Zur Hebung des Talkshow-Niveaus der ör Sender: keine Einladung mehr an Alice Schwarzer!

Langsam aber sicher sollte sich selbst in den schwer zu bewegenden öffentlich-rechtlichen Sendern herumgesprochen haben, daß man Alice Schwarzer kriegt, wenn man Alice Schwarzer einlädt. Faktenfreie Propaganda, erwartbare Vorurteile, unhöfliches Benehmen, schlechte Kritiken. Wie die hier:

FAZ.NET-Frühkritik „Eine Lesbe streitet mit einem Schwulen über heterosexuelle Prostitution“

14.03.2012 ·  „Ob Billigsex oder Edelpuff: Schafft Prostitution ab!“ Ein heikles Thema in der Talkshow „Maischberger“. Das hätte ein gewisses Abstraktionsvermögen gebraucht. Aber das ist wohl zu viel verlangt.

Von Frank Lübberding

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/faz-net-fruehkritik-eine-lesbe-streitet-mit-einem-schwulen-ueber-heterosexuelle-prostitution-11683552.html

Natürlich ist das zu viel verlangt. In so einer Talkshow fällt niemand aus der Rolle – Frau Maischberger als Frauenbeauftragte der ARD und Alice Schwarzer-Einladende vom Dienst ganz besonders nicht, hat sie diese Sendung nun doch schon zum zweiten Mal, glücklicherweise erfolglos, bestritten:

TV-Kritik „Maischberger“
Huren und Opfer

Autor:  Natalie Soondrum

Datum:  2 | 12 | 2009

Wir können kaum über Sex reden, wie sollen wir über Prostitution diskutieren? Bei Maischberger kommen die selbstbestimmten Huren kaum zu Wort. Dafür outet sich der Ex-Zuhälter als Opfer. Von Natalie Soondrum

Wir haben kaum seriöse Sendungen über Sex im Fernsehen, wie sollen wir dann über Prostitution sprechen? Immerhin wagt Sandra Maischberger mit einer Sendung zum Thema „Sex als Ware: Sollen wir Prostitution verbieten?“ einen Versuch.

Doch in dieser Fragestellung steckt im Kern schon das Problem – Maischberger greift das Thema ohne besonderen Anlass auf. Prostitution ist seit 2002 in der Bundesrepublik legal und nicht länger sittenwidrig. 2007 wurde das Gesetz umfangreich evaluiert und 2008 bestätigt. Huren können heute legal ihre Rechte einklagen, zum Beispiel ihr Honorar von einem Freier. Warum dieses Gesetz noch in Frage stellen? Man stelle sich eine Sendung zum Thema vor „Sollen wir die Menschenrechte lieber doch abschaffen?“

http://www.fr-online.de/fr-fernsehkritik/tv-kritik–maischberger–huren-und-opfer,1473344,2813672.html

Diesem Thema kann man sich nur rational zuwenden. Das älteste Gewerbe der Welt war schon immer da, es besteht weiterhin Nachfrage und daher auch ein Angebot, und das einzige, das eine Gesellschaft und ein Staat steuern kann, sind vorteilhafte Arbeitsbedingungen für die weiblichen wie männlichen Dienstleister – insbesondere in Zeiten der Globalisierung und des Wohlstandsgefälles zwischen einzelnen Ländern, die ausbeutende Arbeitsverhältnisse in reichen Ländern begünstigen. Fehlende Arbeitsgenehmigungen für nicht EU-Ausländer begünstigen die Ausbeutung von Arbeitnehmern aus Elendsstaaten: das gilt nicht nur für Prostituierte, sondern auch für Altenpfleger, Reinigungskräfte, Bauarbeiter und Hilfskräfte in der Gastronomie.

So rational kann Sandra Maischberger das Problem leider nicht betrachten (vielleicht kann sie als Fernsehschaffende mit dem entsprechenden überdurchschnittlichen Einkommen ja rund-um-die-Uhr-Pflege erkrankter Eltern durch deutsche Pflegekräfte bezahlen und ist sich ihrer privilegierten Situation nicht bewußt). Beim Thema ›Prostitution‹ setzt sie schlicht aufs Igitt-Gefühl der bürgerlichen Frau, die sich, wie ich auch, nicht vorstellen kann, die eigene Sexualität zur Ware zu machen. Andererseits: Gibt es nicht auch Ehefrauen, die die Lust auf den eigenen Mann verloren haben und dennoch mitmachen, weil sie weiterhin ernährt werden wollen? Die Grenzen sind fließend, jeder Einzelfall ist anders, und ich halte es für einen Fortschritt, Frauen, die in diesem Gewerbe arbeiten, nicht moralisch zu verurteilen und auszugrenzen, sondern ihnen den größtmöglichen Schutz zukommen und sie frei von Zuhältern arbeiten zu lassen.

Nein, Maischberger findet das alles nur ekelig und hat jetzt sogar dieselbe eindimensionale Sozialarbeiterin von damals eingeladen, die ihre eigenen Voruteile unreflektiert bestätigt (und dringend, zu ihrem eigenen Seelenheil, versetzt werden sollte):

Da sitzen sie nun, bereit über alles zu reden und es kommt dennoch kein rechtes Gespräch zustande, denn mit im Studio sitzt Sabine Constabel, die erzählt, sie arbeite seit 18 Jahren mit Prostituierten zusammen. Offensichtlich ist sie eine Sozialarbeiterin, die in irgendeinem kommunalen Gesundheitsamt sitzt, aber man glaubt es kaum, weil sie so undistanziert über das Thema berichtet. Sie vertritt die Meinung, Männer sollten Sex nicht käuflich erwerben dürfen und unterstellt jedem Freier eine menschenverachtende Einstellung.

http://www.fr-online.de/fr-fernsehkritik/tv-kritik–maischberger–huren-und-opfer,1473344,2813672.html

So ist das eben, wenn man unter einer déformation professionnelle leidet: Sozialarbeiter kennen nur menschliches Elend, weshalb die selbstbestimmten Prostituierten, die nie im Leben die Dienste einer Sozialarbeiterin in Anspruch nehmen würden, flugs zum Minderheitenmodell erklärt werden. (Belastbare Dunkelziffer-Quoten zur Prostitution gibt es schließlich nicht, da darf man lustig behaupten.) Ärzte kennen letztlich auch nur Kranke und Staatsanwälte nur Kriminelle.

Die Ideologin Alice Schwarzer kennt nur gedemütigte weibliche Prostituierte (von Strichern hat sie noch nie etwas gehört) und den hetereosexuellen Geschlechtsverkehr als Machtausübung des Mannes; nach dem gescheiterten Generalangriff auf die ›Zwangsheterosexualität‹ in den Siebzigern, der die Frauen aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit des falschen sexuellen Begehrens befreien sollte, hat sie sich später auf  die Verdammung von heterosexueller Pornographie, Vergewaltigung und Prostitution gestürzt. Als pars pro toto für das, was sie als das Übel schlechthin ansieht. Die sexuelle Attraktivität von Männern auf Frauen. Denn dann werden Frauen klein und wünschen sich Kinder, die Biologie übernimmt ganz unabhängig von universitärer Genderforschung, und die Karriere, für sie einziges Merkmal eines gelungenen Lebens, gerät in den Hintergrund. Die bei ihr immer nur ›sogenannte‹ Liebe zwischen Frau und Mann ist nichts weiter als verkleisternder Kitsch, der die Gegensätze zukittet.

Das ist ihre armselige Lebensphilosophie und –erfahrung, die den aggressiven dauerhaften Kampfmodus erklärt, der ihre anti-intellektuellen Impulse und ihr unhöfliches Auftreten speist.

Frank Lübberding bringt es auf den Punkt:

Aber wie formulierte es Volker Beck kurz vor der Sendung über Twitter? „Eine Lesbe streitet mit einem Schwulen über heterosexuelle Prostitution.“ Mit der Lesbe ist Frau Schwarzer und mit dem Schwulen er selbst gemeint. Aber geht es Frau Schwarzer wirklich nur um Prostitution? Oder nicht doch um Heterosexualität als Vehikel zur Unterdrückung der Frau? Man könnte den Eindruck haben, dass Frau Schwarzer in der Beziehung mittlerweile die falsche Gesprächspartnerin ist. Sie kann bestimmt auf Männer verzichten.

Vielleicht fragt Frau Maischberger sie aber in einer anderen Sendung danach? Selbst die „Bild“-Zeitung wäre für Frau Schwarzer neuerdings eine passable Adresse. Die zahlt übrigens besser als die ARD. Und das wäre bestimmt nicht unter der Würde von Frau Schwarzer. Ganz sicher.

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/faz-net-fruehkritik-eine-lesbe-streitet-mit-einem-schwulen-ueber-heterosexuelle-prostitution-11683552.html

Im Ernst: in öffentlich-rechtlichen Sendern hat diese Lautsprecherin, die anderen Gästen ständig ins Wort fällt, ohnehin nichts mehr zu suchen. Das müßte selbst eine offenbar leidensfähige Sandra Maischberger einsehen, die sich vor der grauenvollen Kachelmann-Talkshow zum Freispruch vom 31.5.2011 von Schwarzer gar die Gästeliste diktieren ließ:

http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,766054,00.html

http://meedia.de/details-topstory/article/talkshow-gerangel-um-kachelmann-gste_100035082.html

Reichte es ihr immer noch nicht, wie ungebührlich sich Schwarzer bei ihrer Feminismus-Sendung im September 2011 benahm? Oder tröstet sie sich mit dem Gedanken, daß ihre Sendung zu einer Uhrzeit läuft, zu der Kinder und Jugendliche bis sechzehn Jahren bereits im Bett liegen und Schwarzers fehlende Kinderstube schlicht nicht stilbildend wirken kann? Sie müßte doch wissen, daß Krawall, der bei einer Einladung von Schwarzer stets garantiert ist, maximal Quote bringt, aber niemals eine positive Kritik? Was mir bis heute nicht einleuchtet: warum orientieren sich gebührenfinanzierte Sender überhaupt an einer Quote? Das haben sie doch gar nicht nötig!

So dümpelte die Sendung fast vor sich hin, als es dann doch noch zum furiosen Finale kam. Lady Bitch Ray berichtete nämlich von ihren Forschungen im Zuge ihrer Doktorarbeit und davon, dass Kopftuchträgerinnen keineswegs alle Islamistinnen seien; man müsse differenzieren, betonte sie wissenschaftlich sattelfest. Schwarzer aber, immer lauter werdend, fiel ihr unentwegt ins Wort, belehrte sie, korrigierte sie, schurigelte sie gar, als sie meinte, Lady Bitch Ray wisse gar nicht, wovon sie rede, sie selbst kenne viel mehr muslimische Frauen als diese.

Das mag sein: Erschreckend war nur, dass in der Schwarzer plötzlich keine umgängliche Frau kenntlich wurde, die auf ein erfolgreiches öffentliches Leben blicken kann, sondern tatsächlich das, was der Sendetitel verhieß: ein Macho. Ein Mensch, der andere im Gespräch übergeht, überlärmt und für inkompetent erklärt.

http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,788751,00.html

Aller schlechten Dinge sind drei, und man kann nur hoffen, daß Frau Maischberger Lernfähigkeit besitzt.

14.03.2012

Maischberger-Talk zu Prostitution

Ein Königreich für echte Fakten!

Von Christoph Twickel

Ein Beruf wie jeder andere – oder Unterdrückung der Frau? Bei Sandra Maischberger stritten sich die Gäste über das Thema Prostitution so leidenschaftlich wie lange nicht mehr. Vor allem Alice Schwarzer war in ihrem Furor kaum zu stoppen, auch nicht von so etwas Lästigem wie Fakten.

 

[…]

Den bedenkenswertesten Satz über die armen osteuropäischen Frauen, zu deren Schutz Alice Schwarzer die Prostitution verbieten lassen will, sagte die deutsche Kollegin Kyra: „Die bringen diese Probleme ja schon mit, die sehen die Prostitution als Ausweg, da rauszukommen.“

Dabei zeigen Sperrgebiets- oder Kontaktverbotsverordnungen für Freier schon heute, dass Illegalisierung vor allem dazu führt, dass Sexarbeit von öffentlichen Orten in dunkle Gewerbegebiete oder Hinterzimmer abwandert, was die Situation der Frauen nicht eben verbessert. Volker Beck mühte sich etwas halbherzig, Schwarzer dieses Argument entgegenzuhalten – doch eine ernsthafte Debatte kam nicht zustande. Stattdessen gab’s kindische Polemiken wie „Gehen Sie doch einfach mal an den Bahnhof, Herr Beck!“

Und am Ende waren sich die durch den Bordellbesuch des Mannes tief verletzte Frau Braun und Alice Schwarzer einig: Wären sexuelle Dienstleistungen verboten und geächtet, wäre der Gatte brav zu Haus geblieben. „Ihr Ehemann wäre vermutlich nicht ins Bordell gegangen“, so Schwarzer. „Er lebt aber in einem Land, wo es heißt: Wieso, es ist doch nichts dabei!“ Ein Königreich für einen Faktencheck!

http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,821231,00.html

Das hat nun wirklich BILD-Niveau: Provozieren, Emotionalisieren und Polarisieren bei nicht vorhandenem intellektuellen Niveau, so robust wie selbstgewiß vorgetragen, grob unhöflich & bar jeder Gesprächskultur offeriert. Es schockiert, daß das öffentlich-rechtliche Fernsehen solchen unterkomplexen Figuren immer noch eine Bühne bereitet. Es ist ja nicht möglich, Demagogen auf der Sachebene zu begegnen: sie schreien nieder, was sie nicht hören wollen, peinlich zu besichtigen bei der Anne-Will-Sendung vom 1.8.2010, als die intellektuelle Dame Gisela Friedrichsen auf die Kachelmann-vorverurteilende unstudierte Rabaukin Alice Schwarzer traf und von ihr als ›dreister Vogel‹ tituliert wurde, nur weil sie ein von Schwarzer unterstelltes Falschzitat korrigieren wollte…

Unglaublich. Und unglaublich unprofessionell. Warum hatte Anne Wills Redaktion nicht sogleich das korrekte Zitat bei der Hand? Warum ließ ein öffentlich-rechtlicher Sender diese wahrheitswidrige Schwarzer-Polemik zu?

Überhaupt ist das hier Schwarzers boulevardeske Lehre aus dem Kachelmann-Verfahren, an dem strafrechtlich nichts dran war, von Anfang an nicht. Aber ein untreuer Mann hat es nach nicht nur ihrer Ansicht (sie hat kongeniale Anhängerinnen, die ihre biographischen Niederlagen nicht anders zu bewältigen wissen als mit der Flucht in die tröstliche Generalisierung) ) eben verdient, daß er mit einem Strafverfahren überzogen wird: der männliche Seitensprung gehört natürlich verboten. Ob aus einer Ehe oder einer (imaginierten) Beziehung, ob bezahlt oder unbezahlt. Denn das ist seelischer Mißbrauch der stets ›zu sehr liebenden‹ Frauen, die daher per se in einer asymmetrischen Beziehung wie in einer Falle stecken. Frauen sind, so will es Schwarzers Ideologie, ja immer Opfer, wenn sie sich auf Männer einlassen. Sie sollten sich auf Frauen einlassen. Und bislang hatte Schwarzer Glück: keine ihrer Ex-Geliebten rannte bislang zur BUNTE und betrieb Beziehungsbewältigung gegen Entgelt. Und nur wenige der weggemobbten EMMA-Mitarbeiterinnen hängten ihre Erleidnisse an die große Glocke.

Einer Sanktionierung des weiblichen Seitensprungs bedarf es dagegen keineswegs: Frauen lügen und betrügen ja nicht, wie Alice Schwarzer auch ohne Faktencheck weiß, und wenn sie es doch mal tun, dann haben sie ihren guten Grund. Den kleinen Unterschied nämlich: den defizitären Ehemann oder Partner.

Nach den Gründen des in die Maischberger-Talkshow bedauenswerterweise hineingezogenen Herrn Braun für seine Bordellbesuche wurde übrigens nicht gefragt. Ehefrauen haben schlicht keine Defizite. Schon die Frage wäre daher politisch inkorrekt gewesen. Da führt man lieber eine Frau vor, die in ihrer maßlosen Eifersucht und in ihrem unreflektierten Haß auf Prostituierte ins Sendeschema paßt, auch wenn man sie dabei gnadenlos bloßstellt wie sonst nur in den nachmittäglichen Krawall-Talkshows der Privaten zu Beginn der Neunziger Jahre.

Gruselig, all das.

Update:

Ein Faktencheck ist möglich.

Hier kann man die Studie nachlesen, die die Behauptung stützen soll, daß Legalisierung von Prostitution zu einer Zunahme des Menschenhandels führe:

http://www2.vwl.wiso.uni-goettingen.de/courant-papers/CRC-PEG_DP_96.pdf

Und hier die fundierte Kritik an der Wissenschaftlichkeit dieser Studie:

http://www.donacarmen.de/wp-content/uploads/2012/02/Stellungnahme-EU-Studie.pdf

(mit Dank an Chomsky für den Link zu Doña Carmen)

 

 

31 Gedanken zu „Zur Hebung des Talkshow-Niveaus der ör Sender: keine Einladung mehr an Alice Schwarzer!

  1. Zitat Chomsky: „Welche ursprüngliche Bedeutung von Sexualität wurde denn vergessen?“

    Die, dass sich Sexualität und LIebe auf der inneren Ebene eben nicht trennen lassen, auch wenn es auf der äußeren Ebene „funktionieren“ mag. Sie können auf der der äußeren Ebene auch jeden x-beliebigen Job ohne Liebe ausführen – auf der inneren wird Sie das nicht glücklich machen. Beweise durch Burn-Out o.ä. Erkrankungen gibt es dafür genug. Im übrigen Danke für den Buchtipp. Ich kenne Foucault.

    Zitat Chomsky: „Und sollte nicht jeder Mensch frei sein, sich seine eigenen Gedanken über Sexualität zu machen und welche Bedeutung und welchen Stellenwert er seiner Sexualität und der Sexualität im allgemeinen zumessen möchte?“

    Ein sehr gutes Argument. Gestehen Sie denn den in Ihren Augen „spießbürgerlichen“ Menschen, für die Treue und Sex MIT Liebe einen Wert darstellen, zu, dass Sie sich diese eigenständigen und dem Mainstream entgegengesetzten Gedanken machen? Bei mir entstand hier eher der Eindruck, dass sie als bourgoise Langweiler klassifiziert und in die Ecke gestellt wurden.

    Zitat Chomsky: „Wenn Sex bei einer Prostituierten „gekauft wird“ dann kann man doch eher von einer Dienstleistung sprechen und weniger von einem Konsumgut?“

    Ich glaube nicht, dass es uns in der Sache weiterbringt, ein Begriffsgemetzel zu veranstalten. „Konsum“ bedeutet den Ge- und Verbrauch von Gütern und Leistungen, wozu dann ja auch eine Dienstleistung zählt, sofern für sie bezahlt wird.

    Zitat Chomsky: „Und wie viele Frauen schauen auch heute noch darauf, welcher sozialer Status ein Mann hat?“

    Na, prima, damit wären dann ja (fast) alle Frauen zur Prostituierten erklärt worden. Dann wundert es mich nicht, dass Sie geradezu Hochachtung vor „echten“ Prostituierten empfinden. Schließlich sind die nicht so dumm, sich unentgeltlich für Sex zur Verfügung zu stellen. **Achtung, Ironie**

    Zu guter Letzt: Ein intellektueller Schlagabtausch, der dem Zweck dient, mich von Ihrer phänomenalen Belesenheit und lexikalen Beredsamkeit zu überzeugen, liegt nicht in meinem Interesse. Viel Reden ohne etwas Gehaltvolles zu sagen, verschwendet nur meine Zeit.

    Einen schönen Abend

    • Kleine Zwischenfrage: da Sie, Frau Dirkes, ja auch gegen ein Verbot der Prostitution sind,:

      https://gabrielewolff.wordpress.com/2012/03/15/zur-hebung-des-talkshow-niveaus-der-or-sender-keine-einladung-mehr-an-alice-schwarzer/#comment-214

      verstehe ich weder den Sinn Ihrer Postings zum Thema ›Kriminalisierung der Prostitution‹ noch Ihren Disput mit Chomsky. Beide Standpunkte, seiner wie Ihrer, bestehen doch nebeneinander in einer Welt, in der es Idealismus genauso gibt wie Realismus. Für die Debatte um eine Kriminalisierung der Prostitution ist allerdings nur letzterer von Bedeutung.

    • @ Petra

      Sie schreiben:

      „Die, dass sich Sexualität und LIebe auf der inneren Ebene eben nicht trennen lassen, auch wenn es auf der äußeren Ebene “funktionieren” mag. Sie können auf der der äußeren Ebene auch jeden x-beliebigen Job ohne Liebe ausführen – auf der inneren wird Sie das nicht glücklich machen. Beweise durch Burn-Out o.ä. Erkrankungen gibt es dafür genug. Im übrigen Danke für den Buchtipp. Ich kenne Foucault.“

      Kommentar:

      Ist das nun ein idealistisches Bild, das sie von Liebe und Sexualität haben oder gibt es diesbezüglich ein empirisches Wahrheitskriterium – also Empirie, die allgemeingültig und universal und quasi ahistorisch und anthropologisch dieses Bild verifiziet hat? Also wenn ich meine persönliche Empirie zu Hilfe nehme, würde ich sagen, kann ich gut Sexualität und Liebe trennen und zwar auf einer inneren wie auf einer äusseren Ebene. Ich würde es also so formulieren: Es mag Menschen geben, für die ist Sexualität und Liebe untrennbar miteinander verbunden und eben auch Menschen, für die ist es überhaupt nicht so. Scheint mir eigentlich auch ohne Empirie plausibel zu sein, weil Menschen nun vielfach unterschiedlich fühlen, denken, wahrnehmen etc.

      Sie schrieben:

      „Ein sehr gutes Argument. Gestehen Sie denn den in Ihren Augen “spießbürgerlichen” Menschen, für die Treue und Sex MIT Liebe einen Wert darstellen, zu, dass Sie sich diese eigenständigen und dem Mainstream entgegengesetzten Gedanken machen? Bei mir entstand hier eher der Eindruck, dass sie als bourgoise Langweiler klassifiziert und in die Ecke gestellt wurden.“

      Kommentar:

      Kein Problem: Wenn die Menschen mich mit ihren Idealen auch in Ruhe lassen, die eben anders ticken als ich, dann habe ich absolut kein Bedürfnis danach, mich in die Sexualität anderer Menschen einzumischen.

      Sie schreiben:

      „Na, prima, damit wären dann ja (fast) alle Frauen zur Prostituierten erklärt worden. Dann wundert es mich nicht, dass Sie geradezu Hochachtung vor “echten” Prostituierten empfinden. Schließlich sind die nicht so dumm, sich unentgeltlich für Sex zur Verfügung zu stellen. **Achtung, Ironie**“

      Kommentar:

      Man könnte die Sache ein bisschen dialektisch angehen: Frauen und Männer könnten ev. Freier und Prostituierte sein, wenn sie ihre Vorzüge beim Werben um einen Partner in die Waagschale werfen. Ich hoffe übrigens, ich habe für eine Prostituierte die gleiche Hochachtung wie für jeglichen anderen Menschen, der eine Dienstleistung anbietet.

      Sie schreiben:

      „Zu guter Letzt: Ein intellektueller Schlagabtausch, der dem Zweck dient, mich von Ihrer phänomenalen Belesenheit und lexikalen Beredsamkeit zu überzeugen, liegt nicht in meinem Interesse. Viel Reden ohne etwas Gehaltvolles zu sagen, verschwendet nur meine Zeit.“

      Kommentar:

      Naaa, dann sind ja die Fronten nun offensichtlich geklärt! Wünsche auch einen schönen Abend!🙂

  2. (Zitat Petra:) „Ich finde es schon bemerkenswert, wie abfällig Sie sich zu den Gefühlen anderer Menschen äußern. Würden Sie so etwas einem traumatisierten Kriegsveteranen, einem sexuellen oder psychischen Missbrauchsopfer auch sagen? “Ach, stell dich nicht so an. So schlimm kann’s doch nicht sein.”?? Das find ich schon grenzwertig. Und es zeugt nicht von Empathie.

    Die Gefühle Anderer ignorierende Menschen wie Sie tragen maßgeblich dazu bei, dass die gesamte Prostitutionsdiskussion sich weiterhin auf einem Kosten-Nutzen-Niveau bewegen wird und die Menschen – ALLE beteiligten Menschen – dahinter vergessen werden. Das verstehe ich nicht unter einer innovativen Diskussion. Das ist Drehen im Kreis oder Treten auf der Stelle. Klingt vielleicht intellektuell, bringt aber NICHTS Neues.“ (Zitat Ende)

    Kommentar Chomsky: Nun, meine Aussage war vor allem eine „deskriptive“ Aussage (also beschreibend, wie die Realität ist) und keine normative, präskriptive oder askriptive Aussage. Wenn Sie nun in meiner deskriptiven Aussage quasi abschätzige Konnotationen sehen wollen, dann ist das einmal ihre subjektive Konstruktion der „Wirklichkeit“, die überhaupt nichts mit meiner deskriptiven Aussage zu tun haben muss.

    Ich habe prinzipiell nichts dagegen, wenn die phänomenologische Wirklichkeit eines Menschen empathisch rekonstruiert wird, nur ist das eine Ebene und man sollte nicht bloss auf dieser Ebene stecken bleiben. Kleines Beispiel: Ein Kriegsveteran kann psychisch und physisch grosse Verletzungen aufweisen, die man phänomenologisch und empathisch rekonstruieren kann, nur sagt dies nichts über die Kriegsursachen aus: z.B. ökonomische, politologische, soziologische, ethnologische, psychologische, sozialpsychologische etc. Ursachen. Wenn also unser Kriegsveteran bei einem Angriffskrieg teilgenommen hat, dann ist sein Leid (psychische und physische Verletzungen) genauso gross wie die eines Kriegsveteranen, der sein Land gegen einen Aggressor verteidigt hat. Wichtig wäre hier also: dass man nicht bloss auf der subjektiven Ebene stecken bleibt, sondern darüber hinaus eben verschiedenste Ebenen herausarbeitet, wie Kriege überhaupt möglich werden.
    Zudem: Bei ihrem verlinkten Forum habe ich doch den leisen Verdacht, dass sie mit den Leiderfahrungen von Frauen, die von ihren Partnern durch Prostituierte „betrogen“ wurden, diese Leiderfahrungen quasi instrumentalisieren und quasi Politik betreiben wollen – sprich: Abschaffung der Prostitution; dies würde dann bei mir unter Populismus subsumiert werden, wenn eben nur quasi partielle Leiderfahrungen herangezogen werden und nichts über strukturelle, politische, ökonomische, historische etc. Ursachen über das besagte Phänomen.
    Meine Frage an Sie war: Wollen Sie wegen den Leiderfahrungen dieser Frauen die Prostitution abschaffen? Darauf bekam ich von Ihnen keine Antwort. Sollten Sie dem zustimmen, dass aus solchen Gründen die Prostitution abgeschafft werden soll, stellen sich weitere Fragen: Wie wir aus der Geschichte aus unterschiedlichsten Prohibitionsgesetzen wissen (z.B. Drogen, Alkohol, Prostitution etc.), wird das Verbot der Prostitution nicht zum Verschwinden der Prostitution führen: Der beabsichtigte Effekt ist im Bezug auf die leidvollen Erfahrungen von „betrogenen“ Frauen gleich null. Aber: Das Verbot der Prostitution hat ev. gravierende Verschlechterungen für SexworkerInnen zur Folge. Ausserdem: Wenn die Prostitution abgeschafft ist, wollen sie dann auch ein gesetzliches Verbot, dass ein Mann nicht mehr einen Seitensprung begehen darf oder eine dauerhafte Affäre mit einer anderen Frau hat, wenn er in einer Partnerschaft ist? Das wäre ja die logische Konsequenz! Auch auf diese Frage habe ich von Ihnen keine Antwort erhalten. Und sollte dieses Verbot nur für Menschen in einer Ehe gelten oder für alle festen Partnerschaften? Wenn es nicht nur für die Ehe gelten sollte, würde sich dann fragen, was ist eine feste Partnerschaft? Zudem: Was ist mit den Männern und Frauen, die in keiner Partnerschaft oder Ehe leben und zu SexworkerInnen gehen möchten? Diese Personen können ja überhaupt keinen „Betrug“ machen und somit auch keine/n PartnerIn verletzen. Warum sollte man nun diesen Menschen die Freiheit nehmen, Sex bei einer SexworkerIn zu holen? Wieder ein anderer Gedanke: dass man in Interaktionen mit anderen Menschen ab und zu verletzt wird, scheint mir quasi unumgänglich zu sein, dazu gehört eben auch das Risiko, dass man von einem Partner sexuell „betrogen“ wird. Wer das nicht will, sollte einfach keine Partnerschaft eingehen und dann hat sich das Problem doch für diesen Menschen auch gelöst, weil er dann zumindest sexuell nicht mehr betrogen und somit psychisch verletzt werden kann. Ergo: Im Leben kann man noch mit 1000 anderen Sachen verletzt werden, und es wäre m.E. Blödsinn, wenn der Gesetzgeber quasi für jegliche erdenkliche Verletzung ein gesetzliches Verbot aufstellen würde, damit ein Mensch diesbezüglich nicht mehr verletzt werden kann. Also: dass ich die Gefühle anderer Menschen ignorieren würde, ist selbstverständlich Blödsinn, aber ich gewichte und bewerte eben gewisse Faktoren viel anders als sie. Und was ist denn für Sie genau eine „Kosten-Nutzen-Diskussion“? Ist mir noch völlig unklar, was sie damit meinen. Und ich sehe bei meinem Standpunkt absolut nicht, dass alle Menschen dahinter vergessen gehen, nur gewichte und bewerte ich eben die unterschiedlichen Präferenzen der einzelnen Menschen unterschiedlich: Verbot, Repression etc. sind für mich Ultima Ratio: Sie sollen erst dann zum Zuge kommen, wenn eine Gesellschaft quasi in eine Anomie verfällt (dies im Sinne von Émile Durkheim) und alle anderen – nicht repressiven – Mittel versagt haben oder repressive Mittel tatsächlich und realiter eine humanere Situation erreichen können. Bei Frauen, die von ihren Männern mittels Prostituierten betrogen wurden, sehe ich hier absolut keinen repressiven Handlungsbedarf. Repression löst das Problem nicht für die betrogenen Frauen, und es ist anzunehmen, dass höchstens die SexworkerInnen unter dieser Repression vermehrt zu leiden haben.

    • Wie ich über ein Prostitutionsverbot denke, können Sie hier nachlesen: http://blog.petra-dirkes.de/sichtweisen/prostitutionsverbot-geht-am-kern-vorbei/

      Und unter einer Kosten-Nutzen-Diskussion verstehe ich das Abdriften der Sexualität in ein Konsumgut, wobei ihre ursprüngliche Bedeutung völlig vergessen wird. Einher damit geht der Verlust von Werten. Die Möglichkeit und die Praxis, Sex und damit einhergehende Illusionen von „Beziehung“ zu kaufen, führen m.E. nicht dazu, dass Männer und Frauen sich auf Augenhöhe und als gleichwertige Menschen begegnen.

      • @Petra
        Welche ursprüngliche Bedeutung von Sexualität wurde denn vergessen? Und gibt es historisch gesehen nicht sehr unterschiedliche Bedeutungen von Sexualität? Lesen Sie doch mal u.a. das dreibändige Werk von Michel Foucault über „Sexualität und Wahrheit“: Nur schon dort können sie sehen, dass sich unterschiedliche Gesellschaften in unterschiedlichen Zeitepochen unterschiedliche Vorstellungen über die Sexualität machen.

        Und sollte nicht jeder Mensch frei sein, sich seine eigenen Gedanken über Sexualität zu machen und welche Bedeutung und welchen Stellenwert er seiner Sexualität und der Sexualität im allgemeinen zumessen möchte? Wenn Sex bei einer Prostituierten „gekauft wird“ dann kann man doch eher von einer Dienstleistung sprechen und weniger von einem Konsumgut? Wir leben nun mal in einer Dienstleistungsgesellschaft (tertiärer Sektor). Der gesamte medizinische und psychosoziale Bereich funktioniert doch auch primär als Dienstleistungsbereich: Wir geben z.B. dem Psychoanalytiker oder dem Gesprächspsychotherapeuten Geld, damit er uns für 50 Minuten unsere intimsten Sorgen und Probleme anhört. Werden nun der Gesprächstherapeut und der Psychoanalytiker nicht auf Augenhöhe betrachtet, weil sie ev. ihre psychosozialen Dienstleistungen (u.a. Intimität) gegen Geld anbieten? Wer sagt denn, dass ein Freier (Prostitutionskunde) eine „Beziehung“ kaufen möchte bei einer Prostituierten? Und wenn es solche Kunden gibt, die tatsächlich meinen, eine Beziehung kaufen zu können, was m.E. wohl eher die Ausnahme ist, warum sollte er dann die Frau (Prostituierte) nicht auf gleicher Augenhöhe betrachten? Der Mann, der zu einer Psychotherapeutin geht und meint, er kaufe Intimität und ev. quasi eine Ersatzbeziehung, der wird ja wohl die Psychotherapeutin auch auf Augenhöhe betrachten (und betrachten müssen); warum sollte dies nun ausgerechnet im Bereich der Prostitution, wo es m.E. primär auch um eine Dienstleistung geht, anders sein?
        Ausserdem: Wenn Frau und Mann einen einmaligen Seitensprung oder eine dauerhafte sexuelle Affäre haben, dann geht es dort vielfach auch primär oder ausschliesslich um Sex; auch hier ist Sexualität und Liebe getrennt – wie vielfach bei der Prostitution auch. Aber auch hier ist nicht einzusehen, weshalb sich bei einem solchen Arrangement Mann und Frau nicht auf Augenhöhe begegnen können.

        Und wie viele Frauen schauen auch heute noch darauf, welcher sozialer Status ein Mann hat? Sollte der Mann zuwenig ökonomisches, kulturelles oder soziales Kapital (im Sinne von Pierre Bourdieu) haben, dann werden sich vermutlich gewisse Frauen nicht auf eine Beziehung mit einem solchen Mann einlassen. Man könnte dann auch hier unterstellen, die Frau lässt sich kaufen, wenn der Gegenwert stimmt; wir hätten dann eben auch hier kein ausschliessliches „Liebesarrangement“, sondern es findet im weitesten Sinne ein ökonomischer Austausch statt; aber ein ökonomischer Austausch, der nicht wie bei der Prostitution explizit gemacht wird, sondern euphemistisch – wie ihn z.B. Pierre Bourdieu bei den Kabylen (Entwurf einer Theorie der Praxis. Auf der ethnologischen Grundlage der kabylischen Gesellschaft) ausgemacht hat – gehandhabt.

    • Wieder ein anderer Gedanke: dass man in Interaktionen mit anderen Menschen ab und zu verletzt wird, scheint mir quasi unumgänglich zu sein, dazu gehört eben auch das Risiko, dass man von einem Partner sexuell „betrogen“ wird. Wer das nicht will, sollte einfach keine Partnerschaft eingehen und dann hat sich das Problem doch für diesen Menschen auch gelöst, weil er dann zumindest sexuell nicht mehr betrogen und somit psychisch verletzt werden kann. Ergo: Im Leben kann man noch mit 1000 anderen Sachen verletzt werden, und es wäre m.E. Blödsinn, wenn der Gesetzgeber quasi für jegliche erdenkliche Verletzung ein gesetzliches Verbot aufstellen würde, damit ein Mensch diesbezüglich nicht mehr verletzt werden kann. “

      Also lasst uns alle Kollegtiven Selbstmord begehen, denn wenn ich lebe, muss ich damit rechenen, ermordert zu werden, vergewaltigt zu werden, beklaut zu werden und Sex mit Kindern ist auch normales Lebensrisiko.
      Mit solch einem Argument lässt sich einfach alles weg erklären.
      Das ist verdammt einfach.

      Sich auf ein Problem wirklich einzulassen sieht für ich anders aus.

      Diese Ausage zeigt mir das sie zwar sehr gut mit Worthüllsen umgehen können aber nicht mit den gefühlten Inhalten.
      Diese Aussagen dient aus meiner Sicht lediglich dafür, dass sie eben nicht bereit sind sich auf eine zusätzliche Ihnen bisher unbekannte Sichtweise einzulassen, die dazu auffordert die Prostitution noch einmal anders zu betrachten.

      LG

      Kassanni

      • @kassanni
        Versuchen Sie es doch im nächsten Posting vor allem mit Argumentation und weniger mit ad hominem-Rhetorik und Polemik.
        Aber kleiner Tipp: Googeln Sie doch mal nach Freiheit versus Sicherheit und dann werden Sie sehen, dass Freiheit und Sicherheit, zumindest in der Rechtswissenschaft und der Kriminologie in einem Spannungsverhältnis stehen und diskutiert werden. Es gibt, zumindest in einem Rechtsstaat, weder die absolute Freiheit noch die absolute Sicherheit. Wenn Sie die absolute Sicherheit wollen und kein Risiko, dann sollten sie effektiv kollektiven Selbstmord begehen, weil die absolute Sicherheit gibt es nun einmal nicht oder man müsste quasi alle Menschen in Fuss- und Handfesseln legen, sie in einen Einpersonen-Kerker schliessen und 24 Stunden pro Tag per Videokamera total überwachen. Aber hier ein bisschen Lektüre über dieses Thema:

        http://library.fes.de/pdf-files/do/04240.pdf

    • ›Geiz ist geil‹ war noch niemals meine Devise. Und wenn sie von ›Arbeitgebern‹ ausgerufen wird, die Menschen ausbeuten, bin ich immer auf Seiten der Ausgebeuteten! Mein Kommentar also: recht so.

  3. „Nach den Gründen des in die Maischberger-Talkshow bedauenswerterweise hineingezogenen Herrn Braun für seine Bordellbesuche wurde übrigens nicht gefragt. Ehefrauen haben schlicht keine Defizite. Schon die Frage wäre daher politisch inkorrekt gewesen. Da führt man lieber eine Frau vor, die in ihrer maßlosen Eifersucht und in ihrem unreflektierten Haß auf Prostituierte ins Sendeschema paßt, auch wenn man sie dabei gnadenlos bloßstellt wie sonst nur in den nachmittäglichen Krawall-Talkshows der Privaten zu Beginn der Neunziger Jahre.

    Gruselig, all das.“

    Schade, dass Sie sich darüber ein Urteil bilden, ohne eine der beteiligten Parteien mal befragt zu haben. Sollten Sie diesbezüglich Ihren Horizont erweitern wollen, um einen WIRKLICH qualifizierten Blog-Beitrag zu verfassen, kann ich Ihnen folgendes Forum empfehlen http://www.das-schweigen-brechen.de

    Frohe Ostern

    • Ich verstehe: Sie möchten Ihr Buch verkaufen:

      http://www.petra-dirkes.de/buchbestellung.html

      Sie wollen wissen,
      warum Ihr Mann ins Bordell geht?
      Dann haben Sie sich sicher schon diese Fragen gestellt:
      Warum geht er ins Bordell?
      Warum merkte ich es nicht?
      Was steckt hinter dem Mythos der liebesspielbewanderten Sexarbeiterin und wie geht es in einem Bordell zu?
      Sind Prostituierte Konkurrenz für Ehefrauen?
      Wie finde ich Gewissheit bei einem Verdacht?
      Warum scheinen Bordellbesuche ein Kavaliersdelikt zu sein?
      Hat meine Beziehung danach noch einen Sinn?
      Wo finde ich Hilfe und mehr Informationen?
      Warum spricht niemand darüber?
      Haben Sie eine Antwort auf Ihre Fragen gefunden?

      http://www.petra-dirkes.de/

      Aber, Hand aufs Herz: es gibt tiefgründigere Fragen als die, die Ihr kleingeistiger Ratgeber stellt. Wenn eine Ehefrau sich als Polizistin in causa sexueller Eskapaden ihres Mannes betätigt, hat sie den Sinn von Ehe gewiß nicht verstanden. Monogamie in der Verengung auf rein sexuelle Treue ist weder für Mann noch für Frau lebbar – und dennoch kann Monogamie sinnvoll sein. Man muß sich arrangieren, und jedes Paar tut das auf seine Weise. Und tat das schon immer. Ansonsten gilt: serielle Monogamie bei nachlassender sexueller Spannung zwischen in Gewohnheit abdriftenden Partnern. Lange Ehen, verläßliche Bindungen (auch zu Kindern) haben mit ganz anderen Dingen als Sex zu tun. Sollten Sie das wirklich nicht wissen?

      Zur Horizonterweiteung empfehle ich Ihnen diesen Artikel von Michèle Binswanger in der ZEIT:

      Monogamie
      Die große Lüge

      Nicht Untreue zerstört unser Beziehungsleben, sondern falsch verstandene Treue. Das muss sich ändern. Ein Manifest

      http://www.zeit.de/2012/13/CH-Monogamie/komplettansicht

      Ich befürchte allerdings, daß Ihr (evt. narzißtisches) Bedürfnis nach Macht und Kontrolle dem Verständnis dieses Manifests der verantwortlichen Freiheit entgegensteht.

    • @ Petra
      Habe mir mal die Seite http://www.das-schweigen-brechen.de/ angeschaut. M.E. vor allem Betroffenheits-Lektüre im Sinne: „Ach, was bin ich für eine arme Frau, dass mein Mann zu einer Prostituierten gegangen ist“ und „ja, wir haben Verständnis für Deine Verletzungen, Deinen Schmerz, Deine Wunden“. Aber was sagt das über die gesellschaftliche, rechtliche, politische und phänomenologische (subjektives Erleben) Situation von Prostituierten aus? M.E quasi nix! Wollen Sie nun die Prostitution abschaffen, weil Frauen verletzt werden, wenn ihre Männer zu Prostituierten gehen? Und was ist dann, wenn Männer eine Geliebte haben, neben ihrer Partnerin? Wollen sie dann dies unter Strafe stellen? Sehe überhaupt die Intention nicht, weshalb Sie sich hier äussern und in welchem Sinne Sie hier den Blogeintrag von Gabriele Wolff kritisieren?!

      • Dann sollten Sie mein Einstiegszitat lesen, auf das ich Bezug nehme. Sollte nicht so schwierig sein, meine Intention zu erkennen. Ich habe sie klar und deutlich geäußert.

      • Zitat Chomsky: „M.E. vor allem Betroffenheits-Lektüre im Sinne: “Ach, was bin ich für eine arme Frau, dass mein Mann zu einer Prostituierten gegangen ist” und “ja, wir haben Verständnis für Deine Verletzungen, Deinen Schmerz, Deine Wunden”.“

        Ich finde es schon bemerkenswert, wie abfällig Sie sich zu den Gefühlen anderer Menschen äußern. Würden Sie so etwas einem traumatisierten Kriegsveteranen, einem sexuellen oder psychischen Missbrauchsopfer auch sagen? „Ach, stell dich nicht so an. So schlimm kann’s doch nicht sein.“?? Das find ich schon grenzwertig. Und es zeugt nicht von Empathie.

        Die Gefühle Anderer ignorierende Menschen wie Sie tragen maßgeblich dazu bei, dass die gesamte Prostitutionsdiskussion sich weiterhin auf einem Kosten-Nutzen-Niveau bewegen wird und die Menschen – ALLE beteiligten Menschen – dahinter vergessen werden. Das verstehe ich nicht unter einer innovativen Diskussion. Das ist Drehen im Kreis oder Treten auf der Stelle. Klingt vielleicht intellektuell, bringt aber NICHTS Neues.

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