Warum die Presse versagt

In den letzten zweieinhalb Jahren habe ich keinen Beitrag mehr geschrieben, sondern nur noch in Kommentaren das Weltgeschehen und dessen mediale Zerrbilder präsentiert. Die Themen gingen nicht aus, und es war immer wieder ein Phänomen festzustellen: öffentlich-rechtliche Sender und die Medien informieren nicht, sie ergreifen Partei, befördern Agenden und verfehlen ihren Auftrag, der Macht durch kritisches Hinterfragen Paroli zu bieten.

Stattdessen: Polemik, Skandalisierung, uniformer „Haltungsjournalismus“, Wunschdenken, eilfertige Übernahme von Sprachvorgaben aktivistischer Lobbies und Ausgrenzung von Kritikern. Hat man jemals so viel über „Verschwörungstheorien“ – pardon, jetzt heißt es „Verschwörungsmythen“ und „Verschwörungserzählungen“, denn „Theorie“ klingt zu wissenschaftlich und würde diese Wirrköpfe nur adeln – gelesen wie in den letzten Monaten, dargeboten von derselben Presse, die jahrelang an der Verschwörungstheorie der Democrats mitwirkte, nach der Donald Trump quasi ein russischer Agent sei und mit Putin daran arbeitete, Mails der Democrats-Partei zu hacken und sie über WikiLeaks zu verbreiten? Und die jetzt souverän die Aufdeckung dieser Verschwörungstheorie als echte Verschwörung von Hillary Clinton, dem DNC, CIA, FBI, dem State Department und den willigen Helfern der durch die Bank anti-Trump-Presse von NYT über die Washigton Post, Politico und Daily Beast, CNN und allen anderen cable news bis auf Fox News beschweigt?

Ja,ja, die „Schlinge zog sich jahrelang zu“ um Trump.

Wenn sie sich infolge der New York Post-Enthüllungen um Joe Biden zuzieht, springt man gerne wieder auf den Zug, daß es sich bei den aus Hunter Bidens Computer stammenden Mails und Bilder, deren Echtheit nicht einmal von den Bidens bestritten wird, um „russische Desinformation“ handele.

Ohne Kommentar zitiere ich aus einem Kommentar, der ausschließlich seine eigene Blasen-Befindlichkeit beschreibt:

Politik in den USA

Das größte Problem an Trump sind seine Wähler

Eine Kolumne von Henrik Müller

Es ist ein Skandal, dass Donald Trump die Präsidentschaftswahl immer noch gewinnen kann – trotz aller Verfehlungen und Ungeheuerlichkeiten. Wie kann das sein? Die Antwort lässt nichts Gutes erhoffen.

11.10.2020, 13.28 Uhr

[…]

Das wirklich Beunruhigende dieses Wahlkampfs ist nicht Trumps Amtsgebaren, sondern die mögliche Unfähigkeit des Souveräns – also des Volkes -, einen untragbaren Präsidenten aus dem Amt zu entfernen. Und all das spielt sich ab in jenem großen Land, das, bei allen Fehlern, über Generationen der westlichen Welt ein strahlendes Vorbild war. Ein Befund, der die Demokratie selbst als Regierungssystem ins Zwielicht rückt – und damit auch uns ganz direkt angeht.

Zwei Enthüllungen der vergangenen Wochen sollten genügen, Trump unwählbar zu machen: sein Eingeständnis, die amerikanische Öffentlichkeit über die Gefahren der Corona-Pandemie – wissentlich und kalkuliert – in die Irre geführt zu haben, wie er dem Reporter Bob Woodward im Frühjahr ins Aufnahmegerät plauderte. Und die Veröffentlichungen der „New York Times“ über Trumps Steuererklärungen, die einen Abgrund an Steuervermeidung und Korrumpierbarkeit offenbaren.

[…]

Damit die Demokratie funktionstüchtig sein kann, bedarf es einer aufgeklärten Bevölkerung. Wenn allerdings nicht mehr das Relevante in wahrhaftiger Form thematisiert wird, wenn falsche Nachrichten, Triviales und sonstiger Bullshit die Debattenräume verstopfen, wenn sich Nischen und Echokammern abschotten und das Dröhnen der Lärmspiralen ohrenbetäubend wird, dann ist nicht mehr unbedingt gewährleistet, dass die Wahrheit für alle sichtbar ans Licht kommt. Wie es um die Qualität der Regierung bestellt ist, lässt sich unter diesen Bedingungen nicht mehr so einfach erkennen.

[…]

„You can’t fool all the people all the time?“ Vielleicht doch!

Während des Corona-Shutdowns habe ich an dieser Stelle die Hoffnung geäußert, dass die Covid-19-Krise zum Offenbarungseid der Populisten werden könnte. Schließlich sei ihr Scheitern allzu offensichtlich.

https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/der-offenbarungseid-der-populisten-kolumne-a-91f96c2a-fffe-4e0f-8a23-126979b8dc22

Ich war zu optimistisch. Das Pandemie-Missmanagement von Boris Johnson (Großbritannien), Jair Bolsonaro (Brasilien) und Trump war so ungenügend, dass sich jeder von ihnen am Ende selbst infizierte. Trotzdem genießen sie allesamt nach wie vor beachtliche Zustimmungswerte. Offenkundig bemisst sich der Erfolg einer Regierung – mindestens für Teile der Bevölkerung – nicht mehr unbedingt an ihren Leistungen, sondern an ihrem Unterhaltungswert.

Ein Prozess ist im Gang, bei dem der Grundkonsens verlorenzugehen droht. Die Veränderungen der Medienlandschaften – das Aufkommen von Social Media, die schwächere Durchdringung mit seriösem Journalismus – begünstigen einen Zerfall der Öffentlichkeit. Gesellschaften spalten sich in immer kleinere Resonanzräume auf, wo jeweils eigene Erzählungen über den Zustand der Welt vorherrschen. Diese Erzählungen brauchen nicht unbedingt eine belastbare Faktenbasis, um der jeweiligen Anhängerschaft glaubwürdig zu erscheinen. Gegenseitige Bestätigung innerhalb der jeweiligen Gruppe genügt.

[…]

https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/donald-trump-beschaedigt-auch-unsere-demokratie-kolumne-a-71714efc-dde0-44e3-9262-52bfda6956d6

Wo er recht hat, hat er recht. 😉

1.227 Gedanken zu „Warum die Presse versagt

  1. Sorry, noch mal ein Test: WordPress sendet meine oben neu eingestellten Kommentare nicht.

    Puh, jetzt hat es wieder geklappt. Denn man tau:

    Der politisch und medial forcierte „Kampf gegen rechts“, wobei als „rechts“ bereits jeder gilt, der nicht „progressiv“ und „links“ ist, hinterläßt auch in der Polizeistatistik und in Geheimdienst-Berichten seine Spuren:

    Dabei gehen Analysen und Artikel wie diese unter:

    Verfassungsschutz warnt vor linksextremer Gewalt
    Sie geben sich als Polizisten aus, dringen in Wohnungen ein, überfallen Neonazis
    Einige Linksextremisten agieren offenbar immer radikaler – zu dieser Bewertung kommt nach SPIEGEL-Informationen eine Geheimdienstanalyse. In einigen Städten schotte sich ein harter Kern ab.
    Von Sven Röbel und Wolf Wiedmann-Schmidt
    11.06.2021, 14.21 Uhr • aus DER SPIEGEL 24/2021
    […]

    https://www.spiegel.de/politik/deutschland/linksextremismus-verfassungsschutz-warnt-vor-wachsender-brutalitaet-in-linksextremer-szene-a-6037fb9c-0002-0001-0000-000177879075?sara_ecid=soci_upd_j5FMWycn2aPum0F4COc40xUTUfLybp

    Dank der Rigaer Straße in Berlin wird nun offensichtlich, was jedem Bürger klar war.

    Ich lasse mal Revue passieren, was in den letzten Tagen so los war:

    15.6.2021 14:58 Uhr
    Eil-Beschluss des Verwaltungsgerichts
    Begehung der Rigaer 94 in Berlin am Donnerstag zulässig
    Die Brandschutzprüfung des Autonomen-Hauses Rigaer 94 in Berlin-Friedrichshain ist zulässig. Das hat das Verwaltungsgericht entschieden.
    Alexander Fröhlich
    […]
    Die Bewohner hatten bereits im Vorfeld mit gewaltsamen Widerstand und Vergeltungsaktionen gedroht. In der vergangenen Woche waren in der Nacht zu Donnerstag Beamte von Feuerwehr und Polizei in der Rigaer Straße in einen Hinterhalt gelockt worden. Es ging um einen brennenden Müllcontainer – vom Dach wurden dann rund 50 Pflastersteine auf die Einsatzkräfte geworfen, die Feuerwehr musste sich zurückziehen.

    Am Montagnachmittag sind dann in Marzahn sieben Fahrzeuge in Brand gesetzt worden – von bis zu acht vermummten Personen. Die Fahrzeuge gehören der Firma eines Brandschutzexperten, die für den Eigentümer der Rigaer 94 tätig ist und bereits im März die geplatzte Begehung durchführen sollte.
    […]

    https://www.tagesspiegel.de/berlin/eil-beschluss-des-verwaltungsgerichts-begehung-der-rigaer-94-in-berlin-am-donnerstag-zulaessig/27288492.html

    So gut wie nie wird einer der linken Täter gefaßt – aber die Politik befaßt sich in einem speziellen Untesuchungsausschuß mit der Frage, wieso eine Miniserie von Brandanschlägen durch vermutlich rechte Tätern den üblichen Verdächtigen nicht nachgewiesen werden kann, und behandelt die von der Presse sekundierten haltlosen Fragen, ob es ein „Netzwerk“ zwischen Rechten und Polizei/Staatsanwaltschaft gäbe.

    16.6.2021 12:58 Uhr
    Streit um teilbesetztes Haus in Berlin
    Barrikaden und Feuer in der Rigaer Straße – Polizei setzt Wasserwerfer ein
    Einen Tag vor der geplanten Brandschutz-Begehung in der Rigaer 94 brennen in Friedrichshain Barrikaden. Die Polizei löscht die Flammen mit Wasserwerfen.

    Kurz bevor die Polizei eine Sperrzone am teilbesetzten Haus „Rigaer Straße 94“ in Berlin-Friedrichshain einrichtete, haben Unterstützer der Bewohner am Mittwochvormittag Barrikaden errichtet und zum Teil angezündet. Auf Fotos waren brennende Gegenstände, Rauchschwaden, Holzgerüste, Stacheldraht und Autoreifen auf einer Kreuzung am Haus zu sehen. Die Polizei ist mit einem Großaufgebot vor Ort, Wasserwerfer und Räumtechnik kamen zum Einsatz.
    Hintergrund: Am Donnerstag soll eine Brandschutzbegehung des Hauses mit dem Eigentümer und der Polizei stattfinden. Das Oberverwaltungsgericht entscheidet am Mittwoch über einen Eilantrag der Hausbewohner dagegen.
    […]

    https://www.tagesspiegel.de/berlin/streit-um-teilbesetztes-haus-in-berlin-barrikaden-und-feuer-in-der-rigaer-strasse-polizei-setzt-wasserwerfer-ein/27291698.html

    Das Geschwätz des Horst Seehofer
    Hadmut
    17.6.2021 13:18
    Über Staatsfeinderzählungen und Realitäten.

    Host Seehofer erzählt uns, die größte Gefahr ginge von rechts aus.
    In Berlin brauchen sie gerade 1000 (!) Polizisten um eine Brandschutzbegehung im Haus Rigaer Straße 94 (linksextremes Zentrum) durchzuführen. Straßen mussten großräumig abgesperrt werden, eine Schule und eine Kita blieben geschlossen.
    Warum?
    Weil Linke nicht zivilisationsfähig sind. Gestern schon gab es (nach offiziellen Meldungen) 60 verletzte Polizisten und Feuerwehrleute, auf Straßenbarrikaden brannten und die Polizei und Feuerwehr dann von oben vom Dach (weiß nicht genau, das Haus hat wohl so vier oder fünf Stockwerke) mit Pflastersteinen beworfen wurden, irgendwo hieß es, bewusst auf den Kopf gezielt.
    Heute hat sich die Polizei mit Trennschleifern, Kettensägen, und über Hinterhöfe Zugang verschafft.
    Wieder Verletzte. Es gab ein Video, auf dem zu sehen ist, dass jemand von innen einen Feuerlöscher auf die Polizisten abgedrückt hat.
    Gestern hieß es in Radio und Presse:
    „Unter anderem wurden Baustellenabsperrungen, Fahrräder, Metallgitter, Holzkonstruktionen, Schilder der geplanten Parkverbotszone, Stacheldraht und sogar ein Auto verbaut. »In dieser Minute wird die Straße verbarrikadiert und eine autonome Zone eingerichtet, um die Rote Zone des Senats zu verhindern«, war auf dem Twitteraccount des Hausprojekts zu lesen.Die Rauchwolken waren im ganzen Viertel zu sehen. Auch in den umliegenden Straßen wurden einige kleinere Barrikaden errichtet.“
    https://www.nd-aktuell.de/artikel/1153329.rigaer-strasse-autonome-zone-eingerichtet.html

    Autonome Zone. Also die Ablehnung der Staatsgewalt und Gesetze. Aber als „verfassungsfeindlich“ werden immer andere hingestellt.
    […]

    https://www.danisch.de/blog/2021/06/17/das-geschwaetz-des-horst-seehofer/

    Man denke an den harmlosen „Sturm“ auf die Reichstagstreppe, wo sich gerade einmal drei Polizeibeamte vor dem verschlossenen Genäude aufhielten. Und „Corona-Leugner“ wurden auch noch gleich eingemeindet. 😉

    18. Juni 2021 08:36
    Tilman Schröter
    Nach Krawall an „Rigaer 94“: Brandstiftungen und Zerstörungen
    Nach der umkämpften Brandschutzprüfung und der Demonstration in der „Rigaer 94“ ist es in der Nacht zum Freitag zu Sachbeschädigungen und Zerstörungen gekommen. Autos und Müllcontainer wurden angezündet und Schaufensterscheiben zerschlagen, wie die Polizei am Freitagmorgen berichtete.

    Gegen 2.20 Uhr zerstörten zwei vermummte Täter nach Zeugenberichten acht Scheiben einer Immobilienfirma in der Dudenstraße in Tempelhof-Schöneberg. An der Hauswand stand ein zehn Meter langer Schriftzug: „R94 bleibt“.

    Es kam auch zu weiteren Zerstörungen in der Nacht – inwiefern hier ein Zusammenhang zu den Krawallen in der Rigaer besteht, ist noch unklar. Auf einem Parkplatz eines Supermarktes in der Pankower Allee in Reinickendorf bemerkte ein Passant gegen 0.20 Uhr Rauch. Als die alarmierte Feuerwehr eintraf, brannten bereits vier Autos komplett, wenig später auch ein fünfter Wagen. Weitere Autos wurden durch die Hitze beschädigt. Ein Brandkommissariat des Landeskriminalamtes hat die Ermittlungen wegen vorsätzlicher Brandstiftung übernommen.

    An einer Bank am Antonplatz in Weißensee im Bezirk Pankow wurden gegen 3.15 Uhr ebenfalls zahlreiche Fensterscheiben zerschlagen. Außerdem brannten Müllbehälter. Fotos der Zeitung „B.Z.“ zeigten, dass die Scheiben offenbar mit einem spitzen Gegenstand wie einem Nothammer eingeschlagen, zersplittert und zerstört worden waren. Auch in Friedrichshain zündeten unbekannte Täter Müllcontainer an. (dpa)

    https://www.tagesspiegel.de/berlin/nach-krawall-an-der-rigaer94-zerstoerungen-und-brandstiftungen-in-der-nacht-zum-freitag/27291698.html

    In Berlin dürfen sich Linksextreme der Unterstützung der Politik sicher sein: die Brandschutzbegehung wurde zwei Jahre lang durch die Bezirksverwaltung verhindert. Und die grüne/linke Basis hat kein Unrechtsbewußtsein:

    Auch Umweltproteste werden immer mehr von Straftaten und Gewalttätigkeiten flankiert:

    16.6.2021
    Greenpeace-Protest beim EM-Spiel
    Gleitflieger beinahe von Scharfschützen abgeschossen
    Vor dem deutschen EM-Auftakt ist ein Gleitflieger auf das Spielfeld gestürzt. Für Friedrich Merz steht daher nun die Gemeinnützigkeit von Greenpeace auf dem Spiel.

    Der Pilot des Greenpeace-Gleitfliegers beim EM-Spiel von Deutschland gegen Frankreich wäre beinahe von Scharfschützen abgeschossen worden. „Man hat aufgrund der Beschriftung ‚Greenpeace‘ davon abgesehen, dass Scharfschützen hier eingegriffen haben“, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann der „Bild“-Zeitung. „Wenn die Polizei zu einer anderen Einschätzung gekommen wäre, dass es sich um einen Terror-Anschlag handeln könnte, dann hätte der Flieger die Aktion möglicherweise mit seinem Leben bezahlen müssen.“

    Der CSU-Politiker verurteilte den Zwischenfall durch den Gleitschirmflieger im Münchner Olympiastadion kurz vor Spiel-Anpfiff scharf. „Es ist ausdrücklich für die Zeit der EM über der Allianz-Arena totales Flugverbot erlassen worden. Ich gehe davon aus, dass Greenpeace das auch gewusst hat“, sagte er. „Ich kann nur nachdrücklich verurteilen, dass Greenpeace immer wieder solche verantwortungslosen Aktionen startet. Das hat mit wohlverstandenem Umweltschutz überhaupt nichts zu tun.“
    Nach der missglückten Protestaktion ermittelt die Polizei wegen verschiedener Delikte nach dem Strafgesetzbuch – und dem Luftverkehrsgesetz. Das teilte das Polizeipräsidium München am Mittwoch mit.

    Ein 38 Jahre alter Mann aus Baden-Württemberg war am Vorabend kurz vor dem Anpfiff des Fußballspiels mit einem Motorschirm auf dem Platz in der Münchner EM-Arena gelandet und hatte im Landeanflug zwei Männer verletzt, die ins Krankenhaus kamen.
    […]
    Auch von anderen Seiten hagelte es Kritik an der missglückten Aktion der Umweltorganisation Greenpeace, die als Protest gegen den Sponsor Volkswagen geplant war.
    […]
    Ein Sprecher räumte noch während des laufenden Spiels ein, dass die Aktion missglückt sei – und entschuldigte sich. „Das tut uns wahnsinnig leid“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Auf dem Twitteraccount von Greenpeace hieß es: „Dieser Protest hatte nie die Absicht das Spiel zu stören oder Menschen zu verletzten.“ Greenpeace-Aktionen seien immer friedlich und gewaltfrei.

    https://www.tagesspiegel.de/sport/greenpeace-protest-beim-em-spiel-gleitflieger-beinahe-von-scharfschuetzen-abgeschossen/27290390.html

    Gleitschirmexperte widerspricht Greenpeace – Landung neben Stadion möglich
    Stand: 08:29 Uhr | Lesedauer: 2 Minuten

    Von Gerhard Hegmann
    Wirtschaftsredakteur
    […]
    Der Greenpeace-„Aktivist“ ist nach Überzeugung eines Gleitschirmexperten zu Beginn des EM-Fußballspiels Deutschland–Frankreich bewusst in die Münchner Allianz-Arena geflogen und hat dabei Menschen gefährdet. „Aus seiner Flughöhe hätte er selbst bei einem Ausfall des Motors das Stadion überfliegen können. Er hätte locker abdrehen können. Er wollte ganz sicher bewusst im Stadion landen“, sagte Thomas Vosseler, selbst aktiver Gleitschirmsportler, Gründer und Eigentümer des führenden deutschen Gleitschirmausrüstungsanbieters U-Turn.
    Der Unternehmer widersprach damit der Behauptung von Greenpeace über eine angebliche Notlandung des Piloten im Stadion.

    Wörtlich hatte Greenpeace in einer Kurznachricht behauptet: „Der Pilot wollte einen Ballon ins Stadion schweben lassen, musste dann aber dort notlanden, da die Handgassteuerung des Gleitschirms versagt hat.“ Greenpeace entschuldigte sich für die angeblich so nicht geplante Aktion. Der Gleitschirm habe einen Elektroantrieb gehabt, was Experte Vosseler bestätigte. Der in der Schweiz entwickelte Antrieb stamme aber nicht aus seinem Unternehmen.
    […]

    https://www.welt.de/wirtschaft/article231888409/Greenpeace-Aktivist-Sichere-Landung-war-moeglich.html

    Klassische Grünen-Wähler-Klientel? 😉

    Aber andere Aktivisten wie Ende Gelände und Extinction Rebellion sind üblicherweise viel radikaler:

    Berlin und andere Hotspots
    Wie gefährlich ist der gewaltbereite Linksradikalismus?
    Die Ausschreitungen in der Rigaer Straße erschüttern die Hauptstadt. Doch die Gewaltneigung radikaler Linker wächst nicht nur hier. Droht gar eine neue RAF?
    Von
    • Alexander Fröhlich
    • Frank Jansen
    17.6.2021 20:34 Uhr | Update: heute, 19:42 Uhr
    […]
    Welche anderen Hotspots des Linksextremismus gibt es in Deutschland?

    Neben Berlin sind vor allem Sachsen, Hamburg und Nordrhein-Westfalen stark von linksextremer Militanz betroffen. Das zeigt schon ein Blick auf die Bilanz des Bundeskriminalamts für 2020. In Berlin wurden 389 linksextremistische Gewalttaten registriert, das war fast eine Verdopplung im Vergleich zu 2019 (205 Delikte). Es folgt Sachsen mit einer ähnlich dramatischen Entwicklung. Die Polizei stellte 2020 insgesamt 230 linksextreme Gewalttaten fest, 2019 waren es 117. Noch härter ist der Anstieg in Hamburg. Im vergangenen Jahr verübten Linksextremisten 162 Gewalttaten, 2019 waren es 15. Nur in NRW gab es einen Rückgang. Die Polizei meldete für 2020 insgesamt 135 linksextreme Gewaltdelikte, 65 weniger als 2019.
    […]
    In Hamburg spricht der Verfassungsschutz von insgesamt 1270 Linksextremisten. Der Anteil der Gewaltorientierten ist mit 940 enorm hoch, das sind mehr als 70 Prozent der Szeneangehörigen. In Nordrhein-Westfalen ist 2020 das Potenzial der gewaltorientierten Linksextremen leicht auf 1020 Personen gewachsen, das sind etwa 40 Prozent des gesamten Spektrums. Schwerpunkt der militanten Aktionen sind seit Jahren schon Angriffe im Hambacher Forst auf Polizei und Mitarbeiter des Energiekonzerns RWE, der den Wald für das nahe Braunkohlerevier abbaggern will.
    Bundesweit wuchs die linksextreme Szene auf 34 300 Personen. Das sind 800 mehr als 2019. Die Zahl der gewaltorientieren Linksextremisten stieg um 400 auf 9600. Dazu passt, dass die Polizei im vergangenen Jahr soviele linksextreme und sonstige linke Straftaten registriert hat wie nie zuvor seit 2001.
    Das BKA meldete 10.971 Delikte, das ist ein Anstieg um mehr als 1000 Straftaten gegenüber 2019. Bei den Gewalttaten war die Zunahme noch deutlich härter. In der Bilanz des BKA stehen 1526 Delikte und damit 45 Prozent mehr als 2019.
    […]
    Exemplarisch für die Verhärtung in Teilen der linksextremen Szene sind zudem die militanten Proteste in Hessen gegen den Ausbau der Autobahn 49 im Dannenröder Forst. Das Bundesamt für Verfassungsschutz berichtet, rund um den Beginn der Rodungsarbeiten am 1. Oktober 2020 hätten sich Straftaten und „militante Aktionen“ gehäuft.
    […]

    Aus einem Bericht des Verfassungsschutzes

    „Während der Räumung der Barrikaden, Baum- und Bodenstrukturen sowie der Auflösung der Besetzerszene im Wald kam es immer wieder zu gewaltsamen Angriffen auf die Arbeiter und die eingesetzten Polizeikräfte“, heißt es. „Diese wurden regelmäßig mit Pyrotechnik und verschiedenen Geschossen attackiert. Im Wald wurden Depots mit Zwillen, Stahlkugeln und Pyrotechnik gefunden sowie zahlreiche Fallen entdeckt. Neben zunächst kaum sichtbaren Stahlseilen, die zum Beispiel auf Körperhöhe der berittenen Polizei über die Wege gespannt waren, wurden auch nach oben gerichtete Stahlspitzen im Boden vergraben. Hinzu kamen Sabotageakte und Brandstiftungen an Baumaschinen, gefährliche Eingriffe in den Straßenverkehr durch das Besetzen von Autobahnbrücken und Sachbeschädigungen am Eigentum Unbeteiligter.“
    […]

    https://plus.tagesspiegel.de/berlin/linksextremistische-gewalt-berliner-haeuserkampf-165207.html

    Da diese „Proteste“ medial eher als Baumhaus-Idyllen verkauft werden, hatte ich Glück, daß dieser Artikel kurzfristig frei lesbar war (im Print sowieso). Als Greta Thunberg die „Aktivisten“ im Hambacher Forst besuchte, gab es nur gedämpfte Kritik, die ihr nicht weiter schadete. Weniger jedenfalls als die von ihr aufgeworfene Frage nach der Nutzung von Atomstrom…

    • @ Gabriele Wolff

      Danke noch für den Artikel!

      Heute noch einen wirklich super Artikel gelesen, also da muss ich sagen, der ist wirklich sensationell. 🙂

      „CAROLIN EMCKE UND DIE FEINDE DER AUFKLÄRUNG

      Wenn Hohepriester Elitenkritik für eine ganz schlechte Sache halten
      Die Debatte um Carolin Emckes Verwendung des Wortes „Juden“ beißt sich an einer Nebenfrage fest. Auch ohne diesen Begriff wäre ihre Rede autoritär und antiaufklärerisch gewesen. Damit passt sie allerdings gut in die Zeit“
      https://www.tichyseinblick.de/meinungen/carolin-emcke-elitenkritik/

      • In der Tat, Eliten- und Geheimdienstkritik waren mal ein aufklärerisches Projekt der Linke. Wissenschaftkritik natürlich auch, denn die Wissenschaft läßt sich traditionell nicht nur politisch, ideologisch und ökonomisch vereinnahmen, sondern sie taumelt per definitionem zwischen trial and error – anders ist Fortschritt nicht machbar. Die Zeiten sind allerdings vorbei:

        Auf diesen Boden wächst gerade eine neue autoritäre Gesellschaft heran

        Über das Klima im Land sagt es sehr viel, dass sich das Kommentariat an der Nebenfrage festbeißt, ob die Aufreihung von ‚Juden’ in Emckes Rede vertretbar, antisemitsmusverharmlosend oder sogar antisemitisch war, und dabei die zentrale Frage übersieht, willentlich oder aus Unvermögen, dass ihre Botschaften antiaufklärerisch und autoritär sind. Und dass sie es auch ohne das Wort ‚Juden’ wären. Mit ihrer Antiaufklärung steht sie nicht allein. Wer ein ganz ähnliches postdemokratisches Geklapper lesen will, muss nur in den Werbetext zum Buch von Charlotte Annalena Alma Baerbock „Jetzt“ schauen:

        „Jede gute Politik beginnt damit, sich der Wirklichkeit zu stellen. Die Dinge, die sind, anzuerkennen, um sie zu verändern. Aber sie darf damit nicht enden. Statt wie bisher als allererstes die ängstliche Frage zu stellen: ‚Oh je, geht das überhaupt?’, sollten wir uns fragen: Was muss getan werden, damit das Nötige möglich wird? Darüber habe ich ein Buch geschrieben.“

        Doch, „geht das überhaupt?“ gehört zu den ersten und wichtigsten politischen Fragen, jedenfalls in westlichen Gesellschaften, die noch nicht in der Postdemokratie angekommen sind. Wer diese Grundfrage als ängstlich beiseiteschieben und gar nicht debattieren will, sondern stattdessen das Nötige beschwört, bei dem alle mitmachen müssen, der harmoniert natürlich bestens mit Leuten, die Elitenkritik schlimm finden, seit sie selbst zur Funktionselite gehören, und als Verschwörungstheorie beschreien, was ihnen nicht passt. Vor allem ist der- oder diejenige ein lupenreiner Postdemokrat. Die Frage nach der Praktikabilität von Politik für falsch und schlecht zu erklären, das ist Okkultismus, Voluntartismus, Dummheit – und das Gegenteil von Rationalität

        In diese Riege fügt sich auch die von der Kanzlerin gelobte und preisgekrönte Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim ein, die kürzlich in einem Interview mit RND meinte: „Streiten können wir natürlich immer. Aber es wäre toll, wenn wir weniger über das diskutieren, was bereits als sichere wissenschaftliche Erkenntnis gilt.“

        Vor der Relativitätstheorie galt die Ausschließlichkeit der Newton’schen Physik als sichere wissenschaftliche Erkenntnis, vor der modernen Medizin die Körpersäftelehre. Auch zur Notwendigkeit der Euthanasie gab es einmal einen breiten wissenschaftlichen Konsens, von dem Schweizer Sozialisten Auguste Forel bis zu amerikanischen Ärzten. Fast jede neue wissenschaftliche Erkenntnis entstand bei der Zertrümmerung einer alten, die einmal galt.
        Bis vor kurzen galt noch die Ansicht als praktisch unerschütterbar, das SARS-CoV-2-Virus könnte unmöglich aus einem Labor stammen, und jede andere Vermutung als irre Verschwörungstheorie.

        In genau dieses Horn, bestimmte Aussagen von Wissenschaftlern für undiskutierbar zu erklären, tutete kürzlich auch ein Zeit-Autor.
        https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/forschungsergebnisse-nicht-diskutierbar-wo-die-zeit-und-andere-daneben-liegen/
        [Und das ist nun wirklich ein grundstürzender Artikel von Alexander Wendt, swohl zu Klima als auch zu Corona.]

        Das Diskutieren einschränken – natürlich nur bei den gerade nützlichen wissenschaftlichen Ansichten – , Wissenschaftler zu Priestern befördern, wenn sie das eigene Milieu stützen, Eliten nicht mehr befragen, wenn es die richtigen sind: Auf diesem Boden wächst gerade eine neue autoritäre Gesellschaft von Leuten heran, die frei nach Gerhard Polt sagen: „Ich brauch keine Opposition, weil ich bin schon so reflektiert.“
        Allerdings meinen sie das nicht als Witz.

        Auch alle wirklichen Fortschritte wurden natürlich gegen frühere Eliten und Mehrheitsmeinungen durchgesetzt. Als William Wilberforce begann, sich gegen die Sklaverei einzusetzen, gehörte er zu den Außenseitern. Er trat unter etwas anderen Bedingungen an als die Wohlmeinenden, die mehr als 200 Jahre nach ihm die Sklaverei moralisch verdammen, allerdings nur die längst abgeschaffte Sklaverei des Westens, nicht die in muslimischen Ländern [dort begann die Sklaverei von Schwarzen überhaupt, später erstreckte sie sich auf Versklavung von Europäern], die immer noch existiert.

        Das – die selbstgefällige Abwicklung von Aufklärung und Kritik durch eitle Vorbeter – müsste heute ein großes öffentliches Thema sein. Stattdessen gibt es dort im angestammten intellektuellen Milieu eine riesige Leerstelle. Die Debatte findet allenfalls an den Rändern statt. Anders ginge es aber auch schlecht in einem Land, in dem Leute wie Emcke, Precht, Hirschhausen, Nguyen-Kim und eine Menge von publizistischen Putzerfischen die öffentlichen Gedankengänge verstopfen.

        Dieses Milieu würde vermutlich auch Kants Aufsatz „Was ist Aufklärung“ als krude und gefährlich geißeln, wenn er jetzt noch einmal erschiene. Sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen – unerhört. So spricht der Verschwörungstheoretiker, der behauptet, es gebe überhaupt Leute, die den Verstand von anderen leiten wollen. Die gibt es natürlich nicht. Diesen Merksatz, an dem nicht zu zweifeln ist, wiederholen wir jetzt alle.

        Eine Professur könnte sich der Mann heute abschminken.

        https://www.tichyseinblick.de/meinungen/carolin-emcke-elitenkritik/

        Erschreckenderweise kommt zu dem autoritären antiaufklärerischen Duktus im grün-linken Salon-Milieu hinzu, daß keine Abgrenzung zu Gewalt stattfindet:

        Stattdessen wird obsessiv auf das „Problem“ von Rechten in Sicherheitsbehörden rekurriert:

        Tatsächlich muß die Bundeszentrale, die sich aktiv für die Critical Race Theory einsetzt, an die Kandare genommen werden, was die Verbreitung von obsessiven Eiferern angeht. Denn die haben nichts mit Aufklärung am Hut.

        Hat Steinmeier nicht wirklich schon genug gegen Rechts gemahnt und gewarnt? Er tönt mittlerweile wie eine abgenudelte Schallplatte.

        Es gibt keinen Haß der Linke? Er ist allgegenwärtig:

        Cancel Culture ist ihr Elixier:

        Kurz bevor Huber den Rausschmiß von Schreiber fordert, fällt dem Claus Kleber-Verehrer gerade noch rechtzeitig die Kunstfreiheit ein. 😉

        Die größte Blindstelle der woken Social Warriors sind natürlich Straftaten der gefährlichsten Extremisten: der Islamisten: denn die Verteidigung von Merkels Flüchtlingspolitik gehört zum guten Ton, und da bleiben Morde durch islamistische „Geflüchtete“ eher unterberichtet, wie der Schwulenmord duch einen islamistischen Hardliner in Dresden.

        Auch dies blieb eine Lokalnachricht:

        04.06.2021, 17:20 Uhr
        Wegen IS-Kriegsverbrechen in Mossul
        Iraker in Berlin zu lebenslanger Haftstrafe verurteilt

        Ein 45-jähriger Mann und sein 22-jähriger Sohn sind zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Sie hatten sich 2014 im Irak dem IS angeschlossen.

        Ein Iraker und sein Sohn sind in Berlin wegen Kriegsverbrechen in ihrer Heimat verurteilt worden. Gegen den 45-jährigen Vater wurde am Freitag eine lebenslange Freiheitsstrafe verhängt. Der 22-jährige Sohn erhielt eine Jugendstrafe von fünf Jahren und zehn Monaten.
        Die Männer hätten sich 2014 in ihrer Heimatstadt Mossul der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) angeschlossen und im Oktober 2014 an der öffentlichen Hinrichtung eines IS-Gefangen teilgenommen, begründete das Berliner Kammergericht. Bei dem Opfer handelte es sich um einen irakischen Staatsbediensteten.

        Der Vater und sein Sohn wurden der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland und der Kriegsverbrechen gegen Personen schuldig gesprochen. Der 45-Jährige wurde zudem des Mordes für schuldig befunden, der Sohn der Beihilfe zum Mord.
        […]

        https://www.tagesspiegel.de/berlin/wegen-is-kriegsverbrechen-in-mossul-iraker-in-berlin-zu-lebenslanger-haftstrafe-verurteilt/27257482.html

        Solche Leute flüchteten eben auch, und man darf es einem Maaßen nicht verübeln, daß er gegen die unkontrollierte „Einwanderung“ opponierte. Zumal das damalige Argument der Politik, man könne keine Grenzen schließen, dank Corona schnell widerlegt war: das ging Ruckzuck.

        Was die Parallel-Gesellschaften angeht, so ist die arabische Clan-Kriminalität nun wirklich omnipräsent – allerdings oft beweislos, boulevardesk zugespitzt auf Bushido und als Folklore eingemeindet in Stream-Medien.

        Der Focus bringt diese Details aus einem anderen Milieu:

        Prozessbeginn in Aachen
        Redet nicht lange, treibt Geld mit Gewalt ein: Die Strafakte von Ex-Fußballer Deniz Naki

        • FOCUS-Online-Reporter Axel Spilcker
        Samstag, 05.06.2021 | 09:29

        Am Freitag begann am Aachener Landgericht der Prozess gegen den 31-jährigen Ex-Fußballprofi Deniz Naki und drei weitere führende Mitglieder der Bahoz-Truppe. Bei dem Prozess geht es um die Bildung einer kriminellen Vereinigung, bandenmäßigen Drogenhandel, Körperverletzung und gewerbsmäßige Erpressung. Auch das Rockermilieu und die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK spielen eine Rolle.

        Am frühen Morgen scheint Deniz Naki bereits in Hochform zu sein. Euphorisch erzählt der 31-jährige Ex-Fuballprofi an jenem Apriltag 2020 kurz vor vier Uhr einem Bekannten im Auto, wie seine kurdische Bahoz-Bande die rheinische Unterwelt erobern will: Um einen Krieg anzufangen, müsse man radikal kämpfen, tönt der ehemalige U21-Nationalspieler mit kurdischen Wurzeln. Stelle sich einzig die Frage nach den Angriffszielen. „Wenn das klappt …dann kommen die alle zu uns – aber wir sind schon stark…die wissen schon einmal, dass wir die kurdische Fraktion in NRW sind.“ Sicher hätte die Führungsfigur einer zwölfköpfigen rockerähnlichen Gang nicht so freimütig seine Pläne geschildert, hätte er gewusst, dass die Polizei den Wagen verwanzt hatte und seinen Worten mit Interesse lauschte.

        Dass es sich keineswegs um harmlose Prahlereien handelte, beweist der Prozess gegen den inzwischen inhaftierten Naki und drei weitere führende Mitglieder der Bahoz-Truppe, der am Freitag vor dem Aachener Landgericht begann. Dabei geht es um Bildung einer kriminellen Vereinigung, bandenmäßiger Drogenhandel, Körperverletzung und gewerbsmäßige Erpressung.

        Hinter den Vorwürfen verbergen sich Schießereien, Bandenkriege mit Rivalen aus dem Rockermilieu mithin auch Bezüge zur PKK. Bahoz steht für Sturm. Die Gangs hierzulande gelten als kriminelle Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei und als Gegenstück zur türkischen Osmanen Germania.
        […]

        https://www.focus.de/panorama/welt/aachen-prozess-geen-naki-geht-los_id_13360647.html

        Und in Düsseldorf gibt es diesen Prozeß:

        Hauptverhandlungstermine in dem Verfahren gegen Sarah O. und zwei mutmaßliche Unterstützer der ausländischen terroristischen Vereinigung „Islamischer Staat (IS)“

        25.09.2019 Pressemitteilung Nr. 27/2019
        In dem Strafverfahren gegen die 21-jährige deutsch-algerische Staatsangehörige Sarah O., den 51-jährigen deutschen Staatsangehörigen Ahmet S. und die 48-jährige deutsche Staatsangehörige Perihan S. hat der 7. Strafsenat des Oberlandesgerichts Düsseldorf (Staatsschutzsenat) die Anklage des Generalbundesanwalts zur Hauptverhandlung zugelassen und das Hauptverfahren eröffnet (Aktenzeichen III-7 StS 3/19). Die Hauptverhandlung soll unter dem Vorsitz des Vorsitzenden Richters am Oberlandesgericht Lars Bachler beginnen am

        16. Oktober 2019 um 9.30 Uhr
        im Saal 1 des Prozessgebäudes des
        Oberlandesgerichts Düsseldorf.
        […]
        Anklagevorwürfe

        Der Angeklagten Sarah O. wirft die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe Mitgliedschaft in der ausländischen terroristischen Vereinigung „IS“, Kriegsverbrechen gegen das Eigentum, Menschenhandel und Freiheitsberaubung vor. Nach Auffassung des Gerichts kommt zudem auch eine Strafbarkeit wegen Verbrechens gegen die Menschlichkeit in Betracht. Die Taten soll sie teils als Jugendliche, teils als Heranwachsende begangen haben.

        Im Oktober 2013 soll sie im Alter von 15 Jahren über die Türkei nach Syrien gereist sein und sich dem „IS“ angeschlossen haben. Anfang 2014 soll sie einen aus Deutschland stammenden „IS“-Kämpfer, Ismail S., nach islamischem Recht geheiratet und mit ihm unter anderem Wach- und Polizeidienste übernommen haben. Mit ihrem „Ehemann“ soll sie Wohnungen bezogen haben, deren Eigentümer getötet oder vertrieben worden waren, um auf diese Weise den Gebietsanspruch des „IS“ zu festigen. In ihrem Haushalt soll sie von September 2015 bis Oktober 2017 ein jesidisches Mädchen sowie zwei jesidische Frauen als Sklavinnen gehalten haben.

        Die Mitangeklagten Ahmet und Perihan S. sind die Eltern des Ismail S., den die Angeklagte Sarah O. nach islamischem Recht geheiratet haben soll. Ihnen wirft die Bundesanwaltschaft Unterstützung der ausländischen terroristischen Vereinigung „IS“, Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat und Verstöße gegen das Außenwirtschaftsgesetz vor. Ihre Söhne Ismail und Emre Yunus S. sollen den „IS“ mit Waffenzubehör versorgt haben. Die beiden Angeklagten sollen ihnen dafür Geld gegeben und für sie Waffenzubehör, darunter Magazine und Visiereinrichtungen für Sturmgewehre des Typs Kalaschnikow, entgegengenommen, bezahlt und teils erfolgreich nach Syrien gebracht haben.

        Wegen der Einzelheiten wird Bezug genommen auf die Pressemitteilung der Bundesanwaltschaft vom 24. April 2019.
        https://www.generalbundesanwalt.de/de/showpress.php?themenid=21&newsid=831
        […]

        https://www.olg-duesseldorf.nrw.de/behoerde/presse/archiv/Pressemitteilungen_aus_2019/20190925_PM_SarahO/index.php

        Dazu gab es im SPIEGEL einen einfühlsamen Artikel mit der Frage, wie weit Eltern gehen in der Unterstützung ihrer Kinder. Ich habe ihn gleich dem Altpapier übergeben.

        Aber unsere Leitmedien sind ja längst zu Propagandamedien verkommen; so auch die NYT:

        Irgendetwas stimmt hier nicht – die «New York Times» und die getöteten Kinder

        In sozialen Netzwerken kursieren viele gefälschte Bilder und irreführende Informationen. Einige davon hat kürzlich auch die «New York Times» publiziert – um mit antisemitischen Untertönen Stimmung gegen Israel zu machen.
        Sarah Pines 14.06.2021, 05.30 Uhr

        Nichts ist machtvoller als das Bild. Wir beten Ikonen an, wir glauben, was wir sehen, oder wir glauben, dass Abbilder, auch wenn sie so unrealistisch verzerrt sind wie ein expressionistisches Gemälde, die Realität wiedergeben, wie sie irgendwo sein könnte oder sicherlich schon sein wird. Und nur wenige Bilder sind so machtvoll wie Fotografien, die herangezogen werden, um eine Berichterstattung zu untermauern – vor allem, wenn es sich um Fotografien von Kindern handelt.

        Malek heisst in Wahrheit Sophie – und lebt in Russland

        In sozialen Netzwerken kursieren regelmässig Bilder von Kindern, die tatsächlich oder angeblich von der israelischen Armee getötet oder verwundet wurden. Viele der Fotos sind nicht aktuell, oder sie entstammen anderen Orten und Zeiten. Das gilt unter anderem für das unter dem Hashtag #Gazaunderattack publizierte Bild der kleinen «Malek», die bei einem israelischen Luftangriff im jüngsten palästinensisch-israelischen Konflikt ums Leben gekommen sein soll. Nur: «Malek» ist fünf Jahre alt, heisst in Wahrheit Sophie, lebt in Russland und ist quicklebendig.

        Dass Bilder in sozialen Netzwerken nicht immer die Wahrheit sagen, ist nichts Neues. Bezeichnend ist allerdings, wenn die einst ehrwürdigste Zeitung der USA mit solchen Bildern operiert. Am 28. Mai publizierte die «New York Times» auf der Titelseite eine Bildcollage. Unter dem Titel «Sie waren nur Kinder» erschienen die Porträts von 69 Kindern. Zwei von ihnen sind israelisch (eines jüdisch, das andere muslimisch), 67 palästinensisch, alle sollen kürzlich ums Leben gekommen sein.

        Der Artikel insinuiert, allein die israelische Politik und nicht etwa der Terror der islamistischen Hamas sei für die ohnehin schon prekäre soziale Lage von Kindern in Palästina verantwortlich. Kurz nach dem Erscheinen der Titelseite übte Abraham Foxman, der ehemalige Direktor der Anti-Defamation League, auf Twitter heftige Kritik an der «Times». «Ich kündige mein Abo bei der ‹NY Times›», so schrieb er – nachdem er mit ihr aufgewachsen und von ihr geprägt worden sei. Aber die heutige «Ritualmordlegende» auf der Frontseite sei einfach zu viel.

        Einige waren nicht «nur» Kinder

        Foxmans Assoziation mit dem alten antisemitischen Topos der Ritualmordlegende, wonach Juden andersgläubige Kinder töten, ist nicht ganz abwegig. Denn indem die «NYT» angeblich durchgehend durch «jüdische Hand» ums Leben gekommene Kinder porträtierte, gleichzeitig aber die zahlreichen Opfer der Hamas oder des Islamischen Jihad gänzlich unerwähnt liess, nährte sie zumindest unbewusst den Mythos von der mörderischen jüdischen Weltherrschaft.

        Aber nicht nur das. Einige der Bilder und Bildlegenden stimmen schlichtweg nicht. Die «NYT» weist unter anderem das im letzten Elf-Tage-Krieg getötete palästinensische Mädchen Rahaf al-Masri als Opfer der Israeli aus. Bloss stammt das dazugehörige Bild aus dem Jahr 2015, und es zeigt ein anderes Mädchen. Der 16-jährige Muhammad Sabar Ibrahim Suleiman soll ebenfalls ein nicht involviertes Opfer der israelischen Armee gewesen sein.

        Nach Informationen der Geheimdienste war Suleiman allerdings ein von der Hamas rekrutierter Kämpfer und Sohn des Kommandeurs der Hamas-gesteuerten Izz-al-Din-Kassam-Brigade. Khaled al-Kanua, den die «NYT» als 17-Jährigen bezeichnete, gehörte der terroristischen Mujahedin-Brigade an (diese behauptete, er sei 20 gewesen). Mindestens acht der angeblich von der israelischen Armee getöteten Kinder kamen ausserdem durch fehlgezündete Raketen der Hamas ums Leben.

        In einem am 31. Mai veröffentlichten, knappen Statement gestand die «New York Times» ein, ein falsches Bild von Rahaf al-Masri verwendet zu haben. Was manche der im Konflikt getöteten Personen angehe, hiess es ausweichend: Es sei bis jetzt nicht ausreichend bewiesen, bei wie vielen es sich dabei um Zivilisten handle.

        https://www.nzz.ch/feuilleton/irgendetwas-stimmt-hier-nicht-die-new-york-times-und-die-getoeteten-kinder-ld.1629911

        Man hätte sich gewünscht, daß die von Hollywood geadelte White Helmets-Propaganda-Organisation des Westens mit ihren fake news von zivilen Opfern Assads und der Russen ähnlich kritisch behandelt worden wäre. Aber das ist wohl zu viel verlangt von einer politisch korrekten Mainstream-Presse die noch immer von einem „Bürgerkrieg“ in Syrien spricht: tatsächlich war es von Anfang an ein regime change-Versuch des Westens mittels islamistischer Terroristen.

        • Und ein wenig Weltpolitik.

          16.06.2021, 19:37 Uhr
          Nach dem Händedruck Biden-Putin
          Kein Respekt voreinander
          Biden musste, Putin wollte reden. Was der Gipfel der Ungleichen über die Mechanismen des Konflikts zwischen Demokratie und Mafiastaat verrät. Ein Kommentar.
          Christoph von Marschall
          […]
          Für Putin hingegen ist es ein Erfolg, wenn er dem Augenschein nach als Staatsmann auf Augenhöhe mit dem US-Präsidenten auftritt. In seiner Solo-Pressekonferenz sonnte er sich in der Aufmerksamkeit und mokierte sich über Fragen nach Menschenrechten und der Verfolgung des Oppositionellen Alexej Nawalny. In den USA erschieße die Polizei unschuldige Bürger. „Wer ist hier der Killer?“ konterte er Bidens Vorwurf, er sei ein Mörder.

          Sie haben keinen Respekt voreinander. Ihre Partnerschaft erschöpft sich darin, der Gegenseite die roten Linien aufzuzeigen, die nicht überschritten werden dürfen, damit der Systemkonflikt zwischen dem demokratischen Westen und dem mafiösen Geheimdienststaat Russland berechenbar bleibt.

          https://www.tagesspiegel.de/politik/nach-dem-haendedruck-biden-putin-kein-respekt-voreinander/27293836.html

          17.6.2021 08:03 Uhr
          Gipfeltreffen von Biden und Putin
          Freundlich im Ton – hart in der Sache
          US-Präsident Joe Biden und der russische Staatschef Wladimir Putin stecken bei ihrem ersten Gipfeltreffen in Genf ihre Positionen ab.
          Juliane Schäuble Claudia von Salzen

          Am Ende lässt Wladimir Putin seinen US-amerikanischen Amtskollegen doch noch warten. Als rund 30 Minuten der Pressekonferenz um sind, kündigt der russische Präsident an, dies sei nun die „letzte Frage“. Doch als die beantwortet ist, ruft er weiter einen Journalisten nach dem anderen auf. So geht das noch einmal fast eine halbe Stunde.
          Nicht weit von dem Zelt entfernt, in dem Putin seine Pressekonferenz abhält, wartet US-Präsident Joe Biden in seinem Hotel, bis der Kremlchef fertig geredet hat. Ausgehandelt worden war, dass Biden als Letzter spricht.
          […]
          Bei ihren getrennt voneinander abgehaltenen Pressekonferenzen machen aber beide Präsidenten auch klar, warum es ihnen aus ihrer Sicht ganz besonders ging. Als Biden draußen vor dem Hôtel du Parc des Eaux-Vives ans Mikrofon tritt, die Sonnenbrille abnimmt und seine kurze Rede beginnt, braucht er nicht lange, um die Kernbotschaft seiner Präsidentschaft zu umreißen: Es liege in der DNA der USA, sich für das Humanitäre einzusetzen.

          Der Amerikaner pocht auf Menschenrechte

          „Wie könnte ein US-Präsident nicht für Menschenrechte eintreten?“ fragt er und fügt hinzu, er habe Putin versichert, seine Agenda sei nicht gegen Russland gerichtet. Sie diene vor allem dem amerikanischen Volk.
          […]
          Doch in der fast einstündigen Pressekonferenz zeigt sich, dass Putin in keinem einzigen der besonders strittigen Punkte zu einer Annäherung bereit ist. Auf Fragen nach der Menschenrechtslage in seinem Land und Proteste der Opposition reagiert Putin wie so oft mit einem Gegenangriff. So nennt er den Sturm auf das US-Kapitol im Januar und Unruhen im Zuge der Black-Lives-Matter-Proteste als Beispiele dafür, dass die Lage in den USA viel schlimmer sei.

          Den Amerikanern war es bei diesem Gipfel besonders wichtig, die Cyberangriffe auf amerikanische Infrastruktur anzusprechen, die seit Bidens Amtsantritt stark zugenommen haben und für die Washington den Kreml mitverantwortlich macht. Putin weist dies jedoch zurück und geht wie so oft zum Gegenangriff über.
          Die weltweit meisten dieser Attacken gingen „vom Cyberspace der USA“ aus, behauptet er. Beide Staaten wollen nun Konsultationen zum Thema Cybersicherheit beginnen.

          Biden droht mit Konsequenzen für den Fall, dass Nawalny stirbt

          Biden präsentierte Putin in dem Gespräch eine Liste mit kritischer Infrastruktur, die von Cyberangriffen verschont bleiben müsse. Außerdem fragte er ihn, wie er es fände, wenn von Florida aus russische Öl-Pipelines attackiert werden würden.

          Der US-Präsident sprach Putin auch auf den Fall des inhaftierten Oppositionsführers Alexej Nawalny an. Wie immer nennt Putin seinen derzeit wichtigsten Gegner nicht ein einziges Mal beim Namen, spricht nur von „diesem Herrn“. Nawalny habe „bewusst“ Gesetze brechen wollen, sagt Putin auf Nachfrage eines Journalisten.

          Biden lässt Putin allerdings wissen, was passieren würde, wenn Nawalny in der Haft stirbt: „Ich habe ihm klargemacht, dass die Konsequenzen für Russland verheerend sein würden.“ Der US-Präsident deutet an, dass Russland dann wichtige Investitionen verlieren würde. [?]
          […]

          https://www.tagesspiegel.de/politik/gipfeltreffen-von-biden-und-putin-freundlich-im-ton-hart-in-der-sache/27294158.html

          Daß Biden mit der Presse nicht umgehen kann, verrät er wieder einmal:

          SO SORRY! Biden Apologizes After Exploding on Reporter, Says He Was Simply Being a ‘Wise Guy’
          posted by Hannity Staff – 6.17.21

          […]
          President Biden snapped at reporters after his hours-long meeting with Vladimir Putin Wednesday in Switzerland, asking one journalist “what the hell, what do you do all the time??”
          “Why are you so confident [Putin] will change his behavior, Mr. President?” asked a reporter with CNN.
          “I’m not confident I’m going to change his behavior. What the hell? What do you do all the time? When did I say I was confident? I said….let’s get it straight….” fired-back the President.
          “I’m not confident of anything, I’m just stating the facts,” concluded Biden. “If you don’t understand that you’re in the wrong business.”

          President Biden publicly apologized to CNN’s Kaitlan Collins Wednesday after he scolded the reporter during a press briefing; asking her “what the hell?” and suggesting she “shouldn’t be in this business.”
          “I owe my last questioner an apology,” Biden said to reporters on the tarmac in Geneva. “I shouldn’t have been such a wise guy with the last answer I gave.”
          “To be a good reporter you have to be negative at life,” Biden continued. “You are the brightest people in the country but it makes no sense for me to negotiate with you.”
          “I apologize for having been short,” he concluded.
          […]

          https://hannity.com/media-room/so-sorry-biden-apologizes-after-exploding-on-reporter-says-he-was-simply-being-a-wise-guy/

          Bei der taz kommentieren verschiedene Autoren:

          Bidens Europareise
          Hart, aber freundlich
          Bei seiner ersten Europareise als US-Präsident hatte Biden volles Programm: G7-Gipfel, Treffen mit Nato, EU und Putin. Eine Bilanz.
          18. 6. 2021
          […]
          Doch der transatlantische Geist wirkt keine Wunder, auf die Erleichterung folgte Ernüchterung. So ist es von der Leyen nicht gelungen, ein verhasstes Instrument von Ex-Präsident Donald Trump unschädlich zu machen: die US-Strafzölle auf Stahl und Aluminium. Tagelang hatten die Diplomaten darüber verhandelt. Die Kompromisssuche ging sogar noch nach dem EU-USA-Gipfel weiter. Erst zweieinhalb Stunden später stand das gemeinsame Statement.

          Bidens Team blieb hart – auf Trump-Kurs. Die Strafzölle bleiben, die Handelsbeauftragte Katherine Tai machte keine Konzessionen. Am Ende war man sich nicht einmal darüber einig, welches Signal von diesem Gipfel ausgeht. Während die EU im Waffenstillstand zwischen Airbus und Boeing den Keim eines transatlantischen Handelsabkommens sieht – manche träumen schon von einem TTIP 2.0 –, betrachtet ihn die USA als Modell für den Umgang mit China: Man müsse alten Streit beilegen, um neue Konflikte vorzubereiten, sagte Tai.
          […]
          Auch beim Klima gibt es keine nennenswerten Fortschritte. Inhaltlich hat Europa nicht viel erreicht.
          […]
          Der große Bruder ist wieder da und weist den Europäern eine neue Rolle auf der Weltbühne zu.
          Allerdings rufen nicht alle Hurra. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron merkte spitz an, dass China auf seiner Weltkarte nicht im Atlantik liege – ein Seitenhieb auf die Neuausrichtung der Atlantischen Allianz durch Biden.
          […]
          Die Regierungen der transatlantischen Staaten werfen China in den Reden und Abschlusskommuniqués ihrer Gipfeltreffen das vor, was sie selbst in den letzten 200 und mehr Jahren getan haben und zum Teil weiterhin tun: „mit Atomwaffen aufrüsten“, „wirtschaftlichen Einfluss auf die Länder Afrikas und Asiens nehmen und diese in Abhängigkeit bringen“. Das ist unehrlich und wird viele Länder im „Rest der Welt“ auch kaum beeindrucken. Mit diesem geschichtsvergessenen Habitus moralischer Überlegenheit wird es sicher nicht gelingen, China in Rüstungskontrollbemühungen einzubinden und auf Welthandelsregeln zu verpflichten.

          Der kritische Diskurs mit China über Pekings Verletzung der seit 1948 vereinbarten und universell gültigen Menschenrechtsnormen ist zwar sehr wichtig und notwendig. Doch die selbstgerechte Weise, wie Joe Biden das in seiner Genfer Pressekonferenz mit Blick auf die Menschenrechtsverletzungen der Regierung Putin getan hat, wirkt nur kontraproduktiv. Andreas Zumach, Genf
          […]
          Kritik an sich selbst lässt Russland nicht gelten. Nicht nur beim Thema Hacking: Gekontert wird stets mit lässiger Art des „Whataboutism“, etwa im Umgang mit Fragen nach dem Kremlkritiker Alexei Nawalny – den Putin auch dieses Mal nicht beim Namen nennt – und nach Russlands außerparlamentarischer Opposition. Dass sich der Kremlherr in Widersprüche verwickelt, die ans Absurde grenzen, und dreist lügt, ist der übliche Umgang, um Unsicherheit zu streuen. Putin rückt von keiner seiner Positionen ab.

          Das ist das Bild, was das russische Publikum bekommen soll: Alles, was Russland tut, tut es, weil es sich im Recht sieht. Inna Hartwich, Moskau

          https://taz.de/Bidens-Europareise/!5778270/

          Zum Whataboutism gibt es hier Nachschub (wobei Carlson am Ende des ersten Videos erklärt, daß nicht einmal Putin so gegen die Opposition im Land vorgehe). 😉

          […]

          Die neue China-Ausrichtung ist bereits bei den „Experten“ angekommen, wie die NZZ in ihrem Newsletter vom 18.6.2021 meldete:

          Mutmasslich chinesische Hacker greifen Dutzende kritische Infrastrukturen in den USA erfolgreich an

          Das ist passiert: Die New Yorker Metro, die südkalifornische Wasserbehörde und der Telekommunikationskonzern Verizon sind nur einige der Ziele, in die Hacker kürzlich bei einem Cyberangriff eindringen konnten. Als Einfallstor nutzten sie offenbar die Software von Drittfirmen – und das nicht zum ersten Mal. Ob sie dabei in den jeweiligen Systemen Schaden angerichtet haben, ist noch unklar. Zum Bericht

          Darum ist es wichtig: Noch hat Amerikas Regierung nicht China bezichtigt, doch Experten sind sich einig, dass die Hacker im Auftrag Pekings handelten. Konkret nennen Analysten zwei Gruppen, die Schlüsselprioritäten der chinesischen Regierung unterstützen. Viele der Angriffsziele operierten in Bereichen wie Hochtechnologie, Grüne Energie und Telekommunikation, die Peking in seinem jüngsten Fünf-Jahres-Plan als strategisch wichtig erachte.

          Die ZEIT ging erstaunlich kritisch mit Biden ins Gericht:

          Nato-Gipfel
          Es ist nicht nur China
          Biden sucht den Systemkonflikt mit Peking. Doch die autoritäre Gefahr für den Westen kommt nicht von außen.
          Ein Kommentar von Jörg Lau
          16. Juni 2021 DIE ZEIT Nr. 25/2021, 17. Juni 2021
          […]
          Die Amerikaner hatten auf die harten Worte in Richtung China gedrängt, die Europäer fügten sich dem, wenn auch widerwillig. Der französische Präsident Emmanuel Macron ließ zwar die Bemerkung fallen, die Nato sei doch wohl das atlantische, nicht das pazifische Bündnis, dennoch trug er die Erklärung mit. Bloß keine Zerwürfnisse mehr wie auf früheren Gipfeln mit Donald Trump!
          Die Nato braucht vielleicht einen neuen Gegner – aber eignet sich China dafür?
          Das ist schwach.
          […]
          Es mag zynisch klingen: Für ein Verteidigungsbündnis wie die Nato ist es keine schlechte Sache, wenn ein neuer Gegner auftaucht. Die Allianz zieht sich gerade ziemlich glanzlos aus dem jahrzehntelangen Einsatz in Afghanistan zurück, in dem keines der hochgesteckten Ziele erreicht wurde. Den Taliban muss man dort nach 20 Jahren das Feld überlassen. Da kommt eine neue Gefahr am Horizont nicht ungelegen. Chinas Aufstieg, so die Formel, sei eine „systemische Herausforderung“ für die „regelbasierte internationale Ordnung“.

          Die Antwort aus Peking ließ nicht lange auf sich warten: Die Nato bunkere sich in einer „Kalter-Krieg-Mentalität“ ein. Das ist reichlich polemisch, aber leider nicht ganz falsch. Die Fixierung auf China, wie sie bei allen Gipfeln der letzten Woche zu beobachten war, führt in die Irre.

          Es ist falsch, die zahlreichen tatsächlichen Konflikte des Westens mit Peking zu einem ideologischen Showdown zu stilisieren, wie es US-Präsident Biden tut: Demokratien, sagt er bei jeder Gelegenheit, stünden heute in einer existenziellen Konfrontation mit Autokratien, repräsentiert durch China.

          […]

          China unterdrückt die eigenen Bürger, verfolgt Minderheiten, bedroht Taiwan und Hongkong und versucht, die Meinungsfreiheit weltweit einzuschränken. Es setzt auch knallhart seine geoökonomischen Interessen durch, mit Einschüchterung, Knebelverträgen, geistigem Diebstahl.

          Das alles muss deutlich benannt und eingehegt, wo möglich auch zurückgedrängt werden. Eine Aufgabe für die Nato ist es nicht. Die Nato ist selbst kein Bündnis lupenreiner Demokraten (siehe das Mitgliedsland Türkei). Und sie hat genug damit zu tun, die Bündnispartner in Osteuropa vor Russland zu beschützen. Polen und die baltischen Länder sind darum auch dagegen, das Bündnis nun auf China auszurichten. Sie fürchten, dass die Nato aus den Augen verliert, wofür sie gebraucht wird: Bündnisverteidigung und Abschreckung.

          Es gibt noch einen Grund, sich nicht in einen Kampf mit China hineinzusteigern, wie es Joe Biden tut – darin seinem Vorgänger nicht unähnlich. Es ist eine Selbsttäuschung, die heutige Gefährdung der freiheitlichen Demokratie auf den Aufstieg Chinas zurückzuführen. Die größte Gefahr für den Westen ist nicht die Konkurrenz des chinesischen Modells.
          Die Krise der Demokratie kommt überhaupt nicht von außen, sondern von innen, durch politische und soziale Polarisierung und den selbst verschuldeten Verfall der Institutionen. Sie kann auch nur im Innern bekämpft werden.

          https://www.zeit.de/2021/25/nato-gipfel-china-joe-biden-westen-sicherheitspolitik-krise-demokratie

          Wie der Blick in die USA deutlich zeigt, wo FBI und DoJ Kampfmittel gegen den politischen Gegner geworden sind und BLM/Antifa zerstörerische Speerspitze der Polarisierung von links. Komisch, Lau gibt Putin recht. 😉

        • Und da US-Innenpolitik ebenfalls Weltpolitik ist, ein Schwenk in die USA: gerade hat Biden mal wieder den linken Flügel bedient, indem er „Juneteenth“, das Gedenken an das Ende der Sklaverei in Texas, zum nationalen Feiertag erklärte.

          Ansonsten sieht es mau aus. Nachdem Trump ja der Autokrat war, der mit Executive Orders die Demokratie untergrub, erscheint er gegenüber der Lawine von Executive Orders von Biden mittlerweile wie ein Waisenknabe. Schon wieder wurde eine vorläufig gerichtlich gestoppt:

          Biden’s Oil and Gas Lease Ban Blocked by Federal Judge
          By Tom Ozimek
          June 16, 2021 Updated: June 16, 2021

          A federal judge in Louisiana has blocked President Joe Biden’s suspension of new oil and gas leases on federal land and water, delivering a setback to the administration’s efforts to transition away from fossil fuels.

          U.S. District Judge Terry Doughty’s ruling (pdf), filed on June 15,

          Klicke, um auf Injunction.pdf zuzugreifen

          grants a preliminary injunction in a 13-state lawsuit led by Louisiana Republican Attorney General Jeff Landry (pdf).
          https://www.documentcloud.org/documents/20689557-10-states-sue-biden-over-climate-order

          “This is a victory not only for the rule of law, but also for the thousands of workers who produce affordable energy for Americans,” Landry said in a statement following the ruling.
          http://www.ag.state.la.us/Article/10920

          Technically, the injunction amounts to a halt of the Biden administration’s suspension of new drilling permits, with a nationwide effect, pending further arguments on the merits of the case. The lawsuit alleged that the Biden administration violated provisions of the Administrative Procedure Act (APA) and that Biden exceeded his powers in Section 208 of Executive Order 14008.

          Biden, on his first day in office, signed the order, which says the federal government “must advance environmental justice” and, among other efforts, “reduce greenhouse gas emissions” and “bolster resilience to the impacts of climate change.”
          Landry and the other plaintiffs argued that the administration bypassed comment periods and other bureaucratic steps required before a drilling permit pause could be imposed, and that the move would cost the states money and jobs.
          […]
          “The Plaintiff States’ claims are substantial. Millions and possibly billions of dollars are at stake,” the judge, a Trump appointee, wrote in a memorandum (pdf). “Local government funding, jobs for Plaintiff State workers, and funds for the restoration of Louisiana’s Coastline are at stake. Plaintiff States have a reliance interest in the proceeds derived from offshore and on land oil and gas lease sales.”

          The judge added that, in imposing the moratorium, the Biden administration failed to provide sufficient rationale for its decision.

          “The omission of any rational explanation in canceling the lease sales, and in enacting the Pause, results in this Court ruling that Plaintiff States also have a substantial likelihood of success on the merits of this claim,” the judge wrote.
          […]

          https://www.theepochtimes.com/mkt_breakingnews/bidens-oil-and-gas-lease-ban-blocked-by-federal-judge_3860894.html?utm_source=newsnoe&utm_medium=email&utm_campaign=breaking-2021-06-16-1&mktids=4dfbe08fe97c18131b99ba4687818be9&est=izBaWyrh56jHZBKPDVohKL47SOs5zanuDhc2vAcxiXgLBGzb8kdJvmrAU4pSjxBW4MiRVA%3D%3D

          Wenn die Ideologie !stimmt“, braucht man keine rationalen Argumente mehr.

          Auch der Supreme Court, in einer 9 zu 0-Entscheidung, setzt ihm zu:

          Supreme Court Rules Foster Agencies Can Deny Certification to Same-Sex Couples on Religious Grounds
          By Tom Ozimek
          June 17, 2021 Updated: June 17, 2021

          The U.S. Supreme Court unanimously ruled on Thursday that a Catholic foster agency in Philadelphia was free to turn away same-sex couples as foster parents on grounds of religious freedom.

          The decision (pdf) comes in the case of Fulton v City of Philadelphia, in which Catholic Social Services (CSS) sued the city after being ordered not to exclude same-sex couples from certification.

          Klicke, um auf 19-123_g3bi.pdf zuzugreifen

          In a 9–0 ruling, the high court found that the city of Philadelphia violated the First Amendment when it refused to continue contracting with CSS, which does not certify unmarried couples or same-sex couples as foster parents on religious grounds.

          “The City’s actions burdened CSS’s religious exercise by forcing it either to curtail its mission or to certify same-sex couples as foster parents in violation of its religious beliefs,” Supreme Court Chief Justice John Roberts wrote in the opinion.

          “The refusal of Philadelphia to contract with CSS for the provision of foster care services unless the agency agrees to certify same-sex couples as foster parents cannot survive strict scrutiny and violates the Free Exercise Clause of the First Amendment,” the opinion noted.
          CSS takes the view that “marriage is a sacred bond between a man and a woman” and believes that certification of prospective foster families is an endorsement of their relationship. It refuses to certify unmarried couples, regardless of their sexual orientation, or same-sex married couples, although it does not object to certifying gay or lesbian individuals as single foster parents.

          The Supreme Court noted in the opinion that no same-sex couple has ever sought certification from CSS and if one did, then it would be directed to one of more than 20 other foster agencies in Philadelphia that do certify same-sex couples.

          “For over 50 years, CSS successfully contracted with the City to provide foster care services while holding to these beliefs,” Roberts wrote, adding that things changed in 2018 when Philadelphia city authorities took the position that they would no longer refer children to CSS on grounds that its refusal to certify same-sex couples violated a non-discrimination provision in its contract with the city.

          “The contractual non-discrimination requirement burdens CSS’s religious exercise and is not generally applicable, so it is subject to ‘the most rigorous of scrutiny,’” Roberts wrote in the opinion. A government policy can only meet the “most rigorous of scrutiny” condition if it is narrowly tailored to achieve “compelling interests,” which the Supreme Court determined it did not.

          With the decision, the Supreme Court is carving out legal protections for people with religious objections to same-sex marriage.

          The case drew the attention of the Trump administration, which backed CSS in its lawsuit as a so-called friend of the court. The Trump-era Justice Department filed an amicus brief (pdf), in which it argued that Philadelphia’s actions had “impermissibly discriminated against religious exercise” and shown “unconstitutional hostility toward Catholic Social Services’ religious beliefs.”
          […]

          https://www.theepochtimes.com/mkt_breakingnews/supreme-court-rules-foster-agencies-can-deny-certification-to-same-sex-couples-on-religious-grounds_3862989.html?utm_source=newsnoe&utm_medium=email&utm_campaign=breaking-2021-06-17-2&mktids=b31c91b1f69302b9e5a1a0e7c0d2f42e&est=8volGcoZYfivpaq%2BIw12VVbzhKqH9iJsW0AcDiLKuRtwx6FJQsWvV5o6DQd17DMEaYU0qw%3D%3D

          Bei wirklich kontroversen Themen kneift der Supreme Court allerdings; er nahm bereits die erfolgversprechende Texas-Klage wegen rechtswidriger Briefwahlausweitungen in Democrats Staaten mangels Klagebefugnis nicht an. Dasselbe machte er nun mit einer Klage von 18 Staaten gegen Obaa Care (die rechtswidrigerweise ebenfalls durch Executive Order eingeführt wurde).

          Den üblichen Nepotismus beklagte die WaPo am 18.6.2021:

          A family affair: Children and other relatives of Biden aides get administration jobs
          By Sean Sullivan and Michael Scherer ● Read more »

          Und bis auf die Dauer seiner Amtszeit hat Trump rechtbehalten:

          HELL TO STELTER: Brian Stelter’s Failing CNN Show ‘Draws Smallest Audience of 2021’
          posted by Hannity Staff – 6.16.21

          CNN’s “Reliable Sources” is in a ratings free-fall in 2021 without Donald Trump in the White House as new figures show Brian Stelter’s program failed to crack one million viewers for 11-straight weeks.
          The show averaged just 752,000 viewers on Sunday for its tiniest audience since the Inauguration of Joe Biden back in January.

          “Stelter, who claims to cover the media industry but often ignores stories that would tarnish the reputation of a fellow liberal, lost five percent of his viewers compared to the previous week. The struggling show has now finished with less than 800,000 viewers on three different occasions in 2021,” reports Fox News.

          “Reliable Sources’ has now failed to attract even 200,000 viewers among the crucial demographic of adults age 25-54 for 10-straight weeks. Sunday’s episode was seen by only 129,000 viewers among the key demo, which was the show’s third-worst performance of the year in the category most important to advertisers. ‘MediaBuzz’ averaged 185,000 demo viewers to beat ‘Reliable Sources’ by 43 percent,” adds Fox.
          Read the full report at Fox News.
          https://www.foxnews.com/media/cnn-stelter-smallest-audience-2021
          […]

          https://hannity.com/media-room/hell-to-stelter-brian-stelters-failing-cnn-show-draws-smallest-audience-of-2021/

          Wer braucht noch diese Kampforgane, nachdem der Gegner nicht mehr Präsident ist? Auch wenn er die Republikaner weiter im Griff hat…

  2. @ Mark Smith:

    „Das Spiel habe ich so im Multitasking-Modus mitverfolgt, aber irgendwie gefallen mir die Deutschen nicht mehr so wie früher. Also ich meine so Leute wie aus dem Jahre 1990 also Brehme, Völler, Matthäus, Klinsmann etc. Gut, da war ich auch noch ziemlich jung.“

    Warum die Presse versagt


    [h]ttps://gabrielewolff.wordpress.com/2020/10/19/warum-die-presse-versagt/comment-page-33/#comment-93290

    Für die WM 2014 warst Du demnach bereits zu alt? 😉

    Zu Deinem Youtube-Video:

    Prof. Dr. Stephan Luckhaus
    125.112 Aufrufe
    •04.06.2021
    Mathematik, Senator der Sektion Mathematik an der Deutschen Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina (2007-2020)

    Mathematiker und Statistiker tun in dieser hysterischen Situation gut (sofern erstere nicht mit unzureichenden Daten der „Experten“ „modellieren“).
    Interessant daher auch seine Ausführungen zu Beginn des Videos darüber, wie Konsens in der Wissenschaft zustandekommt; für ihn hatten diese Ausgrenzungsversuche die Konsequenz, daß er aus der Leopoldina und der Max Planck Gesellschaft austrat. 😉

    So dürfen wir uns den Konsens in der „Klimawissenschaft“, die es so nicht gibt, vorstellen, die 30 Jahre lang nach dem Schwenk zur neuen Eiszeit hin zur Heißzeit Gelegenheit hatte, Gegenmeinungen auszugrenzen. Wer ein Institut zur Klimafolgenforschung ertrotzt hat, kann schlicht und einfach keinen Widerspruch dulden. Und ist es nicht peinlich, daß Wissenschaftler hysterischen Kindern und panischen Gymnasiastinnen von FFF mittels „Science for Future“ nacheifern?

    Interessant fand ich heute die Datenlage:

    Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI heute Morgen bundesweit bei 13,2. Gestern hatte das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 15,5 angegeben, am Mittwoch vergangener Woche mit 20,8.
    […]
    • 6,0 – Brandenburg
    […]

    https://www.swp.de/panorama/corona-zahlen-deutschland-aktuell-rki-fallzahlen-heute-inzidenz-dashboard-16-06-2021-karte-inzidenzwert-neuinfektionen-bw-bayern-berlin-brandenburg-sachsen-nrw-57469901.html

    Im Kontrast dazu die unerklärlichen DIVI-Zahlen: je weniger Covid-19-Intensivpatienten es gibt, desto weniger existieren freie Intensivbetten: wie steuern die Krankenhäuser die Zahlen oder/und die Belegungen? Werden jetzt dank überflüssiger OPs nebst obligatorischem Intensiveaufenthalt die Betten gefüllt, ohne die kein Krankenhaus Gewinn macht bzw. überleben kann? JEDER Finanz-Verwaltungschef strebt eine Auslastung der lukrativen Inensivabteilungen von mindestens 80% an – gern auch mittels Sterbeverlängerung von Privatpatienten, wie ich aus der Erfahrung mit meiner Mutter weiß.

    Laut DIVI-Daten vom 16.6.2021 sind aktuell in intensivmedizinischer Behandlung 1.134 (-76 gegenüber Vortag). Die freien Kapazitäten betragen demgegenüber 3.535 (-68 gegenüber dem Vortag).

    Und ganz im Gegensatz zur Rechtslage und dem allgemeinen Verständnis vom Staatsbürger und der Regierung befindet sich dieser Kommentar im Tagesspiegel, den ich heute beim Morgenkaffee las:

    15.06.2021, 16:46 Uhr
    Corona-Lockerungen
    Der Wunsch nach einer Atempause darf nicht auf Kosten anderer gehen
    Masken, Tests, Kontaktbeschränkungen: Am liebsten soll alles zurückgefahren werden. Das freut die Menschen – aber kluges Regieren ist das nicht. Ein Kommentar
    Karin Christmann

    Manches ist für Zweijährige besonders schwer zu akzeptieren: Beispielsweise können sie nicht ihren Badeanzug anziehen und sich dann im Schnee wälzen. Rein praktisch wäre das zwar möglich. Aber jeder Vater und jede Mutter wird es verhindern. Du kannst nicht alles haben im Leben: So freudlos es klingt, so wahr ist es auch. Wer das Erwachsenenalter erreicht hat, sollte es gelernt haben.

    Die derzeitigen Debatten über Corona-Lockerungen laufen hingegen darauf hinaus, die Zweijährige noch kalt abzuduschen, bevor sie im Badeanzug in den Schnee springt. Masken, Tests, Kontaktbeschränkungen: Am liebsten soll alles zurückgefahren werden.

    Viele Menschen sind nur allzu froh über diese Impulse. Das resultiert aus Erleichterung und Freude und ist nur zu verständlich. Ein Espresso im Café fühlt sich nach dem Pandemiewinter an wie ein Kurzurlaub in Rom. Die Berlinale lockt, das Public Viewing zur EM auch. Alles wie früher. Und das so plötzlich. Vor allem die Masken werden debattiert. Sie sind das Symbol der Pandemie schlechthin. Verschwinden sie, ist alles vorbei. Ach, wie schön es doch wäre.

    Aufgabe der Politik ist es aber nicht, der Bevölkerung eine Freude zu machen, sondern gut zu regieren.
    […]

    https://www.tagesspiegel.de/politik/corona-lockerungen-der-wunsch-nach-einer-atempause-darf-nicht-auf-kosten-anderer-gehen/27289090.html

    Da ist man sprachlos. Das gemeine Volk wird wie Zweijährige adressiert, wogegen der Staat als Papi und Mami agieren soll. Allen stehen alle Grundrechte per Verfassung zu, und die Einschränkung bedarf einer verfassungsgemäßen Begründung. Schon die „britische“ Variante war ein Popanz, die indische („Delta“) ist es erst recht. Sie dümpelt bei uns seit Monaten zwischen 2 und 3 %. Aber Christmann agumentiert mit dieser Variante:

    Die Politik weckt Erwartungen, die sie womöglich bald wird enttäuschen müssen. Großbritannien hat den Tag, an dem alle Beschränkungen fallen, verschoben – wegen der gefährlichen Delta-Variante. [GB ist aktuell weit offener als Deutschland.] Natürlich wird die sich auch in Deutschland ausbreiten.

    Der Delta-Effekt ist nicht genau vorauszusehen

    Doch wieder wird lieber der Sommer zelebriert. Die Infektionen, die dabei entstehen, erhöhen mittelfristig zum Beispiel das Risiko für Kinder, die ungeimpft gemeinsam im Klassenraum sitzen. Gleiches gilt für all jene Erwachsenen, für die noch kein Impfstoff verfügbar ist. Der Wunsch nach einer Atempause darf nicht auf Kosten anderer gehen.

    Im vergangenen Herbst war mitzuerleben, wie die Infektionszahlen plötzlich rasant stiegen. Die Lage ist heute dank der Impfkampagne – zum Glück – anders. Doch der Delta-Effekt ist nicht genau vorauszusehen. Zudem ist das Virus unter Selektionsdruck, gerade weil viele Menschen schon geimpft sind. Das kann Varianten befördern, die den Schutz durch bisherige Impfungen umgehen. Auch daher ist es sinnvoll, die Infektionszahlen so niedrig zu halten wie nur möglich. Die Pandemie hat seit Frühjahr 2020 viele Volten geschlagen. Mal staunte die Öffentlichkeit, wie schnell die Zahlen stiegen, derzeit staunt sie, wie schnell sie fallen. Die übergeordnete Lehre müsste sein: Vorsicht gewinnt. Und die Botschaft an die Bevölkerung muss nach wie vor lauten: Diese Pandemie ist nicht vorbei.

    https://www.tagesspiegel.de/politik/corona-lockerungen-der-wunsch-nach-einer-atempause-darf-nicht-auf-kosten-anderer-gehen/27289090.html

    Das wird sie nie sein – oder gab es je ein Mittel gegen das Schnupfenvirus? In der Printausgabe gab es auch noch eine Seite „Info“ über die indische Variante, die in Indien selbst kein Problem mehr ist (ich berichtete). Alles war im Konjunktiv gehalten, weil: nichts Genaues weiß man nicht. Mir ist in Erinnerung geblieben, daß deren besondere Tücke darin bestehe, daß gerade jüngere Menschen wegen milder Verläufe gar nicht bemerken, daß sie infiziert seien, und daher massenhaft Ältere anstecken. Während in Wahrheit Ältere Jüngere anstecken.

    Wenn wir noch ein Bundesverfassungsgericht haben, sollte es die Grundrechte gegen Spekulationen über potentielle Gefahren sicherstellen, damit mit dieser Propaganda ein für allemal Schluß ist!

    • Ich werde morgen wohl auf Biden-Putin zu sprechen kommen müssen – die Tagesschau lieferte nur dünnes Zeug.

      Dafür jetzt zur linken Identitäts- und Klimapolitik, was ich bis dato gesammelt habe:

      https://gabrielewolff.wordpress.com/2020/10/19/warum-die-presse-versagt/comment-page-33/#comment-93272
      [h]ttps://gabrielewolff.wordpress.com/2020/10/19/warum-die-presse-versagt/comment-page-33/#comment-93272

      Und schon wieder keilte der Fanatiker Meisner beim Tagesspiegel gegen Kollegen:

      Upps! Levit hat seinen Tweet gelöscht: Emcke ist nicht zu verteidigen.

      Die SZ versucht es trotzdem.

      Und Harald Martenstein war schon immer Meisners Todfeind, logo:

      Auch als MDR-Direktor leistet sich Brinkbäumer das freie Assoziieren:

      13.06.2021, 18:15 Uhr
      Kolumne „Spiegelstrich“
      Voll normal polarisiert
      Corona und die Folgen: Wie schwer es ist, zur Normalität zurückzukehren. Und steckt hinter der Sehnsucht danach nicht auch die Angst vor dem Neuen?
      Klaus Brinkbäumer
      […]
      Absurd und traurig, wie Carolin Emckes Rede verdreht wird

      Ich bin weder Baerbock- noch Grünen-Anhänger und finde es ziemlich dilettantisch, vor einer Kanzlerinnenkandidatur nicht zu überprüfen, ob alles versteuert ist, was zu versteuern war. [Um Versteuerung ging es nie.]
      Dass im Lebenslauf eine UNHCR-„Mitgliedschaft“ stand, obwohl’s die nicht gibt, ist mir egal: Welche Männer haben nie die eigene Biographie heroisiert? Herr Laschet, Herr Lindner, Herr Scholz …? [Was meint er bloß?]

      Wenn dann Carolin Emcke vor Verdrehung und Diffamierung warnt und sofort ihre Rede verdreht und die Rednerin diffamiert werden [sic!], ist’s in seiner Absurdität punktuell lustig, traurig aber schon auch, weil nämlich dies die schon wieder neue Normalität sein wird. Eine Debatte über politische Vorhaben und Möglichkeiten in heikler Zeit wäre trotzdem nützlicher als die Polarisierung des Landes.

      https://www.tagesspiegel.de/kultur/kolumne-spiegelstrich-voll-normal-polarisiert/27282834.html

      Zur Polarisierung hat Brinkbäumer durch seine ideologische „Berichterstattung“ aus den USA maßgeblich beigetragen.

      Toller, sehr gründlicher Text von Bernd Stegemann! Leider ist er jetzt nicht mehr frei lesbar, und ich habe es versäumt, ihn speichern – aber natürlich hat auch er die „rechte“ Jana aus Kassel, die sich mit Sophie Scholl verglich, mit der „linken“ Carolin Emcke gleichgesetzt, die Kritik an Klimaforschern mit Judenverfolgung gleichsetzte.

      Stegemann ist übrigens ein Linker, ehemals Dramaturg bei der Volksbühne.

      Unsere Polizeistatistik ist ebenfalls pc:

      In den USA wehren sich nun auch vermehrt Schwarze gegen die Ideologie der Critical Race Theory, die bei uns durchgesetzt werden soll, so wie Biden bzw. seine Handler zur Befriedung des linken Parteiflügels sie durchsetzen wollen:

      Mit seinem verkappten „Reparations“-Programm im Rahmen des angeblichen Covid-19-Kompensations-Programms kam er jedenfalls nicht durch:

      Judge Halts Debt Relief Program for Farmers of Color, Says It’s Likely Unconstitutional
      By Tom Ozimek
      June 12, 2021 Updated: June 12, 2021

      A federal judge in Wisconsin on Friday issued a temporary restraining order pausing payments in a federal farmer loan forgiveness program that grants benefits on the basis of race, arguing there’s a “strong likelihood” a court will rule that the program is unconstitutional.

      U.S. District Judge William Griesbach issued the temporary restraining order (pdf) after a group of white farmers filed a lawsuit (pdf) against the U.S. Department of Agriculture (USDA), claiming unconstitutional race discrimination in the American Rescue Plan Act’s (ARPA) provisions that offer loan forgiveness based on racial categories (pdf).
      “Plaintiffs are excluded from the program based on their race and are thus experiencing discrimination at the hands of their government,” Griesbach wrote in the opinion, noting that the twelve farmers and ranchers who sued “have established a strong likelihood that Section 1005 of the ARPA is unconstitutional.”

      The relevant provisions of the American Rescue Plan Act, which President Joe Biden signed into law in March, set aside some $4 billion in debt relief to “socially disadvantaged” farmers and ranchers. Yet the definition of “socially disadvantaged” features explicit racial classifications that specifically exclude white farmers.
      […]

      https://www.theepochtimes.com/mkt_breakingnews/judge-halts-debt-relief-program-for-farmers-of-color-says-its-likely-unconstitutional_3855691.html?utm_source=newsnoe&utm_medium=email&utm_campaign=breaking-2021-06-12-2&mktids=60806c5c2bbea33a5d3da3865dcf46b0&est=%2Fj31KlVyyZBTgMfv6niqu9iOzJRQhXqf0FinN3GeveEOyCeb44iQ8%2FBT%2Bs8fpd3dowcU6A%3D%3D

      Diese Entscheidung verwundert mich nur, weil Obama-installierte Aktivisten-Richter diese Ungerechtigkeit nicht einmal bemerkt hätten…

      Die üblichen Einknickmanöver:

      Ist das die Gesellschaft, in der wir leben wollen?

    • Zu Fussball:

      Jawohl macht das Fussballspiel, verglichen mit Damals und Heute einen enormen Unterschied, wobei man sich zu recht fragen sollte, ob es noch echte Fussballspieler sind, oder ob diese als Millionäre spielen.
      Heute ist in keinem der berühmten Fussballvereine das drin, was draufsteht. Z. B.
      im HSV waren echte Hamburger drin; in Werder Bremen echte Bremer Jungs und so weiter auch in ausländischen Vereinen.
      Dann ging es los mit dem Abwerben von Fussballspieler anderer Vereine mit Geldscheinen für einen Wechsel, wobei es sich für einen einzelnen Spieler um eine Ködersumme im siebenstelligen €-Bereich handeln kann.
      Ein 94-jähriger früherer Lehrer klärte mich nun auf:
      es war Uwe Seeler, dem zu einem Wechsel vom HSV zu einem anderen Verein eine höhere Summe angeboten worden ist, die er abgelehnt hatte und seinem HSV treu blieb.

      Fussballspieler erhielten damals als Einkommen gerade soviel zu einem normalen Leben, egal ob ein Uwe Seeler oder Sepp Herberger.
      Somit handelt es sich um frühere Fussballspieler noch um normale bzw. ehrliche Fussballspieler, die aus Überzeugung für ihren Sport spielten und nicht aus Geldgier.
      Auch ich selber habe mein damaliges Fussballinteresse irgendwann mit Erkenntnissen aus diesen alleinigen Gründen verloren und fühle mich als Fussball-Abstinenzler sehr wohl.

      Und wie sieht es mit Politikern aus?
      Ich sage es so: Geld regiert die Welt, denn mit Geld regieren Politiker die Welt.

      • Auch als Millionäre sind sie noch Fußballspieler; im aktuellen ZEIT-Magazin wird der Frage nachgegangen, ob der Matthäus der Neunziger mit den heutigen Weltklasse-Fußballern hätte mithalten können (ich habe den Artikel noch nicht gelesen, aber ich vermute: Nein). 😉

        Weiter mit Political Correctness:

        16.06.2021, 16:43 Uhr
        Können wir noch frei reden? Die wachsende Angst vor der eigenen Meinung

        Noch nie hatten so viele Deutsche den Eindruck, sie dürften nicht mehr sagen, was sie denken. Welche Folgen hat das – und lässt sich der Trend wieder umkehren?
        Hans Monath

        Die Meinungsfreiheit ist unter Druck wie noch nie – so zumindest sehen das viele Deutsche. Nur noch 45 Prozent sagen laut einer neuen Allensbach-Umfrage im Auftrag der „FAZ“, sie könnten ihre Gedanken frei äußern, praktisch gleich viele (44 Prozent) widersprechen – ein Negativrekord. Lange Zeit sah die Mehrheit der Deutschen hier kein Problem, aber seit etwa zehn Jahren verändern sich die Werte dramatisch.
        […]
        Die von Allensbach Befragten meinen nicht ihren rechtlichen Anspruch auf Redefreiheit, sie beschreiben vielmehr ein Meinungsklima, also Erfahrungen mit der oder Erwartungen an die Reaktion anderer Menschen oder der Öffentlichkeit auf Äußerungen. Wichtig in dem Zusammenhang ist auch: Die Behauptung, in Deutschland herrsche eine „Meinungsdiktatur“ ist ein zentraler Baustein rechtspopulistischer und -extremer Diskurse. „Man sollte nicht dem rechtspopulistischen Narrativ auf den Leim gehen, dass man seine politische Meinung nicht mehr frei äußern dürfe“, warnt der Vizechef des Berliner Instituts für Parlamentarismusforschung, Benjamin Höhne.

        Allerdings ist es unwahrscheinlich, dass die Hälfte der Deutschen solche Thesen übernimmt, ohne sie mit eigener Lebenserfahrung abzugleichen. „Wer auch nur Fragen an den öffentlich herrschenden Konsens richtet, sieht sich ganz schnell als Rassist oder Sexist, als Klima- oder Wissenschaftsleugner diskreditiert, damit moralisch delegitimiert und damit aus dem öffentlichen Diskurs ausgeschlossen“, sagt der Mainzer Historiker Andreas Rödder. Er erinnert an die These des Franzosen Jean-Francois Lyotard, wonach der Konsens „immer auch ein Instrument zur Unterdrückung von Widerspruch“ sei. Der Mitgründer des Netzwerks Wissenschaftsfreiheit stimmt zu: „Das ist es: Unterdrückung von Widerspruch zwecks Errichtung einer woken kulturellen Hegemonie, um Antonio Gramsci zu zitieren.“ Als „woke“ werden Menschen bezeichnet, die gegen Rassismus und Benachteiligung von Minderheiten vorgehen. [eine fragwürdige Definition; es geht um die Methoden.]

        Warum nimmt der Anteil der Menschen zu, die Sprechverbote fürchten?

        Ein Grund dürfte eine wachsende Kluft zwischen veröffentlichter Meinung und der Haltung großer Bevölkerungsgruppen sein. Seit Jahrzehnten lag das Vertrauen der Deutschen zu den Medien auf hohem Niveau. Im Flüchtlingsherbst 2015 aber stellten Demoskopen fest, dass rund 40 Prozent und damit mehr als je zuvor meinten, die Medien würden die bestehenden Probleme nicht zutreffend beschreiben.

        Es sei zu beobachten, „dass im Herbst/Winter 2015/16 sehr viele Menschen auf das von den Medien gezeichnete Bild ,Flüchtlinge/Willkommenskultur‘ wie desillusioniert reagierten und generell über die Informationsmedien deutlich enttäuscht, auch misstrauisch urteilten“, schreibt dazu Michael Haller von der Universität Leipzig in einer Studie zum Thema.

        Eine ähnliche Diskrepanz gibt es bei anderen Themen, die in den vergangenen Jahren stärker in die Öffentlichkeit drängen und in vielen Medien und Universitäten wichtiger genommen werden als von großen Teilen der Bevölkerung, etwa die gendergerechte Sprache. Diese wird von einer Mehrheit (71 Prozent in der aktuellen Frage) abgelehnt, auch in der jüngeren Generation.

        Schließlich dürfte auch eine Spaltung der Gesellschaft in freiheitsorientierte Kosmopoliten und auf kleinere Gemeinschaften fokussierte Kommunitaristen (so der Politikwissenschaftler Wolfgang Merkel) oder in kreative urbane Eliten und Globalisierungsverlierer (so die Soziologin Cornelia Koppetsch) zur Sprachlosigkeit zwischen Bevölkerungsgruppen beitragen. Akademisch gebildete Eliten, die wichtige Funktionen besetzen, gehören meist zur ersten Gruppe.
        […]
        Bei den „klassischen Medien“ wächst die soziokulturelle Kluft zu großen Bevölkerungsgruppen. Die in den meisten Fällen akademische Ausbildung von Journalistinnen und Journalisten durchlaufen viele Mediennutzer nicht. Aktionsbündnisse drängen auf die stärkere Vertretung etwa von Frauen, Migranten oder sexuellen Minderheiten in den Medien. Andere Bevölkerungsgruppen haben dort keine Vorkämpfer. Die Sprache der Arbeiterinnen und Arbeiter, so fand der Jenaer Soziologe Klaus Dörre heraus, ist dort nicht mehr vertreten.
        […]
        Zwei Gefährdungen der Demokratie macht Andreas Rödder in dem Allensbach-Ergebnis aus: „Moralisierung zum einen, die immer unduldsam ist, weil sie dem Gegenüber die Berechtigung abstreitet. Und zum anderen eine Polarisierung zwischen einer identitären völkischen Rechten und einer identitätspolitischen kollektivistischen Linken.“ Das Problem sei, „dass die bürgerliche Mitte viel zu lange viel zu sprachlos geblieben ist“. Ihn wundert auch nicht, dass die Grünen-Anhänger laut der Umfrage am wenigsten „Meinungsklimadruck“ verspüren: Sie hätten „die höchste Kongruenz mit dem herrschenden Konsens“. Der Historiker: „Der Zeitgeist tickt grün.“
        […]

        https://www.tagesspiegel.de/politik/koennen-wir-noch-frei-reden-die-wachsende-angst-vor-der-eigenen-meinung/27293150.html

        Eine Talkshow zum Thema:

        Dem ÖRR ist das egal:

        Er hat genügend Apologeten in den Medien. Man lese nur diese Eloge auf Claus Kleber, einen der selbstgefälligsten „Einordner“ (oder sollte ich Einnorder sagen?) des deutschen Fernsehens:

        15.06.2021, 16:44 Uhr
        Claus Kleber macht Schluss beim „heute journal“
        Der Ankermann
        Claus Kleber moderiert zum Jahresende sein letztes „heute-journal“. Damit geht eine Instanz des Fernsehjournalismus.
        Joachim Huber

        Claus Kleber hört beim ZDF auf…und geht zu Privaten. So eine Assoziation ist in diesen Medienzeiten möglich. Aber sie ist vorschnell und wahrscheinlich auch sehr falsch. Wahr ist: Claus Kleber, der Journalist, wird zum Jahresende als Moderator des „heute-journals“ im ZDF aufhören. Was danach kommt, darüber gibt es keine verlässlichen Informationen, also ist es nur eine Spekulation, dass er dem Beispiel eines Jan Hofer oder einer Pinar Atalay folgen könnte, die von den ARD-Nachrichten zu RTL wechseln. Erst vor wenigen Wochen hatte Klebers „heute“-Kollegin Petra Gerster ihre letzte Sendung.
        […]
        Der Ankermann

        Im Angelsächsischen wird ein solcher Fernsehjournalist als „Anchorman“ bezeichnet, und ein solcher „Ankermann“ ist Claus Kleber. Er muss in einer knapp halbstündigen Magazinsendung die nationalen und internationalen Themen des Tages bündeln, auf den Punkt bringen. Für das Publikum muss verständlich dargestellt, plausibel eingeordnet und seriös präsentiert werden. Da muss der „Ankermann“ Ruhe, Sicherheit und die Gewissheit ausstrahlen, dass die ausgewählten Nachrichten auf glaubwürdigem Journalismus basieren und nicht auf halbgaren Spekulationen. Die Arbeit einer „heute-journal“-Redaktion ist quasi nichts, wenn der Moderator nicht ein verlässliches Scharnier zwischen dieser Leistung und der Erwartung des Publikums bildet. Die Behauptung ist nicht zu groß, dass sich zwischen Claus Kleber und den Zuschauerinnen und Zuschauern des erfolgreichsten Nachrichtenjournals ein Vertrauensverhältnis in Sachen Qualitätsjournalismus ausgebildet hat. Was für Claus Kleber gilt, das gilt natürlich auch für Marietta Slomka.

        Nachrichtenblaue Anzüge

        Und weil Fernsehen ein Bild-und-Ton-Medium ist, hat ein Claus Kleber im bevorzugten Nachrichtenblau seiner Anzüge die Worte bewusst zu setzen, seine Mimik akzentuiert einzusetzen. Kleber ist mit Temperament dabei, er federt sich quasi durch seine 30 Minuten. Engagement für das journalistische Ethos, spürbare, zugleich tiefenscharfe Distanz, mal ein bisschen Ironie, Interviews, die aufs Wissen-Wollen und nicht auf Rechthaberei aus sind, die punktgenau nachfassen – das ist die persönliche Prägung, das sind die Ingredienzen, mit denen Claus Kleber das „heute-journal“ zu seinem „heute-journal“ macht.

        Und es macht ihm Spaß, so jedenfalls der vermittelte Eindruck. Dass Kleber eine profunde Kompetenz aus seinen Korrespondententätigkeiten mitbringt – hier speziell seine Jahre in Washington – hilft bei der Einordnung und gibt der Sendung vom Mainzer Lerchenberg eine gewisse Weltläufigkeit.
        […]

        https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/medien/claus-kleber-macht-schluss-beim-heute-journal-der-ankermann/27287204.html

        Oberpeinlich.

        • Um hier anzuschließen:

          Als „woke“ werden Menschen bezeichnet, die gegen Rassismus und Benachteiligung von Minderheiten vorgehen. [eine fragwürdige Definition; es geht um die Methoden.]

          […]
          https://www.tagesspiegel.de/politik/koennen-wir-noch-frei-reden-die-wachsende-angst-vor-der-eigenen-meinung/27293150.html

          Und die Methoden sehen in woke Schulen, hier die private Eliteschule Spence in Manhattan, wo ein Schuljahr 57.000 Dollar kostet, so aus. Megyn Kelly hatte wegen der dort herrschenden antirassistisch-rassistischen Indoktrination ihre Kinder abgemeldet, nun folgt eine weitere „weiße“ Hispanic-Mutter, nachdem den Kindern ein Video der Show der schwarzen „Komödiantin“ Ziwe Fumudoh vorgeführt worden war; Megyn Kelly veröffentlicht den Brandbrief von Gabriela Baron:

          „Rassismus ist Rassismus.“ Stimmt, auch wenn das Dogma der Critical Race Theory darin besteht, daß ausschließlich Weiße rassistisch sein können.

          NYC’s Spence School showed video that ‘tarred and feathered’ white women: ex-trustee
          By Kate Sheehy
          June 15, 2021 | 4:17pm

          An ex-top trustee of Manhattan’s elite Spence School says she yanked her daughter out over her growing disgust with its racial indoctrination — capped by a class video that “tarred and feathered’’ white women.

          Hispanic tech exec Gabriela Baron fired off a scorched-earth letter to the prestigious Upper East Side institution last week seething that the video — shown to her eighth-grade daughter and classmates on graduation day — “openly derides, humiliates and ridicules white women.
          […]
          “The blatantly racist video,’’ shown during her daughter’s last middle-school history class was of Fumudoh’s premiere episode of her Showtime talk series “Ziwe,’’ which aired last month, Baron said.

          It featured sit-downs with writer Fran Lebowitz, women’s rights icon Gloria Steinem — and four white women named Karen.

          The caption to introduce Lebowitz read, “Author, Public Speaker, White Woman.’’ At one point, Fumudoh remarked to her, “I believe that you are not concerned with how annoying white women can be.’’

          The host also said, “What percentage of white women do you hate? And there is a right answer.”

          Fumudoh asked Steinem how many black friends she has, then read her obscene lyrics from the rap song “WAP” by Cardi B and Megan Thee Stallion and wanted to know whether the activist felt “empowered’’ by them. [Feminismus ist out.]

          Before the “Karens” took the stage, Fumudoh read what she said was an Urban Dictionary meaning for their name, which included “obnoxious, angry and entitled, often racist, white women.’’
          At the end of the segment, Fumudoh gave the women temporary tattoos that said, “Karen & Proud.’’

          “It astounds me that a Spence faculty member felt comfortable showing this to students and thought it was acceptable to do so,” Baron said of the mocking, cringe-worthy footage.
          “Had the video derided and ridiculed Asian women, Black women or Hispanic women, the Spence community would declare with one voice that it was blatantly racist,” said the mom, executive vice president of strategy at the tech software firm KLDiscovery, according to her LinkedIn page.
          “In fact, had a similar video been shown making fun of ANY OTHER racial group, Spence, its faculty, the Board and the entire community would be whipped into a frenzy,’’ Baron said. “Is Ziwe’s video somehow not racist and acceptable to Spence because it attacks whites?”
          […]

          https://nypost.com/2021/06/15/spence-school-showed-vid-that-tarred-and-feathered-white-women/

          Der deutschen Wokeness entsprechend ist das Video natürlich auch noch sexistisch: wie politische Kritik an der Grünen Baerbock. 😉

          Laschet dagegen war dem polemischen Kampagnen-SPIEGEL ein „Häuptling Wirdsonix“, was er klaglos ertrug – zumal er recht behielt:

          Die Union und ihr Problemfall Armin Laschet
          Häuptling Wirdsonix

          Corona-Chaos, Umfragetief, kaum noch Rückhalt in der Partei – und doch will Armin Laschet um jeden Preis Kanzlerkandidat werden. Setzt sich seine Sturheit am Ende durch? Lesen Sie hier die SPIEGEL-Titelstory.
          Von Melanie Amann, Lukas Eberle, Kevin Hagen, Christoph Hickmann, Martin Knobbe und Veit Medick
          09.04.2021, 12.01 Uhr • aus DER SPIEGEL 15/2021

          https://www.spiegel.de/politik/deutschland/armin-laschet-und-die-kanzler-frage-der-pannenonkel-und-die-macht-des-glaubens-a-cd3ae478-0002-0001-0000-000177062056

          Heute überflügelt nicht nur Laschet die vom SPIEGEL promotete Baerbock, sondern auch die CDU die Grünen. Die „veröffentlichte“ Meinung ist irrelevant. Was auch für Corona gilt: nun gilt dem SPIEGEL Jens Spahn als Chaotiker. Freilich aus den falschen Gründen.

        • @ Gabriele Wolff

          Stümmt, der Artikel über Kleber ist wirklich oberpeinlich!
          Der Tagesspiegel-Artikel ist leider nicht voll lesbar.
          Wäre es möglich, falls Du mal Zeit & Lust hast, diesen hier vollständig einzustellen oder mir eine Text-Kopie zukommen zu lassen, zumal ich den ziemlich interessant finde:
          Meine E-Mail wäre wie folgt: mark_smith@gmx.net

  3. Also nun wieder zu Corona:

    Warum die Presse versagt


    [h]ttps://gabrielewolff.wordpress.com/2020/10/19/warum-die-presse-versagt/comment-page-33/#comment-93246

    Während bei uns noch die indische Variante, jetzt Delta genannt, zur Panikmache benutzt wird, war man bei der WaPo schon am 9.10.2021 weiter:

    As India’s pandemic surge eases, a race begins to prepare for a possible next wave
    By Niha Masih and Taniya Dutta ● Read more »

    Daß man auch immer wieder den diskreditierten Lauterbach einlädt, spricht gegen den ÖRR:

    Seit dem 11.6.2021 haben wir einen echten Skandal:

    11.6.2021 Stand: 14:02 Uhr
    Bundesrechnungshof-Bericht
    CDU-Politiker fordern Aufklärung nach mutmaßlichem Intensivbetten-Betrug
    […]
    [Video]

    Mehrere CDU-Politiker fordern Aufklärung, nachdem ein Bericht des Bundesrechnungshofs nahelegt, dass Kliniken in der Corona-Krise wohl zu niedrige Intensivkapazitäten gemeldet hatten. „Die Vorwürfe, dass die Kliniken weniger Intensivbetten gemeldet haben als tatsächlich vorhanden, muss dringend aufgeklärt werden“, sagte Unions-Fraktionsvize Thorsten Frei dem Nachrichtenportal „t-online“. „Hier wissentlich falsche Zahlen gemeldet zu haben, wäre ein schlimmer Betrug an der Gesellschaft, der entsprechend geahndet werden muss.“

    Der Chef des Gesundheitsausschusses, CDU-Politiker Erwin Rüddel, sagte gegenüber „t-online“: „In den Krankenhäusern wurde in der Pandemie flexibel und schnell hervorragende Arbeit geleistet, sodass es gottlob nie zu einer Überforderung unseres Gesundheitssystems gekommen ist. Den Rahmen dafür hat die Politik geschaffen.“
    Doch auch Rüddel fordert: „Jetzt muss zügig aufgeklärt werden, ob der Rechnungshof mit seiner Kritik recht hat und Krankenhäuser diesen großzügigen Rahmen für unnötige Abrechnungen missbraucht haben.“ Über die Kritik des Bundesrechnungshof hatte WELT berichtet.
    […]

    https://www.welt.de/vermischtes/live230889917/Corona-live-Intensivbetten-Betrug-CDU-Politiker-fordern-Aufklaerung.html

    Am 12.6.2021 gab es nur noch 1.345 Covid-19-Intensivpatienten, aber das Muster bleibt seit Wochen trotz rapide sinkender Zahlen gleich: die Zahl der freien Intensivbetten schwankt immer rund um 3.500 (am 12.6.2021 3.626): wie kommt das?

    (Auf das Thema komme ich noch einmal zurück.)

    Erstmal dies: die FDP als effektive Opposition:

    Lauterbach gerät in die Defensive – dank entgegenstehender wissenschaftlicher Erkenntnis, denn vor der Bundesnotbremse gab es dasselbe Bild:

    Jetzt (13.6.2021) sind wir bei 17,3.

    Brandenburg liegt bei 7,1, mein Landkreis bei 3.

    Wieler sagte vor ein paar Tagen: jetzt hätten wir allerdings eine zehn Mal höhere Inzidenz als vor einem Jahr.

    Tatsächlich betrug die Inzidenz am 10.6.2020 lediglich 2,8. Allerdings wurden in KW 23 auch nur 329.358 Tests durchgeführt, davon positiv 3.031 (= Positivanteil von 0,9%).
    https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/2020-06-10-de.pdf?__blob=publicationFile

    In KW 22 im Jahr 2021 waren es 871.457, davon 27.201 positiv (= Positivanteil von 3,12%).
    https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/Jun_2021/2021-06-09-de.pdf?__blob=publicationFile

    Ist das seriös vergleichbar, zumal wir jetzt Impfmöglichkeiten haben?

    Am 13.6.2021 hatten wir 1.336 Covid-19-Intensivpatienten (5% aller Intensivpatienten) – und immerhin „jetzt schon“ bereits 3.926 freie Intensivbetten. Binnen eines Tages eine Steigerung um 300 Betten, während der Rückgang von Covidpatienten lediglich 9 Patienten betraf? An der Seriösität des DIVI-Zahlenwerks bestehen zurecht Bedenken. Es sind Krankenhausfunktionäre mit eigener Agenda, nämlich der No Covid-Agenda, die von Anfang an schwachsinnig war:

    Der Leitmedien-Journalismus reagiert verspätet kritisch:

    Ob Merkel wirklich keine Ahnung hatte, daß die Intensivmediziner Mitte April schlicht logen?

    Die Warner vor diesem Szenario, das bei Kenntnis des medizinisch-industriellen Komplexes naheliegt, wurden freilich als Verschwörungstheoretiker denunziert, wie das heutzutage bei unangenehmer Kritik üblich ist:

    Lauterbach in der Bedrouille: kann er retten, was nicht mehr zu retten ist?

    In den USA wird ebenfalls mit behördlichen Panikmache-Nachrichten gearbeitet, auf die kaum noch jemand reagiert:

    Der Verdacht wird stärker: leidet Deutschland unter Lockdowns, weil die Kanzlerin neben einer Hundephobie auch eine Virenphobie hat?

    Und wer hat die Abgeordneten im Griff?

    Selbstaufgabe des Bundestags
    Eine schwarze Woche für Deutschland

    Von Roland Tichy

    Sa, 12. Juni 2021

    Das war eine schwarze Woche für Deutschland: Schändliche Gesetze wurden im Dutzend blitzschnell verabschiedet. Der Bundestag hat sich von der Nick-Maschine weiterentwickelt und sich selbst, Grundrechte und Souveränität aufgegeben.
    Das Infektionsschutzgesetz war von Anfang an umstritten. Jetzt ist es ein Gesetz für einen Notstand, den die Regierung erfunden hat, um elementare Grundrechte auszusetzen. Längst war die Pandemie am Abklingen, selbst die fingierten und manipulierten Zahlen der Bundesregierung liefern ihr keine Rechtfertigung. Ein Parlament, das seine Aufgabe als Kontrollinstanz wahrnimmt, hätte sich diesen Themen gewidmet: Warum wurden die Zahl der Corona-Betten willkürlich reduziert und eine drohende Überbelegung, die es nie gab oder künstlich herbeigeführt wurde, als Grund für Notmaßnahmen angeführt?
    https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/intensivbetten-manipulation-der-skandal/

    Aber darum kümmert sich kein Parlament mehr.
    […]
    Wir erleben jetzt, was es bedeutet, wenn Menschen- und Grundrechte nicht mehr absolut sind, sondern im Belieben der Exekutive stehen. Dann sind sie keine mehr, sondern Gnadenakte. Im Bundestag haben FDP, Linke und AfD dagegen gestimmt; CDU, CSU, SPD und Grüne für die Aussetzung und damit Entsorgung des Grundgesetzes wie einen Becher abgelaufener Yoghurt. Eine kleine tapfere Handvoll CDU- und SPD-Abgeordneter hat dagegen gestimmt. Dass man sie als mutig bezeichnen muss, zeigt, dass der Parlamentarismus in Deutschland ausgehöhlt ist. Abgeordnete entscheiden nicht mehr nach ihrem Gewissen. Sie müssen ihre Hände heben wie Nick-Maschinen auf Befehl des Fraktionsvorstands. Wer das nicht tut, wird bestraft. Das zeigt ein weiterer Fall.
    […]

    https://www.tichyseinblick.de/tichys-einblick/eine-schwarze-woche-fuer-deutschland/

    Homburg präzisiert: ohne die Grünen wäre die Verlängerung der epidemischen „Notlage“ gescheitert, und nur ein SPD-Abgeordneter stimmte dagegen – viele Abgeordnete schwänzten.

    Und gegen Landesverordnungen dieser Art werden sicherlich Gerichte intervenieren.

    Was die Heuchelei unserer Politiker angeht, die alle geimpft sind:

    Überhaupt ist das Corona-Thema mit Lug und Betrug durchsetzt:

    Und daß die SPD, die noch jeden basislosen Grundrechtseingriff mitgetragen hat, nun einen auf Opposition macht, habe ich schon in meinem oben zitierten Beitrag gebracht:

    „Plötzlich entdeckt die SPD, die alle Maßnahmen der CDU mitgetragen hat, ihr Oppositionsgen; leider völlig kontraproduktiv und mit einem halben Jahr Verspätung:

    Das glaubt ihr nun wirklich niemand. Ich gebe die SPD auf.“

    Es geht also nicht um die Intensivbetten-Lügen von interessegeleiteten Funktionären, sondern um falsch getestete Masken und um unkontrolliert bezahlte Testzentren von Glücksrittern; ein Streit um des Kaises Bart, der glattrasiert ist. Denn keine Masken schützen vor der Weitergabe der Mini-Viren, und die Schnelltests haben eine eigene Tendenz zu falsch-positiven Ergebnissen, die diejenige von PCR-Tests noch übersteigt:

    Maskenstreit
    Schutzbehauptungen
    Der Gesundheitsminister verteidigt die Lieferungen zweifelhafter Masken, und bei den Testzentren fehlen die Qualitätskontrollen 
    Von Anne Kunze und Ingo Malcher
    9. Juni 2021 DIE ZEIT Nr. 24/2021, 10. Juni 2021
    […]
    In Sachen Masken hat sich das Gesundheitsministerium mit dem Arbeitsministerium in einen bizarren Streit um Prüfgrundsätze verstrickt. Die Linie des BMG: Eigentlich sei man sich mit dem Arbeitsministerium einig über die Qualität der Masken, nur nicht über die rechtliche Grundlage, nach der sie geprüft wurden.
    Das BMG habe „in der absoluten Notlage“ und zum schnellen Schutz der Bevölkerung gemeinsam mit dem TÜV Nord und dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte einen neuen Prüfstandard für Masken entwickelt, nach dem es seine Masken testen ließ. Denn im Frühjahr 2020 brauchten die Menschen schnell Masken, und der Ware, die das BMG massenhaft in China eingekauft hatte, lagen oft keine Dokumente bei.
    […]
    Vorige Woche hat das Karlsruher Unternehmen Palas im Auftrag der ZEIT gemessen, wie viele Partikel die Masken durchlassen, die das BMG vor hessischen Altenheimen abgestellt hatte. Das Ergebnis: Ein Teil der Masken filterte nur gut die Hälfte der Partikel. Erlaubt ist bei FFP2-Masken aber nur ein Filterdurchlass von sechs Prozent. [Das betrifft aber nur giftigen Staub bei Bauarbeiten, für die die FPP2-Maske allein zugelassen ist.]
    […]
    Dabei wiederholt sich das Muster gerade bei den privaten Testzentren: erst zu lange abwarten, dann zu lasch kontrollieren.
    […]
    Andreas Bobrowski, der Vorsitzende des Berufsverbandes deutscher Laborärzte [natürlicher Gegner von laborunabhägigen Schnelltests], sagt, Laien könnten nicht zuverlässig Abstriche nehmen. Auch würden viele von ihnen angehalten, den Abstrich eher sanft vorzunehmen. Die privaten Anbieter hätten ein Interesse daran, dass die Patienten [?] wiederkommen. „Wenn ein Testzentrum in den Ruf kommt, dass da richtig zugelangt wird, geht man eben in ein Testzentrum, wo es nicht so schlimm ist.“ Hinzu komme, dass die Ergebnisse oft ungenau seien, zumindest im Raum Lübeck, wo Bobrowski praktiziert. Dort würde sich gut die Hälfte der positiven Antigen-Schnelltests im Labor beim PCR-Test nicht bestätigen.
    […]

    https://www.zeit.de/2021/24/masken-gesundheitsminitserium-corona-tests-schutz-qualitaet-jens-spahn/komplettansicht

    • Nach einem schönen Offline-Tag mache ich hier weiter:

      Corona-Zahlen Deutschland heute am 14.06.2021
      Aktuelle RKI-Fallzahlen zu Inzidenz, Impfung und Infektion

      Heute sind innerhalb eines Tages in Deutschland 549 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert worden. Am Tag zuvor waren es mehr als 1489 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gewesen. Vor einer Woche, am Montag, 07.06.2021, hatte das RKI knapp 1117 Neuinfektionen gemeldet. […]
      Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI heute Morgen bundesweit bei 16,6. Gestern hatte das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 17,3 angegeben, am Montag vergangener Woche mit 24,3
      […]
      • 6,6 – Brandenburg

      https://www.swp.de/panorama/corona-zahlen-deutschland-aktuell-heute-rki-dashboard-inzidenz-14-06-2021-montag-karte-inzidenzwert-neuinfektionen-bw-bayern-berlin-brandenburg-sachsen-nrw-57428087.html

      Landkreis Ostprignitz-Ruppin
      Dienstag, 08.06.2021 7
      Mittwoch, 09.06.2021 3 ↘️
      Donnerstag, 10.06.2021 2 ↘️
      Freitag, 11.06.2021 2 ↔️
      Samstag, 12.06.2021 3 ↗️
      Sonntag, 13.06.2021 3 ↔️
      Montag, 14.06.2021 3 ↔️
      https://m.news.de/amp/gesundheit/855914701/corona-zahlen-landkreis-ostprignitz-ruppin-heute-aktuell-14-06-2021-rki-7-tage-inzidenz-neuinfektionen-tote-intensivbetten/1/

      Weiterhin genau ein Corona-Intensiv-Patient.

      Ich war ja skeptisch, ob man wegen der vielen falsch-positiven Testungen überhaupt zu solche niedrigen Zahlen würde kommen können. Leider teilt das RKI auch nur jeweils am Donnerstag die Anzahl der vorgenommenen Tests pro Woche an (man hat halt kein Interesse an Fakten, und Schnelltest-Ergebnisse kennt man dort gar nicht, sondern nur das obligatorische PCR-Testergebnis nach einem positiven Schnelltest-Ergebnis).

      Bundesweit gemäß DIVI:

      Covid-19-Intensivpatienten: 1.280 (-52 zum Vortag), freie Kapazitäten: 3.895 (-31 zum Vortag)

      Es besteht also offenbar keine Korrelation zwischen Covid-19-Intensivpatienten und freien Kapazitäten – was basteln die da zurecht? Die Zahlen des RKI für „Coronatote“ sind genauso unseriös wie die Zahl der DIVI-„Neuaufnahmen“, die auch „Verlegungen“ von einer Intensivstation auf eine andere beinhalten. Die ignoriert man also besser lieber.

      Lauterbach kräht munter weiter; und NEIN, Covid-19 ist ungefährlich für Kinder, was man bezüglich der Impfung noch nicht behaupten kann: ein Statistik-Prof weist ihn zurecht:

      Meck-Pomm hat es für Schulen bereits beschlossen, in Dänemark fällt die Maskenpflicht komplett, ein Blick nach Florida, Texas und South-Dakota (im Vergleich zu von Democrats regierten Staaten) zeigt, daß Masken gar nichts bringen. Und auch Österreich befreit die armen Schulkinder:

      Ich selbst kriege Panik beim Maskentragen – diese Anordnung ist für mich die einzig belastende; alle anderen haben meinen sozial zurückgezogenen Lebensstil nicht beeinflußt. Was keineswegs heißen soll, daß ich nicht empathisch mitleide mit Kindern und Jugendlichen, deren Leben zerstört wurde, ganz im Gegenteil! Oder mit jungen Erwachsenen beim Austesten des Lebens, bei der Partnersuche, bei der Erweiterung der Weltsicht durch Reisen und Kontakte. Das wilde Tanzen, ekstatische Musik-Erlebnisse – ich kenne das alles, und ich weiß nicht, was aus mir geworden wäre, häte ich auf all das in meinen kritischen Entwicklungsjahren verzichten müssen. Die glücklicherweise in den siebziger bis achtziger Jahren lagen – eine aus heutiger Sicht geradezu unglaubliche Freiheits-Zeit.

      Der SPIEGEL hakt seine NoCovid-Kampagne schlicht ab. Er ist nun bereits auf der Klimaschutz-Kampagne gegen den Bürger:

      Kommen wir auf den Hauptschuldigen des Corona-Desasters der Regierung zu sprechen: den mit Medienpreisen und einem weiteren Bundesverdienstkreuz geehrten Christian Drosten, deren Hauptberater von der staatlichen Charité, die der Politik in heiklen Fällen gern zu Diensten ist:

      Zurecht wird an die Einmischung von Drosten zugunsten von Schulschließungen erinnert:

      […]

      Diesen Tweet vom 29.4.2020 hat er gelöscht, um später zu behaupten, die Presse habe seine Studie falsch interpretiert, indem sie konstatiere, sie belege, daß Kinder dieselbe Viruslast im Rachen hätten wie Erwachsene… 😉

      Drosten ist eh widerlegt worden:

      Die Route des Virus führt von den Älteren zu den Jüngeren

      Biologisch erscheint das auch folgerichtig: Entgegen früheren Befunden haben molekulare Analysen im vergangenen Jahr gezeigt, dass Kinder dem Virus weniger Angriffspunkte bieten als Erwachsene. In den oberen Atemwegen werden bei Kindern zunächst geringe Mengen des ACE-2-Eiweißes gebildet, das die Viren bei der Infektion als Ankerstelle benötigen. Welche Bedeutung für die reale Welt diese Resultate besitzen, ist allerdings schwer abzuschätzen.

      Dasselbe gilt für die vor wenigen Tagen veröffentlichte Studie von Forschern um den Virologen Christian Drosten. Sie hatten eine gegenüber Kindern dreifach höhere Viruslast in den Abstrichen von Erwachsenen festgestellt. Die Wissenschaftler selbst relativieren ihre Befunde mit dem Hinweis, dass bei Kindern auch kleineres Abstrichbesteck verwendet wurde. Dennoch ist der Rachen von Kindern nun einmal auch kleiner, sodass sie vielleicht tatsächlich deutlich weniger infektiöse Partikel ausatmen.

      Mit dem Klischee, Kinder seien Treiber der Pandemie, sind all diese Befunde jedenfalls kaum in Einklang zu bringen. Eher scheint das Gegenteil der Fall zu sein: Womöglich sind sie die Opfer der infizierten Älteren. Denn überall dort, wo viele der Erwachsenen bereits geimpft sind, also auch Eltern und Lehrpersonal, sinken die Infektionsraten bei Kindern drastisch. Auch dieser Effekt lässt sich in den Daten des israelischen Gesundheitssystems erkennen. Eine neue, allerdings noch nicht begutachtete Studie hat dort Gemeinschaften mit hoher und solche mit niedriger Impfrate verglichen. Das Fazit: Je mehr Erwachsene immunisiert sind, desto weniger Kinder stecken sich an.

      Die Route des Virus dürfte also in Wahrheit von den Älteren zu den Jüngsten führen. Infizierte Kinder, so muss man vermuten, haben sich überwiegend nicht während des Unterrichts bei ihren Klassenkameraden angesteckt, sondern bei ihren Lehrern und Lehrerinnen – vor allem aber bei ihren Eltern.

      https://www.zeit.de/2021/23/corona-kinder-infektionsgeschehen-studie-schule-kita-spielplaetze/komplettansicht

      Eine Fragwürdigkeit nach der anderen:

      Corona-Bekämpfung als moralisches Problem?

      Und nun kommen wir zur Verschwörungstheorie der woken Anti-Rechtskampfpresse, die Kritik an den Corona-Maßnahmen der Regierung schnell als rechtsextreme Verschwörungsideologie eingeordnet hatte. Der Tagesspiegel hatte sich dabei, in seiner Kritik an von Brüggemann organisierten anti-Lockdown-Videos von Schauspielern dazu verstiegen, Brüggemann einem antidemokratischen „Netzwerk“ zugehörig zu diskreditieren – wegen seiner Kontakte zu dem Arzt und Unternehmer Paul Brandenburg, der mit den Schauspiele-Videos freilich nichts zu tun hatte. Der Tagesspiegel entschuldigte sich für seine Hetzkampagne – und gab Brüggemann Gelegenheit, sich ausführlich zu äußern:

      10.06.2021, 13:33 Uhr
      Was machen wir hier eigentlich?
      Dietrich Brüggemann über die Aktion #allesdichtmachen
      Ein langer Bericht über kurze Videos, lange Lockdowns und Journalisten am Rande des Nervenzusammenbruchs. Ein Gastbeitrag.
      Dietrich Brüggemann
      […]
      Ich bin dem Tagesspiegel durchaus dankbar, daß er mir hiermit die Gelegenheit gibt, die Dinge aufzuräumen und geradezubiegen, und ich tue das lieber auf diese Art, als Medienanwälte in Marsch zu setzen. Andererseits bin ich mir keineswegs sicher, ob sich hier irgendwas aufräumen oder geradebiegen läßt. Die deutschsprachige Presse (also auch in Österreich und der Schweiz) hat den Rufmordversuch fröhlich abgeschrieben, und man darf gespannt sein, ob sie diese Klarstellung auch abschreiben. Für den Roman, den ich allmählich mal weiterschreiben sollte, muß ich mir einen neuen Verleger suchen, denn der bisherige möchte den Vertrag möglichst diskret auflösen, hätte gern den Vorschuß zurück, bezieht sich dabei explizit auf den Tagesspiegel und hielt es nicht für notwendig, vorher mit mir zu reden. Ist nicht so schlimm, es zeigt vielleicht eher, daß ich da ohnehin auf dem falschen Dampfer war. Mehr Gedanken mache ich mir darüber, was mit den Teilnehmern der Aktion passiert. In der Presse wurde meistens behauptet, das seien allesamt steinreiche TV-Stars, was aber nicht stimmt – etwa ein Drittel ist gut beschäftigt, ein weiteres Drittel kann davon leben, ein Drittel ist eher unbekannt. Den Stars passiert nicht viel, die anderen müssen gucken, wo sie bleiben, und ja, ich weiß von allerhand flötengegangenen Jobs und Casterinnen, die schwarze Listen schreiben.

      Einer, die mit mir gut befreundet ist, wurde eine schon länger geplante Serie auf Eis gelegt, doch sie sagte mir kürzlich: Ich schäme ich nicht, daß ich hier mitgemacht habe. Ich schäme mich, daß ich vorher Selfies und mein Essen gepostet habe. Und eine andere schrieb mir: Die Aktion war es so wert! Vielleicht war es sogar das einzig wirklich sinnvolle, was ich je als Schauspielerin gemacht habe, und der beste Abgang, den es geben könnte. Und nicht zuletzt haben wir tausende Dankesschreiben und kriegen immer noch welche von Leuten, die allesamt immer dasselbe sagen: Ich würde nie die AfD wählen, ich habe mit Querdenken nichts am Hut, aber ich kann nicht fassen, was in Deutschland los ist, und ich danke euch von Herzen.

      Und damit wären wir am vorläufigen Ende angelangt. Wie es weitergeht? Unklar. Gibt es einen Plan, was wir im Herbst machen? Fühlt sich irgendwer in der Presse berufen, die Regierung mal dahingehend in die Zange zu nehmen? Was tun wir, wenn die nächste Mutante kommt und die Inzidenzwerte, von denen mittlerweile wirklich jeder weiß, daß sie nicht viel aussagen, wieder in die Höhe gehen? Sicherheitshalber Lockdown, bis irgendwann auch Babys und Hunde geimpft sind? Und wenn dann bei der mexikanisch-marokkanischen Doppelmutante die Impfung nicht mehr wirkt? Sehen wir dann im Fernsehen wieder jeden Abend Experten, die uns vorrechnen, daß in vier Wochen selbst bei „hartem Lockdown“ die Inzidenz bei 2000 liegen wird? Werden diese Experten, wenn die Modellrechnungen mal wieder danebengelegen sind, zur Abwechslung irgendwas anderes sagen als: Ach herrje, Präventionsparadox? Wird diese Regierung (oder die nächste) es irgendwann auf die Reihe kriegen, die seit einem Jahr versprochene Antikörper- oder gar T-Zell-Immunitätsstudie zu machen und herauszufinden, wieviele Menschen hierzulande Corona schon hatten? Und was ist mit unseren Medien los? Wieso wird die Geschichte vom alternativlosen Lockdown so überwiegend einmütig nachgebetet, als wäre es eine steigende Flut, wegen der man leider vom Erdgeschoß ins erste Stockwerk umziehen muß, und nicht die politische Entscheidung, die es de facto ist? Und was herrscht da für ein geistiges Klima, daß solche Texte entstehen können und dann auch noch veröffentlich werden? Was läuft da insgesamt schief? Ja, man gibt allen Stimmen irgendwie Raum, aber das lauteste Instrument im Orchester ist nun mal die Paniktrompete, außerdem wird Corona selbst in aller Ausführlichkeit, dramatischen Farben und einfühlsamen Reportagen emotionalisiert, während die Lockdown-Schäden dagegen eher so in nüchternen Zahlen abgehandelt werden, und die schärfste Waffe der Presse, nämlich der schneidende Leitartikel, der grundlegend mit der Politik ins Gericht geht, wo bleibt der eigentlich? Tun wir uns wirklich einen Gefallen, stattdessen jeden Maßnahmenkritiker, sobald er eine gewisse Lautstärke überschreitet, als „Querdenker“ ins intellektuelle Sperrgebiet zu verbannen?
      […]

      https://www.tagesspiegel.de/kultur/was-machen-wir-hier-eigentlich-dietrich-brueggemann-ueber-die-aktion-allesdichtmachen/27273610.html

      Ein flammendes Plädoyer, das auch viel zur Entstehungsgeschichte von #allesdichtmachen beiträgt.

      Der geradezu obsessive Anti-Rechts-Kämpfer beim Tagesspiegel, Matthias Meisner, konnte es nicht fassen, wie der Tagesspiegel in Sack und Asche ging und Brüggemann so viel Raum verschaffte:

      […]

      Es ist mir ein Rätsel, wieso der Tagesspiegel diesen schäumenden Fanatiker Meisner noch beschäftigt.

      • Im Anschluß an dieses Posting wieder US- und Außenpolitik:

        https://gabrielewolff.wordpress.com/2020/10/19/warum-die-presse-versagt/comment-page-33/#comment-93263

        [h]ttps://gabrielewolff.wordpress.com/2020/10/19/warum-die-presse-versagt/comment-page-33/#comment-93263

        Biden Reveals Why He Won’t Hold a Joint Press Conference With Putin
        By Jack Phillips
        June 13, 2021 Updated: June 13, 2021

        President Joe Biden revealed on June 13 why he decided to avoid a joint press conference with Russian President Vladimir Putin in Switzerland next week.
        “I always found, and I don’t mean to suggest the press should not know, but this is not a contest about who can do better in front of a press conference or try to embarrass each other,” Biden told reporters at a press conference at the Cornwall Airport Newquay in England.
        https://thehill.com/homenews/administration/558197-biden-explains-decision-to-avoid-joint-press-conference-with-putin

        “It’s about making myself very clear what the conditions are to get a better relationship are with Russia.”

        In 2018, when President Donald Trump met with Putin in person and held a joint news conference, corporate media outlets launched attacks against Trump and suggested the joint appearance meant the two had a cozy relationship. It came amid then-special counsel Robert Mueller’s investigation into whether Trump’s campaign colluded with Russia during the 2016 election. Mueller, after a 22-month investigation, ultimately turned up “insufficient evidence” to support the allegations.

        “I think the best way to deal with this is for he and I to meet, he and I to have our discussion. I know you don’t doubt that I’ll be very straightforward with him about our concerns, and I will make clear my view of how that meeting turned out and he’ll make clear from his perspective how it turned out,” Biden said.
        Biden then seemed to make reference to the possibility that the meeting would trigger rampant speculation from the press.
        “I don’t want to get into being diverted by, did they shake hands, who talked the most, and the rest,” he said.
        […]

        But Biden said the poor relationship was the fault of Russia, and again alleged that Moscow engaged in malign behavior during U.S. elections, as well as cyberattacks against American infrastructure and industries. Biden also claimed, without providing details, that Putin was directly responsible for an unspecified cyberattack.
        “I checked it out. I had access to all the intelligence. He was engaged in those activities — I can respond to that,” Biden told reporters on June 13. “This is not a contest about who can do better in a press conference, embarrass each other. It’s about making myself very clear what the conditions of our relationship are.”
        […]

        https://www.theepochtimes.com/mkt_breakingnews/biden-reveals-why-he-wont-hold-a-joint-press-conference-with-putin_3856516.html?utm_source=newsnoe&utm_medium=email&utm_campaign=breaking-2021-06-13-2&mktids=1b229a02fb5a9dd39455938e02f93782&est=pi%2BXvf5K3T8ufsBuPtLhwcSBy1dDyMzPC0KYaly3l7yIfnXWIz6mkOufSYlOx2jBs%2BEEGg%3D%3D

        Zum Piepen! Wir alle wissen, wie Biden bei Pressekonferenzen versagt:

        Und Putin hat schon jetzt spitze Pfeile im Köcher: die absolut politische Verfolgung von Trump-Anhängern, die grundlose Erschießung von Ashli Babbit durch einen Capitol Police Officer, die juristisch ohne Konsequenzen bleibt, und das gesamte falsche Narrativ über den 6.1.2021:

        Das Narrativ bröckelt weiter:

        Mit einer überraschenden Volte von Biden: nein, Putin hat doch nichts mit den erpressenden Cyber-Kriminellen zu tun:

        Putin Responds to Claims About Russia’s Involvement in Cyberattacks Ahead of Meeting With Biden
        By Jack Phillips
        June 14, 2021 Updated: June 15, 2021

        Russian President Vladimir Putin has denied that the Kremlin had a hand in cyberattacks on U.S. businesses and infrastructure ahead of his meeting with President Joe Biden.

        Biden is expected to press Putin on allegations that Moscow sanctioned cyberattacks against U.S. interests, including the SolarWinds breach that impacted some federal agencies. The FBI and White House officials have said Russia-based cybercriminal gangs have conducted ransomware attacks against several firms recently, including against the Colonial Pipeline system and major meat-producer JBS Foods.

        “We have been accused of all kinds of things,” Putin told NBC News in an interview released on June 14. “Election interference, cyberattacks, and so on and so forth. And not once, not once, not one time, did they bother to produce any kind of evidence or proof. Just unfounded accusations.

        JBS announced last week that it had paid $11 million to a Russian-speaking hacking group that had targeted the firm’s systems, forcing a temporary shutdown in late May. The Colonial Pipeline system was shut down for roughly a week following a ransomware attack allegedly carried out by the criminal gang DarkSide, which is believed to have been based in Russia.
        Biden said that intelligence officials don’t believe the Russian government had ties to the ransomware attacks, but suggested the Kremlin take action against criminal gangs.
        […]

        https://www.theepochtimes.com/mkt_morningbrief/putin-responds-to-claims-about-russias-involvement-in-cyberattacks-ahead-of-meeting-with-biden_3857806.html?utm_source=morningbriefnoe&utm_medium=email&utm_campaign=mb-2021-06-15&mktids=e6ffc4e5b270a420649ca80052b67d6e&est=mZ4AmfwzRbAZsyV%2FQfSymVSKsZ0YvtCEnlTkbmvgWhCOFFhghBOBbNfP1riSatyxDNqX7A%3D%3D

        In der ZEIT gab es ein langes Stück über diese Cyber-Kriminellen:

        Cyberkriminalität
        Internet-Erpressern auf der Spur
        Jedes Jahr erbeuten Kriminelle Milliarden, indem sie Computer kapern und ihre Opfer erpressen. Die Täter werden so gut wie nie gefasst. Der ZEIT ist es gelungen, zwei mutmaßlichen Schlüsselfiguren zu folgen.
        Von Kai Biermann, Astrid Geisler und Karsten Polke-Majewski
        9. Juni 2021, 16:48 Uhr Editiert am 10. Juni 2021, 5:21 Uhr DIE ZEIT Nr. 24/2021, 10. Juni 2021
        […]
        Am 26. Januar 2021 stürmten Polizisten in der ukrainischen Metropole Charkiw einen heruntergekommenen Plattenbau. Ponomarenko hat dort eine Wohnung. Die Polizisten filmten ihren Zugriff. Das Video liegt der ZEIT vor. Es zeigt, wie sie in einem dunklen Hausflur an eine stahlbewehrte Tür hämmern: „Polizei!“ Einer der Beamten bricht die Tür mit einem Stemmeisen auf. In der Wohnung finden die Polizisten einen Computer mit offenem Gehäuse, der Lüfter dreht sich; dazu weitere Rechner, lose Festplatten in einer Plastikkiste, Handys, eine Werkbank mit Lötkolben, Steckdosenleiste, Tastatur und Werkzeug. In einem Schrank steht ein Server mit mehreren Laufwerken.

        Für die Ermittler ist dieser Zugriff der Höhepunkt einer jahrelangen kriminalistischen Spurensuche. Endlich können sie den Maschinenraum eines der Erpressernetzwerke übernehmen, das hinter der Schadsoftware Emotet steht. Über die wurden Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und Privatleute erpresst, es geht um mehr als eine Million Opfer.
        Während Petro Ponomarenko in Charkiw festgenommen wird, beschlagnahmen Polizisten in den Niederlanden am selben Tag Server in mehreren Datenzentren. In Deutschland sind 60 Beamtinnen und Beamte an dem Einsatz beteiligt. Auch Fahnder aus Litauen, Frankreich, Großbritannien, der Ukraine, den USA und Kanada arbeiten zu. Am Ende gewinnen sie die Kontrolle über Emotet und machen die Software unschädlich.
        […]
        Einen Tag nachdem die Polizisten Ponomarenkos Wohnung stürmten, wird im kanadischen Gatineau auf Betreiben des FBI Sébastien V. festgenommen. Er soll mit Internet-Erpressung in den USA, Kanada und Frankreich viele Millionen Euro in Bitcoin verdient haben. Seither sitzt der 33-Jährige in Untersuchungshaft.
        […]
        Eine Frau öffnet. Sie sei die Verlobte von V., sagt sie, wolle sich aber zu den Vorwürfen gegen ihren Partner nicht äußern. Nur so viel: Sébastien schreibe an seiner Autobiografie, er sei „ein Computergenie“ und habe schon mit zehn Jahren einen Rechner selbst zusammenbauen können. Nach dem Informatik-Studium an einer Fachhochschule in Ottawa arbeitete er im öffentlichen Dienst, zunächst an der Universität Ottawa, später in der Ministerialverwaltung.
        Nachbarn in Gatineau beschreiben V. als „geradlinigen, normalen Kerl“. Eine frühere Freundin erinnert sich an einen humorvollen, gesundheitsbewussten, sportlichen Mann aus behütetem Elternhaus, der scharf auf Geld gewesen sei. „Genieße, was das Leben zu bieten hat „. Mit diesen Worten hat V. sein Facebook-Profil überschrieben. Sein Profilbild zeigt ihn in einem Hotel-Pool, vergnügt planscht er auf einem Gummi-Donut.
        […]

        https://www.zeit.de/2021/24/cyberkriminalitaet-erpressung-internet-schadsoftware-spionage/komplettansicht

        Ein Ukrainer, ein Kanadier: was wäre das alles ohne „eine Spur nach Rußland“? 😉

        Der Ukrainer kommunizierte mutmaßlich direkt mit der Kerngruppe der Erpresser und soll Anweisungen von einer Person aus Russland entgegengenommen haben. Das macht ihn zur Schlüsselfigur des Verbrechens. […] Aber er erinnert sich, dass „der Kunde“ ständig über Verzögerungen im Service und die Leistung der Rechner geklagt habe. Und dass anfangs die Mehrheit der Server dieses Kunden in Russland gestanden habe.
        Ist Petro Ponomarenko ein Verbrecher oder eher ein Handlanger? Nach dem Verhör durfte er wieder gehen. Die deutschen Behörden führen ihn als Beschuldigten. Für die ukrainische Staatsanwaltschaft ist er ein Zeuge.
        […]
        Der IT-Fachmann aus Gatineau sei „eine Schlüsselfigur“ in einem Erpresser-Netzwerk gewesen, das die Schadsoftware Netwalker einsetzte.

        Noch sind die Verbrecher im Vorteil

        Auch diese kriminelle Gruppe verständigte sich anonym und verschlüsselt. Doch im Sommer 2020 fanden Ermittler auf einem Server, von dem aus Angriffe gestartet worden waren, eine Spur. Sébastien V. soll sich von dort in ein privates Google-Mail-Konto eingeloggt haben. Auf anderen Servern der Netwalker-Gruppe fand das FBI ebenfalls Spuren des Kanadiers – und Hinweise auf weitere Täter. Aus 68 Mitgliedern soll die internationale Erpressergruppe im Herbst vergangenen Jahres bestanden haben. Mitten in der Pandemie attackierten sie Krankenhäuser und weitere medizinische Einrichtungen in Nordamerika.
        […]
        Wie bei Petro Ponomarenko in Charkiw weisen auch im Fall von Sébastien V. die Spuren nach Russland. Im vergangenen November soll er mit einem Kontaktmann gechattet haben, der zuvor unter dem Pseudonym „Bugatti“ in einem Hackerforum in russischer Sprache nach Partnern für die Netwalker-Erpressungen gesucht habe. Nun prahlte der Kanadier gegenüber „Bugatti“, er habe seinen „letzten großen Schlag“ ausgeführt: „Ich habe sie hart getroffen, Bruder.“ Und „bald werde ich nach Russland kommen“.
        […]

        https://www.zeit.de/2021/24/cyberkriminalitaet-erpressung-internet-schadsoftware-spionage/komplettansicht

        Sehr, sehr dünne, wie immer. Und von staatlichen Akteuren in Rußland ist eh keine Rede.
        Aber unsere Geheimdienste „lieben“ Rußland:

        Kamala macht weiterhin schlechte Schlagzeilen:

        Immigration
        MEXICO FIRST? Harris Says USA Will Work to Give Migrants a ‘Sense of Hope at Home’
        posted by Hannity Staff – 6.10.21

        https://rumble.com/viay8n-mexico-first.html

        Vice President Kamala Harris continued to confuse millions of people across the Western Hemisphere this week when she suggested the US will work to “give a sense of hope” to potential migrants who can opt to “stay at home.”
        “We have the capacity to give people a sense of hope. We know that if we give them [potential immigrants] a sense of hope that help is on the way, that they will follow their first preference, which is to stay at home,” said Harris.
        “The place that their grandmother lives!” she bizarrely asserted.
        Watch Harris’ comments above.

        https://hannity.com/media-room/mexico-first-harris-says-usa-will-work-to-give-migrants-a-sense-of-hope-at-home/

        Aber Hauptsache, divers bzw. intersektionell benachteiligt:

        Die WaPo vom 14.6.2021:

        Biden nominated as many minority women to be judges in four months as Trump had confirmed in four years
        By Adrian Blanco ● Read more »

        Jubel!
        Aber mit seinem antiweiß-Diskriminierungsprogramm ist er jetzt gescheitert:

        Judge Halts Debt Relief Program for Farmers of Color, Says It’s Likely Unconstitutional
        By Tom Ozimek
        June 12, 2021 Updated: June 12, 2021

        A federal judge in Wisconsin on Friday issued a temporary restraining order pausing payments in a federal farmer loan forgiveness program that grants benefits on the basis of race, arguing there’s a “strong likelihood” a court will rule that the program is unconstitutional.
        U.S. District Judge William Griesbach issued the temporary restraining order (pdf) after a group of white farmers filed a lawsuit (pdf) against the U.S. Department of Agriculture (USDA), claiming unconstitutional race discrimination in the American Rescue Plan Act’s (ARPA) provisions that offer loan forgiveness based on racial categories (pdf).
        “Plaintiffs are excluded from the program based on their race and are thus experiencing discrimination at the hands of their government,” Griesbach wrote in the opinion, noting that the twelve farmers and ranchers who sued “have established a strong likelihood that Section 1005 of the ARPA is unconstitutional.”
        The relevant provisions of the American Rescue Plan Act, which President Joe Biden signed into law in March, set aside some $4 billion in debt relief to “socially disadvantaged” farmers and ranchers. Yet the definition of “socially disadvantaged” features explicit racial classifications that specifically exclude white farmers.
        Arguing that the provisions violate the principles of equality under the law, the Wisconsin Institute for Law and Liberty (WILL) filed the lawsuit on behalf of the plaintiffs, 12 farmers and ranchers from nine states.
        “The Court recognized that the federal government’s plan to condition and allocate benefits on the basis of race raises grave constitutional concerns and threatens our clients with irreparable harm,” said WILL president and general counsel, Rick Esenberg, in a statement following the issuance of the restraining order.
        https://will-law.org/federal-court-puts-a-hold-on-biden-administration-race-based-loan-forgiveness-program/
        […]

        https://www.theepochtimes.com/mkt_breakingnews/judge-halts-debt-relief-program-for-farmers-of-color-says-its-likely-unconstitutional_3855691.html?utm_source=newsnoe&utm_medium=email&utm_campaign=breaking-2021-06-12-2&mktids=60806c5c2bbea33a5d3da3865dcf46b0&est=AUN2gH%2BjL%2F6CQKKOHQGRMiAFHGXCa0cE3VgTeq8pIE%2FiQxX%2FOUoQ3EU%2F8bbjjp4e7O5i0Q%3D%3D

        Überhaupt: wie konnten die Deutschen ihren Mali-Einsatz verlängern, wo man jetzt einer Militärdiktatur zuarbeitet? Wo bleibt da „die Moral“?

        Am 10.6. hatte die WaPo noch diese innenpolitischen Schlagzeilen:

        Democratic establishment tightens its hold on the party as far-left candidates fall short
        By Michael Scherer, Gregory S. Schneider and David Weigel ● Read more »

        Rising prices in the U.S. could rattle other countries amid uneven global recovery
        By David J. Lynch ● Read more »

        (Zur Zeit 5%)

        Es gibt also genug Ärger an der Heimatfront.

        • Das war schon frustrierend gestern Abend: erst das Eigentor von Hummels und dann war plötzlich der danach geschriebene Beitrag futsch. Und dann hatte ich vor dem Spiel auch noch die ersten sich an schönem Blühgut labenden Nacktschnecken entdeckt, was schon mal ein böses Omen war. 😉

          Auf ein Neues also, nämlich zur Fortsetzung meiner Wuhan-Laborthese-Beobachtungen:
          „Die ZEIT mogelt sich um die Labor-These elegant herum:

          Corona-Ausbruch in Wuhan
          Die Laborthese kann China erheblich schaden
          Anstatt mit Transparenz nach dem Ursprung der Pandemie zu suchen, mauert die Führung in Peking. Schadensersatzforderungen und Olympiaboykott sind mögliche Konsequenzen.
          Von Marcel Grzanna
          9. Juni 2021, 12:59 Uhr Erschienen in China.Table Professional Briefing

          Die chinesische Regierung hat bereits mehr als ein Jahr verstreichen lassen, um dem Rest der Welt ihre Bereitschaft zu bedingungsloser Transparenz bei der Suche nach dem Ursprung des Coronavirus zu beweisen. Entgegen ihrer Ankündigung einer vollumfänglichen Unterstützung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erweckte sie den Eindruck, den Ausgang der Untersuchung vorbestimmt zu haben. Statt den Experten schnell und unbürokratisch Zugang zu gewähren, hatte China eine monatelange Vorbereitungszeit in Anspruch genommen. Statt alle erforderlichen Rohdaten zugänglich zu machen, hat das Land nach eigenen Kriterien ausgefiltert.

          Warum das so ist, weiß bislang nur die chinesische Regierung selbst. Doch die erhoffte Wirkung zeigt die Strategie jedenfalls nicht. Die Diskussion über die Herkunft des Erregers ist keineswegs abgeebbt, wie Peking es sich gewünscht hat, sondern hat wieder an Fahrt gewonnen.
          https://www.zeit.de/wissen/2021-05/wuhan-coronavirus-entstehungsgeschichte-labormitarbeiter-krankenhaus-november-2019

          Auch weil Chinas Umgang mit der Aufarbeitung neues Misstrauen geschürt hat. Auf eben diesem Misstrauen basiert die Rückkehr der Laborthese, die seit einigen Wochen wieder diskutiert wird. Also die Frage: Stammt das Coronavirus aus dem Institut für Virologie in Wuhan?
          […]
          Trump fordert zehn Billionen Dollar Entschädigung

          Umso erstaunlicher ist es, dass die chinesische Regierung nicht alle Hebel in Bewegung setzt, die Laborthese ein für alle Mal zu entkräften. Wenn das Land nichts zu verbergen hat, sollte es an einer bestmöglichen Aufklärung interessiert sein und den Forderungen nach uneingeschränktem Zugang für unabhängige Wissenschaftler nachkommen. Zumal die Laborthese auch von vielen Wissenschaftlern außerhalb Chinas als haltlos bewertet wird, wobei die wasserdichten Gegenbeweise ebenso fehlen wie die Beweise für eine Bestätigung. Was hindert die Regierung also?

          Stattdessen sieht sich China inzwischen mit Forderungen nach Entschädigungszahlungen in Höhe von zehn Billionen US-Dollar konfrontiert. Donald Trump war derjenige, der diese Summe vergangene Woche ins Spiel brachte. Er ist zwar kein US-Präsident mehr, aber sein Einfluss auf seine Partei, die Republikaner, ist weiterhin enorm und seine abermalige Kandidatur nicht ausgeschlossen. Wenn es Trump gelingt, die US-Amerikaner davon zu überzeugen, dass die Volksrepublik dem Land eine Billionensumme schulde, werden US-amerikanische Zugeständnisse an die chinesische Regierung noch härter verhandelt.

          Im Sinne der Chinesen ist das nicht. Erst in der vergangenen Woche hatte US-Präsident Joe Biden sein Misstrauen gezeigt – und 59 chinesische Unternehmen als Investitionsziele US-amerikanischer Anleger vorläufig untersagt.
          […]

          https://www.zeit.de/politik/ausland/2021-06/coronavirus-ausbruch-china-wuhan-laborthese/komplettansicht

          Warum die Presse versagt

          [h]ttps://gabrielewolff.wordpress.com/2020/10/19/warum-die-presse-versagt/comment-page-33/#comment-93243

          Kritisches zur ZDF-Rezeption (den CNN-Beitrag mit Redfield unterschlagen, im Faktenfinder mit seinem Wiesendanger-Bashing wurde die Benutzung eines Videos komplett fehlinterpretiert) gab es bei Reitschuster. Sehr lustig: wie der Alleswisser Harald Lesch vom Alleswisser Christian Drosten widerlegt wird:

          Wie das ZDF die Labor-Theorie diskreditiert und selbst auf eine wissenschaftliche »Ente« reinfällt »Corona – Was weiß die Wissenschaft?«
          • VERÖFFENTLICHT AM 09. Jun 2021
          […]
          Leschs Kosmos: »Corona – Was weiß die Wissenschaft?«

          Ganz anders verfährt man beim ZDF mit der Zoonose-Theorie. Sie gilt als seriös und das eigentlich seit Beginn der Pandemie. Besonders das Pangolin, ein Schuppentier, das einem Ameisenbär ähnlich sieht, hat es den Mainzern angetan. […] Noch bis ins Jahr 2023 kann man die beiden Sendungen des ZDF-Wissenschaftsmagazins Leschs Kosmos zu der Pangolin-Fährte in der ZDF-eigenen Mediathek anschauen und sich weiterbilden. Es sind die Folgen »Corona – Wege aus der Krise« (Erstausstrahlung 05.05.2020) und »Corona – Was weiß die Wissenschaft?« (Erstausstrahlung 24.03.2020).

          Die weiß, dass ein möglicher Zwischenwirt für das Coronavirus auf seinem Weg von der Fledermaus zum Mensch das Pangolin sei. »Um zu klären, ob das Pangolin der direkte Überträger des Virus ist, haben Forscher das vollständige Erbgut des Coronavirus im Pangolin mit dem menschlichen Coronavirus verglichen. Bisherige Studien kommen zu einer rund 90-prozentigen Übereinstimmung. – Das klingt viel, ist aber zu wenig um das Pangolin als direkten Überträger auf den Menschen eindeutig zu identifizieren.«

          Erhellend wäre hier noch gewesen, wenn man zusätzlich erwähnt hätte, wie hoch denn die genetische Übereinstimmung bei der Identifizierung des Zwischenwirts für das SARS-(1)-Virus von Jahre 2003 gewesen ist: De facto waren es 100 %, denn es wurde im Larvenroller nachgewiesen. Darüber hinaus hätte man noch einordnen können, dass es die Genom-Analyse malaiischer Schuppentiere betraf und dass Pangoline vom Aussterben bedroht sind. Weshalb ihr Kontakt zu Fledermäusen und Menschen seltener sein wird als beispielsweise der von den zuvor identifizierten Zwischenwirten Larvenroller (2003 SARS-Virus) und Dromedar (2013 MERS-Virus). Stattdessen zeigte das ZDF-Wissenschaftsmagazin lieber Archivbilder eines Frischmarktes und erklärte dem Zuseher: Pangolinschuppen gelten »in der traditionellen chinesischen Medizin… als Heilmittel. Obwohl es auch in China illegal ist, werden die Tiere heimlich gehandelt. Im chinesischen Wuhan gibt es wie in vielen anderen Orten Asiens Wildtiermärkte, wo Tiere lebendig verkauft werden.« So visuell eingestellt und verbal informiert konnte der Zuschauer gar nichts anderes denken als: »Plausible Therorie, das mit dem Schuppentier.«

          Tiefgefrorenes aus Afrika

          Nun, es ist wohl richtig, dass das Fleisch des Pangolins in China und Vietnam teilweise als Delikatesse gilt und dass diese Tiere zum Zweck des Verzehrs auch lebendig gehandelt werden. Trotzdem kommt der Großteil der Pangoline in China tot an und das von ziemlich weit weg: aus Afrika. Entweder als tiefgefrorenes Fleisch oder als Schuppen. Und damit eben nicht als lebendiges, Luft und Viren ausatmendes Zwischenwirtstier.

          Wichtiger als diese Einordnung war es Leschs Kosmos allerdings, den Zuschauer noch auf Folgendes aufmerksam zu machen: »Weder das Pangolin noch Fledertiere sind Schuld an der jetzigen Misere.« Ein wichtiger Hinweis, denn es könnte ja sein, dass durch vom Lockdown gestresste Bürger ihre angestaute Wut an der heimischen Fledermauspopulation auslassen oder einem unschuldigen Pangolin im Zoo auf die Pelle rücken. Nach 43 Minuten war man dann nicht nur restlos informiert, sondern auch tierschutzethisch eingenordet. Begeistert schrieb der Focus am nächsten Tag: »Terra-X-Legende Harald Lesch macht Virus-Faktencheck«.

          Dumm an der Geschichte war nur: Die Theorie mit dem Pangolin war damals bereits eine »Ente«. Und das hätte man beim ZDF auch wissen können, denn diese Information war am Tag der Ausstrahlung von Leschs Kosmos bereits fast drei Wochen alt. Sie stammt aus dem NDR-Podcast »Das Coronavirus-Update«, Folge 6 vom 4. März 2020. Dort hatte Prof. Christian Drosten gesagt: Um es »kurz zu sagen, das mit dem Schuppentier ist eine Ente. Da wurden Daten publiziert, die erklären alles andere als die Herkunft dieses Virus.«

          Wissenschaftler, die Medien »wuschig« machen

          Wie es zu solchen Veröffentlichungen kommen kann, erklärt der Berliner Virologe mit Wissenschaftlern, die »an schnellen, gehuschten, oberflächlichen Papieren und schnellen Untersuchungen« interessiert sind und »die versuchen, im Vorfeld schon Stimmung zu machen. Und die sagen: Ah, dieses neue Virus – wir haben da etwas ganz Interessantes gefunden. Wir sagen Euch noch nicht so ganz das Detail, aber wir können schon mal sagen, im Schuppentier haben wir etwas gefunden. Das erklärt wahrscheinlich die Herkunft von dem neuen Virus. Und dann sind alle ganz wuschig.«
          […]

          https://reitschuster.de/post/wie-das-zdf-die-labor-theorie-diskreditiert-und-selbst-auf-eine-wissenschaftliche-ente-reinfaellt/

          Und so darf der Ausnahmewissenschaftler Drosten denn auch komplett beweislos Marderhunde als Wirtstiere ausmachen.

          Die WaPo, die vom Saulus zum Paulus wurde, titelte am 10.6.2021:

          The media called the ‘lab leak’ story a ‘conspiracy theory.’ Now the theory has prompted corrections — and serious new reporting.
          The pandemic’s origins are still unknown. But while the lab leak theory was first dismissed as politically motivated, it has gained new respect among journalists.
          By Paul Farhi and Jeremy Barr ● Read more »

          Nicht nur unter Journalisten, sondern auch unter Wissenschaftlern und Politikern. Denn beim G7-Treffen kam es zum Schwur. Die angeblich verschwörungstheoretische Epoch Times medelte:

          G-7 Rebukes Chinese Regime Over Human Rights, Demands COVID-19 Origins Investigation
          By Cathy He
          June 13, 2021 Updated: June 13, 2021
          […]
          The president also called on the regime to abide by global rules.
          “China needs to start to act more responsibly in terms of international norms and human rights and transparency,” Biden said.
          He demanded Beijing provide access to its labs so the world can probe the origins of the COVID-19 pandemic, including the possibility that it was the result of “an experiment gone awry.”
          “The world needs to have access,” Biden said.

          The G-7 called for “a timely, transparent, expert-led, and science-based WHO-convened Phase 2 COVID-19 Origins study including, as recommended by the experts’ report, in China.”

          […]

          https://www.theepochtimes.com/mkt_morningbrief/g7-rebukes-chinese-regime-over-human-rights-demands-covid-19-origins-investigation_3856408.html?utm_source=morningbriefnoe&utm_medium=email&utm_campaign=mb-2021-06-14&mktids=e063caf59b8dc80d7268558695d2ce76&est=AYgijzLXFJ%2BLn9Va8q%2BHRxQVpqXycrquWVEHT3NxgKDXd7Ha0eKDigrNjzkXQjO7%2B5T0bw%3D%3D

          Man mußte schon zur NZZ greifen, um sich über das Thema zu informieren:

          Der mögliche Laborunfall in Wuhan und die Medien: Wenn Reflexe wichtiger sind als Recherchen
          Wer die Theorie infrage stellte, dass das Coronavirus von Tieren übertragen worden sei, wurde in vielen Medien als Aluhut und Verschwörungstheoretiker niedergemacht. Zu Unrecht, wie sich jetzt zeigt.
          Stephan Russ-Mohl
          14.06.2021, 05.30 Uhr

          Es kann nicht sein, was nicht sein darf: So liesse sich zusammenfassen, wie wechselhaft manche Medien monatelang über die These berichtet haben, wonach das Covid-19-Virus nicht zufällig vom Tier auf den Menschen übergesprungen sei, sondern auf einen Laborunfall in Wuhan zurückzuführen sei. Was tatsächlich stimmt, wissen wir nicht, und wir werden es vermutlich auch nie erfahren.
          Wenn es ein Laborunfall war, dann hätte die chinesische Staatsmacht allergrösstes Interesse daran, dies zu vertuschen – und auch viele Machtmittel, das weiterhin zu tun. Aber selbst wenn sich ein ähnlicher Unfall im Westen zutragen würde, wäre angesichts der Geheimhaltung in der Militärforschung nicht ohne weiteres zu erwarten, dass unabhängige Journalisten die Wahrheit ans Tageslicht bringen könnten.

          Böses «China-Bashing»

          Damit ist das Berichterstattungs-Dilemma umschrieben, aber noch nicht die Wellenbewegung erklärt, mit der die Medien über die Entstehung des Virus spekuliert haben. Am Anfang kam Präsident Donald Trump der chinesischen Regierung zu Hilfe: Weil er vom «China-Virus» sprach und sich die Labor-These zu eigen machte, bezogen viele US-Leitmedien reflexartig die Gegenposition.

          In US-Medien wurden Trump und andere Republikaner bezichtigt, anti-asiatischen Rassismus zu schüren, «Verschwörungstheorien» zu verbreiten, wobei Vox süffisant darauf hinwies, dass man es mit Leuten zu tun habe, die regelmässig «China-Bashing» betrieben.
          […]
          Im Hinblick auf einen allfälligen Laborunfall reagierten viele Medien selbst dann noch mit der bewährten Diffamierungsstrategie, als die aus Hongkong geflüchtete Virologin Yan Limeng der These im Herbst 2020 neuen Auftrieb gab – mit neuen Indizien und tatkräftiger Unterstützung aus dem rechtskonservativen Lager in den USA. Wegen dieser Unterstützung überschlugen sich Journalisten und selbsternannte Faktenprüfer erneut mit Begriffen wie «Quatsch-Studie», «Verschwörungserzählung» und «Mythen», die von Trump persönlich verbreitet würden (womit offenbar alles gesagt war).

          Das Interesse der Leitmedien erwachte allerdings neu, als die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Ende März 2021 nach langen Recherchen ihres internationalen Forscherteams die Laborthese für äusserst unwahrscheinlich erklärte – und sich herausstellte, dass dieses Team vor Ort an wichtige Informationen gar nicht herangekommen war.

          In dieser Situation legte in Deutschland der Nanophysiker Roland Wiesendanger nach. Er präsentierte nach einjährigen Recherchen seine Faktensammlung, die nach seiner Ansicht mit hoher Wahrscheinlichkeit die Labor-These bestätigt. Was ihm einen wilden Proteststurm aus allen möglichen Lagern eintrug. Darauf ruderte die Pressestelle der Universität Hamburg, die seine Studie zunächst promotet hatte, prompt zurück.

          Der frühere Chefredakteur von «Bild der Wissenschaft», Reiner Korbmann, der heute als Blogger auf die Wissenschaftskommunikation Einfluss nimmt, erklärte nicht etwa den Labor-Unfall, sondern die Wissenschaftskommunikation über Wiesendangers Thesen zum «Super-GAU hoch drei». Als wäre ein GAU, also ein grösster anzunehmender Unfall, nicht schon genug und noch beliebig steigerungsfähig.

          Anfällig für chinesische Propaganda

          Dabei hatte Wiesendanger nur etwas getan, was Wissenschafter viel öfter tun sollten: Er hat interdisziplinär gearbeitet. Und er hat mit langem Atem sowie akribisch, wenn auch vielleicht bei der Quellennutzung etwas zu wenig wählerisch, zusammengetragen, was er an widersprüchlichen Erkenntnissen zur Herkunft des Covid-19-Virus finden konnte. Als Summe seiner Recherche präsentierte er dann die These, das Virus sei ein gentechnisches Laborprodukt.

          Nicht an der These, sondern an der Vorgehensweise von Wiesendanger entzündete sich diesmal die mediale Kritik. Sie offenbarte dabei eigentlich nur die Hilflosigkeit der Öffentlichkeit im Umgang mit Wissenschaft. Moniert wurde, dass Wiesendanger fachlich nicht zuständig war, sein Thesenpapier eine «Studie» genannt hatte und dass er diese auf einer Plattform ohne Peer-Review veröffentlicht hatte.
          […]
          Der zweite alltägliche GAU besteht darin, dass manche Redaktionen – auch weil sich in China Auslandskorrespondenten nicht frei bewegen können – ohne weitere Prüfung chinesische Propaganda weiterverbreiten. Sie haben so nicht nur mithilfe der WHO, an deren Unabhängigkeit von China man zweifeln darf, die offizielle chinesische Lesart zur Herkunft des Virus verbreitet.

          Sie haben auch an der Legende gestrickt, China habe Massstäbe bei der Virusbekämpfung gesetzt. Beides – der Mangel an Kompetenz in manchen Redaktionen in Verbindung mit Propagandagläubigkeit gegenüber einer Diktatur – hat vermutlich dazu beigetragen, dass sich manche Regierungen von Lockdown zu Lockdown treiben liessen.

          Ein bisschen Selbstkritik

          In den US-Medien waren in den letzten Wochen zumindest einige selbstkritische Töne zu hören. Die «Washington Post» zum Beispiel hat einen Titel über «Verschwörungstheorien» abgeschwächt, andere publizieren Hinweise zu alten Artikeln, damit diese nicht allzu alt wirken. Die «New York Times» veröffentlichte Ende Mai einen Kommentar ihres konservativen Ex-Mitarbeiters Bret Stephens. Allzu viele mediale Gatekeeper, so schreibt Stephens, hätten lieber zensuriert und diffamiert, als die Labor-These ernst zu nehmen – und damit gezeigt, dass sich die schlimmsten Feinde der Wissenschaft auch unter jenen fänden, die gerne im Namen dieser Wissenschaft sprächen.

          Dass jetzt ausgerechnet der neue amerikanische Präsident Joe Biden mit seinem Auftrag an die US-Geheimdienste, dem Ursprung des Virus nachzuspüren, der These vom «lab leak» neuen Auftrieb gibt, wird indes kaum der Wahrheitsfindung dienen. Dazu ist die Suche nach der Herkunft des Erregers politisch zu heikel. China fürchtet, als «Schuldiger» an der Pandemie angeprangert zu werden.
          […]
          Trotzdem hat Reiner Korbmann recht: «Allein diese Tatsache, dass niemand mit guten Argumenten den Laborunfall sicher ausschliessen kann, ist aufregend genug. Wir hatten eine Pandemie mit bisher über 3,5 Millionen Toten und unermesslichen Schäden weltweit. Welches wertvolle molekularbiologische Experiment könnte rechtfertigen, solche Risiken auch nur im extrem Unwahrscheinlichen in Kauf zu nehmen? Darüber muss die Wissenschaft mit der Gesellschaft diskutieren.»

          https://www.nzz.ch/feuilleton/der-laborunfall-in-wuhan-und-die-medien-wenn-reflexe-wichtiger-sind-als-recherchen-ld.1629729

          Der SPIEGEL gehörte selbstredend, wie die ZEIT, zur Wiesendanger-Bashing-Front:
          Theorien zu Virusursprung

          Universität Hamburg adelt krude Corona-Studie
          Es gibt Studien, die haben diesen Namen nicht verdient. Ein Wissenschaftler der Universität Hamburg hat ein solches Papier – zum Ursprung des Coronavirus – nun produziert und pressewirksam platziert.
          Von Julia Merlot
          19.02.2021, 16.14 Uhr
          […]
          Nun wurden in der Corona-Pandemie viele Studien vorab ohne Prüfung veröffentlicht. Das allein ist kein K.-o.-Kriterium, allerdings auch nicht das einzige Problem mit der Arbeit. Um es mit den Worten der Pressestelle zu sagen: Die Umstände, unter denen die Arbeit erschienen ist, liefern »keine hochwissenschaftlichen Beweise, wohl aber zahlreiche und schwerwiegende Indizien«, dass es sich um wissenschaftlichen Unfug handelt.

          Dem Professor scheint das durchaus bewusst zu sein. Bei »ZDFheute« erklärte er dann auch, seine Arbeit sei »nicht für die Wissenschaftscommunity, sondern für die Öffentlichkeit« bestimmt. Das ergibt durchaus Sinn, denn einer fachlichen Prüfung würde das – untypisch für wissenschaftliche Facharbeiten – auf Deutsch verfasste Papier in keinster Weise standhalten. Man könnte gar behaupten, hier möchte jemand Verschwörungserzählern eine pseudowissenschaftliche Grundlage liefern.
          […]
          So argumentiert Wiesendanger, dass im Gegensatz zu früheren Coronavirus-Pandemien wie Sars und Mers noch kein Zwischenwirt gefunden worden sei, also kein Tier, von dem aus der aktuelle Erreger Sars-CoV-2 direkt auf den Menschen übergesprungen sein könnte.
          Daraus schlussfolgert er, diese Zoonose-Theorie als mögliche Erklärung für die Pandemie besitze keine fundierte wissenschaftliche Grundlage. [Logo!]

          Die WHO-Experten argumentieren jedoch genau umgekehrt: Da bereits die beiden anderen pandemischen Coronaviren Sars und Mers mit großer Wahrscheinlichkeit über tierische Zwischenwirte auf den Menschen übergesprungen sind, hält sie dies auch beim neuen Coronavirus Sars-CoV-2 für wahrscheinlich. [Hat mit Wissenschaft nichts zu tun.]

          https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/coronavirus-who-kann-uebertragung-auf-den-menschen-nicht-abschliessend-klaeren-a-08df3d03-a08b-4c09-a3e5-e58c5c4b9611

          Die Laborthese will sie nach einigem Hin und Her aber weiter untersuchen.

          […]

          https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/coronavirus-was-es-mit-der-kruden-corona-studie-der-uni-hamburg-auf-sich-hat-a-6aa5c644-dea3-4958-88cb-de8b3413c7aa

          Was der SPIEGEL bereits eine Woche VOR diesem Artikel gemeldet hatte:

          Ursprung des Coronavirus
          WHO will Laborthese nun doch weiter prüfen

          Die WHO-Experten schienen sicher: Dass das Coronavirus aus einem chinesischen Labor stamme, sei »extrem unwahrscheinlich«. Doch WHO-Chef Tedros setzte sich nun dafür ein, die These weiterzuverfolgen.
          13.02.2021, 13.51 Uhr

          Wo hat die Coronavirus-Pandemie ihren Ursprung? Ein Expertenteam der Weltgesundheitsorganisation WHO, das auch in der chinesischen Stadt Wuhan nachforschte, konnte darauf bislang keine eindeutige Antwort finden. Nur eins schien klar: Das Virus gelangte nicht aus einem Labor in die Umwelt. Als einzige von den ursprünglichen vier Thesen wurde die Laborthese verworfen. Doch nun hat sich WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus dafür eingesetzt, auch diese These weiter zu prüfen.
          […]
          Zuvor hatte die US-Regierung von Joe Biden Einsicht in die Daten des WHO-Expertenteams verlangt. Jen Psaki, Sprecherin der Regierung, hatte erklärt, die USA wollten die Daten unabhängig überprüfen. Unter dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump hatte die Regierung immer wieder behauptet, das Coronavirus stamme aus einem chinesischen Labor. Peking hatte das bestritten.
          […]

          https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/coronavirus-ursprung-who-will-laborthese-nun-doch-weiter-pruefen-a-15557a4c-0e90-412e-8bd5-03ae3f6a7854

          Und so sucht man die Forderung der G7 nach einer erneuten WHO-Untersuchung (vorzugsweise ohne Peter Daszak, der US-Steuergeld ins Wuhan-Labor geschleust hatte) mit Laborzugang in China im SPIEGEL vergebens:

          https://www.spiegel.de/ausland/china-wirft-g7-staaten-konfrontation-und-spaltung-vor-a-0e832a9a-dbb8-41f8-9e53-ef952b483893

          In der Tagesschau auch:

          G7-Gipfel in Cornwall
          Schöne Bilder – vage Beschlüsse
          Stand: 13.06.2021 16:36 Uhr
          […]

          https://www.tagesschau.de/ausland/g7-gipfel-cornwall-analyse-101.html

          Die WiWo läßt die Forderung der G7 ebenfalls weg und reduziert sie auf persönliche Appelle von Macron und Johnson an China direkt:

          Die Beschlüsse des Gipfels im Überblick:
          […]
          China: Ein zentrales Thema war der Umgang mit China. In der Abschlusserklärung wird jegliche Form der Zwangsarbeit kritisiert – ohne dass China dabei direkt genannt wird. Allerdings betonte US-Präsident Biden, dass Peking ausdrücklich wegen Rechtsstaatsverletzungen in der Region Xinjiang und Hongkong kritisiert wird. Zugleich wird aber die Notwendigkeit der Zusammenarbeit mit China beim Thema Klima betont. Gleichzeitig beschlossen die G7 eine neue Task Force, die eine Alternativ-Initiative zum chinesischen Seidenstraßen-Projekt vorantreiben soll. Merkel bezeichnete diese Form der Zusammenarbeit im G7-Rahmen als völlig neu. Sie hoffe, dass bis zum nächsten G7-Gipfel dann unter deutscher Präsidentschaft 2022 erste Vorhaben ausgemacht seien. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Johnson forderten China auf, die Herkunft des Corona-Virus aufzuklären.

          https://www.wiwo.de/politik/ausland/china-russland-corona-kollektives-aufatmen-nach-trump-das-sind-die-beschluesse-der-g7/27279676.html

          Die „Informationen“ der Regierung waren ein Witz:

          G7-Gipfel in Cornwall
          Wichtige Signale für Klimaschutz und die globale Zusammenarbeit

          Die G7-Staaten haben zum Abschluss ihres Gipfels in Cornwall eine gemeinsame Erklärung verabschiedet. Sie bekämpfen die Corona-Pandemie, starten eine globale Initiative für Infrastruktur und wollen mehr für Klima- und Artenschutz tun. „Die G7 wollen sich in den großen Themen engagieren, die wir heute zu bewerkstelligen haben“, sagte Kanzlerin Merkel.

          https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/g7-g20/g7-cornwall-1926286

          Keine Verlinkung zum Abschlußkommuniqué.
          Immerhin, der Tagesspiegel brachte es – ebenfalls ohne Verlinkung:

          13.06.2021, 15:47 Uhr
          Konfrontationskurs mit China
          G7 fordern neue WHO-Untersuchung zum Ursprung des Corona-Virus

          Die G7 präsentiert sich wie neugeboren, nachdem sie in der Ära Trump kurz vor der Spaltung stand. Was die Beschlüsse wert sind, wird sich noch zeigen.

          Die großen Industrienationen (G7) wollen bei der Suche nach dem Ursprung des Coronavirus nicht locker lassen. In der Abschlusserklärung des G7-Gipfels im englischen Carbis Bay wurde am Sonntag eine „zeitnahe, transparente, von Experten geführte und wissenschaftlich basierte Studie“ gefordert. Die Ermittlungen sollen von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als zweite Phase der ersten Ermittlungen im Januar und Februar in China organisiert werden.
          Die Studie soll wie von den beteiligten Experten empfohlen auch in China stattfinden, heißt es im Text. Diese Formulierung scheint zumindest die Möglichkeit einzuschließen, wie von China gefordert, zusätzlich auch noch anderswo zu ermitteln. Mit dieser Forderung will Peking seine These untermauern, dass das Virus nicht unbedingt aus China stammt, sondern auch aus dem Ausland gekommen sein könnte. Dahinter steckt die Sorge, für die Pandemie angeprangert zu werden.

          Die ersten Infektionen mit dem Virus waren im Dezember 2019 in Wuhan entdeckt worden. In der zentralchinesischen Metropole hatte ein gemeinsames Team von WHO-Experten und chinesischen Forschern am Anfang des Jahres ermittelt. Doch gab es Vorwürfe, dass die chinesische Seite nicht transparent und unzureichend kooperiert habe. Das Thema sorgt für Verstimmung mit Peking, das auch verärgert auf den jüngst wieder von den USA ins Spiel gebrachten Verdacht reagiert, dass das Virus aus einem Labor in Wuhan entwichen sein könnte.
          […]

          https://www.tagesspiegel.de/politik/konfrontationskurs-mit-china-g7-fordern-neue-who-untersuchung-zum-ursprung-des-corona-virus/27282668.html

          Die EU ließ die Forderung in ihrer Pressemitteilung vom 13.6.2021 ebenfalls weg:

          https://www.consilium.europa.eu/de/press/press-releases/2021/06/13/2021-g7-leaders-communique/

          Immerhin verlinkte sie zu dem Papier, und da fand ich auf S.6 das Zitat der Epoch Times:

          We place particular emphasis on:

          ● Improving integration, by strengthening a “One Health” approach across all aspects of pandemic prevention and preparedness, recognising the critical links between human and animal health and the environment.

          ● Strengthening transparency and accountability, including reiterating our commitment to the full implementation of, and improved compliance with, the International Health Regulations 2005. This includes investigating, reporting and responding to outbreaks of unknown origin. We also call for a timely, transparent, expert-led, and science-based WHO-convened Phase 2 COVID-19 Origins study including, as recommended by the experts’ report, in China.

          Klicke, um auf carbis-bay-g7-summit-communique.pdf zuzugreifen

          Warum so viel Zurückhaltung in der deutschen Presse?

        • @ Gabriele Wolff

          Du schreibst:

          „Das war schon frustrierend gestern Abend: erst das Eigentor von Hummels und dann war plötzlich der danach geschriebene Beitrag futsch. Und dann hatte ich vor dem Spiel auch noch die ersten sich an schönem Blühgut labenden Nacktschnecken entdeckt, was schon mal ein böses Omen war.“

          Ja, habe mich bereits gewundert, dass kein Posting am Spätabend von Dir kommt! 🙂
          Das Spiel habe ich so im Multitasking-Modus mitverfolgt, aber irgendwie gefallen mir die Deutschen nicht mehr so wie früher. Also ich meine so Leute wie aus dem Jahre 1990 also Brehme, Völler, Matthäus, Klinsmann etc. Gut, da war ich auch noch ziemlich jung. 🙂

          Über Corona fand ich dieses Video noch interessant:

          Prof. Dr. Stephan Luckhaus

  4. Aus aktuellem Anlaß mache ich mal mit der Politik in den USA weiter – mit Fokus auf die Außenpolitik, die sozusagen rein innenpolitisch motiviert ist, wobei die übliche Doppelmoral und das Beharren auf fake news vorherrschen:

    „Eine schon vertraute Umgebung, die nur noch auf Lügen setzt:

    Aber vielleicht rüttelt diese Nachricht über die beiden in Deutschland beliebtesten US-Kapitalisten unsere woke Medien wach?

    Die NZZ bot mir am 4.6.2021 diesen Artikel dar, den ich wegen Erschöpfung meines Kontingents an frei lesbaren Artikeln leider nicht lesen konnte:

    • Putin bestätigt Fertigstellung des ersten von zwei Strängen der Ostseepipeline Nord Stream 2: Die Arbeiten am ersten Strang seien beendet, die Rohre verlegt und der russische Gaskonzern Gazprom sei bereit, die Leitung zu befüllen, sagte er beim St. Petersburger internationalen Wirtschaftsforum. Auf russischer Seite sei die Pipeline startklar. Zu den neusten Entwicklungen

    Natürlich kommen wir ohne russisches Erdgas, das gegenüber Braunkohle, Steinkohle und Öl jenseits von Atomkraft die sauberste Energie ist, nicht klar. Deutschland ist weder ein Sonnen-, Sturm- oder Wasserkraft-Land, und wird immer eine gemäßigte Zone bleiben. Mir ist der Klima-Hype daher ein Rätsel…“

    Warum die Presse versagt


    [h]ttps://gabrielewolff.wordpress.com/2020/10/19/warum-die-presse-versagt/comment-page-32/#comment-93219

    Seitdem habe ich Folgendes über Bidens Politik gesammelt – die Gerichte spielen nicht mit:

    Die WaPo vom 5.6.2021 informierte per Mail:

    California’s assault weapon ban overturned; federal judge likens AR-15 rifle’s versatility to Swiss Army knife
    By Timothy Bella ● Read more »

    Dieser Testlauf für Biden ist schon mal schiefgegangen.

    In der Einwanderungsfront gab es eine 9 zu 0 limitierende Entscheidung des Supreme Court:

    SCOTUS Unanimously Rules Against Illegal Aliens Seeking to Permanently Stay in U.S.
    John Binder
    7 Jun 2021 4:34

    The U.S. Supreme Court (SCOTUS) on Monday held that illegal aliens who were subsequently given Temporary Protected Status (TPS) are not eligible for green cards to permanently remain in the U.S.

    Justice Elena Kagan, appointed to the court by former President Obama, wrote in a 9-0 decision that a “TPS recipient who entered the United States unlawfully is not eligible … for [lawful permanent resident] status merely by dint of his TPS.”
    Jose Santos Sanchez, an illegal alien from El Salvador, came to the U.S. illegally in 1997. In 2001, Sanchez was provided TPS, a nonimmigrant status that allows him to remain in the U.S. for as long as the Department of Homeland Security (DHS) extends TPS for El Salvador.
    In 2014, Sanchez applied for lawful permanent resident status, commonly known as a green card, to permanently resettle in the U.S. After the United States Citizenship and Immigration Services (USCIS) agency denied Sanchez’s green card application on the grounds that he first entered the U.S. illegally, Sanchez challenged the decision in a federal district court and won.
    Then, the U.S. Court of Appeals for the Third Circuit reversed the decision, finding that because Sanchez first entered the U.S. illegally, he was not eligible for a green card under federal immigration law.
    The Supreme Court held that federal immigration law “applied according to its plain terms, prevents Sanchez from becoming a [lawful permanent resident].”
    […]
    The ruling is the third 9-0 SCOTUS decision on immigration in the last two weeks. The Court unanimously ruled, in an opinion by Associate Justice Sonia Sotomayor, against a previously-deported criminal illegal alien who sought to avoid deportation.
    https://www.breitbart.com/politics/2021/05/24/scotus-unanimously-rules-against-criminal-illegal-alien-seeking-to-avoid-deportation/

    Last week, the Court unanimously reversed, in an opinion by Justice Neil Gorsuch, a Ninth Circuit appeals court decision that helped grant immigration relief to illegal aliens seeking asylum to stay in the U.S.
    https://www.breitbart.com/politics/2021/06/01/scotus-unanimously-rules-against-ninth-circuit-rule-gave-asylum-previously-denied-illegal-aliens/

    The case is Sanchez v. Mayorkas, No. 20–315 in the Supreme Court of the United States.

    Klicke, um auf 20-315_q713.pdf zuzugreifen

    https://www.breitbart.com/politics/2021/06/07/scotus-unanimously-rules-against-illegal-aliens-seeking-permanently-stay-u-s/

    Jeweils 9 zu 0-Entscheidungen, also überparteilich getroffene. Dagegen wird Biden mit irgendwelchen symbolischen Executive Orders zur Befriedung des linken Parteiflügels nichts ausrichten können.

    Und seine Migrations-Krisen-Beauftragte Kamala Harris erst recht nichts – obwohl sie ja nun wirklich alles versucht, um ihre frühere „Einladungen“ an Migranten im Wahlkampf zu widerrufen:

    Auch die WaPo meldet am 9.6.2021, daß der historische Erfolg schlechthin, daß nämliche eine farbige Frau Vizepräsident der USA geworden ist, angesichts der Realität nur wenig wert ist – was wir nicht woken schon immer wußten: was nutzt rein äußerliche „Diversität“, wenn deren Vertreter schlechte Politik machen? Frauen haben nicht Merkel gewählt, weil sie eine Frau ist wie sie selber. Sie haben CDU gewählt, weil sie CDU-Anhängerinnen waren.

    As the vice president moves beyond making history, reality sets in
    Perspective ● By Robin Givhan ● Read more »

    Die schrill kichernde Kandidatin Harris war eine der ersten Präsidentschaftskandidaten, die mangels Unterstützung aufgaben. Ihr einziges Highlight bestand darin, Joe Biden wegen seines Rassismus`in den Sechzigern anzugreifen, wofür sie dann von ihm belohnt und damit zum Schweigen verurteilt wurde.

    Wie bei Baerbock ist der Hype schnell verpufft:

    Wenn sogar CNN das verbreitet, muß es schon sehr schlimm sein…

    Facebook wiederum schaltet zwar jeden ab, der Fauci kritisiert oder das Wahlergebnis – aber die Geschäfte der durch Biden ermutigten Menschenhändler dürfen stattfinden:

    Bis heute haben sich weder Biden noch Harris an die Grenze begeben…

    Eigentlich war ja Trump mit seinen berechtigten fake news-Vorwürfen DER PRESSEFEIND schlechthin. Nun ist es Biden:

    „Unprececented“ ist das freilich nicht, denn niemand verfolgte die Presse so wie Obama.

    Bei der WaPo hat längst Resignation eingesetzt, so am 7.6.2021:

    Biden embraces symbolism, but substance on some issues proves more difficult
    Biden came to office with an abiding belief in the potency of symbols and in the ability of a president’s utterances to influence not just policy, but the course of a nation.
    By Tyler Pager and Ashley Parker ● Read more »

    Aber da gibt es neben den widerständigen Gerichten nur eine Minimehrheit im House, die ohne den linken Flügel wegbrechen würde, und im Senat ohne Democrats-Mehrheit so einige konservative Democrats, die „Bidens“ Bauchredner-Kurs nicht mittragen:

    Congress
    Sen. Joe Manchin Issues Response After ‘Constructive’ Meeting With Civil Rights Groups on Voting Law
    By Jack Phillips
    June 8, 2021 Updated: June 8, 2021

    Sen. Joe Manchin (D-W.Va.), who has signaled opposition to several Democrat-proposed voting bills and ending the filibuster, said he won’t budge on a sweeping bill to overhaul federal elections after he met with civil rights groups.
    “There was nothing basically for or against … basically everyone’s position was discussed,” Manchin told reporters on Tuesday after meeting with NAACP President Derrick Johnson, Al Sharpton, National Urban League president Marc Morial, and others.
    When asked about whether he would support the “For the People Act” bill, the Democrat senator said, “No, I don’t think anybody changed positions on that,” according to The Hill.

    The Democrat-backed For the People Act was passed in the House along party lines and would limit gerrymandering, change campaign finance rules, and would create new ethics rules for some federal officials. Republicans and conservative organizations such as the Heritage Foundation oppose the bill, with Senate Minority Leader Mitch McConnell (R-Ky.) describing the measure as a “one-sided power grab” when it was first introduced in 2019.
    If Manchin opts to support the bill, Senate Republicans would very likely use the filibuster, which requires a 60-vote threshold to overcome, to block its passage. As a result, some congressional Democrats have called for the abolition of the Senate filibuster, a proposal that Manchin has said he would oppose. Sen. Kyrsten Sinema (D-Ariz.) has also signaled opposition to ending the filibuster.
    […]
    It came after Manchin wrote an opinion article for the Charleston Gazette saying he won’t back the bill because “partisan voting legislation will destroy the already weakening binds of our democracy.”
    For that, Republicans, including former President Donald Trump, praised the West Virginia Senator.
    […]

    https://www.theepochtimes.com/mkt_breakingnews/sen-joe-manchin-issues-response-after-constructive-meeting-with-civil-rights-groups-on-voting-law_3849429.html?utm_source=newsnoe&utm_medium=email&utm_campaign=breaking-2021-06-08-2&mktids=a09e1a28c4ffcf1461bef370baf79c38&est=8U4LdVKafnK8UC5SBmPlFCcMHu43GeYgSFj6M1uOLAU5okeqM5ikB1uXpA9sEsubBft%2BUg%3D%3D

    Die WaPo titelte am 8.6.2021:

    Manchin is setting himself up to be the villain of this fairy tale
    Opinion ● By Eugene Robinson ● Read more »

    Derweil außenpolitisch nur Plattitüden abgesondert werden:

    Sie werden bei uns gern wiederholt:

    10.06.2021 06:48 Uhr
    Joe Biden zur Gipfelwoche in Europa
    Endlich wieder Diplomatie zum Anfassen
    Nach 15 Monaten Pandemie kommen Dutzende Staatenlenker in den nächsten Tagen wieder persönlich zusammen. Warum das eine gute Nachricht ist. Ein Kommentar.
    Juliane Schäuble
    […]
    Nach vier Jahren Donald Trump muss Biden das Vertrauen in die Verlässlichkeit Amerikas reparieren. Er muss die traumatisierten Verbündeten davon überzeugen, dass Washington es ernst meint mit seinem Anspruch, die
    […]

    https://www.tagesspiegel.de/politik/joe-biden-zur-gipfelwoche-in-europa-endlich-wieder-diplomatie-zum-anfassen/27270336.html

    Aber schon im gemeinsamen Artikel Schäuble/von Marschall am selben Tag (online nicht verfügbar) wird Kritik an Biden laut. U.a. deswegen, weil er den Trump Corona-Ban von Reisenden aus dem Schengen-Gebiet noch nicht aufgehoben hat: was erwartet man vom Geimpften Biden, der immer noch mit Maske herumläuft wie alle unsere geimpften Staatslenker? Umgekehrt gilt ja auch noch immer ein EU-Ban für Reisende aus den USA. Der wurde, wie durchsichtig, am 11.6.2021 aufgehoben.

    Alle anderen Vorbehalte der Europäer kann man in der ZEIT lesen – online leider nur als Abonnent:

    Joe Biden
    Der Trump in ihm
    Joe Biden besucht diese Woche Europa, um Amerika mit seinen alten Verbündeten zu versöhnen. Aber wie ernst meint er den Neuanfang? 
    Von Jörg Lau
    9. Juni 2021, 16:48 Uhr Editiert am 11. Juni 2021, 5:16 Uhr DIE ZEIT Nr. 24/2021, 10. Juni 2021
    […]
    Dann ist da allerdings noch der Höhepunkt der Comeback-Tour des US-Präsidenten, das Treffen mit Wladimir Putin am kommenden Mittwoch in Genf. Zur Einstimmung teilte der russische Präsident der Nachrichtenagentur Tass mit, die USA von heute erinnerten ihn sehr an die späte Sowjetunion: ein sich selbst überschätzendes Imperium, das die Loyalität seiner Alliierten zwar noch durch Druck, Einschüchterung und Korruption erzwingen könne, zugleich aber von innen verfalle
    .
    Der Sowjet-Vergleich ist eine typische Putin-Frechheit. Mit fragilen Großreichen kennt der russische Präsident sich aus. Er regiert selbst eins.

    Die Pekinger Global Times, ein Sprachrohr des chinesischen Regimes, griff Putins Polemik in mehreren Artikeln auf: Biden wolle, wie vor ihm Donald Trump, von den heimischen Problemen der USA ablenken, indem er zum Kampf gegen Rivalen wie Russland und China blase. Die amerikanische Demokratie sei durch Polarisierung derart geschwächt, dass ihr die Kraft und der innere Zusammenhalt fehlten, um ihre globale Hegemonie weiter durchzusetzen.

    Das ist ziemlich polemisch, aber leider nicht ganz von der Hand zu weisen. Es trifft auch einen Nerv bei Amerikas verunsicherten Partnern.

    Niemand will es gern sagen, weil es das Bild der wiedergewonnenen Einheit der liberalen Demokratien trübt, aber die Außenpolitik der Biden-Regierung ist zuweilen auch für ihre engsten Verbündeten nicht leicht zu verstehen.

    Beispiel Sicherheitspolitik: Der US-Präsident beteuert gern „Amerikas erneuertes Engagement für unsere Alliierten und Partner“. Doch den plötzlichen Rückzug aus Afghanistan hat er ohne Konsultation mit den Europäern beschlossen, die nun hastig ihre Truppen abziehen müssen.

    Ebenso unabgestimmt hat Joe Biden sich für die Freigabe des Patentschutzes bei Corona-Vakzinen entschieden. Die Bundesregierung hält das für den falschen Weg, den Engpass bei den Impfstoffen zu überwinden. Berlin verdächtigt Biden gar, sich auf Kosten der Europäer, die er in die Ecke der herzlosen Kapitalisten stelle, als globaler Wohltäter inszenieren zu wollen, um mit China bei der Impfdiplomatie zu konkurrieren.

    Beispiel Handelspolitik: Joe Biden propagiert eine „Außenpolitik für die kleinen Leute“. Das ist eine viel freundlichere Formulierung als „America first“, aber dahinter steckt ein ähnlich restriktives Verständnis von Freihandel und Globalisierung. Joe Biden hatte im Wahlkampf versprochen, dem Freihandelspakt mit den asiatischen Ländern (TPP) wieder beizutreten, aus dem Trump die USA zurückgezogen hatte. Nun aber fügt er sich der protektionistischen Lehre, solche Abkommen dienten nur dazu, Amerika zu übervorteilen. Trumps Attacken gegen die Globalisierung wirken nach: Zum Schutz heimischer Arbeitsplätze vor Wettbewerb, so der Konsens, gelte es Exporte zu fördern und Importe zu erschweren – ein Problem für exportabhängige Partner wie Deutschland. Die von Trump unter dem Vorwand der „nationalen Sicherheit“ verhängten Zölle auf Stahl und Aluminium aus Europa sind übrigens immer noch in Kraft. (Seit Mitte Mai wird über sie verhandelt.)

    Die Fernostpolitik spaltet Amerikaner und Europäer

    Beispiel Russland: Vor Kurzem noch hatte Joe Biden gesagt, dass Putin ein „Killer“ sei – und doch trifft er ihn nun zum Zwiegespräch. Die Pipeline Nord Stream 2, hieß es lange aus Washington, schwäche die Ukraine und mache Deutschland von russischem Gas abhängig. Jetzt aber signalisiert die Biden-Regierung nach Berlin: Wir werden eure Firmen nicht sanktionieren, also baut das Ding in Gottes Namen fertig, wenn es euch so wichtig ist. Vor wenigen Tagen drohte Putin der Ukraine, das Land müsse sich Russland gegenüber „gutwillig“ zeigen, um weiter am Transit russischen Gases verdienen zu dürfen. Offenbar fühlt er sich am längeren Hebel. Der Genfer Gipfel ist für ihn denn auch weniger riskant als für den US-Präsidenten.

    Auch gegenüber Israel kündigt sich ein Richtungswechsel an. Joe Biden gerät zunehmend unter Druck des linken Flügels seiner Partei. Den Kampf der Palästinenser unter israelischer Besatzung sehen manche linken Demokraten als den einer unterdrückten Minderheit, analog zu Black Lives Matter. Eine trügerische Analogie, aber sie hat das Potenzial, die amerikanische Israelpolitik zu revolutionieren: Wenn die Palästinenser ihre Rechte nicht in einem eigenen Staat verwirklichen können, wird der Druck steigen, sie unter israelischer Herrschaft durchzusetzen.

    Amerikaner und Europäer nähern ihre Positionen im Nahen Osten an. Doch entscheidend ist heute die Fernostpolitik, und da lauern Konflikte.

    Kein Thema ist für Biden wichtiger als die Konkurrenz mit China. Da liegt er ganz auf der Linie Donald Trumps, der als Erster offen mit der Idee brach, China lasse sich durch Einbindung ins internationale System transformieren. Auch Biden setzt auf Konfrontation, nur will er Amerikas Partner dabei an der Seite haben. Die Fixierung auf den neuen Systemkonflikt ist heute das eigentliche Organisationsprinzip der US-Außenpolitik, überparteilich.
    Viele Europäer, die Merkel-Regierung voran, finden es kontraproduktiv, die großen Demokratien in Gegnerschaft zu China zu formieren. Damit sei weder Taiwan noch Hongkong, noch den Uiguren geholfen.

    Joe Biden wird sich damit nicht abwimmeln lassen.
    […]

    https://www.zeit.de/2021/24/joe-biden-europa-usa-donald-trump-russland-nahost/komplettansicht

    Und auch dem Exportweltmeister Deutschland wäre nicht geholfen, der den chinesischen Markt dringend benöitgt.

    Aber selbst dieser kritische Artikel kratzt nur an der Oberfläche:

    Joe Bidens Korruption
    Warum der Spiegel nicht über Bidens Ablehnung, Selensky zu treffen, berichten kann
    US-Präsident Joe Biden ignoriert seit Wochen alle Versuche des ukrainischen Präsidenten Wladimir Selensky, ein Treffen der beiden zu organisieren. Im Spiegel wird dem Leser Gegenteil suggeriert.

    von Anti-Spiegel
    7. Juni 2021 23:13 Uhr

    Im Spiegel erfuhren wir am Montag, dass es ein Treffen zwischen Joe Biden und Wladimir Selensky geben wird. Der Spiegel-Artikel ist ein Paradebeispiel dafür, wie der Spiegel mehr weglässt als er berichtet, denn Selensky hat in den letzten Wochen mit aller Vehemenz und bei jeder Gelegenheit ein Treffen mit US-Präsident Biden vor dessen Treffen mit dem russischen Präsidenten Putin gefordert. Biden hat Selensky jedoch die kalte Schulter gezeigt. All das – und vor allem die Gründe dafür – erfahren Spiegel-Leser aber nicht, dabei kann man es in den Nachrichtenagenturen alles nachlesen.
    Bevor wir zu der aktuellen Meldung kommen, muss ich zum Verständnis zuerst die Vorgeschichte erklären.

    Joe Biden und die Korruption

    Joe Biden ist korrupt und das ist keine böse Verschwörungstheorie oder russische Propaganda. Das haben auch US-Medien wie Politico oder die New York Times früher manchmal berichtet. Über einen interessanten Politico-Artikel habe ich für alle, die nicht so gut Englisch können, ausführlich berichtet, meinen Artikel finden Sie hier.
    https://www.politico.com/magazine/story/2019/08/02/joe-biden-investigation-hunter-brother-hedge-fund-money-2020-campaign-227407/
    […]

    https://www.anti-spiegel.ru/2021/warum-der-spiegel-nicht-ueber-bidens-ablehnung-selensky-zu-treffen-berichten-kann/

    Ich rate zum Selberlesen – Habeck jedenfalls mit seiner „Defensivwaffen“-Forderung, die eh schon abgeschwächt wurde, hat sicherlich keine Ahnung von der Ukraine. Und ist sprachlos, daß Biden gegen Nord Stream 2 nichts unternehmen will.

    Es sind selbstverständlich nicht die Grünen, die den Wertewesten zerlegen: aus vorgeschobenen Moralismus-Gründen würden sie jeden Krieg führen.

    Es ist der Snowden-Anwalt, der Tacheles redet:

    Wolfgang Kaleck
    „Der Westen diskreditiert Menschenrechte“
    Der Anwalt Wolfgang Kaleck kämpft weltweit für die Entrechteten dieser Erde. Dabei steht der Gegner oft nicht da, wo man ihn vermutet – wie der Fall seines prominenten Mandanten Edward Snowden zeigt.
    Interview: Stephan Lebert und Jana Simon
    9. Juni 2021 DIE ZEIT Nr. 24/2021, 10. Juni 2021

    […]
    „Leider hat der Westen die Menschenrechte diskreditiert“

    ZEIT: Sie selbst fühlen sich weniger neutral?

    Kaleck: Ich bin natürlich ganz und gar nicht neutral. Ich bin deswegen auch nicht Richter geworden, wo zumindest Neutralität behauptet wird. Sondern ich bin Anwalt der Menschenrechte. Diese Berufung lebt von der Parteinahme für die Enterbten und Entrechteten dieser Erde. Leider hat der Westen die Menschenrechte diskreditiert, weil westliche Regierungen im Namen der Menschenrechte Kriege geführt, militärisch wie politisch interveniert haben.
    […]
    Die Geschichte der Kriege ist die Geschichte der Lügen und falschen Behauptungen. Zwanzig Jahre lang war die Nato in Afghanistan, und was ist dabei herausgekommen? Die Erosion des Völkerrechts ist vom Westen maßgeblich mitverschuldet worden, indem nach der Devise gehandelt wurde: Wir halten uns nur an das Völkerrecht, wenn es uns nutzt. Und das ist fatal, in einer Welt, in der wir gerade jetzt globale Strategien zur Bekämpfung von Pandemien und von Umweltkatastrophen brauchen. Wenn ich dem Rest der Welt jahrelang demonstriert habe, dass der Stärkere das Recht bestimmt, führt diese Logik nicht zu regelgeleiteten Allianzen. Zum Treppenwitz der Geschichte wird es dann, wenn die Putins und Erdoğans heute auf die Rechtsverstöße des Westens verweisen können.
    […]
    „So zeigt sich die Bigotterie des Westens“

    ZEIT: Sie vertreten auch den Whistleblower Edward Snowden. Er hat Zuflucht in Russland gefunden, für viele ist das ein Hort des Bösen.

    Kaleck: Auch der Falsche kann das Richtige tun. Edward Snowden musste in Russland Zuflucht suchen, weil die Alternative für ihn Russland oder tausend Jahre Isolationshaft lautete. Und da, finde ich, ist die Entscheidung klar. So zeigt sich die Bigotterie des Westens: Man hätte Snowden ja selbst einen sicheren Aufenthalt anbieten können. Das haben die europäischen Staaten versäumt. Und dann ist das eben ein propagandistischer Erfolg für Putin, der durch nichts geschmälert werden kann.

    ZEIT: Snowden sagte im ZEIT-Interview zum Fall Nawalny: „Im Westen kostet es nicht viel, das zu verurteilen, was in Russland geschieht. Wir erleben aber nicht das gleiche Maß an Empörung, wenn so etwas in anderen Ländern geschieht.“

    Kaleck: Ja. Aber es gibt keine Alternative dazu, die Menschenrechtsverletzungen von Russland, China oder der Türkei immer wieder ins Gedächtnis zu rufen. Menschenrechtsorganisationen werden allerdings glaubhafter, wenn sie auch Menschenrechtsverletzungen aus dem eigenen Lager ebenso vehement anprangern. Das vermisse ich oft.

    ZEIT: Was meinen Sie da konkret?

    Kaleck: Eines der wichtigsten Probleme ist die andauernde Lieferung von Überwachungstechnologie und Rüstungsgütern aus Deutschland in die Krisenregionen der Welt. Und anschließend wird darüber lamentiert, dass diese Regionen unbewohnbar werden und die Menschen fliehen. Solange die Geflüchteten im Libanon, in der Türkei oder in Jordanien im Flüchtlingslager leben, ist alles okay. Aber wenn die Ausläufer dieser Fluchtbewegung nach Europa gelangen, dann wird es auf einmal ein Problem. Das ist doch ungeheuerlich.
    […]

    https://www.zeit.de/2021/24/wolfgang-kaleck-menschenrechte-anwalt-edward-snowden-ecchr/komplettansicht

    Ein wenig holzschnittartig, aber immerhin. Nawalny ist jedenfalls präsenter als Assange, der kein US-finanziertes Boulevard-Medium präsentiert hat wie Nawalny – sondern harte Fakten aus dem US-Imperium.

    Ach, unser lieber Biden, der von alldem keine Ahnung hat!

    Die EU hat übrgens selber ein Demokratie-Defizit und ist zerstritten:

    09.06.2021, 12:22 Uhr
    Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland
    Ist die EU-Kommission von allen guten Geistern verlassen?
    Die spinnen, die Brüsseler! Mit dem Vertragsverletzungsverfahren schürt die EU-Kommission die Ressentiments gegen ein vermeintlich übergriffiges Europa. Ein Kommentar.
    Christoph von Marschall

    Ist die EU-Kommission von allen guten Geistern verlassen? Weil ihr ein Urteil der Bundesverfassungsrichter übel aufstößt, das schwere und gut begründete Bedenken gegen das Anleihekaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) formuliert, will sie ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland einleiten.

    Dieses Vorgehen ist brandgefährlich. Die Kommission schürt so die Ressentiments gegen die Übergriffigkeit der Brüsseler Institutionen, die sie doch eigentlich unter Kontrolle bekommen möchte. Die Kommission lässt sich von der Befürchtung leiten, wenn das deutsche Verfassungsgericht Zweifel am Vorrang des europäischen Rechts vor dem nationalen Recht äußere und sich damit durchsetze, werden Polen und Ungarn dem Beispiel folgen. Das ist zwar nachvollziehbar, aber dem lässt sich anders entgegentreten. Wenn zwei etwas ähnliches tun, ist es noch lange nicht das Gleiche.

    Eine gute Absicht ist keine ausreichende Begründung für ein fragwürdiges Vorgehen. Wie soll die Bundesregierung als Adressatin des Vertragsverletzungsverfahrens denn nun, bitte, vorgehen? Dem Bundesverfassungsgericht vorgeben, dass es sich dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) unterzuordnen habe? Das verbietet schon die Gewaltenteilung. Die Justiz entscheidet unabhängig von der Exekutive.
    […]
    Die Brüsseler Institutionen haben in dieser misslichen Lage eine Tendenz, ihre Zuständigkeiten über die vertraglich festgelegten Kompetenzen hinaus ausweiten zu wollen. Das ist bedenklich. Die nationalen Verfassungsgerichte werden in diesem Machtkampf gebraucht, zum Schutz der nationalen Kompetenzen.
    […]

    https://www.tagesspiegel.de/politik/vertragsverletzungsverfahren-gegen-deutschland-ist-die-eu-kommission-von-allen-guten-geistern-verlassen/27269346.html

    Ein wenig spät, dieses Gejammere über den Souveränitätsverlust durch die EU; und ziemlich kontrafaktisch, was das allgemeine Brexit-Bashing angeht. 😉

    • Nachdem nun auch der STERN von seinen Baerbock-Jubelarien abgelassen hat, ist die taz besonders enttäuscht:

      Ich denke mal, daß der Antrag für eine „queerfeministische Außenpolitik“ vom grünen Parteitag abgelehnt werden wird: aber eine moralistische Außenpolitik ist gewiß zu erwarten – was Kriegsgefahr heraufbeschwört. Kramp-Karrenbauer freut sich schon:

      Deutsche China-Politik
      Neu hier
      Die Bundesregierung schickt eine Fregatte in den Pazifik – und zeigt damit politisch Flagge gegen China.
      Von Matthias Naß, Seoul/Guam
      9. Juni 2021, 16:50 Uhr Editiert am 12. Juni 2021, 8:19 Uhr DIE ZEIT Nr. 24/2021, 10. Juni 2021
      […]
      Annegret Kramp-Karrenbauer sagte kurz nach ihrem Amtsantritt als Verteidigungsministerin in einer Rede: „Unsere Partner im indopazifischen Raum – allen voran Australien, Japan und Südkorea, aber auch Indien – fühlen sich von Chinas Machtanspruch zunehmend bedrängt. Sie wünschen sich ein klares Zeichen der Solidarität. Es ist an der Zeit, dass Deutschland auch ein solches Zeichen setzt.“

      Und deshalb besteigt sie an diesem tropisch-schwülen Vormittag auf der Naval Base Guam nun die USS Charleston, ein futuristisches Kriegsschiff wie aus einem James Bond-Film, dessen Tarnkappeneigenschaften es vor dem gegnerischen Radar verbergen sollen. Zur Begrüßung hat sich die Mannschaft an Deck versammelt. Von der USS Charleston geht es weiter zu einer Druckkammer für Marinetaucher. Den Soldaten dort verkündet Kramp-Karrenbauer: „Wir kämpfen für Demokratie, Freiheit und eine auf Regeln basierte Ordnung, Seite an Seite. In Europa ist Russland der Gegner, hier eher China.“ Heftiges Nicken, kräftiges Händeschütteln, dann macht sich die Verteidigungsministerin wieder auf den Weg.
      […]
      Die Ministerin ist auf dem Rückflug von Guam nach Berlin, 14 Stunden nonstop im neuen Airbus 350 der Luftwaffe. Das Thema China treibt sie um. Kramp-Karrenbauer lässt kaum einen Zweifel daran, dass ihr die Politik der Kanzlerin zu zurückhaltend ist. Gewiss, Merkel habe verhindern wollen, „dass in Peking unsere Politik als Anti-China-Politik registriert wird“. Sie habe sich vor allem von Donald Trump nicht in diese Richtung schieben lassen wollen. Aber die Auseinandersetzung mit China sei unvermeidlich: „Deutschland kann sich dieser Frage nicht entziehen.“

      Vielleicht ändert sich ja mit der Bundestagswahl etwas. Auf eine mögliche Zusammenarbeit mit den Grünen wäre sie beim Umgang mit China jedenfalls gespannt. Eine kritische Haltung gegenüber der Volksrepublik, eine wertebasierte Außenpolitik überhaupt, sei „bei Teilen der Grünen stark ausgeprägt“. Ihr scheint das zu gefallen, denn für sie steht fest: Die Herausforderung durch China komme immer mehr auch auf die europäische Tagesordnung, „ob wir es wollen oder nicht“. Bei der Nato wie bei der EU.
      […]

      https://www.zeit.de/2021/24/china-politik-deutschland-annegret-kramp-karrenbauer-fregatte-pazifik/komplettansicht

      Hoffentlich bleiben wir von Schwarz-Grün verschont.

      Und wenn die Linke so weitermacht (wie die Grünen mit Palmer), mendeln sie sich unter die 5%-Hürde:

      Wie gefährlich und spaltend die linke Identitätspolitik ist, innen- wie außenpolitisch. führen gerade die USA vor:

      Hier kann man es kompakt nachlesen:

      Antisemitismus
      Verlust der politischen Heimat
      Die sozialen Bewegungen, die Rassismus und Diskriminierung bekämpfen, schüren aktuell den Antisemitismus. Das war zu befürchten.
      Von Mirna Funk
      9. Juni 2021, 16:49 Uhr Editiert am 11. Juni 2021, 11:56 Uhr DIE ZEIT Nr. 24/2021, 10. Juni 2021
      […]
      „Antizionismus ist kein Antisemitismus“, erläutern sie dann und gucken dabei so, als sei es irre innovativ oder irre mutig, so etwas überhaupt zu sagen.

      Aber schaut man sich die letzten vier Wochen an, dann ist diese Aussage längst popkultureller Mainstream. Nix mit Rebellentum und revolutionärem Denken. Wenn das amerikanische Model Bella Hadid an ihre 43 Millionen Follower auf Instagram per Infografik raushaut, dass Israelis nichts weiter seien als white supremacist colonizers, die ethnic cleansing betreiben, „ethnische Säuberungen“, um die indigene nichtweiße Bevölkerung auszulöschen, dann beweist das neben dem aktuellen Trend, Israel blöd zu finden, vor allem eines: Der Antisemitismus passt sich immer geschmeidig dem Zeitgeist an.

      Während sich Teile des deutschen Bürgertums und die ersten Progressiven 2014 noch darauf einigten, dass Israel ein gemeiner „Kindermörder“ sei, und damit an die antijudaistische Ritualmordlegende anknüpften, die behauptet, Juden opferten während Pessach Christenkinder, hörte man jetzt Vorwürfe, die sich explizit an dem Social-Justice-Sprech der letzten fünf Jahre orientierten. Das Postcolonial-Studies-Halbwissen wurde mit angesagten Social-Media-Begriffen aufgeladen und das Ganze von der woken Gerechtigkeitsbewegung übernommen, deren Ideologie darauf basiert, dass wir in einer binären Welt aus Unterdrückern und Unterdrückten leben.

      Herausgekommen ist dabei ein extrem fresher und angesagter Antizionismus, für den sich nun wirklich jeder begeistern kann: Paula, die ein Problem mit der Klimaerwärmung hat und ihren internalisierten Rassismus jeden Morgen durch das Hören von Podcasts bekämpft. Farid, der sich in der Migrantifa engagiert und gegen Antideutsche wettert. Sowie Tara, die eine schwarze Mutter und einen weißen Vater hat und in einem Reihenhaus im Odenwald aufgewachsen ist und seit George Floyds Tod nicht mehr ohne ihr Malcolm-X-T-Shirt das Haus verlässt. Dieser coole Antizionismus ist nichts weiter als eine Folgeform des Antisemitismus, der wiederum aus dem Antijudaismus entstand und 2000 Jahre alt ist. Nichts ist stabiler als Judenhass. Deswegen geht er auch nicht weg. Er ist gekommen, um zu bleiben.
      […]
      Die gegenwärtigen Social-Justice-Bewegungen, die sich selbst, vermutlich fälschlicherweise, als links definieren und fest daran glauben, progressiv zu sein, repräsentieren das Gegenteil von freiheitlichem Denken und Handeln: Sie sind in Teilen autoritär und ideologisch. Sie sind nicht nur der unterkomplexen Idee verfallen, wir lebten in einer dichotomen Welt von Unterdrückten und Unterdrückern. Sie sitzen auch dem Irrtum auf, es gebe eine absolute Wahrheit. Und die trügen sie in die Welt. Sie liegen richtig, und alle anderen, die ihren moralischen Standards nicht entsprechen, liegen falsch. So wichtig ihre Wut, ihr Aufschrei, ihr Anliegen in den letzten Jahren waren, so emanzipatorisch und weltverändernd ihre Arbeit – so sehr haben sie sich verrannt. Dass nun genau diese Bewegungen aktuell den Antisemitismus gleichermaßen befeuern wie ignorieren, war zu erwarten.
      Leider.

      Für viele Juden und Jüdinnen der jüngeren Generationen, die leidenschaftlich Seite an Seite mit den woke warriors marschierten und sich für eine bessere Welt einsetzten, waren diese letzten Wochen krasser, als einen Eimer Eiswasser über den Kopf geschüttet zu bekommen. Für sie bedeutete es den Verlust der politischen Heimat. Denn Intersektionalität, also das Bewusstsein dafür, dass ein Mensch aus mehreren Gründen diskriminiert werden kann, hört da auf, wo Juden anfangen. Damit ist die gesamte linke Social-Justice-Bubble theoretisch Sperrgebiet für Juden. All jene, die plötzlich begreifen, dass jetzt Schluss ist mit kollektivem Spaß auf dem Women’s March und den Antirassismus-Demos, sind in einer neuen Zeitrechnung angekommen. Einer, in der ganz klar ist, dass sie aus allen aktivistischen Migra-, Antirassismus-, LGBTQI- und People-of-Color-Räumen nicht nur ausgeschlossen sind, sondern dort als Endgegner gehandelt werden.
      […]

      https://www.zeit.de/2021/24/antisemitismus-israel-judentum-antizionismus-social-media/komplettansicht

      Das prägt nicht nur Bidens Israel-Politik, sondern zerlegt gerade die Democrats im Repräsentantenhaus. Die „Squad“ agiert mal wieder:

      Da mußte Pelosi einschreiten, die Trumps Tiraden gegen Omar & Co. immer als rassistische gegeißelt hatte:

      “To be clear: the conversation was about accountability for specific incidents regarding those ICC (International Criminal Court) cases, not a moral comparison between Hamas and the Taliban and the U.S. and Israel,” Omar said Thursday.
      “I was in no way equating terrorist organizations with democratic countries with well-established judicial systems,” she added.

      https://hannity.com/media-room/dem-civil-war-leaders-rebuke-omar-tlaib-says-no-freedom-of-speech-for-muslim-women-in-congress/

      Nun geht der Rassismus-Vorwurf gegen die eigene Parteiführung:

      Und der Islamophobie-Vorwurf natürlich auch:

      Die Truppen werden gesammelt:

      Und Bidens Regierung gibt auch noch den albernsten Wünschen der Sprachpolizei nach:

      Cancel Culture
      Selbst Obamas Töchter haben genug vom Tugendterror!
      In Präsident Bidens Haushaltsentwurf sind „Mütter“ jetzt „gebärende Personen“
      Obamas Töchter Sasha (19) und Malia (22) haben keine Lust mehr, sich den Mund verbieten zu lassen
      Von:
      Judith Sevinç Basad
      09.06.2021 – 14:04 Uhr

      […]
      ABER: Bei Gesprächen mit seinen Töchtern habe Obama auch viel „über die Gefahren von Cancel Culture“ nachgedacht. Sie führe dazu, dass „wir die ganze Zeit nur noch Menschen verurteilen“. Sogar seine Töchter räumten manchmal ein, „dass es in ihrem Freundeskreis und an ihrem Uni-Campus Menschen gibt, die es übertreiben“.
      Das war nicht das erste Mal, dass Obama sich kritisch äußert. Schon im Jahr 2019 war er beunruhigt darüber, dass Aktivisten Menschen auf Twitter an den Pranger stellen – nur um der Welt zu zeigen, dass sie woke seien.
      Obama machte es damals ganz deutlich: „Das ist kein Aktivismus! Das bringt keine Veränderung!“

      „Mutter“ plötzlich ein diskriminierendes Unwort

      Bemerkenswert: Während Obama den Aktivisten klare Kante zeigt, scheint der aktuelle US-Präsident Joe Biden (78) eine ganz andere Haltung zu der Bewegung zu haben. So hagelte es am Montag vonseiten der Republikaner Kritik, als Bidens Regierung den Finanzplan für das Jahr 2022 veröffentlichte.

      ► Grund der Attacke: In einer Passage über die Finanzierung des öffentlichen Gesundheitssystems wurde das Wort Mutter (mother) mit der Bezeichnung „gebärende Person“ (birthing people) ersetzt.
      Biden scheint hier – wie viele Autoritäten in jüngerer Zeit – unter dem Druck der „woken“ Aktivisten eingeknickt zu sein!
      Denn schon im Januar beschwerte sich eine Twitter-Aktivistin darüber, dass Biden im Zuge seiner Gesundheitspolitik von Frauen und nicht von „Menschen, die schwanger werden und bluten“ spricht.
      Der Grund: Die Worte Frau oder Mutter könne Transsexuelle (also Menschen, die ihr Geschlecht wechselten) ausschließen oder verletzen!

      […]

      https://m.bild.de/politik/ausland/politik/cancel-culture-selbst-obamas-toechter-haben-genug-vom-tugendterror-76663482,view=amp.bildMobile.html

      Bei uns schaffen es Sprachverhunzer immerhin schon in die Tagesthemen:

      Soll man noch lachen oder bereits heulen?

      • Ein Leitmedium gibt es noch, das Baerbock verteidigt: die SZ:

        Und sogar gegen den ÖRR!

        Allerdings gab es beim Parteitag einen „Jana in Kassel“-Unfall, die ihren Querdenker-Protest mit Sophie Scholls Engagement gleichsetzte. Da konnte ja eigentlich nichts schiefgehen, dachten sich die Parteitagsplaner, als sie die allseits preisgekrönte Gutmensch-Ikone Carolin Emcke mit den erwartbaren moralischen Ansagen einluden. Dem war dann aber nicht so:

        Eine jüdische Gegenstimme – und verzerrend geschnitten wurde nichts in dem ersten Video (hier eine Version, die 2:15 Minuten lang ist – sie ist noch entlarvender):

        Gastrednerin vergleicht Klimaforscher mit verfolgten Juden

        Eine Gast-Rednerin hat auf dem Parteitag der Grünen Klimaforscher mit verfolgten Juden verglichen. Die Autorin und Journalistin Carolin Emcke, die unter anderem für die „Süddeutsche Zeitung“ schreibt, sagte wörtlich in Bezug auf die „radikale Wissenschaftsfeindlichkeit“, die im Wahlkampf herrsche: „Wir werden Manipulationen und Lügen sehen, wir werden echtes und erfundenes Material geleakt und gedoxt sehen.“ In diesem aufklärungsfeindlichen Klima werde keine Rolle spielen, welche Personen oder welche Parteien es trifft, „denn es trifft alle in unserer #Demokratie“.
        Und weiter: „Es wird sicher wieder von Elite gesprochen werden. Und vermutlich werden es dann nicht die Juden und Kosmopoliten, nicht die Feminist:innen und die Virolog:innen sein, vor denen gewarnt wird, sondern die Klimaforscher:innen.“

        Ausschnitte der Rede, der auch das Spitzen-Duo Baerbock und Habeck lauschten, wurden auf Twitter veröffentlicht. Einige User kritisierten den unbedachten Umgang des Vergleichs von Holocaustopfern bereits. „Als Preisträgerin des Friedenspreises des deutschen Buchhandels gehört sie zu den deutschen Eliten! Wer ist noch vor Antisemitismus sicher??“, kommentierte ein User. Emcke wurde neben dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels im Jahr 2017 auch im Jahr 2020 mit dem Verdienstorden von Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet.

        […]
        Kommentar: Das Leid der Juden als ultimatives Argument für grüne Politik?

        Carolin Emcke hat auf dem Grünen-Parteitag Kritik an Klimaforschern in einen Zusammenhang gebracht mit dem Leid der Juden in Deutschland. Diese Ungeheuerlichkeit beschädigt nicht nur Emcke, kommentiert WELT AM SONNTAG Chefredakteur Johannes Boie.

        Carolin Emckes Grünen-Rede: Das Leid der Juden als grünes Argument? – WELT

        Carolin Emcke hat auf dem Grünen-Parteitag Kritik an Klimaforschern in einen Zusammenhang gebracht mit dem Leid der Juden in Deutschland. Diese Ungeheuerlichkeit beschädigt nicht nur Emcke. Sondern auch die, die ergriffen lauschten: Robert Habeck und Annalena Baerbock.

        https://www.welt.de/politik/deutschland/live231757937/Gruenen-Parteitag-live-Nach-Baerbocks-Rede-entfaehrt-ihr-ein-scheisse.html#live-ticker-entry-88297

        Janun – die Social Media-Overlords glauben das ja schließlich auch – und löschen, was das Zeug hält. Ob es politische oder wissenschaftliche „Wahrheiten“ sind. Im ersteren Bereich kann es schlicht keine geben.

        Ein jüdischer Satiriker macht das Beste daraus:

        Jan Fleischhauer trifft zielgenauer:

        Die Liste kann erweitert werden: grüne Gentechnik, Windräder, Funkmasten – ansonsten sind die Grünen durchaus wissenschaftskritisch.

        Trotz des tosenden Applauses? Hm.

        Die offensichtliche Klima-Religion darf also nicht mehr benannt werden – denn Antisemitismus lauert überall:

        »Annalena und die 10 Verbote«
        Arbeitgeber distanzieren sich von Anti-Baerbock-Anzeige
        Die Lobbygruppe INSM stellt Grünen-Kanzlerkandidatin Baerbock als Moses mit Tafeln voller Verbote dar. Kritik kommt von einem Antisemitismusbeauftragten, der Union und den Arbeitgeberverbänden.
        11.06.2021, 17.09 Uhr

        Eine Anzeigenkampagne der Lobbyorganisation Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) gegen Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock sorgt für Unmut im Arbeitgeberlager. »Persönliche Herabsetzungen und eine misslingende Verwendung christlicher Symbolik sind kein angemessener Umgang im notwendigen Wettstreit um politische Inhalte«, teilte die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) mit. »Das ist nicht der Stil der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. Sozialpartnerschaft ist vom gegenseitigen Respekt getragen.«

        Unter dem Motto »Wir brauchen keine Staatsreligion« hatte die INSM in mehreren überregionalen Medien sowie auf Internetseiten eine Anzeige veröffentlicht. Sie zeigt Baerbock mit zwei Steintafeln voller vermeintlicher Verbote wie »Du darfst nicht fliegen« oder »Du darfst Deine Arbeitsverhältnisse nicht frei aushandeln«. Die Onlineversion der Anzeige trägt die Überschrift »Annalena und die 10 Verbote« und die Ergänzung: »Warum uns grüne Verbote nicht ins gelobte Land führen«.

        Das Anzeigenmotiv spielt auf die Figur des Moses an, der laut Altem Testament die Zehn Gebote direkt von Gott erhielt und sowohl für die jüdische als auch die christliche Religion eine zentrale Rolle spielt.
        »Eine Kanzlerkandidatin als orientalisierte Moses, die eine falsche Staatsreligion über Deutschland bringen wolle?«, schrieb der baden-württembergische Antisemitismus-Beauftragte Michael Blume auf Twitter und warnte davor »im Wahlkampf antisemitische Verschwörungsmythen zu bedienen«.
        […]

        https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/annalena-baerbock-arbeitgeber-kritisieren-initiative-neue-soziale-marktwirtschaft-a-09bb9649-f3cc-4c7a-80d8-7a53b9ecdc8f

        Der Bereich der Rationalität wurde längst verlassen. Jetzt wird darum gestritten, was christlich und was jüdisch ist. 😦

        Überhaupt kann man Akademikern ncht mehr trauen, die so politisierte Fächer wie Postcolonial Studies lehren oder absolviert haben: ich hatte ja oben schon berichtet, wozu das führt:

        https://www.zeit.de/2021/24/antisemitismus-israel-judentum-antizionismus-social-media/komplettansicht

        https://gabrielewolff.wordpress.com/2020/10/19/warum-die-presse-versagt/comment-page-33/#comment-93266
        [h]ttps://gabrielewolff.wordpress.com/2020/10/19/warum-die-presse-versagt/comment-page-33/#comment-93266

        Hier eine weitere Bestätigung:

        In all dem identitätspolitischen Qualm erfreut Logiker wie mich eine rationale Stimme wie die von Jan Fleischhauer:

        Die FOCUS-Kolumne von Jan Fleischhauer
        Böses Erwachen für linke Arbeiterfeinde: Was passiert, wenn man seine Wähler verachtet

        Heute, 12.06.2021 | 18:09

        Auch die Wähler der Linken sind nicht blöd. Tatsächlich sind sie weniger blöd, als einige Politiker annehmen. Auf den linken Führungsetagen fragt man sich händeringend, warum der Erfolg ausbleibt. Vielleicht liegt hier die Erklärung.

        Zu den bewundernswerten Eigenschaften des Kapitalismus gehört die Fähigkeit, alles zu seinem Vorzug zu nutzen, jetzt eben den Kampf gegen den Rassismus. Mein Freund Jakob Augstein vertritt die These, dass dem Kapitalismus im Grunde gar nichts Besseres passieren könne als die Fixierung auf Minderheiten.

        Wäre ich Konzernboss, würde er sagen, dann ist der Deal doch ganz einfach: Stellen wir halt in der Führungsetage ein paar Leute ein, die fremd klingende Namen haben, und reden von „Audianer_innen“ statt von Beschäftigten. Solange sich an den Produktionsbedingungen oder den sozialen Verhältnissen nichts wirklich ändert: alles im Lot.

        Im neuen Buch von Sahra Wagenknecht findet sich eine Geschichte, die Augsteins These sehr schön illustriert. Als der Lebensmittelhersteller Knorr im vergangenen Sommer ankündigte, seinen Saucenklassiker von „Zigeunersauce“ in „Paprikasauce Ungarische Art“ umzubenennen, war die Erleichterung groß. Endlich ein Sieg über den Rassismus! Großes Lob für die Einsichtsfähigkeit des Unternehmens!
        […]
        Nach der Wahl in Sachsen-Anhalt herrscht auf der linken Seite des politischen Spektrums Rätselraten, wie man so tief fallen konnte. „Das Wahlergebnis ist für die SPD wirklich furchtbar, obwohl wir wissen, dass wir genau auf die richtigen Themen gesetzt haben“, erklärte die SPD-Spitzenkandidatin Katja Pähle, ein Satz, der das händeringende Unverständnis perfekt zusammenfasst. Eine der beiden Vorsitzenden der Linkspartei ließ sich zu der Einschätzung hinreißen, die Partei habe keine Fehler gemacht, die „gesellschaftliche Verfasstheit“ in Sachsen-Anhalt sei eben falsch.

        Das Problem der Linken ist, dass sie Wählerstimmen mit Likes verwechseln. Wenn ein Thema auf Twitter oder Instagram besonders trendet, denken sie in der Parteizentrale, dass es auch im Wahlkampf zünden wird. Oder wie ein kluger Kopf neulich schrieb: „Die ganze Wahlkampfstrategie der SPD ist aus der Erfahrung entstanden, dass zustimmende Tweets und Postings zu Gender, Feminismus und Identitätspolitik gut geklickt werden.“

        Auch die Wähler der Linken sind nicht blöd. Tatsächlich sind sie weniger blöd, als viele Politiker annehmen, dass sie es seien. Die Verkäuferin bei dm kann sehr wohl beurteilen, ob sich ihr Leben verbessert, wenn Olaf Scholz nach seiner Zeit als Bürgermeister und Bundesfinanzminister den Rollenwechsel zum „intersektionellen Feministen“ anstrebt. Im Zweifel sagt sie: Bleibt mir weg mit eurem komischen Feminismus. Mich interessiert, wann die Schulen wieder öffnen, damit die Blagen aus dem Haus sind, und weshalb meine Stromrechnung ständig steigt.
        […]
        Man kann die Entfernung von der Basis interessanterweise auch im Journalismus beobachten. So, wie sich viele Politiker zu fein für ihre Wähler sind, so schreiben viele Journalisten über die Köpfe ihrer Leser hinweg.
        Ich wollte immer möglichst viele Menschen erreichen. Wenn man mir die Wahl zwischen einer Kapelle und einer Großkirche lässt, entscheide ich mich automatisch für die große Bühne. Ich dachte am Anfang meiner journalistischen Laufbahn, alle würden so denken. Aber da habe ich mich geirrt. Den meisten meiner Kollegen ist der Applaus ihrer Umgebung wichtiger als der publikumswirksame Auftritt.

        Der Leser spielt, anders als man vermuten sollte, auf Redaktionskonferenzen oft nur eine untergeordnete Rolle. Die erste Frage, die sich viele Journalisten stellen, lautet: Was werden die Kollegen über meinen Text denken? Der mit der SPD-Berichterstattung betraute Redakteur hat vor allem die anderen mit der SPD-Berichterstattung betrauten Redakteure im Blick, der für die Grünen zuständige Redakteur den Kreis der Grünen-Kenner.
        […]

        https://www.focus.de/politik/deutschland/schwarzer-kanal/focus-kolumne-von-jan-fleischhauer-linke-arbeiterfeinde-wachen-auf-was-passiert-wenn-man-seine-waehler-verachtet_id_13388963.html

        Schließlich werden auch die Preise von den Kollegen vergeben.

        In der aktuellen SPIEGEL Titelstory vom 12.6.2021 wird von Grünen-Beschimpfung übrigens auf Publikums-Beschimpfung umgeschaltet – weil die Bevölkerung den Leitartiklern nicht folge, sondern in Umfragen nur erwünschte Meinungen äußere.

        😉

        Sorry, zu Corona, dem politischen Konstrukt, habe ich auch noch jede Menge gespeichert. Aber das kriege ich jetzt nicht mehr hin. Offline gibt es viel zu tun – heute Schadensbegrenzung durch Dauerregen und Sturm: Horror für voll erblühte Rosen (einschließlich der Pfingstrose).

        • Wir hier in der Schweiz haben tolles Wetter! 🙂

          „Eine Kaltfront zieht nördlich der Schweiz vorüber und streift die östlichen Landesteile noch ganz schwach in der Nacht. Nach etwas Restfeuchte am Vormittag, kommt bereits das nächste Sommerhoch «Yona». Wir verbleiben anfangs nächster Woche direkt unter dem Hoch, erst ab Mitte Woche wird die Luft gewitteranfällig. Es wird heiss mit teils über 30 Grad.“

          https://www.srf.ch/meteo/wetterbericht

          Dieser Artikel hat mir extrem gut gefallen und passt gut dazu, was Du in Deinem letzten Posting gebracht hast.

          „Wie der einfache Mensch zum Problem gemacht wird
          Wer Alternativen zum technokratischen Status quo aufzeigen will, muss ein Bewusstsein schaffen für den Radikalismus der Vergangenheit.

          Misstrauen ist heute weit verbreitet, etwa gegenüber „zu viel“ Demokratie (könnte „Populisten“, „Klimaleugner“ et al. an die Macht bringen), der Meinungsfreiheit (ermöglicht „Hate Speech“) oder neuen Technologien (könnten schreckliche Auswirkungen auf Mensch und Umwelt haben). Kaum einer Gruppe wird heute allerdings so viel Misstrauen entgegengebracht wie den „einfachen Men-schen“ oder Arbeitern. Bestenfalls will man sie umerziehen, zum Beispiel mittels „Sündensteuern“, Nudging oder Gendersprache. Schlimmstenfalls gelten sie als die kulturelle Rückständigkeit in Per-son, als (verkappte) Ausländerfeinde und Rechtsradikale, die unbedingt von der Politik fernzuhal-ten seien.“
          https://www.achgut.com/artikel/wie_der_einfache_mensch_zum_problem_gemacht_wird

        • In der Tat!

          An die Stelle der Perspektive der Produzenten ist der Konsumismus getreten. Wir beschäftigen uns heute kaum noch mit Fragen der Ausbeutung und der Arbeitsbedingungen, mit Handwerkskunst oder gar der „Würde“ der Arbeit und der Arbeitenden. Denn die Sphäre der Produktion ist kulturell abgewertet (und zum Teil auch in andere Weltregionen ausgelagert) worden. Arbeit ist nur noch etwas, was man tut, um Produkte kaufen zu können. Der Konsum gilt heute als das wirklich Wesentliche, als der Weg, durch den wir unserer Individualität, unserem „Lifestyle“ Ausdruck verleihen und auch die Welt zum Besseren verändern. Mit einer streng veganen Ernährung wird man heute zum Beispiel in bestimmten Kreisen als besonders links und progressiv bewundert, auch wenn Freunde und Bekannte wissen, dass man als junge Unternehmensberaterin oder Marketing-Consultant Zwölf-Stunden-Schichten über sich ergehen lässt.

          Man könnte argumentieren, dass der moderne Kapitalismus und die zu ihm passende „progressive“ Kultur in den letzten Jahrzehnten endlich zueinander gefunden haben. Bodenständige Werte wie Familie, Heimatverbundenheit, Tradition passen nicht unbedingt zu der heutigen marktförmig flexibilisierten Konsum- und Lifestyle-Gesellschaft. In jedem Fall ist es für das Funktionieren der globalisierten Weltwirtschaft nicht unerlässlich, dass westliche Bevölkerungen sich an solchen Werten orientieren. Margaret Thatcher und Ronald Reagan mögen aus dem Grabe protestieren, aber vielleicht sind Dinge wie Selbstverwirklichung, Individualität, Diversität, Flexibilität und Identitätstransformationen tatsächlich viel „kapitalistischer“, als es der in Sonntagsreden feierlich beschworene Wertkonservatismus dieser beiden bürgerlichen Politiker je sein konnte.

          https://www.achgut.com/artikel/wie_der_einfache_mensch_zum_problem_gemacht_wird

          Und daß die Veganer sich zu Junkies der Lebensmittelindustrie mit ihren Ersatz-Produkten gemausert haben, fällt irgendwie niemandem auf. Hier die Wählerbeschimpfung durch den SPIEGEL:

          Letzteres muß man sich erstmal leisten können.

          Der Leitartikel fällt entsprechend aus:

          Schuld ist natürlich der konservative „Weiter so“-Wähler.

          Hier ein interessanter Bericht:

          Der Autor stammt aus einer polnischen Familie.

          „Warum ich mit der linken woken Generation gebrochen habe“
          Unser Autor ist 28 Jahre alt und wähnte sich lange Zeit auf der guten Seite: fortschrittlich, aufgeklärt, links. Heute staunt er über sich und seine Generation.
          Jan Karon, 12.6.2021 – 05:55 Uhr
          […]
          Zu dieser Zeit ereignete sich auch das zweite Erlebnis, das sich in mein Gedächtnis einbrannte. Ende 2017 arbeitete ich bei einer großen Nachrichtenmarke. Meine Aufgabe war es, Nachrichtenagenturen und soziale Medien nach relevanten News zu scannen und sie als Nachricht aufzuschreiben. Am 27. Dezember 2017 erstach ein afghanischer Asylbewerber die 15-jährige Mia V. im rheinland-pfälzischen Kandel. Ich hatte damals Dienst.

          Nun ist es so, dass Kandel unweit vom beschaulichen Oggersheim liegt, wo Mutter und Vater noch immer wohnen. Sie schrieben mir aufgeregt, ob ich davon gehört hätte. In den sozialen Medien überschlugen sich die Tweets und Posts zu diesem Thema. Ich signalisierte meinem Vorgesetzten, dass ich glaubte, dass wir dazu eine Nachricht verfassen sollten. Der Chef vom Dienst winkte ab. Mir wurde erklärt, dass man mit so einer Nachricht Rechten keine Steilvorlage geben dürfe. Gerade die AfD würde einen Fall wie Mia V. für sich ausschlachten. Am 27. Dezember 2017 verzichteten wir auf die Nachricht; auch die „Tagesschau“ sparte das Thema aus.
          […]
          Unsere Urgroßväter kämpften in Weltkriegen gegen Soldaten, unsere Eltern in totalitären Systemen für Freiheit – und unsere Generation in Kreuzberger Altbauwohnungen gegen das generische Maskulinum und die Frage „Woher kommst du?“. Allein das legt schon Zeugnis darüber ab, wie gut es uns geht.

          Heute fühle ich mich immer mehr einer (migrantischen) Community zugehörig, die man postidentitär nennen könnte und die mit dem Zeitgeist brechen will. Wir sind Menschen mit türkischem, jüdischem, libanesischem, äthiopischem, österreichischem, armenischem, und italienischem Migrationshintergrund, aber unter uns sind auch Deutsche, die unsere Weltsicht teilen. Manche sind queer, manche straight, einige wenige wohlhabend geboren, die meisten soziale Aufsteiger. Manche nenne ich Freunde, viele kenne ich aus dem Internet. Wir sind noch eine kleine Gruppe, aber wir wachsen.

          Was uns eint, ist, dass wir uns nicht als Opfer sehen. Wir haben keine Lust, in einem weltoffenen Land mit Aufstiegschancen an jeder Ecke Rassismus zu wittern. Wir wollen Menschen auch nicht auf Grundlage von identitären Kriterien in Kollektive einteilen, in Privilegierte und Unterprivilegierte, in Täter und Opfer, in Cis-Hetero und „FLINTA“. Niemand sucht sich schließlich seine Familiengeschichte, sein Geschlecht, seine Hautfarbe oder seine sexuelle Orientierung aus. Menschliche Identitäten sind für uns hochkomplex und widersprüchlich.

          In Migranten sehen wir keine Feinde, aber auch keine schutzbedürftigen Kuscheltiere, die man stets verteidigen muss. Wenn Dinge in der multikulturellen deutschen Gesellschaft schieflaufen, dann sprechen wir das an, ohne Angst zu haben, als Rassisten zu gelten. Wir „cultural appropriaten“ die deutsche Sprache, wie wir wollen, „wallah billah“, lieben die Ästhetik von Afrobeat, Gypsyfolk, Haftbefehls brachiale Sprache und britischen Indierock. Wenn wir wollen, lassen wir uns unsere weißen Haaren zu Dreadlocks flechten oder kochen jamaikanisches Jerk Chicken, ohne dabei Niedertracht gegenüber den Kulturen zu empfinden, aus denen diese Frisuren und Speisen stammen.

          Wir sind der Meinung, dass Sprechverbote verabschiedet gehören und nicht die eigene Befindlichkeit darüber entscheiden soll, ob man sich zu Themen äußern darf. Deutsche sollen über den Islam, Türken über den Holocaust und straighte Menschen über LGTBQ-Rechte sprechen, warum auch nicht? Dabei ist auch nicht jede Meinung, die vom gutmenschlichen Berliner Konsens abweicht, gleich die wortgewordene Wiedergeburt des Faschismus.

          Auch unser Verhältnis zu den „Almans“, dem Kampfbegriff der „Generation woke“, den auch ich schon genutzt und verteidigt habe, unterscheidet sich. Wir belächeln die Deutschen, aber schmähen sie nicht. Sie sind für uns keine „alten weißen Männer“ oder „Menschen mit Nazihintergrund“, sondern liebenswürdig und schrullig, weil sie Konzepte wie die Kehrwoche oder den Brückentag haben und Worte wie „Fingerspitzengefühl“, „Teutonengrill“ oder „Kaltschnäuzigkeit“ sagen.

          In jedem Fall glauben wir nicht an politische Dogmen oder geschlossene Weltbilder: Nicht alles, was rechts ist, ist für uns falsch, und nicht alles, was links ist, ist für uns richtig – das gilt aber auch vice versa. Moral ist in politischen Streitfragen kein guter Ratgeber für uns. Vor allem sehen wir in uns keine Verfügungsmasse für das Gutgewissen der „Generation woke“, die Migranten vor den Ungerechtigkeiten dieser Welt beschützen muss, um fehlende Zugehörigkeit zu kompensieren und die Schuldlast der eigenen Geschichte in Gerechtigkeitskämpfe der Neuzeit zu überführen. Vieles, was heute „woke“ ist, nehmen wir als reaktionär, illiberal und mitunter sogar neorassistisch wahr.
          […]

          https://www.berliner-zeitung.de/wochenende/warum-ich-mit-der-linken-woken-generation-gebrochen-habe-li.164064

          Das läßt hoffen!

          Nach einem weiteren Tag des Bibberns kommt jetzt die Sonne hervor – und ab in den Garten!

  5. @ Mark Smith:

    „Also zu Konzepten wie „Deep State“ oder „Great Reset“ bin ich doch äusserst skeptisch. Die Vorstellung, dass eine kleine Elite oder Gruppe mit gewissen Machtbefugnissen quasi weltumspannende und umfassende strukturelle Veränderungen herbeiführen kann, würde ich nun mal in Abrede stellen. Lokal und partiell ist das sicherlich möglich, aber mir sind die Analysen vielfach und wieder einmal zu unterkomplex.“

    Warum die Presse versagt


    [h]ttps://gabrielewolff.wordpress.com/2020/10/19/warum-die-presse-versagt/comment-page-33/#comment-93235

    Ich hoffe, daß Du diese Pauschalmeinung angesichts meines Beitrags zur Wirkmächtigkeit eines Narrativs, das von einer Handvoll „deep state“ Wissenschaftlern gegen Trump ersonnen wurde, nämlich die „Laborthese“ als Verschwörungstheorie zu kennzeichnen, eventuell differenzierst?

    Da taten sich „Wissenschaftler“ und private kapitalstarke „Medizinförderer“ zusammen, und logen dreist, um das Wuhan-Labor zu rehabilitieren, das sie selbst gefördert hatten, wobei sie diesen Interessenkonflikt natürlich verschwiegen. Und Drosten war mit von der Partie!

    Warum die Presse versagt


    [h]ttps://gabrielewolff.wordpress.com/2020/10/19/warum-die-presse-versagt/comment-page-33/#comment-93243

    Dieses falsche Narativ hielt über ein Jahr und wirkte im Westen „weltweit“, zumal die Presse ja blind folgt.

    O.K., Deine Meinungsäußerung bezog sich auf Davos und Klaus Schwab:

    „Der „Great Reset“ ist nämlich keine antisemitische „Chiffre“, sondern ein Ziel des kapitalistischen Davoser World Economic Forum unter Klaus Schwab. Warum bloß?“

    https://gabrielewolff.wordpress.com/2020/10/19/warum-die-presse-versagt/comment-page-33/#comment-93233
    [h]ttps://gabrielewolff.wordpress.com/2020/10/19/warum-die-presse-versagt/comment-page-33/#comment-93233

    Klaus Schwab ist keine Einzelperson, er ist mit allen Entscheidern in der westlichen Welt bestens vernetzt – einschließlich der Militärs und der Geheimdienste, die die politisch erwünschten „Erzählungen“ liefern, die wiederum von den Medien kritiklos übernommen werden.

    Meinst Du, das sei Zufall? Wieso sollte Schwab diese Hysterikerin einladen, wenn dahinter keine wirtschaftlichen Interessen stünden?

    20.01.2020, 15:38 Uhr
    Vom Weltwirtschaftsforum zum Weltklimaforum
    Wie Greta Thunberg das Davos-Programm verändert
    Statt um Freihandel und offene Märkte geht es um Umwelt und Klima: Das Weltwirtschaftsforum in Davos wandelt sich grundlegend.
    […]

    https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/-vom-weltwirtschaftsforum-zum-weltklimaforum-wie-greta-thunberg-das-davos-programm-veraendert/25451758.html

    Die Bevölkerung in Panik, die Industrie durch den Staat für die „Transformation“ massiv subventioniert: das ist der erwünschte „Great Reset“ und darum wurde Baerbock ein „Young Global Leader“, wie schon manche Grüne vor ihr.

    Und ergänzend bringst Du auch noch diesen Gesichtspunkt, der ins Bild paßt:

    https://gabrielewolff.wordpress.com/2020/10/19/warum-die-presse-versagt/comment-page-33/#comment-93244
    [h]ttps://gabrielewolff.wordpress.com/2020/10/19/warum-die-presse-versagt/comment-page-33/#comment-93244

    Corona: Das angebliche „Nichtwissen“ ist politisch gewollt
    09. Juni 2021 um 9:11 Ein Artikel von: Tobias Riegel

    Das ZDF stellt nun (viel zu spät) Fragen zu Corona-Daten, für die man gestern noch in die „rechte“ Verschwörungsecke gestellt wurde. Einmal mehr muss man zu dem Schluss kommen, dass das offizielle angebliche „Nichtwissen“ bezüglich der zentralen Frage der Corona-Daten politisch gewollt ist. Ein Kommentar von Tobias Riegel.
    […]
    Die Fragen zur Erhebung der Daten und zu ihrer Interpretation gehören zu den wichtigsten Fragen zur Corona-Debatte. Denn wenn diese Daten als falsch identifiziert würden – etwa jene zu den „Neuinfektionen“, zur „Überlastung des Gesundheitssystems“, zur „Trefferquote“ der PCR-Tests oder zur Definition der „im Zusammenhang mit Corona Verstorbenen“ – dann würden sich zahlreiche Folge-Fragen erübrigen: Weil dann potenziell bereits die Basis für die darauf fußenden Maßnahmen infrage steht und darum Details dieser Maßnahmen möglicherweise gar nicht erst leidenschaftlich diskutiert werden müssten.

    Daten, die ignoriert oder falsch interpretiert oder gar nicht erst erhoben werden, können die offizielle Deutung der Corona-Politik nicht in Gefahr bringen. Ein korrekter Umgang mit den Corona-Daten könnte umgekehrt die Panik-Kampagnen schwächen. Das spielt auch im Zusammenhang mit der möglicherweise bald noch einmal vom Bundestag festgestellten „epidemischen Lage von nationaler Tragweite“ eine Rolle.
    […]
    Die Nachricht wäre darum vielmehr, dass und warum diese Daten-Erhebungs-Katastrophe herbeigeführt und warum sie nicht thematisiert wurde. Die Mankos in der alles entscheidenden Frage der Datengrundlage wurden von fast allen großen Medien nicht nur nicht thematisiert: Zusätzlich wurden und werden teils durch die gleichen Medien jene Bürger, Experten und Wissenschaftler hart diffamiert, die versuchen, diese Grundfragen zu den Daten ins Zentrum zu rücken. In diesem Zusammenhang muss man sich auch immer wieder folgende Heuchelei verdeutlichen: Das gleiche Personal, das die offensichtlichen Mankos der Corona-Daten-Erfassung und -Interpretation lange geleugnet hat und „die Wissenschaft“ durch emotionale Ablenkung ersetzt hat – das gleiche Personal hat den Kritikern der Corona-Politik stets in einem Akt der radikalen Verdrehung „Wissenschaftsfeindlichkeit“ vorgeworfen.
    […]
    Bei all dem geht es um eine ergebnisoffene Betrachtung und nicht um die Bestätigung einer konkreten Theorie zum Corona-Virus. Aber gerade die Verweigerung einer seriösen und ergebnisoffenen Betrachtung der alles Weitere erst entscheidenden Ausgangsdaten nährt die Zweifel an den „echten“ Motiven für die erlebten und beispiellosen Panik-Kampagnen und die daraus abgeleiteten gefährlichen gesellschaftlichen Handlungen.

    https://www.nachdenkseiten.de/?p=73165

    In den USA, wo die Corona-Reaktionen von Anfang an politisiert waren, schäumen die Emotionen angesichts der E-Mail-Enthüllungen über Fauci hoch: er hat schließlich nicht nur über das Wuhan-Labor gelogen:

    A Serious Country Would Jail Anthony Fauci
    A false narrative was carefully crafted by the press to humanize a man who was, at the time, committing crimes against humanity for the apparent purpose of helping Democrats win an election.
    By Peter D’Abrosca

    June 6, 2021

    As the indispensable Julie Kelly already observed, nobody will be held accountable for America’s intentionally politicized response to COVID-19.

    Anthony Fauci certainly won’t be punished, even though we now know what we suspected all along: he knew masks were largely ineffective; that lockdowns were unscientific; that asymptomatic spread, the impetus for those lockdowns, did not exist; that the virus was not bat-borne in a Wuhan wet market; and that it was instead quite possibly manufactured in a Chinese lab.

    But you wouldn’t know any of those things if you’ve been following The Science™ as broadcasted by Fauci across swooning cable news networks for 15 months. In fact, you would believe the exact opposite, because the exact opposite is what the smarmy old man has been preaching to his Branch Covidian disciples, whom he ruled over with impunity for the duration of the pandemic.

    Other than those minor details, Fauci told the truth about everything.
    […]

    https://amgreatness.com/2021/06/06/a-serious-country-would-jail-anthony-fauci/

    Am 9.6.2021 sah die „Bedrohungslage“ bei uns so aus:

    1.598 Covid-19 Intensivpatienten, davon 65% intensiv beatmet.

    Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI heute Morgen bundesweit bei 20,8. Gestern hatte das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 22,9 angegeben, am Mittwoch vergangener Woche mit 36,8.

    Für Brandenburg lag sie bei 11,1.

    Für den Landkreis Ostprignitz-Ruppin in Brandenburg wurden im Vergleich zum Vortag am Mittwoch, den 09.06.2021 03:41 Uhr, über das Robert-Koch-Institut keine Neuinfektionen und keine neuen Todesfälle im Zusammenhang mit dem Corona-Virus gemeldet.
    In den letzten 7 Tagen wurden im Landkreis Ostprignitz-Ruppin 3 Fälle registriert, die 7-Tage-Inzidenz beträgt damit aktuell 3 pro 100.000 Einwohner.

    Intensivbetten-Auslastung für den Landkreis Ostprignitz-Ruppin

    Von insgesamt 50 Intensivbetten im Landkreis Ostprignitz-Ruppin sind nach aktuellem Datenstand (09.06.2021 12:15 Uhr) 44 Betten belegt und 6 Betten frei. 2,273 % der belegten Intensivbetten sind mit COVID-Patienten belegt.

    Der Standort verzeichnet aktuell nur einen COVID-Patienten, der intensivmedizinisch behandelt und auch beatmet wird.

    https://www.news.de/gesundheit/855914701/corona-zahlen-landkreis-ostprignitz-ruppin-heute-aktuell-09-06-2021-rki-7-tage-inzidenz-neuinfektionen-tote-intensivbetten/1/

    Drosten führt seine Panik-Kampagne freilich weiter: Ach die indische, pardon, die Delta-Variante, könnte noch gefährlich werden, obwohl sie bei uns seit Wochen bei 2% liegt. Aber die Impfbereitschaft könnte sinken – in einer Zeit, in der der Run auf Impfungen von der Verfügbarkeit des Impfstoffs weit übertroffen wird. Welche Irrationalität treibt diesen Mann, der seine Kinder würde impfen lassen?

    9.6.2021 06:50 Uhr
    Virologe befürchtet nachlassende Impfbereitschaft
    Kampf gegen das Coronavirus – Drosten warnt vor Rückschlägen im Sommer
    Die Inzidenz sinkt, der Alltag normalisiert sich: Werden sich über den Sommer dennoch ausreichend Menschen impfen lassen? Virologe Drosten hat Zweifel.
    […]
    „Natürlich wird die Fallzahl gen Winter wieder hochgehen. Das kann auch schon im Herbst passieren. Aber das wird ab jetzt jeden Winter passieren“, sagte Drosten. Die Situation sei dann durch den erwarteten Effekt der Impfungen auf Krankheitsverläufe aber verändert: Würde man strikt nur Labornachweise messen, sähe man wohl eine Art vierte Welle.
    Aber es sei dann keine pandemische Welle mehr. Drosten hatte auch zuvor schon mehrfach betont, dass er langfristig damit rechnet, dass sich Sars-CoV-2 wie die altbekannten Coronaviren verhalten werde, die Erkältungen auslösen.
    […]

    https://www.tagesspiegel.de/politik/virologe-befuerchtet-nachlassende-impfbereitschaft-kampf-gegen-das-coronavirus-drosten-warnt-vor-rueckschlaegen-im-sommer/27268508.html

    Immerhin gibt er zu, daß es eine „Labor-Pandemie“ gibt. Schließlich kennt er die Fehlerhaftigkeit „seines“ PCR-Tests.

    Immerhin werden die unsinigsten Vorschriften aufgehoben: entgegen Drosten sind Kinder keine Treiber der Pandemie, stecken sich und andere kaum an und verfügen über eine starke Immunität:

    Ungeimpfte grüne Lehrkräfte sind ihr Hauptproblem. 😉

    Plötzlich entdeckt die SPD, die alle Maßnahmen der CDU mitgetragen hat, ihr Oppositionsgen; leider völlig kontraproduktiv und mit einem halben Jahr Verspätung:

    Das glaubt ihr nun wirklich niemand. Ich gebe die SPD auf.

    • @ Gabriele Wolff

      Du schreibst:
      „Und ergänzend bringst Du auch noch diesen Gesichtspunkt, der ins Bild paßt:“

      Ich muss sagen, der Titel von den NDS „Corona: Das angebliche „Nichtwissen“ ist politisch gewollt“ gefällt mir tatsächlich nicht so gut, zumal er m.E. auch unterkomplex ist.

      Ich denke, das „angebliche Nichtwissen“ kann folgende Ursachen haben:

      a) politisch gewollt
      b) Unvermögen, Dilettantismus, Schlamperei, Überforderung
      c) andere Ursachen.

      Natürlich gibt es nun auch noch eine Kombination:
      a und b)
      a und c)
      b und c)
      a und b und c).

      Ich würde mal so intuitiv sagen, dass ein Hauptgrund die Variante b) ist, also Unvermögen etc. Ich würde aber sagen, dass man mit der Zeit bemerkt hat, dass es gar nicht so schlecht ist, wenn man nicht sooo genau weiss, was Sache ist, dann kann man uns auch nix vorwerfen. 🙂 Also aus dem Unvermögen wurde quasi eine Tugend.

      Ich habe mich ein wenig mit Elitesoziologie
      https://de.wikipedia.org/wiki/Elitesoziologie
      auseinandergesetzt. Und ich denke, das ist sicherlich eine wichtige Perspektive.
      Insbesondere habe ich mich auch mit dem Power Structure Research auseinandergesetzt:

      „Power Structure Research (deutsche Übersetzung: Machtstruktur-Forschung) ist ein Zweig der Eliteforschung. Ziel des Power Structure Research ist es, die Macht- und Privilegienstrukturen der Machtelite, die formellen und informellen sozialen Netzwerke, in denen sich sehr viel Macht konzentriert und institutionalisiert, sowie den Zusammenhang von Macht und Reichtum auf möglichst aktuellem Niveau beschreibend darzustellen.“
      (…)
      Die Power Structure Research geht davon aus, dass es Netzwerke von einigen tausend Personen gibt, in denen die wichtigsten staatlichen, parlamentarischen und gesetzgeberischen Aktivitäten vorentschieden werden. Forschungsgegenstand sind daher die Elemente dieser Zusammenhänge, insbesondere

      das soziale Umfeld und die ökonomischen Interessen von einzelnen Mitgliedern der Machtelite
      die innere Machtstruktur großer Konzerne und ihre Einflussnahme
      der Geldfluss aus diesen Kreisen an politische Kandidaten und Parteien
      die Rolle von Lobbyismus, Stiftungen, Denkfabriken und Unternehmensverbänden.
      Fokus des Interesses sind – nach Hans Jürgen Krysmanski – in der Reihenfolge

      die Gruppe der Reichen und Superreichen und deren soziale und kulturelle Netzwerke
      die Finanzmanager
      die Abhängigkeiten der politischen Klasse und der Parteien von der Machtelite
      https://de.wikipedia.org/wiki/Power_Structure_Research

      Was mir dabei auffiel, ist, dass das Konzept zwar theoretisch mit gewisse Plausibilität ausgearbeitet wurde, jedoch fast jegliche empirische Forschung dazu fehlt. Also die empirische Unterfütterung (Korrelationen, Kausalitäten etc.) ist einfach kaum vorhanden. Und sich nur auf Elitesoziologie zu stützten, ist m.E. viel zu unterkomplex.

      • Nun ja, die empirische Forschung betreibe ich doch auf diesem Blog. 😉

        Und dazu gehören selbstverständlich die Medien. Hier gibt es wieder zwei schöne Beispiele:

        Von links nach rechts
        Zum 80. Geburtstag der Schriftstellerin Monika Maron (am 3. Juni) erscheint der Essayband „Was ist eigentlich los“
        Von Peter Mohr

        „Ich bin also verrückt, krank, leide an Transzendenzmangel und gehöre gelegentlich auch zu den Leugnern“, schreibt Monika Maron in ihrem jüngst erschienenen Essayband „Was ist eigentlich los“ über ein diffuses Gefühl, das sich bei ihr während der Zeitungslektüre oft einstellte. Harsche Medienkritik, das Ablehnen der Asylpolitik der Merkel-Regierung und eine mehr oder weniger offen formulierte Islamfeindlichkeit ziehen sich wie ein roter Faden durch die jüngeren Arbeiten des neuen Bandes.

        In den letzten Jahren hat sich Monika Maron, die ein Jahr vor der Wende aus der DDR in den Westen übergesiedelt war, politisch mehr und mehr auf den rechten Rand zubewegt und allerlei krude Gedanken über Ängste und Sorgen „besorgter Bürger“ zu Papier gebracht.

        In ihrem im letzten Jahr erschienenen Roman Artur Lanz bediente Maron auf künstlerisch mäßigem Niveau all die Klischees, die durch die Corona-Krise noch verstärkt wurden: Klagen über vermeintliche Deutungshoheiten des politischen Establishments und seiner Gefolgsleute in den Leitmedien, von einer „Meinungsdiktatur“ ist die Rede, und pathetische Wehklagen über Verluste fragwürdiger Heldenfiguren werden angestimmt („Wir hatten kein Bild mehr von einem Helden, schon das Wort war verdorben.“). Im Herbst des letzten Jahres war es zum Bruch zwischen der Autorin und dem S. Fischer Verlag gekommen, der fast alle ihre Bücher veröffentlicht hatte, aber ihre jüngsten politisch-gesellschaftlichen Statements für unvereinbar mit dem Leitbild des Traditionsverlages ansah.
        […]
        Am Ende bleibt die spannende Frage: Was hat zur ideologischen 180-Grad-Wende bei Monika Maron geführt? Was hat sie in die Arme der Neuen Rechten getrieben und sie zu eine der lautstärksten Spalterinnen in unserer Gesellschaft werden lassen? Und – analog zum Titel ihres Essaybandes – fragt man sich einigermaßen bestürzt: Was ist mit der fraglos verdienstvollen, bedeutenden Schriftstellerin Monika Maron los?

        https://literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=27936

        Ähnlich hielt es die FAZ:

        https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/autorengespraech-mit-monika-maron-17039867.html

        Unbequemes Selberdenken (jenseits von moralischem Kitsch und Betroffenheits-Gesäusel) hat keine Lobby mehr – außer ab und zu in der ZEIT:

        Monika Maron
        Ihre scharfzüngige Lust am Widerspruch
        Zum 80. Geburtstag erscheinen Monika Marons brillante Essays.
        Eine Rezension von Alexander Cammann
        1. Juni 2021, 16:54 Uhr Editiert am 3. Juni 2021, 7:26 Uhr DIE ZEIT Nr. 23/2021, 2. Juni 2021
        […]
        FAZ-Herausgeber Jürgen Kaube benennt in seinem Vorwort einen anderen Motor für ihr Schreiben: ein „reizbarer Überdruss an undurchdachtem Reden, Fühlen und Verhalten“.
        […]
        Hier kann man auch jene Essays aus der Neuen Zürcher Zeitung und der Welt lesen, die sie in den vergangenen Jahren für viele zur Persona non grata gemacht haben, mit ihren Lieblingsthemen Islam und vermeintlich merkelhörige Medien. Ihre polemische Ironie findet sich hier („Ich dachte immer, ich sei liberal, aber im Fernsehen und in der Zeitung sagen sie, ich sei rechts“), ebenso die scharfzüngige Lust an Widersprüchen („Während für meine Kritiker der Missbrauch des Nationalen aber nur den Schluss zulässt, dass man den Nationalstaat abschaffen müsse, bleibt der missbrauchte Islam ganz ungeschoren“). In unseren moralpolitisch aufgeheizten Zeiten meinte der S. Fischer Verlag im vergangenen Jahr sich von seiner gefeierten Autorin nach vierzig Jahren aus weltanschaulichen Gründen trennen zu müssen; prompt sprachen ihr einige den literarischen Rang ab. Auch wenn Maron zum Glück noch einen neuen Verlag fand: Für junge Autorinnen war das eine einschüchternde Mahnung, was bei Abweichungen selbst einer 79-jährigen Erfolgsschriftstellerin im Literaturbetrieb blühen kann.

        Mit ihrem beharrlichen Insistieren auf Mündigkeit und der bestechenden stilistischen Klarheit ihrer Zeitkritik reiht sie sich in allerehrwürdigste Essaytraditionen ein; mit gutem Grund findet man in diesem Band eine zauberhafte Miniatur über ihre Lektüre Heinrich Heines. Am 3. Juni feiert Monika Maron ihren 80. Geburtstag; wir gratulieren und verneigen uns vor einer der wichtigsten und elegantesten unter den großen deutschen Autorinnen.

        https://www.zeit.de/2021/23/monika-maron-was-ist-eigentlich-los-essays-sammlung-rezension

        In der NZZ findet man auch kritische Texte wie diesen über das Relotius-Interview in „Reportagen“ und seine Rezeption:

        Relotius revisited
        Der ehemalige «Spiegel»-Reporter ist zurück – und verbreitet neue Märchen

        In einem vielbeachteten Interview behauptet der Reportagenfälscher Claas Relotius, sein Fall habe nichts mit politischem Framing und der Medienbranche zu tun. Dass ihm nur wenige widersprechen, irritiert.
        Lucien Scherrer 07.06.2021, 05.30 Uhr

        «Sagen, was ist» war das alte Leitmotiv des «Spiegels». Claas Relotius machte daraus «Sagen, was sein sollte».
        Thomas Lohnes / Getty Images Europe
        […]
        Störsender im Kopf oder Lügner?

        Die Reaktionen auf das Interview zeigen, dass Relotius mit seinen Aussagen einige Verwirrung stiftet. Er richtet den Fokus auf seine Person, womit fragwürdige Tendenzen in der Medienbranche in den Hintergrund rücken. So erkennt die deutsche «Welt» in ihm einen «journalistischen Patienten»; die «Süddeutsche Zeitung» attestiert ihm bereits im Titel «seelische Probleme», und die «TAZ» lobt die «schonungslose» Beichte des einstigen Starjournalisten.
        Andere sind weniger nachsichtig – und nennen es «Selbstinszenierung eines Lügners» («Deutschlandfunk»).
        […]
        Relotius selber, so muss man schliessen, kann auch nichts dafür. Denn er hat zwar nach eigenen Worten «riesigen Mist» gebaut, aber eben seit Jahren unter schweren psychischen Problemen gelitten. Er hörte angeblich Stimmen, litt unter Realitätsverlust und irrte einmal eine Woche lang durch einen Hamburger Forst, «um nach einem Störsender zu suchen, der meine Gedanken blockiert und die Kommunikation mit anderen Menschen verhindert».
        […]
        Weshalb Relotius versucht, die Erzählung vom psychisch kranken Einzeltäter in die Welt zu setzen, bleibt genauso offen wie die Frage, ob seine bei «Reportagen» platzierten «Ich-hörte-Stimmen-im-Kopf-Storys» wahr sind. Sicher ist, dass seine Aussagen zum Journalismus und zu seinem angeblich unpolitischen Wirken in vielen Medienberichten ohne Widerspruch bleiben.

        Dabei lieferte Relotius während seiner Glanzzeit genau das, was Vorgesetzte und Teile des Publikums erwarteten: rührselige Storys über vom Klimawandel bedrohte Inselbewohner, über Flüchtlinge und Trump-Wähler, die meist so gut beziehungsweise so böse sind, wie man sie sich in manchen linksliberalen deutschen (Redaktions-)Stuben offenbar vorstellt.

        So hielt der «Spiegel» im Zuge der Aufarbeitung der Relotius-Affäre selber fest, dass der Rahmen mancher Reportagen zuvor festgelegt worden sei. Für eine Geschichte über Migranten in den USA galt es gemäss internen Mails eine verzweifelte «Frau mit Kind» zu suchen, dazu einen Trump-Wähler, der den Grenzwächter spielt und sich «wie Obelix auf die Ankunft einer neuen Legion von Römern freut».

        Besuch bei den «damn good people»

        Welche Weltbilder Relotius’ Texte bestätigen sollten, lässt sich unter anderem in einer Reportage über die Stadt Fergus Falls in Minnesota nachlesen, die über weite Strecken erfunden ist. Die Bewohner, die überwiegend für Donald Trump gestimmt haben, beschreibt Claas Relotius so: Die Männer am Stammtisch tragen mehrheitlich rote Karohemden, sie verdrücken Spiegeleier und reissen Sprüche über den Rock der First Lady (viel zu lang!) und natürlich über die «Kameltreiber» und die «Bohnenfresser».
        […]
        Was sich heute wie eine Satire auf den immer noch populären Haltungsjournalismus liest, soll gemäss Relotius’ Interviewaussagen also ein blosses Zufallsprodukt sein, entstanden aus dem Bedürfnis nach schreiberischer Selbsttherapie. Sollte er mit seinen Beschreibungen moralische Überlegenheitsgefühle in seiner deutschen Leserschaft geweckt haben, so war das nach seiner Logik ebenfalls Zufall.

        Das ist umso unglaubwürdiger, als er sich in seinem Text einfacher Schnittmuster und Klischees bedient, die aus dem politmedialen Diskurs bestens bekannt sind. Donald Trump, der in Fergus Falls direkt verantwortlich sein soll für die Misshandlung eines dunkelhäutigen Jungen, wurde in Europa gerne verantwortlich gemacht für Attacken auf Homosexuelle oder sexuelle Übergriffe auf Frauen – dies auch in Zürich, wo Gemeinderäte aus Protest pinkfarbene Pussyhats strickten.

        Auch Relotius’ Beschreibungen des dumpfbackig-herzlosen Hinterwäldlers, der noch nie einen Fremden gesehen hat und deshalb von diffusen Ängsten geplagt ist, folgen einem bekannten Muster. Es taucht immer dann auf, wenn in der Schweiz oder der EU über Einwanderungsgesetze, Asylfragen oder die europäische Integration debattiert wird, etwa im Zuge der Brexit- oder der MEI-Abstimmung.

        Hauptsache, das Publikum ist gerührt

        Die Realität, das pflegte auch Claas Relotius zu sagen, ist in der Regel kompliziert, widersprüchlich und vielschichtig. Eben diese Einsicht geht verloren, wenn journalistische Neugierde durch Haltung und moralischen Kitsch ersetzt wird. Dass es für diesen Kitsch auch drei Jahre nach dem Relotius-Skandal einen Markt gibt, beweist Relotius in seinem «Reportagen»-Interview gleich selber.
        […]

        https://www.nzz.ch/feuilleton/relotius-revisited-der-ehemalige-spiegel-reporter-ist-zurueck-und-verbreitet-neue-maerchen-ld.1628754

        Eben weil er so deckungsgleich zu den üblichen leitmedialen Stereotypen erfand, konnte er jahrelang sein Unwesen treiben: es paßte ja! Dann wird es wohl stimmen.

        Schönstes Gartenwetter zur Zeit. 🙂

        • So, noch zwei Sachen, die ich heute interessant fand:

          „Freie Universität Berlin entzieht Giffey den Doktortitel

          Der Doktorgrad der ehemaligen Familienministerin sei durch „Täuschung über die Eigenständigkeit ihrer wissenschaftlichen Leistung“ erworben worden, teilt die Hochschule mit.
          https://www.sueddeutsche.de/politik/fu-berlin-giffey-doktortitel-1.5318009

          Nicht nachvollziehbar ist es, dass es zwei Anläufe brauchte, um den Doktortitel zu entziehen! Und ja, mal schauen, ob sie in Börlin noch reüssiert oder nicht.

          „Genossen beantragen Wagenknechts Parteiausschluss

          Sahra Wagenknecht polarisiert – nun eskaliert der parteiinterne Streit mit ihr: Innerparteiliche Gegner haben nach SPIEGEL-Informationen beantragt, sie aus der Partei auszuschließen.
          https://www.spiegel.de/politik/deutschland/sahra-wagenknecht-linken-mitglieder-beantragen-parteiausschlussverfahren-a-3485531b-209d-49fc-84d8-ea857b985343?fbclid=IwAR1HE-2fzuVZjRlrBsviMfd7IRTHZHnlk6u7akxFgDh8drT2n-K-8T5FYiY

          Gut, die Linke ist in identitätspolitischen Zeiten die falsche Partei für Wagenknecht bzw. Wagenknecht ist die falsche Person für die Linke.
          Nun, ich mag ja Wagenknecht sehr und mir tut sie einfach ein bisschen leid und vielleicht wäre es besser für ihre Gesundheit, wenn sie nur noch Bücher schreiben würde und direkte Politik lassen würde, zumal dies ihrer Gesundheit einfach nicht zuträglich ist.

        • Entsprechend viel habe ich geschafft. Und bin es selbst – ein Glück, daß man den Daumen zum Tippen nicht braucht – der ist nämlich echt überfordert nach dem stundenlangen Bedienen der Rasenschere: jetzt erkennt man wieder Beete und das Biotop – aber dazwischen sieht es noch wild aus: da kommt kein Rasenmäher durch. Zwischendurch belohne ich mich immer mit Neuanpflanzungen.

          Was man sonst so lesen muß, ist aber auch ein grausliches Kontrastprogramm: Und täglich grüßt das Murmeltier:

          Damit knüpfe ich an meinen letzten Beitrag zum Thema an:

          „Es ist Wahlkampf, und da wird nun mal „Opposition Research“ betrieben, ohne Rücksicht auf Geschlecht und jenseits von ausländischen Einflüssen.

          Selbst die verbündete taz ist angesichts der Fehler entsetzt:

          Und die nicht lesbare WELT macht jedenfalls deutlich, daß sie wie SPIEGEL & Co. bereit ist, ungünstige Fotos der Kandidatin einzusetzen – wie das beim Kampagnen-Journalismus gegen Laschet gang und gäbe war.

          […]“
          https://gabrielewolff.wordpress.com/2020/10/19/warum-die-presse-versagt/comment-page-33/#comment-93233
          [h]ttps://gabrielewolff.wordpress.com/2020/10/19/warum-die-presse-versagt/comment-page-33/#comment-93233

          Es sind nun nicht mehr nur „rechte Blogger“, die den geschönten Lebenslauf kritisieren. Auch der Tagesspiegel beteiligt sich daran und befleißigt sich plötzlich ebenfalls der Methode, ungünstige Fotos voranzustellen:

          07.06.2021, 16:06 Uhr
          Erst später Büroleiterin in Brüssel
          Neue Ungereimtheit im Lebenslauf von Annalena Baerbock
          Nach zwei Korrekturen im Lebenslauf von Grünen-Kanzlerkandidatin Baerbock wurde ein Detail nun einfach gestrichen. Co-Parteichef Habeck äußert sich einsilbig.

          Steht wegen ihres Lebenslaufs in der Kritik: Annalena Baerbock, Kanzlerkandidatin der Grünen.Foto: Imago/photothek

          Binnen kürzester Zeit ist nun schon die dritte Ungereimtheit im Lebenslauf von Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock aufgefallen. Am Montag wurde auf gruene.de der Tätigkeitsort Baerbocks als Büroleiterin der Europaabgeordneten Elisabeth Schroedter entfernt, wie die „Welt“ berichtet.

          Bis zum Montag stand in ihrem Lebenslauf auf der Website, dass sie von 2005 bis 2008 für Schroedter in Brüssel gearbeitet habe. Nun fehlt Brüssel in der Auflistung.

          Die Ungereimtheit war der „Welt“ dadurch aufgefallen, dass Baerbock auf einer archivierten Version der Website der Europaabgeordneten Schroedter bis August 2007 mit den Tätigkeitsorten Berlin und Potsdam aufgelistet ist. Erst später soll sie dann in Brüssel und Straßburg gewesen sein. Das bestätigte eine Grünen-Sprecherin dem Bericht zufolge auch.
          […]

          https://www.tagesspiegel.de/politik/erst-spaeter-bueroleiterin-in-bruessel-neue-ungereimtheit-im-lebenslauf-von-annalena-baerbock/27262862.html

          Der Rest ist dann verwirrender Nonsense: klarstellend: in den Büros in Berlin und Potsdam bis August 2007 war Baerbock keine Büroleiterin, sondern pflegte lediglich die Website der EU-Abgeordneten Schroedter.
          Und es geht weiter:

          Annalena Baerbocks schwierige Wahrheiten und die Verantwortung der Grünen

          Von Roland Tichy
          Di, 8. Juni 2021

          Jeden Tag fällt ein Eintrag in Baerbocks beeindruckensollender Vita in sich zusammen. Jetzt auch noch die Angabe: “Freie Mitarbeiterin bei der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (2000 bis 2003)“, so steht es jedenfalls beim Abfassen dieses Beitrags noch im Lebenslauf.
          […]
          Wer im Archiv der HAZ stöbert, findet nur ein paar Einträge, kaum ein Dutzend.

          – Februar 2000: Kurzartikel
          – Mai 2000: Bericht der Abiturientin Annalena Baerbock: „Hass auf alles Schulische“
          – Januar 2002: Bericht über TSV Schulenburg
          – Juni 2002: Ein Artikel über Theatergruppe
          – August 2002: Ein Artikel über eine Kirchengemeinde

          Alles brav und harmlos, vor allem wenig.

          „Zeitung in der Schule“

          Das war also die Ausbeute von drei Jahren? Oder hat das Blatt nicht alle Beiträge im elektronischen System abgespeichert? Vielleicht; aber auch ein paar Zeilen mehr machen das schwache Oeuvre nicht fett. Bedeutungsloses bleibt auch im elektronischen System bedeutungslos. Einige Artikel tragen den Zusatz: „Ressort ZiSH“. Der für Nicht-Eingeweihte auf den ersten Blick rätselhafte Zusatz bedeutet, dass der Beitrag im Rahmen der Aktion „Zeitung in der Schule“ verfasst wurde – eine Aktion der Zeitungsverleger, bei der Schüler gemeinsam mit Lehrer und Redakteur kleine Beiträge verfassen. Das also ist ein wesentlicher Teil der Baerbock`schen Medienkompetenz.
          […]

          https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/annalena-baerbocks-schwierige-wahrheiten-und-die-verantwortung-der-gruenen/

          Danisch hat nachgekakt:

          Sie stellte die Weihnachtskrippe der St.-Lucas-Kirchengemeinde in Pattensen vor…
          Hadmut
          10.6.2021 16:32
          Über die journalistische Tätigkeit der Annalena Baerbock.

          Die Hannoversche Allgemeine hat mir auf die Frage geantwortet, wie Annalena Baerbock eigentlich zu ihrem Lebenslauf-Eintrag

          „Freie Mitarbeiterin bei der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (2000-2003)“

          kam, wenn sie doch angeblich als Schülerin tätig war und 2000 Abitur gemacht hat. Datum bisschen nach hinten raus verlängert?
          Antwort der Redaktion:

          „Sehr geehrter Herr Danisch,
          haben Sie Dank für Ihre Anfrage. Sie beantwortet sich allerdings von selbst – aus dem von Ihnen freundlicherweise verlinkten Text. Dort heißt es:

          „Später, ehe sie das Studium in Hamburg zu sehr in Beschlag nahm, porträtierte sie als freie Mitarbeiterin verdiente Sportveteranen aus Dörfern der Region Hannover. Sie berichtete etwa vom Kiesgruben-Open-Air in Banteln und stellte die Weihnachtskrippe der St.-Lucas-Kirchengemeinde in Pattensen vor. Das war für sie ein Heimspiel.“

          Ich interpretiere das jetzt mal so, dass das sonst auch nichts war.

          Ein Studium, in dem sie 4 Jahre für ein 4-Semester-Vordiplom brauchte, nahm sie so sehr in Beschlag, dass sie es nicht mehr schaffte, die enorme Arbeitslast von ungefähr einem Zeitungsartikel pro Halbjahr zu schultern.
          […]

          https://www.danisch.de/blog/2021/06/10/sie-stellte-die-weihnachtskrippe-der-st-lucas-kirchengemeinde-in-pattensen-vor/#more-43458

          Das ist tatsächlich eine maximale Aufblähung von sehr marginalen Sachverhalten – und ehrlich: wer hält Baerbock schon für eine Intellektuelle? Andererseits: wieso meint sie, für eine solche gehalten werden zu müssen, wie es etwa auch das offensichtliche „Gute-Kita-Gesetz“-Schlichtgemüt Franziska Giffey tat mit ihrem nun wegen „Täuschung“ entzogenen Doktortitel von 2009? Beide sind keine intellektuellen Leuchten, wie so viele männliche Politiker auch. Aber Nicht-Akademiker sind als Repräsentanten des Volkes langsam verpönt: das ist das eigentliche Problem.

          Am 8.6.2021 tritt sie die Flucht nach vor an – und auch n-tv wählte ein ungünstiges Foto:

          Dienstag, 08. Juni 2021
          „Das war Mist“
          Baerbock äußert sich erstmals zu Lebenslauf

          „Habe meine Lektion gelernt“, sagt Annalena Baerbock.
          (Foto: picture alliance/dpa)

          Wollte die grüne Kanzlerkandidatin ihren Werdegang ein wenig aufhübschen? Erstmals erklärt sich Baerbock selbst zu den Unstimmigkeiten und wählt dafür einen bezeichnenden Ausdruck: Mist. Die grünen Spitzenpolitiker Habeck und Hofreiter sprechen dagegen von Popanzen und verqueren Debatten.

          Grünen-Chefin Annalena Baerbock hat sich für irreführende Angaben im eigenen Lebenslauf entschuldigt. „Meinen Lebenslauf habe ich knapp und komprimiert veröffentlicht und dabei unwillentlich einen missverständlichen Eindruck erweckt, den ich nicht erwecken wollte“, sagte die designierte Kanzlerkandidatin ihrer Partei in Berlin. „Das war Mist.“

          Baerbock bezog sich insbesondere auf unpräzise Angaben zu Mitgliedschaften in Organisationen. Sie hatte dort noch am Donnerstag unter anderem die Transatlantik-Stiftung German Marshall Fund und das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR aufgeführt. Später wurde die Seite geändert, die Überschrift lautet statt „Mitgliedschaften“ nun „Beiräte, (Förder-)Mitgliedschaften, regelmäßige Unterstützung“. „Das tut mir leid, und es war alles andere als beabsichtigt“, sagte Baerbock. „Es hätte unbedingt einer gründlichen Kontrolle der Angaben bedurft. Das ist meine Verantwortung, und diese Lektion habe ich jetzt, haben wir jetzt gelernt.“

          Brüssel versus Potsdam

          Zur jüngsten Korrektur in ihrem Lebenslauf sagte Baerbock nichts. Wegen ihrer mehrjährigen Tätigkeit als Büroleiterin der grünen Europaabgeordneten Elisabeth Schroedter hatte es Nachfragen unter anderem auch von ntv.de gegeben. Baerbock schrieb in ihrem Lebenslauf, von 2005 bis 2008 in Brüssel für Schroedter gearbeitet zu haben. Auf einer archivierten Website Schroedters, die aus dem Jahr 2006 stammt, steht jedoch eine andere Darstellung. Danach habe Baerbock bis August 2007 lediglich die Büros in Berlin und Potsdam geleitet. [Falsch: sie war lediglich für die Website zuständig.] Erst später war sie dann in Brüssel und Straßburg beschäftigt. Auch diesen Eindruck einer langjährigen internationalen Tätigkeit änderten die Grünen erst nach kritischen Hinweisen auf der Website ihrer Kanzlerkandidatin.

          Am Morgen hatte der Co-Parteichef der Grünen, Robert Habeck, im „ntv Frühstart“ gesagt, dass die Debatte um die wiederholten Anpassungen nun wohl beendet sei. Dabei seien Kleinigkeiten zu Popanzen aufgebauscht worden. Statt von „Korrekturen“ im Lebenslauf sprach er lieber von „Präzisierungen“. „Ich gehe davon aus: nun ist auch gut“, sagte Habeck weiter.
          […]

          https://www.n-tv.de/politik/Baerbock-aeussert-sich-erstmals-zu-Lebenslauf-article22605626.html

          Die Partei hätte also ihre falschen Angaben kontrollieren sollen? Und nun sei alles erledigt? Es gibt bereits weitere Gerüchte über ihre Doktorarbeit, die ein Ghostwriter geschrieben haben soll, die sie nach dem Guttenberg-Fall von 2011 allerdings nicht mehr einreichen wollte, der sie dann aber selber im Jahr 2012 einreichte. Da wird eventuell noch was nachkommen.
          Schon am 8.6.2021 gab es diesen feministischen Einspruch:

          8.6.2021 06:40 Uhr
          Alles Taktik bei den Grünen?
          Nicht jede Kritik an Baerbock ist frauenfeindlich
          Seit Annalena Baerbock Kanzlerkandidatin ist, wird sie misogyn beleidigt. Mit ihrer Verteidigung machen es sich die Grünen aber zu leicht. Ein Kommentar.
          Inga Barthels

          Es war ein flammendes feministisches Plädoyer, das Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt Sonntagabend in der „Berliner Runde“ der ARD zur Verteidigung von Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hielt. Auf die „einzige Frau im Rennen“ werde „draufgehauen“, viele Vorwürfe seien „weit unter der Gürtellinie“.
          Das sei „absurd und unterirdisch“ und entmutige andere Frauen, überhaupt in die Politik gehen zu wollen. Die eigentliche Frage nach Ungenauigkeiten in Baerbocks Lebenslauf war damit vom Tisch – und die Grünen machen es sich so etwas zu leicht.
          […]
          Taktik, um unangenehme Fragen abzuwehren

          Die Grünen tun sich trotzdem keinen Gefallen damit, all das zusammenzuschmeißen und als frauenfeindlich abzustempeln. Im Gegenteil: Wenn jede berechtigte Kritik damit abgewiesen wird, dass Baerbock die „einzige Frau im Rennen“ ist, stellt sich die Frage, ob ihre Aufstellung genau aus diesem Grund erfolgt ist – als Taktik, um unangenehme Nachfragen abwehren zu können.

          Es ist wichtig und richtig, frauenfeindliche Hetze zu bekämpfen und misogyne Muster in Vorwürfen aufzudecken. Gleichzeitig sollten die Grünen legitime Kritik an ihrer Kanzlerkandidatin ernst nehmen und darauf eingehen – im Sinne der Gleichberechtigung.

          https://www.tagesspiegel.de/politik/alles-taktik-bei-den-gruenen-nicht-jede-kritik-an-baerbock-ist-frauenfeindlich/27263962.html

          Da waren sich Tagesspiegel und WELT ausnahmsweise mal einig:

          Der Effekt blieb nicht aus:

          Absturz in der K-Frage
          Umfrage-Schock für Baerbock
          veröffentlicht am 10.06.2021 – 13:26 Uhr

          Dieses Politbarometer erschüttert den Wahlkampf der Grünen und ihrer Spitzenkandidatin Annalena Baerbock (40) heftig. Nach dem schwindenden Zuspruch der letzten Wochen erlebte Baerbock im Politbarometer des ZDF nun einen echten Absturz.

          Umfrage-Schock für Baerbock! Der Umfrage zufolge brach Baerbock in der Wählergunst drastisch ein. In der Frage, wen die Bürger lieber als Kanzlerin oder Kanzler hätten, fiel Baerbock hinter CDU-Chef Armin Laschet (60) und dem jetzigen Vizekanzler Olaf Scholz (62, SPD) zurück. In der Parteipräferenz legten CDU/CSU um vier Punkte auf 28 Prozent zu. Die Grünen mussten drei Punkte abgeben und landeten bei 22 Prozent.

          In der Umfrage erklärten nur noch 28 Prozent der Befragten die Grünen-Kandidatin für kanzlerinnentauglich; beim letzten Politbarometer im Mai waren es noch 43 Prozent. Unions-Kandidat Laschet hingegen bekam mehr Zuspruch: 43 Prozent können ihn sich nun als Kanzler vorstellen – nach 37 Prozent im Mai. Den stärksten Wert verzeichnete SPD-Kandidat Scholz mit 48 Prozent, sechs Punkte mehr als im Mai.
          […]

          https://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/annalena-baerbock-erlebt-umfrage-absturz-nur-noch-28-wollen-gruene-als-kanzlerin-76688784.bild.html

          Auch der SPIEGEL schrieb schneller herunter, als ich mir das vorgestellt hatte:

          Kanzlerkandidatin Baerbock
          Das war’s
          Eine Kolumne von Bettina Gaus
          Annalena Baerbock hat ihren Lebenslauf aufgehübscht, eine vergleichsweise kleine Sünde. Ihre Wahlchancen sind dennoch ruiniert, denn sie hat das Wichtigste verspielt, was sie hatte: ihre Glaubwürdigkeit.
          10.06.2021, 12.29 Uhr

          Selbstverständlich gibt es Wunder. Armin Laschet mag am Tag vor der Bundestagswahl den Grünen beitreten, zeitgleich können Markus Söder und Friedrich Merz beschließen, gemeinsam nach Fidschi auszuwandern. Vorstellbar ist alles. Aber nicht jede Absurdität muss bei einer Analyse berücksichtigt werden. Und wenn man das nicht tun will, dann bleibt übrig: Annalena Baerbock wird es nicht schaffen.

          Ist der Niedergang das Ergebnis von niederträchtiger Berichterstattung? Oder eigene Schuld? Es ist eine Mischung aus beidem.

          Es war vorhersehbar, dass manche Medien Kampagnenjournalismus betreiben würden. Dass sie kleine Fehler der grünen Kandidatin zu einem riesigen Ballon aufblasen und sachliche Aussagen radikalisieren würden. Derlei ist nicht schön, aber erwartbar. Und wer ganz vorn auf der politischen Bühne, sogar auf der weltpolitischen Bühne mitspielen möchte, muss damit umgehen können.

          Das konnte Annalena Baerbock. Sie reagierte gelassen. Und es spricht vieles dafür, dass sich eben doch nicht jede Diskussion über ein kompliziertes Thema in eine provokante Schlagzeile pressen lässt. Beispiel: Der künftige Benzinpreis – bei dem die Regierungsparteien und die Grünen gar nicht so weit auseinanderliegen. [Warten wir mal den Grünen-Parteitag ab, bei dem eine viel höhere Co2-„Bepreisung“ gefordert wird als im Entwurf des Vorstands.]

          Es ist jedoch anzunehmen, dass manche ihr Glück nicht fassen konnten, als sie feststellen durften, wie hilfreich ihnen Annalena Baerbock selbst in die Hand spielte. Wie kann man so blöd oder so eitel oder beides sein , einen aufgehübschten Lebenslauf im Netz stehen zu lassen, bei dem sich alle Gegnerinnen und Gegner einfach bedienen können? Nehmt, was ihr wollt. Ist ja genug da. Wir korrigieren gern auch mehrfach.
          […]

          https://www.spiegel.de/politik/deutschland/kanzlerkandidatin-annalena-baerbock-das-war-s-a-69dfbcc1-a2c9-4a67-8c0a-89f1f4571f95

          Logo hängt der SPIEGEL noch dem grünen Programm an, mit dem schon unsere Schüler indoktriniert werden:

          Und auf Spott von Konservativen reagieren die Medien humorlos:

          https://www.tagesspiegel.de/politik/maassens-baerbock-tweet-nur-ein-ironisches-spiel-so-ein-tweet-ist-ein-richtiger-honeypot-fuer-gruen-linke-hetzer/27261498.html

          Ich hoffe, daß wir uns nicht alsbald wie in den USA wiederfinden:

          Zu alldem gab es einen erhellenden Beitrag von Prof. Wolfgang Merkel:

          8.6.2021 10:35 Uhr
          Von Klima- bis Coronakrise
          Wenn das Moralisieren die Moral verdrängt

          Die Gesellschaft gefährdet sich selbst, wenn sie das Streben nach Pluralismus aufgibt. Über die Dynamik aktueller und bösartiger Polarisierungen. Ein Gastbeitrag.

          Wolfgang Merkel
          – Wolfgang Merkel ist Professor am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) und Senior Scholar am Democracy Institute der Central European University in Budapest

          […]
          Der politische Wettbewerb ist in Europa wie Nordamerika zweidimensional geworden. Auf dem einen Pol der kulturellen Konfliktlinie befinden sich die mit hohem Human- und Sozialkapital ausgestatteten akademisierten neuen Mittelschichten. Sie leben urban, sind ökonomisch privilegiert, folgen einem kosmopolitischen Weltbild.

          Die Streitpunkte: Klima, Gender, Stadt/Land

          Der Nationalstaat ist ihnen Relikt des 20. Jahrhunderts. Sie insistieren auf offenen Grenzen, bevorzugen eine liberale Migrationspolitik, betonen die Gleichberechtigung der Geschlechter und sexueller Präferenzen. Sie legen Wert auf gendergerechte Sprache und Klimapolitik. Ökonomisch zählen sie zu den Begünstigten. Am anderen Pol der Konfliktachse sammeln sich die Kommunitaristen. Sie verfügen über einen geringeren formalen Bildungsgrad, befürworten einen starken Nationalstaat von dem sie strikte Migrationskontrolle, sozialen Schutz und finanzielle Förderung erwarten.

          Gendergerechte Sprache ist ihnen nicht wichtig, Ökonomie rangiert vor Ökologie. Sie neigen eher zu autoritären denn libertären Lebenseinstellungen. Sie zählen zu den weniger Begünstigten unserer Gesellschaft. Manche finden ihre politische Heimat bei den Rechtspopulisten, andere bei linken Traditionalisten.
          Wechselseitige Verachtung wächst

          Beide hier idealtypisch skizzierten Gruppen trennt ein tiefer kultureller Graben. Eine wechselseitige Sprachlosigkeit, Verachtung oder gar Feindschaft befestigt ihre Lager. Woher kommt das? Ein wichtiger Grund liegt in der zunehmenden Moralisierung der Politik. Moralisierung ist nicht Moral.

          Ohne Moral kann es keine gerechte und humane Politik geben.

          Moralisierung dagegen ist eine partikuläre und abwertende Form der Moraläußerung. Sie ist eine selbstgerechte Stilisierung der eigenen moralischen Position, eine Spielart des Egozentrismus, eine moralische Ostentation und Identitätsversicherung, die auf den Ausdruck der eigenen moralischen Überlegenheit verweist. Ein solcher Moralisierungsüberschuss prägt das Lager der linksliberalen Kosmopoliten.

          Die andere Seite laboriert an einem Überschuss von Nationalismus und Traditionalismus. Tradition und Nation versichern ihr eine gewisse Identität. Die semantischen und normativen Brücken zwischen den Lagern sind kaum mehr begehbar. Der neue binäre Code heißt: Wahrheit versus Lüge, Moral versus Unmoral, Wissenschaft versus Leugnung. Der Pluralismus der Werte und Weltsichten wird als Zumutung empfunden. Gegner werden zu politischen Feinden.
          […]
          Die drei vergangenen großen Krisen westlich-demokratischer Gesellschaften haben zwar erhebliche wirtschaftliche und soziale Konsequenzen, wurzeln aber nicht primär im Ökonomischen. Migrations-, Klima- und Coronakrise sind vielmehr vom Ineinandergreifen von Wissenschaft und Moral geprägt. Erstaunlicherweise rationalisierte die Wissenschaft dabei nicht die Moral. Es war umgekehrt: Die Moral moralisierte wissenschaftliche Positionen.

          Damit wurde der Wissenschaft eine wesensfremde Immunisierung angedient. Positionen, die wissenschaftliche Erkenntnisse irrigerweise als absolut setzen und als moralischen Imperativ der Politik suggerieren wollen: „follow the science“ oder „science has told us“. Sie verkennen damit Karl Poppers Prinzip von „trial and error“ ebenso wie das kontingente Wesen demokratischer Entscheidungen.

          Was ist zu tun, um die beginnende Dynamik bösartiger Polarisierung zu brechen?

          Wir müssen die Moralisierung von Wissenschaft und Politik beenden und durch eine Moral der kritischen Selbstreflexion und Verständigung ersetzen. Wir sollten erkennen, dass Wissenschaft nicht Politik ersetzen kann. Abweichungen von wissenschaftsbasierter Evidenz müssen nicht der kognitiven Irrationalität anheimfallen, sondern mögen dem mühsamen Kompromissgeschäft politischer Entscheidungen verpflichtet sein. Diese haben vielfältige Ziele und Interessen zu berücksichtigen. Demokratie braucht Zeit, Toleranz und Dissidenz. Wenn wir das begreifen, werden es die Polarisierung und ihre Freunde schwer haben.

          https://www.tagesspiegel.de/politik/von-klima-bis-coronakrise-wenn-das-moralisieren-die-moral-verdraengt/27262262.html

          Nicht alles an diesem Kommentar stimmt – aber die Tendenz.

          Stattdessen haben wir einen moralisierenden CDU-Ost-Beauftragten Wanderwitz, der mehr schadet als nutzt:

        • @ Gabriele Wolff

          Du schreibst:

          Nicht alles an diesem Kommentar stimmt – aber die Tendenz.

          Ich würde wieder mal sagen, Merkel hat nicht alle Faktoren beachtet oder wieder einmal unterkomplex, was offenbar zu meinem Lieblingswort avanciert. 😉

          Nein, Merkel ist vor allem Politikwissenschaftler und hier fehlt ihm offenbar das soziologische Basiswissen: 🙂

          Kultur ist ja immer auch eine Praktik von Auf- und Abwertung der Menschen. Die Neue Mittelklasse oder Akademikerklasse grenzt sich auch durch ihre kulturellen Praktiken ab, um mehr oder weniger bewusst Distinktionsgewinne zu erzielen:

          „Distinktion (von lateinisch distinctio „Unterscheidung“) ist ein in der Soziologie verwendeter Begriff, mit dem die mehr oder weniger bewusste Abgrenzung von Angehörigen bestimmter sozialer Gruppierungen (z. B. Religionsgemeinschaften, Klassen oder auch kleinerer Einheiten wie etwa Jugendkulturen) bezeichnet wird.

          (…)

          Rückgreifend historisch-soziologisch wurden diese Mechanismen erstmals für die Feudalgesellschaft des 16. bis 19. Jahrhunderts untersucht: Norbert Elias beschreibt die Tendenz des Adels zur ständigen Verfeinerung der „Sitten“ als soziale Strategie, sich von dem aufstrebenden und ihn nachahmenden Bürgertum abzugrenzen, und in der Folge als wesentliche Triebfeder der heutigen Ausprägungen menschlicher Selbstdarstellungen und Umgangsformen.

          Pierre Bourdieu legt in einem seiner Hauptwerke Die feinen Unterschiede (Original: La distinction, 1979)[1] eine „Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft“ vor, indem konkrete Ausprägungen von Geschmacksvorlieben (bezogen auf Kunst, Musik, Möbel, Essen, Trinken, Reisen etc.) als Folge des jeweiligen sozialen Status anzusehen sind; wichtigste Triebfeder ist hier wiederum der Wille zur Abgrenzung, zur Distinktion von anderen (z. B. sozial schlechter gestellten) Personen oder Gruppen. Dabei setzen meist die Oberschichten die Standards für die jeweils hoch geschätzten Lebensstile (vgl. auch Standesdünkel).“

          https://de.wikipedia.org/wiki/Distinktion_(Soziologie)

        • Dann trifft es unser 1-Satz-Philosoph ja:

          😉

  6. Weiter mit Covid-19:

    Warum die Presse versagt


    [h]ttps://gabrielewolff.wordpress.com/2020/10/19/warum-die-presse-versagt/comment-page-33/#comment-93230

    Am 7.6.2021 gab es kein Covid-19 mehr:

    Es gab 1.796 Intensivpatienten, was eine 7%ige Auslastung der Kapazität ausmachte.

    Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI heute Morgen bundesweit bei 24,3. Am gestrigen Sonntag hatte das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 24,7 angegeben, am Montag vergangener Woche mit 35,1.

    Brandenburg liegt bei 13. Mein Landkreis bei 7.
    https://www.swp.de/panorama/corona-zahlen-deutschland-aktuell-heute-rki-inzidenzwert-07-06-2021-karte-dashboard-inzidenz-neuinfektionen-bw-bayern-berlin-brandenburg-sachsen-nrw-57242863.html

    Unsere Macher und Strategen alarmieren angesichts der flächendeckenden Lockerungen weiterhin:

    Während die Impfkampagne durch den ÖRR weiter repressiv durchgesetzt wird:

    Unsere TV-Alarmisten schrillen weiter – gerne in Bezug auf gar nicht betroffene Kinder:

    Glückliche republikanisch regierte US-Bundestaaten! Schließlich ist die Reaktion auf Covid-19 politisch:

    Florida hatte sämtliche Einschränkungen bereits im September 2020 aufgehoben: konsequenzlos.

    Bei uns gehen die Lockerungen ihren zäh-bürokratischen Gang – die aber den Lehrergewerkschaften, deren grüne Lehrer sich nicht impfen lassen wollen – viel zu weit gehen:

    Erfreulich der Widerstand gegen Impfpässe in den USA, die von vielen republikanischen Staaten verboten werden. Und die in kontrollwütigen Democrats-Staaten nicht funktionieren:

    Und auch die mangelnde Kinderansteckung gegen den nun mehrfach widerlegten Drosten ist nun belegt:

    Was seine sonstigen negativen Einschätzungen angeht:

    Man muß wohl schon ein Nerd sein, um über alle diese entgegenstehenden Erkenntnisse hinkwegzugehen.

    • Zuenehmend erfreulich ist, wenn jedermannfraudivers sich mit eigenen Feststellungen stabile Erkenntnisse verschaffen konnte.
      Im Kampf gegen Covid-19 hat zur Begleitung nur noch preußische Marschmusik gefehlt, denn man fühlte sich durchaus in einem Kriegszustand gegen unsichtbare Feinde, die eigentlich auch nur ein Lebensrecht erkämpfen wollten und – falls diese in ihrer DNA auch musikalische Gene besitzen sollten – das Lied zumindest spüren könnten: „Schön ist es auf der Welt zu sein“.
      Diese Erforschung wäre tolles Metier und Pläsier für Herrn Drosten.

      Wir erhielten nun schon über ein ganzes Jahr lang tagtägliche „Frontberichte“ mit Mehrstellig-Zahlen von (angeblich) Covid-19-Infektionen – impliziert als „Verwundete“ und (angeblich) Covid-19-Verstorbene – impliziert als „Gefallene“.
      Zum nächtlichen Ausgangsverbot konnte ich mir vorstellen, wie erwärmend es für Nachbarschaften in eigener Wohnumgebung ein Trompetenblasen zum Zapfenstreich wäre – aber Preußen existiert nicht mehr.

      Bayern dagegen war nie preußisch und geht auch derzeit seinen eigenen Dickschädelweg:
      Mit einer Strafversetzung wurde ein kritischer Arzt und Epidemiologe als Leiter eines Gesundheitsamtes seines Amtes enthoben.
      Mit fachlicher Kompetenz kann er nicht nur Covid-19, die zumeist Wirkungslosigkeit von PCR und Antigenschnelltests erklären, sondern hat auch eine neue Diagnose gefunden: „Panikdemie“

      https://reitschuster.de/post/wir-werden-hier-den-kindern-mehr-schaden-als-es-sich-einige-ueberhaupt-vorstellen-koennen/

      • Ein vernünftiger Mann, dieser Dr. Pürner!

        „Wir werden hier den Kindern mehr schaden, als es sich einige überhaupt vorstellen können.“ Ex-Gesundheitsamtschef Friedrich Pürner rechnet ab
        • VERÖFFENTLICHT AM 12. Apr 2021

        Von Christian Euler
        Friedrich Pürner lässt sich nicht den Mund verbieten. Im Herbst 2020 war der damalige Leiter des Gesundheitsamtes im Landkreis Aichach-Friedberg an das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Oberschleißheim abgeordnet worden, nachdem er die Corona-Politik der bayerischen Staatsregierung kritisiert hatte. Im Gespräch mit Reitschuster.de erklärt der Facharzt und Epidemiologe, warum er die Pandemie für beendet hält und was er Kanzlerin Merkel raten würde.

        Herr Pürner, haben Sie Angst vor einer Corona-Infektion?
        Friedrich Pürner: Nein, ich habe keine Angst. Warum auch? Die meisten Infektionen verlaufen wie eine Erkältung. In meinem Alter (53) und ohne Vorerkrankungen des Immun- oder des Herz- Kreislaufsystems habe ich wenig zu befürchten. Ich vertraue sehr auf mein Immunsystem und auch auf die Wahrscheinlichkeit. Und nach dieser Wahrscheinlichkeit schaut es ziemlich gut für mich aus. Wir sollten alle wieder lernen, Risiken besser einzuschätzen. Angst ist dabei ein schlechter Berater.

        Können Tests überhaupt eine Erkrankung feststellen?
        Weder PCR- noch Antigenschnelltests können eine akute Erkrankung auf COVID-19 feststellen. Beide Verfahren liefern lediglich einen Hinweis. Letztendlich bedarf es aber eines Arztes, um eine Krankheit feststellen zu können. Ein bloßer Labornachweis oder ein Schnelltest haben in diesem Zusammenhang sehr wenig Aussagekraft. Man muss sich die Menschen schon auch noch anschauen, um eine Erkrankung diagnostizieren zu können. Leider ist dieses Basiswissen seit Corona völlig in Vergessenheit geraten.
        […]
        Müssen Kinder Masken tragen?
        Kinder nehmen nicht überproportional am Infektionsgeschehen teil. Ich halte das Tragen von Masken im öffentlichen Raum grundsätzlich für völlig falsch. Das gilt besonders für die Kleinen, zumal es noch keinen einzigen wirklichen Beweis für den Nutzen des Maskentragens im öffentlichen Raum gibt – also in den öffentlichen Verkehrsmitteln, in Geschäften, in Supermärkten, in Restaurants, in Schulen und natürlich auch im Freien. Welche Maßnahmen und Verordnungen tatsächlich einen Nutzen haben, wissen wir eben nicht. Bei Kindern sehe ich das besonders problematisch. Sie werden völlig unnötig verängstigt und man suggeriert ihnen, dass sie ein Teil des Problems sind. Das geht mir bei einem respiratorischen Erreger, wie es SARS-CoV-2 nun mal ist, entschieden zu weit. Wir werden hier den Kindern mehr schaden, als es sich einige überhaupt vorstellen können. Kindern ohne einen triftigen Grund inmitten ihrer geistigen Entwicklung solche Maßnahmen und so eine Verantwortung aufzubürden, halte ich für höchst bedenklich. Ich frage mich, wo der Aufschrei der Kinderärzte, Psychologen und Pädagogen bleibt.
        […]
        Was würden Sie Angela Merkel vor der nächsten Entscheidungsrunde raten?
        Frau Merkel sollte einmal andere Berater zu sich bitten und diese dann auch ausführlich anhören, ohne bereits eine vorgefasste Meinung zu haben. Ich bin mir sicher, dass sie das kann. Es kann doch nicht ihr tatsächlicher Wille sein, ein derart negatives Erbe zu hinterlassen. Das hat sie im Übrigen auch überhaupt nicht verdient. Ich denke, sie ist auf ihre Berater und Experten hereingefallen und nun gibt es keinen Ausweg mehr. Das ist natürlich falsch, denn es gibt immer einen Ausweg. Man muss nur dazu bereit sein. Kritiker werden aber derzeit regelrecht diffamiert und abgekanzelt. So kann kein Dialog in einer Demokratie stattfinden. So werden sich nur die durchsetzen, die am lautesten schreien und andere zu Boden ringen. Diejenigen, die immer nur das schlimmste Szenario aufzeigen, finden Gehör. Andere werden verspottet. Wer aber ständig droht, der wird irgendwann nicht mehr ernst genommen. Und wer stets viele Prognosen auswirft, der wird auch irgendwann mal Recht haben. Wie der Schuss mit einer Schrotflinte: Eine kleine Kugel wird auch mal ihr Ziel treffen. Das hat aber nichts mehr mit Wissensaustausch oder fachlicher Diskussion zu tun. Das ist dann nur noch Zufall.

        Wann ist die Pandemie zu Ende?
        Die Pandemie ist bereits zu Ende. Sie wird nur künstlich durch das Spiel der Zahlen samt ständiger Angstmacherei und Drohungen aufrecht erhalten. Wenn eine Pandemie derartige Einschränkungen und Drohkulissen braucht, um die Bürger davon zu überzeugen, dann ist es keine Pandemie mehr.
        […]
        Im Mai erscheint Ihr Buch „Diagnose Panikdemie“. Was ist Ihre Botschaft?
        Ich möchte in meinem Buch erklären, wie es zu dieser Situation, in der wir nun sind, überhaupt kommen konnte. Wie Reflexe eventuell die falschen Maßnahmen auslösen und gewisse Verzahnungen zwischen Politik, Beamtentum und Medizin eher hinderlich in einer Krise sein können. Zudem möchte ich dem Leser die Angst vor Corona nehmen. Ich möchte diese Erkrankung da einordnen, wo sie hingehört.

        https://reitschuster.de/post/wir-werden-hier-den-kindern-mehr-schaden-als-es-sich-einige-ueberhaupt-vorstellen-koennen/

        Es kam bekanntlich anders, denn es kam die komplett überflüssige „Bundesnotbremse“ am 23.4.2021.

        Und noch’n Buch des leider Maskenfans:

        Ein „Impffan“ klärt auf
        Der Virologe Hendrik Streeck berichtet in „Hotspot“ über Covid-19 und die Folgen
        Von Thorsten Paprotny

        Neben Christian Drosten gehört Hendrik Streeck, Direktor des Instituts für Virologie am Universitätsklinikum Bonn, zu den bekanntesten Experten eines Fachgebiets, das in Deutschland vor der Corona-Pandemie nur wenig öffentlich wahrgenommen wurde. Die beiden Virologen sind mittlerweile als prominente Gesichter diesseits und jenseits der Kontroversen, die sich im Lauf der bleibend besonderen Zeit ergeben haben, auch oft persönlich angefeindet worden.

        Professor Streeck, ein international renommierter Aids-Forscher, berichtet in seinem Buch anschaulich, präzise und verständlich über den Gang der Corona-Ereignisse, die bis heute die Welt in Atem halten. Zudem liefert er sach- wie fachkundig virologische Einsichten, die auch zu einer Entdämonisierung der Covid-19-Erkrankung beitragen können.

        Wenn eines Tages die Geschichte dieser Ausnahmesituation wissenschaftlich dargelegt wird, könnte auch der von Streeck genannte Begriff „Infodemie“ Beachtung finden, nämlich die Instrumentalisierung und öffentlichkeitswirksame Verbreitung von furchteinflößenden Bildern. Streeck stand in Kontakt zu den Kollegen in Wuhan, als über die sozialen Medien „Szenen, die das chinesische Staatsfernsehen nicht zeigte“, verbreitet wurden:

        „Doch viele Bilder waren falsch. Die Menschen, die umkippten, starben nicht an dem neuen Virus; es waren zum Teil alte Aufnahmen und der Grund zum Beispiel ein Herzinfarkt. […] Aber wer wusste schon, was stimmte oder nicht. Hier begann bereits eine Infodemie, die sich durch die gesamte Coronakrise ziehen sollte.“

        An spektakulären, angstmachenden Stories fehlt es nicht, die zugehörigen Fotos machten sprachlos. Auch viele Zeitgenossen, die sich der Gefährlichkeit der Krankheit bewusst sind, sehen die Berichterstattung über die Pandemie heute skeptisch. Von Sensationsgier und -lust scheinen auch öffentlich-rechtliche Medien nicht gänzlich frei gewesen zu sein. SARS-CoV-2 war für Wissenschaftler anfangs „schwer einzuschätzen“: „Aus China kamen Bilder Schwerstkranker auf Intensivstationen, Wuhan wurde unter Quarantäne gestellt. Je mehr dieser Bilder und Meldungen von schweren Verläufen die Menschen erreichten, umso größer wurde die allgemeine Unsicherheit.“ In Deutschland wie in Europa bestand ein Maskenmangel. Masken wirken gegen die „Aerolisierung“, schützen den Träger, wenn „die Verteilung von Virusmaterial durch kleinste Luftpartikel“ erfolgt. Auch ein weiteres Problem benennt Streeck, die Schuldfrage und, damit verbunden, die Stigmatisierung der Infizierten:

        „Dieses Phänomen, nicht den Erreger als den Feind zu erkennen, sondern die Infizierten dazu zu machen, ist eine alte traurige Verhaltensweise des Menschen. Bei der Pest sollten es die Juden gewesen sein, und HIV-Infizierte haben weltweit immer noch mit Stigmatisierung und Diskriminierung zu kämpfen.“

        Diese vergleichende Reihung wirkt indessen – und nicht nur rhetorisch – übertrieben. Am Anfang der Pandemie stellten sich Fragen nach den Bedingungen der Ausbreitung des Infektionsgeschehens, nach den Symptomen, nach der Immunität und nach den Reaktionen des Immunsystems. Streeck fuhr am 3. März mit etlichen Kollegen nach Heinsberg: „Wir hatten das Gefühl, in die rote Zone zu fahren, in einen Sturm, obwohl es eigentlich ganz ruhig war. […] Die Straßen wirkten verlassen und wie unter einer Glocke.“ Impertinente Medienvertreter hatten die kleine Stadt bereits wieder verlassen.

        SARS-CoV-2 gehört zu den „respiratorischen Viren“. Streeck klärt darüber auf:

        „Die Virologie unterscheidet zwischen behüllten und unbehüllten, also nackten Viren, wobei die nackten Viren häufiger durch Schmierinfektion übertragen werden. Beispiele dafür sind das Rotavirus oder Norovirus. Von diesen beiden Viren kennt man die Schmierinfektion nur zu gut. […] SARS-CoV-2 ist jedoch ein behülltes Virus. Vereinfacht gesagt, kann man es sich vorstellen wie einen mit Öl umhüllten Wassertropfen; wenn er mit Seife in Berührung kommt oder austrocknet, wird er zerstört.“
        […]
        Hendrik Streeck plädierte früh für eine „Faktenbasis“ und erklärte: „Wir müssen lernen, mit dem Virus zu leben.“ Eine Erkenntnis seiner Studien lautet: „Die sozialeren Menschen infizieren sich eher als die Menschen mit weniger Sozialkontakten.“

        Eine erregte Debatte begann, als Streeck mit Blick auf die Heinsberg-Studie sagte, „dass das Virus nicht so tödlich sei wie befürchtet“. Politische Kontroversen nahmen Fahrt auf, die Protestbewegungen gegen die Corona-Maßnahmen sammelten sich. Streeck schreibt, er sei anfangs naiv im Umgang mit den Medien gewesen:

        „Jede Information, die dazu führen könnte, die harten Lockdownmaßnahmen infrage zu stellen, war schlichtweg nicht willkommen. […] Ich wollte Fakten schaffen – um als Teil des Puzzles aus vielen Studien und Forschungsergebnissen im Zusammenhang mit SARS-CoV-2 zu einem besseren Verständnis des neuartigen Virus zu verhelfen.“
        […]

        https://literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=27973

        Bei einer Inzidenz von 22,9 und weiteren positiven Nachrichten:

        [Thread]

        fragt man sich, wieso der nationale Notstand nicht einfach am 30.6. auslaufen soll?

        • Ich greife diese Aussage von Dr. Pürner auf:

          „Ich möchte in meinem Buch erklären, wie es zu dieser Situation, in der wir nun sind, überhaupt kommen konnte. Wie Reflexe eventuell die falschen Maßnahmen auslösen und gewisse Verzahnungen zwischen Politik, Beamtentum und Medizin eher hinderlich in einer Krise sein können.“
          https://reitschuster.de/post/wir-werden-hier-den-kindern-mehr-schaden-als-es-sich-einige-ueberhaupt-vorstellen-koennen/

          Ich ergänze: zur „Verzahnung“ gehören ganz unbedingt auch die Medien, social media wie auch die Leitmedien – wie in einem Brennglas sieht man das an der Laborthese zum Ursprung der Pandemie, zu der ich zuletzt hier schrieb:

          https://www.spiked-online.com/2021/05/31/has-facebook-unwittingly-become-a-shill-for-china/

          „Allerdings ist es um die Freiheit der Wissenschaft nicht besonders gut bestellt: auch dort herrscht group think, befeuert durch Medien und selektive Auswahl durch Regierungen.
          Hier die neueste Ausrede von der WaPo (vom 30.5.2021), warum sie ein Jahr lang von Verschwörungstheorie gefaselt hatte, wenn es um die Laborthese ging:

          Beware of ‘expert’ consensus. The covid-19 lab leak theory shows why.
          Opinion ● By Megan McArdle ● Read more »

          Aha. Die „Wissenschaftsfront“ war also schuld.

          Noch niveauloser rechtfertigt sich ABC:

          Ein wenig Selbstkritik scheint die NYT zu üben:“

          https://gabrielewolff.wordpress.com/2020/10/19/warum-die-presse-versagt/comment-page-32/#comment-93187
          [h]ttps://gabrielewolff.wordpress.com/2020/10/19/warum-die-presse-versagt/comment-page-32/#comment-93187

          Dazu wurde in den USA viel ausgegraben, und daß Dr. Fauci ein Fan der „gain of function“-Forschung war und ist, bei der Viren gefährlicher gemacht werden, um Gegenmittel zu finden, steht nun Schwarz auf Weiß fest:

          Die WaPo blieb bei ihrem 180-Grad-Schwenk von „Verschwörungstheorie“ zur Forderung einer vollen Untersuchung:
          WaPo vom 31.5.2021:

          Leading scientist says that without a full investigation of lab leak theory, the world will face ‘covid-26 and covid-32’
          By Steven Zeitchik ● Read more »

          Das Umschwenken fand auf breiter Front statt – außer bei uns, wo das Thema eher verschwiegen wird. Die „Fehlerkultur“ im deutschen Rechthaberei-Journalismus ist kläglich unterentwickelt:

          Bei TE gibt es natürlich einen entsprechenden Artikel:

          Kicher! Es hat sich also gar nichts geändert außer der Haltung der WaPo. 😉

          Diese Einschätzung ist korrekt.

          Womöglich änderten die Medien ihre Einstellung, weil immer mehr dieser politisierenden „Wissenshaftler“ von echten Wissenschaftlern angegriffen werden und Erstere als Lügner dastehen? Dieselbe Entwicklung wünsche ich mir übrigens für die politisierten „Klimawissenschaftler“ und ihren Alarmismus-Modellen bis zum Jahr 2100. 😦

          Diese mittlerweile sogar auf „Wokeness“ rekurrierenden Wissenschaftler verbreiten nun mal Lügen:

          [Nachweise im Thread]

          Da Fledermausviren nicht so einfach auf Menschen überspringen, wird ein tierischer Zwischenwirt für Covid-19 dringend gesucht – bislang wurde aber keiner gefunden. Dazu fabulierte Christian Drosten frei herum – ohne einen einzigen Anhaltspunkt zu haben…

          Und dann platzte die Bombe: per Gerichtsentscheidung erzwang BuzzFeed die Herausgabe von natürlich schwer redigierten Fauci-Emails, deren Herausgabe seine Behörde (NIH/NIAID) stur verweigert hatte. Das Skandal-Organ, das schon das aus Fiktionen bestehende Steele-Dossier über angebliche russische Kontrolle von Trump nahezu kommentarlos veröffentlicht hatte, machte aber nicht allzuviel daraus:

          […]

          Nun, wer quält sich schon durch 3.000 Seiten maßgeblich geschwärzter E-Mails?

          Die Wissenschaftkritiker tun es – und finden rauchenden Colt:

          Da wird es Fauci am 31.1.2020 von dem vertrauten Kollegen Kristian G. Andersen unter die Nase gerieben, daß ein Teil der Sequenz des Covid-19-Virus „manipuliert“ wirke.

          […]

          Mein Tip: eher Cover-Up als bessere neue Erkenntnis: denn die manipulierte Stelle ist mittlerweile identifizert worden.

          Logo wußte er, der „Gain of Function“-Forschung befürwortete, die Obama 2014 ausgeschlossen hatte, auch deren Finanzierung im Ausland, daß er just jene Forschung über Daszak und seine EcoHealth Alliance, die das Wuhan-Labor finanziell unterstützt hatte, überhaupt erst ermöglicht hatte.

          Ja, Fauci ist ein Lügner mit eigener Agenda.

          Jener Daszak veranlaßte Drosten, im Februar 2020 ein Pamphlet in der Zeitschrift „Lancet“ zu unterzeichnen, in der die Laborthese als Verachwörungstheorie bezeichnet wurde.

          Was machte CNN aus diesen E-Mail-Veröffentlichungen?

          Die NZZ folgt dem Trend und zitiert lediglich, wie die WaPo die E-Mails auswertet (es ist im schnellebigen Journalismus ja auch zu aufwendig, die E-Mails selber auszuwerten):

          Der E-Mail-Verkehr des Virologen Fauci: «Alles ist gut, bis auf ein paar verrückte Leute in der Welt»

          Die «Washington Post» hat den E-Mail-Verkehr des führenden amerikanischen Virologen Anthony Fauci aus der Zeit des Beginns der Pandemie veröffentlicht. Der vorsichtige Mediziner war für Trump und seine Anhänger zur Zielscheibe bei der Corona-Bekämpfung geworden.
          Elena Panagiotidis 02.06.2021, 10.49 Uhr

          Mit Beginn der Pandemie ist im vergangenen Jahre eine neue Berufsgruppe in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt: die Virologen. In manchen Staaten standen und stehen sie oft Seite an Seite mit einer Regierung, die sich meist dankbar an ihrer wissenschaftlichen Expertise orientierte. Dennoch polarisieren sie auch. Während die einen sie fast kultisch verehren, machen die anderen sie für alle Zumutungen, die das Virus gebracht hat, persönlich verantwortlich.

          https://www.nzz.ch/international/alles-ist-gut-bis-auf-ein-paar-verrueckte-leute-in-der-welt-ld.1628266?kid=nl166_2021-6-2&trco=&mktcid=nled&ga=1&mktcval=166_2021-06-02&reduced=true

          Immerhin schrieb sie am 3.6.2021 im Newsletter wie auch auf der Plattform:

          Wie die Laborthese zum Ursprung der Pandemie zu beweisen wäre

          Das ist passiert: Die Behauptung, das neue Coronavirus sei nicht in der Natur auf den Menschen übergesprungen, sondern aus einem chinesischen Labor in Wuhan entwichen, hat Hochkonjunktur. Doch Indizien reichen nicht aus – nur eine rigorose Untersuchung kann Klarheit bringen. Man müsste in dem Labor nach biologischen Spuren des Virus suchen und Datenbanken und Laborjournale auf Hinweise durchforsten. Zum Bericht

          Das ist der Hintergrund: Beim Wort Laborthese denken wohl die meisten an ein von skrupellosen Forschern fabriziertes Virus, das willentlich oder durch Unfall in die Umgebung gelangt. Daneben gibt es laut Fachleuten noch ein anderes, viel banaleres Szenario: Forscher könnten das Virus von aussen ins Labor gebracht haben, von wo es dann – zum Beispiel über eine unerkannte Infektion – in die Umwelt gelangte.

          Das sagen die Experten: Mit einem Brief in der Zeitschrift «Science» hatten Wissenschafter im Mai mehr Aufklärung gefordert. Das schlug hohe Wellen und gab Spekulationen über einen Laborunfall neuen Auftrieb. Zwei der 18 Unterzeichner waren Richard Neher und Erik van Nimwegen vom Biozentrum der Universität Basel. Warum haben sie den Brief unterschrieben? Zum Interview

          Ein Brief mit Folgen: Forscher forderten, den Ursprung von Sars-CoV-2 genauer zu untersuchen
          Die Forderung nach mehr Aufklärung schlug hohe Wellen und gab Spekulationen über einen Laborunfall in Wuhan neuen Auftrieb. Zwei Forscher von der Universität Basel erklären, was sie dazu bewogen hat, den Brief zu unterzeichnen.
          Lena Stallmach 03.06.2021, 05.25 Uhr

          In den USA erreichte die Debatte über den Ursprung der Pandemie kürzlich einen neuen Höhepunkt. Im Zentrum steht der Verdacht, dass Sars-CoV-2 aus einem Labor in Wuhan entwichen sein könnte. Bis anhin gibt es dafür keine handfesten Indizien. Jedoch hat ein Brief von 18 Wissenschaftern in der Zeitschrift «Science» neuen Schwung in die Sache gebracht. Mitte Mai forderten sie, dass der Ursprung des Virus genauer untersucht werden müsse.

          https://www.nzz.ch/wissenschaft/ein-brief-mit-folgen-forscher-forderten-den-ursprung-von-sars-cov-2-genauer-zu-untersuchen-ld.1628188?kid=nl164_2021-6-2&ga=1&mktcid=nled&mktcval=164_2021-06-03&reduced=true

          Mehr ist leider nicht zu lesen – aber es gibt überhaupt etwas zu lesen: glückliche Schweiz, denn außer USA-Forschern waren die Forscher aus Basel die einzigen Europäer, die diesen Aufruf unterschrieben:

          https://science.sciencemag.org/content/372/6543/694.1

          Traut sich so etwas bei uns keiner mehr? Ist das Group Think schon derart massiv verbreitet?

          Am 3.6.2021 textete die WaPo:

          A scientist adventurer and China’s ‘Bat Woman’ are under scrutiny as coronavirus lab-leak theory gets another look
          By Eva Dou and Lily Kuo ● Read more »

          Der wissenschaftliche Abenteurer war gewiß Daszak, der die „Bat Woman“ vom Wuhan-Labor dank der Finanzierung durch Fauci finanzierte. Aber dieses Manöver lenkte nur von der eigentlichen politischen Zielrichtung ab: Fauci:

          Top GOP Lawmakers Demand Unredacted Fauci Emails, Want Him to Testify in Congress
          By Jack Phillips
          June 3, 2021 Updated: June 3, 2021

          Top House GOP lawmakers are now demanding the unredacted communications from Dr. Anthony Fauci, the head of the National Institute of Allergy and Infectious Diseases, relating to the COVID-19 pandemic and called on him to testify after thousands of his emails were released to the public this week.

          House Republican Whip Steve Scalise (R-La.), the top Republican on the House Select Subcommittee on the Coronavirus Crisis, and House Oversight Committee Ranking Member James Comer issued a letter to top committee Democrats and said it is “now imperative that Dr. Fauci come before our Committees to provide information related to the origins of the novel coronavirus as well as the U.S. government’s role in funding research that may have contributed to the development of the novel coronavirus.”
          […]
          The two Republicans argued House Democrats’ “continued inaction while facing mounting evidence of the CCP’s malicious conduct is concerning,” referring to the Chinese Communist Party.
          […]
          During interviews with CNN and MSNBC on Thursday, Fauci said that an email he received from the EcoHealth Alliance, which was provided a U.S. grant to conduct research at the Wuhan lab, has been misconstrued.
          “That’s nonsense,” Fauci responded when asked about whether he had a cozy relationship with researchers at the Wuhan lab. “I don’t even see how they get that from that email.”

          “I have always said, and will say today to you … that I still believe the most likely origin is from an animal species to a human, but I keep an absolutely open mind that if there may be other origins of that, there may be another reason, it could have been a lab leak,” Fauci continued. “I believe if you look historically, what happens in the animal-human interface, that in fact the more likelihood is that you’re dealing with a jump of species. But I keep an open mind all the time. And that’s the reason why I have been public that we should continue to look for the origin.”

          Thousands of Fauci’s emails were released earlier this week via a Freedom of Information Act (FOIA) request, which suggested that his team scrambled in early 2020 to respond to public reporting about the virus leaking from the Wuhan Institute of Virology. Those emails suggested that officials were concerned with prior U.S. involvement with the laboratory.

          Both Fauci and National Institutes of Health (NIH) Director Francis Collins have both denied funding “gain of function” research, or experiments aimed at increasing the transmissibility or virulence of a virus, at the lab in Wuhan. However, documents show about $600,000 of a grant given to the EcoHealth Alliance was channeled to the Wuhan Institute of Virology to research coronavirus in bats in 2014.
          […]

          https://www.theepochtimes.com/mkt_morningbrief/top-gop-lawmakers-demand-unredacted-fauci-emails-want-him-to-testify-in-congress_3843374.html?utm_source=morningbriefnoe&utm_medium=email1&utm_campaign=mb-2021-06-04&mktids=45f0bea289e396d3587938fd13ae3df3&est=7%2F56Lsp4ned6Tg86GQNRL0BjPxnhbNaXLzHpki2sGGIX3gsyVjlm32XeSVhDOk90qvt1HQ%3D%3D

          Und schon beeilte sich die WaPo, die Demontage des Democrats Idols Fauci zu verhindern:
          6.6.2021

          Trump and his allies try to rewrite, distort history of pandemic while casting Fauci as public enemy No. 1
          By Matt Viser and Yasmeen Abutaleb ● Read more »

          Das wird nun nicht mehr gelingen. Der Lügenbaron ist erledigt.

          Denn nun hat hat auch Judicial Watch per Gerichtsbeschluß E-Mails veröffentlich können:

          US Gave More Money to Chinese Lab for Bat Research Than Fauci Claimed: Documents
          By Zachary Stieber
          June 5, 2021 Updated: June 5, 2021
          […]
          Internal emails from officials with the National Institutes of Health and an office inside the agency, the National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID), show they discussed in 2020 a question from Republican members of Congress regarding how much the agencies sent to the Wuhan Institute of Virology.
          The total amount sent between Fiscal Years 2014 and 2019 was $826,777, according to the officials.

          The funding went to EcoHealth Alliance [Daszak], which channeled money to the lab for the purpose of “understanding the risk of bat coronavirus emergence.”
          The total amount is different from the amount that Dr. Anthony Fauci, director of NIAID, told members of Congress the Wuhan lab received from the U.S. government.
          “We had a modest collaboration with respectable Chinese scientists who are world experts on coronavirus and we did that through a subgrant from a larger grant to EcoHealth. The subgrant was about $600,000 over a period of five years,” Fauci told members of the House Appropriations Committee during a hearing last month.
          […]
          The newly released emails show one chain involving Fauci in April 2020. In it, a top NIAID official, Dr. Emily Erbelding, informed Fauci and others that a new grant to EcoHealth was for $3.6 million. Of that, about $750,000 would go to the Wuhan lab. About $75,000 had already been sent to the lab during year 1 of the grant, she said.

          “This is higher but not extraordinarily higher than I originally indicated which was for some earlier work,” Hugh Auchincloss, another agency official, wrote to Fauci, who responded, “Thanks.”

          In another message around the same time, Fauci and National Institutes of Health Director Francis Collins were informed by health officials that the White House “has strongly embraced concerns” raised by Rep. Matt Gaetz (R-Fla.) regarding the U.S. funding for the bat coronavirus research in China.

          “HEADS UP: Wuhan lab research,” Lawrence Tabak wrote, labeling the email as “high” importance.

          Fauci and Collins were told that the multi-country study in question, which included sites in China, Thailand, Cambodia, Laos, Vietnam, Malaysia, Indonesia, and Burma, was given $3.7 million over six years and that the Wuhan lab received approximately $826,300 and would get about $80,000 more per year for the following four years.
          “More by phone,” Tabak said.
          https://www.documentcloud.org/documents/20798018-nihniaid-emails-obtained-by-judicial-watch

          The emails were obtained through a Freedom of Information Act request by Judicial Watch.

          “These new documents show that funding for the Wuhan Institute was greater than the public has been told,” Tom Fitton, president of the watchdog, said in a statement. “That it has taken a year and a federal lawsuit to get this first disclosure on COVID and Wuhan is evidence of cover-up by Fauci’s agency.”
          […]

          https://www.theepochtimes.com/mkt_morningbrief/us-gave-more-money-to-chinese-lab-for-bat-research-than-fauci-claimed-documents_3845561.html?utm_source=morningbriefnoe&utm_medium=email1&utm_campaign=mb-2021-06-06&mktids=2517e8e569cdc3a592c811b2d7d102b5&est=3BZ5tDHDqA4uvcbd1Om8AbWuanTjmbFaLLaugKyzIXrKZZZYoyOH%2BpvWwhCGx3biNoPN%2FQ%3D%3D

          Biden wird an diesem Democrats Helden unbedingt festhalten:

          Während Biden nicht mehr mitkriegt, welchen Schrott er daherredet, wenn seine Handler ihn reden lassen:

          Drosten ist taub gegenüber Gegenmeinungen:

          EINEN Fan hat er noch:

          Seine Faselei erreicht den Höhepunkt bei der Laborthese:

          Herr Drosten, woher kam dieses Virus?

          Kaum jemand weiss mehr über Coronaviren als der deutsche Virologe Christian Drosten. Was er von der Theorie hält, Sars-CoV-2 komme aus einem Labor, warum das mit der Herden-immunität bei Menschen nicht funktioniert und seine Antwort auf die wichtigste Frage: Ist die Pandemie jetzt wirklich vorbei?
          Ein Interview von Marie-José Kolly, Angela Richter und Daniel Ryser, 05.06.2021
          […]
          Was heisst das, dass der Übergangswirt kontrolliert ist?

          Es ist ja nicht so, dass man davon ausgehen muss, dass Fledermäuse so ein Virus direkt zum Menschen bringen. Ich habe selbst in Feldarbeit Sars-ähnliche Coronaviren in Fledermäusen untersucht. Diese Sars-Viren in Fledermausbeständen gibt es auch in Europa. Man kann im Labor zeigen, dass sie nicht so leicht von der Fledermaus auf den Menschen übertragbar sind. Also fragt man sich: Welches Tier ist da dazwischen? Oft sind das Nutztiere, die in grossen Beständen zusammengepfercht sind, in denen das Virus hochkochen kann. Mit diesen Tieren interagiert der Mensch anders als mit entfernten Wildtieren wie Fledermäusen. Nehmen Sie Felltiere.

          Marderhunden und Schleichkatzen wird lebendig das Fell über die Ohren gezogen. Die stossen Todesschreie aus und brüllen, und dabei kommen Aerosole zustande. Dabei kann sich dann der Mensch mit dem Virus anstecken. Diese Tiere waren bei Sars-1 eindeutig die Quelle. Das ist wissenschaftlich belegt. Für mich war das eine abgeschlossene Geschichte. Ich dachte, dass diese Art von Tierhandel unterbunden worden sei und dass das nie wieder kommen würde. Und jetzt ist Sars zurückgekommen.

          Wie ist es zurückgekommen?

          Es gibt verschiedene Hypothesen. Das ist ja in den Medien gerade wieder ein grosses Thema.

          Da gibt es ja die These: Dieses Virus könnte aus einem Labor entwichen sein. Dafür spricht, dass Sars-2 für den Menschen besonders ansteckend ist. Bis jetzt kann man nicht erklären, wie es mittels natürlicher Selektion dazu kam. Bei Mers und Sars kann man das ja. Dann gibt es die These, dass das Virus auf chinesischen Pelzfarmen mutiert ist.
          Herr Drosten, woher kam dieses Virus?

          [Man muß kreischen. Keine Frage dazu, warum Drosten im Februar 2020 Daszak, dem Geldwäsche-Finanzierer von US-Funding für Gain of Function-Forschung in Wuhan folgte und die Laborthese als „Verschwörungstheorie“ bezeichnete.]

          Ich denke auch in die Richtung der Pelzindustrie. Diese Laborhypothese, die gibt es natürlich. Wenn man diese rein technisch betrachtet, wenn man einfach das Genom anschaut, ist das im Rahmen des Möglichen. Ich kann aber sagen: Ich kenne die Techniken sehr genau, die man bräuchte, um ein Virus auf diese Art zu verändern. Wenn jemand auf diese Weise Sars-2 entwickelt hätte, dann würde ich sagen, der hat das ziemlich umständlich gemacht. Das hätte man sich nicht so schwer machen müssen.

          Wie meinen Sie das?

          Es gibt ja eigentlich zwei Laborthesen. Die eine wäre Böswilligkeit, dass also jemand absichtlich ein solches Virus konstruiert hat. Die andere wäre der Forschungsunfall, dass also trotz guter Absicht und Wissbegierde ein Experiment schiefgegangen ist. Das Böswillige, also ehrlich gesagt: Da müssen Sie mit Geheimdienstlern drüber reden. Ich kann das als Wissenschaftler nicht beurteilen.

          [Hä? Nie etwas von gutwilliger riskanter „Gain of Function“-Forschung gehört?]

          Und was ist mit dem Forschungsunfall?

          Wenn man sich jetzt überlegen würde, man wollte bestimmte Dinge ändern: Da ist die sogenannte furin cleavage site, die Furin-Spaltstelle, eine genetische Eigenschaft des Stachelproteins des Virus, das Auffälligste.

          Die furin cleavage site: Sie sorgt bei Sars-2 dafür, dass das Virus besser in die menschliche Zelle eindringen kann?

          Ja, genau. Also, wir stellen uns vor, jemand wollte schauen, was denn passiert, wenn man einem Coronavirus diese furin cleavage site verpasst, die man von den Influenzaviren kennt: Wird es dadurch bösartiger? Hierfür würde ich das Sars-1-Virus nehmen, und zwar in einer Form, die ich im Labor auch verändern kann. Also einen DNA-Klon. Verstehen Sie mich?

          Wir versuchen es. Erklären Sie es uns.

          Man kann ein Virus nicht einfach in eine Glasschale legen, und schon macht man damit irgend¬welche Experimente. So einen DNA-Klon aus einem Virus aufzubauen, das bedeutet zwei bis drei Jahre molekularbiologische Arbeit. Solche Klone haben Forscherinnen im Übrigen ja auch tatsächlich gemacht aus dem ursprünglichen Sars-1-Virus. Hätte man im Labor also eine Art Sars-2 entwickeln wollen, dann hätte man Änderungen, zum Beispiel diese furin site, in so einen Sars-1-Klon eingefügt. Um so herauszufinden: Macht diese Anpassung das Sars-Virus ansteckender? Aber das war hier nicht der Fall. Der ganze Backbone des Virus ist anders: Sars-2 ist voller Abweichungen zum ursprünglichen Sars-1-Virus.

          Was bedeutet das: Der ganze Backbone ist anders?

          Lassen Sie es mich mit einem Bild erklären: Um etwa zu überprüfen, ob Anpassungen das Virus ansteckender machen, würde ich ein bestehendes System nehmen, da die Änderung einbauen und das dann vergleichen mit dem alten System. Wenn ich wissen will, ob ein neues Autoradio den Klang verbessert, dann nehme ich ein bestehendes Auto und tausche da das Radio aus. Dann vergleiche ich. Ich baue dafür nicht ein komplett neues Auto. Genau so war das aber bei Sars-2: Das ganze Auto ist anders.

          [Der Mann weiß also noch nicht einmal, daß in Wuhan an einem tödlichen Fledermausvirus von 2013 aus einem südchinesischem Bergwerksstollen „optimierend“ experimentiert wurde, das allerdings nicht ansteckend war? Da wissen Wissenschaftsjournalisten mehr als Drosten:

          https://nymag.com/intelligencer/article/coronavirus-lab-escape-theory.html
          ]

          Und das bedeutet?

          Diese Idee eines Forschungsunfalls ist für mich ausgesprochen unwahrscheinlich, weil es viel zu umständlich wäre. Die Idee eines böswilligen Einsatzes irgendeines Geheimdienstlabors irgendwo: Wenn überhaupt, dann käme so etwas wohl nicht aus dem Wuhan-Virologie-Institut. Das ist ein seriöses akademisches Institut.

          Was ist für Sie das Plausibelste?

          Karnivorenzucht. Die Pelzindustrie.
          […]
          Zurück auf die Pelzfarm: Können Sie uns erklären, wie das funktioniert? Wie kam aus Ihrer Sicht Sars-2 von der Fledermaus über den Übergangswirt, den chinesischen Marderhund, in den Menschen?

          Pelztiere sind Raubtiere. Sie essen Kleinsäuger. Sie jagen in der freien Wildbahn auch Fledermäusen hinterher. Und Fledermäuse haben nur ein kurzes Fenster im Jahr, wo die alle zur gleichen Zeit ihre Jungen kriegen. Da fallen dann jede Menge Neugeborene von der Decke, und die liegen auf dem Boden. Und diese Wildkatzen wissen das. Die gehen in die Fledermaushöhlen und fressen sich voll. Das ist für die eine Feiersaison, da gibt es viel zu fressen. Und dabei können die sich solche Viren einfangen. Diese Pelznutztierzuchten sind teilweise Wildzuchten, da werden also immer wieder Wildfänge dazugetan. Darum kann man sich eben auch gut vorstellen, dass solche Viren in diese Zuchten eingeschleppt werden. Und Sie können sich Fernsehbeiträge anschauen, wie das dann funktioniert, diese Fellernte: Das ist eine Industrie mit engem Kontakt zum Menschen, wo dieser sich anstecken kann.
          […]

          https://www.republik.ch/2021/06/05/herr-drosten-woher-kam-dieses-virus

          Nun merkt Drosten an, daß er über die Pelztierindustrie lediglich spekuliert. Gab es welche in der Nähe von Wuhan, die auf dem unschuldigen Markt in Wuhan ein Superspreading-Event hätten veranstalten können? Nada. Drosten ist kein Wissenschaftler, so wie Baerbock keine Völkerrechtlerin ist. 😉

          Was die Furin-Spaltstelle angeht: die spricht insbesondere für menschliche Nachhilfe, was sogar in dem Prof. Wiesendanger, der engagiert für die Untersuchung der Laborthese eintrat, niedermachenden Schmähstück der ZEIT nachzulesen ist:

          Roland Wiesendanger
          Warum tut er das?

          Der Hamburger Physikprofessor Roland Wiesendanger behauptet, das Coronavirus stamme aus einem Labor. Damit wurde er schlagartig bekannt und verstörte viele Kollegen. Ein Treffen mit einem Unbeugsamen. 
          Von Nike Heinen und Oskar Piegsa
          24. März 2021, 11:58 Uhr ZEIT Hamburg Nr. 13/2021, 25. März 2021
          […]

          Könnte der Ursprung der Pandemie ein Laborunfall gewesen sein? Mit dieser Frage beschäftigt sich zurzeit eine Gruppe internationaler Spezialisten, die meisten davon Virologen und Gentechniker. Einer von ihnen ist der Jenaer Genetikprofessor Günter Theißen. Er sagt: Auch ihn habe es gewundert, dass sich prominente Forscher schon im Februar 2020 so sicher gaben. [Nämlich Daszak und Drosten, die die Laborthese als Verschwörungstheorie abtaten.] Theißen, der selbst Pflanzen gentechnisch verändert, wollte wissen, warum, und las sich nun immer wieder durch die Gensequenz von Sars-CoV-2.

          Die ersten in Wuhan bei Menschen gefundenen Viren waren nahezu identisch. Inzwischen zeigen etliche Berechnungen, dass die Pandemie von einem einzigen Punkt ihren Ausgang nahm, im Herbst 2019. Theißen sagt: „Das kann der Kontakt zu einem infizierten Tier gewesen sein. Aber auch ein Laborunfall würde zu diesem Ausbreitungsmuster passen.“
          […]
          Aus Sicht von Günter Theißen tragen entscheidende Stellen in der RNA des Virus durchaus Indizien für die Möglichkeit eines menschlichen Eingriffs. Eine betrifft das Spike-Protein. Sars-CoV-2 hat dort vier zusätzliche Aminosäuren. Dadurch entsteht eine Sollbruchstelle, das Protein zerteilt sich hier beim Kontakt mit einer Menschenzelle, zwei Nadeln entstehen, die die Membran der Zelle aufbrechen und das Virus hineinschlüpfen lassen. Die Stacheln interagieren mit einem menschlichen Enzym namens Furin. Mehrere Virengruppen benutzen es als Helfer, bei Sarbecoviren war bisher aber nichts dergleichen entdeckt worden.

          „Natürlich könnte das auch zufällig noch mal entstanden sein“, sagt Theißen. Nur macht ihn der genetische Code dahinter misstrauisch. Er habe nicht die Baustein-Signatur, die Coronaviren normalerweise verwenden. Die Einfügung lasse sich also nicht gut durch Rekombination oder Kopierfehler erklären.

          Auch Befürworter der Zoonose-Theorie beschäftigen sich mit dieser Furin-Spaltstelle. Sie vermuten, dass das bei Sars-CoV-2 verwendete genetische Element bei den Fledermausviren bisher nur noch nicht gefunden wurden. Zu dieser Annahme passt, dass die Sammlung der chinesischen Virologin Shi Zhengli zwar beachtlich ist, aber trotzdem nur einen kleinen Ausschnitt der wirklich in den Höhlen vorhandenen Virenwelt zeigen dürfte. Theißen sagt: „Für mich ist das ein richtiger Krimi. Wir haben zwei Verdächtige und Indizien, die beide Täter möglich machen. Nur dass es noch auf keiner Seite für eine Verurteilung reicht, solange weder im Labor noch in der Natur ein direkter Vorfahr von Sars-CoV-2 entdeckt ist.“
          Für Günter Theißen ist die Furin-Spaltstelle ein Grund, um vor schnellen Urteilen zu warnen.
          […]

          https://www.zeit.de/2021/13/roland-wiesendanger-corona-ursprung-labor-china-physikprofessor-universitaet-hamburg/komplettansicht

          So schlau war die ZEIT immerhin. Es hielt sie nicht davon ab, Prof. Wiesendanger übel als Verschwörungstheoretiker und Narzißt zu bashen.

          Biden steht auch nackt in den Erbsen:

          NO PRESSURE! Secretary of State Can’t Say How Admin Will ‘Pressure’ China on COVID Probe
          posted by Hannity Staff – 6.08.21

          https://rumble.com/vi6sy9-secretary-blinken-cant-name-any-real-pressure-biden-will-apply-on-china-for.html

          Secretary of State Antony Blinken completely froze during a recent interview with HBO when asked what sort of “real pressure” the Biden administration is prepared to use should China continue to block any meaningful investigation in to COVID-19.
          “So, what’s the real pressure the US will put on China for access to the lab?” asked a reporter with Axios.
          “If, uh…. Uh, China denies the information, denies the access, denies the transparency that’s needed… We’ll see! At the end of the day, it’s profoundly in China’s interest to do this! Because, uh, look, it suffered too!” said Secretary Blinken.
          Watch the revealing exchange above.

          https://hannity.com/media-room/no-pressure-secretary-of-state-cant-say-how-admin-will-pressure-china-on-covid-probe/

          Immerhin hat Reitschuster die Fauci-E-Mail-Affaire aufbereitet:

          https://reitschuster.de/post/die-neuen-leiden-des-anthony-fauci-der-nimbus-broeckelt/

          Von unseren Leitmedien, die Fauci als Lichtgestalt gegen den „wissenschaftsleugnenden“ Trump gefeiert haben, ist das nicht zu erwarten.

        • Und hier wurden die E-Mails gezielt ausgewertet, um das Zustandekommen von zwei maßgeblichen Artikeln, die die Laborthese zur Verschwörungstheorie umdeuteten, zu erläutern: es war eine richtiggehende Intrige, bei der beamtete Wissenschaftler und eine private Stiftung zusammenwirkten. Ich konzentriere mich auf den Lancet-Brief vom 19.2.2020, den auch Christian Drosten mit unterschrieben hat:

          Emails Reveal How Influential Articles That Established COVID-19 Natural Origins Theory Were Formed
          By Jeff Carlson and Hans Mahncke
          June 8, 2021 Updated: June 8, 2021
          News Analysis
          […]
          These influential articles were used extensively by media organizations to push the natural origins theory, while simultaneously deriding alternative theories — including that of a possible lab leak — as conspiracy theories.

          The articles appear to have been part of a coordinated effort originating from a Feb. 1, 2020, teleconference organized by Dr. Anthony Fauci, director of the National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID), and Dr. Jeremy Farrar, director of the British Wellcome Trust, which took place after a group of health officials scrambled in late January 2020 to respond to public reporting of a potential connection between COVID-19 and the Wuhan Institute of Virology in China.

          Following the officials’ conversations, public discussion of the source possibly being a lab leak was actively suppressed by social media platforms, health officials, and the World Health Organization (WHO).

          The first article, designed more as an open letter to the public, was published on Feb. 19, 2020, and signed by a number of scientists.
          https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(20)30418-9/fulltext

          An early-morning email on Feb. 6, 2020, (p. 251) obtained through a Freedom of Information Act request by U.S. Right to Know, revealed that EcoHealth President Peter Daszak drafted the letter calling for “solidarity with all scientists and health professionals in China.”
          Daszak’s organization in the past had received $3.7 million in funding from Fauci’s NIAID, at least $600,000 of which was sent to the Wuhan Institute.
          Daszak’s letter notes that “transparent sharing of data on this outbreak is now being threatened by rumours and misinformation around its origins.”
          “We stand together to strongly condemn conspiracy theories suggesting that COVID-19 does not have a natural origin,” states the letter signed by 27 scientists.
          […]
          The NASEM meeting came two days after the Fauci–Farrar teleconference. Internal emails of Fauci released through open records requests reveal the teleconference was prompted by the publication of an article in Science
          https://www.sciencemag.org/news/2020/01/mining-coronavirus-genomes-clues-outbreak-s-origins

          that referenced a Nov. 9, 2015, article in Nature about gain-of-function experiments that were being conducted at the Wuhan lab using “chimeric viruses” in mice and funded by Fauci’s organization.
          https://www.nature.com/articles/nm.3985/
          […]
          Ralph Baric, a virologist who collaborated with Wuhan Institute of Virology director Shi Zheng-Li on gain-of-function experiments, was included in early drafts of Daszak’s letter. In a Feb. 6, 2020, email Daszak wrote that there was “no need for you to sign the ‘Statement’ Ralph!!” to which Baric responded: “I also think this is a good decision. Otherwise it looks self-serving and we lose impact. Ralph”
          Notably, Baric was the corresponding author of the Nov. 9, 2015, Nature article that sparked the initial scramble leading to the Feb. 1, 2020, conference call initiated by Fauci and Farrar.
          […]
          Daszak closed (p. 274) by telling those privy to the early draft, “Please note that this statement will not have EcoHealth Alliance logo on it and will not be identifiable as coming from any one organization or person, the idea is to have this as a community supporting our colleagues.”

          Interestingly, a day earlier, when Dazsak first began the process of circulating his draft, he stated that he “should not sign this statement, so it has some distance from us and therefore doesn’t work in a counterproductive way.” Daszak continued, “We’ll then put it out in a way that doesn’t link it back to our collaboration so we maximize an independent voice.”

          It is not clear why Daszak changed his mind, ultimately becoming a signatory to the letter.

          The Feb. 19 Lancet article was signed by 27 scientists from around the world. Although only two signatories, Farrar and Christian Drosten, were actually present on the Feb. 1 teleconference, at least five were directly affiliated with EcoHealth Alliance. Additionally, two were partners of EcoHealth. These affiliations weren’t declared in the Lancet letter. Instead, the authors specifically declared that they had no competing interests.

          Additionally, five of the signatories worked with or for the Wellcome Trust headed by Jeremy Farrar.

          Some signatories unaffiliated with either the Feb. 1 teleconference or EcoHealth have recently changed their minds on the origins of the virus. Stanley Perlman now says that the lab leak theory is “back on the table.” And signatory Charles Calisher claims that it was “over the top” to call the lab leak a conspiracy theory.
          Another signatory, Peter Palese, is now demanding a proper investigation. Most notably, University of Chicago professor Bernard Roizman has stated that the virus originated from the lab due to “sloppiness,“ claiming that Wuhan lab personnel “can’t admit they did something so stupid.”

          https://www.theepochtimes.com/mkt_morningbrief/emails-reveal-how-influential-articles-that-established-covid-19-natural-origins-theory-were-formed_3848832.html?utm_source=morningbriefnoe&utm_medium=email1&utm_campaign=mb-2021-06-09&mktids=87a86463c72fbcf1ed6a9ec4313cef75&est=ogF5zRUZq25jHD6EQng9vhsLLTcRMd5cn5723UtjHJAfE27QEnzIUo3R88MK%2B6LWTtBZpg%3D%3D

          Es wäre interessant, die Beziehungen von Drosten zum Wellcome Trust zu überprüfen. Oberflächliches Googeln hat jedenfalls gemeinsame Auftritte zutagegefördert. Es wundert mich nicht, daß die Charité jetzt Forderungen stellt – leider nur als Bezahlartikel zu lesen:

          08.06.2021 – 19:11
          Der Tagesspiegel
          Charité-Vorstand fordert grundsätzliche Gesundheitsreformen – mit zentralem Bundesinstitut
          Berlin (ots)

          Der Vorstand der Berliner Charité schlägt als Lehre aus der Coronavirus-Pandemie jetzt mitten im Bundeswahlkampf Reformen des Gesundheitswesens vor: „Wenn zu viele Einrichtungen zugleich kommunizieren wollen, kann Expertise verwirren„, bilanzierte Charité-Vorstand Martin Kreis im Gespräch mit dem Tagesspiegel: „In der Pandemie hat sich gezeigt, dass wegen der Vielzahl an Instituten und Verwaltungen der Überblick verloren zu gehen drohte – und zuweilen auch die nötige Orientierung für die politischen Entscheider.“

          https://plus.tagesspiegel.de/gesellschaft/klare-forderungen-an-die-politik-welche-lehren-die-charit-aus-der-pandemie-zieht-158825.html

          Soso. Es ist wohl schlecht, daß die StIKO und das RKI sprich Spahn bei der Kinderimpfung auseinanderliegen? Oder hatte „ihr“ Drosten zu wenig Einfluß?

          Weitere Forderungen sind Finanzierung von Vorhalte-Kapazitäten und Verringerung der finanziellen Anreize für überflüssige OP nebst den dazugehörigen Intensivplätzen.

          Die ZEIT mogelt sich um die Labor-These elegant herum:

          Corona-Ausbruch in Wuhan
          Die Laborthese kann China erheblich schaden

          Anstatt mit Transparenz nach dem Ursprung der Pandemie zu suchen, mauert die Führung in Peking. Schadensersatzforderungen und Olympiaboykott sind mögliche Konsequenzen.
          Von Marcel Grzanna
          9. Juni 2021, 12:59 Uhr Erschienen in China.Table Professional Briefing

          Die chinesische Regierung hat bereits mehr als ein Jahr verstreichen lassen, um dem Rest der Welt ihre Bereitschaft zu bedingungsloser Transparenz bei der Suche nach dem Ursprung des Coronavirus zu beweisen. Entgegen ihrer Ankündigung einer vollumfänglichen Unterstützung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erweckte sie den Eindruck, den Ausgang der Untersuchung vorbestimmt zu haben. Statt den Experten schnell und unbürokratisch Zugang zu gewähren, hatte China eine monatelange Vorbereitungszeit in Anspruch genommen. Statt alle erforderlichen Rohdaten zugänglich zu machen, hat das Land nach eigenen Kriterien ausgefiltert.

          Warum das so ist, weiß bislang nur die chinesische Regierung selbst. Doch die erhoffte Wirkung zeigt die Strategie jedenfalls nicht. Die Diskussion über die Herkunft des Erregers ist keineswegs abgeebbt, wie Peking es sich gewünscht hat, sondern hat wieder an Fahrt gewonnen.

          https://www.zeit.de/wissen/2021-05/wuhan-coronavirus-entstehungsgeschichte-labormitarbeiter-krankenhaus-november-2019

          Auch weil Chinas Umgang mit der Aufarbeitung neues Misstrauen geschürt hat. Auf eben diesem Misstrauen basiert die Rückkehr der Laborthese, die seit einigen Wochen wieder diskutiert wird. Also die Frage: Stammt das Coronavirus aus dem Institut für Virologie in Wuhan?

          Die Wahrheit ist: Eine unzweifelhafte Antwort darauf wird es auf absehbare Zeit nicht geben. In China lehnt man die These kategorisch ab und wird auch alles verhindern, was einer potenziellen Bestätigung zuträglich wäre. Dennoch droht der chinesischen Regierung ein schwerer politischer Schaden. Die Kommunistische Partei kämpft bereits an anderen Fronten um ihre Glaubwürdigkeit. Für die Behandlung der uigurischen Minderheit in Xinjiang sieht sie sich dem Vorwurf des Genozids ausgesetzt. In Hongkong sorgen die Einführung des Nationalen Sicherheitsgesetzes und die Wahlrechtsreform dafür, dass Peking als Vertragsbrecher dasteht.
          Kritische Haltung wird heute deutlicher formuliert
          Sollte sich jetzt der Verdacht eines Laborunfalls in der internationalen Gemeinschaft als plausible Erklärung für den Corona-Ausbruch durchsetzen, muss die chinesische Regierung mit weiterem erheblichem Vertrauensverlust rechnen.
          […]
          Trump fordert zehn Billionen Dollar Entschädigung

          Umso erstaunlicher ist es, dass die chinesische Regierung nicht alle Hebel in Bewegung setzt, die Laborthese ein für alle Mal zu entkräften. Wenn das Land nichts zu verbergen hat, sollte es an einer bestmöglichen Aufklärung interessiert sein und den Forderungen nach uneingeschränktem Zugang für unabhängige Wissenschaftler nachkommen. Zumal die Laborthese auch von vielen Wissenschaftlern außerhalb Chinas als haltlos bewertet wird, wobei die wasserdichten Gegenbeweise ebenso fehlen wie die Beweise für eine Bestätigung. Was hindert die Regierung also?

          Stattdessen sieht sich China inzwischen mit Forderungen nach Entschädigungszahlungen in Höhe von zehn Billionen US-Dollar konfrontiert. Donald Trump war derjenige, der diese Summe vergangene Woche ins Spiel brachte. Er ist zwar kein US-Präsident mehr, aber sein Einfluss auf seine Partei, die Republikaner, ist weiterhin enorm und seine abermalige Kandidatur nicht ausgeschlossen. Wenn es Trump gelingt, die US-Amerikaner davon zu überzeugen, dass die Volksrepublik dem Land eine Billionensumme schulde, werden US-amerikanische Zugeständnisse an die chinesische Regierung noch härter verhandelt.

          Im Sinne der Chinesen ist das nicht. Erst in der vergangenen Woche hatte US-Präsident Joe Biden sein Misstrauen gezeigt – und 59 chinesische Unternehmen als Investitionsziele US-amerikanischer Anleger vorläufig untersagt.
          […]

          https://www.zeit.de/politik/ausland/2021-06/coronavirus-ausbruch-china-wuhan-laborthese/komplettansicht

      • Zu Corona habe ich auch noch zwei Sachen gefunden, die ich interessant fand:

        „Corona: Das angebliche „Nichtwissen“ ist politisch gewollt

        Das ZDF stellt nun (viel zu spät) Fragen zu Corona-Daten, für die man gestern noch in die „rechte“ Verschwörungsecke gestellt wurde. Einmal mehr muss man zu dem Schluss kommen, dass das offizielle angebliche „Nichtwissen“ bezüglich der zentralen Frage der Corona-Daten politisch gewollt ist. Ein Kommentar von Tobias Riegel.“
        https://www.nachdenkseiten.de/?p=73165

        Und Schrappe et al. lassen auch nicht locker:

        „Schrappe-Gruppe erneuert Kritik an Datenqualität

        Nach der massiven Kritik an ihrer Ad-hoc-Stellungnahme hat sich die Autorengruppe um den Gesundheitsforscher Matthias Schrappe nun mit einem weiteren Papier zu Wort gemeldet. In den „ergänzenden Materialen Nr. 1″ erneuern die sieben Verfasser ihre Kritik an Datenqualität und -mangel zur Bettenverfügbarkeit in der Coronakrise. Zu den Ausgleichszahlungen und zur Bereitstellung von Personal auf den Intensivstationen wollen sich die Autoren gegebenenfalls noch später äußern.“
        https://www.bibliomedmanager.de/news/schrappe-gruppe-erneuert-kritik-an-datenqualitaet

        Die Stellungnahme kann hier eingesehen werden:

        Klicke, um auf sn3_erg1_210606_endfass.pdf zuzugreifen

  7. @ Dietmar Nisch:
    „Menschen mit regelmäßig verändertem Lebenslauf verursachen meist mehr CO2“
    Häh?

    Warum die Presse versagt

    Das war ein ironischer Kommentar zu Baerbocks ständigen Änderungen ihres Lebenslaufs und der Sinnfreiheit des Zitats. 😉

    Da hat Maaz recht:

    Die Nutzlosigkeit bis Schädlichkeit einer Maskenpflicht muss also noch eine andere Bedeutung haben: Psychodynamisch sehe ich ein kollusives Zusammenspiel von Unterwerfung und Gehorchen – zugespitzt als ein sadomasochistischer Vorgang. Der Mundschutz ist ein Symbol für Un-mündigkeit, für Un-säglichkeit und als Maulkorb für Un-Bissigkeit. Der Nasenschutz behindert das Atmen und damit das Luftholen für Kraft, Ausdauer und das Fühlen. Um Gefühle zu aktivieren und zum Ausdruck bringen zu können, muss man tief atmen können, was durch die Maske erschwert wird.
    […]

    https://reitschuster.de/post/kotau-durch-maskenpflicht/

    In den USA kam noch der Distinktionsgewinn für Democrats hinzu, die ihre Moralität gegenüber den gewissenlosen freiheitsdurstigen Reps demonstrieren konnten – wobei es mittlerweile nur noch in einer handvoll Democrats States noch Maskenpflichten gibt.

    Noch ein guter Beitrag von Maaz:

    https://reitschuster.de/post/was-die-virus-panikmache-in-politik-und-medien-mit-uns-macht/

    Im ÖRR tut sich was:

    Unglaublich: ZDF zerlegt Corona-Zahlen des RKI – „Datenerhebungskatastrophe“ Ketzerischer Ausreißer oder Beginn einer Kehrtwende?
    • VERÖFFENTLICHT AM 06. Jun 2021

    Bis vor Kurzem war allein eine Überschrift wie diese kaum denkbar bei den öffentlich-rechtlichen Sendern, die seit Beginn der Corona-Zeit agieren wie Gralshüter der regierungsamtlichen „Wahrheit“: „Ungereimtheiten bei den Corona-Zahlen – Experten kritisieren Statistik“, so war ein Beitrag überschrieben, den das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) am 3. Juni ausstrahlte (und den Sie hier abrufen können).
    https://www.zdf.de/nachrichten/zdf-morgenmagazin/ungereimtheiten-statistiken-corona-zahlen-tote-100.html
    […]
    „Das Gesundheitsforschungs-Institut IGES, das alle Daten des RKI analysiert, registriert einen zunehmenden Anteil von Fällen, bei denen zwischen Infektion und Tod mehr als zehn Wochen liegen“, heißt es in dem Video. Auch diese Fälle werden als Corona-Tote registriert und tauchen als solche in der Statistik auf. Verursacht werde dies nicht nur durch Jüngere, die länger krank sind, sondern durch Ältere mit einer entsprechenden natürlichen Sterbewahrscheinlichkeit, die aber wegen eines Positivtests als Corona-Tote gezählt würden.
    IGES-Chef Professor Bertram Häussler lässt kein gutes Haar an dieser Zählweise: „Falls Corona sich gegen Null bewegt von der Infektion her, werden wir, wenn wir das nicht ändern, immer mehr Todesfälle haben, die einfach nach einer Corona-Infektion verstorben sind, aber nicht wegen einer Corona-Infektion.“
    […]
    PS: Auch in einem zweiten Beitrag im ZDF-Morgenmagazin wurde die Corona-Politik heftig kritisiert. „Wir müssten eigentlich bei den positiven PCR-Tests versuchen, mitzuerfassen, wo könnte es passiert sein“, so Prof. Gerd Antes, Medizinstatistiker, zu den fehlenden Daten in der Pandemie. Es fehlten Zahlen, stattdessen „haben wir immer noch die Spekulation“, so Antes. Man müsste dringend Daten erheben – aber dies geschehe nicht: „Es fehlt die ordnende, alles überschauende Hand … Diese strukturellen Defizite sollten wir wirklich als Erstes morgen angehen, sonst werden wir weiter stolpern, so wie es gegenwärtig der Fall ist.“ Gefragt sei „das Bundeskanzleramt als übergeordnete Institution“. Sehen Sie sich den Beitrag hier an.
    https://www.zdf.de/nachrichten/politik/corona-daten-antes-100.html

    https://reitschuster.de/post/unglaublich-zdf-zerlegt-corona-zahlen-des-rki-datenerhebungskatatstrophe/

    Im aktuellen SPIEGEL-Leitartikel wird von der bisher waltenden No Covid-Linie abgewichen und nach Freiheit gerufen. 😉

    Nur auf unsere Abgeordneten scheint kein Verlaß zu sein:

    In der ZEIT gab es übrigens einen Artikel, daß bereits die heutige Wahl in Sachsen-Anhalt eine Quittung für die CDU-Corona-Politik sein könnte. Mal sehen. Aber jetzt nach den Rosen, die ich noch düngen muß – obwohl eine meiner 10,5 bereits eine prachtvolle Blüte entwickelt hat: die Auguste Luise natürlich, 😉

    Nachgetragen:

    AfD in Sachsen-Anhalt
    Die Quittung
    Die AfD könnte bei der Wahl in Sachsen-Anhalt stärkste Kraft werden. Schuld daran hätte nicht zuletzt die Corona-Politik im Bund.
    Von Martin Machowecz
    1. Juni 2021 DIE ZEIT Nr. 23/2021, 2. Juni 2021
    […]

    https://www.zeit.de/2021/23/afd-sachsen-anhalt-cdu-corona-politik-bundesregierung

    • Wie es aussieht, konnten Haseloff und seine CDU von seiner Kritik an der Merkel-Notbremse, von seinem Absetzen von der CDU-Zentrale (insbesondere des übergriffigen Ostbeauftragten Wanderwitz mit seinem Verdikt von „diktatursozialisierten“ Ossis profitieren:

      Doch jetzt bröckelt die Front. Kurz vor der Wahl in seinem Bundesland bezweifelt Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (67, CDU) in der „Welt am Sonntag“ den Kurs der eigenen Partei und den Sinn der Bundesnotbremse: „Ob dieses Gesetz nötig war, da sich bereits abzeichnete, dass die Inzidenzen sanken“, fragte sich der Landeschef mit den Wahlen im Nacken, für die die Umfragen nichts Gutes verheißen. Das Gesetz habe „den rechten Extremisten in die Hände gespielt“, so der Ministerpräsident – offenbar gemünzt auf die AfD, die manche Meinungsforscher sogar vor der CDU sehen.
      Mit seiner Kritik kann sich der Wahlkämpfer Haseloff auf Statistiker der Ludwig-Maximilians-Universität München stützen.
      […]
      Es ist davon auszugehen, dass der „polit-mediale Komplex“ gerade vor den Wahlen im September alles daransetzt, eine Aufarbeitung zu verhindern. Und ein absurdes Helden-Epos zu stricken: Dass die Bundesregierung eine größere Katastrophe verhindert habe. Was einfach nur absurd ist angesichts der Chronik von Pleiten, Pech und Pannen. In einer Art politischem Taschenspielertrick versucht Spahn nun gar, einfach die Ziellatte noch höher zu legen: Inzidenz 20. Die Versuchung der Wähler, der politischen Hütchenspielerei zu glauben, wird groß sein: Wer gibt schon gerne zu, dass er sich an der Nase herumführen ließ und die vielen Opfer unnötig waren? Selbstbetrug ist da für viele eine verführerische Alternative. Aber auch eine gefährliche. Denn wenn es die Mehrheit durchgehen lässt, dass sie derart für dumm verkauft wurde, stellt sie damit einen Blankoscheck für weitere Irrfahrten im Stile der vergangenen 15 Monate und Lockdown-Willkür aus. Noch nie war Nicht-Wählen so gefährlich, wie es das im September sein wird.

      https://reitschuster.de/post/uni-studie-harter-deutscher-corona-kurs-war-ein-reinfall/

      Knapp 37 % bedeuten: Volkspartei, und der größte Zuwachs kam von früheren Nichtwählern, aber auch SPD-, Linke- und AfD-Wähler schwenkten über. Wir haben es offenbar auch mit einer Krise der Umfrageinstitute zu tun, wie der vor den Wahlen in den USA 2016. 😉 93% der CDU-Wähler fanden, Haseloff kämpfe für die Ostdeutschen, wie auch 63% der Bevölkerung.

      @ Mark Smith:

      Und hier kommt Dein identitätspolitisches Buchprojekt ins Spiel, zu dem Du ja erstaunlich viele Antiquellen eruiert hast:

      https://gabrielewolff.wordpress.com/2020/10/19/warum-die-presse-versagt/comment-page-32/#comment-93223
      [h]ttps://gabrielewolff.wordpress.com/2020/10/19/warum-die-presse-versagt/comment-page-32/#comment-93223

      Ich hoffe, daß Du bei dem Thema „Deplatforming“ auch die unheilvolle Rolle von Big Tech auf dem Schirm hast? Facebook sperrt Trump bis 2023, Twitter zensiert den nigerianischen Präsidenten – überall auf der Welt mischen sich diese Firmen in die Politik ein – und immer vertreten sie Democrats Ziele mit ihrer linken Identity Policy. Genau die Parteien, die diese PC, Gender-Gaga und Klimaschutz-Religion betreiben, sind in Sachsen-Anhalt abgeschmiert: Linke, die SPD und die Grünen.

      Für die ersten beiden gilt: ihr Image, für soziale Gerechtigkeit zu sorgen, sank rapide. Wie Sahra Wagenknecht ihre Partei schon warnte: mit Salon-Sozialismus ist kein Butterbrot zu gewinnen. Die Linke-Führerin aus Sachsen-Ahalt sprach, sie seien leider mit ihrer Botschaft, daß Sachsen-Anhalt rechtsextremistisch sei, nicht durchgedrungen – wie obsessiv muß man sein, um derartig politisierte Geheimdienste zu unterstützen und die Bevölkerung zu beleidigen?

      Aber das stärkste Signal ist der Einzug der FDP in den Landtag mit bislang 6,4% gegenüber 6,2% der Grünen – nach 10 Jahren APO. Klimaschutz aufgrund „wissenschaftlicher“ Modellierungen ist seit Corona nicht mehr der Bringer – und die FDP ist die einzige Partei, die den Rechtsstaat betonte gegenüber Corona-Übergriffigkeiten der Regierung. Und sie wird gewiß keine Übergriffigkeiten wegen „Klimaschutz“ zulassen. Haseloff wird die Grünen gegen die FDP austauschen. Topp, die Wette gilt! 😉

      Neben sehr effektiver Gartenarbeit heute – ein paradiesischer Zustand rückt auch mangels Schnecken näher – kam ich auch zur Lektüre der ZEIT: und da muß ich sagen, daß die Nr. 23/2021 vom 2. Juni 2021 doch ein echtes Aufklärungsfeuerwerk bot.

      Corona-Pandemie
      Wie schlimm war die Lage auf den Intensivstationen?
      Die Bundesregierung hat ihre Corona-Politik auch mit einer drohenden Überlastung der Krankenhäuser begründet. Ein Blick auf die Zahlen.
      Von Christian Endt, Annika Joeres, Mariam Lau, Anna Mayr und Mark Schieritz
      1. Juni 2021, 16:54 Uhr Editiert am 3. Juni 2021, 11:42 Uhr DIE ZEIT Nr. 23/2021, 2. Juni 2021

      Deutschlands seltsamstes Krankenhaus steht in der Jafféstraße in Berlin: 500 Betten, Beatmungsgeräte, Kühlzellen für Leichen. Es liegt aber niemand in den Betten, es wird niemand beatmet, und gestorben ist hier auch keiner. Das Krankenhaus steht leer. Der Berliner Senat hat es während der ersten Welle der Pandemie im Frühjahr des vergangenen Jahres für rund 31 Millionen Euro errichten lassen, damit die medizinische Versorgung gesichert ist, wenn in den Intensivstationen der Stadt die Betten knapp werden. Im Notfallkrankenhaus in der Jafféstraße ist bislang aber kein einziger Patient versorgt worden.

      […]
      Dabei gilt: Ein Bett darf nur gezählt werden, wenn es auch belegt werden kann, wenn also Geräte, Ärzte und Pflegepersonal bereitstehen. Auf dem Höhepunkt der dritten Welle – am 26. April – wurden 5106 Corona-Erkrankte intensivmedizinisch behandelt. Waren damit die Kapazitätsgrenzen der Krankenhäuser erreicht?
      […]
      Klar ist: Es gibt auf den deutschen Intensivstationen Platz für deutlich mehr Patienten. Die Gesamtzahl der Intensivbetten belief sich am 26. April auf 25.821 (zuzüglich einer allerdings nur bedingt einsatzbereiten Notfallreserve von 10.089 Liegeplätzen). Damit waren an diesem Tag lediglich 19 Prozent aller Betten mit Corona-Patienten belegt. Das war an anderen Tagen ähnlich. In Deutschland seien nie „mehr als zwanzig Prozent der Intensivbetten“ durch Covid-19-Erkrankte in Anspruch genommen worden, sagt Reinhard Busse, Gesundheitsexperte an der Technischen Universität Berlin. In den restlichen Betten wurden Patienten mit anderen Leiden behandelt: Schlaganfälle, Herzinfarkte, Unfallfolgen. Alles in allem waren am 26. April 20.715 Intensivbetten belegt. Damit blieben 3150 freie Betten übrig, was ungefähr 12 Prozent der gesamten Bettenzahl entspricht. [Niemand weiß, wieviele Schlaganfall-, Herzinfarkt- und Unfallpatienten, routinegemäß positiv getestet, in die Statistik einflossen.]
      […]
      Experten wie der Freiburger Medizinstatistiker Gerd Antes sind sogar der Meinung, die Versorgung der Patienten sei nie in Gefahr und die Warnung vor einer Überlastung mithin nicht gerechtfertigt gewesen.
      […]
      So kommt der Gesundheitsexperte Busse in einem Gutachten für das Gesundheitsministerium zu dem Ergebnis, dass die Gesamtauslastung der Intensivstationen 2020 mit 68,6 Prozent deutlich niedriger als im Vorjahr war. Der Rückgang der Operationen könne „negative Wirkungen“ haben, etwa wenn wichtige Krebsbehandlungen aufgeschoben würden.
      […]
      Auch mit Blick auf Corona scheint sich die hohe Intensivbettendichte nur bedingt auszuzahlen. Das zeigen zumindest Zahlen der Helios-Gruppe. Das Unternehmen hat die Behandlungsabläufe von jeweils 30.000 Covid-Patienten in Deutschland und Spanien ausgewertet. In den deutschen Helios-Kliniken kamen demnach über 25 Prozent der Patienten auf die Intensivstationen, mehr als doppelt so viele wie in Spanien. Zugleich ist die Krankenhaussterblichkeit in Deutschland höher als in Spanien, sie liegt unter den deutschen Helios-Patienten bei 18 Prozent, bei den spanischen hingegen bei 15 Prozent. In diese Berechnung gingen alle entlassenen Patienten ein, darunter auch die Verstorbenen.

      Amtliche Daten stützen diesen Befund. Insgesamt sterben in Deutschland nach Erhebungen der Johns-Hopkins-Universität 2,4 Prozent aller positiv Getesteten. Damit liegt die Bundesrepublik im unteren Mittelfeld Europas, hinter Frankreich, Spanien, Österreich, der Schweiz, Portugal, den Niederlanden und allen skandinavischen Ländern. [Zu frühe invasive Beatmutungen dürften das Hauptproblem sein.] Mehr Technik allein führt also nicht unbedingt zu einer erfolgreicheren Behandlung. Dass in Deutschland trotzdem Patienten öfter auf die Intensivstation verlegt werden, liegt nach Einschätzung von Experten daran, dass die Mediziner über die Aufnahme häufig auf der Basis einer Diagnose entscheiden. Ein Patient muss etwa nach einer bestimmten Operation immer auf die Intensivstation. „In anderen Ländern schauen sich die Ärzte den Patienten genauer an: Sollte er keine vital bedrohlichen Komplikationen haben, kommt er auf eine Wachstation“, sagt Helios-Chef Kuhlen.
      […]
      Manipulieren die Mediziner Zahlen?

      Medizin ist immer auch Geschäft, insofern vertritt die Divi als medizinische Fachgesellschaft auch die wirtschaftlichen Interessen ihrer Mitglieder. So wie der Bundesverband der Deutschen Industrie die Interessen der Unternehmen vertritt oder der Deutsche Gewerkschaftsbund die der Arbeitnehmer. In der Satzung der Divi ist ausdrücklich festgehalten, dass gemeinsame Belange gegenüber „Behörden, ärztlichen Berufsvertretungen, gesundheitspolitischen Institutionen sowie anderen Stellen“ zur Sprache gebracht werden sollten. Kritiker wie Schrappe gehen aber weiter. Sie werfen dem Verband vor, die Pandemie nutzen zu wollen, um Aufmerksamkeit zu erregen und die eigene Agenda voranzutreiben. Er habe eine „Angst-basierte Kampagne“ gefahren und sogar Zahlen manipuliert.
      […]
      „Es ist nicht so, dass wir in der Debatte über neue Maßnahmen sklavisch auf eine Zahl geschaut haben, am Ende war das immer eine Abwägung“, sagt ein hochrangiger Regierungsmann. Ein Defizit allerdings sieht auch er: Die Krankenhäuser übermitteln keine Daten zum Alter, zum Geschlecht oder zu den Vorerkrankungen der Corona-Patienten, dabei könnten so die Gesundheitsrisiken besser abgeschätzt werden. Es existiert auch kein europäischer Standard, der es erlauben würde, die Behandlungsansätze in verschiedenen Ländern zu vergleichen.
      […]
      Im März hat sich die Anzahl der Corona-Patienten auf den Intensivstationen innerhalb weniger Wochen fast verdoppelt. Wenn die Infektionsraten weiter in diesem Tempo gestiegen wären, dann wäre das für die Krankenhäuser tatsächlich zum Problem geworden. Die exponentielle Gesetzmäßigkeit gilt aber auch in die andere Richtung: Seit dem Höchststand am 26. April hat sich die Patientenzahl mehr als halbiert.

      https://www.zeit.de/2021/23/corona-pandemie-intensivstation-auslastung-intensivbetten-statistik/komplettansicht

      Kein Wunder, weil es schon seit dem 15.4.2021 keinen Anstieg mehr gab, und weil es wegen der typischen Saisonalität des Corona-Virus, von dem schon Streeck sprach, der spätestens für April den Abstieg prognostizierte, und es ab Ende April dann wirklich bergab ging, ganz ohne Wirkung der „Bundesnotbremse“ vom 23.4.2021

      Am 2.6.2021 schrieb ich:

      „Erfreulich war jedenfalls, wie klar sich die ZEIT heute bezüglich Kindern positionierte:

      Corona-Übertragung durch Kinder
      Zu Unrecht verdächtigt
      Kinder als Pandemietreiber? Aktuelle Studien zeigen das Gegenteil: Sie tragen kaum zum Infektionsgeschehen bei.
      Von Ulrich Bahnsen
      1. Juni 2021, 16:55 Uhr Editiert am 2. Juni 2021, 13:13 Uhr DIE ZEIT Nr. 23/2021, 2. Juni 2021
      […]
      Es regieren die Erwachsenen. Die haben Angst – vor der Infektion mit dem Coronavirus, vor einer schweren Erkrankung, vor Beatmung und Tod. Und sie fürchten die Kinder. Die Jüngsten werden zwar selten krank und sterben so gut wie nie. Aber sie gelten als die Multiplikatoren. Kinder, so lautet die Überzeugung der Verantwortlichen für die Bekämpfung der Pandemie, infizieren sich schnell, tragen das Virus in die Familien und Bildungsstätten. Sie stecken ihre Eltern und Großeltern an, das Lehrpersonal in den Schulen, die Erzieherinnen in den Kitas.

      Also wurden zur Pandemiebekämpfung Kitas und Schulen geschlossen, Spielplätze, Freibäder und Fußballfelder gesperrt. Die Infektionsgefahr rechtfertigte die Kontaktverbote als Akt der Solidarität. Kinder seien „die Treiber der Pandemie“. Gebetsmühlenartig wurde diese Zuweisung noch vor Kurzem von Verfechtern harter Lockdown-Maßnahmen in Politik, Wissenschaft und Teilen der Medien wiederholt.

      Zu Beginn der Pandemie, als noch niemand die Eigenschaften des neuen Virus einschätzen konnte, war das eine durchaus realistische Annahme. Sie stützte sich auf die jahrzehntelangen Erfahrungen mit der Influenza: Kinder sind sehr empfänglich für die Grippe und stecken Erwachsene dann schnell an, treiben also tatsächlich die jährlichen Influenzazahlen in die Höhe. Der Anfangsverdacht, dass die Ausbreitung des Coronavirus nun ebenfalls von Kindern angefeuert wird, ist seither nicht mehr aus den Köpfen zu bekommen. Aber er ist falsch, und das sogar in doppelter Hinsicht: Tatsächlich infizieren sich Kinder seltener als Erwachsene. Und sie geben das Virus seltener weiter.
      […]
      Man kann in all diesen Untersuchungen zu Corona-Infektionen bei Kindern [die ich hier weggelassen habe] natürlich auch methodische Schwächen finden, doch in der Gesamtschau dürfte der Befund eindeutig sein: Kinder nehmen am Infektionsgeschehen teil, spielen darin aber eine untergeordnete Rolle. Diesen Satz findet man sinngemäß in Stellungnahmen aller einschlägigen Fachgesellschaften, etwa der der Kinder- und Jugendärzte und der der pädiatrischen Infektiologen. Auch das Robert Koch-Institut bewertet die Rolle der Kinder und Jugendlichen unter 16 Jahren inzwischen zurückhaltend: „Entgegen des Ausbreitungsprofils bei anderen Atemwegserregern scheint also im aktuellen pandemischen Geschehen keine substanzielle treibende Kraft von diesen Altersgruppen auszugehen.“
      […]
      Die Krankendaten des israelischen Gesundheitsministeriums erlaubten später eine genaue Rekonstruktion des Infektionsgeschehens während der Zeit, in der die Schulen und Kitas geöffnet waren: In allen Altersgruppen stiegen die Inzidenzen an – aber unter den Kindern nahmen die Neuinfektionen viel langsamer zu als in allen anderen Altersgruppen.

      Die Route des Virus führt von den Älteren zu den Jüngeren

      Biologisch erscheint das auch folgerichtig: Entgegen früheren Befunden haben molekulare Analysen im vergangenen Jahr gezeigt, dass Kinder dem Virus weniger Angriffspunkte bieten als Erwachsene. In den oberen Atemwegen werden bei Kindern zunächst geringe Mengen des ACE-2-Eiweißes gebildet, das die Viren bei der Infektion als Ankerstelle benötigen. Welche Bedeutung für die reale Welt diese Resultate besitzen, ist allerdings schwer abzuschätzen.

      Dasselbe gilt für die vor wenigen Tagen veröffentlichte Studie von Forschern um den Virologen Christian Drosten. Sie hatten eine gegenüber Kindern dreifach höhere Viruslast in den Abstrichen von Erwachsenen festgestellt. Die Wissenschaftler selbst relativieren ihre Befunde mit dem Hinweis, dass bei Kindern auch kleineres Abstrichbesteck verwendet wurde. Dennoch ist der Rachen von Kindern nun einmal auch kleiner, sodass sie vielleicht tatsächlich deutlich weniger infektiöse Partikel ausatmen.

      Mit dem Klischee, Kinder seien Treiber der Pandemie, sind all diese Befunde jedenfalls kaum in Einklang zu bringen. Eher scheint das Gegenteil der Fall zu sein: Womöglich sind sie die Opfer der infizierten Älteren. Denn überall dort, wo viele der Erwachsenen bereits geimpft sind, also auch Eltern und Lehrpersonal, sinken die Infektionsraten bei Kindern drastisch. Auch dieser Effekt lässt sich in den Daten des israelischen Gesundheitssystems erkennen. Eine neue, allerdings noch nicht begutachtete Studie hat dort Gemeinschaften mit hoher und solche mit niedriger Impfrate verglichen. Das Fazit: Je mehr Erwachsene immunisiert sind, desto weniger Kinder stecken sich an.

      Die Route des Virus dürfte also in Wahrheit von den Älteren zu den Jüngsten führen. Infizierte Kinder, so muss man vermuten, haben sich überwiegend nicht während des Unterrichts bei ihren Klassenkameraden angesteckt, sondern bei ihren Lehrern und Lehrerinnen – vor allem aber bei ihren Eltern.

      https://www.zeit.de/2021/23/corona-kinder-infektionsgeschehen-studie-schule-kita-spielplaetze/komplettansicht

      Hat die ZEIT das Drosten-Problem, der ja Ende April 2020 Schulschließungen forderte, weil „Kinder“ genausoviel Viruslast im Rachen hätten wie Erwachsene – eine sofort umstrittene Studie -, und der seitdem versucht, seine Studie zu retten, nicht elegant gelöst? Nun gibt es eine Studie von Wissenschaftlern „um“ Drosten – ehrlicherweise: „gegen“ Drosten – aus der hervorgeht, daß Erwachsene drei mal mehr Viruslast im Rachen hätten als „Kinder“. Um Drosten nicht allzusehr zu beschädigen, haben diese ihr Ergebnis ein wenig relativiert. Aber entgegen der deutschen und internationalen Forschungen steht Drosten doch als politisierender Lockdown-Nerd da, der ja bereits einbekannt hatte, auf das Influenza-Muster gesetzt zu haben.

      Folgerichtig:

      Corona-Impfung für Kinder
      Soll mein Kind geimpft werden?
      Eltern sind verunsichert, Politiker streiten, Ärzte warnen – dabei ist klar, was den jungen Menschen hilft. 
      Von Mariam Lau, Jeannette Otto, Sebastian Kempkens, Jan Schweitzer und Sina Metz
      1. Juni 2021, 16:54 Uhr Editiert am 2. Juni 2021, 9:13 Uhr DIE ZEIT Nr. 23/2021, 2. Juni 2021
      […]
      Aus wissenschaftlicher Sicht ist die Lage recht klar: Das Risiko, schwer an Covid-19 zu erkranken oder gar zu sterben, ist für Kinder extrem gering. Und über Langzeitfolgen bei ihnen weiß man so wenig, dass Mertens es momentan für die „Instrumentalisierung einer Sorge“ hält, das Krankheitsbild Long Covid als Argument für die Impfung heranzuziehen.

      „Covid-19 ist bei Kindern nicht bedeutsamer als die Grippe“

      Die Stiko stellt einen interessanten Vergleich an: „Covid-19 ist bei Kindern nicht bedeutsamer als die Grippe, was die Rate an schweren Erkrankungen und die Krankenhauseinweisungen angeht. Und es gibt in dieser Altersgruppe schon gar nicht mehr Todesfälle bei Covid-19 als bei der Grippe“, sagt Mertens. Der Vergleich ist ein aufschlussreicher Hinweis auf die mögliche Entscheidung der Stiko, weil sie „für die Grippe derzeit keine generelle Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche gibt“.

      Bleiben die potenziellen Chancen und Risiken der Impfung selbst: Nach ersten Daten verleiht der Piks mit dem Impfstoff von BioNTech Kindern einen sehr hohen Schutz vor einer Erkrankung und hat nur wenig und harmlose Nebenwirkungen. Allerdings war die Anzahl der Probanden in der Zulassungsstudie so niedrig, dass man über seltenere Komplikationen noch keine verlässlichen Daten hat.
      […]

      https://www.zeit.de/2021/23/corona-impfung-kinder-eltern-stiko-rki-jens-spahn-verunsicherung/komplettansicht

      „Long Covid“ (außer als Reaktion auf überaus schädliche invasive Beatmungen und künstliches Koma in Intensivstationen, die eh nur gesunde jüngere Patienten überleben) gibt es gar nicht, dazu habe ich mir seit einiger Zeit ein Archiv zugelegt.“
      […]
      https://gabrielewolff.wordpress.com/2020/10/19/warum-die-presse-versagt/comment-page-32/#comment-93211

      Ergänzend habe ich dazu dieses Interview in der ZEIT mit Jörg Dötsch

      forscht, lehrt und praktiziert als Direktor der Kinderklinik an der Uniklinik Köln.

      wobei er auch Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin ist, gelesen:

      Jörg Dötsch
      „Abwarten ist in der Medizin eine echte Option“

      Der Kinderarzt Jörg Dötsch über Risiken und Nutzen einer Impfung für die Jüngeren – und die große Verantwortung, die nun bei den Familien liegt.
      Interview: Ulrich Bahnsen und Johanna Schoener
      1. Juni 2021, 16:55 Uhr Editiert am 4. Juni 2021, 18:03 Uhr DIE ZEIT Nr. 23/2021, 2. Juni 2021

      DIE ZEIT: Herr Dötsch, nächste Woche fällt die Impfpriorisierung für alle Altersgruppen. Die Bundesregierung hat entschieden, dass sich dann auch 12- bis 15-Jährige um eine Impfung bemühen dürfen. Was bedeutet das für die Kinder- und Jugendärzte?

      Jörg Dötsch: Für uns gehen die Diskussionen jetzt erst richtig los. Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat den Impfstoff für diese Altersgruppe zwar zugelassen, doch die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts, die Stiko, hat bereits signalisiert, dass sie die Impfung nur für Kinder und Jugendliche mit Vorerkrankungen empfehlen wird. Damit liegt sehr viel Verantwortung bei den Eltern und Jugendlichen. Sie alle werden sich mit dem Thema auseinandersetzen müssen. Es gibt nun keine klare Empfehlung für die Impfung der Jugendlichen, sie wird aber auch keinem verwehrt.

      ZEIT: Das ist eine höchst widersprüchliche Situation, vor der Familien da stehen.

      Dötsch: Umso wichtiger wird es sein, dass wir als Kinderärzte sachlich über das Für und Wider der Impfung aufklären. Das wird viel Zeit kosten.
      […]
      ZEIT: Sind Kinderärztinnen und -ärzte denn auf die Aufgabe vorbereitet, die jetzt vor ihnen liegt?

      Dötsch: Sie sind bei dieser Art der Impfberatung durchaus erfahren – etwa durch die Grippeimpfung oder die Meningokokken-B-Impfung, die beide von der Stiko auch nicht für alle Kinder empfohlen werden, im Einzelfall aber sinnvoll sein können. Doch der mRNA-Impfstoff ist etwas Neues. Da müssen wir als Ärzte ehrlich sagen, dass wir bei Kindern noch keine Erfahrung damit haben. Auf der anderen Seite stehen die Probleme, die eine Corona-Erkrankung mit sich bringen könnte. Auch die können wir langfristig noch nicht beurteilen.
      […]

      ZEIT: Sie weisen in der Impfdebatte immer wieder darauf hin, dass Kinder keine kleinen Erwachsenen sind. Was genau meinen Sie damit?

      Dötsch: Zum einen ist das durchaus rein körperlich gemeint. Anders als bei so manchem Medikament kann man die Impfstoffmenge nicht einfach auf das niedrigere Körpergewicht herrunterrechnen. In den jetzigen Studien werden Kinder mit der vollen Dosis, mit verringerter und manchmal sogar erhöhter Dosis geimpft. Zum anderen meine ich damit, dass wir uns immer wieder klarmachen müssen, dass Kinder uns schutzbefohlen sind und wir uns bei jedem einzelnen fragen müssen: Was ist der individuelle Nutzen der Impfung für dieses Kind? Dann erst dürfen wir die Entscheidung treffen. Das ist der große Unterschied zur Impfung der Erwachsenen, wo die Empfehlung klar lautet: Lasst euch impfen, schützt euch, wirkt mit an der Herdenimmunität.

      ZEIT: Wieso lassen Sie das Argument nicht gelten, dass es ohne geimpfte Kinder voraussichtlich keine Herdenimmunität geben wird?

      Dötsch: Weil wir Kinder nicht einfach zu unserem Nutzen impfen dürfen, sondern für sie individuell Risiko und Nutzen abwägen müssen. Wir entscheiden über sie. Das ist natürlich nicht einfach. Denn es bedeutet zunächst, dass wir die Interessen der Erwachsenen komplett zurückstellen sollten. Es gibt vorerkrankte Kinder, die von der Impfung klar profitieren, weil Covid-19 für sie gefährlich werden kann. Für die etwas Älteren unter ihnen ist es ein Segen, dass wir nun einen zugelassenen Impfstoff haben. Bei Kindern ohne Vorbelastung ist die Abwägung komplizierter.

      „Es ist wichtig, die Kinder zu beobachten, die bereits geimpft wurden“

      ZEIT: Impfstoff-Experten sagen, dass gerade bei den älteren Kindern auch mit eher stärkeren Impfreaktionen zu rechnen ist.

      Dötsch: Das stimmt. Im Alter von etwa zwölf Jahren ist das Immunsystem voll ausgereift. Und wer im Volbesitz seines Immunsystems ist, reagiert natürlich stärker als jüngere Kinder oder Erwachsene über 60. Die Impfung kann zu Schmerzen an der Einstichstelle führen, zu Fieber oder grippalen Symptomen – Reaktionen, die wir von anderen Impfungen kennen. Das wäre kein Grund für uns Kinderärzte, nicht zu impfen. Wenn man über den individuellen Nutzen entscheidet, ist eine andere Frage viel wichtiger: Was könnten spätere Nebenwirkungen sein, die wir noch nicht kennen?

      ZEIT: Haben Sie darauf eine Antwort?

      Dötsch: An der US-amerikanischen Studie zum BioNTech-Impfstoff für 12- bis 15-Jährige sind 2260 Kinder beteiligt gewesen, von denen die Hälfte eine Placebo-Spritze mit Kochsalzlösung bekam. Die Nachbeobachtungszeit dauerte sechs Monate. Natürlich kann man so nicht alle seltenen Nebenwirkungen erkennen. Es ist jetzt wichtig, die Hunderttausende Kinder zu beobachten, die in anderen Ländern bereits geimpft wurden. Vielleicht treten bei denen in den nächsten ein, zwei Monaten noch unerwartete Nebenwirkungen auf, ähnlich wie beim AstraZeneca-Impfstoff. Da hatte man in den Zulassungsstudien keine vermehrten Thrombosen gefunden, weil das ein extrem seltenes Problem ist.

      ZEIT: Nach dem gegenwärtigen Kenntnisstand ist der Nutzen einer Impfung für 12- bis 15-Jährige also nicht höher als das Risiko?

      Dötsch: Nein, das gilt für das einzelne Kind nicht. Sonst hielte sich die Stiko nicht so zurück.
      […]

      https://www.zeit.de/2021/23/joerg-doetsch-corona-impfung-kinder-jugend-stiko-rki/komplettansicht

      Drosten sieht das natürlich ganz anders: von der entgegenstehenden Studie seiner Kollegen bei der Charité hat er keine Kenntnis genommen, während er ja angeblich herausgefunden haben wollte, daß Kinder dieselbe Viruslast im Rachen hätten wie Erwachsene – der Mann hat schlicht ein Narzißmus-Problem; und leider sind die Medien nicht präpariert, wenn sie ihn interviewen:

      Herr Drosten, woher kam dieses Virus?
      Kaum jemand weiss mehr über Corona¬viren als der deutsche Virologe Christian Drosten. Was er von der Theorie hält, Sars-CoV-2 komme aus einem Labor, warum das mit der Herden-immunität bei Menschen nicht funktioniert und seine Antwort auf die wichtigste Frage: Ist die Pandemie jetzt wirklich vorbei?
      Ein Interview von Marie-José Kolly, Angela Richter und Daniel Ryser, 05.06.2021
      […]
      Was ist mit jenen, die ungeimpft auf den Herbst zugehen – den Kindern?

      Also rein technisch: Ja, man kann die impfen. Es wird sich kaum irgendwann plötzlich rausstellen, dass die Impfung für Kinder gefährlich ist und es ein unerkanntes Risiko gibt – nach allem, was man heute schon weiss. Die grosse Frage ist die nach dem Eigennutzen für die Kinder: Man kann natürlich impfen, damit der Schul¬betrieb läuft. Aber was ist mit der Krankheitslast in Kindern? Das kann im Moment keiner ganz genau sagen. Wie viele Kinder haben nach einer Infektion, wenn sie auch mild ist, noch lange Symptome? Soeben ist eine Studie herausgekommen, die zeigt: Ungefähr viereinhalb Prozent der infizierten Kinder haben nach einem Monat noch Symptome wie Geruchsverlust, Geschmacksverlust, dauerhafte Müdigkeit. Will man das für sein Kind? Vier Prozent sind nicht wenig. Das andere ist das sogenannte Multsystem-Inflammations¬syndrom, das bei einem von ein paar tausend auftritt: eine schwere Erkrankung, die bis zu sechs Monate dauern kann. [i.d.R. ist sie nach einer Woche erledigt] Aus Eltern¬perspektive wäre mein Kind geimpft. Klarer Fall. Dieses Risiko möchte ich nicht.
      […]
      Herr Drosten, in Deutschland wurden Sie mit dem NDR-Podcast «Corona¬virus-Update» für viele zur ersten Informationsquelle in dieser Krise. Was hätten Sie damals, als Sie vor über einem Jahr mit dem Podcast begannen, gerne gewusst, was Sie heute wissen?

      Wie die Medien funktionieren, das wusste ich damals nicht.

      Was meinen Sie damit?

      Was mir überhaupt nicht klar war, ist diese false balance, die entstehen kann in der Öffentlichkeit, in den Medien. Und dass man diese nur bedingt korrigieren kann.

      False balance?

      Dass man sagt: Okay, hier ist eine Mehrheits¬meinung, die wird von hundert Wissenschaftlern vertreten. Aber dann gibt es da noch diese zwei Wissenschaftler, die eine gegenteilige These vertreten. In der medialen Präsentation aber stellt man dann einen von diesen hundert gegen einen von diesen zweien. Und dann sieht das so aus, als wäre das 50:50, ein Meinungs-konflikt. Und dann passiert das, was eigentlich das Problem daran ist, nämlich dass die Politik sagt: «Na ja, dann wird die Wahrheit in der Mitte liegen.» Das ist dieser falsche Kompromiss in der Mitte. Und das ist etwas, das ich qualitativ nicht kannte. Ich wusste nicht, dass es dieses Phänomen gibt. Ich wusste auch nicht, dass das so hartnäckig ist und sich zwangsläufig einstellt. Das hat sich ja in praktisch allen Ländern eingestellt, dieses Problem. Alle Wissenschaftler sprechen davon. Dass ich da durch einen Podcast mitten in dieses Spannungsfeld reingerate, war mir nicht klar.

      Sie bereuen den Entscheid?

      Nein. Ich weiss nicht, ob das ein Grund wäre, deswegen so etwas nicht nochmals zu machen. Ich glaube, das war schon komplett richtig, es gemacht zu haben. Es hatte schon so einige gute Effekte, gerade in der ersten Welle, als auch diese false balance noch nicht so stark war. Die kam erst mit dem Herbst, mit dem Beginn der zweiten Welle. Und die Quittung dafür kam ja in der zweiten Welle dann auch: Diese Politik war einfach orientierungslos. Dort haben Sie dann auch Leute, die sagen: «Ah, der eine Wissenschaftler hat das gesagt. Ich mag aber den anderen Wissenschaftler lieber, und der hat das andere gesagt.» Und dann fangen die Politikerinnen an, das miteinander zu verhandeln. Dann kommt dieser Kompromiss in der Mitte zustande, der zu einer halbherzigen Lösung führt. Und die verzeiht dieses Virus echt nicht.

      https://www.republik.ch/2021/06/05/herr-drosten-woher-kam-dieses-virus

      Heul! Man hat nicht auf ihn gehört. Natürlich folgenlos. Kein Wunder, daß man ihn nicht mehr hypet. Bei „Inzidenzen“ von 24,7 und Covid-19 Intensivbettenbelegungen von knapp 1.900 traut diesem Nerd wirklich niemand mehr. Zu seiner rein politischen Fehleinschätzung der „Laborthese“ demnächst…

      • Aber zunächst eine kleine Wahlnachlese:

        Vorläufiges amtliches Endergebnis Landtagswahl Sachsen-Anhalt: CDU klarer Gewinner
        +++ 04:40 Uhr: Die CDU ist bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt laut dem vorläufigen amtlichen Endergebnis mit 37,1 Prozent klar stärkste Kraft geworden. Wie die Landeswahlleitung in der Nacht zum Montag in Magdeburg mitteilte, erreichte die AfD auf dem zweiten Platz 20,8 Prozent. Es folgten die Linke mit 11,0 Prozent, die SPD mit 8,4 Prozent und die Grünen mit 5,9 Prozent, während die FDP mit 6,4 Prozent nach zehn Jahren wieder in den Landtag einzog.
        Im Vergleich zur Wahl im Jahr 2016 verbesserte die CDU ihr Ergebnis damit um gut sieben Prozentpunkte, die AfD verlor dreieinhalb Punkte. Die Linke büßte gut fünf Prozentpunkte ein, die SPD verlor mehr als zwei Punkte. Die Grünen verbesserten sich leicht um 0,7 Prozentpunkte. Die Wahlbeteiligung lag bei 60,3 Prozent und damit nur wenig unter dem Wert von 61,1 Prozent vor fünf Jahren.

        https://www.fr.de/politik/landtagswahl-sachsen-anhalt-2021-ergebnis-cdu-afd-haseloff-news-ticker-zr-90790359.html

        Wanderungsströme:

        Den größten Zuwachs verzeichnet die CDU aus dem Lager der vormaligen Nichtwähler. Das ist insbesondere deshalb bemerkenswert, weil die Wahlbeteiligung insgesamt zurückging. Dementsprechend blieben auch 24.000 vormalige CDU-Wähler dieses Mal zu Hause. Zugleich wählten aber 61.000 ehemalige Nichtwähler die Partei des Ministerpräsidenten. Ein Plus von 37.000 Stimmen.

        Was hat diese Nichtwähler für die CDU mobilisiert? Großen Anteil dürfte das Szenario gespielt haben, dass die AfD stärkste Kraft werden könnte. In den Wochen vor der Wahl hatten mehrere Umfragen CDU und AfD nahezu gleichauf gesehen. Offenbar wollten auch viele Sachsen-Anhalter und Sachsen-Anhalterinnen, die sich sonst wenig für Wahlen interessieren, doch verhindern, dass die hier besonders radikale AfD in ihrem Bundesland gewinnt. Auch deshalb lag die CDU am Ende mit 16,3 Prozentpunkten Vorsprung deutlich vor der blauen Konkurrenz.
        Außerdem gewann die CDU drei etwa gleich große Stimmpakete von der politischen Konkurrenz: Netto 16.000 Stimmen holte die Regierungspartei von der AfD, 15.000 Stimmen von ihrem Koalitionspartner SPD und 14.000 Stimmen von der Linken. Reiner Haseloff ist es also gelungen, Wähler aus unterschiedlichsten Lagern anzusprechen.
        […]
        Überhaupt ist die FDP so etwas wie der Hidden Champion dieser Landtagswahl. Die Liberalen sammeln quer durch das Parteienspektrum hinweg Stimmen: 4.000 von der AFD, 4.000 von der Linken, außerdem von Erst- und ehemaligen Nichtwählern und Zugezogenen. In der Summe reichen diese Gewinne bequem für den Sprung über die Fünfprozenthürde und den Wiedereinzug in den Magdeburger Landtag.

        https://www.zeit.de/politik/deutschland/2021-06/waehlerwanderung-sachsen-anhalt-landtagswahl-2021

        Letzteres gefällt der lustigen heute show gaaar nicht:

        Aber manche wollen in ihrem obsessiven Kampf gegen rechts weitermachen:

        CDU
        Warum der Jubel?
        Die AfD hat in Sachsen-Anhalt Stimmen verloren, aber auch: 20,9 Prozent geholt. Die Partei ist weder besiegt noch hat die CDU ein nachhaltiges Rezept gegen sie gefunden.
        Ein Kommentar von Christian Bangel
        7. Juni 2021, 10:10 Uhr

        Woran wir uns so alles gewöhnt haben. Wenige Tage, nachdem der Ostbeauftragte der Regierung von allen Seiten angegriffen wurde, weil er festgestellt hatte, dass nur ein kleiner Teil der AfD-Wähler rückholbar für die Demokratie sei, bestätigt ein großer Teil der AfD-Wähler bei der Wahl in Sachsen-Anhalt vorläufig genau das. Von 24,3 Prozent auf 20,9 Prozent sank der AfD-Stimmenanteil. Und überall herrscht Erleichterung, als sei die Partei nahe der Fünfprozenthürde gelandet.

        Manche jubeln jetzt, als habe Reiner Haseloff einen Impfstoff gegen die AfD erfunden. Viele andere werden es so sehen wie SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil, der kurz nach Verkündung der ersten Prognosen sagte, diese Wahl habe „nichts zu sagen“ über die anstehende Bundestagswahl. Schön- oder wegreden, das ist so das Spannungsfeld.

        Dabei ist eine der ersten Erkenntnisse über das Wahlergebnis, dass die CDU in Sachsen-Anhalt wohl vor allem deswegen so hoch gewonnen hat, weil offenkundig vor allem Wählerinnen von SPD, Grünen und Linken sowie vormalige Nichtwähler verhindern wollten, dass die AfD als stärkste Partei abschneidet. Ganz ähnlich wie in Brandenburg, Sachsen und Thüringen 2019 hat sich ein Teil des demokratischen Lagers hinter den Amtsinhaber gestellt – wirklich gewachsen aber ist es nicht. Von der AfD gewann die CDU gerade 11.000 Wählerinnen und Wähler; weniger, als allein die Linke an die CDU verlor.
        […]
        Jeder Dritte will, dass die AfD mitregiert

        Das bedeutendste Ergebnis dieser Wahl ist nicht, dass viele Wählerinnen und Wähler der demokratischen Parteien taktisch geschickt gewählt haben. Bedeutender ist, dass die in Teilen rechtsextreme sachsen-anhaltische AfD – der gesamte Landesverband wird vom Verfassungsschutz beobachtet – trotz allem noch immer über 20 Prozent der Wählerstimmen holte. Fast ein Drittel der Sachsen-Anhalter möchte laut einer Umfrage mittlerweile sogar, dass die AfD mitregiert. Der siegreiche Reiner Haseloff sagte am Wahlabend, nun müsse begonnen werden, AfD-Wähler zurückzuholen. Nur: Welche Zugeständnisse will man diesen Menschen jetzt noch machen, ohne die Demokratie selbst zu gefährden?
        […]
        Wenn Reiner Haseloff jetzt vorhat, die AfD kleiner zu machen und von der „westdeutsch geprägten Republik“ spricht, die dafür vieles ändern müsse, dann ist zu befürchten, dass er das Ostdeutsche mit einer rechteren Politik gleichsetzt. Das wäre angesichts der vielen mutmaßlichen Leihstimmen aus anderen Parteien eine ziemlich gewagte Interpretation des Wählerwillens und es wäre auch wieder einmal das, was Ostdeutsche sonst so oft und zu Recht beklagen: eine Verkürzung ostdeutscher Identität auf Klischees.
        […]
        Das Ergebnis der Landtagswahlen ist eine Atempause. Sie verschafft den demokratischen Parteien und der Zivilgesellschaft Zeit, den Zugang der AfD zur Macht aufzuhalten, ihre Narrative zu widerlegen, sie zu isolieren. Stattdessen, und das würde dieses Ergebnis am Ende tragisch machen, könnte sich die CDU bis hoch zum Ministerpräsidenten in allem bestätigt fühlen, was sie in der vergangenen Legislaturperiode so getan hat. So könnte sich die Spirale weiterdrehen: Gute Wahlergebnisse für die AfD – Kopie ihrer Themen durch die CDU – gute Wahlergebnisse für die AfD. Nach dem auch durch vormalige Wähler links der CDU fabrizierten Traumergebnis besteht sogar die Gefahr, dass das Modell auf Bundesebene weitere Anhänger findet.

        Vielleicht bringt Haseloff seiner CDU ja doch noch bei, dass es noch weit größere Wählerpotenziale gibt als den Block der Demokratieunwilligen ganz rechts. Die knapp 40 Prozent Nichtwähler zum Beispiel, die auch die AfD nicht überzeugen konnte. Wäre es nicht viel mehr politische Energie wert, sie zum Wählen zu bringen? Oder, ganz verwegen: Menschen aus dem In- und Ausland, die eigentlich gern in einer hübschen Gegend wie Sachsen-Anhalt leben würden und die den strukturschwachen Regionen so sehr helfen könnten – wenn nicht viel zu viele politische Akteure immer wieder den Eindruck erwecken würden, dass gesellschaftliche Vielfalt in Teilen des Bundeslandes nicht erwünscht ist.

        Unrealistisch? Möglich. Aber auch nicht unrealistischer als der unerschütterliche Glaube daran, dass aus den 20,9 Prozent eines Tages wieder Wähler demokratischer Parteien werden können.

        https://www.zeit.de/politik/deutschland/2021-06/cdu-wahlergebnis-sachsen-anhalt-rechtsruck-afd/komplettansicht

        Da applaudiert die Linke-Vorsitzende:

        Reitschuster hat Anne Will geguckt (daß der sich das noch antut!):

        […]
        „Wir sind die einzig wahrnehmbare Oppositionspartei im Bundestag“, behauptet Tino Chrupalla in die Runde. Da glaubt Anne Will die Kamera nicht auf sich gerichtet und dreht sich hochmütig grinsend leicht zu Habeck rüber, der natürlich sofort Pfötchen gibt.
        Diese Arroganz von Habeck ist wirklich unerträglich. Hier wird er patzig, aber als Annalena Baerbock ihn im Vorbeigehen weggetreten hat, da hat ihm dieses unschöne Grinsen ganz gefehlt.
        Wagenknecht schaltet sich ein und man sieht sofort, sie will die Situation nutzen, ein paar ihrer neuen Schnittmengen mit der AfD hier wenigstens verbal wegzubügeln: ihre Partei sei doch auch Opposition. In welcher Frage aber? Bei den Grundrechten? Bei der Massenzuwanderung? Nein, in diesen Fragen sind die Linken sogar Wurmfortsatz der Bundeskanzlerin gewesen.
        Wagenknecht macht aber noch auf ein ganz anderes Drama aufmerksam: „SPD und Linke hatten in Sachsen-Anhalt mal über 50 Prozent! Jetzt sind es noch nicht einmal mehr zwanzig.“ Klar, aber damals wollte die SPD nicht mit der Linken. So wie die CDU heute nicht mit der AfD will. Mittlerweile würde die SPD die Linke allerdings mit Kusshand nehmen. Der Zug ist jedoch abgefahren.

        „Aber das Problem ist eben“, fasst Wagenknecht noch einmal in einem starken Moment zusammen, „solange wir uns an Debatten beteiligen (…) die viele Menschen als Affront auf ihre Lebensentwürfe verstehen, solange werden wir diese Menschen auch nicht erreichen.“ Vorher hatte die ehemalige Fraktionsvorsitzende die Nase gerümpft über die Genderdebatte.

        Der Stummfilm-Pianist aus Hessen

        Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier spricht minutenlang und man fragt sich sogar noch ein paar Minuten länger, was er überhaupt sagen wollte. Ehrlich, so haben früher Pianisten Stummfilme begleitet: einfach mal drauflos gespielt ins Blaue hinein.
        Aber natürlich: Seine Partei hat heute gewonnen und das trotz eines Ostbeauftragten der Bundesregierung, der den Ostdeutschen vor der Wahl ihre demokratische Eignung mal eben ganz abgesprochen hatte. „Die Transformation, wie kommen wir dahin ohne dass es viele Verlierer gibt“, fragt Bouffier noch. In Sachsen-Anhalt haben allerdings fast vierzig Prozent Nichtwähler und über zwanzig Prozent für die AfD möglicherweise klar gemacht, was sie grundsätzlich von der Idee einer so ominösen „Transformation“ halten.
        […]

        https://reitschuster.de/post/endet-boese-sachsen-anhalt-und-die-afd-bei-anne-will/

        Aber vielleicht war der Minizuwachs bereits ein Baerbock-Effekt? 😉

        Zum Lebenslauf mal wieder:

        In Potsdam war sie bis 2006 auch nur für die Homepage zuständig und nicht Büroleiterin, wie es sich bereits herausgestellt hatte. Und jetzt wird die Frauenkarte gezückt:

        Ganz meine Meinung.

        • @ Mark Smith:

          Noch so ein Artikel für Deine Sammlung:

          Daß Twitter einen Präsidenten-Tweet gelöscht hat, ist keiner Rede wert. Daß Twitter daraufhin geblockt wurde, provoziert einen Aufschrei von links. Selbst Merkel fand ja die Twitter-Trump-Löschung bedenklich.

          Ich lasse mich gern durch Aktualitäten ablenken, insbesondere durch Kuriositäten rund um die Sachsen-Anhalt-Wahl:

          Immerhin: das Baywatch-Foto ist doch genial!

          Die Grünen-Propagandisten stehen vor einem Debakel:

          Sie stehen knapp über der Fünf-Prozent-Hürde, und die FDP hat sie aus dem Stand überflügelt. 5,9 Prozent als Regierungspartei, die FDP als APO bei 6,4 Prozent. 😉

          Da hatten sie noch ein unzutreffendes Wahlerergebnis von 6,5% – was ja ebenfalls lachhaft ist angesichts von Kanzlerambitionen der Grünen.

          Die Bilder gleichen sich bei der SZ: Guttenbergs und Baerbocks Vita (sie hat lediglich Glück gehabt, ihren zweifelhaft-basislosen Promotionskurs abgebrochen zu haben, was sie erst Jahre später zugab):

          Es ist Wahlkampf, und da wird nun mal „Opposition Research“ betrieben, ohne Rücksicht auf Geschlecht und jenseits von ausländischen Einflüssen.

          Selbst die verbündete taz ist angesichts der Fehler entsetzt:

          Und die nicht lesbare WELT macht jedenfalls deutlich, daß sie wie SPIEGEL & Co. bereit ist, ungünstige Fotos der Kandidatin einzusetzen – wie das beim Kampagnen-Journalismus gegen Laschet gang und gäbe war. 🙂

          Der „Great Reset“ ist nämlich keine antisemitische „Chiffre“, sondern ein Ziel des kapitalistischen Davoser World Economic Forum unter Klaus Schwab. Warum bloß?

        • @ Gabriele Wolff

          Also zu Konzepten wie „Deep State“ oder „Great Reset“ bin ich doch äusserst skeptisch. Die Vorstellung, dass eine kleine Elite oder Gruppe mit gewissen Machtbefugnissen quasi weltumspannende und umfassende strukturelle Veränderungen herbeiführen kann, würde ich nun mal in Abrede stellen. Lokal und partiell ist das sicherlich möglich, aber mir sind die Analysen vielfach und wieder einmal zu unterkomplex. 😉

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