die niederländischen Experten annahmen.

          Das ist doch wirklich ein Witz.

        • ..über den man nur leider überhaupt nicht lachen kann. Viel noch zu studieren da, ja, und chronologisches Vorgehen ist zu mühsam. Mit reicht es bisher schon um demnächst Holland Gemüse ebenso zu boycottieren wie settlement Produkte.

        • Noch so ein Witz, über den man nicht lachen kann und eine Schande, wie sich „unser“ Fred Pleitgen für die US Propaganda hergibt: er zerrt soeben erst Klimkin und nun auch noch Higgins höchst persönlich vor die Kamera zum Interview. (CNN) Die Welt soll nun beider Lügen und dessen „crowdsourced pinpoint evidence“ glauben.

        • Offenbar hat tatsächlich keine chemische Analyse der Metallsplitter stattgefunden. Die Argumentation dafür
          seitens der RF:

          „Proposed text:
          1.
          This section shall be complemented with information on the steel grade used in the discovered high-energy objects.
          2.
          This section shall also consider the testing results of various types of warheads provided by Almaz-Antei.
          Argumentation:
          1.
          The investigation did not identify the steel grade from which the preformed fragments were manufactured. Such analysis was absolutely necessary for each type of fragments in particular because 9M38 and
          9M38M1 rocket warheads use different type of steel grades for preformed fragments of different fractions (light and heavy).
          It is impossible to state that the pre-formed fragments belong to the same warhead type until steel grades of each type of pre-formed fragments (two light and one heavy fractions) are identified and substance residue on all entry holes in different locations of the aircraft
          structure is compared.“

          wurde mit folgendem Einwand abgelehnt:

          „Point 1 to this comment:
          Studying the detailed chemical composition of the steel is not relevant to the investigation as the high-energy objects are usually made from low-grade metal (unalloyed steel) originating from different batches, different sources, different manufacturing locations and over different periods of time. Matching the fragments found with reference material from an intact warhead would not be possible because of these differences.
          Point 2 to this comment:
          Considering changes due to deformation, abrasion, chipping and shattering on explosion and impact, the bow-tie fragments found in the wreckage originally had the shape, size and mass of the fragments used in
          the 9N314M warhead. These fragments are very distinct and they are found in this type of warhead.“

          Klicke, um auf appendix-v-consultation-part-a.pdf zuzugreifen

          Seite 4

          Insofern ist die Aussage von Hr. Westerbeke korrekt. Allerdings liegt es wohl nicht daran, daß es nicht möglich gewesen wäre.

        • Es stellt sich vor allen Dingen die Frage, warum das JIT die fehlende metallurgische Überprüfung der Schrapnells für erforderlich hält, während das DSB meint, es komme ohne diese Überprüfung aus; denn diese werde ohnehin nichts bringen (wegen Unterschieden bei der Produktion und dem Alter der Splitter tauge ein Vergleich mit dem Inhalt eines intakten Gefechtskopfes nicht).

        • Ich interpretiere dies so, dass eine metallurgische Analyse zur Identifizierung der Objekte nichts beiträgt und für die Flugsicherheit belanglos ist. Aber aufgrund des Materials könnte man herausfinden, aus welchen Beständen die Rakete stammte. Dies dürfte helfen, den Täter zu ermitteln

      • „ICAO-Regeln zum Schließen von Lufträumen bei Kriegsereignissen und zur Verantwortung von Fluggesellschaften müssen überarbeitet werden.“

        Im aktuellen Syrienkrieg gab zumindest die EASA ja bereits Empfehlungen heraus, die ICAO auch Warnungen. Die FAA sperrte ja den gesamten Luftraum über Syiren sofort für ihre zivilen Airlines und europäische Organisationen berufen sich natürlich auf die russischen Raketen:
        http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-10/russland-fluglinien-fuerchten-raketen-auf-syrien#comments
        http://www.welt.de/wirtschaft/article147478425/Airlines-fuerchten-die-russischen-Raketen.html

  4. Hat dies auf LOB's Metier rebloggt und kommentierte:
    298 Menschen haben durch den Abschuss des Passagierfluges MH71 den Tod gefunden. Die Frage die bis heute unbeantwortet ist,m wer trägt hier für die Verantwortung – bisher sind nur die Umstände des Abschusses in Szenerien dargestellt – Russland und die Ukraine beschuldigen sich gegenseitig – Wobei die Russen den Ukrainer vorwerfen, wieso sie den Luftraum über dem Gebiet für die Zivileluftfahrt nicht gesperrt haben? Zynisch klingt das.

    Was mir unverständlich ist, man kann mit Satellitenaufnahmen die Marke der Armbanduhr eines Skippers auf dem Mittelmeer entziffern, aber vom Abschuss von MH71 gibt es keine Satellitenaufnahmen?

    Was halten die USA und Russland hier zurück?

    Den Opfern und Hinterbliebenen muss dieses unwürdige Spiel der Mächtig wie Hohn vorkommen – Die Toten ehren sieht anders aus. Hier haben Menschen einen Fehler gemacht und sie sollten so viel Charakter beweisen und ihren Fehler eingestehen, damit die Familien ihren Frieden finden können.

    Gabriele Wollf hat wieder einmal mehr unter Beweis gestellt, wie gründlich sie Informationen zusammen trägt und ich empfehle dieses Analyse – informieren wir uns und lassen uns nicht von der Propaganda der einen und anderen Seite blenden.

  5. Die Präsentation von A-A ist ein Desaster! Völlig unabhängig vom Inhalt – so wie das dargestellt wird, kann kaum einer folgen. Es wird NULL Rücksicht genommen auf die Wahrnehmungsfähigkeiten des Publikums.

    • Habe inzwischen abgeschaltet. Da redet einer viel zu schnell ohne Punkt und Komma vor sich hin, es werden ständig mehrere Dias gleichzeitig gezeigt mit zahlreichen markierten Stellen, auf die er sich bezieht, ohne sie direkt mit Laserpointer oder Zeigestab anzuzeigen. Bevor man verstanden hat, wo er gerade ist, kommt schon das nächste Bild…..leider völlig unprofessionell, das Ganze. Schade. Ich hoffe, irgendjemand stellt das alles irgendwann schriftlich und verständlich dar – so ist das einfach nur ärgerlich!

        • Die Testergebnisse waren offenbar so:

          – MH17 kann mit einer alten 9M38 (letztes Produktionsjahr: 1986) abgeschossen worden sein, nicht mit der 9M38M1 Rakete (letztes Produktionsjahr: 1995); Grund: bei dem Experiment mit einer 9M38M1-Rakete konnte man deutlich Spuren des 8,1 g schweren X-förmigen Schrapnells erkennen, das nur in dem M1-Gefechtskopf enthalten ist, nicht in dem alteren 9M38 Typ oder dem moderneren, der danach entwickelt wurde.

          Die Lebensdauer der missiles sind 25 Jahre, danach müssen sie „eingemottet“ werden, weil die Benutzung zu gefährlich ist (Explosionsgefahr), also seit 2011. Verlängerung ist nur bei Wartung durch den Hersteller möglich.

          – wäre eine 9M38M1-Rakete (offenbar wegen der schwereren Schrapnells im Gefechtskopf) benutzt worden, hätte der linke Motor größere Schäden aufweisen müssen, er hätte sich geöffnet wie eine Tulpe.

          – Bestätigung, daß Snischne als Abschußort ausscheidet und nur Saroschtschenske in Betracht kommt; hierzu wurde ausgeführt, daß bereits vor der Pressekonferenz am 2.6.2015 sämtliche theoretischen Orte in einem 50 km Radius per Computersimulation durchgespielt worden seien.

          – der Bericht der Kollegen aus dem Verteidigungsministerium, „die von ihrem Fach etwas verstehen“, wonach eine Luft-Luft-Rakete Python verantwortlich sein könne, wurde nicht kritisiert.

          – bei dem Experiment wurden im Cockpit selbst keine Schrapnells aufgefunden, vermutlih wegen der Dichte des Materials, das die Bordelektronik schützt (dies auf die Frage, ob jemand von Almaz Antey wisse, ob Splitter in den Körpern von Besatzung oder Passagieren gefunden worden seien). Es sei aber wegen der Einwirkung parallel zur Längsachse des Flugzeugs wahrscheinlich, daß Schrapnells in den hinteren Bereichen und im Gepäck zu finden seien.

          Ich warte mal auf die erste Zusammenfassung…

        • Nachtrag:

          Auf die Frage der Fähigkeit einer allein operierenden Buk ohne Radarunterstützung und Zielzuweisung durch ein Kommandofahrzeug sagte der Ingenieur, daß eine 30 km-Distanz schon das Äußerste an Leistung sei, das sich aber nur bei einer theoretischen Betrachtungsweise ergebe. Rein praktisch habe er lediglich Operationsweisen von selbständig agierenden Buk-Startfahrzeugen erlebt, die sozusagen „automatisch“ feuerten, aber eben nur in einer Distanz von 15 km („ambush mode“).

        • Wer die Pressekonferenz von AA verpaßt hat: hier ist das Video.
          Beginn: 34:47

          Almaz-Antey: Buk-Rakete explodierte links von malaysischer Boeing (VIDEO)

          10:11 13.10.2015(aktualisiert 10:52 13.10.2015)

          Die Buk-Rakete ist nach Angaben von Jan Nowikow, Generaldirektor des Konzerns Almaz-Antey, links von der malaysischen Boeing explodiert. Eine Bestätigung dafür gewann der Konzern anhand seiner Untersuchungen.
          Die Explosion ereignete sich in rund 20 Meter Entfernung vom Rumpf, hieß es.
          „Bei unseren Untersuchungen stellten wir fest, dass der linke Flügel und ein Teil des linken Stabilisators von acht bis 14 mm großen Splittern getroffen wurden, was für die Buk-Rakete charakteristisch ist“, sagte Nowikow am Dienstag in einer Pressekonferenz.
          Wie der Generaldirektor des Rüstungskonzerns betonte, widersprechen die Untersuchungsergebnisse des Unternehmens in vielen Punkten der Version der niederländischen Ermittler.

          http://de.sputniknews.com/panorama/20151013/304891902/almaz-antey-buk-rakete-explodierte-links-von-malaysischer-boeing.html

        • – 9M38M1 ausgeschlossen = beweiskräftig

          – „Lebensdauer“ / „Explosionsgefahr“ = Quatsch

          – „Snizhne scheidet aus“ = Quatsch. Kurs und Position von MH17 sind umstritten. Interessant, daß das korrekte Argument zum Ausschluß Snizhnes auf der Pressekonferenz nachgereicht wurde – Sie haben es im Nachtrag zitiert – und das mit Abstrichen zugunsten von Bellingcat, denn der Abstand von 30 km nimmt den korrigierten Standort, nicht den ursprünglich behaupteten Standort südlich Permovais’ke, von dort ist der Abstand mindestens 34 km und das überfordert bei einer Relativgeschwindigkeit von mindestens Mach 3,5 das Telar-Radar.

          Ihr letzter Punkt ist nicht korrekt, das Argument war, bei dem im Experiment gewählten, den Beschußspuren bei MH17 widersprechenden Trefferwinkel, seien keine Geschoßfragmente hinter die Cockpittür in die Kabine gelangt.

          Vielsagend ist an der Stelle etwas anderes!
          Bei dem gewählten stationären (!!) Abstand der Rakete vom Cockpit ist die Druckwelle und die Flammenfront der Explosion durch die zerstörten Fenster eingedrungen. Die Flammenfront reichte bis hinter die aufgesprengte Cockpittür. Spuren dieser Explosionswirkung fehlen bei MH17 komplett! Einige der Instrumentenabdeckungen (Plastik, nehme ich an, nicht Glas) sind intakt, ungeschwärzt und ungetrübt.
          Ein klarer Beweis für einen viel kleineren Sprengkopf.

        • Korrigiere „Kurs und Orientierung“ statt „Kurs und Position“. Die Position zum Trefferzeitpunkt ist durch die Trümmer bei Pol’ove einigermaßen eng definiert.

        • Den eigentlichen Clou der Pressekonferenz von A-A sieht man bei der DSB-Präsentation schon vor dem Beginn! Die Beschußspuren in den wenigen Teilen, die Dichte der Einschlagspuren in den zur Rekonstruktion verwendeten Teilen sind absolut inkompatibel mit den Spuren im russischen Experiment.

        • „MH17 kann mit einer alten 9M38 (letztes Produktionsjahr: 1986) abgeschossen worden sein, nicht mit der 9M38M1 Rakete“

          Ich habe die aktuelle Präsentation nicht gesehen aber im Juli hat Almaz-Antey geglaubt, dass MH17 mit einer 9M38M1 Rakete worden ist. Die grössten Schrapnells in dem M1-Gefechtskopf sind X-förmig 8,1 g schwer im Vergleich zum alteren 9M38, dessen grösste Schrapnells ungefähr quadratisch 10,5g schwer sind.
          http://tass.ru/boeing-presentation/tip-rakety/2023205 (Mitte der Seite)

  6. Da der DSB-Bericht morgen ohne spezifische Ursache daherkommen wird – anders kann es gar nicht sein, wenn das JIT noch nicht einmal metallurgische Untersuchungen der aus den Leichen entnommenen gerade einmal 25 (!) Metallteile durchgeführt hat –

    http://rbth.co.uk/news/2015/10/12/criminal_inquiry_into_mh17_crash_continues_50006.html

    https://translate.google.com/translate?hl=en&sl=ru&tl=en&u=http%3A%2F%2Flenta.ru%2Farticles%2F2015%2F10%2F11%2Fbadreport%2F&sandbox=1

    und sich daher ansonsten in kleinteiligen Nichtigkeiten ergehen wird, sei hier nochmal das Gesamtbild umrissen, in dem diese DSB-Untersuchung stattfand, die viel zu eng mit der politisierten strafrechtlichen Untersuchung des JIT verzahnt war. Dessen Versagen strahlt natürlich auf die Techniker der Fluguntersuchung aus.

    Die propagandistische Aufheizung des Westens hat Formen angenommen, die man nicht für möglich gehalten hat. Ein Boulevard-Medium wie die Sunday Times (UK) schafft es, daß ein britischer Militär-Attaché in Moskau einbestellt wird:

    Russia demands UK explanation on ‘authorization to shoot down Russian jets’
    Sun Oct 11, 2015 6:30PM

    Russia has demanded an explanation from the UK about media reports that British pilots have been given the permission to attack Russian jets in Iraq.

    “Today, the military attaché at the British Embassy in Moscow was summoned to the Russian Defense Ministry,” the Russian Defense Ministry press service said in a statement on Sunday.
    “He was handed a note with a request to provide official explanations on information, published in the British media, citing high-ranking sources in the Defense Ministry of the country, on alleged directives to use weapons against Russian aircraft ‘in case of threat to their lives,’ received by Royal Air Force pilots,” the statement read.

    The British military attaché reportedly said that he had no information on the issue and would submit an official reply in the nearest future.

    The Russian move came after a UK defense source told The Sunday Times that Royal Air Force (RAF) pilots had been reportedly given a clearance to shoot down Russian jets if they are endangered by them.
    “The first thing a British pilot will do is to try to avoid a situation where an air-to-air attack is likely to occur — you avoid an area if there is Russian activity,” the unidentified source from the UK’s Permanent Joint Headquarters (PJHQ) told The Sunday Times.
    “But if a pilot is fired on or believes he is about to be fired on, he can defend himself. We now have a situation where a single pilot, irrespective of nationality, can have a strategic impact on future events,” the source added.
    […]
    “We are concerned by media reports as far as they refer to senior members of the Cabinet. We urgently requested UK Foreign Office’s clarifications. At the same time, the hypothesis itself of a potential conflict between British and Russian aircraft in the skies over Iraq is incomprehensible.

    As it is known, the Russian jets are not involved in attacks on ISIL targets on its [Iraqi] territory,” Russian Ambassador in the UK Alexander Yakovenko said.

    http://www.presstv.ir/Detail/2015/10/11/432990/Russia-UK-Syria-RAF-Alexander-Yakovenko-Daesh-Iraq

    Genau. Die Russen fliegen (noch) nicht im Irak, die Briten (noch) nicht in Syrien, und der Rest ist kalter Kaffee.

    Das Aufräumen mit terroristischen Gruppen in einer vereinten Anstrengung von Bodentruppen und russischen Luftschlägen in Syrien weitergeht, wobei die Gegner doch sehr konkret bezeichnet werden – hier an der Grenze der Provinzen Idlib (in der Hand der Terrorgruppe al Nusra) und Hama (wo sich ebenfalls islamistische Verbände festgesetzt haben):

    Breaking: Syrian Army Captures Southern Entrance to Kafr Naboudeh

    By Leith Fadel on October 12, 2015

    […]

    The Syrian Armed Forces were able to progress to Kafr Naboudeh after the Russian Air Force’s MI-24 Hind Helicopter Gunships pounded the Islamist rebels of the Free Syrian Army’s 101st Brigade, Liwaa Suqour Al-Ghaab, Harakat Ahrar Al-Sham, and the Syrian Al-Qaeda group “Jabhat Al-Nusra” at the aforementioned town, paving the way for the SAA and NDF to attack the southern gates.
    […]

    http://www.almasdarnews.com/article/breaking-syrian-army-captures-southern-entrance-to-kafr-naboudeh/

    Zur strategischen Bedeutung der Stadt:

    http://southfront.org/syrian-forces-takes-control-of-southern-entrance-to-kafr-naboudeh/?COLLCC=1094901099

    Inwiefern kann ein FSA-Splitter als gemäßigt bezeichnet werden, wenn er gemeinsam mit islamistischen Extremisten operiert?

    Der Westen kommt mit seinem stupiden: „Aber die sind doch nicht der IS“ nicht mehr durch, denn die Nicht-IS zugehörigen fremdfinanzierten islamistischen Terror-Gruppen sind dieselbe Geißel der gemischten und säkularen Bevölkerung Syriens. Die große Fluchtwelle nach Europa brach erst los, nachdem die immer mehr Raum gewannen (und die Zivilbevölkerung wird von denen natürlich auch nicht geschont, wenn sie ihre Eroberungen machen).

    Christian Neef sah sich im aktuellen SPIEGEL genötigt, für die“disziplinierte Gruppe“ Ahrar al-Scham die neue Kategorie des „islamistischen Mainstreams“ einzuführen (S. 14) – während der GBA soeben Unterstützer dieser islamistischen Extremisten-Truppe wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung angeklagt hat.

    Zum Gesamtbild gehören die detaillierten täglichen russischen Erfolgsmeldungen des Verteidigungsministeriums (Ähnliches haben die USA nie geliefert), die von sorgfältiger Aufklärung künden und sogar diplomatische Rücksichtnahmen kommunizieren; hier die Meldung vom 12.10.2015 (Auszug):

    Airstrikes against an ISIS training camp in the Idlib province.

    The object was used as a big concentration point, where militants from different countries were trained. This is confirmed by radio interceptions, which registered talks among terrorists in several foreign languages.

    The training base was detected by different means of reconnaissance. The facility had all the infrastructural elements necessary for housing and training of terrorists. There were hangars with military hardware, workshops for equipment of off-road vehicles with large caliber machine guns, depots for ammunition, armament and other equipment, park areas and zones for training of terrorists as well as dwelling facilities.
    The pinpoint strike completely destroyed the large training centre of militants.
    […]

    According to the Treaty on Open Skies, the Russian specialists were to have carried out a scheduled observation flight on an An-30B aircraft over the territories of the Turkish Republic on October 12, using Eskisehir and Diyarbak?r airfields.
    The Turkish colleagues have addressed with a request to the Russian Ministry of Defence to defer the flight to a later date in connection with the security operation.
    Taking into account the current situation in the Turkish Republic and the official appeal of the Turkish colleagues, the Russian Ministry of Defence has decided to defer the flight within the Treaty on Open Skies to a later date.
    […]

    http://eng.mil.ru/en/news_page/country/more.htm?id=12060622@egNews

    Ich denke nicht, daß Bellingcat da hinterhecheln kann. Schon gar nicht mit open source-Mitteln, da nun gerade im Syrien-Konflikt auf Twitter überwiegend Propaganda mit falschen Bildern betrieben wird. So ist der Orient nun mal. Ein Kosmos der Märchenerzähler.

    Zum Gesamtbild gehört auch die Verseuchung amerkanischer Medien durch Thinktanks wie den Bellingcat-Unterstützer Atlantic Council. Hier ein aktuelles Giftprodukt dieser Ideologen vor dem Herrn:

    The West shouldn’t mistake Russia’s warring in Syria as a sign of strength.

    By Adrian Karatnycky and Alexander J. Motyl
    10/9/15, 12:37 PM CET
    Updated 10/10/15, 1:15 PM CET

    Vladimir Putin has sought to shift the discourse over Russia’s aggression in Ukraine in recent days. His half-hour speech at the U.N. General Assembly last month, timed to reach a prime-time Russian audience, focused on the threats of terrorism and instability in Syria and the Middle East. The bloody war in Ukraine’s Donbas was an afterthought, meriting only a minute of his time.
    In a separate meeting with U.S. President Barack Obama, Russia’s leader again sought to shift the focus to Syria, terrorism and ISIL, while Obama pressed Putin on Ukraine.

    Two days later, the propaganda theater intended mainly for Russian domestic consumption was completed. Russian airstrikes in Syria had supplanted Ukraine in Russian and international headlines. In the days that have followed, Russia’s media have focused the lion’s share of their attention on the Russian bombing campaign.

    Meanwhile, a Russia-backed puppet, recently installed as the head of the “Parliament” of the illegal Donetsk People’s Republic, quietly proclaimed that the war in the Donbas was over and implied that an agreement on the withdrawal of weapons from the front lines amounted to a peace treaty with Ukraine.

    […]
    Enter Syria and the modern-day Great Game. In Putin’s mind, Russia’s vigorous intervention in the Syrian conflict projects Russia’s military power and geopolitical heft and gives him a bargaining chip in any deal over Ukraine and an end to sanctions.

    Not for the first time, Putin is wrong. In fact, the Syrian adventure weakens Russia’s position, both by demonstrating that Putin’s policy on Ukraine has reached a dead end and by recklessly embroiling Russia in a new major overseas commitment at a time of Russian economic decline.
    Russia’s more assertive presence in the Middle East will complicate things for everybody in the short run. However, the fact that Russia’s foreign policy rests on an eroding economic and political foundation means that the West need not make concessions to achieve peace at any price in the Donbas.
    […]
    Western leaders should not mistake Russia’s renewed diplomatic assertiveness and military interventions as signs of strength. Russia and Putin stand on weak ground. Consistent pressure through the economic sanctions currently in place will force the Kremlin to settle or run the risk of a long-term deadlock that will resemble a Russian quagmire.

    In short, a frozen conflict in Eastern Ukraine is preferable to deep concessions designed to force the West to accept an economically debilitating peace for Ukraine. With a new quagmire in Syria rapidly emerging, Putin is unlikely to add a major upsurge in fighting in Ukraine to the considerable risks he is taking in the Middle East.

    Adrian Karatnycky is a senior fellow at the Atlantic Council. Alexander J. Motyl is a professor of political science at Rutgers University.

    http://www.politico.eu/article/putin-change-the-subject-syria-russia-ukraine-aggression-terrorism-isil/

    Tatsächlich, so einen Quatsch veröffentlichen diese Ideologen ständig, weil sie ahnen, daß die amerikanische Regierung die Lust an der Ukraine als Destabilsierungsmittel Rußlands verloren haben. Das war ja auch eine Schnapsidee. Aber probieren kann man es ja, mag dabei auch die Ukraine zerrissen und tausende von Toten produziert werden. Ist halt Geopolitik, und die Scherben wird schon die EU aufkehren.

    Daß die USA jetzt auch in Syrien von Rußland vorgeführt werde, nämlich als unfähig, kommt noch hinzu. In diesem Rahmen muß man das Obama-Interview bei CBS vom 11.10.2015 sehen.

    http://www.cbsnews.com/news/president-obama-60-minutes-syria-isis-2016-presidential-race/

    In diesem Kontext muß schon erfreuen, daß Obama nicht nur den IS als bekämpfenswert eingestuft hat:

    And a barbaric, ruthless organization in ISIL and some of the al Qaeda affiliates that are operating inside of Syria.

    Das sieht Putin genauso. Er weiß nur nicht, wer von denen von der CIA finanziert wurde, und Obama wird es ihm nict sagen. Es wäre ihm, glaube ich, auch egal, welche Extremisten von wem aufgebaut wurden. Daß die vertriebe werden müssen, damit in Syrien Frieden einkehren kann, ist eh klar. Und erst nach einem Frieden können politische Änderungen stattfinden.

    Obama weiß auch, daß seine ergebnislosen Bombereien in Syrien völkerrechtswidrig sind, und gerät ins Stottern:

    Let’s take the example of Afghanistan. We’ve been there 13 years now close to 13 years. And it’s still hard in Afghanistan. Today, after all the investments we have there, and we still have thousands of troops there. So the notion that after a year in Syria, a country where the existing government hasn’t invited us in, but is actively keeping us out, that somehow we would be able to solve this quickly– is–

    Steve Kroft: We didn’t say quickly.

    President Barack Obama: –is– is– is an illusion. And– and–

    http://www.cbsnews.com/news/president-obama-60-minutes-syria-isis-2016-presidential-race/

    Der IS und alle anderen islamistischen Gruppen wurden schlicht gebraucht, um Assad zu stürzen (was bereits für 2012 avisiert worden war).

    Und nun sehe man sich seinen hilflosen Versuch an, dem in den USA populären Vorwurf, Rußland greife den Führungsanspruch der einzigen berufenen Ausnahmenation der Welt an, zu begegnen:

    Steve Kroft: A year ago when we did this interview, there was some saber-rattling between the United States and Russia on the Ukrainian border. Now it’s also going on in Syria. You said a year ago that the United States– America leads. We’re the indispensible nation. Mr. Putin seems to be challenging that leadership.

    President Barack Obama: In what way? Let– let’s think about this– let– let–

    Steve Kroft: Well, he’s moved troops into Syria, for one. He’s got people on the ground. Two, the Russians are conducting military operations in the Middle East for the first time since World War II–

    President Barack Obama: So that’s–

    Steve Kroft: –bombing the people– that we are supporting.

    President Barack Obama: So that’s leading, Steve? Let me ask you this question. When I came into office, Ukraine was governed by a corrupt ruler who was a stooge of Mr. Putin. Syria was Russia’s only ally in the region. And today, rather than being able to count on their support and maintain the base they had in Syria, which they’ve had for a long time, Mr. Putin now is devoting his own troops, his own military, just to barely hold together by a thread his sole ally. And in Ukraine–

    Steve Kroft: He’s challenging your leadership, Mr. President. He’s challenging your leadership–

    President Barack Obama: Well Steve, I got to tell you, if you think that running your economy into the ground and having to send troops in in order to prop up your only ally is leadership, then we’ve got a different definition of leadership. My definition of leadership would be leading on climate change, an international accord that potentially we’ll get in Paris. My definition of leadership is mobilizing the entire world community to make sure that Iran doesn’t get a nuclear weapon. And with respect to the Middle East, we’ve got a 60-country coalition that isn’t suddenly lining up around Russia’s strategy. To the contrary, they are arguing that, in fact, that strategy will not work.

    Steve Kroft: My point is– was not that he was leading, my point is that he was challenging your leadership. And he has very much involved himself in the situation. Can you imagine anything happening in Syria of any significance at all without the Russians now being involved in it and having a part of it?

    President Barack Obama: But that was true before. Keep in mind that for the last five years, the Russians have provided arms, provided financing, as have the Iranians, as has Hezbollah.

    Steve Kroft: But they haven’t been bombing and they haven’t had troops on the ground–

    President Barack Obama: And the fact that they had to do this is not an indication of strength, it’s an indication that their strategy did not work.

    Steve Kroft: You don’t think–

    President Barack Obama: You don’t think that Mr. Putin would’ve preferred having Mr. Assad be able to solve this problem without him having to send a bunch of pilots and money that they don’t have?

    http://www.cbsnews.com/news/president-obama-60-minutes-syria-isis-2016-presidential-race/

    Eingehüllt in die übliche SPON-Propaganda, aber dennoch verständlich, hat Matthias Schepp den Zeitenwechsel angesprochen:

    Russisches Syrien-Abenteuer: Das Ende der alten Weltordnung
    Ein Kommentar von Matthias Schepp, Moskau

    Erst die Ukraine, jetzt Syrien: Die russische Außenpolitik ist ohne Zweifel aggressiv. Trotzdem muss Deutschland nicht in Panik verfallen. Es gibt ein Mittel gegen die Eskalation – es stammt aus dem ersten Kalten Krieg.
    Samstag, 10.10.2015 – 20:56 Uhr

    Der Krieg in der Ukraine und Russlands Intervention in Syrien markieren eine Zeitenwende. Die Ära westlicher Dominanz ist vorbei. Es gibt keine pax americana mehr, keine von Amerika durchgesetzte und garantierte Ordnung. Putin hat dabei bloß die Rolle des Zerstörers übernommen. In der Kulisse aber lauert China.

    Angela Merkel hatte recht, als sie in einem vertraulichen und dann geleakten Telefonat mit Barack Obama anmerkte, dass Putin „in einer anderen Welt lebt“. Der Westen allerdings tut es auch. (Lesen Sie mehr dazu hier in der aktuellen Titel-Geschichte des SPIEGEL.)

    Mantraartig war in den Monaten nach Putins Annexion der Krim und seiner massiven Unterstützung für prorussische Separatisten in der Ostukraine davon die Rede, dass Russland international isoliert sei. Dahinter verbirgt sich bei den Europäern ein Weltbild, das mehr mit dem 19. als dem 21. Jahrhundert zu tun hat. Die Weltpolitik aber ist lange schon nicht mehr eurozentriert, und auch Amerika hat spätestens unter Obama seine Position als weltweite Ordnungsmacht verloren und aufgegeben.

    Immer mehr Länder weigern sich, Putin als den großen Aussätzigen der Weltpolitik zu behandeln:
    • Seit an Seit mit Chinas Präsidenten Xi Jinping nahm der russische Präsident in diesem Jahr sowohl in Moskau als auch in Peking die Siegesparaden zum Weltkriegsende ab.
    • Am vergangenen Mittwoch, Putins 63. Geburtstag, gratulierte ihm Indiens Premierminister Narenda Modi über Twitter zum Geburtstag. „Ich bete für Ihre Gesundheit, Freude und ein langes Leben“, schrieb der Führer des Milliardenvolkes.
    • Der Verteidigungsminister des eng mit Amerika verbündeten Saudi-Arabiens besucht innerhalb kürzester Zeit zweimal Moskau, um zu Absprachen zu kommen – obwohl Saudi-Arabien den Sturz Assads betreibt und Moskau diesen verhindern will.
    „Man hat jahrelang nicht auf uns gehört, ein paar Bomben und Raketen später ist die Bereitschaft gestiegen, uns ernst zu nehmen“, heißt es in Moskau – entweder enthusiastisch oder resigniert, je nach Begeisterung oder Skepsis gegenüber Putins Syrien-Ritt.
    […]

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/russland-und-syrien-das-rezept-gegen-putins-imperialismus-a-1057162.html

    Das ist geradezu ein Notwehrakt gegen den unsäglich polemischen SPIEGEL-Print- Kampftitel „Putin greift an“ vom selben Tag, der von Christian Neef dfominiert wird und zu dem Schepp zugeabeitet hat. Er wird entsetzt gewesen sein. Sein SPON-Begleitartikel zeigt, daß er mehr Durchblick hat als der anti-russische Ideologe Neef.

    Falls der SPIEGEL den nicht los wird, kann er gleich den BILD-Blome wieder einstellen. Zwiechen Neef und BILD-Röpcke, einem ehemaligen anti-Rußland-Kampfbloger, bestehen keine Unterschiede.

    • „Ende der alten Weltordnung“

      Das ist, mit Verlaub, nicht besser als Neefs faschistische Latrinenparolen, es ist auch eine Latrinenparole. Jedes Wort, das Sie von Obama zitiert haben, beschreibt korrekt die Wirk-lichkeit, wenn auch natürlich nicht die Wahrheit über den Zusammenhang dessen, was getan und bewirkt wird.
      Das Weiße Haus – im Unterschied zum State Department, CIA und den eng mit der NATO verbundenen Abteilungen des Pentagon – hat nie beabsichtigt, Syrien zum Failed State zu machen, es wollte Regime Change. Das weiß eigentlich jeder, der es nicht vergessen (machen) will. Denkt an UNSCR 2043, den „6-Punkte-Plan“ von Kofi Anan, die UN Beobachtermission. Was war die Antwort der „Chaos-Fraktion“? Richtig: Das Massaker von Al Houla. BND-Mann und FAZ-Leithammel Rainer Herrmann wechselte darauf abrupt die Seiten, stellte sich gegen das DoS-Narrativ. Es nützte schon deshalb nichts, weil die Ergebnisse der Beobachter-Mission genauso in der Schublade von Ban Ki Moon begraben wurden, wie die der arabischen Liga zuvor. Dennoch gab es im Juni das Communiqué von Genf, auf das sich heut auch der Kreml beruft, das ebenfalls mit einer „aparten“ Auslegung durch das DoS begraben wurde.

      Um eine lange Geschichte kurz zu machen: Der Kreml handelt aktuell im eigenen Interesse gleichsam stellvertretend für DoS, CIA und Pentagon im Sinne – nicht im Auftrag – des Weißen Hauses, es betreibt Schadensbegrenzung – eben das, was Obama sagt. Obama sagt sinngemäß (diesen Teil zitieren Sie nicht): ‚Unsere‘ Strategie – d.h. die des DoS und CIA – eines Söldnerkrieges in Syrien war verfehlt, aber die des Kreml wird ebenso scheitern‘. Daran ist nur eines falsch, nämlich die Unterstellung, der Kreml wollte MEHR als Schadensbegrenzung, die sich schon daran blamiert, daß russische Regierung UND Parlament UND Vertreter des Föderationsrats kategorisch die Entsendung von Bodentruppen ausschließen.

      Der Grundirrtum des Spruchs vom „Ende der alten Weltordnung“ liegt daran, den von Steve Kroft im Interview vertretenen Anspruch auf Militärische Hegemonie der USA und Unipolarität der Kraftlinien im Imperium für die Wahrheit des Geschehens und des Zustandes dieses Imperiums zu nehmen. Alle Kriege seit 1990 sind Erscheinungsformen und Ausweis einer „Mulitpolaren Weltordnung“, deren Entfaltung die „Chaos-Fraktion“ der US-Eliten mit jährlich schwindendem Erfolg zu verhindern trachten. Deswegen ist sie Chaos – Fraktion und macht seit Umsetzung der Pläne des PNAC ab 1999 aus der Not die Tugend, Krieg und Chaos zur Daseinsform amerikanischer Hegemonie auszugestalten.

      Ich sagte es hier, glaube ich, schon einmal: Buchstäblich dasselbe Phänomen kennen Lateiner aus der römischen Geschichte der Kaiserzeit.
      Und es wird genauso, mit der Vernichtung der Zivilisation, enden.

    • http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-russlands-einmischung-loest-stellvertreterkrieg-aus-a-1057472.html

      „Die „New York Times“ zitiert in einem Onlinebericht Kommandeure der Aufständischen gegen Machthaber Assad, die aussagen, sie bekämen seit der russischen Intervention zum ersten Mal großzügige Unterstützung in Form von in den USA hergestellten Panzerabwehrraketen. An die Front geliefert würden die Waffen von US-Verbündeten in Syrien – wohl mit Billigung der USA. Saudi-Arabien hat demnach 2013 13.000 in den USA hergestellte Panzerabwehrraketen vom Typ TOW bestellt.

      „Wir bekommen in sehr kurzer Zeit das, wonach wir fragen“, zitiert die „New York Times“ einen Kommandeur. Innerhalb von zwei Tagen habe seine Einheit sieben gepanzerte Fahrzeuge mit sieben TOW-Panzerabwehrraketen zerstört. Der Anführer einer anderen Rebellengruppe gab demnach zu Protokoll: „Wir können so viel kriegen, wie wir wollen und wann wir es brauchen.“ Auch er sagt, Russlands Eintritt in den Konflikt habe den Unterschied gemacht. “

      http://www.nytimes.com/2015/10/13/world/middleeast/syria-russia-airstrikes.html?hp&action=click&pgtype=Homepage&module=first-column-region&region=top-news&WT.nav=top-news

      „One official with a rebel group that is fighting in Hama called the supply “carte blanche.”

      “We can get as much as we need and whenever we need them,” he said, asking not to be identified to avoid reprisals from rival Islamist insurgents he has criticized. “Just fill in the numbers.”

      He said he believed Russia’s entry into the conflict had made the difference.

      “By bombing us, Russia is bombing the 13 ‘Friends of Syria’ countries,” he said, referring to the group of the United States and its allies that called for the ouster of Mr. Assad after his crackdown on political protests in 2011.

      The C.I.A. program that delivered the TOWs (an acronym for tube-launched, optically tracked, wire-guided missiles) is separate from — and significantly larger than — the failed $500 million Pentagon program that was canceled last week after it trained only a handful of fighters. That was unsuccessful largely because few recruits would agree to its goal of fighting only the militant Islamic State and not Mr. Assad.

      Rebel commanders scoffed when asked about reports of the delivery of 500 TOWs from Saudi Arabia, saying it was an insignificant number compared with what is available. Saudi Arabia in 2013 ordered more than 13,000 of them. Given that American weapons contracts require disclosure of the “end user,” insurgents said they were being delivered with Washington’s approval.“

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