Hans Wollschläger-Fake News- Updated

Hans, Winterberg 11-04

Hans Wollschläger in Winterberg, 2004, Foto: Gabriele Gordon

Es hätte ja eigentlich genügt, meinen letzten Artikel zu ergänzen:

https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/17/fake-news-oder-wie-ich-zur-witwe-von-hans-wollschlaeger-wurde/

Aber irgendein Bug im WordPress-System ließ das nicht zu.

Die NZZ als Sprachrohr des gekränkten Bearbeiters der Wollschläger-Übersetzung des Ulysses von James Joyce, Harald Beck, hat nun auch dessen Zuarbeiter Hans Walter Gabler zu Wort kommen lassen.

Der Artikel hebt natürlich mit Fake News an:

Rettet den deutschen «Ulysses»

Aus rechtlichen Gründen liegt die revidierte deutsche Übersetzung von Hans Wollschläger auf Eis. Das darf nicht sein.

Hans Walter Gabler 26.3.2018, 05:30 Uhr

https://www.nzz.ch/feuilleton/rettet-den-deutschen-ulysses-ld.1366637

Sie liegt natürlich nicht nur aus rechtlichen Gründen „auf Eis“, sondern entscheidend deshalb, weil Beck das Wollschlägersch’e Kunstwerk zerstörte.

Die NZZ vom 2.3.2018 war jedenfalls schon mal näher an der Wahrheit:

Gabriele Gordon habe keinerlei Gesprächsbereitschaft gezeigt: «Sie hat es abgelehnt, Jonathan Landgrebe, den Leiter von Suhrkamp, und den Cheflektor Fellinger zu treffen. Offenbar hat sie dem Verlag schriftlich ihre Position dargelegt; sie begründet diese einerseits juristisch – in dieser Hinsicht sind ihre Ansprüche tatsächlich unanfechtbar. Anderseits führte sie angeblich literarische und philologische Gründe an: Wollschläger hätte der Neufassung nicht zugestimmt, argumentierte sie.»

https://www.nzz.ch/feuilleton/ulysses-neuedition-rechtlich-ist-die-sache-tot-ld.1361961

Der offenbar umfassend uninformierte Gabler meint:

Das grundsätzliche Einvernehmen zwischen dem Übersetzer, einem Team von Revisoren und dem Suhrkamp-Verlag datiert aus dem Jahre 2007. Leider verstarb Hans Wollschläger wenige Monate, nachdem das Übereinkommen erzielt worden war.

https://www.nzz.ch/feuilleton/rettet-den-deutschen-ulysses-ld.1366637

Daß bei diesem Treffen von 10.3.2007 irgendein Übereinkommen erzielt worden sei, davon träumt allenfalls der Suhrkamp-Verlag. Insofern existiert lediglich ein Protokoll des Verlags, das Hans Wollschläger nie zur Kenntnis nahm. Ob er wirklich die Fron auf sich genommen hätte, sich ein ganzes Jahr die Besserwissereien von Anglisten und Philologen anzuhören? Die keine Ahnung von Kunst haben?

Ich wage es zu bezweifeln.

Eins ist jedenfalls klar. Nur Hans Wollschläger selbst hätte seine eigene geniale Übersetzung überarbeiten können. Niemand sonst.

Gabler hüpft gleich hierauf:

Durch dieses aber bestärkt, verpflichtete der Verlag Harald Beck und seine Mitarbeiter zur Durchsicht und Überarbeitung der Wollschläger-Übersetzung. Entscheidend am Übereinkommen war, dass ein durchgesehener und revidierter Übersetzungstext nicht die wollschlägersche Verdeutschung überfremden würde. Die Überarbeitung verstand sich als Dienst an der Übersetzung und deren Dienst am Roman und an seinem Autor.

https://www.nzz.ch/feuilleton/rettet-den-deutschen-ulysses-ld.1366637

Warum bringt die NZZ derlei Lügen?

Klar, Beck möchte gern seine Vorgänger Dirk Vanderbeke und Dirk Schultze, die Kommentatoren der Wollschläger-Übersetzung  im Jahr 2004, auslöschen, denen er zuarbeitete. Genauso agiert sein Zuarbeiter Gabler.

Vanderbeke und Schultze verließen das Unternehmen, als ihnen klar wurde, wie sehr Beck es auf die Zertrümmerung  der Wollschläger-Übersetzung ankam.

Gabler:

Wie ich es mir vorstelle, könnte Grundlage einer Vereinbarung sein, dass Hans Wollschlägers «Ulysses» unverändert der rein deutsche Lesetext des Werkes vom Suhrkamp-Verlag bleibt. In Parallele dazu sollte der Verlag den Plan Siegfried Unselds umsetzen, eine zweisprachige «Ulysses»-Ausgabe anzubieten. In dieser würde dem englischsprachigen originalen Text der deutsche zugesellt, der, auf der Grundlage der Übereinkunft mit Hans Wollschläger, über zehn Jahre hinweg im Auftrag des Suhrkamp-Verlags erarbeitet wurde. Dass dieser überarbeitete Text im Wesentlichen nach wie vor den Übersetzungstext Hans Wollschlägers darstellt, nur eben in einer revidierten Fassung, welche Entsprechungen im Deutschen zum englischen Original präzisiert, wäre selbstredend hervorzuheben und vertraglich festzuhalten.

Es ist eine hohe Anerkennung der Übersetzung von 1975, dass sie eben nicht ersetzt wird, sondern im Kern bestehen bleibt. Der revidierte Wollschläger-Text in einer zweisprachigen Ausgabe sollte dabei selbstverständlich zu erkennen geben, wo er von Wollschlägers Fassung von 1975 abweicht und warum er das tut. Der englischsprachige Text der Herausgeber Hans Walter Gabler, Wolfhard Steppe und Claus Melchior steht rechtlich vorbehaltlos für die zweisprachige Ausgabe zur Verfügung.

https://www.nzz.ch/feuilleton/rettet-den-deutschen-ulysses-ld.1366637

Nun mag ja wohl Suhrkamp befeuert haben, die „neue“ Übersetzungs-Bearbeitung von Beck zu promoten, weil die alte von Wollschläger nicht mehr verkauft wird, da der Markt gesättigt ist.

Gablers Vorschlag ist nicht nur weltfremd, sondern auch kontrafaktisch, da die Wollschläger-Übersetzung durch Beck zerstört worden ist.

Und warum sollte ein kommerzieller Verlag wie Suhrkamp eine englisch-deutsche Ulysses-Ausgabe herausbringen, der die zehntausende Beck-Veränderungen an der Wollschläger-Übersetzung dokumentiert, die Beck auch noch begründen soll?

 

 

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4.024 Gedanken zu „Hans Wollschläger-Fake News- Updated

  1. Vom Spiel zum Ernst:
    Was bisher so durchdringt läßt vermuten, da kommt in der Tat heute Abend ein explosiver Report auf uns zu.

    Da wird Trump von Rosenstein gebrieft über den IG Report- nach Meinung von ex Rep. Chaffetz ja absolut ungeeignet und unzureichend:

    http://insider.foxnews.com/2018/06/14/jason-chaffetz-explosive-ig-report-clinton-emails-adds-james-comeys-legal-problems

    http://www.foxnews.com/politics/2018/06/14/fbi-agent-strzok-texted-well-stop-trump-from-becoming-president-ig-report-reveals.html
    [-]
    “[Trump’s] not ever going to become president, right? Right?!” Page texted Strzok.

    “No. No he won’t. We’ll stop it,” Strzok responded.
    [-]
    A congressional source told Fox News that Page’s text about Trump “not ever going to become president” was produced to Congress, * but Strzok’s response that “we’ll stop it” was not.“ * (!)

    Das kann ja heiter werden an Trumps Geburtstag. Der meldet sich unterdessen so:

    Auch auf die zuvor geposteten CNN news von der Anklage in NYC wehrt er sich:

  2. Große Dinge werfen ihren Schatten voraus: hier sieht man, wie das DoJ mauert und manipulierte Unterlagen an die Ausschüsse herausgibt:

    Was die Zivilklage gegen Trump & Kinder wegen Unregelmäßigkeiten bei der Trump-Stiftung angeht: da vermisse ich eigentlich eine Klage gegen die Clinton Foundation, bei der es um ganz andere Summen geht… War das eine Klage des Demokraten Schneidermann? Ach, ich vergaß, der mußte ja wegen #metoo zurücktreten. Die Welt ist irre. 😉

    • Mein Kommentar eben teilweise zum gleichen Thema mit anderen links wurde gerade in den PK befördert, als Sie ca zeitgleich sendeten. Das beobachtete ich schon öfters, WP wohl etwas schwach auf der Brust. 😉

      • Was ist los mit WP? Meine letzten Kommentare, die noch nicht freigeschaltet wurden, bekam ich nun alle selbst als email Benachrichtigung zugeschickt.

        OMG-ich sehe gerade, da war mein cursor wieder unbemerkt gehopst und produzierte ein 2. e hinten an die .de Domäne meiner email Adresse- dann kein Wunder, daß ich nicht erkannt wurde.
        Können Sie, liebe Frau Wolff die bitte aus dm PK oder Spam befreien? Danke!

        Dann noch dies:

        thread
        den NYT Artikel habe ich nicht aufgerufen, auch um nicht meine Freigrenze mit Comey zu verkürzen.

        • Ah, danke! Aber da fehlt wohl noch der längere Beitrag u.a. über den Strzok Text.

    • Nun 2:0 🙂 ..fängt gut an!
      Die erste Halbzeit lief doch, als würden die Russen die Saudi-finanzierten Terroristen aus Syrien verjagen. 😉
      Ich würde jetzt gern Merkels langes Gesicht sehen…
      ‚Zar sticht König‘ .

        • Das ist ja mal ein Einstand!

          Heute las ich noch Alice Botas Beitrag in der aktuellen ZEIT, „Putins Freunde sollte ihr sein“, der zwar hämisch war, aber ausgewogener als der ihrer Schwester im Geiste, Golineh Atai.
          Trotz aller Versuche mit verschiedenen Trainern spielten die Russen genauso schlecht wie bei der letzten WM, dümpelten auf der FIFA-Weltrangliste auf Platz 70, noch hinter Saudi-Arabien… 😉

  3. Der Saga von der Einmischung Rußlands in die US-Wahlen – und sei es auch nur in Gestalt von Facebook-Ads – geht es an den Kragen:

    Robert Mueller Asks Judge To Hide Russian Election Evidence From The Russians Accused of Election Interference…
    Posted on June 12, 2018 by sundance

    Special Prosecutor Robert Mueller has taken the concept of the Star Chamber to new levels of dangerous judicial prosecution. In a motion in Washington DC today Mueller’s team scramble to hide their invisible evidence after the people they indicted demand the right to see it.

    Everyone who has researched the actual substance behind the heavily promoted Russian indictments knows the underlying claims are centered on the thinnest of evidence. Given the nature of the politicization behind the Mueller investigation, many people even argue there is no actual evidence; it’s a manufactured ruse created only for purpose of advancing a necessary political narrative, an excuse for media column inches and pundit talks.
    […]
    BLOOMBERG – „[…] Mueller asked a federal judge in Washington for an order that would protect the handover of voluminous evidence to lawyers for Concord Management and Consulting LLC, one of three companies and 13 Russian nationals charged in a February indictment. They are accused of producing propaganda, posing as U.S. activists and posting political content on social media as so-called trolls to encourage strife in the U.S.

    The threat of public or unauthorized disclosure of evidence would help foreign intelligence services, particularly in Russia, in “future operations against the United States,” Mueller’s prosecutors wrote in a filing Tuesday.
    “The substance of the government’s evidence identifies uncharged individuals and entities that the government believes are continuing to engage in interference operations like those charged in the present indictment,” prosecutors wrote.

    Improper disclosure would tip foreign intelligence services about how the U.S. operates, which would “allow foreign actors to learn of those techniques and adjust their conduct, thus undermining ongoing and future national security operations,” according to the filing.“ (read more)
    https://www.bloomberg.com/news/articles/2018-06-12/mueller-seeks-order-protecting-evidence-in-russia-troll-case
    […]
    It appears Team Mueller is doing everything they can to avoid admitting there is no ‘there‘ there and this was all a political stunt. Such an admission would essentially destroy the entire Russian Election Interference narrative.
    …. And so the saga of the ruse continues. Stay tuned.


    https://theconservativetreehouse.com/2018/06/12/robert-mueller-asks-judge-to-hide-russian-election-evidence-from-the-russians-accused-of-election-interference/

    So kommt es, wenn unverbindliche Geheimdienst-Einschätzungen in einen Strafrechtsfall verwandelt werden, der es nicht in den Gerichtssaal schaffen sollte. Dumm gelaufen.

    • Achnee:

      Fußball-WM
      Seppelt reist nicht nach Russland
      Stand: 13.06.2018 22:30 Uhr
      Ein „unberechenbares Risiko“ wäre es für Sportreporter Seppelt, wenn er nach Russland zur Fußball-WM fahren würde, so die Einschätzung deutscher Sicherheitsbehörden.
      Von René Althammer, RBB
      […]
      Die Einschätzung teilt auch das LKA Berlin. In dessen Analyse hieß es schon Mitte Mai, dass „dringend von einer Reise Seppelts nach Russland abgeraten werde. In die Analyse waren neben dem LKA und dem BKA auch deutsche Nachrichtendienste einbezogen.

      „Unberechenbares Risiko“ bei Einvernahme

      Hauptproblem sei die bevorstehende Einvernahme durch das staatliche Ermittlungskomitee in der Strafsache Grigori Rodschenkow. Er ist der Kronzeuge im russischen Dopingskandal.

      Rodschenkow flüchtete 2016 in die USA und befindet sich im Zeugenschutzprogramm des FBI. Angesichts der russischen Untersuchungen zu den Dopingvorwürfen befürchten die Sicherheitsbehörden ein „unberechenbares Risiko“ einer „rechtlichen Eskalation“ durch die Behörden im WM-Gastgeberland. Das bedeutet, dass Seppelt Gefahr läuft, festgesetzt zu werden, wenn das russische Komitee der Auffassung sei, dass er nicht kooperiere. Außerdem seien „spontane Gewalttaten selbstmotivierter Akteure“ nicht auszuschließen.
      […]
      Auch Dagmar Freitag, Vorsitzende des Sportausschusses im Deutschen Bundestag, sieht die Freiheit der Berichterstattung eingeschränkt. Zudem halte Russland Zusagen, die es der FIFA gemacht habe, nicht ein. „Solche Länder kommen zukünftig nicht mehr in Frage für internationale Veranstaltungen“, sagte die SPD-Politikerin dem Magazin Kontraste.

      https://www.tagesschau.de/ausland/seppelt-russland-101.html

      Wenn diese vorurteilsbehafteten „Einschätzungen“ bereits im Mai vorlagen, warum wurde dann so ein Gewese wegen des zunächst nicht erteilten Visums gemacht? Aber in die antirussische Propaganda von Politik und Medien paßt so eine „Einschätzung“, die mangels Reise nicht widerlegt werden kann, sehr gut hinein.

      Allerdings: das könnte schon sein, daß Seppelt nicht kooperiert hätte; er war ja lediglich Sprachrohr dopender russischer Überläufer; die zwei Skifahrer, denen er Glauben schenkte, wurden wegen Dopings für die olympischen Winterspiele gesperrt, und Rodschenkow durch das höchste Sportgericht CAS entzaubert, das seinen – teilweise revidierten – Aussagen vom Hörensagen keinen Glauben schenkte.

      Hier ein paar – wenn auch zum Teil polemisch formulierte – Fragen an Seppelt:

      Er hätte auch nichts zu berichten gehabt: die FIFA hat die Akten über angeblich dopende russische Fußballer geschlossen und übernimmt die Dopingkontrollen selbst – wen hätte er bundesverdienstkreuz-geschmückt da anklagen sollen, wenn russische Institutionen nicht beteiligt sind? FIFA-Korruption ist ein ausgelutschtes Thema und paßt nicht in den ARD-Trend, wie er sich hier abzeichnet:

      http://faktenfinder.tagesschau.de/ausland/propaganda-seppelt-101.html

      https://www.tagesschau.de/ausland/wm-politik-101.html

      Ich komme auf den von Ihnen geposteten Tweet zurück:

      Er hält nicht, was er verspricht – es ist ein öder Artikel über Reichweiten:

      @DFRLab
      @AtlanticCouncil’s Digital Forensic Research Lab. Catalyzing a global network of digital forensic researchers, following conflicts in real time.
      Apr 5 [2018]
      #PutinAtWar: Social Media Surge on Skripal
      Two of three stories on the Skripal case shared on social media are from the Kremlin’s media outlets

      […]
      Of the six most popular articles on Twitter and Facebook on the topic of Skripal’s poisoning and the subsequent international response over the past week, four were published by the Kremlin-owned RT, generating 63,000 shares across Facebook and Twitter. At the same time, the two most popular articles from the British mainstream media outlets achieved only 25,400 shares.
      […]
      Conclusion

      The popularity of the pro-Kremlin narratives on social media suggests that the Kremlin’s strategy of dismiss, distract, distort, and dismay is succeeded in creating confusion and suspicion online. The recent news that Porton Down’s scientists were unable to verify the source of the nerve agent was hijacked by the Kremlin-funded media outlets to vindicate Russia, while the voice of the British government and independent media is getting drowned out.

      View story at Medium.com

      Passender Kommentar unter dem Artikel:

      Dave Dodge
      Apr 8

      RT is gaining influence because their stories aren’t blatantly stupid like yours.

      Und hier die letzte Antwort der russischen Botschaft in London zum Thema:

      13.06.2018
      Embassy Press Officer’s reply to a media question concerning Russia’s response to the G7 statement on the Salisbury incident

      Q: What is your reaction to the G7 Communiqué, where Russia is again accused of having poisoned Sergei and Yulia Skripal?

      A: Just as in the case of the G7 Foreign Ministers meeting in April, we have again witnessed unfounded allegations against Russia, not supported by any evidence.

      The British authorities continue to rely on allies’ “solidarity” while offering their partners nothing but assertions that there is “no other plausible explanation” of the incident except that Russia is responsible. We are astonished by the fact that the Conservative government continues to make serious accusations against another state and tries to mobilize the Western bloc’s reaction on the basis of “plausibility” rather than hard evidence.

      https://www.rusemb.org.uk/fnapr/6561

      • „…schon Mitte Mai..“ – read: nach dem Skripal Fall. 😉

        Ja, den Quatsch von ‚Disinfo Portal‘ hatte ich hinterher auch gelesen..und fast bedauert, den Tweet gepostet zu haben.

    • Da habe ich Gehaltvolleres aus der schreibwerkstatt der TS/TT von der göttlichen Golineh:

      köstlich wie sie den Filmemacher in ihrem Gemälde unterbringt. Wenn die Intellektuellen das so sagen, muss man ja nicht mehr berichten, wessen er beschuldigt wurde.

      • Nun, zu diesem göttlichen Artikel hatte ich verlinkt:

        https://www.tagesschau.de/ausland/wm-politik-101.html

        Mindestens so gut wie der Faktenfinder. Denn Fakt ist, was unsere Meinungsmacher finden. 😉

        Noch kurz zu dem Escobar-Artikel zum Singapur-Gipfel:

        https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/27/hans-wollschlaeger-fake-news-updated/comment-page-30/#comment-74464

        Ich weiß nicht, ob er diese Passage aus dem innerkoreanischen Gipfel vom 27.4.2018

        http://documents.latimes.com/panmunjom-declaration-peace/

        (dort auf S. 3) nicht überinterpretiert:

        The Panmunjom Declaration stresses that: “South and North Korea confirmed the common goal of realizing, through complete denuclearization, a nuclear-free Korean Peninsula. South and North Korea shared the view that the measures being initiated by North Korea are very meaningful and crucial for the denuclearization of the Korean peninsula and agreed to carry out their respective roles and responsibilities in this regard. South and North Korea agreed to actively seek the support and cooperation of the international community for the denuclearization of the Korean Peninsula.”

        That’s the commitment. “International community”, as everyone knows, is code for the US as The Great Decider. If Washington does not bring back its military from South Korea, there will be no denuclearization. Essentially, that’s the deal discussed between Kim and President Xi Jinping in their two crucial, pre-Singapore meetings. Get the US out of the peninsula, and we have your back.
        […]

        http://www.atimes.com/article/the-key-word-in-the-trump-kim-show/

        Davon steht in der Panmunjom-Erklärung, auf die sich das Singapur-Papier bezieht, kein Wort.

        Zur Widersprüchlichkeit der dems-Medien:

        • > … hatte ich verlinkt.
          Das ist aber fies, unkommentiert einen Link einzustellen und mich auflaufen zu lassen. 😉

        • 😉

          Dann weise ich hiermit offiziell und eindringlich auf meinen Faktenfinder-Link hin, in dem man alles, nur keine Fakten findet.

        • Und ich, rachsüchtig, erneut auf die Göttliche und ‘hart aber leer’ (so persifliert in der letzten Anstalt-Folge):

      • Ich denke, wie Themen gesetzt und Wirklichkeiten geschaffen werden, könnte sie am besten von der russischen WM Mannschaft lerrnen! 😉 s.o.

    • „Kleiner“ Nachtrag?
      Das ist eine Untertreibung. Sein Beitrag zum Putin-Interview von Wolf im ORF war erschreckend schwach:

      Sein mangelndes Verständnis der vom ORF gestrichenen Passagen htte ich kritisiert:

      „Da Ulrich Teusch wegen der kaum kritisierten ORF-Streichungen nur auf die Propaganda-Schau verweist:

      Unter diesen Gesichtspunkten betrachtet, war Wolfs Putin-Interview für die Katz. Es war letztlich unergiebig. Und die wenigen Dinge, die ich interessant fand, hat der ORF obendrein aus der gesendeten Fassung herausgeschnitten.
      https://propagandaschau.wordpress.com/2018/06/05/vladimir-putin-zerlegt-armin-wolf-wir-zeigen-was-der-orf-ausblendet/

      https://augenaufunddurch.net/2018/06/08/zwei-interviews-zwei-welten/

      bringe ich hier einen kritischen Beitrag, der zudem noch das Interview auf deutsch bringt, in dem die gestrichenen Passagen grün unterlegt sind. Das vereinfacht die Analyse ungemein:

      ORF manipulierte-zensierte gesendetes Putin-Interview an 21 Stellen
      08/06/2018 NPR.NEWS

      Da gelang dem ORF ein Coup, der ihn als Provinzsender mal so richtig puschte. „Anchor-man“ Armin Wolf durfte den „Zaren“ interviewen, welch eine Gnade. Also reiste der so geadelte SIR Armin von Wolf gen Osten und malträtierte den russischen Präsidenten, der oftmals tief durchatmend bis seufzend tapfer durchhielt. Ohne Geständnisse und „Aussagen“ reiste Sir Wolf zurück auf den Küniglberg wo der Cutter schon das Zensurmesser wetzte und das nicht zu knapp!
      […]

      https://npr.news.eulu.info/2018/06/08/orf-manipulierte-zensierte-gesendetes-putin-interview-an-21-stellen/
      […]“
      https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/27/hans-wollschlaeger-fake-news-updated/comment-page-29/#comment-74375

      Hierzu äußert er sich zwar immer noch nicht, aber angestoßen durch Paul Schreyers Auseinandersetzung mit Armin Wolf wurde wenigstens nachgeschärft:

      Ich hatte mich in meinem ursprünglichen Beitrag, dem Wolf-Boyko-Vergleich, fast ganz auf formale Gesichtspunkte konzentriert und bin auf die inhaltliche Ebene der Interviews nicht näher eingegangen. Hätte ich das getan, wäre ich zum gleichen Ergebnis wie Paul Schreyer gekommen. Wolf arbeitete in der Tat die „Talking Points westlicher Propaganda“ ab: von den „grünen Männchen“ auf der Krim bis zu MH 17, von der Petersburger Trollfabrik bis zu Navalny, von den russische Beziehungen zu europäischen „Rechtspopulisten“ bis hin zum nackten Oberkörper des Präsidenten etc.
      […]
      Dass die Krim von Russland „annektiert“ wurde, ist gesichertes Wissen des westlichen Mainstreams. Erst gestern titulierte Peter Frey in einem „heute journal“-Kommentar Wladimir Putin kurzerhand als „Völkerrechtsbrecher“.

      Selbstverständlich kann man über das russische Vorgehen auf der Krim geteilter Meinung sein. Aber wieviel Chuzpe, Heuchelei, Arroganz und propagandistische Unverfrorenheit gehört dazu, Russland wegen seiner Krim-Politik an den Pranger zu stellen und in diesem Zusammenhang die zahllosen (und andauernden) Völkerrechtsbrüche und Kriegsverbrechen des Westens einfach auszublenden? Die Liste (aus jüngerer Zeit) reicht von Jugoslawien über Afghanistan, den Irak, Libyen, Syrien bis hin zum Jemen.

      Putin hat sich bemüht, auf Wolfs Krim-Fragen zu antworten – ohne vom Thema abzulenken. Hätte er anders agiert, also zunächst einmal eine Gegenrechnung aufgemacht und die eben genannten westlichen Verfehlungen aufgezählt, hätte Wolf ihm vermutlich „Whataboutism“ vorgeworfen…
      […]

      https://augenaufunddurch.net/2018/06/11/zwei-interviews-zwei-welten-und-ein-nachtrag/

      Und daß Prof. Reinhard Merkel bei seinem FAZ-Artikel von 2014 bleibt:

      http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/die-krim-und-das-voelkerrecht-kuehle-ironie-der-geschichte-12884464.html

      den er noch im Dezember 2017 bekräftigt hat, ist natürlich erfreulich:

      Sie haben in ihrem Aufsatz für die FAZ 2014 geschrieben, die vorschnelle Anerkennung der Krim durch Russland war völkerrechtswidrig. Russland hätte damit warten müssen.

      Ich halte das für völkerrechtswidrig. Aber man muss dazu sagen, das gleiche ist mit dem Kosovo geschehen. Und jetzt möchte ich mal zwei Dinge an der Kosovo-Diskussion richtigstellen. Da ist ja immer gesagt worden, die Kosovo-Lage könne man nicht mit der Krim vergleichen, denn die Albaner seien von den Serben blutig geknechtet worden.

      Das stimmte, als der Kosovo sich abgespalten hat, seit fast zehn Jahren nicht mehr. Der Kosovo war unter der Verwaltung der UNO und der Europäischen Union. Die haben ja dort die Polizeikräfte aufgebaut. Es gab eine neue serbische Regierung. Es gab eine neue serbische Verfassung. Milošević, der Schurke, der zehn Jahre vorher im Kosovo aggressiv agiert hatte, war in Den Haag in Haft und war schon gestorben, als der Kosovo sich abgespalten hat.

      Und das Dritte ist: Hier in den Medien wurde immer gesagt, die Volksabstimmung auf der Krim sei nichts wert gewesen. Im Kosovo gab es überhaupt keine Volksabstimmung. Trotzdem wurde der Kosovo von den Amerikanern am nächsten und von Deutschland am zweiten Tag anerkannt. Wir haben also im Kosovo einen Präzedenzfall geschaffen. Und der Internationale Gerichtshof hat in einer intern hochumstrittenen Entscheidung gesagt, das Völkerrecht sagt nichts dazu.

      Insofern war die Anerkennung des Abspaltungsreferendums auf der Krim durch Russland völkerrechtswidrig, aber auch dieser Völkerrechtsbruch war federleicht geworden durch das eigene Verhalten des Westens im Kosovo.
      Haben Sie vielen Dank für das Gespräch.

      https://www.rubikon.news/artikel/die-krim-und-das-volkerrecht

      Weshalb ja auch niemand die Krim-Sezession dem Internationalen Gerichtshof zur Einholung einer Rechtsmeinung vorlegt, wie es damals beim Kosovo geschah.

      Jetzt bekräftigt Merkel seine Position, nachdem Paul Schreyer mit dem mainstreamigen Monitor-Chef Restle, der wie sebstverständlich mit dem juristisch-politischen Begriff „Annektion der Krim“ arbeitet, nicht in ein argumentatives Verhältnis gelangen konnte. So läuft das bei Journalisten, die nur an der Oberfläche kratzen, aber die Große Erzählung des Westens nicht ankratzen dürfen. Ansonsten stehen sie ja auf der Seite der von den Leitmedien ausgegrenzten Putin-Trolls und der Alu-Hüte. Außerdem muß man sich von der AfD abgrenzen, die ja Putin-Fans beherbergt.

      Unschlagbar Paul Schreyers Nachtrag.

      Ergänzung 31. Mai: Georg Restle hat bislang nicht auf den Beitrag reagiert. Dafür äußerte sich Udo Lielischkies, Leiter des ARD-Studios Moskau, mir gegenüber auf Twitter und erklärte, dass „die Mehrzahl der renommierten Völkerrechtler“ von Annexion sprechen würde. Ich habe Herrn Lielischkies geantwortet, dass meinem Verständnis nach die Schlüssigkeit eines Arguments schwerer wiegt als die Anzahl seiner Verteidiger.

      https://paulschreyer.wordpress.com/2018/05/29/annexion-der-krim-prof-merkel-widerspricht-georg-restle/

  4. Am Vorabend des Horowitz Reports ist wohl auch ein kleines Update fällig zu den Vorgängen im Streit um noch immer nicht herausgerückte Dokumente; aktuell u.a. jene zum FBI ‚Informanten‘ Halper, die Nunes seit Wochen vergeblich vom DOJ anfordert.
    Zuletzt hatte er eine deadline bis zum gestrigen Dienstag, 12. Juni gesetzt:

    und zuvor im Sonntagsgespräch:
    http://www.foxnews.com/politics/2018/06/10/nunes-sets-deadline-for-doj-to-provide-documents-on-alleged-fbi-informant-claiming-obstruction.html

    Die Rechtmäßigkeit von Nunes‘ Forderung bestätigt u.a. der Jurist Prof. Turley

    “That’s the Meaning of Oversight‘: Turley Says Nunes Has a Right to See FBI’s Trump Informant Docs“
    http://insider.foxnews.com/2018/06/11/jonathan-turley-devin-nunes-push-doj-provide-documents-fbi-trump-campaign-informant

    Die deadline verstrich, während DOJ und FBI erneut vertröstend den Donnerstag, 14. Juni anboten.
    http://www.foxnews.com/opinion/2018/06/11/david-bossie-much-anticipated-inspector-generals-report-on-doj-fbi-comes-out-this-week-then-what.html

    Unterdessen wurden alarmierende Gerüchte über Rosenstein bekannt, Tucker Carlson geht denen nach:

    Sessions Erklärung führt zu Widersprüchen und Empörung, nun soll es eine Resolution des Congress geben, um dem Anliegen Nachdruck zu verleihen

    http://www.foxnews.com/politics/2018/06/13/republicans-push-for-house-vote-to-force-doj-to-release-documents-on-trump-investigation.html

    Das sieht sehr nach einem kommenden Showdown aus..

    • Auch Graham sprach ja von einem „shouting match“ mit Rosenstein (ganz am Ende) und guckte gar grimmig:

      Rosenstein muß befürchten, daß die gesamte FBI- und Mueller-Verfolgung der Trump Campaign wie ein Luftballon zerplatzt, sollte bekanntwerden, wie sie begonnen wurde: nämlich anlaßlos aus politischen Gründen. Und er selbst hat auch noch einen Verlängerungsantrag für die insgesamt einjährige (!) ergebnislose Komplett-Überwachung von Carter Page abgezeichnet, der nun alles Mögliche war, aber niemals ein Spion Rußlands. Das stand ja noch nicht einmal im Steele-Dossier. 😉

      Aber ich hinke noch hinterher; ich habe nicht einmal sämtliche auf der alten Seite geposteten Beiträge nachgelesen…

      Aber soviel zu den geschmäcklerisch-herablassenden deutschen Kommentaren zu dem „Hollywood“-Video für Kim:

      https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/27/hans-wollschlaeger-fake-news-updated/comment-page-29/#comment-74454

      Stil- und Haltungsnoten, wie üblich. Bei all dem Gegacker ist es gewiß tröstlich, daß ich auch mal eine vernünftige Stimme zitieren kann:

      12.06.2018 16:04 Uhr
      Gipfel von Trump und Kim Korea-Kenner: „Es ist eine Win-Win-Situation“

      Am Dienstag haben sich US-Präsident Trump und Nordkoreas Machthaber Kim erstmals getroffen. Ein Ostasien-Experte erklärt im Interview, was von den Gesprächen zu halten ist.
      Benedikt Voigt

      Das erste Mal reiste Rüdiger Frank 1991 nach Nordkorea, zuletzt war er im Mai 2018 im Land. Der Professor für Wirtschaft und Gesellschaft Ostasiens an der Uni Wien erklärt im Interview wie er die Gespräche und die Vereinbarung zwischen US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un einschätzt und welche Wirkung sie haben könnten.
      […]
      Hat Trump dafür nicht zu viel aufgeben, indem er zum Beispiel Kim mit dem Treffen auf Augenhöhe legitimiert hat?

      Das ist doch Blödsinn. Ich halte das für unsäglich, auf den Gedanken zu kommen, dass es schon ein tolles Zugeständnis ist, wenn man mit jemandem redet. Diesen Fehler machen die Amerikaner seit 20 Jahren. Wenn Sie in ihrer Firma einen Mitarbeiter haben, der schwierig ist, dann reden Sie mit dem mehr als mit jenen, die gut kooperieren. Eben weil es ein Problem gibt, das gelöst werden muss. Mit Kim zu reden ist die Grundvoraussetzung für alles andere. Das nennt man Diplomatie.
      […]
      Trump gibt auch die Militärmanöver mit Südkorea auf…

      …er hat gesagt, solange die Gespräche stattfinden, lassen wir das mit den Militärmanövern. Das ist okay, die Nordkoreaner haben dafür drei US-Amerikaner freigelassen, sie haben die Atomtestanlage gesprengt, und sie haben angekündigt, dass sie auch eine Raketentestanlage stilllegen wollen. Also, es ist wirklich ein Geben und Nehmen von beiden Seiten.
      […]
      Keine Militärmanöver, Aufhebung der Sanktionen für China, Stärkung nach innen und außen für Kim – hat nicht doch nur einer gewonnen?

      Für mich ist es eine Win-Win-Situation. Wir müssten, um fair zu sein, die ganzen Dinge hinzufügen, die vorher schon stattgefunden haben. Da haben auch die Nordkoreaner etwas aufgegeben. Man darf nicht vergessen, dass es letztlich auch für Kim ein Risiko ist, nachdem die Amerikaner so lange zum Feind aufgebaut worden sind, sich jetzt mit Trump zusammen vor den eigenen Leuten mit einem Handshake zu zeigen. Die Freilassung der drei Amerikaner, die Sprengung der Atomtestanlage, und übrigens auch das unspezifische, aber deutliche Commitment zur Denuklearisierung, das Kim wiederholt hat – das ist durchaus auf Trumps Habenseite da.
      Am Ende des Tages sind es bis jetzt nur Dinge, die schön klingen und wieder zurückgenommen werden können. Aber auch die Militärmanöver kann man sofort wieder beginnen, Sanktionen sind auch noch keine aufgehoben worden. Im Augenblick befinden wir uns noch in der Vorbereitungsphase. Wirklich Substanzielles ist noch nicht passiert, und zwar von beiden Seiten nicht.

      https://www.tagesspiegel.de/politik/gipfel-von-trump-und-kim-korea-kenner-es-ist-eine-win-win-situation/22676732.html

      Àpropos „Showdown“: den gibt es zur Zeit zwischen Seehofer und Merkel, und zwar wegen dieser ungeklärten Rechtslage:

      Was spricht rechtlich dagegen?

      Über dem deutschen Recht steht in diesem Fall das europäische Regelwerk, nämlich die Dublin-III-Verordnung. Diese Europäisierung ist vom Grundgesetz – in Artikel 16 a – ausdrücklich gebilligt. Die Dublin-Verordnung sieht nun ein geregeltes Verfahren vor, das bestimmen soll, welcher Mitgliedstaat ein Asylverfahren zu übernehmen hat. Das ist etwa bei unbegleiteten Minderjährigen das Land, wo sie sich gerade befinden, es kann auch bei Erwachsenen der Staat sein, wo bereits Angehörige Schutz gefunden haben. In der Regel aber ist es das europäische Land, in das ein Flüchtling zuerst gekommen ist. Meist ist das Italien oder Griechenland. Der Flüchtling kann dann im sogenannten Dublin-Verfahren in den zuständigen Staat zurückgebracht werden – aber nach Lesart führender Migrationsrechtler nur im Zuge dieses Verfahrens, nur in diesen Staat und eben nicht in ein Transitland wie Österreich. Klappt die Rücknahme nicht innerhalb eines halben Jahres, bleibt das Verfahren im Staat, in dem sich der Flüchtling befindet – etwa in Deutschland. Benachbarte EU-Staaten gelten übrigens laut einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts aufgrund der europäischen Auslegung der Gesetze eben nicht als „sicherer Drittstaat“.

      Verbietet Europarecht also, Asylsuchende an der Grenze abzuweisen?

      Etliche Völkerrechtler tendieren zu dieser Meinung. Unter Juristen gibt es aber auch die Auffassung, die Dublin-Verordnung biete durchaus Spielräume. Eindeutig entscheiden könnte das nur der Europäische Gerichtshof. Bisher haben seine Richter die Dublin-Regeln sehr ernst genommen. Die CSU verweist auf Frankreich, das 2017 gut 85 000 Personen die Einreise verweigerte. Aber auch dort wird gestritten, ob das rechtens ist. Amnesty International und staatliche Ombudsleute sprechen von „Unrechtszonen“ an Frankreichs Grenze zu Italien. Jan Bielicki

      http://www.sueddeutsche.de/politik/asylrecht-gibt-es-ein-zurueck-1.4012926

      Aber das Innenministerium neigt zu einer robusten Gesetzesauslegung:

      Fall Susanna
      Berlin verteidigt Rückholung von Ali B.
      Stand: 13.06.2018 14:57 Uhr

      Das Bundesinnenministerium hat die Rückführung von Ali B. aus dem Irak verteidigt. Der Einsatz der Bundespolizei sei rechtmäßig, hieß es. Die Regierung in Bagdad kritisierte die Aktion dagegen als Rechtsbruch.
      […]
      Laut der Sprecherin war der Einsatz von Paragraf 4a im Bundespolizeigesetz gedeckt. Der Paragraf zu „Sicherheitsmaßnahmen an Bord von Luftfahrzeugen“ besagt unter anderem: „Die Bundespolizei kann zur Aufrechterhaltung oder Wiederherstellung der Sicherheit oder Ordnung an Bord deutscher Luftfahrzeuge eingesetzt werden.“ Sie betonte, es sei kein Auslandseinsatz der Bundespolizei gewesen.

      Noch keine offizielle Protestnote

      Die irakische Regierung kritisierte die Übergabe von Ali B. an Deutschland dagegen als Rechtsverstoß. Es gebe zwischen beiden Ländern kein Abkommen über eine Auslieferung von gesuchten Personen, teilte das Außenministerium in Bagdad mit. Den Verstoß hätten sowohl die kurdische Regionalregierung als auch Deutschland begangen. Nur das Justizministerium der irakischen Zentralregierung in Bagdad habe die Befugnis für einen Austausch von Gesuchten.
      […]
      Kurdische Sicherheitskräfte übergaben ihn am Samstag in der Regionalhauptstadt Erbil deutschen Polizeibeamten, die ihn zurück nach Deutschland geleiteten. Der Chef der Bundespolizei, Dieter Romann, war persönlich in den Nordirak geflogen, um den Verdächtigen abzuholen.

      https://www.tagesschau.de/inland/auslieferung-fall-susanna-103.html

      Nach der vorläufigen Festnahme im Irak habe ein Vertreter der kurdischen Regionalregierung ihn, Romann, um eine Abschiebung nach Deutschland gebeten. Er habe dem entsprochen, woraufhin Beamte der Bundespolizei am Samstagmorgen nach Erbil gereist seien. Sicherheitskräfte der Bundespolizei hätten kurdischen Boden nicht betreten, sondern den mutmaßlichen Täter von kurdischen Sicherheitsbehörden erst im Flugzeug übernommen.
      https://www.tagesschau.de/inland/fall-susanna-verdaechtiger-101.html

      Das war also kein Auslandseinsatz an den zuständigen Behörden vorbei. 😉

      Casdorff vom Tagesspiegel sieht jedenfalls schon das Kanzlerinnen-Ende:

      Bleibt Merkel isoliert, ist ihre Macht gefährdet

      Die Flüchtlingsfrage bringt die Kanzlerin in Bedrängnis. Wenn sie auf ihrer Haltung beharrt, könnte sie das ihr Amt kosten. Ein Kommentar.
      Stephan-Andreas Casdorff

      Manchmal ist es nicht das Problem, das eine ernste Krise hervorruft, sondern die Behandlung des Problems. Womit wir bei Angela Merkel und ihrer Behandlung der Flüchtlingsfrage wären. Die bringt die Bundeskanzlerin in bisher nicht gekannte Bedrängnis. Denn dass sie dem Bundesinnenminister und Kollegen Parteichef von der CSU, Horst Seehofer, die Unterstützung seines 63 Punkte umfassenden Masterplans versagt, bringt selbst ihre CDU gegen sie auf.

      Hintergrund: In einem der vielen Punkte geht es darum, dass diejenigen Asylsuchenden an Deutschlands Grenzen abgewiesen werden, die schon in anderen EU-Ländern mit ihren Fingerabdrücken in der „Eurodac“-Datei registriert sind. Merkel lehnt das ab. Zitat: „Weil ich nur in der europäischen Regelung eine Lösung sehe.“

      Da denkt die Unionsfraktion offenkundig anders. Sie sieht das europäische Recht gewährleistet. Deshalb ergriff keiner für Merkel Partei.
      […]

      https://www.tagesspiegel.de/politik/casdorffs-agenda-bleibt-merkel-isoliert-ist-ihre-macht-gefaehrdet/22678962.html

      „Geregelt“ ist, siehe oben, nichts. Auf eine europäische Regelung dürfen wir allerdings warten, denn so einig ist der Wertewesten nun mal nicht, wie er gerne tut.

        • Alles heiße Luft, schreibt Hot Air
          https://hotair.com/archives/2018/06/12/andrew-mccabes-lawyer-files-lawsuit-doj/

          Nicht die Tatsache seiner Entlassung als solche wird beklagt, sondern die Vorgehensweise. Die Diskrepanz zu seinem vorausgegangenen öffentlichen Statement direkt nach seinem Rauswurf wird offensichtlich.
          [-]
          „All of this to say, neither McCabe nor his attorney were ever going to make the case that he didn’t deserve to be fired. But maybe they can argue he didn’t have to be fired a day before he qualified for his early retirement.“

          Ja und, was soll’s. Da ist nichts mehr dran zu löten oder rückgängig zu machen, selbst wenn er nun noch versucht, dem DOJ nachträglich Formfehler anzuhängen. Er scheint sich wohl an den ‚Verrätern‘ rächen zu wollen. Auf seinen FOIA Antrag sollte er ebenso lange warten müssen, wie Tom Fitton /JW es immer muss und oft vergeblich!

        • Da das verlinkte,in der LA Times zur Verfügung stehende Dokument nicht kopierbar und schwer lesbar ist, hier ergänzend die SCRIBD Version

          https://de.scribd.com/document/377554654/Korea-Declaration

          Escobar sagt es klar und deutlich: Trump gab lediglich seinen Segen zu allem, was die beiden Koreas bereits unter- und miteinander vereinbart hatten. Einschließlich eines ‚phased-out ‚ disarmament Prozesses.

          Trump konnte ja nun schlecht auch noch sogleich verkünden, daß er nicht nur die ‚war games‘ beenden, sondern auch seine 30K Jungs nach Hause holen wird. Zuvor zunächst mal alle US Atomwaffen auf dem Meer rund um die Halbinsel abziehen, dann sehen wir weiter.
          😉
          Liest man sich die Panmunjom Vereinbarung im Hinblick auf ‚economic growth and co-prosperity of the nation‘ durch, dann veranschaulichte das ‚Hollywood Filmchen‘ in Grunde ja, was bereits vereinbart worden war, und zwar ohne US Beteiligung, aber mit der Vorgabe, die USA zu beteiligen, wenn auch in der ‚eine Nr. kleiner-Ausgabe‘.

          Gelungener Coup kann man also konstatieren, da trifft Escobars Titel ‚Show‘ auch zu. Daß die Washingtoner Meute es sofort ‚roch‘, damit kann Trump leben.

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