Hans Wollschläger-Fake News- Updated

Hans, Winterberg 11-04

Hans Wollschläger in Winterberg, 2004, Foto: Gabriele Gordon

Es hätte ja eigentlich genügt, meinen letzten Artikel zu ergänzen:

https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/17/fake-news-oder-wie-ich-zur-witwe-von-hans-wollschlaeger-wurde/

Aber irgendein Bug im WordPress-System ließ das nicht zu.

Die NZZ als Sprachrohr des gekränkten Bearbeiters der Wollschläger-Übersetzung des Ulysses von James Joyce, Harald Beck, hat nun auch dessen Zuarbeiter Hans Walter Gabler zu Wort kommen lassen.

Der Artikel hebt natürlich mit Fake News an:

Rettet den deutschen «Ulysses»

Aus rechtlichen Gründen liegt die revidierte deutsche Übersetzung von Hans Wollschläger auf Eis. Das darf nicht sein.

Hans Walter Gabler 26.3.2018, 05:30 Uhr

https://www.nzz.ch/feuilleton/rettet-den-deutschen-ulysses-ld.1366637

Sie liegt natürlich nicht nur aus rechtlichen Gründen „auf Eis“, sondern entscheidend deshalb, weil Beck das Wollschlägersch’e Kunstwerk zerstörte.

Die NZZ vom 2.3.2018 war jedenfalls schon mal näher an der Wahrheit:

Gabriele Gordon habe keinerlei Gesprächsbereitschaft gezeigt: «Sie hat es abgelehnt, Jonathan Landgrebe, den Leiter von Suhrkamp, und den Cheflektor Fellinger zu treffen. Offenbar hat sie dem Verlag schriftlich ihre Position dargelegt; sie begründet diese einerseits juristisch – in dieser Hinsicht sind ihre Ansprüche tatsächlich unanfechtbar. Anderseits führte sie angeblich literarische und philologische Gründe an: Wollschläger hätte der Neufassung nicht zugestimmt, argumentierte sie.»

https://www.nzz.ch/feuilleton/ulysses-neuedition-rechtlich-ist-die-sache-tot-ld.1361961

Der offenbar umfassend uninformierte Gabler meint:

Das grundsätzliche Einvernehmen zwischen dem Übersetzer, einem Team von Revisoren und dem Suhrkamp-Verlag datiert aus dem Jahre 2007. Leider verstarb Hans Wollschläger wenige Monate, nachdem das Übereinkommen erzielt worden war.

https://www.nzz.ch/feuilleton/rettet-den-deutschen-ulysses-ld.1366637

Daß bei diesem Treffen von 10.3.2007 irgendein Übereinkommen erzielt worden sei, davon träumt allenfalls der Suhrkamp-Verlag. Insofern existiert lediglich ein Protokoll des Verlags, das Hans Wollschläger nie zur Kenntnis nahm. Ob er wirklich die Fron auf sich genommen hätte, sich ein ganzes Jahr die Besserwissereien von Anglisten und Philologen anzuhören? Die keine Ahnung von Kunst haben?

Ich wage es zu bezweifeln.

Eins ist jedenfalls klar. Nur Hans Wollschläger selbst hätte seine eigene geniale Übersetzung überarbeiten können. Niemand sonst.

Gabler hüpft gleich hierauf:

Durch dieses aber bestärkt, verpflichtete der Verlag Harald Beck und seine Mitarbeiter zur Durchsicht und Überarbeitung der Wollschläger-Übersetzung. Entscheidend am Übereinkommen war, dass ein durchgesehener und revidierter Übersetzungstext nicht die wollschlägersche Verdeutschung überfremden würde. Die Überarbeitung verstand sich als Dienst an der Übersetzung und deren Dienst am Roman und an seinem Autor.

https://www.nzz.ch/feuilleton/rettet-den-deutschen-ulysses-ld.1366637

Warum bringt die NZZ derlei Lügen?

Klar, Beck möchte gern seine Vorgänger Dirk Vanderbeke und Dirk Schultze, die Kommentatoren der Wollschläger-Übersetzung  im Jahr 2004, auslöschen, denen er zuarbeitete. Genauso agiert sein Zuarbeiter Gabler.

Vanderbeke und Schultze verließen das Unternehmen, als ihnen klar wurde, wie sehr Beck es auf die Zertrümmerung  der Wollschläger-Übersetzung ankam.

Gabler:

Wie ich es mir vorstelle, könnte Grundlage einer Vereinbarung sein, dass Hans Wollschlägers «Ulysses» unverändert der rein deutsche Lesetext des Werkes vom Suhrkamp-Verlag bleibt. In Parallele dazu sollte der Verlag den Plan Siegfried Unselds umsetzen, eine zweisprachige «Ulysses»-Ausgabe anzubieten. In dieser würde dem englischsprachigen originalen Text der deutsche zugesellt, der, auf der Grundlage der Übereinkunft mit Hans Wollschläger, über zehn Jahre hinweg im Auftrag des Suhrkamp-Verlags erarbeitet wurde. Dass dieser überarbeitete Text im Wesentlichen nach wie vor den Übersetzungstext Hans Wollschlägers darstellt, nur eben in einer revidierten Fassung, welche Entsprechungen im Deutschen zum englischen Original präzisiert, wäre selbstredend hervorzuheben und vertraglich festzuhalten.

Es ist eine hohe Anerkennung der Übersetzung von 1975, dass sie eben nicht ersetzt wird, sondern im Kern bestehen bleibt. Der revidierte Wollschläger-Text in einer zweisprachigen Ausgabe sollte dabei selbstverständlich zu erkennen geben, wo er von Wollschlägers Fassung von 1975 abweicht und warum er das tut. Der englischsprachige Text der Herausgeber Hans Walter Gabler, Wolfhard Steppe und Claus Melchior steht rechtlich vorbehaltlos für die zweisprachige Ausgabe zur Verfügung.

https://www.nzz.ch/feuilleton/rettet-den-deutschen-ulysses-ld.1366637

Nun mag ja wohl Suhrkamp befeuert haben, die „neue“ Übersetzungs-Bearbeitung von Beck zu promoten, weil die alte von Wollschläger nicht mehr verkauft wird, da der Markt gesättigt ist.

Gablers Vorschlag ist nicht nur weltfremd, sondern auch kontrafaktisch, da die Wollschläger-Übersetzung durch Beck zerstört worden ist.

Und warum sollte ein kommerzieller Verlag wie Suhrkamp eine englisch-deutsche Ulysses-Ausgabe herausbringen, der die zehntausende Beck-Veränderungen an der Wollschläger-Übersetzung dokumentiert, die Beck auch noch begründen soll?

 

 

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4.024 Gedanken zu „Hans Wollschläger-Fake News- Updated

    • Eine weitere „Randnotiz“: In der Provinz Raqqa gärt es wider der eigenmächtigen Übernahme der USA – und nicht etwa zu Gunsten ISILs:

      „Randnotiz“ deshalb, weil derlei manifestierter Volkeswille nicht zählt ggü. den Brieffreundschaften, die „Journalisten“ wie ein Röpcke pflegen…

        • Die arabischen Stammesführer, die von den USA installiert wurden, sind ohnehin unsichere Kantonisten, die sofort zur Assad-Seite wechseln werden, wenn sich die USA zurückziehen oder sie nicht mehr bezahlen: hat Trump nicht die „Wiederaufbau“-Hilfsgelder gestrichen?

          Zu Fisk:

          hat sich nun ein US-Reporter gesellt:

        • Eben eine ‚gang on the run‘. Klarer Fall!
          Etwas seltsam kam mir die Bemerkung im gestrigen RT Bericht vor, (editiert heute morgen)
          https://www.rt.com/news/424280-russia-evidence-chemical-attack-staged/

          wonach ’nach local media reports‘ die FFM bereits Mittwoch ihre Arbeit beenden wolle. -?
          „The OPCW team plans to finish its work on Wednesday and present its preliminary report to the UN before its departure from Damascus, local media report.“

          Heute sind die Inspektoren in Douma eingetroffen. Der RBB berichtete, ihre Arbeit würde „einige Tage dauern“ und der fertige Bericht sei erst in „einigen Wochen“ zu erwarten.

  1. Der Krieg um die Deutungshoheit beim Fall Skripal geht weiter. Hier ein Link aus der Transatlantiker-Ecke im TP auf ein Papier des OPCW und meine Einschätzung dazu:

    https://www.opcw.org/fileadmin/OPCW/CSP/C-20/en/c20dec05_e_.doc.pdf

    Zitat daraus: „(b) failure to correctly analyse control samples issued by the Secretariat together with authentic biomedical samples;“

    Das wäre der Beleg dafür, dass standardmäßig manipulierte Probe versandt werden.

    In dem ganzen Text wird zwischen

    – „authentic biomedical samples“

    und

    – „BioPTs“ („Biomedical Proficiency Tests“) unterschieden

    Der im ganzen Text völlig undefinierte Begriff „control samples“ wird exakt (!) einmal verwendet, nämlich in genau dem einen von den Transatlantikern gefundene und zitierten Satz.

    Dagegen

    „authentic biomedical samples“ kommt 8 mal vor und

    „BioPTs“ und „Biomedical Proficiency Tests“ 29 mal.

    Das ist unglaublich überzeugend (:-( ), zumal nirgendwo die Regeln für die Erstellung von „control samples“ erwähnt werden. (Während die anderen Begriffe definiert werden – wie es sich ja auch gehört).

    Können die „control samples“ etwa frei Schnauze nach Lust und Laune vom Secretary gemacht werden?

    Würde mich aber nicht wundern wenn das Dokument mal schnell aufgrund der aktuellen Lage von MI6-Leuten „aufgemotzt“ wurde. Denen traue ich inzwischen ALLES zu.

    Klärung könnte da nur Aussagen von endlich mal glaubwürdiger Seite bringen. Aber die Transatlantiker haben es ja geschafft, jegliche internationale Organisation unglaubwürdig zu machen.

      • Und hier noch die Beschreibungen, wie Labors qualifiziert und designiert werden;

        https://www.opcw.org/special-sections/designated-laboratories/

        Nach den „ADDITIONAL GUIDELINES ON THE DESIGNATION OF LABORATORIES FOR THE ANALYSIS OF AUTHENTIC SAMPLES“

        https://www.opcw.org/fileadmin/OPCW/CSP/C-20/en/c20dec04_e_.doc.pdf

        werden mit authentischen Proben auch Kontrollproben versandt, deren Analysenqualität in die Bewertung des Labors mit einfliesst:

        „1. After a laboratory designated for the analysis of authentic samples performs analysis of authentic samples received from the Secretariat in accordance with OPCW procedures, the Secretariat will conduct an assessment of the laboratory’s
        performance of this task. The Secretariat’s assessment will consider the following:

        (a) whether the laboratory correctly analysed the control samples provided by the
        Secretariat and correctly identified the spiked chemicals contained therein;“

        Dies ist natürlich auch Russland bekannt.

        • „werden mit authentischen Proben auch Kontrollproben versandt, “

          Wo steht da, dass MIT den authentischen Proben auch Kontrollproben versandt werden?

          Dass zertifizierte Labore an Ringversuchen teilnehmen ist andererseits völlig selbstverständlich.

          Aber das eine hat mit dem andern rein gar nichts zu tun.

        • Diese Guidelines beschreiben, dass anstelle der Teilnahme an einem jährlichen Ringversuch zur Qualifizierung auch die Teilnahme an einem authentischem Test zu einer Neuqualifizierung befähigt:

          „…Bearing in mind that mandatory participation in proficiency tests organised by the Secretariat poses a significant burden on those laboratories analysing authentic samples in support of the OPCW;

          Noting also that the guidelines set out in the Annex to EC-XX/DEC.3 do not provide for exceptions to the requirement to participate in proficiency tests and that, under certain circumstances, the Secretariat may take into consideration the analysis of authentic samples successfully performed by the designated laboratories for purposes of confirmation of their designated status “

          Dazu werden dann wohl die Kontrollproben mitgeschickt.

  2. zur talkshow von Anne Will vergangen Sonntag: https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/27/hans-wollschlaeger-fake-news-updated/comment-page-8/#comment-73265:

    Herr Röttgen behauptete am 15.4.2018 bei Anne Will (ca. Sendeminute 30): dass Russland die OPCW Untersuchung verweigert hat. Im weitern hat er an den „Gesunden Menschenverstand“ appelliert (Minute 31):
    Beim Versuch den „Gesunden Menschenverstand“ bei den Vorgängen in Syrien zu nutzen, stellen sich mir eine Reihe von Fragen:
    1. Assad führt seit sieben Jahren Krieg – sagte Herr Röttgen. Wie können Rebellengruppen seit sieben Jahren Krieg führen? Von wem werden sie ausgebildet? Sind nicht dafür amerikanische Truppen auch in der Region von Ost Goutha? Will Trump diese nicht gerade jetzt abziehen? Von wem bekommen diese Gruppen ihre Waffen?
    2. Was würden Herr Röttgen davon halten, wenn ausländische Mächte in Deutschland z.B. Mitgliedern der Reichsbürgerbewegung eine militärische Ausbildung angedeihen ließen und dieselbe oder andere ausländische Mächte solch eine Bewegung mit Waffen und Munition versorgen würde?
    3. Was wäre der Unterschied zu den Aktivitäten des amerikanischen Militärs in Syrien und der Lieferung von Waffen an islamistische Gruppen und „moderate Rebellen“ durch Saudi Arabien und andere?
    4. Warum soll man Regierungen glauben, deren Geheimdienste Lügen präsentierten, mit denen Kriege mit hunderttausenden von Toten begründet wurden:
    • Zur Begründung der deutschen Beteiligung am Jugoslawienkrieg wurde im deutschen Verteidigungsministerium ein angeblich existierender „Hufeisenplan“ der Serben zur ethnischen Säuberung erfunden.
    • Beim ersten Irakkrieg wurde die Brutkastenlüge erfunden, nach der Irakische Soldaten angeblich in einem kuwaitischen Krankenhaus Frühgeborene aus Brutkästen gerissen haben sollten, um sie zu töten. Das der Öffentlichkeit gezeigte Bildmaterial dafür wurde in den USA gedreht. Einen entsprechenden Vorfall gab es in Kuwait nicht.
    • Beim zweiten Irakkrieg haben westliche Geheimdienste behauptet, Saddam Hussain verfüge über Massenvernichtungswaffen. Auch diese Behauptung hat sich als Lüge herausgestellt.
    5. Was ist glaubwürdig an der Behauptung, USA, FR und GB wollen der Verstoß gegen internationales Recht ahnden, wenn sie dabei selber einen Verstoß gegen internationales Recht begehen?
    6. Ist das Handeln von US-Präsident Trump glaubwürdig, der mit der Aggression nach außen von seinen innenpolitischen Problemen nach den Veröffentlichungen von den Ex-CIA-Chef James Comey ablenkt?
    7. Welche Bürgerkriegspartei hatte Veranlassung Chemiewaffen einzusetzen: Die Rebellengruppe die mit der Ermordung ihrer Geiseln grade solche Angriffe durch Frankreich und USA provozieren wollten aber selber keine Vergeltungsschläge durch USA westliche Staaten befürchten müssen?
    8. Oder die syrische Regierung, die dabei ist, die letzte Rebellengruppe zu in der Region zu besiegen und mit diesem Einsatz riskiert hat, dass Trump US-Truppen nicht wie angekündigt abzieht und syrische Stellungen mit Luftschlägen angreift?
    9. Am 30. März 2017 erklärten Trumps Chefdiplomaten Tillerson und Haley, dass es für Syrien auch eine Zukunft mit Assad geben könne. Fünf Tage später kam es zum angeblichen Giftgaseinsatz auf Khan Scheikoun, Trump ein syrisches Flugfeld bombadieren – von einer Zukunft mit Assad war keine Rede mehr. Selbst wenn die syrische Regierung für den Giftgaseinsatz verantwortlich war, glauben sie nicht, dass Assad seine Lehre aus dem Umschwung von Trumps Position gezogen hätte und nicht riskieren würde, dass Trump seinen Entschluss die US-Truppen abzuziehen revidiert?

    Es ist verlogen einen Militärschlag wegen einem Einsatz von Chemiewaffen für richtig zu halten, aber nicht einmal dem UNO-Vertrag zum Verbot von Atomwaffen beizutreten.

    • Ich stelle hier einmal die Anne-Will-Sendung ein:

      https://www.daserste.de/information/talk/anne-will/videosextern/angriffe-des-westens-auf-syrien-wie-gefaehrlich-ist-die-konfrontation-mit-russland-100.html

      Aber manche blicken etwas mehr durch – wenn auch mangels Detailbefassung der „Giftgasangriff“ nicht in Frage gestellt wird:

      Bomben auf Syrien
      Unser Krieg
      Trump wirft die guten Bomben, Assad und Putin die bösen? Nein. Nirgends entlarvt sich westliche Heuchelei so wie in Syrien. Auch wir tragen Schuld an diesem Krieg.

      Eine Kolumne von Jakob Augstein
      Montag, 16.04.2018 15:26 Uhr
      […]
      Die Bomben, die der Dreibund da geworfen hat, sind vergeblich, verkehrt und verlogen. Vergeblich, weil sie am Lauf dieses Krieges nichts ändern werden. Verkehrt, weil sie das Völkerrecht weiter schwächen, anstatt es zu stärken. Und verlogen, weil sie von der Schuld des Westens ablenken.
      […]
      Obama wollte, dass Assad gestürzt wird. Die CIA begann 2013 damit, syrische Rebellen auszurüsten und zu trainieren – der Umfang des Geheimprojekts lag bei einer Milliarde Dollar. Trump beendete das Programm im vergangenen Jahr. Weil es gescheitert war. Die „Washington Post“ schrieb im vergangenen Sommer: „Obamas Politik hatte tatsächlich ein Patt auf dem Schlachtfeld zum Ziel. Die Regierung hoffte, dass dies zu einer Verhandlungslösung führe, mit der der Konflikt beendet würde.“

      Diese Politik des Unentschiedens hat Hunderttausende von Menschen das Leben gekostet. Der syrische Krieg ist darum auch das Ergebnis eines gescheiterten Versuchs des Regime-Changes.
      […]
      Ohne die westliche Einmischung hätte Assad seine Macht längst stabilisiert und seine nahöstliche Despotie fortgesetzt. Stattdessen schwächte die CIA das Assad-Regime und bereitete so erst den Islamisten den Weg – und dann den Russen. Syrien ist ein weiteres Beispiel für die Fehleinschätzungen amerikanischer Geopolitik.
      […]
      Der Tod ist real. Die Schmerzen sind real. Aber die Politik des Westens ist surreal. Es geht uns um hygienische Verhältnisse. Rechtshygiene. Moralische Hygiene. Diese Bomben wurden für uns abgeworfen. Nicht für die Opfer des Krieges in Syrien.
      Wenn es uns um die Opfer ginge, gäbe es nur eine Lösung: sofortiger Rückzug, damit dieser Krieg endlich endet.

      http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-krieg-auch-der-westen-traegt-schuld-a-1203096.html

      Der Kalte Krieg war ein vergleichsweise simpler Konflikt
      Eine Kolumne von Theo Sommer

      Trumps Amerika fällt als verlässlicher Akteur aus. Nun ist es eine europäische Aufgabe, im Mittleren Osten ohne Waffen Frieden zu schaffen.
      17. April 2018, 7:30
      […]
      Gegen die Vergeltungsaktion vom vorigen Samstag sind verschiedene Einwände vorgebracht worden. Der Einwand, zum Beispiel, dass man wenigstens das Ergebnis der OPCW-Chemiewaffeninspektion hätte abwarten sollen. Juristische Einwände: Es fehlte nicht nur ein UN-Mandat, sondern auch ein Mandat des US-Kongresses und des britischen Parlaments. Sachliche Einwände: Es ist unklar, ob die zerstörten Einrichtungen überhaupt noch in Gebrauch waren; Auch könnte Assad die Produktion von Sarin oder Chlorgas leicht anderswo aufbauen. Schließlich ist es eine Tatsache, dass der Vergeltungseinsatz von 59 amerikanischen Tomahawk-Marschflugkörpern im April 2017 gegen einen syrischen Fliegerhorst keinerlei militärische und politische Folgen hatte. Wieso sollte es diesmal anders sein?

      Assad bleibt an der Macht

      Sicher geht man nicht fehl in der Annahme, dass es nicht nur berechtigte moralische Empörung war, die alle drei westlichen Akteure zum Handeln brachte (wobei es einen schon wundert, dass einige Dutzend Gas-Tote in Duma sie zum Losschlagen bewegt haben, nicht aber die Hunderttausenden, die ganz konventionell mit Artilleriegranaten, modernsten Flugzeugbomben und primitiven Fassbomben ums Leben gebracht worden sind). Innenpolitische Erwägungen gaben wohl überall den Ausschlag. Donald Trump, unter Druck durch Stormy Daniels, Robert Mueller und James Comey, brauchte dringend Ablenkung nach außen. Ebenso Theresa May, die Brexit-Geplagte, die in der Aktion zugleich ein Stück Vergeltung für den Russland zugeschriebenen Angriff auf den Ex-Doppelagenten Skripal und seine Tochter sah. Und auch Emmanuel Macron, der um seine Wirtschaftsreform kämpft, kam es sehr zupass, im Konflikt mit den Gewerkschaften mit seinen Rafael [Rafale]-Jagdbombern Frankreichs Anspruch auf Weltgeltung zu manifestieren.
      […]
      Wer freilich glaubt, dass weitere Sanktionen gegen Russland dafür die Bahn brechen könnten, oder davon ausgeht, dass Moskau in allen Streitpunkten einknicken müsse, der macht sich etwas vor. Der Sieg, der militärisch nicht zu erringen ist, wird sich auch diplomatisch nicht erlangen lassen. Am Ende wird bestenfalls ein Kompromiss stehen. Wenn er dem geschundenen Syrien Frieden bringen soll, die Aussicht auf Wiederaufbau und auf Rückkehr der Flüchtlinge, wird der Westen manche Zugeständnisse machen müssen – sicherlich die fortdauernde Präsenz Russlands und wahrscheinlich sogar Assads zeitweiliges Verbleiben im Amt.

      Im Mittleren Osten Frieden zu schaffen ohne Waffen – es ist eine Aufgabe, die einen Bismarck überfordern könnte. Es ist, da Trumps Amerika als verlässlicher Akteur ausfällt, eine europäische Aufgabe, an der sich die M-M-Kombination Merkel/Macron beweisen kann. Die bedachtsame Differenziertheit des Bundespräsidenten wird einem Ausgleich dabei förderlicher sein als die noch reichlich holzschnitthafte Bestimmtheit unseres neuen Bundesaußenministers.

      http://www.zeit.de/politik/ausland/2018-04/luftangriffe-syrien-usa-grossbritannien-frankreich-analyse/komplettansicht

      Von letzterem kann man sich hier überzeugen: während Asselborn eine solide Partnerschaft mit Rußland fordert und Mogherini Assad in den politischen Prozeß einbeziehen will, kommt von Maas nichts zu Rußland, sondern er spricht von einer notwendigen „Übergangsregierung“ und daß ein Befriedungsprozeß mit Assad undenkbar sei:

      https://www.zdf.de/nachrichten/heute-journal/heute-journal-vom-16-april-2018-100.html

      Und im aktuellen SPIEGEL sagt er, daß er als Justizminister die Verfassung als Leitlinie gehabt habe (hat er nicht!) und nun eine „regelbasierte Ordnung“ – weshalb er ja auch den völkerrechtswidrigen Militärschlag des Westens gutheißt.

      😦

    • Aber das ist doch identisch mit der Doku!

      https://www.rusemb.org.uk/fnapr/6481

      Ich bin jedenfalls gespannt, wie sich das Rätsel „BZ“ lösen wird…

      Ich stimme albibi zu, daß die Erklärung der NZZ:

      https://www.nzz.ch/international/skripal-russland-zieht-schweiz-in-den-fall-hinein-ld.1377578

      https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/27/hans-wollschlaeger-fake-news-updated/comment-page-9/#comment-73271

      doch sehr merkwürdig ist:

      Es geht doch eben darum, dass mehrer unabhängige Laboratorien ein möglichst gut übereinstimmendes Ergebnis erzielen. (Ganz davon unbenommen davon müssen natürlich unabhängig von „echten Fällen“ Referenz- und Testproben an die Labors regelmäßig verschickt werden. Aber eben nicht im Zusammenhang mit einem aktuellen, politischen und hochkritischen Fall.)

      Außerdem würde mit diesem Verfahren regelrecht zugegeben, dass man Proben verfälschen kann, ohne dass dies das Labor nachweisen kann. Sollte sich das OPCW tatsächlich auf solche grobe Weise selbst desavouieren?

      Bei dieser Angelegenheit muss man wirklich inzwischen mit jedem größten Hirnriss und extremstem Lügen und Verzerren rechnen.

      https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/27/hans-wollschlaeger-fake-news-updated/comment-page-9/#comment-73274

      Natürlich werden die OPCW-Labore regelmäßg dahingehend überprüft, ob sie ordentlich arbeiten – aber daß man ihnen während einer hochbrisanten Untersuchung fake-Proben unterschiebt – wobei sich die Frage erhebt: woher hat die OPCW dieses BZ-Material? -, das erscheint mir doch wenig plausibel-

      Hier Folge X der Skripal-Darlegungen beim Saker:

      http://thesaker.is/a-curious-incident-part-x/?inmoderation

      Wenn man einen Schritt zurücktritt und die Zusammenhänge zwischen dem Skripal- und dem Douma-Hoax betrachten will, sollte man sich den von Angelika Roll geposteten off-Guardian-Beitrag dazu ansehen:

      Published on April 14, 2018
      The Skripal event and the Douma “gas attack” – two acts in the same drama?
      […]

      https://off-guardian.org/2018/04/14/the-skripal-event-and-the-douma-gas-attack-two-acts-in-the-same-drama/

      Die Ähnlichkeit beider von Lügen begleiteten Vorgänge, und das Motiv, den Westen gegen Rußland zu einigen, und zwar vor Aufklärung der behaupteten Vorgänge, stechen als Gemeinsamkeit hervor. In diesem Artikel wagt der off-Guardian diese These:

      So, could it be the Skripal event was never intended to last so long in the public eye? Could it be that it was indeed a false flag, or a fake event, as many have alleged, planned as a sketchy prelude to, or warm up act for a bigger chemical attack in Syria, scheduled for a week or so later in mid-March – just around the time Russia was warning of such a possibility?

      Could it be this planned event was unexpectedly canceled by the leading players in the drama (the US) when the Russians called them out and the rapid and unexpected fall of Ghouta meant any such intervention became pointless at least for the moment?

      Did this cancelation leave the UK swinging in the wind, with a fantastical story that was never intended to withstand close scrutiny, and no second act for distraction?

      So, did they push on with the now virtually useless “chemical attack”, botch it (again), leaving a clear evidence trail leading back to them? Did they then further insist on an allied “response” to their botched false flag in order to provide yet more distraction and hopefully destroy some of that evidence?

      This would explain why the UK may have been pushing for the false flag to happen (as claimed by Russia) even after it could no longer serve much useful purpose on the ground, and why the Douma “attack” seems to have been so sketchily done by a gang on the run. The UK needed the second part to happen in order to distract from the first.

      It would explain why the US has been less than enthused by the idea of reprisals. Because while killing Syrians to further geo-strategic interests is not a problem, killing Syrians (and risking escalation with Russia) in order to rescue an embarrassed UK government is less appealing.

      https://off-guardian.org/2018/04/14/the-skripal-event-and-the-douma-gas-attack-two-acts-in-the-same-drama/

      Der Mensch neigt eben dazu, Sinn in teilweise völlig sinnlosem Geschehen zu suchen. Und wenn diese Suche zu nahe an die Wahrheit gerät, die dem Bürger durch Politiker und Geheimdienste seit jeher verhüllt wird, nennt man die Sinnsucher „Verschwörungstheoretiker“ – ein Begriff, der von der CIA erfunden worden sein soll.

      Einen Tag später erwärmte sich der Off-Guardian für diese These:

      More on the Skripal/Douma false flag connection

      In regard to our suggestion the latest move against Damascus was predominantly a UK project, a link was sent to us today to an article by Thierry Meyssan on Voltairenet that’s certainly interesting.
      http://www.voltairenet.org/article200232.html

      Published March 20 it puts forward the idea the Skripal affair was a false flag intended to be the launch pad for a wholesale diplomatic attack on Russia that Meyssan suggests would initiate a “new cold war.”
      […]
      What Meyssan suggests is as follows:

      „Back in March a projected coup was planned between the UK government and the neocons in Washington to create an irresistible drive to a) launch a full blown assault on Damascus and b) get Russia removed from the UN Security Council.
      The means was to be first the Skripal incident and immediately thereafter a large scale false flag chemical weapon attack on Ghouta.
      Rex Tillerson, then US Secretary of State, was involved in this plan.
      However by some means (Meyssan doesn’t say how) the Syrian and Russian intelligence services became aware of the plan, and realised it was not the Pentagon behind it, but “some other agency.”
      The Russians immediately alerted the media to a possible false flag.

      At the same time, bypassing diplomatic channels (because he was concerned to avoid others who were siding with the “plotters”), Russian Chief of Staff, General Valeri Gerasimov contacted his American counterpart General Joseph Dunford to inform him of his fears of a game-changing intel-sponsored event in Syria. Dunford in turn informed Defense Secretary Jim Mattis, who told Trump.

      Since this apparent plot was going on without the knowledge of the White House & Pentagon, Trump then told Mike Pompeo, the head of the CIA, to investigate.
      As a result Trump became convinced Tillerson was involved and soon after, fired him.“

      This in essence is Meyssan’s story. He cites no source for the claims about back-channel communications, and we can’t verify them even slightly. But we all know Russia did indeed warn of a pending false flag in Syria several times throughout March, and developments since the time of Meyssan’s writing lend credence to the broad thrust of interpretation.
      […]

      https://off-guardian.org/2018/04/15/46325/

      In der Tat, Tillerson hatte im Januar verkündet, die US-Truppen würden noch lange in Syrien verbleiben – entgegen der Trump-Politik, die eigentlich „take our boys back home“ bedeutete und ein Ende von Interventionen wie unter Obama. Die Absichten des Pentagon waren schwer zu lesen – mal so, mal so. Mal dauerhaftes Bollwerk gegen den Iran, mal bloße IS-Bekämpfung – die aber längst eingestellt ist. Und wie mit der Türkei zu verfahren ist: da hat auch der Centcom-Befehlshaber Votel keinen Plan.

      Es kann sein, daß Sinnsuche hier vergeblich ist, weil wir es in der Realität mit multiplen politischen Affekten zu tun haben.

      Der Bürger muß Vernunft einfordern!

  3. Um mit den Zeitungsgerüchten, Russen und Syrer würden die Tätigkeit der OPCW verzögern, aufzuräumen, zitiere ich aus dem pdf des Generalsekretärs der OPCW von heute. Bezeichnend ist schon einmal, daß beide Seiten am selben Tag, am 10.4.2018, die Untersuchung ankündigten bzw. erbaten:

    On Tuesday 10 April, we handed to the Syrian delegation a note verbale notifying them of our decision to deploy the FFM as early as possible, as well as the names of the team members for issuance of visas. On the same day, the Syrian delegation submitted to the Secretariat a note verbale requesting the FFM to be dispatched. We also received a letter from the Ambassador of the Russian Federation supporting the Syrian request. Following these communications which are circulated to the States Parties on 10 April, I received a letter from the Syrian Vice Foreign Minister expressing his government’s support for the deployment of the FFM.
    […]

    https://www.opcw.org/fileadmin/OPCW/EC/88/en/ecm58dg01_e_.pdf

    Solche Untersuchungen erfordern hohen bürokratischen Aufwand, und so wurde auch die superpingelige UN eingeschaltet, die, wir kennen es von den humanitären Lieferungen, nur sehr selten zufrieden ist, geht es um Sicherheitsgarantieen:

    I have also been in touch with the UN High Representative for Disarmament Affairs, Ms Nakamitsu. Colleagues in the Secretariat and the UNOPS office in Damascus have been – and continue to be – in close contact with the UN Department of Safety and Security (UNDSS) in order to ensure the safety of the FFM team.

    I have addressed a letter to the Director-General of the World Health Organisation (WHO) requesting that the WHO share with us information on the victims it reportedly collected through its partners on the ground.
    […]

    Letzteres wird sehr interessant sein, denn darüber konnte die WHO Rußland keine Auskunft geben: die werten Partner „on the ground“ waren natürlich anti-Assad-Aktivisten. Abgesehen davon, daß die sich jetzt im Norden Syriens aufhalten, haben die gegenüber der WHO Propaganda betrieben.

    Nun sieht es so aus, als sollten Rußland und Syrien dafür verantwortlich sein, daß das seit Samstag in Damaskus befindliche Team noch nicht loslegen konnte:

    The Team has not yet deployed to Douma. The Syrian and the Russian officials who participated in the preparatory meetings in Damascus have informed the FFM Team that there were still pending security issues to be worked out before any deployment could take place.
    […]
    I hope that all necessary arrangements will be made through the UNDSS to allow the team to deploy to Douma as soon as possible.

    Tatsächlich steht das UNDSS auf der Bremse: können Syrien und Rußland garantieren, daß auf dem Weg zu dem oder den angeblichen Tatorten keine Minen mehr liegen?

    Aber die Arbeit hat eh schon begonnen:

    In the meantime the Team was offered by the Syrian authorities that they could interview 22 witnesses who could be brought to Damascus.

    https://www.opcw.org/fileadmin/OPCW/EC/88/en/ecm58dg01_e_.pdf

    • Genau richtig:
      „Al-Masdar reached out to a Syrian military source in Damsacus; he stated that it is not safe for any residents or aid workers to enter certain areas in Douma due to the ongoing demining operation.“

      https://www.almasdarnews.com/article/russia-denies-tampering-with-evidence-at-chemical-weapons-site-in-douma/

      Natürlich hat Lavrov jedes ‚tampering‘ dementiert.

      Nur, was soll dabei überhaupt herauskommen. Sarin oder sonstige ’nerve agents‘ wird man nicht feststellen und Chlorgas verfliegt viel zu schnell, selbst wenn es benutzt worden wäre.
      Da bleiben ja nur die Zeugenaussagen.
      Und sollte sich die FFM noch ihre eigenen Zeugen suchen,- es wurde ihnen ja freie Bewegung zugesichert- was, wenn bei hartnäckiger Suche nach nun über einer Woche verbliebene anti-Assad Anhänger gefunden werden, die etwas anderes berichten..?.

      Unterdessen ist die nächste Offensive unter Beteiligung der ISIS Hunters gegen den IS im Süden von Damaskus in Vorbereitung

      Auch anderswo im Land gibt es Kämpfe und clashes.

      • Ja, der Westen hat jeglichen moralischen Kredit verspielt: es gilt das Recht des Stärkeren, und desjenigen mit der machtvolleren Propaganda. Und vielleicht auch die der Geheimdienste?

        Craig Murray hat auch schon diese Erfahrung gemacht. Jetzt traf es Ron Paul:

        Dieser Blog funktioniert noch:

        15 April 2018
        Trump’s Big Flop In Syria
        by Publius Tacitus

        Do not believe a word you have heard from the Pentagon and the White House about the „success“ of the cruise missile strikes on Friday last. A fraud is being perpetrated on the American people and the world at large. Frankly, General Mattis and General Dunford have dishonored themselves by going along with this charade.

        If you could go to the CAOC (i.e., the Combined Air Operations Center) located at the Al Udeid Air Force Base in Qatar and speak to officers working for CENTCOM, you would hear a mixture of disgust, shock and anger from many over the President’s claim of „Mission Accomplished.“ And I am talking about people who have been supportive of President Trump. But Trump, with the sycophants at the Pentagon and the Joint Staff, has crossed a line into delusional thinking.
        […]
        Why the discontent?

        There are at least three sources–First, the United States fully coordinated and deconflicted the attack in Syria with the Russians; Second, well over 50% of the TLAMs launched by the United States, France and Britain were shot down by air defense systems in Syria; and Third, the pundits (like retired General Jack Keane) and politicians who are insisting foolishly that Russia is a second rate military power and won’t hit back.
        […]

        http://turcopolier.typepad.com/sic_semper_tyrannis/2018/04/trumps-big-flop-in-syria-by-publius-tacitus.html

        Und es melden sich britische Ex-Militärs zu Wort:

        Aber ansonsten bieten die Medien ein jämmerliches Bild – wie 2003 vor dem Irakkrieg:

        Douma Evacuee On Syrian Violence
        April 15, 20188:20 AM ET
        […]
        Diana Jamal el-Deen is Syrian-American. She’s lived in her husband’s home region of eastern Ghouta for the past 18 years, teaching English. Tuesday, she and her family fled after what’s widely believed to be a chemical attack by Syrian forces. Speaking with us over Skype from the town of al-Bab near the Turkish border, she called the Syrian government, led by Bashar al-Assad, criminal and says the regime attacked her home.

        DIANA JAMAL EL-DEEN: There was two days of nonstop bombing. The women and children and the men, they all were staying in basements. The second day, there was a chemical attack which was not near me, but I heard about it. And when I heard about it from some of the young men – they told me what happened because they weren’t staying in the basement with us. They told me not to tell the women so they don’t get hysterical.
        […]

        https://www.npr.org/2018/04/15/602605334/douma-evacuee-on-syrian-violence

        Eine solche Aktivistin kommt sowohl bei NBC als auch bei BILD gut an:

        Die BBC ist sich nicht zu schade, die 7-jährige Masa zu Wort kommen zu lassen, die in dem Krankenhaus-Propaganda-Film „geduscht“ wird:

        Syria ‚chemical attack‘: Girl seen in hospital video speaks

        This is the story of Masa, who survived the suspected chemical attack in Syria, in her own words.
        Speaking on Sunday alongside her mother, she described how she and her family were hiding in a basement when a „barrel“ dropped.
        • 15 Apr 2018

        http://www.bbc.com/news/av/world-middle-east-43776015/syria-chemical-attack-girl-seen-in-hospital-video-speaks

        https://www.mirror.co.uk/news/world-news/we-breathed-smell-blood-girl-12370497

        Bana reloaded wird überall gern genommen:

        Hier gibt es Aufklärung über das besagte Video:

        Syria ‚chemical attack‘ staged to provoke US airstrike, London pushed perpetrators – Russian MoD
        Published time: 13 Apr, 2018 14:21 Edited time: 14 Apr, 2018 10:24

        [Video]
        The Russian Defense Ministry has presented what it says is proof that the reported chemical weapons attack in Syria was staged. It also accused the British government of pressuring the perpetrators to speed up the “provocation.”
        During a briefing on Friday, the ministry showed interviews with two people, who, it said, are medical professionals working in the only hospital operating in Douma, a town near the Syrian capital, Damascus.
        In the interviews released to the media, the two men reported how footage was shot of people dousing each other with water and treating children, which was claimed to show the aftermath of the April 7 chemical weapons attack. The patients shown in the video suffered from smoke poisoning and the water was poured on them by their relatives after a false claim that chemical weapons were used, the ministry said.
        […]

        https://www.rt.com/news/424047-russian-mod-syria-statement/

        Das ist natürlich Propaganda:

        Den Vogel schießt wie immer CNN ab:

        Haben die kein Schamgefühl mehr?

        • Wie und woher denn, wenn sie für ihren ‚Mut‘ noch belohnt werden.
          Arwa Damon (- ich sah das und wusste schon gar nicht mehr, wie ich reagieren sollte, es nützt ja eh nicht, wenn ich schreie vor Wut oder sonstwas-) gehört auch zu den preisgekrönten CNN Korrespondenten für außergewöhnliche Leistungen…
          ‚Courage in Journalism Award‘ –

          DAS ist die perverse Realität…

          „Damon added: “It’s always an honor to be recognized for our work, but we know that we must continue to strive to work harder in order to do justice to these stories of unimaginable suffering.”

  4. Achtung: vielleicht Doppelpost:

    „Diese sind zwar ähnlich beschaffen, enthalten im ersten Fall aber keinen chemischen Kampfstoff, im zweiten Fall einen anderen, der extra der Probe beigefügt wurde.“

    Damit wäre das ganze 8- bzw- Mehrere-Augen-Prinzip ausgeschaltet. Das halte ich für ausgeschlossen bzw. müsste dann an der Seriosität und Wissenschaftlichkeit des OPCW zweifeln.

    Es geht doch eben darum, dass mehrer unabhängige Laboratorien ein möglichst gut übereinstimmendes Ergebnis erzielen. (Ganz davon unbenommen davon müssen natürlich unabhängig von „echten Fällen“ Referenz- und Testproben an die Labors regelmäßig verschickt werden. Aber eben nicht im Zusammenhang mit einem aktuellen, politischen und hochkritischen Fall.)

    Außerdem würde mit diesem Verfahren regelrecht zugegeben, dass man Proben verfälschen kann, ohne dass dies das Labor nachweisen kann. Sollte sich das OPCW tatsächlich auf solche grobe Weise selbst desavouieren?

    Bei dieser Angelegenheit muss man wirklich inzwischen mit jedem größten Hirnriss und extremstem Lügen und Verzerren rechnen.

  5. @ Dipfele:

    https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/27/hans-wollschlaeger-fake-news-updated/comment-page-8/#comment-73270

    In der Tat: sollte es so gewesen sein?

    Vieles spricht zudem dafür, dass Spiez den Kampfstoff BZ tatsächlich gefunden hat. Doch das ist kein Widerspruch zu Mogls Aussage, dass er dem britischen Nowitschok-Resultat vertraue. Denn zu den rigiden Kontrollmechanismen der OPCW zählt, dass die Referenzlabore jeweils mehrere Sätze von Proben erhalten. Typisch ist, dass die OPCW nicht nur die «echte» Probe verschickt, sondern auch negative und positive Kontrollproben. Diese sind zwar ähnlich beschaffen, enthalten im ersten Fall aber keinen chemischen Kampfstoff, im zweiten Fall einen anderen, der extra der Probe beigefügt wurde. Damit wird sichergestellt, dass das beauftragte Labor fehlerfrei arbeitet und nicht weiss, welches die «echte» Probe ist. Wenn Spiez der OPCW nicht nur den Befund Nowitschok meldete, sondern auch das Vorhandensein von BZ, so lässt sich dies am ehesten durch den Einsatz einer solchen Kontrollprobe erklären. Für die OPCW gab es daher gar keinen Grund, den BZ-Befund öffentlich zu vermelden – sie wusste ja, dass es sich dabei nur um eine Kontrollprobe gehandelt hatte.

    https://www.nzz.ch/international/skripal-russland-zieht-schweiz-in-den-fall-hinein-ld.1377578

    Das war mir unbekannt. Sollten die Russen geleimt worden sein? Wir werden es ja sehen. Wo die NZZ und Spiez stehen, wissen wir jedenfalls: allein die penetrante Benutzung des Kampfbegriffs „Nowitschok“ belegt es, während es tatsächlich um den von den USA spätestens 1998 entwickelten Stoff A-234 geht, wie die OPCW ihren Mitgliedern bekanntgegeben hat… Oder diese Desinformation:

    Bestätigt sich die obige Erklärung, so wäre daraus der Schluss zu ziehen, dass Russland jegliche Hemmung verloren hat, Halb- und Unwahrheiten zu verbreiten und dabei selbst angesehene internationale Institutionen wie die OPCW zu untergraben. Dass den propagandistischen Phantasien Moskaus kaum Grenzen gesetzt sind, hat sich allerdings kürzlich schon gezeigt, als Russland sich dazu verstieg, Grossbritannien der Urheberschaft des Giftgasangriffs in der syrischen Stadt Duma zu bezichtigen.
    […]

    https://www.nzz.ch/international/skripal-russland-zieht-schweiz-in-den-fall-hinein-ld.1377578

    Es ging um die britische Anstiftung der White Helmets, einen angeblichen Giftgasangriff vorzutäuschen.

    Hier eine weitere Wortmeldung – ausgerechnet von dem russischen Forscher, der eine Probe an die Mafia verkaufte, die damit 1995 einen russischen Banker und dessen Sekretärin ermordete.

    „Novichok“ Creator Says OPCW Report Proves Skripals Poisoned With Another Agent
    03:31 15.04.2018(updated 10:52 15.04.2018)

    MOSCOW (Sputnik) – The report of the Organization for the Prohibition of Chemical Weapons (OPCW) shows that former Russian double agent Sergei Skripal and his daughter Yulia could not be poisoned with a Novichok-class nerve agents, Leonid Rink, one of the Novichok creators, told Sputnik.
    The OPCW said in its report, issued earlier in the week, that a toxic chemical of high purity was used in the attack.
    „OPCW data saying that a toxic chemical of high purity was used proves that it was not Novichok…. Novichok is a complex nerve-paralyzing substance consisting of a mixture of many different components and additives that decompose in different ways. If a pure substance was found, it could not be Novichok,“ Rink said.
    […]
    According to Rink, Skripals could have been poisoned by fentanyl that is used in the production of narcotic substances. He added that symptoms of recovery of Skripals were similar to those of fentanyl poisoning.
    Rink noted that Skripals might have been sprayed with fentanyl while sitting on the bench where they were found unconscious.
    „Fentanyl immediately brings a person down. He falls immediately. The effect of fentanyl is instant,“ Rink said.
    […]

    https://sputniknews.com/europe/201804151063573543-novichok-creator-opcw-report/

    Verwirrend…

    • Und wer hier wirklich angesehene „internationale Institutionen wie die OPCW“ untergräbt, das ist der aggressive Westen, der die Untersuchungen der OPCW in Douma nicht abwartet, sondern vorher zuschlägt und jetzt, wie Barish gepostet hat:

      https://gabrielewolff.wordpress.com/2018/03/27/hans-wollschlaeger-fake-news-updated/comment-page-8/#comment-73266

      mal wieder einen Mechanismus installieren will, der jenseits aller OPCW-Vorschriften großzügig „Schuld“ verteilen will. Was, wenn die OPCW nichts findet?

      Von der Propaganda des Westens mal ganz abgesehen:

      Within hours of the first allegation of chemical use on April 7, Syria’s state-run news agency painted the reports as a smear campaign by the last remaining opposition group in East Ghouta, Jaysh al-Islam. We have no information to suggest that this group has ever used chemical weapons.

      https://www.cnbc.com/2018/04/13/read-white-house-assessment-of-suspected-chemical-attack-in-syria.html

      [Aus dem US-Assessment zu Douma]
      HRW und Amnesty International werden doch sonst gern akzeptiert, wenn sie Syrien und Rußland belasten. Warum bleibt dann dieser Bericht von Mai 2016 verborgen?

      https://www.amnesty.org.uk/press-releases/syria-armed-opposition-group-committing-war-crimes-aleppo-new-evidence

      Wie überhaupt die Legitimations-Probleme des Westens immer deutlicher werden:

      Was für ein geostrategischer Weitblick. Frankreich kann stolz sein.

      • Macron lügt, sobald er den Mund aufmacht, wie ja auch May.
        Seine Behauptungen wurden bereits türkischerseits widerlegt:

        https://www.rt.com/news/424271-turkey-russia-ties-macron/

        Ob auch dies von geostrategischem Weitblick zeugt, lasse ich mal dahingestellt, aber beachtenswert ist es wohl dennoch: Das Abschluss-Statement des gestrigen Gipfeltreffens der Arabischen Liga erwähnte ausdrücklich Syrien nicht als verantwortlich für den mutmaßlichen Giftgasangriff. Neben AMN berichteten das auch arabische Medien.

        http://www.arabnews.com/node/1285296/saudi-arabia

        Und die Propaganda geht weiter: Reuters berichtet heute Mittag:
        https://www.reuters.com/
        In der News Vorschau heißt es dort
        „Inspectors‘ visit to suspected gas attack site *delayed* after Western strikes“

        Klickt man den Artikel an
        https://www.reuters.com/article/us-mideast-crisis-syria/inspectors-push-to-visit-suspected-syria-gas-attack-site-after-western-strikes-idUSKBN1HN1EC

        ist „delayed“ verschwunden und in „…Inspectors push to visit ..“ geändert.
        Im Text dann
        „DAMASCUS (Reuters) – International inspectors *were to try on Monday to visit the site* of a suspected gas attack which brought U.S.-led missile strikes on Syria and heightened the diplomatic confrontation between the West and President Bashar al-Assad’s main ally Russia. “
        [-]
        Kein weiterer Hinweis auf die angebliche Verzögerung.
        Dafür aber dann im weiteren Artikel, der die unfassbare Bosheit der USA belegt:
        ‚Russia may have tampered with chemical attack site, U.S. envoy says‘

        https://www.reuters.com/article/us-mideast-crisis-syria-chemicalweapons/russia-may-have-tampered-with-chemical-attack-site-u-s-envoy-says-idUSKBN1HN126

        THE HAGUE (Reuters) – Western countries accused Moscow on Monday of preventing inspectors from reaching the site of a suspected poison gas attack in Syria and said Russians or Syrians may have tampered with evidence on the ground.
        [-]
        „Inspectors from the Organization for the Prohibition of Chemical Weapons (OPCW) went to Syria last week to inspect the Douma site but have yet to gain access to the town, which is now under government control after the rebels withdrew.“
        [-]
        Was ist da am Boden nun eigentlich los? Seit Samstag zig unterschiedliche Aussagen dazu aber man erfährt nichts konkretes.

        • In dasselbe Horn tutet die Sun von heute – und sogar der OPCW-Chef soll mittuten:

          RUSSIA and Syria have blocked chemical inspectors from investigating the site of a brutal chemical attack in Douma, Syria, reports claim.
          Russia may even have compromised the site of the April 7 gas attack, according to Ahmet Uzumcu, Director general of the Organization for the Prohibition of Chemical Weapons.
          „It’s our concern they may have tampered with it to thwart the fact finding investigation,“ Mr Uzumcu is quoted as saying by NBC’s Bill Neely.
          […]
          But a Syrian government official said it is „fully ready“ to cooperate with the OCPW that’s in Syria to investigate the alleged chemical attack that triggered US-led airstrikes.
          Faisal Mekdad, Syria’s deputy foreign minister, said government officials have met with the delegation, which has been in Damascus for three days, a number of times to discuss cooperation.
          Russia also insists it is committed to let the UN-backed watchdog do its work in Syria, promising „not to interfere“.
          […]

          https://www.thesun.co.uk/news/6062930/russia-blocks-opcw-chemical-weapons-inspectors-douma-syria/

          Sicher geht es wieder einmal um Verhandlungen über die Sicherheitsgarantie, die das Ganze künstlich verzögern…

        • Üzumzü mal wieder- dachts mir schon… und nachgeplappert wird brav von den ‚Excellenzen“…

          Nun muss May Farbe bekennen, Macron muss ebenfalls heute seinem Parlament Rede und Antwort stehen..
          https://www.independent.co.uk/news/world/middle-east/syria-strikes-live-updates-theresa-may-latest-parliament-corbyn-vote-chemical-weapons-bombing-a8306466.html

          http://www.euronews.com/2018/04/16/watch-live-theresa-may-faces-parliament-over-syria-strikes

          Madame ist verspätet…. man wartet noch

        • Nach dm Independent Update
          ( 10 mins ago. The director-general of the Organisation for the Prohibition of Chemical Weapons has delivered an update to the body’s executive council regarding the investigation into the Douma attack.)
          [-]
          scheint die UN den Einsatz aufzuhalten, also deren UN’s safety and security department (UNDSS)
          Die konnten praktischerweise wiederum die airstrikes vorschieben..

        • Ohje, May betet wörtlich denselben alten Stuss runter, den wir vorher von ihr hörten. Jaish al-Islam existieren für sie nicht in Douma, wie zuvor kommt wieder nur “ Daesh doesn’t even have a presence in Douma“.

          Mal sehen welche Fragen von den MPs kommen… bisher nur wieder lautstarke ‚yeahhs‘ der Tories.
          Euronews überträgt, wie auch CNN TV live

          http://www.euronews.com/2018/04/16/watch-live-theresa-may-faces-parliament-over-syria-strikes

        • Corbyn, nachdem er rüde durch Buhs unterbrochen wurde und der Speaker einschreiten musste, erwähnte aber wenigstens JAI und deren früheren CW Einsatz sowie auch den Persilschein der OPCW für das Forschungsinstitut.
          Sowas erwähnen die Medien natürlich nicht.

          Die Umfragequoten für Mays angeblichen ‚broad based international support‘
          sehen jedenfalls in GB sehr mau aus, da war von rund 30% die Rede.

          Deprimierend auch die im Anschluss bei Euronews gesendete- die GB Parlamentsdebatte wurde abgebrochen- PK mit Mogherini. Die EU setzt wieder voll auf die UN Genfer Linie und die ‚kooperative Opposition‘ für den politischen Prozeß. Nur Damaskus spiele nicht mit.
          Na danke, déja vue.

    • Also ich sehe da aber einen Widerspruch:
      „…und nicht weiss, welches die «echte» Probe ist.“ —
      „–… sie wusste ja, dass es sich dabei nur um eine Kontrollprobe gehandelt hatte.“

      Oder bei der anderen, was soll das also?

    • Das Zitat von Lawrow (in dem er ja wiederum auch nur zitiert) lautete doch:
      „I will now be quoting what they sent to the OPCW in their report. You understand that this is a translation from a foreign language but I will read it in Russian, quote: “Following our analysis, the samples indicate traces of the toxic chemical BZ and its precursor which are second category chemical weapons.“

      „samples“ ist doch wohl Mehrzahl, also mehrere Proben, oder?

      • Ja natürlich mehrere. Ungeachtet mitgereichter oder nicht mitgereichter Kontrollproben ja allein schon Plural wegen Blut-und Umfeldproben der Tatortumgebung.

        • mehrer Proben bezieht sich nach meinem Verständnis auf mehrere Proben mit „BZ“-Inhalt….

      • Besser immer link mit angeben für den Kontext und O-Ton.
        Es war wohl auf den Vorseiten von Frau Wolff was gepostet, ich mag nicht suchen jetzt. Bisher las und postete ich darüberhinaus selbst nur den anders lautenden Tass Text
        http://tass.com/politics/999831
        und den Kommentar der Botschaft
        https://www.rusemb.org.uk/fnapr/6486

        Aber wir wissen auch nicht, wie viele Kontrollproben mit BZ verteilt wurden, wenn es denn stimmt. Bei Spray-Anwendung kann der Stoff ja auch in den ‚Umwelt’proben gefunden worden sein.

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