Die Fußball-WM- und die Garten-Ecke (mit aktuellen Updates)

PassionsblumeUpdate vom 13.7.2014

W O W !

Deutschland – Argentinien  1 : 0 n. V.

Im verschlafenen Neuruppin steigen gehortete Silvester-Raketen, ein paar Autofahrer hupen, und ich bin ganz erschlagen nach diesem packenden Spiel. Zwei sehr unterschiedliche, aber zunächst gleichwertige Mannschaften rangen miteinander. Auf hohem Niveau. Als die Kräfte schwanden, wurden die Fouls der Argentinier härter, und der italienische Schiri sah plötzlich weg. Was mußte Bastian Schweinsteiger nicht alles einstecken… Ich konnte schon nicht mehr hinsehen, wie er nach diesem ungeahndeten Faustschlag ins Gesicht einen Cut erlitt und blutete.

Und in der 113. Minute schoß der frisch eingewechselte Mario Götze das Traumtor… Mit der Brust angenommen, locker abtropfen lassen, scharf aus einem unmöglich spitzen Winkel ins lange Eck. Da reagieren Instinkte, so was kann man weder planen noch üben.

Aber natürlich waren es die gesamte Mannschaft und ihr Trainer, die Weltmeister wurden. Sie haben es allen bösartigen Nörglern gezeigt. Alle waren an diesem Final-Sieg beteiligt, und man traut sich nicht, einen besonders auszuzeichnen. Aber ohne Neuer, Boateng und Hummels wäre dieses Spiel nicht gewonnen worden. Das muß einfach gesagt werden, denn Argentinien lieferte das beste Spiel dieser WM und spielte offensiver als üblich. Aber die Mannschaft ist grundsätzlich defensiv eingestellt, und muß auf Konter hoffen.

Die komplettere Mannschaft hat verdient den Titel geholt. Die Kanzlerin klatschte wie immer kindlich. Putin wird sich gefreut haben. Und wir alle haben ein tolles Fußballspiel gesehen.

Ich bedanke mich mit einem Gartenfoto vom 2.7.2014, das unwiederholbar ist, denn die rote Rose im Hintergrund hat mittlerweile ihre erste Blüte beendet, während das Cherry Girl im Vordergrund weiterhin blüht.

14-07-02 Cherry Girl rote Rose

 

 

 

 

Update vom 12.7.2014

Achnö, gerade haben wir den 13.7., und der paßt wohl besser.

Niederlande – Brasilien  3 : 0

Denn ich bin schwer deprimiert darüber, daß dieses Spiel durch zwei Schiedsrichter-Fehlentscheidungen innerhalb von 20 Minuten der ersten Halbzeit entschieden wurde: mal wieder ein unberechtigter Elfmeter dank Robbens Flugkünste in der 3. Minute, danach ein Abseitstor für die NL. Da ist es mit der Moral einer Mannschaft, die gerade eine historische Klatsche kassiert hatte, natürlich zu Ende, obwohl sie nie aufsteckte.

Holland spielte danach schlecht, aber das reichte wegen der fehlenden Chancenverwertung Brasiliens aus, um über die Runden zu kommen. In der Nachspielzeit der 2. Halbzeit erzielte Holland gar noch ein unverdientes 3 : 0.

Das Schlimmste: das von Anfang an Brasilien-Bashing-Gequatsche von ZDF-Sprecher Oliver Schmidt.

Das war ein trauriger Fußball-Abend. Mein Garten bietet entsprechende Bilder.

Die Reste einer Terrassen-Lobelie, die nach zwei Gewittertagen komplett von Schnecken aufgefressen war:

14-07-10 Schnecke Lobelie

Hier eine meiner ekligen Todfeinde, zugleich ein Tip, falls es mit der Bierfalle nicht klappt: sie stehen auf Katzenfutter.

14-07-10 Schnecke Katzenfutter

Aber so möchte ich die brasilianische Mannschaft nicht verabschieden. Die letzte verblühende Knospe der red diamond, bei der man nie weiß, ob und wie sie sich zur zweiten Blüte aufrafft, scheint mir doch der passendere Kommentar zu sein. Sie ist glamourös auch dann, wenn sie verblüht.

14-07-02 red diamond

 

 

 

 

 

Update vom 9.7.2014

Argentinien – Niederlande 1. Halbzeit 0 : 0

Das Spannendste an diesem Spiel war wohl der Versuch, es zu sehen. Denn nach dem unfaßbaren 7 : 1 der deutschen Mannschaft gegen Brasilien ging auch mein betagter Fernseher in die Knie und fiel aus. Mein für die Technikbeschaffung zuständiger Gatte ist beruflich unterwegs, ich selbst bin zu blöd, mit Technik-Verkäufern umzugehen, denn vielleicht liegt es ja auch am SAT-Receiver.

Mein Computer ist zu oft im Dienst und Livestreaming daher gefährdet. Die gute Idee, den Compi abzuschalten, faßte ich allerdings zu spät, nämlich erst kurz vor 22 Uhr. Daraufhin ergab sich Folgendes: Windows 7 erklärte mir heuchlerisch: „Bitte schalten Sie den Computer nicht aus. Update 1 von 15“. Der erste Update dauerte Minuten… Ich zog den Stecker. Stöpselte ihn nach 30 Sekunden wieder ein, nur um zu sehen, daß Window 7 mir sagte: „Bitte schalten Sie den Computer nicht aus. Update 2 von 15“. Das ist echt nicht normal, daß man in schweißtriefender Gewitterschwüle vor so einer Maschinendiktatur sitzt. Über zehn Minuten dauerte die Tortur. Dann schaltete sich der Computer aus. Ca. 3-4 Minuten soll man ihn ja in Ruhe lassen, menschlich verständlich. Aber auch das Anschalten gestaltete sich schwierig, da Window unbedingt etwas konfigurieren mußte, und gleich zwei Mal durchstartete.

Kurz und gut: ich konnte erst bei Minute 22 einsteigen. Und muß konstatieren: die Technikprobleme, die ich hatte, hatten beide Mannschaften auch. Wer beim Spiel Brasilien – Deutschland 20 Minuten verpaßt hat, hat 5 Tore verpaßt. Bei diesem Halbfinale hat er nicht viel verpaßt. Beide verteidigen, in der Spitze haben sie nichts zu bieten, und der Schiedsrichter hat sich zu spät darauf besonnen, Fouls zu ahnden.

Das wird womöglich langwierig und zäh.

Da ich nur schöne Gartenfotos produziere, habe ich auch leider kein Foto…

2. Halbzeit 0 : 0, n.V. 0 : 0, und im Elfmeterschießen versagten die Niederländer zwei Mal

Ehrlich gesagt: es war eine Pein, dieses Fußballspiel zu verfolgen. Und irgendwie waltete eine höhere Gerechtigkeit, daß gegen die Schwalben- und Psychotrick-Mannschaft der NL die fußballerisch bessere von Argentinien gewann.

Sie hat natürlich keine Chance im Finale… 😉

Aber dafür, daß die bessere Mannschaft ins Finale eingezogen ist und daß Südamerika dort noch vertreten ist, gibt es eine Rose:

14-07-06 Westzeit erste Blüte

Das ist die erste Blüte der zweiten Blüte der Westzeit-Rose. Ein Wunder insoweit, als alle anderen Rosen Wochen brauchen, um zur zweiten Blüte zu gelangen.

Und so hoffe ich auf ein wahnsinnig gutes Finale Deutschland-Argentinien.

 

2. Update vom 8.7.2014

Deutschland- Brasilien 7 :1

Da bleibt einem die Spucke weg, wie der für Klose eingewechselte Schürrle noch zwei weitere Tor machte.

Ich habe weder Worte noch Bilder für diese überragende Leistung der deutschen Mannschaft. Sie hat alle Chancen auf den Titel. Und hoffentlich hören jetzt die medialen Nörgeleien auf.

Ich bin nach diesem Fußballfest echt fertig.

Update vom 8.7.2014

Brasilien gegen Deutschland  0: 5 in der 1. Halbzeit

WAHNSINN!

Ich hatte zwar auf eine 60 zu 40 Chance für die deutsche Mannschaft getippt, aber was hier los war, hat doch alle meine Erwartungen übertroffen. War das erste frühe Tor durch Müller noch einer Standardsituation geschuldet, fielen die vier weiteren – Klose, Kroos, Kroos, Khedira, vielleicht war die Reihenfolge auch anders, sorry, bin gerade zu aufgeregt, selbst im friedlichen Neuruppin wurde gerade ein Silvesterböller gezündet – aus erspielten Situationen. Mann, was spielte die deutsche Mannschaft auf allen Positionen gut! Selbst nach dem 5 : 0 war sie dem 6 : 0 näher als Brasilien einem Anschlußtreffer. Zu verdanken war der Spielfluß natürlich auch dem Schiedsrichter Rodriguez, der die üblichen südamerikanischen Fouls konsequent abpfiff.

Ein Spiel, das in die Geschichte eingehen wird. Und das mich die vielen Regenschauer, Gewitter und Schnecken-Attacken des heutigen Tages vergessen läßt.

14-07-04 Cherry Girl Phlox

 

 

Update vom 6.7.2014

Niederlande – Costa Rica nach Verlängerung: 0 : 0, nach Elfmeterschießen 4 : 3

Wie hätten wohl deutsche Journalisten losgeblökt, wenn Deutschland auf diese Art und Weise mit Hängen und Würgen ins Halbfinale gekommen wäre?

Ich habe die Partie erst ab der sechzigsten Minute gesehen, als es 0 : 0 stand. Ich scheine nicht viel verpaßt zu haben. Es war Zufall, wer weiterkam. Natürlich wird jetzt die Legende verbreitet werden, daß es der geniale Trainer van Gaal war, der kurz vor Schluß den Torwart einwechselte, der zwei Elfmeter von Costa Rica hielt. Ich bin ziemlich immun, was derlei Geniestreiche angeht.

Es war Gück, nichts weiter.

14-07-02 Cosmea und UmgebungIn ein paar Tagen wird diese Idylle durch Schnecken zerstört sein. Die Blüten der Cosmea sind bereits weg.

 

 

 

 

2. Update vom 5.7.2014

Argentinien gegen Belgien 1 : 0

Das Gesetz der Serie: in den drei Viertelfinal-Spielen gewann immer die Mannschaft mit dem frühen Führungstor: Deutschland in der 12., Brasilien in der 7. und jetzt Argentinien in der 8. Minute. Aber anders als bei dem hektischen planlosen harten Herumgestümpere von Brasilien und Kolumbien konnte man hier ein packendes Fußballspiel mit Betonung auf „Spiel“ sehen. Das lag an dem famosen Schiedsrichter, der sofort nach der ersten Hakelei einen Freistoß gab und bei der zweiten danach ebenso eingriff, und sich die Gelb-Kandidaten später präventiv verbal zur Brust nahm. Als am Schluß die Nerven blank lagen, zögerte er auch nicht, gelbe Karten zu zücken.

So kam Spielfluß auf, und ich muß gestehen, daß mein Herz zuguterletzt für Belgien schlug, das nie aufsteckte und bis zum Schluß um den Ausgleich kämpfte – mit vielen Möglichkeiten.

Es hat nicht sollen sein. Am Ende trat Ermattung ein – jedenfalls bei der Zuschauerin.

14-07-02 Schöne aus HamburgEs klingt ja irgendwie schadenfroh, aber das soll es nicht. Brasiliens Top-Stürmer Neymar hat sich eine schwere Verletzung zugezogen und fällt für den Rest der WM aus. Das erhöht zwar die Chancen der deutschen Mannschaft – aber Neymar wünsche ich alles Gute!

14-07-02 Augusta Luise II und Cherry Girl

 

 

Update vom 5.7.2014

Brasilien – Kolumbien 2 : 1

Ich hatte ja das Ergebnis Kolumbien-Brasilien 1 : 0 getippt, und irgendwie ist das auch jetzt noch naheliegend. Deutschlands nächster Gegner Brasilien hat keine einzige Torchance herausgespielt, sondern die Tore nur durch Standards bewerkstelligt. Brasilien wurde durch nicht geahndete Fouls begünstigt, hat ihren Kapitän da Silva durch die 2. gelbe Karte für das Spiel gegen Deutschland verloren und hat in Neymar einen Blender, der davon ablenkt, daß Hulk der effektivste brasilianische Spieler ist (ich erwähnte ihn  bereits).

Selten konnte man ein konfuseres, hektischeres und härteres Fußballspiel sehen. Es war ein Fehler des spanischen Schiedrichters, nicht frühzeitig gelbe Karten zu ziehen. Die Mannschaft, die wirklich Fußball spielte, nämlich Kolumbien, hatte in dieser Atmosphäre keine Chance.

Die deutsche Mannschaft, die deutlich besser Fußball spielt als Kolumbien, und die hoffentlich auf einen besseren Schiedrichter stößt, ist favorisiert.

Disziplin siegt eigentlich immer gegen Wildwuchs.

14-06-27 3 Katzen

😉

 

Update vom 5.7.2014

Frankreich – Deutschland 0 : 1

Wer sagt’s denn! Geht doch! Allen mißgünstigen und besserwisserischen Nörglern zum Trotz steht die deutsche Elf im Halbfinale. Angehmerweise fiel das Tor durch einen Kopfball von Mats Hummels schon in der 13. Minute, so daß die ganz großen Herzinfarkt-Momente ausblieben. Schönes Kombinationsspiel, sichere Abwehr, ein wie immer hervorragender Manuel Neuer wurde nur zwei Mal gefordert: bei Valbuenas Schuß kurz vor Ende der ersten Halbzeit und bei Benzemas Versuch in der 94. (!) Minute: da rettete seine Faust. Aus dem Ansturm der Franzosen ergaben sich gute Konterchancen – ein spannendes Spiel.

So ertrug ich dann auch den Kommentator, der die Franzosen „frischer“ fand und hervorhob, daß sie ja viel offensiver agierten als die Deutschen (klar, sie lagen schließlich zurück. Was hätte er gesagt, wenn die deutsche Mannschaft angegriffen und sich daraus eine Kontermöglichkeit für Frankreich ergeben hätte? Das ist doch klar). Kaum hat er Mesut Özil heruntergemacht, gab es dessen energische Aktion links außen nebst Vorlagen für Müller bzw. Schürrle, der leider wieder einmal nur den Torwart traf.

Sollte man den Ton abdrehen? Oder darauf hoffen, daß es nach dem pflichtgemäß erreichten Halbfinale nun eine Kür der Kommentatoren geben wird?

Egal. Eine Teatime-Rose für die deutsche Mannschaft gibt es auf jeden Fall.

 

14-06-28 Teatime 3

 

 

 

Update vom 2.7.2014

USA – Belgien  1 : 2 n. V.

Soviel zum Gerede von Favoriten und vom Genörgel am Spiel der deutschen Mannschaft. Deutschland hat die USA in der Normalspielzeit klar geschlagen, und dabei niemals den Eindruck erweckt, eventuell verlieren zu können. Ganz anders der Auftritt Belgiens. Offensiv aber abschlußschwach, zudem behindert durch den starken amerikanischen Torwart Howard, vermochte die belgische Mannschaft in der regulären Spielzeit, die 0 : 0 endete, nicht einmal den Hauch einer Überlegenheit zu entwickeln.

Mit Glück erzielte sie in der Verlängerung ein 2 : 0, das im Drama des Geschehens durch die USA umgehend auf 1: 2 verkürzt wurde. Es ist schicksalshaft für beide Seiten, wie das Spiel ausgegangen ist. Denn daß Belgien keine bessere Fußballmannschaft hat als Deutschland, ist klar erwiesen.

Der Klinsmann-Mannschaft reiche ich wegen des ungerechten Ausscheidens eine Rose, die ich am 1.7.2014 aufnahm (denn die Teatime hat den Regentagen zwar Tribut zollen müssen, aber sie behauptet sich doch):

14-07-01 Teatime 1

 

Zweites Update vom 1.7.2014

Argentinien – Schweiz 1 : 0 n.V.

Wow! Mein Schluß nach diesem Spiel: es gibt keine leichten Spiele in den Achtelfinals dieser WM 2014. Wer hätte gedacht, daß Argentinien und die Schweiz auf Augenhöhe spielen würden, und daß Argentinien erst in der 117. Minute DAS Tor gegen die Schweiz machen würde? Und das nicht einmal durch Messi, der nur vorbereitete – bei dem ersten und letzten machtvoll-schnellen Konterangriff auf eine in Auflösung befindliche Schweizer Abwehr?

Kurz danach Powerplay der Schweizer mitsamt deren Wolfsburger Torwart Benaglio: ein Pfostenschuß. Zentimeter oder ein Lidschlag vorbei an der Sensation, daß die kleine Schweiz das große Argentinien ins Elfmeterschießen gezwungen hätte. Im Gegenzug traf Argentinien das noch leere Schweizer Tor nicht…

Die Preisfrage: was kommt dabei heraus, wenn eine defensiv eingestellte Mannschaft, die auf Konter lauert, auf eine Ballbesitz-versessene Mannschaft trifft, die nur über einen Star-Stürmer, nämlich Messi, verfügt? Genau, ein ewiges Null zu Null, das es dem Zuschauer nicht leicht machte, bei der Stange zu bleiben. Für beide Mannschaften ergaben sich nur wenige echte Chancen. Und es wird mir ewig ein Rätsel bleiben, wie der Schweizer Dmric, völlig unbedrängt wenige Meter vor dem Torwart, der weit vor dem Tor steht, schießend, den Ball ganz zart direktemang in die hilfreichen Arme des Torwarts befördert. Sind das blackouts? Ist das ein archaischer Zwang, einen so in nächster Nähe stehenden Menschen nicht als Gegner, sondern als Partner aufzufassen?

Trotz des Sieges von Argentinien: als Favorit kann ich diese Mannschaft nicht sehen. Das Aufregendste an ihr war nach endlosen 117 Minuten fehlender Souveränität und Effektivität die Frisur des Spielers Palacio, sein „Rattenschwänzchen“, das aus einer kreisförmigen Haarwucherung am Hinterhaupt des ansonsten millimeterkurz gestutzten Kopfhaars hin- und herwedelte.

http://www.hna.de/sport/fussball-wm/stilfrage-setzt-argentiniens-rodrigo-palacio-einen-trend-3646711.html

Ich habe lange überlegt, welches Gartenfoto zu diesem Spiel bzw. meiner Stimmung danach paßt.

14-07-01 Phlox 1Ich bin dann auf das heutige Foto gestoßen – denn meine vier Phloxe, die zwischen und hinter den Rosen stehen, beginnen zu blühen.

Eine schöne Aussicht in unschönen Zeiten, in denen mitten in Europa Haß und Gewalt Platz greifen. In denen einem Fußball als Symbol für Völkerverständigung vorkommt…

 

Ab sofort stelle ich die Updates oben ein, um das lästige Scrollen zu vermeiden. Hier also ein Update vom 1.7.2014:

Auf Wunsch stelle ich hier ein Foto vom Eisenhut ein – to whom it may concern:

14-07-01 Eisenhut 2Er blüht wunderschön – aber erst im August; ich greife daher auf ein Foto aus dem letzten Jahr zurück.

Eisenhut, 4.8.2013

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Nichts ist unnützlicher als Fußball. Dennoch liebe ich ihn, und vielleicht gerade deshalb. Er schenkt uns magische Momente, wie dieses Foto einer Passionsblume, die in Wirklichkeit vor sich hinkränkelte, aber dann plötzlich eine Blüte produzierte, die von einer tiefstehenden Abendsonne geradezu enigmatisch erleuchtet wurde.

In der aktuellen ZEIT gibt es einen aufschlußreichen Briefwechsel zwischen Sabine Rückert, die Fußball haßt, und Harald Martenstein, der Fußball liebt.

Frau Rückert hat Probleme mit ihrem fußballbegeisterten Mann, der doch sonst so pflegeleicht ist, der sich aber leider stundenlang dem Fernsehen widmet, geht es um Fußball oder gar um die WM; der sich gar einen Kunstfaser-FC-Bayern-Schal um den sonst so leinen- und baumwoll-liebenden Hals schlingt, wenn er sich Spiele seiner Mannschaft ansieht. Und dessen leidende Ehefrau sich streng politisch korrekt den kapitalistischen Auswüchsen dieses Sports widmet, dessen wirtschaftliche Seite besonders korruptionsanfällig ist.

Alles richtig, konzediert Harald Martenstein, aber jemand, der diesem Sport nichts abgewinnen kann, sollte besser schweigen. Zur Partnerschaft gehöre es, dem Partner die Freiheit von abwegigen Hobbies einzuräumen, zumal ihr Mann sie ja nicht zwinge, mitzugucken. Kommerz, Korruption und unglaubliche Honorare gebe es auch in anderen Bereichen wie im Model-Business oder im Genre des Pop. Und überhaupt wolle er kein Leben führen, das politisch korrekt sei, dazu sei es zu kurz.

Drei zu Null für Martenstein.

Er darf der humorvoll-hedonistische Freigeist-Kolumnist sein, sie als Mitglied der Chefredaktion bedient protestantischen Zeitgeist und zugleich Mißtrauen gegen die Frauenquote. Denn seitdem Sabine Rückert Mitglied der Chefredaktion ist, läßt sie jegliche rechtsstaatlich orientierte Justizkritik vermissen, sondern deckt das psychiatrische Establishment in Gestalt von Prof. Dr. Kröber, der sich in den bayerischen Fehlurteilen bzw. Vollstreckungs-Desastern in den Fällen Ulvi Kulac und Gustl Mollath unsterblich blamiert hat.

Diese persönliche Psychiatrie-Allianz darf sie aus ihrer Machtposition heraus dahingehend ausleben, in unglaublicher Manier gegen die von bayerischen Fehlurteilen betroffenen Angeklagten Kulac und Mollath diffamierend zu Felde zu ziehen oder zu Felde ziehen zu lassen.

Und jetzt auch noch diese moralinsauren Traktate gegen den Fußball.

Ich habe heute ein 5:1 der Niederlande gegen Spanien gesehen, das aus magischen Momenten bestand.

Ich mag beide Mannschaften nicht, weil mir die Niederlande zu rüde spielen und Spanien zu technokratisch. Dennoch habe ich zu den Niederlanden gehalten, weil ich den spanischen Fußball für den Tod des Fußballs halte: Ballbesitz gleich Überlegenheit gleich Totlaufenlassen des Gegners gleich Konterchance. Das ist nicht der Fußball, der wirklich attraktiv ist. Gegen Paßgenauigkeit ist nichts einzuwenden, aber Tiki-Taka-Fußball ist schlicht langweilig.

Durch einen zu Unrecht gegebenen Elfmeter ging Spanien auch noch in Führung. Derlei Ungerechtigkeiten würzen ein Spiel, fördern manchmal sogar die Offensivkräfte des Gegners. Letztlich waren es individuelle Stärken und Schwächen, die das Spiel entschieden, und die Schiedsrichter-Fehlentscheidung, die zum 1:0 für Spanien führte, wurde kompensiert durch die Schiedsrichter-Fehlentscheidung, einen Angriff auf den spanischen Torwart zu übersehen, der zum 3:1 für die Niederlande führte.

Wie mag sich der spanische Torwart fühlen, der durch einen mangelhaften Paß auf einen eigenen Spieler das 1:4 verursachte? Und wie Arjen Robben, der durch eine Super-Einzelleistung das demütigende 5:1 gegen den Weltmeister besiegelte?

Drama pur, und nichts war vorhersehbar.

Das ist Fußball. So ähnlich ist auch Garten. Man plant und die Natur will es anders. In diesem Blog-Beitrag werden die weichen Themen behandelt. Die nicht planbaren. Die Momente, die berühren – die, die man braucht, um nicht vollends am Versagen des Rechtsstaats in Deutschland und an der macht- und wirtschaftspolitischen Gewalt in der Ukraine und anderswo zu verzweifeln.

Jetzt wird Obama mit dem Bush-Erbe eines verfehlten Irak-Krieges konfrontiert. Nun dürfen die USA womöglich Seit an Seit mit Iran gegen Extremisten vorgehen, die Alquaida weit in den Schatten stellen. Das ist alles nur noch verrückt.

So auch meine weltflüchtende Liebe zu Rosen, die aber zur Psychohygiene erforderlich ist. Insbesondere die zu meinen beiden sehr unterschiedlichen Rosen Augusta Luise, die sich im Mittelbeet ausbreiten.

14-06-09 Augusta Luise I 1 14-06-10 Augusta Luise II 214-06-09 Augusta Luise I Lavendel 2

 

Jeder kann sich vorstellen, was ein Gewitter oder ein Dauerregen diesen empfindlichen Schönheiten antut. So wenig, wie ich Kriegsfotographen verstehe, so wenig mag ich Schäden dokumentieren.

Mir ist der Optimismus zu eigen, daß der Fußball und die Natur siegen werden.

Was die Humanität angeht, bin ich skeptisch. Deren Gegner sind zu zahlreich.

Update 15.6.2014

1. Halbzeit England – Italien 1:1

Was für ein begeisterndes Fußballspiel!

Zwei gleichwertige, offensiv eingestellte Mannschaften, die einfallsloses Sicherheits-Kurzpaßspiel nicht nötig haben, um das Mittelfeld zu überqueren. Präzise lange Bälle tun es besser. Mir wird es angst und bange, wenn ich das temporeiche Spiel sehe, das in einem unerträglichen Dschungelklima vorgetragen wird. Mir wäre es wohl ergangen wie dem britischen Mannschafts-Physiotherapeuten, der schon im Sitzen abklappte.

Eigentlich darf das Spiel nur unentschieden enden. Und eigentlich sollte ich den Kommentator ausblenden, denn der stört.

[…]

Nun, Italien hat durch einen Glückstreffer das 2:1 erzielt, ich sage nur: Balotelli, das England mit all seiner wuchtigen Entschlossenheit nicht mehr ausgleichen konnte.

Das Drama schlechthin. So ist Fußball.

Der britische Physiotherapeut ist übrigens nicht wegen des mörderischen Klimas in Manaus zusammengebrochen, sondern weil ihm sein Freudentaumel angesichts des britischen Ausgleichs eine Knöchelverletzung beschert hatte.

Trotz des ungerechten Ausgangs: Reklame für echten Fußball.

Diese Fußball-Impressionen waren spontane Reaktionen auf ein begeisterndes Spiel. Morgen werden logistische Probleme angegangen: was kocht man, wenn man gewöhnlich zwischen 19:30 Uhr und 20:00 Uhr speist, das Spiel Deutschland gegen Portugal aber um 18:00 Uhr beginnt? Da bietet sich doch glatt eine Suppe an, die vorgekocht und in der Pause zwischen den Halbzeiten eingenommen wird.

Die Interviews, Analysen und Kurznachrichten dazwischen informieren eh recht wenig. Ob’s an mir liegt? Ich war, so sieht es aus, wohl noch nie mehrheitsfähig.

Meine Rosen offenbar auch nicht, denn laut Wikipedia bringt es die Rose Augusta Luise maximal auf einen Meter:

Sie ist eine überreich blühende Edelrose mit einem aufrechten Wuchs. Unter guten Bedingungen erreicht sie eine Höhe von 70 – 100 cm.

http://de.wikipedia.org/wiki/Augusta_Luise_%28Rose%29

Kürzlich habe ich in einem Kommentar gestrunzt, daß die höchste der meinigen 1,70 m erreicht habe. Heute habe ich das überprüft und muß zehn Zentimeter abziehen…

Nun sind die beiden Augusta Luises im Mittelbeet zwar prominent placiert und DER Blickfang. Mein rechtes Sonnen-Rosenbeet liebe ich aber nicht minder.

14-06-14 Rosen Totale 14-06-14 rote Rose und UmgebungDort gibt es natürlich nicht ausschließlich Rosen, sondern auch Johanniskraut, Lilien und vier Phloxe, um die größeren Mitbewohner des Beetes zu erwähnen. Die kleineren wechseln, da sie als Schneckenfutter fungieren, so sehr ich mich auch dagegenstemme. Demut gehört zum Gärtnerdasein dazu…

Zu den Rosen gehört die aristokratische Teatime, im Hintergrund die Diva meiner Rosen, die zickige Red Diamond, die ihrem Namen aber immer alle Ehre macht:

14-06-15 Teatime und red diamond 3Und die robuste Westzeit:

14-06-15 Westzeit 2

Und die namenlose große rote Rose, die jetzt gerade erst loslegt und an die 50-70 Blüten haben wird. Viel Freude werde ich in diesem Jahr auch am Cherry Girl haben, das doppelt so groß geworden ist als sonst, und traditionell immer als letzte ihre Erstblüte hat, so kompliziert ist die Ausbildung der zahlreichen Knospen an jedem ihrer Zweige.

Aber die Augusta-Luisen sind schon was Besonderes. Und sie riechen so gut.

14-06-15 Augusta Luise I 1 14-06-15 Augusta Luise I 2 14-06-15 Augusta Luise I 3 14-06-15 Augusta Luise I 6 14-06-15 Augusta Luise II 1Daß sie in die Magnolie hineingewachsen sind, lag natürlich nicht im Plan. Aber sie haben sich nun mal nicht mit dem einen Meter beschieden, der ihnen vorausgesagt war. Weshalb ich den einen und anderen Magnolienzweig, so leid es mir tut, abschneide.

Das mit der Gerechtigkeit ist gar nicht so leicht.

Update: 16.6.2014

Deutschland – Portugal?

Da war doch mal was! Genau, vor ziemlich genau zwei Jahren hatte ich schon mal einen Garten-Fußball-Artikel, zur Fußball-Europameisterschaft.

https://gabrielewolff.wordpress.com/2012/06/13/deutschland-gegen-portugal-und-viecher-bluhgut-fusball-und-garten-als-welt-in-der-nusschale/

Damals endete es 1 : 0, heute 4: 0, aber was bedeutet das Ergebnis für die Frage, ob man ein tolles Spiel gesehen hat oder nicht? Die einzige Übereinstimmung zwischen beiden Spielen war, daß Boateng den gefürchteten Ronaldo wiederum voll im Griff hatte. Der nicht einmal mehr in Schönheit starb, sondern in kläglichem Mißerfolg. Da baut der Gegner nicht einmal mehr eine Mauer auf, wenn er zum Freistoß ansetzt – das muß bis ins Mark verunsichern.

Einen einzigen wirklich gefährlichen Schuß produzierte er. Für sowas haben wir Neuer, für die Tore den Thomas Müller (solange Klose und Podolski auf der Bank sitzen) und wenn’s sein muß, auch den Abwehrspieler Mats Hummels, der dafür sorgte, daß auch die Borussen-Fans einmal ganz befreit jubeln konnten. (Gell, Stringa?)

Nach der ersten Halbzeit hätte das Spiel eigentlich aufhören können. Es war überirdisch gut, mehr ist dazu nicht zu sagen: Tempowechsel, lange intelligente Pässe, Torszenen, Elfmeter, gute Kombinationen, eine aufmerksame Abwehr, die Überlegenheit einer klar besseren Mannschaft, die die Portugiesen zu Fouls verleitete, gar zu einer Tätlichkeit gegen Thomas Müller, die mit einer roten Karte geahndet wurde.

Klar, ohne die zweite taktische Schongang-Halbzeit hätte Müller das dritte Tor nicht geschossen; aber dann hätte sich Hummels auch nicht verletzt. Haderhaderhader.

Die Löw-Niederschreiber wurden in die Ecke gestellt, die Gina-Lisas dieser Welt hatten dieses Mal keine Chance (die kleinlichen Skandalisierungsversuche wg. Urinierens in einem Hotelfoyer oder Führerscheinverlustes verpufften), und nun darf man hoffen, daß dieser Teil der Medien endlich a Ruah gibt.

Kommen wir zur Preisverleihung:

Thomas Müller bekommt eine jugendliche Teatime-Rose:

14-06-15 Teatime solo

Mats Hummels ein Zweiglein einer kleinen Neu-Rose mit dem poetischen Namen „Die Schöne aus Hamburg“:

14-06-10 Schöne aus HamburgUnd Ronaldo den Trostpreis; angesichts der imaginierten Heftigkeit des Trostbedürfnisses muß es schon eine spektakuläre, wenn auch nicht sehr haltbare, Blüte sein:

14-06-10 Hiibiscus 2Die Augusta Luise behalte ich natürlich für mich. Da wird nichts abgeschnitten…

 

@ Stringa:

14-06-15 weiße Rose

Update: 17.6.2014

Brasilien-Mexiko, 1. Halbzeit 0 : 0

Heute hatte ich gelesen, daß nach der Papierform Mexiko überlegen sei, denn in 16 Begegnungen habe Mexiko 8 Mal gewonnen und Brasilien nur 4 Mal. Statistik eben, die nichts aussagt. Mexiko war nicht überlegen. Brasilien allerdings auch nicht. Irgendwie kam mir das alles sehr planlos vor, was beide Mannschaften da veranstalteten, und so viele Fehlpässe habe ich bislang auch noch nicht gesehen. Zwei klare Torchancen für Brasilien. Und die Erkenntnis, daß der mexikanische Torwart Guillermo Ochoa nicht nur sehr niedlich ist, sondern auch ein guter Torwart.

2. Halbzeit, 0 : 0

25 Minuten vor Schluß wachte die brasilianische Elf auf und zeigte, daß sie eigentlich ein Tor schießen wollte. Leider ist die brasilianische Mannschaft keine Mannschaft, und so wurde daraus nichts – produzierte aber Spannung bis zum Schluß, auch durch die Konterchancen, die sie ermögllichte.

Ich habe keine Mannschaften gesehen, die sich auch nur für’s Viertelfinale empfohlen hätten. Dafür aber einen superattraktiven Weltklassetorwart aus Mexiko namens Guillermo Ochoa.

Ich habe leider keine Fotos für Euch.

Was Ochoa angeht, muß ich noch suchen…

Und bin mit einem Reisefoto aus Side (Türkei) fündig geworden.

Promenade 07

 

Update: 19.6.2014

1. Halbzeit England – Uruguay 0 : 1

Hektisch, hirnlos, harmlos, Herzinfarkt-Momente; dann schoß ein Liverpooler das Tor. Leider spielte er für Uruguay. (Ich bin parteiisch, mein Mann ist Brite.)

Am Klima kann es nicht gelegen haben, typischer englischer Sommer, 12 Grad Celsius. Eher lag es am fehlenden inneren Feuer, und außerdem: zunächst hatten die Briten kein Glück, und dann kam noch das Pech hinzu. Wayne Rooneys Kopfball an die Latte – der hätte doch reingehen müssen. Tat er aber nicht.

Die Deutsche in mir sagt: Uruguay führt nicht unverdient.

Interessante Frisuren gab es zu bestaunen. Ich wußte gar nicht, daß männliches Haupthaar soviele kreative Möglichkeiten bietet. Und figurbetonte Leibchen bei den Südamerikanern. Ob’s daran gelegen hat? 😉

2. Halbzeit England Uruguay 1 : 2

Spannend war sie, keine Frage. Und der liebe Wayne Rooney machte endlich sein WM-Tor zum 1 : 1. Und dann kam schon wieder dieser Liverpooler „El Pistolero“ Suares und erzielte den zweiten Treffer für Uruguay. Irgendwie kam der aus dem Nichts und stand – nein, er stand nicht, er lief – frei im Strafraum und verwandelte, woraufhin er sich mit Wadenkrämpfen vom Platz verabschiedete. Großartig, und irgendwie war klar, daß es das war. Das Spiel war gelaufen.

Gewinnt wirklich derjenige, der den Sieg am meisten will?

Bye bye, England. In Europa ist der Wurm drin, neben Spanien ist jetzt auch England draußen. Das wird die Suche nach dem EU-Komissionspräsident nicht erleichtern, zumal Luxemburg bei der WM gar nicht erst mitspielt.

Nun sollte ich wieder ein Gartenfoto einstellen, aber das einzig passende wäre eins meiner schwarzen Petunie. Die ich bislang aber noch nicht fotographiert habe. Das hole ich morgen nach. Versprochen.

Nachtrag: 20.6.2014

Hier ist sie:

14-06-20 Schwarze Petunie 1

Schweiz – Frankreich, 1. Halbzeit, 0 : 3

Ein Spiel, das den Zuschauer erfreut – alles dabei: Drama, Torszenen, tolle Schüsse, tolle Tore, ein gehaltener Elfmeter durch die Schweiz (mit einem Nachschuß gegen die Latte und einem zweiten, der auch sehr gefährlich war). Zwei Mannschaften mit Leib und Seele und Drang zum Tor.

Und eine tapfere Schweizer Mannschaft, die auch nach dem Doppelpack binnen einer Minute nicht aufsteckte. Hach, die Zuschauerin ist entzückt. Und bewundert mal wieder das wahre menschliche Ingenium, das in der Friseur- und Barbierkunst sein eigentliches Zentrum hat. Von Totalglatze bis Gel-Igel, von Dutt bis Mittelstreifen, der teilweise blond gefärbt, teilweise am Hinterhaupt spitz zulaufend, mal mit Ponyfransen, mal minimalistisch ausgeprägt war. Von Kein-Bart über Bartandeutung, 5-Tage-Bart oder Ziegenbärtchen bis richtigem Bart war alles dabei. Style as style can.

An den Torwart der Herzen kam allerdings keiner ran:

http://successfortress.com/guillermo-ochoa-one-of-soccers-best-goallies/

Schweizer mit exotischen Namen, die überall spielen nur nicht in der Schweiz. Unter dem deutschen Trainer Hitzfeld, der ihnen jedenfalls ein großes Kämpferherz verpaßt hat.

BTW: nicht Belgien, Frankreich ist der Geheimtip!

Schweiz – Frankreich, 2. Halbzeit, 2 : 5

Das 2 : 6 fiel zwei Sekunden nach dem unsensiblen Abpfiff, der mitten in eine Torszene der Franzosen trillerte.

Ein traumhaftes Fußballspiel – jeder, der es verpaßt hat, tut mir leid… Beide Mannschaften spielten offensiv weiter, und wie die Schweizer auch nach einem 0 : 5-Rückstand nicht aufgaben und noch zwei Tore machten: Respekt! Das 2 : 5 war ein Freistoß-Tor, und das müssen die Franzosen noch lernen: in der Mauer steht man nicht breitbeinig…

Nach diesem Fußballfest reiche ich meine Großrose, an der sich beide Mannschaften bedienen mögen.

14-06-20 rote Rose 1

Update 21.6.2014

Deutschland gegen Ghana – 2: 2

Bin noch immer ganz aufgewühlt von diesem Klasse-Fußballspiel. Die Zeit der Klein-Klein-Ballschieberei ist definitiv vorbei, gottseidank. Ghana hat stark und mit Löwenmut gespielt, sehr athletisch im Einsatz.

0 : 0 in der ersten Halbzeit, was nicht bedeutet, daß sie nicht spannend war. Im Gegenteil! Beide Mannschaften spielten auf Sieg, Torchancen auf beiden Seiten, ein Genuß für den Zuschauer. Aber erst in der zweiten Halbzeit ging es so richtig zur Sache. Was ich am Fußball liebe, ist seine Unberechenbarkeit. Da geht die deutsche Mannschaft durch Götze mit 1 : 0 in Führung, und da sollte man doch denken, daß dieser Vorsprung Sicherheit verleiht. Das Gegenteil ist der Fall. Binnen Minuten zwei gravierende Abwehrfehler, und Ghana führt 2 : 1.

Ich bin total unsportlich und wäre, Sportlichkeit unterstellt, für einen Mannschaftssport auch nicht geeignet gewesen. Und daher weiß ich nicht, wie es in der Psyche eines Mannschaftsspielers zugeht. Führt der Vorsprung in einem so engen Spiel vielleicht zu einem trügerischen Gefühl der Sicherheit?

Danach die Auswechselung. Die offensiven Kämpen Schweinsteiger und Klose steigen ein, und nicht mal zwei Minuten später schießt Klose das 2 : 2. Als ob ein Ruck durch die Mannschaft gegangen wäre, häufen sich die Chancen – aber auch Ghana steckt nicht auf. Es blieb spannend bis zum Schluß.

Ein großartiges Spiel. Und irgendwie schon ein Sieg für Deutschland, daß es nicht verloren ging.

Ein Kompliment an beide Mannschaften, die sich verausgabt und Reklame für Fußball gemacht haben, wie er sein sollte. Da muß nun meine Garten-Diva, die Red Diamond, ran.

14-06-20 red diamond

 

Update: 23.6.2014

USA gegen Portugal 2 : 2

Ich habe es dann doch noch geschafft, dieses Spiel zu sehen. Und habe es nicht bereut. Das Glückstor der Portugiesen in der 5. Minute habe ich verpaßt, das gebe ich zu, weil ich erst in der 7. Minute einschaltete. Ab da gab es nur eine Mannschaft, die Fußball spielte, und das war die der USA. Sie spielte, das war dank Klinsmann nicht anders zu erwarten, deutsch – nur eben nicht ganz so gut.

Ein spannendes Spiel, ein Spiel, das begeisterte. Die USA legten in der 63. Minute nach, 1 : 1. Sie erzielten das 2 : 1, völlig verdient. Ronaldo blieb pomadig, versemmelte einen Freistoß hoch übers Tor, glänzte bei einem Alleingang durch einen Schuß ins Seitennetz, markierte eine Schwalbe – eine desolate Vorstellung.

Wie Fußball so ist, nämlich ungerecht, gab es 5 Minuten Nachspielzeit und Portugal quälte sich irgendwie in der letzten Sekunde zum 2 : 2.

Nun fangen die Rechner wieder an zu rechnen. Ich denke, daß ich wieder einmal ein mitreißendes Spiel gesehen habe, das durch zwei unverdiente Glückstore einer unterlegenen Mannschaft gedreht wurde.

Für Deutschland heißt das: man muß die Mannschaft der USA durchaus ernstnehmen – aber Angst muß man nicht haben 😉

Update: 24.6.2014

Italien gegen Uruguay 0 : 1

Die erste Halbzeit entging mir, weil im Garten größere Aufräumarbeiten anstanden nach drei heftigen Schauern am heutigen Tag, von den Schnecken-Killaktionen ganz zu schweigen. Die zweite Halbzeit kriegte ich so halbwegs mit beim Kochen: letztlich muß man nicht alles ständig kontrollieren, da blieb genug Zeit, um mehr als nur ab und zu reinzusehen. Und während die asiatische Nudelpfanne manierlich gelang, mißriet das Spiel durch eine inakzeptable Schiedsrichterleistung. Ab da vertagte ich das Essen und guckte nur noch. Mein Mann wußte beides zu versöhnen: Gucken beim Essen.

Kleiner Tip: vielleicht sollte man keinen mexikanischen Schiedsrichter nehmen, wenn eine südamerikanische Mannschaft gegen eine europäische spielt?

Das Ende vom Lied der WM-Teilnahme Italiens war eine ROTE KARTE wegen eines Allerweltfouls, das maximal GELB erfordert hätte. Danach zeigte „El Pistolero“ Suarez, daß er nicht nur schießen, sondern auch beißen kann, und irgendwie bot sich die linke Schulter eines italienischen Gegenspielers an, über den er sich offenbar geärgert hatte. Das bekam der Schiedsrichter nicht mit, und auch die Schulter-Entblößung des Gebissenen half nicht, weil sie definitiv unversehrt wirkte. Das Trikot hat wohl eine Spurenbildung verhindert.

Danach gab es kurz vor dem offiziellen Schluß ein Ecke-Tor-Tor für Uruguay, wogegen die Italiener anrannten. Drama pur, zwischendurch zückte der Schiri auch die gelbe Karte gegen den Torwart von Uruguay, wieso, ist mir entgangen in der Hektik, weil die fünf Minuten Nachspielzeit so kräftezehrend waren und ich schon an die Chinapfanne dachte. Und dann krönte der Schiri seine Leistung auch noch dadurch, daß er die Nachspielzeit eigenmächtig um 40 Sekunden verlängerte, was wohl seine Entschuldigung gen Italien sein sollte, denn deren Mannschaft war bei einem Freistoß am Zug.

Ich kann natürlich nicht sagen, woran es lag, daß die Italiener bis zur 70. Minute, als das Drama begann, kein Tor geschossen haben. Logischerweise haben sie sich das selber zuzuschreiben. Aber was in den letzten 25 Minuten der Partie geschah, muß man wohl wie ein Naturereignis hinnehmen. Such is life.

Jetzt sind die Angstgegner der Deutschen, nämlich Spanien, Italien und England draußen. Und neue Angstgegner wachsen nach.

Zwei Symbolbilder aus meinem Garten, in dem es auch ein Mini-Biotop gibt, bei dem man nie weiß, wie es im neuen Jahr aussehen wird:

14-05-20 Biotop 1

Und hier nature in a nutshell:

14-05-20 Terrasse Flieder 2Update: 25.6.2014

1. Halbzeit Ecuador – Frankreich: 0 : 0

Irgendwie störend, dieser Kommentator Gottlob: jeden Furz der Ecuadorianer bejubelnd, aber das schöne Kombinationsspiel der Franzosen, die in dieser Halbzeit die dickste Chance hatten, ignorierend. Wir sehen ein sehr unterschiedliches Spiel – aber das ist wohl immer so.

Ich hadere mit der Technik, der olle Fernseher reagiert nicht mehr auf die Fernbedienung, an Batterieschwäche soll es nicht liegen (sagt mein Mann), oben weist er – der Fernseher – zwar Knöpfe mit verwirrenden Piktogrammen auf, die ich allesamt nicht verstehe (früher stand da schlicht „Ein“ und „Aus“, heute gibt es Symbole für Analphabeten, zu denen ich nicht gehöre), aber allesamt durchprobiert habe, leider tut sich da auch nichts, und meine Erfahrungen mit livestream-Internet-Fernsehen sind mies: wenn es spannend wird, fällt es aus. Plötzlich rotiert da was und es heißt: „Loading“, aber das ist nur eine Verheißung…

Kurz und gut: Frankreich, das mit einem Unentschieden Gruppenerster wäre, spielt auf Sieg, bislang glücklos, und Ecuador, das gewinnen muß, um weiterzukommen, präsentiert sich harmlos.

Die wackeren Schweizer führen 2 : 0 gegen Honduras, und wären weiter, wenn Frankreich gewönne. Und jetzt zurück zum Livestream.

2. Halbzeit Ecuador – Frankreich: 0 : 0

3 : 0 hätte die drückend überlegene französische Mannschaft, die in Zweitbesetzung auflief, gewinnen können, hätte sie nicht so glücklos gespielt. Sowas gibt’s im Fußball, im Kommentatorensprech heißt es dann gern, daß der Knoten nicht platze. Trotz beseelter Anfeuerungen von Herrn Gottlob, der sich die Ecuadorianer auch dann noch im Achtelfinale wünschte, als die wackere Schweiz schon 3 : 0 gegen Honduras führte, was dann auch der Endstand war, hatte der Simpelzuschauer wie ich niemals das Gefühl, daß einer der harmlosen Angriffe von Ecuador zum Erfolg hätten führen können.

Herr Gottlob hat wohl mitbekommen, wie enervierend falsch seine Kommentierung lag, sonst hätte er am Ende nicht behauptet, nicht Ecuador hätte Rot sehen sollen, sondern mindestens zwei Mal Frankreich. Sowas nennt man „Nachtreten“ zur Rechtfertigung des eigenen bias.

Gut. Frankreich und die Schweiz sind weiter. Ein schöner Fußballabend.

Und morgen werde ich es trotzdem ausprobieren mit einer neuen Batterie für die Fernseh-Fernbedienung. Und jetzt grüble ich nach, welches Blumenbild wohl zu diesem trefflichen Fußball-Abend am besten paßt. Hm. Ach ja. Die erste Pfingstrose in meinem Garten, die wirklich pfingstnah zu blühen begann, nämlich am 14.6.2014.

 

14-06-01 PfingstroseAuch wenn sie dieses Jahr schwächelte und nur diese eine Blüte produzierte.

Es ist wie beim Fußball. Man steckt nicht drin. 😉

 

Update: 26.6.2014

Deutschland – USA  1 : 0

Das Spannendste war ja vor dem Spiel. Vormittags hatte ich den Dreh raus, wie ich den Fernseher ankriege, eine Kombination aus Knopf am Gerät und halb funktionierender Fernbedienung. Kurz vor dem Spiel (muß an der Aufregung gelegen haben), klappte sie aber nicht mehr. Panik. Schließlich hatte ich doch ein Bild, nur daß mir die Mannschaftsaufstellung von Portugal präsentiert wurde. Portugal? Hektik, bis ich die Sendereinblendung „ZDF-Info“ entdeckte. Punkt 18 Uhr war ich drin im Spiel.

Ein disziplinierter Arbeitssieg, der die Kräfte der Spieler und die Nerven der Zuschauer schonte. Nie mußte man Angst um die Jungs haben, und das mal-wieder-Müller-Tor in der 54. Minute war das Sahnehäubchen auf dem grundsoliden Streuselkuchen. Zumal sie danach, anders als gegen Ghana, wieder schön diszipliniert weiterspielten, als wäre nichts geschehen.

Rundum gelungen – bis auf die Chancenverwertung. Auch die USA sind weiter, dank des 2 : 1 von Portugal gegen Ghana. Heute war der erste Sonnentag nach vier Regentagen, meine Schneckenfangquote der reine Wahnsinn, und so tritt jetzt behagliche Entspannung ein. Die werde ich nutzen, um Fotos auszusuchen…

Spielbegleitende Harmonie, so dachte ich’s mir, herrscht ja vor allen Dingen auf der Terrasse, selbst wenn es auch dort ungeahnt wild wuchert und man immerfort eingreifen muß. Die Susanne häkelt sich in den Oleander, die Geranie nimmt dem Jasmin das Licht weg, und Schneckenalarm herrscht täglich in den Töpfen der Verbene, der Petunie und der Lobelien. Aber ansonsten – die schönste Eintracht. Passend zum heutigen Tag.

14-06-10 Hibiscus

14-06-26 Terrasse Margerite

14-06-26 Terrasse Begonia Bionfire

14-06-26 Terrasse Petunie

14-06-26 Terrasse Schwarzäugige Susanne 214-06-26 Terrasse Kommode

 

Den nächsten Gegner der deutschen Mannschaft habe ich mir auch angesehen, jedenfallls ab der 37. Minute: Rußland oder Algerien? Rußland führte da mit 1 : 0. Die deutsche Mannschaft hat Glück gehabt: von zwei unorganisierten Mannschaften mit hoher Fehlpaßquote kam die schlechtere durch ein 1 : 1 weiter.

Ich denke nicht, daß Algerien ein Stolperstein für die deutsche Mannschaft werden wird. 🙂

 

Update: 28.6.2014

Brasilien gegen Chile: 1 : 1 nach Verlängerung, 3 : 2 im Elfmeterschießen = 4 : 3

Was für ein Spiel!

Die erste Halbzeit ungestüm, offensiv, ohne Spielfluß, da zu viel gefoult wurde (insbesondere von den Chilenen). Das 1 : 0 für Brasilien durch ein gut herausgespieltes Eigentor. Und dann das: die brasilianische Nr. 7, Hulk, vertändelt einen Ball im eigenen Strafraum, das gnadenlose 1 : 1 folgt auf dem Fuß.

Dieser Hulk war mir schon aufgefallen, als er auflief. Ein Bär von einem Mann, ganz untypisch für einen Südamerikaner. Ein gutmütiger Riese, tapsig aber schnell. Als ich dann hörte, daß er für St. Petersburg spielt, mußte ich lachen. Nach seinem Fehler in der ersten Halbzeit war es für mich ein Hulk-Spiel, zumal Neymar nur in der ersten Halbzeit zeigte, was für ein großer Fußballspieler er ist.

Und das ist Hulk, der eigentlich ganz anders heißt:

http://www.blick.ch/sport/fussball/fuer-96-millionen-st-petersburg-schnappt-sich-hulk-und-witsel-id2021434.html

In der zweiten Halbzeit und in der Verlängerung wollte Hulk seinen verhängnisvollen Fehler wiedergutmachen. Hulk war hinten, Hulk war vorne, Hulk flankte, Hulk schmiß sich hin und rein, Hulk donnerte wuchtige Fernschüsse aufs Tor. Einen faustete der chilenische Torwart Bravo, der nicht nur so hieß, sondern auch ein ums andere Mal so rettete, gerade noch so eben weg.

Nichts wollte gelingen. Eine Tragödie für den Mann, eine Tragödie für die Mannschaft. Nach sieben (!) gelben Karten das Elfmeterschießen.

Drama pur. Ganz Großes Kino. Der brasilianische Cäsar unter den Torhütern hält zwei Elfmeter. Dann kommt Hulk. Der braucht nur seine Masse einzusetzen. Ich sehe ihn anlaufen – nein, das ist nicht das richtige Wort. Er trippelt an, und da weiß ich schon: das geht daneben. Unglaublich, wie schwach so ein Kraftbündel schießen kann, wenn die Verantwortung niederdrückt. Bravo hält. Hulk ist am Boden – es wird ihn nicht getröstet haben, daß auch ein anderer Brasilianer daneben schießt.

Dann kommt Neymar, der es allen zeigen will und es auch tut. Nun ruht die Last auf dem letzten Chilenen. Der trifft den Pfosten. (Die größte Chance kurz vor Schluß hatten ebenfalls die Chilenen: da rettete die Latte.)

Was für ein Spiel! (Man kann es gar nicht oft genug ausrufen.) Mit dem glücklichen Ende für Brasilien, für die WM und für unsere Mannschaft. Denn gegen die ruppigen, leidenschaftlichen Chilenen spielen zu müssen, ist ausgesprochen undankbar. Mein Puls geht langsam runter.

Ich suche was Ruhiges aus dem Garten aus.

14-06-26 Terrasse lila Hortensie

Nachtrag:

Achja, ich vergaß – oder habe ich es verdrängt? Hulk schoß sogar das 2 : 1 für Brasilien – aber es zählte nicht und er kassierte dafür sogar eine gelbe Karte. Anders als bei einem weltberühmten argentinischen Spieler, der damit durchkam, lenkte zwar nicht die Hand Gottes den Ball ins Tor, aber sein Oberarm den Ball auf den Fuß, der das Tor erzielte. Hulk hat wirklich alles probiert, das muß man schon sagen.

Update: 29.6.2014

Uruguay-Kolumbien 0 : 2

Ich schrieb es schon in einem Kommentar:

Gesendet am 28.06.2014 um 23:03 | Als Antwort auf stringa .

Leider ist mein Tränendes Herz schon vor Jahren eingegangen, ich müßte also im Archiv suchen… Und außerdem sehe ich gerade Kolumbien-Uruguay, mit dem Traumtor dieser WM bislang durch Kolumbiens James Rodriguez. Perfektion in Reinkultur, und eine völlig verdiente Führung nach der ersten Halbzeit. Muß wieder weg!

https://gabrielewolff.wordpress.com/2014/06/14/die-fusball-wm-und-die-garten-ecke/comment-page-1/#comment-37108

Verwirrung herrscht bei mir nur, weil dieser Rodriguez ein Trikot trägt, auf dem lediglich „James“ zu lesen ist, was der Kommentator aber nicht englisch wie „Dschäims“, sondern spanisch wie „Chamess“ aussprach. Dennoch tauchte immer wieder die Kombination „James Rodriguez“ auf. Wie er nun auch immer heißen mag, der Mann ist Weltklasse und schoß das 0 : 2 in Thomas Müller-Manier, nach selbstredend genialer Vorbereitung durch seine Mannschaft. Er hat nun 5 Tore bei dieser WM gemacht und ist eine echte Gefahr nicht nur für Müller, was den Torschützen-Rang angeht. Sondern auch für Brasilien, auf das die junge, frische, offensive Mannschaft Kolumbiens demnächst treffen wird.

Diese Begegnung wird ein Fußballfest, ganz bestimmt!

Die Uruguay-Mannschaft war nach der 9-Spiele-Sperre ihres bissigen Leader of the Pack Suarez nur ein Schatten ihrer selbst. Und das ist auch gut so.

Für diese überzeugende Vorstellung gibt es einen Gruß meiner Cherry  Girl:

14-06-27 Cherry Girl 2

Weiteres Update vom 29.6.2014:

Niederlande – Mexiko 2 : 1

Wie ungerecht! Mexiko spielte Fußball, die Niederlande pennte im Schlafwagen. Trotz vieler Chancen in der ersten Halbzeit für Mexiko stand es 0 : 0, und so war es ausgleichende Gerechtigkeit, daß Arjen Robben, der gern Elfmeter herausschindet, den Elfmeter kurz vor Schluß der ersten Halbzeit nicht bekam.

Wegen Hollands Schlafmützigkeit war von Guillermo Ochoa, dem attraktiven Torwart Mexikos, leider nur sehr wenig zu sehen.

Das änderte sich zunächst auch in der zweiten Halbzeit kaum, denn wieder spielte nur eine Mannschaft: Mexiko, das in der 50. Minute das erlösende 1 : 0 erzielte. Eine völlig verdiente Führung, die die Niederlande aufrüttelte und der begeisterten Zuschauerin mögliche und eigentlich unmögliche Paraden Ochoas bescherte. Das Spiel wurde mitreißend, und es kam, was aufgrund des Drucks kommen mußte: ein gewaltiger Fernschuß, abgezogen mit all dem Frust, den das Oranje-Team angesammelt haben mußte. Ein unhaltbarer Schuß, „selbst für Ochoa“, wie der Kommentator anmerkte. Arjen Robben markierte eine Schwalbe und ließ sich in den Strafraum fallen, aber der Schiedsrichter durchschaute das Spiel.

Dummerweise bekam er „seinen“ Elfmeter doch noch, als er sich zwei Minuten vor Ende der sechsminütigen Verlängerung nach einer unwesentlichen Feindberührung wiederum mit Schmackes auf den Boden schmiß. Nie und nimmer war das einen Elfmeter wert! Ochoa entschied sich für die falsche Ecke, und das Spiel war gelaufen.

Ich weiß, ich weiß, Fußballergebnisse sind selten gerecht -: aber ich hätte es nun mal gern. Stringa hätte gern ein Tränendes Herz gehabt, nun habe ich es im Archiv gefunden, ein Foto vom 6.5.2007. Irgendwann hat die Pflanze den Winter nicht überstanden, und heute hätte sie dort ohnehin keinen Platz mehr gehabt, nachdem der Wein am Zaun und der Ranunkelstrauch daneben um die Vorherrschaft kämpfen.

Tränendes Herz 6.5.2007Aber eigentlich ist mir so zumute wie beim Anblick der Teatime-Rose nach vier Tagen Regen:

14-06-26 Teatime 2

Für die Freunde der Augusta Luise: ihre erste Blüte ist definitiv vorbei. Die vordere hat noch zwei Knospen, die hintere eine Blüte und zwei Knospen. Und endlich einen neuen Trieb, um den ich sie schon im letzten Jahr gebeten hatte – ohne Erfolg.

14-06-28 Augusta Luise II14-06-28 Augusta Luise II neuer TriebUnd so geht es doch immer weiter, trotz Träne im Knopfloch.

 

Update 30.6.2014

Frankreich – Nigeria 2: 0

Nö, das Achtelfinale Costa Rica – Griechenland habe ich nicht zu Ende gesehen. Zwei schlechte Mannschaften, ein schlechtes Spiel, und mir schwante, daß ein Elfmeterschießen entscheiden würde. Nun hat wenigstens ein Außenseiter im Elfmeterschießen gewonnen, und das ist ja immer irgendwie gut.

Deutschlands nächster Gegner ist Frankreich, sollte das Spiel gegen Algerien heute gewonnen werden. Und zwar zurecht. Nach einem munteren Offensiv-Fußballspiel beider Mannschaften, die lange Zeit gleichwertig waren, tolle Chancen hatten und nur insoweit den Genuß trübten, als allzuviele Pässe nicht ankamen und also der Zufall zuhilfe kommen mußte.

Da fiel mir ein französischer Spieler ins Auge: Matthieu Valbuena von Olympique Marseille, der Zwerg mit der Nummer 8. Mindestens einen Kopf kleiner als alle anderen Spieler auf dem Feld, ausgesprochen kurzbeinig, ein wenig erinnerte er mich an einen schlanken Dirk Bach. Großer Gott, wie der herumwuselte. Kaum hatte er eine Ecke getreten, lauerte er schon hinten in der Verteidigung. Der Mann war überall und immer rechtzeitig da, wie der Igel vor dem Hasen. Verteilte die Bälle, trat viele Ecken, ein kleiner Tausendsassa. Einmal gewann er sogar ein Kopfball-Duell – ich war platt. Der Lange neben ihm war einfach zu früh gestartet und war schon auf dem absteigenden Ast, als Valbuena zum richtigen Zeitpunkt wie ein Flummi hochschoß.

Valbuena trat die Ecke, die zum 1 : 0 durch Frankreich in der 79. Minute führte. Valbuena bereitete mit seinem Paß das Eigentor durch Yobo in der Nachspielzeit vor – und hey, Yobo konnte nichts dafür. Alle reden von Benzema und Giroud und wie sie alle heißen mögen. Held des Tages war allerdings die kleine große Nr. 8.

Wie auch im Garten die Nahaufnahmen oft die schönsten sind:

14-06-28 rote Rose Johanniskraut 214-06-28 Lavendel Schöne aus HamburgIch habe gerade gegoogelt:

Der Mann ist gerade einmal 3 cm größer als ich, nämlich 1, 67 m. Wow.

http://www.weltfussball.de/spieler_profil/matthieu-valbuena/

 

Update 1.7.2014

Deutschland- Algerien 2 : 1 n.V.

So ist das in K.O.-Spielen, die Angst ist groß, und daher manifestiert sich der Siegeswille erst in der Verlängerung. Mein Erkenntnisgewinn: Manuel Neuer ist ein klasse Feldspieler. Und Schürrle absolut ein Gewinn.

Wow. Es geht weiter. Jetzt gegen Frankreich.

Kompliment:

14-06-28 rote Rose 2

 

 

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Frauen zwischen Schmerzensmännern, Frauenquote und Top-Model: Was will das Weib?

Die alte Freud’sche Frage bleibt unbeantwortet wie eh und je. Schlimmer noch: läßt man Revue passieren, was in den letzten Monaten zum Problem-Thema ›Frau‹ alles medial auf uns einprasselte, kann man nur zu dem Schluß kommen, daß die Frauen das selber nicht wissen. Oder daß jede etwas anderes will. Die meisten aber alles auf einmal. Eine Kakophonie.

Gefühlt fing es mit Nina Pauer und ihrem Essay in der ZEIT an:

Die Schmerzensmänner

Heute tragen die jungen Männer Bärte und spielen Gitarre. Sie sind lieb, melancholisch und sehr mit sich selbst beschäftigt. Für die Frauen wird das zum Problem.

http://www.zeit.de/2012/02/Maenner/komplettansicht

Da gibt es nun endlich den Neuen Mann, den frau immer wollte, und dann ist er zu unsexy geraten. Er ist ihr zu ähnlich. Da fehlt die Spannung. Ein Problemquatscher. Ein Waschlappen. Ein geschwätziger Nicht-Entscheider, der die Kunst des Aussendens und Lesens erotischer Signale nicht mehr versteht. Der nicht kapiert, daß er gleichzeitig Sensibelchen und ein richtiger Mann sein soll, der umwirbt, flirtet und in sexualibus die Intiative ergreift. Denn frau will gewollt werden.

Ein paar Sätze aus diesem Essay:

Denn auf die junge Frau wirkt die neue männliche Innerlichkeit, das subtile Nachhorchen in die tiefsten Windungen der Gefühlsregungen schrecklich kompliziert. Und auf die Dauer furchtbar unsexy.

Als Gefährte ist er vielleicht ein bisschen grüblerisch, aber man kann gut mit ihm reden. Er achtet auf sich, ist höflich, lieb, immer gepflegt und gewaschen, benutzt Parfums und Cremes, macht Diäten und hört wunderbar melancholische Mädchenmusik. Nur wenn der entscheidende move gefragt ist, er sich herüberbeugen und die junge Frau endlich küssen sollte, fängt sein Kopfkino an. Vielleicht möchte die junge Frau gar nicht geküsst werden? Vielleicht würde sie sonst selber den ersten Schritt tun?

Der junge Mann spricht nur nachts, betrunken, direkt zu ihr. Er sei verletzt worden in der Vergangenheit, er wolle seinerseits nicht verletzen, erklärt er mit ernstem Blick. Und schafft es danach schließlich doch noch, die junge Frau kurz zu küssen, nur um sich danach sofort für seine plumpe Hemmungslosigkeit zu entschuldigen. Die nächsten Treffen werden verkrampft. Spiegeln gleich stehen sich die Geschlechter gegenüber und hyperreflektieren ihre Beziehung zu Tode, bevor sie überhaupt angefangen hat. Die Körper haben keine Chance gegen ihre Köpfe, die junge Frau geht.

Auf die überfordernde Doppelbotschaft, in der Partnerschaft ebenbürtig, im Geschlechterspiel selbstbewusst zu sein, kann er nur mit noch mehr Reflektion antworten.

Die junge Frau indes schimpft vor ihren Freundinnen, die böse Waschlappen-Metapher fällt. Als der junge Mann bei ihr klingelt, ihr ein letztes Tape mit seiner Bardenmusik übergibt und sie hoffnungsvoll um eine neue Chance bittet, regt sich nichts als der Wunsch, ihn tröstend in den Arm zu nehmen, anstatt sich flammend an seine starke Brust zu werfen.

http://www.zeit.de/2012/02/Maenner/komplettansicht

Da wird die junge Frau also vorzeitig zur Mutter, und das auch noch mit dem falschen Objekt. Die Lage ist ernst. Was nun? Auch die urbane emanzipierte junge Frau von heute will sich schließlich noch begehrt fühlen. ›Selber schuld!‹ ruft ihr Jonathan Widder zu:

Wenn Pauers „junge Frau“ nun trotz aller Emanzipation einen Mann will, an dessen starke Brust sie sich flammend werfen kann, dann müsste sie zusammen mit ihren aufgeklärten Freundinnen mal darüber nachdenken, ob es wirklich vernünftig ist, dem Mann als solchem immer wieder Schuldgefühle einzureden, weil er angeblich mit seiner gewalttätigen Natur für das Böse in der Welt verantwortlich ist – was letztendlich ja  doch höchstens sein Rückgrat zerstört und zu einer geknickten Haltung führt.

Sie müsste noch einmal genau prüfen, wie sinnvoll die Strategie ist, die Vertreter des anderen Geschlechts in kurzsichtigen publizistischen Rundumschlägen niederzumachen, nur um sich anschließend über deren Niedergeschlagenheit zu empören.

http://www.jonathanwidder.de/index.php/easyblog/der-frust-der-frauen.html

Genauso ist es: jahrzehnte- wenn nicht gar jahrhundertelang wurde das männliche Geschlecht verteufelt, wie Christoph Kucklick (auf dessen Text ich irgendwann einmal näher eingehen muß, so wichtig und richtig ist er) hier eindrucksvoll nachweist:

http://www.zeit.de/2012/16/DOS-Maenner/komplettansicht

Nun ist es, das männliche Geschlecht, bis zur Unkenntlichkeit domestiziert, und das Ergebnis mißfällt. Mag die Kausalität zwischen Erziehungsprozeß und Endprodukt auch noch so scharfsinnig hergeleitet sein: konstruktiv ist diese Kritik der Erziehungsarbeit natürlich nicht.

Wie also ist der jungen Frau von heute zu helfen? Harald Martenstein rät zu einem Perspektivwechsel:

Die modernen Frauen wollen Typen, die hin und wieder, und zwar genau dann, wenn die modernen Frauen es wollen, auch mal ein bisschen macho sind.

Ich finde das unlogisch. Ein Typ, der auf Wunsch einer Frau den Macho gibt, verhält sich, weil er dem Befehl der Frau folgt, doch völlig antimacho und softie. Ein echter Macho zieht sein Ding durch und lässt sich nicht reinreden. Wenn ein echter Macho Lust dazu hat, mal selbstreflexiv zu sein, dann tut er das auch. Wenn es sein muss, dann reflektiert er die ganze Nacht. Wir lassen uns das Jammern nicht verbieten.

http://www.zeit.de/2012/08/Martenstein

Diese geistige Volte hilft frau natürlich nur begrenzt. Denn erstens will die moderne junge Frau von heute keinen klassischen Macho von gestern, und der Macho von heute, der sein Mann-Sein darin erschöpft, die Frau nicht zu wollen, ist ja nun vollkommen uninteressant. SIE will einen Mann, der auf dieselbe Art kompliziert ist wie sie selbst. Der zweite Lebenshilfe-Tip kommt von Christoph Scheuermann:

Die Verweigerung von Eindeutigkeit ist die Stunde des grauhaarigen Gentleman, der hier und da noch existiert. Ihm liegt plötzlich ein riesiges Reservoir enttäuschter junger Frauen zu Füßen, derer er sich annehmen kann. Auf lange Sicht ist der alternde Bohemien, nicht der Macho, der Profiteur der Schluffi-Krise. Für die jungen Männer ist das seltsam, aber im Grunde wenig ärgerlich, weil ohnehin genügend Frauen übrig bleiben.

Beide Gestalten, die Optimier-Frau und der Lieber-nicht-Mann, sind zugleich tragische wie komische Figuren der Gegenwart. Tragisch, weil sie sich mit ihrer Verbesserungssucht und Entscheidungsunlust so lange gegenseitig quälen, bis sie zusammenbrechen vor Erschöpfung. Komisch, weil sie trotzdem nicht voneinander lassen können.

http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,809420-2,00.html

Nun mag der alternde Bohemien hier und da gottlob noch aufzutreiben sein, seltener auf dem Lande oder in der Kleinstadt, aber Berlin ist schon mal kein schlechter Turf. Allerdings: mehr als ein Mann für gewisse Stunden wird er nicht sein können, da er regelmäßig in festen Händen ist und den sicheren Hafen als Ablegestelle schätzt. Und die junge Frau in Nina Pauers Essay wünscht sich doch eine richtige BEZIEHUNG. Genau das ist ihr Fehler, bescheidet Alice Schwarzer barsch. Das ›Weibchen‹ muß an sich arbeiten, die neuen trantütigen Männer sind nämlich goldrichtig für ihr Gender-Programm hin zur spannungslosen Geschwisterlichkeit:

Pointiert tischte Schwarzer unter dem Titel «Emanzipierte Frauen und verunsicherte Männer – und nun?» ihre anekdotisch gespickten Thesen auf, die zwar nicht immer über alle Zweifel erhaben schienen, deren Kern aber manche angeblich verunsicherten Männer aufmuntern musste: «Lasst euch vom Ruf nach echten Männern nicht verwirren. Lasst euch nicht von Weibchen und Machos aufhalten, zu echten Menschen zu werden», sagte sie.

http://www.nzz.ch/nachrichten/zuerich/stadt_und_region/lieber_keine_echten_maenner_1.16127848.html

Männer sind nämlich keine Menschen, wie Kucklick nicht nur anhand dieser stereotyp-diskriminierenden Sentenz grandios herausgearbeitet hat. Praktisch bewandert, wie Alice Schwarzer in Sachen heterosexueller Sexualität nun einmal ist, also sozusagen päpstlich, hat sie aber auch noch einen Verhaltenstip auf Lager:

Sie scheint nicht zu begreifen, dass das Verhalten im Beruf einerseits sowie in Liebe und Familie andererseits unteilbar ist. Ich finde es sehr begrüssenswert, wenn Männer jetzt nicht immer nur die Helden spielen oder vielleicht auch mal Frauen sich trauen, als erste zu küssen.

http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Frauen-sollten-auch-mal-zuerst-kuessen/story/28937231

Selbst für eine gnadenlose Chefin (im Beruf) ist das aber nicht so easy, wie sich das anhört. Beruflich folgt die Unangreifbarkeit aus der Funktion. Privat begegnen sich Menschen, was Schwarzer womöglich vergessen hat. Männer haben es jahrhundertelang gelernt, sich Körbe einzufangen, ohne grundsätzlich an sich und ihrer Attraktivität zu zweifeln, ob sie vorhanden ist oder nicht. Jeder weiß auch, daß nichts schlimmer ist als der Zorn einer verschmähten Frau. Würden Männer sich also trauen, weibliche Avancen abzulehnen? Sie träumen ja nur davon, von einer Frau angemacht zu werden, die sie selbst auch wollen. Kriegen Männer es hin, so diplomatisch weibliche Kußversuche abzulehnen, daß die Rachearie ausbleibt? Eine verfahrene Kiste…

Ebenso wie die alte findet auch eine junge Feministin, Julia Seeliger, daß Pauers junge Frau einen Webfehler hat:

Ich musste erst lernen, dass das Private auch politisch ist. Dass Beziehungsglück auch eine Menge mit dem Geschlechterverhältnis zu tun hat. Und dass Sex und Gefühle eine Rolle spielen. Und dass an Reflexion und Gespräch darüber kein Weg vorbeigeht. Dass es einen sexuellen Konsens geben muss, den man vor dem Sex verhandelt, damit man beim Sex nicht mehr nachdenken muss.

[…]

Küssen ohne zu fragen ist uncool

Und das sollte er auch. Ein Mann kann gar nicht zu lange nachdenken, ob er eine Frau „einfach küssen“ kann. Einfach küssen ohne vorher zu fragen ist reichlich uncool, egal, wer da wen küsst. Ob ein Mann eine Frau küsst, eine Frau eine Frau oder ein Mann einen Mann. Oder ein Transgender einen Intersexuellen. Mir ist es mal passiert, dass mich einer einfach versuchte zu küssen. Daraufhin habe ich „Nein“ gesagt, mich schlafen gelegt und die Person danach nie wieder getroffen.

[…]

Anstatt ein reaktionäres Gesellschafts- und Männerbild zu vertreten, sollte Nina Pauer vielleicht einfach mal anders küssen. Vielleicht selbst mal fragen, ob man den Mann küssen darf?

http://faz-community.faz.net/blogs/allerseelen/archive/2012/01/07/richtig-kuessen-frau-pauer.aspx

Wie sie das macht, hat sie 09. Januar 2012, 10:43 ebenfalls verraten:

Zur Sache: da ich nicht „date“, muss ich auch nicht nach dem dritten Rotwein debile Fragen wie „Ich würde dich schon so lange so gern küssen. Darf ich jetzt vielleicht?“ stellen. Ich bevorzuge Formulierungen wie „Hey, lass mal rausgehen, knutschen“. Solche Formulierungen habe ich schon mehrmals in meinem Leben verwendet, ich habe das aber nicht gezählt.

http://faz-community.faz.net/blogs/allerseelen/archive/2012/01/07/richtig-kuessen-frau-pauer.aspx

Aber da merkt man schon, daß sie der unromantische Typ ist, eher das Mädel zum Pferdestehlen, handfest und direkt. Von Begehren und herzklopfender Verliebtheit keine Spur, und mit Dates hat sie auch nichts am Hut. Das kann kein Role-Model für eine sich anbahnende Romanze in Prenzlauer Berg sein. Liebe ist ja ganz etwas anderes. Mit ihrer juristisch sauberen Verhandlungstechnik vor dem Sex liegt sie dafür voll auf der aus den USA zu uns herüberschwappenden ›Yes-means-Yes‹-Kampagne:

NEIN heißt NEIN oder Antisexismus muss Praxis werden: das Zustimmungskonzept.

23. Dezember 2008

in Allgemein

Zustimmung definiert das freiwillige und ausdrückliche Einverständnis aller Beteiligten zu einer spezifischen sexuellen Handlung. Ab wann genau eine sexuelle Handlung beginnt, wird sehr subjektiv wahrgenommen, daher: besser zuviel als gar nicht fragen. Eine Grenzüberschreitung kann durch eine flüchtige Berührung als solche erlebt werden, deswegen frag lieber auch bei einer Umarmung oder einem Kuss, ob das für die Person in Ordnung ist.

Übergriffiges Verhalten, Grenzverletzungen und sexualisierte Gewalt können Traumata bei den Betroffenen auslösen – deswegen ist es wichtig, bei jeder sexuellen Handlung mit der_dem Partner_in zu kommunizieren. Durch Reden erfährst du, wie weit dein Gegenüber gehen möchte und kannst potentiellen Grenzverletzungen vorbeugen.

Zustimmung bedeutet immer wieder und jedes einzelne Mal und für jede sexuelle Handlung zu fragen, also zum Beispiel, ob es einer Person angenehm ist, wenn ihr euch küsst, umarmt, streichelt, du ihr den Rücken kraulst…

http://defma.blogsport.de/2008/12/23/nein-heisst-nein-oder-antisexismus-muss-praxis-werden-das-zustimmungskonzept/

Das ist freilich der Tod der Erotik und das Ende aller Leidenschaft. Und was ist mit denen, die keine Liebhaber von dirty talk sind? Denen die Worte ausgehen, weil der Trieb übernimmt? Und mit denen, die sich lustvoll fallenlassen und nicht ahnen, was sie selbst in der nächsten Sekunde machen wollen oder empfinden könnten? Man merkt es schon, hier geht es um Kriminalisierung eines ›Gegners‹ und nicht um Lust. Bei den jungen Alpha-Feministinnen von ›Mädchenmannschaft‹ wird von einer Helga, von der sich Männer nachhaltig fernhalten sollten, Sexualität umstandslos mit Kriminalität konnotiert:

Ebenfalls völlig unerwähnt bleibt, dass in den vergangenen Jahren, über rechtliche Begriffe hinaus, neue Konzepte und Ideen zu Sexualität entwickelt wurden. Aus der alten Parole „Nein meint Nein“ ist „nur ein enthusiastisches Ja meint Ja“ geworden, bereits 2008 erschien Yes MYes von Jaclyn Friedman und Jessica Valenti. Das Zustimmungskonzept verschiebt den Fokus auf die Einvernehmnlichkeit des Sex – damit Grauzonen gar nicht erst entstehen.

Weg von derzeitigen Rechtsbegriffen geht auch das Konzept der Definitionsmacht. Danach gelten auch Taten als sexualisierte Gewalt, die vom Gesetz nicht erfasst werden, unerwünschte Zungenküsse etwa. Statt der komplexen Debatte um „Grau­zonen“ und Grenzüberschreitungen gerecht zu werden und sie voran­zu­treiben, bleibt der Artikel leider bei der Grenze „Nein“.

http://maedchenmannschaft.net/ueber-konsens-reden-aber-richtig/

Auweia. Da stehen die Beteiligten ja fast mit einem Fuß im Gefängnis, wenn sie sich aufeinander einlassen, aber ihre Definitionsmacht unterschiedlich einsetzen. Außerdem müssen sie wissen, was sie wollen, und zwar vorher. Und wehe, das ausdrückliche ›Ja‹ klingt nicht enthusiastisch genug und wurde mit einem ›Liebst du mich nicht mehr?‹ perfiderweise erzwungen. Und vorher trinken sollte man auch nichts mehr, denn nur bei klarem Kopf, einwandfrei nachgewiesener Geschäftsfähigkeit und nicht als Opfer erregender Verführungstechniken oder charmanter Manipulationen gilt ein weibliches Ja auch als solches. Enthemmung und Lust sind nämlich das neue biedermeierliche Tabu – sowas wird Frauen heute ideologischerseits abgesprochen.. Auffallend ist nämlich, daß es unausgesprochen immer die Frauen sind, die Grenzverletzungen monieren.

Solche Meldungen landen zwar nur in der Abteilung Kuriosa/Vermischtes:

Zu viel Sex – Mann ruft Polizei

München – Vor einer sexbegeisterten Bekannten ist ein Mann in München auf den Balkon geflüchtet und hat die Polizei um Hilfe gerufen. Der 43-Jährige hatte die vier Jahre ältere Frau laut Polizei in einer Kneipe kennengelernt und war mit in ihre Wohnung gegangen. Als der erschöpfte Mann nach mehreren Liebesakten gehen wollte, ließ ihn die Frau nicht aus der Wohnung. Er flüchtete auf den Balkon und wählte per Handy den Notruf. Die 47-Jährige erwartet nun ein Strafverfahren wegen Verdachts der sexuellen Nötigung und Freiheitsberaubung.

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,827353-3,00.html

Aber sie bilden natürlich nur die Spitze eines Eisbergs. Welcher eigentlich müde, Sex ablehnende, Mann würde seine Partnerin moralisch fertigmachen oder gar anzeigen, nur weil sie ihn gegen seinen Willen und gegen sein Nein rein physisch muntermachte? Annabel Wahba, gegen deren Artikel ›Die Angst, Nein zu sagen‹ sich Helgas Unmut richtete, hat so ein männliches Alltagsexemplar aufgegabelt –  und dabei eine für Feministinnen (aber auch nur für die) erstaunliche Feststellung gemacht:

Aber die Männer sind nicht immer die Bösen. Johanna Koljonen, die schwedische Journalistin, hat mit ihrer Website auch große Überraschungen erlebt. Es haben sich nicht nur viele Frauen gemeldet, sondern auch Männer, die erzählten, wie sie sich zu Sex überreden ließen, den sich eigentlich nicht wollten. Ein homosexueller Mann war darunter. Auch ein Mann, der von einer Freundin erzählte, die ihn eines Nachts zum Sex drängte, obwohl sie wusste, dass er müde war. Er ließ sich darauf ein und wollte danach seine Ruhe. »Aber sie wollte mehr und hat nicht aufgehört, zu betteln und mich anzufassen«, schreibt er. Danach trennte er sich von ihr.

http://www.zeit.de/2012/14/Grauzone-Gewalt/komplettansicht

Wir haben es heutzutage bei Sex also mit einer Kampfzone zwischen den Geschlechtern zu tun – und mit Frauen, die sich nicht trauen, Nein zu sagen, um keine Spielverderberin zu sein. Oder die sich hinterher nicht gut fühlen, weil sie überflüssigen und/oder schlechten Sex hatten, den sie ›eigentlich‹ nicht wollten. Da hat das Es gegen das Ich gesiegt, ein völlig normaler Vorgang, der urplötzlich als Grauzone zwischen einvernehmlichen Sex und Vergewaltigung definiert wird. Die es selbstverständlich zu verkleinern gilt. Da waren wir Frauen schon mal weiter.

Gegen alle diese durchsichtigen feministischen Bemühungen, weibliche Triebe moralisch einzuhegen wie sonst nur die katholische Kirche (wie kann frau bloß einen One Night Stand haben oder einen Seitensprung aus purer Lust!) und den Mann als potentiellen Täter zu kriminalisieren, schreibt glücklicherweise Barbara Sichtermann an – und das war leider überfällig.

Was Frauen Sex bedeutet: Eine Befragung

Barbara Sichtermann

Sichtermann lässt ein mehrdeutiges Sittenbild entstehen, eine Sphäre weiblicher Sexualität, in der die gewohnte Moral nicht gilt. Weibliche Liebeslust findet in einer »Geheimwelt« statt, die manche Überraschungen für die Leserinnen und Leser bereit hält; denn Eros ist in der Liebespraxis der Frauen ein Vagabund, ein Wegelagerer – und ein König!

»Frauen lernen Heimlichkeit, Umwertung der gewohnten Werte (vor allem was Aufrichtigkeit betrifft), Unberechenbarkeit und Amoralität als Teil ihres Lebens und als Bedingung ihrer Lust anzuerkennen.«

Brandes & Apsel, Neuerscheinungen 2012

Das mußte wirklich mal gesagt werden…

Aber was soll man auch vom Stand der heutigen Emanzipation halten, wenn uns Marie Schmidt in der ZEIT eine junge Feministin namens Laurie Penny mit diesen Worten empfiehlt:

Schlachtfeld Frau

Es muss endlich ein Ende haben mit Heidi Klum und der Dressur des weiblichen Körpers. Die britische Feministin Laurie Penny plädiert für einen starken jungen Feminismus von heute.

  • Von Marie Schmidt
  • Datum 08.03.2012 – 06:37 Uhr

[…]

Penny beschreibt zum Beispiel ihre Erfahrung mit Essstörungen: »Nichts zu wollen scheint leicht erlernbar zu sein, und ebenso scheint es einfach zu sein, die Regeln bis in ihre letzte, tragische Konsequenz zu beherrschen und jede Nahrungsaufnahme zu verweigern, den Körper zu bestrafen und mit der künstlichen Vorpubertät, in der er durch das Hungern chemisch dauerhaft gehalten wird, die Libido abzutöten. Es ist leichter, ein Zeichen zu werden, als zu versuchen, etwas zu bezeichnen.«

Es ist einfacher, heißt das, sich dem Size-Zero-Sex-Appeal anzupassen, als auf der eigenen Körperlichkeit zu bestehen, deren Erotik möglicherweise erst durch echte Berührungen zwischen Menschen ausgehandelt werden müsste: »Junge Menschen, die mit dem Druck aufwachsen, in jedem Bereich ihres Lebens etwas zu leisten, finden sich in der Situation wieder, eine roboterhafte, kapitalistische Erotik nachzuäffen, die kaum etwas mit ihren eigenen legitimen Wünschen zu tun hat.«

[…]

»Wenn alle Frauen dieser Erde morgen früh aufwachten«, fantasiert Penny, »und sich in ihren Körpern wirklich wohl und kraftvoll fühlten, würde die Weltwirtschaft über Nacht zusammenbrechen.«

http://www.zeit.de/2012/11/Feminismus-Schlachtfeld-Frau/seite-2

Gibt es wirklich so viele eßgestörte junge Frauen, die sich an Top-Models orientieren, als daß deren Therapie als feministisches Projekt durchginge? 95% aller jungen Mädchen wissen, daß sie für eine solche Karriere nicht in Betracht kommen, und dank Heidi Klums ›Germany’s Next Top Model‹-Sendung wissen sie auch, daß eine solche Karriere keineswegs erstrebenswert ist. Allein schon die Unterwerfung unter diese Domina Klum steht für die Härte des Business, stellvertretend für jegliches Angestelltenverhältnis in einer globalisierten kapitalistischen Welt. Mühelos lernen die Teenies vor der Glotze, daß man die Girls mit Kurven als zu sexy für die Haute Couture vor dem Finale aussortiert, und daß reale Jungs im Gegensatz zu den überwiegend schwulen männlichen Modemachern keine Hungerhaken mögen, müßten ihnen eigentlich ihre Real-Erfahrungen vermitteln. Falls nicht, sollten ihnen die Brustvergrößerungen der als sexy geltenden Stars zu denken geben. Aber wer die eigene Libido abtötet wie die bedauernswerte Laurie Penny, hat gewiß ganz andere und viel tieferliegende Probleme als die Wahl eines falschen weiblichen Körper-Vorbilds.

Marie Schmidt:

Nicht nur, dass sie die Arbeit am Selbst einfach einstellen könnten, es bestünde auch die Gefahr, dass sie einen echten Willen zur Macht entwickelten. Wie die Dinge liegen, scheinen Frauen keine Möglichkeit zu haben, sexy gefunden zu werden, weil sie Macht an sich nehmen, höchstens obwohl. Frauen, die Einfluss wollen, müssen deshalb ihre professionellen Ziele immerzu gegen ihren erotischen Wert »verrechnen«. Sie tun es, indem sie ihren Geschlechtskörper sublimieren, was die Bundeskanzlerin beispielhaft vorzeigt. Oder indem sie ihre erotischen Körper selber als Instrument ihrer Macht »nutzen«.

http://www.zeit.de/2012/11/Feminismus-Schlachtfeld-Frau/seite-2

Diesem Schwulst ist schwer zu folgen, aber ich versuche es mal: eine Frau, die sich schön findet, ohne ihren Körper optimieren zu müssen, wird eventuell machthungrig. (Hä?) Entweder ist sie wirklich schön und schläft sich nach oben, oder aber sie ist nicht wirklich sexy, dann schafft sie es anderswie nach oben, wird aber gezwungen, ihren Körper zu verstecken, obwohl der gar nicht sexy ist. Ups, da war ich wohl dem Beispiel Merkel aufgesessen. Ach nein, irgendwie wird es Frau Schmidt anders gemeint haben, ohne es ausdrücken zu können. Das wäre was, wenn ideologie-trunkene Journalisten sich mal der Logik verpflichtet fühlen müßten.

Glücklicherweise wird sich das von ihr vage skizzierte Problem bald erledigt haben, denn die Frauen drängen mit Macht zur Quote. Da ist es dann egal, ob frau dumm oder klug, fähig oder unfähig, hübsch oder häßlich oder erotisch oder unerotisch ist. Da muß nix mehr verrechnet und ausgehandelt werden, da muß man nur Frau sein, und zwar eine echte (Nachweis der Nicht-Transsexualität inclusive)! Und frau muß natürlich ein paar mächtige Männer kennen –: ohne Vitamin B hätten es die männlichen Vorstandskollegen ja auch nicht geschafft. Ganz abgesehen davon wäre es nicht schlecht, wenn mit der parteipolitischen Berufung in Behördenleitungen mal Schluß wäre – aber da darf man sich keinen Illusionen hingeben: Chefs wie Chefinnen sind immer unfähig, da waltet zuverlässig das Peter-Prinzip.

http://private.freepage.de/hame/peter.htm

Wie man einen solchen offen männer-diskriminierenden und in die Freiheit von Betrieben eingreifenden Paragraphen verfassungskonform formulieren könnte, hat noch nie jemand erklärt. Und wieso in Betrieben, für die Frauen sich nicht interesssieren, plötzlich 30 % des Vorstands weiblich sein soll, versteht sowieso keiner. Gottlob gibt es da noch Frau Kristina Schröder, die sich wie ein Mann dem drohenden Ungemach entgegenstellt:

Gleichberechtigung

Schröder knüpft ihre politische Zukunft an die Frauenquote

„Solange ich Ministerin bin, wird es keine starre Quote geben“: Kristina Schröder legt sich im Streit um eine gesetzliche Frauenquote schicksalhaft fest.

http://www.zeit.de/politik/deutschland/2012-04/schroeder-quote-karriere

Recht so. Wenigstens eine, die nicht wackelt und sich traut, Unfug Unfug zu nennen. Wenn sie sich schon gezwungen sieht, den Unfug des Betreuungsgeldes für Kinder, die nicht in die Kita dürfen, zu finanzieren. (Bereits da wäre ich zurückgetreten.) Politiker sind leidensfähiger als der Normalmensch.. Aber selbst wenn der Sturm sie aus dem Amt blasen würde und die DAX-Firmen gezwungen wären, sich jede Menge Frühstücksdirektoren-Pöstchen für den Vorstand auszudenken: wir wissen ja, daß Frauen gar keine Karriere machen wollen und daher jegliche Rekrutierungsversuche obsolet wären:

Bascha Mika über Frauen im Beruf

Zu weich, zu feige, zu unterwürfig

09.02.2011, 12:09

Von Cathrin Kahlweit

Es gibt zu wenige Frauen in den Führungsetagen? Selber schuld, findet Bascha Mika. Frauen seien zu bequem und zu feige, um wirklich Karriere zu machen. Sie müssen aufhören, sich selbst zu betrügen, fordert die Feministin.

http://www.sueddeutsche.de/leben/bascha-mika-ueber-frauen-im-beruf-zu-weich-zu-feige-zu-unterwuerfig-1.1057495

Hier halte ich erschöpft inne, obwohl ich noch lange weitermachen könnte.

Keine dieser Frauen repräsentiert mich, keine ihrer Forderungen und Wünsche bedeuten mir etwas. Frauen sind so unterschiedlich, wie es Menschen nun mal sind.

Frauen scheint wirklich nur eins gemeinsam zu sein: das Nörgeln über die Männer.

Mely Kiyak:

Wäre es nicht sowieso viel interessanter, zu untersuchen, warum sich immer nur Frauen über Männer beklagen und nie umgekehrt? Bis auf einige wenige Komödianten, die sich sehr harmlos über Frauen und ihren angeblichen Hang zu übermäßigen Handtaschen- und Schuhkäufen amüsieren, gibt es das Genre »Kritik an Frauen« nicht. Und das, obwohl sich durch die beschriebenen Veränderungen auch das Leben der Frauen verändert hat. Wie finden das Männer?

http://www.zeit.de/2012/05/P-Maenner/komplettansicht

Der Frauen ›ewig Weh und Ach‹ hat schon der Großmeister Goethe thematisiert. Ob sein Mephisto-Rezept (hier schließt sich der Kreis) doch (noch) gültig ist?

Mephistopheles.

Besonders lernt die Weiber führen
Es ist ihr ewig Weh und Ach
So tausendfach
Aus einem Punkte zu kurieren,
Und wenn Ihr halbweg ehrbar tut,
Dann habt Ihr sie all unterm Hut.
Ein Titel muss sie erst vertraulich machen,
Dass Eure Kunst viel Künste übersteigt;
Zum Willkomm tappt Ihr dann nach allen Siebensachen,
Um die ein andrer viele Jahre streicht,
Versteht das Pülslein wohl zu drücken,
Und fasset sie mit feurig schlauen Blicken
Wohl um die schlanke Hüfte frei,
Zu sehn, wie fest geschnürt sie sei.

Schüler.
Das sieht schon besser aus! Man sieht doch, wo und wie.

Mephistopheles.
Grau, teurer Freund, ist alle Theorie,
Und grün des Lebens goldner Baum.

Nina Pauers junger Frau würde ich übrigens raten, die Stammkneipe zu wechseln. Es gibt nämlich so viele unterschiedliche Männer wie es unterschiedliche Frauen gibt. Aber in gewissen Biotopen findet man eben nur Zeitgeist-Angepaßte.