Hans Wollschläger-Fake News- Updated

Hans, Winterberg 11-04

Hans Wollschläger in Winterberg, 2004, Foto: Gabriele Gordon

Es hätte ja eigentlich genügt, meinen letzten Artikel zu ergänzen:

https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/17/fake-news-oder-wie-ich-zur-witwe-von-hans-wollschlaeger-wurde/

Aber irgendein Bug im WordPress-System ließ das nicht zu.

Die NZZ als Sprachrohr des gekränkten Bearbeiters der Wollschläger-Übersetzung des Ulysses von James Joyce, Harald Beck, hat nun auch dessen Zuarbeiter Hans Walter Gabler zu Wort kommen lassen.

Der Artikel hebt natürlich mit Fake News an:

Rettet den deutschen «Ulysses»

Aus rechtlichen Gründen liegt die revidierte deutsche Übersetzung von Hans Wollschläger auf Eis. Das darf nicht sein.

Hans Walter Gabler 26.3.2018, 05:30 Uhr

https://www.nzz.ch/feuilleton/rettet-den-deutschen-ulysses-ld.1366637

Sie liegt natürlich nicht nur aus rechtlichen Gründen „auf Eis“, sondern entscheidend deshalb, weil Beck das Wollschlägersch’e Kunstwerk zerstörte.

Die NZZ vom 2.3.2018 war jedenfalls schon mal näher an der Wahrheit:

Gabriele Gordon habe keinerlei Gesprächsbereitschaft gezeigt: «Sie hat es abgelehnt, Jonathan Landgrebe, den Leiter von Suhrkamp, und den Cheflektor Fellinger zu treffen. Offenbar hat sie dem Verlag schriftlich ihre Position dargelegt; sie begründet diese einerseits juristisch – in dieser Hinsicht sind ihre Ansprüche tatsächlich unanfechtbar. Anderseits führte sie angeblich literarische und philologische Gründe an: Wollschläger hätte der Neufassung nicht zugestimmt, argumentierte sie.»

https://www.nzz.ch/feuilleton/ulysses-neuedition-rechtlich-ist-die-sache-tot-ld.1361961

Der offenbar umfassend uninformierte Gabler meint:

Das grundsätzliche Einvernehmen zwischen dem Übersetzer, einem Team von Revisoren und dem Suhrkamp-Verlag datiert aus dem Jahre 2007. Leider verstarb Hans Wollschläger wenige Monate, nachdem das Übereinkommen erzielt worden war.

https://www.nzz.ch/feuilleton/rettet-den-deutschen-ulysses-ld.1366637

Daß bei diesem Treffen von 10.3.2007 irgendein Übereinkommen erzielt worden sei, davon träumt allenfalls der Suhrkamp-Verlag. Insofern existiert lediglich ein Protokoll des Verlags, das Hans Wollschläger nie zur Kenntnis nahm. Ob er wirklich die Fron auf sich genommen hätte, sich ein ganzes Jahr die Besserwissereien von Anglisten und Philologen anzuhören? Die keine Ahnung von Kunst haben?

Ich wage es zu bezweifeln.

Eins ist jedenfalls klar. Nur Hans Wollschläger selbst hätte seine eigene geniale Übersetzung überarbeiten können. Niemand sonst.

Gabler hüpft gleich hierauf:

Durch dieses aber bestärkt, verpflichtete der Verlag Harald Beck und seine Mitarbeiter zur Durchsicht und Überarbeitung der Wollschläger-Übersetzung. Entscheidend am Übereinkommen war, dass ein durchgesehener und revidierter Übersetzungstext nicht die wollschlägersche Verdeutschung überfremden würde. Die Überarbeitung verstand sich als Dienst an der Übersetzung und deren Dienst am Roman und an seinem Autor.

https://www.nzz.ch/feuilleton/rettet-den-deutschen-ulysses-ld.1366637

Warum bringt die NZZ derlei Lügen?

Klar, Beck möchte gern seine Vorgänger Dirk Vanderbeke und Dirk Schultze, die Kommentatoren der Wollschläger-Übersetzung  im Jahr 2004, auslöschen, denen er zuarbeitete. Genauso agiert sein Zuarbeiter Gabler.

Vanderbeke und Schultze verließen das Unternehmen, als ihnen klar wurde, wie sehr Beck es auf die Zertrümmerung  der Wollschläger-Übersetzung ankam.

Gabler:

Wie ich es mir vorstelle, könnte Grundlage einer Vereinbarung sein, dass Hans Wollschlägers «Ulysses» unverändert der rein deutsche Lesetext des Werkes vom Suhrkamp-Verlag bleibt. In Parallele dazu sollte der Verlag den Plan Siegfried Unselds umsetzen, eine zweisprachige «Ulysses»-Ausgabe anzubieten. In dieser würde dem englischsprachigen originalen Text der deutsche zugesellt, der, auf der Grundlage der Übereinkunft mit Hans Wollschläger, über zehn Jahre hinweg im Auftrag des Suhrkamp-Verlags erarbeitet wurde. Dass dieser überarbeitete Text im Wesentlichen nach wie vor den Übersetzungstext Hans Wollschlägers darstellt, nur eben in einer revidierten Fassung, welche Entsprechungen im Deutschen zum englischen Original präzisiert, wäre selbstredend hervorzuheben und vertraglich festzuhalten.

Es ist eine hohe Anerkennung der Übersetzung von 1975, dass sie eben nicht ersetzt wird, sondern im Kern bestehen bleibt. Der revidierte Wollschläger-Text in einer zweisprachigen Ausgabe sollte dabei selbstverständlich zu erkennen geben, wo er von Wollschlägers Fassung von 1975 abweicht und warum er das tut. Der englischsprachige Text der Herausgeber Hans Walter Gabler, Wolfhard Steppe und Claus Melchior steht rechtlich vorbehaltlos für die zweisprachige Ausgabe zur Verfügung.

https://www.nzz.ch/feuilleton/rettet-den-deutschen-ulysses-ld.1366637

Nun mag ja wohl Suhrkamp befeuert haben, die „neue“ Übersetzungs-Bearbeitung von Beck zu promoten, weil die alte von Wollschläger nicht mehr verkauft wird, da der Markt gesättigt ist.

Gablers Vorschlag ist nicht nur weltfremd, sondern auch kontrafaktisch, da die Wollschläger-Übersetzung durch Beck zerstört worden ist.

Und warum sollte ein kommerzieller Verlag wie Suhrkamp eine englisch-deutsche Ulysses-Ausgabe herausbringen, der die zehntausende Beck-Veränderungen an der Wollschläger-Übersetzung dokumentiert, die Beck auch noch begründen soll?

 

 

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3.189 Gedanken zu „Hans Wollschläger-Fake News- Updated

  1. Nun ja, nicht alle britische Medien sind dem Beispiel des Guardian gefolgt:

    Der Telegraph ließ sich von Polizei und Geheimdienst insoweit briefen, daß man zwar noch keine Tat habe, aber immerhin Täter in Sicht. Man beachte die Diskrepanz zwischen Überschrift und Text:

    Police identify key suspects in nerve agent attack on Sergei Skripal
    Robert Mendick, Chief Reporter
    20 April 2018 • 9:30pm

    Police and intelligence agencies have identified key suspects in the attempted assassination of Sergei Skripal and his daughter Yulia, The Telegraph understands.
    Counter-terrorism police are now trying to build a case against “persons of interest”, who are believed to be back in Russia.
    The Telegraph has been told that the criminal inquiry, expected to take many more months, is understood to have made a major breakthrough in identifying key people over the nerve agent attack.
    It is thought that a search of flight manifests in and out of the UK has yielded specific names in the hunt for the Skripals’ would-be assassins. Police have also drawn on extensive CCTV footage in Salisbury and have also trawled car number plate recognition cameras.
    But counter-terror police will hit a diplomatic brick wall in trying to interview – let alone prosecute – the suspects.
    Investigators have privately admitted the huge difficulties in bringing charges while any demands British authorities for access to the “persons of interest” will further ratchet up tensions between the UK and Russia.
    […]

    http://subscriber.telegraph.co.uk/news/2018/04/20/police-identify-key-suspects-nerve-agent-attack-sergei-skripal/

    Da wird das Publikum darauf eingeschworen, daß man nur nach „Russen“ sucht, die nach London flogen und nach dem Attentat zurück, denn die sind von Interesse. Letztlich wird das Ganze Monate dauern und nichts dabei herumkommen, denn Rußland wird jegliche Zusammenarbeit blockieren – während tatsächlich GB, wie schon im Litwinenko-Fall, jegliche Zusammenarbeit mit Rußland blockiert.

    The emails of Yulia Skripal, 33, who lives in Moscow, were monitored prior to her flight to the UK to visit her father the day before they collapsed on March 4, giving the hit squad advance notice of when he would be guaranteed to be at home.

    Lachhaft. Hierzu hatte Lawrow bereits am 20.4.2018 angemerkt:

    They claim that the Main Intelligence Directorate (GRU) of the Russian General Staff read Yulia Skripal’s emails for years. But you must be able to read her emails as well to say so. The more explanations they offer, the more questions we have.

    http://www.mid.ru/en/foreign_policy/news/-/asset_publisher/cKNonkJE02Bw/content/id/3178517

    Die FAZ hat das Stück treulich nacherzählt:

    http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/fall-sergej-skripal-behoerden-haben-verdaechtigen-identifiziert-15555821.html

    Sogar unter Zitierung dieser einzig kritischen Passage beim Telegraph:

    David Videcette, a former Metropolitan police detective who investigated the 7/7 London suicide bombings, said: “Gathering the evidence to prove which individuals tried to kill the Skripals is going to be very difficult.
    “There may be circumstantial evidence that shows certain Russians were on certain flights and were also in Salisbury at the time but that doesn’t necessarily prove evidentially that they carried out the attack. I suspect that is where the police have got to so far.”
    A Metropolitan Police spokesman said: „We are not discussing specific lines of enquiry.“

    http://subscriber.telegraph.co.uk/news/2018/04/20/police-identify-key-suspects-nerve-agent-attack-sergei-skripal/

    Aber richtig interessant ist natürlich, was in diesem von der Regierung inspirierten Artikel in der FAZ weggelassen wird,

    Da heißt es einigermaßen verwirrend:

    The decontamination process is expected to take several months with work on the local police station, two ambulance stations and the council building prioritised.

    Officials from the Department for Environment, Food and Rural Affairs (Defra), joined local council, police and health chiefs in trying to reassure the public at a residents’ meeting on Thursday evening.

    Defra’s chief scientific adviser Ian Boyd told the meeting: “We have to make an assumption that in certain circumstances there will be relatively high concentrations, probably in very, very specific locations, which could be at levels that could be toxic to individuals.
    “In these locations, there may well be higher concentrations that we still have to find, but we already know there are some high concentrations within those locations.”

    http://subscriber.telegraph.co.uk/news/2018/04/20/police-identify-key-suspects-nerve-agent-attack-sergei-skripal/

    Die Defra hatte sich dem Regierungsnarrativ zuvor so untergeordnet:

    https://www.gov.uk/government/news/clean-up-work-underway-in-salisbury-in-next-phase-of-recovery

    Und pressemäßig Weiteres insinuiert:

    The nerve agent does not evaporate or disappear over time, experts said, and intense cleaning with caustic chemicals is required to get rid of it.
    […]
    Grass and stones will be removed from public areas around the Maltings shopping centre, and all material found to be contaminated will be incinerated.

    http://www.bbc.com/news/uk-43798068

    Ich hatte dazu am 18.4. gepostet:

    „Das soll natürlich erklären, wieso die OPCW 14 Tage nach dem Vorfall noch A-234 in nicht abgebauter Form in Umwelt-Proben sichern konnte. Man kriegt das hartnäckige Zeug, das aber angeblich sehr flüchtig sein soll, nur mit Chemikalien weg… Aber natürlich besteht laut Defra für die Bevölkerung keine Gefahr. Und beim Friedhof war gar nichts, obwohl sich die Skripals dort aufgehalten haben.“
    https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/27/hans-wollschlaeger-fake-news-updated/comment-page-10/#comment-73388

    Diese Saga wird jetzt also durch die Defra noch hochgefahren. Denn natürlich hat Rußland recht: die OPCW hätte 18 Tage nach dem Vorfall kein A-234 in reiner Form mehr finden können. Ich muß mich also korrigieren: der Vorfall fand am 4.4 statt, die OPCW-Untersuchung frühestens am 22.4.2018.

    Was für ein Auffrischen der Spuren an den durch GB der OPCW vorgeführten Tatorten spricht. Und deshalb spurt auch die Defra, die zuvor bemüht war, die Bevölkerung zu beruhigen, diese Bemühung jetzt aber offensichtlich aufgeben mußte, um die zutreffende russische Beanstandung des OPCW-Berichts kontern zu können.

    Man muß es sich vorstellen, wieviele Millionen die Regierung dieser antirussische Hoax kostet: denn alle diese betroffenen Geschäftsleute in Salisbury müssen ja entschädigt werden.

    • Und dabei blieb es natürlich nicht; die britische Presselandschaft ist jedenfalls ein Desaster:

      Da wurden – entstellend – Berichte aus einem russischen Boulevard-Medium „übernommen“:

      Yulia Skripal’s fiancé linked to security services
      Marc Bennetts, Moscow
      April 23 2018, 12:01am, The Times

      The fiancé of Yulia Skripal, who was poisoned by a nerve agent in Salisbury, works at an organisation with links to the Russian security services and has gone into hiding.

      Stepan Vikeev, 30, has not been seen since Yulia, 33, and her father, Sergei, 66, a former Russian military intelligence officer, were poisoned last month, the Moskovsky Komsomolets newspaper reported.

      Mr Vikeev has not answered Ms Skripal’s calls since she was discharged from hospital and deleted all his social media accounts after the attack, for which the government has blamed Russia.

      Mr Vikeev is believed to work at the Institute of Modern Security Problems, a Moscow-based organisation thought to have links to Russia’s security services. The institute is said to be headed by his mother, Tatiana, 61, who was honoured in 2008 for her services to the Russian state.

      Media reports in Moscow say that Mrs Vikeev was cold towards Ms Skripal and could not accept that her son was involved with the daughter of Mr Skripal, whom she considers a traitor because he turned double agent and handed secrets to Britain. Nevertheless, she is said to have been a regular visitor to the couple’s apartment in Moscow before Ms Skripal’s trip to Britain on March 3.

      Mr Vikeev is believed to have graduated from Moscow’s State University of Management, one of Russia’s top business schools.

      The newspaper said that Ms Skripal was “hysterical” when Mr Vikeev failed to return her telephone calls. The couple began living together in 2013 and moved into a rented apartment in western Moscow in January while Ms Skripal’s one-bedroom apartment was being renovated.

      A neighbour told Moskovsky Komsomolets that Mr Vikeev and Ms Skripal would obsessively lock the entrance door to their shared hallway “as if he were afraid of something”. The couple were last seen together on February 26, when they celebrated Mr Vikeev’s birthday with friends.

      The couple are said to have had a shared interest in video games and both speak Spanish. Neighbours said they could often be seen walking their dogs near the apartment but that Mr Vikeev had not been seen since early last month.

      “Either Stepan has been questioned and advised to lay low or he is hiding from journalists and law enforcement,” the paper reported.
      Mr Vikeev’s father, Vladimir, recently had a heart operation and is said to live most of the year in the countryside near Moscow. He appears to have no known connection to the security services and is thought to have worked on church restorations before his illness.
      […]

      https://www.thetimes.co.uk/edition/news/skripal-fianc-linked-to-security-services-hgxzds8h2

      Was soll uns das sagen? Daß es auch in Rußland Boulevard-Medien gibt, die behaupten, daß jemand, der Management studiert hat, Verbindungen zu russischen Geheimdiensten hat?

      In einem Kommentar zum Times-Artikel heißt es:

      Germann Arlington 20 minutes ago

      It seems that our valiant journalists are back with their usual propaganda again.
      They could have provided a link to the original articles

      http://www.mk.ru/politics/2018/04/18/otravlenie-skripaley-nashlis-broshennaya-mashina-i-taynaya-kvartira-yulii.html

      and the earlier

      http://www.mk.ru/social/2018/04/06/tayny-boyfrenda-yulii-skripal-sblizilis-na-fone-igry-v-pristavku.html

      which they attempted to translate but their efforts were quite poor.

      Their selection of „facts“ from Moskovsky Komsomolets articles is rather revealing.

      Some „facts“ are missing and other „facts“ are completely misrepresented but I am sure that it has nothing to do with what their political masters tell them to „report“.

      „Mr Vikeev is believed to work at the Institute of Modern Security Problems, a Moscow-based organisation thought to have links to Russia’s security services.“

      There is no „Institute of Modern Security Problems“ in Russia.

      Mr Vikeev actually worked/works at „Института высших управленческих кадров“ [an equivalent of] Chartered Management Institute

      His mother is a director of „Институт современных проблем безопасности“ is a small company (https://sbis.ru/contragents/7743937068/774301001)
      It looks like the company is specialising in corporate information and cyber security.

      „Media reports in Moscow say that Mrs Vikeev was cold towards Ms Skripal and could not accept that her son was involved with the daughter of Mr Skripal, whom she considers a traitor because he turned double agent and handed secrets to Britain.“

      In fact Mrs Vikeev did not warm towards Ms Skripal (but she was not Ms Skripal’s girlfriend, so they did not have to be very friendly). It had nothing to do with Ms Skripa’s father.

      „A neighbour told Moskovsky Komsomolets that Mr Vikeev and Ms Skripal would obsessively lock the entrance door to their shared hallway ‚as if he were afraid of something‘.“
      Once again this statement is inaccurate.
      The actual quote from the article is

      „Степан все время закрывал дверь в тамбур, как будто боялся чего-нибудь.“
      „У нее [мама Степана, Татьяна Васильевна] тоже был пунктик насчет закрытия двери“

      It looks like only Mr Vikeev had a habit of locking the apartment’s front door which he seems to have „inherited“ from his mother.

      Es sieht so aus, als ob wir nur noch mit Lügen gefüttert werden.

        • Die NZZ macht sich über Gerüchte lustig, serviert aber bereits in ihrem ersten Absatz eine Falschnachricht und eine irreführende Halbwahrheit:

          Wer hat am ersten März-Sonntag versucht, den ehemaligen russischen Agenten Sergei Skripal und dessen Tochter Julia zu vergiften? In dem Fall, der zur Ausweisung von über hundert russischen Diplomaten aus westlichen Ländern und zu einer Eiszeit in den britisch-russischen Beziehungen geführt hat, lag der Fokus in den letzten Wochen auf der verwendeten Substanz, laut den britischen Analysen ein bisher nur in Russland produziertes Nervengift der Nowitschok-Klasse. Die internationale Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) bestätigte diesen Befund.

          https://www.nzz.ch/international/spekulationen-indiskretionen-und-fragwuerdige-quellen-im-fall-skripal-ld.1379846

          Auch, was sie zum Fall Litwinenko schreibt, ist von vorne bis hinten falsch.

          Daß der Mirror herumphantasiert, war zu erwarten:

          Demnach soll der Täter ein Agent des russischen Geheimdienstes FSB sein. Die Zeitungsgruppe «Mirror» nannte den Namen und den Codenamen («Gordon») des Verdächtigen.
          https://www.mirror.co.uk/news/uk-news/former-spy-codenamed-gordon-identified-12404228

          Die Story wurde mehrfach abgeschrieben, sie stammt jedoch von einer einzigen Quelle: Boris Karpitschkow, einem 59-jährigen ehemaligen KGB-Agenten, der laut eigenen Angaben 1998 aus Russland floh und später in Grossbritannien Asyl erhielt. Karpitschkow erzählte seine Geschichte der Polizei, danach dem Kriminalreporter des «Mirror». Er behauptet, «Gordon» zu kennen und einmal selber als Attentäter auf ihn angesetzt worden zu sein.

          Scheint ja nicht geklappt zu haben.

          Überhaupt zucke ich bei dem Namen „Gordon“ immer zusammen; da gilt auch für den zwielichtigen Hamish de Bretton Gordon, den cherrycoke vorhin vorgestellt hat:

          „Auch zu Skripal hatte er einiges zu sagen. Zum Beispiel hier“:

          http://www.dailymail.co.uk/news/article-5590067/Nerve-agent-used-poison-Russian-spy-designed-4-hours-work-allow-culprits-flee.html

          https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/27/hans-wollschlaeger-fake-news-updated/comment-page-12/#comment-73510

          Und daß die Daily Mail die Times weit übertrifft, sollte einen nicht wundern:

          Die «Mail on Sunday» legte am Sonntag einen weiteren angeblichen Verdachtsmoment auf.
          http://www.dailymail.co.uk/news/article-5642691/Yulia-Skripals-mystery-partner-goes-hiding-mother.html

          Die Quelle liegt diesmal in Moskau. Dortige Sicherheitsexperten sollen behaupten, der Verlobte Julia Skripals und dessen Mutter seien abgetaucht. Die 30-jährige Julia war, wie man weiss, am Tag vor dem Mordversuch aus Moskau abgereist, um den Vater in England zu besuchen. Ihr gleichaltriger Verlobter Stepan Vikeew und die Mutter hatten laut Julias Freundeskreis viel Zeit in Julias Moskauer Wohnung verbracht. Laut der Zeitung gehörten beide dem Geheimdienst FSB an; Sergei Skripal, der Vater, habe die Verbindung ungern gesehen, heisst es weiter. Die Enthüllung könnte, wenn sie stimmt, die Erkenntnisse der britischen Geheimdienste ergänzen, gemäss denen der E-Mail-Verkehr der Skripals jahrelang von russischen Hackern angezapft wurde.

          https://www.nzz.ch/international/spekulationen-indiskretionen-und-fragwuerdige-quellen-im-fall-skripal-ld.1379846

          Herrje!

          Die Devise, die die NZZ für eine russische hält, beherzigt sie selbst:

          Die Devise lautet: Je lauter der Gefechtslärm im Propagandakrieg, umso weniger hörbar sind konkrete Hinweise. Ob sie plausibel sind oder nicht, ist so gesehen zweitrangig.

    • „..die OPCW-Untersuchung frühestens am 22.4.2018.“
      Eigentlich schon am 21. 4., um genau zu sein. So steht es doch in dem Update vom 4.April nach dem 59. Treffen der EC der OPCW (Punkt 3.)

      https://www.opcw.org/fileadmin/OPCW/EC/M-57/en/ecm57dg01_e_.pdf

      „On 19 March 2018 an advance team of OPCW experts deployed to the United Kingdom for preliminary discussions in connection with the technical assistance visit. Following this, a full team deployed on 21 March 2018.“

        • Was, „Und?“ ?
          Ich korrigierte nochmals Ihre Korrektur Ihrer eigenen früheren Aussage, der guten Ordnung halber, nichts weiter. Ist das so verwerflich? Alle Blog Beiträge fokussieren doch grundsätzlich auf Details und Genauigkeit, das sollte ja nicht nur für Medienartikel gelten.

          In Ihrem vorherigen Beitrag vom 23. April 2018 um 23:52
          https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/27/hans-wollschlaeger-fake-news-updated/comment-page-12/#comment-73504
          heißt es
          „Diese Saga wird jetzt also durch die Defra noch hochgefahren. Denn natürlich hat Rußland recht: die OPCW hätte 18 Tage nach dem Vorfall kein A-234 in reiner Form mehr finden können. Ich muß mich also korrigieren: der Vorfall fand am 4.4 statt, die OPCW-Untersuchung frühestens am 22.4.2018.“

          Nach den vorliegenden OPCW pdf, zuvor von Ihnen noch zitiert, steht aber:

          2. The TAV team deployed to the United Kingdom on 19 March for a pre-deployment and from 21 March to 23 March for a full deployment.

          Ergo *frühestens* nach 17 Tagen, also ab dem 21.4.2018.

          PS- ehe Sie schimpfen: Ja, ich sehe, daß eine neue Seite begonnen wurde und werde auch anschließend überwechseln!

    • „caustic chemicals“ sind nichts so großartig tolles und high sophisticated wie es klingen mag. Es handelt sich einfach um mehr oder minder ätzende, basische Stoffe. Verdünnte Natronlauge, gebrannter Kalk, …, ja vielleicht sogar Natron und Seife (nicht pH-neutrale).

  2. Danke einmal wieder dafür, daß sich dieser Blog so tapfer gegen die aktuell immer schlimmeren Auswüchse des Informationskriegs stemmt – ein wichtiger Beitrag um den nächsten Schießkrieg (frei nach Schmidt) zu verhindern.

    Wer noch zweifelte am bewußten Einsatz von Medienkampagnen im Dienste des Militärs, konnte sich im März in der Rede von CENTCOM-Commander Joseph Votel an den US-Senat auf Seite 39 persönlich davon überzeugen:
    „CENTCOM combines actions and information by employing assets ranging from print, radio,
    television, and the internet to conduct robust, synchronized information operations in
    order to influence,
    disrupt, corrupt, or usurp our adversary’s decision making.“

    https://www.armed-services.senate.gov/imo/media/doc/Votel_03-13-18.pdf

    Der seit fast 30 Tagen in der ecuadorianischen Botschaft in London von Internet, Telefon und Besuchsrecht isolierte Julian Assange hat den Zusammenhang einmal schön auf den Punkt gebracht: „If wars can be started by lies, peace can be started by truth“

    Es lautet also weiterhin die Devise: #ReconnectJulian

    https://twitter.com/hashtag/ReconnectJulian?src=hash

    Der Twitterfeed von Julian Assange ist wieder aufgenommen worden, aber leider noch nicht von ihm selbst:

    Ein weiteres Beispiel für kriegsvorbereitende Propaganda ist die Berichterstattung zu den Protesten im Iran Anfang des Jahres.
    Es wurden die Proteste in vielen Medienberichten als Ausdruck einer extremen Unzufriedenheit der Menschen im Iran mit ihrer Regierungsform und der iranischen Außenpolitik dargestellt, obgleich das Gegenteil der Wahrheit näher ist, wie folgende Meinungsumfrage ergab (im darunter aufgeführten Artikel verlinkt):

    http://cissm.umd.edu/sites/default/files/CISSM%20Jan%202018%20Iran%20Results%20and%20Trend%20Tables%20-%20FINAL_0.pdf

    http://www.theamericanconservative.com/articles/how-american-media-spin-doctored-the-iranian-protests/

    Im deutschen Fernsehen lief neulich ein sehr gutes Interview mit Katajun Amirpur zum selben Thema:

    Möge doch bitte die deutsche Regierung ihr Volk würdig vertreten, indem sie mäßigend und konfliktentschärfend einschreitet gegen das ohrenbetäubende Kriegsgetrommel dieser Tage.

    • Danach sieht es aber leider nicht aus.

      Außenministertreffen in Toronto
      Maas schließt Russlands Rückkehr zur G7 aus

      FDP und Linke forderten unlängst Russlands Rückkehr zur Gruppe der sieben großen Industriestaaten. Außenminister Heiko Maas hat diesen Forderungen nun eine klare Absage erteilt. Auch in der eigenen Partei sorgt er damit offenbar für Unmut.
      Sonntag, 22.04.2018 23:48 Uhr

      Außenminister Heiko Maas hat einer Rückkehr Russlands in die G7-Gruppe der führenden westlichen Industriestaaten eine klare Absage erteilt. „Bisher sind die Voraussetzungen nicht geschaffen worden, dass es da nochmal eine Veränderung gibt“, sagte er beim G7-Außenministertreffen im kanadischen Toronto. „Und insofern ist das im Moment überhaupt kein Thema.“
      […]
      2014 wurde Russland dann aber wegen der Annexion der ukrainischen Krim wieder ausgeschlossen. Maas machte deutlich, dass eine Wiederaufnahme erst möglich ist, wenn es den damaligen Ausschlussgrund nicht mehr gibt. „Das liegt einzig und alleine an Russland selber“, sagte er.

      Die Bundesregierung bemüht sich derzeit zusammen mit Frankreich darum, den Gesprächsfaden mit Russland zur Lösung des Syrien-Konflikts wieder aufzunehmen. Der SPD-Politiker Maas nimmt Moskau gegenüber trotzdem eine harte Haltung ein, die auch in der eigenen Partei umstritten ist. „Ich bin jemand, der die Diskussion nicht scheut“, sagte Maas dazu. Er betonte erneut, dass er vor Gesprächen ein Entgegenkommen Russland erwarte. Dafür müsse Moskau „konstruktive Angebote machen“.

      Nach einem Bericht der „Welt“ haben sich die SPD-Ministerpräsidenten Manuela Schwesig (Mecklenburg-Vorpommern) und Stephan Weil (Niedersachsen) sowie der stellvertretende SPD-Vorsitzende Ralf Stegner in der Sitzung des SPD-Präsidiums am Samstag kritisch zum Kurs des Außenministers geäußert. Weil habe für stärkere „Signale der Verständigung“ geworben und von „weit verbreiteten Irritationen“ gesprochen, dass dieser Akzent zu wenig gesetzt werde.
      […]

      http://www.spiegel.de/politik/ausland/heiko-maas-russlands-rueckkehr-zur-g7-ausgeschlossen-a-1204234.html

      Wer hat diesen Traumtänzer bloß zum Außenminister emacht? Als ob Rußland die Krim herausgeben würde!

      G7-Gipfel in Toronto
      Nichts geht ohne Putin
      Nach den Militärschlägen in Syrien setzen die G7-Nationen wieder auf eine politische Lösung. Sie verurteilen Russland gemeinsam, gleichzeitig wollen sie mit Putin reden. Nur: Wie kann der an den Tisch gelockt werden?

      Aus Toronto berichtet Matthias Gebauer
      Montag, 23.04.2018 04:17 Uhr
      […]
      Die Kurskorrektur aber ist für den Außenamtschef alternativlos. Nur aus einer Position der Einigkeit heraus, so seine Linie, werde der Westen von Moskau noch ernst genommen. Dem SPD-Mann mag es nicht leichtgefallen sein, die völkerrechtlich fraglichen Vergeltungsschläge der Partner USA, Frankreich und Großbritannien erforderlich zu nennen. Eine deutsche Sonderrolle aber hätte Berlin im Kreis der West-Mächte wohl endgültig marginalisiert.
      […]
      Unter Diplomaten schwirren durchaus Szenarien herum, wie man Putin locken könnte. Eine Zusicherung, dass Russland seine strategisch wichtigen Militärstützpunkte in Syrien halten kann, wäre eine Option. Daneben könnte der Westen sich trotz der eklatanten Verbrechen von Assad darauf einlassen, dass der Machthaber zumindest den Übergang zu einer neuen Regierung begleitet. Putin könnte entscheiden, wann er ihn aus dem Spiel nimmt.

      Zudem könnten Milliarden aus dem Westen Putin zurück an den Verhandlungstisch bringen. Zwar hat Russland durch seine Einmischung dem Assad-Regime schon heute zur Rückeroberung fast aller Gebiete von den Rebellen verholfen. Einen milliardenschweren Wiederaufbau des ruinierten Lands aber will er sicherlich nicht schultern. Kommt es zu einem solchen Deal, könnte sich Putin im eigenen Land nicht ganz zu Unrecht als Sieger des Konflikts darstellen.
      […]
      Wie hartleibig die Russen derzeit agieren, erlebte Maas kurz vor Abflug nach Toronto. Gut eine Stunde lang telefonierte er mit seinem Amtskollegen Sergej Lawrow, dem Chef-Emissär Putins. Statt über neue Verhandlungen aber redete Lawrow lieber ausführlich über die unglaublichen Anschuldigungen des Westens gegen Moskau. Der Wille zum konstruktiven Dialog war selbst bei maximalem Optimismus nicht zu erkennen.
      […]

      http://www.spiegel.de/politik/ausland/g7-gipfel-in-toronto-mit-heiko-maas-nichts-geht-ohne-wladimir-putin-a-1204242.html

      Uninformiert, arrogant, rechtlos. Was soll man dazu noch sagen? Wer wollte Rußland seine syrischen Basen wegnehmen? Und natürlich sollen die Syrer bestimmen, von wem sie regiert werden wollen.

      In all dem Elend eine Leseempfehlung für eine gute Linksammlung zu Douma:

      Und hier zeigt Hayward, wie gewissenhaft man mit widersprüchlichen Meldungen, Behauptungen und Augenzeigenberichten umgehen kann:

      A Staged Chemical Attack In Douma? A note on the evidence so far
      Posted on April 21, 2018 by timhayward

      This week has seen the release of interviews with doctors and children (here and here) who appeared in the video, widely circulated in the Western media, that showed a distressing scene in a clinic in Douma. In that scene, doctors were allegedly treating victims of a chemical attack. However, their own witness testimony now points to a staging of the scene.
      But should we trust that testimony?

      An article published yesterday in The Intercept (Robert Mackey, ‘Russia sows doubts over chemical attack in Syria, aided by pro-Trump cable channel’) states a meaningful challenge:

      https://theintercept.com/2018/04/20/russia-sows-doubts-chemical-attack-syria-aided-pro-trump-cable-channel/

      „There was no way of knowing if any of the medical personnel who spoke to the reporters in the presence of government minders had been coerced into making those statements by threats from Assad’s secret police, the mukhabarat, to harm their families — as the head of the largest medical relief agency in Syria told The Guardian they were.“
      https://www.theguardian.com/world/2018/apr/17/syria-crisis-medics-intimidated-over-douma-gas-attack

      […]

      https://timhayward.wordpress.com/2018/04/21/a-staged-chemical-attack-in-douma-a-note-on-the-evidence-so-far/

      U.a. bringt er zwei Videos, die ich noch nicht kannte:

      Inside Douma, the site of apparent Syrian chemical attack

      CBS Evening News
      Am 16.04.2018 veröffentlicht
      International weapons inspectors say Syria and Russia have blocked them from entering the site of a chemical attack in Douma. But CBS News‘ Seth Doane got inside the city on Monday, and spoke with victims of the attack.

      „My throat hurts“ – Swedish news team in building of suspected gas attack in Syria – Nyheterna (TV

      TV4Nyheterna
      Am 18.04.2018 veröffentlicht
      Nyheterna i TV4 från 2018-04-18: The Syrian military has admitted the first international reporters into Douma. TV4 News correspondents Stefan Borg and Felix Larnö managed to locate the building that

      Daß beide unabhängig voneinander mit demselben Mann gesprochen haben, ist wohl kein Zufall.

      • @ Angelika Roll:

        https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/27/hans-wollschlaeger-fake-news-updated/comment-page-12/#comment-73499

        Telephone conversation with President of France Emmanuel Macron
        Vladimir Putin had a telephone conversation with President of the French Republic Emmanuel Macron.
        April 23, 2018
        […]
        The two presidents discussed the situation in Syria after the missile strikes by the United States and its allies. The Russian President stressed that the campaign, which was an extremely grave violation of international law, resulted in extra complications of the political settlement of the Syrian crisis. In this context, the parties noted the importance of the OPCW experts’ mission in Syria.
        […]

        http://en.kremlin.ru/events/president/news/57330

        In der Tat, da wird Putin ihn zurechtgestoßen haben: aber nun hat Macron ja seinen dreitagigen Staatsbesuch in den USA, der erste überhaupt, den Trump veranstaltet; das wird Macron wieder aufrichten. Während Heiko Maas bei den UN antichambriert, um Deutschland ein Westblock-Plätzchen im Sicherheitsrat zu verschaffen und Merkel am Freitag nur einen Arbeitsbesuch bei Trump absolviert, vermutlich zur Verteidigung deutscher Wirtschaftsinteressen. Von der Leyen bereitet den Boden dafür mit einem 450 Millionen-Aus(f)rüstungspaket für die Bundeswehr.

        Wo leben wir eigentlich?

        Immerhin, der Guardian hat nach seinem letzten Desaster, Regierungspropaganda nachzuplappern:

        Russia spread fake news via Twitter bots after Salisbury poisoning – analysis
        Propaganda from Russian-operated accounts grew by 4,000% in aftermath of attack, Whitehall says
        Heather Stewart
        Thu 19 Apr 2018 22.30 BST Last modified on Thu 19 Apr 2018 22.53 BST
        […]

        https://www.theguardian.com/world/2018/apr/19/russia-fake-news-salisbury-poisoning-twitter-bots-uk

        Erst einmal eine Sendepause eingelegt:

      • Anmerkung: Die „largest medical relief agency in Syria “ ist UOSSM (Union of Medical Care and Relief Organisations). Das ist genau wie die White Helmets, SAMS oder die Doctors Under Fire eine verkappte Regime-Change-Organisation, die Propaganda für eine militärische Intervention betreibt. Der notorische Hamish de Bretton-Gordon ist ein Berater.

        Über HBG gibt es mehr Informationen hier:

        http://acloserlookonsyria.shoutwiki.com/wiki/Porton_Down_investigates_Syria#British_MI6_operation

        Bei Doctors Under Fire arbeitet HBG mit „BBC-Doktor“ Saleyha Ahsan zusammen, die Offizierin der britischen Armee ist und in dem Fake Documentary „Saving Syria’s Children“ mitwirkt.

        Das Website-Design der Doctors Under Fire entspricht dem der von einem anderen Sandhurst-Absolventen James Le Mesurier gegründeten Site der White Helmets.

        HBG hatte laut eigener Auskunft auf dem Brown-Moses-Blog (Bellingcat) noch 2013 ein Büro in Porton Down. Den Armeedienst hatte er da schon quittiert.

        Auch zu Skripal hatte er einiges zu sagen. Zum Beispiel hier:

        http://www.dailymail.co.uk/news/article-5590067/Nerve-agent-used-poison-Russian-spy-designed-4-hours-work-allow-culprits-flee.html

        Die Kommentare zu lesen lohnt sich.

      • Andersdenkende, die ihr glaubt, ein Recht zu haben, eine nonkonforme Meinung äußern zu dürfen, zieht euch warm an:

    • Schlagartig signed + shared, danke!
      Dieses ’solitary confinement‘ ohne due process ist ja schlimmer als es Chelsea Manning und selbst die berühmten ‚Angola three‘ im hell hole Knast Angola/ Lousiana teils 40 Jahre erdulden mussten, denn selbst dort waren Besuche und/oder Telefonate gelegentlich erlaubt.

      Auch GB dreht weiter an der Eskalations-und Kriegsspirale mit immer neuen Maßnahmen gegen Russland, natürlich basierend auf Propaganda-Lügen:

  3. Ein paar Fakten zu Syrien:

    Da sieht man, wie das Ausland den angeblichen „Bürgerkrieg“ ausgestattet hat. Da er keiner war, haben die „Rebellen“ verloren.

    Jetzt geht es, zusammen mit palästinensischen Kräften gegen eine Siedlung palästinensicher Flüchtlinge im Süden von Damaskus, in der HTS und IS seit Jahren gegeneinander wüten:

    Dasselbe geschieht auch in West-Aleppo:

    https://muraselon.com/en/2018/04/jihadi-civil-war-flares-up-again-in-western-aleppo-dozens-killed/

    Und natürlich auch in Idlib. Die Islamisten dezimieren sich gegenseitig.

    Da kann ich ja direkt an die ZEIT-Bejublung von Macron anknüpfen:

    https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/27/hans-wollschlaeger-fake-news-updated/comment-page-12/#comment-73462

    Warum steht der Westen nicht gegen die von Erdogan und seinen islamistischen Horden verübten Verbrechen gegen Jesiden auf?

    Ganz einfach. Die Türkei ist NATO, und die kritisiert man nicht. Genauso erging es christlichen Stimmen pro Assad – die wurden verschwiegen.

    • Little Napoleon muss noch froh sein, wenn ihm zu Hause nicht eine französische Revolution droht. Für May mag ähnliches gelten. Es wäre nur gerechte Folge, wenn beide ‚regimes‘ gekippt würden. Dann braucht Merkel aber einen sehr langen Faden und Nadel zum Flicken ihres Bündnisses.

      „Die Türkei ist NATO, und die kritisiert man nicht“- außer wenn sie sich erdreistet, von Russland Waffen zu kaufen. Dann drohen die NATO Partner USA ihr auch notfalls schon mal mit Sanktionen.

      „Ankara claims to have agreed to purchase the Russian S-400 missile system, which could potentially lead to sanctions under section 231 of CAATSA and adversely impact Turkey’s participation in the F-35 program. “
      aus:
      https://docs.house.gov/meetings/FA/FA00/20180418/108182/HHRG-115-FA00-Wstate-MitchellA-20180418.pdf

      RT hatte berichtet:
      https://www.rt.com/news/424616-turkey-us-sanctions-s400-russia/

      • Zum Schutz der eigenen Waffenindustrie werden wohl eher Sanktionen angedroht als zum Schutz der in Afrin bedrohten Kurden und Jesiden. Und was Syrien gern nachgesagt wird, nämlich „ethnische Säuberung“, findet jetzt in Afrin statt: hardcore Islamisten werden in Afrin angesiedelt; da stehen jetzt viele Häuser leer:

        Das sind Leute aus East Qalamoun.

        Danke für die Skripal Updates:

        https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/27/hans-wollschlaeger-fake-news-updated/comment-page-12/#comment-73483

        https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/27/hans-wollschlaeger-fake-news-updated/comment-page-12/#comment-73481

        Da ist etwas faul im Staate Dänemark.

        Besonders beeindruckend ist allerdings der Informationskrieg, der über die Ereignisse in Douma ausgebrochen ist.

        York ist von der HuffPo, die sich mächtig ins Zeug legt.

        YouTube ist auch dabei…

        Und Arm in Arm die britische Regierung und der Guardian:

        Hier die Reaktion der „bots“:

        Die üblichen Verdächtigen sind auch dabei (Higgins Tweets werden immer furchtbarer):

        „Russian bots“ – Ian56 Completely Refutes UK Government’s Malicious Allegations
        Am 20.04.2018 veröffentlicht
        „Russian bots“ – Ian56 completely refutes the UK government’s malicious, completely fabricated & false allegations that he is a „Russian bot“ live on Sky News.

        Man beachte die Moderatoren…

        Hätten die Leitmedien und die Politiker Substanzielleres als social media-Beweise, dann wäre diese Kampagne wohl überflüssig.

    • Über Macrons/Frankreichs ‚very important role to play‘ im Nachkriegs-Syrien hatte der ja heute Gelegenheit, sich mit Putin (und vermutlich dessen eigener very important role to play) dazu auszutauschen.
      Leider erfahren wir entgegen der meist üblichen Kreml Gewohnheit nicht, auf wessen Initiative das Telefonat geführt wurde. Dem ‚Tonfall‘ nach kann man aber eine gewisse Resolutheit seitens Putin erkennen.

      http://en.kremlin.ru/events/president/news/57330

  4. Frau Wolff hat mich auf einen Denkfehler meinerseits aufmerksam gemacht. Deshalb wegen den Patenten zu „Novichok“ , (falls Interesse besteht)

    geben Sie den Begriff hier in das Feld „Suche im Volltext“ ein

    https://depatisnet.dpma.de/DepatisNet/depatisnet?action=einsteiger

    oder hier nach Auswahl von „Full text“ im Pull-Down-Menue in die Eingabezeile

    https://patentscope.wipo.int/search/en/search.jsf

    Und dann natürlich Suche abschicken.

    Ich erhalte im ersten Fall über 40 Treffer, bei der WIPO sogar 136 Fundstellen.

    Diese Patente sind gewiss nicht alle russisch.

    • Also gut, kommen wir auf den von Dipfele geposteten Tweet zurück:

      https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/27/hans-wollschlaeger-fake-news-updated/comment-page-11/#comment-73438

      Angelika Roll hatte darauf geantwortet:

      „..“ das russische „Nowitschok“ – ein Kampfstoff, der in Russland entwickelt und produziert wurde.“
      War klar, daß die dabei bleiben würden, danke Herr Maas. Hoffentlich endet er und sein Bundesgesindel wie Comey hoffentlich bald enden wird…“

      Gegen Comey läuft ein Verfahren des „internal watchdog“ wegen Leakens, und seinen Vize wird es härter erwischen:

      Während der fragliche Artikel des AA auf staatliche russische Medien eindrischt – und dabei selber haarsträubende Unwahrheiten und absurde Schlußfolgerungen darbietet:

      Falsche Gerüchte im Fall Skripal
      20.04.2018 – Artikel
      In den sozialen Medien kursieren Meldungen, ein Schweizer Labor hätte einen anderen Giftstoff als „Nowitschok“ in Salisbury nachgewiesen. Die Behauptung ist nachweislich falsch.
      […]
      Staatlich kontrollierte russische Auslandsmedien verbreiten seit der vergangenen Woche in Europa, ein Labor in der Schweiz habe in den Proben das Gift „BZ“, also einen anderen Giftstoff als das russische „Nowitschok“ nachgewiesen. Es sei darum nicht belegbar, so die Behauptung, dass „Nowitschok“ für den Giftanschlag verwendet wurde.
      […]
      In der am Tatort in Salisbury entnommenen Originalprobe hingegen hat das Labor ohne Zweifel das russische Gift „Nowitschok“ nachgewiesen. Der Nervenkampfstoff wurde in höchster chemischer Reinheit, nahezu frei von Verunreinigungen nachgewiesen. Den komplexen Giftstoff so konzentriert herzustellen ist nur in hochprofessionellen Laboren möglich – ein starkes Indiz dafür, das staatliche Akteure im Herkunftsland des Giftes an dem Attentat beteiligt gewesen sein müssen.
      […]

      https://www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/themen/abruestung-ruestungskontrolle/-/2002990

      kommentiert SPON:

      Der Bericht auf der Website des Amtes scheint der Tonlage des neuen Außenministers Heiko Maas zu folgen. Wiederholt hat der SPD-Politiker in jüngster Zeit mit deutlichen Worten die Politik Russlands kritisiert, unter anderem hier im Interview mit dem SPIEGEL.
      […]
      Was – offenbar aus diplomatischer Zurückhaltung – nicht erwähnt wird: Der russische Außenminister Sergej Lawrow hatte vergangene Woche die Darstellung selbst in Umlauf gebracht. Die russische Nachrichtenagentur Interfax zitierte den Vertrauten von Präsident Wladimir Putin mit den Worten, ein Schweizer Labor habe in den Blutproben Spuren des chemischen Kampfstoffes BZ gefunden.
      „Diese Substanz findet sich im Arsenal der US-Armee, Großbritanniens und anderer Nato-Länder“, sagte der Außenminister am 14. April. Und weiter: Die Erkenntnisse des Labors seien jedoch in dem Bericht der OPCW unerwähnt geblieben.

      http://www.spiegel.de/politik/deutschland/fall-sergei-skripal-auswaertiges-amt-kritisiert-falsche-meldungen-aus-russland-a-1204024.html

      Kein Grund also, russische Medien anzugreifen. Die haben nur berichtet, was der Außenminister tatsächlich gesagt hatte.

      Die Sache ging aber weiter:

      Auch nach dem jüngsten OPCW-Bericht beharrt Moskau auf seiner Version: An diesem Freitag erklärte Lawrow gegenüber dem russischen staatlichen Nachrichtenportal „Sputnik“ nun, für ihn sei es „offenkundig“, dass die Briten der OPCW nicht einfach eine Probe vom Tatort vorgelegt, sondern diese Organisation auch „angewiesen“ hätten, in der Probe einen bestimmten Stoff nachzuweisen. Dieser Stoff sei hochkonzentriert, was darauf hinweise, dass er just vor Beginn der Analyse in die Probe eingespritzt worden sein müsse, zitiert „Sputnik“ den russischen Außenminister auf seiner deutschsprachigen Website.
      […]

      http://www.spiegel.de/politik/deutschland/fall-sergei-skripal-auswaertiges-amt-kritisiert-falsche-meldungen-aus-russland-a-1204024.html

      https://de.sputniknews.com/politik/20180420320410904-lawrow-skripal-gift-zugemischt/

      Was hat Lawrow denn nun wirklich gesagt?

      Zunächst zur Kontrollprobe mit BZ:

      Sergey Lavrov: This was done on purpose to test the professionalism of those who were supposed to do the analysis.
      […]
      I do not claim that they injected [BZ into the samples], that they tried to deceive everyone.

      Question: They said themselves that BZ was contained in the control sample.

      Sergey Lavrov: Indeed, but we need to check if this is in keeping with the existing quality control procedures.

      http://www.mid.ru/en/foreign_policy/news/-/asset_publisher/cKNonkJE02Bw/content/id/3178517

      Offenbar gingen die russischen Fachleute – so wie ich 😉 – nicht davon aus, daß Kontrollproben ein echter Kampfstoff beigefügt wird. Das war vermutlich ein Irrtum.

      Lawrows weitere Ausführungen verwirren mich:

      I’m not going to go into details, since the bulk of the report is confidential, but it is well known that by contacting the OPCW for technical assistance, the British did not just give them a sample of the agent taken at the scene of incident, but told them it was a sample and asked them to find a particular chemical agent in it. In other words, it was an order placed with that lab. Once they were done with this technical function, the OPCW experts confirmed that it was exactly the agent that the British had mentioned to them.

      Woher hat er das?

      In dem OPCW-Dokument vom 4.4.2018 steht davon nichts.

      https://www.opcw.org/fileadmin/OPCW/EC/M-57/en/ecm57dg01_e_.pdf

      War es nicht vielmehr so, daß die Labore etwas festgestellt haben, woraufhin die OPCW gewertet hat, sie stimmten mit der Porton Down-Analyse überein – die niemand kennt, außer GB und die OPCW, die Russen dagegen nicht?

      Lawrow:

      However, it was an unadulterated and highly concentrated agent, which means that it was injected into the vial just before the test took place, because otherwise it would have undergone certain metabolic processes over a couple of weeks since the incident and would have a completely different chemical composition.

      In der Tat, das ist erklärungsbedürftig, aber daß die OPCW-Leute, die laut Beschreibung die Proben selber genommen haben, vor Absendung der Proben an die Labore damit herumgepfuscht haben, kann ich mir nicht vorstellen.
      Lawrow meint wohl, es bedarf solcher Provokationen, um das eigentliche Ziel zu erreichen: herauszubekommen, um was es sich wirklich handelt.

      Lawrow:

      What we do know about the OPCW mission’s trip to the UK at London’s invitation and the way it worked there is not consistent with the very strict procedures that are stipulated in the Chemical Weapons Convention. But we are not accusing anyone. We have asked dozens of questions, and we would like to receive answers to them from grown-up and professional people. We want professional communication. Maybe it will have to wait until there are professionals in the UK government. As of now, communication appears impossible.

      http://www.mid.ru/en/foreign_policy/news/-/asset_publisher/cKNonkJE02Bw/content/id/3178517

      Ambassador Alexander Yakovenko’s talking points at the Press Conference, 20 April 2018
      […]
      – These are just a few examples. The most important point is that the report contains very little detail. Russia will not take at face value any conclusions until our experts will be provided with access to the victims, as well as to all materials of the OPCW expert analysis and the entire volume of the real information regarding this incident the UK has at its disposal.

      https://www.rusemb.org.uk/article/519

      Zumal Außenstehende demgegenüber mit Geheim-Material versorgt werden:

      20.04.2018
      Embassy’s press secretary response to a media question on the statements by Vladimir Uglev
      […]
      A: Yesterday we learned from the BBC that the self-proclaimed inventor of the so-called “Novichok” Mr Vladimir Uglev was sure that the Skripals had been poisoned with A-234. He comes to this conclusion “from all the spectrum data [he] was sent recently”.
      This is quite an extraordinary statement. It essentially means that a private citizen has been provided with the information that the Russian Side has not been able to obtain from the British authorities for weeks.
      By the way, earlier, statements based on access to “intelligence data” were made by Mr Hamish de Bretton-Gordon, the former commanding officer of the UK’s chemical regiment.
      […]

      https://www.rusemb.org.uk/fnapr/6497

      • Also das ist alles überaus verwirrend und auch ich werde nicht recht schlau aus Lavrovs Worten, so, wie sie da wiedergegeben werden.
        Was allerdings ja drastisch ins Auge fällt, ist der SPON Bericht. Der schreibt
        da doch glatt ‚BLUTPROBEN‘, während Lavrov nur von ’samples‘ sprach, so jedenfalls die Wiedergabe bei TASS. Nach meinem Verständnis ging es da eher um die ‚TatORT‘ /Umgebungsproben.
        Allerdings liegt uns der Interfax Report nicht vor.

        Außerdem würde es bedeuten, daß Spiez doch nicht nur für die environmental Proben zuständig wäre, wie Davrem und ich doch den entsprechenden Dokumenten glauben entnommen zu haben.
        (nicht gespeichert, da müsste ich im Blog etliche Seiten zurückblättern)

        „Woher hat er das?“

        Woher Lavrov seine Kenntnisse oder Vermutungen hat über die Vorgangsweise des TAV der OPCW mit den Briten vor Ort, also die angedeutete Mauschelei, verrät er ja nicht, also kann man nur mutmaßen von anwesenden Vertrauenspersonen, Spionen oder whistleblower?
        Er scheint aber sehr sicher zu sein, da er schreibt „it is well known …“
        und
        “ *What we do know* about the OPCW mission’s trip to the UK at London’s invitation and the way it worked there is not consistent with the very strict procedures that are stipulated in the Chemical Weapons Convention.“

        Er könnte sich theoretisch dabei aber auch nur auf die britische und von der OPCW übernommene Formulierung ‚verify [ the British] findings‘.
        Dazu hatte es nach meiner Erinnerung doch irgendwo (bei den Russen?) auch einen Kommentar gegeben, solche Formulierung und Praxis käme bei der OPCW nicht vor . -?

        • Nachreichung der links und PDFs von Spiez nochmals:
          Davrem am 17.4. :
          https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/27/hans-wollschlaeger-fake-news-updated/comment-page-9/#comment-73306

          „Da Schweizer Labor ist gar nicht qualifiziert für die Durchführung von autentical biomedical tests:

          https://www.opcw.org/fileadmin/OPCW/S_series/2017/en/s-1516-2017_e_.pdf

          sondern nur für autentical environmental tests:

          https://www.opcw.org/fileadmin/OPCW/S_series/2017/en/s-1529-2017_e_.pdf

          Die in der Schweiz identifizierten Substanzen stammen demnach nicht aus dem Blut.“
          ——-
          Ich hatte beide pdf gecheckt und bestätigte das, die Dokumente mit den Listen sind von 2017.

          Allerdings hatte er auch zutreffend gesagt:

          „Das alles ändert nichts an der Tatsache, dass die „Chain of Custody“ erst ab dem Moment der Probenahme gesichert scheint, die bekanntermassen 14 Tage nach dem Vorfall stattfand. Es ist völlig unerheblich, was die Labore gefunden haben, wenn man vorher alle Zeit der Welt hatte, Beweise zu präparieren oder zu beseitigen.“
          und
          „Labor Spiez hat sicher einen guten Job gemacht. Wenn UK aber 14 Tage Zeit hatte, den Tatort zu präparieren, findet Labor Spiez, was gefunden werden soll.“

          Wohl wahr und Lavrov wird sich auch darauf bezogen haben.

        • Richtig.

          Das steht hier:

          21 March 2018 21:29
          Briefing by Director of the Foreign Ministry Department for Non-Proliferation and Arms Control Vladimir Yermakov, Moscow, March 21, 2018
          […]
          Moving on, we learned that on March 19, 2018 experts from the OPCW Technical Secretariat paid a visit to Great Britain after being invited formally by Mrs Theresa May to independently verify the analysis that had been made by the British government of the Salisbury incident.
          […]
          Russia expects both London and the OPCW to provide a formal detailed review on all matters related to the Skripal case. We need full opinions with detailed evidence of the implementation of the appropriate chain of custody procedures under the CWC.

          In addition to this, we intend to clarify with the OPCW under which paragraph of CWC Article VIII is the OPCW Technical Secretariat cooperating with Great Britain. It is important to note that Article VIII is devoted to the OPCW structure and the distribution of powers among its bodies.
          Moreover, another thing to keep in mind is that under the CWC the Technical Secretariat is not entitled to analyse national findings, as Britain has requested.
          […]

          http://www.mid.ru/en/press_service/spokesman/briefings/-/asset_publisher/D2wHaWMCU6Od/content/id/3134581

          Genau das hat die OPCW mit ihrer Politik, die Laboruntersuchungen und die Porton Down-Erkenntnisse zu verschweigen, aber in ihrem allgemein gehaltenen Bericht zu bestätigen, allerdings vollbracht.

          Ihr Nachbohren hat nun allerdings auch bei mir zum Nachbohren beigetragen – und nun weiß ich, daß Lawrow recht hat.
          In der Tat hat GB der OPCW ihre eigenen Ergebnisse von Porton Down zur Verfügung gestellt, auf daß die OPCW-Labore diese Ergebnisse bestätigen sollten.

          OPCW Technical Secretariat
          S/1612/2018
          12 April 2018
          Original: ENGLISH
          NOTE BY THE TECHNICAL SECRETARIAT SUMMARY OF THE REPORT ON ACTIVITIES CARRIED OUT IN SUPPORT OF A REQUEST FOR TECHNICAL ASSISTANCE BY THE UNITED KINGDOM OF GREAT BRITAIN AND NORTHERN IRELAND
          (TECHNICAL ASSISTANCE VISIT TAV/02/18)
          […]

          6. The team requested and received splits of samples taken by British authorities for delivery to the OPCW Laboratory in Rijswijk, the Netherlands, and subsequent analysis by OPCW designated laboratories. This was done for comparative purposes
          and to verify the analysis of the United Kingdom.

          7. The team was briefed on the identity of the toxic chemical identified by the United Kingdom and was able to review analytical results and data from chemical analysis of biomedical samples collected by the British authorities from the affected individuals, as well as from environmental samples collected on site.

          8. The results of analysis of biomedical samples conducted by OPCW designated laboratories demonstrate the exposure of the three hospitalised individuals to this toxic chemical.

          9. The results of analysis of the environmental samples conducted by OPCW designated laboratories demonstrate the presence of this toxic chemical in the samples.

          10. The results of analysis by the OPCW designated laboratories of environmental and biomedical samples collected by the OPCW team confirm the findings of the United Kingdom relating to the identity of the toxic chemical that was used in Salisbury and severely injured three people.

          11. The TAV team notes that the toxic chemical was of high purity. The latter is concluded from the almost complete absence of impurities.

          12. The name and structure of the identified toxic chemical are contained in the full classified report of the Secretariat, available to States Parties.
          – – – o – – –

          https://www.opcw.org/fileadmin/OPCW/S_series/2018/en/s-1612-2018_e_.pdf

          Zu meiner Schande muß ich gestehen, mir dieses verräterische pdf nicht eher angesehen zu haben. Die OPCW hat sich eindeutig mißbrauchen lassen. Und in dem Bericht für die OPCW-Staaten, also auch Rußland, ist sie offensichtlich ganz allgemein geblieben.

          Kein Wunder, daß Rußland mißtrauisch ist.

        • Genau. Und aus dem Report hatte ich ja zuvor auch schon auf die Diskrepanz bez. Punkt 12. (the name) hingewiesen. Laut Lavrov enthielt das an die members verteilte Dokument aber keinen Namen des Giftstoffes.

          http://www.mid.ru/en/foreign_policy/news/-/asset_publisher/cKNonkJE02Bw/content/id/3169545
          Wo er auch nur mit “ the samples“ , abgelesen von der Mittelung, zitiert wird.

          “ It contains no names, Novichok or any other. The report only gives the chemical formula, which, according to our experts, points to an agent that had been developed in many countries and does not present any particular secret.“

          Welcher weitere Grund darüberhinaus noch eine Rolle spielt, ebenfalls angeführt von Davrem, steht in meinem Ergänzungskommentar (PK?)

          Eigentlich haben wir es hier mit einem crime zu tun, wenn ich das richtig sehe.

        • ? nö, wieso? Abgesehen davon, daß er, wie auch Putin grundsätzlich zum Scherzen neigt, in diesem Zusammenhang hat er doch Recht. Nur ist der Satz unglücklich übersetzt und gemeint ist sicher
          „Sergey Lavrov: I do not claim that they injected [BZ into the samples],*in order to*(with the intention to) try to deceive everyone.“
          Was er ja auch nicht behauptet hatte.

  5. Heute zunächst dies

    Saturday, 21 April 2018

    THE HAGUE, Netherlands — 21 April 2018 —The Fact-Finding Mission (FFM) team of the Organisation for the Prohibition of Chemical Weapons (OPCW) visited one of the sites in Douma, Syrian Arab Republic today to collect samples for analysis in connection with allegations of chemical weapons use on 7 April 2018. The OPCW will evaluate the situation and consider future steps including another possible visit to Douma.

    The samples collected will be transported to the OPCW Laboratory in Rijswijk and then dispatched for analysis to the OPCW’s designated labs. Based on the analysis of the sample results as well other information and materials collected by the team, the FFM will compile their report for submission to the States Parties to the Chemical Weapons Convention for their consideration.

    • visited one of the sites

      ?

      Gab es denn mehrere? Und beschränkt sich die OPCW auf die Entnahme von Proben, die nichts ergeben werden, was dann damit begründet werden kann, daß das Chlorin bereits zerfallen ist?

      Bei früheren Fact Finding Missions wurden doch auch Waffen untersucht und Zeugen vernommen: entfällt das jetzt?

      Laut Videos gab es nur einen „Tatort“, nämlich das Gebäude mit den Leichen. Der zweite war ein offensichtlich präparierter „Tatort“, der im nachfolgenden Video dekonstruiert wird:

      Die Informationspolitik der OPCW paßt sich dem medialen Umfeld an:

      Hier erläutert Ortiz ihre WH-Videos aus Ost-Aleppo vom letzten Jahr.

      Auch nicht der Rede wert:

      Merkwürdigerweise sind es allerdings Militärs, die die offizielle Verion bezweifeln:

      Und MoA zum groupthink der Medien:

        • Davon abgesehen, daß wir dieses OPCW Dokument hier schon hatten, möchte ich aber meine Bemerkung im derzeit noch liegenden Kommentar korrigieren:
          Ich irrte mich in Bezug auf ’site 1 + 2′; es geht doch aus dem Text hervor, daß es sich dabei um die zu besuchenden vermuteten ‚Tatorte‘ handelt.

          („[…]The security for the sites where the FFM plans to deploy …“)

          Insofern war Ihr Hinweis wertvoll und korrekt, ich tat Ihnen Unrecht, sorry!

        • Ich nehme an, daß mit den beiden „Sites“ die unter Nr. 2 und 3 eingezeichneten gemeint sind. Es gibt aber nur Videos von dem „Tatort“ Nr. 3:

        • „Ich nehme an, daß mit den beiden „Sites“ die unter Nr. 2 und 3 eingezeichneten gemeint sind.“

          Gut möglich, demnach wäre also die ‚bakery‘ das Gebäude mit der ‚Bettbombe‘ durchs Dach, oder wie? Na, wenn sie sich die auch ansehen wollen.. 😉 Ob auf Lavrovs Geheiß -er wollte das ja- bezweifele ich aber.

          Und die location, die im Souterrain das Krankenhaus beherbergt wird also als eine bzw ein und dieselbe gezählt, wie der Raum mit den Kinderleichen.
          Das hatte ich nun nicht vermutet und als zwei gesonderte ‚Tatorte‘ gewertet.
          Ich erinnere mich auch an keinen Bericht, wonach das im selben Gebäudekomplex gewesen sei.

        • Exakt! Die Bäckerei war nach der „Oppositions“-Propaganda Objekt eines vorangegangenen Chemieschlages, zu dem es aber kein Video gibt. Möglich, daß „die Bombe auf dem Bett“ dort positioniert wurde.

          Das Krankenhaus, das kein „Tatort“ im engeren Sinne ist, liegt in der Nähe von „site 3“, ist aber ein anderes Gebäude.

          Ich bemängelte ja gerade die fehlende Aussagekraft der Pressemeldung der OPCW vom 21.4.2018:

          https://www.opcw.org/news/article/opcw-fact-finding-mission-team-visits-douma-syria/

          Man erfährt nichts über die Art und Weise des Vorgehens… Etwa, ob die 22 nach Damaskus gebrachten Zeugen in der Wartezeit vernommen wurden: mit von al-Nusra ausgewählten Zeugen hatte die OPCW doch keine Probleme, oder? Darauf stützte der jetzt abgeschaffte UN-JIM doch seit Jahren Verurteilungen Syriens.

        • Das demnach dort nicht aufgeführte Krankenhaus wird die OPCW aber ganz gewiß auch als möglichen Tatort inspizieren wollen, auch und schon wegen der kontroversen Ärzteaussagen und ich bin der Meinung, wie ich schrieb, daß im selben Gebäude darüber die überwiegend Kinderleichen platziert wurden. Da müsste ich mich dann irren.

          Die OPCW berichtet doch wohl grundsätzlich erst nach vorliegenden Untersuchungsergebnissen en detail über ihre vorgenommenen Aktivitäten, weshalb ich das in der Kurzmitteilung auch nicht erwartete oder vermisste.

          Wer den Bericht zuerst erhält, weiß ich auch nicht, schließe aber die UN ebensowenig aus, wie GB, die sich ja als ‚Auftragsgeber‘ aufspielten, auch wenn Moskau das zuerst gefordert hatte.

      • „Gab es denn mehrere?“
        Na doch wohl jedenfalls noch das Krankenhaus, den Drehort des Propaganda Videos, ungeachtet der diversen Widerlegungen (die das FFM Team möglicherweise noch nicht einmal registriert hatte) und ihren Procedere Vorschriften folgend.
        Die von Sabine angeführten ’site1′ und site 2′ halte ich in dem Zusammenhang nicht unbedingt für die ‚Tatorte‘, sondern eher eine Art Treffpunkte, Startpunkte der Mission.

        Wir hoffen doch mal, daß mit weiteren ’sites‘, also vermuteten Tatorten nicht das dem Team übermittelte Massengrab mit dort ja gewiss präparierten Leichen gemeint sein wird! Wenn es überhaupt stimmt und nicht eine ambush Falle ist.

        Für Ihre weiteren Fragen bin nicht ich für eine Antwort zuständig! 😉
        Ich fand auch Ihren Erstkommentar etwas schroff und unangemessen:
        Der OPCW Tweet, BTW von morgens 07:49 NL Ortszeit am Samstag entspricht eigentlich deren üblicher Vorgehensweise (ob die grundsätzlich „Informationskrieg“ betreibt kann ich nicht beurteilen)
        und wir erfahren doch eine Menge mehr als “ (denn es ist ja absolut nichtssagend)“:
        Immerhin besagten sämtliche Schlagzeilen bis zum Morgen des 21.4. und diesem Tweet doch das Gegenteil: den noch nicht erfolgten Besuch. Dies war klar ein Novum.

  6. Zunächst ein paar Realitäten aus Syrien:

    Ich denke mal, daß eher der saudi-arabische Steuerzahler anzusprechen wäre, falls es solche gibt. Jedenfalls war das hinterlassene Arsenal der Islamisten in Qalamoun (zwischen der libanesischen Grenze und Damaskus) nach ihrem Abzug gewaltig:

    Aber viel wichtiger ist ja die Propaganda über Syrien, ob sie nun von Politikern oder Medien stammt.

    In Hollywood haben die White Helmets ja gewonnen (aber vielleicht ist Clooney ja doch noch rechtzeitig aufgewacht?), beim Ex-Pink Floyd-Sänger sind sie gescheitert.

    Exclusive Emails Show How The White Helmets Tried To Recruit Roger Waters With Saudi Money
    grayzoneproject
    2 days ago
    By Max Blumenthal

    During a Barcelona concert on April 13, Roger Waters denounced the Syrian White Helmets as “a fake organization that exists only to create propaganda for jihadists and terrorists.” Warning that the groups’ unverified claims about chemical weapons attacks across insurgent-held territory were aimed at triggering Western military intervention, Waters cautioned his audience, “If we were to listen to the propaganda of the White Helmets and others, we would encourage our governments to start dropping bombs on people in Syria. This would be a mistake of monumental proportions for us as human beings.”

    […]
    In fact, Waters had first hand experience with the powerful pro-war PR operation behind the White Helmets. Back in October 2016, a public relations firm representing the White Helmets called The Syria Campaign attempted to recruit Waters by inviting him to a lavish dinner organized by a Saudi-British billionaire, Hani Farsi. The rock legend and renowned activist was told that by signing on to the organization’s mission, he could help “elevate the voices of Syria’s peaceful heroes”

    Just days before his recent concert in Barcelona, Waters was lobbied again to support the White Helmets, this time by an eccentric French photojournalist affiliated with what he described as a “very powerfull [sic] syrian network.” The activist demanded to join Waters on stage and deliver a message for the “children of syria.”
    Waters did not respond to either request.

    These emailed solicitations from White Helmets representatives and activists were provided by Waters to the Grayzone Project, and are published in full at the bottom of this article. The documents demonstrate how the organization’s well-funded public relations apparatus has targeted celebrities as the key to the hearts and minds of the broader Western public.
    […]

    https://grayzoneproject.com/2018/04/19/exclusive-emails-show-how-the-white-helmets-tried-to-recruit-roger-waters-with-saudi-money/amp/

    Mal wieder Frankreich. Mich wundert es nicht.

    Auch in Deutschland prallen die Journalisten aufeinander:

    Das war natürlich ein Fehler, den IS zu nennen, es war Jaish al-Islam. Und nach offiziellen Darstellungen Rußlands und Syriens hat – jedenfalls in Douma – gar nichts stattgefunden – was Khan Sheikun angeht, gehe ich von einem Mischtatbestand aus.

    Der SPIEGEL, der in der heutigen Ausgabe u.a. ein kritisches Stück über den durchgeknallten Julian Reichelt von BILD bringt, schließt sich an:

    Der Gegner steht fest – trotz der flächendeckenden Regierungstreue der ör-Sender:

    Wie so oft: das Volk stört nur… 😉

    • Da ja auch das obige OPCW-Statement zum Informationskrieg gehört:

      https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/27/hans-wollschlaeger-fake-news-updated/comment-page-12/#comment-73460

      (denn es ist ja absolut nichtssagend),

      möchte ich auf das Trommelfeuer in der ZEIT (Print) 17/2018 vom 19.4.2018 eingehen, die sich offenbar zum Ziel gesetzt hat, das tumbe Volk umzuerziehen. Man merkt die Absicht und ist verstimmt.

      Auf S. 1 darf Josef Joffe polemisieren:

      Von Zauderhand
      Deutschland lobt die Attacke auf Syrien, macht aber nicht mit. Erst kam die Selbstfesselung, dann die Heuchelei.

      Das ist natürlich Verantwortungsverweigerung. Die Bundeswehreinsätze im Ausland zählen nicht, denn da soll ja kein Blut fließen. Und daß es die Regierung nicht mit Clausewitz hält: „der Politik und Gewalt als unzertrennliche Zwillinge sieht“, bedauert Joffe offensichtlich. Und so wird Europa gegen all die Gefahren, insbesondere durch Rußland und den Iran, „unterhalb seiner Gewichtsklasse boxen“.

      Warum arbeitet dieser Geiferer nicht bei der BILD? Da würde er vortrefflich hinpassen.

      Auf S. 2 geht es, unter tatkräftiger Mithilfe von Bittner und Thumann, weiter im Text:

      Deutschland, fast startklar
      Von wegen „mehr Verantwortung“: Das angeblich mächtigste Land Europas braucht endlich eine strategische Debatte über seine Außenpolitik. Über militärische Fähigkeiten muss dabei auch geredet werden

      Seufz. Es geht um ein militarisiertes Europa, das nicht das Europa ist, wie es geplant war und wie ich es erlebte in der Zeit der deutsch-französischen Freundschaft, unter deren Programm ich 1972, mit 16, dieses wunderbare Land erstmals erlebte. Sprachkurs nebst Unterkunft bei einer französischen Familie in der Bretagne.

      Unter diesem Artikel gibt es vier Kommentare von sorgsam ausgewählten „Syrern in Deutschland“: nur einer ist skeptisch:

      Der Westen sollte sich als Grund für seine Angriffe etwas Originelleres einfallen lassen. Massenvernichtungswaffen waren bereits beim Irakkrieg 2003 der Vorwand.

      Aktham Suliman, 48, Autor

      Und als ob es der Leser nicht schon längst kapiert hätte, was man ihm einreden will, folgt auf S.3 ein Macron-Jubel-Artikel:

      Er hat was vor, wir haben Bedenken
      Man muss nicht alles richtig finden, was Emmanuel Macron für die EU fordert. Aber wie wäre es, wenn aus Berlin mal ein paar eigene Vorschläge kämen?

      Von T. Hildebrandt, M. Krupa, U. Ladurner und M. Schieritz.

      Dabei sind die Deutschen froh, daß der EU-Euphoriker Schulz gegen den EU-Bremser Scholz ausgetauscht wurde, denn wirklich niemand außer ein paar Eliten und Neocons wie Macron will mehr Macht für Europa. Und schon gar nicht mehr Geld für Europa, dessen Verteilung die Geldgeber nicht steuern können.

      Man muß bis zum Wirtschaftsteil vordringen, um zu verstehen, warum Macron, der Schreck der Gewerkschaften, von unseren Medien so geliebt wird: weil er wie ein Konzern-Lenker regiert. Und weil er den „Reformstau“ aufgelöst hat. Sprich: Sozialabbau. Würg.

      Im Politikteil folgt auf S. 4-7 ein protestantisches Special zu Plastikmüll: echt, wer liest sowas? Ich jedenfalls nicht.

      Und endlich kommt das Propaganda-Stück zu Syrien schlechthin, auf S.8, im Print unter der Überschrift „Kalter Frieden“.

      Online so präsentiert

      Syrien: In den Gehorsam gebombt
      Syrien liegt in Trümmern und Diktator Assad ist sich seines Sieges sicher. Journalisten sollen sehen, wie friedlich sein Land jetzt ist. Dabei ist es das Grauen.
      Von Andrea Backhaus, Aleppo, Damaskus, Ghuta
      19. April 2018, 10:17 Uhr
      […]

      http://www.zeit.de/politik/ausland/2018-04/syrien-aleppo-diktatur-baschar-al-assad-vertreibung/komplettansicht

      Warum konnte sich Fisk frei bewegen:

      So the story of Douma is thus not just a story of gas – or no gas, as the case may be. It’s about thousands of people who did not opt for evacuation from Douma on buses that left last week, alongside the gunmen with whom they had to live like troglodytes for months in order to survive. I walked across this town quite freely yesterday without soldier, policeman or minder to haunt my footsteps, just two Syrian friends, a camera and a notebook.

      https://www.independent.co.uk/voices/syria-chemical-attack-gas-douma-robert-fisk-ghouta-damascus-a8307726.html

      während Backhaus vorgab, dies nicht tun zu können?

      Assad scheint sich seines Sieges sicher genug, um wieder ausländische Journalisten ins Land zu lassen. Wer in diesen Tagen nach Syrien reist, bekommt jenen Ausschnitt zu sehen, den er zeigen will: die Gebiete unter seiner Kontrolle, großflächig zerstört, aber ruhig, mit Menschen, die es nicht wagen würden, ihn zu kritisieren. Eine Aufpasserin des Regimes begleitet alle Interviews. Viele Interviewte möchten darum ihren Namen nicht nennen, auch halten sie sich mit Kritik am Apparat zurück. Die Gespräche bleiben zwangsläufig distanziert.
      […]
      Als ausländische Reporterin muss man dort für alles eine Erlaubnis beantragen, für jedes Treffen, jede Autofahrt, jede Stadt, die man passiert: die Bürokratie funktioniert. Und man muss einen Zettel unterschreiben, dass man wahrheitsgemäß und objektiv berichtet. Wer dagegen verstößt, kann bestraft werden, steht dort. Details werden nicht genannt.

      http://www.zeit.de/politik/ausland/2018-04/syrien-aleppo-diktatur-baschar-al-assad-vertreibung/komplettansicht

      Nun, wir kennen Andrea Backhaus; sämtliche Reisespesen-Bewilligungen der ZEIT für die Strecke Beirut Damaskus-Aleppo sind vergebens: sie ist nicht fähig, „wahrheitsgemäß und objektiv“ zu berichten.

      Sie orientiert sich an „opositionellen“ Quellen.

      Oppositionelle, die ins Ausland geflohen seien, könnten nicht zurückkehren, solange das Regime an der Macht bleibe, sagt die Architektin. Sie stünden auf Listen der Sicherheitsbehörden. Das bestätigen auch Experten. Mit der Rückkehr riskieren sie Haft, Erpressung, Folter. „Einige Vertriebene wurden bei ihrer Rückkehr nach Ostaleppo so sehr von regimetreuen Milizen bedroht, dass sie erneut fliehen mussten“, sagt Valerie Szybala, die das Projekt Siege Watch leitet, eine Forschungsgruppe zu den belagerten Gebieten in Syrien. Das Regime setze gezielt darauf, dass viele Vertriebene nicht mehr zurückkönnten.

      Was für ein Quatsch!

      Das Amnestieprogramm der syrischen Regierung integriert sogar Kämpfer, die mit Waffengewalt vorgegangen sind.

      Backhaus bleibt unbeeindruckt von der Realität: jeder, der sich entgegen ihrem Narrativ äußert, tut dies aus Angst vor Assad.

      Nach dieser Propaganda kriegen wir Gauck-Propaganda auf S. 9

      Ja klar, da gibt es ein paar Probleme mit der islamischen „Einwanderung“, aber irgendwie sollten wir dieses Phänomen doch positiv betrachten.

      Dessen pastoraler Ton war mir schon immer unangenehm, sein antirussischer Furor eh, aber im Zusammenhang mit dem Erziehungsprogramm der ZEIT ist dieses Stück wirklich entlarvend.

      Ich darf hinzufügen:

      Neben Joffe auf S. 1 positioniert sich Tina Hildebrandt zur heutigen Nahles-Wahl so:

      Doch dafür, dass ein strammer Linkskurs der SPD helfen könnte, wieder in die Nähe alter Volksparteigröße zu kommen, gibt es weder bezogen auf die jüngste Geshichte noch auf die jüngsten Landtagswahlen einen Beleg.

      Jeder weiß, daß das Quatsch ist; aber so ist nun mal das Umfeld, in dem uns Propaganda begegnet.

    • Ich glaube, wir alle müssen damit zurecht kommen, daß alle Argumente bis hin zu eindeutigen Beweisen einfach ignoriert und totgeschwiegen werden. Wir müssen darauf hoffen, daß immer mehr Menschen skeptisch auf Informationen aus den MSM reagieren und sich wie Roger Waters selbst informieren und ein eigenes Bild der Lage machen (was ich von Waters nie erwartet hätte).
      Die US-Amerikanische Behauptung mehr als 70 Marschflugkörper auf ein einziges Gebäude (wenn auch ein großes) abgefeuert zu haben, ist einfach lächerlich, da glaube ich eher an den behaupteten Abschuß von 2/3 syrischerseits, zumal zugegeben wurde, daß die S-200(im Gegensatz zu den anderen Abwehrmitteln) wirkungslos waren und keinen Treffer erzielten (sie sind gegen Flugzeuge in mittleren Höhen gedacht und denkbar schlecht gegen relativ langsame und niedrig fliegende Marschflugkörper einsetzbar) . Die Abschußzahlen sind gut nachvollziehbar, wenn die Syrer die Ziele in etwa ahnen konnten und man bedenkt, daß Militärflughäfen relativ gut gegen Luftangriffe geschützt sind (wie gesagt sind Marschflugkörper nicht sonderlich schnell (im Unterschallbereich und vermutlich amerikanischerseits veraltete Tomahawks, die weg mußten)). Syrien hat also 30 Jahre alte Abwehrraketen erfolgreich gegen 30 Jahre alte Marschflugkörper eingesetzt. Die amerikanischen Experten werden die Ergebnisse zu werten wissen, über die Abwehrfähigkeiten der Russen gibt es weiterhin keine Erkenntnisse, die warten weiterhin auf den großen Angriff, der hoffentlich ausbleibt.
      Trump ist wirklich unberechenbar , aber meiner Meinung nach immer noch die einzige Hoffnung auf eine Änderung zum Guten für den Rest der Welt, auch wenn er extrem am Rand zum Untergang herumbalanciert.
      Was Syrien betrifft, so ist der Krieg für Assad (und damit für Rußland und den Iran )gewonnen, die Frage ist nur, wie die Verlierer (die sellbst nur indirekt betroffen sind (Israel, Saudi-Arabien und damit auch USA, Frankreich und GB))
      reagieren.
      Sollten sie den finalen Schlag versuchen (gegen Syrien und gleichzeitig gegen Libanon und vordringlich gegen den Iran), so wird der scheitern, aber die Opfer, die diese Länder bringen müssen, deutlich erhöhen.
      Es heißt also wie seit Jahren abwarten und beobachten(und nicht selbst verrückt werden wegen der irrsinnigen Politik, die in Berlin gemacht wird) und hoffen, daß der Rückzug des Westens aus dem nahen Osten mit so wenig wie möglichen Opfern vollzogen wird.

    • Schön, das klärt ja Einiges; die Propaganda tobt ja unerbittlich:

      Giftgasinspektion in Duma
      USA werfen Russland und Syrien bewusste Verzögerung vor

      Auch zwölf Tage nach dem mutmaßlichen Giftgasangriff im syrischen Duma bleibt internationalen Chemiewaffenexperten der Zugang verwehrt. Aus den USA heißt es nun, Moskau und Damaskus behinderten die Untersuchung gezielt.
      Freitag, 20.04.2018 05:27 Uhr
      […]
      Die syrische Regierung und ihr Verbündeter Russland bestreiten den Einsatz von Chemiewaffen. Der syrische Uno-Botschafter Baschar al-Dschafari hatte vor Kurzem mitgeteilt, die OPCW-Experten hätten noch nicht ihre Arbeit aufnehmen können, da sie noch auf grünes Licht des Uno-Sicherheitsteams warteten.
      aar/dpa

      http://www.spiegel.de/politik/ausland/giftgasinspektion-in-duma-verzoegert-usa-beschuldigen-russland-und-syrien-a-1203879.html

      Da liegt MoA nicht richtig:

      Wenn es denn so war wie Lawrow sagt:

      They are in Damascus now, and a reconnaissance group has been allowed to enter the site of the alleged attack to see if it is safe for the OPCW experts to travel there. This group was accompanied by UN personnel and protected by the Russian military police. When they were in the relevant area, shooting started from the part of the city where there are still several dozen extremists, who were obviously notified about who was visiting the area and for what purpose.

      http://www.mid.ru/en/foreign_policy/news/-/asset_publisher/cKNonkJE02Bw/content/id/3178517

      Es gab also tatsächlich eine Schießerei, und so kann man dem UNDSS-Chef keinen Vorwurf machen. Demgegenüber blieben und bleiben Journalisten, die sich in der Gegend aufhalten, verschont.

      Offenbar sollen die OPCW-Leute deren Berichte nicht bestätigen dürfen. Und das wäre leicht: denn das Gebäude, in dem eine Chlorin-Bombe auf ein Bett gelegt wurde, ist ja auch schon gefunden worden:
      Lawrow:

      In the meantime, our military have found more interesting things at the alleged attack site. In particular, they have found a canister with a chemical substance – I believe it was chlorine – in a flat in a terrorist-controlled district. The canister lay on a very tidy bed. There was no evidence of it entering through the ceiling or the wall. It was most probably brought into the room via the door and laid on the bed. We want to show this and other evidence to the OPCW experts, so that they not only visit the place where the alleged victims were doused with water, but also look at the laboratory where we found toxic agents made in Europe and go to the flat where there is that canister with chlorine.

      http://www.mid.ru/en/foreign_policy/news/-/asset_publisher/cKNonkJE02Bw/content/id/3178517

      Man kann nur hoffen, daß die Videos genauso gründlich gecheckt werden wie hier:

      Und natürlich hat Lawrow auch hier recht:

      Moreover, it is not a secret that the scene in the video I mentioned [das Krankenhaus-Video] was staged by the White Helmets. And the White Helmets operate only in the areas controlled by militants, including terrorists from Jabhat al-Nusra. They already pulled off a similar provocative scene last year in Khan Shaykhun. It is also no secret that they are funded by the UK, the US and several other Western countries.

      Das hat Heather Nauert dankenswertersweise bestätigt:

      Mit Dank an Dipfele für diesen Fund.

      • Diese Ergänzung von Hans G. zu der Verbreitung des Rechtsgutachtens des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags will ich auf die neue Seite bringen:

        „Der Bundestagsbericht hatte es auch in die Tagesschau gestern geschafft
        http://www.tagesschau.de/ausland/syrien-angriff-gutachten-101.html

        und telepolis

        https://www.heise.de/tp/features/Gutachten-des-Bundestags-Luftangriffe-in-Syrien-nicht-vom-Voelkerrecht-gedeckt-4028930.html
        weist auf ein Argument aus dem Gutachten hin:

        Resolution 2118 (2103), welche die Vernichtung aller syrischen Chemiewaffen durchsetzen sollte, droht dem Assad-Regime zwar mit dem Einsatz von Gewalt, behält eine Entscheidung darüber aber dem VN-Sicherheitsrat selbst vor.

        https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/27/hans-wollschlaeger-fake-news-updated/comment-page-11/#comment-73448

        Meinerseits will ich noch ein Beispiel für die Verlogenheit des Westens anfügen:

        Freitag, 20.04.2018 02:55 Uhr

        Syriens Machthaber Baschar al-Assad hat einen hohen Orden an Frankreich zurückgegeben – und ist damit der offiziellen Aberkennung zuvorgekommen. Ein Vertreter des syrischen Außenministeriums lieferte das Großkreuz des Verdienstordens der Ehrenlegion in der rumänischen Botschaft in Damaskus ab, die dort die Interessen Frankreichs vertritt. Via Facebook veröffentlichte das Präsidialamt in Damaskus ein Bild der Rückgabe, im Hintergrund hängt ein Foto Assads.

        Das Präsidialamt begründete den Verzicht auf die Ehrung mit der Beteiligung Frankreichs an dem Raketenangriff gegen Syrien am vergangenen Wochenende an der Seite der USA und Großbritanniens. Assad „betrachte es nicht als Ehre, eine Auszeichnung eines Landes zu tragen, das ein Sklave der USA ist„, heißt es in der Erklärung.

        Im Jahr 2001 hatte der damalige französische Präsident Jacques Chirac den Orden an Assad verliehen. Der hatte damals gerade die Nachfolge seines verstorbenen Vaters Hafis al-Assad angetreten. Am Montag bestätigte der Élyséepalast, dass ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden sei, um Assad die hohe französische Auszeichnung abzuerkennen.

        http://www.spiegel.de/politik/ausland/baschar-al-assad-gibt-grosskreuz-der-ehrenlegion-an-frankreich-zurueck-a-1203875.html

        Wieso eigentlich wurde der Nachfolger eines Diktators derartig geehrt?

        Zufälligerweise war einen Tag zuvor daran erinnert worden:

        19.04.2018 12:01 Uhr
        Mohammed Haydar Zammar
        Deutscher 9/11-Hintermann in Syrien festgenommen
        Mohammed Haydar Zammar gilt als Vertrauter der Attentäter vom 11. September 2001: Nun haben ihn kurdische Kämpfer in Nordsyrien festgenommen.
        Frank Jansen
        […]
        Der 1961 in Aleppo geborene Zammar war 1971 nach Deutschland gekommen und wurde elf Jahre später eingebürgert. Wenige Wochen nach den Anschlägen in den USA verschwand er aus Deutschland nach Marokko. Dort nahm ihn die Polizei fest. Sie übergab den Islamisten dem US-Geheimdienst CIA, der Zammar nach Syrien brachte. Die Behörden dort sperrten ihn ein.

        Im syrischen Bürgerkrieg kam Zammar 2013 frei

        2007 verurteilte ein Gericht in Damaskus Zammar wegen Mitgliedschaft in der islamistischen Muslimbruderschaft zum Tode, die Strafe wurde dann aber auf zwölf Jahre reduziert. Im syrischen Bürgerkrieg kam er 2013 frei. Das Assad-Regime hatte offenbar mit der islamistischen Miliz Ahrar asch Sham einen Austausch von Gefangenen vereinbart. Die Miliz soll mehrere festgehaltene Offiziere freigegeben haben.
        […]
        Der Fall Zammar hatte der Bundesregierung einige Probleme bereitet. In Bundestag und Medien wurde vermutet, die deutschen Behörden hätten nichts getan, um Zammar vor der Haft in syrischen Foltergefängnissen zu bewahren. 2008 verwahrte sich der damalige Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) bei einer Anhörung im BND-Untersuchungsausschuss des Bundestages gegen den Vorwurf, die Regierung habe der CIA geholfen, Zammar aus Marokko nach Syrien zu verschleppen.

        https://www.tagesspiegel.de/politik/mohammed-haydar-zammar-deutscher-9-11-hintermann-in-syrien-festgenommen/21192018.html

        2007 war Assad noch geschätzter Partner von USA und CIA im Kampf gegen islamistischen Terror. So ändern sich die Zeiten.

        • „Wieso eigentlich wurde der Nachfolger eines Diktators derartig geehrt?“

          Man könnte auch fragen, wieso so lange damit gewartet wurde, dieses Stückerl zurück an den Absender zu schicken, hat die „grande nation“ im großen Reigen dem syrischen Staat ohnehin schon mehr als genug geschadet…Womöglich spielte die strategische Weitsicht eine Rolle, dass irgendwann dort der Traum aufgegeben werden würde, die alte Mandatsflagge wieder offiziös auf dem gesamten syrischen Territorium zu hissen. Nach der neuerlichen Drei-Parteien-Aggression, bei der FR dabei war, darf das als gegessen gelten.

          Und was die Einnahme irgendeiner moralischen Überlegenheit ggü. „Dikatoren“ angeht – mit Verlaub: Angesichts der kaltschnäuzigen Verlogenheit, mit der unsere „Demokratien“ ihre Angriffskriege dieser Tage durchführen – so man damit durchkommt direkt „humanitäre Intervention“ oder Janus-gesichtige Sanktionskeule, „humanitäre, nicht-letale Unterstützung“ einerseits nebst „train-and-equip“-Programmen andererseits – ist es wirklich an der Zeit sich die Frage zu stellen, ob diese Art des politischen Prozesses, denn nichts anderes ist „Demokratie“, in irgendeiner Art und Weise heiliger ist als andere.

          Für mich gesprochen kann die Antwort eigentlich nur Nein lauten.

          Darüber hinaus, was die syrischen Angaben ziviler Nutzung der zerstörten Einrichtung von Barzah angeht:

          https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/27/hans-wollschlaeger-fake-news-updated/comment-page-11/#comment-73404

          „Da es davon keine Fotos gibt, kann man ein Fragezeichen setzen. Daß mit dem Forschungszentrum Barzah/Barzeh nahe Damaskus keine Chemiewaffen-Forschung und -produktion vernichtet wurde. ist erwiesen. Aber was hat es mit den Behauptungen von Damaskus auf sich, dort sei seither Krebsforschung betrieben worden?

          Ebenfalls nichts: […]“

          Erinnert Herr Cockburn hier an ähnliche dreiste Lügen, als der Irak dereinst Boxbeutel für die USA war:

          https://www.independent.co.uk/voices/syria-assad-uk-government-christian-persecution-isis-foreign-office-a8314616.html

          „We should be sceptical of far-away governments who claim to know what is happening on the ground in Syria
          Government duplicity is scarcely new but denunciations of it may obscure an even greater danger

          Patrick Cockburn Friday 20 April 2018 17:15 BST

          During the bombing of Baghdad in January 1991 I went with other journalists on a government-organised trip to what they claimed was the remains of a baby milk plant at Abu Ghraib which the US had just destroyed, saying that it was really a biological warfare facility. Walking around the wreckage, I found a smashed-up desk with letters showing that the plant had indeed been producing “infant formula” milk powder. It had not been very successful in doing so, since much of the correspondence was about its financial and production problems and how they might best be resolved. It did not seem likely that the Iraqi government could have fabricated this evidence, though it was conceivable that in some part of the plant, which I did see, they might have been manufacturing biological weapons (BW).

          I was visiting a lot of bombed-out buildings at the beginning of the US-led air campaign and I did not at first realise that “the Abu Ghraib baby milk factory” would become such an issue. […] The CNN correspondent Peter Arnett, who was on the trip, had reported that “whatever else it did, it [the plant] produced infant formula”. He saw a lot of powdered milk and, contrary to the Pentagon claim that the place was guarded like a fortress, we could only see one guard at the gate.

          Arnett was vilified as an Iraqi government stooge by the US government. “This is not a case of taking on the media,” said the White House spokesman Marlin Fitzwater. “It’s a case of correcting a public disclosure that is erroneous, that is false, that hurts our government, and that plays into the hands of Saddam Hussein.” US news outlets, none of which had correspondents in Baghdad, vigorously toed the official line. Newsweek derided Iraq’s “ham-handed attempt to depict a bombed-out biological weapons plant near Baghdad as a baby-formula factory”.

          […]

          Proof came slowly, long after public interest had waned. A Congressional report in 1993 on US intelligence successes and failures in the Gulf War revealed the shaky reasoning behind the US air force decision to bomb the site. It turned out that “mottled camouflage” had been used on the roofs of two known BW facilities. The report said: “at the same time, the same camouflage scheme was applied to the roof of the milk plant”. This was enough for the US Air Force to list it as a target. Confident official claims about multiple sources of intelligence turned out to be untrue. One has to burrow deep into an unclassified CIA paper on Iraq’s BW programme, to find a sentence admitting that another plant, which was the real centre of Saddam Hussein’s BW effort, was unknown to the US-led coalition and “therefore was not attacked during the war, unlike the Abu Ghurayb (sic) Infant Formula Plant (the Baby Milk Factory) that the Coalition destroyed by bombing in the mistaken belief that it was a key BW facility”.

          The story of the Abu Ghraib baby milk factory is worth retelling because it underlines – in the wake of the US, British and French air strikes on alleged Syrian BW sites on 14 April – the need for permanent scepticism towards claims by governments that they know what is happening on the ground in Syria or anywhere else.

          […]“

          Schaut man sich die Gemengelage heute an, kann man nur feststellen: Je mehr sich die Dinge ändern…

      • „Mit Dank an Dipfele für diesen Fund.“

        Die Frage bleibt aber: wie lange noch? Auch die WH mit ihrer ’so wertvollen Arbeit‘ scheinen ja enthalten zu sein in diesem Package, genannt ‚Stabilization Efforts in Syria‘, dessen Weiterfinanzierung nach wie vor auf der Kippe steht -s .entsprechende Diskussion dazu im State Dept press briefing, wonach per 15. April angeblich gestoppt wurde- und wohl von Europäischer und Golf Hilfe abhängt.
        In diesen früheren Beiträgen bei CBS mehr Hintergrund :

        https://www.cbsnews.com/news/u-s-looks-to-coalition-for-syria-stabilization-funds/
        und zuvor
        https://www.cbsnews.com/news/u-s-mulls-changes-to-syria-policy-after-trump-says-u-s-will-leave-syria-soon/

        Interessant daraus dies kleine Detail:
        „The State Department was shocked by the administration’s decision to halt the stabilization funding. Some officials were told that the pause came after Trump read news articles about the U.S. role in Syria.“
        😉
        Interessehalber sah ich mir mal das gesamte Video des State Dept press briefings vom 19.April an https://www.state.gov/r/pa/prs/dpb/2018/04/280609.htm

        Die übliche kritische Hinterfragung durch Matt Lee deutet an, daß so oder so, auch nach negativem Ergebnis der OPCW FFM, WENN sie denn mal zu Potte kommt, die USA argumentieren werden ‚Russia has sanitized‘, (was mit „We’ll have to see“ kommentiert wurde), wofür man angeblich schon jetzt Beweise habe.

        Kennt man ja…

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