Hans Wollschläger-Fake News- Updated

Hans, Winterberg 11-04

Hans Wollschläger in Winterberg, 2004, Foto: Gabriele Gordon

Es hätte ja eigentlich genügt, meinen letzten Artikel zu ergänzen:

https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/17/fake-news-oder-wie-ich-zur-witwe-von-hans-wollschlaeger-wurde/

Aber irgendein Bug im WordPress-System ließ das nicht zu.

Die NZZ als Sprachrohr des gekränkten Bearbeiters der Wollschläger-Übersetzung des Ulysses von James Joyce, Harald Beck, hat nun auch dessen Zuarbeiter Hans Walter Gabler zu Wort kommen lassen.

Der Artikel hebt natürlich mit Fake News an:

Rettet den deutschen «Ulysses»

Aus rechtlichen Gründen liegt die revidierte deutsche Übersetzung von Hans Wollschläger auf Eis. Das darf nicht sein.

Hans Walter Gabler 26.3.2018, 05:30 Uhr

https://www.nzz.ch/feuilleton/rettet-den-deutschen-ulysses-ld.1366637

Sie liegt natürlich nicht nur aus rechtlichen Gründen „auf Eis“, sondern entscheidend deshalb, weil Beck das Wollschlägersch’e Kunstwerk zerstörte.

Die NZZ vom 2.3.2018 war jedenfalls schon mal näher an der Wahrheit:

Gabriele Gordon habe keinerlei Gesprächsbereitschaft gezeigt: «Sie hat es abgelehnt, Jonathan Landgrebe, den Leiter von Suhrkamp, und den Cheflektor Fellinger zu treffen. Offenbar hat sie dem Verlag schriftlich ihre Position dargelegt; sie begründet diese einerseits juristisch – in dieser Hinsicht sind ihre Ansprüche tatsächlich unanfechtbar. Anderseits führte sie angeblich literarische und philologische Gründe an: Wollschläger hätte der Neufassung nicht zugestimmt, argumentierte sie.»

https://www.nzz.ch/feuilleton/ulysses-neuedition-rechtlich-ist-die-sache-tot-ld.1361961

Der offenbar umfassend uninformierte Gabler meint:

Das grundsätzliche Einvernehmen zwischen dem Übersetzer, einem Team von Revisoren und dem Suhrkamp-Verlag datiert aus dem Jahre 2007. Leider verstarb Hans Wollschläger wenige Monate, nachdem das Übereinkommen erzielt worden war.

https://www.nzz.ch/feuilleton/rettet-den-deutschen-ulysses-ld.1366637

Daß bei diesem Treffen von 10.3.2007 irgendein Übereinkommen erzielt worden sei, davon träumt allenfalls der Suhrkamp-Verlag. Insofern existiert lediglich ein Protokoll des Verlags, das Hans Wollschläger nie zur Kenntnis nahm. Ob er wirklich die Fron auf sich genommen hätte, sich ein ganzes Jahr die Besserwissereien von Anglisten und Philologen anzuhören? Die keine Ahnung von Kunst haben?

Ich wage es zu bezweifeln.

Eins ist jedenfalls klar. Nur Hans Wollschläger selbst hätte seine eigene geniale Übersetzung überarbeiten können. Niemand sonst.

Gabler hüpft gleich hierauf:

Durch dieses aber bestärkt, verpflichtete der Verlag Harald Beck und seine Mitarbeiter zur Durchsicht und Überarbeitung der Wollschläger-Übersetzung. Entscheidend am Übereinkommen war, dass ein durchgesehener und revidierter Übersetzungstext nicht die wollschlägersche Verdeutschung überfremden würde. Die Überarbeitung verstand sich als Dienst an der Übersetzung und deren Dienst am Roman und an seinem Autor.

https://www.nzz.ch/feuilleton/rettet-den-deutschen-ulysses-ld.1366637

Warum bringt die NZZ derlei Lügen?

Klar, Beck möchte gern seine Vorgänger Dirk Vanderbeke und Dirk Schultze, die Kommentatoren der Wollschläger-Übersetzung  im Jahr 2004, auslöschen, denen er zuarbeitete. Genauso agiert sein Zuarbeiter Gabler.

Vanderbeke und Schultze verließen das Unternehmen, als ihnen klar wurde, wie sehr Beck es auf die Zertrümmerung  der Wollschläger-Übersetzung ankam.

Gabler:

Wie ich es mir vorstelle, könnte Grundlage einer Vereinbarung sein, dass Hans Wollschlägers «Ulysses» unverändert der rein deutsche Lesetext des Werkes vom Suhrkamp-Verlag bleibt. In Parallele dazu sollte der Verlag den Plan Siegfried Unselds umsetzen, eine zweisprachige «Ulysses»-Ausgabe anzubieten. In dieser würde dem englischsprachigen originalen Text der deutsche zugesellt, der, auf der Grundlage der Übereinkunft mit Hans Wollschläger, über zehn Jahre hinweg im Auftrag des Suhrkamp-Verlags erarbeitet wurde. Dass dieser überarbeitete Text im Wesentlichen nach wie vor den Übersetzungstext Hans Wollschlägers darstellt, nur eben in einer revidierten Fassung, welche Entsprechungen im Deutschen zum englischen Original präzisiert, wäre selbstredend hervorzuheben und vertraglich festzuhalten.

Es ist eine hohe Anerkennung der Übersetzung von 1975, dass sie eben nicht ersetzt wird, sondern im Kern bestehen bleibt. Der revidierte Wollschläger-Text in einer zweisprachigen Ausgabe sollte dabei selbstverständlich zu erkennen geben, wo er von Wollschlägers Fassung von 1975 abweicht und warum er das tut. Der englischsprachige Text der Herausgeber Hans Walter Gabler, Wolfhard Steppe und Claus Melchior steht rechtlich vorbehaltlos für die zweisprachige Ausgabe zur Verfügung.

https://www.nzz.ch/feuilleton/rettet-den-deutschen-ulysses-ld.1366637

Nun mag ja wohl Suhrkamp befeuert haben, die „neue“ Übersetzungs-Bearbeitung von Beck zu promoten, weil die alte von Wollschläger nicht mehr verkauft wird, da der Markt gesättigt ist.

Gablers Vorschlag ist nicht nur weltfremd, sondern auch kontrafaktisch, da die Wollschläger-Übersetzung durch Beck zerstört worden ist.

Und warum sollte ein kommerzieller Verlag wie Suhrkamp eine englisch-deutsche Ulysses-Ausgabe herausbringen, der die zehntausende Beck-Veränderungen an der Wollschläger-Übersetzung dokumentiert, die Beck auch noch begründen soll?

 

 

9.923 Gedanken zu „Hans Wollschläger-Fake News- Updated

  1. Nach den Bespielen für guten Journalismus:

    https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/27/hans-wollschlaeger-fake-news-updated/comment-page-254/#comment-89093

    Beispiele für schlechten, die leider sehr viel zahlreicher sind. Mittlerweile mutiert so manch einer zum Verschwörungstheoretiker, der aus der eigenen Blase nicht mehr herauskommt. Carsten Luther beispielsweise, der Trump schon seit Amtsantritt das rasche politische Ende verheißt:

    Donald Trump
    Er wird nicht ohne Kampf gehen
    Die Krisen türmen sich, die Umfragen sehen mies aus: Donald Trump ist in Schwierigkeiten und er weiß es. Ist die Abwahl des US-Präsidenten im November damit besiegelt?
    Eine Analyse von Carsten Luther
    4. Juni 2020, 14:57 Uhr
    […]
    Daraus schon Trumps Untergang herbeizuschreiben, ist aber sicherlich zu früh. Zu oft haben Krisen seine Präsidentschaft erschüttert, von denen erfahrene Beobachter annehmen mussten: Das war es jetzt. Er hat sie alle hinter sich gelassen, weiter zum nächsten Skandal, zum nächsten Schock, der nicht auf Dauer in den Schlagzeilen bleibt. Wer weiß schon, was noch kommt in den fünf Monaten bis zur Wahl? Es müsste allerdings gewaltig sein, um Pandemie, Rezession und Rassismus vergessen zu machen – die bis dahin kaum überwunden sein werden. Der Präsident ist also fraglos in Schwierigkeiten und er weiß es. Trump könnte die Wahl leicht verlieren. Und der Gedanke daran, wie er mit einer Niederlage umgehen würde oder sie zu verhindern versuchen wird, darf durchaus beunruhigen.

    https://www.zeit.de/politik/ausland/2020-06/donald-trump-wahl-joe-biden-george-floyd-rassismus-coronavirus-pandemie-wirtschaftskrise-umfragen

    Was Umfragen angeht, so hat er diese nicht zitiert:

    Lobo beläßt es nicht bei diesem Raunen, sondern entwickelt eine SPIEGEL-Echoraum-kompatible VT:

    US-Wahl 2020
    Donald Trumps Strategien für den Staatsstreich
    Eine Kolumne von Sascha Lobo
    Sollte er die Wahl im November verlieren, wird Donald Trump das Ergebnis wohl nicht anerkennen. Niemand wird ihn an einem Staatsstreich hindern können, dafür sorgen er und seine Verbündeten seit Langem vor.
    03.06.2020, 16.36 Uhr

    Die Proteste nach dem rassistischen Mord an George Floyd in den USA sind zugleich eine Reaktion auf die rassistischen Strukturen des Landes, die Donald Trump noch vertieft und verstärkt hat. Und sie weisen auf das letzte fehlende Puzzleteil in einer monströsen Strategie hin: Donald Trump bereitet einen Staatsstreich vor (Lesen Sie dazu auch den Artikel meines Kollegen René Pfister).
    […]

    https://www.spiegel.de/netzwelt/web/donald-trump-seine-strategien-fuer-den-staatsstreich-kolumne-a-ab1efdca-874c-4af9-9a02-2241be3467c1

    Folgt man dem Link, stößt man auf diesen Leitartikel für Abonnenten:

    Demontage der Demokratie
    Trumps Versuch, einen Coup vorzubereiten
    Der SPIEGEL-Leitartikel von René Pfister
    Tag für Tag beklagt Trump, wie betrugsanfällig die Präsidentschaftswahl im November sei. Dahinter steckt ein Plan.
    29.05.2020, 18.00 Uhr
    […]

    https://www.spiegel.de/politik/ausland/donald-trump-demontiert-die-demokratie-es-ist-der-versuch-einen-coup-vorzubereiten-a-00000000-0002-0001-0000-000171168290

    Printlesern wurde diese Überschrift nicht zugemutet. In der Printausgabe in 23/2020 vom 30.5.2020, S.6, lautet die Überschrift dieses Artikels:

    Er meint es so
    Leitartikel Donald Trump weckt Zweifel daran, dass er eine Wahlniederlage akzeptieren würde.

    Offenbar ist Lobo nur online unterwegs, und man kann ihm beim Verfertigen seiner Gedanken über die Schulter gucken.

    Die Hinweise liegen offen da, man muss nur wenige, indiziengestütze Vermutungen zusammenfügen. Der größte Teil des Staatsstreich-Szenarios besteht aus Trumps eigenen Worten und Handlungen, ergänzt durch die seiner Parteikollegen.

    […]

    In der Psychologie heißt es Projektion, wenn man die eigenen Pläne auf andere projiziert. „Die Demokraten planen einen Coup!“ hat Trump immer wieder behauptet, zur Untersuchung durch den ehemaligen FBI-Chef Robert Mueller und zu den Impeachment-Überlegungen der Demokraten. Trumps Vorwurf ist nach meiner Einschätzung nicht nur eine rechte Pose, um sich selbst als mächtigster Mann der Welt noch als Opfer zu inszenieren. Es ist auch der Versuch, aus der Verteidigung einen Angriff zu machen, getarnt als Notwehr.
    […]

    10. Mai 2020 – Trumps Propagandasender immunisiert

    Fox News, die lügende, als Nachrichtensender getarnte Propagandaplattform für Trump, spricht immer und immer wieder von einem angeblichen Staatstreich der Linken. Es handelt sich letztlich um die bekannte Notwehrerzählung.
    […]

    https://www.spiegel.de/netzwelt/web/donald-trump-seine-strategien-fuer-den-staatsstreich-kolumne-a-ab1efdca-874c-4af9-9a02-2241be3467c1

    Und schwupps wird aus seiner eigenen Projektion die „Notwehrerzählung“. Zu welchem Beitrag verlinkte er bei der Fox News-Erwähnung?

    Judge Jeanine: The left’s attempted coup d’état exposed
    May. 10, 2020 – 8:41 – Evidence shows former President Barack Obama and his administration were the hub of a bloodless coup.

    https://video.foxnews.com/v/6155546873001#sp=show-clips

    Nicht gerade aktuell, aber mit doch entscheidenden Details zum Flynn-Fall und zu dem Oval Office Meeting bei Obama am 5.1.2017. Lobo hat natürlich keine Ahnung, wovon die Rede ist, sonst hätte er ein aktuelleres Beispiel der fortschreitenden Aufdeckungen gewählt. Aber seine Blase in Hamburg erfaßt ja auch den STERN, der in seiner heutigen Ausgabe titelt: „Trump, der Zerstörer“, der sein Land in einen Bürgerkrieg treibe. Chefredakteur Gless präsentiert stolz einige der früheren anti-Trump-STERN-Titel und befürchtet ebenfalls, Trump werde sich einer Abwahl widersetzen. Der Artikel seiner anti-Trump-Fachkraft Nicolas Büchse insinuiert bei aller Parteilichkeit allerdings nichts dergleichen, er ist richtiggehend erwartbar langweilig. Und beim Konflikt China-USA, der danach ausgewalzt wird, werden beide Parteien gebasht.

    So what? Ich frage mich bei all dem Schrott, den wir zu lesen bekommen, allerdings immer wieder, was diese Herren dazu sagen würden:

    https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/27/hans-wollschlaeger-fake-news-updated/comment-page-254/#comment-89082

    • Natürlich geht die Aufdeckung des anti-Trump-Coups der Obama-Administration weiter, davor kann die Ignoranz der deutschen Presse nur diejenigen verschonen, die sich auf die Democrats Medien verlassen, die von deutschen Medien abgeschrieben werden.

      [Thread]

      Wie weit die Ausschüsse bis zur Wahl kommen, ist allerdings die Frage.

      Auch zu Rosensteins gestriger Aussage, die gemäß meiner Erwartungen ausfiel.

      Selbst der anwesende Politico-Reporter kam nicht umhin, das hier zu twittern:

      Selbstverständlich lügen die Dems-Medien auch über die „friedlichen Proteste“:

      Martenstein hat absolut recht:

      Wo es Freiheit gibt, ist Abweichlertum erlaubt, manchmal ist es sogar bitter nötig. Immer wenn ich das Wort „Spalter“ lese, denke ich: Ihr redet von Diversität, aber insgeheim träumt ihr davon, dass alle im Gleichschritt marschieren. Das wird aber nie passieren, es sei denn unter Zwang.

      https://www.zeit.de/zeit-magazin/2020/23/harald-martenstein-altersschwaeche-spalter

      In den USA gibt es diesen Zwang bereits, durch social media shitstorms, die stalinistische bzw. maoistisch inspirierte Entschuldigungsorgien herbeiführen, falls es jemand wagt, der kulturellen Hegemonie der Democrats zu widersprechen:

      In einer Zeit, in der Democrats-Gewächse wie „Black Lives Matter“ und die Antifa die friedlichen Demos in Brandstiftungen, Plünderungen und Angriffe auf Polizeibeamte verwandeln, arbeiten Dems mit solchen Memes:

      Die Dems warten mit solchen Vorschlägen auf:

      Man kriegt die Krise. Die Irrationalität hat übernommen.

  2. @ Mark Smith:

    https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/27/hans-wollschlaeger-fake-news-updated/comment-page-254/#comment-89087

    Wie immer sehr vernünftig, Prof. Ioannidis.

    Even if covid-19 is far milder than feared, it can still devastate in specific settings. Massacres in overwhelmed hospitals with contaminated personnel13 and in nursing homes14 represent the lion’s share of deaths. Hospital preparedness, universal personnel screening, draconian infection control, and social distancing in these locations are indispensable.

    However, blind lockdown of entire populations has questionable added benefits. Locking down healthy, no-risk people and transferring covid-19 patients to nursing homes was absurd.
    […]
    Lockdowns have multiple components. Some, such as avoiding mass gatherings, may work; others may not. Some may even increase the number of covid-19 deaths — for instance, school closures may increase frail relatives’ exposure to children.

    Klicke, um auf bmj.m1924.full.pdf zuzugreifen

    Ersteres zielt auf die Entscheidung demokratischer Gouverneure in NY und Michigan ab, die Covid-19-Patienten, die nicht mehr im Krankenhaus behandelt werden mußten, in Alten- und Pflegeheime schickten und nichts für den Schutz von Krankenhausmitarbeitern taten. Aber auch in London verfuhr man so:

    Erschreckend hohe Todeszahlen

    Das staatliche Gesundheitssystem (NHS) hat trotz der hohen Infektionszahlen besser standgehalten als gedacht. Die zusätzlichen Kapazitäten waren nie voll ausgelastet. Allerdings wurden zu viele Patientinnen und Patienten vorschnell aus den Krankenhäusern zurück in die Altenheime verlegt und schleppten das Virus ein. Erkrankte wurden zudem zu schnell und unsachgemäß an Beatmungsgeräte angeschlossen, was anfänglich zu erschreckend hohen Todeszahlen auf den Intensivstationen beitrug. Die mangelhafte Ausstattung des Personals in den Krankenhäusern mit Schutzanzügen und Masken führte zu einer hohen Zahl von Opfern unter Ärztinnen und Ärzten und Krankenhauspersonal.

    Ein hoher Prozentsatz des medizinischen Personals gehört ethnischen Minderheiten an. Sie haben laut eines Berichts der englischen Gesundheitsorganisation Public Health England (PHE) ein deutlich höheres Risiko, an Covid-19 zu sterben. In Großbritannien leben deutlich mehr schwarze Menschen und Menschen mit Wurzeln in Indien, Pakistan und dem Mittleren Osten als in den meisten anderen europäischen Ländern. In normalen Zeiten ist die Sterblichkeit von Weißen höher, heißt es im Bericht von PHE. Doch die Zahl der Corona-Todesfälle ist unter Angehörigen der ethnischen Minderheiten zehn bis 50 Prozent höher als unter Weißen.

    „Stay alert“ statt „stay home“

    Schwarze und asiatischstämmige Britinnen und Briten arbeiten oft in Dienstleistungsberufen mit riskantem und direktem Kontakt zu anderen Menschen, vor allem im Gesundheitssektor, aber auch als Taxifahrer oder Sicherheitspersonal, und leben oft in beengten Verhältnissen. Das Infektionsrisiko ist für sie größer. Der Anteil der Patientinnen und Patienten, die Diabetes haben und in Krankenhäusern an Covid-19 sterben, ist vor allem bei Angehörigen der ethnischen Minderheiten überproportional hoch. Die Gesundheitsorganisation PHE verweist in diesem Zusammenhang auch auf ein hohes Risiko bei Übergewicht, was jedoch nicht näher untersucht wurde.

    Mit Blick auf das Infektionsrisiko gibt es für Großbritannien keinen Grund, sich aus dem Lockdown zu verabschieden. Doch der Kurs der britischen Regierung ist ein anderer. Der Grund: Die Wirtschaft liegt am Boden, Schatzkanzler Rishi Sunak kann die Bevölkerung nicht ewig durchfüttern, die Menschen müssen wieder Geld verdienen. Zudem hält es ein erheblicher Teil der Britinnen und Briten offenbar nicht mehr aus, keine Freunde zu treffen und auf sommerliche Barbecues zu verzichten.

    https://www.zeit.de/politik/ausland/2020-06/grossbritannien-coronavirus-boris-johnson-lockerungen-kontaktbeschraenkungen-lockdown/komplettansicht

    Gottchen, diese disziplinlosen Briten aber auch! Genauso schlimm wie der gebashte Johnson.

    Interessant auch der Blick nach Dänemark:

    Corona-Maßnahmen in Dänemark
    Notlügen zum Shutdown?
    Regierungshandeln unter der Lupe: Eine Kommission soll herausfinden, ob Ministerpräsidentin Frederiksen in der Krise falsche Maßnahmen getroffen hat.

    2. 6. 2020
    Reinhard Wolff
    Auslandskorrespondent Skandinavien und das Baltikum

    TÄLLÄNG taz | Drei, zwei, zwei. So lauteten in Dänemark die jeweiligen Zahlen der Corona-Toten an den drei Tagen des Pfingstwochenendes. Insgesamt hat das Land pro 100.000 EinwohnerInnen weniger Corona-Tote zu beklagen als Deutschland. Die Zahl der Infizierten sinkt, obwohl Grundschulen und Kindergärten seit sechs Wochen wieder geöffnet haben, und seit drei Wochen auch das gesamte Handels- und Gastgewerbe. Außerdem gibt es in Dänemark wie im restlichen Skandinavien auch in Geschäften, Bussen und Bahnen keine Pflicht für Mund- und Nasenschutz, Regierungen und Gesundheitsbehörden aller nordischen Länder halten Masken für überflüssig.
    […]
    Erst nachträglich segnete das Parlament die Verbote ab

    Es war nicht alles seinen üblichen parlamentarischen Gang gegangen, nachdem sich in Dänemark zwischen dem 6. und 11. März die Zahl der Corona-Infizierten mehr als verzwanzigfachte. Sie mache nun etwas, was sie gar nicht dürfe, gestand damals Ministerpräsidentin Mette Frederiksen, als sie die ersten Versammlungsverbote erließ. Erst nachträglich wurde ihr das vom Parlament abgesegnet.
    Übel nahm ihr das seinerzeit kaum jemand. Im Gegenteil wurde ihre Handlungskraft gelobt, obwohl sie binnen weniger Tage die einschneidensten freiheitsbeschränkenden Maßnahmen seit dem Ende des Zweiten Weltkrieg verkündete. Für die bezog sich Frederiksen ausdrücklich auf die staatliche Gesundheitsbehörde, die der Regierung all das empfohlen habe.

    Das war aber nicht die Wahrheit. Im Gegenteil hatte die „Sundhedsstyrelsen“ sowohl die Grenzschließung als überflüssig abgetan als auch die Schließung von Schulen und Kindergärten als geradezu kontraproduktiv bewertet. Entsprechende Mails, die vergangene Woche öffentlich wurden, zeigen, dass der Gesundheitsbehörde von der Regierung eine Art Maulkorb verpasst worden war.
    Es gelte nun nicht mehr das übliche Proportionalitätsprinzip, von politischer Seite werde ein „extremes Vorsichtigkeitsprinzip“ gewünscht, ließ das Gesundheitsministerium die Behördenleitung wissen. „Im Prinzip wurde von ihr gefordert, ihre Professionalität an den Nagel zu hängen und sich nach politischen Wünschen zu richten“, kritisiert Kent Kristensen, Lektor für Gesundheitsrecht an der Süddänischen Universität.

    „Korruption ist auch ein globales Virus“

    Das grundlegende Rechtsprinzip, dass nur die Maßnahmen getroffen werden sollten, „die angemessen und notwendig sind“, sei damit ausgehebelt worden, sagt Else Smith, ehemalige Direktorin der „Sundhedsstyrelsen“. Die außergewöhnlichen Vollmachten, die das Parlament der Regierung eingeräumt habe, seien damit eigentlich auf falscher Grundlage erfolgt, so Martin Geertsen, gesundheitspolitischer Sprecher der rechtsliberalen Venstre.
    […]

    https://taz.de/Corona-Massnahmen-in-Daenemark/!5690305/

    Das hat natürlich auch bei uns stattgefunden. Im Unterschied zu Dänemark aber wohl mit dem Segen von Experten wie Drosten und unter dem Beifall der Medien, denen teilweise der Lockdown noch nicht weit genug ging.

    • Hans-Ulrich Jörges sticht weiter heraus. Zuletzt schrieb ich am 25.5.2020 über ihn:

      „Und noch einer läßt sich – trotz negativer Leserbriefe – nicht vereinahmen: Hans-Ulrich Jörges im ansonsten lammfrommen Zeitgeist-STERN:
      In Nr. 22/2020 vom 20.5.2020 schreibt er in seiner „Zwischenruf“-Kolumne auf S. 18:

      DIE LETZTE INSTANZ
      Die Parlamente sind bei der Corona-Bekämpfung ausgeschaltet. Gegen die Staatsmacht steht nur noch die Justiz.
      […]
      Ganz nüchtern betrachtet ist das Infektionsschutzgesetz also auch ein Ermächtigungsgesetz.
      Die Gewaltenteilung, zentraler Baustein einer parlamentarischen Demokratie, ist seither im Kernbereich der aktuellen Politik ausgehebelt. Was immer die Regierungen gegen Corona verfügen, Lockdown oder Lockerungen, ordnen sie ohne Mitwirkung der Parlamente an. Dem Staat kann nur noch die Justiz die Stirn bieten. Die angemaßte „vierte Gewalt“ der Medien, die in Wahrheit gar keine ist, hat sich weitgehend in Staatsgläubigkeit verabschiedet.
      Die Justiz ist gegenüber der Exekutive zur letzten Instanz geworden. Und selbst das ist den Regenten noch zuviel. Helge Braun, der Kanzleramtsminister, empfand es „schon als Herausforderung, wenn sich Gerichte auf den Gleichheitsgrundsatz berufen, um einzelne unserer Maßnahmen aufzuheben oder zu modifizieren“.
      Der Richterbund gab Kontra. Man gehe davon aus, „dass die vom Kanzleramtschef geäußerte Kritik nicht von der Bundeskanzlerin geteilt wird.“ Welch herrliche Ironie, denn Herr Braun ist natürlich nichts anderes als die Stimme von Frau Merkel.
      […]

      https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/27/hans-wollschlaeger-fake-news-updated/comment-page-252/#comment-88994

      Dafür erntete er im STERN 23/2020 vom 28.5.2020 drei Leserbriefe: der erste mit begeisterter Zustimmung zu der Staatsgläubigkeit der Presse, der zweite mit Ablehnung „O je, hier verrennt sich Herr Jörges“, und der dritte meint: „sachlich richtig, aber in Anbetracht der seltsamen Gruppierungen von Protestlern kontraproduktiv.“

      In derselben Ausgabe machte er auf S. 16 weiter:

      SCHLÄFERS ERWACHEN
      Nicht die Kanzlerin, sondern die Länderchefs haben die Macht in der Corona-Krise. Das ist gut so. Besonderen Mut zeigen die Regierenden im Osten

      Ein Loblied auf den Förderalismus, bei dem man auf regionale Befindlichkeiten reagieren kann.

      Als Ramelow [Haseloff] folgte, gab es in Erfurt und Jena längst keine Infektionen mehr. Wer sollte da vor wem durch Masken geschützt werden? In ganz Deutschland wurden weniger als 10 000 Infizierte gezählt, in Thüringen etwa 250, in Meckpomm 30. Über 50 Landkreise sind Corona-frei. Aber 80 Millionen Deutsche müssen Maske tragen.

      Laut ZEIT von heute sind nun 124 Landkreise Corona-frei. (Was sicherlich nicht stimmt, aber derlei Zahlenwerke werden ja offiziell zugrundegelegt.)

      Und heute legte Jörges in Nr. 24/2020 auf S. 16 nach:

      ORGANE DES CORONISMUS
      Viele Medienleute haben die kritische Distanz zur Pandemie-Politik verloren. In der Krise suchen sie Sicherheit im Herdenjournalismus

      Ein starkes Stück, zumal er auch fragt:

      „Wir bleiben zu Hause“ wurde in den bleiernen Wochen, wie von Zauberhand, oben auf die Fernsehschirme geschrieben. Wir? Wer war das? Man wüsste gern, wer die Idee hatte und wer die Fäden zog. Sollen die Medien nicht staatsfern sein? Sollen sie nicht aufklären? Statt zu erschrecken wie das ZDF, das in den Nachrichten nicht die aktuelle Zahl der Infizierten präsentiert, sondern die kumulierte Zahl aller jemals Erkrankten [recte: als infiziert Getesteten], die man mit Genesenen und Toten verrechnen müsste. Wer tut das aber?

      Ich, heute: ca. 8600 als infiziert Getestete, davon 900 in Intensivpflege (bei über 11.000 freien Intensivplätzen = 35%). War es jetzt bei der ZEIT oder im Tagesspiegel, wo man dazu übergegangen ist, nicht mehr die täglichen Neuinfektionen, sondern die über 7 Tage mitzuteilen?

      „Seit Beginn der epidemischen Notlage wurden die Parlamente in Bund und Ländern an den Rand gedrängt“, beklagte Hans-Jürgen Papier, Ex-Präsident des Verfassungsgerichts. […] Das sieht er nicht allein so. Doch Proteste werden pauschal als Werk von Verschwörungstheoretikern abgetan. Die gibt es. Aber längst nicht nur.
      Wäre es nicht Aufgabe der Medien selbst, die Verfassung zu verteidigen? Viele dienen lieber als Organe der Coronistischen Einheitspartei Deutschlands.

      Ein schönes Beispiel durfte ich auf S. 3 des heutigen Tagesspiegel lesen:

      14:17 Uhr
      Die Wutmacher von Stuttgart
      Baden-Württembergs Hauptstadt wird zur Protesthochburg
      Gegen den neuen Bahnhof, gegen Atomkraft – und nun gegen die Coronaregeln. Immer wieder beweist sich Stuttgart als Hochburg für Demos. Besuch bei den Erregten.
      Marius Buhl
      […]
      Dass Jebsen nun nach Stuttgart gekommen war – es adelte die Demonstranten. Er hatte sogar Lob mitgebracht: „Stuttgart hat uns eingeladen, nachdem wir die Stuttgarter für ihren Mut gelobt haben. Stuttgart ist aber nicht erst seit der Coronakrise mutig. Sondern zeigt spätestens seit Stuttgart 21 Flagge.“ Die Hauptstadt Baden-Württembergs, Hochburg des Widerstands, Heimat der Wutbürger.
      […]
      Wer da demonstriert? Eine Stuttgarter Psychotherapeutin zum Beispiel, die ein Shirt trägt, auf dem „Wir sind das Volk“ steht, darüber eine Ordnerweste. Sie sagt, ihre Patienten litten wegen Corona unter Angststörungen und Paranoia, deshalb sei sie hier. Außerdem sei sie dem Impfen gegenüber kritisch eingestellt. Sie betreibe eine „psychoonkologische Praxis“, beim Krebs sei es dasselbe wie bei Covid-19: „Nicht nur Chemo hilft, der Mensch hat auch eine Selbstregulation.“

      Eine jüngere Frau in ihrer Nähe trägt ein T-Shirt, auf dem steht, dass sie als Flugbegleiterin arbeite. Erst in diesem Jahr habe sie angefangen, sagt sie, nun sei sie schon auf Kurzarbeit, 21 Jahre alt, ungewisse Zukunft. Sie kenne Leute, denen gekündigt wurde. Das hier sei ihre erste Demo.
      Neben den beiden Frauen treffen an diesem Nachmittag aufeinander: wirtschaftlich bedrohte Soloselbstständige und Gegner der Massentierhaltung, besorgte Ingenieure und Barfußtänzer, Donald-Trump-Fans, Deutschlandflaggenschwenker und viele, viele Impfgegner. Der Stuttgarter Protest, er spricht mit vielen Stimmen.

      Der Gründer der Initiative „Querdenken 711“, Michael Ballweg, sieht genau darin das Erfolgsgeheimnis der Demos. Das „friedliche, integrative Format“ überzeuge viele, zudem wolle man „das alte Spaltkonzept Rechts/Mitte/Links ignorieren“, sagt er.
      […]
      Er schrieb ein Manifest, entwarf ein einheitliches, schlichtes Design für die Webseite, ließ T-Shirts drucken und Buttons entwerfen, lud Ken Jebsen ein. Parallel prozessierte er gegen das von der Stadt Stuttgart verhängte Versammlungsverbot und bekam vom Bundesverfassungsgericht Recht, was der Bewegung zusätzlich Auftrieb verlieh. Aktuell läuft ein weiteres Verfahren gegen die Begrenzung der Teilnehmerzahl.
      […]
      Als die Demos gegen die Corona-Maßnahmen begannen, diskutierten sie im S21-Bündnis, wie damit umzugehen sei. Mancher von ihnen ging anfangs sogar hin. „Spätestens mit dem Jebsen-Kompliment war aber eine Linie überschritten“, sagt Sauerborn. „Wir haben jetzt das Bedürfnis, uns davon zu distanzieren.“

      Die Unterschiede zwischen den Bewegungen sind offensichtlich. Im Gegensatz zu den Corona-Demonstranten glauben die S21-Gegner trotz der über Jahre hinweg erlebten Enttäuschungen noch immer an die Kraft des Rechtsstaats. Ihr Engagement ist zutiefst bürgerschaftlich geprägt, etwa die Hälfte der Engagierten hatte einen Hoch- oder Fachhochschulabschluss, das ergaben Befragungen vor zehn Jahren, 51 Prozent der Demonstrierenden gaben damals auch an, Wähler der Grünen zu sein, fast 15 Prozent wählten die SPD. Umfragen unter den Corona-Demonstranten dürften, bei aller Unklarheit, die über sie noch herrscht, anders ausfallen.
      […]

      https://www.tagesspiegel.de/politik/die-wutmacher-von-stuttgart-baden-wuerttembergs-hauptstadt-wird-zur-protesthochburg/25883954.html

      Super gemacht! Da werden die Wutbürger von einst gegen die Wutbürger von heute in Stellung gebracht. Und dann kommt natürlich die AfD ins Spiel, wenn die lokale Initiative mal pausiert:

      In die entstandene Lücke sprang sofort die AfD. Bundestagsfraktionschefin Alice Weidel hatte sich angekündigt, sie wollte auf dem Schillerplatz in der Stadtmitte sprechen.

      „Ganz Stuttgart hasst die AfD!“

      Die Stadt verbot die Veranstaltung zunächst, die AfD legte Widerspruch ein, der Verwaltungsgerichtshof Mannheim gab dem statt. Während Weidel sprach, sicherten Polizei-Hundertschaften den Platz, Wasserwerfer standen herum. Die Gegendemonstranten draußen skandierten: „Ganz Stuttgart hasst die AfD!“

      Wo keine eigene Linie zu erkennen sei, gebe es schnell ein Deutungsangebot aus der rechten Ecke, sagt Protestforscher Teune. „Meistens lautet das ähnlich, etwa: Das hier ist nur ein weiteres Beispiel, wie uns die Regierung unterdrücken will und die Medien nicht die Wahrheit sagen.“

      Eine Woche später, am Börsenplatz, fordert Redner Heiko Schöning von den „Ärzten für Aufklärung“ in seiner Rede einen „außerparlamentarischen Corona-Untersuchungsausschuss“. Einen Tag zuvor hatte auch die AfD bekannt gegeben, einen Untersuchungsausschuss im Parlament beantragen zu wollen.

      Veranstalter Michael Ballweg greift den Vorwurf, sich den Avancen der Rechten nicht entschieden genug entgegen zu stellen, am Sonntag in seiner Rede auf. Eine Demonstration, sagt Ballweg, sei keine Veranstaltung mit Eintrittskarten und Eingangskontrollen. Jeder, der teilnehmen möchte, könne und dürfe teilnehmen. Er wolle trotzdem nochmal betonen, dass rechtes, faschistisches, menschenverachtendes Gedankengut in der Bewegung keinen Platz habe – genauso wie linksextremes.

      Während Ballweg spricht, erhebt sich in der Menge ein Mann, er ruft: „Kauft nicht beim Juden, ihr Arschlöcher!“
      Niemand sagt etwas dagegen.

      https://www.tagesspiegel.de/politik/die-wutmacher-von-stuttgart-baden-wuerttembergs-hauptstadt-wird-zur-protesthochburg/25883954.html

      Haltungsjournalismus vom Feinsten.

      • Und dann haben wir noch Martenstein:

        Harald Martenstein: Über den guten alten Begriff „Altersschwäche“ und das überstrapazierte Wort „Spalter“
        Exklusiv für Abonnenten

        Von Harald Martenstein
        Aus der Serie: Martenstein ZEITmagazin Nr. 23/2020 27. Mai 2020, 16:55 Uhr editiert am 1. Juni 2020, 16:23 Uhr
        […]
        Ein böses, fast schon vergessenes Wort, das wieder aus seiner Gruft gestiegen ist, heißt „Spalter“. Als „Spalter“ wurden in letzter Zeit zum Beispiel bezeichnet: der Oberbürgermeister Boris Palmer (Frankfurter Rundschau), Benjamin Netanjahu, Donald Trump und der indische Premier Modi (alle in der Süddeutschen), Friedrich Merz und Markus Söder (beide im Spiegel), Armin Laschet (von der Grünen-Fraktion im NRW-Landtag), Sebastian Kurz (im Handelsblatt), ich könnte weitermachen. Es sind sehr verschiedene Leute.

        „Spalter“ kenne ich als Kampfbegriff aus dem Repertoire der kommunistischen Parteien. Reih dich ein in die Einheitsfront! „Spalter“ bedeutet „Abweichler“. Wer diese historisch belastete Bezeichnung heute wieder als eine Art Argument benutzt, hat das gleiche Problem mit Demokratie wie Leute, die von „Volksgemeinschaft“ sprechen. Auch die Volksgemeinschaft der Nationalisten sollte ja, ich zitiere Wikipedia, eine „konfliktfreie, harmonische Gesellschaft“ sein, auch dort war Spaltung verboten. Wo es Freiheit gibt, ist Abweichlertum erlaubt, manchmal ist es sogar bitter nötig. Immer wenn ich das Wort „Spalter“ lese, denke ich: Ihr redet von Diversität, aber insgeheim träumt ihr davon, dass alle im Gleichschritt marschieren. Das wird aber nie passieren, es sei denn unter Zwang.
        […]

        https://www.zeit.de/zeit-magazin/2020/23/harald-martenstein-altersschwaeche-spalter

        Und auch Thea Dorns aktueller kritischer Beitrag wird von der ZEIT nur für Abonnenten (und Zeitungskäufer) bereitgestellt:

        Epidemiologie
        Nicht predigen sollt ihr, sondern forschen!
        Wissenschaftler haben durchs Zweifeln zu glänzen, nicht durch Rechthaberei. Doch schon in der Klimadebatte wandelten sich einige von ihnen zu Ideologen des einzig richtigen Weges. Dieses Unheil droht jetzt auch der Epidemiologie. Ein Warnruf
        Von Thea Dorn
        3. Juni 2020 DIE ZEIT Nr. 24/2020, 4. Juni 2020

        Eine der wertvollsten Errungenschaften säkularer Gesellschaften ist die Trennung von Kirche und Staat. Eine der verstörendsten Entwicklungen hochtechnologisierter Gesellschaften ist der Wunsch, Wissenschaft und Staat sollten möglichst eng zusammenrücken. Die Herausforderungen, vor die uns der Klimawandel stellt, ließen bereits in den vergangenen Jahren Stimmen lauter werden, die verlangten, „die Politik“ möge doch einfach auf „die Wissenschaft“ hören und deren Empfehlungen ohne Weiteres umsetzen. Im Zuge der Corona-Pandemie hat sich dieser Trend noch einmal verschärft: Die Sehnsucht nach einer Technokratie mit einem Wissenschaftsklerus, der klare, harte Ansagen macht, scheint in Teilen der Gesellschaft, der Wissenschaft und auch der Politik zu wachsen.
        […]
        Diese stupende Leistungskraft der Wissenschaft darf allerdings nicht zu dem Irrglauben verführen, ihr komme deshalb auch gleich die Wundergabe der Zukunftsbeherrschung zu. Wer Wissenschaft als ein Instrument verkaufen will, mit dem der Mensch absolute Gewissheit und Kontrolle über sein Schicksal gewinnen könne, verlässt den Boden seriöser Wissenschaft und macht sich zum Prediger von Verdammnis und Heil. In der Klimadebatte haben wir den Wandel von prominenten Wissenschaftlern zu Hohepriestern bereits erlebt. Es wäre fatal, wenn sich unter dem Druck einer verängstigten Öffentlichkeit, einer ratlosen Politik und schlagzeilenverliebter Medien dieser Wandel nun auch auf dem Feld der Virologie und Epidemiologie vollziehen würde.
        […]
        Als der Virologe Hendrik Streeck in der Talkshow Markus Lanz bemerkte, dass bei epidemiologischen Modellrechnungen nur „ein Faktor“ falsch eingeschätzt sein müsse, „dann fällt das alles zusammen wie ein Kartenhaus“, löste er damit bei der Chemikerin und Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim scharfen Protest aus. Auf ihrem YouTube-Kanal „maiLab“ warf sie Streeck vor, er habe sich mit dieser Bemerkung einer „Verkürzung“ schuldig gemacht, die „bei Laien das Vertrauen in die wichtige Arbeit von Epidemiologen und deren Modellrechnungen erschüttern kann“.

        Abgesehen davon, dass eine Wendung wie „bei Laien das Vertrauen erschüttern“ eher in das Vokabular von Glaubenswächtern als von Wissenschaftsjournalistinnen gehört: Wieso kritisiert Nguyen-Kim in ihrem „Virologen-Check“ nicht auch den von ihr geschätzten Christian Drosten dafür, dass er mehrfach darauf hingewiesen hat, auf welch wackligen Füßen Modellrechnungen stehen können? Weil Drosten trotz dieser Skepsis ins Lager der alarmierenden Virologen gehört, die zu großer Vorsicht ermahnen, während Streeck sich von Ministerpräsident Armin Laschet schon früh zum Kronzeugen der etwas liberaleren nordrhein-westfälischen Corona-Politik hat machen lassen? Wo aber kommen wir hin, wenn der Grad an Alarmierbereitschaft eines Wissenschaftlers zum Lackmustest für dessen wissenschaftliche Seriosität wird?

        […]
        Der Irrationalismus ist auf dem Vormarsch

        Es ist bedrückend, zu beobachten, wie Drostens Art, sich öffentlich zu äußern – etwa in dem großen Spiegel-Interview vom 30. Mai –, allmählich rigider wird.
        https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/christian-drosten-in-meinem-alltag-kommt-die-bild-zeitung-nicht-vor-a-00000000-0002-0001-0000-000171168292

        Zu Recht wirft Drosten der Bild-Zeitung vor, die wissenschaftliche Kritik, die es an seiner Studie zur Rolle von Kindern in der Corona-Pandemie gibt, zu einer medialen Schlammschlacht gegen ihn missbraucht zu haben.
        https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2020-06/corona-infektionsgeschehen-christian-drosten-ansteckungsgefahr-durch-kinder-studie

        Menschlich ist es nur allzu verständlich, dass ein Wissenschaftler, der in breiter Öffentlichkeit rüde angegriffen wird, sich um jeden Preis verteidigt – auch um den, dogmatischer zu werden. Für die Wissenschaft ist dieser Zwang zum öffentlichen Rechthabenmüssen eine Katastrophe.

        Demokratien sind auf einen rationalen, realistischen Umgang mit Problemen angewiesen. Dafür brauchen Politiker wissenschaftliche Berater, auch solche, die vor Gefahren warnen, die sie auf die Menschheit zukommen sehen. Aus dem unmittelbaren politischen Entscheidungsprozess haben sich Wissenschaftler jedoch herauszuhalten – wie Christian Drosten es in seinem Podcast immer wieder gefordert hat.
        […]

        https://www.zeit.de/2020/24/epidemiologie-wissenschaft-zweifel-glaube/komplettansicht

        Skepsis ist immer wieder angebracht. Der anti-Trump-Feldzug macht auch vor falschen Studien über gefährliche Nebenwirkungen von Hydroxychloroquine nicht halt, die es in angesehene Fachzeitschriften schaffen:

        Covid-19 investigations
        Medical research
        Surgisphere: governments and WHO changed Covid-19 policy based on suspect data from tiny US company

        Surgisphere, whose employees appear to include a sci-fi writer and adult content model, provided database behind Lancet and New England Journal of Medicine hydroxychloroquine studies
        Melissa Davey in Melbourne and Stephanie Kirchgaessner in Washington and Sarah Boseley in London

        Wed 3 Jun 2020 19.47 BST First published on Wed 3 Jun 2020 11.54 BST

        The World Health Organization and a number of national governments have changed their Covid-19 policies and treatments on the basis of flawed data from a little-known US healthcare analytics company, also calling into question the integrity of key studies published in some of the world’s most prestigious medical journals.

        A Guardian investigation can reveal the US-based company Surgisphere, whose handful of employees appear to include a science fiction writer and an adult-content model, has provided data for multiple studies on Covid-19 co-authored by its chief executive, but has so far failed to adequately explain its data or methodology.

        Data it claims to have legitimately obtained from more than a thousand hospitals worldwide formed the basis of scientific articles that have led to changes in Covid-19 treatment policies in Latin American countries. It was also behind a decision by the WHO and research institutes around the world to halt trials of the controversial drug hydroxychloroquine. On Wednesday, the WHO announced those trials would now resume.

        Two of the world’s leading medical journals – the Lancet and the New England Journal of Medicine – published studies based on Surgisphere data. The studies were co-authored by the firm’s chief executive, Sapan Desai.
        Late on Tuesday, after being approached by the Guardian, the Lancet released an “expression of concern” about its published study. The New England Journal of Medicine has also issued a similar notice.
        […]

        https://www.theguardian.com/world/2020/jun/03/covid-19-surgisphere-who-world-health-organization-hydroxychloroquine

        Das war kein preprint!

  3. Einheitsbrei auch in der Corona-Berichterstattung:

    „Bild“-Artikel über Christian Drosten
    Skandal oder alles normal?
    Nein, die „Bild“ hat keinen Fehler von Christian Drosten enttarnt. Worum es im Streit um seine Studie geht. Und was über Kinder als Corona-Überträger bisher bekannt ist.
    Eine Analyse von Maria Mast, Florian Schumann und Jakob Simmank
    26. Mai 2020, 20:04 Uhr
    […]

    https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2020-05/bild-artikel-christian-drosten-corona-studie-schuloeffnung

    Prof. Homburg tanzt weiterhin aus der Reihe:

    4. Drosten hat als Mitautor einer mangelhaften Studie Schulöffnungen verhindert „An analysis of SARS-Cov-2“ ist ein Preprint, doch stellen Wissenschaftler nicht leichtfertig Unsinn ins Netz, schon gar nicht, wenn es um gesellschaftlich wichtige Fragen geht. Das Mediengezerre lenkt vom zentralen Punkt ab: Drostens Studie leidet an schweren Mängeln, die man auch ohne Statistik-Kenntnisse verstehen kann. Der Statistik-Star David Spiegel-halter von der Cambridge University (England) hat dies sehr verständlich erklärt:

    Auf Medium.com ansehen
    […]

    Klicke, um auf Kurzfassung_Preradovic_Pfingsten_2020.pdf zuzugreifen

    Das „sehr verständlich“ muß ich bestreiten.

    Drosten war aber nicht faul:

    Ein Gutteil dieser erfolgreichen Seuchenbekämpfung sei seinem Forscherteam an der Charité zuzuschreiben; ohne dessen diagnostischen Test wäre Deutschland schlechter vorbereitet in die Pandemie geschlittert. Drosten gegenüber dem SPIEGEL: „Wenn wir nicht so früh hätten testen können, wenn wir Wissenschaftler nicht die Politik informiert hätten – ich glaube, dann hätten wir in Deutschland jetzt 50.000 bis 100.000 Tote mehr.“

    https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/virologe-christian-drosten-vielleicht-entgehen-wir-einem-zweiten-shutdown-a-71724496-a9b5-4a26-aa1d-ecdf866c7f4e

    Bescheidenheit ist eine Zier…

    Ich denke, es gibt Schnelltests?

    Im Gegenteil, bei Influenza ist die Viruslast bei Kindern tausendfach höher als bei Erwachsenen.

    Und gestern war es dann endlich soweit: neue Statistik, altes Ergebnis.

    Preprint:​ This document is a snapshot of research work in progress. It is released to provide an impression of viral loads based on diagnostic testing. It reports new medical research that has yet to be evaluated. As with other preprints, it should not be used to guide clinical practice.
    […]
    Abstract

    As children are under-represented in current studies aiming to analyse transmission of SARS-coronavirus 2 (SARS-CoV-2), their contribution to transmission is unclear. Viral load, as measured by RT-PCR, can inform considerations regarding transmission, especially if existing knowledge of viral load in other respiratory diseases is taken into account. RT-PCR threshold cycle data from 3303 patients who tested positive for SARS-CoV-2 (out of 77,996 persons tested in total, drawn from across Germany) were analysed to examine the relationship between patient age and estimated viral load. Two PCR systems were used.

    In data from the PCRsystem predominantly used for community and cluster screening during the early phase of the epidemic (Roche LightCycler 480 II), when such screening was frequent practice, viral loads do not differ significantly in three comparisons between young and old age groups (differences in log​ 10​ viral loads between young and old estimated from raw viral load data and a Bayesianmixture model of gamma distributions collectively range between -0.11 and -0.43).

    Data from a second type of PCR system (Roche cobas 6800/8800), introduced into diagnostic testing on March 16, 2020 and used during the time when household and other contact testing was reduced, show a credible but small difference in the three comparisons between young and old age groups (differences, measured as above, collectively range between -0.43 and -0.83). This small difference may be due to differential patterns of PCR instrument utilization rather than to an actual difference in viral load.

    Considering household transmission data on influenza, which has a similar viral load kinetic to SARS-CoV-2, the viral load differences between age groups observed in this study are likely to be of limited relevance. Combined data from both PCR instruments show that viral loads of at least 250,000 copies, a threshold we previously established for the isolation of infectious virus in cell culture at more than 5% probability, were present across the study period in 29.0% of kindergarten-aged patients 0-6 years old (n=38), 37.3% of those aged 0-19 (n=150), and in 51.4% of those aged 20 and above (n=3153).

    The differences in these fractions may also be due to differences in test utilization. We conclude that a considerable percentage of infected people in all age groups, including those who are pre- or mild-symptomatic, carry viral loads likely to represent infectivity. Based on these results and uncertainty about the remaining incidence, we recommend caution and careful monitoring during gradual lifting of non-pharmaceutical interventions. In particular, there is no evidence from the present study to support suggestions that children may not be as infectious as adults.

    Klicke, um auf Charite_SARS-CoV-2_viral_load_2020-06-02.pdf zuzugreifen

    Der Tagesspiegel greift das erfreut auf:

    12:23 Uhr
    Drosten-Studie überarbeitet
    Neue statistische Auswertung bestätigt alten Verdacht
    Eine Studie des Teams um den Virologen Christian Drosten zur Coronavirus-Belastung von Kindern war wegen statistischer Fehler kritisiert worden. Nun gibt es eine neue Version.
    Patrick Eickemeier

    Der entscheidende Satz steht am Ende der Zusammenfassung: „Insbesondere ergibt die vorliegende Studie keine Belege für die Annahme, dass Kinder möglicherweise nicht so ansteckend sind wie Erwachsene.“
    Dies schreibt das Team um den Berliner Virologen Christian Drosten in einer aktualisierten Vorabversion einer Studie, die auf einem Preprint-Server einsehbar ist.
    Am Punkt der Infektiösität von Kindern hatte sich eine Debatte um die vorherige Version der Studie entzündet, die ebenfalls vorab veröffentlicht worden war: Drostens Team von der Berliner Charité hatte darin Vorsicht bei der vollständigen Öffnung von Schulen und Kitas angemahnt, da „Kinder so ansteckend sein könnten, wie Erwachsene“ – so die vorherige Version.
    […]
    Kritik berücksichtigt

    Zudem haben sie eine Regressionsanalyse durchgeführt, wie der Statistiker Jörg Stoye von der Cornell University in den USA empfohlen hatte. Darin wird berechnet, wie gut die Virenlast anhand der Daten auf das Alter bezogen werden kann. „Überzeugende Neuanalyse, die meine Bedenken zu statistischer Methodik vollständig ausräumt“, twitterte Stoye am heutigen Mittwoch.

    Dominik Liebl, Statistiker von der Universität Bonn, hatte die erste Version der Studie ebenfalls kritisiert. Er twitterte: „Die Statistik wurde deutlich verbessert. Drosten und sein Team haben die Kritik berücksichtigt.“

    https://www.tagesspiegel.de/wissen/drosten-studie-ueberarbeitet-neue-statistische-auswertung-bestaetigt-alten-verdacht/25882680.html

    Was sagt Kekulé? 😉

    • Da will ich zuvor auf seine Interviews verweisen:

      F.A.Z. Podcast für Deutschland
      Virologen-Duell? Kekulé: „Drosten und ich wurden benutzt“
      Von Andreas Krobok
      -Aktualisiert am 29.05.2020-17:32
      In der Debatte um Christian Drostens Pre-Print-Studie zur Ansteckungsgefahr durch Kinder sagt Virologe Alexander Kekulé im Interview mit dem F.A.Z. Podcast, dass Drosten die Studie zurückziehen solle, habe er nie so gesagt.

      https://www.faz.net/podcasts/f-a-z-podcast-fuer-deutschland/virologen-duell-kekule-drosten-und-ich-wurden-benutzt-16792691.html

      So: der Tagesspiegel hat eine Überschrift dazuerfunden und seine Aussage verfälscht? Gut zu wissen. Aber natürlich erhält er seine Kritik aufrecht.

      In seinem aktuellen Podcast vom 3.6.2020 weiß er noch nichts von der „Aktualisierung“ der Studie Drostens:

      Streit mit Drosten ausgeräumt #63 | Virologe Kekulé im Gespräch
      Spezial | Welche Gefahr geht von Duschen, Toiletten, Betten, Sesselliften etc. aus? Kann ich wieder Kreuzfahrten machen? Ist Seniorentanz wenigstens draußen möglich und schwächt Angst das Immunsystem? Antworten auf #fragkekule:

      https://www.ardaudiothek.de/kekul-s-corona-kompass/streit-mit-drosten-ausgeraeumt-63-virologe-kekul-im-gespraech/76314572

      Leider 64 Minuten lang, ohne die Möglichkeit, vorzuspulen – und das Drosten-Thema kommt erst am Schluß. Nicht, daß der Talk uninteressant wäre: er unterstützt die Trump-Kritik an der WHO und erklärt, die USA, Europa und China bräuchten sie eh nicht…

      Bild – von der sich alle, auch Kekulé, distanzieren, ohne ihre Sachkritik aufzugeben – stürzt sich bei dem Update von Drosten auf das Offensichtliche:

      Neue Fassung der umstrittenen Corona-Studie
      Drosten streicht Warnung vor Schulöffnungen

      https://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/corona-neue-studien-fassung-drosten-streicht-warnung-vor-schul-oeffnung-71032074.bild.html

      Kekulé hatte ja prophezeit, daß Drosten mit anderen Daten und anderen statistischen Methoden aufwarten würde (also mit einer Quasi-Rücknahme seiner Studie vom 29.4.2020). Dem war auch so.

      Und so ganz laienmäßig fragt man sich:

      • Ich würde sagen: Vergessen wir Drosten und nehmen insbesondere John Ioannidis mit seinem neusten Text zur Kenntnis. 🙂

        „Should governments continue lockdown to slow the
        spread of covid-19?
        Until we have a meaningful alternative, lockdown is the only thing we can do to prevent further
        catastrophic spread of the virus, says Edward R Melnick. But John PA Ioannidis argues that any
        benefits of lockdown depend on its effectiveness and the covid-19 burden—and that the harms are
        multifarious

        No—John PA Ioannidis
        Lockdown was justified initially, when announcements declared a new, contagious virus with a 3.4% fatality rate and no asymptomatic infections. The prospect of 50 million deaths matched that of the 1918 flu pandemic. However, we know that undetected infections are the vast majority. The people infected outnumber those confirmed by polymerase chain reaction tests, anything from fivefold (Gangelt, Germany) to more than 500-fold (Kobe, Japan). The infection fatality rate is thus vastly lower than the documented case fatality rates. Moreover, most covid-19 deaths affect people with limited life expectancy,11 while the average age at death in the 1918 flu pandemic was 28. The expected loss of quality adjusted life years, even without aggressive lockdown measures, is 100 to 1000 times lower than in 1918—perhaps comparable with (if not lower than) typical seasonal flu, which kills 34 800 (95% confidence interval 13 200 to 97 200) children every year with acute lower respiratory infections,12 in contrast with covid-19, which overwhelmingly spares children.
        Even if covid-19 is far milder than feared, it can still devastate in specific settings. Massacres in overwhelmed hospitals with contaminated personnel13 and in nursing homes14 represent the lion’s share of deaths. Hospital preparedness, universal personnel screening, draconian infection control, and social distancing in these locations are indispensable.
        However, blind lockdown of entire populations has questionable added benefits. Locking down healthy, no-risk people and transferring covid-19 patients to nursing homes was absurd. Proponents of “lockdown to flatten the curve” should acknowledge that this gains time for hospital preparedness but that most, if not all, covid-19 deaths will still happen when measures are relaxed—unless effective treatments and/or vaccines emerge. Moreover, the lockdown-to-flatten-the-curve rationale ignores seasonality and espouses 100 year old observational data from a 1918 pandemic with an infection fatality rate 100 times higher than covid-19.
        Prolonged harms
        Lockdowns have multiple components. Some, such as avoiding mass gatherings, may work; others may not. Some may even increase the number of covid-19 deaths—for instance, school closures may increase frail relatives’ exposure to children. But, regardless of the combination, lockdowns bring multifarious harms beyond those related to the SARS-CoV-2 virus, such as the consequences of health system dysfunction and extended harms eroding health, the economy, and society at large. Lockdowns implemented during high infectious activity will force infective people to spend more time with frail relatives in cramped spaces. Low wage, essential workers adopt higher risks, and shelters for vulnerable homeless people become infection hotspots, while wealthy, healthy citizens get to stay at home. Stress may also affect our immune responses to respiratory infections. And, with the added horror spread by various media sources, lockdowns represent uniquely stressful experiences.
        Under lockdown conditions many patients with acute, treatable conditions (such as coronary syndromes) avoid seeking care.15 16 This disruption may be seen in the excess deaths accruing so far in the covid-19 lockdown.17 Patients with cancer whose treatment is delayed have worse outcomes.18 And when patients avoid hospitals many health systems suffer financially, furlough personnel, and cut services. Covid-19 overwhelmed a few dozen hospitals, but covid-19 countermeasures have already jeopardized thousands of them.
        Prolonged lockdowns fuel economic depression, creating mass unemployment. Jobless people may lose health insurance. Entire populations may witness decreased quality of life and mental health.19 Gun sales in the US have increased sharply since the lockdown began, with unpredictable consequences. Underprivileged populations and those in need are hit harder by crises. People at risk of starvation worldwide have already exceeded one billion.20 We are risking increased suicides, domestic violence, and child abuse. Malaise and societal disintegration may also advance, with chaotic consequences such as riots and wars.
        And how long a lockdown is enough? If we open now, will lockdown recur in autumn? Next year? Whenever authoritarianism so wishes? No dictatorship could imagine a better precedent for absolute control.
        Lockdowns were desperate, defendable choices when we knew little about covid-19. But, now that we know more, we should avoid exaggeration.21 We should carefully and gradually remove lockdown measures, with data driven feedback on bed capacity and prevalence/incidence indicators. Otherwise, prolonged lockdowns may become mass suicide.“

        https://www.bmj.com/content/bmj/369/bmj.m1924.full.pdf?__cf_chl_jschl_tk__=4f010fa3d231f1576eb083403e5922418bc72ca4-1591209782-0-AfILoKPDXuNKenp9vr8bWzZUBpbaZzUprhV6-dsvSuP71WXjGK1p6DNAZVS_9N9MOqb_3sPZel5u7-1L8ka9bwWQYF4mon_RABtxjd7RUn6KmgAJ5x0DbcO1babBxVX–rhyKYyBv8nqsslYGLA0DzW_HI94Tfl6VyvsmLOrY2kHVQ6k_Yf_YslUdVr2KWKllFT6luB64ctwMl6DVIqANDzKKiUCvxN57zoCwv8DtvXIWVuMvsA71GSZ0VjRti4h7BBGI-q5aJY01DoqMyg8CuXn7EvhBAt9m8fBKXLU3Y4OSWbcaGUPKx17gvdJk8iHDA

    • Zu dem Paper von Hr. Spiegelhalter und Ihr „Das „sehr verständlich“ muß ich bestreiten.“ bei gabrielewolff sagte am 3. Juni 2020 um 16:10 :

      Schauen Sie sich Figur 6 und 7 in dem Paper an. Darauf hatte sich wohl auch Hr. Homburg bezogen als er von „Gruppieren“ sprach.
      Ignorieren wir mal die Fehlerbalken. Für die erste Auswertung sind nur die Kästchen von Belang. Und da wird deutlich, dass Kinder unter 10 deutlich weniger Viren im Abstrich aufweisen. Da die Skala logarithmisch ist, handelt es sich um Größenordnungen an Unterschieden gegenüber den älteren Gruppen.
      Und über was diese Studie von Drosten mE gar nichts aussagt ist, inwiefern Kindern den ÜBERHAUPT infiziert sind. Also wie viel Prozent der Kinder überhaupt infiziert sind. So wie ich das sehe, sind in der Studie nur ERKRANKTE (also Personen mit Krankheitssymptomen) berücksichtigt.

  4. @ Angelika Roll:

    https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/27/hans-wollschlaeger-fake-news-updated/comment-page-254/#comment-89063

    Der Spin, mit dem uns Medien belästigen, wird immer lachhafter:

    https://news.yahoo.com/fbis-top-lawyer-dana-boente-202228889.html

    Das klingt ja so, als habe das DOJ dem FBI-Chefjuristen Boente die Abdankung nahegelegt, weil Fox News ihn kritisiert hatte. Man ist immer wieder platt, welchen Dreh die Leitmedien finden, wenn sie mit unangenehmen Tatsachen konfrontiert werden, die sie praktischerweise unterschlagen.

    @ Michel German:

    https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/27/hans-wollschlaeger-fake-news-updated/comment-page-254/#comment-89066

    Hier noch ein Interview mit dem Zweit-Obduzenten von George Floyd, Dr. Michael Baden:

    https://video.foxnews.com/v/6161075187001/

    Mich überzeugt dieses Gutachten nicht, weil die Diagnose „Erstickungstod“ medizinisch darauf beruht, daß die Vorschädigung des Herzens und anderer Organe allein nicht geeignet gewesen sei, zum Tod zu führen, wohingegen die auf den Videos zu sehende Gewalt gegen Nacken und Rücken allein abstrakt geeignet gewesen sei, den Tod herbeizuführen.

    Das ist für mich wenig wissenschaftlich, wie ich überhaupt, gerade als Juristin, niemals wissenschaftsgläubig, sondern aus guten Gründen immer wissenschaftsskeptisch war und geblieben bin.

    Jedenfalls hätte man alle vier beteiligten Polizeibeamte mindestens wegen gemeinschaftlichen third degree murder/second degree manslaughter (bei uns in etwa „fahrlässige Tötung“) anklagen müssen.

    Dennoch erlebe ich es, wenn ich die deutschen Fernsehnachrichten zu den „Protesten“, Trump und Biden u.a. sehe, als sei ich im falschen Film.

    • Stilbildend ist Juliane Schäuble, die am 2.6.2020 die gesamte S.3 im Tagesspiegel besetzen durfte:

      15:35 Uhr
      Proteste in den USA
      Trump droht mit Militär-Einsatz gegen Gewalttäter

      Donald Trump inszeniert sich als „Law and Order“-Präsident. Für einen Fototermin vor einer Kirche werden friedliche Demonstranten mit Tränengas vertrieben.
      Juliane Schäuble

      Es sind schwer erträgliche Szenen, die sich am Montagabend am Weißen Haus abspielen. Schon eine halbe Stunde vor der für 19 Uhr verhängten Ausgangssperre beginnt die Polizei, friedliche Demonstranten mit Tränengas und Blendgranaten zu vertreiben.
      Auch Polizisten auf Pferden reiten in Richtung der Menschenansammlung, die sich den vierten Tag in Folge vor dem Amtssitz von US-Präsident Donald Trump eingefunden hat. Warum die Einsatzkräfte an diesem Abend so früh so hart vorgehen, ganz anders als in den Tagen zuvor, wird kurz darauf klar.
      […]
      Demokratische Gouverneure weisen Trumps Vorstoß umgehend zurück. „Beschämend“ nennt es etwa der Gouverneur von New York, Andrew Cuomo, dass Trump das Militär gegen Amerikaner einsetzen wolle. Illinois Gouverneur J. B. Pritzker sagt dem Sender CNN, der Präsident habe keine rechtliche Grundlage, um das US-Militär in Bundesstaaten zu entsenden. Auch seine Kollegin Gretchen Whitmer aus Michigan sagt, Trump könne das Militär nicht ohne ihre Zustimmung einsetzen. Die Aussagen seien „gefährlich und erschütternd“.
      […]
      Auch darum spricht er über einen Teil der Demonstranten als „Antifa-Aktivisten“ und „Terroristen“ und kündigt, alles dafür zu tun, um das Land und seine Bürger zu beschützen. Die Vereinigten Staaten brauchten Sicherheit und nicht Anarchie, Gerechtigkeit, [statt] Chaos. „Das ist unsere Mission, und wir werden siegen.“

      Trump kündigt zudem Maßnahmen zum Schutz der Hauptstadt an: Er werde „Tausende und Abertausende schwer bewaffneter Soldaten“ in Washington zusammenziehen, sagt er. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters sind bereits rund 1200 Mitglieder der Nationalgarde für die Hauptstadt mobilisiert worden, weitere 600 bis 800 seien ab den Abendstunden in Bereitschaft.

      Bei seiner Rede hört man die Detonationen

      Während der rund fünf Minuten, in denen der US-Präsident im Rosengarten spricht, und auch das ist Teil der Inszenierung des ehemaligen Reality-TV-Stars, hört man die Detonationen vom angrenzenden Lafayette Square. Dort wird das Gelände rasend schnell in nur zehn Minuten geräumt. Es muss so schnell gehen, denn der Präsident hat an diesem Abend noch mehr vor, als mit dem illegitimen Einsatz des Militärs gegen die eigenen Bürger zu drohen.
      […]
      Also macht er sich auf, das Weiße Haus durch die Vordertür zu Fuß zu verlassen und rüber zu St. John’s zu laufen, der Kirche, in deren Keller am Sonntagabend kurzzeitig ein Feuer ausgebrochen war – was in rechten Kreisen große Aufregung auslöste. Hierher kommen amerikanische Präsidenten seit mehr als einem Jahrhundert, um zu beten. Dazu mussten sie nur den Lafayette Park durchqueren.

      Trump wirbt um die christliche Rechte – es ist Wahljahr

      Trump, der sich immer gerne und im Wahljahr noch lieber als sehr gläubiger Präsident der christlichen Rechten in den USA inszeniert, sei dort allerdings eher selten zu sehen, heißt es in US-Medien. Auch das: geschenkt. Mit einer Bibel bewaffnet stellt er sich hin – um sich fotografieren zu lassen. Er setzt auf die Kraft der Bilder.

      Als das klar wird, als also allen bewusst wird, dass er nur deshalb deutlich vor Beginn der Sperrstunde den Weg dorthin brutal hat räumen lassen, ist die Empörung riesig: Für einen Fototermin werden friedliche Demonstranten angegangen, heißt es, die gegen brutale Polizeigewalt demonstrieren.
      […]

      https://www.tagesspiegel.de/politik/proteste-in-den-usa-trump-droht-mit-militaer-einsatz-gegen-gewalttaeter/25878694.html

      In der Printausgabe vom 2.6.2020 auf S.3 hieß es bei Juliane Schäuble noch:

      Kurzzeitig verbreitete sich das Gerücht, St. Johns würde abbrennen, die Präsidentenkirche am Lafayette Square. Die Wut in rechten Kreisen im Internet kochte hoch. Dass sich bald darauf herausstellt, dass alles nicht so schlimm ist, wird viele nicht mehr erreicht haben. Es gab einen Brand im Keller, die Kirche selbst blieb aber offenbar unversehrt.

      Das war bereits eine Abschwächung der CNN-fake news durch Stelter, daß es überhaupt keinen Brandanschlag auf St. John gegeben habe. Und Christen sind Rechte? Also auch latino und schwarze Christen?
      Die Tagesschau folgte diesem Narrativ blind:

      Tatsächlich sieht es so aus:

      George Floyd protests: Rioters target police across US; 4 shot in St. Louis, 1 in Vegas, Bronx hit-and-run caught on video

      By Chris Irvine | Fox News
      […]

      https://www.foxnews.com/us/george-floyd-protests-rioters-police-shot-hit-and-run

      Mittlerweile kapiert ja sogar der in der Corona-Krise versagende NY-Gouverneur Cuomo, daß der NYC-Bürgermeister ein Desaster ist – womit er mit Trump übereinstimmt:

      21:28 Uhr
      „Ich glaube, der Bürgermeister unterschätzt das Ausmaß“
      Gouverneur Cuomo wirft New Yorker Polizei Versagen vor
      In New York ist die nächtliche Ausgangssperre verlängert worden. Gouverneur Cuomo fordert die Polizei auf, mehr Leute bereitzustellen.
      […]

      https://www.tagesspiegel.de/politik/ich-glaube-der-buergermeister-unterschaetzt-das-ausmass-gouverneur-cuomo-wirft-new-yorker-polizei-versagen-vor/25881690.html

      Zum Bias der Media hier noch ein interessanter Thread:

      [Thread]
      […]

      Und ansonsten sehen wir, wie Medien und Realität aufeinanderprallen:

      • Zu den Medien bzw. den Journalisten gibt es m.E. ein sehr gutes Video. Hier sind vor allem die Aussagen von Hans Mathias Kepplinger interessant. Ich denke, er hat den heutigen Journalismus sehr treffend charakterisiert: Es lohnt sich also, wenn man die heutigen Journalisten verstehen will, dieses Video anzuschauen:

        „Seit Jahren stehen Journalisten in der Kritik. Es gibt das böse Wort von der „Lügenpresse“. Das etwas freundlichere von der „Lückenpresse“. Das Wort von den „Mainstream-Medien“, von den „GEZ-Medien“, der „Relotius-Presse“. Was dürfen und können wir noch glauben?
        Roland Tichy im Gespräch mit Hans Mathias Kepplinger und Matthias Matussek über die Frage: Warum schwindeln Journalisten so viel?“

    • @gabrielewolff: „Dennoch erlebe ich es, wenn ich die deutschen Fernsehnachrichten zu den „Protesten“, Trump und Biden u.a. sehe, als sei ich im falschen Film.“

      Da sind Sie gewiss nicht allein…

      Wer hätte gedacht, wie groß doch der Prozentsatz an Anarchisten im westlichen Kulturraum sein muß, will man jedenfalls die starke Repräsentanz ihrer Positionen in der Berichterstattung über die USA-Straßengewalt zugrundelegen.

      Ich erwarte wegen dieses Seitensprungs ein politisches Desaster für die Democrats zu einem späteren Zeitpunkt, wenn eine nüchternere Bewertung der Vorgänge Einzug halten wird.

      • Das sieht zumindest ein anderer Journalist des Tagesspiegel auch so:

        02.06.2020, 20:50 Uhr
        Ein Obama reicht nicht
        Werden die USA den Rassismus je überwinden?
        Die Bilder der Polizeigewalt gleichen sich – ob 2020 unter Trump oder 2014 unter Obama. Nur ein geduldiger Weg kann jetzt helfen. Ein Kommentar.
        Christoph von Marschall

        Was ist erschreckender: die „Hau drauf“-Rhetorik, mit der Donald Trump die Unruhen zur Mobilisierung seiner weißen Wähler missbraucht? Oder die unverminderte Wucht, mit der die Rassenkonflikte alle paar Jahre in den USA explodieren – unabhängig davon, ob ein schwarzer Präsident Barack Obama regiert, der sich um Verständigung, Reformen und den Abbau struktureller Diskriminierung bemüht, oder ein weißer Populist wie Trump?

        Trump handelt gemeingefährlich. Er bemüht sich erst gar nicht um Deeskalation. Er heizt die Spannungen weiter an. Man darf ihm Kalkül mit Blick auf seine Wahlchancen im Herbst unterstellen. Er setzt auf die Pose des „Law and Order“-Manns, der mit dem Einsatz des Militärs droht, falls die Gouverneure in einzelnen Staaten die Lage nicht unter Kontrolle bekommen. Damit zielt er auf Demokraten, die angeblich zu weich gegen „Terroristen“ und „gewalttätiges Pack“ vorgehen.
        […]
        Von „Black Lives Matter“ hört man nur noch wenig. 2016, Obamas letztes Amtsjahr, war ihr Zenit. Die Proteste ermunterten auch Radikale. Mitten im Wahlkampf wurden Polizisten gezielt erschossen. Trump versprach: Make America Safe Again! Er mobilisierte, indem er die Protestbewegung zu Terroristen und Pack erklärte – wie heute. Und gewann die Wahl.

        Bürgerrechtsbewegung, Obama – und noch eine Generation

        Das ist eine Warnung für die Demokraten. Eine Eskalation im Wahljahr nützt Trump. Auch wenn die ungerechten Verhältnisse nach Revolution schreien – Afroamerikaner sind vielfältig benachteiligt von der Bildung bis zur Krankenversorgung; sie sind stärker von Krisen, Arbeitslosigkeit, Corona betroffen –, bleibt nur der geduldige Weg der Reformen.
        […]

        https://www.tagesspiegel.de/politik/ein-obama-reicht-nicht-werden-die-usa-den-rassismus-je-ueberwinden/25879242.html

        @ Mark Smith:

        Der Tichy-Talk fand zwar 2019 statt, ist aber leider noch topaktuell, insbesondere das Trump-Bashing durch die Haltungsjournalisten-Medien hüben wie drüben hat weiterhin große Konjunktur, was bei den „normies“ nicht gut ankommt. Das wissen auch unsere Journalisten, und manchmal riskiert einer von denen die Veröffentlichung dieser Einsicht, auch wenn er damit vom moralisch hohen Roß absteigen muß.

    • Was die Democrats Aktivistin Beth A. Wilkinson da am 1.6.2020 für Jugde Sullivan gegenüber dem Berufungsgericht einreichte, schadet ihm mehr als alles, das er zuvor verbockt hat.

      Da reicht schon ein Blick auf die Einleitung auf S. 9f:

      INTRODUCTION

      The unique facts of this case warrant evaluation by the trial judge before any review by this Court. It is unusual for a criminal defendant to claim innocence and move to withdraw his guilty plea after repeatedly swearing under oath that he committed the crime. It is unprecedented for an Acting U.S. Attorney to contradict the solemn representations that career prosecutors made time and again, and undermine the district court’s legal and factual findings, in moving on his own to dismiss the charge years after two different federal judges accepted the defendant’s plea. These reversals presented Judge Sullivan with several substantial questions. Was he required to grant the government’s post-plea motion to dismiss, and reverse his findings that Mr. Flynn’s false statements to the FBI about his contacts with Russia were material, without any inquiry into the facts set forth in, and surrounding, the government’s filing? What implications would dismissal have on Mr. Flynn’s separate false statements to the Department of Justice about his work for Turkey, which were part of his plea agreement but not addressed in the government’s motion?

      https://de.scribd.com/document/463947084/Sullivan-Response

      Nunja, die Mueller-Anwälte haben sich schon seit längerer Zeit diskreditiert. Und natürlich sind erzwungene guilty pleas keine Ausnahme. Und nun soll Flynn auch wegen seines Türkei-Engagements gelogen haben, während die Mueller-Verfolgung gegen seinen Geschäftspartner Rafiekian, die wegen fehlender FARA-Registrierung als Agent der Türkei baden ging, weil dem Engagement kein nachweisbarer staatlicher türkischer Einfluß zugrundelag.

      And what, if anything, should Judge Sullivan do about Mr. Flynn’s sworn statements to the court, where he repeatedly admitted to the crime and to the voluntariness of his guilty plea, only to now claim that he never lied to the government and was pressured and misled into pleading guilty? Because the parties before him now support the same relief, Judge Sullivan turned to an approach used by federal courts across the country, as well as district courts in this Circuit: He appointed an amicus to present counterarguments, and set a briefing schedule giving the government and Mr. Flynn the last  word. The question before this Court is whether it should short-circuit this process, forbid even a limited inquiry into the government’s motion, and order that motion granted. The answer is no.

      https://de.scribd.com/document/463947084/Sullivan-Response

      Da hat Wilkerson den typischen Democrats-Ausweg genommen, der beim Berufungsgericht freilich nicht verfangen wird: nämlich die Fakten im Flynn-Fall zu verschweigen.

      Ich empfehle daher Prof. Cleveland:

      New Flynn Transcripts Confirm Mueller Team Lied To The Court And The Country
      The newly released transcripts should cause longtime federal Judge Emmet Sullivan to realize the error of his way and immediately dismiss the charges against Michael Flynn.

      By Margot Cleveland
      June 1, 2020

      Special Counsel Robert Mueller’s office deceived the country and a federal court about former National Security Adviser Michael Flynn’s late-December 2016 conversations with Russian Ambassador Sergey Kislyak. Now, more than three years later, Americans are only first learning about that deception thanks to the release of recently declassified transcripts of the calls.

      Klicke, um auf 2020-05-29%20ODNI%20to%20CEG%20RHJ%20%28Flynn%20Transcripts%29.pdf zuzugreifen


      […]
      Van Grack then attested in the Statement of Offense that Flynn knew that “on or about December 28, 2016, then-President Barack Obama signed Executive Order 13757, which was to take effect the following day. The executive order announced sanctions against Russia in response to that government’s action intended to interfere with the 2016 presidential election (‘U.S. Sanctions’).”

      Russian Expulsions Were Not Sanctions

      The Statement of Offense professed that on Dec. 29, 2016, “FLYNN called the Russian Ambassador and requested that Russia not escalate the situation and only respond to the U.S. Sanctions in a reciprocal manner.”

      According to the Statement of Offense, during questioning by the FBI agents, “FLYNN falsely stated that he did not ask Russia’s Ambassador to the United States (‘Russian Ambassador’) to refrain from escalating the situation in response to sanctions that the United States had imposed against Russia,” and “also falsely stated that he did not remember a follow-up conversation in which the Russian Ambassador stated that Russia had chosen to moderate its response to those sanctions as a result of FLYNN’S request.”

      https://thefederalist.com/2020/06/01/new-flynn-transcripts-confirm-mueller-team-lied-to-the-court-and-the-country/

      Sie streicht dann heraus, daß sowohl in der Anklage gegen Flynn als auch im Mueller Report glasklar zwischen den Obama-„sanctions“ gegen GRU-Angehörige und Maßnahmen gegen Rußland durch das Außenministerium (Ausweisung von Botschaftsangehörigen u.a.) unterschieden wurde. Nur zu letzteren hat sich Flynn gegenüber Kislyak allerdings geäußert.

      Later, when Sullivan directly ordered the government to file “the transcripts of any other audio recordings of Mr. Flynn, including, but not limited to audio recordings of Mr. Flynn’s conversations with Russian officials,” Van Grack refused, telling the court instead that it is not relying on that recording “for purposes of establishing the defendant’s guilt or determining his sentence.”

      At least in that regard, Van Grack was being honest with the court: He was not relying on the transcript to establish Flynn’s guilt — because it didn’t! The transcript instead established Flynn’s factual innocence.

      Not only did the special counsel’s office and then Van Grack, a holdover from the Mueller team, misrepresent to the federal court the substance of Flynn’s conversation with Kislyak, the special counsel repeated these lies to the American public.

      For instance, the Mueller report falsely stated, “Flynn discussed multiple topics with Kislyak, including sanctions. … With respect to the sanctions, Flynn requested that Russia not escalate the situation, not get into a ‘tit for tat,’ and only respond to the sanctions in a reciprocal manner.”

      The Mueller report also inaccurately reported that “on December 31, 2016, Kislyak called Flynn and told him the request had been received at the highest levels and that Russia had chosen not to retaliate to the sanctions in response to the request.”

      Elsewhere, the special report repeated this lie, noting that immediately after discussing the sanctions with K.T. McFarland, “who was slated to become the Deputy National Security Advisor,” “Flynn called Kislyak and requested that Russia respond to the sanctions only in a reciprocal manner, without escalating the situation.”
      Later, in detailing Flynn’s purported false statements to the FBI agents, Mueller’s team told the American public, who had no access to the transcripts, that “Flynn falsely stated he did not ask Kislyak to refrain from escalating the situation in response to the sanctions on Russia imposed by the Obama Administration. Flynn also falsely stated that he did not remember a follow-up conversation in which Kislyak stated that Russia had chosen to moderate its response to those sanctions as a result of Flynn’s request.”

      With the transcript exposing that the special counsel’s office lied to both the American people and the federal court overseeing the Flynn prosecution, watch for state apologists to falsely claim the expulsions were part of the sanctions. This misdirection, however, fails for several reasons.

      https://thefederalist.com/2020/06/01/new-flynn-transcripts-confirm-mueller-team-lied-to-the-court-and-the-country/

      Flynnn selbst wußte sehr genau, worum es ging:

      Mueller’s team surely knew that the distinction between sanctions and expulsions mattered when it came to Flynn and his conversation with the FBI agents because shortly after Strzok and Pientka questioned Flynn, Flynn publicly refuted media reports that he had discussed sanctions with Russia. I had “a brief discussion of the 35 Russian diplomats who were being expelled by Obama in retaliation for Moscow’s alleged interference in the 2016 campaign. ‘It wasn’t about sanctions. It was about the 35 guys who were thrown out,’” Flynn stated.
      https://dailycaller.com/2017/02/14/exclusive-defiant-flynn-insists-he-crossed-no-lines-leakers-must-be-prosecuted/

      https://thefederalist.com/2020/06/01/new-flynn-transcripts-confirm-mueller-team-lied-to-the-court-and-the-country/

      Sullivan war ja eigentlich aufklärungsbereit, wie Cleveland anmerkt. Leider wurde er emotional, weil Flynn, beraten von den Democrats Covington-Anwälten, sein falsches Geständnis auch vor ihm wiederholte. Seine Democrat Verteidigerin reißt ihn nun tiefer ins Unglück.

      • Hier gibt es eine gründliche Darstellung beider Eingaben:

        Judge’s lawyers hint at ‚reason to question‘ DOJ’s motives in new Michael Flynn case filing; DOJ fires back

        By Gregg Re | Fox News

        Washington, D.C. District Court Judge Emmet Sullivan’s lawyers issued an exceedingly rare response on his behalf to the D.C. Circuit Court of Appeals on Monday, explaining that the judge hadn’t dismissed the case against former national security advisor Michael Flynn — as requested by both federal prosecutors and Flynn’s lawyers after a mountain of exculpatory information surfaced — in part because „unusual developments“ provided a „reason to question“ the Justice Department’s motives.

        Minutes later, the DOJ submitted its own filing calling for the case to be dismissed, suggesting FBI agents may have manipulated a key document, and slamming efforts to keep the prosecution alive by doubting the DOJ’s integrity. The appellate court had invited the DOJ to weigh in on the matter.
        „This Court should issue a writ of mandamus compelling dismissal,“ the DOJ wrote in a filing signed by Solicitor General Noel Francisco, who ordinarily represents the government before the Supreme Court. Francisco’s imprimatur was significant, and indicated the DOJ was taking Sullivan’s actions seriously.

        „Under Articles II and III of the Constitution, the power to prosecute belongs to the Executive, not the Judiciary,“ the government continued. „Federal Rule of Criminal Procedure 48, read against the backdrop of that constitutional principle, required the district court to grant the government’s motion to dismiss the indictment with prejudice because that motion was unopposed.“
        That rule of procedure states: „The government may, with leave of court, dismiss an indictment, information, or complaint.“
        […]
        It would not be unprecedented for the government to successfully move to dismiss a case after securing a conviction. In fact, Sullivan himself tossed the conviction of former Alaska Sen. Ted Stevens in 2009, when it emerged the government had not produced a slew of exculpatory „Brady“ material.
        […]

        https://www.foxnews.com/politics/judge-sullivans-lawyers-cite-unusual-developments-as-providing-reason-to-question-dojs-motion-to-dismiss

        Margot Cleveland und ich sind uns einig: diese politische Sullivan-Erklärung reißt ihn tiefer rein:

        Judge Sullivan Finally Responds To Mandamus Petition In Flynn Case, Proving Why It Was Necessary
        Whether the D.C. Circuit will grant mandamus and direct Sullivan to dismiss the criminal charge against Flynn is unknown. But Flynn has the Constitution on his side; Sullivan has only the Resistance.

        By Margot Cleveland
        June 2, 2020
        Judge Emmet Sullivan appeared as unofficial amicus curiae for the Resistance in the D.C. Circuit Court of Appeals in the Michael Flynn criminal case yesterday.
        […]
        The 36-page response brief filed late Monday spent nearly half the space discussing the “facts” of the Flynn criminal prosecution, albeit with the narrative mirroring that sold by the left-leaning press, pundits, and politicians. The biggest tell came in the opening lines when Sullivan, through counsel, said, “[I]t is unprecedented for an Acting U.S. Attorney to contradict the solemn representations that career prosecutors made time and again.”

        The longtime federal judge repeated this refrain throughout the brief, suggesting impropriety in the decision-making of the acting U.S. attorney. That it was the “career prosecutor” who withheld material exculpatory evidence from Flynn garnered nary a word. Nor did Sullivan as much as acknowledge that the decision to dismiss the charge came following an outside review and the discovery of the previously withheld evidence that eviscerated the charge against Flynn.

        Sullivan also used substantial space repeating the familiar mantra that Flynn had pleaded guilty twice, but then sidestepped the overwhelming evidence indicating Flynn’s plea was involuntary and the result of ineffective assistance of counsel.

        But Sullivan still found ample space to discuss “the unique facts of this case,” that he maintains “raised plausible questions about the presumption of regularity afforded to prosecutorial decisionmaking.” These so-called facts tracked much of the fake news peddled daily by the press.

        Sullivan’s discussion of these “plausible questions” also makes clear he no longer seeks to be an impartial jurist but desires the role of prosecutor: He is the ultimate adversary — to both Flynn and federal prosecutors.

        Sullivan Proved the Need for Mandamus

        While Sullivan’s entire response is weak and screams of bias, his final point actually proves Powell’s case for mandamus. In closing, Sullivan argues the D.C. Circuit should deny Flynn’s petition for mandamus because he has yet to rule on the government’s motion to dismiss. Here, Sullivan stresses that mandamus is rare and is only appropriately granted when no other remedy is available. He then posits that, since Flynn could appeal any future denial of his motion to dismiss, there is no reason for mandamus now.

        This point cannot withstand scrutiny, however, because as the brief filed yesterday by a group of U.S. senators argued, there is no longer a live “case or controversy” in the Flynn case. The senators’ amici curiae brief makes this brilliant point, overlooked by many: Sullivan is not merely violating Article II of the Constitution, which grants prosecutorial discretion solely to the executive branch. He is also violating Article III of the Constitution by attempting to rule in a case where there is no “case or controversy.”
        […]

        https://thefederalist.com/2020/06/02/judge-sullivan-finally-responds-to-mandamus-petition-in-flynn-case-proving-why-it-was-necessary/

        Sean Davis zur Eingabe des DOJ:

        Und Davis/Hemingway zur Eingabe von republikanischen Senatoren:

        In New Court Filing, Top Senators Blast Rogue Judge’s Refusal To Dismiss Flynn Case
        Seven top Senators said Sullivan’s actions violate the Constitution’s clear separation of powers on which branch of government may prosecute American citizens.

        By Sean Davis and Mollie Hemingway
        June 1, 2020

        The actions of the rogue federal judge in the Michael Flynn criminal case are an unprecedented and unconstitutional abuse of power that represent a “recipe for tyranny,” seven top senators, including the Senate Majority leader, told a federal court on Monday. In an amicus brief filed with the U.S. Court of Appeals for the District of Columbia, Sen. Tom Cotton (R-Ark.) blasted the refusal of Judge Emmet G. Sullivan to grant the Department of Justice’s motion to dismiss charges against Flynn. Sens. Mike Braun (R-Indiana), Kevin Cramer (R-North Dakota), Ted Cruz (R-Texas), Chuck Grassley (R-Iowa), Rick Scott (R-Florida), and Mitch McConnell (R-Kentucky) also signed the brief.

        No less than the former Chief Justice John Marshall described prosecutorial discretion as “‘an indubitable and a Constitutional power’ which permitted [the President] alone to determine . . . when to pursue and when to forego prosecutions,” the senators note, quoting the former chief justice from his time as a congressman. The senators reminded the court that Alexander Hamilton wrote in Federalist No. 78 that “while the Executive ‘holds the sword of the community,’ the Judiciary ‘can take no active resolution whatever’ because it has ‘neither Force nor Will, but merely judgment.’” They quote James Madison in Federalist No. 47 that “[a]lthough individual liberty has ‘nothing to fear from the judiciary alone,’ it has ‘everything to fear’ from the union of the judicial and executive powers – which is a recipe for ‘tyranny.’”
        […]

        https://thefederalist.com/2020/06/01/in-new-court-filing-top-senators-blast-rogue-judges-refusal-to-dismiss-flynn-case/

        Ich glaube, daß man mit diesen Einordnungen etwas anfangen kann.

        Lawfare sieht die Sache sicherlich anders. 😉

  5. @ Mark Smith:

    https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/27/hans-wollschlaeger-fake-news-updated/comment-page-254/#comment-89056

    Natürlich hat Lübberding recht. Das befürchtet ja sogar der Propaganda-SPIEGEL, daß Trump profitieren werde, weil jeder Bürger, insbesondere aber von den Gewalttätigkeiten betroffene schwarze Bürger, von Trumps law and order-Ansatz überzeugt sein werden. Das wäre bei uns nicht anders.

    Die brutale Polizeigewalt in demokratischen regierten Staaten mit absurden Corona-Regeln tut ihr Übriges:

    Und natürlich glaubt niemand die neue Propaganda, daß Russen oder Nationalisten für den Aufruhr verantwortlich seien:

    Die Dems-Medien wie NYT, WaPo, CNN & Co. mit ihrer Propaganda erreichen ohnehin nur ihr eigenes Publikum. Und hier darf ich erneut auf die „Lückenpresse“ hinweisen, denn sowohl die leitenden US-Medien, also auch die ihnen sklavisch folgenden Unsrigen, berichten ja nichts über die Fortschritte der Untersuchung gegen die Investigators gegen Trump. Logo, sie waren ja alle als Komplizen der „Investigators“ jahrelang an diesem Russia-Collusion-Narrativ beteiligt, von dem seit dem Mueller-Report nichts mehr übrig blieb und nun auch von der Mueller-Untersuchung insgesamt nichts mehr übrig bleibt.

    Gestern hatte ich geschrieben:

    „Krass ist jedenfalls diese Meldung:

    Ich hatte ja keine Ahnung, welche Karriere dieses Obama-DOJ-Überbleibsel beim FBI unter Wray machen konnte:

    https://en.wikipedia.org/wiki/Dana_Boente

    Kurz vor Rosensteins freiwilliger Aussage im Senat ist das natürlich bedeutsam: denn es war gewiß Boente, der Rosenstein desinformierte.“
    https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/27/hans-wollschlaeger-fake-news-updated/comment-page-253/#comment-89050

    Julie Kelly weist darauf hin:

    Sean Davis hat diese Interpretation:

    Kurzfazit: es gibt nicht nur Verschwörungstheorien, sondern auch Verschwörungen. 😉

    • @ Michel German:

      https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/27/hans-wollschlaeger-fake-news-updated/comment-page-254/#comment-89057

      Danke für die Nachträge – es ist immer wieder eine Freude, dem differenzierenden Tucker Carlson zuzuhören, der ja auch den zu diesem Zeitpunkt noch fehlenden Obduktionsbericht ansprach.

      Ein Nachtrag meinerseits zu dem mehr wie ein Politiker der Democrats auftretenden Generalstaatsanwalt von Minnesota, der den „Protesten“ Legitimät zusprechen wollte.

      Das Opfer hatte also Vorerkrankungen und starb nicht an Erstickung – dennoch liegt hier zumindest ein grober Pflichtverstoß vor, wie Bongino ausführte (der offenbar nicht wußte, daß zwei weitere Polizeibeamte auf dem Opfer knieten bzw. dieses zu Boden drückten), der zum Tod führte. McCarthy weist auf die großen Lücken in der Anklage hin:

      Floyd became more uncooperative when Lane and Kueng told him he was being placed under arrest. The complaint alleges that he stiffened up, dropped to the ground, and told them he was claustrophobic. He also refused to get in the squad car, intentionally falling down, refusing to be still. By then, the back-up officers, Chauvin and Officer Tou Thao, arrived in a second police car. Floyd continued to tell all four cops that he would not get into the squad car.

      At a key juncture, the complaint is confusing. Sometime shortly after 8:14 p.m., we’re told, the officers were trying to force Floyd into the backseat of the squad car, when Chauvin “went to the passenger side and tried to get Mr. Floyd into the car from that side,” with Lane and Kueng assisting. The complaint then curiously jumps to a new paragraph, which begins by saying Chauvin “pulled Mr. Floyd out of the passenger side of the squad car at 8:19:38 p.m.”

      Note: We are told neither how Floyd came to be in the squad car, nor why Chauvin was pulling him out. Nothing that happened in the interim is related. These undescribed moments may be significant, given that Floyd’s underlying hypertensive heart condition apparently contributed to his death.

      Instead, we learn that when Chauvin pulled Floyd out of the car, Floyd went straight to the ground, “face down and still handcuffed.” Is this because he threw himself down, or did something happen to him in the car, or in the process of being put in the car, that caused him to be unable to walk? We are not told.

      The complaint says that at that point, Chauvin, using his knee, pinned Floyd’s head and neck down, while Kueng held his back and Lane his legs. Why was this done? The complaint provides no useful information. To repeat, we are not told what went on in the squad car before Chauvin pulled Floyd out.

      From there, the complaint summarizes the excruciating eight minutes between 8:19:38 and 8:27:24, when Chauvin finally removed his knee from Floyd’s neck — nearly two minutes after Floyd had not only ceased to breathe or speak, but ceased to have a pulse (according to Kueng, who checked for one at 8:25:31). In the minutes leading up to that point, Floyd had pleaded with the police to recognize that he could not breathe, and called out “please” and “mama” – a poignant plea, for Floyd’s mother passed away two years ago.

      At one point, while Floyd was still moving but apparently not talking, Lane said he was “worried about excited delirium or whatever” and suggested that the police should “roll him on his side.” Chauvin rejected this suggestion, opining that the excited delirium Lane feared was “why we have him on his stomach.” Finally, an ambulance arrives . . . but we’re not told why. Did the police call the ambulance? Was it because of something that happened in the squad car? Because of something that happened on the street? We don’t know. As the complaint relates the matter, the ambulance just materializes, along with emergency medical personnel.

      To summarize: The narrative complaint conveys the complexity of the encounter, though it raises new questions by leaving potentially key moments unaccounted for. It usefully demonstrates something of great importance in excessive-force cases: There is a big difference between resisting by refusing to cooperate physically in being taken into custody, and resisting by menacing the police and putting them in fear of harm. In the moments leading up to Floyd’s death, there may have been plenty of the former, but he did not hurt or threaten the cops.

      But we are left with what appears to be an awful, patently unreasonable hold, one that looks like a variation on a choke hold, but that did not choke Floyd — or at least did not kill him by asphyxiation, even if it probably made breathing more difficult. This will give Chauvin’s defense daylight to argue that the video makes his actions look worse than they really were, and that Floyd died from a tragic combination of circumstances Chauvin could not have grasped in the moment.

      That said, the video is monstrous, and a third-degree murder conviction is certainly foreseeable.
      […]

      https://www.nationalreview.com/2020/05/what-we-do-and-dont-know-now-about-george-floyds-death/

      Derweil Susan Rice, als ob nichts gewesen wäre, die Russenkarte zieht:

      Bei Hardlinern wie Rubio kommt sie damit an, aber auch beim Sicherheitsberater, der zusätzlich China, Iran und Simbabwe ins Spiel bringt:

      https://www.nationalreview.com/news/susan-rice-blames-foreign-actors-for-stirring-george-floyd-protests-right-out-of-the-russian-playbook/

      Natürlich äußern Iran und China jetzt Schadenfreude:

      Anti-Rassismus-Proteste
      China und Iran werfen Amerika Doppelmoral vor
      Aktualisiert am 01.06.2020-12:54

      Die heftigen Proteste in Hongkong und Iran gegen die Obrigkeiten hat die Regierung Trump begrüßt. Nun folgt die Retourkutsche aus Peking und Teheran.

      China und Iran haben die von schweren Ausschreitungen begleiteten Anti-Rassismus-Proteste in den Vereinigten Staaten für Kritik an Washington genutzt. Der Rassismus sei „eine chronische Krankheit der amerikanischen Gesellschaft“, sagte ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums am Montag in Peking. Teheran forderte Washington auf, „die Gewalt“ gegen die eigene Bevölkerung zu beenden.

      „An die amerikanische Bevölkerung: Die Welt hat Ihren Aufschrei über diese Unterdrückung gehört. Die Welt steht an Ihrer Seite“, sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Abbas Mussawi, in Teheran. „Und an die amerikanischen Beamten und Polizisten: Stoppen Sie die Gewalt gegen Ihr Volk und lassen Sie ihm Luft zum Atmen“, fügte er in Anlehnung an die letzten Worte des bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis getöteten Schwarzen George Floyd hinzu, der mehrfach gesagt hatte, er könne nicht mehr atmen.
      Mussawi beschuldigte den Erzfeind Amerika auch, friedliche Demonstranten „mit äußerster Gewalt wahllos zu unterdrücken“. Die Vereinigten Staaten übten „Gewalt und Mobbing im In- und Ausland“ aus.
      […]
      Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Zhao Lijian, sagte in Peking, die nach dem Vorfall entbrannten Unruhen zeigten „die Schwere der Probleme von Rassismus und Polizeigewalt in den Vereinigten Staaten“. Die Reaktion der amerikanischen Regierung auf die Anti-Rassismus-Proteste sei ein „Lehrbuchbeispiel für ihre weltberühmte Doppelmoral“, sagte er und verglich dabei die Demonstranten in den Vereinigten Staaten mit den pro-demokratischen Demonstranten in Hongkong.

      Im Streit um die Zukunft Hongkongs nutzten auch chinesische Staatsmedien am Wochenende die Ausschreitungen in den Vereinigten Staaten für Kritik an Washington. „Die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, hat die gewaltsamen Proteste in Hongkong einst als ’schönen Anblick’ bezeichnet – nun können die amerikanischen Politiker diesen Anblick von ihren eigenen Fenstern aus genießen“, schrieb der Chefredakteur der staatlichen chinesischen Boulevardzeitung „Global Times“, Hu Xijin.
      […]

      https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/proteste-china-und-iran-werfen-usa-doppelmoral-vor-16795292.html

      Kann man ihnen nicht verdenken.

      Und Trump verstört Merkel, die die Annäherung der EU an China vorantreiben will, und Röttgen, der mit Rußland nicht will:

      Trump will G7 zu G11 erweitern
      Eine neue Allianz gegen China?

      Russland reagiert zurückhaltend auf Trumps Vorstoß, die G7 zu erweitern. Australien, Indien und Südkorea zeigen sich offener – ohne Amerika wären sie Vasallenstaaten Chinas, warnt ein früherer Außenminister.
      Von Christoph Hein, Singapur und Patrick Welter, Tokio
      -Aktualisiert am 31.05.2020-15:53

      Alexander Downer war ein furchtloser Politiker. Heute ist der frühere Außenminister Australiens ein politischer Analyst, der das offene Wort liebt: „Ohne die Vereinigten Staaten würden die meisten, wenn nicht alle Länder der indo-pazifischen Region Vasallenstaaten Chinas, was dann enormen Unmut und eine zerstörerische Angst freisetzte“, sagt Downer mit Blick auf das Ansinnen des amerikanischen Präsidenten, eine „G-11“ ins Leben zu rufen. Donald Trump hatte sie am Sonntag vorgeschlagen, um über China zu sprechen – die bisherige „Gruppe der 7“, deren Tagung im Juni in Camp David spätestens nach Absage Angela Merkels nicht stattfindet, sei angesichts der Weltlage sowieso „sehr überholt“. Der australische Ministerpräsident Scott Morrison kommentierte den Ansatz vorsichtiger, aber eindeutig: „Der Ausbau der internationalen Zusammenarbeit gleichgesinnter Ländern in Zeiten beispielloser Herausforderungen ist hochgeschätzt“, ließ Morrison seinen Sprecher sagen.
      Viel Analyse braucht es nicht, um zu erkennen, dass Donald Trump eine solche Gesprächsrunde auf höchster Ebene als Werkzeug betrachtet, um noch mehr Druck auf Peking auszuüben. Würden einer solchen Konferenz doch neben den G-7-Staaten – unter ihnen Deutschland – auch Australien, Indien, Südkorea und Russland angehören. „Was ist allen diesen Ländern gemein? Zusammen mit Amerikas getreuem Anhänger Japan sind sie alle auf der Hut vor Chinas immer aggressiveren strategischen, wirtschaftlichen und diplomatischen Manövern“, bringt der Autor Parag Khanna den Plan auf den Punkt.
      […]

      https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/trump-will-g7-zu-g11-erweitern-neue-allianz-gegen-china-16794619.html

      Und Downer gibt es immer noch.

      • Und Jake Tapper bringt die Rechtsextremisten ins Spiel, die von VICE als Brandbeschleuniger identifiziert wurden:

        Various Democrat politicians in Minnesota and elsewhere picked up the ball on Saturday, floating the idea that right-wingers were behind the violence.
        Liberal national security website Just Security also joined the fray on Saturday, suggesting that “far-right infiltrators and agitators” were causing the violence in the George Floyd “protests.”
        https://www.justsecurity.org/70497/far-right-infiltrators-and-agitators-in-george-floyd-protests-indicators-of-white-supremacists/
        While it’s certainly plausible that a handful of right-wing extremists are exploiting the situation to cause mischief, it’s patently obvious that the vast majority of the violence is being perpetrated by left-wing agitators.

        https://amgreatness.com/2020/05/31/jake-tappers-attempt-to-blame-far-right-groups-for-protest-violence-fizzles-with-trumps-national-security-advisor/

        Weil das Anzünden von Kirchen durch nichts zu rechtfertigen ist, hat CNN diese Tatsache auch bestritten:

        Mit dem „Ruling“ ist offenbar diese Entscheidung gemeint:

        Da hilft nur noch Satire:

        Vielleicht hilft auch ein Blick auf die Zahlen, um zu ergründen: ist die Polizeigewalt in den USA rassstisch? Oder einfach „nur“ ein Polizeigewalt-Problem?

        Bei der Politisierung des Themas durch die Democrats fällt, wie immer, ihre Heuchelei auf:

        Gewächse aus den üblicherweise linken Elite-Unis. Aber nein, da müssen Russen und Rechtsextremisten als Anpeitscher verantwortlich gemacht werden.

        Hä? Wie kommt man auf sowas? Elon Musk soll noch nicht einmal „weiß“ sein, was immer das bedeuten soll. „Rassen“ sind dank PC-Genetik abgeschafft, statt dessen gibt es Ethnien und DNA-Informationen, die die Herkunft sehr genau lokalisieren können, bis hin zu spezifischen Regionen in einem Land. Elon Musk mag ein unangenehmer Typ sein, wie eigentlich jeder besessene Macher. Aber die typische Neigung der Democrats, stilistisch unangenehmen Typen ein Ekel-Label anzuheften, hat schon bei Trump nicht geklappt. Vielleicht bei den Journalisten-Kollegen, nicht aber bei den Wählern. Und nur auf die kommt es an.

    • BTW – der Auszug in Julie Kellys Tweet

      entstammt diesem desaströsen Yahoo Artikel, in dem sich die NBC Reporter austobten:
      https://news.yahoo.com/fbis-top-lawyer-dana-boente-202228889.html

  6. Zu der Twitter-Kampagne gegen Trump, der zurückschlägt:

    https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/27/hans-wollschlaeger-fake-news-updated/comment-page-253/#comment-89041

    bleibt nachzutragen, daß im SPIEGEL von gestern tatsächlich ein Leitartikel des aktuellen Trump-Oberverfolgers René Pfister prangt, in dem dieser, gestützt auf Trumps Kritik an der betrugsanfälligen Briefwahl, prophezeit, Trump werde das Wahlergebnis nicht anerkennen und die Demokratie abschaffen. Zuvor wurde selbst in diesem Twitter-kritischen Artikel wie selbstverständlich davon ausgegangen, daß Trump mt seiner Kritik „lügt“:

    Untauglicher Trump-Faktencheck
    Twitter checkts nicht
    Ein Kommentar von Patrick Beuth
    Unglücklich gewählte Quellen, unklare Formulierungen, konstruierte Begründung: Twitters erster Faktencheck eines Trump-Tweets macht Defizite des Unternehmens im Kampf gegen Falschinformationen deutlich.
    27.05.2020, 17.37 Uhr

    Twitters erster Faktencheck eines Trump-Tweets hat vor allem eines gezeigt: Einen zweiten dieser Art kann sich das Unternehmen sparen. So jedenfalls lässt sich niemand überzeugen, dass der US-Präsident fantasiert oder lügt.

    Es beginnt schon bei der Form: „Get the facts about mail-in ballots“ steht hinter dem von Twitter gesetzten Ausrufezeichen unter Donald Trumps Tweet. Das klingt, als ob es hinter dem entsprechenden Link noch mehr Informationen zu Trumps Briefwahl-Unwahrheiten gäbe. Nicht, als ob da etwas richtiggestellt würde. Hier fehlt schlicht der klare Hinweis, dass Trumps Aussage falsch ist.

    Dass Twitter sich dann beim Faktencheck ausgerechnet auf „CNN, die ‚Washington Post‘ und andere“ beruft und einfach mehrere Links auf Artikel und Tweets von Journalisten als Faktencheck verkauft, ist ebenfalls eine unpassende Entscheidung. Nicht, dass es grundsätzlich schlechte Quellen wären, aber niemand, der Trump ernst nimmt, wird diese Medien ernst nehmen. Hier hätte Twitter zumindest ein Statement der Wahlbehörden (in diesem Fall von Kalifornien) einholen oder zitieren müssen.
    […]
    In jedem Fall wird es für Twitter schwierig, unter den jetzigen Voraussetzungen konsistent mit dem meistbeachteten Lügner unter seinen Nutzerinnen und Nutzern umzugehen. Der erste Faktencheck wirkt jedenfalls wie eine Vorlage für viele Eigentore.
    […]

    https://www.spiegel.de/netzwelt/web/donald-trump-im-faktencheck-twitter-checkts-nicht-kommentar-a-9b4516d0-c6dc-4fd2-83bd-9e621a2bf3bc#

    Da war ja selbst die WaPo vielseitiger:

    Wie üblich wird zwischen Meinung und Fakten nicht unterschieden:

    Auch Malte Lehming kommt nicht ohne Seitenhiebe aus, aber er hat den richtigen Ansatz:

    28.05.2020, 16:05 Uhr
    Trump gegen Twitter
    Es gibt auch die Freiheit, Lügen zu verbreiten
    Trumps Groll auf Twitter ist verständlich. Er hat das volle Recht, Unsinn zu verbreiten. Er verstößt damit gegen kein Gesetz. Ein Kommentar.
    Malte Lehming

    Ein bigotter Mensch predigt Wasser und trinkt Wein. Er singt das hohe Lied der Meinungsfreiheit und greift in sie ein. Er wettert gegen Zensur und maßt sich an, verbindliche Urteile über richtig und falsch fällen zu dürfen. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg sagt, soziale Netzwerke sollten keine Schiedsrichter über die Wahrheit sein. Damit unterstützt er US-Präsident Donald Trump, der erbost ist über Twitter, weil erstmals zwei seiner Tweets mit einem Warnhinweis versehen worden waren.

    Doch Facebook lässt selbst Rechercheportale prüfen, ob Beiträge Falschnachrichten enthalten. Dann werden sie entsprechend markiert. Das Unternehmen ist also durchaus Schiedsrichter über die Wahrheit. In Deutschland wurde jetzt ein solcher Faktencheck-Warnhinweis untersagt, weil er missverstanden werden könne. Das Recherchenetzwerk „Correctiv“ darf den „Teils-falsch-Stempel“ in einem konkreten Fall [gegen Tichys Einblick] nicht mehr verwenden.
    […]
    Selbst Hass kann eine Meinung sein. Jeder Tendenz, um des lieben Friedens willen den Diskussionsraum zu verkleinern, muss widerstanden werden. Das ist anstrengend, ja strapaziös. Aber die Vision einer auf reinen Fakten basierenden Debattenkultur ist nicht nur illusionär, sondern auch totalitär.

    Trumps Groll auf Twitter – und stellvertretend auf andere Online-Plattformen wie Facebook, Youtube und Instagram – ist verständlich. Er hat das volle Recht, Unsinn zu verbreiten. Er verstößt gegen kein Gesetz. Die Plakatierung seiner Äußerungen als unwahr durch ein neutrales Unternehmen wie Twitter muss von ihm, zumal in Wahlkampfzeiten, als unlautere Einmischung empfunden werden.
    […]
    Ist Sozialismus schlimmer als Kapitalismus? Ist vegane Ernährung gesundheitsschädlich? Existiert ein gütiger Gott? Wenn Mitarbeiter von Twitter und Facebook solche Fragen beantworten, bleibt die Suche nach der Wahrheit auf der Strecke. Dann verliert die Öffentlichkeit, was für ihr Wesen konstitutiv ist – den freien Austausch von Gedanken und Meinungen. Lieber ein Trump, der Lügen verbreitet, als demokratisch nicht legitimierte Instanzen, die über Wahrheit und Lüge autoritär befinden.

    https://www.tagesspiegel.de/politik/trump-gegen-twitter-es-gibt-auch-die-freiheit-luegen-zu-verbreiten/25869434.html

    • Leider habe ich erst jetzt gesehen, daß wenige Minuten vor meinem Beitrag Johannes Treblin einen neuen Beitrag ganz oben auf der (jetzt) alten Seite gepostet hatte – hier ist er:

      „Ich bin überrascht, dass es doch lebendige Diskussionen mit authentischen Erfahrungen über die Coronakrise gibt, leider nicht in den etablierten Medien, sondern z.B. auf der „Achse des Guten“, hier:
      https://www.youtube.com/watch?v=F4zTJMvKrFI – „Medien als Panikschleudern“
      Markus Vahlefeld fragt sich, warum in den Radionachrichten ständig Fallzahlen vorgelesen werden. Cora Stephan vermisst journalistische Aufklärung über die tatsächlichen Folgen der Masseninfektion in einer Frankfurter Baptistengemeinde. Burkhard Müller-Ullrich zeigt sich erstaunt über das riesige Werbebudget der AOK, mit dessen Entzug die BILD-Zeitung für ihre Kritik an dem Regierungsvirologen Drosten bestraft werden soll. Dirk Schümer berichtet über die Übersterblichkeit in Bergamo und rätselt über die Untersterblichkeit in Städten wie Neapel und Venedig und berichtet über das niederländische Euthanasie-Programm während der Corona-Krise. Und alle vier diskutieren darüber, was in den letzten Tagen bedenklich war, fassungslos machte, Zweifel erweckte oder einfach aufhorchen ließ.
      So etwas hätte ich gern im Radio…“

      • Ja, das war eine muntere Diskussion, sehr erfrischend nach dem Genuß des üblichen Einheitsbreis (habe heute die SPIEGEL-Titel-Story über Drosten gelesen, natürlich komplett unkritisch und mit Extra-Ausfallschritt gegen Reichelt von BILD). Hat der SPIEGEL vergessen, daß er mal zusammen mit BILD die hirnlose Kampagne gegen den Bundespräsidenten – Stichwort „Bobby-Car“ – gefahren hat, und daß BILD-Blome mal hier und mal dort – sprich beim SPIEGEL – arbeitet? Die Fluktuation der Journalisten belegt, woran es bei uns hapert: an kritischem, unabhängigen Journalismus.

        Nehmen wir die Krawalle in den USA: wie wurde Trump, und nicht nur von Twitter, gemaßregelt, weil er die Nationalgarde ins Spiel brachte. Und nun bittet ein demokratisch regierter Staat bzw. eine Stadt nach der nächsten um das Eingreifen der Nationalgarde:

        Mayor Breed declares curfew after anti-police brutality march ends in looting, vandalism
        Sara Gaiser
        May. 30, 2020 6:00 p.m.

        Mayor London Breed announced a curfew Saturday night and asked the National Guard to be on standby in the wake of an anti police-brutality protest that ended in looting and vandalism in downtown
        San Francisco.
        […]

        https://www.sfexaminer.com/news/protesters-march-in-san-francisco-over-death-of-george-floyd/

        So auch LA:

        https://www.focus.de/politik/ausland/buergerkriegsaehnliche-verhaeltnisse-krawalle-in-minneapolis-eskalieren-cnn-team-festgenommen-nationalgarde-marschiert-auf_id_12047263.html

        Und endlich auch Minneapolis:

        Eigentlich müßte die Presse anerkennen, daß Trump alles richtig macht:

        Und Barr natürlich auch.

        Frauke Steffens von der FAZ steigt mit einer irrelevanten Trump-Kritik ins Thema ein, schildert aber jedenfalls den Ernst der Lage:

        Ausschreitungen in Amerika
        Die Polizei wird der Lage nicht Herr
        Von Frauke Steffens, New York
        -Aktualisiert am 31.05.2020-10:55
        […]
        Donald Trump ist kein Präsident, der den Menschen in dieser Situation eine Lösungsperspektive aufzeigen oder Hoffnung schenken wollte. Gut fünf Monate vor der Präsidentenwahl blieb er bei seiner Eskalationsstrategie. Nachdem er am frühen Freitagmorgen bereits gedroht hatte, dass mit dem Plündern „das Schießen“ kommen werde, bekräftigte er am Wochenende mehrmals die Einsatzbereitschaft der Armee. Militärpolizei könne schnell überall dort sein, wo sie gebraucht werde, so der Präsident. Für den Abend freue er sich auf die „MAGA-Nacht“, zu der konservative Aktivisten aufgerufen haben sollen.
        […]

        https://www.faz.net/aktuell/politik/trumps-praesidentschaft/gewalt-und-randale-nach-tod-von-george-floyd-16794289.html

        Immerhin ist es ihr zu verdanken, daß sie über die medialen Reaktionen in den USA Auskunft erteilt – und läßt durchblicken, wo ihre Sympathien liegen:

        Bei Fox News sind die Demonstranten „Tyrannen“

        Die Berichterstattung richtet sich danach, ob das jeweilige Medium die gegenwärtigen Auseinandersetzungen als politische Gewalt oder als reine Kriminalität und Zerstörungswut bewertet. Das Spektrum reicht vom Fox-News-Scharfmacher Tucker Carlson, der die Demonstrationen zu einer „Tyrannei“ erklärte, bis zu dezidiert linken Medien wie dem „Jacobin Magazin“, die von einem Aufstand sprechen. Manche Berichte zeichneten einfach die Ereignisse nach, folgten dabei nicht selten der Sprache von Polizei und Trump-Regierung und lieferten wenig Kontext. Andere versuchten, die Eskalation in einen weiteren Rahmen als den der letzten Tage und Wochen zu stellen.

        Besonders konservative Sender und Zeitungen verurteilten diejenigen Aktivisten, die plünderten oder Autos anzündeten. Das „National Review“ etwa titelte: „Wut ist gerechtfertigt, Ausschreitungen sind es nie“, und: „Proteste funktionieren, Krawalle nicht“. Dass Letzteres historisch falsch sei, bemerkten Kommentatoren in linken Magazinen wie der „Boston Review“ oder dem „Jacobin Magazin“. Angefangen mit der „Tea Party“ gibt es in der amerikanischen Geschichte zahlreiche Gegenbeispiele. Kein Anlauf zur Reform der Polizei in Los Angeles kommt ohne Verweis auf die gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Polizisten und Bürgern im Jahr 1991 aus, als Polizisten den Afroamerikaner Rodney King schwer misshandelt hatten. Auch der „Stonewall-Aufstand“ der LGBTQ-Bewegung 1969, der heute weltweit mit Paraden gefeiert wird, war ein solcher tagelanger „Krawall“ mit zerstörten Fenstern, umgestürzten Autos und Prügeleien. Als Barack Obama 2015 nach einem ähnlichen Fall von Polizeigewalt mit Randalen in Baltimore konfrontiert war, nannte er die Gewalt „kontraproduktiv“ und beschimpfte die Randalierer und Brandstifter als „Pack“. [Nanu? Das Paßt doch gar nicht in diese Argumentation hinein?]

        Die bis heute alltägliche Erfahrung mit Polizeiwillkür und -gewalt führt dazu, dass sich viele Menschen mit den Demonstranten solidarisch zeigen. Zahlreiche Amerikanerinnen und Amerikaner, solche mit bekannten Namen und ohne, äußerten bei Twitter und in Interviews Verständnis, teils auch für gewalttätige Demonstranten.
        Cornel West, linker Bürgerrechtler und Philosophie-Professor an der Harvard-Universität, sagte im Sender CNN, Donald Trump sei ein „Neo-Faschist“. Schwarze  und Arme jeder Hautfarbe fühlten sich „so durch und durch machtlos, hilflos, ohne Hoffnung“, dass das Ergebnis immer wieder Rebellion sei. Der Kapitalismus habe den Menschen keine Lebensgrundlage verschafft, daher denke er „dass wir gerade erleben, wie Amerika als soziales Experiment scheitert,“ so West. Der bekannte Late-Night-Moderator Trevor Noah äußerte sich in einem Video nur etwas zurückhaltender. Der Gesellschaftsvertrag gegenüber Armen und Schwarzen sei längst gebrochen worden. Also müsse sich niemand darüber wundern, wenn einige der Betroffenen ihn nun auch brächen.

        https://www.faz.net/aktuell/politik/trumps-praesidentschaft/gewalt-und-randale-nach-tod-von-george-floyd-16794289.html

        Da haben wir das alte Klischee „progressiver“ liberaler Demoratieen: rechte Gewalt ist immer verabscheuungswürdig, linke wegen des hehren Ziels eher nicht. Daher der Jubel über die Zerstörungswut der US-unterstützten „Freiheitskämpfer“ in Hongkong und die Rechtfertigung linker Gewalt gegen staatliche Repression. Upps! Waren die gewaltfreien Demos gegen Corona-repressive Gewalt in demokratisch regierten Staaten nicht „Aufstand“ der bewaffneten „Rechten“ und Verwirrten, so die US-Leitmedien?

        Die Democrats ersticken irgendwann an ihren eigenen Heucheleien, denen kein Normalo mehr folgen kann. Das befürchtet auch der SPIEGEL, der gleichwohl im BILD-Kampagnenstil gegen Trump agitiert:

        Ausschreitungen bei Protesten
        Der Krisenverschärfer

        Amerika droht im Chaos zu versinken. Profitieren könnte von den Protesten im Land ausgerechnet Präsident Donald Trump, der keine Gelegenheit auslässt, die Nation zu spalten.
        Eine Analyse von Ralf Neukirch, Minneapolis
        31.05.2020, 09.35 Uhr
        […]
        Noch nie in seiner jüngeren Geschichte hatte Amerika einen Präsidenten, der von Charakter, Temperament und Intellekt so ungeeignet war, sein Land aus der Misere zu führen. Trump ist nicht die Ursache aller Probleme, die die USA plagen. Aber er verschärft sie, statt sie zu lösen.

        Trump selbst sät ständig Hass und Chaos
         

        „Ich stehe vor Ihnen als Freund und Verbündeter jedes Amerikaners, der nach Gerechtigkeit und Frieden strebt“, sagte Trump am Samstag. Er sei aber gegen jene, die diese Tragödie ausnutzen wollten, um zu plündern oder zu bedrohen. „Heilung statt Hass und Gerechtigkeit statt Chaos sind der Auftrag, den es zu erfüllen gilt.“

        Das wären angemessene Worte, wenn Trump nicht selbst ständig Hass und Chaos säte. Er bedauerte einerseits den Tod Floyds. Gleichzeitig benutze er die Worte eines rassistischen Polizeichefs, als er auf Twitter drohte: „When the looting starts, the shooting starts“ – wenn die Plünderungen beginnen, beginnt das Schießen. Twitter markierte diese Worte als „gewaltverherrlichend“.
        […]
        Trump ist nicht für alles verantwortlich, was sich in den USA ereignet. Die Tötung unschuldiger Schwarzer durch Polizisten ist ein Phänomen, das es schon lange vor seiner Präsidentschaft gab. Die Bewegung „Black Lives Matter“ entstand, als Barack Obama das Land führte. In Ferguson in Missouri kam es 2014 zu gewaltsamen Demonstrationen, nachdem ein Polizist einen unbewaffneten Schwarzen erschossen hatte.

        Auch Covid-19 ist nicht Trumps Schuld. Dank verantwortungsvoll handelnder Gouverneure hat Amerika das Virus sogar bislang besser im Griff als eine Reihe von europäischen Ländern. Aber Trump hat es geschafft, eine ohnehin schwierige Situation zu verschlimmern. Er hat nicht versucht, die Benachteiligung der afroamerikanischen Bevölkerung abzubauen. Er hat sich lieber mit weißen Rassisten gemein gemacht.

        Trumps Politik verstärkt bestehende Ungleichheiten

        Als 2017 in Charlottesville Demonstranten gegen einen Aufmarsch von Rechtsradikalen protestierten, sprach er von „sehr guten Leuten, auf beiden Seiten“.
        […]
        Politisch könnte seine Rechnung aufgehen. Schuld daran trägt ein kleiner Teil der Demonstranten.
        Viele Bürger, die das Anliegen der Protestierenden teilen, lehnen die damit einhergehende Gewalt ab. Das Plündern kleiner Läden, die Beschädigung von Bibliotheken, das Abfackeln von Restaurants schadet den Leuten, um deren Belange es den Demonstranten geht. Weitere Ausschreitungen könnten die Stimmung kippen lassen.
        […]

        https://www.spiegel.de/politik/ausland/george-floyd-ausschreitungen-bei-protesten-in-den-usa-donald-trump-der-krisenverschaerfer-a-1b0911f7-a1a1-4d5a-835f-d66b1a446e03

        Immer und ewig das Charlottesville-Falschzitat. Niemals ist die Rede davon, wie Trump die Lage der Schwarzen – u.a. durch die Justizreform – verbesserte. Es ist natürlich keine „Minderheit“ an Demonstranten, die randalieren.

        Stimmen aus den USA:

        Das ist die einzig richtige rechtsstaatliche Antwort, die den dem Kampf gegen Rechts und dem Regime Change aus „humanitären Gründen“ verpflichteten Medien und Politikern leider abhandengekommen ist. Moralgetriebene Poltik macht eben blind.

        Ja, so niederschmetternd sieht es on the ground aus.

        Das Narrativ der Dem’s Medien wurde dementsprechend geändert – aber wer soll das glauben?

        • Frank Lübberding dürfte wieder mal die realistischste Einschätzung haben. 🙂

        • Wenn man die unvermeidliche Politisierung mal für einen Moment hinten anstellt, scheiterte die angemessene Reaktion vor Ort in Minneapolis zunächst an dem Dilemma, zwischen entweder einer soliden Anklage gegen Chauvin oder aber der vom Volk geforderten umgehenden Verhaftung entscheiden zu müssen.

          Leider finde ich das Video nicht mehr, in dem die County-Juristen öffentlich um einige Tage Geduld aus diesem Grunde baten.

          Aus den tödlichen und zerstörerischen Folgen für das ganze Land ist nun sichtbar, daß die Entscheidung gegen eine sofortige Verhaftung eventuell gleich mehrerer Polizeibeamter zur Beruhigung der Lage falsch gewesen ist.

          Als dann umgehend die Plünderungen begannen, leistete sich Tucker Carlson frühzeitig und mutig eine differenzierte Meinung:

          https://video.foxnews.com/v/6160446042001#sp=show-clips

          Beachtlicherweise sogar eine differenzierte Position zur Schuld Chauvin’s (Minute 1.10):

          https://video.foxnews.com/v/6160441315001#sp=show-clips

          Bongino zu den Einzelheiten der polizeilichen Verhaltensregeln:

          https://video.foxnews.com/v/6160015400001#sp=show-clips

          Giuliani zu den Fehlern bei den Polizeieinsätzen:

          https://video.foxnews.com/v/6160601514001#sp=show-clips

          Attorney General Keith Ellison zum juristischen Stand der Dinge:

          https://video.foxnews.com/v/6160657018001#sp=show-clips

          Andy McCarthy zur Bedeutung des Obduktionsbefunds:

          https://www.foxnews.com/opinion/george-floyd-death-what-know-dont-know-andrew-mccarthy

          In Minneapolis scheinen sich die Ausschreitungen wieder zu beruhigen:

          https://video.foxnews.com/v/6160615307001#sp=show-clips

          Trump konnte sich auch aktuell auf seinen politischen Instinkt verlassen, der ihn Distanz zu den Entscheidungen der Bürgermeister und Gouverneure wahren ließ, ohne jedoch die Gelegenheit zu versäumen, seine Wählerschaft mit starken Worten zu adressieren. Ersteres war nach meiner Wahrnehmung in Tucker Carlson’s Anklage eingeschlossen, und zeigt einmal mehr die negativen Effekte der hasserfüllten Politisierung schlichtweg jeden Themas in der medialen Realitätskonstruktion unserer Tage.

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