Warum die Presse versagt III

Diese Frage ist im Fall Aiwanger sehr leicht zu beantworten: Medien-Aktivismus bei fehlender Tatsachenbasis ist nun mal kein Qualitätsjournalismus.

„Politologe zum Fall Aiwanger: „Die Faktenbasis stimmt nicht“

Stand: 02.09.2023, 11:43 Uhr

Von: Mike Schier

Der Politikwissenschaftler Heinrich Oberreuter beobachtet die bayerische Landespolitik seit Jahrzehnten. Ein Gespräch über die wahrlich ungewöhnliche Flugblatt-Affäre um Hubert Aiwanger.

[…]

Herr Professor Oberreuter, die einen sprechen von Jugendsünde, die anderen von Antisemitismus-Skandal. Wie sehen Sie es?

Erstens wissen wir nicht, ob Hubert Aiwanger der Autor des Flugblattes war. Dieses Blatt war eine moralische Entgleisung größter Dimension, die ich auch nicht durchgehen lassen würde, wenn es 430 Jahre her wäre. Wir sind als Jugendliche mit dem Nationalsozialismus auf einem ganz anderen Niveau umgegangen. Aber was mich aufregt, ist der Umgang damit.

Was meinen Sie?

Ich frage mich, ob es seriös ist, von einer Tageszeitung wie der Süddeutschen auf einer derart ungesicherten Informationsgrundlage einen in Verantwortung stehenden Politiker zum Abschuss freizugeben. Offenbar ist die Quelle Lehrpersonal von damals, das seit Langem versucht, Aiwanger abzuschießen. Die Faktenbasis stimmt nicht! Und nicht nur die Grünen, SPD und FDP nutzen nun diesen moralischen Dreck dazu, Tagespolitik zu machen und sich der CSU als Partner anzubieten. Das ist auch alles andere als koscher. Wenn es Hubert Aiwanger war, dann muss er zurücktreten. Aber bislang weiß niemand, was wirklich los war.

Markus Söder hat 25 Fragen gestellt.

Ja, das klingt wahnsinnig aufwendig. Aber es hätten auch drei oder sieben sein können.

Wie beurteilen Sie Söders Krisenmanagement?

Er kann nicht sagen: Das geht mich nichts an. Er muss es ernst nehmen. Aber auch er weiß nicht, was vor 37 Jahren war. Aiwangers Verteidigungslinie: Es war der Bruder, den er nicht hinhängen wollte. Das könnte ich nachvollziehen. Wenn Markus Söder das nicht glaubt, dann könnte er Hubert Aiwanger entlassen – und die Freien Wähler müssten dann entscheiden, ob sie ohne Aiwanger weitermachen. Wenn nicht, dann gäbe es halt für die läppische Zeit von drei Wochen eine Minderheitsregierung (lacht).

Das spannende ist ja, was nach der Wahl passiert.

Danach würde es eine Koalitionsbildungsphase geben mit der Frage: Ist Aiwanger Teil der Regierung oder nicht. Und auch hier gilt: Wenn Aiwanger verantwortlich war, wird Söder Nein sagen. Dann werden die Freien Wähler eben ohne Aiwanger eine Koalition eingehen.

Meinen Sie?

Ja, das meine ich. Weil ohne Regierungsamt sind sie macht- und gestaltungslos.

Aber Aiwanger verkörpert quasi die Freien Wähler!

Als ich noch bei der Politischen Akademie in Tutzing im Amt war, hatte ich ein Gespräch mit der Fraktion. Damals habe ich ihnen geraten, eine größere innerfraktionelle Demokratie aufzubauen. Die Charta Aiwanger ist keine Lösung im Parlamentarismus. Aber Machtlosigkeit ist eben auch keine Lösung. Was haben sie denn sonst für Gestaltungsmöglichkeiten? Sie haben ja schon als Anhängsel der CSU relativ wenige. Wenn Aiwanger der Schuldige an diesem Flugblatt ist, dann wäre er klug beraten zu sagen: An mir soll das Wohl der Freien Wähler nicht scheitern.

Aber er hat ja auch eine wahnsinnige Zustimmung.

Im Moment profitieren die AfD und die Freien Wähler. Da wird jemand auf Basis ungesicherter Informationen attackiert. Jemand, der redet wie das Volk. Jemand, der Antworten auf Probleme verlangt, die die Menschen alltäglich erfahren. Andere Politiker schaffen das nicht.

[…]“

https://www.merkur.de/politik/politologe-zum-fall-aiwanger-affaere-statement-soeder-die-faktenbasis-stimmt-nicht-interview-news-92495361.html

D’accord, bis auf die Unversöhnlichkeit, was pubertäre Denke und pubertäres Verhalten angeht.

Was hat die Süddeutsche sich bei ihrer Kampagne in Zeiten einer schwachen Zustimmung zur Bundesregierung (19%) eigentlich gedacht? Daß die Grünen profitieren könnten?

Anna Mayr in der ZEIT sieht es ähnlich wie Oberreuter – aber dann doch auch wieder ganz anders:

„Hubert Aiwanger

Und jetzt viel Spaß mit dem Hubert

Er provoziert im Internet, liebt Waldarbeit und gilt nun als Markus Söders größtes Problem – wer ist Hubert Aiwanger, der Chef der Freien Wähler?

Von Anna Mayr

30. August 2023

[…]

Wer nicht in Bayern lebt, kannte Aiwanger bisher vielleicht wegen seiner Rede auf einer Demonstration gegen das Heizungsgesetz, in der er sagte, die „schweigende Mehrheit“ müsse sich „die Demokratie zurückholen“. Oder wegen seines X-Accounts (früher Twitter), auf dem er Thesen raushaut: „Der Urtrieb der Linken hierzulande ist, anderen etwas wegzunehmen.“

[…]

Einige Tage später meldete sich sein Bruder Helmut bei der Redaktion der Passauer Neuen Presse. Er habe das Pamphlet geschrieben, so wird er zitiert, er sei sauer gewesen, weil er sitzen geblieben war. Eine Geschichte, die ohne Zeitmaschine relativ schwer überprüfbar ist.

[…]

Ende Februar 2023, eine große Halle in Deggendorf, die Kapelle spielt Der treue Husar. Manche Männer tragen Lederhosen und manche einen Schmiss. Ein Krapfen kostet 2,50 Euro. In wenigen Minuten wird Hubert Aiwanger eintreffen, zum Politischen Aschermittwoch, einer wichtigen Sache in Bayern, es geht darum, Bier zu trinken und politische Gegner zu beleidigen.

[…]

Er steht am Rednerpult und sieht zerbrechlich aus. Er ist kein Bierbauchträger, kein Franz Josef Strauß. Seine linke Ferse hält er vom Boden abgehoben, sie schwingt beim Reden mit. Ein Skript hat er nicht.

Er sagt: „Herzlich willkommen bei denen, die an die Zukunft glauben, anstatt Insekten zu fressen und sich an die Straße zu kleben.“ Tosender Applaus.

Er sagt: „Diese Idioten in Berlin würden lieber im Winter frieren, als einen morschen Baum für Energie zu verwenden!“ Jubel.

Er sagt: „Lindner wäre im Wald nicht zu gebrauchen. Wo er mit dem Porsche nicht hinkommt, arbeitet er nicht.“

Er sagt: „Alles wird in Deutschland kritisiert, jeder, der arbeitet, muss sich rechtfertigen. Wenn wir dafür sorgen, dass die guten Leute hierbleiben, brauchen wir nicht so viele andere ins Land lassen!“

Er sagt: „Deutschland ist Technologieführer in der ganzen Welt. Das wären wir nicht, wenn wir seit 3000 Jahren kiffen würden!“ Am Ende klatscht sogar die Kapelle.

[…]

Auch wer politisch nicht mit Aiwanger übereinstimmt, muss zugeben, dass der Mann Humor hat. Dass er die Kunst beherrscht, Selbstverständliches zu sagen und dabei zu suggerieren, er sei der Einzige auf der Welt, der klar denkt. Wenn er auf Volksfesten spricht oder Interviews gibt, ist er wie auf Twitter: unerbittlich, undiplomatisch, gemein. Er rechtfertigt das damit, dass klare Sprache dazugehöre. Aber er fällt auf, weil er eben der Einzige ist, der so spricht.

[…]

Es existieren nun zwei mögliche Realitäten nebeneinander. In einer Realität hat Hubert Aiwanger den antisemitischen Text geschrieben und, anstatt sich zu entschuldigen, seinen Fehler zu gestehen, alles abgestritten. Dann musste er einen Schuldigen präsentieren und fand seinen Bruder. In der anderen Realität ist es, wie Hubert Aiwanger selbst es darstellt: Sein Bruder hat das Pamphlet verfasst, und weil er ihn nicht verpfeifen wollte, hat er die Sache nun am Hals, nach über 30 Jahren. Das Problem ist: Man kann etwas zu laute Bierzeltreden schwingen und gleichzeitig ein kluger Politiker sein. Aber ein „Freiflug durch den Schornstein in Auschwitz“, das hat man entweder in die Welt gebracht oder nicht.

Mitarbeit: Matthias Kirsch

https://www.zeit.de/2023/37/hubert-aiwanger-antisemitismus-flugblatt-markus-soeder-freie-waehler/komplettansicht

Warum kommt ihr nicht in den Sinn, daß eigentlich derjenige, der eine Kampagne führt, über eine „Zeitmaschine“ verfügen sollte, was allerdings nicht der Fall war? Mehr als den rechtswidrigerweise privat Schulunterlagen hortenden Lehrer, der seinerzeit dem Hubert ein Strafreferat aufgebrummt hatte, hatte die Süddeutsche nicht zur Hand. Wobei jener Lehrer über den Urheber des Flugblatts so wenig wußte wie darüber, wieso in der Tasche des Schülers Aiwanger Exemplare aufgefunden worden waren. Anhaltspunkte dafür, daß das Flugblatt überhaupt verteilt worden war, gibt es ebenfalls nicht. Derlei Lücken-Petitessen werden üblicherweise im heute grassierendem Verdachtsjournalismus mit Signalwörtern wie „offenbar“, „dürfte“ und „liegt nahe“ überpinselt.

Der BR am 2.9.2023:

„Angestoßen hatte die Berichterstattung [der Süddeutschen Zeitung] ein früherer Lehrer. Dem BR versicherte er seine Aussagen an Eides statt, möchte aber anonym bleiben. „Hubert Aiwanger saß im Vorzimmer des Direktorats als einziger Beschuldigter„, erinnerte er sich. Zunächst habe der Schüler im Sekretariat seine Unschuld beteuert, dann habe der damalige Direktor unter vier Augen mit ihm gesprochen. Da in Hubert Aiwangers Tasche Flugblätter gefunden worden seien, „galt er als überführt“. Aus Sicht der Lehrer damals sei es „eine Ein-Mann-Aktion“ gewesen. Deswegen habe der Disziplinarausschuss, dem er angehört habe, eine Strafe gegen Aiwanger verhängt.

Keiner der Schulkameraden, mit denen der BR gesprochen hat, erinnert sich daran, damals etwas von dem Flugblatt mitbekommen zu haben. Ein Schüler hatte das Papier in seine historische Arbeit aufgenommen, die prämiert wurde und in mehreren Bibliotheken – auch in der Internationalen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem – aufbewahrt wird. Er hatte das Flugblatt nach eigenem Bekunden nicht selbst gefunden, sondern es von seinem Lehrer erhalten.

[…]

Offizielle Schul-Dokumente werden bei der Aufklärung des Falls wohl nicht helfen können. Nach Auskunft des aktuellen Schulleiters des Burkhart-Gymnasiums seien dort keine Unterlagen zum Fall Aiwanger im Schuljahr 1987/88 vorhanden, teilte das Kultusministerium mit. Auch an der Dienststelle des Ministerialbeauftragten für die Gymnasien in Niederbayern gebe es keine Unterlagen zu der Angelegenheit. Das stehe im Einklang mit den vorgegebenen Aufbewahrungsfristen.“

https://www.br.de/nachrichten/bayern/hubert-aiwanger-als-schueler-unauffaellig-oder-antisemitisch,TodZOzL

Das entspricht ziemlich genau Aiwangers eigenen Erinnerungen, wie er sie am 31.8.2023/1.9.2023 gegenüber der WELT wiedergab:

„Hubert Aiwanger im Interview

„Ich sollte politisch vernichtet werden“

Stand: 31.8.2923 20:15 Uhr |

Von Tim Röhn

Ressortleiter Investigation und Reportage

Seit Ende vergangener Woche steht Hubert Aiwanger im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit – weil zu seiner Schulzeit ein antisemitisches Flugblatt bei ihm gefunden wurde und immer neue Vorwürfe dazu kommen. Nach Tagen des Schweigens spricht er im Exklusiv-Interview mit WELT ausführlich über die Affäre.

[…]

Kurz bevor das Gespräch beginnen soll, liest er in der Online-Ausgabe der „Bild“-Zeitung, dass eine ehemalige Mitschülerin behauptet, er habe als Schüler „Mein Kampf“ mit sich herumgetragen. Er müsse nun erst mal dazu twittern, entschuldigt er sich und legt auf.

„Es wird immer absurder. Eine andere Person behauptet, ich hätte Mein Kampf in der Schultasche gehabt. Wer lässt sich solchen Unsinn einfallen!?“, schreibt er bei „X“, vormals Twitter.

Dann ist er wieder am Apparat.

[…]

Aiwanger: Man muss sich schon fragen, wie solche Gemeinheiten produziert werden. Von den Vorwürfen bleibt übrig, dass ein Blatt oder wenige Blätter eines abscheulichen Papiers in meiner Tasche gefunden wurden. Weder die behauptete Verbreitung noch die behauptete Urheberschaft durch mich. Insofern wurde hier offenbar absichtlich gelogen und eine Verdachtsberichterstattung mit schwerwiegenden Folgen praktiziert. Und dann hieß es noch, es gebe Zeugen – aber nun sind da keine.

WELT: Ihr Bruder sagte dann, er habe das Papier verfasst.

Aiwanger: Auf den Gedanken ist die „SZ“ vorher ganz offensichtlich nicht gekommen. Sie hatten mich im Visier, Punkt. Das war stümperhaft und eine bodenlose Gemeinheit. Hätten sie früher gewusst, dass es mein Bruder war, hätten sie die Kampagne wohl gar nicht erst gestartet.

WELT: Warum haben Sie nicht von Anfang an gesagt, dass Ihr Bruder das Papier verfasst hat?

Aiwanger: Schon aus der Fragestellung der Anfrage waren viele Unwahrheiten zu erkennen. Ich wusste ja, dass ich nicht der Urheber war. In dem Moment habe ich einfach nicht gesehen, dass ich hier jetzt für Aufklärung sorgen sollte.

WELT: Vor der Veröffentlichung der „SZ“ waren Sie gefragt worden, ob Exemplare des Flugblatts in Ihrem Rucksack gefunden und Sie bestraft worden waren. Ihr Sprecher hatte das verneint. Hat er gelogen?

Aiwanger: Nein. Wir haben eine Antwort auf mehrere Fragen geschickt, von denen einige falsche Behauptungen beinhaltet hatten.

WELT: Aber hätten Sie nicht da schon sagen sollen, dass das Papier bei Ihnen gefunden wurde, Sie aber nicht der Verfasser seien?

Aiwanger: Wie gesagt: Schon in den Fragen steckten Unwahrheiten. Da hieß es, sie hätten Zeugenaussagen bezüglich der Urheberschaft. Ich wusste ja, dass das gar nicht sein kann. Dass die mit falschen Karten spielen. Also wollte ich denen nicht im Vorfeld alles auf den Tisch legen.

[…]

WELT: Was war das damals für eine Zeit? Die Schülerarbeit und auch die Schilderungen von ehemaligen Schülern deuten auf ein Problem mit Rechtsextremismus, mit Holocaust-Verharmlosung hin.

Aiwanger: Dieser Eindruck trügt. Diese Zustände gab es so nicht. Es werden jetzt von den Medien nur diese Leute gehört, die behaupten, dass es damals so gewesen sei. Menschen, die etwas anderes berichten, werden ignoriert. Ich glaube, dass die Wahrnehmung verzerrt und einseitig ist.

WELT: Und Sie? Wie waren Sie damals unterwegs? Was für ein Typ waren Sie?

Aiwanger: Auf alle Fälle nicht der, als der ich jetzt dargestellt werde – als Menschenfeind. Ich hatte viele Freunde, war nach meiner Wahrnehmung bei vielen beliebt. Ich war hilfsbereit, habe andere unterstützt und war niemand, der anderen etwas Böses wollte. Wissen Sie, ich bin kein böser Mensch. Ich verstehe nicht, warum man dieses Bild von mir zeichnet.

WELT: Und warum war das Papier damals in Ihrem Rucksack?

Aiwanger: (atmet tief durch) Fragen Sie mich bitte etwas anderes! Mein Bruder sagt ja, ich habe möglicherweise versucht, das Papier damals einzusammeln um zu deeskalieren. Mir fehlt schlichtweg die Erinnerung.

WELT: Der Unterschied zwischen Verteilen und Einsammeln ist elementar. Können Sie ausschließen, dass Sie es an andere verteilt haben?

Aiwanger: Das kann ich nicht mehr einordnen.

WELT: Warum haben Sie denn dann die Strafe akzeptiert?

Aiwanger: Weil Sie damals als relativ einfacher Ausweg erschienen ist. Auf der anderen Seite stand die Drohung mit der Polizei im Raum. Ich hatte das Flugblatt ja in der Tasche, ich saß ohnehin in der Patsche. Da wollte ich nicht mehr damit beginnen, jetzt zu erzählen, der Verfasser sei aber der Bruder. Das war dann eh schon alles egal.

WELT: Bruder hin oder her – hätten Sie angesichts des Inhalts dieses Pamphlets nicht entschiedener vorgehen müssen, den Verfasser melden müssen?

Aiwanger: Im Rückblick unter dieser Drucksituation, na ja. Natürlich hätte ich mir damit viel Ärger ersparen können. Aber dafür hätte ich meinen Bruder mit reingezogen. Wie auch immer ich es gemacht hätte: Im Nachhinein kann man es als falsch ansehen. Ich weiß aber auch gar nicht mehr, ob am Ende überhaupt nach dem Verfasser weiter ermittelt wurde. Vielleicht war der Direktor auch damit zufrieden, dass ich eine gewisse Strafe auf mich genommen habe. Damit war es dann erledigt. Auch meine Eltern wurden nicht hinzugezogen.

WELT: Waren Sie nicht erschrocken, dass Ihr Bruder so etwas verfasst hat? War er ein Nazi?

Aiwanger: Erschrocken ja, er war damals in einer schwierigen Situation, Klassenziel nicht erreicht, von den Klassenfreunden getrennt.

[…]“

https://www.welt.de/politik/deutschland/plus247222320/Hubert-Aiwanger-im-Interview-Ich-sollte-politisch-vernichtet-werden.html

Praktischerweise hatte der Chefredakteur der Süddeutschen schon am 29.8.2023 dieses menschlich verständliche Krisenmanagement Aiwangers zum Thema gemacht – mit der entlarvenden Äußerung, auf die Urheberschaft des Flugblattes komme es daher gar nicht mehr an:

„Aiwanger-Affäre: Jetzt meldet sich „SZ“-Chefredakteur Wolfgang Krach zu Wort

Die „Süddeutsche Zeitung“ verdächtigt den stellvertretenden bayerischen Ministerpräsidenten Hubert Aiwanger, vor 35 Jahren ein antisemitisches Flugblatt verfasst zu haben. Für ihre Berichterstattung ist sie jetzt selbst in die Kritik geraten. Chefredakteur Wolfgang Krach hat sich nun in der Angelegenheit zu Wort gemeldet und Einzelheiten zur Recherche genannt.

Henning Kornfeld | 29. August 2023 um 10:40

Die „SZ“ hatte am vergangenen Freitag erstmals über den Verdacht gegen Aiwanger berichtet. Am Samstag darauf bezichtigte sich indes dessen Bruder Herbert der Urheberschaft an dem Flugblatt. Kritiker werfen der „SZ“ nun vor, die von ihr genannten Indizien rechtfertigten eine Verdachtsberichterstattung gegen den bayerischen Politiker nicht.

Chefredakteur Wolfgang Krach verteidigt in einem Kommentar hingegen die Berichterstattung seines Blattes und fordert harte Konsequenzen für den Politiker: „Hubert Aiwanger ist nicht mehr haltbar. Nicht für seine Partei, nicht für seinen Koalitionspartner CSU – und auch nicht für Bayern.“ Krach weist zunächst auf Unstimmigkeiten in der Darstellung der Aiwangers hin. So habe der Politiker in seiner Erklärung von Samstag offen gelassen, warum er das Flugblatt in seinem Ranzen herumgetragen habe. „Glaubt jemand ernsthaft, er habe es wieder eingesammelt, um zu ‚deeskalieren‘, wie sein Bruder neuerdings behauptet? Warum ist ihm das dann nicht früher eingefallen?“, fragt Krach rhetorisch.
[…]

Allein schon durch den Umgang mit der Affäre habe Aiwanger „Zweifel an seiner Glaubwürdigkeit selbst gestiftet und Vertrauen zerstört“, meint Krach. „Auf die Urheberschaft kommt es nicht mehr an, der Rest ist schon schrecklich genug.““

https://kress.de/news/beitrag/146243-aiwanger-affaere-jetzt-meldet-sich-quot-sz-quot-chefredakteur-wolfgang-krach-zu-wort.html

Das ist wirklich erbärmlich.

 Daß sich neben vielen anderen speziell der BR und der SPIEGEL der Kampagne anschlossen und u.a. frühere, Aiwanger-kritische, Mitschüler ausgruben, die aus dem Nebel der Erinnerung Passendes zusammenklaubten, gern auch anonym („eidesstattliche Versicherung liegt der Zeitung vor“, die im Zweifel ihre dubiosen „Informanten“ unter Verweis auf Quellenschutz schützt), kommt dem blasenfernen Betrachter eher wie ein zusätzlicher Beleg für die Dünnbrüstigkeit einer Kampagne vor, die den Kampf gegen Antisemitismus nur als empörungsauslösendem  Vorwand benutzt:

„„Politische Vernichtung“

Wolffsohn verteidigt Aiwanger!

Gastkommentar

Von: Michael Wolffsohn*

28.08.2023 – 10:22 Uhr

„Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant.“ Auch wenn es der Denunziant gut meint. Jüngsten Anschauungsunterricht bietet uns der Fall des bayerischen Vize-Ministerpräsidenten und Wirtschaftsministers Hubert Aiwanger. Bislang fiel er nie durch irgendwelche antisemitischen Äußerungen auf. Den Unmut seiner Gegner zog er sich mit anderen Aussagen zu.

Ein Recherchen-Team der „Süddeutschen Zeitung“ veröffentlichte: Aiwanger hätte als 17-jähriger Schüler vor rund 35 Jahren ein ekelerregendes, antisemitisches Flugblatt verfasst.

Wer das Flugblatt liest, erkennt sofort: Ja, es ist ekelhaft und widerwärtig. Warum? Weil es tändelnd über die Hölle auf Erden witzelt, nämlich über das nationalsozialistisch-deutsche Vernichtungslager Auschwitz. Dort wurden rund 1,3 Millionen Menschen ermordet, davon 1,1 Millionen Juden. Darüber machen anständige Menschen keine Witze.

Ist jenes Flugblatt antisemitisch? Es ist menschenverachtend, aber ist es deswegen automatisch antisemitisch? Antisemiten machen Juden als Juden verächtlich. Sie fordern die Benachteiligung und sogar Ermordung. Kein Wort davon in diesem dreckigen Text. Merke: Nicht jeder Dreck ist zugleich antisemitisch.

Zeugen von damals haben Hubert Aiwanger beschuldigt. Sie alle bestehen auf Anonymität. Seltsam: Für eine gute Sache – also den Kampf gegen Antisemiten – nicht mit offenem Visier kämpfen?

[…]

 „Hysterische Aiwanger-Kritiker messen mit zweierlei Maß“

Als Jude wehre ich mich dagegen, dass Denunzianten uns Juden für ihre tagespolitischen Zwecke missbrauchen. Kurz vor den Wahlen in Bayern wollen sie den konservativen Aiwanger und seine Freien Wähler als Nazis und, daraus abgeleitet, Antisemiten abstempeln. Wer konservativ mit „Nazi“ und „Antisemit“ gleichsetzt, ist ahnungslos und verleumderisch. Wer es dennoch tut, lasse uns Juden aus diesem miesen Spiel raus.

Die hysterischen Aiwanger-Kritiker messen mit zweierlei Maß. Konservativen werfen sie jugendliche Dummheiten, Widerwärtigkeiten, Fehler oder Straftaten lebenslänglich vor und fordern noch Jahrzehnte später, also heute, Konsequenzen. Ex-Außenminister Joschka Fischer (Grüne) gilt als Staatsmann. Dabei hatte er mit 25 Jahren einen Polizisten, also einen Staatsbeamten, brutal verprügelt. Vergeben und vergessen. Weil Joschka grün und Aiwanger konservativ ist?

Kein Zweifel: Joschka Fischer hat sich gewandelt. Vielleicht hat Hubert Aiwanger mit 17 tatsächlich Nazis verharmlost. Doch, anders als dem grünen Joschka, soll man dem konservativen Aiwanger nicht zubilligen, dass er sich gewandelt hat?

Die SPD-Politikerin Sawsan Chebli postete: „Als Schüler verfasste Aiwanger ein antisemitisches Flugblatt, das alles überschreitet, was man für möglich gehalten hat.“ Inzwischen ist dieser Post von ihrem X-Account gelöscht. Aber Frau Chebli war als Jugendliche selbst bekennende Antisemitin. Für Aiwanger gilt also nicht, was für sie gilt. Entlarvend ist das.

Mein muslimischer Freund Ahmad Mansour gibt unumwunden zu: Als Jugendlicher war er Antisemit. Heute bekämpft er heldenhaft den Antisemitismus.

[…]

Die „Süddeutsche Zeitung“ schreibt mehrheitlich gegen die jetzige Koalition aus CSU und Freien Wählern in Bayern. Das ist ihr gutes demokratisches Recht. Aber weder Aktivismus noch Verdachtsjournalismus sind Qualitätsjournalismus.

[…]“

https://www.bild.de/politik/inland/politik-ausland/politische-vernichtung-wolffsohn-verteidigt-aiwanger-85194990.bild.html

Dann gab es doch noch einen nicht-anonymen Zeugen, von dem der BR am 2.9.2023 so berichtete:

„Nachdem es tagelang nur anonyme Anschuldigungen gegen Hubert Aiwanger gegeben hatte, äußerte sich am Dienstagabend [29.8.2023]  erstmals ein ehemaliger Mitschüler vor einer Kamera: Mario Bauer, der von der 7. bis zur 9. Jahrgangsstufe mit Aiwanger in einer Klasse war, anschließend eine Stufe unter ihm. Im Interview für das ARD-Politikmagazin „report München“ schilderte Bauer, dass Aiwanger in der Schule ab und zu „den Hitlergruß“ gezeigt und „Hitler-Reden imitiert“ habe. Auch habe er öfter Witze über Juden und das KZ Auschwitz erzählt.

[…]“

https://www.br.de/nachrichten/bayern/hubert-aiwanger-als-schueler-unauffaellig-oder-antisemitisch,TodZOzL

Ruft man den Beitrag vom 29.8.2023 auf, liest man von der konkreten Jahrgangsstufe nichts, dafür aber etwas vom „Klassenzimmer“:

„29.08.2023, 23:53 Uhr

Ex-Mitschüler spricht über Aiwanger: Hitlergruß und Juden-Witze

Tagelang gab es nur anonyme Vorwürfe gegen Hubert Aiwanger, im BR-Interview äußert sich erstmals ein Ex-Mitschüler vor der Kamera: Aiwanger habe damals Hitler imitiert und Juden-Witze erzählt. Die Freien Wähler beklagen „Diffamierungsversuche“.

[…]

Reporterinnen und Reporter des BR sprachen in den vergangenen Tagen mit zahlreichen Mitschülern Aiwangers. Deren Erinnerungen waren höchst unterschiedlich. Mario Bauer ist der Erste, der offen vor einer Kamera seine Erinnerungen an seinen früheren Schulkameraden schildert.

Beim Betreten des vollbesetzten Klassenzimmers habe Hubert Aiwanger ab und zu „einen Hitlergruß gezeigt“, erinnert sich Bauer im Interview mit „report München“ und BR24. Auch habe er oft Hitler-Reden imitiert. „Da wollte er immer damit auffallen.“ Damit bestätigt der Ex-Mitschüler, der drei Jahre lang mit Aiwanger in einer Klasse am Burkhart-Gymnasium Mallersdorf-Pfaffenberg war, öffentlich anonyme Aussagen, über die „Süddeutsche Zeitung“ und „Münchner Merkur“ berichtet hatten. Der „Merkur“ schrieb unter Berufung auf Zeitzeugen von damals, im Zusammenhang mit einem antisemitischen Flugblatt sei vor 35 Jahren schnell der Verdacht auf den 16 oder 17 Jahre alten Hubert gekommen, weil dieser in der Klasse als Hitler-Imitator aufgefallen sei.

[…]

Zum Flugblatt kann Mario Bauer nichts sagen, er erinnert sich aber an Hubert Aiwangers auffälliges Verhalten. Auch Witze über Juden und das KZ Auschwitz habe sein Mitschüler „definitiv“ erzählt. Man könnte natürlich sagen, es sei eine pubertäre Phase gewesen, viele hätten ihn damals „als Spinner“ abgetan, sagt der Ex-Mitschüler am Dienstagabend. „Welche starke Gesinnung dahinter gesteckt hat? Keine Ahnung, das kann man schwer sagen.““

https://www.br.de/nachrichten/bayern/ex-mitschueler-spricht-ueber-aiwanger-hitlergruss-und-juden-witze,ToLgrHE

Also teilte Mario Bauer das Klassenzimmer mit Hubert Aiwanger lediglich im Alter zwischen 12-14 Jahren, kaum ein Alter, in dem man mit Hitler-Imitationen und -grüßen auffällig wird. Die Merkur-Verdachtszeugen kann man gleich ins Reich der Legende verweisen: in Verdacht geriet Aiwanger, weil man Flugblätter bei ihm gefunden hatte. Keiner der Zeugen hat das Flugblatt seinerzeit gesehen. Zeugen, die dem BR nicht ins Konzept paßten, wurden abgewertet, wenn sie mit ihm den Klassenraum nicht teilten:

„Namentlich geäußert hat sich mit Christian Augsburger noch ein Kollegstufen-Kamerad Aiwangers, der mit ihm aber lange Jahre nicht in einer Klasse war und auch keine Abi-Kurse mit ihm belegte. Er habe Aiwanger erst mehrere Jahre später bei einem späteren Praktikum näher kennengelernt, erzählte er. „Ich habe ihn als einen sehr ruhigen und korrekten Mitschüler sowie fleißigen Mitpraktikanten erlebt. Ein ganz normaler Typ eben.“ Zu den Vorwürfen anderer Mitschüler könne er nichts sagen, da er davon nichts mitbekommen habe. Ein weiterer Schulkamerad, jünger als Hubert Aiwanger, er besuchte nie die gleiche Klasse, erlebte ihn aber im Schulbus. Seiner Erinnerung nach war er „nicht rechts“, habe keinen Hitlergruß gemacht, sondern sei unauffällig gewesen.“

https://www.br.de/nachrichten/bayern/hubert-aiwanger-als-schueler-unauffaellig-oder-antisemitisch,TodZOzL

Und dann blieb beim BR noch folgender Beifang hängen, der trotz Zweckverfehlung natürlich ausgebreitet werden mußte:

„Die Säureattacke

Auch Lehrerin Gudrun Arnold, die dem BR eine Bestrafung Hubert Aiwangers in einem ganz anderen Fall schilderte, bekam nach eigenen Angaben nichts von einer rechtsradikalen Orientierung mit. Arnold war Kunstlehrerin und versicherte dem BR eidesstattlich, dass sie von Hubert Aiwanger in der neunten Klasse von hinten mit einer ätzenden Flüssigkeit bespritzt worden sei. Die Substanz habe Löcher in ihre Kleidung geätzt. Auch eine zweite Lehrerin soll betroffen gewesen sein. „Gott sei Dank wurde mein Gesicht nicht getroffen“, sagte Arnold. „Ich war durch den Vorfall geschockt.“

Die Strafe für Hubert Aiwanger sei ein Direktoratsverweis gewesen. Die Eltern hätten die Kleidung ersetzen müssen. Hubert Aiwanger ließ eine Anfrage von BR24 mit Bitte um Stellungnahme dazu unbeantwortet.“

https://www.br.de/nachrichten/bayern/hubert-aiwanger-als-schueler-unauffaellig-oder-antisemitisch,TodZOzL

Großer Gott! Wo soll das enden? Schockierende Vorfälle im Kindergarten? Schmeißen mit Sandschäufelchen in den Rücken, was glücklicherweise nicht ins Auge ging?

Funfact: der humorlose und vegane Obergrüne bei der ZEIT, stv. Chefredakteur Bernd Ulrich, regte sich am 1.9.2023 mächtig über dieses Detail auf:

„Und das ist die Lage für Söder: Eine falsche Bewegung gemacht, ein falsches Wort gesprochen, ein Momentum verpasst – und das war’s. Diese Zuspitzung hat sich der CSU-Chef selbst zuzuschreiben. Denn der Mann, der mal mit AfD-Themen geflirtet hat, dann auch mal mit den Grünen, hat seinen ganzen Wahlkampf darauf aufgebaut, gegen dieselben Grünen zu polemisieren und auf keinen Fall mit ihnen zu koalieren. Dabei bedient sich Söder übrigens oft derselben Polemiken und derselben Lügen wie sein Vize (Grüne wollen, dass wir Insekten essen).“

https://www.zeit.de/politik/deutschland/2023-09/hubert-aiwanger-markus-soeder-flugblatt-affaere/komplettansicht

Über die klimaschutztechnischen Vorteile von Mehlwurm, Grille & Co. gegenüber Schwein und Rind wird ja wohl nicht grundlos allseits „aufgeklärt“, oder? Ulrich muß aber auch viel ertragen zur Zeit: in derjenigen VW-Kantine, in der es ausschließlich Vegetarisches gab, wird die echte Currywurst wieder eingeführt, und der mäkelige Vegetarier Özdemir hat mit seinem „ambitionierten“ ökologischen Anforderungsprofil zum kleinen Preis die Caterer derartig abgeschreckt, daß es im Landwirtschaftsministerium seit dem 1.7.2023 nun gar keine Kantine mehr gibt.

Wenn’s nach Ulrich geht, reicht eine bloße Stellungnahme eines „Beschuldigten“ eh nicht aus: es muß schon eine öffentliche therapeutische Familienaufstellung sein. Mindestens!

„Denn wenn es so gewesen sein sollte, wie die beiden behaupten, dann muss es doch zwischen dem aufrechten Demokraten Hubert und dem neonazistisch verirrten Helmut enorme Konflikte gegeben haben. Davon könnten sie ja berichten. Oder davon, wie der Hubert den Helmut seinerzeit aus dem braunen Sumpf gezogen hat. So eine konkret erlebte und ehrlich erzählte Geschichte könnte die leidlich gutwilligen Leute überzeugen und versöhnen. Wenn sie denn stimmt. Jedoch: Sie erzählen nicht, sie stammeln und sie keilen.

Wieso glaubt Hubert Aiwanger, sich das leisten zu können?“

Ich glaube, mein Rechtsstaats-Schwein pfeift.

Die Beantwortung der 25 Fragen durch Aiwanger erbrachten nichts Neues, riefen aber noch einmal die Standards auf, die unser Zusammenleben regeln sollten:

„Antisemitismusvorwürfe

So antwortete Hubert Aiwanger auf Markus Söders Fragen

In der Flugblattaffäre stellte Bayerns Ministerpräsident seinem Vize 25 Fragen. Das sind die Antworten des Freie-Wähler-Chefs.

3. September 2023, 12:39 Uhr Quelle: ZEIT ONLINE, isd, ast

[…]

Vorbemerkung

Das besagte Flugblatt habe ich nicht verfasst und erachte es damals wie heute als ekelhaft und menschenverachtend. Es spiegelt weder damals noch heute meine persönliche Haltung wider. 

Die mit diesem Fragenkatalog angesprochenen Vorgänge liegen rund 36 Jahre zurück. Damals war ich 16 Jahre alt. Ich weise daher darauf hin, dass mir viele Details heute nicht mehr erinnerlich sind. Zudem kann der Wahrheitsgehalt vieler Vorwürfe nicht mehr zweifelsfrei festgestellt werden. Sachverhalte können nicht mehr vollständig rekonstruiert werden. Ebenso ist die Interpretation und Einordnung in den situativen Kontext nicht mehr möglich. 

Ich bereue, wenn ich durch mein Verhalten in Bezug auf das Pamphlet oder weitere Vorwürfe gegen mich aus der Jugendzeit Gefühle verletzt habe. 

Entsetzt bin ich, wie mit einem Dokument aus meiner Schulzeit und der Weitergabe von Informationen aus dem geschützten Raum Schule durch einen Lehrer versucht wird, mich politisch und persönlich fertig zu machen. Die Veröffentlichungen aus Lehrerkreisen sind ein massiver Verstoß gegen das Bayerische Dienstrecht. Gegen die Verdachtsberichterstattung mit überwiegend anonymen Aussagen und dem Weglassen entlastender Inhalte behalte ich mir rechtliche Schritte vor.

[…]

14. Wieso haben Sie gegenüber der Schulleitung die Verantwortung für das Flugblatt übernommen?

Ich weiß nicht, ob und was ich an Verantwortung für das Flugblatt übernommen habe. Nach dem Auffinden des Flugblattes in der Schultasche wurde mir mit der Polizei gedroht. Als Ausweg wurde mir angeboten, ein Referat zu halten. Darauf ging ich unter Druck ein. Damit war die Sache wohl für die Schule erledigt.

15. Haben Sie vor der Schulleitung zugegeben bzw. eingestanden, dass das Flugblatt von Ihnen stammt?

Es wird auf die Frage 14 verwiesen.

16. Haben Sie das Ihnen als Sanktion auferlegte Referat gehalten? 

Nach meiner Erinnerung wahrscheinlich ja.

17. Wieso haben Sie keinen Verweis von der Schulleitung bekommen? Wieso wurden Ihre Eltern nicht einbezogen, obwohl Sie noch minderjährig waren?

Diese Fragen kann nur die damalige Schulleitung beantworten.

18. Haben Sie Ihren Bruder mit dem Flugblatt konfrontiert? Haben Sie ihm klargemacht, weshalb ein derartiger Inhalt absolut indiskutabel ist? Hat Ihr Bruder Einsicht gezeigt?

Mein Bruder und ich standen unter Schock. Die Vorstellung eines Polizeibesuchs im Elternhaus hat mir Angst gemacht. Mein Bruder war selbst im Nachhinein über den abscheulichen Inhalt beschämt und hat die Sache sehr bereut. 

19. Warum hat sich Ihr Bruder damals nicht zu dem Flugblatt bekannt, sondern erst jetzt?

Mein Bruder war aufgrund seiner schulischen Probleme damals ohnehin in einer schwierigen Situation und hatte Angst vor dramatischen Folgen. Aufgrund der aktuellen Verdächtigungen gegen mich klärte mein Bruder die Urheberschaft auf.

[…]

22. Gab es in der Schule weitere Vorfälle, bei denen disziplinarisch gegen Sie vorgegangen wurde? Wenn ja, welche?

Mir ist neben einem Vorfall im Kunstunterricht, der mit der aktuellen Diskussion nichts zu tun hat, nichts in Erinnerung (Anmerkung: Allgemein ist dafür Sorge zu tragen, dass der Schutzraum Schule nicht ausgehöhlt wird. Schüler, Eltern und Lehrer müssen sich darauf verlassen können, dass schulische Interna nicht in die Öffentlichkeit getragen werden).

23. Welche Konsequenzen haben Sie damals aus der Angelegenheit für sich persönlich gezogen?

Der Vorfall war ein einschneidendes Erlebnis für mich. Er hat wichtige gedankliche Prozesse angestoßen.

24. Wie positionieren Sie sich zu dem Vorwurf, dass auch Ihr weiteres Verhalten bzw. Auftreten zur Schulzeit eine Nähe zu nationalsozialistischem Gedankengut nahegelegt habe, weshalb der Verdacht auf Sie gefallen sei (lt. Presseberichten angeblich Imitationen von Hitler und seinen Reden, „Hitlerbärtchen“)?

25. Gab es weitere mögliche rechtsradikale Aktivitäten in der Vergangenheit?

Die Fragen 24 und 25 werden gemeinsam beantwortet: Ich habe als Jugendlicher auch Fehler gemacht, die mir heute leidtun. Ich bereue, wenn ich durch mein Verhalten in der Jugendzeit Gefühle verletzt habe. Fehler aus der Jugendzeit dürfen einem Menschen allerdings nicht für alle Ewigkeit angelastet werden. Jedem Menschen muss auch ein Entwicklungs- und Reifeprozess zugestanden werden.

https://www.zeit.de/politik/deutschland/2023-09/flugblattaffaere-hubert-aiwanger-fragenkatalog

Es wird noch weitere Nachtret-Kommentare geben wie diesen, der exemplarisch geeignet ist, die wahre Stoßrichtung der Kampagne offenzulegen:

„Aiwanger-Affäre

Alles für die Macht

Markus Söder ist ein begnadeter Instinktpolitiker. Der Fall Aiwanger wäre für ihn die Chance gewesen zu zeigen, dass er auch Prinzipien hat. Doch er hat sie verpasst.

Ein Kommentar von Katharina Schuler

3. September 2023, 14:17 Uhr

Markus Söder gehört zu den erfahrensten Machtpolitikern in diesem Land. Der bayerische Ministerpräsident hat ein Gespür dafür, was bei einer Mehrheit der Bevölkerung – respektive der potenziellen CSU-Wähler – ankommt und was nicht.

[…]

Bayern sei ein Bollwerk gegen Antisemitismus und Rassismus, erklärte er zwar in seinem kurzen Statement am Sonntag.

https://www.zeit.de/politik/deutschland/2023-09/markus-soeder-will-hubert-aiwanger-im-amt-belassen

Doch die Entscheidung, Hubert Aiwanger trotz des antisemitischen Flugblatts, mit dem er in Verbindung gebracht wird, nicht nur im Amt zu behalten, sondern seinem Koalitionspartner, den Freien Wählern, auch keinerlei Auflagen für die weitere Zusammenarbeit zu machen, spricht dieser Behauptung Hohn.

Dürftige Antworten

Natürlich, da hat Söder recht, sollte niemand mit über 50 Jahren ausschließlich daran gemessen werden, was er als 17-Jähriger gedacht und getan hat. Doch im Fall Aiwanger ist der Vorfall von damals nicht nur besonders widerwärtig, seine Entschuldigungen und Reuebekenntnisse waren dürftig und verspätet.

[…]

Auch die Antworten, die Aiwanger nun auf die von Söder gestellten Fragen gegeben hat (PDF), bleiben mehr als dürftig. Weder erklärt er, wie das Flugblatt in seine Tasche kam, noch ob es ein oder mehrere Exemplare waren oder ob er es verteilt hat oder nicht. „Nicht erinnerlich“ ist die Antwort. Das ist wenig glaubwürdig. Immerhin gab es damals ein Disziplinarverfahren an der Schule. Man sollte meinen, wer in einen solchen Vorfall verwickelt war, weiß auch 35 Jahre später noch, wie es dazu kam. Dafür versäumt Aiwanger es in keiner seiner Erklärungen, darauf hinzuweisen, wer in seinen Augen das eigentliche Opfer ist: er selbst nämlich, der sich einer Kampagne zu seiner politischen Vernichtung ausgesetzt sieht.

Von wegen beendet

Söder räumt selbst ein, dass die Antworten nicht befriedigend sind. Konsequenzen will er daraus keine ziehen. Auch, weil es seither keinen ähnlichen Vorfall gegeben habe, wie er sagt. Das aber ist der eigentliche Vorwurf, den man Söder machen muss: Es mag stimmen, dass Aiwanger sich seither nicht mehr antisemitisch geäußert hat. Dass es aber eine Verbindung gibt zwischen der von mehreren Zeugen bestätigten rechtsradikalen Haltung des jungen Aiwanger zu seinem heutigen Rechtspopulismus, scheint offensichtlich. Wenn Aiwanger als bayerischer Minister und Vizeministerpräsident davon redet, dass sich die schweigende Mehrheit die Demokratie zurückholen müsse, hätte das allein schon reichen müssen, ihn als Koalitionspartner nicht länger in Betracht zu ziehen. Stattdessen etikettiert Söder Aiwanger weiterhin als „bürgerlich“, während er den Grünen diese Eigenschaft abspricht.

[…]“

https://www.zeit.de/politik/deutschland/2023-09/hubert-aiwanger-affaere-markus-soeder-bayern

Der im engsten Aktivistenkreis rund um den Vettern-Wirtschaftsstaatssekretär Graichen zusammengezimmerte Entwurf des Heizungsgesetzes sah sich allseits derartig gravierender Kritik ausgesetzt, daß er – auch im Interesse der schweigenden Mehrheit – abgeändert werden mußte. Der nächste demokratie-defizitären Versuch, den Entwurf unter Ausschaltung einer echten parlamentarischen Debatte durchzupeitschen, konnte glücklicherweise vom BVerfG gestoppt werden. Alles schon vergessen?

Harald Martenstein über eine gefährdete Demokratie, die sich auf Denunzianten stützt, wie sie auch die Aiwanger-Kampagne befeuerten:

„Harald Martenstein

Über das Denunziantentum

ZEITmagazin Nr. 37/2023 30. August 2023, 16:52 Uhr aktualisiert am 3. September 2023, 11:47 Uhr

[…]

Zweiter Akt. 2018 richtet die AfD in Hamburg eine Meldestelle ein, wo Eltern, Schülerinnen und Schüler die Namen von Lehrern veröffentlichen können, die sich im Unterricht gegen die AfD aussprechen. Solche Äußerungen verstießen gegen das staatliche Neutralitätsgebot. Die SPD-Politikerin Katarina Barley sagt dazu: „Organisierte Denunziation ist ein Mittel von Diktaturen.“

Dritter Akt. Im Jahr 2023 überzieht Deutschland ein dichtes Netz von Meldestellen, vergleichbar dem Autobahnnetz. Sie alle berufen sich auf edle Beweggründe. Dem Schutz von Whistleblowern dient das neue „Hinweisgeberschutzgesetz“, in Kraft getreten am 2. Juli. Bei Androhung von Geldbußen ist jedes der mehr als 90.000 Unternehmen und jede öffentliche Einrichtung ab 50 Beschäftigten verpflichtet, zusätzlich zu ihren anderen Verpflichtungen eine Meldestelle einzurichten. Auch anonyme Meldungen werden bearbeitet, auch „Verdachtsmomente“ können gemeldet werden. In der langen Liste des zu Meldenden stehen auch Äußerungen von Beamten, die „einen Verstoß gegen die Pflicht zur Verfassungstreue“ begehen, oder „Verstöße gegen den Schutz der finanziellen Interessen der Europäischen Union“.

Parallel dazu gibt es die „Meldestelle des Bundes“, angesiedelt beim Bundesamt für Justiz, unter anderem zuständig für möglicherweise verfassungsfeindliche Äußerungen oder Gebärden von Beamten auch unterhalb der Strafbarkeitsgrenze, die Meldestelle des BKA speziell für Hass und Hetze im Internet, die Meldestelle Antifeminismus, wo unter anderem „antifeministische Zwischenrufe“ bei Veranstaltungen gemeldet werden können oder Publikationen, in denen „Gender-Ideologie“ kritisiert wird. Es gibt auch das „Berliner Register“ zum Melden von „Diskriminierung“ und „extrem rechten Aktivitäten“, als rechtsextrem wird auch das Kleben von „antikommunistischen Stickern“ gewertet, es gibt die „Meldestelle antimuslimischer Rassismus“ und viele mehr. Die „Meldestelle des Bundes“ soll ab 1. Juli 2024 auch für anonyme Meldungen freigeschaltet werden.

Vierter Akt. Laut einer aktuellen Umfrage haben 54 Prozent der Bevölkerung nur noch „weniger großes“ oder „geringes“ Vertrauen in die Demokratie. Gleichzeitig sagen 90 Prozent, dass ihnen ein Leben in Freiheit, das Recht auf freie Meinungsäußerung und freie Wahlen wichtig seien. Die Schnittmenge zwischen überzeugten Demokraten und denen, die an der heutigen Demokratie zweifeln, muss folglich groß sein. Ich glaube nicht, dass zur Veränderung dieses Meinungsbildes der Ausbau des anonymen Meldewesens der richtige Weg ist. Katarina Barley hat recht.“

https://www.zeit.de/zeit-magazin/2023/37/harald-martenstein-denunziation-demokratie

„Hass und Hetze“ ist weder auf das Internet beschränkt noch Merkmal einer einzigen Gruppe im Kulturkampf, der von der veröffentlichten Meinung dominiert wird. Letztere hat sich von den Bürgern entkoppelt, was am 8.10.2023 zu besichtigen sein wird.

1.107 Gedanken zu „Warum die Presse versagt III

  1. Um an meinen letzten Beitrag zum Ukraine-Krieg anzuschließen, in dem Selenskij immer mehr zwangsgezogene Zivilisten, aber auch vom Westen ausgebildete Soldaten (Leopard-Panzerfahrer an der Saporischschja-Front, von Deutschen trainierte Spezialkräfte zur Überquerung des Dnjepr bei Cherson) verbluten läßt:

    „Die Ukraine ist von den USA längst abgehakt. Ein failed State, ein failed Krieger gegen Rußland. Möge die EU sich darum kümmern – und schon springt Scholz in die Bresche und ermuntert die deutsche Wirtschaft, in die Ukraine zu investieren, für Ausfälle hafte der deutsche Steuerzahler. Die wenigen Filetstücke haben sich längst US-Firmen gesichert.“

    Warum die Presse versagt III


    [h]ttps://gabrielewolff.wordpress.com/2023/09/03/warum-die-presse-versagt-iii/comment-page-3/#comment-101423

    Die Ukraine setzt gegen die russische Offensive bei Avdeevka/Awdijiwka nach der russischen Eroberung der strategisch wichtigen Abraumhalden-Anhöhe auf Symbolik:

    Die Fahne steht längst wieder, und die fortschreitenden ukrainischen Verluste an allen Frontabschnitten sind ein Desaster, das jeden, der nicht dem NATO-Wahn verfallen ist, unendlich traurig stimmen muß. Es geht doch um Menschenleben, nicht um imperiale pipedreams, wie man Rußland wohl schwächen könnte!

    In all dem Elend habe ich eine Nachricht mit Entzücken gelesen:

    […]
    Alles so schön bunt hier, im Studio des Magazin Royale. Die Late-Night-Kulisse. Das Orchester, das Publikum. Und erst mal der Herr mit den grauen Haaren, im Slim-Fit-Anzug mit Krawatte: Jan Böhmermann, 42. Hier die Guten, Böhmi & Fans – da die Bösen, die Nazis. Und das sind eigentlich alle, die nicht bei drei auf seiner Linie sind.

    Sandra Maischberger ist Nazi, sein Ex-Arbeitgeber Harald Schmidt ist Nazi und CDU-Chef Friedrich Merz ist quasi der Ober-Nazi.
    2.700.000 FollowerInnen gefällt sowas. Kein Wunder, dass da Neid aufkommt bei den alten weißen Männern. Die regen sich auf über Böhmermanns Nazi-Fimmel und seine „schmutzige Denunziation“ (FAZ), über den „Meinungspolizisten“ (Stern) und „Exorzisten“ (Cicero).

    Die Süddeutsche Zeitung ortet in seiner wöchentlichen Sendung, der doch immerhin um die 20 Gagschreiber zuarbeiten sollen, gar eine „talentlose Billigware“ und „Schnellschusshumor aus dem Fleisch der Demagogie“. Und Harald Schmidt, in dessen Satire-Sendung Böhmermann einst als Mädchen für alles in das Humorfach beim Fernsehen hüpfte, kommentiert den Nachwuchs nur knapp als „Krawallschachtel“.
    Was ist da los? Ein Missverständnis? Haben die alle nicht verstanden, dass der gebürtige Bremer, dieser rechtschaffene Ehemann und Vater von drei Kindern im Kölner Vorort Pulheim, ein „investigativer Journalist“ ist und ein „Satiriker“? Letzteres vor allem immer dann, wenn die exklusiven „Enthüllungen“ sich als substanzlos erweisen – und das tun sie immer öfter.
    Arne Schönbohm, den Böhmermann als „Cyberclown mit Kontakten zum russischen Geheimdienst“ verhöhnte und der flugs von Chefin Nancy Faeser des Amtes enthoben wurde, hatte sich schlicht gar nichts zu Schulden kommen lassen. Das bewies eine nachträgliche sechsmonatige Prüfung des Ministeriums. Huppsi. Nicht nur Faeser, sondern auch Böhmermann und das ZDF stehen seither unter wachsender Kritik der diffamierenden, grundlosen Verdachtsberichterstattung.
    […]
    Und Böhmermanns Sendung zum Thema Transgender am 2. Dezember 2022. „Transfrauen sind Frauen. Basta!“, verkündete der Investigative. Und: „Es ist längst wissenschaftlicher Konsens, dass es sehr wohl mehr als zwei biologische Geschlechter gibt.“ Biologische Geschlechter, wohlgemerkt, nicht etwa Geschlechterrollen (von denen es in der Tat viele gibt). Es kann vermutlich nicht mehr lange dauern, bis unser aller Böhmi verkündet: Die Erde ist eine Scheibe! Hoffentlich fallen wir dann nicht alle runter.
    […]
    Alice Schwarzer hat das ZDF noch nicht wie Arne Schönbohm verklagt. Sollte sie eigentlich. Denn auch sie wird von Böhmermann namentlich in die Nazi-Ecke gerückt. Böhmermann: „Nazis lesen EMMA!“. Zusammen mit AfD-von-Storch schüre sie „Hass gegen Transmenschen“, die beiden gehörten zu einem „Arschloch-Netzwerk“, das „von russischen Oligarchen finanziert wird“, suggerierte Böhmermann: mit 188 Millionen Dollar aus Russland für anti-trans und anti-gender Kampagnen in Europa.
    Überhaupt diese Alt-Feministinnen. Die sind – im Gegensatz zu den intersektionalen Neofeministinnen – alle von gestern. Sie sind nicht nur „Terfs“ (Trans-Exclusionary Radical Feminists – Trans-ausschließende Radikalfeministinnen), sondern auch „Turds“ (Scheißhaufen), O-Ton Moderator.

    Nach Schwarzers Interview auf SpiegelOnline im August 2023 zur Transsexualität twitterte Böhmermann, Schwarzer sei „eigentlich eine ganz normale 80-Jährige, die auf ihren letzten Metern gerne hätte, dass alles so bleibt, wie es nie war.“ Beifall in der Community? Nein. Diesmal war er zu weit gegangen, „Sexismus!“ und „Altersdiskriminierung!“ schallte es ihm auf Twitter massiv entgegen.

    Ist eigentlich irgendwann mal Schluss mit lustig im Reich der Krawallschachtel? Will ZDF-Intendant Himmler den Böhmi wirklich immer weiter wüten lassen? Und der Rundfunkrat – der Beschwerden mit banalen Textbausteinen beantwortet – nicht minder?
    Der Preis, den das ZDF für die Narrenfreiheit des „Arschlochs mit Herz“ (Selbstbeschreibung) zahlt, ist hoch. Denn diese Art von Schmierentheater erhellt nicht, sondern verdunkelt. Dieses Arschloch ohne Herz ist kein Aufklärer, sondern ein Demagoge; ein Biedermann und Brandstifter, der von den Gebühren der Öffentlich-Rechtlichen fett gefüttert wird. 651.000 Euro Jahresgehalt sollen es sein, steigend. Für einen Denunzianten und Volksverhetzer. Der Gipfel aufgeblasener Männlichkeit. Dafür ernennt EMMA Jan Böhmermann zum „Sexist Man Alive 2023“.
    Bitte den Preis nicht abholen, Herr Böhmermann. Wir schicken ihn nach Pulheim. Ist ja nicht weit.

    https://www.emma.de/artikel/sexist-man-alive-2023-jan-boehmermann-340667

    Natürlich befinden sich auch Frauen auf diesem woken Haß- und Hetze-Kanal, der öffentlich-rechtliche Unterstützung genießt.

    Aber nun muß langsam Schluß sein mit diesem unbegründeten Nazi-Gekreische gegen jeden, der nicht woke ist. Aktuell geht es um Menschenleben und um Krieg oder Frieden:

    Das gilt natürlich auch für diejenigen, die jedweden pro-Palästina- Muslim unter Terrorverdacht stellen:

    Dieser Gruppe gehöre ich an, anti-Krieg war ich immer und bleibe es, und ich habe mich gefreut, daß im aktuellen SPIEGEL Monika Bolliger wenigstens eine Seite kriegte, um die israelischen Stimmen einzufangen, die die palästinensischen getöteten Zivilisten betrauern – etwas, das sie in Deutschland vermißt…

    Erfreulich war auch, daß Georg Restle mahnte:

    Und sogar weitere Fehler von Politik und Medien bei deren Radikalisierung gegen Corona-Maßnahmekritiker und Impfskeptiker zugab:

    Und natürlich sollte man Fakten checken und nicht irgendeiner Propaganda – die gibt es immer auf beiden Seiten in einem Krieg – glauben: nachdem schon das israelische Fabrikat eines angeblichen Gesprächs von Hamas-Mitgliedern über eine abgestürzte Rakete von Jihad-Milizen als verantwortlich für Schäden in und um das Al-Ahli Arab Hospital in Gaza City als Lachnummer enlarvt worden war, wurde nun auch das von den USA und Israel bislang als „Beweis“ für die Verursachung durch eine fehlfunktionierende Gaza-Angriffsrakete angeführte Video widerlegt. Ausgerechnet durch die NYT:

    Multiple synchronized videos show a projectile, previously identified by Israeli officials as a Palestinian rocket, launching from Israel and detonating near the Israeli-Gaza border.

    By Aric Toler, Haley Willis, Riley Mellen, Alexander Cardia, Natalie Reneau, Julian E. Barnes and Christoph Koettl
    • Oct. 24, 2023

    The video shows a projectile streaking through the darkened skies over Gaza and exploding in the air. Seconds later, another explosion is seen on the ground.

    The footage has become a widely cited piece of evidence as Israeli and American officials have made the case that an errant Palestinian rocket malfunctioned in the sky, fell to the ground and caused a deadly explosion at Al-Ahli Arab hospital in Gaza City.

    But a detailed visual analysis by The New York Times concludes that the video clip — taken from an Al Jazeera television camera livestreaming on the night of Oct. 17 — shows something else. The missile seen in the video is likely not what caused the explosion at the hospital. It actually detonated in the sky roughly two miles away, the Times found, and is an unrelated aspect of the fighting that unfolded over the Israeli-Gaza border that night.

    The Times’s finding does not answer what actually did cause the Al-Ahli Arab hospital blast, or who is responsible. The contention by Israel and American intelligence agencies that a failed Palestinian rocket launch is to blame remains plausible. But the Times analysis does cast doubt on one of the most-publicized pieces of evidence that Israeli officials have used to make their case and complicates the straightforward narrative they have put forth.
    forth.
    […]

    To trace the object in the sky back to Israeli territory, The Times synchronized the Al Jazeera footage with five other videos filmed at the same time, including footage from an Israeli television station, Channel 12, and a CCTV camera in Tel Aviv. These different videos provided a view of the missile from north, south, east and west. Using satellite imagery to triangulate the launch point in those videos, The Times determined that the projectile was fired toward Gaza from near the Israeli town of Nahal Oz shortly before the deadly hospital blast.
    […]
    In addition, the videos show that the projectile in the Al Jazeera footage was launched after the barrage of Palestinian rockets Israeli officials assessed was responsible for the hospital explosion.
    From 6:59 p.m. on Oct. 17, barrages of Palestinian rockets are fired from two positions southwest and northwest of the Al-Ahli Arab hospital, the videos show. Flames from the Palestinian rockets are visible in the nighttime sky as their engines propel them northeast toward Israel. More than 25 seconds elapse between the final Palestinian rocket and the hospital explosion.

    The Times cannot independently identify the type of projectile that was fired from Israel, though it was launched from an area known to have an Iron Dome defense system. The IDF says it doesn’t fire Iron Dome interceptors into Gaza, and indeed the missile seen in the video may not have crossed over into Gazan territory. The IDF have stated that the Iron Dome did not shoot any interceptors in the questioned time and area.
    […]

    https://archive.ph/5YXTE#selection-551.447-642.1

    Die NYT stellt übrigens alle ihre Autoren vor: bis auf Aric Toler von Belingcat…

    Im Grunde hinkt sie hier anderen hinterher:

    […]

    Der zu dem allgemeinen Bestreiten der IDF, über Gaza Iron Dome Abwehr zu aktivieren, diese Gegenbeweise bringt:

    Besonders erstaunlich ist, daß auch Oliver Alexander, der nun geradezu manisch die russische Täterschaft bei der Sabotage der Nord Stream Pipelines zu belegen versucht, einstimmt:

    [Thread]

    Ich fasse das mal so zusammen: der Westen ist entsetzt darüber, wie schlecht die israelische Propaganda aufgestellt ist gegenüber der palästinensischen.

    Auch die CNN-Westpropaganda war ja wenig effektiv:

    Und auf derlei SPIEGEL-Niveau im Bashing von Sahra Wagenknecht können wir echt verzichten:

    Daß wir diese neue Partei gegen die militaristischen Grünen dringend brauchen, belegt ihre Mitstreiterin Sevim Dağdelen:

    Die hohlen Sprüche der imperialen USA sind wir längst leid:

    Der ehemalige US-Abgeordnete Justin Amash beklagt weitere tote Familienangehörige bei dem „Kollateralschaden“ der indiscriminate israelischen Bombardierungen im Gazastreifen, hier auf eine griechisch-orthodoxe Kirche:

    https://twitter.com/justinamash/status/1716525360647451063

    Die USA reagieren wie üblich: alles ist o.k.:

    https://twitter.com/TheGrayzoneNews/status/1716940799089451321

    Obwohl offensichtlich zutage liegt, was die Israeli in Gaza anrichten, folgt die Bundesregierung weiterhin den USA:

    Dabei steht extem viel auf dem Spiel: Christoph Heusgen im ZDF:

    Die Bodenoffensive wurde schon mehrfach vertagt; die aktuelle Begründung ist allerdings alarmierend:

    Da bleibe ich skeptisch: das Pentagon macht Israel für die Weiterungen veranwortlich? Allerdings ist es wahr: Israel ballert im Libanon und in Syrien herum:

    Das hat natürlich Folgen:

    „Pro-Iranian militias shelled the positions of the U.S. Armed Forces in the village of Khurab al-Jair in the province of Hasakeh [Syrien]. As a result of one of the shelling of the U.S. Ain al-Asad airbase in Iraq, one U.S. Armed Forces serviceman was killed and more than 20 wounded.“

    Werden die USA von Israel zum großen Nahost-Krieg getrieben oder streben sie ihn selber an?

    Heusgen ist zurecht alarmiert: er wird natürlich gedisst:

    Merkels früherer Topdiplomat warnt vor Bodenoffensive Israels – und wird heftig kritisiert
    Christoph Heusgen ist dagegen, dass Israel Soldaten in den Gazastreifen schickt. Aus der FDP heißt es, man dürfe Opfer und Täter des Kriegs nicht vermischen.

    Maximilian Beer
    25.10.2023 | 14:03 Uhr

    Christoph Heusgen war außenpolitischer Berater von Angela Merkel, mittlerweile ist er Chef der Münchner Sicherheitskonferenz – einer der prominentesten Diplomaten des Landes. Sein Wort hat diplomatisches Gewicht. Umso bemerkenswerter sind Heusgens Aussagen zum Terror gegen Israel und der Frage, wie das Land auf die Angriffe der Palästinenserorganisation Hamas reagieren sollte.

    „Es muss zu einer diplomatischen Lösung kommen“, sagte Heusgen am Dienstagabend im „heute journal“. Zunächst ginge es darum, dass die Geiseln der Hamas freikämen. Dem müsse alles untergeordnet werden.
    Heusgen warnt vor „Einmarsch der israelischen Truppen im Gazastreifen“

    Weiter sagte der Topdiplomat: „Und dann muss man verhindern, dass es einen Flächenbrand gibt, also keinen Einmarsch der israelischen Truppen im Gazastreifen.“ Auf die Nachfrage von ZDF-Moderatorin Dunja Hayali, ob Israel demnach auf die Bodenoffensive verzichten solle, betonte Heusgen: „Auf jeden Fall, das sagen alle. Das sagen auch diejenigen, die jetzt mit der Geiselbefreiung zu tun haben. Das sagt Katar. Das sagt Ägypten.“

    Auch verteidigte Heusgen UN-Generalsekretär António Guterres. Dieser habe recht, wenn er einerseits die „Hamas-Aktionen“ aufs Schärfste verurteile und andererseits sage, „dass das nicht in einem Vakuum stattgefunden hat“. Guterres’ Hinweis auf „56 Jahre Besatzung der Palästinensergebiete“ durch Israel stehe in UN-Resolutionen „genau so drin“.

    Beobachter fürchten, dass eine Bodenoffensive der israelischen Armee im Gazastreifen etwa die libanesische Miliz Hisbollah dazu bringen könnte, Israel vom Norden aus verstärkt anzugreifen. Trotzdem werden Heusgen und Guterres scharf kritisiert.
    […]
    Weniger diplomatisch drückte sich Volker Beck aus, der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft. Auf der Plattform X schrieb der frühere Grünen-Politiker: „Pfui. Heusgen erweist sich als eingefleischter Feind Israels.“
    Heusgen hat mittlerweile auf die Kritik reagiert. Auf X schrieb er: „Um es an dieser Stelle nochmal deutlich zu machen: Ich verurteile den abscheulichen Terror der Hamas gegen Israel auf das Schärfste. Dieser Terrorangriff ist durch nichts zu rechtfertigen. Das enorme menschliche Leid hat mich tief bestürzt.“ Israel habe das Recht auf Selbstverteidigung, Deutschland müsse es dabei unterstützen.
    […]
    Israels UN-Botschafter: Aussage von Guterres ist „reine Blutverleumdung“

    Guterres’ Aussage vor dem Weltsicherheitsrat, die Terrortat der islamistischen Hamas sei im Kontext der jahrzehntelangen Unterdrückung der Palästinenser durch die Israelis zu sehen, sei eine „reine Blutverleumdung“, hatte zuvor der israelische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Gilad Erdan, gesagt. Das Leid der israelischen Zivilbevölkerung sei dem UN-Chef egal. „Ich denke, dass der Generalsekretär zurücktreten muss“, sagte Erdan. Zuvor hatte bereits der israelische Außenminister Eli Cohen sein geplantes Treffen mit Guterres abgesagt.

    Die Bundesregierung hat UN-Generalsekretär Guterres im Streit mit der israelischen Regierung mittlerweile das Vertrauen ausgesprochen. Nach Rücktrittsforderungen des israelischen UN-Botschafters Gilad Erdan betonte Regierungssprecher Steffen Hebestreit, dass die Rücktrittsforderung nicht angebracht sei. (mit dpa)

    https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/merkels-frueheren-top-diplomat-li.2152494

    Ich bin fertig, daß niemand in Deutschland mitzukriegen scheint, was sich in Nahost zusammenbraut. Stattdessen erleben wir pro-Israel-Cancel-Culture:

    Personalie in Schleswig-Holstein
    Staatssekretärin muss wegen israelkritischen Posts früher gehen

    Marjam Samadzade hat scharfe Kritik an Israels Regierung online weiterverbreitet – und muss deswegen ihren Posten nun früher räumen. Eine Nachfolgerin für die Staatssekretärin in Kiel steht schon bereit.
    25.10.2023, 16.01 Uhr

    Schleswig-Holsteins ohnehin scheidende Sozialstaatssekretärin Marjam Samadzade muss wegen der Weiterverbreitung eines israelkritischen Beitrags früher gehen. »Ich habe Staatssekretärin Samadzade in einem persönlichen Austausch gebeten, ihre Amtsgeschäfte ab sofort ruhen zu lassen und um ihre Entlassung als Staatssekretärin zu bitten«, sagte Sozialministerin Aminata Touré (Grüne). Samadzade sei dem Wunsch nachgekommen.

    Am 1. November werde die ausgebildete Polizistin Silke Schiller-Tobies ihr Amt als neue Staatssekretärin aufnehmen. [Hä?]
    »Marjam Samadzade hat am 17. Oktober 2023 über die Social-Media-Plattform Instagram einen Post aktiv weiterverbreitet. In dem Beitrag wird die Regierung Israels für ihr Vorgehen nach dem Terroranschlag der Hamas scharf kritisiert und verurteilt«, sagte Touré. »Der Post entspricht nicht im Ansatz meiner persönlichen Haltung, noch der der schleswig-holsteinischen Landesregierung.« Die Landesregierung stehe an der Seite Israels, das das Recht habe sich selbst zu verteidigen. »Israels Existenzrecht darf zu keinem Zeitpunkt infrage gestellt werden.«
    […]

    https://www.spiegel.de/politik/deutschland/marjam-samadzade-staatssekretaerin-in-schleswig-holstein-muss-wegen-israelkritischem-post-frueher-gehen-a-940c5ca8-e483-4f41-ba39-084a42ff99d7

    Man fragt sich, in welcher Welt Grüne eigentlich leben.

    Die FAZ über den dissentierenden Macron:

    Macron bei Abbas
    „Nichts kann die Leiden der Zivilisten in Gaza rechtfertigen“
    Von Michaela Wiegel
    -Aktualisiert am 25.10.2023-13:33

    Seine Reise in den Nahen Osten solle „nützlich“ sein, hat Emmanuel Macron angekündigt. Diesem Ziel sollte das Vier-Augen-Gespräch mit dem Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas in Ramallah dienen. Der französische Präsident hob sich damit von anderen westlichen Staats- und Regierungschefs ab. Weder Bundeskanzler Olaf Scholz, noch der britische Premierminister Rishi Sunak und der amerikanische Präsident Joe Biden hatten dem als isoliert und delegitimiert geltenden Palästinenserpräsidenten eine Visite abgestattet. Aber Macron ist im Westjordanland nicht populär. Während seiner Begegnung mit Abbas verbrannten Demonstranten ein Porträt von ihm und skandierten frankophobe Sprüche. Frankreich unterstütze einseitig Israel, lautete der Vorwurf der Demonstranten.

    Das gemeinsame Pressestatement nutzte der 87 Jahre alte Palästinenserpräsident, um „den wilden Angriff der israelischen Kriegsmaschinerie“ zu verurteilen. Den Angriff der Hamas hingegen verurteilte er nicht. Abbas behauptete, die „Zweistaatenlösung“ sei durch „Annexion, ethnische Säuberung und Apartheid“ ersetzt worden. Er sprach von mehr als 6000 Todesopfern im Gazastreifen durch israelische Angriffe unter Berufung auf die von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde. Abbas las seine Vorwürfe vom Blatt ab, während Macron zusehends irritiert in den Saal blickte. Macron beansprucht, ein Mann des Ausgleichs zu sein, und war deshalb nach seiner Solidaritätserklärung mit Israel in Jerusalem unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen ins Westjordanland gereist.

    https://www.faz.net/aktuell/israel-krieg/emmanuel-macron-zu-besuch-bei-palaestinenserpraesident-mahmud-abbas-19267408.html

    Mehr kann man von diesem Artikel nicht lesen, der aber die Tendenz zu haben scheint: das hat er nun davon, daß Macron „nützlich“ für eine Friedenslösung sein wollte.

    Andererseits muß man an dieser Macron-Motivation zweifeln:

    Hubschrauber zum Abwerfen humanitärer Güter? Hm.

    Nicht nur die EU ist uneins, die NATO auch:

    • Eine Nachlese unter dem Motto: „Wer anderen eine Grube gräbt“ – was natürlich auch für die gescheiterte anti-Aiwanger-Kampagne der SZ gilt:

      Flugblatt-Affäre
      Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ehemaligen Aiwanger-Lehrer
      26. Oktober 2023, 16:13 Uhr

      Gegen den Mann gebe es einen Anfangsverdacht der Verletzung von Dienstgeheimnissen und Privatgeheimnissen, heißt es dazu.

      Nach der Flugblatt-Affäre um Bayerns stellvertretenden Ministerpräsidenten Hubert Aiwanger ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen einen ehemaligen Lehrer des Freie-Wähler-Chefs. Es bestehe ein Anfangsverdacht der Verletzung von Dienstgeheimnissen und von Privatgeheimnissen, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Regensburg am Donnerstag mit. Grundsätzlich werde überprüft, ob sich der Mann durch ein mögliches „unbefugtes Offenbaren“ strafbar gemacht hat. Zuerst hatte der Tagesspiegel berichtet.
      Das Verfahren läuft nach Angaben der Staatsanwaltschaft schon seit Anfang September. Eingeleitet worden seien die Ermittlungen nach diversen Anzeigen infolge der Berichterstattung im Zusammenhang mit der Flugblatt-Affäre. Die Landesanwaltschaft teilte am Donnerstag mit, dass für Ruhestandsbeamte zwar nur ein eingeschränkter Pflichtenkreis bestehe, zu dem allerdings die Verschwiegenheitspflicht zähle. Als mögliche Disziplinarmaßnahmen gegen Ruhestandsbeamte sehe das Bayerische Disziplinargesetz die Kürzung des Ruhegehalts auf längstens fünf Jahre oder die gänzliche Aberkennung des Ruhegehalts vor.
      […]

      https://www.sueddeutsche.de/bayern/bayern-flugblatt-affaere-hubert-aiwanger-ermittlungen-lehrer-vorwuerfe-1.6294179

      Die SZ und der Lehrer können natürlich auf Milde hoffen: schließlich ging es gegen einen der vielen Nazis, deren Bekämpfung Regierungs-Räson ist.

      Über den neuen Speaker des Repräsentantenhauses erfahren wir hierzulande:

      Vertrauter setzt sich durch
      Dieser Mann könnte Trump zurückbringen

      Von Bastian Brauns
      Aktualisiert am 26.10.2023 – 13:40 Uhr

      Mit Mike Johnson wird in den USA ein Handlanger von Donald Trump zu einem der mächtigsten Männer Washingtons. Das sagt einiges aus – über den Zustand der Republikaner und der amerikanischen Demokratie.

      In seiner Antrittsrede vor dem Repräsentantenhaus sagte Mike Johnson am Mittwochabend in Washington, er habe einst Feuerwehrmann werden wollen, so wie sein Vater. In seiner neuen Position als Speaker of the House könnte er jetzt tatsächlich all die kleinen und große Brände in der amerikanischen Demokratie und den globalen Krisenherd löschen. Ob er das aber wirklich will oder ob er lieber selber zündelt, wird sich schon in den kommenden Wochen zeigen.
      […]
      Mit Mike Johnson hat es nun ausgerechnet ein Mann auf den drittmächtigsten Posten in Washington geschafft, den bislang kaum jemand kannte. Der 51-jährige Kongressabgeordnete aus dem Bundesstaat Louisiana sitzt erst seit knapp sieben Jahren im Parlament. Trotzdem hat ihn jetzt die Mehrheit von 220 Republikanern zum neuen Sprecher des Repräsentantenhauses gewählt. Das ist eine Überraschung. Womöglich half Johnson am Ende aber gerade seine Schwäche auf den mächtigsten Posten hinter dem US-Präsidenten und der Vizepräsidentin. Wer noch nicht so lange im Geschäft ist, hat zwar vielleicht noch nicht genug Freunde, aber eben auch noch nicht zu viele Feinde.

      Ist Mike Johnson gut oder schlecht für Amerika?

      Das zählt heute schon viel in der republikanischen Partei, die nicht nur ihren bisherigen Sprecher, Kevin McCarthy, auf dem Gewissen hat, sondern die sich 22 Tage lange auf keinen Nachfolger einigen konnte und zahlreiche Kandidaten verschlissen hat. Mike Johnson hat es geschafft, selbst die Stimmen der eher moderaten Abgeordneten zu bekommen. Dabei ist auch er ein besonders strammer Hardliner und ein treuer Trumpist. Den Sieg von Johnson verbuchte Trump auch sofort als seinen eigenen. „MAGA Mike Johnson“, schrieb Trump in seinem sozialen Netzwerk Truth Social, als das Ergebnis feststand. Die Botschaft: Das ist mein Mann, ein Teil meiner „Make America Great Again“-Bewegung.

      Für Amerika und den Rest der Welt bedeutet die Wahl von Mike Johnson gleichwohl zunächst etwas Gutes: Die Supermacht zwischen Atlantik und Pazifik ist nach mehr als drei Wochen voller Chaos politisch wieder handlungsfähig. Gesetze können verabschiedet und wichtige Entscheidungen getroffen werden. Darunter auch die umstrittenen Budgetverhandlungen, von denen auch die milliardenschweren Finanz- und Waffenhilfen für die Ukraine und auch für Israel betroffen sind.

      Das Schlechte: Die politische Handlungsfähigkeit der USA mag jetzt formal wiederhergestellt sein. Aber die großen, unüberwindbar wirkenden Probleme bleiben. Hinzu kommen die umstrittenen politischen Positionen Mike Johnsons und seine Nähe zu Donald Trump.
      Der politisch drittmächtigste Mann Amerikas ist zwar Verfassungsrechtler. Aber Mike Johnson hat einst eine entscheidende Rolle dabei gespielt, Trumps Lügen vom massenhaften Wahlbetrug zu verbreiten. 2020 war er Hauptorganisator eines Briefes, den 126 Republikanern im Repräsentantenhaus unterzeichneten. Sie unterstützten damit eine Klage gegen die Wahlergebnisse, um Joe Bidens Sieg in vier sogenannten Swing States anzufechten. Im Anschluss stimmte Johnson mit 146 Republikanern gegen die Zertifizierung der Wahlergebnisse. Heute haben 220 Abgeordnete der Republikaner mit dieser Rolle von Mike Johnson kein Problem mehr. Sie haben einen Mann gewählt, der eine demokratische Wahl und den darauf folgenden Machtwechsel von Trump zu Biden nicht akzeptieren und bekämpfen wollte.
      […]
      Mike Johnson gilt als einer der fiskalischen Hardliner, die sich unter anderem kategorisch gegen weitere Ukraine-Hilfen stellen. Zahlreiche republikanische Abgeordnete und Senatoren aber befürworten diese Unterstützung. Wie es Johnson gelingen soll, diese beiden Strömungen in der eigenen Partei für eine Mehrheit zusammenzuführen, ist unklar. Sein Vorgänger Kevin McCarthy stürzte bei diesem Versuch.

      Mike Johnson ist als evangelikaler Hardliner insbesondere wegen seiner Positionen gegen sexuelle Minderheiten umstritten. In zahlreichen Äußerungen bezeichnete er etwa Homosexualität als einen „von Natur aus unnatürlichen“ und „gefährlichen Lebensstil“, der zu legalisierter Pädophilie führe und sogar „das gesamte demokratische System“ zerstöre. Er setzte sich dafür ein, dass homosexuelle Handlungen in den USA wieder kriminalisiert werden. [Er ist gegen homosexuelle Eheschließungen.]

      Mit der Wahl von Mike Johnson haben die 220 republikanischen Abgeordneten offenbart, wie sehr sie noch immer von Donald Trump abhängen. Der inzwischen mehrfach angeklagte Ex-Präsident ist in der Lage, mit seinen Anhängern im Kongress das ganze Land lahmzulegen. Trump hatte zur Unterstützung von Mike Johnson aufgerufen. Alle sind nun diesem Ruf gefolgt. Vor der kommenden Wahl im Jahr 2024 will es sich offenbar niemand mit dem wahrscheinlichen Spitzenkandidaten Donald Trump verscherzen.

      Es sieht so aus, als tauge Mike Johnson, der Sohn eines Feuerwehrmanns, bislang nicht zum Feuerlöscher, sondern eher zum politischen Brandbeschleuniger. „MAGA MIKE JOHNSON“ ist in jedem Fall schon jetzt ein ungeheurer Trump-Beschleuniger.

      https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/usa/us-wahl/id_100267382/usa-mike-johnson-er-ist-donald-trumps-brandbeschleuniger-.html

      Schon die Anrufung von Gerichten ist heutzutage also schon verdächtig: so sieht es ja auch die Polit-Staatsanwältin von den Democrats in Georgia, die reihenweise Rechtsanwälte wegen „falscher“ Rechtsmeinungen verfolgt. Um sie dann in Plea-Deals zu zwingen, in denen niemand etwas gesteht und keine Strafe folgt. Am Ende soll Trump allein übrig bleiben, weil er diese Anwälte engagiert hat.

      Das Rechtssystem in den USA ist verrottet: da verfolgt das DoJ sogar Anwälte, die für den Senat arbeiten, der das politisierte DoJ untersucht:

      Und das Ergebnis der Grassley-Nachforschungen war natürlich desaströs: das FBI schützte die Bidens:

      FBI received ‚criminal information‘ from over 40 confidential sources on Joe Biden, Hunter, James: Grassley
      Grassley alleges that the FBI and DOJ sought to shut down investigations into the Bidens
      By Brooke Singman Fox News
      Published October 25, 2023 3:43pm EDT

      EXCLUSIVE: The FBI maintained more than 40 confidential human sources on various criminal matters related to the Biden family, including Joe Biden, dating back to his time as vice president, according to information obtained by Sen. Chuck Grassley, R-Iowa.
      The confidential human sources „provided criminal information to the FBI relating to Joe Biden, James Biden, and Hunter Biden.“ Those confidential human sources were managed by multiple FBI field offices across the nation, including the FBI’s Seattle Field Office.
      EXCLUSIVE: JOE BIDEN ALLEGEDLY PAID $5M BY BURISMA EXECUTIVE AS PART OF A BRIBERY SCHEME, ACCORDING TO FBI DOCUMENT

      But Grassley learned that an FBI task force within the Washington Field Office sought to, and in some cases, successfully, shut down reporting and information from those sources by falsely discrediting the information as foreign disinformation. That effort „caused investigative activity to cease.“
      […]

      https://www.foxnews.com/politics/fbi-received-criminal-information-40-confidential-sources-joe-biden-hunter-jim-grassley

      Was die Abstimmung Johnsons gegen die Zertifizierung von Wahlergebnissen in manchen Staaten angeht: da befindet er sich in guter Gesellschaft:

      Glenn Greenwald ist etwas näher dran als deutsche Abschreiber der WaPo und der NYT:

      Meine Lieblings-Jura-Professorin, die wohl lieber Jim Jordan als Speaker gehabt hätte, der ein unglaublich guter Ermittler ist, schließt Frieden mit Johnson – eben wegen seines Eintretens gegen die übermächtige Zensur:

      Der Democrats Senator und Schlaganfall-Patient Fetterman von Pennsylvania:

      Aber so wird es natürlich kommen, gerade mit diesem neuen Speaker im Repräsentantenhaus.

      In Deutschland ist es wohl nicht möglich, vernünftig über den Israel-Krieg und seine möglichen Weiterungen zu reden, wenn man nicht zuvor diese (eigentlich selbstverständliche) flammende Monstranz vor sich hergetragen hat:

      Vernunft hat wenig Chancen in der deutschen Politik: jetzt begehrt sogar der Schützenverein von Neuss gegen Heusgen auf:

      Wegen TV-Eklat: Merkel-Berater soll Schützenkönig-Würde entzogen werden
      26.10.2023 – 11:59 Uhr

      Ralf Schuler

      Seine Schützenbrüder trugen ihn auf Schultern durch das Zelt – jetzt fordern sie, dass er das Königssilber ganz schnell abstreifen soll!
      Christoph Heusgen (CDU) hat Ende August beim berühmten Neusser Schützenfest die Königswürde errungen. Wütende Kameraden wollen zwei Monate später ihren König loswerden. Der Grund: Am Dienstagabend hatte der einst wichtigste außenpolitische Berater von Kanzlerin a.D. Angela Merkel (CDU) und heutige Chef der Münchner Sicherheitskonferenz im ZDF „heute journal“ ein Interview zum Hamas-Terror gegen Israel gegeben und den brutalen Angriff auf israelische Zivilisten schlicht als „Aktion“ der Hamas bezeichnet und Israel von einer Gegenoffensive abgeraten.

      Außerdem übernahm der frühere deutsche UN-Botschafter Heusgen eine Wendung von UN-Generalsekretär Antonio Guterres, wonach die Angriffe der Hamas „nicht im luftleeren Raum“ stattgefunden hätten. Botschaft: Es gab ja nachvollziehbare Gründe für das Abschlachten von wehrlosen Zivilisten und geköpfte Kleinkinder. Guterres hat sich inzwischen für seine Rede entschuldigt, die einen Eklat in den UN ausgelöst hatte. [Er hat sich natürlich nicht „entschuldigt“.]

      Schützenbrüder fordern Rücktritt

      „Er hätte schweigen müssen“, sagt Marcel Offermann, Grenadier des Neusser Schützenzuges. „Als Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz hat er zwar ein Amt inne, dies gebietet in einer solchen Situation indes auch eher Zurückhaltung, denn klare, zudem noch anti-israelische, Ansichten.“ Inzwischen mehren sich die Stimmen, die einen Rücktritt Heusgens fordern, so Offermann, der darauf verweist, dass der Schützenkönig nicht nur für sich selbst, sondern für 6000 Neusser Schützen spricht.
      […]

      https://www.nius.de/Politik/wegen-tv-eklat-merkel-berater-soll-schuetzenkoenig-wuerde-entzogen-werden/f48d46fb-456a-4542-92f4-9d2bd769d912

      Wer hätte das gedacht?

      In Israel selbst ist man so vernünftig wie Heusgen:

      Israel-Krieg
      Ex-Mossad-Chef: „Israel braucht eine Denkpause“

      Der ehemalige Geheimdienstchef Efraim Halevy gilt in seinem Land als diplomatische Autorität. Er warnt vor einer Bodenoffensive im Gazastreifen – und blickt mit Sorge auf die Westbank.
      Pierre Heumann 26.10.2023 – 04:00 Uhr

      Tel Aviv. Efraim Halevy gilt in Israel als eine der wichtigsten Stimmen, wenn es um die Bewertung von Militärstrategien geht. Der Spitzendiplomat und ehemalige Chef des Geheimdiensts Mossad wirkte maßgeblich an der Lösung schwerer Nahostkrisen mit – diskret und mit sicherem Gespür für das Machbare. Jetzt sendet er im Gespräch mit dem Handelsblatt eine Mahnung an Israels Regierung, ihren bisherigen Schlachtplan nicht unmittelbar umzusetzen.

      Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte nach dem brutalen Terrorangriff der Hamas eine umfassende Bodenoffensive im Gazastreifen angekündigt. „Ein Einmarsch mit einer großen Armee in das Gebiet wäre ein Fehler“, sagt Halevy. Eine solche massive Operation „haben wir noch nie durchgeführt“, es fehlten schlicht die Erfahrungen, um die Risiken einer solchen Aktion einzuschätzen.
      Der Ex-Mossad-Chef spricht sich für eine „Denkpause“ aus. In dieser Zeit könne ein „Überraschungseffekt entstehen, eine kreative Lösung“.

      https://www.handelsblatt.com/politik/international/israel-krieg-ex-mossad-chef-israel-braucht-eine-denkpause/29465440.html

      Da ist er nicht allein: US- und Israel-Experten raten ebenfalls ab:

      Israel Is Stretched Thin and Hezbollah Knows It
      Hezbollah has stepped up attacks on Israel’s northern border, as all eyes are on the Lebanese militant group’s next move as Israel prepares its Gaza offensive.

      by Mitchell Prothero
      October 23, 2023, 5:33pm
      […]
      Israeli officials have concluded that the impending operation in Gaza could take at least months and require a massive military presence – more than 360,000 reservists have already been mobilised, the most since the 1973 Yom Kippur War. And with Palestinian anger on the Israeli-occupied West Bank at its highest level in over 20 years that has led to repeated bouts of violence killing dozens of demonstrators, the IDF is already stretched thin, according to both IDF and U.S. officials.

      “We face one-and-half fronts right now, this is part of why the Hamas terrorist operation was so successful on Black Sabbath,” said the IDF official, using the name commonly used in Israel to describe the events of Oct 7. “Soldiers that were supposed to be outside Gaza were in the West Bank protecting settlements and chasing rock-throwing kids in Jenin. Yes, we are mobilised but even with the reservists, there’s going to be a massive, long term operation in Gaza that will require more ground troops than we have ever deployed. The West Bank could explode at any time [into a major uprising] and the units on the northern border are enough for defensive operations. Three fronts in open combat would stretch our resources.”

      “But that might be what Nasrallah has planned for us,” they added. “The threat alone will keep multiple brigades of elite soldiers on the Blue Line (the withdrawal line between Israel and Lebanon), unable to help in Gaza or the West Bank.
      We will not know his true intentions before the start of the Gaza ground manoeuvre.”

      Beyond the considerable local threat posed by Iran’s proxies, U.S. officials remain deeply concerned about any further escalation’s regional effect, as Iran has warned that it could become further involved directly or through its allies in Syria, Yemen, and Iraq. Last week, a U.S. Navy destroyer intercepted at least three missiles and several drones over the Red Sea that were fired from Yemen at Israel.

      “[Secretary of State Anthony] Blinken and Biden had to stop the Israelis from a pre-emptive strike against Lebanon in the days after Oct 7,” the U.S. official said, confirming multiple media reports.
      “[Israeli Defense Minister Yoav] Gallant was insisting the attack was as much Hezbollah as it was Hamas and that the real battle should be in the north. [Netanyahu] was indecisive but was considering approving the operation. Biden had to offer a blank check of military aid, political support, and two aircraft carrier groups off the coast of Lebanon, not to threaten Iran or Nasrallah as much as to reassure Israel.”

      Such a move by Israel could have easily sent the conflict regional, said the U.S. official.
      […]

      https://www.vice.com/en/article/epvqzm/israel-hezbollah-gaza-wider-war

      Man kann diesen Artikel auch so lesen: die USA versuchen, den Gaza-Konflikt entgegen israelischen Versuchen, ihn auszuweiten, kleinzuhalten.

      Im Westen scheint man sich darüber wenig Gedanken zu machen: da erfreut man sich an der Power israelischer Bomben:

      Oder beklagt die flächendeckende Zerstörung in Gaza:

      Die natürlich wenig mit Hamas-Kommandoposten zu tun hat:

      https://twitter.com/KBoz3/status/1717562191308554734

      CNN belehrt uns eines Besseren: es geht um die Zerstörung von Tunneln, die allerdings auch in der Mitte und im Süden von Gaza existieren (wo angeblich 40% der Todesopfer generiert wurden):

      Fassungslos sieht man zu, wie selbst die humanitäre Einhegung dieses winzigen Kriegssektors mißlingt:

      Baerbock ist ja auch dagegen…

      Recht ist längst keine Kategorie mehr:

      Witzig, daß Masala moniert, daß lediglich Israel ans International Law erinnert wird.

      Zu den drohenden Weiterungen:

      „KanekoaTheGreat
      @KanekoaTheGreat

      The Pentagon is deploying two carrier strike groups, eleven Burke-class destroyers, a number of Ticonderoga-class cruisers, amphibious assault ships, THAAD and Patriot missile defense systems, multiple squadrons of fighter jets, strategic bombers, and undisclosed assets to the Middle East. The Pentagon expects Iranian proxies to continue to target U.S. troops in the region and has already stated that they will respond „decisively.“ What’s the probability that this escalates into a war between the United States and Iran? PENTAGON: „Between October 17th and the 24th, U.S. and coalition forces have been attacked at least ten separate times in Iraq and three separate times in Syria via a mix of one-way attack drones and rockets… We know that the groups conducting these attacks are supported by the IRGC and the Iranian regime. We are seeing the prospect for more significant escalation against U.S. forces and personnel across the region in the near term coming from Iranian proxy forces and, ultimately, from Iran. So, by virtue of our announcement over the weekend, we are preparing for this escalation, both in terms of defending our forces and responding decisively.“”

      Diskutiert die EU darüber? Ist sie nur noch ein Anhängsel der USA? Was unternimmt sie gegen Fake News aus Israel? Hier zwei Beispiele des regierungsnahen Aktivisten Hananya Naftali:

      • Die Weltmacht Nr. 1 ermahnt man nicht; aber moralisch waren die USA nach dem Irakfeldzug erledigt.

        Was in Mali geschah, blieb mangels Internet-Präsenz im Dunkel; was die israelischen Streitkräfte tun, wird allerdings weit verbreitet.

        Hier einer der wenigen Schläge, die wirklich einmal ein erkennbar militärisches Ziel treffen:

        Ein paar „Pallywood-Fakes“ lassen sich nicht ausschließen; aber bei 8.000 israelischen Bomben und einer Bevölkerung, die zu 50% unter 18 Jahre alt ist, werden viele Kinder und Babies unter den Toten sein.

        NZZ vom 27.10.2023:

        • Wie verlässlich sind die Opferzahlen des Gesundheitsministeriums in Gaza? Seit dem Hamas-Angriff seien 7028 Palästinenser im Gazastreifen getötet worden, darunter 2913 Kinder, meldet das palästinensische Gesundheitsministerium. Mehrere Organisationen der palästinensischen Zivilgesellschaft schrieben, die jetzigen Zahlen seien eher konservativ und dürften noch steigen. Zum Bericht

        Die Doppelmoral des Westens kommt erschwerend hinzu:

        Der Tod so vieler Journalisten ist natürlich „zufällig“:

        Überdies ist die israelische Gegenpropaganda einfach zu schlecht: schon wieder ein gefaktes „mitgeschnittenes“ Telefonat:

        Wen überzeugt das?

        Rechtsfragen interessieren Masala nicht – dabei ist Thomas Fischer immer ein Quell der Erkenntnis (er hat sicherlich auch noch ein paar Hinweise zu den Beschränkungen einer Notwehrhandlung parat, was ich leider nicht lesen kann):

        Leider mangelt es ihm generell an Rechtsgefühl:

        Daß hier nur der – bestrittene – Vorwurf wiederholt wird, entgeht ihm. Zufälligerweise tauchte das Abostück in der Timeline von Microsoft auf, so daß ich es lesen konnte:

        Sexuelle Belästigung?
        Kurzer Prozess mit einem General
        • Ein Kommentar von Peter Carstens
        • -Aktualisiert am 26.10.2023 -11:35
        Ohne Verfahren, nur aufgrund einer Beschuldigung hat Verteidigungsminister Pistorius die berufliche Existenz und Ehre eines Offiziers vernichtet. Aber auch ein General ist ein Mensch mit Bürgerrechten.

        Der Fall der Generals Markus K. wirft kein gutes Licht auf den Umgang des Verteidigungsministers mit denen, die seiner Führung anvertraut sind. Auch der Generalinspekteur spielt in der Sache bislang keine rühmliche Rolle. Ein Offizier, der Deutschland seit 40 Jahren in den Streitkräften dient und dabei mehrfach in Afghanistan gefahrvolle Verantwortung getragen hat, wird wegen unbewiesener Vorwürfe erst öffentlich angeklagt und dann telefonisch von Boris Pistorius (SPD) entlassen.
        […]
        K. soll in aller Öffentlichkeit den Offizier, Aktivist eines Vereins zur Vertretung der Interessen „lesbischer, schwuler, bisexueller, trans-, inter- und andersgeschlechtlicher Angehöriger der Bundeswehr (QueerBw)“, sexuell belästigt haben. K. bestreitet das. Er sieht sich als Opfer falscher Beschuldigung. Tatsächlich wurden Andeutungen in die Öffentlichkeit getragen, die den General als angetrunkenen Grabscher zeichnen.

        Nun ist sexuelle Belästigung eine schwerwiegende Sache, und insbesondere K. muss das wissen. Der General war als Leiter des Zentrums Innere Führung sozusagen auch der oberste Benimmbeauftragte der Bundeswehr. Eben erst ist unter seiner maßgeblichen Mitarbeit eine neue Regelung zum Thema sexuelle Übergriffe erarbeitet worden. Wenn ausgerechnet diesem Mann der Vorwurf sexueller Übergriffigkeit gemacht wird, müssen die Vorgesetzten rasch handeln, in diesem Fall der Generalinspekteur. Das tat Carsten Breuer. Er entband K. umgehend von seiner Aufgabe und leitete eine Untersuchung ein. Richtig so.

        Eine nebulöse Pressemitteilung

        Aber war es nötig, die Öffentlichkeit per nebulöser Pressemitteilung zu informieren? Die Folge war eine energische Bohrerei und Nachfragerei. Es dauert nur wenige Stunden, bis die ersten Redaktionen Näheres wussten, manche schrieben auch sogleich darüber. Dabei kam es möglicherweise zu einer Übertreibung der vielleicht sogar falschen oder eben auch zutreffenden Vorwürfe. Amtlich ermittelt war zu diesem Zeitpunkt noch nichts. So hieß es kurz darauf im „Spiegel“, der General habe wohl versucht, den jüngeren Offizier auf den Mund zu küssen. Die nächste Stufe der Eskalation war, dass man selbst im britischen „Telegraph“ schrieb, der General habe versucht, den sich wehrenden Offizier gewaltsam auf den Mund zu küssen. K. bestreitet das alles.
        […]
        Die Frage der Verhältnismäßigkeit wird dabei ebenso wenig berücksichtigt wie das Recht des Betroffenen und auch des möglichen Opfers, durch einen disziplinarrechtlichen Prozess Klarheit und Genugtuung zu erhalten. In früheren Tagen des vorletzten Jahrhunderts hätte der Minister erwarten dürfen, dass der Offizier sich still ins Elend fügt.

        Doch spätestens seit der Affäre Kießling ist klar, dass auch ein General ein Mensch mit Bürgerrechten ist. Günter Kießling wurde seinerzeit beschuldigt, homosexuell und damit erpressbar zu sein. Schmierige interne Ermittlungen auf Veranlassung des damaligen Ministers Manfred Wörner (CDU) führten ins Kölner Milieu. Falsche Zeugen tauchten auf, falsche Beschuldigungen zerstörten das Ansehen des ranghöchsten deutschen NATO-Generals. Kießling setzte sich dagegen mit juristischen Mitteln zur Wehr. Selbst das wurde ihm zum Vorwurf gemacht. Er obsiegte, wurde offiziell rehabilitiert – und blieb doch ein Verfemter in einer Generalität, deren vornehmster Charakterzug in der damaligen Affäre ihre Feigheit und ihr Mangel an kameradschaftlichem Anstand war.

        Wenn nicht noch mehr ans Tageslicht kommt, bleibt der Anschein, als habe Pistorius bei der aktuellen Angelegenheit mehr seine eigene Reputation im Blick gehabt, als die des Generals und auch die des möglichen Belästigungsopfers

        https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/boris-pistorius-entlaesst-general-wegen-vorwuerfen-sexueller-belaestigung-19267616.html

        Carlo „Bodenoffensive“ Masala:

        Heusgen befindet sich in guter Gesellschaft:

        Trotz der Hamas-Massaker
        Zustimmung für Bodenoffensive schwindet in Israel
        27.10.2023, 10:01 Uhr

        Nach dem Blutbad der Hamas und der Ermordung Hunderter Zivilisten ist das Entsetzen groß in Israel – und auch die Unterstützung für eine Bodenoffensive in den Gazastreifen. Doch mittlerweile wächst die Skepsis. Dafür gibt es offenbar vor allem einen Grund.
        49 Prozent der Israelis sind einer Umfrage zufolge dafür, mit einer großangelegten Bodenoffensive im Gazastreifen abzuwarten. Dagegen äußern nur 29 Prozent die Meinung, das israelische Militär solle sofort in den Küstenstreifen einmarschieren, wie aus einer von der Zeitung „Maariw“ veröffentlichten Befragung hervorgeht. Damit schwinde die Unterstützung für eine Bodenoffensive deutlich: Bei einer Befragung am 19. Oktober waren noch 65 Prozent für eine Invasion, wie das Blatt weiter berichtet.

        Die Antworten in der Umfrage legten nahe, dass die rund 200 von der Hamas im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln eine wichtige Rolle bei dem Meinungsumschwung spielen. Die im Gazastreifen herrschende Hamas hat erklärt, 50 Geiseln seien dort bei israelischen Luftangriffen getötet worden. Eine freigelassene Geisel berichtete, sie sei in einem Hamas-Tunnel festgehalten worden, der von Israel ins Visier genommen wird.
        […]
        Bereits vereinzelt Bodentruppen im Gazastreifen

        Bisher schickt die israelische Armee lediglich vereinzelt Bodentruppen in den Gazastreifen, zuletzt in der Nacht. US-Präsident Joe Biden empfahl Israel Berichten zufolge, mit der Bodenoffensive noch zu warten. Die Angriffe aus der Luft, mit denen Israel auf den Großangriff der Hamas am 7. Oktober reagiert, halten allerdings an. Trotz der Luftangriffe greifen militante Palästinenser im Gazastreifen israelische Ortschaften weiter mit Raketen an.

        Auch Efraim Halevy, ehemaliger Chef des israelischen Geheimdiensts Mossad, warnte jüngst vor einer großangelegten Bodenoffensive der israelischen Armee im Gazastreifen. Diese sei im Moment riskant. „Ein Einmarsch mit einer großen Armee in das Gebiet wäre ein Fehler“, sagte Halevy dem „Handelsblatt“. Eine solche massive Operation „haben wir noch nie durchgeführt“, es fehlten schlicht die Erfahrungen, um die Risiken einer solchen Aktion einzuschätzen.
        Der Ex-Mossad-Chef rät zu einer „Denkpause“, wie er der Zeitung sagte. In dieser Zeit könne ein „Überraschungseffekt entstehen, eine kreative Lösung“. Nach seiner Einschätzung zögert das israelische Militär mit der angekündigten Bodenoffensive wegen der absehbaren Dauer und des hohen Verschleißes – von den menschlichen Opfern ganz zu schweigen. Auch die Geiseln seien Teil des Entscheidungsprozesses.

        https://www.n-tv.de/politik/Zustimmung-fuer-Bodenoffensive-schwindet-in-Israel-article24492764.html

        „“Some of them worry that an invasion might suck the Israeli Army into an intractable urban battle inside Gaza. Others fear a broader conflict, with a Lebanese militia allied to Hamas, Hezbollah, firing long-range missiles toward Israeli cities. There is also debate over whether to conduct the invasion through one large operation or a series of smaller ones. And then there are questions about who would govern Gaza if Israel captured it.” (NYT)

        Auch West-Journalisten betreiben Propaganda:

        Ein Agentur-Bericht zu den Weiterungen, die heute früh begonnen haben (aus der Microsoft Timeline, ein Handelsblatt-Artikel):

        Syrien : USA greifen Einrichtungen der iranischen Revolutionsgarde in Ostsyrien an
        Artikel von ap , Reuters • 3 Std. [27.10.2023]

        Die USA haben bei Luftangriffen Ziele mit Bezug zum Iran im Osten Syriens getroffen. Das sei eine Vergeltung für Angriffe auf US-Personal in Syrien und im Irak.

        Das US-Militär hat Luftangriffe auf zwei Orte im Osten Syriens geflogen. Die Angriffe vom frühen Freitagmorgen hätten Zielen gegolten, die mit Irans Revolutionsgarde in Verbindung stünden, teilte das Pentagon mit. US-Verteidigungsminister Lloyd Austin erklärte, die „Präzisionsschläge zur Selbstverteidigung sind eine Reaktion auf eine Serie anhaltender und zumeist erfolgloser Attacken auf US-Personal im Irak und in Syrien durch vom Iran unterstützte Milizengruppen, die am 17. Oktober begonnen“ hätten.
        Präsident Joe Biden habe die eng begrenzten Luftangriffe angeordnet, „um klarzustellen, dass die Vereinigten Staaten solche Attacken nicht dulden und sich, ihr Personal und ihre Interessen verteidigen werden“. Austin betonte, es habe sich um eine separate Operation gehandelt, die unabhängig von Israels Krieg gegen die militante Hamas ausgeführt worden sei.
        Die USA strebten keinen breiten Konflikt an. Doch wenn iranische Stellvertretergruppen ihr Vorgehen fortsetzten, würden die USA nicht zögern, weitere Schritte zum Schutz ihrer Truppen zu ergreifen, warnte Austin.

        Erst am Donnerstag hatten die USA nach Angriffen auf ihre Soldaten im Irak und in Syrien mit Vergeltungsschlägen gedroht. Zeitpunkt und Art der Reaktion würden die USA bestimmen, erklärte der Sprecher des nationalen Sicherheitsrats, John Kirby.

        Die Drohung richtete sich an vom Iran unterstützte Milizen in der Region, die sich zu einer Reihe von Angriffen auf Stützpunkte mit US-Soldaten bekannt haben oder dafür verantwortlich gemacht wurden.
        […]
        Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums hat es seit dem 17. Oktober mindestens zwölf Attacken auf US-Basen und amerikanisches Personal im Irak und vier in Syrien gegeben. Pentagonsprecher Pat Ryder sagte, dass 21 Amerikaner bei zwei dieser Angriffe verletzt worden seien. Dabei seien Drohnen gegen den Luftwaffenstützpunkt Al-Asad im Irak und die Garnison al-Tanf in Syrien nahe der Grenze zu Jordanien eingesetzt worden. Nach US-Angaben erlitten die Betroffenen leichte Verletzungen und sind wieder im Dienst.
        Am Mittwoch hatte US-Präsident Biden gesagt, auch der oberste Führer des Irans, Ajatollah Ali Chamenei, sei direkt vor weiteren Angriffen gewarnt worden, ob sie nun vom Iran selbst oder seinen Handlangern in der Region kämen. „Meine Warnung an den Ajatollah war, dass wenn sie weiter gegen diese Truppen vorgehen, wir reagieren werden. Und er sollte vorbereitet sein.“ Auf die Frage, wie diese Botschaft an Chamenei übermittelt wurde, wollte Kirby am Donnerstag keine Antwort geben.

        „Interessant“ ist vor allen Dingen die Rechtslage, denn die USA halten sich in Syrien als Besatzer auf. Die Sache droht aus dem Ruder zu laufen.

        • „ dabei ist Thomas Fischer immer ein Quell der Erkenntnis (er hat sicherlich auch noch ein paar Hinweise zu den Beschränkungen einer Notwehrhandlung parat, was ich leider nicht lesen kann)“
          Auch ich bestelle dafür kein 1 € Test- Digital-Abo, aber dieser Tweet spricht doch Bände! :

        • Eine kurze knappe Zusammenfassung des rechtlichen Status`der Besetzermacht der USA in Syrien:

          „According to the Pentagon’s Dana Stroul, the US military is there so that the US can „own“ Syria’s „resource-rich“ northeast — where the oil and wheat is — to give the US „leverage“ over Syria’s political future, i.e. regime change. This is why Biden has put US troops in harm’s way in Syria, and this is why he’s bombing it.“

          Sie sind dort seit Obama 2014 – angeblich zum Kampf gegen den IS, der unter Obama blühte, bis die Russen am 30.9.2015 eingriffen.

          „What will happen when others decide to do the same to us?“

          Wirklich naiv. Das wird sich niemand trauen. „Regeln“ gelten nur für die Schwachen.

          Israel tut alles, um sich weltweit unbeliebt zu machen – falls das kein fake ist:

          Wo Energieminister Katz lügt, daß die Palästinenser im Süden von Gaza sicher seien. Was sie natürlich nicht sind.

          Wo der frühere israelische UN-Botschafter Palästinenser mit Tieren gleichsetzt und getötete palästinensische Zivilisten mit getöteten russischen Soldaten.

          Wobei der palästinensische Botschafter eine deutliche Distanzierung von dem terroristischen Vorgehen der Hamas am 7.10.2023 zum Ausdruck gebracht hat. Der israelische Botschafter wiederholte lediglich Terror-Vorwürfe gegen alle Palästinenser.

          Israel verspielt sämtliche Sympathien, die ihm noch verblieben sind:

          Deutschland hat sich lediglich enthalten, und Ungarn hat sogar gegen einen sofortigen Waffenstillstand gestimmt? Frankreich, das sich von der von Deutschland beherrschten EU abwendet (Deutschland wollte nur Waffenstillstandspausen für humanitäre Lieferungen und hat sich leider durchgesetzt) und einen Waffenstillstand will, hat dafür gestimmt, wie Belgien, Portugal, Spanien, Irland, Luxemburg, Norwegen, Portugal und Slowenien. Die EU ist ein Witz, und daß die Grünen via Baerbock deren US-Abhängigkeit zementieren, ist das Gegenteil dessen, was Europa bräuchte: international sind die USA und Israel isoliert:

          Möglicherweise hat Ungarn gegen den humanitären Waffenstillstand gestimmt, weil die Vorlage aus Arabien kam? Who knows. 😉 Aber was Österreich und Kroatien trieb, bleibt damit immer noch unerklärt. Es ist nun einmal so: Europa hat seinen moralischen Kompaß verloren.

          Eigentlich hätte diese Ergänzung der Verurteilung der Hamas-Attacke auf Israel angenommen werden müssen:

          “Nobody likes the disproportionality of Israel’s actions”

          Das wird der Grund sein.

          Und es ist fraglich, ob die USA den Geist, den sie entfesselt haben, wieder in die Flasche zurückbekommen.

          Auch im Irak tut sich was, wobei es eher unklar ist, wer nun genau gegen die seit langer Zeit von der Regierung unerwünschte US-Präsenz vorgeht:

          Das Wüten der USA in Syrien (nachdem dort Israel nach Belieben herumbombte) hat wiederum nun Antworten der Hisbollah aus dem Libanon provoziert:

          Plausibel. Die USA waren gegen eine Ausweitung der Gaza-Offensive, schon weil sie die Geiselverhandlungen stören würde. Dann aber:

          „no communication“ bedeutet natürlich auch, daß Zivilisten nicht mehr gewarnt werden, wenn ihre Wohnblöcke bombardiert werden.

          Die IDF hat ihre Panzer-Vorstöße im Norden von Gaza wohl intensiviert, ohne daß klar wäre, was das bedeutet. Dieser Bericht hier scheint mir bei allem einsetzenden „fog of war“ wohl noch am realistischsten zu sein:

          Bei alldem haben wir einen dementen Kriegsherrn im WH, der nur nette Journalisten aufruft, die zuvor vom WH zu den genehmen Fragen gebrieft wurden:

          Wer also regiert eigentlich in den USA?

          Masala hatte mal so einen Impuls und verwies auf einen vernichtenden Artikel gegen den Sicherheitsberater Jake Sullivan:

          Ich kann diesen Artikel nur empfehlen! 😉

          All das Chaos, das der Westen in den letzten Jahrzehnten losgetreten hat, verdankt sich Think Tank-Wunderkindern wie Sullivan, die niemals mit der Realität in Berührung kamen.

        • Passend zum Stichwort ‚ All das Chaos, das der Westen in den letzten Jahrzehnten losgetreten hat‘ nun auch dies:
          https://www.welt.de/politik/ausland/article248252320/Erdogan-Westen-ist-der-Hauptschuldige-an-Massakern-im-Gazastreifen.html

          Reaktion des israelischen Aussenministers folgte:

          Und hier Insider infos der Sprachpolizei:

          https://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/231027-Glossar_Berichterstattun-gNahostkonflikt.pdf#page13

          44 Seiten Sprachregelung der ARD zum Nahostkonflikt – ein unglaublicher Skandal

  2. Thema Nr. 1 in Deutschland war natürlich Sahra Wagenknecht. Zuletzt hatte Gerhard Schröder sich zu dem Thema ausgelassen:

    Haben Sie den Eindruck, es gibt zu viel Moral in der Politik und zu wenig Realpolitik?

    Das ist das Problem der Grünen. Ich verstehe die Moralisierung der Grünen nur bedingt. Außenministerin Baerbock moralisiert gegenüber China und Russland, okay. Dabei vergisst sie, dass Deutschland zu den beiden ein vernünftiges Verhältnis braucht, ohne dass damit der Krieg gegen die Ukraine nicht zu verurteilen ist.

    Steht Außenministerin Annalena Baerbock in der Tradition von Joschka Fischer?

    Joschka war viel rationaler. Er war Realpolitiker. Er hätte Xi Jinping nicht als Diktator bezeichnet. Warum provoziert die Außenministerin in einer solchen Situation, wenn man genügend andere Probleme hat?
    […]
    Ist der Unterschied zwischen veröffentlichter Meinung und der Meinung der Mehrheit der Menschen im Land gewachsen?

    Ja, sicher. So groß war die Kluft zwischen der Meinung der Menschen auf der Straße und den öffentlich geführten Debatten noch nie.

    Ist die AfD deshalb in allen Umfragen stärker als die SPD?

    Die AfD sagt: Es interessiert uns nicht, was staatspolitisch geboten ist. Die Menschen sagen: Denkt doch an uns. Das macht immer mehr Strecke. Wenn wir heute Bundestagswahl hätten, wäre die SPD wahrscheinlich nicht mehr in der nächsten Regierung.

    Haben die Menschen recht?

    Natürlich haben die recht. Scholz sagt den Doppelwumms an und gibt 100 Milliarden für die Rüstung aus, wo doch niemand weiß, was das eigentlich ist. Sind das Panzer? Flugzeuge? Artillerie? Und wer kriegt die Aufträge? Das wird die Debatte nach dem Krieg sein. Gleichzeitig sehen die Menschen, wie die Infrastruktur verkommt und wie ihre Möglichkeiten reduziert werden. Ein großer Fehler war, dass Scholz das Heizungsgesetz von Robert Habeck durchgelassen hat, ohne zu wissen, was das für einen normalen Haushalt bedeutet. Und dann gibt es eine Partei, die sagt: „Erst einmal wir!“ Diese Menschen wählen dann AfD.

    Sahra Wagenknecht deckt viele der Punkte ab, die Sie ansprechen, und bietet nun eine Alternative für die einfachen Leute.

    Das ist richtig. Eine kluge Frau. Sie weiß, wie ganz normale Leute denken. Glaubt sie aber ernsthaft, ihre Partei kann eine Rolle spielen? Ich denke, sie wird der Linken ein paar Prozentpunkte wegnehmen.
    […]

    https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/gerhard-schroeder-im-exklusiv-interview-was-merkel-2015-gemacht-hat-war-politisch-falsch-li.2151196

    Da geht er fehl. Sie spricht beileibe nicht nur „einfache“ Leute an, und zieht nicht nur Leute von Links an. Sondern auch von Rechts, aus dem Milieu der resignierten Nicht-Wähler, der erschreckten Grünen-Wähler und aus dem der anti-Schröder-SPD. Sie hat ein Potential von 27%, las ich heute. Die Ampel liegt bei 32-33%. Völlig zurecht.
    […]“

    Warum die Presse versagt III


    [h]ttps://gabrielewolff.wordpress.com/2023/09/03/warum-die-presse-versagt-iii/comment-page-3/#comment-101417

    Ich beobachte schon seit längerer Zeit, wie die Krise der Medien und der Politik sich durch Haß auf Wagenknecht manifestiert, seitdem immer deutlicher wurde, daß eine Wagenknecht-Parteigründung droht:

    Einer der Lieblings-ÖRR-Experten im Tagesspiegel:

    Peter R. Neumann ist Professor für Sicherheitsstudien am King’s College London. Sein neuestes Buch ist „Logik der Angst. Die rechtsextreme Gefahr und ihre Wurzeln“ (Rowohlt Berlin, 2023). Neumann ist Mitglied der CDU und war 2021 Berater von CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet.

    Rechts oder links?
    Sahra Wagenknecht, die Nationalbolschewistin
    In der Wirtschaftspolitik radikal links, bei Migrationspolitik eher rechts. Sahra Wagenknechts Standpunkt ist nicht einfach zu verorten. Doch es gibt eine Tradition, die ihrer Linie entspricht.
    Ein Gastbeitrag von Peter R. Neumann
    11.09.2023, 09:52 Uhr

    […]
    Wo also lässt sie sich politisch einordnen? Und was genau ist an ihr gefährlich?

    Auch wenn sie in den letzten Jahrzehnten kaum Unterstützung hatte, gibt es eine ideologische Tradition, die Wagenknechts Linie ziemlich genau entspricht, nämlich den Nationalbolschewismus. Dessen Vordenker und wichtigste Repräsentanten kommen zwar meist von links, haben sich aber von ihren einstigen Genossen im Laufe der Zeit entfremdet. Sie sind keine „Nationalsozialisten“ im Sinne von Hitlers NSDAP, aber sie lehnen die Westbindung und bürgerliche, liberale Demokratie ab.
    […]
    Wagenknecht ist also keine „National-Sozialistin“, aber ihre neue Partei würde sehr gut an die national-bolschewistische Tradition anknüpfen. Ihre Positionen in der Wirtschaftspolitik sind nach wie vor links, wenn nicht sogar revolutionär; doch in der Gesellschaftspolitik steht sie mittlerweile weit rechts; Nationalismus ist für sie nicht mehr Gegner, sondern Mittel und Zweck, um Menschen für ihre Art von Sozialismus zu mobilisieren.
    Am wichtigsten vielleicht: Genauso wie Niekisch will sie statt der Bindung an Amerika und den Westen ein engeres Bündnis mit einem autoritären Russland.
    Was Frau Wagenknecht vorhat, ist also keineswegs neu. Ihr Ziele sind weder links noch rechts, sondern eine Mischung aus beidem. Ihr gemeinsamer Nenner ist die Feindschaft gegenüber einer am Westen orientierten, liberalen und bürgerlichen Demokratie.

    https://www.tagesspiegel.de/politik/rechts-oder-links-sahra-wagenknecht-die-nationalbolschewistin-10448056.html

    Was für ein unseliges Gebrabbel.

    So „argumentiert“ ein früherer Osteuropa-Professor [Schlögel] gegen Sarah Wagenknecht:

    https://twitter.com/AnneWillTalk/status/1703523381222453640

    Von Grün:

    Von Bundeswehr-Masala und NATO-SPIEGEL:

    https://twitter.com/AnneWillTalk/status/1703523893045071997

    Es war mal wieder eine 5:1-„Diskussion“:

    Wagenknechts Prognose
    „Dann wird die Ukraine nicht nur nach Waffen rufen“
    Von Daniele Gambone
    Aktualisiert am 18.09.2023 – 09:03 Uhr

    Sahra Wagenknecht streitet bei Anne Will mit dem Osteuropa-Historiker Karl Schlögel und sieht wegen einer „Morddrohung“ von einem Ukraine-Besuch ab.

    Die Ukraine kommt mit ihrer Offensive gegen die russischen Besatzer nur schleppend voran. Gleichzeitig zieht sich die Debatte über die mögliche Lieferung deutscher Taurus-Marschflugkörper, mit denen die Ukrainer Ziele weit hinter den Verteidigungslinien treffen und den russischen Truppen die Nachschubwege abschneiden könnten, in die Länge. Vor diesem Hintergrund beschäftigte sich Anne Wills Talkrunde am Sonntagabend in der ARD mit der Frage: „Mühsame Offensive, ferner Frieden – Braucht die Ukraine noch mehr Unterstützung?“

    Im Mittelpunkt der lebhaften Diskussion, die sich im Laufe der Sendung entwickelte, stand die (Noch-)Linke-Politikerin Sahra Wagenknecht. Ihre Ansichten erwiesen sich als nicht kompatibel mit denen der anderen Talkgäste und brachten ihr sogar den Vorwurf des Osteuropa-Historikers Karl Schlögel ein, sie sei gemeinsam mit der AfD Putins Stimme in Deutschland.
    Die Gäste:
    • Sahra Wagenknecht (Die Linke), Mitglied des Bundestages
    • Michael Roth (SPD), Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses
    • Roderich Kiesewetter (CDU), Mitglied des Bundestages und Oberst a. D.
    • Rieke Havertz, internationale Korrespondentin für „Zeit Online“
    • Karl Schlögel, Historiker und Osteuropa-Experte

    Auf größere Zustimmung dürften in Teilen der Bevölkerung allerdings Wagenknechts Warnungen vor einer Ausweitung des Konflikts hin zu einem dritten Weltkrieg stoßen. Die ebenso umstrittene wie beliebte Politikerin, der Pläne für eine Parteineugründung und ein hohes Wählerpotenzial nachgesagt werden, hat die Frage der deutschen Unterstützung für die Ukraine als Thema ausgemacht, mit dem eine „Wagenknecht-Partei“ Stimmen generieren und sich profilieren könnte.
    Wagenknecht befürchtet dritten Weltkrieg

    Es gebe keine militärische Lösung, betonte die Linke-Abgeordnete wiederholt. Vielmehr habe sie die Sorge, dass bei einem Festhalten an der bisherigen westlichen Linie auch Nato-Staaten in die Kampfhandlungen einbezogen werden könnten. Was der Ukraine am meisten fehlen werde, seien nämlich „nicht Waffen, sondern einsatzfähige und einsatzbereite Soldaten“. „Dann wird die Ukraine nicht nur nach Waffen rufen, dann wird sie nach Soldaten rufen“, so Wagenknechts Prognose.

    Der Historiker Schlögel zeigte sich schockiert über die Rhetorik der Linke-Politikerin. „Sie ist eine Bewirtschafterin der Angst. Das ist ihr Kapital. Sie hat nichts beizutragen“, warf er Wagenknecht vor, ohne sich unmittelbar an sie zu wenden. Als diese sich zu verteidigen versuchte, sie habe tatsächlich Angst vor einer Eskalation, ging Schlögel sie doch noch direkt an. „Sie können die Angst anderer Leute instrumentalisieren. Das ist ihr Geschäft“, lautete sein Vorwurf.
    […]

    https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/gesellschaft/id_100244956/historiker-bei-anne-will-wagenknecht-eine-bewirtschafterin-der-angst-.html

    […]

    Das Bashing sprich Hate Speech der Presse kennt wirklich keine Grenzen mehr:

    Versöhnung von Schröder und Lafontaine: Die beiden Polit-Rentner eint ihre Bewunderung für Typen wie Putin

    Nach langem Streit haben sich Gerhard Schröder und Oskar Lafontaine ausgesprochen. Für die Sozialdemokratie ist es bitter, zu sehen, wem sie sich über Jahrzehnte hinweg ausgeliefert hat.

    Ein Kommentar von Daniel Friedrich Sturm
    13.09.2023, 17:10 Uhr
    […]
    Es ist schon ziemlich merkwürdig, wie sehr zwei Männer, die sich jahrzehntelang als „moderne“ Sozialdemokraten verkaufen konnten, in der Vergangenheit leben, in der Staatenwelt des 19. Jahrhunderts. Schröder wie Lafontaine folgen der alten Denkschule, wonach Deutschland der Innerlichkeit und Rückständigkeit Russlands näher ist als dem „dekadenten“, diversen, innovativen Westen.

    Die stete Distanz zu den Vereinigten Staaten führt die beiden jahrzehntelangen Erzfeinde und Mega-Egos zusammen, vermutlich unter Zutun ihrer medial kreativen Ehefrauen. Vielleicht mögen sie zu ihrem nächsten Zigarren-Kollegium Alexander Gauland und Sergej Lawrow dazubitten.

    In den USA mag längst ein Sozialdemokrat regieren, doch die beiden konservativ-reaktionären Polit-Rentner Schröder und Lafontaine bewahren ihren negativen Blick auf die Vereinigten Staaten. Sie folgen Egon Bahrs Ideologie, missachten den Freiheitsdrang von Bürgern in Diktaturen und fokussieren sich, etatistisch geprägt, wie sie nun einmal sind, auf Machthaber wie Wladimir Putin oder Recep Tayyip Erdogan.

    Das geht einher mit einer Faszination für fossile Energieträger, teure Rotweine und (bei Schröder mit Putins Hilfe) gefüllte Konten. Übrigens: Der Dritte aus der einstigen „Troika“, Rudolf Scharping, singt als „Berater“ ein Hohelied der Kommunistischen Partei Chinas.

    Bitter für die Sozialdemokratie, zu sehen, welchen Figuren sie sich über Jahrzehnte hinweg ausgeliefert hat. Und noch bitterer zu sehen, dass diese SPD im Oktober den Putin-Freund Schröder feiern und ehren will. Ein Stellvertreter von SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich möchte dann eine Rede halten. Es ist alles ein großes Trauerspiel.

    https://www.tagesspiegel.de/politik/schroder-und-lafontaine-versohnung-zweier-konservativ-reaktionarer-polit-rentner-10464331.html

    Eine „medial kreative Ehefrau“ hat nun Nägel mit Köpfen gemacht: hier ein durchaus professionelles Werbe-Video:

    Zuvor hatte natürlich bereits der NATO-SPIEGEL seinen Daumen gesenkt:

    Abwegige Position zur NATO, weshalb sie nicht wirklich regieren wolle.

    Pressekonferenz: Wagenknecht stellt „Bündnis Sahra Wagenknecht“ vor
    tagesschau

    23.10.2023
    Die Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht stellt in Berlin ihr neues politisches Projekt vor. Das „Bündnis Sahra Wagenknecht“ ist zunächst als Verein organisiert, dient aber wohl zur Vorbereitung einer eigenen Partei. […]

    Man beachte, wie vorrangig die Stärkung des deutschen Wirtschaftsstandorts und des Mittelstands gegen klimaaktivistische staatliche Eingriffe der Ampel betont wird.

    Die Presse-Nachfragen habe ich mir nicht angetan:

    Neue Partei im Anmarsch
    Das sind die Wagen-Knechte

    Von: florian Kain
    23.10.2023 – 13:30 Uhr
    Sie haben angeblich alles „versucht“, um ihre Abspaltung von den Linken zu verhindern – aber weil sie mit allen Vorstößen gescheitert seien, den Kurs der Partei zu korrigieren, fühlen sie sich jetzt zur Neugründung ihrer „linken AfD“ gezwungen. Mit Sahra Wagenknecht (54) sollen neun weitere Abgeordnete die Links-Partei verlassen. ABER: Der Fraktion im Bundestag wollen sie weiterhin angehören.
    […]

    https://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/neue-partei-im-anmarsch-das-sind-sahra-wagenknechts-getreue-85840948.bild.html

    Verschwiegen wird: um die Auflösung der Linke-Fraktion zu verhindern und die Arbeitsplätze der Fraktionsmitarbeiter zu erhalten:

    Wagenknecht hat offenbar einen Nerv getroffen: Rechte verunglimpfen sie als „gefährliche Sozialistin“:

    obwohl „sie manchmal was gegen Woke und unkontrollierte Migration sagt“,

    Linke/Grüne verunglimpfen sie als AfD-Ersatz:

    NATO-Röpcke ist entsetzt:

    Was Israels indiscriminate Herumbomben in Gaza angeht, zeigte er sich freilich unideologisch:

    „Nachtrag:
    WaPo, 23.10.2023:

    LIVE UPDATES
    Gaza death toll spikes, mainly in the south, after Israel launches strikes
    By Washington Post Staff

    „Wo es doch sicher sein soll, und wo Hilfslieferungen eintreffen…“

    Warum die Presse versagt III


    [h]ttps://gabrielewolff.wordpress.com/2023/09/03/warum-die-presse-versagt-iii/comment-page-3/#comment-101418

    „Die Tagesschau bestätigt – ab Minute 4 -: Israel bombardiert nun den südlichen Grenzort Rafah im Gaza-Streifen, wo viel zu wenige Hilfslieferungen eintreffen: man fragt sich, warum die israelische Armee nicht die Raketenstellungen von Hamas und Jihad ausschaltet? Wäre das nicht vordringlich?

    Die EU ist mal wieder uneins: Borrell und Spanien wollen eine humanitäre Feuerpause und mehr Hilfslieferungen für die Zivilbevölkerung, unsere immer hilfloser wirkende Außenministerin spricht zwar einerseits von einer „humanitären Katastrophe“, will aber Israel weiter herumbomben lassen, auch im Süden, wohin die palästinensische Zivilbevölkerung auf Aufforderung Israels fliehen sollte, weil die Hamas ja weiterhin Raketen auf Israel abschieße. Man faßt es nicht:“

    tagesschau 20:00 Uhr, 23.10.2023
    tagesschau
    1,41 Mio. Abonnenten

    Warum die Presse versagt III


    [h]ttps://gabrielewolff.wordpress.com/2023/09/03/warum-die-presse-versagt-iii/comment-page-3/#comment-101419

    Zu Beginn sieht man die hilflosen Kommentare des ÖRR zur bevorstehenden Parteigründung.

    Ich vermute mal, daß das vorrangige Problem dieser neuen Partei sein wird, daß der Zuspruch der Wähler größer sein wird als wählbare Kandidaten generiert werden können…

    • Im Westen kippt die Stimmung angesichts des „Carpet Bombings“ der IDF in Gaza:

      Und was tut sich in der Ukraine?

      Sarah Ashton-Cirillo bestreitet ihr De-Transitioning:

      Sie hat nur ihre Perücke abgesetzt und womöglich auch ihre aufgeschnallten Brüste:

      Ihre Nazi-Einstellung gegen die russischen Untermenschen bleibt freilich.

      Die Ukraine hat nun die ukrainische-orthodoxe Kirche verboten:

      Es verbleibt eine von Selenskijs Gnaden neugegründete orthodoxe Staatskirche, in der Weihnachten am 25.12. gefeiert wird.

      Die Korruption war und ist der Ukraine immanent:

      Natürlich profitierte nicht nur Resnikow persönlich davon. Aber nicht nur knapp auch persönlich: so gab es Berichte darüber, daß er anläßlich der Hochzeit seiner Tochter in Südfrankreich ihr dort ein Millionen-Grundstück spendierte.

      Der Korruption in der Ukraine ist nicht beizukommen:

      „He simply „donates“ money to them. $100-200 thousand to each one. The same certificates of gratitude are held by the drug lord from Zelensky’s entourage, MP Nikolai Tishchenko. Is that enough to explain why noone is fighting drug trafficking in Ukraine?“

      Die WaPo versetzt der Ukraine am 23.10.2023 den Todesstoß exklusiv:

      Ukrainian spies with deep ties to CIA wage shadow war against Russia
      The CIA has built up Ukraine’s espionage capabilities, but U.S. officials stress that the agency has no involvement in targeted killings operations by Kyiv.
      By Greg Miller and Isabelle Khurshudyan

      Hüstel.

      Hier russische Auswertungen:

      Hier die Auswertung durch das osteuropäische Portal Nexta:

      „Since 2015, the CIA has spent tens of millions of dollars to turn Ukraine’s services into powerful allies in the fight against Moscow, WP wrote. „We are seeing the birth of an intelligence group like the Mossad in the 1970s,“ said a former senior CIA official, referring to Israel’s spy service, which has long been accused of carrying out assassinations in other countries. „If Ukraine’s intelligence operations become even bolder, such as targeting Russians in third countries, it could cause discord with partners and come into serious conflict with Ukraine’s broader strategic goals. These goals include joining NATO and the European Union,“ the second official told WP.“

      „Cooperation between the CIA and Ukraine began after the 2014 political protests. According to officials, the first stages of cooperation were limited because both sides feared FSB agents. Therefore, the CIA, together with The Security Service of Ukraine, created a completely new, isolated directorate to focus on so-called „active measures“ against Russia. This was the Fifth Directorate, and then the Sixth Directorate appeared to work with the British MI-6. Training sites were located outside Kyiv, where selected recruits were instructed by CIA officers. The plan was to form units „capable of operating behind the front lines and working as secret teams“.

      • Zu den Verfechtern der humanitären Feuerpause gehörte auch das oben erwähnte Irland. Huch, plötzlich stehen Ungarn und Deutschland Seite an Seite? Ist Baerbock gar nichts mehr peinlich in ihrem USA-Unterwerfungskurs?

        Selbst Geiselbefreiungen durch die Hamas aus humanitären Gründen, vermittelt durch Äygypten, werden noch zum Gegenstand von israelischer und US-Propaganda:

        UN-Mitarbeiter werden genauso getötet wie palästinensische Zivilisten:

        Wo sollen die überlebenden Zivilisten in Gaza nach dem Ende der Strafexpedition eigentlich leben, angesichts dieser massiven Zerstörungen?

        Ich glaube nicht, daß der Westen diese Bilder für längere Zeit ertragen kann:

        https://twitter.com/narrative_hole/status/1716229284069507423

        https://twitter.com/narrative_hole/status/1716799766938476625

        https://twitter.com/ejmalrai/status/1716877130632692075

        Und da muß ich Amanpour einmal loben, weil sie es zuläßt, daß Königin Rania von Jordanien sogar CNN angreift, weil CNN unhinterfragt die fake IDF-Gräuel-Propaganda von 40 geköpfen Babies durch Hamas übernommen hat. Ein sehenswertes Interview, in dem die Doppelmoral des Westens klar darglegt wird:

        In diesem Setting wirkt sogar der Emir von Katar moralisch überlegen, der immerhin auf die Befreiung der ersten beiden US-Geiseln hingewirkt hat:

        So hilflos wollen sich die IDF rechtfertigen:

        Die IDF wurde aufgefordert, das fragliche Gräuelfoto auf telegram zu posten, wo diese Beschränkungen nicht gelten.

        Wer ist eigentlich für die exzessive Gewalt Israels in Gaza veranwortlich? Die USA behaupten, Israel, Israel behauptet, die USA:

        Wem glauben wir? 😉

        Natürlich braucht Israel US-Kampfjets, falls es einen Zwei-Fronten-Krieg auch im Norden gibt. Der zweite US-Flugzeugträger ist ja schon unterwegs. Zur Abschreckung, heißt es.

        Repostet von Masala:

        vdL hat auf den Protestbrief von 800 Angestellten der Kommission, auf den dissentierenden EU-Außenbeauftragten Borrell, die abweichenden UN-Erklärungen und den Dissens innerhalb der EU-Staaten reagiert und rückt von ihrer ursprünglichen „uneingeschränkten“ pro-Israel-Stellungnahme ab:

        Masala findet sich zusammen mit Baerbock auf der politischen Resterampe wieder:

        Von Geschichte hält er nun mal nix:

        https://twitter.com/OWirkus/status/1716844836630770011

        Den möglichen Weltenbrand blendet er ebenfalls generell aus:

        Da liegt Musk gar nicht weit von der US-Regierung entfernt, wie Axios zu wissen meint (wenn ich mich recht erinnere, auch ein Springer-Erwerb):

        Oct 20, 2023 – Politics & Policy
        Column / Behind the Curtain
        Behind the Curtain: Rattled U.S. government fears wars could spread

        • Jim VandeHei,
        • Mike Allen
        […]
        Behind the scenes: Officials tell us that inside the White House, this was the heaviest, most chilling week since President Biden took office just over 1,000 days ago.

        • Former Defense Secretary Bob Gates — who ran the Pentagon under presidents of both parties, George W. Bush and Barack Obama — tells us America is facing the most crises since World War II ended 78 years ago.
        • He explains the White House’s system overload like this: „There’s this gigantic funnel that sits over the table in the Situation Room. And all the problems in the world end up coming through that funnel to the same eight or 10 people. There’s a limit to the bandwidth those eight or 10 people can have.“

        Not one of the crises can be solved and checked off. All five could spiral into something much bigger:

        1. Israel’s response to the Hamas terrorist attack, and growing fear of a spreading war that reaches to Iran and beyond. Officials point to the protests, threats and deadly, anti-American warnings of Arab nations after they thought — incorrectly — Israel struck a hospital in Gaza, killing hundreds. This is a preview of what they fully expect will be a worldwide response to the expected Israeli invasion of Gaza.

        • The U.S. is deploying two aircraft carriers to the region. A U.S. Navy destroyer on Thursday shot down missiles from Yemen that appeared headed toward Israel. U.S. troops were fired on this week by drones in Syria and Iraq.

        2. Vladimir Putin meeting in China this week with Xi Jinping to further strengthen their anti-America alliance. In a new Foreign Affairs article that top officials are sharing, Gates argues that both leaders believe America and other big democracies „are past their prime and have entered an irreversible decline.“ Putin and Xi sniff weakness and are activating on many fronts, top administration officials tell us.

        • This Reuters headline says it all: „Russia says it is coordinating Middle East policy with China.

        3. A malicious Iran. It’s unclear how involved Iran was in orchestrating or assisting the Hamas terrorist attack — but officials seem certain there are ties. More worrisome: U.S. officials fear Hezbollah — a much bigger terrorist group than Hamas, funded by Iran — will strike the moment Israel gets stuck in Gaza.
        • Biden said Thursday night in his Oval Office address: „Iran is supporting Russia in Ukraine, and it’s supporting Hamas and other terrorist groups in the region.“

        4. Then there’s the unhinged leader of North Korea, Kim Jong Un, and his frequent testing of long-range, nuclear-capable missiles. As Gates points out, the combined nuclear arsenal of Russia, China, Iran and North Korea „could within a few years be nearly double the size of“ America’s.

        5. A new weapon is being deployed in all these conflicts: a massive spread of doctored or wholly fake videos to manipulate what people see and think in real time. The architects of these new technologies, in background conversations with us after demonstrating new capabilities soon to be released, say even the sharpest eyes looking for fake videos will have an impossible time detecting what’s real. (We’ll have a column coming soon to Go Deeper on this topic).
        • Fake video, on top of bots (fake people) and fake written content, is being used aggressively by all anti-American actors, intelligence officials say. Some experts estimate that more than 90% of content on the internet will soon be fake or manipulated.

        What scares officials is how all five threats could fuse into one.

        The State Department on Thursday issued a rare „Worldwide Caution,“ warning U.S. travelers abroad of „increased tensions in various locations around the world“ that raise „the potential for terrorist attacks, demonstrations or violent actions against U.S. citizens and interests.“
        These simultaneous threats are hitting at the very moment the American political system seems — and sometimes is — literally broken.

        • It’s not just that Republicans don’t have a House speaker and can’t seem to elect one, or that we might shut down the government in the middle of this mess, or that we’re hurtling toward another toxic presidential election in which big chunks of both parties want different candidates.

        • Former top intelligence officials tell us domestic unrest is one of their biggest fears — whether it’s triggered by court rulings against former President Trump or protests over war in the Middle East. Biden allies frame these flare-ups as a reminder that global chaos requires calm and experience. „With age comes wisdom,“ Ron Klain, Biden’s first chief of staff, told us.
        But there has been a total collapse of people’s trust in the opposing party, the media, what they see or share on social platforms, and even the top-secret intelligence the government relies on to measure these threats.

        • This, as much as the five individual threats above, is what worries officials. They know things could get worse — fast — and require tough actions — fast. And no one knows whether Congress or the public could unite in an emergency.

        https://www.axios.com/2023/10/20/biden-government-war-fears-israel-hamas

        • Kommen wir zur US-Kolonie-Ukraine, die das Schicksal von allen US-Proxies erleidet – Kurden in Syrien, Taiwan und sogar Israel -: hier zur Erinnerung, daß die USA 5 Milliarden für den Maidan investierten:

          Die CIA war die erste US-Institution, die nach dem Putsch in der Ukraine auftrat – und jetzt wirft sie den von ihr trainierten SBU „unter den Bus“, wie wie eine amerikanische Redensart lautet.

          Militärisch ist die Ukraine eh besiegt: weshalb Röpcke einen sogenannten „Scoop“ lanciert:

          Der Quatsch soll wohl Abos generieren. 😉

          Offenbar versteht Röpcke russischen Humor sowenig wie russisches Trolling:

          Rogozin bezieht sich auf den schon vor dem Maidan ins spanische Exil geflohenen Blogger und Parteigründer Anatolii Sharii, einen Ukraine-Kritiker und Parteigründer, dessen Partei unter Selenskij längst verboten wurde. Ich hatte ihn auch zur Korruption in der Ukraine zitiert. Nun wurde seine Villa in Spanien mit Molotow-Cocktails angegriffen – und offenbar hat er nicht, wie es nahegelegen hätte, die Ukraine, sondern Rußland dafür verantwortlich gemacht:

          Seltsam, daß er bei rußlandfreundlichen Postern so unbeliebt ist, denn die Ukraine haßt ihn ganz besonders…

          Tatsache ist, daß die Ukraine, die für die USA einen Proxy-Krieg zur Schwächung Rußlands durchführt, ausblutet, ohne den entsprechenden Erfolg zu erzielen:

          Alle wissen, daß die „Gegenoffensive“ gescheitert ist:

          Der erste Regen:

          Die NATO hat keine Munition mehr:

          Die russische Offensive zur Umzingelung von Avdeevka ist erfolgreich:

          „On a final note, Ukrainain shelling of Donetsk has decreased markedly since the start of the battle, with only one civilian killed in the city in the last week. Securing Avdeevka will not bring that city’s long agony to an end, but it will will crack open the Ukrainian line west of the city and do a great deal to relieve the pressure.“

          Nun zerbombt Kiew Donezk-Zivilisten eben mit Himars:

          https://twitter.com/squatsons/status/1715712649265344961

          Lange geleugnet, nun selbst im Westen und sogar vom Propaganda-Institut ISW bestätigt:

          24.10.2023 01:07

          Alena Kammer
          Russland verstärkt laut Ukraine Angriffe auf Awdijiwka

          Die russischen Streitkräfte verstärken ukrainischen Angaben zufolge ihre Angriffe auf zwei Frontabschnitte in der Ostukraine. Der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte sagte, seine Truppen hätten erneut russische Angriffe auf die Stadt Awdijiwka zurückgeschlagen.

          Das Stadtzentrum und die einzige Versorgungsroute in das zerstörte Awdijiwka stünden rund um die Uhr unter Beschuss, sagte der Leiter der Militärverwaltung der Stadt, Witali Barabasch, dem Sender Radio Liberty. „Die Versorgungslage ist sehr schwierig, weil die 22 Kilometer lange Straße Tag und Nacht unter Dauerbeschuss steht.“ Das erschwere Evakuierungen und Hilfslieferungen. „Jede Bewegung ist ein Signal, das Feuer zu eröffnen.“ Rund 1.600 Menschen lebten noch in der Stadt – vor dem Krieg waren es rund 30.000.

          Awdijiwka ist nach den monatelangen Angriffen zu einem Symbol des ukrainischen Widerstands geworden. Präsident Wolodymyr Selenskyj zollte den Verteidigern der Stadt in seiner nächtlichen Videobotschaft Respekt: „Ihr Durchhaltevermögen ist jetzt die Stärke der ganzen Ukraine.“

          https://www.zeit.de/politik/ausland/ukraine-krieg-news-liveblog#event_id=emcASkpf65tB35FbV6rJ

          08:51

          Dominik Lenze
          Russland rückt bei Awdijiwka vor

          Seit Wochen gibt es schwere Kämpfe um die ostukrainische Stadt Awdijiwka. Den angreifenden Truppen sind nun offenbar Vorstöße gelungen, wie das Institute for the Study of War (ISW) in seinem täglichen Lagebericht berichtet. Videoaufnahmen zeigen russische Truppen in einer Kleinstadt nördlich von Awdijiwka. Laut Berichten sollen russische Einheiten auch bereits im Stadtgebiet operieren.

          https://www.zeit.de/politik/ausland/ukraine-krieg-news-liveblog#event_id=emcCrRQUygAswSijV7pK

          Da muß der GB-Propaganda-Geheimdienst natürlich eingreifen und auf russische Verluste hinweisen, die natürlich erfunden sind – zu ukrainischen Verlusten hat er sich noch nie geäußert:

          Sie sind allein bei dem erfolglosen Saporischschja-Angriff im Süden um Robotyne und Werbowe enorm:

          Und sie gehen, warum auch immer, auch aktuell weiter:

          Ukrainische Stimmen zu Avdiivka, wo 20.000 ukrainische Soldaten in einer seit 2014 ausgebauten Frontstadt umzingelt werden:

          https://twitter.com/SmartUACat/status/1716721121389596716

          Das wäre in der Tat fatal, wenn die verlustreichen Angriffe der Ukraine bei Robotyne nur deshalb fortgeführt worden wären, um die Russen von ihrer Offensive auf Awdijiwka abzuhalten. Denn das hat nicht funktioniert.

          Der von Kiew strafverfolgte Ex-Präsidentenberater Arestowitsch, der als Selenskij-Nachfolger gehandelt wird und sich wohl im sicheren Ausland aufhält, hat die Situation dort als prekär bezeichnet:

          Nur zur Erinnerung: wie reden hier von russischen Offensiven, während es doch eigentlich um eine ukrainische Gegenoffensive gehen sollte. Übrigens geht die russische Offensive im Nordosten der Ukraine bei Kupjansk gerade medial unter…

          Mehr zur Bedeutung von Avdiivka/Awdijiwka:

          „it is said Zalushny ordered full stop to any offensive actions ALL over the lines – and has the direct order to send all to that sector.“

          Das stimmt wohl. Bestätigt durch einen ukrainischen Zwangsgezogenen, der sofort nach Avdiivka/Awdijiwka beordert wurde – und das Glück hatte, in russische Kriegsgefangenschaft zu geraten:

          Russische Raketen-Angriffe haben anders als israelische militärische Ziele, weshalb sich die ukrainische Propaganda ja auch schwertut, zivile Tote zu proklamieren:

          Angeblich eine Schule, aber keine Verletzte: in der Ukraine sind Soldaten u.a. in Schulen und Kindergärten untergebracht.

          Das ist angeblich bei diesem Schlag wirklich geschehen:

          „According to her information, for the first time during the war, the Russian Aerospace Forces carried out the simultaneous launch of cruise missiles and aerial bombs, and attack drones were also used. “This is clearly an attempt by the enemy to launch a missile strike as effectively as possible for themselves, since they know that we cannot work with JDAMs… In fact, everything was simultaneously aimed at depleting the air defense and achieving maximum results.”

          Und da erfahren wir auch:

          „The video shows a high-precision FAB-1500 airstrike on a concentration of VFU militants under the Antonovsky railway bridge.“

          Das kann ja wohl nicht wahr sein! Wohl, um die Russen von Avdiivka/Awdijiwka abzulenken, gab es wieder suizidale Überquerungen des Dnjepr bei Cherson; zur Vernichtung derartiger Aktivitäten reichen die russischen Kräfte vor Ort mit Artillerie und Luftstreitkräften aber locker aus, wie seit Monaten bewiesen. Wieviele ukrainische Menschen läßt Selenskij noch verbluten, bevor er sich verkrümelt?

          Und fühlt sich Deutschland langsam nicht auch schuldig, weil es zu derlei Abenteuern wie eine heillose Dnjepr-Überquerung ertüchtigt hat?

          Ansonsten gibt es diese Propaganda bei den landesweiten Luftschlägen:

          Nach den israelischen Raketenschlägen auf Gaza kann man mit propagandistischen 6 zivilen Toten keinen Blumentopf im Aufmerksamkeitswettbewerb mehr gewinnen.

          Pro-ukranische Tweeter wie Tendar jiepern auf Schläge auf die Krim:

          Tja, war wohl wieder nichts. Wie der insgesamt voll danebenliegende deutsche Stratege Nico Lange setzt man wohl auf die ATACMS der USA:

          https://twitter.com/archer_noir/status/1716465664272044304

          Ja, so ist es. Und der erste erfolgreiche Einsatz vom 17.10.2023 auf einen russischen Hubschrauber-Stützpunkt in der Ukraine blieb auch der letzte:

          Nun hat die Ukraine eine weitere „Game changer“- Waffe entwickelt:

          😉

          Da die Russen eh den Elektro-Jammer-Wettbewerb gewinnen – auch gegen US-Versuche, dumb bombs zu smart bombs zu machen, wie es Rußland mit seinen FABs gelungen ist -: hier nun ihre neueste elektronische anti-Drohnen-Waffe:

          Die westliche Rüstungsindustrie dagegen ist weder innovativ noch produktiv: bei höherer Nachfrage erhöht sie schlicht die Preise:

          Die Ukraine ist von den USA längst abgehakt. Ein failed State, ein failed Krieger gegen Rußland. Möge die EU sich darum kümmern – und schon springt Scholz in die Bresche und ermuntert die deutsche Wirtschaft, in die Ukraine zu investieren, für Ausfälle hafte der deutsche Steuerzahler. Die wenigen Filetstücke haben sich längst US-Firmen gesichert.

  3. Ich komme auf einen Teilaspekt meines letzten Postings zurück: auf den der vielen Versuche, in westlichen Demokratien auf eine Einengung des Meinungsspektrums hinzuwirken:

    „Überhaupt kommen die meisten Desinformationen von den traditionellen Medien, hier von Business Insider über Elon Musk, die absolute Haßfigur im Westen:

    Überhaupt wird von nicht Wenigen, hier pars pro toto Lauterbach und Drosten, die Tilgung von Widerspruch zu Regierungslinien verlangt:

    […]

    Wer sich in Sachen Corona und Ukraine jenseits des Mainstreams äußerte wie Ulrike Guérot, läuft in existenzielle Gefahr; während einer ihrer Kritiker, Patrick Bahners von der FAZ, behauptet, eine „cancel culture“ von Links gebe es gar nicht. Tatsache: eine von Rechts gibt es definitiv nicht. Die kulturelle Hegemonie von links-grün in Medien, social media (auf x nicht mehr) und auch in der Politik (und in Behörden) ist unbestreitbar:

    Dagegen gibt es jetzt die Westminster-Erklärung:

    Westminster-Erklärung – Ein Zeichen gegen die Einschränkung der Meinungsfreiheit
    Unterzeichnet von 137 Akademikern, Publizisten und Intellektuellen, warnt die Westminster-Erklärung vor dem „industriellen Zensur-Komplex“. Dass ein Großteil der Medien darüber gar nicht berichten wird, unterstreicht die These der Initiatoren.
    VON SHANTANU PATNI am 19. Oktober 2023

    Im Zuge der Corona-Pandemie gerieten die Sozialen Medien in eine Zwangslage. Auf Druck von Regierungen sollten sie Inhalte, die auf ihren Plattformen kursierten, strengeren Kontrollen unterziehen. Die Entscheidung darüber, welche Beiträge als Desinformation zu gelten hatten und somit im Interesse des allgemeinen Gesundheitsschutzes gelöscht gehörten, oblag dabei selbstverständlich den zuständigen Regierungsorganen. Denn sie waren es ja, die von sich behaupteten, im Besitz der Wahrheit zu sein, sodass vorgeblich falsche Analysen und Perspektiven unterbunden werden konnten.

    Die Plattformen wiederum zeigten sich allzu gerne bereit dazu, die Vorgaben konsequent durchzusetzen.

    Heute muss man wohl sagen, dass die Pandemie nur eine von vielen Situationen gewesen ist, in denen Sicherheitsbedenken auf die Spitze getrieben wurden, um auf diese Weise Einschnitte in die Meinungsfreiheit zu rechtfertigen und einer Meinungs-Monokultur den Weg zu bahnen. Denn auch in anderen Zusammenhängen wurde bereits auf die oben angeführte Argumentation zugegriffen. Man denke nur an die zurückliegenden US-Wahlen, wo immer wieder und eindringlich auf die Gefahr hingewiesen wurde, dass äußere, feindliche Kräfte Einfluss auf die Meinungsbildung auszuüben versuchten. Dabei waren die Sorgen natürlich nachvollziehbar. Die Lösung des Problems aber bestand zumeist darin, mittels verschiedenster Strategien jegliche unliebsame Ansichten aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit zu schaffen.
    […]
    Den Text der „Westminster Declaration“ finden Sie hier im englischen Original und in deutscher Übersetzung.
    https://westminsterdeclaration.org/
    https://westminsterdeclaration.org/deutsch

    https://www.cicero.de/kultur/westminster-erklarung-einschrankung-meinungsfreiheit

    Warum die Presse versagt III


    [h]ttps://gabrielewolff.wordpress.com/2023/09/03/warum-die-presse-versagt-iii/comment-page-3/#comment-101413

    Der Artikel wirft auch ein Schlaglicht auf „DIE Wissenschaft“, die gern von der Politik bemüht wird, um eigene Weltanschauungen als objektive Notwendigkeiten (wie beim Klimaschutz virulent) durchzusetzen: man weiß, daß man für jegliche politische Position einen gefälligen Wissenschaftler findet, was insbesondere in Zeiten von Krieg und Frieden fatal ist. Zumal mittlerweile selbst von Wissenschaftlern wie Drosten vertreten wird, dissentierende Kollegen vom eigentlich in der Wissenschaft üblichen und ihrem geradezu immanenten Diskurs auszuschließen: und so ging es weiter:

    Im Nachgang der Pandemie
    Die betreute Meinungsbildung bei der Corona-Aufarbeitung
    Stand: 20.10.2023 |
    Von Elke Bodderas
    Verantwortliche Redakteurin

    Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach möchte in Pandemiezeiten die Meinungsvielfalt kanalisieren. Für staatlich gelenkte Meinungsbildung könnte es im RKI ein erstes Beispiel geben: der Umgang mit seiner „StopptCovid“-Studie zur Wirkung der Corona-Maßnahmen.

    Bei einem gemeinsamen Podiumauftritt von Gesundheitsminister Karl Lauterbach mit dem Virologen Christian Drosten sind Forderungen nach einer Beschränkung der Meinungsvielfalt in Pandemiezeiten laut geworden. Auf dem Berliner World Health Summit erklärten Drosten und der Minister, es habe zu viele abweichende Meinungen in den Medien und der Wissenschaft gegeben. Lauterbach sprach von einer „Info-Pandemie“, der er ausgesetzt gewesen sei und einem „Social-Media-Krieg“, den man führe, in dem „alles, was man tue, infrage gestellt“ werde.

    Drosten ging noch einen Schritt weiter und verlangte, die wissenschaftlichen Institutionen sollten künftig auswählen, welche Wissenschaftler sich bei Pandemien öffentlich äußern dürften. Man solle, so Drosten, nicht jeden Wissenschaftler „mit irgendeinem Abschluss“ inmitten der Pandemie über Kernprobleme reden lassen: „Sobald die politische Entscheidungsfindung durch Propaganda und Desinformation verzerrt wird, sind wir verloren.“

    Es war nicht das erste Mal, dass Minister und Virologe gemeinsam antraten, um öffentliche Diskussionen zu unterbinden. 2022 hatte Drosten vorgeschlagen, das Rederecht über Maßnahmen und Viren per Mandat zu verteilen, Diskussionen unter Forschern nannte er „Geschnatter“. Lauterbach sprach von einer „Desinformationskampagne“ einiger Wissenschaftler.

    Inzwischen spricht einiges dafür, dass Lauterbach seine Vorstellungen zur staatlich gelenkten Meinung schon in die Praxis umsetzt. Darauf deutet ein Vorgang im Robert-Koch-Institut (RKI) hin, dem der Minister mit Lars Schaade vor wenigen Monaten einen neuen Chef an die Spitze stellte.
    Im Juli hatte das RKI die Ergebnisse einer Studie zum Erfolg der deutschen Corona-Maßnahmen vorgestellt. Das Fazit der Untersuchung stellte den politischen Akteuren und ihren Beschlüssen zu Lockdowns oder Maskenpflicht ein schmeichelhaftes Zeugnis aus: Hygienekonzepte und Kontaktbeschränkungen „zeigten eine deutliche Wirkung. Verschärfungen führten jeweils zu einer stärkeren Reduktion der COVID-19-Ausbreitung“.
    […]
    Nicht nur deutsche, auch US-Datenspezialisten unterzogen die Methodik der RKI-„StopptCovid-Studie“ einer Prüfung – und übten Kritik. Fragwürdige Modellrechnungen seien angestellt sowie falsche Vergleiche und voreilige Schlüsse gezogen worden, so lautete das Fazit zweier Forscherteams, darunter eines vom deutschen Netzwerk für evidenzbasierte Medizin.

    „Unveröffentlichte Daten wirken befremdlich“

    „Es gehört zum guten Ton, dass Autoren auf Feedback von Fachkollegen reagieren“, sagt der Astrophysiker Bernhard Müller, der an der australischen Monash-University in Melbourne lehrt. Er hatte über Wochen immer wieder beim RKI nachgehakt, wann die Behörde die „Quellcodes“, also die Grundlagen ihrer Modellrechnungen, offenlegt. Das RKI solle, so wie es in der wissenschaftlichen Praxis üblich ist, die verwendeten Daten und Modelle offenlegen. Erfolg hatte er damit nicht, wie der Mailverkehr zeigt, der WELT vorliegt: Auf das anfängliche Versprechen, die Codes irgendwann zur Verfügung zu stellen, folgte bis heute nichts mehr. Auch keine Antworten auf Müllers weitere Nachfragen.

    Der Potsdamer Datenwissenschaftler Daniel Haake machte ähnliche Erfahrungen. Haake hatte mit seinem Fachkollegen Oliver Beige und drei weiteren Datenwissenschaftlern die RKI-Studie überprüft – soweit das möglich war. Allzu weit kamen die beiden nicht, es fehlten entscheidende Datensätze. Haake ist irritiert: „In Zeiten von Open science und Open data wirken unveröffentlichte Daten befremdlich. Und auch, dass es keine Rückmeldung zu unseren Einwänden gab“.
    […]
    Das Bundesgesundheitsministerium hatte die „StopptCovid“-Studie mit 232.000 Euro gefördert. Damit ist das RKI laut Richtlinie zur Offenlegung aller Daten verpflichtet. Das scheint aber offenbar nicht für alle Behörden zu gelten, wie FDP-Vize Wolfgang Kubicki Anfang Oktober erfuhr. Auch Kubicki hatte beim Gesundheitsministerium nachgefragt, wann mit den Details der „StopptCovid“-Studie zu rechnen sei. Die Antwort: Der genaue Zeitpunkt der Veröffentlichung stehe noch nicht fest, weil das RKI eine wissenschaftliche Publikation der Studie geplant habe. Solange blieben die Daten unter Verschluss. Auch das RKI beteuert gegenüber WELT, dass man „StopptCovid“-Studie und Daten noch publizieren wolle. Wann und wo, das wisse man noch nicht.

    „Spätestens jetzt gravierende Fragen“

    Die Verwunderung darüber ist groß: Nach Angaben des RKI ist die Studie abgeschlossen, ein „Abschlussbericht“ mit den Studienergebnissen sei vom RKI „freigegeben“ worden – die Studie selbst aber soll zwölf Wochen später noch nicht verfügbar sein? Kubicki argwöhnt, hier könne „der fatale Eindruck entstehen, dass es niemals darum gegangen sein könnte, eine redliche und wissenschaftliche Analyse des politischen Vorgehens zu erhalten“.
    […]

    https://www.welt.de/politik/deutschland/plus248102026/Im-Nachgang-der-Pandemie-Die-betreute-Meinungsbildung-bei-der-Corona-Aufarbeitung.html

    Das ist offensichtlich; in Deutschland hat man sich eh nie um eine zutreffende Datenlage gekümmert, ganz im Gegenteil! Und jetzt beauftragt das Gesundheitsministerium seine nachgeordnete Behörde mit einer „Studie“, deren politisch beglückendes „Ergebnis“ veröffentlicht wird – das nie und nimmer stimmen kann -, und dann wird gemauert.

    In Neuseeland ist die Partei der rechtzeitig zurückgetretenen West-Ikone Jacinda Ardern mit ihren china-mäßigen Corona-Methoden, die Neuseeland nicht nur menschlich, sondern auch wirtschaftlich zurückwarfen, abgestraft worden:

    Kann sich jemand einen kritischen Doktoranden im Westen vorstellen, der die luftigen „Klima-Modelle“, die nicht anders „programmiert“ sind als die ewig falschen Corona-Computersimulationen, kritisieren will: der einen Doktorvater oder eine Doktor-Mutter findet? No Way.

    Militär-Experten, Völkerrechtler: you name it. Wenige werden von der Politik auserwählt und bestimmen den Diskurs: „Die Ukraine wird gewinnen“. „Israel ist im Recht.“

    Auch letzteres Narrativ geht zuschanden angesichts der multipolaren Welt, wie in meinem letzten Posting nachzulesen. Angelika Roll hat nun auf die Brüche, die bereits innerhalb Euopas stattfinden, hingewiesen:

    „Auch so etwas werden wir hier kaum lesen, da vertraue ich aber voll auf Al Jazeera und würde es gern als kleines Hoffnungszeichen deuten:

    Brussels, Belgium – As Gaza is relentlessly bombed by Israel, more than 800 EU officials have written to the bloc’s chief, Ursula von der Leyen, criticising her “uncontrolled” support of Israel.
    https://www.aljazeera.com/news/2023/10/20/eu-staffers-criticise-von-der-leyens-uncontrolled-support-of-israel

    Warum die Presse versagt III


    [h]ttps://gabrielewolff.wordpress.com/2023/09/03/warum-die-presse-versagt-iii/comment-page-3/#comment-101414

    Von der Leyen, the European Commission president, is currently in the United States for an EU-US Summit.

    “We stand for peace and prosperity. Supporting Ukraine in its fight for freedom. Standing by Israel and addressing humanitarian needs in the region,” she said on Thursday.

    ‘They thought it would be a Ukraine moment’

    A second EU source told Al Jazeera that dissent is rising because von der Leyen’s team “appears to have completely misread the situation”.
    “They – her and her closest advisers – thought that this [Israel-Hamas war] would be a Ukraine moment, and so they need to condemn the terrorists and win the moral argument. But I think they’ve just been purely ignorant of the scale of oppression Palestinians have experienced, and the widespread understanding of the conflict as this being a violent reaction to occupation,” the official told Al Jazeera.

    Von der Leyen is “still morally struggling with how to take a stance”, the official said, adding that her position from now is likely to depend on diplomatic efforts “on the global scale and what US Secretary of State Antony Blinken says”.
    […}

    https://www.aljazeera.com/news/2023/10/20/eu-staffers-criticise-von-der-leyens-uncontrolled-support-of-israel

    Danach schickte sie noch diesen Link zu dem Aufbegehren der Mitarbeiter der EU-Kommission gegen die nicht gewählte Chefin von der Leyen:

    EU staff criticise von der Leyen over Israel stance
    By Aurélie Pugnet and Davide Basso | EURACTIV.com
    Est. 3min
    20. Okt. 2023 (updated: 20. Okt. 2023)
    […]
    Earlier last week, the Commission had to backtrack on its early announcement by Neighbourhood Commissioner Oliver Varhelyi that it would cut “all aid” to Palestinians following widespread criticism from other EU institutions and divisions within the EU executive.

    Some EU officials and member states also criticised von der Leyen, who visited Israel last Friday (13 October), for not declaring that the EU expects Israel to abide by international humanitarian law in its response to the attack, as other EU leaders did.

    “The position of the member states was expressed in particular through the Council, in this case by [High Representative Josep] Borrell, after the debate between the member states,” an Elysée source said after an initial extraordinary EU foreign ministers meeting on the matter.

    European Council’s President Charles Michel said on Tuesday (17 October) that the siege of Gaza by Israel, where “no water, no food can go in, does not respect international law”.
    In their letter, EU staff said they do not recognise European values in the Commission’s stance.
    “We urge you to call, together with the leaders of the whole Union, for a ceasefire and for the protection of civilian life. This is at the core of the EU existence,” the signatories added.
    “The EU risks losing all credibility”, they warned.
    [Edited by Alexandra Brzozowski/Benjamin Fox]

    https://www.euractiv.com/section/global-europe/news/eu-staff-criticise-von-der-leyen-over-israel-stance/

    Und so sah es bei der angeblich gemeinsamen Repräsentanz der EU in den USA tatsächlich aus (Mitt Romney ist ein nicht-republikanisches republikanisches Auslauf-Modell):

    In Spanien hat der konservative Wahlgewinner keine Mehrheit im Parlament erreicht, nun ist der Wahlverlierer, der Sozialdemokrat Sanchez, mit der Regierungsbildung betraut und damit konfrontiert, daß sein linker prospektiver Koalitionspartner die Anerkennung Palästinas als Staat zur Vorbedingung macht. Und die Zeiger an der Waage, die Katalanen, wollen natürlich auch Zugeständnisse. 😉

    Deutschland hat es mit dieser Lautsprecherin zu tun:

    Während es in Deutschland selbst eher kleinteilig zugeht:

    NZZ, 21.10.2023:

    Entlassener deutscher General übt Kritik an seinem Dienstherrn

    Das ist passiert: Der deutsche Generalmajor Markus Kurczyk soll einen Soldaten sexuell belästigt haben. Vor wenigen Tagen hat ihn Verteidigungsminister Boris Pistorius entlassen. Nun bricht der Offizier erstmals sein Schweigen – und übt massive Kritik an seinem Dienstherrn. Zum Bericht

    Darum ist es wichtig: Es gibt mehrere Hinweise, dass die medial verbreiteten Vorwürfe gegen Kurczyk mindestens überzogen sind. Es bleibt zu klären, auf welcher Grundlage Verteidigungsminister Pistorius den Generalmajor konkret gefeuert hat. Und ob ihm die Sorge um den eigenen Ruf womöglich wichtiger war als ein faires Verfahren.

    Masala als Beschäftigter des Verteidigungsministeriums via Bundeswehr-Uni wirft sich sofort vor Pistorius:

    Zum Thema selbst hat er freilich nichts beizutragen.

    Masala hatte eine massive pro-israelische Präsenz am Sonntag in Berlin eingefordert:

    Zuletzt postete ich dazu:

    „Nun also soll es mit der politikfreien Einheits-Empörung in Solidarität mit Israel klappen:

    Die Stellungnahme zu den zivilen „Kollateralschäden“ der israelischen Schläge auf den Gaza-Streifen ist freilich mau:

    Das internationale Völkerrecht gibt Israel das Recht zur Selbstverteidigung seiner Existenz. Es ist Grundlage und zugleich Rahmen. Die Situation im Gazastreifen ist dramatisch. Gleichzeitig droht die weitere Ausweitung des Konfliktes durch den Iran und die von ihm unterstützte Hisbollah.

    Seit Jahrzehnten leidet die palästinensische Bevölkerung im Gaza-Streifen – auch unter dem eigenen Regime. Die Hamas missbraucht die eigene Bevölkerung als menschliche Schutzschilde. Dadurch sind viele Opfer zu beklagen. Für sie fordern wir sichere Fluchtkorridore und gezielte humanitäre Hilfen.

    https://alhambra-gesellschaft.de/2023/10/solidaritaet-und-mitgefuehl-mit-israel-kundgebung-in-berlin/

    Unbegreiflich, daß von unpolitischen Künstlern und Fernsehnasen, die viele nicht einmal kennen, Haltungsstatements angefordert werden – angesichts dieser komplexen Situation:

    Masala tut so, als sei ihm das Springer-Verlags-pro-Israel-Gebot unbekannt:

    Das ist alles derartig platt, daß ich dann und wann doch froh bin, daß es die leider viel zu oft mainstreamige NATO-ZEIT gibt:

    Terrorismus
    Man wird das Gefühl nicht los

    Vorbild 11. September? Bitte nicht. Die moralische Klarheit, die vom Terror ausgeht, bedroht die politische Vernunft – auch jetzt wieder, auch in Deutschland.
    Von Lenz Jacobsen
    Aktualisiert am 21. Oktober 2023, 13:02 Uhr

    Zur besonderen Wirkung des Terrorismus gehört, dass er eine ungewohnte moralische Klarheit in die ansonsten so uneindeutige Welt bringt. Geköpfte Zivilisten und Kinderleichen markieren so eindeutig unschuldige Opfer und böse Täter, dass sich die Frage, auf wessen Seite man steht, von selbst beantwortet muss – durch Mitgefühl.

    Entscheidend ist, wie diese Gefühle politisch wirken.
    Deutschland gelingt hier gerade das zweifelhafte Kunststück, zugleich unter- und überemotionalisiert zu sein.

    Warum, fragen auch Kommentare in der ZEIT, tauchen nicht mehr Menschen auf den Solidaritätsdemos auf, warum ist die Zahl derer, die den deutschen Imperativ des „Nie wieder“ mit ihren Körpern bezeugen, indem sie sich schützend vor Synagogen und Jüdinnen stellen, nicht größer? Es gibt keine Pflicht, Gefühle zu zeigen. Man kann aus Verzweiflung schweigen, aus Zweifel oder Indifferenz. Oder – das ist die Vermutung all jener, die mehr öffentliche Empörung einfordern – aus antisemitischem Ressentiment.

    Diejenigen, die über diese öffentliche Gefühlskälte klagen, führen als Vergleich gern den 11. September 2001 an. Die hochemotionale Reaktion der westlichen Öffentlichkeit auf die einstürzenden Türme in New York, die so viel wuchtiger ausfiel aus jetzt. Aber: Was das Politische angeht, taugt der Umgang mit dem 11. September gerade nicht als Vorbild. Sondern als warnendes Beispiel für Überemotionalisierung.

    Denn von der Wut über 9/11, vom Mitgefühl mit den Opfern, führt eine direkte Linie in jene mit Moral aufgepumpte Schwarz-Weiß-Politik der dann folgenden Jahre. Als die tief verwundete USA ein für alle Mal aufräumen wollte mit „Schurkenstaaten“ und der „Achse des Bösen“. Als der Islam zum neuen Feindbild wurde, weil ja die Attentäter Muslime waren. Als man vom Clash of Civilizations raunte und ihn so wahr werden ließ. Mit den Schäden, die damals angerichtet wurden, hat die Welt noch heute zu kämpfen – vor allem im Nahen und Mittleren Osten.
    […]

    https://www.zeit.de/kultur/2023-10/terrorismus-hamas-israel-11-september-moral

    Noch ein Artikel über Ambivalenz, die heutzutage nicht gfragt ist:

    Israel
    Darf man Leid aufrechnen?
    Recht auf Selbstverteidigung, Mitleid für Gaza – Israels Reaktion auf den Terrorangriff stellt nicht nur die eigene Armee vor grauenhafte Dilemmata.
    Von Heinrich Wefing
    18. Oktober 2023

    In dem Bodenkrieg in Gaza, der in den nächsten Tagen, vielleicht schon in den nächsten Stunden beginnen könnte, gibt es nur zwei Gewissheiten. Israel hat, das ist die eine Gewissheit, jedes Recht, sich gegen den mörderischen Überfall der Hamas zur Wehr zu setzen, auch durch einen Einmarsch in Gaza.
    Die andere Gewissheit: Jedes Leben zählt gleich viel. Das ist das Fundament des Konzepts der Menschenrechte. Jedes menschliche Opfer ist eines zu viel. Das Leben jedes Kindes in Israel hat ebensolches Gewicht wie jedes Leben eines Kindes in Gaza. Wer sich nur für israelische Opfer interessiert oder nur für palästinensische, der interessiert sich in Wahrheit überhaupt nicht für menschliches Leben.

    Das Tragische, schier Unerträgliche dieser Tage ist nun, dass die beiden Gewissheiten mit Wucht aufeinanderprallen.
    […]
    Sich in dieser Situation moralisch und politisch zerrissen zu fühlen ist nicht falsch, vielleicht ist es unvermeidlich. Vielleicht ganz besonders in Deutschland mit seiner Vergangenheit und seiner heiklen Beziehung zu Israel. Die Frage ist: Wie geht man als Deutscher damit um, dass in diesem Krieg die Terroristen der Hamas die barbarischen Angreifer waren, dass es aber nun natürlich auch unschuldige Opfer aufseiten der Palästinenser geben wird?
    […]
    Trotzdem ist es möglich und nötig, zwischen Opfern und Tätern zu unterscheiden. Es ist möglich und nötig, die Schmerzen beider Seiten zu beklagen, ohne irgendetwas zu rechtfertigen oder gleichzusetzen. Man kann und muss die Ermordeten in Israel betrauern, man kann die Bodenoffensive befürworten – und sich doch auch um die Zivilisten im Gazastreifen sorgen. Das ist die nicht leicht zu umfassende Realität dieser Tage: dass beides wahr ist, das Gemetzel der Hamas und das Leiden in Gaza, dass beides nebeneinandersteht und in einem Zusammenhang. Und es ist die menschliche und politische Herausforderung dieser Tage, beides zur Kenntnis zu nehmen, das eine nicht um des anderen willen auszublenden, auch nicht jedem, der auf das eine hinweist, sogleich zu unterstellen, er wolle das andere relativieren.
    […]
    Zur notwendigen Differenzierung gehört auch, anzuerkennen, dass für Israel andere Regeln gelten als für die Hamas. Nicht etwa, weil Israel ein jüdischer Staat ist, sondern weil es eine Demokratie ist. Ein Rechtsstaat. Und weil es für Israels Zukunft entscheidend ist: Ein Krieg, der die Hamas zerstört, aber nur immer noch mehr Hass in Gaza provoziert, wird auf Dauer keinen Erfolg bringen. Erst recht keinen Frieden. Israel hat jedes Recht, die Hamas zu bekämpfen. Aber, wie US-Außenminister Antony Blinken gesagt hat: „Wie Israel das tut, ist wichtig.“ Israel muss sich bemühen, auf ein grauenhaftes Kriegsverbrechen zu reagieren, ohne selbst Kriegsverbrechen zu begehen. Es muss dem Terror begegnen, ohne selbst Terror zu verüben.

    Nach einem Überfall wie dem vom 7. Oktober braucht es dafür vor allem Selbstdisziplin. „Wir kämpfen gegen menschliche Tiere“, hat der israelische Verteidigungsminister Yoav Gallant gleich nach der Hamas-Invasion gesagt, „und wir werden entsprechend handeln.“ So naheliegend solche Drohungen in einer schwersttraumatisierten Gesellschaft sein mögen, sie können nicht der Maßstab für das israelische Vorgehen sein.
    […]

    https://www.zeit.de/2023/44/israel-dilemma-hamas-bodenoffensive-menschenrechte-moral/komplettansicht

    Sind sie aber: selbst für die woken Netanyahu-Kritiker, die jetzt zu Patrioten werden (ehrlich gesagt habe ich die Kritik an der Beschneidung des Rechtes des Supreme Courts, ohne schriftliche Verfassung aus einem Bauchgefühl heraus die „Unangemessenheit“ von Regierungs- und Knesset-Entscheidungen zu dekretieren, nie verstanden: was ist denn daran demokratische Gewaltenteilung? Zumal deren Vertreter überwiegend europäische Ashkenazy sind, in Israel eine Minderheit):

    Israelische Regierung
    Tödliche Illusion
    Wie konnte es der Hamas gelingen, nach Israel durchzubrechen? Das Vertrauen der Israelis in ihre Regierung hat schweren Schaden genommen – das in die Nation nicht.
    Von Jan Roß, Tel Aviv
    Aktualisiert am 19. Oktober 2023, 10:44 Uhr

    „Wir haben“, sagt Sharon Naveh, „jetzt keine Zeit dafür. Aber sobald dies hier vorbei ist, werden sie zur Verantwortung gezogen werden, jeder von ihnen.“ Sharon hat sich für einen Augenblick zum Gespräch hingesetzt, in der Lounge eines schicken Co-Working-Space auf dem Messe- und Kongressgelände Expo Tel Aviv. Wo sonst Start-up-Unternehmer und ihre Investoren arbeiten und sich entspannen, werden im Augenblick Helme und Schutzwesten für Soldaten organisiert, seelischer Beistand für die Angehörigen Gefallener und sogar Betreuungsangebote für die Haustiere einberufener Reservisten. Die Frauen und Männer, die hier wie Sharon patriotischen Freiwilligendienst leisten, stammen zumeist aus der Protestbewegung „Brothers and Sisters in Arms“, in der sich Reserveoffiziere gegen die umstrittene Justizreform der rechten israelischen Regierung zusammengeschlossen haben. Die Leute, von denen Sharon spricht, die nach dem Ende des Krieges zur Rechenschaft gezogen werden sollen – das sind Premierminister Benjamin Netanjahu und seine politischen Freunde.
    […]
    Auch unter den Liberalen macht sich eine neue Unerbittlichkeit breit

    Dahinter jedoch, erklärt Yossi Kuperwasser, liegt eine umfassendere, fundamentale Fehleinschätzung, ein strategischer Irrtum. „Wir haben uns eingeredet“, sagt er, „dass die Hamas einen Prozess der Mäßigung durchlaufen hat.“ Die israelische Politik und das israelische Sicherheitsestablishment hätten die Terrormiliz mehr und mehr als eine halbwegs normale Regierung des Gazastreifens betrachtet, als Herrschaftsclique, die auf einem überschaubaren Territorium ihre Macht sichern und ausüben wolle.

    „Wir wollten Ruhe“

    Aus Gründen der Stabilität schien das keine schlechte Sache zu sein. So bekamen Einwohner von Gaza zunehmend Arbeitsgenehmigungen für Jobs in Israel – eine Maßnahme, die als wirtschaftliche Stärkung im Interesse der Hamas lag und mit der man sich ihre Kooperationsbereitschaft zu erkaufen hoffte. Im Übrigen hielt man die Terrormiliz für hinreichend abgeschreckt, weil sie 2021 in einer Militäroperation eine klare Niederlage hatte einstecken müssen. Der fanatische ideologische Charakter der Hamas, ihr tödlicher Hass auf Israel und das gesamte zionistische Projekt – das alles geriet zunehmend aus dem Blick.

    Diese illusionäre Politik, so Kuperwasser, sei jetzt schrecklich gescheitert – „die Idee, das Krokodil zu füttern, damit es zufrieden ist“. „Wir wollten Ruhe“, drückt es ein anderer Sicherheitsexperte aus, Dan Shueftan, der an der Universität Haifa lehrt. „Je stärker wir wurden, desto mehr haben wir uns auf defensive Maßnahmen verlassen“ – ein Symbol dafür war der Grenzzaun zu Gaza, der mit seiner hochmodernen Überwachungsausstattung angeblich ausreichenden Schutz bot.

    Doch „ein Zaun“, stellt Shueftan fest, „ist nichts wert, wenn er nicht verteidigt wird“. Israel müsse wieder eine offensivere Haltung einnehmen, es müsse sich von dem falschen Konzept lösen, dass es seine Gegner beschwichtigen könne. Das Grundversagen, das zum Fiasko des 7. Oktober geführt hat, ist aus dieser Sicht nichts Handwerkliches, sondern etwas Mentales, es ist die Unfähigkeit, unversöhnliche Feindschaft zu erkennen und kompromisslos zu bekämpfen.

    Auch die tendenziell liberalen, regierungskritischen freiwilligen Helfer auf dem Gelände der Expo Tel Aviv denken nicht so viel anders. Dass man jetzt nur hart zuschlagen könne, dass man den Vernichtungswillen der militanten Islamisten nie wieder unterschätzen dürfe – das ist keine rechte Parteiparole, keine Sondermeinung von sicherheitspolitischen Hardlinern; es scheint weithin Konsens in der israelischen Gesellschaft zu sein.

    „Das Spiel hat sich verändert“, sagt Sharon Naveh – auch sie hat, wie die Militärstrategen und Geheimdienstler, das Gefühl einer Zeitenwende. Für Sharon bedeutet das Umdenken den schmerzhaften Abschied von bisherigen Versöhnungshoffnungen. „Es ist religiöses Zeug, es ist nicht politisch“, bemerkt sie über den ideologischen Fanatismus der Hamas, der ihr durch das Massaker klar geworden ist. „Sie wollen keinen Frieden, sie wollen keine Grenzen. Wir haben ihnen das Gebiet gegeben, wir haben ihnen Gaza gegeben.“

    Die Zeit der Ausgleichsversuche ist in ihren Augen vorbei: „Man kann hier nichts verstehen, man kann nicht verhandeln.“ Sharon Naveh und Brigadegeneral a. D. Yossi Kuperwasser, die Netanjahu-Gegnerin und der Kritiker der Netanjahu-Gegner – in diesen Tagen stehen sie Seite an Seite. Die Tauben sind in Israel für den Augenblick verschwunden. Es gibt nur noch Falken.

    https://www.zeit.de/2023/44/israel-regierung-vertrauen-benjamin-netanjahu-patriotismus/komplettansicht

    Entsprechend dieser Einheit von Rechts und Links in Israel geht es in der israelischen Propaganda und in Gaza selbst zu:

    Danach soll es auch gleich einen israelischen Schlag auf den ägyptischen Grenzübergang gegeben haben.

    Kollateralschaden der ältesten griechisch-orthodoxen Kirche im Gaza-Streifen: wird hingenommen:

    Aber wenn christliche Kirchen im Orient – und auch in der Ukraine – plattgemacht werden, ist die westliche Welt sehr still.

    • „demanding the right of people to express opposition… without the same slimy character assassinations… vilifying people as being on the side of terrorists or being anti-Semitic or being on the side of Hamas. It’s time that those tactics are met with the scorn that they deserve“

      Aber in Kriegszeiten ist das wohl nicht zu vermeiden, wenn die Abwertung von Vertretern anderer Meinungen schon bei „zivilen“ Themen bereits an der Tagesordnung ist.

      Über die Verantwortung des Schlags auf den Hof vor dem al-Ahli-Krankenhaus vom 17.10.2023 im Gazastreifen wird weiterhin gerungen:

      „Siehe auch die kanadische Regierung, die zur gründlichen Prüfung mahnt. Wäre Aufgabe des Strafgerichtshofes. Dies bedeutet nicht, dass es nicht die palästinensische Seite selbst gewesen sein kann. Es ist nur unwahr, dass dies anhand der öffentlich verfügbaren Informationen bereits gesichert ist!“

      Mittlerweile hat natürlich auch der kanadische Militärgeheimdienst eine Verantwortung Israels ausgeschlossen: so kennen wir unsere unabhängigen Geheimdienste…
      Schwerpunkt der Studie von „Forensic Architecture“ & Co. war freilich die Widerlegung irreführender israelischer Angaben, und sie hatte so einige Schwachpunkte, denen sich Röpcke widmet:

      Problematisch ist, daß um diese Uhrzeit mehrere israelische Angriffe stattfanden, daß das Krankenhaus bereits am 14.10.2023 getroffen worden war, daß unklar ist, ob der kleine Einschlagkrater überhaupt dem Geschehen vom 17.10. zuzuordnen ist und ob das Video, das den Schlag in der unmittelbaren Nähe des Krankenhauses wiedergeben soll (eindeutig keine verirrte palästinensische Rakete, sondern eine massive luftgestützte „FAB“-Bombe, die auch oberhalb des Bodens explodieren kann und daher keinen Einschlagkrater produzieren muß), tatsächlich dieses Ereignis zeigt.

      Michael Kobs mit einem neuen Ansatz, der unabhängig von diesen Annahmen, von denen er selber bislang ebenfalls ausging, funktioniert:

      Er kriegt gleich Gegenwind von den Verfechtern von Forensic Architecture & Co:

      So sollte das sein: eine lebhafte Diskussion, begleitet von einer ernsthaften internationalen Untersuchung: denn ohne eine Inspektion der Raketentrümmer gibt es keine Klarheit. Letztere ist allerdings unerwünscht:

      Alle Kriegsparteien indes operieren mit Lügen: die linke Zeitung Haaretz hat versucht, die tatsächlichen israelischen Opferzahlen des Terrorangriffs auf Israeli durch den Hamas vom 7.10.2023 zu ermitteln: 1.400 und zahlreiche Babies? Eher nicht:

      „N/A“ kennzeichnet offenbar Polizei- und Armeeangehörige.

      Das ist schon merkwürdig: liegt Netanyahu nichts an einer verhandelten Geiselbefreiung? Und die USA soll gegen seine Verweigerung machtlos sein?

      Hier wird natürlich ein Narrativ aufgebaut, denn die muslimische Community, die anti-Netanyahu-jüdische Community in den USA und die Linken in der Democratic Party sind Kräfte, denen gegenüber das Biden-Team seine Israel-Hilfe verteidigen muß.

      Dito.

      Und jetzt wird es heikel, sollte dieser von Masala zitierte Bericht der FAZ zutreffen:

      Geschenkt, daß Masala hierin eine Schwäche von Hamas sieht. Viel bedeutsamer wäre doch: wieso lehnt die israelische Regierung diesen vorteilhaften Deal ab: alle Geiseln kommen frei gegen einen Waffenstillstand?
      Wäre das wahr… Undenkbar, sieht man die verzweifelten israelischen Angehörigen der Hamas-Geiseln und das Abschlachten von Zivilisten im Gazastreifen. Es sind furchtbare Bilder…

      Eine israelische Stimme gegen das Abschlachten von Zivilisten, das gerade in Gaza stattfindet (und da sind wirklich Babies dabei):

      Kommen wir zur dreckigen Geo-Politik, die die Grundlage dieser Katastrophen ist:

      Fässer ohne Boden
      Kriege und US-Geopolitik
      Von Jörg Kronauer

      Und wieder griff Joseph Biden in die unterste Schublade, die mit dem besonders übel stinkenden Dreck. »Wir können und wollen Terroristen wie die Hamas und Tyrannen wie Putin nicht gewinnen lassen«, warf er am Freitag, gerade aus Israel heimgekehrt, vom Oval Office aus in die Welt. Putin und die Hamas in einem Topf? Wer sich mit derart abstrusen Parolen an die Öffentlichkeit wagt, will entweder die stumpfeste Fraktion der härtesten US-Rechten für sich einnehmen, oder er hat ein Problem. Auf den US-Präsidenten trifft beides zu.

      Biden hat sogar mehrere Probleme. Eines davon: Da stecken die Vereinigten Staaten und ihr Anhang seit mehr als eineinhalb Jahren Dutzende Milliarden US-Dollar in die Aufrüstung der Ukraine – und was geschieht? Die stolz mit Vorschusslorbeeren überschüttete ukrainische Offensive ist gescheitert. Immer mehr in den USA, insbesondere auf der Rechten, meinen: Nein, die Ukraine ist ein Fass ohne Boden. Nur, kann man Kiew denn einfach so den Hahn abdrehen? Die Ukraine wäre früher oder später verloren. Das darf nicht sein.

      Nun kommt ein zweites Problem hinzu. Die Hamas hat mit einem Massaker Israel zu einem neuen Krieg provoziert. Kommt die Bodenoffensive, dann droht in Nah- und Mittelost ein Flächenbrand. Zumindest diejenigen Milizen in der Region, die eng mit Iran kooperieren, könnten dann losschlagen – die libanesische Hisbollah, Milizen in Syrien etwa; in den vergangenen Tagen griffen schiitisch-irakische Milizen, um einen Vorgeschmack zu geben, US-Militärstützpunkte in Syrien und im Irak an, während ein US-Kriegsschiff Huthi-Raketen aus dem Jemen abfing. Können die Vereinigten Staaten sich in dem mörderischen Inferno, das sich deutlich abzeichnet, aus dem Staub machen? Nein.
      […]
      Dass die USA sich aus Afghanistan komplett und weitgehend aus dem Nahen und Mittleren Osten zurückgezogen haben, das hatte einen Grund: Sie brauchen die militärische Hardware und das Geld für ihren Machtkampf gegen China. Alles, was in der Ukraine versumpft oder im Mittleren Osten verbrennt, fehlt letztlich in der Asien-Pazifik-Region. Dagegen hilft auch kein Wurf mit stinkendem Dreck.

      https://www.jungewelt.de/artikel/461514.f%C3%A4sser-ohne-boden.html

      Das ist natürlich nichts für die auf Doppelmoral beruhende Westkommunikation oder gar Wasser auf die Mühlen einer „feministischen“ Außenpolitik, aber so ist die Welt nun mal.

      Daß der imperiale Anspruch der USA auf Schulden beruht und praktisch nicht einzulösen ist, kommt erschwerend hinzu:

      Staatsanleihen-Kollaps
      Schuldenkrise in Amerika – Die USA erleben eine historische Flucht der Investoren
      Stand: 20.10.2023 |
      Von Holger Zschäpitz
      Leitender Wirtschaftsredakteur

      In Zeiten zunehmender geopolitischer Risiken flüchtet das Kapital normalerweise Richtung Amerika. Investoren schichten ihr Geld dann in sichere US-Staatsanleihen um. Doch diesmal passiert genau das Gegenteil. Das hat beunruhigende Gründe.

      Es klingt wie Ironie der Geschichte. Just in einer Woche, in der die ehemalige Pleiterepublik Griechenland von der Ratingagentur S&P wahrscheinlich rehabilitiert wird, stürzen die USA die Finanzmärkte in eine Art Staatsschuldenkrise. [Die Ratingagentur S&P hatte zuvor die USA herabgestuft.]

      Nicht, dass Amerika kurz vor dem Bankrott stehen würde, aber Investoren flüchten aus amerikanischen Staatsanleihen. Viele Anleger fürchten, dass die Staatsfinanzen in den USA aus dem Ruder laufen.
      Sichtbar wird die Angst an den stetig steigenden Renditen der US-Schuldtitel. Zehnjährige amerikanische Anleihen rentierten am Donnerstag mit 4,97 Prozent so hoch wie seit 2007 nicht mehr. Papiere mit 30 Jahren Laufzeit notieren mit Renditen von über fünf Prozent.
      […]
      Anleger sehen eher in Gold oder in Öl einen sicheren Hafen, den sie derzeit ansteuern.
      Am Rentenmarkt braut sich Unheil zusammen. Denn die steigenden Zinsen bedeuten horrende Verluste für die bisherigen Halter der Staatsanleihen. Der iShares 20+ Year Treasury Bond ETF, ein Indexfonds, der lang laufende Anleihen enthält, hat seit April 20 Prozent an Wert eingebüßt.
      Vom Hoch im Jahr 2020 hat der beliebte Bond-ETF mehr als 50 Prozent seines Wertes eingebüßt. Ein sprunghafter Anstieg der staatlichen Kreditkosten hat die hohe Verschuldung Amerikas ins Rampenlicht gerückt. Anleger verlangen eine höhere Vergütung für das Halten langfristiger Anleihen und unterminieren damit den Wert der laufenden Bonds.

      Die schieren Zahlen bringen viele Bondinvestoren in Wallung. In den USA explodieren gerade die Schulden. Gerade wurde die Marke von 33 Billionen Dollar überschritten, das entspricht 122 Prozent der Wirtschaftsleistung.

      In Zeiten niedriger Zinsen haben die Investoren den Anstieg der Verbindlichkeiten ignoriert. Doch die Zinskosten, die Amerika in den der vergangenen zwölf Monaten zahlen musste, betragen beispiellose 634 Milliarden Dollar.
      Das entspricht 2,3 Prozent der Wirtschaftsleistung. Nach Berechnungen des Congressional Budget Office werden die Zinszahlungen bis 2033 auf 3,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) steigen und bis 2053 auf 6,7 Prozent des BIP.
      […]
      Ohnehin ist Amerika so gespalten, dass ein Ende des Schuldenmachens kaum absehbar ist. Die Demokraten wollen die grüne Transformation subventionieren und sie sträuben sich gegen eine Kürzung bei den Sozialausgaben.
      Die Republikaner wiederum wollen keine Steueranhebungen. Aber nach Meinung von Experten wie dem Hedgefondsmanager Paul Tudor Jones braucht Amerika beides, um die Staatsfinanzen wieder ins Gleichgewicht zu bekommen: Ausgabenkürzungen und Steuerausgaben. [gemeint wohl: Steuererhöhungen]
      „Wir haben also geopolitische Herausforderungen und Amerika steht finanziell so schwach da wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr“, hat Tudor Jones dem Finanzsender CNBC gesagt.

      https://www.welt.de/wirtschaft/plus248074624/Schuldenkrise-Die-USA-erleben-eine-historische-Flucht-der-Investoren.html

      Einer, der die Realität wahrnimmt und immer wahrgenommen hat, ist Gerhard Schröder. Dank der Berliner Zeitung gibt es ein umfassendes und erhellendes Interview mit ihm:

      Noch so ein Ereignis, das nicht wirklich untersucht wird. Und bei dem strategisch geleakt wird. 😉

      Ausschnitte:

      Gerhard Schröder im Interview: So scheiterten die Friedensverhandlungen zwischen Ukraine und Russland
      Der Altkanzler spricht über die Israel-Politik von Olaf Scholz, migrantischen Antisemitismus, Baerbocks Moral und wie ein neuer Friedensplan für die Ukraine aussehen könnte.
      Tomasz Kurianowicz
      und
      Moritz Eichhorn
      21.10.2023 | aktualisiert am 22.10.2023 – 14:38 Uhr

      Herr Schröder, nach den Angriffen der Terrororganisation Hamas gegen Israel ist Bundeskanzler Olaf Scholz nach Tel Aviv geflogen. Hat er sich richtig verhalten?

      Ich finde, dass Olaf Scholz mit Blick auf Israel aktuell keine Fehler macht. Ein Völkerrechtler hat es in der F.A.Z. richtig gesagt: Es ist das Recht Israels, sich zu verteidigen. Aber: Es gibt auch im Völkerrecht den Hinweis, dass die Verteidigung verhältnismäßig sein muss. Scholz muss die Möglichkeit nutzen, den Israelis zu sagen: „Leute, achtet bei euren Einsätzen auf die Verhältnismäßigkeit.“ Wenn Israel zu aggressiv vorgeht, wird die Stimmung kippen. Ich möchte nicht in den Schuhen von Netanjahu stecken. Sein Volk erwartet von ihm, entschieden zu reagieren. Gleichzeitig darf es zu keiner Eskalation der Gewalt kommen.
      […]
      Und der demografische Wandel zugunsten arabischer Milieus?

      Das mag in bestimmten Stadtbezirken ein Problem sein, aber wir brauchen keine Überfremdungsdebatte. Wir haben in der arabischen Jugend ohne Ende antisemitische Kräfte. Das stimmt. Man darf aber auch nicht gleich das Gegenteil tun und alle, die Israel kritisieren, als Antisemiten bezeichnen.
      […]
      [Zur Verweigerung der Teilnahme am US-Irak-Krieg 2003]
      Gibt es keinen Druck von außen? Anrufe von den Verbündeten, den USA?

      Nein, so läuft das nicht. Da gibt es ganz viele Leute, die die Informationen zum Thema vorbereiten. Deren Chef ist der Sicherheitsberater auf der Seite des Kanzleramts. Danach sieht die Dokumente der Staatssekretär, in meinem Fall der heutige Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, und legt die Dokumente dem Kanzler vor. Aber entscheiden muss der Bundeskanzler selbst. Nehmen wir Irak. Da waren alle unsicher, ob ein Nein zum Irakkrieg nicht die Freundschaft zu Amerika zerstöre. Sie müssen am Ende sagen: Ja oder nein. Ich habe nein gesagt.

      Zum Glück hatten Sie die Franzosen an Ihrer Seite.

      Ja, und das ist interessant. Ich weiß nicht, was heute in dem Krieg Russland-Ukraine passieren würde, wenn Jacques Chirac noch lebte. Eigentlich müssten sich Scholz und Macron für einen Friedensprozess in der Ukraine einsetzen, weil es nicht nur eine amerikanische, sondern vor allem eine europäische Angelegenheit ist. Man müsste fragen: Was können wir tun, um den Krieg zu beenden? Heute wird nur gefragt: Was können wir tun, um mehr Waffen zu liefern?

      Was könnte man denn tun?

      Ich bekam 2022 eine Bitte aus der Ukraine, ob ich nicht zwischen Russland und der Ukraine vermitteln könne. Die Frage war, ob ich Putin eine Botschaft übermitteln könne. Es käme auch jemand mit, der ein sehr enges Verhältnis hätte zum ukrainischen Präsidenten selbst. Das war Rustem Umjerow, der heutige Verteidigungsminister der Ukraine. Er ist Angehöriger der Minderheit der Krimtataren. Dann war die Frage: Wie kann man den Krieg beenden?

      Wie?

      Es gibt fünf Punkte. Erstens: Ein Verzicht der Ukraine auf die Mitgliedschaft in der Nato. Die Ukraine kann ohnehin die Bedingungen nicht erfüllen. Zweitens: Das Problem der Sprache. Das ukrainische Parlament hat die Zweisprachigkeit abgeschafft. Das muss geändert werden. Drittens: Donbass bleibt Teil der Ukraine. Der Donbass braucht aber eine größere Autonomie. Ein funktionierendes Modell wäre das von Südtirol. Viertens: Die Ukraine braucht außerdem Sicherheitsgarantien. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen plus Deutschland sollte diese Garantien geben. Fünftens: die Krim. Wie lange ist die Krim russisch? Die Krim ist für Russland mehr als nur ein Landstrich, sondern Teil ihrer Geschichte. Man könnte den Krieg beenden, wenn nicht geopolitische Interessen im Spiel wären.

      Und das Völkerrecht.

      Ja, aber das ist nicht nur eine Rechtsfrage. Die Einzigen, die den Krieg regeln könnten gegenüber der Ukraine, sind die Amerikaner. Bei den Friedensverhandlungen im März 2022 in Istanbul mit Rustem Umjerow haben die Ukrainer keinen Frieden vereinbart, weil sie nicht durften. Die mussten bei allem, was sie beredet haben, erst bei den Amerikanern nachfragen. Ich habe mit Umjerow zwei Gespräche geführt, dann mit Putin ein Vier-Augen-Gespräch und danach mit Putins Gesandten. Umjerow hat das Gespräch mit Grüßen von Selenskyj eröffnet. Als Kompromiss für die Sicherheitsgarantien der Ukraine wurde das österreichische Modell vorgeschlagen oder das 5+1-Modell. Das fand Umjerow gut. Auch bei den anderen Punkten zeigte er Bereitschaft. Er sagte auch, dass die Ukraine keine Nato-Mitgliedschaft wolle. Er sagte auch, dass die Ukraine Russisch im Donbass wieder einführen will. Doch am Ende passierte nichts. Mein Eindruck: Es konnte nichts passieren, denn alles Weitere wurde in Washington entschieden. Das war fatal. Denn das Ergebnis wird nun sein, dass man Russland enger an China bindet, was der Westen nicht wollen sollte.

      Und die Europäer?

      Sie haben versagt. Im März 2022 hätte es ein Fenster gegeben. Die Ukrainer waren bereit, über die Krim zu reden. Das hat damals sogar die Bild-Zeitung bestätigt.

      (Gerhard Schröder zeigt eine Seite aus der BILD-Zeitung mit dem Titel „Endlich Frieden in Sicht?“. Dort heißt es: „Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (44) selbst hatte bereits Zugeständnisse für Verhandlungen angedeutet: Er beharre nicht mehr auf den Nato-Beitritt seines Landes, sagte er dem US-Sender ABC. Und auch zu einem ‚Kompromiss‘ um die Krim und die abtrünnigen Provinzen im Donbass sei er bereit. ‚In jeder Verhandlung ist mein Ziel, den Krieg mit Russland zu beenden‘, so Selenskyj zu BILD.“)

      Laut der Ukraine haben die Massaker von Butscha, die die Russen verübten, zum Ende der Verhandlungen geführt.

      Bei den Gesprächen mit Umjerow am 7. und am 13. März war von Butscha noch nichts bekannt. Ich glaube, die Amerikaner haben den Kompromiss zwischen der Ukraine und Russland nicht gewollt. Die Amerikaner glauben, man kann die Russen klein halten. Nun ist es so, dass zwei Akteure, China und Russland, die eingegrenzt werden von den USA, sich zusammentun. Die Amerikaner glauben, stark genug zu sein, um sowohl die eine wie auch die andere Seite in Schach zu halten. Nach meiner bescheidenen Meinung ist das ein Irrtum. Man muss sich doch nur anschauen, wie zerrissen die amerikanische Seite nun ist. Schauen Sie sich das Chaos im Kongress an.

      Die Amerikaner haben sich überschätzt?

      Davon gehe ich aus.

      Glauben Sie, dass man Ihren Friedensplan wieder aufnehmen kann?

      Ja. Und die einzigen, die das anstoßen können, sind Frankreich und Deutschland.
      Aber wie kann man den Russen trauen? Im Januar 2022 hieß es noch, die Russen wollen keinen Krieg mit der Ukraine. Dann, als die Russen in den Donbass einmarschierten, hieß es, die Russen wollen nicht nach Kiew. All diese Versprechen wurden gebrochen. Wieso sollte man nicht Angst haben, dass die Russen immer weitergehen?

      Wir haben keine Bedrohung. Diese Angst davor, dass die Russen kommen, ist absurd. Wie sollen die denn die Nato besiegen, geschweige denn Westeuropa besetzen?

      Nach Kiew sind sie fast gekommen.

      Was wollen die Russen? Status quo in Donbass und Krim. Mehr nicht. Ich halte es für eine fatale Fehlentscheidung, dass Putin den Krieg begonnen hat. Dabei ist mir klar, dass Russland sich bedroht fühlt. Schauen Sie: Die Türkei ist Nato-Mitglied. Es gibt Raketen, die direkt Moskau erreichen können. Die USA wollten die Nato an die russische Westgrenze bringen, mit der Ukraine als Neumitglied etwa. All das fühlte sich für die Russen als Bedrohung an. Da sind auch irrationale Gesichtspunkte dabei. Das will ich nicht bestreiten. Die Russen haben mit einer Mischung aus beidem reagiert: Angst und Vorwärtsverteidigung. Deswegen muss niemand in Polen, im Baltikum, schon gar nicht in Deutschland – alles Nato-Mitglieder übrigens – sich in Gefahr wähnen. Die Russen würden mit keinem Nato-Mitglied einen Krieg anfangen.

      Gut, aber dann heißt das auch in dieser Logik: Es droht keine Eskalation, dann können wir auch weiter Waffen liefern, wenn die Russen uns nicht angreifen werden.

      Wenn man das mit einem Angebot verbindet, kann man das machen. Wir Deutschen haben ja auch viel geliefert – zur Freude der amerikanischen und deutschen Rüstungsindustrie. Warum haben Scholz und Macron die Waffenlieferungen aber nicht mit einem Gesprächsangebot verbunden? Macron und Scholz sind die Einzigen, die mit Putin reden können. Chirac und ich haben das im Irakkrieg auch getan. Wieso kann man die Unterstützung der Ukraine nicht mit einem Gesprächsangebot an Russland verbinden? Die Waffenlieferungen sind doch keine Lösung für die Ewigkeit. Doch sprechen will niemand. Alle sitzen in Schützengräben. Wie viele Menschen müssen noch sterben? Es ist ein bisschen wie im Nahen Osten. Wer sind die Leidtragenden auf der einen und auf der anderen Seite? Arme Menschen, die ihre Kinder verlieren. Keiner von den Leuten, auf die es ankäme, rührt sich. Der Einzige, der irgendetwas hinbekommen hat, obwohl er immer diffamiert wird, war Erdogan mit seinem Getreideabkommen. Das treibt mich wirklich um.

      Die Frage bleibt, ob Putin überhaupt verhandeln will. Kreml-Insider sagten uns, dass Putin durchaus Kiew erobern wollte, aber Russlands Fähigkeiten überschätzt hätte.

      Das weiß ich nicht. Schauen Sie mal: Es gibt zwei Leute, die in Moskau wichtig sind. Putin, der Wichtigste, und Medwedew. Letzterer hat einen ganz eigenen Einfluss in die russische Gesellschaft. Er ist Stellvertretender Vorsitzender des Russischen Sicherheitsrats. Im Westen will es niemand hören: Egal, wer an der Macht ist, in Russland existiert die Überzeugung, dass der Westen sich mit der Nato weiter ausbreiten will, und zwar in den postsowjetischen Raum. Stichwort: Georgien und Ukraine. Das wird niemand, der an der Spitze Russlands steht, zulassen. Diese Gefahrenanalyse mag emotional sein, aber sie ist in Russland real. Der Westen muss das verstehen und entsprechend Kompromisse akzeptieren, sonst wird Frieden schwer erreichbar sein.

      Haben Sie den Eindruck, es gibt zu viel Moral in der Politik und zu wenig Realpolitik?

      Das ist das Problem der Grünen. Ich verstehe die Moralisierung der Grünen nur bedingt. Außenministerin Baerbock moralisiert gegenüber China und Russland, okay. Dabei vergisst sie, dass Deutschland zu den beiden ein vernünftiges Verhältnis braucht, ohne dass damit der Krieg gegen die Ukraine nicht zu verurteilen ist.

      Steht Außenministerin Annalena Baerbock in der Tradition von Joschka Fischer?

      Joschka war viel rationaler. Er war Realpolitiker. Er hätte Xi Jinping nicht als Diktator bezeichnet. Warum provoziert die Außenministerin in einer solchen Situation, wenn man genügend andere Probleme hat?
      […]

      Ist der Unterschied zwischen veröffentlichter Meinung und der Meinung der Mehrheit der Menschen im Land gewachsen?

      Ja, sicher. So groß war die Kluft zwischen der Meinung der Menschen auf der Straße und den öffentlich geführten Debatten noch nie.

      Ist die AfD deshalb in allen Umfragen stärker als die SPD?

      Die AfD sagt: Es interessiert uns nicht, was staatspolitisch geboten ist. Die Menschen sagen: Denkt doch an uns. Das macht immer mehr Strecke. Wenn wir heute Bundestagswahl hätten, wäre die SPD wahrscheinlich nicht mehr in der nächsten Regierung.

      Haben die Menschen recht?

      Natürlich haben die recht. Scholz sagt den Doppelwumms an und gibt 100 Milliarden für die Rüstung aus, wo doch niemand weiß, was das eigentlich ist. Sind das Panzer? Flugzeuge? Artillerie? Und wer kriegt die Aufträge? Das wird die Debatte nach dem Krieg sein. Gleichzeitig sehen die Menschen, wie die Infrastruktur verkommt und wie ihre Möglichkeiten reduziert werden. Ein großer Fehler war, dass Scholz das Heizungsgesetz von Robert Habeck durchgelassen hat, ohne zu wissen, was das für einen normalen Haushalt bedeutet. Und dann gibt es eine Partei, die sagt: „Erst einmal wir!“ Diese Menschen wählen dann AfD.

      Sahra Wagenknecht deckt viele der Punkte ab, die Sie ansprechen, und bietet nun eine Alternative für die einfachen Leute.

      Das ist richtig. Eine kluge Frau. Sie weiß, wie ganz normale Leute denken. Glaubt sie aber ernsthaft, ihre Partei kann eine Rolle spielen? Ich denke, sie wird der Linken ein paar Prozentpunkte wegnehmen.
      […]

      https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/gerhard-schroeder-im-exklusiv-interview-was-merkel-2015-gemacht-hat-war-politisch-falsch-li.2151196

      Da geht er fehl. Sie spricht beileibe nicht nur „einfache“ Leute an, und zieht nicht nur Leute von Links an. Sondern auch von Rechts, aus dem Milieu der resignierten Nicht-Wähler, der erschreckten Grünen-Wähler und aus dem der anti-Schröder-SPD. Sie hat ein Potential von 27%, las ich heute. Die Ampel liegt bei 32-33%. Völlig zurecht.

      Ein Kommentar von Putin zu Gerhard Schröder:

      Das ist tatsächlich rätselhaft, wie die Ukraine-Verseuchung durch Nazis sowohl vom kanadischen Parlament als auch von Deutschland derart „übersehen“ wird.

      • Bei Corona wurde die Statistik verfälscht, indem Krankenhaus-Patienten mit unbekanntem Impfstatus den Ungeimpften zugeschlagen wurden. Bei antisemitischen Straftaten lief es ähnlich: war die Motivation/Täterschaft unbekannt, wurden die Taten dem Milieu der Rechtsextremen zugeordnet. Das war politisch erwünscht:

        […]

        Die SZ wittert die Gefahr und wärmt die Reichsbürger wieder auf:

        Mit Harald Martenstein bin ich, was Israel und die Ukraine angeht, nicht einig. Ansonsten zeichnet er ein zutreffendes Bild der deutschen Politik:

        Interview
        Harald Martenstein: «Die Deutschen sind die einzige Nation, die sich abschaffen möchte. Nun müssen sie sich allmählich damit abfinden, dass sie weiterhin Deutsche bleiben müssen»
        Harald Martenstein ist seit Jahrzehnten Kolumnist in Deutschland. Er fühlt dem Land den Puls. Viele verehren ihn, andere halten ihn für den prototypischen alten weissen Mann, die Stimme von vorgestern. Gespräch über Deutschland.
        Benedict Neff 23.10.2023, 05.30 Uhr

        Herr Martenstein, Ihre frühen Kolumnen sind um Ihr Leben gekreist, mittlerweile sind Sie politisch geworden. Ist das Leben einmal auserzählt, oder reizt Sie einfach die politische Aufregung?

        Bestimmte Lebensthemen sind irgendwann auserzählt. Aber ich habe mich als Kolumnist tatsächlich politisiert im Lauf der Zeit. Einiges hatte sicher mit 2015 zu tun, als wir in Deutschland diese grosse Migration hatten und die sogenannten offenen Grenzen. Bekanntlich herrschte wochenlang eine seltsame Einstimmigkeit in den deutschen Medien. Die Öffentlichkeit war wie in Trance. Fast niemand hat in den Medien Probleme gesehen, alles war einfach nur grossartig. Ich aber hatte das starke Bauchgefühl, dass unkontrollierte Einwanderung à la longue keine gute Idee sei. Tja, da habe ich Lust bekommen, dagegen Position zu beziehen. Nicht eine radikale Gegenposition. Mir ging es vor allem darum, zu zeigen: Leute, man kann es auch anders sehen. Was mich als Hobbysoziologen fasziniert, ist der Herdentrieb vieler Journalisten. Es fehlt oft an Widerspruch. Aber dafür bin ich ja da.
        […]
        Ihre Kollegen haben eine klare Vorstellung, wer Sie sind: der alte, weisse, deutsche Mann schlechthin. Der Medienjournalist Stefan Niggemeier schrieb: «Er schreibt stellvertretend für die sich für schweigend haltende Mehrheit weisser, heterosexueller, alter Männer, die die Welt nicht mehr verstehen.» Fühlen Sie sich erkannt?

        Dass ich weiss bin und ein Mann, ist gut beobachtet. Es gibt bei uns eine begrüssenswerte Sensibilität, wenn Leute wegen Eigenschaften angegriffen werden, für die sie nichts können – sei es ihre Sexualität, ihr Alter oder ihre Hautfarbe. Andererseits gibt es Gruppen, für die das nicht gilt. Zu einer dieser Gruppen gehöre ich. Die meisten alten weissen Männer wären übrigens lieber jung. Mit ihrer Hautfarbe wurden sie nun einmal geboren, und das Geschlecht kann man zwar bei uns in Zukunft einmal im Jahr ändern, aber das will ja nun auch nicht jeder. Da zeigt sich einer der Widersprüche der woken Ideologie. Eine Tabuzone, Kritik und Spott betreffend, gilt für bestimmte Personengruppen. Andere werden fast schon für vogelfrei erklärt.
        […]
        Wie würden Sie den Zustand von Deutschland beschreiben?

        Das ist eine grosse Frage. Im Moment beschäftigt mich die deutsche Reaktion auf die Hamas-Verbrechen in Israel. Das Schweigen des linken, woken Milieus zu dieser Barbarei. Eigentlich gibt es zwischen den Hamas-Terroristen und zum Beispiel Aktivisten der LGBTQ-Szene ja überhaupt keine Gemeinsamkeiten. Diese Menschen würden sofort massakriert werden, wenn sie sich im Gazastreifen zeigten.

        Was verbindet die Linken mit dem Islamismus?

        Ich glaube, der gemeinsame Feind ist der Universalismus, also die Idee, dass wir alle gleich seien, auch gleich an Menschenrechten und Bürgerpflichten. Die linken Aktivisten und die Islamisten haben ein beinahe mittelalterliches Gesellschaftsbild, das einer Ständegesellschaft. Sie interessieren sich nicht für das Verbindende und Allgemeine. Sie versuchen lediglich, die Interessen ihrer eigenen Gruppe durchzusetzen. Der Rest des Universums ist unwichtig.
        […]
        Sie schreiben: «In Deutschland regiert die Angst, personifiziert zum Beispiel durch Karl Lauterbach.» Ist Angst eine deutsche Spezialität?

        Ich stelle fest, dass man in Deutschland schnell Angst kriegt: vorm Weltkrieg, vor Corona, vorm Klimawandel. Womöglich ist das anderswo ähnlich. Fast noch typischer aber ist, dass in Deutschland immer sofort eine Leitlinie des Denkens herausgegeben wird. Wer sich jenseits dieser Linie befindet, wird ausgegrenzt. Das wurde bei Corona besonders deutlich. Das Land erlebte Grundrechtseinschränkungen, wie es sie seit 1949 – ausser in der DDR – im demokratischen Deutschland nicht gegeben hat. Als dann Leute auf die Strasse gingen und gegen diese Grundrechtseinschränkungen demonstrierten, waren die Regierung und die meisten Medien empört darüber.

        Und Sie?

        Ich war erleichtert. Mir hätte es Angst gemacht, wenn in Deutschland niemand gegen den Verlust von Grundrechten protestiert und wenn alle «hurra» gerufen hätten. Man kann einen Protest auch dann erfreulich finden, wenn man ihm inhaltlich nicht völlig zustimmt.

        Ist das, was Sie beschreiben, tatsächlich ein Zeitphänomen? Sind die berühmten Grenzen des Sagbaren enger geworden, oder ist das die Fiktion des alten weissen Mannes?

        Ich kann den Zeitenwandel an den Reaktionen meiner Leser erkennen. Ich schreibe seit 1972 für Zeitungen und habe immer auch ein paar bösartige Leserbriefe bekommen. Früher hiess es: Sie sind ein fürchterlicher Mensch, ein Hohl- und Holzkopf, Sie schreiben grauenhaftes Zeugs. Heute fällt fast in jedem Brief die Bemerkung: Sie sollten nicht mehr schreiben dürfen. Was Sie denken, sollte nicht gedruckt werden. Das ist neu. Viele Leute ertragen nur noch sich selbst, ihre eigene Meinung.
        […]
        Einerseits beschreiben Sie in Ihren Kolumnen die «German Angst», andererseits wirken Sie selbst oft wie ein Panikmacher. Sie schreiben von einem «immer dysfunktionaleren Staat», von einem «Land im Niedergang – und ohne Sicht auf Besserung». Warum so pessimistisch?

        Jeder Autor ist ein wenig stimmungsabhängig. Aber es stimmt schon, ich bin zurzeit eher pessimistisch, und mit der Klage über die deutsche Dysfunktionalität stehe ich nicht allein. Fahren Sie einmal Bahn, versuchen Sie einmal, ein Unternehmen zu gründen. Ein rosiges Zukunftsbild könnte ich für Deutschland im Moment nicht malen.

        Warum nicht?

        Ein Aspekt von mehreren: Es muss in einer parlamentarischen Demokratie eine klare Alternative geben, eine Opposition. So war ich das zeit meines Lebens gewohnt. Die Parteien waren oft sehr verschiedener Meinung, aber meist einig in ihrem Bekenntnis zur Demokratie. Heute wirkt es manchmal so, als sei Opposition etwas Illegitimes. Die Union traut sich nicht recht, die Oppositionsrolle beherzt anzunehmen, weil sie Angst hat, «rechts» zu sein. Ich bin ganz und gar dagegen, das Wort «rechts» gleichbedeutend mit Nazitum und Rechtsradikalismus zu verwenden. In parlamentarischen Demokratien hat es immer rechts und links gegeben, Kräfte des Beharrens und Kräfte des Fortschritts. Es ist nicht verdächtig oder gar verbrecherisch, wenn Leute auf der rechten Seite stehen. Das ist ihr gutes Recht.

        Das Problem der Union ist doch, dass sie akribisch schaut, dass sie keine Interessen vertritt, die sich mit denen der AfD überschneiden. Gewissermassen ist die Partei die Sklavin der AfD, sie hat nicht den Mut, eine souveräne, eigenständige Politik zu betreiben.

        So sehe ich das auch. In einem Bundesland hat es die CDU gewagt, gemeinsam mit der AfD eine Senkung der Grunderwerbssteuer zu beschliessen. Ich glaube, eine niedrigere Grunderwerbssteuer ist kein Ausdruck rechtsextremen Denkens. Gleichwohl wurde die Union dafür angeprangert. Es ist absurd. Falls sich die CDU dauerhaft darauf einlässt, kann sie überhaupt nichts mehr durchsetzen, es sei denn, Grüne und SPD stimmen zu. Man verlangt allen Ernstes, dass die Union sich selbst abschafft.
        […]

        https://www.nzz.ch/feuilleton/harald-martenstein-die-deutschen-moechten-sich-abschaffen-ld.1761698

        Mir geht vor allen Dingen der Gefühlstaumel auf den Keks, der ständig herrscht und der jetzt zur Abwechslung in die andere Richtung geht; wie immer geht dabei der Rechtsstaat unter: pauschale Verbote pro-palästinensischer Demos ohne Hinweise auf zu erwartende Straftaten verstoßen gegen das GG:

        Das kann man sich vorstellen, wie er angegiftet wurde.
        Die ZEIT schickte Dmitrij Kapitelman zur Erkundung der Stimmung in die Sonnenallee. Wie zu erwarten, traf er niemanden an, der gegenüber einem Reporter die Massaker der Hamas begrüßte. Aber es gab dann doch Erkenntnisse:

        Jubel für die Hamas
        Hass und Honig

        Nach dem Angriff auf Israel wurde auf der Berliner Sonnenallee mit süßem Gebäck gefeiert. Unser Autor hat die Konditoren der Straße gefragt, wie sie das finden. Eine Reportage von Dmitrij Kapitelman
        ZEITmagazin Nr. 44/2023 18. Oktober 2023, 16:52 Uhr aktualisiert am 21. Oktober 2023, 14:25 Uhr
        […]
        Wirklich aufrichtig fühlte sich bisher keines der Gespräche an. Bis eine Dame namens Fatma („Ich bin Libyerin“) auftrumpft. Sie ist höchstens 30, hat mitgehört und prescht mit einer ganz anderen Ansicht vor: „Mich fuckt am meisten ab, dass das Leben für Araber und Juden nun weltweit gefährlicher wird! Was soll ich bitte feiern? Ich habe all diese Entscheidungen nicht getroffen, das waren Politiker und Militärs. Gleichzeitig finde ich schlimm, dass erst wieder durch Terror über die Lage der Palästinenser diskutiert wird. Das lässt es so aussehen, als würde Terror funktionieren!“
        […]
        Neben ihr ein trauriges altes, arabisch sprechendes Ehepärchen, das einem das Herz zersüßt. Die Frau trägt eine Halskrause und hat keine Zähne mehr, ihr Mann füttert sie Löffel für Löffel mit einer strahlend roten Erdbeertorte. Wobei er jedes Mal prüft, ob sich auch ja keine Wespe auf der Nachspeise verschanzt hat. Die Vorstellung, dass nun Menschen wie die beiden, vulnerable, einzigartige Menschen wie unsere Mütter und Väter, Omas und Opas, dass ganze liebende Familien in Gaza sterben, ist grauenhaft.
        […]
        Die Konditorei Damaskus ist mit gleich zwei Filialen auf der Sonnenallee vertreten. Bei einer von ihnen steht Nadir hinter einem pyramidenförmigen Berg von Baklava (und stapelt ihn noch weiter auf). Noch im März, vor seiner Flucht, stand er hinter einem Apothekenschalter im syrischen Homs.
        […]
        Nadir, was denken Sie darüber, dass hier nach dem Terror Baklava verteilt wurde? „Das ist die Meinung der Palästinenser, nicht meine.“ Aber was ist mit Ihrer? Können Sie es verstehen? Nadir wirkt für einige Augenblicke so, als würde er sich in sich selbst zurückziehen, vielleicht irgendwo zwischen Homs und Berlin taumeln. Dann kehrt er doch zurück: „Nein. Das kann ich nicht.“
        […]
        Ein arabischer Nachrichtensender zeigt sieben qualmenden Männern Aufnahmen aus Gaza. Explosionen, panisch fliehende Menschen, Verwundete, Verblutende, Raketen und immer mehr Trümmer, Trümmer, Trümmer. Als Israels Premierminister Netanjahu kurz im Bild ist, springen einige von ihnen auf und schreien. Andere starren weiter apathisch auf ihre Handys. „Israel, wa?“, berlinert die HappyBack-Verkäuferin vermeintlich vielsagend.
        […]
        Manchmal denke ich, dass es zwischen Israelis und Palästinensern gar nicht so sehr um Territorium, Politik oder Religion geht. Sondern um Gefühle. Denn Gefühle sind letztlich das, was Menschen wirklich gefährlich macht. Wer das Gefühl hat, moralisch im Recht zu sein, kann noch die größten Grausamkeiten mit gutem Gewissen begehen.
        […]

        https://www.zeit.de/zeit-magazin/2023/44/hamas-angriff-israel-berlin-neukoelln-feier-baklava/komplettansicht

        Mein Eindruck ist, daß die Politik das Gefühl arretieren möchte, das nach dem Hamas-Massaker in Israel aufkam: diese Mischung aus Wut, Haß und Angst, die die moralische Überlegenheit Israels begründete. Im Zusammenhang mit kriegerischer Vergeltung ist das brandgefährlich.
        Hier kann man Michael Lüders zusehen, wie er bei Phoenix 5 Minuten lang um eine sachliche Analyse kämpfte:

        Michael Lüders (Publizist) zur Eskalation im Nahen Osten am 18.10.2023

        phoenix
        361.000 Abonnenten
        Phoenix ist Teil des deutschen öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

        152.405 Aufrufe 18.10.2023
        phoenix-Moderator Hans-Werner Fittkau spricht mit Publizist Michael Lüders über die Eskalation im Nahen Osten

        Ähnlich der republikanische Präsidentschaftskandidat Vivek Ramaswamy: „Bedenke das Ende“!

        „2. Hezbollah strikes Israel from the North, making good on its threat for Israel crossing the red line of invading Gaza. 3. Once Israel is in a two-front war, the U.S. is effectively forced to engage militarily. 4. Iran-backed militias in Iraq & Yemen attack U.S. targets in the Middle East, making good on their threats if the U.S. engages in Israel. 5. Civilian casualties in Gaza cause other countries to turn their backs on Israel, while radicalized Palestinians back Hamas 2.0 to fill the leadership vacuum in Gaza.“

        Unbegründete Bedenken?
        Erstaunlichweise schließt sich Röpcke an: es ist kein Plan ersichtlich, und angesichts der getöteten Kinder schmilzt der moralische Vorsprung Israels dahin:

        Nachtrag:

        WaPo, 23.10.2023:

        LIVE UPDATES
        Gaza death toll spikes, mainly in the south, after Israel launches strikes

        By Washington Post Staff

        Wo es doch sicher sein soll, und wo Hilfslieferungen eintreffen…

        • Die Tagesschau bestätigt – ab Minute 4 -: Israel bombardiert nun den südlichen Grenzort Rafah im Gaza-Streifen, wo viel zu wenige Hilfslieferungen eintreffen: man fragt sich, warum die israelische Armee nicht die Raketenstellungen von Hamas und Jihad ausschaltet? Wäre das nicht vordringlich?

          Die EU ist mal wieder uneins: Borrell und Spanien wollen eine humanitäre Feuerpause und mehr Hilfslieferungen für die Zivilbevölkerung, unsere immer hilfloser wirkende Außenministerin spricht zwar einerseits von einer „humanitären Katastrophe“, will aber Israel weiter herumbomben lassen, auch im Süden, wohin die palästinensische Zivilbevölkerung auf Aufforderung Israels fliehen sollte, weil die Hamas ja weiterhin Raketen auf Israel abschieße. Man faßt es nicht:

          tagesschau 20:00 Uhr, 23.10.2023

          tagesschau
          1,41 Mio. Abonnenten

  4. Bei web.de fand ich folgendes:

    „Kurz vor Prozessbeginn hat sich Trumps Ex-Anwältin Sidney Powell des Wahlbetrugs für schuldig bekannt. Powell hat den ehemaligen US-Präsidenten dabei unterstützt, dessen Wahlniederlage im Januar 2021 im US-Bundesstaat Georgia zu kippen. Die 68-Jährige ist bereit, gegen Trump auszusagen.“

    Wie ist das zu verstehen? Hat sie die Notbremse gezogen, um nicht von Dominion Voting Systems in den Ruin prozessiert zu werden?

      • Wie schön, daß meine Lieblings-Juraprofessorin so fix ist und diesen „Deal“ gleich einordnet:

        Sidney Powell’s Plea Proves Fulton County Prosecutor Went Nuclear To Get Trump
        By: Margot Cleveland
        October 20, 2023

        Why did the Fulton County DA offer Sidney Powell such a favorable plea deal? The answer is simple.

        Lawyer and former Trump adviser Sidney Powell pleaded guilty Thursday to six misdemeanor [lediglich Vergehen] counts of conspiracy to commit intentional interference with performance of election duties. Under Georgia’s First Offender Act, Powell’s plea agreement will result in the discharge of all the criminal charges after she serves six years of probation. That the Fulton County prosecutor settled for these misdemeanor charges when Powell faced seven major felony [Verbrechenstatbestände] counts — including an expansive RICO conspiracy count — confirms the criminal justice system was weaponized to get Trump.

        Jury selection in the criminal case against Powell was scheduled to begin Friday on charges returned against her by a grand jury in Fulton County, Georgia, in August of 2023. That grand jury indictment, which spanned some 98 pages, charged Powell and 17 other defendants, including former President Donald Trump, on some 41 different criminal counts. The unifying theme of the indictment was that the defendants conspired to “unlawfully change the outcome of the election in favor of Trump.”

        Under this law, Powell will serve six years of probation, after which the criminal charges will be discharged, leaving Powell with no criminal record. As part of the plea deal, Powell must also testify truthfully in the upcoming criminal trials of the other defendants. The former Trump adviser must also pen an apology letter to Georgia citizens and pay nearly $10,000 in fines and restitution.
        Powell’s deal resembles, in some ways, the sweetheart “pretrial diversion” agreement Hunter Biden negotiated with the Delaware U.S. attorney’s office, which later fell apart. But there is one huge difference between the two agreements: Powell only agreed to plead guilty because Willis had obtained a grand jury indictment charging her with seven serious felony counts. And in her plea agreement, Powell did not plead guilty to any of the charges contained in the indictment.

        The bottom line is this: Willis basically extorted a guilty plea from Powell by charging her with seven serious felonies, including a RICO conspiracy count, two counts of conspiracy to commit election fraud, and one count each of conspiracy to commit computer theft, conspiracy to commit computer trespass, conspiracy to commit computer invasion of privacy, and conspiracy to defraud the state. With a jury culled from deep-blue Fulton County, the risk of a conviction on even one of the felony counts, and the consequential loss of her law license, would be just too great of a chance for any defendant to take — especially when the plea only involved misdemeanors that would be discharged from Powell’s record following probation. Under these circumstances, it would have been lunacy for Powell to have rejected the plea offer.
        […]
        So why let Powell off with what would be a slap on the wrist if Powell had committed the felonies as charged? The answer seems clear: Powell hadn’t committed the felonies, and Willis never thought she had. But she overcharged Powell to add gravitas to the supposed election conspiracy claims and to make an offer for a first-offender misdemeanor plea deal an offer too good to refuse.

        The Fulton County prosecutor played the same gambit with another defendant, Scott Hall, who reached a similar first-offender deal last month. How many other defendants Willis will seek to squeeze guilty pleas from using this ploy remains to be seen, but it is unlikely to work for several of the defendants because the crimes for which they are being charged are ones that fail as a matter of law.

        For instance, the charges Willis brought against the alternative electors, and the lawyers advising the Trump campaign on the appointment of alternative electors, should never reach a jury because the naming of alternative electors was entirely legal and the proper way to protect Trump in the event his legal challenges to the Georgia election succeeded.
        […]
        By charging the defendants with multiple felonies, however, Willis made it exceedingly difficult for them to chance a conviction. And she’d likely be happy with misdemeanor first-offender pleas from everyone — until she gets to Trump — proving Willis didn’t just weaponize the criminal justice system. She went nuclear.

        https://thefederalist.com/2023/10/20/sidney-powells-plea-proves-fulton-county-prosecutor-went-nuclear-to-get-trump/

        Soviel zum Rechtsstaat USA.

        Zuletzt schrieb ich u.a.:

        „Was die Sprecherwahl in den USA angeht:

        Solange in den USA die vereinigte Rüstungslobby- und Kriegspartei in beiden Lagern dominiert, wird sich nichts zum Besseren wenden.“

        Warum die Presse versagt III


        [h]ttps://gabrielewolff.wordpress.com/2023/09/03/warum-die-presse-versagt-iii/comment-page-3/#comment-101410

        Das war schnell überholt. Die NZZ vom 20.10.2023 war ausgesprochen informativ:

        Das ist passiert: Die Blockade im US-Repräsentantenhaus dauert an. Der Plan, den Abgeordneten Patrick McHenry temporär zum Interims-Speaker zu machen, ist in der republikanischen Mehrheitsfraktion gescheitert. Statt seine eigene Kandidatur für das wichtige Amt einige Wochen auf Eis zu legen, muss Jim Jordan sich demnächst erneut zur Wahl stellen – und versuchen, seine Skeptiker umzustimmen. Zum Bericht

        Darum ist es wichtig: Die gesetzgebende Arbeit des Repräsentantenhauses ist seit der Abwahl von Speaker Kevin McCarthy Anfang Oktober lahmgelegt. Auch Jordan ist derzeit nicht mehrheitsfähig. Zuletzt sprachen sich am Dienstag im letzten offiziellen Wahlgang 22 Parteifreunde gegen den Verbündeten von Ex-Präsident Donald Trump aus. Bis jetzt gibt es keine Anzeichen dafür, dass sich diese Gruppe umstimmen lässt. Jordan hatte sich seit 2006 im Parlament vor allem als Querulant einen Namen gemacht.

        😉

        So mögen es die Democrats sehen. Er hat sich als eifriger Ermittler gegen die „Biden Crime Family“ betätigt, das nervt natürlich.
        Daß Demokratie in den USA nicht mehr zählt, weil die Exekutive zu dominant ist, belegt wiederung die NZZ:

        Biden will neue Hilfspakete für Israel und die Ukraine

        Das ist passiert: Bei einer seltenen Ansprache an die Nation aus dem Oval Office hat Joe Biden betont, die USA würden nicht zulassen, dass Terroristen wie Hamas gewännen. Neben Soforthilfen für Israel will der US-Präsident den Kongress auch um die weitere Unterstützung der Ukraine bitten. Russlands Präsident Wladimir Putin und die Hamas seien unterschiedliche Bedrohungen, hätten aber eines gemeinsam: «Sie wollen eine benachbarte Demokratie komplett vernichten.» In die Details der neuen Hilfspakete ging Biden nicht. Gemäss Medienberichten soll es aber um insgesamt 100 Milliarden Dollar gehen. Davon wären 60 Milliarden für Kiew bestimmt und die restlichen 40 Milliarden für Israel, Taiwan und der Sicherung der Grenze zu Mexiko. Zum Bericht

        Darum ist es wichtig: Ausser mit zwei Kriegen in der Welt ist Biden mit einem kriegsmüden Volk zu Hause konfrontiert. Um zu erklären, warum weitere Milliarden sowohl für Israel als auch für die Ukraine gut investiert sind, verknüpfte er beides miteinander. Im Repräsentantenhaus zählt rund die Hälfte der republikanischen Fraktion zu den Ukraine-Skeptikern. Hinter Israel aber stehen die Konservativen praktisch geschlossen und sind gerne bereit, mehr Steuergelder für dessen Verteidigung auszugeben.

        Ist das nicht clever? Friß oder stirb. Wo das Geld herkommen soll, steht in den Sternen. Und so lange es keinen Speaker gibt, kann auch nichts zur Abstimmung gestellt werden. Andrerseits steht der nächste Regierungs-Shutdown am 17.11.2023 an -: das Chaos ist groß. Übrigens haben die Milliarden für Kiew wenig Bedeutung, denn der Waffenmarkt und die Vorräte sind leergefegt. Ich erinnere an mein letztes Posting:

        https://twitter.com/KitKlarenberg/status/1715074989668393219

        Ein etwas anderer Standpunkt in der NZZ als anderswo:

        • Viele in Israels politischer, militärischer und akademischer Elite hatten sich einer Selbsttäuschung hingegeben: Die Linke fürchtete Netanyahu mehr als die Hamas. Nun zwinge die Hamas Israel zur Zerstörung des Gazastreifens, schreibt der niederländische Schriftsteller Leon de Winter. Dabei müsse Israel möglicherweise den höchsten Preis zahlen: den Tod der Geiseln. Zum Essay

        Die Selbstlähmung, die auch die Streitkräfte erfaßte, wurde von Hamas ausgenutzt. Ein kleiner Lichtblick von heute: zwei israelische Geiseln mit US-Staatsangehörigkeit wurden durch Vermittlung von Katar freigelassen.

        Ganz klar: die Medien, die objektiv berichteten, haben natürlich Hamas-Propaganda verbreitet; wie man ja durch das Pentagon und westliche „Factchecker“ weiß:

        Und das geht natürlich gar nicht:

        „As Palestinian and Israeli officials continue to trade blame, anguish is deepening over the prospect of more civilian deaths. https://wapo.st/46s81Ut

        Da betrachte man nur die kernigen deutschen Medien:

        Nun, daß echte „Factchecker“ zu dem Ergebnis kommen, daß die israelischen „Beweise“ nichts taugen und die Befunde eher für die palästinensische Version sprechen, hatte ich in meinen letzten Postings dargelegt.

        Überhaupt kommen die meisten Desinformationen von den traditionellen Medien, hier von Business Insider über Elon Musk, die absolute Haßfigur im Westen:

        Überhaupt wird von nicht Wenigen, hier pars pro toto Lauterbach und Drosten, die Tilgung von Widerspruch zu Regierungslinien verlangt:

        Da haben sie in der von Bill Gates dominierten WHO eine Verbündete:

        Wer sich in Sachen Corona und Ukraine jenseits des Mainstreams äußerte wie Ulrike Guérot, läuft in existenzielle Gefahr; während einer ihrer Kritiker, Patrick Bahners von der FAZ, behauptet, eine „cancel culture“ von Links gebe es gar nicht. Tatsache: eine von Rechts gibt es definitiv nicht. Die kulturelle Hegemonie von links-grün in Medien, social media (auf x nicht mehr) und auch in der Politik (und in Behörden) ist unbestreitbar:

        Dagegen gibt es jetzt die Westminster-Erklärung:

        Westminster-Erklärung – Ein Zeichen gegen die Einschränkung der Meinungsfreiheit

        Unterzeichnet von 137 Akademikern, Publizisten und Intellektuellen, warnt die Westminster-Erklärung vor dem „industriellen Zensur-Komplex“. Dass ein Großteil der Medien darüber gar nicht berichten wird, unterstreicht die These der Initiatoren.
        VON SHANTANU PATNI am 19. Oktober 2023

        Im Zuge der Corona-Pandemie gerieten die Sozialen Medien in eine Zwangslage. Auf Druck von Regierungen sollten sie Inhalte, die auf ihren Plattformen kursierten, strengeren Kontrollen unterziehen. Die Entscheidung darüber, welche Beiträge als Desinformation zu gelten hatten und somit im Interesse des allgemeinen Gesundheitsschutzes gelöscht gehörten, oblag dabei selbstverständlich den zuständigen Regierungsorganen. Denn sie waren es ja, die von sich behaupteten, im Besitz der Wahrheit zu sein, sodass vorgeblich falsche Analysen und Perspektiven unterbunden werden konnten.

        Die Plattformen wiederum zeigten sich allzu gerne bereit dazu, die Vorgaben konsequent durchzusetzen.

        Heute muss man wohl sagen, dass die Pandemie nur eine von vielen Situationen gewesen ist, in denen Sicherheitsbedenken auf die Spitze getrieben wurden, um auf diese Weise Einschnitte in die Meinungsfreiheit zu rechtfertigen und einer Meinungs-Monokultur den Weg zu bahnen. Denn auch in anderen Zusammenhängen wurde bereits auf die oben angeführte Argumentation zugegriffen. Man denke nur an die zurückliegenden US-Wahlen, wo immer wieder und eindringlich auf die Gefahr hingewiesen wurde, dass äußere, feindliche Kräfte Einfluss auf die Meinungsbildung auszuüben versuchten. Dabei waren die Sorgen natürlich nachvollziehbar. Die Lösung des Problems aber bestand zumeist darin, mittels verschiedenster Strategien jegliche unliebsame Ansichten aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit zu schaffen.

        Die Ursprünge der Erklärung und ihrer Initiatoren

        Einen Höhepunkt erreichte diese Form der Meinungskontrolle im Oktober 2020, kurz vor dem damaligen Urnengang zur US-Präsidentschaftswahl. Die amerikanische Tageszeitung New York Post veröffentlichte damals einen Bericht, in welchem es um die Inhalte eines Laptops ging, der dem Sohn des demokratischen Kandidaten, Hunter Biden, gehört haben soll. Es dauerte nicht lange und Twitter sperrte das Konto der Zeitung. Doch auch andere Beiträge zum Thema wurden gelöscht, und Benutzerkonten wurden zumindest vorübergehend gesperrt. Später stellte sich dann jedoch heraus, dass der Bericht der New York Post nicht nur Hand und Fuß hatte, vielmehr wurde auch deutlich, dass die großen Plattformen auf Anweisung des FBI gehandelt hatten. Der Fall schlug hohe Wellen, zumal das alles wieder mal unter dem Vorwand geschehen war, mit der Unterdrückung von unliebsamen Nachrichten die Demokratie schützen zu wollen. Der Umgang mit der Berichterstattung um Hunter Bidens Laptop soll später Elon Musk sogar dazu veranlasst haben, den involvierten Kurznachrichtendienst Twitter zu kaufen.

        Nachdem dieses spektakuläre Geschäft abgewickelt war, lud Musk diverse Journalisten ein, um mit ihnen die Pandemie sowie die Ereignisse um die US-Wahlen aufzuarbeiten. Dafür erhielten die Journalisten Zugang zu internen Firmendaten, auf deren Basis sie rekonstruieren konnten, wie in der infrage stehenden Zeit mit Entscheidungen über Wahrheit und Unwahrheit verfahren wurde. Unter ihnen waren unter anderem Michael Shellenberger, Matt Taibbi und Bari Weiss. Das Ergebnis ihrer Recherche waren die „Twitter Files“, eine Reihe von Berichten, die detailliert aufzeigten, mit welchen Methoden unerwünschte und problematische Äußerungen unterdrückt wurden.

        Der „industrielle Zensur-Komplex“

        Just jene drei Journalisten haben nun unter dem Titel „The Westminster Declaration“ eine Erklärung initiiert, die mittlerweile von zahlreichen namhaften Publizisten, Intellektuellen und Aktivisten unterzeichnet wurde – darunter auch von Julian Assange, John Cleese oder Slavoj Žižek.

        Ihre Erklärung ist das Ergebnis einer im Juni dieses Jahres abgehaltenen Veranstaltung in Westminster, in der es um das Thema „industrieller Zensur-Komplex“ ging, eine Wortprägung in Anlehnung an US-Präsident Eisenhowers Warnung vor dem „militärisch-industriellen Komplex“.

        Die Unterzeichner weisen in ihrer Erklärung darauf hin, dass moderne Zensur nicht nur von Regierungen und Medienplattformen ausgeht, sondern auch von einer Kombination aus NGOs, Universitäten und anderen Akteuren der Zivilgesellschaft, die ihre Aktionen teilweise sogar untereinander koordinieren. Kritiker des Begriffs „Zensur“ weisen dabei gerne darauf hin, dass es eine solche gar nicht geben könne, solange man die Möglichkeit habe, sich offen über diese Zensur zu beklagen. Dabei ist längst klar, dass die moderne Zensur mit weit subtileren Methoden zu Werke geht als die Zensur des 20. Jahrhunderts. Eine dieser Methoden ist etwa das sogenannte „Shadow-Banning“. Dabei werden Inhalte nicht gelöscht, man zeigt sie nur einfach nicht im Suchverlauf oder auf der Profil-Seite des Users an – und das selbst dann nicht, wenn man den Titel eines Beitrags Wort für Wort in eine Suchmaschine eingibt.

        Letzteres etwa war die Methode, die auch gegen Jay Bhattacharya, Martin Kulldorf und Sunetra Gupta zum Einsatz kam. Die drei Epidemiologen aus Stanford, Harvard und Oxford waren im Oktober 2020 die Initiatoren der „Great-Barrington-Erklärung“, einem Plädoyer gegen die damalige Lockdown-Politik der meisten westlichen Regierungen.

        Doch der „Schatten-Bann“ war noch nicht alles. Hinzu kam, dass in einem Großteil der etablierten Medien die Erklärung, die die Unterschrift tausender medizinischen Experten und Wissenschaftler trug, schlicht ignoriert wurde.
        […]
        Bekommt das die Öffentlichkeit mit?

        Unter den geplanten oder bereits verabschiedeten Gesetzen, vor denen die Westminster-Erklärung explizit warnt, sind unter anderem das Hassrede-Gesetz in Irland, das Gesetz gegen Hasskriminalität in Schottland, das Fehlinformationsgesetz in Australien und das Online-Sicherheitsgesetz in Großbritannien.

        All diese Gesetze haben gemeinsam, dass in ihren Texten mit unzureichend definierten Begriffen gearbeitet wird, die im konkreten Fall einen großen Interpretationsspielraum zulassen. Nicht zuletzt enthält die Erklärung der besorgten Wissenschaftler und Publizisten auch einen Hinweis auf Paragraf 130 Absatz 5 des deutschen Strafgesetzbuches. Laut diesem Paragrafen kann neuerdings die Leugnung oder die grobe Verharmlosung von Kriegsverbrechen bestraft werden.

        Am Ende plädieren die Unterzeichner lediglich dafür, das A und O der Demokratie im Blick zu behalten: die Meinungsfreiheit. Denn ohne diese Grundbedingung der offenen Gesellschaft können Entscheidungsträger nicht zur Rechenschaft gezogen werden. Zudem wäre der Prozess der Entscheidungsfindung nicht demokratisch, solange die Äußerung jeglichen Dissenses grundlegend verdächtig ist. Ein Diskussionsklima, in dem die Träger abweichender Meinungen in der Angst leben müssen, als Störenfriede abgestempelt und sozial ausgegrenzt zu werden, ist der Demokratie nicht förderlich. Meinungsfreiheit ist die beste Verteidigung gegen Desinformation, so die Autoren der Erklärung. Faktenchecker würden ihnen in diesem Punkt vermutlich nur allzu gerne widersprechen. Ob die Kernbotschaft der Erklärung in den Leitmedien aufgegriffen und ernst genommen wird, darauf sollte man allerdings nicht wetten.
        Den Text der „Westminster Declaration“ finden Sie hier im englischen Original und in deutscher Übersetzung.
        https://westminsterdeclaration.org/

        https://westminsterdeclaration.org/deutsch

        https://www.cicero.de/kultur/westminster-erklarung-einschrankung-meinungsfreiheit

        In den letzten Beiträgen hatte ich bereits berichtet, wie sehr Precht wegen eines 30-sekündigen Fehlers von einem Shitstorm auf social media und der interessierten Medien als „Antisemit“ gebrandmarkt wurde. Ein solcher traf auch den Unterzeichner Slavoj Žižek:

        Auftakt der Frankfurter Buchmesse
        Slavoj Žižek sorgt mit Eröffnungsrede zu Israel und Palästina für Tumult
        Am Mittwochmorgen öffnet die Frankfurter Buchmesse fürs Fachpublikum. Doch sie hat schon ihren ersten Aufreger: Slavoj Žižek, Philosoph aus dem Gastland Slowenien, löste mit seiner Rede zum Nahostkonflikt Empörung aus.
        18.10.2023, 12.03 Uhr
        […]
        Die Rede des slowenischen Philosophen Slavoj Žižek hat bei der Eröffnung der Frankfurter Buchmesse für Tumult gesorgt. Žižek sagte, er verurteile die terroristischen Angriffe der Hamas auf die israelische Bevölkerung, betonte aber, man müsse auch den Palästinensern zuhören und deren Hintergrund beachten, wenn man den Konflikt verstehen wolle.

        Während der Rede verließen einige Gäste den Saal. Der hessische Antisemitismusbeauftragte Uwe Becker widersprach Žižek erst vor und später direkt auf der Bühne. Becker warf Žižek vor, die Verbrechen der Hamas zu relativieren, verließ mehrfach den Saal, kehrte aber in Begleitung von Frankfurter Lokalpolitikern schließlich zurück. Auch Buchmessendirektor Juergen Boos versuchte Becker zu besänftigen.

        Er relativiere gar nicht, entgegnete Žižek. Die Terroranschläge seien ein schreckliches Verbrechen, und Israel habe jedes Recht, sich zu verteidigen. Aber um zu verstehen, was dort geschehe, müsse man auch den Hintergrund der Palästinenser sehen. Es könne im Nahen Osten keinen Frieden geben ohne Lösung der Palästinafrage.

        Schon vor der Unterbrechung hatte der Philosoph ein »Analyseverbot« bei diesem Thema kritisiert. Žižek kritisierte, all seine Vorredner hätten über Israel, aber niemand über die Palästinenser gesprochen. Die Entscheidung, die palästinensische Autorin Adania Shibli nicht auf der Buchmesse auszuzeichnen, halte er für »skandalös«. [Da stimmen ihm ca. 1.300 Intellektuelle zu.]

        Er sei stolz, auf der Buchmesse zu sein, sagte Žižek, »und ich schäme mich auch ein bisschen, hier zu sein«. Boos war am Ende von Žižeks Rede hörbar angefasst. Nach dem Ende der Rede sagte Boos: »Es ist die Freiheit des Wortes. Und die müssen wir hier stehen lassen, das ist mir wichtig.« Eine Rede zu unterbrechen, »muss möglich sein«. Er sei aber auch froh, »dass wir die Rede zu Ende gehört haben, auch wenn sie uns nicht gefallen mag. Auch wenn wir sie sogar verurteilen. Es ist wichtig, dass wir uns zuhören.«
        Becker sagte der Deutschen Presse-Agentur im Anschluss, man könne über alles sprechen, auch über die Rechte und das Leid der Palästinenser, »aber nicht in einer Gleichsetzung und Gleichstellung zu Unrecht und zu massiver Gewalt und Terrorismus – das geht nicht«. Der Antisemitismusbeauftragte sagte weiter: »Auch das freie Wort hat dort eine Grenze, wo es in einem Kontext Dinge relativiert, verharmlost und gleichsetzt, wo man sie nicht gleichsetzen kann.«
        […]
        Nach Angaben der Veranstalter hatten Indonesien und Malaysia ihre Teilnahme abgesagt. »Das ist eine Reaktion auf unsere Solidarität mit Israel«, sagte ein Sprecher der Buchmesse. Klar sei aber auch, dass die Messe auch auf der Seite der Palästinenser stehe, die unter der Hamas litten.
        […]

        https://www.spiegel.de/kultur/literatur/frankfurter-buchmesse-slavoj-zizek-sorgt-mit-eroeffnungsrede-zu-israel-und-palaestina-fuer-tumult-a-bf6091a5-0db8-4d41-a8c8-ff73d8e9af1c

        Das »Analyseverbot« gilt natürlich auch für den Ukrainekrieg – sorry: den „russischen Angriffskrieg“ bzw. den „russischen Überfall“. Emotionalisierung ist das Gebot. Ein pharmazeutisch-industrieller Komplex ist genauso uninteressant wie ein militärisch-industrieller. Jedenfalls im Westen, der allerdings langsam aber sicher an Bedeutung verliert. Indonesien und Malaysia sagen ab?

        Kleine Einsichten in eine multipolare Welt, an der auch im Westen tätige Zensureinrichtungen oder „Selbstangleichung“ der Presse (Precht/Welzer) nichts ändern können.

        Rätselraten um den flotten De-Transition-Prozeß von Sarah zu Michael, wobei unklar bleibt, ob er noch Sprecher der ukrainischen Territorial-Verteidigung ist -: aber eins ist klar: die Ukraine ist kein Ort für LGBT-Leute, und da der russenhassende Nazi-Typ eh nur Englisch sprach, wußten viele aus diesen Freiwilligen-Brigaden überhaupt nicht, daß Michael ihr offizieller Sprecher war:

        Nun also soll es mit der politikfreien Einheits-Empörung in Solidarität mit Israel klappen:

        Die Stellungnahme zu den zivilen „Kollateralschäden“ der israelischen Schläge auf den Gaza-Streifen ist freilich mau:

        Das internationale Völkerrecht gibt Israel das Recht zur Selbstverteidigung seiner Existenz. Es ist Grundlage und zugleich Rahmen. Die Situation im Gazastreifen ist dramatisch. Gleichzeitig droht die weitere Ausweitung des Konfliktes durch den Iran und die von ihm unterstützte Hisbollah.
        Seit Jahrzehnten leidet die palästinensische Bevölkerung im Gaza-Streifen – auch unter dem eigenen Regime. Die Hamas missbraucht die eigene Bevölkerung als menschliche Schutzschilde. Dadurch sind viele Opfer zu beklagen. Für sie fordern wir sichere Fluchtkorridore und gezielte humanitäre Hilfen.

        https://alhambra-gesellschaft.de/2023/10/solidaritaet-und-mitgefuehl-mit-israel-kundgebung-in-berlin/

        Man muß diese Stellungnahme nur einmal mit dem Aufschrei der Westmedien vergleichen, wenn Ukraine-Propaganda übernommen wird, wonach landesweite russische Raketenschläge auf militärische Ziele 5 zivile Tote zur Folge gehabt haben sollen (in der Regel Opfer fehlfunktionierender sowjetischer S-300 Luftabwehr-Raketen der Ukraine)… In Gaza geht es um Tausende zivile Tote, die einkalkuliert werden.

        Sorry, die Klimaschutz-Ikone ist schon mal nicht dabei:

        Die Klimaschutzbewegung ist antikapitalistisch und antikolonial, also extrem woke. Wie Hollywood, hier in der UK-Version:

        Janun, die Medien auch bei uns haben sich ja überschlagen gegen die rechtsextreme Regierung in Israel – und das soll folgenlos zu „I stand with Israel“ führen? Die gerade gegen die palästinensische Zivilbevölkerung im Gazastreifen vorgeht – Abschneiden von Lebensmitteln, Wasser, Medikamenten, Strom und Treibstoff – nebst Bombardierungen ohne Rücksicht auf Zivilisten, als gäbe es kein humanitäres Völkerrecht?

        Wie die Ukraine, ist auch Israel keine Demokratie mehr:

        Es ist zwar sehr spät, und der Ansatz stimmt nicht – denn natürlich verurteilt jeder den Terror der Hamas – aber irgendwie kommt selbst die ZEIT auf den Trichter, daß die Woken destruktiv sind:

        Politische Linke zu Hamas-Angriff
        Warum sich die postmoderne Linke so schwertut, den Terror gegen Israel zu verurteilen

        Von Anna Mayr
        Aktualisiert am 19. Oktober 2023, 12:58 Uhr

        Die Rapperin Nura macht vor allem Musik. Ihre Lieder heißen „Niemals Stress mit Bullen“ und „Weißt du, was ich meine?“. Aber sie ist auch politisch. In einem Interview sagte sie einmal, dass sie überhaupt nicht unpolitisch sein könne, als schwarze, bisexuelle Frau. Also ist sie Teil einer lose zusammenhängenden Internetclique, die gegen die patriarchale, rassistische Mehrheitsgesellschaft spricht.

        An dem Sonntag, an dem immer noch nicht ganz klar war, wie viele Israelis von Hamas-Terroristen abgeschlachtet worden waren, postete Nura auf ihrem Instagram-Profil einen Ausschnitt aus ihrem neuen Musikvideo. Darin posiert sie mit anderen vor einer Wand, auf der „FREE PALESTINE“ steht. Der Sender ProSieben lud sie daraufhin aus einer Talkshow aus. Nura entschuldigte sich, mit folgenden Worten: „Wenn ich Nachrichten gucke und Menschen sehe, die leiden, dann mache ich keine Unterschiede, welche Herkunft, welches Geschlecht, welche Sexualität oder welche Religion diese Personen haben. Leid ist Leid.“ Dann schreibt sie noch, dass es ihr leidtue, „wenn ich jemanden, der betroffen ist, damit verletzt habe“.

        Diese Zeilen sind deshalb so interessant, weil sie zeigen, dass die Denkschule, zu der Nura gehört und die manche Beobachter abfällig als „Wokeness“ beschreiben, an ihr theoretisches und praktisches Ende gekommen ist.
        […]
        Entschuldigungen, die mit „Es tut mir leid, wenn …“ beginnen, sind keine Entschuldigungen. Das hatte Nura, das hatte die woke Bewegung allen beigebracht, und sie hatten recht damit. Aber am 8. Oktober, da es um Juden ging, schien Universalismus plötzlich wieder schick zu sein.

        „Jewish lives matter“, das sagt niemand. Stattdessen: „Leid ist Leid“ und „Krieg ist nie eine Lösung“ und „Es gibt auf beiden Seiten Opfer“. Moshtari Hilal, Hanser-Autorin und ebenfalls eine Tonangeberin der postmodernen Linken, schrieb zu dem Attentat der Hamas auf Englisch ungefähr das: „Konflikte, Besetzung und Kriege und deshalb auch der Widerstand dagegen sind schrecklich, und es gibt hier nichts weißzuwaschen, deshalb sollte man kategorisch gegen Gewalt, Leid und Ungerechtigkeit sein.“ Man muss kurz innehalten, um nachzuvollziehen, was damit gemeint ist: Alles ist nur Kontext, und weil Nationalstaaten gewaltvoll, weil Konflikte gewaltvoll sind, deshalb ist auch der Widerstand (meint das etwa das Massakrieren von 1200 Jüdinnen und Juden?) gewaltvoll.
        […]
        Die postkoloniale, die antiimperialistische, identitätspolitische, woke, die alles in allem postmoderne Linke, so werden wir sie hier nennen, hat schon lange nichts mehr hervorgebracht, was weltbewegend gewesen wäre, und nach dem 7. Oktober 2023 wird sie sich neu sortieren müssen. Denn einer ihrer inhaltlichen Kernpunkte war es ja immer, dass jedes Leid spezifisch ist. Es gibt antiasiatischen Rassismus und Antiziganismus, es gibt queerfeindliche Aussagen, und es gibt sexistische Strukturen. Um all diese Boshaftigkeiten zu verbinden, erfand man das Schlüsselwort „Intersektionalität“, das bedeutet, dass man unter mehr als einer Diskriminierungsform gleichzeitig leiden kann. Wer unter einer Diskriminierung nicht leidet, wird sie nie nachempfinden können, er kann nur ein ally sein, ein Verbündeter, was zufälligerweise direkt nach Kampf klingt.

        Jetzt zeigt sich: Alle Menschen sind spezifisch diskriminiert – nur wenn Gewalt gegen Juden passiert, dann reicht schnöder, allgemeiner Weltschmerz als Reaktion.
        Die Autorin Jasmina Kuhnke etwa veröffentlichte am 8. Oktober dies: „Halten wir, sachlich betrachtet, fest: Die Welt ist komplett im Arsch!“ Hätte jemand das geschrieben, und sonst nichts, nach dem rassistischen Anschlag in Hanau [der tatsächlich ein Amoklauf eines paranoiden Schizophrenen, also eines psychisch Kranken, war] – was hätte es für Tumult gegeben!
        […]
        Judith Butler, postmoderne Vordenkerin, hat vor einigen Tagen einen Essay veröffentlicht, in dem nichts drinsteht. Eigentlich hat Butler die Hamas einst unterstützt, als Freiheitskämpfer für die Palästinenser. Doch in ihrem neuen Essay steht zig Absätze lang immer wieder das Gleiche: Die Gewalt ist durch nichts zu rechtfertigen, und man muss dennoch die Gewalt der Besatzungsmacht Israel sehen. Es wird deutlich, dass sie (nachvollziehbarerweise) nicht weiß, wohin sie noch denken soll. Von radikalen angloamerikanischen Postmodernen wird sie bereits geächtet; sie sei wohl auch nur eine reaktionäre, weiße Progressive, schreibt einer auf Twitter. Butler ist jüdisch.
        […]
        In der linken israelischen Tageszeitung Ha’aretz erschien am vergangenen Wochenende ein offener Brief, unterzeichnet von einer Reihe jüdischer Intellektueller. Darin steht: „Es besteht kein Widerspruch zwischen der entschiedenen Ablehnung der israelischen Unterwerfung und Besatzung der Palästinenser und der eindeutigen Verurteilung brutaler Gewalttaten gegen unschuldige Zivilisten. Tatsächlich muss jeder konsequente Linke beide Positionen gleichzeitig vertreten.“ Dass es diese universalistischen Stimmen überhaupt noch gibt, nachdem der Angriff der Hamas im angloamerikanischen Raum von vielen als Befreiungskampf gelesen wurde, ist ziemlich beeindruckend. Links sein bedeutet eben nicht, das eigene Leid in den Mittelpunkt zu stellen, sondern Hoffnung zu haben auf die Beseitigung des Leids aller.

        https://www.zeit.de/2023/44/politische-linke-hamas-angriff-positionierung/komplettansicht

        Merkwürdig, daß Saudi-Arabien hier zielführend ist:

        No heroes in Hamas-Israel conflict, only victims: Former Saudi intelligence chief
        Arab News
        October 18, 2023 02:56

        • Prince Turki Al-Faisal condemns Hamas and Israel for targeting civilians, but says Palestinians have right to resist occupation
        • Lambasts Western politicians for ‘shedding tears’ when Israelis are killed, but ‘refuse to even express sorrow’ when Palestinian lives are lost

        RIYADH: Israel and Hamas should be condemned because of their acts against civilians, Saudi Arabia’s former intelligence chief insists, but maintains that the Palestinians have a right to resist Israel’s military occupation.
        Prince Turki Al-Faisal condemned “Hamas’ targeting of civilian targets of any age or gender, as it is accused of,” and said the acts go against Islamic injunctions about harming civilians and desecrating places of worship.
        “But equally, I condemn Israel’s indiscriminate bombing of Palestinian innocent civilians in Gaza and the attempt to forcibly drive them into Sinai.”

        “There are no heroes in this conflict. Only victims,” Prince Turki told a gathering at the Baker Institute for Public Policy at Rice University in Houston on Tuesday.
        Prince Turki, who once served as the Kingdom’s top diplomat in the US and the UK, said: “All militarily occupied people have a right to resist their occupation — even militarily.”
        But Prince Turki sees a different approach being more fruitful for Palestinians.
        “I prefer the other option: civil insurrection and disobedience. It brought down the British Empire in India and the Soviet Empire in Eastern Europe.”
        […]

        https://www.arabnews.com/node/2393226/saudi-arabia

        Bei all diesem Überbau sollte man nicht vergessen, daß es immer auch um wirtschaftliche Interessen geht:

        https://www.reuters.com/business/energy/israel-gives-nod-gaza-marine-gas-development-wants-security-assurances-2023-06-18/

  5. @ Mark Smith:

    Danke für das Mearsheimer Interview, das ich in Gänze gesehen habe:

    https://www.youtube.com/watch?v=DXOBp7pRmzk

    Was die Ukraine angeht (ab Minute 16) plädiert er wegen Aussichtslosigkeit der Lage eher für Verhandlungen mit Rußland jetzt als beispielsweise in einem Jahr. Zur Aussichtslosigkeit hatte ich ja zuletzt umfangreich, auch unter Zuziehung von Oberst Reisner und Julian Röpcke, berichtet:

    Warum die Presse versagt III


    [h]ttps://gabrielewolff.wordpress.com/2023/09/03/warum-die-presse-versagt-iii/comment-page-3/#comment-101404

    Während Rußland täglich hinter den Linien ukrainisches Kriegsgerät zerstört – was natürlich im Westen nicht berichtet wird, weil die Ukraine diese Drohnen bzw. Missile-Angriffe verschweigt – zuletzt diesen hier:

    „Und auch die Missile Strikes auf ukrainische militärische Ziele setzen sich fort:“

    (im obigen Posting) wird nun dieser Missile Strike der Ukraine auf die russische Air Base im ukrainischen Berdjansk (Saporischschja) hochgejazzt -: weil mit US-ATACMS durchgeführt:

    https://twitter.com/WarMonitors/status/1714308504716980704

    Wie Reisner schon sagte: Rußland reagiert sehr flexibel auf neue Herausforderungen; auch auf die ATACMS wird sich die Luftabwehr einstellen.

    Mearsheimer erklärt die Vorgeschichte der Radikalisierung einzelner Palästinenser-Vertreter – wie der terroristischen Hamas – sehr gut, auch wie diese von Israel gefördert wurde, um Abbas als weiteren Palästinenser-Vertreter zu schwächen, um eine Zwei-Staaten-Lösung zu verhindern.

    Allein, die Stimmung ist nicht so, als daß objektive Herleitungen durchdringen könnten. Der Nahost-Kenner Michael Lüders versucht es in diesem Umfeld – und scheitert natürlich:

    Talk im Hangar-7: Israel im Krieg – Versinkt die Welt im Terror? | Kurzfassung

    ServusTV On
    13.10.2023

    Blutbad in Israel, Bestürzung in Europa: Nach dem verheerenden Massaker der islamistischen Terrororganisation Hamas an der israelischen Zivilbevölkerung und zahlreichen ausländischen Opfern ist Israel im Kriegszustand. Die israelische Armee fliegt Angriffe auf Ziele im Gazastreifen, die Zahl der Todesopfer steigt stündlich an und jede Hoffnung auf eine Lösung des jahrzehntelangen Konflikts liegt in Schutt und Asche. Indes wächst auch bei uns die Sorge vor den Folgen. Denn in Wien, Berlin und weiteren europäischen Städten feiern pro-palästinensische Demonstranten den blutigen Terror. Droht auch bei uns eine Eskalation bis hin zu einem Anschlag?
    […]

    Die Angst vor islamistischen Anschlägen geht um, wie just in Belgien, wo ein Islamist gezielt schwedische Fußballfans erschoß. Man möge dieses Video von Anfang an sehen und dann die Einlassungen von Lüders, der ab Minute 2 zu Wort kommt – und dasselbe sagt wie Mearsheimer. Er wird natürlich untergebuttert. Ratio hat in diesen emotionalisierenden Zeiten keinen Platz.

    Er zeigt Krankenhaus-Szenen:

    POWERFUL IMAGES FROM THE GAZA STRIP IGNITING ARAB AND MUSLIM OUTRAGE
    16 October 2023 by Larry Johnson
    Warning. Disturbing Images.

    I want to be clear why I am posting the following videos. If you live in the United States none of the media is providing any objective coverage of the Palestinian victims of the Israeli response to last weekend’s attack by Hamas. I believe that Israel has a right to exist. I also believe that the Palestinian’s deserve a free, independent nation. They have a right to exist too.
    […]
    Social media is the major wild card in this war because it cannot be contained or controlled outside the boundaries of the United States and Europe. It is one thing to see dead Hamas fighters, who were carrying weapons, littering the ground. They are legitimate military targets.

    But social media is showing the massive build up of Israeli tanks on the border of Gaza while the Israeli Air Force bombs civilian targets and causes thousands of civilian casualties. The argument that Hamas is using human shields, leaving Israel no choice but to bomb hospitals and mosques, may resonate in Washington, but that excuse is rejected by people in Baghdad, Tehran, Cairo, Ankara and Riyadh. Videos and photos of the rubble in Gaza is accepted as proof that Israel is trying to exterminate the Palestinians. It is vital that the people of America and Europe understand how these images are igniting a reaction against Israel throughout the Middle East and Southeast Asia.
    […]
    One final point. Can you imagine what the West would be showing and saying if Russia was wreaking this kind of havoc on the civilians in Ukraine? While there have been claims that Russia bombed hospitals and schools last year, social media was not filled with genuine images of hundreds of dead and wounded Ukrainian civilians. Instead, it was the civilians in the Donbass who were shelled and killed regularly by Ukrainian forces using weapons supplied by the United States and NATO. While many Americans ignore this hypocrisy, leaders and people around the world are taking note of this despicable dual standard.

    https://sonar21.com/powerful-images-from-the-gaza-strip-igniting-arab-and-muslim-outrage/

    Rußland hat natürlich nur Krankenhäuser und Schulen bombardiert, in denen ukrainisches und ausländisches Militär stationiert war.

    • Sorry, ich hatte meine Antwort falsch placiert. Hier also am richtigen Ort:

      Ich habe heute (17.10.2023) unglaublich viele Videos gesehen. Unter anderem dieses hier anläßlich des von mir komplett vergessenen Israel-Krieges gegen Gaza im Jahr 2015 zu einer Sendung von „Hart aber fair“ vom 23.4.2015, das mir von einer Blogleserin zugeschickt wurde. Eine Sternstunde der Diskussion, die heute nicht mehr denkbar wäre: Blüm, Steinbach und Kienzle auf Seiten der Palästinenser, Dressler und Friedmann auf Seiten Israels. Schon damals gab es Diskussionen um benutzte Begriffe und Angriffe auf Israel-Kritiker als „antisemitisch“ – aber ein derartig offener Schlagabtausch wäre heute nicht mehr denkbar, trotz identischer Lage. Nein, da muß ich mich korrigieren: heute schlägt die IDF noch viel grausamer zu als 2015:

      Hart aber Fair – Blutige Trümmer in Gaza – wie weit geht unsere Solidarität mit Israel

      45.150 Aufrufe 23.04.2015
      Hart aber Fair – Thema: „Blutige Trümmer in Gaza – wie weit geht unsere Solidarität mit Israel“ So lautete der Titel der öffentlich-rechtlich ausgestrahlten Diskussion im deutschen Fernsehen, die dort bislang erstmalig und einmalig in Deutschland Kritik an der maßlosen Politik Israels zugelassen hat. Laut vielen unabhängigen Organisationen, sogar aus vereinzelten jüdischen Reihen u.a. orthodoxer Rabbiner begeht Israel seit 1947 brutalste, menschenrechtsverletzende und menschenverachtende Verbrechen, Im Fokus der weltweit immer lauter werdenden Proteste stehen vornehmlich die sich mittlerweile offen bekennenden Zionisten, die eine aggressive Besatzungs- und Expansionspolitik mit Billigung Tausender, toter Zivilisten darunter schutzlose Alte, Frauen und Kinder unablässig und ungeachtet in Kauf nehmen. Trotz der schweren Abriegelung von Gaza durch das israelische Militär besonders für ausländische Reporter, kommen global immer mehr unabhängige Berichterstattungen aus Gaza zum Vorschein, die nicht selten blutige Angriffe am helllichten Tage dokumentieren. Israel bombardiert und beschiesst Gaza aber hauptsächlich nachts. Die Journalisten nutzen meist unter hoher Lebensgefahr unterirdische Kanäle, um in das verwüstete Krisengebiet zu gelangen.
      […]

      ab Minute 39 zu den medialen Zerrbildern des Gazakrieges von 2015

      Sie entsprechen denen von heute.

      Und während Scholz in Israel war, um die deutsche Solidarität zu bekunden und Warnungen vor Weiterungen, gab es einen Schlag in Gaza gegen ein Krankenhaus in Gaza Stadt. Mit 300 Toten, wie die Tagesschau berichtete:

      tagesschau 20:00 Uhr, 17.10.2023

      Die Informationspolitik der IDF ist desaströs:

      Das ist ziemlich klar eine Fliegerbombe wie die russische FAB-Glidebomb.

      Achja, die Israelis hatten zur Evakuierung dieses Krankenhauses aufgefordert.

      Das ist jetzt die neueste Erklärung:

      Das mag ja für viele Tote aufgrund ukrainischer Fehlfunktionen von Luftabwehr zutreffen: aber fehlfunktionierende Hamas/Jihad-Angriffsraketen waren es mit Sicherheit nicht, die das Krankenhaus trafen. Es war ein einziger, gezielter Bombenschlag aus der Luft.

      Man ahnt, wie das ausgeht.

      Die Konsequenzen sind nicht abzusehen. Der demente Biden am Mittwoch in Israel… Ohne Worte.

      Bellingcat macht schon das nächste Faß auf: die Dämonisierung Indiens:

      […]
      Es ist zum Verzweifeln.

      • Die Tagesschau hat es auch gebracht.

        Dito.

        Entscheidend ist, welche Gewalt die importierten Konflikte auch in den USA und Europa entfachen:

        Heute (18.10.2023) sah es nicht anders aus.

        Die israelische Propaganda zum Schlag auf die unmittelbare Umgebung des Krankenhauses – so stellt es sich nun heraus – war allerdings unterirdisch:

        Röpcke war zunächst vorsichtig:

        Dann ging er den schlichten Weg:

        Das ist wohl Ergebnis der Springer-Doktrin: Israel first.

        Tatsächlich ist das Informations-Gelände vermint und Desinformation kommt von allen Seiten. Auch von Israel.

        Ja, das wäre gut, gäbe es Beweise zur verwendeten Bombe. Die gibt es allerdings bislang nicht.

        Auch in der Türkei gibt es eine Zentrale zur Bekämpfung von Desinformation, wer hätte es gedacht. 😉

        Und natürlich gibt es auch Desinformation gegen den Katar-Sender Al Jazeera.

        Diese Attacke gegen die Türkei ist allerdings desaströs:

        Der angebliche israelische Mitschnitt wurde weltweit widerlegt:

        „IDF agent 1 seems to be terrible at both arabic and acting and sounds like he’s reading from a script. IDF agents 2 is slightly better but still has a robotic delivery of factoids. The IDF mix up agent 1 and agent 2 half way through. Come on boys, you had 18 hours to produce this! They pause to let each other speak in an unnatural rigid calm inflection. Who beeped out the names? Why is the IDF trying to protect Hamas names?“

        Inhaltlich falsch ist das Fake sowieso:

        https://twitter.com/WarMonitors/status/1714568225004962130

        Hamas-Kämpfer benutzen keine Cell phones – weshalb ja auch ihr terroristischer Überfall auf Israel am 7.10.2023 verborgen blieb – und natürlich verraten sie keine Standorte ihrer Raketenwerfer:

        Das ist alles so lächerlich, daß selbst Channel 4 der BBC diesen israelischen „Beweis“ als absurd deklarierte:

        Der weitere türkische Vorwurf über die Löschung eines offiziellen israelischen Tweets, wonach der Schlag am 17.10.2023 um 19:59 Uhr stattgefunden habe, obwohl dessen Folgen bereits zuvor berichtet worden seien, ist auch nicht ohne:

        Man siehe die Weiterungen:

        https://twitter.com/s_mossawi/status/1714646568790270235

        Ein gewisser pro-Israel Tweeter namens Nathan Ruser hält dagegen:

        Ganz besonders übel aber ist, daß in dem offiziellen IDF-Video behauptet worden war, daß rund um das Krankenhaus in Nord-Gaza kein Krater entdeckt worden sei, während die israelischen Bomben riesige Krater verursachen würden.

        Das ist falsch:

        Und so war es wohl auch:

        Da wird es hunderte Toten gegeben haben…

        Zuvor gab es diese Analyse:

        Ohne Tagesaufnahmen: es gibt bislang keine hinreichenden Belege für die eine oder die andere Version.

        Von Israel-Promotern wird dieser Thread empfohlen:

        Limitiertes Video-Material der Zerstörungen, Kritik an dem offiziellen Israel-Video, wonach es dort keinen Einschlagkrater gebe, denn dort habe es tatsächlich außerhalb des IDF-Frames einen von Bellingcat erstmals entdeckten Minikrater gegeben…

        Die Tagesschau und der Tagesschau-Brennpunkt vom 18.10.2023 blieben mit Gründen (BBC) zurecht dabei, die Verursacher-Frage offen zu lassen.

        Aber was solls: Biden hat sich festgelegt:

        Was diese „Wartime Decisions“ wohl zu bedeuten haben?

        Daneben gab es die typischen Biden-Ausfälle:

        Das wäre ja ein Erfolg, denn Ben-Gvir hatte zuvor gegen humanitäre Hilfe für die Palästinenser im Gaza-Streifen so geätzt:

        https://twitter.com/davidrkadler/status/1714362716565979534

        Im UN-Sicherheitsrat agieren die USA freilich wie üblich:

        Sollte Biden tatsächlich die schon zuvor beschlossene Bodeninitiative im Gazastreifen abgesegnet haben?

        Biden steht ja nicht nur unter dem Druck der Linken in seiner Partei und unter dem der islamischen Community; 25% der jüdischen Community, bislang feste Unterstützer der Democrats, sind gegen Netanyahu – und begehen nun einen „Aufstand“ im Kapitol wie einst die „Trumpers“:

        Das wird noch heiter werden.

        • Da war die Tagesschau einmal neutral, und nun kriegt sie einen drüber…

          Ein FDP-Funktionär:

          Ansonsten gibt es nie Protest, wenn der ÖR Propaganda-Tweets übernimmt, wie hier den von Selenskij, der sich anhängte – nur an was bloß?:

          „The evil state continues to use terror and wage war on civilians. I thank everyone who isn’t silent and is helping us overcome this. We will do everything possible to bring the terrorist state to justice. Russian terror must be defeated.“

          Eine fehlfunktionierende ukrainische Luftabwehrrakete wird nur dann diskutiert, wenn die Beweise dafür überwältigend sind, wie in Konstantinowka. Ansonsten wird nicht nur vom ÖRR das ukrainische Narrativ bedient, Rußland ziele bei seinen landesweiten Luftschlägen auf Zivilisten. Während tatsächlich militärische Ziele, oft auch westliche Waffenlieferungen, zerstört werden.

          Auch Michael Kobs, Regisseur und Video-Experte, hatte einen Thread zum Schlag in der unmittelbaren Nähe des Al Ahli [Baptist] Arab Hospital:

          […]

          https://twitter.com/MichaKobs/status/1714466770558362060

          […]
          Dieses Krankenhaus war bereits vorher angegriffen worden, mit der klaren israelischen Botschaft: „Räumt es!“, was ja nicht möglich ist:

          Mittlerweile hat er sich dieser Ansicht angeschlossen:

          „Da wird es hunderte Toten gegeben haben…“

          Und berichtet über einen anderen israelischen Luft-Angriff in der Nähe eines Krankenhauses mit „flares“ zur Abschreckung von möglicher Air Defense:

          Einer Untersuchung des von Katar finanzierten Senders Al Jazeera mag man mißtrauen: sie ist aber stringent:

          Daß bei dem fraglichen Krankenhaus eine ungeheure Explosion stattgefunden haben muß, die mit einer durch Abschuß fragmentierten oder fehlfunktionierenden Angriffsrakete des Jihad nicht zu erklären ist: dazu hat Kobs einen Link geschickt, vor dessen Ansicht er warnt. Ich tue das explizit auch: es ist ungefähr ein Drittel des Körpers eines zerfetzten Babys zu sehen: also bitte nur im Fall eines Mißtrauens gegenüber meiner Person anklicken:

          https://t.me/gazaalannet/40783

          Gegenüber dem realen Elend plus der Desinformation kriegen wir in Deutschland diese Diskussionen:

          Judith Butler und Israel
          Linke Schuldumkehr
          Mit Judith Butler hat sich eine der prominentesten Vertreterinnen der globalen Linken zum Hamas-Angriff auf Israel geäußert. Ihr Essay ist ein bemerkenswertes Dokument.
          Von Thomas E. Schmidt
          17. Oktober 2023, 20:40 Uhr

          In diesen Tagen verharren die mit der BDS-Bewegung sympathisierenden Israelkritiker unter den Intellektuellen und Publizisten in Deutschland noch in irritiertem Schweigen. Es wird vermutlich nicht lange anhalten. BDS (Boycott, Divestment, Sanctions) ist eine rhetorische und mediale Form der Israelfeindschaft – doch nun gibt es Tausende von echten Toten, und was an einer politisierenden Attitüde von Teilen des Kulturmilieus tatsächlich politisch ist, zwingt nun zu einer Neubestimmung. Man möchte sich mutmaßlich nicht geirrt haben in seiner Einschätzung Israels als einem gewalttätigen Kolonialstaat; geächtet werden möchte man für diese Haltung ebenso mutmaßlich aber auch nicht.
          […]
          Ganz sicher gehört zu den Angesprochenen die amerikanische Philosophin Judith Butler, eine der prominentesten Vertreterinnen der globalen Linken und eine entschiedene Anhängerin von BDS. Butler allerdings hat sich geäußert, exemplarisch und für viele Linke vermutlich anschlussfähig. Deren Schweigen könnte sich lösen mithilfe eines Begriffs, den Butler nun aktuell ins Spiel bringt. Er heißt „Kontextualisierung“, und seine Pointe liegt darin, dass er nicht auf plumpe Weise palästinensische und israelische Gewalt gleichsetzt, sondern eine doppelte Distanzierung ermöglicht: Beide Parteien machen sich schuldig, und die Schuld des einen hat mit der Schuld des anderen nichts zu tun – oder nur in einem höheren Sinn. Nach Butler ist der Krieg in Israel und Gaza in einem „umfassenden Verständnis“ der Lage nur ein Symptom für eine tieferliegende rassistische Rahmung des Konflikts. Und diese ursprüngliche, die Separation der Völker festschreibende Lesart geht, wen wundert’s, auf Israel zurück, auf die vermeintliche Kolonialmacht, deren Existenz die Durchsetzung universaler moralischer Normen (Frieden) im Nahen Osten ausschließe.

          Butler hat diese Position in einem am 13. Oktober in der London Review of Books erschienenen Aufsatz mit dem Titel „The Compass of Mourning“ entwickelt. Er ist ein bemerkenswertes Dokument eines rechthabenden Sophismus in akuter Erklärungsnot. Die Autorin verurteilt den Angriff der Hamas pflichtgemäß – bekommt ihre Gefühle aber schnell wieder unter Kontrolle. Sie versucht, den Blickpunkt vom Massaker der Hamas am 7. Oktober 2023 auf die alte linke Kritik an Israels Palästinenserpolitik zurückzulenken – und erklärt das zu einer Erweiterung des Wissens. Eine korrekte „Kontextualisierung“ dieses Krieges, meint Butler, erfolge in zwei Schritten: Nötig sei erstens, die historische Erinnerung an 70 Jahre palästinensische Unterdrückung wachzuhalten. „Überwältigend“ sei die israelische Gewalt in dieser Zeit gewesen. Damit unterstellt sie Israel eine Schuld, die von aktuellen Entwicklungen nicht berührt wird. Die Ur-Schuld bleibt, trotz erlittenem Terror.
          […]

          https://www.zeit.de/kultur/2023-10/judith-butler-israel-hamas-linke-intellektuelle

          Letztlich will die ZEIT emotionale Betroffenheit konservieren, damit bloß nicht auf die Historie verwiesen wird – wie beim Ukraine-Konflikt. Wie billig, daß gerade die transfreundliche ZEIT eine ihrer intellektuellen Stichwortgeberinnen verrät: Butler hat diese Fehlentwicklung mitbegründet.

          Unsere vielgeliebte aktivistische feministische Linke bleibt ebenfalls stumm:

          Aber sie hat ja Long Covid und muß Lauerbach promoten. Zu einer ersten lahmen feministischen Kolumne im SPIEGEL haben die Kräfte dennoch gelangt: reichlich verspätet geißelt sie die Veröffentlichung des Briefwechsels von Max Frisch und Ingeborg Bachmann gegen deren Willen zu Lebzeiten; vermutlich, weil die Opferstory der feministischen Lesart dieser Beziehung danach nicht mehr stimmte.

          Am 14.10.2023 hatte ich geschrieben:

          „Über den Hater Masala:

          bin ich an diesen Podcast von Lanz/Precht gelangt, den ich empfehlen kann:
          ab Minute 18:30 zu Gaza, auch zur Finanzierung
          ab Minute 41: zu den Folgen: Flugzeugträger der USA ist vor Ort – zu welchem Zweck? Wolffsohn sagt, es gehe gegen den Iran: vorbereitende mediale Fokussierung auf Unterstützung durch den Iran, obwohl Katar der größte Geldgeber ist.“

          Podcast: Lanz & Precht sprechen über Israel und den Gazastreifen

          ZDFheute Nachrichten
          219.028 Aufrufe 13.10.2023 Lanz und Precht – der Podcast
          Der Großangriff auf Israel begann vor knapp einer Woche. Innerhalb weniger Stunden feuerte die Hamas tausende Raketen, überfiel mit großer Brutalität die israelische Zivilbevölkerung. Seitdem erschüttert ein Beben den gesamten Nahen Osten. Markus Lanz hat Israel und den Gazastreifen häufig für Reportagen bereist. In dieser Folge erzählt Markus Lanz Richard David Precht von seinen Eindrücken. Gemeinsam machen sie sich Gedanken darüber, wie der Konflikt so eskalieren konnte und was dem Nahen Osten noch schreckliches bevorstehen könnte. Sie diskutieren auch die Rolle der Religion in dem Konflikt.

          Warum die Presse versagt III


          [h]ttps://gabrielewolff.wordpress.com/2023/09/03/warum-die-presse-versagt-iii/comment-page-3/#comment-101399

          Unter all den Haßkommentaren unter Masalas Tweet zu Precht befand sich auch dieser Hinweis:

          Lanz sprach von seinen Begegnungen mit ultraorthodoxen Juden in Israel. Diese 30 Sekunden reichten für einen Shitstorm gegen Precht als „Antisemit“.

          Podcast mit Markus Lanz: ZDF entfernt Precht-Aussage über orthodoxes Judentum
          Komplexe Zusammenhänge seien verkürzt dargestellt worden und missverständlich, heißt es vom Sender. Die israelische Botschaft wirft Precht Antisemitismus vor.
          15.10.2023, 17:09 Uhr

          Nach einer umstrittenen Aussage des Autoren Richard David Precht zum orthodoxen Judentum im ZDF-Podcast „Lanz und Precht“ hat die Redaktion die entsprechende Passage entfernt.

          „Wir bedauern, dass eine Passage in der aktuellen Ausgabe von „Lanz & Precht“ Kritik ausgelöst hat. An einer Stelle wurden komplexe Zusammenhänge verkürzt dargestellt, was missverständlich interpretiert werden konnte. Deshalb haben wir diesen Satz entfernt“, hieß es am Sonntag im Begleittext zur aktuellen Folge des wöchentlichen Podcasts mit Markus Lanz.

          Precht selbst sagte in einem nachträglich eingefügten Statement vor der Folge, dass eine Formulierung gefallen sei, die Anstoß erregt und zu Kritik geführt habe. „Das möchten wir natürlich nicht und das bedauern wir auch sehr, dass das so ist. Zumal es nicht ansatzweise irgendwie so gemeint gewesen ist, wie es aufgefasst wurde.“ Der 58-Jährige kündigte an, in der nächsten Folge darüber reden zu wollen.

          In der am Freitag veröffentlichten Episode hatte Precht gesagt, ihre Religion verbiete es orthodoxen Juden zu arbeiten. „Ein paar Sachen, wie Diamanthandel und ein paar Finanzgeschäfte ausgenommen.“

          Die Deutsch-Israelische Gesellschaft zeigte sich empört über diese Aussage. „Mazal tov, die Herren Precht & Lanz, ein ganz neuer Tiefpunkt!“, schrieb die Deutsch-Israelische Gesellschaft auf der Plattform X (früher Twitter). Precht empöre mit antisemitischen Aussagen.
          […]

          https://www.tagesspiegel.de/kultur/podcast-mit-markus-lanz-zdf-entfernt-precht-aussage-uber-orthodoxes-judentum-10628560.html

          Es folgen weitere Empörte, und natürlich zog die gesamte Presse über Precht her, der sie ja mit seinem Buch (zusammen mit Welzer), „Die vierte Gewalt“, des konformen Kampagne-Journalismus` in Sachen Corona und Ukraine geziehen hatte, das blöderweise dann auch noch ein Bestseller geworden war.

          Nach Aussage zu ultraorthodoxen Juden
          Precht bittet um Entschuldigung, Lanz fühlt sich nach Vorwürfen „wirklich verletzt“
          Markus Lanz und Richard David Precht reagieren auf die Kritik an ihrem Podcast über ultraorthodoxes Judentum. Und Precht entschuldigt sich.
          Von Joachim Huber
          18.10.2023, 11:57 Uhr

          Es war dringend notwendig und es ist schnell geschehen. Richard David Precht und Markus haben die heftige Kritik an der letzten Ausgabe ihres Podcasts „Lanz & Precht“ aufgenommen und in einer vorgezogenen, der 111. Ausgabe, aufgearbeitet.
          […]
          Lanz & Precht waren als Folge der falschen Behauptung heftiger Empörung ausgesetzt, die so weit ging, die beiden als „Antisemiten“ zu bezeichnen.
          […]
          Richard David Precht betonte seinerseits, dass der von ihm gesagte und zurecht viel kritisierte Satz sachlich falsch ist und er möchte sich bei allen Menschen, deren Gefühle er damit verletzt hat, entschuldigen. Das war eindeutig und ließ keinen Raum für Zweifel an der Ehrlichkeit der Entschuldigung.
          Beide Gesprächspartner betonten überdies, dass in Zeiten wie diesen für Zweideutigkeiten gerade kein Raum sei. Die angesprochenen Themen seien zu sensibel, um ungenau sein zu dürfen.

          Markus Lanz fühlte sich offenbar auch herausgefordert, seinen Podcast-Partner vom Verdacht, ein Antisemit zu sein, reinzuwaschen. „Du bist alles, aber sicher kein Antisemit“. Und beide fühlten sich zum [recte: zudem] unter Druck, ihr vertieftes Interesse an Judentum, Israel und den Palästinensern herauszustreichen. Lanz beispielsweise führte seine TV-Reportagen in Nahost an und berichtete von einem Gespräch mit der Autorin Deborah Feldman („Unorthodox“) über die (Arbeits)-Situation der (ultra-)orthodoxen Juden in Israel.

          Das war in der Tat erhellend und ließ die Frage hochkommen, ob solche Gespräche nicht gleich in den Podcast aufgenommen werden sollten statt mit eigener Expertise Halbwissen zu verbreiten. Precht erzählte, dass in seinem neusten Philosophie-Band eine große Zahl von großen jüdischen Philosophen berücksichtigt würden. Auch sei er jüngst im New Yorker Stadtviertel Williamsburg, einem Hotspot orthodoxer Juden, und im Diamantenviertel von Antwerpen gewesen. Der Philosoph und der Moderator wollten unbedingt nachweisen, dass sie wissen, wovon sie ihrem nachgefragten Podcast sprechen.
          […]
          Es musste der Eindruck entstehen, als wollte Lanz insinuieren, was aus den missglückten Sätzen von Richard David Precht in der Öffentlichkeit nicht hätte werden müssen – öffentliche Aufregung eben. Da wollte Precht nicht zurückstehen. Nicht zum ersten Mal führte er Klage darüber, wie in der heutigen Medienlandschaft Dinge dekontextualisiert würden, sprich aus dem notwendigen Zusammenhang gerissen würden. „Der Stab wird zu schnell gebrochen“, assistierte Lanz.

          Da war die 24. Minute und der Enschuldigungs-Podcast an sein Ende gekommen. Zum Glück für die beiden, denn es hat nicht viel gefehlt und sie hätten ihren Klartext mit Fragezeichen versehen.

          https://www.tagesspiegel.de/kultur/neuer-podcast-von-lanz-und-precht-das-hat-mich-wirklich-verletzt-10644082.html

          Sagt Masala, der eigentlich immer falsch liegt und nun mit seinem Buch auf Bestseller-Erfolge hofft.

          Ich rate zum Original, das wie immer sehr interessant ist – im Gegensatz zu den Masala–Plattitüden:

          Podcast: Reaktion auf öffentliche Kritik | Lanz & Precht

          ZDFheute Nachrichten
          206.428 Aufrufe 18.10.2023 Lanz und Precht – der Podcast
          In diesem Podcast gehen Markus Lanz und Richard David Precht auf die Kritik ein, die es nach der letzten Folgen gegeben hat. Richard David Precht betont, dass der von ihm gesagte und zu recht viel kritisierte Satz sachlich falsch ist und er möchte sich bei allen Menschen, deren Gefühle er damit verletzt hat, entschuldigen. Markus Lanz und Richard David Precht möchten betonen, dass in Zeiten wie diesen, für Zweideutigkeiten gerade keine Zeit ist.

          Unsere Medien sind verdammt verunsichert: einerseits die realen Gefahren einer israelischen Überreaktion, andererseits das Bedürfnis nach Aufrechterhaltung von Emotion, wie ja schon gegen Rußland, und dann das Eingeständnis, daß ihre jahrelange Merkel-Unterstützung der Willkommenskultur ein Fehler war -: all das ist im aktuellen STERN-Editorial zu besichtigen:

          Editorial
          Stern-Chefredakteur
          Antisemitismus auf deutschen Straßen: Wir dürfen den Hass nicht tolerieren

          von Gregor Peter Schmitz
          18.10.2023, 18:07

          Die Terroranschläge vom 11. September 2001 waren nicht nur ein Angriff auf New York und Washington, sie waren ein Albtraum für ein ganzes Land. Ich habe die Jahre nach den Anschlägen in den USA gelebt, und es verging kein Tag, an dem dieses Trauma nicht spürbar war. Die Attacken der Hamas gegen Israel sind in vielem nicht vergleichbar, aber doch in einem: Sie sind ein nationaler Albtraum. Amerika war und ist das mächtigste Land der Welt, etwa 332 Millionen Einwohner; es hat überall Verbündete. Israel ist winzig, etwa so groß wie Hessen, rund zehn Millionen Einwohner, und in seiner Nachbarschaft haben Länder die Vernichtung Israels zum Staatsziel erklärt. Gemessen an seiner Einwohnerzahl, hat Israel gerade zehnmal „9/11“ erlebt.

          Amerika ist damals in die Falle der Terroristen getappt, es verlor seinen inneren Kompass. Die Supermacht griff erst Afghanistan, dann den Irak an, obwohl der Sinn dubios blieb, seine Mächtigen ließen Folter-Fantasien freien Lauf und empfanden den Rechtsstaat bald als lästige Einengung. Über die Feinde wurde gelegentlich gesprochen, als seien sie Tiere.

          Es ist wichtig, daran zu erinnern, damit Israel nicht einen ähnlichen Fehler begeht. Israels Freunde – auch wir Deutsche, im besonderen Bewusstsein für unsere Vergangenheit – sollten zu Mäßigung raten, wenn israelische Offizielle geloben, so gut wie jedes einzelne Hamas-Mitglied zu töten, was unumgänglich den Tod vieler unschuldiger Zivilisten einschließen wird. Wir dürfen darauf hinweisen, dass die Hamas Israel auch eine Falle gestellt hat. Die Terroristen wollen, dass Israel sich durch kopflos-harsche Vergeltung moralisch isoliert.

          Was wir aber nicht dürfen: Aggressor und Opfer durcheinanderbringen. Israel wurde angegriffen, in einer barbarischen Weise. Die Angriffe, beschlossen von der Hamas-Regierung in Gaza, sind nicht einfach eine weitere Facette im endlosen Nahostkonflikt; sie sind, um das aktuellste deutsche Wort zu bemühen, eine Zeitenwende. Deswegen hat Israel jedes Recht, sich zu verteidigen, natürlich in den Grenzen des humanitären Völkerrechts, das der Hamas übrigens, anders als Israel, stets völlig egal ist. Israel muss also sagen: Ja, wir sind besser als sie. Aber es braucht nicht zu sagen: Wir lassen uns alles gefallen.

          Eine moralisch unsaubere Gleichung

          Wer nun drohendes oder reales palästinensisches Leid beklagt, ohne ein Wort des Bedauerns für israelisches Leid zu äußern, macht eine moralisch unsaubere Gleichung auf. Wenn Israels Opfer beschwiegen oder aufgerechnet werden, handelt es sich um kaum getarnten Antisemitismus. Mit dem kennen wir Deutschen uns leider aus wie niemand sonst. Gerade deswegen müssen wir uns wehren, wenn er auf unseren Straßen Feste feiert.
          […]

          https://www.stern.de/politik/ausland/nahostkonflikt–gregor-peter-schmitz-ueber-antisemitismus-auf-deutschen-strassen-33919500.html

          Wer da feiert, sind nicht Deutsche. Sorry, womöglich doch, nämlich Eingebürgerte mit „ausländischen Wurzeln“.

          Es sieht nicht so aus, als würde Israel sich „in den Grenzen des humanitären Völkerrechts“ bewegen wollen:

          Israels EU-Botschafter
          »Wenn dieser Krieg nicht zu Ende geführt wird, kommt er nach Europa«
          Wie weit geht Israel im Kampf gegen die Hamas? Israels EU- und Nato-Botschafter Haim Regev sagt, man werde die Terrororganisation eliminieren. Dazu brauche man die volle Unterstützung Europas.
          Ein Interview von Markus Becker, Brüssel
          19.10.2023, 15.50 Uhr

          https://www.spiegel.de/politik/israels-eu-botschafter-haim-regev-wenn-dieser-krieg-nicht-zu-ende-gefuehrt-wird-kommt-er-nach-europa-a-14a0b427-f82a-4aa5-878e-8311b7e37e82

          Er zitierte diesen Beitrag:
          „Yehuda Shaul
          @YehudaShaul
          ·
          Oct 18
          Israeli foreign minister @elicoh1 on Army Radio is alluding to partial annexation of Gaza territory after the war. „At the end of this war, not only will Hamas no longer be in Gaza, the territory of Gaza will also decrease“ https://twitter.com/glzradio/status/1714575523605545299?s=48

          Empfehle ich ebenfalls: Vivek Ramaswamy setzt sich mit den Folgen eines „all in“ Engagements der USA zugunsten von Israel ernsthaft auseinander – sowohl für Israel als auch für die verwundbaren USA. Und daß der senile Biden natürlich zur Schwäche der USA beiträgt, kommt hinzu.
          Die Realität gibt ihm schneller recht als er wohl geglaubt hat:

          Blinken verfolgt argwöhnisch, was Biden ohne Prompter und ohne vorbereitete ablesbare Karten im Flieger wohl so den Journalisten erzählt. Auch für Englischsprachler ist sein Genuschel weder zu verstehen noch sinnvoll einzuordnen. Ich erkläre mir den Mißbrauch Dritter eines Senilen so: anfangs geht es um „mass shooting“ und am Ende darum, daß Traumatisierte (offenbar in Israel) die Hand ausstrecken, weil sie Hoffnung erwarten, und die wolle Biden ihnen geben.

          Das hat man ihm eingeredet? Tatsächlich hat Ramaswamy recht: es geht schon jetzt los:

          https://twitter.com/dana916/status/1715113599557914847

          Und das wird die Ukraine nicht erfreuen:

          https://twitter.com/KitKlarenberg/status/1715074989668393219

          Und überhaupt:

          Was die Sprecherwahl in den USA angeht:

          Solange in den USA die vereinigte Rüstungslobby- und Kriegspartei in beiden Lagern dominiert, wird sich nichts zum Besseren wenden.

  6. Zuletzt schrieb ich u.a.:

    „Es hat halt wenig Sinn, den „regelbasierten“ Westen zu betonen, wenn er selbst sich an die Regeln nicht hält. Bei Anne Will habe ich nach wenigen Minuten abgeschaltet, nachdem der israelische Militärsprecher sehr unsicher wirkte, als es um die Bereitschaft der israelischen Soldaten ging, in Gaza „all in“ zu gehen (schließlich hatten die gegen die Regierung demonstriert, und wie Scott Ritter schon sagte, vom Häuserkampf haben sie keine Ahnung). Wolffsohn sprach sich zwar vehement gegen eine Bodenoffensive aus, befürwortete aber eine „elegante“ Lösung durch Abdrehen sämtlicher Unterstützung und Vertreibung der Palästinenser nach Ägypten: da gab es Zwischenreden, und auf das Stichwort „Völkerrecht“ sagte er nur: „Papier ist geduldig.“ Genau da habe ich abgeschaltet.“

    Warum die Presse versagt III


    [h]ttps://gabrielewolff.wordpress.com/2023/09/03/warum-die-presse-versagt-iii/comment-page-3/#comment-101401

    Zum Zweifel an der Fähigkeit israelischer Soldaten & Reservisten zum Häuserkampf trägt auch dieses Video aus Sderot bei:

    Zu Wolffsohn:

    https://twitter.com/AnneWillTalk/status/1713680789815136424

    Was Wolffsohn da vorschlägt, erscheint als Salami-Taktik im Hinblick auf die Überlegungen, die aus Israel selber kommen:

    Was diese Andeutungen angeht:

    „Forget the part where he talks about the humanitarian corridor (which had been targeted leading to the death of defenseless civilians who thought they were escaping to safety). […] provide „safe“ corridors that turn out anything but;“

    wäre ich vorsichtig: denn das sogenannte „Beweisvideo“ zum Schlag gegen einen Flüchtlingskonvoi Richtung Süden ist manipuliert und beweist daher gar nichts:

    [Thread]
    […]

    Das alte Thema:

    Falschinformationen online – Grossangriff auf Israel: Weltweit verbreiten sich Fake News
    Autor: Stefanie Strahm, Evelyne Schlauri
    Donnerstag, 12.10.2023, 05:55 Uhr
    […]

    Was das Video fälschlicherweise zeigen soll: In den letzten Tagen sorgten Bilder für Entsetzen, die scheinbar von der Hamas oder von Israelis gekidnappte Kinder zeigen sollen. Dass Menschen von den Hamas entführt wurden, darunter auch Frauen und Kinder, ist mittlerweile bekannt. Doch die Bilder sind falsch.
    […]
    Was das Bild fälschlicherweise zeigen soll: Ein Hamas-Kämpfer soll auf einen israelischen Helikopter schiessen, wie die Userinnen und User aus Social Media titelten. Doch das Video wurde schnell als falsch entlarvt.
    […]
    Was die Bilder fälschlicherweise zeigen sollen: Das Video soll eine aktuelle Demonstration von Hamas-Anhängen in Chicago zeigen, zur Unterstützung des Angriffs.
    […]
    Was das Dokument fälschlicherweise zeigen soll: In den vergangenen Tagen kursierte ein Memorandum des Weissen Hauses, angeblich vom 7. Oktober 2023: US-Präsident Joe Biden habe «bis zu 8 Milliarden US-Dollar an Verteidigungsgütern und den Diensten des Verteidigungsministeriums» genehmigt, um Israel zu helfen.
    […]
    Was die Bilder fälschlicherweise zeigen sollen: Die Bilder auf X, Tiktok, Youtube und Co. sollen Dutzende Fallschirmspringer der Hamas zeigen, die auf einer überfüllten Sportstätte in Israel landen.
    […]
    Was die Bilder fälschlicherweise zeigen sollen: Auf Social Media, insbesondere auf X (ehemals Twitter), wurde ein Video verbreitet, das die Raketen der Hamas gegen Israel zeigen soll.
    […]

    https://www.srf.ch/news/international/falschinformationen-online-grossangriff-auf-israel-weltweit-verbreiten-sich-fake-news

    Daran ist nichts Aufregendes: alte Videos aus anderen Zusammenhängen, eine Urkundenfälschung, Bilder aus Videospielen.

    Unheimlich ist vielmehr die KI, die auf beiden Seiten benutzt wird:

    Neue Art von Desinformation: Echte Fotos aus Israel laut Detektoren KI-generiert
    Nach der jüngsten Eskalation im Gazakonflikt kursieren im Internet jede Menge blutiger Bilder. Teilweise stufen Onlinewerkzeuge echte Fotos als gefälscht ein.
    07:18 Uhr
    Von
    Martin Holland

    Onlinewerkzeuge, die automatisch erkennen können sollen, ob Bilder KI-generiert sind, bewerten aktuelle Fotos aus Israel und dem Gazastreifen falsch und führen damit eine „zweite Ebene an Desinformation“ ein. Das berichtet das US-Magazin 404 Media und bezieht sich dabei vor allem auf ein Bild, das die verkohlte Leiche eines Babys zeigen soll, das bei der blutigen Attacke der Hamas getötet worden sein soll. Geteilt wurde das Bild unter anderem vom offiziellen Account Israels auf dem Kurznachrichtendienst X (vormals Twitter), dort und unter anderen Beiträgen mit dem Foto wird dann immer wieder darauf hingewiesen, dass das Portal AIorNot.com das Bild als KI-generiert einstuft. Dem widerspricht bei 404 Media ein Experte für Bildmanipulation.

    Scharfe Kritik an Fälschungsvorwurf

    Dass soziale Netzwerke nach dem Angriff auf Israel mit gefälschten oder irreführenden Bildern zu der Eskalation regelrecht überschwemmt wurden, ist seit Tagen bekannt und hat bereits die EU-Kommission dazu bewogen, Antworten von X/Twitter, Meta und TikTok einzufordern. Die Problematik, dass einige echte Bilder als KI-generiert eingestuft und damit als Fälschungen bezeichnet werden, ist dabei eine neue Dimension eines älteren Problems. Israels Account auf X/Twitter hat den Vorwurf in Bezug auf das konkrete Bild der Babyleiche bereits mit Holocaustleugnung verglichen und Verbreiter als Antisemiten bezeichnet.

    404 Media hat sich die augenscheinliche Echtheit des Fotos von Hany Farid bestätigen lassen, der Professor an der Universität Kalifornien, Berkeley ist Experte für digital bearbeitete Bilder. Der verweist unter anderem auf die Schatten, auf Teile des Tischs und das Fehlen von Artefakten. Außerdem hätten seine eigenen Erkennungswerkzeuge das Bild als echt eingestuft. Darauf allein würde er sich aber nicht verlassen. Das Internet ist derweil voll von Diensten, die vorgeben, KI-generierte Werke erkennen zu können, ohne dass klar ist, wie sie funktionieren, schreibt 404 Media. Wenn ein solches Werkzeug wie im Fall eines Fotos von einem getöteten Journalisten angibt, dass das mit 52-prozentiger Wahrscheinlichkeit gefälscht sei, könne damit jedes beliebige Argument unterstützt werden.

    https://www.heise.de/news/Neue-Art-von-Desinformation-Echte-Fotos-aus-Israel-laut-Detektoren-KI-generiert-9335123.html

    Technischer Fortschritt, wie man ihn braucht.

    • Manchmal lohnt es sich, gegen das Framing der Medien vorzugehen: die BBC korrigiert sich: pro Palästina ist nicht pro-Hamas:

      GB ist eh kein Hort der Demokratie mehr:

      Die Tünche blättert eh sehr schnell ab, auch bei uns:

      https://twitter.com/ShuForCongress/status/1713978784225894434

      Nachdem die Geisterfahrerin vdL mitsamt Metsola und Scholz/Baerbock in ihrem uneingeschränkten pro-Israel-Kurs abgeräumt und auf EU/US-Kurs gebracht wurden (wonach das humanitäre Völkerrecht auch für Palästinenser gelte, die eben nicht mit Hamas gleichzusetzen sind), geht es ja vielleicht auch bei uns bald differenzierter zu – auch was den Ukraine-Krieg angeht.

      Sieht man sich die aktuellen ukrainischen Offiziellen an, so ahnt man, daß die Endzeit des Regimes angebrochen ist. Der Präsidentenberater Podoljak ergeht sich seit einiger Zeit in maßlosen anti-Rußland-Tiraden wie diesem:

      „600 days Ukraine is stoically trying to keep the world […] into genocide for the sake of genocide.“

      In einer Woche haben die israelischen Schläge auf den Gazastreifen mehr tote Kinder produziert als in 600 Tagen im Ukraine-Krieg von beiden Seiten bewirkt wurden.

      Durchhalteparolen. Konterkariert durch dieses Bild, das die Überlegenheit der russischen Waffen demonstriert:

      Die „FAB aerial bombs“ bis 1.500 kg werden nur auf militärische Ziele gelenkt. Was da einmal war, erläutert auch das Verteidigungsministerium nicht.

      Selenskij hatte sich mit Israel solidarisch erklärt und in einer absurden propagandistischen Show die Russen in der Ukraine mit der Hamas in Israel gleichgesetzt, wofür er intern abgestraft wurde, indem man ihm die Zerstörungsbilder in Gaza vorhielt; Israel, das Waffenlieferungen an Kiew immer abgelehnt hatte, lehnte nun auch Selenski ab:

      Ich selbst hatte am 14.10.2023 auf der Vorseite zuletzt zum Stand in der Ukraine gepostet. Der Einfachheit halber setze ich dies hier nun ein:

      „Ich habe derweil seit dem 7.10.2023, seitdem alle auf Israel starrten und die ukrainische Regierung darauf beharrte, Rußland terrorisiere die Ukraine genauso wie die Hamas Israel, die sogenannte ukrainische Gegenoffensive beobachtet: wie schon so oft von wirklichkeits-orientierten Beobachtern betont: der Ukraine mangelt es an Soldaten: die zwangsweise an die Front gezerrten Zivilisten sind nur Kanonenfutter, insbesondere angesichts der Artillerie-Drohnen-und Luftüberlegenheit der Russen:

      Hier zur waffenmäßigen Überlegenheit:

      Ein ukrainischer Soldat beschwert sich über die Kiew-Propaganda der „siegreichen“ ukrainischen Armee:

      Tatsächlich sieht es so aus:

      Nicht nur die russische „Offensive“ (in Anführungszeichen deshalb, weil lediglich die Schwäche des Gegners ausgenutzt wird) im Norden bei Kupjansk schreitet fort:

      Avdeevka ist ähnlich wie Bakhmut eine schwer ausgebaute Frontstadt, von der aus seit 2014 die Zivilisten der Großstadt Donezk mit Bomben überzogen werden.

      Das alles lief unter dem Radar der westlichen Aufmerksamkeit: Röpcke blieb dran:

      Während alldem wird die russische Waffenindustrie weiterentwickelt:

      In der Tat: genau das wurde im Westen wahrgenommen: daß bei der russischen Initiative rund um Avdeevka ein russischer Panzer von einer Rampe in einen Graben fiel:

      Vormarsch der Russen bei Awdijiwka
      Panzerkolonne startet – dann geht der Plan plötzlich schief
      11.10.2023 – 16:41 Uhr
      [Video]
      Awdijiwka in der Ostukraine ist ein Symbol des ukrainischen Widerstands. Jetzt wird die Stadt von russischen Streitkräften umzingelt. Dabei kam es zu einer ungewöhnlichen Szene.
      Russische Separatisten besetzten seit 2014 die ukrainische Stadt Donezk. Ganz in der Nähe liegt die Ortschaft Awdijiwka. Sie ist seit der völkerrechtswidrigen Einnahme der Russen ein Symbol für den Widerstand der Ukrainer.
      Nun starten die russischen Streitkräfte eine Offensivoperation – sie nähern sich aus dem Süden, Norden und Osten. Kiew warnt davor, dass Awdijiwka komplett eingekesselt werden könnte.
      Russische Panzerkolonnen bewegen sich in Richtung der Ortschaft. Doch die Operation der Russen scheint nicht ganz wie geplant zu verlaufen, wie neue Aufnahmen oben oder hier zeigen.
      Verwendete Quellen:
      ・twitter.com @saintjavelin
      ・twitter.com @Heroiam_Slava
      ・twitter.com @front_ukrainian
      ・twitter.com @TheStudyofWar
      ・themoscowtimes.com: „Russian Forces Close In on East Ukraine’s Avdiivka“ (englisch)

      https://www.t-online.de/nachrichten/ukraine/id_100257784/ukraine-awdijiwka-von-russischen-panzern-umzingelt-der-plan-geht-schief.html

      Die benutzten Quellen zeigen schon, wie irreführend die Tendenz dieses Berichts ist.

      https://twitter.com/TheHumanFund5/status/1712167647297593804

      „(RF is also moving on in the northern sector (Kupyansk) by the way)“

      Tendar verbreitet verzweifelt ukrainische Propaganda:

      Mehr an (allerdings kraftloser) ukrainischer Propaganda:

      Ein wahres Wort. Allerdings: wie viele Menschen will Selenskij noch sinnlos opfern? Ist die Verweigerung der längst überfälligen Kapitulation nicht ein Menschenrechts-Verbrechen?“

      Warum die Presse versagt III

      In der Tagesschau gab es jedenfalls Hinweise auf Awdijiwka/Avdeevka:

      Am 13.10.2023 versuchte Röpcke übrigens, zu tricksen (man vergleiche das mit seinem obigen Tweet vom 10.10.2023):

      https://twitter.com/FranklinBased/status/1712766232800243953

      Zur Front im Norden: nicht nur zu deren Rettung wurden Kräfte aus den vollkommen sinnlosen Bemühungen der Ukraine bei Bakhmut/Artemovsk abgezogen, sondern auch zur Verhinderung der Einkesselung der ukrainischen Soldaten in Awdijiwka/Avdeevka.

      Selbstverständlich. Der russische Druck auf allen Linien der Front beschleunigt den Abnutzungskrieg, dem völlig sinnlos Zehn- bis Hunderttausende ukrainische Männer jeglichen Alters zum Opfer fallen. Die wenigsten davon sind Soldaten.

      An der Saporischschja-Front, wo ja der große Durchbruch zum Asowschen Meer stattfinden sollte, herrscht Stillstand, abgesehen von der Zerstörung von Westgerät und ukrainischen Stellungen:

      „writes Ukrainian commentator Svetlana Morenets from the publication Spectator. She noted that Ukrainian soldiers fear possible breaches in their defense and have described the situation on social media as „hell.“ Some members of the Ukrainian Armed Forces also shared that they found themselves in the minority in their areas. Morenets believes that Russia intends to „shackle the Ukrainian Armed Forces“ and prevent the movement of Ukrainian reserves.“

      Immerhin behauptet sie, daß die Ukraine noch über Reserven verfüge. Falls sie damit Soldaten meint: die wurden schon an der Saporischschja-Front verheizt.

      Fortsetzung folgt.

      • Kommen wir zur Unterstützung der Ukraine, die nicht nur angesichts der Israel-Unterstützung des Westens natürlich schrumpft:

        Was natürlich auch mit dem Stillstand der US-Politik zu tun hat.

        Aber Kirby wird am 12.10. dann doch sehr deutlich:

        Am 15.10. läßt man den dementen Biden, der von der Größe der USA kaum verständlich schwurbelt, Kirby dementieren:

        Was eine krasse Lüge ist.

        Der Westen ist blank.

        Achja, Deutschland. Das sich noch mehr selber entblößt, was Luftabwehr angeht, zum Spottpreis von einer Milliarde:

        Was für die ukrainische „Offensive“ natürlich bedeutungslos ist.

        Die dänischen Maschinen werden nicht vor Frühjahr 2024 in der Ukraine eintreffen. Überhaupt hätten diese altmodischen Maschinen keinen Effekt, schon gar nicht im Luftkampf gegen moderne russische Kampfbomber.

        Budanow, Leiter des ukrainischen Militärgeheimdienstes, ist seit seiner Verletzung nach dem Angriff Rußlands auf sein Hauptquartier in Kiew nur noch ein Schatten seiner selbst (er war lange der Öffentlichkeit entzogen, so daß sogar mit seinem Tod gerechnet worden war): er ist depressiv, was wiederum auch der Realität geschuldet ist:

        Da dürfte Budanow wohl der nächste sein, der wegen Defätismus ein Verfahren an den Hals kriegt: ich hatte mich schon länger gewundert, daß der Ex-Präsidentenberater Arestowitsch so lange unbehelligt blieb:

        Dabei hatte Arestowitsch lediglich das gesagt, was jeder sachliche Beobachter von vorneherein wußte:

        Da wir uns in der Endphase des Kiew-Regimes von Gnaden der USA befinden: hier ukrainisches Geraune zur Zukunft der Ukraine:

        Ich habe keine Ahnung, wo sich Arestowitsch, der ja seit Monaten Selenskij kritisiert, aufhält – in der Ukraine sicherlich nicht, da wäre er längst inhaftiert worden. Ihn jetzt als „Western Asset“ zu bezeichnen, dient ihm ebenfalls nicht, denn Selenskij ist ersichtlich eins. Andererseits:

        „Arrestovich (a protégé of Levochkin) is calling for a change in power in Ukraine, openly accusing Zelensky’s regime of dictatorship, corruption, and genocide of the Ukrainian people,“ Kiva declared. The ex-deputy believes that the country will soon be engulfed in riots, with rivers of blood flowing through the streets, and President Zelensky might be assassinated.

        Da ist was dran. Insbesondere am „Genozid an der ukrainischen Bevvölkerung“ durch Selenskij:

        Militärstratege Reisner
        „Aus objektiver militärischer Sicht ist die ukrainische Gegenoffensive gescheitert“
        Stand: 13.10.2023 |

        Von Ibrahim Naber
        Chefreporter

        Vier Monate nach Start der Gegenoffensive der Ukraine sind die Erfolge minimal. Militärstratege Reisner hält sie für gescheitert. Der Westen habe mittelfristig zwei Optionen: Eine ist, mit Moskau zu verhandeln. Die andere würde ein radikales Umdenken insbesondere in Deutschland erfordern.
        WELT: Herr Reisner, vor vier Monaten hat die ukrainische Gegenoffensive offiziell begonnen. Welches Fazit ziehen Sie?

        Markus Reisner: Aus objektiver militärischer Sicht muss man sagen, dass die Offensive nach vier Monaten gescheitert ist. Eine sehr harte Aussage. Aber das operative Ziel war es, in wenigen Wochen das Asowsche Meer zu erreichen. Das hätte im Erfolgsfall dazu geführt, dass die russisch besetzten Gebiete in zwei Räume geteilt worden wäre. Die Russen wären dann eventuell durch den Zusammenbruch der Logistik zu Verhandlungen gezwungen gewesen. Diesen Durchbruch gab es aber nicht. Die Ukraine hat mit dem 9. und 10. Armeekorps alle ihre verfügbaren Kräfte im Einsatz, aber sie hat es nicht geschafft, den Russen die letzten Reserven zu nehmen. Das Dilemma für die Ukraine ist jetzt der Faktor Zeit. In den kommenden Wochen beginnt die Regen- und Schlammperiode, was die Offensive ausbremsen wird.

        WELT: Was war die Fehlannahme dieser Offensive?

        Reisner
        : Die Fehlannahme war, dass die Ukraine trotz des Fehlens wesentlicher militärischer Fähigkeiten ihre operativen Ziele erreichen könnte. Die ukrainischen Luftstreitkräfte, zum Beispiel, sind komplett unterlegen. Mit modernen Kampfjets wie F-16 hätten die Ukrainer zumindest temporär eine räumlich begrenzte Lufthoheit über dem Gefechtsfeld herstellen können, um etwa die russischen Kampfhubschrauber zu stoppen. Sie bräuchte diese Jets auch als Träger für gelieferte Marschflugkörper wie Storm Shadow, Scalp oder, wenn sie noch kommen, gar Taurus. Auch die russischen Abwehrstellungen wurden unterschätzt. Es wäre wahrscheinlich besser gewesen, deutlich mehr Minenräumpanzer zu senden anstatt Leopard-Panzer. Im Gefecht der verbundenen Waffen könnte der Leopard seine volle Stärke ausspielen, aber dazu kommt es bis jetzt gar nicht. Die Ukraine hat ihre Angriffe mit großen, mechanisierten Verbänden eingestellt, weil die Russen alles sofort mit einem verheerenden Mix an Artillerie, Raketenwerfern, Kamikazedrohnen, Panzerabwehrlenkwaffen und Minen attackieren. Nun rückt die Ukraine mit kleinen Kampfgruppen vor, was nur langsam Fortschritte bringt und verlustreich ist.

        WELT: Ukrainische Soldaten in den Frontregionen berichteten mir, dass vor allem russische First-Person-View- und Kamikazedrohnen für hohe Verluste sorgen. Es scheint so, als habe Putin mit diesen Billigdrohnen eine ideale Waffe für diesen Abnutzungskrieg gefunden.

        Reisner: Absolut. Vor allem im Hinblick darauf, dass Russland diese Drohnen mit einer funktionierenden militärischen Rüstungsindustrie – trotz aller Sanktionen – in Masse produzieren kann. Und genau das machen sie bereits. Zudem beherrschen die Russen das elektromagnetische Feld immer besser und entwickeln Fähigkeiten, mit denen sie ganze Räume stören können. Manche westlichen Systeme, etwa amerikanische Switchblade-Drohnen, kommen darum kaum noch zum Einsatz.
        […]
        WELT: Sie argumentieren, es gebe für den Westen jetzt nur zwei sinnvolle Optionen.

        Reisner: Zu Beginn ist mir wichtig, dass es nicht die eine goldene Lösung gibt. Wir erleben gerade History-in-the-making. Aber aus meiner Sicht gibt es nur zwei Möglichkeiten. Erstens: USA und Europa gehen all in und geben der Ukraine all das, was sie braucht, um auf dem Gefechtsfeld zu gewinnen. Ob das zu einer Eskalation durch Russland führen würde, weiß niemand.
        Zweitens: Wenn der Westen nicht bereit oder in der Lage ist, deutlich mehr zu liefern, dann sollte man auf Verhandlungen für einen Waffenstillstand drängen. Ziel könnte eine ähnliche Situation wie zwischen Nord- und Südkorea sein. Das, was wir aktuell erleben, ist ein elendes Fegefeuer, das zu Tausenden Toten führt – ohne wirkliche Fortschritte.
        […]
        WELT: Halten Sie die russische Armee aktuell für stark genug, um selbst wieder in die Offensive zu gehen?

        Reisner: Es gibt Indikatoren dafür, dass die Russen möglicherweise versuchen, die Front im Nordosten bis zum Oskil voranzutreiben. Sie haben unter anderem begonnen, Brücken über dem Oskil zu zerstören. Bislang haben sie in der Region aber nur wenig erreicht. Ich persönlich glaube eher, dass die Russen eine Winteroffensive wie im vergangenen Jahr durchführen. Dass sie also auf Abnutzung setzen und den Druck an allen Frontabschnitten erhöhen. Sie wollen die Ukrainer dazu zwingen, kostbare Reserven auszuspielen.
        […]

        https://www.welt.de/politik/ausland/plus247906390/Militaerstratege-Reisner-Aus-objektiver-militaerischer-Sicht-ist-die-ukrainische-Gegenoffensive-gescheitert.html

        Sehr aktuell scheint mir dieses Interview, das am 13.10.2023 veröffentlicht wurde, nicht zu sein: nirgendwo scheint der Israelkrieg oder die Adwijiwka-Offensive auf. Reisners Lieblings-Szenario, den WWIII, können wir damit vergessen. 😉

        Umso bedeutsamer bleibt seine Mahnung: „Das, was wir aktuell erleben, ist ein elendes Fegefeuer, das zu Tausenden Toten führt – ohne wirkliche Fortschritte.

        Zuvor gab es schon diese Stimme:

        Das hatte mich doch interessiert: welches Ziel sah der Westen schon am 7.10.2023 als erfüllt an?

        Analysis
        Western support for Ukraine is waning, but it’s up to Zelenskyy to decide what happens next
        Four months into Ukraine’s „spring“ offensive, and despite huge casualties for both sides, the frontlines remain largely static. There are questions now whether a protracted and costly conflict with Russia is supportable.

        Sean Bell
        Military analyst
        Saturday 7 October 2023 01:19, UK
        […]
        Notwithstanding the regular and fulsome Western political support for Volodymyr Zelenskyy, for how long can that rhetoric translate into vital military equipment, ammunition and financial aid?
        Although there remains widespread Western sympathy for Ukraine’s plight, in the post-pandemic era with cost of living issues and high energy costs, choices need to be made.

        Continued support for Ukraine has impacted adversely on the economies of Western nations and evidence suggests that public opinion is drifting inexorably towards domestic priorities.
        […]
        US presidential and UK parliamentary elections are likely next year, and with a recent US poll suggesting that most Americans do not support continued aid to Ukraine, Western „war fatigue“ is mounting.

        West’s primary objective has been achieved, but is a protracted war supportable?

        Although President Zelenskyy remains – understandably – committed to liberating every corner of Russian-occupied Ukraine, is that achievable?
        This year the West has provided an extensive array of weapons, ammunition, military training and financial support.
        However, four months into Ukraine’s „spring“ offensive, and despite huge casualties for both sides, the frontlines remain largely static.

        If Ukraine was unable to make progress this summer when arguably it was as well-prepared as it could ever be, would continued Western military support simply lead to a protracted, costly and largely static conflict.

        Is that supportable?

        From the West’s perspective, a key motivation for supporting Ukraine – not a member of NATO – was to avoid Russian aggression threatening the rest of Europe.

        Russia’s military capability has been badly damaged by the invasion of Ukraine.

        Russia has lost more than 2,000 of its most capable tanks – so it looks unlikely that it will have the military capability to threaten Europe again for at least a decade.
        The West’s primary objective has been achieved.
        […]

        https://news.sky.com/story/western-support-for-ukraine-is-waning-but-its-up-to-zelenskyy-to-decide-what-happens-next-12977519

        Prust. Man möge den Artikel weiterlesen.

        Zurück zur Realität:

        https://twitter.com/SmartUACat/status/1713232659818639830

        Deren Hände an den Überollbügeln festgebunden waren.

        Verzweifelte Appelle von Kuleba am 9.10.2023:

        Die ZEIT war immer auf Kurs:

        Kaja Kallas
        „Bitte gebt alles, was ihr geben könnt!“
        Viele Europäer unterschätzten die Bedrohung durch Russland, fürchtet Estlands Premierministerin Kaja Kallas – und warnt den Westen vor Kriegsmüdigkeit.
        Interview: Peter Dausend
        Aktualisiert am 5. Oktober 2023, 4:50 Uhr
        […]
        ZEIT: In Deutschland wird darüber diskutiert, ob die Regierung den Taurus-Marschflugkörper an die Ukraine liefern soll. Was ist Ihre Meinung dazu?

        Kallas
        : Natürlich entscheidet das die deutsche Regierung selbst. Mein Plädoyer lautet nur: Bitte gebt alles, was ihr geben könnt! Denn es ist in unser aller Interesse, die Ukraine so auszustatten, dass sie den Krieg so schnell wie möglich beenden kann. Mit jedem Zögern und jeder Verspätung steigt nur der Preis, den die Ukraine für einen Sieg zahlen muss. Wie gesagt: Deutschland entscheidet selbst. Aber wenn ich das zu entscheiden hätte, würde ich die Taurus-Marschflugkörper liefern.

        https://www.zeit.de/2023/42/kaja-kallas-premierministerin-estland-kriegsmuedigkeit/komplettansicht

        Kallas hat vermutlich keine Ahnung, was Taurus-Raketen bedeuten: aber sie setzt völlig auf einen Sieg der Ukraine, weshalb sie überhaupt interviewt wurde.

        Masala interpretiert die NYT so:

        Nun fühlte sich auch die ZEIT bemüßigt, darauf einzugehen – und wie! ;-):

        Wladimir Putin
        Russland kämpft im Windschatten der Hamas
        Während die ganze Welt nach Israel schaut, startet Russland neue Offensiven. Der Optimismus in Moskau könnte allerdings verfrüht sein.
        Von Maxim Kireev
        15. Oktober 2023, 10:45 Uhr

        Zuerst kamen die Flugzeuge mit ihren Bomben, dann die Artillerie. Stundenlang feuerten russische Soldaten unzählige Granaten und Geschosse auf die Stadt Awdijiwka im Osten der Ukraine, bis das Stadtbild voller Rauchsäulen war. Schließlich rückten russische Panzer und Fußtruppen gleich an mehreren Stellen im Nordosten und Südwesten der halb umzingelten Stadt vor.
        Seit Monaten ruhte die Front an diesem Abschnitt. Doch während nun alle Welt auf Israel schaut, setzte sich die russische Armee plötzlich in Bewegung.
        […]
        Für viele Experten kam das unerwartet. Seit Anfang Juni steckt die russische Armee tief in der Defensive. So hatte auch das in Washington D.C. ansässige Institut für Kriegsstudien (ISW) den Angriff zunächst als eine „lokale Operation“ eingestuft. Diese Einschätzung wurde am Freitag revidiert. Nun ist klar: Es geht um einen der größten russischen Angriffe in diesem Jahr. Und der Zeitpunkt scheint angesichts des Kriegs in Israel mit Bedacht gewählt. Gelänge es Russland, jetzt die Initiative im Krieg wieder an sich zu reißen, wäre das ein Erfolg, der den Glauben an einen Sieg der Ukraine im Westen tief erschüttern würde.

        Auf der Seite der Hamas

        Seit Tagen herrscht bei Russlands patriotischen Propagandainfluencern auf Telegram, aber auch auf den staatlichen Fernsehkanälen, eine bemerkenswerte Hochstimmung angesichts des Krieges zwischen Hamas und Israel. Allein schon der Umstand, dass die USA sich nun um mehrere Konfliktherde gleichzeitig kümmern müssen, gilt dort als Chance, auf die Russland lange gewartet habe. „Jeder Konflikt, bei dem die Interessen der USA beschnitten werden, ist gut für Russland“, sagte etwa der TV-Moderator Tigran Keossajan.
        […]
        Noch keine Konkurrenz

        Der wachsende Optimismus von Wladimir Putin wirkt auf den ersten Blick nachvollziehbar. Für die nächsten Wochen und womöglich Monate wird der Krieg zwischen der Hamas und Israel den russischen Angriff auf die Ukraine in den Hintergrund drängen. Rufe nach mehr Waffen für die ukrainischen Verteidiger oder nach härteren Sanktionen gegen Russland dürften noch weniger Gehör finden, als es ohnehin schon der Fall war. Das fürchtet auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. In einem Interview mit dem französischen Sender France 2 warnte er vor „Konsequenzen“ für die Ukraine, falls die Aufmerksamkeit nachlässt.

        Russland hofft hingegen, dass nicht nur die Aufmerksamkeit nachlässt. Vielmehr dürfte Putin damit rechnen, dass die knappen Vorräte und Produktionskapazitäten im Westen nicht ausreichen, um Israel und die Ukraine über längere Zeit gleichzeitig zu beliefern.
        Kurzfristig betrachtet droht ein solches Szenario allerdings nicht. In der jetzigen Phase überschneidet sich der Bedarf beider Länder kaum.
        […]
        Israel genießt Priorität

        Die Situation könnte sich jedoch ändern, warnen Experten. „Momentan überschneiden sich die Anfragen aus Israel und der Ukraine kaum, doch mit der Zeit wird man über ein Abwägen nicht umhinkommen“, meint etwa Marc Cancian, ehemaliger Oberst der US-Streitkräfte und Experte des Center for Strategic and International Studies (CSIS) in Washington D.C. Eine längere Operation in Gaza oder sogar ein regionaler Krieg, an dem sich militante Gruppen wie die Hisbollah beteiligen, dürfte auch Israels Bedarf an Artilleriemunition oder Ersatzteilen für Technik wachsen lassen. Sollte es tatsächlich zu einer Knappheit kommen, wäre die Reihenfolge laut Experten klar. „Die Beziehungen zu Israel sind älter und enger, deswegen wird es Priorität haben“, sagt Cancian in einer aktuellen Analyse für das CSIS.

        Bis es so weit ist, dürften jedoch Monate vergehen. Und ob Russland in der Zwischenzeit Kapital aus der Lage schlagen kann, ist mehr als fraglich. Zwar ist der Ausgang der kürzlich begonnenen Offensive bei Awdijiwka offen. Eindeutig belegt ist hingegen, dass die Verluste an Technik und Personal auf russischer Seite bereits jetzt enorm hoch sind. Allein in den vergangenen Tagen konnten die ukrainischen Verteidiger laut ausgewerteten Drohnenaufnahmen [von wem?] etwa 15 Kampfpanzer und etliche Truppentransporter abschießen. Die dokumentierten Geländegewinne der Russen waren dagegen minimal.
        […]

        https://www.zeit.de/politik/ausland/2023-10/russland-israel-krieg-ukraine-hamas/komplettansicht

        Ein derartiger Propaganda-Artikel ist desaströs fur das Image der Zeit. Es kommt hinzu, daß er noch mit solchen „Experten-Meinungen“ gewürzt ist:

        Putins Regime habe sich öffentlich auf die Seite der Hamas und des Iran gestellt, sagt Abbas Galljamow, Politikberater und früherer Mitarbeiter von Putins Apparat, im Gespräch mit ZEIT ONLINE. „Zum einen, weil Putin den Angriff auf Israel als Niederlage des kollektiven Westens darstellen will“, sagt der Experte. Damit würden fehlende Siege der eigenen Armee propagandistisch kompensiert. Zum anderen bleibe Russland damit auf einer Linie mit dem Iran, der Russland mit Waffen beliefert.
        […]
        Vielmehr könnte die Parteinahme für die Hamas aus russischer Sicht auch nach hinten losgehen, glaubt Politikberater Galljamow. „Mit seiner Reaktion auf den Terror hat das Regime Putins gezeigt, dass es mit einer Organisation wie Hamas in einer Liga spielt“, sagt der Russland-Kenner. „Selbst die Putinversteher im Westen könnten irgendwann begreifen, mit wem sie es zu tun haben.“

        Im Ausland ist man schlauer:

        „Robert Skidelsky is a British economic historian and a member of the House of Lords.“ https://braveneweurope.com/robert-skidelsky-were-not-helping-ukraine-by-continuing-to-support-a-war-it-cannot-win

        Am 15.10.2023 wurde auch Röpcke zum Scheitern der Ukraine-Offensi explizit:

        „Und im Osten? Dort haben die letzten zwei Monate bewiesen, dass Russland sich nicht einmal selbst mehr in der Defensive sieht, sondern ständig neue Offensiven plant und durchführt. Zwar sind die Vorstöße auf Kupjansk und Awdijiwka bislang gescheitert. Allein, dass der Kreml Reserven mobilisiert, um weitere ukrainische Gebiete unter seine Kontrolle zu bringen, zeigt jedoch schon, wie sicher man sich in Moskau ist, dass man diesen Krieg mit einer Kombination aus langem Atem und kompletter Rücksichtslosigkeit gegenüber der eigenen Truppe doch noch für sich entscheiden kann. Und wenn ich mir die (unbefristete!) Zögerlichkeit in Berlin, Washington, London, Paris und Warschau ansehe, wüsste ich nicht, warum diese Rechnung Putins nicht aufgehen sollte —“

        Eine merkwürdige Ansage, da es ja gerade die Ukraine ist, deren „Truppen“ sinnlos geopfert werden.

        In unseren Breiten tauchen tatsächlich noch Politiker wie Kiesewetter (CDU) auf, die einen Sieg der Ukraine imaginieren:

        Röpcke kriegt es mit, wie die angebliche ukrainische „Offensive“ nicht stattfindet:

        Im Gegenteil, sie wird gerade rückgängig gemacht:

        Und auch die Missile Strikes auf ukrainische militärische Ziele setzen sich fort:

  7. Liebe Frau Wolff, könnten Sie bitte zu folgenden Hintergrundinformationen eine Einschätzung abgeben:
    SEYMOUR HERSH: „Netanyahu is finished“ („Netanjahu ist am Ende“) – Auszug (übersetzt): „Das Wichtigste, was ich verstehen müsse, sagte mir der israelische Insider, sei, dass Premierminister Benjamin Netanjahu am Ende ist. Er ist ein wandelnder toter Mann. Er wird nur so lange im Amt bleiben, bis das Schießen aufhört … vielleicht noch ein oder zwei Monate.’ (…) Als er [Netanjahu] 2009 ins Amt zurückkehrte, so der Insider, ‚entschied er sich dafür, die Hamas zu unterstützen‘ als Alternative zur Palästinensischen Autonomiebehörde, ‚und gab ihr Geld und etablierte sie in Gaza.‘ Es wurde eine Vereinbarung mit Katar getroffen, das mit israelischer Zustimmung begann, Hunderte Millionen Dollar an die Hamas-Führung zu schicken. Der Insider sagte mir: ‚Bibi war davon überzeugt, dass er mit dem Geld aus Katar mehr Kontrolle über die Hamas haben würde – sie könnten gelegentlich Raketen in den Süden Israels abfeuern und Zugang zu Arbeitsplätzen innerhalb Israels erhalten – als über die Palästinensische Autonomiebehörde. Er ist dieses Risiko eingegangen.‘ ‚Was diese Woche passierte‘, so der Insider, ‚war ein Ergebnis der Bibi-Doktrin, dass man einen Frankenstein erschaffen und die Kontrolle darüber haben könnte.‘“ (gefunden bei https://multipolar-magazin.de/)

    • Ja, so war das und ist das bis heute:

      Wikileaks 2010: Israels Geheimdienst wollte Hamas-Kontrolle über Gaza
      12. Oktober 2023 von Thomas Oysmüller
      Eine Veröffentlichung von Wikileaks aus dem Jahr 2010 dokumentierte das Interesse Israel an einem von der Hamas kontrollierten Gazastreifen.
      Die Veröffentlichungen von Wikileaks – Gründer und Gesicht Julian Assange sitzt weiterhin in Großbritannien unter Folter in Einzelhaft – bleiben eine wichtige Quelle, um gegenwärtige Konflikte zu verstehen. So sind dort Aufzeichnungen zu finden, dass die CIA bereits 2008 mit einer russischen Invasion der Ukraine rechnen würde, sofern der NATO-Kurs der Ukraine verschärft wird – TKP hatte berichtet. Und auch zum Nahost-Konflikt kann das Archiv von Wikileaks einiges beisteuern.

      Hamas-Gaza war im Sinne Israels

      Darauf hat die X-Seite der Investigativ-Plattform selbst noch einmal am Sonntag hingewiesen. So erinnert man an eine Veröffentlichung aus dem Jahr 2010, aus der hervorgeht, dass der israelische Geheimdienstchef die Hamas zur Übernahme des Gazastreifens ermutigt hatte.

      Konkret geht es um eine diplomatische Depesche (also eine nicht-öffentliche Kommunikation zwischen Diplomaten, Regierungschefs usw.) zwischen dem damaligen israelischen Geheimdienstchef Amos Yadlin und dem US-Botschafter in Israel Richard Jones. So geht daraus hervor, dass Israel einen von der Hamas regierten Gazastreifen unterstützt und den Gazastreifen dann zu einer “feindlichen Einheit” erklären könnte. Heute leidet Yadlin das Institut für Nationale Sicherheitsstrategien in Tel Aviv.
      Die Hamas-Partei hatte die palästinensischen Parlamentswahlen im Januar 2006 gewonnen, wurde aber daran gehindert, eine Regierung zu bilden, wie es die palästinensische Verfassung vorsieht. Im Juni 2007 konnte die Hamas-Partei nach monatelangen Übernahmeversuchen durch die von den USA unterstützte Fateh-Partei ihre Regierung in Gaza bilden. Die Depesche war nur wenige Stunden vor der Bildung der Hamas-Regierung in Gaza im Juni 2007 aufgezeichnet worden.

      In der geleakten Abschrift der Kommunikation sagte Yadlin dem US-Botschafter, dass er “sehr glücklich” wäre, wenn die Hamas eine Regierung im Gazastreifen bilden würde, “solange sie keinen (Luft- oder See-)Hafen haben”. Dann würde Israel mit der rivalisierenden palästinensischen Partei Fateh zusammenarbeiten, um eine Regierung im Westjordanland zu bilden und die Hamas-Regierung in Gaza zu untergraben.
      Unmittelbar nach dem Treffen zwischen Yadlin und Botschafter Jones, als die Hamas ihre Regierung im Gazastreifen bildete und Israel Ende Dezember 2008 eine massive Belagerung und den bisher größten Angriff auf den Gazastreifen gestartet hatte, geschah genau das.
      Über die enge Beziehung zwischen der Hamas und Israel hat auch bereits Peter F. Mayer auf TKP berichtet.

      Brian Berletic über Hintergründe und Hintermänner von Hamas

      Das „symbiotische Verhältnis“ zwischen dem israelischen Staat, vor allem unter Bibi Netanjahu, und der radikal-islamistischen Kraft Hamas fasste auch der progressive Intellektuelle Fabian Lehr in einem Video am Wochenende hörenswert zusammen.

      […]

      Wikileaks 2010: Israels Geheimdienst wollte Hamas-Kontrolle über Gaza

      Ein früherer Geheimdienstchef hat heute im Tagesspiegel genau das bestätigt:

      Israelischer Ex-Geheimdienstchef Ami Ajalon: „Zivile Opfer zu vermeiden, wird uns nicht gelingen“
      Ende der 90er Jahre leitete Ami Ajalon den israelischen Inlandsgeheimdienst Shin Bet. Im Interview spricht er über Fehler im Umgang mit der Hamas, die Folgen einer Bodenoffensive in Gaza und die Aussicht auf Frieden.
      Von
      • Kai Müller
      • Anja Wehler-Schöck
      Heute [14.10.2023] , 12:22 Uhr
      Herr Ajalon, Sie sind in einem Kibbuz am See Genezareth aufgewachsen. Wie haben Sie den Angriff der Hamas auf Kibbuzim im Süden des Landes erlebt?
      Ich muss gestehen, dass ich diese Ereignisse nur schwer mit den Erinnerungen an meine Kindheit zusammenbringen kann. Denn ich wuchs sehr behütet auf in einem Umfeld, in dem wir uns sicher fühlten. Gewiss, die Syrer beschossen das Land gelegentlich, auf dessen Feldern meine Eltern arbeiteten. Ich konnte die Syrer auf den

      https://www.tagesspiegel.de/internationales/israelischer-ex-geheimdienstchef-ami-ajalon-zivile-opfer-zu-vermeiden-wird-uns-nicht-gelingen-10620727.html

      Leider ein online-Abo-Artikel. Es sei nach dem „Teile und herrsche“-Prinzip vorgegangen worden, Hamas im Gaza-Streifen und Abbas im Westjordanland, was die Palästinenser schwächen sollte. Leider sei die Hamas falsch eingeschätzt worden: man habe geglaubt, sie werde sich auf Gaza beschränken.

      „Und in welch prekärer Situation sich Journalismus derzeit befindet“

      In der Tat: denn medial steht nicht Katar, sondern der Iran m Vordergrund:

      Mossad Chief Visited Doha, Urged Qatar to Continue Hamas Financial Aid
      Israeli visit disclosed by Avigdor Lieberman, who says Mossad chief and Israeli military commander were sent on the mission by Netanyahu
      Haaretz
      Feb 24, 2020
      Mossad Chief Yossi Cohen visited Doha on February 5 in order to ensure Qatar continues its financial aid policy to the Hamas-controlled Gaza Strip.

      https://www.haaretz.com/middle-east-news/2020-02-24/ty-article/.premium/netanyahu-israel-mossad-chief-doha-qatar-continue-hamas-gaza-money-transfer/0000017f-ded8-d856-a37f-ffd88a960000

      Von Röpcke reposted:

      Anaylsis |
      Israel’s New Hamas-Gaza Concept Is Doomed to Fail Just Like the Last One
      Israel erred in its approach to Hamas, treating it as a political organization that could be swayed with financial incentives to yield results. Waging a war against Hamas as if it were ISIS is a fallacy that obscures the issue of post-conflict control in the Gaza Strip
      Zvi Bar’el
      Oct 13, 2023
      “Hamas is ISIS, and we’ll defeat it just like the enlightened world defeated ISIS,” Israeli Prime Minister Benjamin Netanyahu said enthusiastically.

      https://www.haaretz.com/israel-news/2023-10-13/ty-article/.premium/israels-new-concept-of-hamas-and-gaza-is-doomed-to-fail-just-like-the-last-one/0000018b-27bb-d1bc-a58b-6fbf9edf0000

      Ami Ajalon hat auch keine Lösung, und er denkt, die Regierung habe sich damit noch nicht weiter beschäftigt.

      Über den Hater Masala:

      bin ich an diesen Podcast von Lanz/Precht gelangt, den ich empfehlen kann:

      ab Minute 18:30 zu Gaza, auch zur Finanzierung
      ab Minute 41: zu den Folgen: Flugzeugträger der USA ist vor Ort – zu welchem Zweck? Wolffsohn sagt, es gehe gegen den Iran: vorbereitende mediale Fokussierung auf Unterstützung durch den Iran, obwohl Katar der größte Geldgeber ist.

      Podcast: Lanz & Precht sprechen über Israel und den Gazastreifen

      ZDFheute Nachrichten
      219.028 Aufrufe 13.10.2023 Lanz und Precht – der Podcast

      Der Großangriff auf Israel begann vor knapp einer Woche. Innerhalb weniger Stunden feuerte die Hamas tausende Raketen, überfiel mit großer Brutalität die israelische Zivilbevölkerung. Seitdem erschüttert ein Beben den gesamten Nahen Osten. Markus Lanz hat Israel und den Gazastreifen häufig für Reportagen bereist. In dieser Folge erzählt Markus Lanz Richard David Precht von seinen Eindrücken. Gemeinsam machen sie sich Gedanken darüber, wie der Konflikt so eskalieren konnte und was dem Nahen Osten noch schreckliches bevorstehen könnte. Sie diskutieren auch die Rolle der Religion in dem Konflikt.

      • Die EU will zensieren:

        Israel natürlich auch:

        Wobei Facebook, was Corona und Ukraine angeht, vor US-Behörden einknickte.

        Twitter unter Elon Musk wird dem Druck standhalten. Es ist ja erstaunlich, wer sich alles differenziert zu Wort meldet – jedenfalls auf Twitter:

        „What Hamas did was a horrific violation of international law… I believe Israel’s response now is also violating international law… Both responses have to be condemned by those of us who are hoping to move toward a more peaceful situation.” Full interview: https://rumble.com/v3p1s0n-system

        Leider fand unsere Bundesregierung nicht zu dieser stringenten klaren Antwort.

        Ich hätte nicht gedacht, daß ich meine Wahl der FDP einmal derart bereuen würde: aber in der FDP sind kriegstreiberische Kräfte am Ruder, die die Völkerrechts-Bedenken von Borrell (der ukrainemäßig kriegslüstern unterwegs ist) dazu nutzen, ihn als „Hamas-Versteher“ abzukanzeln. Und die Rheinmetall-Lobbyistin Marie-Agnes Strack-Zimmermann fordert gar eine neue „Iran-Strategie“:

        „Gilt das dann auch für den UN Generalsekretär, Joe Biden und die NATO, die sich Alle ähnlich geäußert haben? Und was ist dann erst mit Netanyahu, der auf die instrumentelle Stärkung der Hamas setzte, und den eine Mehrheit der Israelis nunmehr als Premier ablehnt? Hat die Bundesregierung nicht bei den echten Hamas-Verstehern und Finanziers aus Katar den Knicks für neue Energiepartnerschaften geübt? Wie bereits im Ukraine-Konflikt muss immer die lauteste Trommel geführt werden! Dem Schutz jüdischen Lebens dient dies indes nicht, nur dem billigen Applaus und der Entfachung von Brandherden. Das nutzt langfristig wiederum auch den eigenen Freunden von der Rüstungslobby!

        Sehr richtig.

        Die Dysfunktionalität des UN-Sicherheitsrats ist eine Sache, die Ablehnung von Völkerrecht eine andere. Aber wir wissen ja, wofür Masala steht: für sich und seine Publizistik, und sodann für Affirmation und Befeuerung des Regierungshandelns, das nicht weit genug gehe…

        Es gibt auch praktische Erwägungen, warum Israel von einer Bodenoffensive im Gaza-Streifen Abstand nehmen sollte: von einem befreundeten Ex-MI6-Chef:

        Hamas ist bereits unterschätzt worden:

        Israel wird unheimlich viele Soldaten verlieren – und es werden unheimlich viele Zivilisten sterben, die den Zugang zum Hamas-Tunnelsystem nicht haben.

        Es gibt US-Politiker, die zum Krieg gegen den Iran aufrufen: hauptsächlich Establishment-Reps:

        Entsprechende Medien gibt es natürlich auch:

        Bislang gab es allerdings nur kleinere Auseinandersetzungen mit der tatsächlichen iranischen Proxy-Kraft Hisbollah im Libanon:

        Aber auch hier hat Israel bereits einen derben Image-Verlust erlitten, weil Journalisten im Libanon getötet wurden:

        https://twitter.com/narrative_hole/status/1712934108798537842

        Reuters berichtete zurüchhaltend, obwohl längst alles klar war:

        Und blieb es sogar, nachdem auch Reuters alles klar war:

        Leider bestärkt Röpcke das iranische Blame Game des Westens:

        Es ist eine Propaganda-Meldung ohne offizielle Bestätigung. Gerade die USA wollen keine Ausweitung:

        Ein Antidot gegen die Befürchtungen von Wolffsohn und Precht, die USA suchten die militärische Entscheidung gegen den Iran: letztlich siegt der Realismus. Die USA verlieren ihren Proxy-Krieg via Ukraine gegen Rußland, und ihre Waffenarsenale sind nicht einmal ausreichend, um neben der Ukraine auch noch Israel zu stärken (geschweige denn sich selbst). Was übel ist, denn man zündelt bereits via Taiwan gegen China…

        • Die Biden-Regierung versucht den Spagat – einerseits Unterstützung Israels, andererseits Eindämmung des völkerrechtswidrigen Rachestrebens der israelischen Regierung, das den Konflikt auszuweiten droht:

          Immerhin, es gab und wird Regen geben:

          Ritter: „International opinion is flipping, as the world rallies to Palestinians and the resistance. The offensive has been delayed by “weather”, even though the Israeli Air Force can fly in all conditions.

          Diese US-Version zum Grund der Verschiebung einer Bodenoffensive ist vom israelischen Pressesprecher Shalikar bei „Anne Will“ entgegengetreten worden. Er stimmte vielmehr dieser Version zu – ohne den US-Druck zu erwähnen natürlich:

          Entlastend angesichts der vielen zivilen Toten in Gaza:

          Die US-Presse bleibt kühl: WaPo, 14.10.2023:

          Opinion | A war that must be waged with an eye toward what comes after
          By David Ignatius

          Zu uns ist das noch nicht so ganz vorgedrungen: die Propagandistin Katrin Eigendorf, für ihren entsprechenden Einsatz in der Ukraine natürlich preisgekrönt, versucht es wieder einmal:

          Erfreulicherweise regt sich selbst im ÖRR Widerspruch:

          Und immerhin griff der Weltspiegel am 15.10.2023 auch den hier bereits zitierten Haaretz-Artikel auf (Min. 9:21):
          „Wer eine Zwei-Staaten-Lösung verhindern will, muss die Hamas und die Finanzierung der Hamas stärken.“
          So zitierte Haaretz gestern ausgerechnet Premierminister N. aus einer Parteiveranstaltung 2019.
          Will sagen, N. habe das Erstarken dieser Terrororga bewußt in Kauf genommen, vielleicht sogar aktiv gefördert, um einen eigenen palästinensischen Staat zu verhindern.
          Eine fatale Politik, das äußern in diesen Tagen immer mehr kritische Stimmen in Israel.“

          https://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/weltspiegel/videos/weltspiegel-video-1656.html

          Eigentlich war die anti-2-Staaten-Politik Netanjahus kein Geheimnis – und der Westen hatte seit Jahrzehnten nichts für dieses Ziel getan, so wenig wie für den Autonomie-Status des Donbass gemäß Minsk II, der in eine Resolution des UN-Sicherheitsrates mündete:

          Ausland Israel
          Will Netanjahu die Zwei-Staaten-Lösung beerdigen?
          Veröffentlicht am 07.04.2019
          Von Gil Yaron

          Wenige Tage vor den Wahlen verkündet Israels Premierminister, dass er das Westjordanland annektieren und die Entstehung eines Palästinenserstaates verhindern will. Das würde das offizielle Ende der Zwei-Staaten-Lösung bedeuten. Es könnte mehr als Wahlkampf dahinterstecken.

          […]
          In einem Fernsehinterview hat der amtierende Premier nur zwei Tage vor den Parlamentswahlen angekündigt, in der kommenden Amtszeit weite Teile des umstrittenen Westjordanlands annektieren zu wollen. Keine einzige Siedlung werde geräumt, westlich des Jordanflusses dürfe kein palästinensischer Staat entstehen, so Netanjahu. Im besetzten Westjordanland leben 400.000 Israelis und etwa 2,8 Millionen Palästinenser, die dieses Gebiet für einen eigenen Staat beanspruchen.

          Netanjahus Stellungnahme zum wichtigsten Thema der israelischen Außenpolitik könnte diesmal mehr als ein innenpolitisches Panikmanöver sein, um noch ein paar Hardliner auf seine Seite zu ziehen. Er könnte dieses Mal einen Paradigmenwechsel in Nahost herbeiführen wollen und die Zweistaatenlösung offiziell beerdigen.

          Dabei war er der erste Vorsitzende seiner Likud-Partei, der sich einer Mehrheit seiner Partei zum Trotz zur Zweistaatenlösung bekannte. Auf Druck des US-Präsidenten Barack Obama erklärte er in einer Rede im Juni 2009 seine Bereitschaft, im Rahmen eines „zukünftigen Friedensabkommens eine Lösung zu finden, in der ein demilitarisierter palästinensischer Staat neben dem jüdischen Staat existiert“. In einer Rede vor dem US-Kongress ging er 2011 noch weiter und erklärte sich zu „schmerzhaften Kompromissen“ bereit: „Ich erkenne an, dass wir für echten Frieden Teile des Landes unserer Vorväter aufgeben müssen“, sagte der Premier unter tosendem Beifall.

          Nun könnte Netanjahu es ernst meinen

          Netanjahu war auch der einzige israelische Premier, der diese Worte mit einem monatelangen totalen Baustopp in den Siedlungen begleitete. Das letzte Mal bekannte er sich im Mai 2016 zur Zweistaatenlösung, als Reaktion auf den Unmut, den die Ernennung des Hardliners Avigdor Liberman zum Verteidigungsminister in aller Welt geweckt hat: „Meine Regierung wird sich an das vereinbarte Ziel von zwei Staaten für zwei Völker halten“, sagte Netanjahu damals.
          […]
          Doch heute gibt es einen entscheidenden Unterschied. Diesmal könnte er es ernst meinen, denn im Weißen Haus sitzt ein anderer Präsident. Donald Trump hat auf Netanjahus Empfehlung hin Jerusalem als Israels Hauptstadt anerkannt [nur den Westteil], und vor wenigen Tagen auch Israels Souveränität in den von Syrien 1967 eroberten Golanhöhen befürwortet. In einem anderen Interview vom Freitag hatte Netanjahu angedeutet, dass er weitere Schritte mit Trump besprochen habe. Er habe dem US-Präsidenten klargemacht, dass er „keine einzige Person“ aus den Siedlungen der Westbank entfernen werde.
          […]

          https://www.welt.de/politik/ausland/article191503235/Israel-Netanjahus-Plan-waere-das-offizielle-Ende-der-Zweistaatenloesung.html

          Israel ist zwar wesentlich souveräner als die Ukraine, aber ihrer beider Schicksal ähnelt sich doch.

          Am Wochenende habe ich die ZEIT (Print) von Donnerstag, dem 12.10.2023 gelesen; und hatte den Eindruck, daß man dort von den Weltläuften wenig Ahnung hat: auf S.1 prangte dieser Artikel:

          Solidarität mit Israel
          Klarheit, bitte
          Israel ist mit einem maßlosen Vernichtungswillen konfrontiert. Das sollte nicht vergessen werden, wenn es sich jetzt wehrt.
          Ein Kommentar von Jan Roß
          11. Oktober 2023
          […]
          Es ist leicht, für Israel als Opfer Sympathie zu verspüren. Wie soll man sich zu dem Land verhalten, wenn es zurückschlägt, womöglich härter denn je?

          Klar ist, Recht und Moral dürfen selbst in der Auseinandersetzung mit einem barbarischen Gegner nicht beiseitegeschoben werden. Auch wer einen gerechten Krieg führt, ist verpflichtet, die Zivilbevölkerung zu schonen.
          […]
          Es geht darum, die Abschreckung wiederherzustellen, die jetzt mit so katastrophalen Folgen versagt hat. Das ist mit punktuellen Aktionen nicht zu leisten, es bedeutet, so furchtbar das ist, unvermeidlicherweise einen wirklichen Krieg.

          Sobald der voll entfesselt ist, werden sich viele Stimmen melden, die von Israel Mäßigung und Verhältnismäßigkeit fordern, vor einer gefährlichen Eskalation warnen und die „Spirale der Gewalt“ beklagen. Maß zu halten ist in der Politik, sogar im Krieg, immer richtig und wichtig. Doch der moralischen Unklarheit und Bequemlichkeit, die sich in Formeln wie der von der angeblichen Gewaltspirale ausdrückt, muss man entgegentreten. Im Konflikt zwischen Israel und seinen terroristischen Gegnern stehen einander nicht zwei vergleichbare Akteure gegenüber, die Gefahr laufen, sich gegenseitig in ihrer Feindseligkeit hochzuschaukeln – während sie es bei ein bisschen gutem Willen schaffen könnten, leidlich miteinander auszukommen. Israel ist vielmehr durch die Hamas, die Hisbollah und den Iran mit einem nackten, maßlosen Vernichtungswillen konfrontiert, mit dem vielleicht hier und da ein Waffenstillstand, aber letztlich kein Kompromiss und kein Ausgleich möglich scheint. Das sollten wir in den kommenden Tagen und Wochen nicht vergessen.

          Nicht nur das leidende Israel hat unsere Solidarität verdient. Sondern auch das kämpfende.

          https://www.zeit.de/2023/43/israel-solidaritaet-hamas-grossangriff-islamismus

          Da wird in einem Aufwasch einem Krieg gegen Hisbollah und Iran das Wort geredet, und die schon seinerzeit entgegen dem humanitären Völkerrecht bestehende israelische Praxis, die Gaza-Bevölkerung von Strom, Wasser, Lebensmittel- und medizinischen Gütern abzuschneiden, wird nicht einmal erwähnt.

          Die ZEIT beschäftigt den im politisch korrekten Deutschland beliebtesten Soziologen, um dem Unterproblem in Deutschland, wonach der aktive Antisemitismus in Deutschland aus islamischen Ländern importiert sei, zu begegnen:

          Antisemitismus nach Hamas-Angriff
          Über den neuen Judenhass und seine alten Wurzeln
          Von Armin Nassehi
          Aktualisiert am 12. Oktober 2023, 11:39 Uhr

          Hierzulande streiten sich die üblichen Verdächtigen immer wieder darum, wie man den deutschen, den autochthonen Antisemitismus gegen den importierten ausspielen kann – und umgekehrt. Kritik am islamischen oder wenigstens islamistischen Antisemitismus wird in der deutschen linken Öffentlichkeit gern als „Rassismus“ abqualifiziert, etwa wenn derzeit die ekelhaften Unterstützerdemos von Palästinensern auf deutschen Straßen kritisiert werden. Zugleich wird mit der Betonung des importierten Antisemitismus von der eigenen judenfeindlichen Tradition abgelenkt, die erheblich lebendiger ist, als viele es wahrhaben wollen.
          […]
          Die ganze Diskussion, ob der Antisemitismus von hier stammt oder aber von Migranten eingeführt wird, ist dummes Gerede. Die Wurzeln beider sind sich logisch sehr ähnlich – man kann es vor allem an jenen studieren, die den postkolonialen, sich für universalistisch haltenden „Befreiungskampf“ der Hamas wenn nicht für sympathisch, so zumindest für legitim halten. Denn die Denkfigur ist ganz ähnlich dem Judenhass der Wagners und wie sie alle heißen. Manche geraten, akademisch verbrämt, in einen irrationalen Judenhass, weil sie in Israel die Ununterscheidbarkeit zu dem wahrnehmen, was sie selbst verachten: die marktwirtschaftliche Offenheit, die pluralistische Offenheit der liberalen westlichen Lebensweise, nicht zuletzt die Koalition mit Amerika.
          […]
          In der Kritik am jüdischen Israel schwingt der antikapitalistische Reflex gegen das internationale Finanzjudentum mit und ebenso ein eher ungeklärtes Verhältnis zu einer wehrhaften Frontstellung gegenüber autoritären und autokratischen Formen. Die Rahmung des Ganzen als rassistisch ist am Ende nur eine ironische Brechung der historischen Rassifizierung des Jüdischen in unserer eigenen Geschichte. Was den Unterschied ausmacht, ist dies: Israel, das intern leidenschaftlich um Siedlungspolitik und das Verhältnis zu Palästinensern, um die eigene Staatsform und seine Zukunft streitet, ist in dem Sinne „westlich“, als es zu Selbstkritik und Selbstkorrektur wenigstens prinzipiell in der Lage ist. Das vermögen seine autokratischen Anrainer kulturell, politisch und institutionell nicht – und das bildet den geostrategischen Grundkonflikt der Welt derzeit gut ab, ähnlich wie während des Menschheitsverbrechens der Shoah. Das Jüdische und das Antijüdische sind damit wieder der Lackmustest dafür, ob Zivilisation möglich ist oder nicht. Übrigens kämpft auch Putin explizit gegen das Jüdische in der Ukraine in Gestalt seines Präsidenten.

          https://www.zeit.de/2023/43/antisentismus-hamas-angriff-israel-deutschland

          Lachhaft. Antikapitalismus = Angriff auf Finanzjudentum, Netanjahu steht nicht für „die pluralistische Offenheit der liberalen westlichen Lebensweise“, der Vorwurf eines „ungeklärten Verhältnisses“ antikapitalistischer Kritiker zu autoriären Regimes geht komplett fehl und geopolitische Abschweifungen zu Putin mögen zwar die ZEIT erfreuen, zeugen aber nur von Inkompetenz: Putin ist es schlicht egal, wen die USA seit 2004 als deren Marionette auf den Schild heben (der eher prorussische Janukowitsch war ein Unfall): zumal Selenskij kein praktizierender Jude ist und zudem der erste ukrainische Präsident, der im Auftrag der USA seine männliche Bevölkerung in einem aussichtslosen Kampf dahinmorden läßt.

          International sind die Medien längst weiter als die angeblich liberale ZEIT:

          Es hat halt wenig Sinn, den „regelbasierten“ Westen zu betonen, wenn er selbst sich an die Regeln nicht hält. Bei Anne Will habe ich nach wenigen Minuten abgeschaltet, nachdem der israelische Militärsprecher sehr unsicher wirkte, als es um die Bereitschaft der israelischen Soldaten ging, in Gaza „all in“ zu gehen (schließlich hatten die gegen die Regierung demonstriert, und wie Scott Ritter schon sagte, vom Häuserkampf haben sie keine Ahnung). Wolffsohn sprach sich zwar vehement gegen eine Bodenoffensive aus, befürwortete aber eine „elegante“ Lösung durch Abdrehen sämtlicher Unterstützung und Vertreibung der Palästinenser nach Ägypten: da gab es Zwischenreden, und auf das Stichwort „Völkerrecht“ sagte er nur: „Papier ist geduldig.“ Genau da habe ich abgeschaltet.

          Trost in der ZEIT bei der Wochenendlektüre fand ich nur, wie so oft, bei Harald Martenstein:

          Harald Martenstein
          Über einzig mögliche Wahrheiten in Fernsehinterviews

          Aus der Serie: Martenstein ZEITmagazin Nr. 43/2023 11. Oktober 2023, 16:54 Uhr aktualisiert am 13. Oktober 2023, 13:19 Uhr

          Ich war in den USA. Dort habe ich im Fernsehen ein paarmal gezappt und abwechselnd CNN und Fox News geschaut, hin und her, zwei Sender, die zu entgegengesetzten politischen Lagern gehören. Zu welchem, merkt man zwar normalerweise nach spätestens zwei Minuten. Aber beide haben die exakt gleiche Interviewtechnik. Ich führe es mal vor, das Gespräch ist eine Mischung aus Fox News und CNN und erfunden.
          Moderator: Im Studio begrüße ich Professor John Smith, einen der führenden Politikexperten der Welt. Wir wollen über den Plan der Regierung reden, die Subventionen für das Hühnerfutter der Farmer zu streichen. Ohne diese Hilfen werden die Farmen nicht überleben. Jeder weiß das. Wir werden keine Hühner mehr haben, keine Eier, gar nichts. Die großen Gewinner sind die Chinesen. Diese Regierung betrügt nicht nur das Volk, sie nimmt ihm nun auch die Frühstückseier weg. Wie sehen Sie das, John?
          Gast: Vielen Dank für die Frage, Sam. Es ist leider genau so, wie Sie es sagen.
          […]
          Moderator: Ein interessanter Standpunkt. Die gestrichenen Subventionen betreffen uns nämlich alle, nicht nur diese armen Farmer. Und sie sind lediglich der erste Schritt auf einem Weg …

          Gast
          : Hier muss ich als Mann vom Fach jetzt aber wirklich Widerspruch anmelden, Sam.

          Moderator: Ach ja?


          Gast
          : Es ist nicht der erste Schritt Richtung Abgrund, nur ein weiterer. Begonnen hat, vom Standpunkt der Wissenschaft gesehen, alles damit, dass dieser Mackenzie Minister wurde, ein Mann, der unser Land hasst und jeden Einzelnen von uns.

          Moderator: Das war wieder mal eine lebendige Debatte mit vielen neuen Einblicken. Es ist immer eine Freude, Sie hier im Studio zu haben, Professor Smith.
          Abspann.

          Ähnliche Interviews habe ich auch schon bei ARD und ZDF gesehen, die sind unser CNN. In den USA ist es aber extremer. Es gibt eine stichwortgebende Person, die in der Regel nur das sagt, was sie hören wollen. Sie möchten es dem Publikum nicht als Kommentar verkaufen, sondern als Information, also als die einzig mögliche Wahrheit. Statt sich den passenden Experten zu suchen, wäre es weniger manipulativ, zwei Experten mit verschiedenen Ansichten diskutieren zu lassen oder mal das eine, mal das andere Lager zu Wort kommen zu lassen. Das machen sie ungern.

          Es ist, finde ich, kein Problem, wenn Journalisten „Haltung“ besitzen. So nennt man es, wenn jemand sich einem politischen Lager zurechnet. Die Probleme beginnen, wenn alle die gleiche haben und jede andere Haltung als illegitim gilt.

          https://www.zeit.de/zeit-magazin/2023/43/harald-martenstein-fernsehinterviews-wahrheit

          „Haltung“ im US-Fernsehen:

          Endlich Wasser für die Palästinenser, die in den Süden von Gaza fliehen:

          Nach Drängen von Präsident Biden…

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