Hans Wollschläger-Fake News- Updated

Hans, Winterberg 11-04

Hans Wollschläger in Winterberg, 2004, Foto: Gabriele Gordon

Es hätte ja eigentlich genügt, meinen letzten Artikel zu ergänzen:

https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/17/fake-news-oder-wie-ich-zur-witwe-von-hans-wollschlaeger-wurde/

Aber irgendein Bug im WordPress-System ließ das nicht zu.

Die NZZ als Sprachrohr des gekränkten Bearbeiters der Wollschläger-Übersetzung des Ulysses von James Joyce, Harald Beck, hat nun auch dessen Zuarbeiter Hans Walter Gabler zu Wort kommen lassen.

Der Artikel hebt natürlich mit Fake News an:

Rettet den deutschen «Ulysses»

Aus rechtlichen Gründen liegt die revidierte deutsche Übersetzung von Hans Wollschläger auf Eis. Das darf nicht sein.

Hans Walter Gabler 26.3.2018, 05:30 Uhr

https://www.nzz.ch/feuilleton/rettet-den-deutschen-ulysses-ld.1366637

Sie liegt natürlich nicht nur aus rechtlichen Gründen „auf Eis“, sondern entscheidend deshalb, weil Beck das Wollschlägersch’e Kunstwerk zerstörte.

Die NZZ vom 2.3.2018 war jedenfalls schon mal näher an der Wahrheit:

Gabriele Gordon habe keinerlei Gesprächsbereitschaft gezeigt: «Sie hat es abgelehnt, Jonathan Landgrebe, den Leiter von Suhrkamp, und den Cheflektor Fellinger zu treffen. Offenbar hat sie dem Verlag schriftlich ihre Position dargelegt; sie begründet diese einerseits juristisch – in dieser Hinsicht sind ihre Ansprüche tatsächlich unanfechtbar. Anderseits führte sie angeblich literarische und philologische Gründe an: Wollschläger hätte der Neufassung nicht zugestimmt, argumentierte sie.»

https://www.nzz.ch/feuilleton/ulysses-neuedition-rechtlich-ist-die-sache-tot-ld.1361961

Der offenbar umfassend uninformierte Gabler meint:

Das grundsätzliche Einvernehmen zwischen dem Übersetzer, einem Team von Revisoren und dem Suhrkamp-Verlag datiert aus dem Jahre 2007. Leider verstarb Hans Wollschläger wenige Monate, nachdem das Übereinkommen erzielt worden war.

https://www.nzz.ch/feuilleton/rettet-den-deutschen-ulysses-ld.1366637

Daß bei diesem Treffen von 10.3.2007 irgendein Übereinkommen erzielt worden sei, davon träumt allenfalls der Suhrkamp-Verlag. Insofern existiert lediglich ein Protokoll des Verlags, das Hans Wollschläger nie zur Kenntnis nahm. Ob er wirklich die Fron auf sich genommen hätte, sich ein ganzes Jahr die Besserwissereien von Anglisten und Philologen anzuhören? Die keine Ahnung von Kunst haben?

Ich wage es zu bezweifeln.

Eins ist jedenfalls klar. Nur Hans Wollschläger selbst hätte seine eigene geniale Übersetzung überarbeiten können. Niemand sonst.

Gabler hüpft gleich hierauf:

Durch dieses aber bestärkt, verpflichtete der Verlag Harald Beck und seine Mitarbeiter zur Durchsicht und Überarbeitung der Wollschläger-Übersetzung. Entscheidend am Übereinkommen war, dass ein durchgesehener und revidierter Übersetzungstext nicht die wollschlägersche Verdeutschung überfremden würde. Die Überarbeitung verstand sich als Dienst an der Übersetzung und deren Dienst am Roman und an seinem Autor.

https://www.nzz.ch/feuilleton/rettet-den-deutschen-ulysses-ld.1366637

Warum bringt die NZZ derlei Lügen?

Klar, Beck möchte gern seine Vorgänger Dirk Vanderbeke und Dirk Schultze, die Kommentatoren der Wollschläger-Übersetzung  im Jahr 2004, auslöschen, denen er zuarbeitete. Genauso agiert sein Zuarbeiter Gabler.

Vanderbeke und Schultze verließen das Unternehmen, als ihnen klar wurde, wie sehr Beck es auf die Zertrümmerung  der Wollschläger-Übersetzung ankam.

Gabler:

Wie ich es mir vorstelle, könnte Grundlage einer Vereinbarung sein, dass Hans Wollschlägers «Ulysses» unverändert der rein deutsche Lesetext des Werkes vom Suhrkamp-Verlag bleibt. In Parallele dazu sollte der Verlag den Plan Siegfried Unselds umsetzen, eine zweisprachige «Ulysses»-Ausgabe anzubieten. In dieser würde dem englischsprachigen originalen Text der deutsche zugesellt, der, auf der Grundlage der Übereinkunft mit Hans Wollschläger, über zehn Jahre hinweg im Auftrag des Suhrkamp-Verlags erarbeitet wurde. Dass dieser überarbeitete Text im Wesentlichen nach wie vor den Übersetzungstext Hans Wollschlägers darstellt, nur eben in einer revidierten Fassung, welche Entsprechungen im Deutschen zum englischen Original präzisiert, wäre selbstredend hervorzuheben und vertraglich festzuhalten.

Es ist eine hohe Anerkennung der Übersetzung von 1975, dass sie eben nicht ersetzt wird, sondern im Kern bestehen bleibt. Der revidierte Wollschläger-Text in einer zweisprachigen Ausgabe sollte dabei selbstverständlich zu erkennen geben, wo er von Wollschlägers Fassung von 1975 abweicht und warum er das tut. Der englischsprachige Text der Herausgeber Hans Walter Gabler, Wolfhard Steppe und Claus Melchior steht rechtlich vorbehaltlos für die zweisprachige Ausgabe zur Verfügung.

https://www.nzz.ch/feuilleton/rettet-den-deutschen-ulysses-ld.1366637

Nun mag ja wohl Suhrkamp befeuert haben, die „neue“ Übersetzungs-Bearbeitung von Beck zu promoten, weil die alte von Wollschläger nicht mehr verkauft wird, da der Markt gesättigt ist.

Gablers Vorschlag ist nicht nur weltfremd, sondern auch kontrafaktisch, da die Wollschläger-Übersetzung durch Beck zerstört worden ist.

Und warum sollte ein kommerzieller Verlag wie Suhrkamp eine englisch-deutsche Ulysses-Ausgabe herausbringen, der die zehntausende Beck-Veränderungen an der Wollschläger-Übersetzung dokumentiert, die Beck auch noch begründen soll?

 

 

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4.026 Gedanken zu „Hans Wollschläger-Fake News- Updated

  1. Vielleicht sollten Sie erst mal Gablers Kommentare genau lesen und herausfinden, was zweisprachige Ausgaben sind! Gerade bei Shakespeare gibt es da hervorragende Editionen, welche durch Kommentare beide Sprachen erhellen. Dadurch wird der dt. Übersetzung, die notgedrungen immer eine Interpretation sein muss, nichts genommen, ganz im Gegenteil, denn es gibt nicht die eine, einzig richtige Interpretation und damit auch nicht Übersetzung bei Joyce.

    Wer die einzig richtige Übersetzung sucht, der hat den Text insgesamt nicht verstanden, denn dieser spielt ja mit Vieldeutigkeit und diese macht ihn auch so spannend und bei jedem Lesen entdecke zumindest ich etwas Neues drin, was mir davor nicht auffiel. Wenn man nur eine, richtige Lösung will und dadurch eine einzige Übersetzung auch absolut setzt, dann hat man in der Tat nicht nur Joyce nicht verstanden, sondern auch Literatur nicht, denn je besser der Text, desto mehr Interpretationsmöglichkeiten bietet er, desto mehr findet man immer wieder dazu heraus.

    Wenn man aber einen eigenen Text schon mit „Fake News“ überschreibt, dann setzt man sich mit Trump gleich, was die eigene Glaubwürdigkeit durch unbewusst eingesetzte dramatische Ironie invalidiert. Aber nachdem Trump ja offenbar meint, in Besitz der einzigen, richtigen Wahrheit zu stehen, scheinen auch sie das mit der Überschrift und dem Gabler-Angriff zu übernehmen und da sind da Fakten in der Tat nebensächlich, wie Trump ständig beweist. Das dann noch auf Literaturwissenschaft anzuwenden, wo es gerade um Denkfreiheit gehen sollte, besonders bei Texten der Moderne und Postmoderne, wenn diese mit Möglichkeiten spielen, dann wurden da Ulysses und Professor Gabler in mehrfacher Hinsicht missverstanden.

    • Liebe Frau Dr. Lobensommer,

      natürlich habe ich Ihren Namen gegoogelt und neige dazu, daß Sie nicht die gleichnamige Bank-Managerin sind, sondern die promovierte Germanistin. Obwohl mir Ihr Beitrag dennoch Anlaß zum Zweifel gibt.

      Denn insoweit verstehe ich Ihr mangelndes Textverständnis nicht: wenn ich von fake news spreche, dann rede ich von den Falschdarstellungen der Presse, die aufgrund von Parteinahme, Skandalisierungswünschen oder auch nur schlicht aufgrund von Inkompetenz Sachverhalte verzerrt und mißdeutet.

      Herr Gabler ist auch keineswegs Opfer meines Textes, sondern Opfer mangelnder Information durch Harald Beck. Offenbar kennt er das Ausmaß der Beckschen Eingriffe in Wollschlägers Text nicht, sonst hätte er nicht vorgeschlagen, Beck möge seine Veränderungen begründen…

      Daß Sie den Kern meiner Kritik nicht einmal ansprechen, verwundert mich doch sehr. Jede literarische Übersetzung ist eine künstlerische Leistung sui generis, und als solche geschützt vor Überarbeitungen.

      Sie schreiben:

      Wenn man nur eine, richtige Lösung will und dadurch eine einzige Übersetzung auch absolut setzt, dann hat man in der Tat nicht nur Joyce nicht verstanden, sondern auch Literatur nicht, denn je besser der Text, desto mehr Interpretationsmöglichkeiten bietet er, desto mehr findet man immer wieder dazu heraus.

      Genau. Wohlan! Der Joyce-Text, in welcher Form auch immer (auch Gablers Version ist nicht unumstritten) steht zur Neuübersetzung und Neuinterpretation frei. Im Gegensatz zu einer Verhunzung eines „Kunst-Werks deutscher Sprache“, das Wollschläger intendierte und geschaffen hat.

      • Bleiben wir bei den Medien.

        Vorhin habe ich nach wenigen Minuten die Anne Will-Sendung zu dem Schlag gegen Syrien abgeschaltet. Eingeladen waren: Röttgen, Ischinger, Atai, Lambsdorff und als einziger Dissident der Linke van Aaken, leider nicht mehr im Bundestag vertreten.

        Propaganda pur. Der Giftgas-Angriff Assads hat stattgefunden, der Schlag war gerechtfertigt, und er traf syrische Chemiewaffen-Objekte. Eine Schande.

        Hier meine Syrien-Updates:

        Russia’s UNSC resolution calling to stop aggression against Syria does not receive enough votes
        Published time: 14 Apr, 2018 17:31 Edited time: 15 Apr, 2018 07:59

        A Russian draft resolution calling to stop aggression against Syria has been turned down by the UN Security Council due to a lack of support during the vote. It was only supported by Russia, China and Bolivia.
        The Russian draft urged the US and its allies to “immediately and without delay cease the aggression against the Syrian Arab Republic’ and refrain from further aggressive acts in violation of the international law and the UN Charter.“

        The paper also pointed out that the aggression “took place at the moment when the Organization for the Prohibition of Chemical Weapons Fact-Finding Mission team has just begun its work to collect evidence of the alleged use of chemical weapons in Douma.” It also called for all necessary conditions to be provided for the OPCW experts to do their job properly.
        The Russian draft was supported by three nations: Russia itself, Bolivia and China. Eight countries, including the US, the UK and France, which carried out missile strikes against Syria, voted ‘no,’ with four other countries abstaining.
        […]

        https://www.rt.com/news/424171-unsc-russia-resolution-syria/

        Das war natürlich auch nur ein Vorschlag für die Galerie: daß die Veto-Mächte, die für die Aggression verantwortlich zeichnen, dem nicht zustimmen würden, war eingepreist.

        Immerhin kann Damaskus aufatmen: mit den Bombardierungen der Terroristen aus Ost-Ghouta ist es nun endgültig vorbei:

        Den abziehenden Jihadis war das symbolische FUKUS-Bombardement natürlich nicht genug:

        https://www.almasdarnews.com/article/jaysh-al-islam-militants-call-us-led-strikes-on-syria-farce-reports/

        Den Jihadis in Idlib natürlich auch nicht:

        „Abu Ivanka“ heißt: Vater von Ivanka, wie jedem Karl-May-Leser geläufig.

        Kommen wir zum Schlag gegen Syrien. Murray, wie immer, auf dem richtigen Trip:

        Ja, es gibt keine Rechtfertigung.

        Es gab auch keine Chemiewaffenfabriken, die getroffen wurden:

        Noch gibt es Presse, die solchen Blogs eine Heimstatt gewähren:

        Jaish al-Islam ist bekannt für seine Chemiewaffen-Angriffe gegen den Kurden-Stadtteil in West-Aleppo:

        Hier wurde Peter Ford einmal nicht unterbrochen:

        Sogar im deutschen Fernsehen gibt es Nischen:

        Drohender US-Militärschlag auf Syrien – Auf dem Weg zum Dritten Weltkrieg?! – Dr. Michael Lüders

        Am 12.04.2018 veröffentlicht
        Drohender US-Militärschlag auf Syrien – Auf dem Weg zum Dritten Weltkrieg?! – Dr. Michael Lüders –
        Michael Lüders zur Situation zwischen den USA und Russland am (11. 4. 2018)

        Nach dem Schlag gab es dieses MDR-Interview:

        MDR Aktuell
        Der Militärschlag gegen Assad ist für den Nahost-Experten Michael Lüders ein abgekartetes Spiel zwischen den USA und Russland – und völkerrechtswidrig. Es gehe um einen Stellvertreterkrieg und die Macht im Nahen Osten.

        Wie üblich stehen die Eliten in Politik und in den ihnen verbündeten Medien gegen die Bevölkerungsmehrheit:

        http://www.spiegel.de/politik/deutschland/syrien-konflikt-so-sehen-die-deutschen-die-westlichen-luftangriffe-a-1202999.html

        • Sollte der obige Facebook-Link des Gesprächs mit Lüders beim MDR nicht funktionieren, hier wäre er nochmal:

          https://www.mdr.de/nachrichten/politik/ausland/video-189988.html

          Von Lüders angesprochen wurde die Kreierung der Realität, dass Giftgas in Duma eingesetzt worden sei. So treiben es, SpOn gemäß, die Herzkönige und -königinnen des „Westens“ denn auch weiter:

          http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-konflikt-westen-legt-sicherheitsrat-neuen-resolutionsentwurf-vor-a-1202981.html

          „Syrienkonflikt
          Westen will unabhängige Untersuchung von mutmaßlichem Giftgasangriff
          Die USA, Frankreich und Großbritannien haben dem Uno-Sicherheitsrat einen neuen Resolutionsentwurf vorgelegt. Es soll geprüft werden, wer für den mutmaßlichen Giftgasangriff im syrischen Duma verantwortlich war.

          Sonntag, 15.04.2018 09:18 Uhr
          Nach ihren Angriffen in Syrien haben die USA, Frankreich und Großbritannien eine neue diplomatische Initiative gestartet. Einen Tag nach den gemeinsamen Angriffen in Syrien haben die Staaten dem Uno-Sicherheitsrat in New York den Entwurf für eine neue Resolution zu dem Bürgerkriegsland vorgelegt.

          Der von Frankreich verfasste Entwurf, welcher der Nachrichtenagentur AFP vorliegt, schlägt der Agentur zufolge die Schaffung eines „unabhängigen Mechanismus“ für die Untersuchung des mutmaßlichen Chemiewaffenangriffs in der einstigen Rebellenhochburg Duma vor. Dadurch soll auch die Verantwortlichkeit für den Angriff geklärt werden, heißt es.

          Im November hatte Russland die Verlängerung einer Uno-geführten Untersuchung zu Giftgasvorwürfen in Syrien drei Mal mit seinem Veto verhindert. […]“

          Wie anderswo ausgedrückt findet man derlei Selbstjustiz normalerweise nur in Film und Fernsehen, und dann auch „nur“ in Form physischer Gewalt an einem Einzelnen. Und die Forderung nach einer „Untersuchung“ post-factum nach einer „Strafe“ ist was eigentlich? Dadaismus oder einfach nur noch senil?

      • Ihre Katze beißt sich in den Schwanz. Ganz davon abgesehen, dass ich immer Anglistin und Germanistin war und bin, so sollte, gerade wenn Sie schon eine Übersetzung als eigenständiges Kunstwerk definieren, was ich etwas seltsam finde, da es eben keine eigenständige Leistung ist, sondern völlig von Joyce Ulysses abhängt und darauf beruht, Ihnen eine Germanistin symphatischer sein. Dann sollte Sie aber gerade eine zweisprachige Ausgabe Sie am meisten freuen, denn damit werden beide Texte kommentiert und ernst genommen, ganz egal ob man die Übersetzung nun als eigenständigen Text betrachtet oder nicht.
        Oder fürchten Sie die Gegenüberstellung, Kommentierung und Analyse des Textes? Denn sonst gibt es keinen Grund bei dem Vorschlag Gabler persönlich mit „hüpft“, etc. anzugreifen. Sein Vorschlag nimmt nämlich beide Texte ernst, im Gegensatz zu Ihnen, oder wollen Sie vor der Übersetzung ehrfurchtsvoll erstarren und sich nur in diese einfühlen und das Schöne darin sehen, wie ein Dozent in Cambridge mal vorschlug, der meinte, eine Analyse würde Texte kaputtmachen. Doch selbst bei Reader-Response Theory funktioniert dieser Zugang nicht und ein Text, der keine Analyse aushält, erweist sich schon dadurch als schlecht, denn sonst gewinnt ein Text durch verschiedene Perspektiven.
        Wenn einfühlen und Texte bewundern aber das einzige Ziel ist, dann mag das zwar persönlich befriedigen, aber hat nichts mit neuen Ausgaben oder wissenschaftlicher Kritik und Analyse zu tun und Angst vor Analyse eines Textes weist nur daraufhin, dass man diesen Text als „Heiligtum“, wie von der ZEIT angedeutet, außerhalb des rationalen Umgangs stellen möchte, weil man befürchtet, dass er Kritik nicht standhält. DAS ist dann aber das eigentliche Armutszeugnis für einen Text, denn ein gelungener Text, wie auch eine Übersetzung, hält die Kritik aus.

        • gerade wenn Sie schon eine Übersetzung als eigenständiges Kunstwerk definieren, was ich etwas seltsam finde, da es eben keine eigenständige Leistung ist, sondern völlig von Joyce Ulysses abhängt und darauf beruht,

          Sorry, so ist die Rechtslage nach dem Urheberrechtsgesetz.

          Dann sollte Sie aber gerade eine zweisprachige Ausgabe Sie am meisten freuen,

          Gabler regte mehr als nur das an:

          Es ist eine hohe Anerkennung der Übersetzung von 1975, dass sie eben nicht ersetzt wird, sondern im Kern bestehen bleibt. Der revidierte Wollschläger-Text in einer zweisprachigen Ausgabe sollte dabei selbstverständlich zu erkennen geben, wo er von Wollschlägers Fassung von 1975 abweicht und warum er das tut.

          https://www.nzz.ch/feuilleton/rettet-den-deutschen-ulysses-ld.1366637

          Dazu hatte ich geschrieben:

          „Nun mag ja wohl Suhrkamp befeuert haben, die „neue“ Übersetzungs-Bearbeitung von Beck zu promoten, weil die alte von Wollschläger nicht mehr verkauft wird, da der Markt gesättigt ist.

          Gablers Vorschlag ist nicht nur weltfremd, sondern auch kontrafaktisch, da die Wollschläger-Übersetzung durch Beck zerstört worden ist.

          Und warum sollte ein kommerzieller Verlag wie Suhrkamp eine englisch-deutsche Ulysses-Ausgabe herausbringen, der die zehntausende Beck-Veränderungen an der Wollschläger-Übersetzung dokumentiert, die Beck auch noch begründen soll?“

          Gablers eigene Textarbeit wurde staatlich mit erheblichen Summen gefördert. Und nun soll ein Publikumsverlag eine solche wissenschaftliche Ausgabe ganz allein stemmen? Das nenne ich weltfremd.

        • Das meiste dürfte hinsichtlich zur Kommentierung schon vorhanden sein! Oder meinen Sie die Arbeit der letzten Jahre wurde nicht schriftlich festgehalten? Deshalb: es wäre ziemlich viel da.

          Natürlich haben Sie vom Urheberrecht her recht, aber literarisch gesehen, ist eine Übersetzung nie ein völlig eigenständiger Text und kann es auch nicht sein.

  2. Schade, daß Angelika Rolls aktueller Beitrag so weit unten gelandet ist:

    https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/27/hans-wollschlaeger-fake-news-updated/comment-page-8/#comment-73258

    Insbesondere diese blitzsaubere Analyse des Schreibens des nationalen Sicherheitsberaters Sedwill an Stoltenberg vom 13.4.2018 – euphemistische Darstellung der tatsächlich desaströsen Beweislage im Fall Skripal – verdient jede Aufmerksamkeit:

    In other words, Mr Sedwill wrote a whole three-page letter, putting forward the UK’s best case for blaming Russia for the attack – and it’s almost devoid of anything pointing to Russia except suppositions and possible past form far less substantial than the track record of non-state groups in murdering people using nerve agents.
    All this after the OPCW has completed its analysis.
    Comment:

    If the UK had compelling evidence of the source of the poison, they’d be using it in their appeal to Nato, if not elsewhere – but instead Sedwill actually weakens past claims, by destroying the claims in the Murdoch press that a specific factory of production had been identified.

    As the former head of the OPCW commented this week, the UK acted prematurely in apportioning blame for the Salisbury incident far more quickly than could be done legitimately.
    https://skwawkbox.org/2018/04/08/video-former-opcw-head-uk-govt-premature-unrealistic-in-naming-novichok-source/

    And now the Tory government is desperately trying to cover its tracks, the weakness of its case – and yet another example of their complete incompetence and unfitness for office.

    https://skwawkbox.org/2018/04/14/uks-nato-letter-re-salisbury-russia-betrays-flimsy-of-case-contradicts-earlier-claims/

    Und sollte Lawrow recht haben, dann ist der Fall komplett zertrümmert:

    https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/27/hans-wollschlaeger-fake-news-updated/comment-page-8/#comment-73255

    MoA hat dieses Thema auch aufgegriffen:

    April 15, 2018

    Where the Skripals ‚Buzzed‘, ‚Novi-shocked‘ Or Neither? – May Has Some ‚Splaining‘ To Do

    The Foreign Minister of the Russian Federation, Sergey Lavrov, threw a bombshell at the British assertions that the collapse of the British secret agent Sergej Skripal and his daughter Yulia on March 4 in Salisbury was caused by a ‚Novichok‘ nerve agent ‚of a type developed by Russia‘. (See our older pieces, linked below, for a detailed documentation of the case.)
    […]

    http://www.moonofalabama.org/2018/04/where-the-skripals-buzzed-novi-shocked-or-neither-may-has-some-splaining-to-do.html#more

  3. Vergeltung für völkerrechtswidrige Angriffe auf Syrien: China bombardiert USA, Großbritannien und Frankreich

    Washington, London, Paris (dpo) – Dieses Verhalten kann Peking nicht ungestraft lassen: Nach den völkerrechtswidrigen Vergeltungsschlägen von USA, Großbritannien und Frankreich gegen Syrien hat das chinesische Militär heute mehrere militärische Ziele in den USA, Großbritannien und Frankreich bombardiert. Dabei gab es mehrere Verletzte in den drei Ländern.

    Der chinesische Staatspräsident Xi Jinping rechtfertigte heute bei einer Pressekonferenz den zunächst zeitlich begrenzten Angriff: „Bei unseren heutigen Präzisionsschlägen gegen Radarstationen, Raketenstellungen und Militärflughäfen der drei Länder geht es vor allem darum, zu zeigen, dass völkerrechtswidrige Angriffe auf andere Staaten Konsequenzen haben.“
    Xi Jinping weiter: „Damit sollen auch andere Länder davon abgeschreckt werden, ohne UN-Mandat und internationale Untersuchung Weltpolizei zu spielen.“
    Zur Frage, ob die großangelegte Vergeltungsaktion nicht völkerrechtswidrig sei, wollte sich die chinesische Regierung nicht äußern. „Wir mussten handeln, damit sich dieses gesetzlose Verhalten nicht wiederholt. Wir sind außerdem darauf vorbereitet, diese Antwort fortzusetzen, bis die drei Regierungen völkerrechtswidrige Strafaktionen gegen andere Staaten beenden.“
    Insgesamt feuerten chinesische Kriegsschiffe über 100 Raketen ab. Zeitgleich drangen Chengdu J20-Kampfjets in die jeweiligen Lufträume ein und warfen Bomben ab, die beispielsweise auf diesem Militärflughafen der britischen Royal Airforce einschlugen:

    Bundeskanzlerin Angela Merkel, die zuvor eine Beteiligung Deutschlands an der Bombardierung der USA, Großbritanniens und Frankreichs ausgeschlossen hatte, lobte China für seinen entschlossenen Einsatz.

    http://www.der-postillon.com/2018/04/china-vergeltung.html

      • Ich setze meinen Kommentar – ein wenig zu Syrien, viel zu Skripal –

        https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/27/hans-wollschlaeger-fake-news-updated/comment-page-8/#comment-73250

        hier oben fort; erfreulicherweise müssen wir uns jetzt nicht mehr mit Zeitungsartikeln und Botschaftstweets begnügen: die Rede von Lawrow ist jetzt ganz offiziell auf der Seite des Außenministeriums veröffentlicht worden. Und die hat es in sich:

        14 April 2018 19:25
        Foreign Minister Sergey Lavrov’s address at the 26th Assembly of the Council for Foreign and Defence Policy, Moscow, April 14, 2018

        […]

        http://www.mid.ru/en/foreign_policy/news/-/asset_publisher/cKNonkJE02Bw/content/id/3169545

        Zunächst geht es um Syrien, wo er enthüllt, daß Moskau sowohl Macron als auch US-State Department-Offiziellen angeboten habe, mit jeweils eigenen Leuten in Douma zu recherchieren, statt sich auf lachhafte Propaganda-Videos zu verlassen. Macron habe Putin gegenüber zwar erklärt, es gebe unterstützendes Geheimdienstwissen, das könne er aber nicht offenbaren, weil es von fremden Geheimdiensten stamme. Auf die Angebote sei nicht eingegangen worden, statt dessen sei der Schlag erfolgt.

        Zu Skripal:

        The report of this group of experts was initially distributed as a summary for public consumption and following that, a detailed and fairly substantial confidential version was distributed to the OPCW members only. In that report, in accordance with the OPCW way of conduct, the chemical composition of the agent presented by the British was confirmed, and the analysis of samples, as the report states, was taken by the OPCW experts themselves. It contains no names, Novichok or any other. The report only gives the chemical formula, which, according to our experts, points to an agent that had been developed in many countries and does not present any particular secret.

        http://www.mid.ru/en/foreign_policy/news/-/asset_publisher/cKNonkJE02Bw/content/id/3169545

        Logisch, Novitschok ist ja kein wissenschaftlicher Name, sondern ein vom Westen benutzter Begriff für unbekannte Forschungen in der Sowjetunion.

        Geheim blieben die benutzten Labore und deren Berichte an die OPCW. Beim Schweizer Labor Swiss Federal Institute for Nuclear, Biological and Chemical Protection in Spiez gab es offenbar einen verantwortungsvollen Wissenschaftler, der unter Vertraulichkeitszusage Folgendes den Russen zukommen ließ:

        I will now be quoting what they sent to the OPCW in their report. You understand that this is a translation from a foreign language but I will read it in Russian, quote: “Following our analysis, the samples indicate traces of the toxic chemical BZ and its precursor which are second category chemical weapons. BZ is a nerve toxic agent, which temporarily disables a person. The psycho toxic effect is achieved within 30 to 60 minutes after its use and lasts for up to four days. This composition was in operational service in the armies of the US, the UK and other NATO countries. The Soviet Union and Russia neither designed nor stored such chemical agents. Also, the samples indicate the presence of type A-234 nerve agent in its virgin state and also products of its degradation.” End of quote.

        Es folgt die Einschätzung russischer Experten zu diesem Bericht.

        In ihrem Report für die OPCW-Mitglieder hat die OPCW diesen BZ-Stoff weggelassen (ansonsten wäre GB wohl mit der Verteilung an alle OPCW-Mitglieder nicht einverstanden gewesen).

        Nothing is said whatsoever about a BZ agent in the final report that the OPCW experts presented to its Executive Council. In this connection we address the OPCW a question about why the information, that I have just read out loud and which reflects the findings of the specialists from the city of Spiez, was withheld altogether in the final document. If the OPCW would reject and deny the very fact that the Spiez laboratory was engaged, it will be very interesting to listen to their explanations.“

        http://www.mid.ru/en/foreign_policy/news/-/asset_publisher/cKNonkJE02Bw/content/id/3169545

        Offenbar wird ausgeschlossen, daß der geleakte Report von Spiez an die OPCW eine Desinformation sein könnte.

        SPIEZ hat ganz merkwürdig reagiert:

        Liest man den NZZ-Artikel, so ergibt sich daraus hinsichtlich des Fundes von BZ gar nichts:

        «Kein Zweifel am Nowitschok-Resultat»

        In der Krise um den Giftanschlag von Salisbury greift Moskau die Glaubwürdigkeit des britischen Befunds an. Ein Schweizer Chemiewaffenexperte hat jedoch keine Zweifel daran, dass die Briten den eingesetzten Kampfstoff richtig identifizierten und es sich um das in Russland entwickelte Gift Nowitschok handelt.
        Andreas Rüesch 5.4.2018, 19:56 Uhr
        […]
        «Ich war davon sehr überrascht», sagt der Schweizer Stefan Mogl, der als Leiter des Fachbereichs Chemie im Labor Spiez im Bundesamt für Bevölkerungsschutz zu den besten Kennern der C-Waffen-Problematik zählt.

        Geheimnisumwitterte Stoffe

        Mit der Wirkungsweise von Nervengiften ist der 53-jährige Mogl vertraut; er hat früher jahrelang in der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) als Inspektor gearbeitet und 2017 im Auftrag der Uno das mit dem Giftgas Sarin verübte Massaker in der syrischen Ortschaft Khan Sheikhun untersucht. Als eigentlichen Schock im Fall Skripal bezeichnet er vor allem den dabei verwendeten Kampfstoff – eine Substanz aus der Nowitschok-Gruppe. Über diese in sowjetischen Militärlaboratorien entwickelten Stoffe liegen selbst Experten nur bruchstückhafte Informationen vor, hauptsächlich aus den nie offiziell bestätigten Berichten russischer Wissenschafter.

        Dass sich die britischen Chemiewaffenexperten bei der Identifikation der Substanz geirrt haben oder Falschinformationen verbreiten könnten, schliesst Mogl aus. «Ich habe keinerlei Zweifel, dass das Labor richtig gemessen hat und es sich tatsächlich um Nowitschok handelt», sagt er im Gespräch. Diese Gewissheit zieht er aus dem Umstand, dass das bei der Untersuchung federführende Militärlabor von Porton Down zu einem Netz von gut zwanzig auf C-Waffen-Analysen spezialisierten Einrichtungen gehört, zu dem auch das Labor Spiez zählt und deren Qualität unbestritten sei. Die von der OPCW durchgesetzten Standards bei der Verifikation seien derart rigide, dass man den Befunden eines solchen Instituts vollumfänglich trauen könne.
        […]

        https://www.nzz.ch/international/kein-zweifel-am-nowitschok-resultat-ld.1374775

        Reklame für Porton Down, Benutzung des unwissenschaftlichen Namens „Nowitschok“, über deren Findungen aber nichts bekannt sei? Hmm.

        Hier mehr über Mogl:

        http://www.spiegel.de/international/world/nerve-gas-expert-stefan-mogl-symptoms-indicate-nerve-agent-a-918041.html

        Der Tweet ist auch nicht besser – er widerlegt gar nichts:

        Kommentare und Info über BZ:

        https://canspeccy.blogspot.de/2018/04/3-quinuclidinyl-benzilate.html

        Jetzt müssen sich die OPCW, GB und Porton Down zu dem Whistleblower verhalten. Da bin ich gespannt.

        • Ich auch- WENN sie sich denn äußern. Lavrov wird ggf mit einer Nicht- oder nichtssagenden Antwort rechnen müssen.
          Das sieht nach einer Riesensauerei, Korruption und Manipulation auf höchster Ebene aus: nach einem zweiten, entweder gefälschten oder erpressten OPCW Report mit Ergänzung von A-234 und unter Weglassung von BZ., vermutlich auf der Ebene des Generaldirektors Üzümcü.
          Der dürfte in der Phase zwischen GBs erster Ansage, wonach nur selektiv ausgewählte state parties das Original in Kopie erhalten dürften und dem späteren Zugeständnis, „es“ an alle Mitglieder zu verteilen, entstanden sein.

          Die alten englischen SPON Artikel über Herrn Mogl sind doch irrelevant, da in den beiden Fällen, die er mit untersucht und kommentiert hat, ja der Einsatz von ‚Sarin or sarin-like substance‘ unstrittig war.
          Da ging es ja jeweils nur um Täterschaft und Tatwaffe, im ’no slam dunk‘ Fall Arbeel 2013 die Reichweite letzterer und aus welcher Richtung, laut Sy Hersch.

          Wann und was die OPCW denn zur Untersuchung in Douma sagen wird, darauf bin ich ebenso, wenn nicht noch mehr gespannt.

  4. @ Angelika Roll und Barish:

    https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/27/hans-wollschlaeger-fake-news-updated/comment-page-8/#comment-73242

    https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/27/hans-wollschlaeger-fake-news-updated/comment-page-8/#comment-73243

    Es hilft nichts: die westlichen Regierungen lügen uns die Hucke voll.

    https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/27/hans-wollschlaeger-fake-news-updated/comment-page-8/#comment-73241

    Natürlich werden auch die Raketenabschüsse durch die syrische Luftabwehr bestritten:

    https://www.rt.com/usa/424142-pentagon-statement-syria-strikes/

    https://www.cbsnews.com/amp/news/strikes-on-syria-pentagon-briefing-today-2018-04-14-live-stream-updates/

    Aber das ist falsch: Mattis hat in seiner PK lediglich die drei Ziele genannt, die auch getroffen wurden, und war Fragen nach Abschuß von Raketen ersichtlich genervt ausgewichen. Das kam mir gleich verdächtig vor.

    Aber für diese Lüge muß man natürlich dankbar sein, dient sie doch dem Zweck, den Kriegstreibern im Westen vorzugaukeln, daß dies ein effektiver Schlag gegen das nicht existierende syrische Chemiewaffen-Programm sei.

    MoA hat in einem heutigen Beitrag mit zutreffender Einschätzung des Geschehens weitere Lügen aufgedeckt:

    April 14, 2018
    F.U.K.U.S. Strikes Syria – Who Won?

    Last night France, the UK and the U.S. launched an illegal attack on Syria and bombed several military and civilian sites within the country. They justify their attack as revenge or punishment for an alleged ‚chemical attack‘ that had taken place a week earlier.

    The ‚chemical incident‘ on April 7 in Douma was designed to reverse Trump’s publicly announced decision to order the U.S. military out of Syria. The Saudi financed Salafi ‚rebels‘ in Douma collected bodies, probably from another incident, and stacked them up in one apartment to stage a scene and to create fake videos of a ‚chemcial attack‘ which they falsely attributed to the Syrian government.
    […]
    One of the targets that were hit was the undefended Barzah Scientific Research Center near Damascus. The Pentagon claims that chemical weapons are made or stored there. That claim is obviously a lie:

    • In 2013 Syrian joined the Chemical Warfare Convention and gave up all its chemical weapons.
    • The OPCW has checked all accessible former chemical weapon sites in Syria and observed the destruction of the production equipment.
    It has visited and inspected (pdf) the Barzeh facility. Twice.
    https://www.opcw.org/fileadmin/OPCW/Fact_Finding_Mission/s-1445-2016_e_.pdf

    • After the equipment was removed the Barzah site was abandoned.
    • One does not attack a site with normal bombs if one knows that chemical weapons are stored their. The bombs would distribute the dangerous chemicals and everyone downwind would be seriously affected.
    • After the U.S. strikes people can be seen walking through the fresh ruins.

    None wear any protection. There surely was nothing ‚chemical‘ there.

    The same holds for the Jaramana facility hit by the strikes. The Pentagon’s claim that the strikes hit Syrian ‚chemical production and storage facilities‘ is a lie.
    […]

    http://www.moonofalabama.org/2018/04/fukus-strikes-syria-who-won.html

    Auch das war mir klar: daß die von Mattis postulierte Unbedenklichkeit der angeblichen Schläge auf „Chemiewaffenfabriken“ nur dann Glaubwürdigkeit hat, wenn keine Chemiewaffenfabriken oder Depots getroffen werden.

      • Eine berechtigte Frage. Aber vielleicht irren wir uns bzw der/die sich nach dem Prinzip ‚Erinnerung verschönt‘ bez. Cockburns Einstellung zu Assad?
        Daß er die Propaganda-Bilder, Videos etc allerdings nicht als solche wertet, ist überaus seltsam.

    • Insoweit muß man das Lügengebilde erweitern: denn letztlich geht es darum, Rußland zu dämonisieren.

      Das russische MoD hatte am 13.4.2018 auf diese Verbindung zwischen den White Helmets und GB hingewiesen:

      Today, there are other evidences at the disposal of the Russian military department, which testify to the direct participation of Great Britain in organizing this provocation in the Eastern Ghouta.
      The Russian party knows for certain that from April 3 to 6, representatives of the so-called White Helmets were influenced by London for the speedy implementation of the provocation prepared in advance.
      The White Helmets received information that Jaysh al-Islam militants were to conduct a series of powerful artillery shelling of Damascus on April 3 to 6.
      This will promote a response from the government troops, which the White Helmets’ representatives will have to use to carry out provocations with alleged chemical weapons.

      http://eng.mil.ru/en/news_page/country/more.htm?id=12171238@egNews

      In dem White House Assessment zum angeblichen Chemiewaffenangriff Syriens in Douma wird der Skripal-Hoax von GB so ausgewertet:

      The regime’s continued use of chemical weapons threatens to desensitize the world to their use and proliferation, weaken prohibitions against their use, and increase the likelihood that additional states will acquire and use these weapons. To underscore this point, not only has Russia shielded the Assad regime from accountability for its chemical weapons use, but on March 4, 2018, Russia used a nerve agent in an attempted assassination in the United Kingdom, showing an uncommonly brazen disregard for the taboo against chemical weapons.

      https://www.cnbc.com/2018/04/13/read-white-house-assessment-of-suspected-chemical-attack-in-syria.html

      Hier sieht man, wie die Rädchen der US/GB-Propaganda ineinandergreifen.

      Sehr schön exekutiert in der aktuellen ZEIT, in der die Transatlantiker Jochen Bittner, Bernd Ulrich und eine mir unbekannte Lea Frehse, unter Mitarbeit von Alice Bota und Michael Thumann, beide Fälle zusammenlegen und Rußland anklagen. Was an diesem Artikel stimmt, ist eigentlich nur eins: daß „Nowitschok“ überall hergestellt werden kann. Ansonsten herrschen Einseitigkeit und krasse Lügen vor – und zu Skripal wird als „Experte“ Hamish de Bretton Gordon zitiert… 😦

      Insofern bin ich Kiefernwald dankbar für sein Posting:

      https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/27/hans-wollschlaeger-fake-news-updated/comment-page-8/#comment-73232

      Lawrow: Skripal-Gift durch Schweizer Labor als BZ aus Nato-Arsenal identifiziert
      16:38 14.04.2018(aktualisiert 17:50 14.04.2018) Zum Kurzlink

      Nach dem Anschlag in Salisbury haben Schweizer Spezialisten nach Angaben des russischen Außenministers Sergej Lawrow den gegen den Ex-Spion Sergej Skripal und dessen Tochter Julia eingesetzten Giftstoff als BZ identifiziert. Diese Substanz sei nie in Russland hergestellt worden, sagte Lawrow am Samstag.

      Nach seinen Worten hat das Labor Spiez (amtlich: Schweizerisches Institut für ABC-Schutz) Proben untersucht, die die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) am Anschlagsort in Salisbury genommen hatte.
      […]
      „Ich zitiere jetzt wörtlich aus dem Gutachten, das dieses Labor an die OPCW geschickt hat: Im Zuge der Untersuchung sind in den Proben Spuren der toxischen Chemikalie BZ und deren Präkursore nachgewiesen worden, die zu den chemischen Waffen zweiter Kategorie gemäß der Chemiewaffenkonvention gehören“, las Lawrow vor.
      „BZ ist ein Nervengift, das einen Menschen zeitweise aus dem Verkehr zieht. Die psychotoxische Wirkung entfaltet sich innerhalb von 30 bis 60 Minuten nach der Anwendung und hält zwei bis vier Tage an“, so der russische Außenminister.
      „Dieses Mittel habe zum Arsenal der Streitkräfte der USA, Großbritanniens und weiterer Nato-Staaten gehört. „In der Sowjetunion und Russland wurden solche und ähnliche chemische Substanzen nie entwickelt.“
      Zugleich seien in den Proben auch Spuren des Nervengifts А234 (in Großbritannien als „Nowitschok“ bekannt — Red.) entdeckt worden, so Lawrow weiter. „Nach der Einschätzung der Spezialisten hätte die nachgewiesene hohe А234-Konzentration unvermeidlich den Tod verursacht.“
      Dass А234 trotz seiner hohen Flüchtigkeit in den Proben in primärem Zustand und dazu noch in einer derart hohen Konzentration entdeckt worden sein soll, „ist sehr verdächtig, weil zwischen der Vergiftung und der Probenentnahme ein gutes Stück Zeit gelegen hat“, führte der russische Außenminister aus.
      […]

      https://de.sputniknews.com/politik/20180414320339443-lawrow-skripal-gift-als-bz-identifiziert/

      BZ
      […]
      Historie: Die Firma Hoffmann-La Roche in New Jersey gab die erste Probe von BZ an das amerikanische Militär in Edgewood weiter. Das Militär hatte auch Versuche mit LSD durchgeführt. Diese waren aber von untergeordneter Rolle im Vergleich zu BZ. Klinische Studien wurden von 1959 bis 1975 vorgenommen. Es wird geschätzt, dass in diesem Zeitraum ungefähr 2800 Soldaten mit dem Halluzinogen in Kontakt kamen. Mehrere dieser Versuchspersonen sprachen von einer Wesensänderung nach dem Kontakt mit dem Kampfstoff. Nach langen Testreihen entschied die Armee, dass sich BZ besser als Kampfstoff eignet als andere Mittel. Als eine der wichtigsten Gründe wurde genannt, dass BZ die Betroffenen zu Boden wirft und so kampfunfähig macht. Ebenso wichtig war die Ausbringungsmöglichkeit als Aerosol. Nur so kann der Stoff über ein Schlachtfeld oder eine Stadt ausgebracht werden. Ein weiterer Vorteil ist nach dem Rausch die Amnesie über den Kontakt mit BZ.

      Anmerkung: BZ wurde nur für die militärische Anwendung hergestellt.

      Aufnahme: Der Stoff muss oral oder als Aerosol aufgenommen werden.

      Pathophysiologie: Es handelt sich um ein Anticholinergikum und hemmt, ähnlich wie das Atropin, die cholinerge Erregungsübertragung auf die muskarinen Rezeptoren. Die durchschnittliche Wirkdauer liegt bei drei Tagen, die Symptome können aber bis zu sechs Wochen anhalten. Die psychotoxische Wirkung ist viel stärker als bei LSD und Meskalin.

      Symptome: Die ersten Anzeichen sind Kopfschmerzen, Verwirrung und akustische und optische Halluzinationen. Die Patienten haben trockene Schleimhäute, eine Mydriasis, eine Tachykardie, eine Oligurie bis hin zur Anurie und eine Verstopfung. Zusätzlich ist eine Angst, Konzentrationsstörungen, Unruhe und apathische Phasen bis Delirien zu erkennen. Es kann ein manisches Verhalten auftreten. Nach dem Rausch haben die Betroffenen keine Erinnerungen mehr an die Erfahrung mit dem Stoff
      […]

      http://www.gifte.de/B-%20und%20C-Waffen/bz.htm

      Das erinnerte mich sofort an die von mir als „falsch“ bewertete Beschreibung des National Health Service:

      While I won’t go into great detail about the treatment we’ve been providing, I will say that nerve agents work by attaching themselves to a particular enzyme in the body which then stops the nerves from working properly. This results in symptoms such as sickness, hallucinations and confusion.

      https://www.england.nhs.uk/south/2018/04/10/updates-on-the-salisbury-incident-7/

      Für BZ trifft es allerdings auffallend zu. 😉

      Und nach drei Tagen wäre es dann bei beiden vorbei gewesen…

      Wie ich es bereits vorhergesagt hatte, ist in den Umweltproben durch die OPCW auch der Stoff A-234 gefunden worden: wiederum ein Produkt der US-Forschung, die im Jahr 1998 veröffentlicht wurde – und später wieder gelöscht.
      https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/27/hans-wollschlaeger-fake-news-updated/comment-page-7/#comment-73192

      Es sollte klar sein, daß wir es hier mit kombinierten fake news der USA und Großbritanniens zu tun haben.

      Angelika Rolls aktuelle Updates zu Skripal habe ich noch nicht gelesen.

      https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/27/hans-wollschlaeger-fake-news-updated/comment-page-8/#comment-73247

      Es würde mich jedenfalls freuen, wenn das Schweizer Labor Rußland vertraulich informiert haben sollte. Denn der OPCW ist schon lange nicht mehr zu trauen.

    • Zu Mattis und den strikes hatte ausnahmsweise auch die WaPo, scheinbar federführend unter Josh Dawsey, mal einen fast neutralen, jedenfalls recht objektiven Bericht als Rückschau und Einblick ins Zustandekommen. Er dient freilich der üblichen Kritik an Trump und seinen Schwächen und wiederholt selbstverständlich die bekannten Lügen.
      https://www.washingtonpost.com/politics/big-price-to-pay-inside-trumps-decision-to-bomb-syria/2018/04/14/752bdd9a-3ff9-11e8-8d53-eba0ed2371cc_story.html

      Hinweis von Ehsani

      Dennoch finde ich ihn aufschlussreich, bestätigt er doch, was ich/wir ohnehin ahnten- die Kraft der Bilder auf Trumps Psyche- und in gewisser Weise aber auch seine eigentliche, ursprüngliche Ablehnung der Syrien-Verwicklung.

      EHSANI geht einen Schritt weiter mit seinen Folgerungen, schön wärs! 😉

      und hat auch einen weiteren lesenswerten Beitrag getweetet:

      Das verdeutlicht die Zieleauswahl und die anschließenden nebulös bis wirren Ausrede- Statements vom Pentagon in der PK nachträglich noch mehr!

      Zum dümmlichen Brief des GB National Security Adviser Sedwill an Stoltenberg hatte auch der skwawkbox Autor einen korrekten Kommentar

      https://skwawkbox.org/2018/04/14/uks-nato-letter-re-salisbury-russia-betrays-flimsy-of-case-contradicts-earlier-claims/

      Und zur Stimmung in GB im Kontrast zu den Medien hat sie noch dies: (mit Video)
      https://skwawkbox.org/2018/04/15/video-marr-to-corbyn-its-strange-the-people-agree-with-you-on-syria-easy-to-see-why/

  5. „A perfectly executed strike last night.“ (Trump)

    Wohl eher nicht. 😉

    Laut russischem MoD:

    In total 30 missiles targeted facilities near Barzah and Jaramana. Seven of them have been shot down. These facilities allegedly relating to the so-called “Damascus military chemical programme” were partially destructed. However, the objects have not been used for a long time, so there were no people and equipment there.

    http://eng.mil.ru/en/news_page/country/more.htm?id=12171300@egNews

    Kritische US-Journalisten vor Ort gibt es auch noch:

      • Danke!

        Zu Ihrem Posting zu der französischen Kapitulationserklärung, was den Beweis einer syrischen Giftgas-Attacke in Douma angeht:

        https://www.reuters.com/article/mideast-crisis-syria-france-intelligence/full-text-french-declassified-intelligence-report-on-syria-gas-attacks-idUSL8N1RO5XW

        so wird die von US-Seite noch drastisch unterboten:

        White House releases US assessment of suspected chemical attack in Syria. Read it here
        […]
        On April 7, social media users, non-governmental organizations, and other open-source outlets reported a chemical weapons bombardment in Duma. Videos and images show the remnants of at least two chlorine barrel bombs from the attacks with features consistent with chlorine barrel bombs from past attacks. In addition, a large volume of high-resolution, reliable photos and video from Duma clearly documents victims suffering from asphyxiation and foaming at the mouth, with no visible signs of external wounds. The World Health Organization (WHO) issued a statement about its concern over suspected chemical attacks in Syria, noting that victims showed symptoms consistent with exposure to toxic chemicals.

        https://www.cnbc.com/2018/04/13/read-white-house-assessment-of-suspected-chemical-attack-in-syria.html

        Die WHO war von ihrem Hörensagen-Report längst zurückgerudert…

        Zwischendurch wird eingestreut:

        The Assad regime chooses to deploy chemical weapons to terrorize and subdue both opposition fighters and the civilian population. It seeks to minimize regime casualties, in part because its military lacks the strength needed to otherwise prevail. Because the regime’s intent is to terrorize, it makes no effort to discriminate between military and civilian targets.
        […]
        To underscore this point, not only has Russia shielded the Assad regime from accountability for its chemical weapons use, but on March 4, 2018, Russia used a nerve agent in an attempted assassination in the United Kingdom, showing an uncommonly brazen disregard for the taboo against chemical weapons.
        […]
        Within hours of the first allegation of chemical use on April 7, Syria’s state-run news agency painted the reports as a smear campaign by the last remaining opposition group in East Ghouta, Jaysh al-Islam. We have no information to suggest that this group has ever used chemical weapons. Further, it is unlikely that the opposition could fabricate this volume of media reports on regime chemical weapons use.

        https://www.cnbc.com/2018/04/13/read-white-house-assessment-of-suspected-chemical-attack-in-syria.html

        Da hat sich Frankreich etwas mehr Mühe gegeben, um ein Motiv für die syrische Regierung herauszuarbeiten. Den letzten Satz haben sie beide. Er ist natürlich falsch. Jaish al-Islam kann sich auf die vom Westen finanzierten Propaganda-Organisationen verlassen, insbesondere auf die White Helmets, SAMS und wie sie alle heißen. Das sind genau die, die die Videos posten und die Zeugen stellen, auf denen das Assessment beruht.

        Hier wird es in einem Thread hinreichend widerlegt:

        Ich greife ein paar Tweets heraus.

        Das ist eine der beiden Chlorine Barrel Bombs. 😉

        Ja, so blöd sind die: pflanzen das „Beweisstück“, nachdem die russischen Experten das Haus untersucht und nichts gefunden haben. 😉

        Und dann haben wir noch MoA:

        • Ja, schlimm. Sah ich alles auch schon. Man bemüht sich nicht einmal mehr, überzeugend zu wirken, Lügen wortreich ständig wiederholen hat sich als Erfolgsrezept eben bewährt. Selbst vor der UN.
          Vor Nichts wird zurückgeschreckt, was hat es nun wieder mit dieser infamen Lüge auf sich?

          ‚Diplomat blasts Pentagon ‘lie’ that OPCW experts were denied access to Eastern Ghouta‘

          http://tass.com/politics/999837

          Einen entsprechenden Pentagon Report sah ich noch nicht, suchte aber bisher auch nicht danach.

          http://tass.com/politics/999826

          Ich dachte, die OPCW ist mit ihrer FFM längst vor Ort?

        • „Einen entsprechenden Pentagon Report sah ich noch nicht, suchte aber bisher auch nicht danach.“

          Es bezieht sich auf Madame White, Transkript hier:

          https://www.defense.gov/News/Transcripts/Transcript-View/Article/1493749/department-of-defense-press-briefing-by-pentagon-chief-spokesperson-dana-w-whit/

          „MS. WHITE: Well, let’s remember that OPCW and others have been blocked from entering Ghouta and Douma. This — that’s because of the Assad regime.

          We need to remember that everything that’s happening with respect to the murder of these people, innocent people, is the responsibility of the Assad regime.

          So we were very confident about the evidence that we had, and it was clear. And the secretary said yesterday, he was very confident about the intelligence, as well as the evidence. And that’s why we moved forward.“

          Gesichtet/ausgehorcht von Frau Jabar:

          Imperien schaffen sich halt eigene Realitäten…und unsere ÖR halten, zusammen mit Granden des Durchblicks wie unserer Bundesursel, Maas und Merkel die Reihen geschlossen, wie man sich bei der Agitprop der heutigen Tagesschau nebst „Brennpunkt“ überzeugen konnte: Unwidersprochene Behauptungen und „Verbündete“ hier, angezweifelte „Propaganda“ und „Schützling“ wie auch „Assad-Anhänger“ dort…

        • @ Barish
          Ja, danke, hatte ich aber auch gerade vorhin alles durchgelesen und gefunden- auf Eigeninitiative, auch ohne Tweet. 😉
          Überhaupt schlimm, welcher Haufen gequirlter Brei da in der PK wieder von sich gegeben wurde..

          Ich schalte den Staatsfunk nicht mehr ein..

    • ZU “ #Trump’s new nice smart missiles which managed to hit,,,nothing “ (Tweet v Wael) :
      Selbst Aktivisten der ‚Opposition‘ hätten die Wirkung der stikes als ‚like a fart of a rooster‘ beschrieben, so der CNN Korrespondent.
      😉

  6. Ich hatte mir extra den Artikel 2 der US constitution durchgelesen. aber ‚ to defend vital US interests‘ -welche wir ja zur Genüge kennen- ist eben dehnbar und universell anwendbar. Zum Ko***

    Die OPCW will aber dennoch die Arbeit aufnehmen (oder ‚fortführen‘), scheint dies zu besagen.. etwas ungenau allerdings.

    Wer es bisher verpasste, kann sich auch noch die Darbietung von Gen. Konashenko gestern durchlesen, wo auch die Zeugen des tatsächlichen Tathergangs zu Wort kommen

    Textversion hier:(es gab eine Videoversion, die ich nicht parat habe)
    http://eng.mil.ru/en/news_page/country/more.htm?id=12171238@egNews

    Und von heute Stellungnahme mit milit. Details nach dem Schlag
    14.04.2018 (12:00)
    Chief of the Main Operational Directorate of the Russian General Staff Colonel General Sergei Rudskoy holds briefing for mass media

    http://eng.mil.ru/en/news_page/country/more.htm?id=12171300@egNews

      • Na, das war ja wohl ein Schlag ins Wasser, und das ganz ohne die moderne S-400-Luftabwehr der Russen:

        In total, 71 cruise missiles [von 103] have been intercepted. The S-125, S-200, Buk, Kvadrat, and Osa Syrian AD systems were involved in repelling the attack.
        It proves high efficiency of the Syrian armament and professional skills of the Syrian servicemen trained by the Russian specialists.
        Over the last eighteen months, Russia has completely recovered the Syrian air defence systems, and continues its development.
        It is to be stressed that several years ago given the strong request by our western partners, Russia opted out of supplying the S-300 AD systems to Syria. Taking into account the recent incident, Russia believes it possible to reconsider this issue not only regarding Syria but other countries as well.

        http://eng.mil.ru/en/news_page/country/more.htm?id=12171300@egNews

        Ach, und warum hat Mattis die Angriffe auf Flugplätze nicht erwähnt? Weil dort alle Raketen abgeschossen wurden?

        The strike targeted Syrian air bases as well. Russia has registered the following data.
        Four missiles targeted the Damascus International Airport; 12 missiles – the Al-Dumayr airdrome, all the missiles have been shot down.
        18 missiles targeted the Blai airdrome, all the missiles shot down.
        12 missiles targeted the Shayrat air base, all the missiles shot down. Air bases were not affected by the strike.

        Five out of nine missiles were shot down targeting the unoccupied Mazzeh airdrome.
        Thirteen out of sixteen missiles were shot down targeting the Homs airdrome. There are no heavy destructions.

        In total 30 missiles targeted facilities near Barzah and Jaramana. Seven of them have been shot down. These facilities allegedly relating to the so-called “Damascus military chemical programme” were partially destructed. However, the objects have not been used for a long time, so there were no people and equipment there.

        Das wußte sicherlich auch Mattis, und deshalb gab es auch keine Chemie-Gefahr für die Bevölkerung. Was für eine Farce.

        • Aber ein ansehnliches $$$ümmchen wird doch immerhin mit der Neubeschaffung dieser 110 Tomahawks erreicht! Da lacht doch die Industrie und ihre Taschenaufhälter!

  7. Ich weiß nicht, was meinen Trübsinn stärker nährt: die so recht- wie sinnlose militärische Aktion des Westens, unter dem Applaus unserer Bundesregierung und der Grünen – oder die Lügen, die mit diesem Schlag einhergehen.

    Nehmen wir nur mal die Pressekonferenz von Mattis:

    Was ist die Rechtsgrundlage des Angriffs?

    Artikel 2 der US-Verfassung, die dem Präsidenten das Recht zur Kriegsführung gebe, und das Selbstverteidigungsrecht der USA. Gegen einen angeblichen Assad-Giftgas-Angriff in Douma?

    Wie ist der Informationsstand über den angeblichen Giftgasangriff in Douma und dessen Urheber?

    Auf dem Niveau der „intelligence confidence“, also auf keinem belastbaren Niveau; es sei Chlorin eingesetzt worden (worüber die Terroristen reichlich verfügen), und wohl noch ein zweiter nerve agent. Auf Nachfrage, ob es Sarin war: das kann man nicht ausschließen.

    Hier haben sich die beiden Christophs plus Team bemüht:

    Syrien Giftangriff auf Duma – wer sagt die Wahrheit?
    Eine knappe Woche nach dem Angriff auf Duma sind die Fronten klar: Für den Westen steht fest, dass Syriens Armee Chemiewaffen eingesetzt hat – Russland bestreitet das kategorisch. Ein Blick auf die Fakten.
    Von Dominik Peters, Christoph Reuter, Raniah Salloum und Christoph Sydow
    [Foto]
    AP/ Syrian Civil Defense White Helmets
    Kinder aus Duma nach dem Angriff

    Freitag, 13.04.2018 19:31 Uhr
    […]
    Gegen 19.30 Uhr schlug eine Granate in einem Haus in der Nähe des Märtyrerplatzes im Zentrum von Duma ein. Das Gebäude liegt nur wenige hundert Meter von der zuvor angegriffenen Bäckerei entfernt. Wieder berichteten Überlebende von starkem Chlorgeruch, der sich rasch ausgebreitet habe. Mediziner schilderten zudem Symptome, die eher zu einer Chemiewaffe wie Sarin passten: Schaum vor Mund und Nase, stark verkleinerte Pupillen.
    […]

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-der-angriff-auf-duma-was-bisher-bekannt-ist-a-1202858.html

    Entsprechend waren die Leichen auch präpariert worden:

    Und Frankreich – danke, Dipfele -, tappte ebenso im Dunkel:

    12.00 Uhr: Frankreich stützt Vorwurf gegen Damaskus nicht auf Proben

    Nach den Militärschlägen gegen Ziele in Syrien hat Frankreich seine Chemiewaffen-Vorwürfe gegen die syrische Regierung näher erläutert. „Die von Frankreich und seinen Alliierten zusammengetragenen Elemente stellen ein ausreichendes Bündel an Beweisen dar, um die Verantwortung für die Chemieattacken vom 7. April dem syrischen Regime zuzuschreiben“, heißt es in einer Analyse, die das Pariser Außenministerium am Samstag veröffentlichte. Bei dem Giftgasangriff auf die Stadt Duma in der Region Ost-Ghuta waren nach Angaben der syrischen Hilfsorganisation Weißhelme mindestens 42 Menschen getötet worden.
    In dem Dokument heißt es, dass bislang keine Proben vom Ort des mutmaßlichen Angriffs von Labors untersucht worden seien. Die französischen Geheimdienste hätten Zeugenaussagen und öffentlich verbreitete Fotos und Videos analysiert. Die dort sichtbaren Symptome der Opfer seien charakteristisch für einen Angriff mit chemischen Waffen.

    Die französischen Dienste schätzten eine Manipulation der seit dem 7. April massiv verbreiteten Bilder als nicht glaubwürdig ein – insbesondere weil die in dem Gebiet präsenten Gruppen nicht die Mittel hätten, um ein Kommunikationsmanöver dieser Größenordnung durchzuführen. Ein Teil sei zudem von Quellen veröffentlicht worden, die üblicherweise als vertrauenswürdig gelten.

    https://www.hna.de/politik/syrien-news-ticker-russland-behauptet-westmaechte-haben-mehr-als-100-raketen-auf-syrien-abgefeuert-zr-9773472.html

    Was wurde getroffen?

    Neben einer Forschungsanlage wurden zwei Objekte in Homs getroffen, in denen angeblich Chemiewaffen gelagert waren. Dennoch, so Mattis, habe keine Gefahr bestanden, daß Gift austritt und die Zivilbevölkerung zu Schaden kommt.

    Das ist nur möglich, weil sich dort eben keine Chemiewaffen befanden. Sollen wir wirklich für dumm verkauft werden? Wie hier durch Merkel?

    Alle vorliegenden Erkenntnisse weisen auf die Verantwortung des Assad-Regimes hin, das auch in der Vergangenheit vielfach Chemiewaffen gegen die eigene Bevölkerung eingesetzt hat. Zum wiederholten Mal hat Russland auch im vorliegenden Fall durch seine Blockade im UN-Sicherheitsrat eine unabhängige Untersuchung der Geschehnisse verhindert.

    https://www.bundesregierung.de/Content/DE/Pressemitteilungen/BPA/2018/04/2018-04-14-syrien.html

    Es waren Rußland und Syrien, die die OPCW dringend aufgefordert haben, den Tatort zu untersuchen. Heute soll die Arbeit beginnen – wozu eigentlich noch? Wir wissen doch Bescheid!

    Diese Teile:

    die auf einem unpassenden Dach und auf einem noch viel unpassenderen Bett placiert worden waren, sind sicher längst abgeräumt worden.

    https://humanrightsinvestigations.org/2018/04/09/easter-ghouta-miracle-chemical-attack/

    [Thread]

    Sehr einsilbig war Mattis bei Fragen zu erfolgreichen gegenmaßnahmen Syriens: das müsse noch studiert werden.

    Hier sieht man eine erfolgreiche Gegenmaßnahme:

    Und diese Angabe wird sicherlich bestritten werden:

    Syrian air defenses did all they could to protect the country. Ruptly footage has emerged showing Syria’s surface-to-air missiles responding to the attack. Russian military said later Syrian air defense units downed 71 out of 103 cruise missiles launched by US and its allies.

    https://www.rt.com/news/424120-us-strike-syria-facts/

    Hier ein sehr intelligentes und aufschlußreiches Gespräch mit Tucker Carlson – sehr empfehlenswert; ab Minute 10 der zweite Teil, das nach Bekanntwerden der Entscheidung für den Schlag geführt wurde.

    • Die aktuellen Beiträge, die jetzt auf der alten Seite sind, füge ich auf der neuen an.

      Angelika Roll:

      „Ja, das Bündel… auch Ms May formulierte ihr ‚justification Bündel‘ :

      Überzeugend! ..
      Zu ‚Napoleons‘ Teilnahme vernimmt man dies:

      hmm…

      Im übrigen gebe ich Ehsani auch hierzu Recht:

      Aber von Putin beantragt wird Herr Nebenzya heute wohl zu Hochform auflaufen…

      Daß sie sich nicht schämt… professionelle Lügner am Werk . lock her up!

      Corbyns Brief an Ms May kann man im Guardian update lesen:

      https://www.theguardian.com/world/live/2018/apr/14/syria-donald-trump-announcement-chemical-attack-live

      bei 1h ago
      12:52
      Corbyn asks May to publish legal advice used to justify Syria strikes

      Von Dipfele:

      „BTW:“

      • Übermedien ist allerdings genauso wie die FAZ – die hat den Brief als Fazplus-Bezahlartikel gebracht, und bei Übermedien muß man Abonnent sein bzw. ein Probeabo buchen, um den Artikel lesen zu können.

        Apropos FAZ: selbst dieser Assad- und Russenfresser hat gegen einen Militärschlag votiert:

        Den Flächenbrand verhindern
        Von Berthold Kohler
        -Aktualisiert am 12.04.2018-18:32
        […]
        Wenn Chemiewaffen trotz Ächtung folgenlos eingesetzt werden können, ob gegen Städte oder auch nur gegen Einzelpersonen, dann wird die „Atombombe des kleinen Mannes“ wieder zu einem gängigen Massenvernichtungsmittel.

        Das will auch die Regierung Merkel nicht, der zudem daran gelegen sein muss, dass es nicht zu einer weiteren Massenflucht aus Syrien kommt. Politisch will Berlin den Amerikanern, Franzosen und Engländern den Rücken stärken, obwohl auch ein Militärschlag gegen Assad ohne UN-Mandat vom Völkerrecht nicht gedeckt wäre. Die Beteiligung der Bundeswehr schließt die Kanzlerin jedoch aus – man wüsste auch nicht recht, was Berlin in die militärische Waagschale werfen wollte. Wird diese Drohkulisse reichen, damit Moskau Assad befiehlt, künftig weniger auffällig zu morden? Wenn nicht: Wie ginge es nach einem Bombardement weiter? Ein realistischer Plan für ein friedliches und freies Syrien ist nirgendwo zu erkennen. Wie sollte er auch aussehen? Zunächst aber muss verhindert werden, dass aus dem Stellvertreterkrieg in Syrien ein globaler Flächenbrand wird.

        http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/syrien-kommentar-den-flaechenbrand-verhindern-15539344.html

        Und Corbyn wird mit seinem Verlangen nach Veröffentlichung des Rechtsgutachtens des Generalstaatsanwalts genauso ausgebremst werden wie die russische Botschaft und er selbst im Fall Skripal:

        Jeremy Corbyn demands secret intelligence briefing on case for Syria airstrikes
        The Labour leader is insisting MPs should look at the evidence and get a vote before the government takes any military action
        By
        Dan BloomPolitical reporter
        Mikey SmithPolitical reporter
        15:16, 12 APR 2018
        Updated15:20, 12 APR 2018

        Jeremy Corbyn has today asked for a secret briefing on the government’s evidence behind the Syria attack.

        Until now the Labour leader had not been given a briefing on ‚Privy Council‘ terms about Britain’s evidence linking the chemical hit to Assad’s regime.
        The request is significant because Labour’s leader is insisting MPs should look at the evidence and get a vote before the government takes any military action.
        He would not be allowed to share the details of such a briefing with MPs – but it would help inform Labour’s position as the official opposition.
        A row blew up over such briefings when evidence was apparently withheld from Mr Corbyn about the poisoning of Sergei Skripal

        […]

        https://www.mirror.co.uk/news/politics/jeremy-corbyn-demands-secret-intelligence-12351558

        • Fazit: Europa wird von kriminellen Gangs regiert, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit werden bald Vergangenheit sein. Außer der Hoffnung auf Irrtum und entsprechende Kehrtwende bleibt nicht mehr viel.
          Wie hatten es die internationalen Juristen im Consortium News Artikel formuliert:
          „… But responding to unlawful violence with more unlawful violence, bypassing existing legal mechanisms, is a road to a lawless world. It is a road that leads to Hell.“

          Heute ein Kommentar von Ray McGovern:
          https://consortiumnews.com/2018/04/14/attacking-syria-thumbing-noses-at-constitution-and-law/

          ‚Attacking Syria: Thumbing Noses at Constitution and Law‘

          It was a sad spectacle to see U.S. brass rubbishing the Constitution and trying to silence critics of the U.S. strike on Syria, says Ray McGovern in this commentary.

      • Der commander-in -chief bewertet es so

        Das Pentagon bestreitet natürlich die russischen Angaben über abgefangene Tomahawks
        https://www.rt.com/usa/424142-pentagon-statement-syria-strikes/

        Wie recht Rania Khalek mit diesem Op-Ed hat
        ‚US media love war more than they hate Trump & egg him on to strike Syria‘

        https://www.rt.com/op-ed/424057-us-media-trump-syria/

        So spiegelt sich im der heutigen Opinion des NYT Editorial Board auch die Mischung aus lückenhaftem analysieren der Berechtigung zum Schlag, dessen approval und Verachtung für den „volatile and thoughtless impulsive president with dubious judgment.“

        BTW – neuerdings auch hier nun: (das war eine reine Frage der Zeit)
        You have 4 free articles remaining.
        Subscribe to The Times

        Dieses flimsige Argument hatten auch die Briten angeführt:
        „Under the United Nations Charter, there are two justifications for using force against another country without its consent: in self-defense and with the United Nations Security Council’s permission. The former does not apply in this case, and the latter would be impossible, given Russia’s veto power in the Council.“

        Falls es sich jemand antun möchte, beginnt in wenigen Minuten
        http://webtv.un.org/live-now

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