Hans Wollschläger-Fake News- Updated

Hans, Winterberg 11-04

Hans Wollschläger in Winterberg, 2004, Foto: Gabriele Gordon

Es hätte ja eigentlich genügt, meinen letzten Artikel zu ergänzen:

https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/17/fake-news-oder-wie-ich-zur-witwe-von-hans-wollschlaeger-wurde/

Aber irgendein Bug im WordPress-System ließ das nicht zu.

Die NZZ als Sprachrohr des gekränkten Bearbeiters der Wollschläger-Übersetzung des Ulysses von James Joyce, Harald Beck, hat nun auch dessen Zuarbeiter Hans Walter Gabler zu Wort kommen lassen.

Der Artikel hebt natürlich mit Fake News an:

Rettet den deutschen «Ulysses»

Aus rechtlichen Gründen liegt die revidierte deutsche Übersetzung von Hans Wollschläger auf Eis. Das darf nicht sein.

Hans Walter Gabler 26.3.2018, 05:30 Uhr

https://www.nzz.ch/feuilleton/rettet-den-deutschen-ulysses-ld.1366637

Sie liegt natürlich nicht nur aus rechtlichen Gründen „auf Eis“, sondern entscheidend deshalb, weil Beck das Wollschlägersch’e Kunstwerk zerstörte.

Die NZZ vom 2.3.2018 war jedenfalls schon mal näher an der Wahrheit:

Gabriele Gordon habe keinerlei Gesprächsbereitschaft gezeigt: «Sie hat es abgelehnt, Jonathan Landgrebe, den Leiter von Suhrkamp, und den Cheflektor Fellinger zu treffen. Offenbar hat sie dem Verlag schriftlich ihre Position dargelegt; sie begründet diese einerseits juristisch – in dieser Hinsicht sind ihre Ansprüche tatsächlich unanfechtbar. Anderseits führte sie angeblich literarische und philologische Gründe an: Wollschläger hätte der Neufassung nicht zugestimmt, argumentierte sie.»

https://www.nzz.ch/feuilleton/ulysses-neuedition-rechtlich-ist-die-sache-tot-ld.1361961

Der offenbar umfassend uninformierte Gabler meint:

Das grundsätzliche Einvernehmen zwischen dem Übersetzer, einem Team von Revisoren und dem Suhrkamp-Verlag datiert aus dem Jahre 2007. Leider verstarb Hans Wollschläger wenige Monate, nachdem das Übereinkommen erzielt worden war.

https://www.nzz.ch/feuilleton/rettet-den-deutschen-ulysses-ld.1366637

Daß bei diesem Treffen von 10.3.2007 irgendein Übereinkommen erzielt worden sei, davon träumt allenfalls der Suhrkamp-Verlag. Insofern existiert lediglich ein Protokoll des Verlags, das Hans Wollschläger nie zur Kenntnis nahm. Ob er wirklich die Fron auf sich genommen hätte, sich ein ganzes Jahr die Besserwissereien von Anglisten und Philologen anzuhören? Die keine Ahnung von Kunst haben?

Ich wage es zu bezweifeln.

Eins ist jedenfalls klar. Nur Hans Wollschläger selbst hätte seine eigene geniale Übersetzung überarbeiten können. Niemand sonst.

Gabler hüpft gleich hierauf:

Durch dieses aber bestärkt, verpflichtete der Verlag Harald Beck und seine Mitarbeiter zur Durchsicht und Überarbeitung der Wollschläger-Übersetzung. Entscheidend am Übereinkommen war, dass ein durchgesehener und revidierter Übersetzungstext nicht die wollschlägersche Verdeutschung überfremden würde. Die Überarbeitung verstand sich als Dienst an der Übersetzung und deren Dienst am Roman und an seinem Autor.

https://www.nzz.ch/feuilleton/rettet-den-deutschen-ulysses-ld.1366637

Warum bringt die NZZ derlei Lügen?

Klar, Beck möchte gern seine Vorgänger Dirk Vanderbeke und Dirk Schultze, die Kommentatoren der Wollschläger-Übersetzung  im Jahr 2004, auslöschen, denen er zuarbeitete. Genauso agiert sein Zuarbeiter Gabler.

Vanderbeke und Schultze verließen das Unternehmen, als ihnen klar wurde, wie sehr Beck es auf die Zertrümmerung  der Wollschläger-Übersetzung ankam.

Gabler:

Wie ich es mir vorstelle, könnte Grundlage einer Vereinbarung sein, dass Hans Wollschlägers «Ulysses» unverändert der rein deutsche Lesetext des Werkes vom Suhrkamp-Verlag bleibt. In Parallele dazu sollte der Verlag den Plan Siegfried Unselds umsetzen, eine zweisprachige «Ulysses»-Ausgabe anzubieten. In dieser würde dem englischsprachigen originalen Text der deutsche zugesellt, der, auf der Grundlage der Übereinkunft mit Hans Wollschläger, über zehn Jahre hinweg im Auftrag des Suhrkamp-Verlags erarbeitet wurde. Dass dieser überarbeitete Text im Wesentlichen nach wie vor den Übersetzungstext Hans Wollschlägers darstellt, nur eben in einer revidierten Fassung, welche Entsprechungen im Deutschen zum englischen Original präzisiert, wäre selbstredend hervorzuheben und vertraglich festzuhalten.

Es ist eine hohe Anerkennung der Übersetzung von 1975, dass sie eben nicht ersetzt wird, sondern im Kern bestehen bleibt. Der revidierte Wollschläger-Text in einer zweisprachigen Ausgabe sollte dabei selbstverständlich zu erkennen geben, wo er von Wollschlägers Fassung von 1975 abweicht und warum er das tut. Der englischsprachige Text der Herausgeber Hans Walter Gabler, Wolfhard Steppe und Claus Melchior steht rechtlich vorbehaltlos für die zweisprachige Ausgabe zur Verfügung.

https://www.nzz.ch/feuilleton/rettet-den-deutschen-ulysses-ld.1366637

Nun mag ja wohl Suhrkamp befeuert haben, die „neue“ Übersetzungs-Bearbeitung von Beck zu promoten, weil die alte von Wollschläger nicht mehr verkauft wird, da der Markt gesättigt ist.

Gablers Vorschlag ist nicht nur weltfremd, sondern auch kontrafaktisch, da die Wollschläger-Übersetzung durch Beck zerstört worden ist.

Und warum sollte ein kommerzieller Verlag wie Suhrkamp eine englisch-deutsche Ulysses-Ausgabe herausbringen, der die zehntausende Beck-Veränderungen an der Wollschläger-Übersetzung dokumentiert, die Beck auch noch begründen soll?

 

 

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6.394 Gedanken zu „Hans Wollschläger-Fake News- Updated

  1. Etwas verspätet, zu dieser – nicht ganz intendierten? – zeitlosen Weisheit einer werten Dame, die den amerikanischen Traum lebt:

    https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/27/hans-wollschlaeger-fake-news-updated/comment-page-166/#comment-83240

    „Omar: „[T]hough the self-declared Islamic State may soon suffer defeat, their radical approach to change-making will continue as it has throughout history.“

    Wer sich der Geschichtsschreibung bloß der letzten paar Jahrhunderte – es wird ja gerne die Zäsur gesetzt, nach der alles ganz, ganz anders sei – anschaut, kommt auch um die Brachialgewalt des Ur-Ereignisses unserer „aufgeklärten“ Moderne nicht umweg: Keine französische Revolution ohne Massaker an der Besatzung der Bastille, kein „goldenes Zeitalter“ ohne Guillotine und Terreur, kein Code Napoleon ohne Krieg auf dem europäischem Kontinent – in der Hinsicht ist diese hehre Zeitenwende mitnichten der radikale Bruch mit der Vergangenheit. Im Namen hehrer Ziele wurde schon die gesamte Geschichtsschreibung hinweg – sowie davor! – radikale Gewalt ausgeübt und damit auch „Wandel“ herbeigeführt. Intellektuell fit genug dürfte die Dame wohl sein, um sich dessen bewusst zu sein. Fairerweise lohnt sich sonst auch die weitere Lektüre des Briefes, welchen die Dame anlässlich der dann anstehenden Verurteilung von 9 Landsmännern verfasst hat, wo es u.a. lautet:

    http://www.fox9.com/news/minnesota-isis-sentencing-ilhan-omar-letter

    Honorable Judge Davis,

    As you undoubtedly deliberate with great caution the sentencing of nine recently convicted Somali-American men, I bring to your attention the ramifications of sentencing young men who made a consequential mistake to decades in federal prison. Incarcerating 20-year-old men for 30 or 40 years is essentially a life sentence. Society will have no expectations of the to be 50 or 60-year-old released prisoners; it will view them with distrust and revulsion. Such punitive measures not only lack efficacy, they inevitably create an environment in which extremism can flourish, aligning with the presupposition of terrorist recruitment: “Americans do not accept you and continue to trivialize your value. Instead of being a nobody, be a martyr.”

    […]

    The desire to commit violence is not inherent to people — it is the consequences of systematic alienation; people seek violent solutions when the process established for enacting change is inaccessible to them. Fueled by disaffection turned to malice, if the guilty were willing to kill and be killed fighting perceived injustice, imagine the consequence of them hearing, “I believe you can be rehabilitated. I want you to become part of my community, and together we will thrive.” We use this form of distributive justice for patients with chemical dependencies; treatment and societal reintegration. The most effective penance is making these men ambassadors of reform.“

    Das zeitlose, obige Zitat folgt erst im letzten, knappen Absatz. Freilich liegt hier eine gewisse Naivität zu Grunde – konsequent in der Appellation an nicht nur göttliche, sondern gesellschaftliche Gnade ist es dennoch. Ich bin mir des weiteren bewusst, dass die Frau auch d’accord gehen würde mit den Aussagen eines Herrn Maas, welche dieser, atypisch für einen „unbeteiligten“ Staat, so von sich gibt.

    Ich habe nur den Eindruck, dass diese „volksherrschaftliche“ Kaste, zu der diese Dame gehört, derart entrückt ist, dass sie von diesem neuerlichen, vermeintlich blutloseren Wahn der „Herbeiführung von Wandel“ auch noch überzeugt ist: Kriege werden doch „gewonnen“ durch Ausfechtung dieser durch Personal aus Drittstaaten, durch andere Mittel wie etwa ökonomische, derweil darauf verwiesen werden darf, wie viel „friedlicher“ es doch zugeht heutzutage. Wollen wir hoffen, dass die irrenden, wirrenden britischen Freunde der „volksherrschaftlichen“ Kaste ihr Theater nicht breiter auszufächern gedenken…

    • Nun ist es gewiß löblich, gegen die barbarisch langen Haftstrafen in den USA vorzugehen – aber sollte man es in einem Fall tun, in dem es um Planung einer Ausreise nach Syrien zwecks Anschlusses an den IS geht? Ganz abgesehen davon, daß sie die Tat auf die Lebensverhältnisse der Verurteilten in den USA zurückführt:

      The desire to commit violence is not inherent to people — it is the consequences of systematic alienation; people seek violent solutions when the process established for enacting change is inaccessible to them. Fueled by disaffection turned to malice, if the guilty were willing to kill and be killed fighting perceived injustice, […]

      http://www.fox9.com/news/minnesota-isis-sentencing-ilhan-omar-letter

      Zumindest läßt sich diese Passage so verstehen. Und was „change“ bedeutet, ist offenbar gleichgültig. Kann auch „Zurück in die Steinzeit!“ sein.

      Die Briten und die Amerikaner reagieren abgestimmt auf den Iran-Vorfall. Hier erst einmal eine Übersicht über das Geschehen:

      The Royal Navy rushed to stop Iran seizing British tanker but arrived ten minutes late: MoD releases dramatic photos of frigate warding off Iranian speedboats in ANOTHER incident amid criticism of strategy
      By Darren Boyle and Connor Boyd For Mailonline and Afp 18:09 19 Jul 2019, updated 11:54 20 Jul 2019

      […]
      Iran originally claimed it seized the Stena Impero, with a crew of 23 crew aboard, because she was involved an accident with an Iranian fishing boat and ignored distress calls.
      But today the country’s Guardian Council admitted it was revenge for the attack on Grace 1 earlier this month.
      Abbas Ali Kadkhodaei, a council spokesman, was quoted in the semi-official Fars news agency as saying ‚The rule of reciprocal action is well-known in international law.‘
      Kadkhodaei said Iran made the right decision in the face of an ‚illegitimate economic war and seizure of oil tankers.‘
      […]

      The Ministry of Defence released this photo of HMS Montrose warding off Iranian Revolutionary Guard speedboats (circled) which harassed the UK-flagged tanker British Heritage on July 10. It comes after critics questioned why last night’s oil tankers were not escorted by warships amid ongoing tensions with Iran

      […]

      The Stena Impero was surrounded by Iranian Revolutionary Guard forces at 4pm and ordered to head north. The British registered vessel switched off its maritime tracker a short time later. A second British vessel, Medsar, abruptly changed course towards Iran around 4.45pm. Last night’s action follows attacks on six oil tankers in the Gulf of Oman and an earlier attempt to seize a British oil tanker which was thwarted by the Royal Navy

      An image released today by the Iran Students News Agency (ISNA), which is partially funded by the country’s Government, claimed to show the seized Stena Impero anchored in Bandar Abbas in southern Iran.
      At around 11am on Saturday, the ISNA shared the photo on Twitter and said crew members may be summoned for ‚technical questioning‘.
      The tweet also claimed the seized tanker ‚had no cargo‘ and that all 23 of the crew were being kept in the vessel ‚to maintain its safety‘.
      In the early hours, the acting US Secretary of Defense Richard Spencer announced he is sending several hundred troops, as well as a glut of aircraft and air defense missiles, to Saudi Arabia in order to counter Iran’s threat.

      The Royal Navy has sent destroyer HMS Duncan to join HMS Montrose in the Gulf.
      Foreign Secretary Jeremy Hunt, who attended the emergency meeting held in the Cabinet Office Briefing Room, branded the seizing of two British oil tankers by Iran as ‚completely unacceptable‘.
      The first vessel, the Stena Impero, was surrounded by heavily-armed Iranian vessels and a helicopter around 4pm yesterday and ordered to turn north.
      The second vessel, the Mesdar, is Liberian flagged, but owned by British company Norbulk Shipping, was ordered by Iran to turn north around 45 minutes later. It was later released after being boarded and inspected by Iranian troops.

      https://www.dailymail.co.uk/news/article-7266005/amp/Iran-Guards-say-confiscated-British-tanker-Strait-Hormuz.html

      US is putting troops BACK into Saudi Arabia following Trump’s stark warning to Iran after the Revolutionary Guard seized two British tankers in the Gulf in a major escalation of tensions
      • US is now sending troops back to Prince Sultan Air Base for first time in 15 years
      • Contingent includes fighter jets, air defense missiles and more than 500 troops
      • Comes amid dramatic escalation in tension with Saudi arch-nemesis Iran
      • Iran’s military has seized two UK-registered oil tanker ships in the Persian Gulf
      • Trump says Iran is in ‚big trouble‘ and warns that the U.S. has lots of warships
      • UK officials said they lost contact with the 23 crew following the incident
      • Trump says Britain’s crisis will be resolved thanks to a longstanding but unwritten mutual defense agreement with the United States

      By David Martosko, U.S. Political Editor and Keith Griffith For Dailymail.com and Darren Boyle for MailOnline and Wires
      Published: 21:37 BST, 19 July 2019 | Updated: 02:59 BST, 20 July 2019
      […]

      https://www.dailymail.co.uk/news/article-7266349/Trump-says-Iran-big-trouble-seized-TWO-British-tankers-Persian-Gulf.html

      Beide erhöhen anscheinend ihre militärische Präsenz in der Gegend. Schlimm und gefährlich genug, aber als Kriegsvorbereitung läßt sich das noch nicht deuten.

      @ Dipfele:

      https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/27/hans-wollschlaeger-fake-news-updated/comment-page-167/#comment-83320

      Linke Außenpolitik ist weit und breit nicht zu sehen. Außer Rand Paul und Tulsi Gabbard wüßte ich keinen zu nennen. Joffe äußert sich in der aktuellen ZEIT übrigens optimistisch, daß Trump sein Wahlkampfversprechen vom Schluß mit den endlosen Kriegen nicht durch einen Krieg annullieren wird. Da kann man nur hoffen, daß ihn der Apparat nicht in einen hineinstolpern läßt.

      • Nun zum Flynn-Verfahren bzw. dem gegen seinen Geschäftspartner in der FIG, Rafiekian. Dort wurde am 16.7.2019 Flynns früherer Anwalt Robert Kelner von der Firma Covington als Zeuge der Anklage (!) vernommen. In Anwesenheit seiner neuen Verteidigung.

        Flynn’s ex-lawyer takes witness stand for the prosecution
        By JOSH GERSTEIN
        07/16/2019 08:31 PM EDT
        Updated 07/16/2019 11:41 PM EDT
        […]
        Technically, Kelner was not testifying against Flynn, because Flynn isn’t formally charged in the case. However, in the wake of their decision not to call Flynn as a witness, prosecutors have said they consider him a co-conspirator.
        […]
        No public reason has been given for the switch, although Kelner said during questioning by MacDougall that some invoices Covington sent to Flynn’s firm were never paid. “Some of our bills are unpaid,” Kelner said, without elaborating.
        While a defense lawyer testifying for the government is always a rarity, Kelner’s appearance seemed to take on extra awkwardness. The judge called Flynn’s new legal team inside the bar of the courtroom just after Kelner took the stand. The three new Flynn attorneys, including lead counsel Sidney Powell, sat just feet from Kelner as he testified.
        They voiced no objections publicly, although they took part in some sidebar conferences that the public could not hear.
        One notable moment came late in the day as MacDougall again told jurors about a mysterious statement prosecutors handed to the defense last week disclosing that the government has undisclosed evidence that Flynn and Alptekin interacted in ways unknown to Kian, and that Alptekin hired Flynn due to his role on the Trump campaign.
        The defense attorney asked Kelner if he knew what the statement alludes to.
        “Ummm….I would say no. I learned of that through a media report last week,” said Kelner, who represented Flynn through extensive negotiation and debriefing by Mueller’s team about very sensitive issues related to the Trump-Russia investigation.
        MacDougall then asked if Flynn ever told Kelner about some back channel relationship with Alptekin. Kelner looked to the trio of Flynn lawyers sitting near him and said he was answering only because they’d made no move to assert attorney-client privilege.
        “No, that’s news to me,” Kelner said.
        […]

        https://www.politico.com/story/2019/07/16/michael-flynn-trial-turkey-1417977

        Am 18.7. wäre das Verfahren beinahe geplatzt:

        Judge withholds ruling on acquitting Flynn partner
        Bijan Rafiekian is on trial for acting as an unregistered agent for Turkey during his work for Flynn Intel Group, a consulting firm.
        By JOSH GERSTEIN
        07/18/2019 02:37 PM EDT
        Updated 07/18/2019 05:15 PM EDT

        A judge on Thursday stopped just short of acquitting Michael Flynn’s former business partner, Bijan Rafiekian, on charges stemming from a Turkey-related lobbying campaign the men worked during the 2016 campaign.
        Prosecutors wrapped up their case against Rafiekian Thursday afternoon after three days of testimony before a jury of seven men and five women in federal court in Alexandria, Va.
        […]
        Trenga expressed the same skepticism during a hearing on the issue, but following a 45-minute recess, he returned to the courtroom to say he was taking the issue under advisement and would allow the trial to proceed.
        “There are very substantial issues with respect to the sufficiency of the evidence,” Trenga said. He called the government’s proof “all very circumstantial,” adding: “Most of it’s speculative.”

        However, the judge noted that court rules at this stage call for him to assess the evidence in the light most favorable to the government. Then, he announced he was planning to “reserve” on the issue.
        That means the case will likely go to the jury. If it acquits Rafiekian on both counts, the judge will never have to resolve the acquittal motion, but he will have to return to it if Rafeikian is convicted.
        […]

        https://www.politico.com/story/2019/07/18/bijan-rafiekian-case-1421607

        Übrigens: am 12.7. hatte ich so kommentiert:

        „Kann man so sehen. Andererseits kommt mir das wie ein Akt der Verzweiflung vor; in den USA werden Zeugen von der Partei, die sie benennt, präpariert. Man weiß vorher, was sie sagen: gab es derartige Sitzungen mit Flynn jr.?
        […]“
        https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/27/hans-wollschlaeger-fake-news-updated/comment-page-165/#comment-83166

        So war’s dann auch: Flynn jr. wurde nicht in den Zeugenstand gerufen:

        Mal wieder eine bloße Einschüchterungsgeste, Kernkompetenz der Mueller-Truppe.

        Margot Cleveland zieht folgende Schlüsse aus der Vernehmung von Kelner:

        Ihr Verdacht: die Geheimdienste hätten Mueller herumwurschteln lassen, ohne ihn voll zu informieren. Vermutlich auch nicht über Steele.

        Latest Development In Flynn Case Proves Special Counsel Was A Cover For Taking Down Trump
        His former lawyer’s latest testimony establishes two facts, both of which benefit Michael Flynn and both of which the media has missed.

        By Margot Cleveland
        July 19, 2019

        The special counsel’s investigation was a sham controlled by the intelligence community. Evidence has long suggested as much, but testimony earlier this week from Michael Flynn’s ex-lawyer—that Flynn’s former legal team had not seen recently revealed information purporting to implicate Flynn in a conspiracy with a Turkish agent—confirms it.
        […]
        Kelner’s testimony establishes two facts, both of which benefit Flynn and both of which the media has missed. First, while the press perceives the government’s recent disclosure of alleged communications between Flynn and Alptekin as damaging Flynn, Flynn’s current legal team is unconcerned with Kelner’s testimony, as demonstrated by the fact that it was Flynn’s waiver of attorney-client privilege that allowed Kelner to testify about their conversations.
        […]
        The second key take-away from Kelner’s testimony is not as straightforward, but it is extremely significant: Kelner’s lack of knowledge about the “multiple independent pieces of information relating to the Turkish government’s efforts to influence United States policy on Turkey and Fethullah Gulen, including information relating to communications, interactions, and a relationship between Ekim Alptekin and Michael Flynn and Ekim Alptekin’s engagement of Michael Flynn because of Michael Flynn’s relationship with an ongoing presidential campaign,” establishes that the intelligence community viewed the special counsel “probe” as merely for show.

        There is no other way to explain how Flynn’s lawyer did not know about that information.
        […]
        That is despite the fact that the Robert Mueller report made clear that Acting Attorney General Rod Rosenstein had “authorized the Special Counsel to investigate, among other things, possible criminal conduct by Michael Flynn in acting as an unregistered agent for the Government of Turkey.”

        Now, arguably the special counsel’s office did not question Flynn about those “multiple independent pieces of information” because they already had enough to force a plea out of Flynn. But why not ask Flynn about that information to determine whether Rafiekian and Alptekin had committed any crimes?
        […]
        There is no good excuse for intelligence agencies to have withheld this information from the special counsel team. There was a very bad excuse for it, though: The intelligence community knew the special counsel probe was a sham designed to take down a president and any other enemies of the deep-state status quo.

        Flynn clearly fit the bill. Once he agreed to plead guilty and cooperated, that was good enough for the intelligence community. Their goal was accomplished, and the fact that Mueller had also been charged with investigating Rafiekian and Alptekin was of no matter.
        […]
        That should be the lesson from the recent revelations related to Flynn — that the special counsel team never had access to the intelligence needed to properly investigate Rafiekian and Alptekin. In turn, this suggests the intelligence community withheld other evidence for Mueller’s team, such as intelligence showing Russia used Steele to interfere in the election.

        There is only one reasonable explanation for this: The intelligence community viewed the special counsel’s investigation as an insurance policy meant to destroy Trump. And Flynn was just a means of getting to Trump.

        https://thefederalist.com/2019/07/19/latest-development-flynn-case-proves-special-counsel-cover-operation-taking-trump/

        Das könnte man Mueller ja auch fragen, sollte er tatsächlich am 24.7. erscheinen.

  2. @ Angelika Roll:

    https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/27/hans-wollschlaeger-fake-news-updated/comment-page-167/#comment-83297

    Sehr gut erkannt, daß das politische und mediale framing von einer zutreffenden Einordnung abhält:

    July 17, 2019
    To Media, No Democrat Can Possibly Be Right-Wing
    Alan MacLeod
    […]
    Another Democrat not only on the right of the party, but on the right side of the political spectrum more generally, is Joe Biden, a current frontrunner for the presidential nomination. Biden began his political career by opposing busing and maintained a very close friendship with arch-segregationist Strom Thurmond until his death, performing the eulogy at his funeral. Among the most hawkish of Democrats, he strongly supported the Iraq War and even boasted he was the true author of George W. Bush’s PATRIOT Act. He opposed immigration and suggested using troops against undocumented workers.

    As a senator from Delaware, he is a friend of large finance and tech corporations, and blocked student debt forgiveness. In this election cycle, he opposes Medicare for All and claimed that billionaires were being “demonized,” assuring them that if he were president, “nothing would change” about America. “I need you very badly,” he told a group of extremely wealthy donors. He also suggests moving the party to the right by working with the GOP.
    Despite this, Biden describes himself as “center-left,” as do media (e.g. Politico, 6/8/19; Real Clear Politics, 6/12/19; Wall Street Journal, 6/3/19). As the Washington Examiner (6/21/19) noted, the dilemma for the party was between picking a leftist like Sanders or steering a “center-left” course with Biden.
    […]

    Amy Klobuchar (CNN, 2/18/19) explains her “pragmatic” opposition to Medicare for All. Not mentioned: the $462,000 she’s taken from the insurance industry.

    “Pragmatic”—meaning adapting sensibly and adopting realistic, fact-based positions—is another newspeak word media use to describe right-wing Democrats espousing pro-corporate policies, regardless of what the facts actually are. CNN (2/18/19), for example, applauds Klobuchar for being the “pragmatic” presidential candidate. Her pragmatism, according to the positive CNN portrait, was “resisting the urge to pander to the party’s progressive wing,” as shown by her strong opposition to Medicare for All, the Green New Deal and free college—all of which, we have seen, are distinctly popular with the public (Jacobin, 8/24/18; Atlantic, 6/21/19) and could be huge vote-winners.
    That “pragmatic” is usually used as a euphemistic codeword for moving towards the right can be seen by glancing at recent headlines:
    • Pragmatic Pelosi Points Democratic Party Toward the Center (CBS SF Bay Area, 5/14/19)
    • Pelosi’s Pragmatic Approach to Balancing Democrats’ Leftward Shift (Christian Science Monitor, 2/11/19)
    • Idealism vs. Pragmatism: How Style Divides the Democratic Candidates (NPR, 1/27/16)
    […]

    https://fair.org/home/to-media-no-democrat-can-possibly-be-right-wing/

    In der Tat, insbesondere wegen Wirtschaftsnähe, Rußland-Phobie und Kriegstreiberei, könnte man sich viele der angeblich „linken“ dems auch in der GOP vorstellen. „Links“ sind sie nur, was pc und Identitäts-Politik angeht. Das fällt ihnen aber gerade auf die Füße.

    Nicht jeder Satz von Mark Levin sitzt, insbesondere die Anmerkung zum Luftschlag gegen Syrien ist grottenfalsch.

    Überraschenderweise hat Kerstin Kohlenberg, die wohl Jake Tappers Thread gelesen hat:

    endlich mal wieder einen Artikel mit Durchblick geschrieben:

    US-Wahlkampf
    Verhöhnt und ausgetrickst
    Donald Trump beleidigt gegnerische Abgeordnete mit Migrationshintergrund und rückt die Einwanderung ins Zentrum seines Wahlkampfs. Den Demokraten nutzen seine Ausfälle nichts. Sie haben keine Ideen, die sie ihm entgegensetzen könnten.
    Von Kerstin Kohlenberg
    17. Juli 2019, 16:52 Uhr Editiert am 18. Juli 2019, 6:05 Uhr DIE ZEIT Nr. 30/2019, 18. Juli 2019
    […]
    Doch was auf den ersten Blick aussah wie ein Fehltritt und damit ein Geschenk an den politischen Gegner, entpuppte sich auf den zweiten Blick als eine geschickt gestellte Falle. Die berechtigte Empörung über derartige Äußerungen Trumps verleitet die Demokraten zu einer bequemen und selbstgerechten Haltung in einer zentralen Frage des beginnenden Wahlkampfs.
    […]
    Nur über zwei Punkte waren sich die meisten Kandidaten einig. Sie wollen die unerlaubte Einwanderung entkriminalisieren und allen Migranten, legalen wie illegalen, den kostenlosen Zugang zur Gesundheitsversorgung ermöglichen.

    Damit hat Trump die Demokraten genau in der Ecke, in der er sie für seinen polarisierenden Wahlkampf braucht. Er lässt keine Gelegenheit aus, seinen Anhängern in einfacher Sprache zu erklären, worauf die Migrationspolitik der Demokraten hinauslaufe: auf „offene Grenzen“. Die Demokraten mögen dieser Tage glauben, sie hätten Trump entlarvt. Denkbar ist allerdings auch, dass sie sich von ihm haben austricksen lassen.
    Kontrollierte Einwanderung ist kein genuin rechtes Thema. Überall auf der Welt haben Wähler in den vergangenen Jahren deutlich gemacht, dass ihnen Grenzen wichtig sind. Warum also überlassen die Demokraten das Thema Trump? Sie schulden den Flüchtlingen wie auch den US-Bürgern eine politische Lösung.
    […]
    Im Parteiprogramm der Demokraten des Jahres 2000 wurde noch vermerkt, dass „das gegenwärtige System versagt, illegale Einwanderung effektiv zu kontrollieren“. 2004 gab es dann bereits keinen eigenständigen Abschnitt zur Einwanderung mehr.
    […]
    Im Parteiprogramm von 2016 taucht die illegale Einwanderung zum ersten Mal nicht mehr als Problem auf. Trump dagegen machte sie und die Sicherung der Grenzen zum Hauptthema.
    […]
    Die aussichtsreichsten Bewerber für die demokratische Präsidentschaftskandidatur im nächsten Jahr befürworten eine Entkriminalisierung des unerlaubten Grenzübertritts sowie den kostenlosen Zugang zum Gesundheitssystem selbst für illegal Eingereiste. Dafür gibt es gute moralische wie pragmatische Gründe: Kranken Menschen Hilfe zu verwehren ist nicht nur unmenschlich, sondern auch riskant. Und doch kommt es einem politischen Geschenk für Donald Trump gleich, diese Forderung ohne auch nur die geringste Bedingung zu erheben. Der Präsident twittert nun regelmäßig, dass die Demokraten „Illegale“ auf Kosten der amerikanischen Steuerzahler behandeln wollen. Bei Wählern, die selbst unzureichend oder zu horrenden Kosten krankenversichert sind, kommt er damit gut an.
    […]
    Es besteht jedoch die Gefahr, dass Trumps Falle auch hier wieder zuschnappt. Unter allen Wählern der Demokraten ist nur jeder Vierte für die Auflösung der Behörde [Einwanderungsbehörde ICE]. Die Mehrheit der Amerikaner vereint in sich den scheinbaren Widerspruch zwischen einer positiven Haltung zur Einwanderung und dem Wunsch nach kontrollierbaren Grenzen.

    Werden die demokratischen Präsidentschaftskandidaten auf ihren Veranstaltungen gefragt, ob sie für offene Grenzen sind, antworten sie regelmäßig fast ein bisschen empört mit Nein. Und doch fällt es ihnen immer schwerer, den Wählern zu vermitteln, wofür genau sie stehen.

    https://www.zeit.de/2019/30/us-wahlkampf-demokraten-migrationshintergrund-donald-trump/komplettansicht

    So ist es.

    • Der heilige St.James, Experte in ethischen Fragen, hat sich ebenfalls eingemischt:

      Kanzlerin Merkel in ihrer Wohlfühl-Pressekonferenz, in der sie nie, anders als Trump, niedergebrüllt wird, hat sich kenntnislos ebenfalls von Trumps Tweets distanziert – Stilkritik ist doch was Feines! Dabei stehen die Damen für BDS, eine israelkritische Bewegung, die der Bundestag unlängst pauschal als antisemitisch verunglimpft hat. Und die Damen gehen noch darüberhinaus…

      Comey hat allen Grund, sich auf Stilkritik zu beschränken. Denn juristisch sieht es schlecht aus für ihn und seinen Buddy Mueller:

      Schon wieder eine Blase zerplatzt, die mit der Erzwingung eines falschen Cohen Pleas, durch Zahlung von Schweigegeld Wahlkampffinanzierungsgesetze verletzt zu haben, einen Anfang genommen hatte.

      Der Show-Charakter der Mueller- und SDNY-Ermittlungen wäre damit belegt. Denn die Rechtslage war die: Ausgaben, die ein Kandidat auch unabhängig von einem Wahlkampf getätigt hätte, sind keine berichtenswerte Wahlkampfausgaben.

      Jeder Promi in den USA hat schon Schweigegeld gezahlt. In den USA ist es Volkssport, Promis mit erfundenen sexuellen Vorwürfen zu erpressen, und jeder zahlt natürlich.

      Und das erste me-too-Opfer war zudem ein homosexueller Schauspieler: Kevin Spacey in „House of Cards“:
      https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/medien/vorwurf-sexueller-noetigung-anklage-gegen-kevin-spacey-wird-fallen-gelassen/24673658.html

      Er wurde existentiell vernichtet. Wie auch Harvey Weinstein, dessen Verfahren ebenfalls bröselt. Wohlfeile Vorwürfe in social media bringen nichts, wenn juristisch valide Aussagen benötigt werden. Abgesehen davon: es steht jeder Frau frei, ob sie sich für eine Karriere prostituieren will oder nicht. So viel Feminismus muß sein.

  3. @ Angelika Roll:

    https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/27/hans-wollschlaeger-fake-news-updated/comment-page-167/#comment-83295

    Na, da lag ich doch richtig mit meiner These, daß hier eine Provokation durch den Iran vorgegaukelt werden soll:

    Aus dem Pentagon hieß es, der Vorfall habe sich am Donnerstag gegen 10 Uhr (Ortszeit) ereignet. Das Schiff habe sich in internationalen Gewässern befunden, als sich die Drohne genähert habe. Es befinde sich nun im Persischen Golf. Nicht äußern wollte sich das US-Verteidigungsministerium dazu, wie die Drohne zerstört worden sei – ob sie abgeschossen wurde oder durch Störsender unbrauchbar gemacht wurde. Ein Vertreter des US-Militärs wollte auch keine Angaben dazu machen, ob es sich um eine bewaffnete Drohne handelte.

    https://www.welt.de/politik/ausland/article197099593/Donald-Trump-verkuendet-Abschuss-iranischer-Drohne-Teheran-weiss-von-nichts.html

    • @ Dipfele:

      https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/27/hans-wollschlaeger-fake-news-updated/comment-page-167/#comment-83294

      Es hilft nichts, unser Außenminister ist und bleibt eine Nullnummer. Ich greife mal seine Aussagen zur Ukraine auf:

      Sie sind damit nicht alleine. Letztes Jahr gaben in einer Umfrage 94 Prozent der Deutschen an, dass sie gute Beziehungen zu Russland für wichtig halten.
      Das ist eine, wie ich finde, wirklich beeindruckende Zahl.
      Eine Zahl, die erfreulich ist – da unser Verhältnis auf politischer Ebene seit einigen Jahren nicht so ist, wie die Bürgerinnen und Bürger es sich anscheinend wünschen.
      Sie alle kennen die Stichworte:
      • Die völkerrechtswidrige Annexion der Krim,
      • die Lage in der Ostukraine,
      • die gegenseitigen Sanktionen,
      • die Sorge um Aufrüstung, gerade auch im Moment.
      Ich glaube, wir könnten diese Liste noch weiter fortsetzen.
      […]

      Dass nun beides zusammen so kurzfristig möglich geworden ist nach der Wahl des neuen Präsidenten der Ukraine macht mich hoffnungsvoll für die weiteren Gespräche. Wir haben heute bilateral besprochen, dass wir im Normandie-Format weiter nach Möglichkeiten suchen werden, das Minsker Abkommen wieder zum Leben zu erwecken und weitere Punkte umzusetzen. Dazu brauchen wir konstruktive Schritte – von ukrainischer und von russischer Seite!

      https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/maas-petersburger-dialog-koengiswinter/2234090

      Die rechtlich unsaubere Formel „Annexion“ hat Reinhard Merkel schon öfter beanstandet.

      Nur wenn man mit dem Handeln der Krimbewohner eben das tun und es Moskau zurechnen könnte, wäre es eine Annexion gewesen. So hat das Stalin 1940 mit den baltischen Ländern gemacht. Dort wurde eine inszenierte “Abstimmung” durchgeführt, dann “baten” die Balten unter Zwang Moskau um Aufnahme, und Stalin gewährte sie grosszügig. Das ist eine maskierte Annexion gewesen. Auf der Krim waren lediglich unsaubere Verfahrenselemente der vorhin skizzierten Art im Spiel. Wie Herr Reemtsma vorhin gesagt hat, ist das kein müssiger Streit um Begriffe oder Etiketten; es ist ein wichtiger Streit um normative Konsequenzen. Das Völkerrecht, so meine über den Fall der Krim hinausreichende These, bedient sich derzeit viel zu grober Kategorien von Sezession und Annexion. Die sollten in der Diskussion jetzt weiterentwickelt und genauer differenziert werden.
      […]

      https://www.eurozine.com/von-nachbarn-tochtern-und-pistolen/

      Politiker haben es nicht so mit Differenzierungen…
      Und schon wieder diese Anmaßung, Rußland solle sich bewegen. Rußland ist lediglich Garantiemacht wie Deutschland und Frankreich. Kiew muß sich bewegen, nämlich, sich zu Verhandlungen mit den abtrünnigen Republiken aufraffen.

      Und warum betreibt er Politik gegen 94% der Bevölkerung? Warum werden die Sanktionen, ohnehin sinnlos, nicht abgeschafft?

      Dagegen Lawrow:

      18.07.1901:00
      Interview des Außenministers Russlands, Sergej Lawrow, für die deutsche Zeitung „Rheinische Post“ am 18. Juli 2019
      1497-18-07-2019
      […]
      Die antirussische Sanktionspolitik schadet den Europäern selbst gravierend. Die europäischen Haushalte vermissen dadurch Milliarden Euro, Zehntausende Arbeitsplätze werden verloren und nicht wieder geschaffen. Das Bewusstsein, dass der politische und wirtschaftliche Druck auf Russland perspektivlos ist, bricht sich Bahn und zeitigt aus unserer Sicht seinen Effekt. Deshalb wird im deutsch-russischen Verhältnis eine positive Entwicklung beobachtet.
      […]
      Sergej Lawrow: Es ist wichtig zu verstehen, dass die Aktivitäten des Russland-Nato-Rats nicht durch unser Verschulden und nicht auf unsere Initiative hin eingestellt wurden.

      Es war die Nordatlantikallianz, die ein komplettes Herunterfahren der praktischen Kooperation und die Umstellung auf die militärpolitische Eindämmung Russlands beschloss. Das war im Jahr 2014, als der Westen kurzsichtigerweise den verfassungswidrigen Staatsstreich in der Ukraine unterstützte und sich danach vor dem von Kiew losgetretenen Militäreinsatz gegen die Menschen im Donbass faktisch verschloss.
      […]
      Die USA allein gaben 2018 dafür über 700 Milliarden USD aus, die Nato insgesamt – ca. eine Billion, während Russland bei weniger als 50 Milliarden USD war.
      Die Nordatlantikallianz baut ihre Präsenz an den Grenzen Russlands und unseres Bündnisstaates Weißrussland aus, was Risiken unbeabsichtigter Zwischenfälle erhöht und zur Eskalation der militärpolitischen Spannungen führt. Mit Blick auf die Verbesserung der Verteidigungsfähigkeit sind die Beschlüsse zur Nato-Aufnahme der Länder wie Montenegro und Nordmazedonien alles andere als logisch.
      […]
      Generell sind wir davon überzeugt, dass die Energiekooperation nicht zum Schauplatz politischer Abrechnungen werden darf. Wir halten es für absolut unmarktwirtschaftlich und antidemokratisch, wenn man versucht, europäische Verbraucher zum Kauf teureren LNGs aus den USA zu zwingen. Wir rechnen damit, dass bei der Entscheidungsfindung bei der Gasfrage und anderen Themen unsere deutschen und weiteren europäischen Partner sich von den jeweiligen Interessen ihrer Länder werden leiten lassen und nicht von den Vorgaben aus Übersee.
      […]
      Sergej Lawrow: Die Minsker Vereinbarungen, die durch den Weltsicherheitsrat abgesegnet wurden, sind eine alternativlose Grundlage für die Beilegung des innerukrainischen Konflikts. Umgesetzt werden müssen sie durch einen direkten Dialog zwischen den Parteien – Kiew, Donezk und Lugansk. Die Führung der nicht anerkannten Republiken des Donbass ist zu einem solchen Gespräch bereit. Es ist offensichtlich, dass es die Staatslenker in der Ukraine sind, bei denen es am politischen Willen für das Vorankommen mangelt.

      Man muss zugeben, dass die westlichen Partner in den letzten fünf Jahren – statt Kiew dazu zu bewegen, den übernommenen Verpflichtungen nachzukommen – im Grunde sein Vorgehen begünstigten. Und dieses war darauf abgestellt, die Umsetzung von Minsk hinauszuzögern. Faktisch verschließen sie die Augen vor beschämenden Kehrseiten der ukrainischen Realität wie Wiederaufleben des Neonazismus, zwangsweise Einschränkung der russischen Sprache, Unterdrückung unabhängiger Medien, durch die ukrainische Regierung inspirierte Verfolgungen der kanonischen Ukrainischen Orthodoxen Kirche und deren Gemeinde.
      […]
      Leider stellen wir fest, dass es in Deutschland Kräfte gibt, die ein feindseliges und toxisches Klima rund um die russischen Medien anheizen. In Diskeditierungskampagnen gegen Sputnik und RT-Deutsch machten Vertreter der deutschen Politik und der journalistischen Verbände auf sich aufmerksam. Einige von ihnen rufen sogar dazu auf, unsere Massenmedien zu boykottieren und auch zu verbieten, diese im Kabel-TV auszustrahlen. Es ist unvorstellbar, dass bei uns in Russland den deutschen Medien etwas Ähnliches passieren könnte. Meiner Meinung nach sollte man sich in dieser Frage nach den Grundsätzen der Pressefreiheit und eines nicht diskriminierenden Zugangs zur Information richten, die in den Dokumenten der UNO, der OSZE und weiterer internationaler Organisationen festgeschrieben sind.

      http://www.mid.ru/ru/foreign_policy/news/-/asset_publisher/cKNonkJE02Bw/content/id/3728756?p_p_id=101_INSTANCE_cKNonkJE02Bw&_101_INSTANCE_cKNonkJE02Bw_languageId=de_DE&fbclid=IwAR3YT2_Ji66-ZgB7uZ77C0sOrwtWu50hcX_prdH_87XNF7CAoYhpdchkhX8

      Klare Analysen, wie immer.

      • Ja, ich war auch ein wenig erleichtert, daß,- im Hinblick auf Lavrov- alle Aussenminister am Dialog teilnehmen werden. Jedoch ist es leider auch dieser Punkt,
        „Es ist unvorstellbar, dass bei uns in Russland den deutschen Medien etwas Ähnliches passieren könnte.“
        der dem Westen ja stets Straflosigkeit für sein unverfrorenes gesetzeswidriges Verhalten garantiert.

        • Allein der Vergleich von RT und Sputnik mit deutschen ör-Sendern wird mit kritikloser Selbstgerechtigkeit abgelehnt. 😉

          Aber auch der Vergleich der Aussagen zu Syrien fällt zuungunsten von Maas aus:

          Mein zweiter Punkt betrifft Syrien, auch darüber haben wir heute schon gesprochen. In diesem Konflikt stehen wir, Deutschland und Russland, auf zwei unterschiedlichen, entgegengesetzten Seiten. Wir glauben nicht, dass das Assad-Regime in Syrien eine Zukunft haben sollte. Nicht nach dem, was dort geschehen ist und was das Assad-Regime der Bevölkerung angetan hat.
          Wir sind uns inzwischen aber wohl einig, dass der Konflikt in Syrien militärisch nicht zu lösen sein wird. Dass es ohne einen tragfähigen politischen Prozess kein stabiles Syrien geben wird. Genau darauf sollten wir uns deshalb jetzt auch konzentrieren.
          Russland hat einiges unternommen, die Regierung in Damaskus zur Teilnahme an einem solchen Prozess zu bewegen. Das ist offensichtlich und außerordentlich positiv.
          Allerdings stellen wir fest, dass der Einfluss auf dieses Regime von außen gar nicht so groß ist, wie man denkt oder es vielfach verbreitet wird.
          Ich will noch einen Punkt ansprechen, der uns im Moment besonders viel Sorge macht: nämlich dass die Lage in Idlib, wo heftige Kämpfe stattfinden, nicht weiter eskalieren darf. Wir wollen kein weiteres Aleppo.
          […]

          https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/maas-petersburger-dialog-koengiswinter/2234090

          Immer noch völkerrechtswidrige regime-change-Ambitionen, immer noch das Narrativ von „Assad gegen sein Volk“, immer noch Politikgefasel bei Schutz der schlimmsten Islamisten-Hardliner in Idlib. Und, wie üblich, das Messen mit zweierlei Maß.

          Sergej Lawrow: Russische Militärs sind in Syrien auf Einladung der legitimen Regierung dieses Landes im Einsatz. Ende 2016 wurde eine vertragsrechtliche Basis verabschiedet, die die russische Militärpräsenz auf dem syrischen Staatsgebiet regelt. Die Vereinbarungen sind unbefristet. Etwaige Änderungen obliegen den zuständigen Behörden beider Länder. Nebenbei gesagt, ist der Verbleib der US-geführten Anti-IS-Koalition in Syrien aus völkerrechtlicher Sicht illegal.

          Die Kernaufgabe der russischen Militärs in Syrien ist die Terrorismusbekämpfung. Dieses Problem muss früher oder später gelöst werden. Das bedeutet insbesondere, dass wir die Präsenz von Zehntausenden Al-Qaida nahestehenden Dschihadisten in der Deeskalationszone Idlib nicht endlos dulden werden. Dabei werden wir nach einer Lösung suchen, die den Zivilisten keinen Schaden zufügt. Vor Augen haben wir das Anti-Beispiel von Rakka, das bei den Luftangriffen der US-geführten internationalen Anti-IS-Koalition dem Erdboden gleichgemacht wurde.

          Nach unserer Auffassung entspricht die Vernichtung des terroristischen Herdes in Syrien den Interessen Europas. Denn dies würde ja die von dieser Region ausgehende terroristische Bedrohung senken und den Flüchtlingszustrom verringern.

          Dabei wäre es falsch, die Rolle Russlands in Syrien ausschließlich auf das Militärische zu beschränken. Unsere Soldaten erfüllen im Rahmen ihres Mandats auch einen wichtigen humanitären Auftrag. Es sei daran erinnert, dass sich auf dem Luftwaffenstützpunkt Hmeimim das Zentrum für Aussöhnung verfeindeter Parteien und Überwachung der Flüchtlingsströme befindet. In seinen Zuständigkeitsbereich fallen Gespräche über den Waffenstillstand an einzelnen Orten, Verteilung humanitärer Hilfe, Minenräumung und Aufsicht über die Rückkehr von Binnenvertriebenen und Flüchtlingen.
          […]
          Unter andrem arbeiten wir gemeinsamen mit dem Iran und der Türkei sowie dem Büro des Sondergesandten des Generalsekretärs der Vereinten Nationen für Syrien an der Besetzung des Verfassungsausschusses. Wir hoffen darauf, dass die internationale Gemeinschaft diese Bemühungen unterstützt. Gerade die Wiederherstellung der syrischen Hoheit über das ganze Land und eine politische Konfliktlösung, die den Interessen des ganzen syrischen Volkes Rechnung trägt, sind Voraussetzungen für Syriens dauerhafte friedliche Entwicklung.

          http://www.mid.ru/ru/foreign_policy/news/-/asset_publisher/cKNonkJE02Bw/content/id/3728756?p_p_id=101_INSTANCE_cKNonkJE02Bw&_101_INSTANCE_cKNonkJE02Bw_languageId=de_DE&fbclid=IwAR3YT2_Ji66-ZgB7uZ77C0sOrwtWu50hcX_prdH_87XNF7CAoYhpdchkhX8

          Reinhard Merkel hatte sich schon früh gegen eine West-Unterstützung des „Aufstands“ gewandt:

          Syrien
          Der Westen ist schuldig

          Wie hoch darf der Preis für eine demokratische Revolution sein? In Syrien sind Europa und die Vereinigten Staaten die Brandstifter einer Katastrophe. Es gibt keine Rechtfertigung für diesen Bürgerkrieg.
          02.08.2013, von Reinhard Merkel
          […]
          Das Völkerrecht hilft uns hier nicht. Es ist für die Frage einer Erlaubnis zum Bürgerkrieg unzuständig. Deshalb enthält es auch keine einschlägigen Normen, wiewohl es aus guten anderen Gründen jede militärische Unterstützung bewaffneter Aufstände in fremden Staaten prinzipiell verbietet.
          […]
          Aber ob man denn, so der empörte dritte Einwand, im Ernst behaupten wolle, nach Assads brutalem Zuschlagen gegen friedliche Demonstranten seien diese noch immer verpflichtet gewesen, friedlich zu bleiben, militärische Gegengewalt zu unterlassen und damit die Fortdauer der Tyrannei hinzunehmen? Ja, ebendies. Regime wie das Assads sind eine Geißel ihrer Völker. Aber Bürgerkriege sind eine schlimmere. Die Vorstellung, es gebe ein fragloses Recht, mit diesen jene zu beseitigen, ist eine merkwürdige moralische Verirrung.

          Von hier aus fällt ein kaltes Licht auf das Verhalten des Westens – oder genauer, der drei westlichen Vormächte Vereinigte Staaten, Großbritannien und Frankreich, die als ständige Mitglieder des Weltsicherheitsrats eine besondere Verpflichtung gegenüber dem internationalen Frieden und der Normenordnung haben, die ihn sichern soll. Ich sehe ab von der maßlos schäbigen Politik Saudi-Arabiens, Qatars und der Türkei.

          Weltöffentliches Augenwischen

          Sie haben aus strategischen Gründen, die mit Iran, und nicht aus moralischen, die mit der syrischen Bevölkerung zu tun haben, sehenden Auges eine Bedingung der Katastrophe gesetzt: die Waffen, mit denen sie möglich wurde. Das alles ist offenkundig. Einer Beglaubigung bedarf es nicht mehr. Zu reden ist aber von der sinistren, maskierten und dennoch offensichtlichen Unterstützung der drei westlichen Mächte für die völkerrechtswidrige Politik der unmittelbaren Einmischer. Schwerlich wäre deren externes Anheizen des Bürgerkriegs ohne ein wenigstens stillschweigendes Placet aus Washington möglich gewesen.
          […]
          Das ist das letzte Element im Verdikt über den bewaffneten syrischen Aufstand. Die halbwegs vernünftige Erfolgsaussicht eines solchen Unternehmens ist mehr als ein bloß pragmatischer Gesichtspunkt. Sie ist eine genuine Bedingung seiner Legitimität. Nach allem, was sich derzeit sagen lässt, gibt und gab es sie für Syrien niemals. Hunderttausend Tote sind ein viel zu hoher Preis für eine erfolgreiche demokratische Revolution. Für eine erfolglose sind sie eine politische, ethische, menschliche Katastrophe. Ich glaube nicht, dass die künftige Geschichtsschreibung den Westen vom Vorwurf der Mitschuld daran freisprechen wird.

          http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/syrien-der-westen-ist-schuldig-12314314.html

          Diesen Artikel könnte er jedes Jahr veröffentlichen; es nützt freilich nichts, weil die Augenwischerei weiter geht.

        • Leider wird das wohl so sein, nur ewig kann es ja nicht vorhalten-entweder bis um großen Knall oder eben einer Einsicht zum Frieden mit anderen Tonangebern in der Weltpolitik. Hoffentlich erleben wir das noch!

          Eine Ergänzung ‚for the record‘ zu
          „Unter andrem arbeiten wir gemeinsamen mit dem Iran und der Türkei sowie dem Büro des Sondergesandten des Generalsekretärs der Vereinten Nationen für Syrien an der Besetzung des Verfassungsausschusses..“
          weil und (? zumindest mir) das im Herbst 2018 vor lauter Skripalgate, Russiagate, Trump, Spygate etc wohl entging, wer de Misturas Nachfolger wurde:
          https://www.tagesschau.de/ausland/un-sondergesandter-101.html

          Man hörte allerdings bisher wenig bis gar nichts von dem Herrn, aber die Verhandlungen laufen wohl ohne großen Medienrummel, der sich ja weiterhin lieber auf Trump konzentriert.

        • Was den Iran betrifft: diese Aktion jedenfalls dürfte gerechtfertigt gewesen sein:

          The Latest: Iran shows seized fuel tanker matches UAE ship

          Associated Press•July 18, 2019
          […]
          8:30 p.m.
          Iran’s state TV English-language channel has released video of a ship seized by Iranian Revolutionary Guard forces accused of smuggling fuel out of the country.
          The Press TV report showed the ship’s registration number on its bridge, matching that of the MT Riah, a UAE-based vessel that turned off its location tracker as it entered Iranian territorial waters early Sunday.
          Iranian state media earlier Thursday said a tanker was seized with a crew of 12 aboard for smuggling fuel from Iranian smugglers to foreign customers and was intercepted south of Iran’s Larak Island in the strategic Strait of Hormuz. It did not name the vessel or identify the nationalities of the crew onboard.
          A U.S. official had expressed suspicion that the Panamanian-flagged Riah had been seized in Iranian territorial waters.
          […]

          https://news.yahoo.com/latest-iran-shows-seized-fuel-160337760.html

          Deutet sich Entspannung an?

        • „Was den Iran betrifft“
          da wird nun dies gemeldet..von ‚US und UK officials‘

          https://www.telegraph.co.uk/news/2019/07/19/british-flagged-tanker-seized-iran-escalation-gulf-tensions/

          „A Cobra meeting was taking place between officials from the Foreign Office, Ministry of Defence and other Government departments on Friday night to determine the UK’s response.“
          WOW …
          entsprechend hysterische Berichterstattung mal wieder bei CNN
          https://edition.cnn.com/middleeast/live-news/iran-british-tanker-july-2019/index.html

          https://www.bbc.com/news/uk-49053383

      • Da mag sich die Drohne auf 1000 yards dem US-Kriegsschiff genähert haben; aber wenn letzteres sich dem Schiff in iranischem Territorium genähert haben sollte, war das das gute Recht der Iraner. Und falls es lediglich eine Aufklärungsdrohne war, die in internationalem Gewässer tätig wurde, gab es keine Bedrohung.

        Leider fehlen der Erklärung jegliche konkrete Tatsachen, und man muß davon ausgehen, daß das Militär macht, was es will.

        Es herrscht eh ein Informationskrieg, was ja immer verdächtig ist:

        Und ersichtliche Störfeuer gegen Trumps diplomatische Versuche sprechen ja auch eine deutliche Sprache:

        Ich denke, daß diese schlicht bedeutungslose Aktion „Freiwillige“ dazu animieren sollte, die Straße von Hormuz für den freien Schiffsverkehr zu „verteidigen“, was zu den Spannungen gegen den Iran nur beitragen würde.

        Peinlichkeiten kommen dazu:

        Und zumindest Macron bemüht sich um den Iran-Deal, während Maas ja schon längst auf die Trump-Linie – der Iran bricht den Deal und ist zu bestrafen – umgeschwenkt ist:

        Der irrrelevante Abschuß einer Drohne wird keinen Amerikaner erschüttern. Dort ist man ja überwiegend innenpolitisch interessiert:

        https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/27/hans-wollschlaeger-fake-news-updated/comment-page-167/#comment-83285

        Und da setzen die dems weiterhin auf die antirussische Karte:

        Abgesehen davon geht es auf diesem Niveau weiter:

  4. Weitere Neuigkeit im Flynn Verfahren: Richter Sullivan geht in den ‚Kampfmodus‘ über 😉

    Er hat für August eine Anhörung im Beisein von Flynns vorheriger Verteidigung anberaumt, der er auf Info von Sydney Powell hin Vorwürfe der Vorenthaltung von Dokumenten macht. Nicht nur das, er plant auch extra die ‚Senior Legal Ethics Counsel for the District of Columbia Bar‘ hinzuzuziehen, um genau die Regeln erläutern zu lassen.

    https://www.courtlistener.com/docket/6234142/united-states-v-flynn/?filed_after=&filed_before=&entry_gte=&entry_lte=&order_by=desc

    Jul 16, 2019

    MINUTE ORDER as to MICHAEL T. FLYNN. In view of the parties‘ responses to the Court’s Minute Order of July 9, 2019, the Court, sua sponte, schedules a status conference for August 27, 2019 at 11:00 AM in Courtroom 24A. Defense counsel has represented to the Court that Mr. Flynn has not received the entire file from his former counsel. Def.’s Resp., ECF No. 98 at 2-4. The District of Columbia Rules of Professional Conduct govern the practice of law in this District. See LCrR 57.26. Under those rules, „[i]n connection with any termination of representation, a lawyer shall take timely steps to the extent reasonably practicable to protect a clients interests, such as… surrendering papers and property to which the client is entitled.“ D.C. Rules of Prof’l Conduct r. 1.16(d). Rule 1.8(i) provides that „[a] lawyer may acquire and enforce a lien granted by law to secure the lawyer’s fees or expenses, but a lawyer shall not impose a lien upon any part of a clients files, except upon the lawyer’s own work product, and then only to the extent that the work product has not been paid for. This work product exception shall not apply when the client has become unable to pay, or when withholding the lawyer’s work product would present a significant risk to the client of irreparable harm.“ D.C. Rules of Prof’l Conduct r. 1.8(i); see also D.C. Rules of Prof’l Conduct r. 1.8 cmt. 19 (stating that „[t]he possibility of involuntary incarceration or criminal conviction constitutes one category of irreparable harm.“). In light of the representations made by defense counsel regarding the delay in receiving the client files, the Court hereby gives notice to the parties of the Court’s intent to invite Senior Legal Ethics Counsel for the District of Columbia Bar to attend the status conference and explain on the record the applicable District of Columbia Rules of Professional Conduct. Mr. Flynn’s former counsel shall attend the status conference. Defense counsel is FORTHWITH ORDERED to serve a copy of this Order on Mr. Flynn’s former counsel. Signed by Judge Emmet G. Sullivan on 7/16/2019. (lcegs3)

    Sehr interessant die als ‚harm‘ für den Angeklagten angeführten Gründe !
    Techno Fog scheint noch nicht so weit zu sein, er hat das ncch nicht getweetet.

      • Margot Cleveland auch:

        Und dann auch noch mit diesem Überblick gepunktet:

        Während die dems weiterhin ihre Rußland-Feindlichkeit zelebrieren:

        😉

        Bei Hannity wurden die aktuellen Erkenntnisse zum Steele-Dossier verarbeitet:

        https://thehill.com/opinion/white-house/453384-fbis-spreadsheet-puts-a-stake-through-the-heart-of-steeles-dossier.

        • Zu den „rassistischen“ Tweets von Trump:

          Und so war die Einigkeit bei den reps groß, gegen die Resolution zu stimmen, die diese Tweets verurteilte:

          Das sehen dems, die Jake Tapper unter dem Schutz von Anonymität befragte, auch so:

          Auswahl:

          Jämmerlich gescheitert: die Impeachment-Abstimmung:

          Und dann gibt es noch den Rasmussen-Poll:

        • Es sind nicht nur die dems, die ihre Russophobie zelebrieren. Das Thema zieht schon bei uns Kreise! Ich hörte es im RBB-und hier haben wir mehr.

          http://www.tagesschau.de/faktenfinder/ausland/faceapp-goncharov-101.html
          [-]
          „Dies wird umso kritischer gesehen, als die Firma hinter FaceApp, Wireless Lab, in Russland registriert ist und dem russischen Programmierer Jaroslaw Gontscharow gehört.“
          [-]
          https://www.zeit.de/digital/datenschutz/2019-07/faceapp-datenschutz-biometrische-daten-risiko-alter
          [-)
          „Und was viele nicht wissen: FaceApp kommt aus Russland. Wireless Lab, das Unternehmen hinter dem Programm, sitzt in St. Petersburg. In den USA, wo die russische Regierung die letzten Präsidentschaftswahlen digital *beeinflusst haben soll*, sorgt allein diese Information schon für Skepsis. Der amerikanische Politiker Chuck Schumer sieht in FaceApp ein „nationales Sicherheitsrisiko“. In einem Brief fordert er das FBI auf, zu überprüfen, ob die Daten amerikanischer Bürgerinnen und Bürger in die Hände der russischen Regierung gelangen könnten. In Zeiten von Gesichtserkennung sei es essenziell, dass die Nutzer wüssten, wie sie ihre persönlichen und biometrischen Daten sichern könnten, schreibt Schumer.“
          [-]
          Auch DIE WELT warnt:
          Oberster deutscher Datenschützer warnt vor FaceApp

          https://www.welt.de/politik/ausland/article197040661/FaceApp-FBI-und-deutscher-Datenschuetzer-warnen-vor-Foto-App.html

          Was aus St Petersburg kommt, muss ja hochgefährlich sein.;-)
          Gilt das auch für den heute gestarteten Petersburger Dialog? Mit Aussenministern, wow…

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