Hans Wollschläger-Fake News- Updated

Hans, Winterberg 11-04

Hans Wollschläger in Winterberg, 2004, Foto: Gabriele Gordon

Es hätte ja eigentlich genügt, meinen letzten Artikel zu ergänzen:

https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/17/fake-news-oder-wie-ich-zur-witwe-von-hans-wollschlaeger-wurde/

Aber irgendein Bug im WordPress-System ließ das nicht zu.

Die NZZ als Sprachrohr des gekränkten Bearbeiters der Wollschläger-Übersetzung des Ulysses von James Joyce, Harald Beck, hat nun auch dessen Zuarbeiter Hans Walter Gabler zu Wort kommen lassen.

Der Artikel hebt natürlich mit Fake News an:

Rettet den deutschen «Ulysses»

Aus rechtlichen Gründen liegt die revidierte deutsche Übersetzung von Hans Wollschläger auf Eis. Das darf nicht sein.

Hans Walter Gabler 26.3.2018, 05:30 Uhr

https://www.nzz.ch/feuilleton/rettet-den-deutschen-ulysses-ld.1366637

Sie liegt natürlich nicht nur aus rechtlichen Gründen „auf Eis“, sondern entscheidend deshalb, weil Beck das Wollschlägersch’e Kunstwerk zerstörte.

Die NZZ vom 2.3.2018 war jedenfalls schon mal näher an der Wahrheit:

Gabriele Gordon habe keinerlei Gesprächsbereitschaft gezeigt: «Sie hat es abgelehnt, Jonathan Landgrebe, den Leiter von Suhrkamp, und den Cheflektor Fellinger zu treffen. Offenbar hat sie dem Verlag schriftlich ihre Position dargelegt; sie begründet diese einerseits juristisch – in dieser Hinsicht sind ihre Ansprüche tatsächlich unanfechtbar. Anderseits führte sie angeblich literarische und philologische Gründe an: Wollschläger hätte der Neufassung nicht zugestimmt, argumentierte sie.»

https://www.nzz.ch/feuilleton/ulysses-neuedition-rechtlich-ist-die-sache-tot-ld.1361961

Der offenbar umfassend uninformierte Gabler meint:

Das grundsätzliche Einvernehmen zwischen dem Übersetzer, einem Team von Revisoren und dem Suhrkamp-Verlag datiert aus dem Jahre 2007. Leider verstarb Hans Wollschläger wenige Monate, nachdem das Übereinkommen erzielt worden war.

https://www.nzz.ch/feuilleton/rettet-den-deutschen-ulysses-ld.1366637

Daß bei diesem Treffen von 10.3.2007 irgendein Übereinkommen erzielt worden sei, davon träumt allenfalls der Suhrkamp-Verlag. Insofern existiert lediglich ein Protokoll des Verlags, das Hans Wollschläger nie zur Kenntnis nahm. Ob er wirklich die Fron auf sich genommen hätte, sich ein ganzes Jahr die Besserwissereien von Anglisten und Philologen anzuhören? Die keine Ahnung von Kunst haben?

Ich wage es zu bezweifeln.

Eins ist jedenfalls klar. Nur Hans Wollschläger selbst hätte seine eigene geniale Übersetzung überarbeiten können. Niemand sonst.

Gabler hüpft gleich hierauf:

Durch dieses aber bestärkt, verpflichtete der Verlag Harald Beck und seine Mitarbeiter zur Durchsicht und Überarbeitung der Wollschläger-Übersetzung. Entscheidend am Übereinkommen war, dass ein durchgesehener und revidierter Übersetzungstext nicht die wollschlägersche Verdeutschung überfremden würde. Die Überarbeitung verstand sich als Dienst an der Übersetzung und deren Dienst am Roman und an seinem Autor.

https://www.nzz.ch/feuilleton/rettet-den-deutschen-ulysses-ld.1366637

Warum bringt die NZZ derlei Lügen?

Klar, Beck möchte gern seine Vorgänger Dirk Vanderbeke und Dirk Schultze, die Kommentatoren der Wollschläger-Übersetzung  im Jahr 2004, auslöschen, denen er zuarbeitete. Genauso agiert sein Zuarbeiter Gabler.

Vanderbeke und Schultze verließen das Unternehmen, als ihnen klar wurde, wie sehr Beck es auf die Zertrümmerung  der Wollschläger-Übersetzung ankam.

Gabler:

Wie ich es mir vorstelle, könnte Grundlage einer Vereinbarung sein, dass Hans Wollschlägers «Ulysses» unverändert der rein deutsche Lesetext des Werkes vom Suhrkamp-Verlag bleibt. In Parallele dazu sollte der Verlag den Plan Siegfried Unselds umsetzen, eine zweisprachige «Ulysses»-Ausgabe anzubieten. In dieser würde dem englischsprachigen originalen Text der deutsche zugesellt, der, auf der Grundlage der Übereinkunft mit Hans Wollschläger, über zehn Jahre hinweg im Auftrag des Suhrkamp-Verlags erarbeitet wurde. Dass dieser überarbeitete Text im Wesentlichen nach wie vor den Übersetzungstext Hans Wollschlägers darstellt, nur eben in einer revidierten Fassung, welche Entsprechungen im Deutschen zum englischen Original präzisiert, wäre selbstredend hervorzuheben und vertraglich festzuhalten.

Es ist eine hohe Anerkennung der Übersetzung von 1975, dass sie eben nicht ersetzt wird, sondern im Kern bestehen bleibt. Der revidierte Wollschläger-Text in einer zweisprachigen Ausgabe sollte dabei selbstverständlich zu erkennen geben, wo er von Wollschlägers Fassung von 1975 abweicht und warum er das tut. Der englischsprachige Text der Herausgeber Hans Walter Gabler, Wolfhard Steppe und Claus Melchior steht rechtlich vorbehaltlos für die zweisprachige Ausgabe zur Verfügung.

https://www.nzz.ch/feuilleton/rettet-den-deutschen-ulysses-ld.1366637

Nun mag ja wohl Suhrkamp befeuert haben, die „neue“ Übersetzungs-Bearbeitung von Beck zu promoten, weil die alte von Wollschläger nicht mehr verkauft wird, da der Markt gesättigt ist.

Gablers Vorschlag ist nicht nur weltfremd, sondern auch kontrafaktisch, da die Wollschläger-Übersetzung durch Beck zerstört worden ist.

Und warum sollte ein kommerzieller Verlag wie Suhrkamp eine englisch-deutsche Ulysses-Ausgabe herausbringen, der die zehntausende Beck-Veränderungen an der Wollschläger-Übersetzung dokumentiert, die Beck auch noch begründen soll?

 

 

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5.786 Gedanken zu „Hans Wollschläger-Fake News- Updated

  1. Untergegangen bei diesem unwürdigen US-Wahlspektakel ist die eigentliche Meldung des Tages:

    The Ministry of Finance spoke about the defense spending in the budget 2019-2021 years
    Posted By: newsmaker 06.11.2018
    „Spending on defense, security and law enforcement in the draft Federal budget in 2019, as well as in the planning period to 2021, together with their indoor area will represent 30% of the total expenditure budget; the amount of additional funds for defence and security is unprecedented, said the Director of the budget policy Department of the Ministry of Finance Anatoly Popov.
    «Together with the closed part of the costs of law enforcement, defense and security make up 30 percent of the state budget expenditure over the years. The total additional budget allocations for defense and security will be 1,160 trillion rubles in three years. This unprecedented decision such before, at least for a long time, was not taken», — he told on Tuesday at session of the Federation Council Committee on defense and security.“
    https://chelorg.com/2018/11/06/the-ministry-of-finance-spoke-about-the-defense-spending-in-the-budget-2019-2021-years/
    Oder bei RTdeusch:
    https://de.sputniknews.com/politik/20181106322877008-russland-verteidigungsausgaben-beispiellos/

    Russland wird und muss notgedrungen seinen Militärhaushalt in den nächsten 3 Jahren gewaltig!! aufstocken. Die Verteitigungsausgaben werden also (so verstehe ich es) auf 30% des Gesamtbudgets audgestockt.
    Selbst der Budgetdirektor des Finanzministeriums sagt, dass diese Entscheidung beispiellos. ist.,

    Eine weitere gefährliche Drehung der Rüstungsspirale ist damit auf Veranlassung des Militärisch / Industriellen Komplexes der USA erfolgt.
    Da sich Russland sicher nicht noch einmal „totrüsten“ lassen will; erfolgt bei Nichteinlenken von Trump in den nächsten 3-5 Jahren möglicherweise der finale Schlagabtausch.
    Trübe Ausssichten leider.

    • Komisch: Nelles freut sich schon über den Wahlsieg der dems, was das Repräsentantenhaus angeht:

      Trumps Niederlage
      Ein guter Tag für Amerika
      Die Republikaner behalten die Mehrheit im Senat, verlieren aber das Repräsentantenhaus. Donald Trump muss die Macht in Washington künftig mit den Demokraten teilen – zum Glück.

      Ein Kommentar von Roland Nelles, Washington
      Mittwoch, 07.11.2018 06:49 Uhr
      […]

      http://www.spiegel.de/politik/ausland/midterm-wahlen-ein-guter-tag-fuer-amerika-kommentar-a-1237115.html

      Dabei sind, Stand jetzt, erst 401 von 435 ausgezählt, 210 Demokraten gegen 191 Republikaner.

      Bislang haben bei den dems Heitkamp (Nord-Dakota), McCaskill (Missouri) und Donelly (Indiana) ihre Senatssitze verloren. Das war wohl der Kavanaugh-Effekt…

      • So, jetzt sind wir bei 412 ausgezählten Sitzen, und die dems haben 219, mithin die Mehrheit im Repräsentantenhaus.

        Was die Senatoren angeht:

        West Virginia Senator Joe Manchin, a conservative Democrat in a heavily Trump-supporting state, held his Senate seat, defeating Republican Patrick Morrisey. Manchin is nominally a Democrat, but his resistance to the current administration has been lukewarm at best and nonexistent at worst, signified by key votes like his support forconfirming Brett Kavanaugh.

        https://splinternews.com/goddammit-1830263001

        Den Senatsposten der dems in Florida konnten die Republikaner ebenfalls übernehmen. Und ein Sieg gegen den demokratischen Amtsinhaber in Montana ist ebenfalls noch möglich.

        Schon vor der Wahl hatte Kim Strassel angemerkt:

        The Lesson of 2018
        Even if the Democrats end up winning, they showed progressivism is a losing message.
        By
        Kimberley A. Strassel
        Nov. 1, 2018 6:26 p.m. ET
        […]
        Six weeks ago, Democrats were expecting a blue wave to rival the Republican victory of 2010, when the GOP picked up 63 House seats. Everything was in their favor. History — the party in power almost always loses seats. Money — Democrats continue to outraise Republicans by staggering amounts. The opposition — some 41 GOP House members retired, most from vulnerable districts where Donald Trump’s favorability is low. Democrats were even positioned to take over the Senate, despite defending 10 Trump-state seats.

        Democrats obliterated their own breaker in the space of two weeks with the ambush of Supreme Court nominee Brett Kavanaugh. The left, its protesters and its media allies demonstrated some of the vilest political tactics ever seen in Washington, with no regard for who or what they damaged or destroyed along the way — Christine Blasey Ford, committee rules, civility, Justice Kavanaugh himself, the Constitution. An uncharacteristically disgusted Sen. Lindsey Graham railed: “Boy, y’all want power. God, I hope you never get it!”

        A lot of voters suddenly agreed with that sentiment. The enormous enthusiasm gap closed almost overnight as conservative voters rallied to #JobsNotMobs. Even liberal prognosticators today forecast that Republicans will keep the Senate and Democrats will manage only a narrow majority in the House, if that.
        […]
        Meanwhile, to the extent Democrats are winning, it has been in large part due to party leaders’ quiet but laborious efforts to sequester that movement. Yes, talk-show hosts have made a darling of Alexandria Ocasio-Cortez, the progressive activist who defeated incumbent Rep. Joe Crowley in a New York primary. And liberal pundits are already claiming a victory by left-wing Tallahassee Mayor Andrew Gillum in Florida’s gubernatorial race will prove America aches for Medicare for All.

        But on the ground, Mr. Gillum and Ms. Ocasio-Cortez are the anomalies of this cycle. The far bigger if less covered story is the extent to which Democrats have run candidates with conservative credentials, or candidates who can’t run fast enough from liberal positions.
        […]

        https://www.wsj.com/articles/the-lesson-of-2018-1541111176

        Gillum ist übrigens knapp unterlegen, DeSantis hat gewonnen.

    • Weshalb Putin wohl auch so niedergeschlagen ist… – meint jedenfalls die satirische Stimme der liberals:
      https://www.newyorker.com/humor/borowitz-report/putin-loses-control-of-the-house

      Ich fand das passend auf Ihren Kommentar. 😉
      Vielleicht warten wir doch erstmal das kommende Treffen der beiden ab. Trump wird sich gewiss mit Putin einig, nur mit den House dems wird es einen heftigen Kampf geben, den die ohne Senatsmehrheit in wichtigen Entscheidungen aber auch nicht gewinnen können. Konsequenz: Gridlock. Wovon Obama sein Lied singen kann.

  2. @ Dipfele:

    https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/27/hans-wollschlaeger-fake-news-updated/comment-page-86/#comment-78032

    Jau! Daß gerade die taz dieses Propaganda-Stück über die NYT mit dem deutschen Titel „Mission Wahrheit“ verklärt, ist ja irgendwie typisch. Auf Arte läuft die „Doku“ heute von 20:15 – 23:45 Uhr, wie ich dem Tagesspiegel von heute entnahm, der ebenfalls ganz entzückt von dieser Heroisierung der „Trump-Resistance“ ist, die insbesondere die vom Widerstand schon ganz erschöpfte Maggie Haberman im Fokus habe.

    Dagegen können die 30 Minuten von Panorama über cum-ex-Geschäfte doch nicht anstinken:

    https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/27/hans-wollschlaeger-fake-news-updated/comment-page-86/#comment-78033

    https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama_die_reporter/Jahrhundertcoup-Angriff-auf-Europas-Steuerzahler,sendung851722.html

    Zumal der aktuelle Aufhänger ja nur im Tweet vorhanden ist.

    Ich hatte mir heute diesen Artikel bezüglich Merz angemerkt:

    https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/cum-ex-geschaefte-staatsanwaltschaft-durchsucht-blackrock-bueros-in-muenchen/23584984.html

    Da haben wir doch jetzt eine echte Alternative. 😉

    Haberman profilierte sich heute damit:

    Offenbar kann sie nicht einmal lesen:

    „I would like to have a much softer tone. I feel to a certain extent I have no choice, but maybe I do,“ Trump said. He attributed his tone during his first two years in office to wanting to get things done on his agenda, adding that he could have been softer in his delivery.

    The president also stated that he had doubts about using a softer tone because he might have been „swamped“ by his opposition.

    He said after the midterm election his tone is something he will be working on and he hopes there will be more harmony between Republicans and Democrats.

    „I would love to get along, and I think after the election a lot of things can happen. But right now they are in their mode, and we are in our mode. And you know if you’re criticized you have to hit back, or you should,“ Trump said.
    Trump remained optimistic that an olive branch would be extended after Tuesday’s race.
    „I hope so. It is certainly better for the country,“ Trump remarked. „I hope that happens and we are certainly willing to do that. And think before anything else we have to get tomorrow over with.“

    https://abc3340.com/news/nation-world/trump-says-he-regrets-the-tone-he-used-during-first-2-years-in-office

    Natürlich bedauert er gar nichts. Und welche Republikaner für die heutige Wahl einen „bad day“ erwarten? Die schrumpfende Minderheit der „Never Trump“-Republikaner?

    Die NYT stellte selbst dem lügenden und leakendem Laienprediger St. Comey ihr Blatt zur Verfügung:

    Und sein Nachfolger ließ sich nur zu dieser windelweichen Erklärung herab:

    Washington, D.C.
    FBI National Press Office
    (202) 324-3691
    November 5, 2018
    Joint Statement on Election Day Preparations
    […]
    At this time we have no indication of compromise of our nation’s election infrastructure that would prevent voting, change vote counts, or disrupt the ability to tally votes.
    […]
    The United States will not tolerate foreign interference in our elections from Russia, China, Iran, or other nations. As noted in a joint statement on October 19, 2018, such actions are a threat to our democracy, and identifying and preventing this interference is one of our highest priorities. On September 12, President Trump signed an executive order that makes clear the U.S. government will not hesitate to defend our electoral processes or punish those who attempt to undermine them.
    […]
    • Be smart when consuming or sharing election-related information: Know your source—and think before you link. Compare reporting from multiple sources to determine reliable information. Before sharing, ask yourself, “Who wrote it? Who posted it? What are their sources?”

    https://www.fbi.gov/news/pressrel/press-releases/joint-statement-on-election-day-preparations

    Man liest übrigens, daß vieles in den USA nicht funktioniert: mal legt eindringende Feuchtigkeit Wahlcomputer lahm, mal versagen 14 Jahre alte Touchscreen-Computer. Mal tauchen freiwillige Wahlhelfer nicht auf, mal gibt es Probleme, weil die Password-Eingabe für Wahlcomputer zu kompliziert ist. Und mal fehlt es an Wahlscheinen. Man könnte meinen, die USA seien ein Drittwelt-Staat.

    Aber natürlich sind es die MSM, die aufstrebende schwarze republikanische Bewerber, nach denen sich die dems die Finger ablecken würden, dissen:

    Ausführlicher hier:

    Media deliberately ignoring GOP Senate hopeful John James?
    Nov. 05, 2018 – 3:29 – Republican John James is running to unseat Michigan’s Democratic Senator Debbie Stabenow.

    https://video.foxnews.com/v/5858023925001/?playlist_id=5198073478001#sp=show-clips

    Hier eine Prognose:

    Das würde für das Abgeordnetenhaus natürlich nicht reichen: da bräuchten die dems 44 Zugewinne, um die Mehrheit zu erreichen. Jetzt steht es 235:192 für die Republikaner.

    Ich werde natürlich friedlich schlafen, verstehe aber diesen Seufzer:

    • Wenn das von Ihnen angegebene Verhältnis von 235:192 richtig ist, würde ein Verlust von 25 Sitzen für die Republikaner doch wohl einem Gewinn von 25 Sitzen für die „Demokraten“ gleichkommen? Das hieße 215:217, also durchaus ein Mehrheitswechsel.

  3. Zurück zu den Wahlen:

    https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/27/hans-wollschlaeger-fake-news-updated/comment-page-86/#comment-78023

    Auch im deutschen Fernsehen präsent, wo die Üblichen das Übliche sagten – und nur dem Kritiker etwas Relevantes einfiel:

    „Hart aber fair“
    strong>Das Kalkül hinter Trumps Viertklässler-Sprache
    Stand: 08:24 Uhr | Lesedauer: 6 Minuten
    Von Daniele Raffaele Gambone
    […]
    Trotz mehrerer Anläufe kam die Runde bei ihrem Versuch, die amerikanischen Verhältnisse auf Deutschland zu übertragen, nicht viel weiter. Und vielleicht war das auch ganz gut so.

    Gerne hätte man stattdessen mehr über Trumps innerparteilichen Gegenspieler erfahren oder über die Hoffnungsträger der Demokraten und ihre Art, sich an den neuen politischen Stil anzupassen bzw. von ihm abzusetzen. Denn sollte es im Präsidentschaftswahlkampf 2020 wieder zu einem Duell mit Trump kommen, dürfte es kaum ausreichen, einfach nur auf der anderen Seite des politischen Grabens zu stehen, an dessen Vertiefung der US-Präsident so unermüdlich arbeitet. Er wird schon wissen, warum.

    https://www.welt.de/vermischtes/article183338846/Hart-aber-fair-Trump-redet-wie-ein-Viertklaessler.html

    Bestechend ist die Scheinheiligkeit der dems und ihrer Medien:

    Grenze zu Mexiko
    Obama will illegale Einwanderer mit US-Nationalgarde stoppen

    Normalerweise wird sie bei Katastrophen oder Unruhen in US-Bundesstaaten mobilisiert: Doch jetzt will Präsident Barack Obama rund 1200 Soldaten der Nationalgarde an die Grenze zu Mexiko schicken – um Drogenschmuggel und illegale Einwanderung einzudämmen.
    Mittwoch, 26.05.2010 00:59 Uhr

    Washington – Es ist eines der größten innenpolitischen Probleme in den USA: illegale Einwanderung. US-Präsident Barack Obama hat nun offenbar die Nationalgarde mobilisiert, um sie zu bekämpfen. Rund 1200 Soldaten der militärischen Reserveeinheit würden an die US-Grenze zu Mexiko geschickt, sagte ein Regierungsbeamter am Dienstag in Washington. Die Truppe solle den örtlichen Behörden helfen, die rund 3000 Kilometer lange Grenze zu überwachen, um illegale Einwanderungsversuche zu stoppen.

    Außerdem werde es Aufgabe der Nationalgardisten sein, die grenzüberschreitende Drogengewalt einzudämmen, den grassierenden Waffenschmuggel nach Mexiko zu verhindern und Grenzpolizisten auszubilden. Gleichzeitig sollen 500 Millionen Dollar (rund 407 Millionen Euro) zum Ausbau von Sicherheitsmaßnahmen an der Grenze bereitgestellt werden.
    […]

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/grenze-zu-mexiko-obama-will-illegale-einwanderer-mit-us-nationalgarde-stoppen-a-696754.html

    Schon vergessen?

    Doppelstandards, wohin man schaut:

    Selbst Nate Silver ist von den Medien genervt (Thread):

    Die „Resistance“ wappnet sich bereits:

    Die Russen dürfen einfach nicht fehlen:

    Ach, und der arme Verlorene Sohn James Polite…

    Das war so vorhersehbar, nachdem Trump es nicht gewesen sein konnte…

    • Im Tagesspiegel herrscht doch auch noch der Sinn für Realität.

      11:49 Uhr
      Midterm-Wahlen in den USA
      Donald Trump ist beliebter, als wir wahrhaben wollen

      Zur Hälfte der Amtszeit ihres Präsidenten sind die Amerikaner zur Wahl aufgerufen. Was bedeuten die Midterms für Deutschland? Ein Kommentar.
      Mathias Müller von Blumencron
      […]
      Die allermeisten finden, dass die Wirtschaft gerade perfekt auf allen Zylindern läuft. Seine raue Außenpolitik, vor allem gegenüber China, wird selbst von seinen Gegnern unterstützt. Erstmals bescheinigen ihm Umfragen, dass er beliebter ist als sein Vorgänger Barack Obama. Unermüdlich jagt Donald Trump durchs Land, um auch noch im letzten umkämpften Staat den Sieg zu sichern. Eine ähnliche Galionsfigur haben die Demokraten nicht – Obamas Wahlkampfeinsätze werden nur von einer Minderheit begrüßt.
      […]
      Zum anderen aber würde selbst ein Sieg der Trump-Gegner die Amerikaner nicht beruhigen, und schon gar nicht den Präsidenten. Die Demokraten würden mit einer noch nie da gewesenen parlamentarischen Offensive versuchen, dem verhassten Gegner das Regieren schwer zu machen und eine überaus hässliche Zankerei entfachen.
      […]
      Noch mehr Brechstangen-Diplomatie würde indes nichts Gutes für Deutschland bedeuten. Dieser Präsident macht kein Hehl daraus, dass er mit den Deutschen wenig anfangen kann. Hat er ihnen gar insgeheim den Krieg erklärt, wie der frühere US-Botschafter Richard Burt meint?

      Sein Unverständnis jedenfalls ist riesig. Die Kanzlerin? Falsche Ideen, eine christliche Sozialistin. Die Industrie? Jedes verkaufte deutsche Auto ein Anschlag auf die Männer des Rust Belt. Die Energiepolitik? Die Deutschen legen sich mit den Russen ins Bett. Und dann weigern sie sich auch noch, ihre Verteidigungsausgaben zu erhöhen – unerhört! Dabei sind sie doch abhängig von der amerikanischen Abschreckungspolitik.

      Seine Waffen hat Donald Trump schon gezeigt: Zölle. Sie treffen auch die deutsche Industrie. Die nächsten Jahre könnten also noch ungemütlicher werden. Da ist man schon fast versucht, Trump den Sieg zu wünschen.

      https://www.tagesspiegel.de/politik/midterm-wahlen-in-den-usa-donald-trump-ist-beliebter-als-wir-wahrhaben-wollen/23460196.html

      😉

      In der Tat: Obama begeistert nur kleine Scharen von Followern. Im Gegensatz zu Trump:

      Und wieder die Medien:

      Das CNN-Sündenregister wird immer länger:

      CNN’s Existential War With Trump
      By Victor Davis Hanson| November 4th, 2018

      It may be unwise or monotonous for President Trump to harp on CNN as a purveyor of “fake news.” And the constant refrain “enemy of the people” should not be used of a media outlet, even one as prejudicial as CNN.

      Yet Trump’s obsessions with CNN are largely reactive, not preemptive.
      […]
      The best way to stop the chronic Trump attacks on the veracity of CNN is not to unleash a rude and boisterous Acosta to argue endlessly with Sarah Huckabee Sanders, but simply to ensure that CNN news reports are fact-checked and not in need of retractions or firings, that CNN hosts, contributors, and anchors do not stoop to profanity, scatology, racism, and ahistorical comparisons to Stalin and Hitler, and that CNN’s staff and hosts do not joke about the president being killed through plane crashes and decapitation.

      https://amgreatness.com/2018/11/04/cnns-existential-war-with-trump/https://amgreatness.com/2018/11/04/cnns-existential-war-with-trump/

      Teilweise erheiternd anzusehen:

      TOP 5 ULTIMATE CNN Owned & Fail Moments Compilation

      Woods Empire
      Am 25.06.2018 veröffentlicht

      Top 20 CNN News Fails

      This Information
      Am 17.01.2017 veröffentlicht
      A Funny Cringe Compilation of CNN failing big time, from lazy reporting, to blatant media bias.

  4. Was gibt es sonst zu Skripal?

    Nun, wir haben den Boulevard, den Erfinder der fake news, lange bevor es social media gab; hier in Gestalt des Mirror:

    […]
    1. Having read the full thing, at no point is there a quote from Viktoriya about fearing being on a “GRU hitlist”. What there is, however, are the following sentences:
    “It’s certainly a possibility something suspicious happened to the car. We were pretty shaken but just pleased to be alive.”
    “We cannot rule out that someone has been watching us. I really don’t know if it was just an accident or not.”

    It initially follows from these 2 sentences that we can allow the possibility that either the Russian special services or Western intelligence agencies were indeed involved in an attempt to assassinate Viktoriya, since the Mirror does not provide any more excepts of what she said. However, if we refer to the interview (English translation here) that Viktoriya did with the “Moskovskiy Komsomolets” newspaper right after the accident had happened, on September 28th, we suddenly find ourselves excluding the possibility of foul play by Moscow and instead pointing the finger at London et al:

    “Viktoriya affirms that many were aware of her plans to speak on a program on the topic of the Skripals. She supposes that there could be a connection between the road accident and her critical position in relation to the investigations of foreign media into the ‘agents’ Petrov and Boshirov.”

    In other words, she suspects that the West planned to silence her, since she was going to spill some beans about how “Petrov” and “Boshirov” are not at all involved in the alleged poisoning of Sergey and Yuliya Skripal.

    2. In Viktoriya’s interview with the Mirror she says the following:

    “I can’t believe the Russians were behind it though – no one could be that unprofessional. The guys that the media are saying carried out the attack were idiots.

    In this statement, assuming that the Mirror has honestly published her actual words, Viktoriya merely reiterates her critical position vis-a-vis the accusations being thrown at Russia. And what she says is indeed correct – are we supposed to believe that Russia, which has formulated and successfully implemented a strategy aimed at removing the West’s (led by America) hegemony of the world, and in the Middle East specifically, cannot even cleanly “whack” a near 70-year-old man, who by the way is completely irrelevant in the grand scheme of both Russia’s foreign and internal policy?

    http://www.stalkerzone.org/british-media-shamelessly-twisted-the-words-of-sergey-skripals-niece/

    Aber manchmal trägt sogar die staatstragende BBC dazu bei, Regierungsmythen zu zerstören:

    Laut Polizei-Timeline vergiftet am Sonntag gegen 13:15 Uhr – die ersten Tests auf Nervengift fanden erst am Dienstag statt.

    Noch verblüffender:

    Im deutschsprachigen Raum gibt es ein einziges gutes Stück zum Skripal-Fall:

    Das Skripal-Labyrinth
    Im „Fall Skripal“ wird die Öffentlichkeit von Politik und Medien belogen und betrogen, dass sich die Balken biegen.
    von Andreas von Westphalen
    […]

    https://www.rubikon.news/artikel/das-skripal-labyrinth

    Vielleicht geht er anfangs zu unkritisch mit Bellingcat & Co. um – aber ich bin bislang zu unkritisch mit Craig Murray umgegangen: denn hier hat von Westphalen recht:

    Craig Murray meint in den Fotobeweisen für die Auszeichnung Tschepigas eine „offensichtliche Fälschung“ seitens „bellingcat“ zu erkennen, da die Lichtverhältnisse auf eine Fotomontage hindeuten würden und Tschepigas Foto zudem keineswegs in der sonst vorherrschenden chronologischen Reihenfolge auf der Wand angebracht sei (17).

    Murray liegt hier jedoch nachweislich falsch. Wie Bay Kurley mit einer Reihe weiterer Fotos dieser Fotowand nachweist, sind die Lichtverhältnisse zu erklären, zudem zeigen auch weitere Fotos die Auszeichnung von Tschepiga. Eine „chronologische Unordnung“ herrscht zudem auch an anderen Stellen auf dieser Wand (18).
    (17) https://www.craigmurray.org.uk/archives/2018/10/bellingcats-very-obviously-fake-chepiga-photo/

    (18) https://dailyshocker.news/craig-murray-is-wrong-on-chepiga-photo-fake-here-is-why/

    Für entschieden hält der Autor diese Frage eh nicht – und selbst wenn die beiden GRU-Offiziere gewesen wären: an einem Tatnachweis mangelt es.

    Michael Kobs hat kleinere Korrekturen:

    Knapp zwei Wochen nach der Tat wurden offiziell Informationen über den Tagesablauf der Skripals veröffentlicht. Dort hieß es:

    „Wir glauben, dass Sergei’s Auto am Sonntag, den 4. März, gegen 9.15 Uhr in den Gebieten London Road, Churchill Way North und Wilton Road gewesen sein könnte. Dann wurde gegen 13.30 Uhr gesehen, wie sie die Devizes Road hinunter in Richtung Stadtzentrum gefahren sind“ (44).

    Die extrem vage gehaltene Formulierung und die ungenauen Zeitangaben überraschen angesichts der Tatsache, dass es sowohl von der London Road, dem Churchill Way North und der Wilton Road Videoüberwachungsaufnahmen gibt, die Skripals Wagen zeigen. Aber vielleicht entspricht das in einem frühen Stadium der Untersuchung der Gewohnheit.

    https://www.rubikon.news/artikel/das-skripal-labyrinth

    Die Kamera an der India Avenue hatte eine falsche Zeiteinstellung; tatsächlich zeigt es den PKW auf dem mittäglichen Weg in die Stadt wie das erste Foto.

    Dennoch hat von Westphalen recht: selbstverständlich existieren Videoaufnahmen von Skripals Wagen Vormittags auf der London Road, wo der Friedhof liegt, auf dem seine Frau begraben ist. Nur: sie wurden der Öffentlichkeit nicht gezeigt.

    Am 27. Juni, fast vier Monate nach dem Anschlagsversuch auf die Skripals, fand Charlie Rowley ein Parfümfläschchen in einer Charity-Box in Salisbury. Er nahm es mit nach Hause, wo sich drei Tage später seine Freundin Dawn Sturgess mit Nowitschock vergiften sollte, das sich tatsächlich in der Parfümflasche befand. Sie verstarb an den Folgen.

    Rowley betont später, dass die Parfümflasche „ungeöffnet war, die Schachtel, in der sie sich befand, war versiegelt, und dass sie ein Messer benutzen mussten, um sie durchzuschneiden“ (71). Daraus ergeben sich aber einmal mehr entscheidende Fragen: Warum sollten die Täter ein Beweisstück in Salisbury hinterlassen haben? Und wo ist der Behälter, in dem sich das Nervengift befand, das an Skripals Haus benutzt wurde?

    Etwas kleinlich, aber zurecht mäkelt Michael Kobs:

    Das ist schon ein guter Artikel auf Rubikon. Ausgeschlossen, daß wir so etwas mal in unseren Qualitätsmedien lesen können.

    • Natürlich interessieren sich deutsche Journalisten für die fake news der britischen Regierung nicht die Bohne. Dafür machen sie US-Wahlkampf, als ob deutsche Leser da mitstimmen könnten. Selbstverständlich wird mit keinem Wort erwähnt, daß die Kavanaugh-Smear-Kampagne der democrats Einfluß auf das Wahlverhalten der Republikaner hat:

      https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/27/hans-wollschlaeger-fake-news-updated/comment-page-86/#comment-78009

      So kämpft SPON, als ob dieses Portal irgendeine internationale Bedeutung hätte:

      US-Zwischenwahlen
      Aus der dunklen Welt

      Im sicher geglaubten Bundesstaat New Jersey wird es eng für die Demokraten: Mit einer konsequenten Schmutzkampagne könnte es dem Kandidaten der Republikaner gelingen, ihnen einen Senatssitz abzujagen.

      Aus New Jersey berichtet Dietmar Pieper
      Sonntag, 04.11.2018 20:37 Uhr

      Ein Reklamespot für Babynahrung könnte genauso anfangen: Die junge Mutter hält ihr Kleines im Arm, sanfte Musik, und aus dem Off beginnt eine Stimme zu erzählen, was der Frau durch den Kopf geht. Irritierend ist bloß, dass im Hintergrund ein Bild von Harvey Weinstein auftaucht, dem Auslöser der #Metoo-Bewegung, gegen den die Justiz wegen seiner sexuellen Übergriffe Anklage erhoben hat.
      Es sind die ersten Sekunden eines Werbefilms, der auf die moralische Vernichtung eines Politikers abzielt.
      Denn plötzlich ist darin von einer Erklärung die Rede, die beim FBI in den Akten steht, und die mütterliche Stimme sagt: „Sie enthält Vorwürfe, dass Bob Menendez ins Ausland gereist ist, um Sex mit minderjährigen Prostituierten zu haben.“ Während das Baby, ein Mädchen, fröhlich aus seinem Gitterbettchen schaut, stützt die Mutter nachdenklich den Kopf auf. „Ich werde es ihr niemals erklären können, wenn ich ihm meine Stimme gebe.“

      Zum Schluss, als das Gesicht eines graumelierten, sportlich gebräunten Mannes von Mitte Sechzig auftaucht, wird klar, worum es eigentlich geht: „Ich bin Bob Hugin, und diese Botschaft hat meine Unterstützung.“

      In den vergangenen Wochen ist der Republikaner Bob Hugin zu einem viel beachteten Kandidaten bei den US-Zwischenwahlen aufgestiegen. Allein das ist eine kleine Sensation, denn sein demokratischer Gegner Bob Menendez ist mit einem satten zweistelligen Vorsprung ins Rennen um einen der beiden Senatssitze des Bundesstaates New Jersey gegangen. Noch vor ein paar Monaten hatte Hugin keine Chance, aber er hat sie genutzt, indem er Menendez, den Amtsinhaber, seitdem konsequent mit Schmutz bewirft.
      […]

      http://www.spiegel.de/politik/ausland/midterm-wahlen-usa-demokratischer-bundesstaat-new-jersey-auf-kippe-a-1236667.html

      Ja, ganz furchtbar, daß dieser korrupte, von Clinton unterstütze, Politiker Probleme hat.

      Dafür sponsert SPON diese Loser in Iowa:

      http://www.spiegel.de/politik/ausland/midterm-wahlen-ex-baseballprofi-jd-scholten-hoffnungstraeger-der-demokraten-a-1236649.html

      Ganz besonders setzt sich Frauke Steffens von der FAZ ein:

      Ron DeSantis in Florida
      Das nützliche Schreckgespenst
      Von Frauke Steffens , Miami
      Aktualisiert am 05.11.2018-09:34

      Ron DeSantis will Gouverneur von Florida werden. Viele, die Donald Trump lieben, finden auch ihn toll. Wenn er auftritt, sind Hass auf Sozialismus und Begeisterung für Brasiliens nationalistischen Präsidenten stets mit dabei.

      „Fake News! Schämt euch, schämt euch, schämt euch!“ „Sozialisten, Kommunisten, wir hassen Euch!“ „Ihr macht kein Venezuela aus meinem Florida!“ In Little Havana schreien die Anhänger des Gouverneurskandidaten Ron DeSantis die versammelten Journalisten an. Es ist ein kleines Wahlkampf-Event: keine hundert Menschen sind gekommen, um dem Kandidaten vor der berühmten Bäckerei „Versailles“ zuzuhören. Das Viertel ist eigentlich ein ziemlich friedlicher, fröhlicher Ort: kubanische Restaurants und Bars ziehen Touristen und Einheimische an.

      Beim Thema Politik kann es aber schon mal etwas lauter werden. Viele Exilkubaner sind hier zu Hause, sie sind oft leidenschaftlich gegen alles, was in Amerika unter dem Label „Sozialismus“ läuft. Ron DeSantis will ihr Freund sein: „Ich will eine Anklage von Raúl Castro sehen“, ruft er und die Menschen vor der Bäckerei jubeln. „Wir stehen zusammen gegen die Diktatur in Venezuela!“ Erfreulich findet DeSantis dagegen die Wahl von Jair Bolsonaro zum Präsidenten von Brasilien. „Und jetzt, mit der neuen Regierung in Brasilien, werden wir sehr gute Beziehungen mit Brasilien haben!“ sagt er.
      […]

      http://www.faz.net/aktuell/politik/trumps-praesidentschaft/ron-desantis-will-gouverneur-von-florida-werden-15874755.html?printPagedArticle=true#pageIndex_0

      Das ist nur ein Teaser. 😉

      Ihr Kollege hatte Interessanteres beizusteuern:

      Midterm-Briefing
      Was Obama und Trump gemein haben
      Von Oliver Kühn , Orange
      -Aktualisiert am 05.11.2018-09:26

      Der Einfluss des Geldes hat noch einmal zugenommen. Mehr als fünf Milliarden Dollar haben Demokraten und Republikaner zur Kongresswahl ausgegeben – nun müssen ihre Anhänger aber auch noch wählen gehen.

      Die Kampagnen der Republikaner und der Demokraten vor den morgigen Kongresswahlen gehen auf die letzten Meter. Dementsprechend häufen sich Bettel-E-Mails der beiden Parteien. „Oliver“, heißt es, „wir brauchen Deine Unterstützung“. Denn wer einmal in einer der Datenbanken ist, bekommt gerade vor wichtigen Entscheidungen Massen von Aufrufen mit Bitten um eine Spende.
      […]
      Dass Geld eine sehr große Rolle in dieser Wahl spielt, hat die Non-Profit-Organisation Center for Responsive Politics vor wenigen Tagen aufgezeigt. Nach ihrer Zählung wurden in diesem Wahlzyklus insgesamt 5,2 Milliarden Dollar ausgegeben. Nicht nur die Parteien, sondern auch viele Organisationen (sogenannte Political Action Commitees, also PACs und Super-PACs), reiche Großspender und abertausende Kleinspender haben ihren Teil dazu beigetragen. Diese Zahl repräsentiert demnach eine Steigerung von 35 Prozent im Vergleich zur Zwischenwahl vor vier Jahren.

      Die Republikaner haben so viele Spenden eingesammelt wie noch nie: 2,2 Milliarden Dollar werden sie bis zu Wahl ausgegeben haben. Das wird jedoch von den Demokraten mehr als aufgewogen. Sie haben in diesem Wahlzyklus über rund 2,5 Milliarden Dollar verfügt. Allein die demokratischen Kandidaten für das Repräsentantenhaus haben fast eine Milliarde Dollar eingeworben und ihre republikanischen Mitbewerber mit deren 637 Millionen extrem alt aussehen lassen. Im Senat ist das Verhältnis dem Bericht zufolge etwas ausgewogener. Dort führen die Demokraten mit 513 zu 361 Millionen Dollar.
      […]
      Welche Rolle Großspender in den Wahlen spielen, zeigt die Organisation auf ihrer Website „opensecrets.org“.
      http://(https//docs.google.com/spreadsheets/d/1uRwhxWdiaymwlKTBCRgjP_Xe5DbyAA-3ScZP4aUSEgU/htmlview

      Allein die Spenden der zehn größten Geldgeber brachten den Republikanern 175.893.529 Dollar und den Demokraten 160.358.170 Dollar. Während sich bei den Demokraten der Geldregen aus mehreren Quellen speiste, trug bei den Republikanern allein der Kasino-Milliardär Sheldon Adelson mehr als 113 Millionen Dollar bei.

      Die Zahlen, die in dem Bericht stehen (die Finanzen müssen von den Parteien in regelmäßigen Abständen offengelegt werden), sind aber nur ein Teil der Wahlkampfausgaben. So können die schon angesprochenen PACs und Super-PACs ebenfalls Kandidaten unterstützen und sind ihrer Ausgabenpolitik wesentlich weniger Regelungen unterworfen als die Parteien, solange sie sich mit diesen oder einzelnen Kandidaten nicht abstimmen. So dürften beispielsweise die Koch-Brüder über ihren PAC „Americans for Prosperity“ mehrere Millionen Dollar in den Wahlkampf gepumpt haben, vor allem für republikanische Kandidaten. Ob das Geld gut angelegt war, wird sich morgen zeigen.

      http://www.faz.net/aktuell/politik/trumps-praesidentschaft/kongresswahlen-in-den-usa-was-obama-und-trump-gemein-haben-15874585.html

      Von der Finanzierung von „Aktivisten“ durch Milliardäre ist da noch keine Rede:

      Upps! Das ist ja antisemitisch.

      Worüber die ZEIT bei ihrem Wahl-Special eher nicht nachdachte:

      https://www.zeit.de/politik/ausland/2018-11/midterm-elections-wahlkampf-duelle-bundesstaaten-republikaner-demokraten/komplettansicht

      • Über den DLF muß man gar nicht erst reden: aber Slane ist dieses Mal nicht so prickelnd:

        Indeed it is. Yet – cried Alice – it gets curiouser and curiouser. As our regular commenter, Liane, has pointed out, the statement given by the OPCW’s Director-General, Ahmet Üzümcü, to the Executive Council, on 4th April, only adds to the confusion:
        “The OPCW experts visited the locations where two of the victims were reportedly exposed to a toxic chemical and collected several environmental samples. The team also took biomedical samples from these two victims, as well as from a third individual, a police officer reportedly exposed to a toxic chemical [my emphasis].”

        Two of the victims? But what about the third? The police officer? Was he not exposed to the toxic chemical at that same location — the door handle, presumably? If so, why is he not mentioned as one of the victims? If not, where was he exposed to it?
        I don’t know the answers to these questions. I think, however, I know enough to say that something ain’t quite right.

        http://www.theblogmire.com/curiouser-and-curiouser-cried-alice-as-she-stared-at-the-door-handle/

        Aber sonst hat er natürlich recht. Es paßt so gut wie nichts zusammen in der offiziellen Story.

        Zur Ergänzung:

        Da geht es um konzertierte staatliche anti-russische Operationen, wobei die OPCW sich ebenfalls benutzen läßt.
        Der Ausblick:

        But the question remains – what is the next move from those countries who have supported the war on Syria for seven years and now finally failed to achieve their goal? Does this new focus on “cyber-security” – otherwise known as “information warfare” – signify a departure from the “War on Terror”.

        Perhaps this glowing portrayal of one of the leaders of the West’s new cyber-army is showing us the way. In an almost unreadable puff piece on “open-source” journalism, titled “Citizen journalists – the fighters on the frontline against Russia’s attacks” Carole Cadwalladr posits that:

        „We can no longer count on our governments to protect us from a tide of disinformation. Our security rests in the hands of open source intelligence, as pioneered by Bellingcat.”
        https://www.theguardian.com/technology/2018/oct/13/citizen-journalists-open-source-investigation-bellingcat

        As Cadwalladr says – disinformation is “the defining story of our age, and the story of 2018”.

        We could hardly dispute that!

        https://off-guardian.org/2018/10/21/the-skripal-psyop-where-next/

        Ich fand diesen Beitrag von Slane besser:

        The Other Bag and a Pointless Reconnaissance Mission
        October 17, 2018 Rob Slane
        […]
        It is the backpack that was carried by the two suspects, Boshirov and Petrov, during their time in Salisbury on Sunday 4th March. Below is CCTV 3, which is one of the images presented by the Metropolitan Police as evidence to the public of the men’s involvement in the attempted assassination of Sergei Skripal. It shows the two men soon to depart from Salisbury train station on 3rd March at 16:11:27:

        As you can see, the men do not have the backpack with them.
        […]
        From this I think it fairly safe to assume that they left the backpack in their hotel room in London whilst they took their trip to Salisbury on 3rd March (there is a slim possibility that they may have purchased it on the Saturday evening, but as it doesn’t look especially new, this is unlikely). What does this imply? Well according to The Metropolitan Police, unless the one of the men carried “Novichok” in his pocket on 3rd March — surely too preposterous a claim even for The Met — it means that they must have left the bottle (or even two) of high purity, military grade nerve agent back at their hotel.
        […]
        Yet there is another issue with this. Why would they even need to leave the backpack at the hotel in the first place? Here is what the Metropolitan Police say about their visit sans backpack and “Novichok” on the Saturday:
        “We assess that this trip was for reconnaissance of the Salisbury area and do not believe that there was any risk to the public from their movements on this day.”
        What on earth is this supposed to mean? What reconnaissance?
        […]
        In summary, the missing backpack on CCTV 3 on the Saturday, which then turns up on CCTV images 5-8 on the Sunday, strongly suggests that it cannot have had anything valuable, secretive or toxic in it, else they would have had it with them that day. And the idea that they left their “Novichok” back in their hotel room, whilst on some military-style reconnaissance mission, to check out an area they could easily have checked on Google maps, is just too much insanity for any thinking person to reasonably cope with.

        http://www.theblogmire.com/the-other-bag-and-a-pointless-reconnaissance-mission/

        Sie könnten den Rucksack auch in einem Bahnhofsschließfach deponiert haben. Aber was es da auszukundschaften gab, wissen wir auch deshalb nicht, weil das das einzige Foto war, das die Polizei von diesem Tag veröffentlicht hat.

        Bereits die Wetterverhältnisse sprachen gegen diese Unternehmung:

  5. @ Dipfele:

    https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/27/hans-wollschlaeger-fake-news-updated/comment-page-86/#comment-77996

    Für Chomsky ist der Umstand, daß die USA (unter welcher Regierung auch immer) sich nie an Recht und Gesetz halten, Grund für jedes militärische Übel, das daraus jeweils folgte. Nichteinmischung in innere Angelegenheiten eines Drittstaates gehört zu den Regeln des Völkerrechts. Davon haben die USA noch nie was gehalten:

    Was Ihre Beiträge zu Syrien angeht:

    https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/27/hans-wollschlaeger-fake-news-updated/comment-page-86/#comment-78001

    Gänzlich untätig wird dem IS-Aufmarsch nach dem SDF-Rückzug aber doch nicht zugesehen:

    Was die Kampagne gegen den Trump als (Mit)-Verantwortlichen für das Attentat in Pittsburg angeht, so ist Israel gleich zur Rettung und zum Gegenangriff auf die dems herbeigeeilt – den Aspekt hatten wir noch nicht:

    Over the past week, when American Jews expected comfort and support, Israeli government officials instead offered carefully honed political talking points: It is “unfair” to assign responsibility to the president, they lectured. Trump is the best friend Israel has ever had in the White House. He has Jewish family members, therefore any implication that he is either anti-Semitic himself or encourages anti-Semitism with his populist “America First” rhetoric is outrageous.

    These arguments were inevitabley followed up by the “both sides” defense: That Farrakhan-style leftist anti-Semitism is equally as bad and dangerous as white supremacist Soros-bashing xenophobia.

    https://www.haaretz.com/us-news/.premium-americans-may-never-forgive-israel-for-its-reaction-to-the-pittsburgh-massacre-1.6616617

    • Ich habe heute leider vielfältige Computer- und Internetprobleme. Zur Zeit komme ich zwar wieder ins Internet rein, kann von dort aber nichts kopieren.

      Zu den anti-jüdischen Hate-Crimes des schwarzen schwulen von Demokraten erzogenen James Polite in New York

      – jetzt funktionieren sogar meine Links zur letzten Seite nicht mehr –

      hat seine demokratische Förderin Christine Quinn jedenfalls klare Kante gezeigt:

      Sorry, ich muß abbrechen – auch dieser Link funktioniert nicht.

      • Sie wissen ja: Windows Neustart!
        Bis alles wieder funktioniert, kann sich, wer mag, dieses Interview der Khashoggi Söhne ansehen:
        https://edition.cnn.com/2018/11/04/middleeast/salah-khashoggi-abdullah-khashoggi-intl/index.html
        [-]
        „I really hope that whatever happened wasn’t painful for him, or it was quick. Or he had a peaceful death,“ Abdullah Khashoggi, 33, told CNN during a sit-down interview in Washington with his brother, Salah, 35.“

        • Ja, ich bin Ihrem Rat gefolgt.

          Kaschoggi-Reklame ist freilich fruchtlos.

          Bloomberg signalisiert, daß das Investment-Interesse in Saudi-Arabien wieder steige, und was soll daher das Gewese über einen Mord, der tagtäglich vom CIA oder vom Mossad ebenfalls begangen wird?

          Also komme ich nach dem Neustart auf dieses Thema der letzten Seite zurück:

          https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/27/hans-wollschlaeger-fake-news-updated/comment-page-85/#comment-77990

          https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/27/hans-wollschlaeger-fake-news-updated/comment-page-85/#comment-77992

          Auf den Schwarzen James Polite, der von den dems und einem jüdischen Ehepaar so gehätschelt worden war.

          In NYC waren alle antijüdischen hate crimes allerdings von Linken begangen worden:

          Da fügt sich Polite ein.

          Seine demokratische Förderin Quinn aus dem Stadtrat bezieht jedenfalls klar Stellung:

          Überhaupt ist Anti-Semitismus DAS Wahlkampfthema:

          https://dailycaller.com/2018/11/01/andrew-gillum-anti-semitic-event/

          Und es ist eher kein Thema für die Republikaner.

          Die dems haben vielmehr einen schlechten Lauf:

        • Rechtzeitig gab es auch diesen Report des Senats-Justiz-Ausschusses über seine Kavanaugh-Ermittlungen:

          https://www.judiciary.senate.gov/imo/media/doc/2018-11-02%20Kavanaugh%20Report.pdf

          Hierzu gibt es diesen Thread, der sich eher auf die vom New Yorker gehypte Deborah Ramirez fokussiert, die von der NYT ja offiziell abgelehnt wurde, während NYT-Reporter deren Story hinter den Kulissen befeuerten – und natürlich wußte NBC, daß es mit der Avenatti-Swetnick-Story fake news lieferte:

          Margot Cleveland beleuchtet in ihrem Thread vorwieged die vage Blasey Ford Aussage.

          Und hier sind die Ermittlungen des Ausschusses keineswegs abgeschlossen.

        • Computerspezifische Internet-Probleme: Manchmal hilft es den Browser-Cache zu löschen (Cookies und History). Sehr nützlich: mehrer Browser nutzen (zB Firefox, Yandex, Chrome, Seamonkey, Opera,…) . Dann kann man denselben Link einfach mal in den anderen ausprobieren.
          Falls man nicht weiß, wie das alles so geht, fachkundige Hilfe holen 😉 !

        • @ albibi
          Wir wollen Frau Wolff doch nicht überfordern. 😉 Daher nur die ‚Erste Hilfe‘, die es ja meist schon tut!
          Aber natürlich ist es sinnvoll bis unerlässlich, den Browser Cache regelmäßig zu leeren, wobei ich dazu rate, nicht alle cookies und Website Daten zu löschen wegen der nachteiligen Konsequenzen (zB Neuanmeldung bei regelmäßig besuchten Seiten erforderlich).
          Ausreichend und sinnvoll aber (bei Firefox) die zweite Option „Zwischengespeicherte Webinhalte/Cache“ leeren!
          Das wird doch Frau Wolff aber sicher auch tun, zumal in den verlinkten Support Seiten ja alles haarklein erklärt wird.

          Die Installation eines weiteren Browsers hatten wir/ich ja schon mehrfach empfohlen, sie scheint es zu scheuen, um ihre alte Maschine nicht zu überladen.

        • Sie kennen mich ja gut; und auch löschen werde ich lieber nichts, zumal ich gar nicht weiß, wie man zu dieser Funktion findet. Nach dem Neustart hat es ja auch wieder geklappt. 😉

      • Quinn tweetete jedenfalls dieses klare Bekenntnis:

        Im thread gat es diese Resonanzen

        und dies hatten wir schon

  6. Kommen wir zur deutschen Presse.

    Nachdem SPIEGEL und SPON zum Boulevard verkommen sind – aktuell texten sie zu football-leaks, was wirklich niemanden interessiert, wie auch ihr seit Jahren andauernder Versuch, das „Sommermärchen“ 2006 und Beckenbauer zu desavouieren, niemanden interessiert, nicht einmal die Staatsanwaltschaft, während gleichzeitig Vergewaltigungsvorwürfe gegen Ronaldo lanciert werden, die nun ebenfalls wirklich niemanden interessieren. Man kennt das Muster ja: das Abkassieren, die Traumatisierung, die weitere Kommerzialisierung durch Pressewerbung. Stormy Daniels hat es in den USA vorgemacht.

    – konnte man ja nur noch an der ZEIT als seriösem Medium festhalten. Abzüglich der NATO-Assets Joffe & Co.

    Mittlerweile ist klar: in der ZEIT gibt es fast nur noch „Befangene“:

    Ich, die Stammeskriegerin

    Ein Land, zwei Lager: USA-Korrespondentin Kerstin Kohlenberg erzählt, wie die Bürgerkriegsstimmung neutrales Berichten erschwert.
    Von Kerstin Kohlenberg
    30. Oktober 2018 DIE ZEIT Nr. 45/2018, 31. Oktober 2018
    Exklusiv für Abonnenten

    Ich will als Reporterin neutral über dieses wütende Land berichten, und doch bin ich Teil dieser Wut.
    Die ersten Anzeichen gab es schon vor längerer Zeit. Da waren diese mittellustigen Kommentare, dass ich ja Journalistin sei und man mir daher eigentlich nichts glauben dürfe. Haha, habe ich gemacht und innerlich ein wenig

    https://www.zeit.de/2018/45/usa-korrespondentin-spaltung-land-neutrale-berichterstattung-journalismus

    So geht es weiter:

    die Augen verdreht. Denn ich mochte Roger und Lizza, unsere Nachbarn hier in Brooklyn.
    […]
    Ich fand das Leben von Roger und Lizza interessant. Ich habe nie daran gedacht, dass es mein eigenes bedrohen könnte.

    Das klingt extrem. Natürlich bedroht hier keiner direkt mein Leben.

    [S. 7]

    Die beiden waren ihr einziger Anker zur Wirklichkeit, denn alle anderen im angesagten Brooklyn bewegen sich in der Blase Medien, Anwälte und leitende Angestellte. Diese beiden betrieben eine Bowlingbahn und meckerten über das unflätige Benehmen schwarzer Berufsschüler in der Gegend, was auf Kohlenberg angesichts der verordneten pc in ihrer Blase „fast ein bisschen Eindruck“ macht.

    Dann allerdings gerät sie in die „Stammestreffen“ der dems, und Roger und Lizza sind unten durch.

    Roger fragte mich, ob ich es okay fände, wie die Medien Trump behandelten. Dass sie ihn dauernd als Faschisten und Rassisten beschimpften. […]
    Wenn ich etwas sagte, wollte Roger oft wissen, woher ich das hatte, und wenn es aus der New York Times stammte, zweifelte er den Wahrheitsgehalt an.

    Völlig zurecht natürlich.

    Mit den beiden machte sie Schluß.

    Als ich vor einigen Monaten von einer Recherche aus El Paso wiederkam, wo die Trump-Regierung Flüchtlinge von ihren Kindern trennt, da gab es so einen Moment. Ich traf Lizza und ihre Tochter auf der Straße. Die Tochter fragte, wo ich mit meinem Gepäck herkäme, und ich erzählte es ihr. Als die Tochter fragte, warum die Kinder denn von ihren Eltern getrennt würden, antwortete Lizza: „Das sind die Illegalen, die in unser Land kommen“.
    Das war der Satz eines Feindes.

    Keine Rede davon, daß das Obama-Praxis ist. Keine Rede davon, daß Kinder geklaut werden, um als „Familie“ bessere Chancen zu haben.

    Mit einem Freund aus Kansas macht sie wegen der zutreffenden Einschätzung von Trumps Äußerungen nach Charlottesville Schluß:

    Trump hatte sich in der Pressekonferenzen zu den rassistischen Übergriffen geäußert. Mein Freund sah den „echten“ Trump in der zweiten, in der er die Nazis klar verurteilte. Ich sah den „echten“ Trump in den beiden anderen, in denen er Rechtsextreme verharmloste.

    Trump hat KKK und Neo-Nazis immer verurteilt. Er hat auch keineswegs Rechtsextreme verharmlost, sondern darauf hingewiesen, daß in Charlottesville nicht nur Rechtsextreme, sondern auch Bürger demonstriert hätten, die gegen die Zerstörung historischer Denkmäler eintraten. Und daß auf der Seite der zahlenmäßig überlegenen Gegendemo nicht nur gute Leute, sondern auch die gewalttätige Antifa mitwirkte, die die Rechten angriff, die von der Polizei nicht geschützt wurden, obwohl die Demo genehmigt war.

    Sein Spruch von „good people on both sides“ kam der Wirklichkeit näher als Kohlenbergs NYT-Lektüre. Aber in Chemnitz tobte ja auch ausschließlich der rechtsextreme Mob…

    Aber gut, daß wir das Versagen unserer Auslandskorrespondenten mal so richtig kennenlernen.

    In derselben ZEIT-Ausgabe 45 vom 31.10.2018 finden wir auf S. 10 genau dieses journalistische Versagen in Reinkultur. Ebenfalls nur für Abonnenten oder Printleser wie mich lesbar:

    Migranten aus Zentralamerika
    Hier wird noch geträumt

    Eine Karawane von Migranten aus Zentralamerika zieht in Richtung USA – mit den Bildern schürt Donald Trump die Ängste seiner Wähler. Wie ergeht es den Menschen auf ihrem Marsch?
    Eine Reportage von Laura Cwiertnia
    30. Oktober 2018, 17:04 Uhr Editiert am 1. November 2018, 15:35 Uhr DIE ZEIT Nr. 45/2018, 31. Oktober 2018

    https://img.zeit.de/2018/45/trek-mittelamerika_img

    Pause machen in Mapastepec im Süden Mexikos. Die Grenze zur USA liegt noch in weiter Ferne. © Christian Palma für DIE ZEIT

    Als Ana Gonzales beschloss, ihr altes Leben aufzugeben, blieb ihr nur wenig Zeit zum Überlegen. Im Radio hörte sie die Nachricht, eine Karawane habe sich gebildet, Menschen, die sich zu Fuß gemeinsam Richtung USA aufmachten. Gleich werde es losgehen, sagte der Sprecher, vom honduranischen San Pedro Sula aus, einer Stadt in der Nähe des Dorfes, in dem Ana Gonzales lebt. Sie rannte rüber zu ihrer Nachbarin: Komm, wir gehen mit! Sie schickte ihren Sohn in sein Zimmer zum Packen. Dann stopfte sie selbst ein paar Klamotten in den Rucksack, drei T-Shirts, zwei Hosen. „Die hässlichsten“, sagt sie, „die schönen sollte meine Tochter behalten.“ Das Mädchen würde sie bei der Großmutter zurücklassen. Als sie die Tür hinter sich ins Schloss zog, war ihre Tochter noch in der Schule.
    […]

    https://www.zeit.de/2018/45/migranten-mexiko-zentralamerika-fluechtlinge-usa-donald-trump/komplettansicht

    Zwei nicht repräsentative Frauen werden da natürlich ausgesucht, die Nachbarin auch noch schwanger und mit zwei kleinen Kindern unterwegs: sogar das Wimmelbild der ZEIT belegt, daß man Frauen und Kinder mit der Lupe suchen muß. Entsprechend fällt der flache emphatische Artikel aus. Immerhin erfährt man:

    „Vor zwei Tagen haben Männer versucht, nachts Kinder zu stehlen“, erzählt Ana Gonzales.

    Informationen über die Organisatoren des Marsches? Null.
    Am Ende des Artikels heißt es lediglich:

    So spontan, wie sich der Treck gebildet hat, so schnell kann er sich auflösen. Ana Gonzales ist an diesem Morgen noch keine fünf Kilometer durch die Dunkelheit gegangen, da bleibt ihre Nachbarin plötzlich stehen. Sie flüstert etwas, umarmt Gonzales und den Jungen kurz. Dann dreht sie um, geht mit ihren Töchtern zurück in die Richtung, aus der sie eben gekommen sind. „Sie fährt nach Hause“, sagt Gonzales. So wie ungefähr 80 andere an diesem Tag wird sie einen Bus besteigen, den Helfer organisiert haben und der die Menschen nach Honduras bringt.

    Wer diese Helfer sind, wer sie finanziert? Wer sind die alleinreisenden Männer, die die 2/3 Mehrheit (mindestens) der Karawane stellen, von denen im Artikel nie die Rede ist?

    Mein letztes Posting zum Treck und zum Geburtsrecht:

    https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/27/hans-wollschlaeger-fake-news-updated/comment-page-85/#comment-77980

    Vielleicht sollte man auch mal die Gegenstimmen zur Kenntnis nehmen – so verstehe ich Journalismus.

      • Köstlich!

        Das Problem Amerikas ist größer als nur Donald Trump
        Trump ist der umstrittenste Präsident, den die USA je hatten. Doch eine Reise zur ökonomischen Elite des Landes zeigt: Das Problem Amerikas liegt tiefer.

        Dr. Jens Münchrath
        03.11.2018 – 14:00 Uhr
        […]

        https://www.handelsblatt.com/politik/international/report-das-problem-amerikas-ist-groesser-als-nur-donald-trump/23248878.html

        Wieso besucht jemand, der etwas über die USA herausfinden möchte, drei Wirtschaftswissenschaftler, allesamt Ideologen für Freihandel, Globalisierung, Neoliberalismus, allesamt an der Ostküste zuhause?
        Immerhin, es gelingen kleine Einsichten:

        Columbia University: New York City (Stimmenanteil für Trump 9,7 Prozent) – die Stadt ist der Inbegriff für Weltoffenheit und Toleranz. Seit Donald Trump allerdings im Weißen Haus sitzt, befindet sich die Metropole in einer kollektiven Psychose. In den Schulklassen werden die Konterfeis des Präsidenten von den Wänden genommen.

        Trump-Schelte ist obligatorischer Bestandteil des Unterrichts, erzählen Eltern. Sie selbst bemühen – so wie Trump – Verschwörungstheorien, um das Unerklärliche zu erklären. Selten trifft man jemanden, der nach den wahren Gründen fragt, warum knapp 60 Millionen Menschen Donald Trump gewählt haben.

        […]
        Seit die Trump-Revolution Amerika erfasst hat, geschehen Dinge, die der Harvard-Ökonom vor Kurzem nicht für möglich gehalten hätte. Jede öffentliche Aussage, die jenseits des Mainstreams liege, könne in den sozialen Medien regelrechte Hasswellen auslösen, sagt der 65-Jährige. Es sei diese unerklärliche Wut, die ihn irritiere.

        Diese Wut im Land ist auch der Grund dafür, dass Rogoff mit „bitte um Verständnis“ ablehnt, ein kurzes Video aufzunehmen. Die Angst – sie hat auch die akademische Welt erreicht. Angst aber ist das größte Hindernis auf dem Weg zur Erkenntnis. Ermutigend ist das nicht.

        Was meint er bloß mit Mainstream? Den bestimmen doch die Eliten, zu denen er gehört. Manchmal macht der Artikel den Eindruck, als sollten diese Koryphäen vorgeführt werden:

        Ob er Trump wirklich mit Hitler vergleichen wolle? „In einem gewissen Sinne durchaus“, antwortet Shiller. „Beide waren exzellente Verführer und Showmaker, beide haben diese wütende Art zu reden, beide waren Macher-Typen.“ Und auch die Furcht in der Bevölkerung sei vergleichbar: „Der weiße Mann hat große Angst, dass er demnächst eine Minderheit im Land ist. Und Trump wird als der Mann gesehen, der in der Lage ist, diese Entwicklung zu stoppen“, sagt Shiller. „Sie glauben an ihn, an den starken Mann.“ Wenn jemand Amerika verändern könne, dann Donald Trump.
        […]
        Kurz vor den Präsidentschaftswahlen hatte Shiller einen offenen Brief unterschrieben, der Trump die charakterlichen Fähigkeiten für das Präsidentenamt absprach. „Es hat nichts gebracht“, sagt er heute. Der Brief habe die Trump-Unterstützer in ihrem Willen gestärkt – und einen „Shitstorm“ gegen mich ausgelöst.

        Warum wird immer übersehen, daß Trump von Anfang an auch um die Stimmen von Schwarzen und Latinos geworben hat? Und daß er von diesen mehr Stimmen erhalten hat als sein Vorgängerkandidat Mitt Romney?

        Jedenfalls verfügt der Autor über etwas mehr Durchblick als die von ihm befragten Wissenschaftler:

        Dabei macht es sich das liberale Establishment zu leicht, wenn es die Trump-Anhänger zu einer Art Dunkel-Amerika erklärt, wo der „angry white man“ seine rassistischen und frauenfeindlichen Fantasien auslebt. Auch das zeigen die Besuche an den drei Universitäten.

        Klar. Zumal die Mehrheit der weißen Frauen Trump gewählt hat.

        Ich habe vorhin die beiden aktuellen anti-Trump-Berichte im SPIEGEL gelesen, einen über den Wahlkampf, einen über die Karawane. Über die verliere ich jetzt kein Wort – ich muß mich erstmal abregen. 😉

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