Hans Wollschläger-Fake News- Updated

Hans, Winterberg 11-04

Hans Wollschläger in Winterberg, 2004, Foto: Gabriele Gordon

Es hätte ja eigentlich genügt, meinen letzten Artikel zu ergänzen:

https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/17/fake-news-oder-wie-ich-zur-witwe-von-hans-wollschlaeger-wurde/

Aber irgendein Bug im WordPress-System ließ das nicht zu.

Die NZZ als Sprachrohr des gekränkten Bearbeiters der Wollschläger-Übersetzung des Ulysses von James Joyce, Harald Beck, hat nun auch dessen Zuarbeiter Hans Walter Gabler zu Wort kommen lassen.

Der Artikel hebt natürlich mit Fake News an:

Rettet den deutschen «Ulysses»

Aus rechtlichen Gründen liegt die revidierte deutsche Übersetzung von Hans Wollschläger auf Eis. Das darf nicht sein.

Hans Walter Gabler 26.3.2018, 05:30 Uhr

https://www.nzz.ch/feuilleton/rettet-den-deutschen-ulysses-ld.1366637

Sie liegt natürlich nicht nur aus rechtlichen Gründen „auf Eis“, sondern entscheidend deshalb, weil Beck das Wollschlägersch’e Kunstwerk zerstörte.

Die NZZ vom 2.3.2018 war jedenfalls schon mal näher an der Wahrheit:

Gabriele Gordon habe keinerlei Gesprächsbereitschaft gezeigt: «Sie hat es abgelehnt, Jonathan Landgrebe, den Leiter von Suhrkamp, und den Cheflektor Fellinger zu treffen. Offenbar hat sie dem Verlag schriftlich ihre Position dargelegt; sie begründet diese einerseits juristisch – in dieser Hinsicht sind ihre Ansprüche tatsächlich unanfechtbar. Anderseits führte sie angeblich literarische und philologische Gründe an: Wollschläger hätte der Neufassung nicht zugestimmt, argumentierte sie.»

https://www.nzz.ch/feuilleton/ulysses-neuedition-rechtlich-ist-die-sache-tot-ld.1361961

Der offenbar umfassend uninformierte Gabler meint:

Das grundsätzliche Einvernehmen zwischen dem Übersetzer, einem Team von Revisoren und dem Suhrkamp-Verlag datiert aus dem Jahre 2007. Leider verstarb Hans Wollschläger wenige Monate, nachdem das Übereinkommen erzielt worden war.

https://www.nzz.ch/feuilleton/rettet-den-deutschen-ulysses-ld.1366637

Daß bei diesem Treffen von 10.3.2007 irgendein Übereinkommen erzielt worden sei, davon träumt allenfalls der Suhrkamp-Verlag. Insofern existiert lediglich ein Protokoll des Verlags, das Hans Wollschläger nie zur Kenntnis nahm. Ob er wirklich die Fron auf sich genommen hätte, sich ein ganzes Jahr die Besserwissereien von Anglisten und Philologen anzuhören? Die keine Ahnung von Kunst haben?

Ich wage es zu bezweifeln.

Eins ist jedenfalls klar. Nur Hans Wollschläger selbst hätte seine eigene geniale Übersetzung überarbeiten können. Niemand sonst.

Gabler hüpft gleich hierauf:

Durch dieses aber bestärkt, verpflichtete der Verlag Harald Beck und seine Mitarbeiter zur Durchsicht und Überarbeitung der Wollschläger-Übersetzung. Entscheidend am Übereinkommen war, dass ein durchgesehener und revidierter Übersetzungstext nicht die wollschlägersche Verdeutschung überfremden würde. Die Überarbeitung verstand sich als Dienst an der Übersetzung und deren Dienst am Roman und an seinem Autor.

https://www.nzz.ch/feuilleton/rettet-den-deutschen-ulysses-ld.1366637

Warum bringt die NZZ derlei Lügen?

Klar, Beck möchte gern seine Vorgänger Dirk Vanderbeke und Dirk Schultze, die Kommentatoren der Wollschläger-Übersetzung  im Jahr 2004, auslöschen, denen er zuarbeitete. Genauso agiert sein Zuarbeiter Gabler.

Vanderbeke und Schultze verließen das Unternehmen, als ihnen klar wurde, wie sehr Beck es auf die Zertrümmerung  der Wollschläger-Übersetzung ankam.

Gabler:

Wie ich es mir vorstelle, könnte Grundlage einer Vereinbarung sein, dass Hans Wollschlägers «Ulysses» unverändert der rein deutsche Lesetext des Werkes vom Suhrkamp-Verlag bleibt. In Parallele dazu sollte der Verlag den Plan Siegfried Unselds umsetzen, eine zweisprachige «Ulysses»-Ausgabe anzubieten. In dieser würde dem englischsprachigen originalen Text der deutsche zugesellt, der, auf der Grundlage der Übereinkunft mit Hans Wollschläger, über zehn Jahre hinweg im Auftrag des Suhrkamp-Verlags erarbeitet wurde. Dass dieser überarbeitete Text im Wesentlichen nach wie vor den Übersetzungstext Hans Wollschlägers darstellt, nur eben in einer revidierten Fassung, welche Entsprechungen im Deutschen zum englischen Original präzisiert, wäre selbstredend hervorzuheben und vertraglich festzuhalten.

Es ist eine hohe Anerkennung der Übersetzung von 1975, dass sie eben nicht ersetzt wird, sondern im Kern bestehen bleibt. Der revidierte Wollschläger-Text in einer zweisprachigen Ausgabe sollte dabei selbstverständlich zu erkennen geben, wo er von Wollschlägers Fassung von 1975 abweicht und warum er das tut. Der englischsprachige Text der Herausgeber Hans Walter Gabler, Wolfhard Steppe und Claus Melchior steht rechtlich vorbehaltlos für die zweisprachige Ausgabe zur Verfügung.

https://www.nzz.ch/feuilleton/rettet-den-deutschen-ulysses-ld.1366637

Nun mag ja wohl Suhrkamp befeuert haben, die „neue“ Übersetzungs-Bearbeitung von Beck zu promoten, weil die alte von Wollschläger nicht mehr verkauft wird, da der Markt gesättigt ist.

Gablers Vorschlag ist nicht nur weltfremd, sondern auch kontrafaktisch, da die Wollschläger-Übersetzung durch Beck zerstört worden ist.

Und warum sollte ein kommerzieller Verlag wie Suhrkamp eine englisch-deutsche Ulysses-Ausgabe herausbringen, der die zehntausende Beck-Veränderungen an der Wollschläger-Übersetzung dokumentiert, die Beck auch noch begründen soll?

 

 

Werbeanzeigen

5.743 Gedanken zu „Hans Wollschläger-Fake News- Updated

  1. In den USA geht es politisch derweil wild her: Avenatti, der Stormy Daniels-Anwalt, hat die nächste Anklage kassiert:

    Diesen Mann, dem man seine Verschlagenheit doch schon ansehen kann, hat CNN, das ihn als Trump- und Kavanaugh-Verfolger schätzte und ihn hundertfach als Interviewpartner schätzte, als Präsidentschafts-Kandidaten der dems hochgejubelt.

    Über die weitere Anklage wird natürlich nicht berichtet. Wie die Presse allseits versagt:

    Reporters once reveled in the power to make or break candidates with these circular, quasi-invented narratives.

    These smear jobs don’t work the same way they once did. Trump in 2016 clearly used impatience with media tactics as part of his strategy. The more he brought trail reporters into stump speeches by calling us things like “bloodsuckers” (“enemy of the people” didn’t come until later), the better he did with crowds.

    Reporters refuse to see it, but the national media now lives on the unpopularity spectrum somewhere between botulism and congress. While some of that is undeserved, some of it isn’t. Voters especially resent being told who is and isn’t an acceptable choice, by a press corps increasingly seen as part of a corrupt and condescending political establishment.

    Stories like “Tulsi Gabbard Is the Top Candidate of Traitors” represent exactly the kind of thing people hate about the commercial press as an institution. This scarlet lettering backfired badly in 2016, but we’re doing more of it this time around, not less. Don’t be surprised if it ends badly again.

    https://www.rollingstone.com/politics/politics-news/taibbi-tulsi-gabbard-bernie-sanders-trump-2020-838156/

    Das gilt exakt so für die deutsche Presse, ob ör oder privat.

    Und bei SPON wird nicht nur weiter verschwiegen, daß es jetzt gegen die „Investigators“ geht, sondern auch noch schlicht gelogen, was die Desorientierung der dems angeht:

    Auch ein Termin für eine mögliche Anhörung von Sonderermittler Mueller ist weiter offen. Beide Seiten ringen um das genau Format für diesen Auftritt. Angeblich will Mueller selbst eher nicht öffentlich aussagen; auch das US-Justizministerium mauert wohl.

    https://www.spiegel.de/politik/ausland/donald-trump-sorgt-wegen-robert-mueller-fuer-eklat-bei-treffen-mit-demokraten-a-1268819.html

    Eine krasse Erfindung: Barr hat erklärt, es liege allein an Mueller, ob er aussagen wolle oder nicht. Aber angesichts dieses schwachen Reports muß Mueller Fragen von Freund wie Feind fürchten.

    Zu allem Elend der dems gesellt sich nun hinzu, daß nicht nur „ihre“ Medien wie die WaPo und die NYT gegen den führenden Kandidaten Biden schießen – während sie gleichzeitig Sanders und Gabbard abschießen – , sondern jetzt auch noch Poltico Biden angreift – und zwar zurecht:

    Pelosi dreht durch: weder hat sie die Fraktion im Griff noch die mittlerweile unübersehbare Anzahl der presidential candidates der dems. Da sie – mit der Bevölkerung – zurecht gegen ein Impeachment-Verfahren ist, sich aber dennoch als anti-Trumperin profilieren muß, greift sie nun schlicht zur Lüge; andererseits kommt sie mir zunehmend dement vor. Insoweit könnte es sich um eine politisch motivierte Fehlwahrnehmung handeln:

    Die US-Leitmedien sind nun einmal Komplizen der dems. Aber je mehr sie es sind, umso mehr leidet ihr Ruf. Schon seit Jahren muß man echt Fox News und andere konservative Medien konsumieren, um up to date mit der Realität zu sein. 😉

  2. Schockierende Nachrichten zu Assange reißen einen schlagartig von den anderen Themen und Schauplätzen weg

    Das befürchtete ich ja immer.. mit wem wird Trump in London verhandeln, wenn May dann evtl schon abgetreten ist?

    • https://assets.documentcloud.org/documents/6024848/5-23-19-US-Assange-Superseding-Indictment.pdf

      Da kann man das neue Superseding Indictment mit den nun insgesamt 18 Anklagepunkten lesen.

      Mi fehlen vor Entsetzen und Wut die Worte… aber ich lasse hiermit mal Mike Tracey mir aus der Seele sprechen

  3. @ Angelika Roll:
    https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/27/hans-wollschlaeger-fake-news-updated/comment-page-148/#comment-82303

    Keine Sorge, der „Papierkorb“ befindet sich im administrativen Teil des Blogs, auf den ich Zugriff habe.
    Ich gehe mal auf die Ausblicke ein, die Solomon (der extrem gut informiert wird) und Brock darlegen:

    Solomon:

    Steele passed along easily debunked intelligence, and the FBI failed to ask hard questions about his credibility or to alert FISA judges to the concerns that Steele’s behavior raised before the warrant was secured.
    In other words, before the FBI and its then-director, James Comey, swore to the FISA court on Oct. 21, 2016, that they had verified the FISA warrant application and deemed Steele a credible informant with no known derogatory information, the government knew:
    Steele had told senior Justice official Bruce Ohr he was “desperate” to defeat Trump and was working in some capacity for the Clinton campaign;
    he leaked his dossier to the news media;
    he offered demonstrably false intelligence, such as the Alfa pings and an allegation given to Kavalec that Russian hackers were being paid by a nonexistent Russian Consulate in Miami.
    […]
    Far worse revelations for the FBI likely lie ahead.
    Most Americans now support an investigation into whether the FBI abused FISA to smear Trump.
    https://thehill.com/hilltv/what-americas-thinking/444799-most-americans-support-inquiry-into-fbi-decisions-to-monitor

    President Trump is preparing to declassify the first tranche of documents in the Russia case, and they are expected to show the FBI possessed — but did not alert the court to — damning evidence of the Trump campaign’s innocence, including recorded conversations of targeted campaign aides denying wrongdoing.
    But even before that happens, the State Department email that was kept from the American public and Congress for 2 1/2 years should be appreciated for what it signifies: It was a missed opportunity to assess Steele’s research for what it was — political fool’s gold.

    https://thehill.com/opinion/white-house/444884-christopher-steeles-nugget-of-fools-gold-was-easily-disproven-but-fbi

    Und nun wissen wir auch, was aufgezeichnet wurde: Halpers „Gespräch“ mit P. von September 2016:

    Attorney General Barr puts former intel bosses on notice
    By Kevin R. Brock, opinion contributor — 05/22/19 09:00 AM EDT
    […]
    But it also misses the point Barr appears to be making. The IC does spy; that’s what they do. Barr may have been referring less to the FBI and more to the IC’s possible murky involvement.

    This seems to be validated by Barr’s second haymaker in as many weeks: his appointment of a surrogate investigator, U.S. Attorney John Durham. Why would the attorney general add a third investigation to those under way by Department of Justice Inspector General Michael Horowitz and U.S. Attorney John Huber? Because those investigations are focused on the FBI. Durham’s assignment is not similarly constrained; his marching orders appear broader.   
    Through Durham, Barr can start dusting for fingerprints across the government, not just the FBI. The squirming has begun.
    […]
    Barr also wants to understand the role of CIA confidential sources, or “assets,” that were cozied up next to Page and another former Trump campaign adviser, George Papadopoulos. Both were announced as Trump campaign members the same week in March 2016, and almost immediately began attracting attention from an interesting cast of characters associated with the agency long before the FBI counterintelligence investigation was launched that July.  

    The CIA has its own set of restrictions about the use of assets against Americans, and this deserves Durham’s focus as well. Former CIA Director John Brennan has commented on his belief in the sufficiency of FBI predication to investigate the Trump campaign but has said little about the CIA’s role in all of this. Durham will want to make sure that CIA asset activity didn’t somehow help create that predication

    https://thehill.com/opinion/judiciary/444802-ag-barr-puts-former-intel-bosses-on-notice

    Darum geht es jetzt:

    Glücklicherweise wurde in Australien, entgegen allen Wahlumfragen, ein Konservativer gewählt, mit dem es sich leichter plauschen läßt und dem Trump besonders herzlich gratuliert hat. 😉

    Und siehe da: Downer begab sich auf Baker-, Comey- und Brennan-Tour: Papadopoulos kommentierte das Interview so:

    Wie immer eine eigenwillige Interpretation:

    The full interview with Alexander Downer
    Posted Wed 22 May 2019, 4:00pm
    Updated Wed 22 May 2019, 4:00pm

    https://www.abc.net.au/radio/programs/russia-if-youre-listening/full-interview-with-alexander-downer/11138740

    Ein unerträglich arroganter, über Papadopoulos hämisch lachender Typ, der weder den Mueller-Report noch das Buch von P. gelesen hat, sich über beide aber ausläßt.
    Sein Einstieg ist tatsächlich der, daß die israelische Botschaft ihn auf P. aufmerksam gemacht habe. Die ersten drei Minuten sollte man mehrmals hören.
    Zunächst sagt er, als der Interviewer P.s Aussage vom 10.5.2016 so zusammenfaßt „the Russians had damaging information about Hillary Clinton“, ja, mehr war es auch nicht. Wenig später: „the Russians would release damaging information“. Bei Minute 24 sagt er dann: „he didn’t say they would release“, und daß von E-Mails nicht die Rede gewesen sei.
    Eingangs bleibt auch unklar, wann er seinen Report nach Canberra übermittelt hat. Von seiner ungewöhnlichen persönlichen Übermittlung des Gesprächsinhalts an die US-Botschaft in London am 26.7.2016 (nach Veröffentlichung der DNC-Mails am 22.7.2016) ist überhaupt gar nicht die Rede.

    Und natürlich hat er als Diplomat mit P. gesprochen, daher auch keine Aufzeichnung des Gesprächs. Sein Handy habe er nur hervorgeholt, um unhöflicherweise E-Mails und SMS zu checken. Eine klassische Vorwärts-Verteidigung…

    • Dagegen entwickelt sich die Aufklärung des Ibiza-Skandals regelrecht rasant:

      https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/27/hans-wollschlaeger-fake-news-updated/comment-page-148/#comment-82287

      Jetzt ist neben Rechtsanwalt Ramin Mirfakhrai auch derjenige bekanntgeworden, der als dessen Freund „Julian Thaler“, Sicherheitschef aus München und Vertrauter der falschen Lettin Aljona Makarowa fungierte und der im Video kurz zu sehen ist; wenig originell heißt er Julian Hessenthaler:

      23. Mai 2019 11:21
      [Video]
      Insider: Spur führt ins Rotlicht-Milieu

      e24.TV: Hinter dem Video steckt der Privatdetektiv Julian H., den Sie gut kennen. Wer ist das genau?

      Sascha Wandl: Julian H. ist der Sohn eines ehemaligen internationalen Waffenhändlers. Er ist einmal im Suchtgifthandel rechtskräftig verurteilt worden. Ich habe ihn im Jahr 2014 kennengelernt, ausgebildet und ihn für die Betriebsspionage bei Plasser und Theurer eingesetzt. Damals haben wir genau das gleiche Muster eingesetzt wie jetzt auch beim Fall in Ibiza. 
       
       oe24.TV: Sie haben dann 2014 gemeinsam mit Julian H. eine Firma gegründet.

      Wandl: Ja, diese Firma heißt Konsic. Mit dieser Firma haben wir unter anderem auch die Spionage für Plasser und Theurer gemacht. Ich bin dort dann 2016 ausgestiegen.

      oe24.TV: Sie sind sich sicher, dass Julian H. dieses Video produziert hat?

      Wandl: Julian H. hat an diesem Video mitgewirkt und es mitproduziert. Gemeinsam mit seinem besten Freund, dem Rechtsanwalt Ramin M. Das ganze Video trägt meine Handschrift.
      […]

      oe24.TV: Die zwei Hauptakteure hinter dem Video sind Ihrer Meinung nach Julian H. und Ramin M.?

      Wandl: Ja – die zwei haben das gemeinsam durchgezogen. Da bin ich mir sicher. Julian H. war der Hauptakteur und Ramin M. war wohl der Auftraggeber.

      oe24.TV: Haben Sie eine Ahnung, wer hinter diesem Video stecken könnte?
      Wandl: Es gibt einen politischen und einen finanziellen Hintergrund. Es dürfte einen politisch motivierten Auftraggeber gegeben haben.   

      oe24.TV: Wie viel hat die Produktion des Videos Ihrer Meinung nach gekostet?
      Wandl: Ich denke, dass die ganze Aktion zwischen 300.000 und 600.000 Euro gekostet hat.

      oe24.TV: Und um wie viel wurde dieses Video dann verkauft?
      Wandl: Meinen Informationen nach wollte man dafür zwischen 1,5 Millionen und 5 Millionen Euro haben.   

      oe24.TV: Sie sind sich sicher, dass Julian H. am Video mitgewirkt hat.
      Wandl: Ja, das ist definitiv er in dem Video. Und ich bin mir sicher, dass er das gemeinsam mit Ramin M. gemacht hat. 

      https://www.oe24.at/oesterreich/politik/Insider-Spur-fuehrt-ins-Rotlicht-Milieu/381385633

      EU-Infothek hat Hintergrundmaterial:

      Ibiza-Connection: Wien – München
      Redaktion EU-Infothek Mittwoch, 22. Mai 2019
      […]
      Der Wiener Rechtsanwalt Dr. Ramin Mirfakhrai nahm in mehreren Gesprächen mit der Familie Gudenus darauf Bezug, dass der Freund und Begleiter der angeblichen russischen Oligarchen-Nichte ein langjähriger Freund des Rechtsanwaltes sei. Das mag durchaus stimmen, zumal dieser Freund – jetzt in der Detektiv-Szene in München tätig – starke Wiener Wurzeln hat und zum Freundeskreis des Anwaltes, zu dem auch der Kampagnenleiter einer kleinen österreichischen Parlamentspartei zählt, gehört.

      Der sich als Freund und Begleiter der angeblichen Oligarchin Ausgegebene „Julian Thaler“ – so wurde er ausdrücklich auch vom Rechtsanwalt vorgestellt – ist im wirklichen Leben Herr Julian Hessenthaler, laut Bericht Omnia-Detektei GmbH.
      […]
      Spannend wird es in Bezug auf die von den Aufdecker-Medien Spiegel.de, Falter und insbesondere Süddeutsche Zeitung wiedergegebenen Stories über die aufregende Kontaktaufnahme mit dem Lieferanten des Videos, welcher einen USB-Stick übergeben hat. Angeblich dauerte das Prozedere bis zum Zusammentreffen mehrere Stunden. Dabei wäre es alles sehr einfach gewesen. Einer der Haupttäter, Julian Hessenthaler, hat sein Büro nur 6,2 Km von der Redaktion der Süddeutschen Zeitung in München entfernt! Eigentlich sind sie Nachbarn.
      […]
      Von besonderem Interesse ist auch der „Manager“ und Arrangeur der Villa in Ibiza:
      Morello Ragusa war bis vor sechs Jahren in Ibiza als Disc Jockey aktiv, kümmert sich aber seither um Immobilien. Auch der Wiener Rechtsanwalt Dr. Ramin Mirfakhrai soll angeblich mehrere Immobilien in Ibiza besitzen. Er ist Gesellschafter der URBANA Immobilien Verwertungs GmbH.

      Die Rechercheure von EU-Infothek und Omnia-Detektei stellten auch fest, dass die Villa mit zahlreichen Kameras ausgestattet war und ist, eine ergänzende Vertiefung der Videoüberwachung war somit technisch rasch zu erstellen. Alle wichtigen Ingredienzien wie WLAN für Fern-Liveübertagung sind an Ort und Stelle vorhanden gewesen und noch vorhanden.

      Das lässt die Frage zu, ob diese „Video-Zentrale “ nicht auch für andere Zwecke schon mehrmals verwendet wurde. Vielleicht gibt es viel mehr Opfer dieses Hauses als wir derzeit ahnen können.

      Zur Abrundung des Bildes ist natürlich auch die Person des Herrn Julian Hessenthaler bedeutsam: EU-Infothek vorliegenden Informationen nach ist der Kompagnon von Hessenthaler wegen Betruges vorbestraft.
      Herr Hessenthaler hat auch laut EU-Infothek vorliegenden Informationen für die Kanzlei Lansky in Zusammenhang mit der Kasachstan Affäre im Fall Aliyev zusammengearbeitet.
      Auch Rechtsanwalt Dr. Ramin Mirfakhrai hatte Lehrjahre in der Kanzlei Lansky verbracht, wie er auf seiner eigenen Website kundtut.
      […]

      http://www.eu-infothek.com/ibiza-connection-wien-muenchen/

      Hier die gelöschte Website der Fa. Konsic:
      https://web.archive.org/web/20181229153829/http://konsic.com/

      Und hier Hintergrund-Infos zu RA Lansky und die Kasachstan-Affäre, wo wir gleich eine Schnittstelle Politik/Lobbyismus/Geheimdienste besichtigen können:

      https://www.addendum.org/bvt/lansky/

      Über den Herrn Wandl weiß die EU-Infothek auch etwas:

      Ibiza-Connection: Detektiv war 2014 / 2015 in große Industrie-Spionage Affäre verwickelt
      Redaktion EU-Infothek Donnerstag, 23. Mai 2019

      Gestern enthüllte Chefredakteur Niki Fellner auf OE24.tv den Partner jenes Detektives, (Ibiza-Connection: Oe24.TV / Chefredakteur Niki Fellner präsentiert ehemaligen Partner des „Detektives“, EU-Infothek.com) welcher gemeinsam mit dem Wiener Anwalt (Ibiza-Connection: Schaltzentrale in Wiener Innenstadt, EU-Infothek.com) das „Ibiza-Video“ produzieren ließ.
      Dieser ehemalige Partner des Herrn Julian Hessenthaler, Sascha Wandl, hat bereits am 19.02.2016 eine sehr umfangreiche Selbstanzeige beim Bundesamt für Korruptionsprävention und Korruptionsbekämpfung über eine groß angelegte Industrie-Spionage, in welcher auch der Detektiv Hessenthaler verwickelt war, eingereicht.
      Auszug Textpassagen:
      „Die Aufträge wurden anfangs über mein Einzelunternehmen …. und zuletzt über die KONSIC GmbH (mit Sitz in München) abgewickelt.“
      „Er arbeitet laut Herrn Hessenthaler, Geschäftsführer der KONSIC GmbH, für eine Firma namens xxx, und schulde Herrn Hessenthaler einen Gefallen. Das Vorstellungsgespräch wurde mit einer Knopfkamera gefilmt. Es existieren hierüber Filmaufzeichnungen.“

      Diese umfangreiche Selbstanzeige über 15 Seiten stellt in diesem einem Fall minutiös dar, mit welchem Muster das große kriminelle Rad damals Wandl und sein Partner, Detektiv Julian Hessenthaler gedreht haben.  Die Frage, „wo noch“, wird von den Behörden zu klären sein – insbesondere in Zusammenhang mit der aktuellen Ibiza-Affäre, dem Wiener Anwalt Ramin Mirfakhrai und dem Detektiv Julian Hessenthaler.

      http://www.eu-infothek.com/ibiza-connection-detektiv-war-2014-2015-in-grosse-industrie-spionage-affaere-verwickelt/

      Frage: handelten die beiden auf eigene Faust oder hatten sie einen Auftraggeber?

      • Der Herr Wandl fand es allerdings unprofessionell, daß der Lockvogel als Nichte von Igor Makarov vorgestellt wurde, der bekanntlich keine Nichte habe.

        Makarov hatte sich auch bereits gemeldet:

        Russischer Milliardär kommentiert Strache-Video: „Ich habe keine Nichten“
        23:30 20.05.2019
        […]
        In dem Video, das für einen Eklat sorgte, bittet Strache eine vermeintliche lettische Milliardärin um Wahlkampfspenden und bietet ihr im Austausch Staatsaufträge an. Der mittlerweile zurückgetretene österreichische Vizekanzler hielt die Frau offenbar für Igor Makarows Nichte.

        Der russische Oligarch erklärte jedoch, dass er die Frau nicht kenne und mit ihr nicht verwandt sei.
        „Weit bekannt ist die Tatsache, dass ich das einzige Kind in der Familie war. Dementsprechend habe ich keine Nichten. Mit der Frau, die sich Aljona Makarowa nennt, bin ich nicht verwandt und überhaupt nicht bekannt“, zitiert die russische „Forbes“-Ausgabe den Unternehmer.
        Er nutze „alle juristisch zugelassenen Möglichkeiten“, um festzustellen, wer hinter der nicht autorisierten Verwendung seines Namens gestanden habe.
        […]

        https://de.sputniknews.com/oesterreich/20190520325016452-makarow-strache-video/

        Jetzt weiß er ja Bescheid. 😉

        • Und ein Nachtrag zu Alexander Downer, der deutlich macht, was für eine Art Politiker er ist:

          In 2002, the Australian Government withdrew from the United Nations Convention on the Law of the Sea (UNCLOS) clauses which could bind Australia to a decision of the Permanent Court of Arbitration in the Hague on matters of territorial disputes. Two months later, East Timor officially gained its independence from Indonesia.[3] In 2004, East Timor began negotiating territorial borders with Australia. In response to this, ASIS [Australian Secret Intelligence Service] used an Australian aid project to infiltrate the Palace of Government in Dili and install listening devices in the walls of the cabinet room.[10] This enabled ASIS to obtain top-secret information from treaty negotiators led by Prime Minister Mari Alkatiri. This provided the Australian Government with „an advantage during treaty talks“.[3] The installation of listening devices occurred 18 months after the 2002 Bali bombings, during a time of heightened ASIS activity in the Southeast Asia region.[7] In 2006, Australia and East Timor signed the second CMats treaty.[11]

          Before Witness K revealed ASIS’s clandestine activities, the treaty between Timor-Leste and Australia was ridiculed. Over 50 members of the US Congress sent a letter to Prime Minister John Howard calling for a „fair“ and „equitable“ resolution of the border dispute, noting East Timor’s poverty. Signatories included Nancy Pelosi, Rahm Emanuel and Patrick J. Kennedy.[12] Witness K made the Australian Government’s spying activities public after the Inspector-General of Intelligence and Security (IGIS) recommended he do so.[13]

          David Irvine, ASIS head (2003-2009) authorised the operation. His successor Nick Warner, ASIS head (2009-2017), assisted in an advisory role.[10] Foreign Minister Alexander Downer, who oversaw ASIS was overseas during the operation. According to the lawyer of Witness K, former ACT Attorney-General Bernard Collaery, successive Australian Governments from both major parties have actively sought to cover-up the incident.[10]

          Witness K revealed the bugging operation in 2012 after learning Foreign Minister Alexander Downer had become an adviser to Woodside Petroleum, which was benefiting from the treaty.[14]

          https://en.wikipedia.org/wiki/Australia%E2%80%93East_Timor_spying_scandal#Background
          Der Zeuge K und sein Anwalt wurden in der Folge mit Strafverfahren und Durchsuchungen überzogen.

          Hier gibt es eine kritische Reportage, in der auch Downer zu Wort kommt:

          Drawing the Line
          Posted Mon 17 Mar 2014, 5:43pm
          Updated Mon 24 Mar 2014, 2:21pm

          Interview with George Brandis, Attorney-General

          Transcript

          […]

          When Irvine took over ASIS [Australian Secret Intelligence Service], Woodside had at lot at stake in the Timor Sea. It headed a consortium with huge oil and gas leases at Greater Sunrise.
          Woodside’s then chief executive Don Voelte, was determined to get it developed.

          ALEXANDER DOWNER: Woodside is a huge Australian company and they were proposing to invest billions of dollars in Greater Sunrise to create wealth, which would inter alia have been wealth for Australians, but obviously substantially for the East Timorese as well. So I was all in favour of that. I was all in favour of it.

          MARIAN WILKINSON: Woodside’s Chairman, Charles Goode, was close to the Howard government. He also sat on the boards of top Liberal Party fundraising vehicles that generated millions of dollars in political donations.

          ALEXANDER DOWNER: I know Charles Goode. I don’t remember talking to Charles Goode about this issue because it was Don Voelte, the CEO, who came to see me.

          MARIAN WILKINSON: Woodside executives led by Voelte lobbied the government strongly during the 2004 negotiations.

          ALEXANDER DOWNER: Me, for my part, I reckon, I don’t know, I mean I haven’t checked, but I would’ve had certainly more than one, I should think three or four meetings with the CEO of Woodside and no doubt he had a couple of other people there and I would talk to them about how the negotiations were progressing. Well, of course I did. But I mean like there’s some . . .

          MARIAN WILKINSON: I guess . . .

          ALEXANDER DOWNER: …additional secret, I can’t think what there would’ve been…

          MARIAN WILKINSON: Okay specifically . . .

          ALEXANDER DOWNER: …I mean they wanted…I can tell you what they wanted. They wanted a stable investment regime if they were to exploit the Greater Sunrise field. That’s essentially what they wanted, so that’s what they were lobbying us for, and we were happy to talk to them about that.

          MARIAN WILKINSON: A key issue in East Timor’s legal case today is whether the 2004 bugging here at the Palace of Government was done for Australia’s national security interests, or for commercial interests.
          […]

          MARIAN WILKINSON: Alexander Downer was the minister authorising ASIS at the time and responsible for the negotiations. He won’t confirm the spying but says he did act in Australia’s national interests.

          ALEXANDER DOWNER: You don’t need to ask me about the intelligence operation allegations because you know no Australian government, past or present, will ever get into any discussion about intelligence operations. But suffice it to say the um Australian government was on Australia’s side in the negotiations and we did our best to make sure that we were ah able to achieve our objective, which was particularly an objective in relation to the delineation of the maritime boundaries.
          (Howard and Downer signing treaty and laughing)

          MARIAN WILKINSON: How much the bugging advantaged Australia is unclear. But in January 2006, both sides agreed to a new treaty covering Greater Sunrise.
          […]

          With billions at stake, Woodside hired a high profile lobbyist – former foreign minister, Alexander Downer.
          Australia’s Ambassador in Dili set up a meeting with Gusmao, saying Downer wanted a courtesy visit.

          ALEXANDER DOWNER: I mean I wasn’t lobbying them. I just asked them where their thinking was.

          MARIAN WILKINSON: Downer had a message from Woodside’s CEO saying the company would offer lots of development money if East Timor dropped the pipeline. But Gusmao was unmoveable.

          ALEXANDER DOWNER, LOBBYIST, BESPOKE APPROACH: I could see that politically he was really wedded to this idea and he wasn’t too interested in the floating LNG plant or the pipeline to Australia. So I mean I think basically, by the way, I think it’s because of this that the East Timorese have started to get into changing their whole approach to the CMATS Treaty.
          […]

          http://www.abc.net.au/4corners/drawing-the-line/5328634

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.